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        «f Ingberler Anzeiger.
Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 A, einschließlich 40 Zustelgebühr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswari⸗
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattichriit odet deren Naum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
MiI. —

Samstag, den 1. Januar

1881.
Zum neuen Jahre.
Nur zoͤgernd und mit leisem Schritte
ODas alte Jahr den Abschied nahm,
Doch sich'rer schon, mit festem Tritte
Des neuen Jahres Stunde kam.

Was wird uns bringen, was uns geben
Der künft'gen Tage Wechsellauf,
Wird sich erfüllen unser Streben,

Zieht nun die Hoffnung uns herauf?

So fragen sich und hoffen Viele,
Und Mancher hofft vergebens nur,
Wer schon sich glaubte nah' am Ziele,
Ist oft entfernt von richt'ger Spur.
ünd wer nicht sorgte, nie sich mühte
Und nicht verstand des Strebens Kunst,
Dem zeigte sich des Glückes Blüthe,
Dem lächelte Fortuna's Gunst.

Nun sei es drum! Wir wünschen Allen
Des Glückes hellsten Sonnnenstrahl;
Von unsern Lesern möge wallen
Ein Jeder froh durch's Lebensthal.
Was er sich wünscht, mög' sich's erfüllen
Und Heil ihm bringen allezeit,
Mög' sich die Zukunft ihm enthüllen
Nur in der Freude Feierkleid K. H

Deutsches Neich.

Wie verlautet, läßt es sich noch immer nicht übersehen, ob
die seit Jahren in Angriff, genommenen Vorarbeiten für die Novelle
su dem Aktiengesehze so weit gefördert worden, daß die Vor⸗
legung des Gesetzentwurfes in der nächsten Session des Reich s—
ags erfolge. Mit der Ausarbeitung des Gesetzentwourfs sind
zwe Räthe im Reichsjustizamte beauftragt.

Die Kommission, welche von der Reichsregierung zur Berathung
der allgemeinen Sicherheitsvorschriften für die Einrichtung und den
Betrieb gewerblicher Anlagen berufen war, hat entgegen anderen Nach⸗
richten die Vorlage in allen ihren Theilen völlig umgestaltet.
Außerdem hat die Kommission folgende Resolution beschlossen:
Bei der Unmöglichkeit, für alle Fuülle zweifellos klare, keiner Deut⸗
ing unterliegende Bestimmungen zu treffen, ist die Kommission
der Ansicht, daß es sich empfiehlt, zur Abstellung bestehender Härten
und zur raschen sachgemäßen Erledigung vorauszusehender Differenzen
hinsichtlich der Handhabung und Ausführung der berathenen Vor⸗
chriften eine Rekursinstanz durch Berufung von Sachverständigen
ad hoe zu schaffen.“

Der Koͤnig und die Königin von Württemberg sind am
29. Dez. zu längerem Aufenthalte nach Cannes (Südfrankreich) ab—
Jereist. Betreffs Besorgung der Staͤatsgeschüfte hat der König
derfügt, daß Gegenstünde von größerer Wichtigkeit regelmäßig nach⸗
—V Vollmacht und Namen
des Königs von dem Staatsministerium unter Vorsitz des Prinzen
Wilhelm erledigt werden.

Ausland.

Die Zwangsmaßregeln, welche die Regierung in Irland
einzuführen beabsichtigt, werden der „Times“ zufolge nicht allein
die Aufhebung der Habeas Corpus-Acte umfassen, sondern auch
die Erneuerung der in dem Friedensbewahrungsgesetz enthaltenen
Beschränkungen des Verkaufes und Besitzes von Waffen. Eine
jolche Beschränkung ist äußerst nothwendig, wenn man in Betracht
sieht, daß die ländliche Bevölkerung in den unruhigen Districten
is an die Zähne bewaffnet ist. Auch soll diejenige Verfügung
des Friedenserhaltungsgesetzes wiederbelebt werden, die den Di⸗
trict, in welchem ein agrarischer Mord oder Exceß verübt worden,
sür den dadurch verursachten Schaden materiell haftbar macht. In
der Grafschaft Munster hat der von der Landliga ausgeübte Ter⸗
orismus die Folge gehabt, daß seit geraumer Zeit bei den stän—
digen Gerichten keine Schulden mehr eingeklagt oder andere Kla⸗
gen mehr anhängig gemacht werden.

Nach einer Reldung der „Polit. sorr.“ aus Konstanti⸗
nopel wäre der Sultan geneigt, am liebsten sofort gegen Griechen⸗
and loszuschlagen, leider fehlt es dazu am Besten, nämlich am
Gelde. Die Fregatte Azizie sollte bereits vom Bosporüs in das
zriechische Meer gesendei werden; der Kapitän behauptete aber,
ine reparaturbedürftige Maschine und kein Geld zu haben. Ebenso
mußte die bereits begonnene Legung von Torpedo's in den Dar⸗
banellen und Bosporus wegen Geldmangels unterbrochen werden.
Das sind allerdings Zustände wie unmittelbar vor dem Ende der
Reiche. Des Weiteren erfährt man, daß Moukhtar Pascha ein
entschiedener Gegner des Widerstandes gegen Europa ist und von
demselben Unheil prophezeit, wie er dies hinsichtlich des Krieges
bon 1877 gethan haben soll. Bei Beurtheilung der Machtfrage
wischen Griechenland und der Pforte wird freilich viel zu sehr

vergessen, daß Bulgarien und Ostrumelien schwerlich die gesammte
türkische Macht in Ruhe sich an der griechischen Grenze sammeln
lassen würden.

Nach einer Meldung der „Polit. Corresp.“ aus Konstan⸗
tinopel vom 29. Dez. ist die Haltung der Pforte gegenüber
dem Schiedsgerichtsvorschlag noch schwankend; man glaubt, die
Pforte werde denselben weder bedingungslos annehmen, noch ge⸗
radewegs ablehnen, sondern mit Gegenpropositionen entgegenkom⸗
mender Art hervortreten.

Aus Athen wird gemeldet, König Georg von Griechenland
sei sehr ärgerlich darüber, daß die griechischetürkische Frage so lang
hingezogen wird, und wolle Briefe von Gambetta, Gladstone und
bem italienischen Ministerpräsidenten Cairoli veröffentlichen, worin
diese ihm Zuficherungen ganz anderer Art, nämlich kräftiger Un—
terstützung Griechenlands durch Frankreich, England und Jtalien,
gemacht hätten. In Paris hat man, d. h. Gambetta fich beeilt,
sofort diese Nachricht als falsch zu erklären. Etwas ist aber ge—
wiß doch daran. König Georg wird nicht so unklug sein, durch
indiserele Veröffentlichung von Briefen sich unnützerweise Feinde
zu machen.

Die indische Regierung wurde angewiesen, ein Reiterregi—
ment, ein Regiment Fußtruppen und eine Batterie aus Ostindien
zur Unterstützung der Engländer nach dem Cap zu senden. —
Finer amtlichen Meldung zufolge haben die Boers Utrecht besetzt.

Vermischtes.

St. Ingbert. Der seit Februar 1877 unter Schmelz⸗
arbtitern gegründete „St. Ingberter Eisenwerk-Arbeiterhilfsverein“
hatte am 26. d. Mts. behufs Rechnungsablage und Neuwahl seine
Irdentliche Generalversammlung.

Der Verein zählt gegenwärtig 348 Mitglieder. Der reine
Vermögenstand am 10. Jan. 1880 gab die Ziffer von 1270,46 M.
Am 26. d. Mtis. eine solche von 1820,833 M. — Unter Be⸗
rücksichtigung der sehr umsichtigen und gewissenhaften Leitung der
Vereinsangelegenheiten von Seiten des Ausschusses, wurde dem⸗
selben vode Anerkennung ausgesprochen und fiel auch in diesem
Sinne die Neuwahl des Ausschusses aus. Möge der Verein, wie
disher, so auch im neuen Jahre, eines nahmhaften Zuwachses an
Mitgliedern sich erfreuen!

p Die pfälz. Bahnen haben in den verflossenen 11
Monaten von 1880 um 828,768 M. 15 Pf. mehr vereinnahmt
als'in dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs. J

p Wie wir den „Blättern sür die Angelegenheiten des Baye⸗
rischen Turnerbundes“ entnehmen, bestehen in Bayern 137 Turn—⸗
Vereine, welche sich der Organisation der deutschen Turnerschaft
angeschlossen haben. Diese 137 Vereine zählen 12 946 Mitglieder,
worumer 6058 an den Turnübungen Theil genommen haben.

In Neuhofen bei Speyher warf, ein mit Knochenwiegen
beschäftigter Bursche, als er von einigen Knaben geueckt wurde,
nach denselben mit einem Knochen und traf den 15 J. alten Niko—
saus Schultz am Kinn. Der Wurf hatte eine kleine Verletzung
zur Folge; dieselbe wurde gar nicht beachtet, aber schon nach 5
Tagen irat in Folge von Blutvergiftung Wangenkrampf und nach
weileren paar Tagen Starrkrampf und Tod ein.

In Großeisenbadh bei Freising wurden in einer der
ketzten Rächte einem Gastwirth9 Stüd Schafe auf schändliche
        <pb n="2" />
        Weise getödtet. Dem einen der getödteten Thiere hing das Gehirn
heraus, dem andern lagen die Gedärme offen, sämmtliche aber
waren, anscheinend mit einer Mistgabel, so zugerichtet und zer—
stochen, daß nicht einmal die Haut mehr zu gebrauchen ist. Drei
dammer nahm der Strolch mit. um einen billigen Weihnachtsbraten
zu haben.

P'In Heidelberg, woselbst er sich einer Operation un⸗
terziehen sollie, ist Br. Dekan Vogt von Kaiserslau tern
gesiorben. Der Verblichene war im Jahre 1870 Feldprediger.

München. Das „Vaterland“ schreibt: Das Christkindl
des hiesigen Hoftheaters soll heuer ein allerliebstes Defizit von
300, 600 M. gebracht haben, was nicht mehr schön ist, nachdem
Se. Maj. der König bereits ein früheres großes Defizit mit
200,000 M. bezahlt haben soll.

F In Meß wurde am 2. Weihnachtstage nach herkömmlicher
Weise der Stephansmarkt abgehalten, auf welchem sich ländliche
und städtische Dienfstboten — letztere in der Minderzahl — zu
permiethen pflegen. Etwa 400 Personen beiderlei Geschlechts
hatten sich zu dieser Gesindemesse eingefunden, das Angebot über⸗
stieg jedoch die Nachfrage, und die Preise waren daher sehr ge⸗
druckt. Mägde waren nicht zahlreich vertreten, die Knechte waren
meist junge Burschen, welche das militärpflichtige Alter noch nicht
erreicht hatten. Dieser Dienstbotenmarkt ist eine Eigenthümlichkeit,
wie sie in keiner anderen lothringischen Siadt wiederzufinden ist.

In Düsseldorf saßen zwei Engländer in einem hie⸗
sigen Wirthshause und zechten. Der eine von ihnen nahm zum
Zeitvertreib sein Taschenmesser heraus und schnitt damit allerlei
Figuren in den Tisch. Als ihm endlich der Kellner diese Spielerei
derbot, fragte der Engländer ganz ruhig, was der Tisch koste, und
bezahlte darauf die von dem Kellner verlangte Summe von 20 M.
Darauf tranken die Söhne Albions ihr Bier aus, luden den Tisch
auf ihre Schultern und verließen unter dem Staunen der anwesen⸗
den Gäste das Lokal.

'Schalke. (Preußen.) Eine Riesenerbschaft macht ge—
genwärtig hier viel von sich reden. Als armer Mann wanderte,
oermuthlich in den dreißiger Jahren, ein Arbeiter von Schlesien
nach dem Cap der guten Hoffnung aus und kehrte 1845 nach
London zurück, wahrscheinlich in der Absicht, von da nach seiner
Heimath zu reisen. Er erkrankte indeß gleich in London und ver—
hͤarb schon nach dreitägigem Aufenthalt mit Hinterlassung eines
lolossalen Vermögens von mehreren Millionen Pfund Sterling,
welches er sich auf den Diamantfeldern am Cap der Guten Hoss⸗
nung und später als Großgrundbesitzer erworben hatte. Damals,
kurz nach seinem Tode, waren trotz aller Bekanntmachungen und
Rachforschungen keine Erben zu entdecken, und erst kürzlich wurden
der Frau eines Bergmannes aus dem benachbarten Bulmke, die
eine Nichte des Erblassers sein will, zufällig Mittheilungen über
die Erbschaft, welche ihr und einem in Amerika lebenden Bruder
zufallen würde, gemacht. Selbstverständlich müssen vorerst die nö—
ihigen Legitimationen, als Taufscheine u. s. w., beigebracht wer⸗
den. Durch Vermittelung des Reichskanzleramtes ist festgestellt,
daß das ganze hinterlassene Vermögen bei der Englischen Bank
zinsbar angelegt und bis jetzt auf die ungeheuere Summe von
180 Millionen Mark angewachsen ist.

4 CDer Vorderarm fünfzehn. Mal amputirt.) Ein österreich⸗
ischer Landarzt, Dr. med. Robert Ofner in Po hrlitz, erzählt
in den „Wiener medizinischen Blättern“ folgende schauderhafte ihm
auf der Landpraxis begegnete Geschichte. Er wurde kürzlich nach
der Wohnung eines Fabrikarbeiters gerufen, woselbst angeblich ein
24jähriger Bursche plötzlich erkrankt sei. Bei seiner Ankunft fand
er auf einer roh gezimmerten Bettstatt einen kräftigen 24jährigen
Burschen, die Hände in mit Blut getränkte Fetzen gehüllt. Der
Patient hatte Haͤcksel geschnitten und zwar mit einer Schneidmaschine,
bei welcher ducch zwei Walzen das Stroh an das Ende einer Rinne
borgeschoben und daselbst durch ein an einem Schwungrade ange⸗
hrachtes schweres scharfes Messer in 140112 Ctm. lange Stückchen
zuillotineartig zerschnitien wird. Die Maschine wurde durch Pferde⸗
zetrieb in Gang gesetzt und konnte man dieselbe durch eine Druck—
vorrichtung jeden Moment zum Stehen bringen. Während nun
der Arbeiler das Stroh vorschob, faßten die Walzen seine rechte
Hand, die Finger kamen vor das Messer, wurden abgeschnitten und
die Walzen schoben den Arm von Sekunde zu Sekunde um 1
Tim. weiter bor, ein zweiter Schnitt erfolgte, auf 193 Etm. ein
dritter, und auf diese Weise schnitt die Maschine von dem Arme
des Unglücklichen Scheiben von 192 Etm. ab, die einzeln herab⸗
fielen. Nach 15 Umdrehungen stand die Maschine still. Der Patient
vollte mit der Linken das Rad aufhalten und dabei schnitt ihm
das Messer noch die Daumenspitze auch dieser Hand ab. In seiner
Verzweiflung hatte er vergessen, die Maschine durch jene Druckvor⸗
vorrichtung zuin Stillstehen zu bringen. In der Nacht hatte der
Ortschirurg eänen Nothverband angelegt, um den anderen Morgen
zemeiuschaftlich mit den Aerzten aus der Stadt die regelrechte
Speration zur Bildung eines normalen Stumpfes vorzunehmen.
Der betreffenden Operation ging folgendes Zwiegespräch voraus

Ztadtarzt: Wie ist denn die Sache zugegangen? Patient: Wie von
einer Salamiwurst fielen die Scheiben von der Hand. — Sind
Sie ohnmächtig geworden? — O nein. — Hat Sie einen Frost
geschüttelt, war Ihnen kalt? — O nein. — Haben Sie eiwas
geschlafen? — O ganz gut. — Haben Sie Appetit? — Wenn
sch nur etwas zu essen hätte! — Fühlen Sie Schmerz? — Nein.
Bei dieser Konstitulion heilte denn auch die Amputationswunde
nach wenigen Wochen — ohne Karbolsäure und ohne moderne
Wundbehandlung!

Wetter-ExtremezuWeihnachten seit tau—
send Jahren. Der jetzige Winter liefert neuerdings den Be—
weis, daß die alten Chroniken keineswegs nur fabuliren, wenn sie
von den seltsamen meteorologischen Sprüngen des Eismonats gar
Wunderliches zu erzählen wissen. So berichtet der Fuldaer Chronist,
daß es, als im Jahr 800 Karl der Große nach Rom zog, zu
Weihnachten weit und breit gefroren war. Darauf folgten 801
sehr milde Weihnachten, in deren Gefolge die Pest verheerend auf—
raͤt; 1179 dauerte der Winter von Weihnachten bis Ostern. Der
aͤchfische Chronist schreibt: „Es war so kalt, daß die Vögel mit
ins seufzten und wir kaum das fröhliche Alleluja anzustimmen im
Stande waren.“ 1287 blühten die Bäume am Bodensee. Mäd⸗
hen kamen zu Weihnachten mit Blumen des Feldes geschmückt zur
dirche. 1829 brüteten an Weihnachten die Vögel im Freien; der
Weinstock belaubte sich, Knaben badeten sich in Flüssen; in Oester—
reich blühten die Bäume wie im Mai und hatten noch ihr altes
daub, als bereits das neue kam — so schreibt nämlich der Wiener
Bürgermeister Paltram. 1340 war es um Weihnachten warm wie
im Sommer, im Fasching große Kälte; 1478 und 1479 täglich
Hewitter und warme Winde; 1569 ungeheurer Schnee, dann Ueber⸗
schwemmungen; 1586 blühende Bäume; 1608 seit hundert Jahren
uicht so kalt; 1708 nach vielem Regen zu Weihnachten nebst 1740
der kälteste Winter des Jahrhunderts, unter Menschen und Thieren
die unerhörtesten Verwüstungen anrichtend; 1759 bluühten die Alpen⸗
rosen; 1783 nach drei strengen und zehn mittelmäßigen Wintern
waͤhres Frühlingswetter zu Weihnachten. In unserem Jahrhundert
hrachten die Jahre 1806, 1824, 1848, 18683, 1872 Weihnachten
nit Blumen und grünenden Wiesen; die Jahre 1812, 1829, 1840,
1855, 1860 und 1879 18 Grad Kälte. In der That, es läßt
ich nicht leugnen, der Dezember weiß zu sorgen, daß seine Weih⸗—
aachtsgaben stets die Façon wechseln.

FZeichen der Zeit. In einem der Säle des Pariser
pfandhauses liest man die Inschrift: „Auf Aluminium-Gebisse
vird nichts geliehen!“

4 Wrand und Untergang eines frauzösischen Panzerschiffes.
Aus Toulon wird vom 29. Dez. telegraphiert: Heute früh um
rei Uhr wurde die Bevölkerung durch die Alarmkanone aufgeschreckt.
der Richelieu, ein Panzerschiff ersten Ranges, welches fich
inter der Reserve zweiter Kategorie in dem Arsenale befand, brannte.
Trotz aller von dem, Geschwader und den Sees und Landtruppen
Jeleisteten Hülfe war es unmöglich, der Feuersbrunst Einhalt zu
hun. Zwischen vier und fünf Uhr sank der Richelieu unter.
zinige Personen wurden leicht verletzt. Nach einer zweiten De—
desche war der Richelieu, als sich die Unmöglichkeit herausgestellt
hatte, ihn zu retten, auf Befehl der Admiralität selbst unter Wasser
zesetzt worden. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht ermittelt;
zer Verlust beläuft sich aber jedenfalls auf Millionen.

FEineneue Erfindung maächt jetzt in den Kreisen
der Kriegse wie der Handelsmarine in England das größte
Aufsehen und verdient dasselbe um so mehr, als sie nicht dem Zweck
der Zerstörung, sondern dem der Rettung und Erhaltung gewidmet
st. Ein Herr Thomas Cornish zeigt dort gegenwärtig eine Con⸗
tcuction von Hängematten und Betteinrichtungen für Schiffe, welche
ieben vollendeter Bequemlichkeit für die Zwecke der Ruhe und des
Schlafes den Vortheil darbietet, vollständig schwimmfähig zu sein,
hren Mann mit Sicherheit auf dem Wasser zu erhalten und so
u vielen Fällen zum wirklichen Lebensretter zu werden. Herr
Fornish hat seine Erfindung bereits in Australien vor einer großen
Anzahl bon Marine-Offizieren und Kapitänen der Handelsflotte
ßroben bestehen lassen, welche die höchste Befriedigung hervorriefen.
Wenn man sfich, was bei neuen Erfindungen stets im Auge behalten
verden sollte vor Uebertreibungen hüten will, so muß man doch
agen, daß hier, ihre Zuverlässigkeit vorausgesetzt, etwas unbedingt
Werthvolles für Fälle des Schiffbruches geschaffen ist, wo es sich
oft nur um die Zeit handelt, in welcher Rettungsböte herankommen
önnen; nicht minder wichtig dürfte die Erfindung für den Aus—
zruch von Feuer auf den Schiffen sein. Wenn Jedermann auf
einer Lagerstätte die See zu halten vermag, so ist die Möglichkeit
iner Retiung durch andere Schiffe sehr viel größer geworden.
diese Betteinrichtungen sind derartig construirt, daß sie auch mit
snander berbunden und ein beliebig großer Prahm daraus gebildet
verden kann. Doch auch der Kriegsgott soll dabei nicht zu kurz
ommen, denn eben die letztere Eigenschaft befähigt die Erfindung,
nuch zur Landung von Truppen benutzt zu werden. Eine Flinten,
fugel, welche ein Boot durchschlägt, bringt es in Gefahr, zu sinken;
        <pb n="3" />
        jer sind die Kugeln ohne alle Wirkung auf die Schwimmfahigkeit.
uch können so zu einem Prahm vereinigte Betten mit einer leichten
hzarrikade versehen werden, welche vor Flintenschüssen vom Lande
er sichert. Der etwas höhere Preis kann angesichts der humanen
Hirlungen der Erfindung nicht in die Wagschale fallen. Wir
mpfehlen sowohl unserer Admiralität, wie den nautischen und
onstigen Schiffer⸗Vereinen, der Sache näher zu treten und sie ge—
vissenhaft zu prüfen.

Auf der Karolina⸗Central-Eisenbahn (Nordamerika) fanden,

pie aus Newyork vom 24. Dezember gemeldet wird, fünf
hersonen einen Flammentod, indem die Waggons, in denen sir
aisten, in Brand geriethen.
In Newyork, ist an einem Abend voriger Woche der
gersuch, den Braodway mit elektrischem Licht zu beleuchten, äußerst
rfoigreich ausgefallen. Die beleuchtete Distanz betrug, wie man
er Daily⸗News“ meldet, etwa eine halbe Meile. Es brannten
z Lampen von je 2000 Kerzenkraft in einer Entfernung von je
62 Fuß durch 10 000 Fuß Draht mit einander verbunden und
son einer dynamo⸗elektrischen Maschine von 100 Pferdekraft, von
nen indeß nur 14 in Anwendung kamen, bedient. In der Mitte
wischen den Laternenpfählen war die kleinste Druckschrift einer
‚eitung lesbar. Das Licht zeichnete sich durch große Stetigkeit
ug. Die zu gleicher Zeit brennenden Gasflammen warfen Schatten.
Je elektrischen Lampen brannten 16 Stunden hindurch. Das
rperiment wird für die Dauer eines Monats fortgesetzt werden.
icber die Kosten liegt noch kein Ueberschlag vor.

4 Wie schon gemeldet, ist der Afrika reisende (nicht Amerika⸗
reisende, wie es irrthümlich in der vor. Nr. hieß) Dr. Fr. Mook
esiorben, und zwar in Jaffa; derselbe, bei der Riebeck'schen
xxpedition engagirt, war ein geborener Bergzaberner. Er hatte
nprünglich Theologie studirt und sich als Pfarrverweser von Berg⸗
ahern durch seine radikalen Predigten und seinen Streit mit dem
donsistorium einen Namen gemacht. Die Muße, die ihm in Folge
„iner Entlassung aus dem Kirchendienst wurde, benutzte er, um ein
eben Jesu zu beginnen, das nach Form und Inhalt gleich skan⸗
zalös war. Möglich, daß ihn seine Wahl zum freireligiösen Pre—
ziger in Nürnberg von der Fortsetzung dieses Buches abhielt; mög—
ich auch, daß er selbst zur Einsicht kam, daß er sich mit demselben
ein Ehrendenkmal in der theologischen Literatur setzen würde.
Rook war berufen, Feinde zu haben. Auch in Nürnberg fand er
e. Zwei Broschüren, die er über einen sozialen Uebelstand der
ʒtadt schrieb, hetzten ihm den dortigen Bürgermeister auf den
zals; er schüttelte den Staub von den Füßen und begab sich zum
tudium der Medizin an die Universität zu Heidelberg. Einige
jahre später tauchte er als Arzt und nachher als Aegyptologe in
dairo auf und machte im letzten Sommer noch von sich reden durch
inen Streit, den er auf der Naturforscher-Versammlung in Berlin
nit Virchow hatte. Nun ruht er in Frieden im Boden, den die
zußspuren seines einstigen Ideals gedrückt. Auch so hat er seines
Aebens Ziel erreicht und sich einen in der Gelehrtenwelt geachteten
Jamen erworben. Mook war begabt. strebsam. anregend im Um—
gang und opferwillig.

f Der Fasching des Jahres 1881 ist einer der längsten
m ganzen Jahrhundert. Derselbe beginnt am 7. Januar und

ndet am 2. März l. J., dauert also beinahe 8 Wochen.

F Die Jahreszahl 1881 besitzt die besondere Eigenthümlich—
eit, daß sie, von vorwärts oder rückwärts gelesen, sich immer gleich
leibt; ja man kann sie sogar auf den Kopf stellen und auch hier
vn links nach rechts oder von rechts nach links lesen — immer
leiben achtzehnhunderteinundachtzig. Gelegenheit zu dieser Zahlen-
bielerei haben nur wenige Jahreszahlen geboten.

FWoher der viele Durst kömmt? Dr. Oidtmann
igt in seiner „Gesundheitswacht“, 8. Buch, 1. Lieferung, daß nur
llein durch die Verminderung des überhandnehmenden schädlichen
zalzkonsums die dadurch bedingte Trunksucht resp. der ganz riesige
ierkonsum bekämpft resp. reduziert werden könne; alle Gesetze
ürden kein gleich günstiges Resultat ergeben, wie die Verminde—
ung des Salzgebrauches. (Wenn der gelehrte Herr nur auch an⸗
eben hätte. wie dies am besten geschehen könnte.)
Marktberichte.

Zweibrücken, 30. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.
Jeizen 10 M. 40 Pf., Korn 09 M. 71 Pf., Gerste zweireihige 7 M. 82 P
erreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — Pji—.
dinlel - M. — Pf., Mischfrucht 10 1M. 02 pf., Hafer 6 M. 80 Pf,
thsen — M. — Pppff., Wichen 5 M. 60 Pf., Kartoffeln 1 M. 85 Pj.
xu2? M. 85 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 55 Pf,
Arnbrod 3 Kilogr. 70 Pf., Gemischtbrod 83 Kilogr. 85 Pf., paar Weck 100
ir. 6 PPf., Rindfieisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
ammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter /2 Kilogr. 1 M. 08 Pf.
Bein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 209. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen

R 22 PfKorn Od M. 41 Pf, Spelztern — M. S pf. Spelzo M.
Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Ppf. Hafer
P. 832 Pf., Mischfrucht 00 M. 55 PPf., Erbsen 00 M. — Pf., Wicken
M. — Pf., Bohnen 0O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
prod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 08 Pf. Ochsenfleisch — Pf.

stindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 30 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 05 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 28. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 61 Pf., Korn 10 M. 12 Pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz
M. 41 Pf., Gerste o8 M. 51 Pf., Hafer 6 M. 62 Pf., Erbsen 08 M.
7 Pf., Wicken 6 M. 78 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen 48 M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter proͤ Pfund 1 M. 06 Pf. Eier 1 Stück 06 Pf.
dartoffeln pro Zentner 1 M. 75 Pf. Stroh 2 M. 80 Pf. Heu 3 M. —
yf., Kleeheu 8 M. 60 Pf.

Flr die Redaction verantwe: , Deme x.
Ein Ladenlo?1l nebst
Wohnung, sofort beziehbar,
jat zu vermiethen

Joh. Weirich.

Anhängezettel
nit Oesen, auf weißen und far⸗
zigen Cartons, beim Versandt
‚on Stückgütern sehr praktisch,
iefert rasch und billig die Buch—
und Steindruckerei von

F. X. Demetz.
—1000 Marb
J 9

J
Bei Durchsicht des tUlustrirten
Buches: Hxr. Airy's Heilmethode
werden sogar Schwerkranle die
Ueberzeugung gewnnen, daß auch
sie, wenn nur die richtigen Mittel
ur Anwendung — noch
zeilung erwarten duürfen, Es sollte
Jaher jeder Leidende, selbst wenn bei
ihm bislang alle Mediein erfolglos
gewesen, sich vertrauensvoll dieser
zewãhrten seilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Werk an⸗
zuschaffen. Ein „Auszug“ daraßs
wird gratis vnd fronco versandt.
In dem weir —84
berbreiteten Buche 54 li
fiuden Gichte und Rheumatismus⸗
deidende die bewährteften Mittel
jegen ihre oft sehr schmerzhaften
Leiden angegeben, — Heilmittel,
welche selbst bei veralteten Jüllen
noch die ersehute Heilung brachten.
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53
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        Verpachtung.

Dienstag den 11. Januar

1881 Nachmittags 3 Uhr zu

St. Ingbert bei Michael

Paul, läßt Bernhard Au⸗
gust, Handelsmann allda die
nachhin beschriebenen Liegen⸗
schaften in der Steuergemeinde

St. Ingbert auf 6 Jahre ver⸗

dachten nämlich:

1. Plan⸗-⸗Nr. 978, 27 a 60
qm Acker auf'm rothen Flur;
pᷣlan⸗Nr. 29941/3, 45 a
590 qm Acker in der Lehm⸗
taut;

Plan⸗Nr. 30013, 18 a
10 qm Acker auf Müh—
enthal;
Plan⸗Nr. 3017, 22 a 50
Im Acker allda;
Plan-Nr. 3164, 22 a 50
Im Acker am Schafkopf;
Plan-⸗Nr. 3211, 112 90
Im Acker, rechts in den
Seyen;;
Plan⸗Nr. 3218, 23 270
Im Acker allda:
Blan⸗Nr. 32183, 28 2
0 qm Acker allda;
Plan⸗Nr. 3269, 9 a 20
im Acker allda;
Plan⸗Nr. 3270, 8 4 20
Im Acker allda;
Plan Nr. 8271, 15 a 30
Im Acker allda;
Plan Nr. 3328, 10 a 60
im Acker auf'm Hahnacker;
Plan Nr. 3329, 14 4,70
Im Acker allda;
Plan Nr. 3330, 10 2 20
qm Acker allda;
Plan Nr. 3331, 8 a 90
Im Acker allda;
Plan Nr. 3332, 9 a 90
Im Acker allda;
Zlan-Nr. 3333, 9 a 20
im Acker allda;
Zlan Rr. 33332, 9 a
0 qm Acker allda;
Blan Nr. 37172, 4 2
.0 qm Wiese in den Pot⸗
ischwiesen;
Plan Nr. 3718, 25 a 90
sm Wiese in den Potasch-
viesen;
Blan Nr. 37194, 41 4
30 qm Acker im Potasch⸗
vald;
Blan Nr. 3885126, 18 2
O qm Acker auf Schiffel⸗
and;
Zlan Nr. 4436123, 40 a4
20 qm Wiese im Allment;
Blan Nr. 4605, 80 4,70
im Acker unterm Wohn⸗
vacherweiher;
Plan Nr. 4606, 24 2 50
Im Wiese allda;
26. Plan Nr. 4648, 10 a 60
qm Wiese am langen Stein;
27. Plan Nr. 4649, 10 a 90
qm Wiese allda.
St. Ingbert, 31. Dez. 1880.
Der Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer
fschneider.
Für unsere Abon⸗
enten liegt dem
zeutigen Blaite ein Wandka⸗
sender für 1881 bei. Die Expd.

25.

Bekanntmachung.
Montag den 3. Januar
881, Vormittags 10 Uhr, zu
S„chürer⸗Ziegelhütte, ver⸗
teigere ich zwangsweise gegen
gaarzahlung nachbezeichnete Ge—
——
ca. 6300 gebrannte und
ca. 8000 ungebrannte Back⸗
steine ca. 4700 gebrannte
Ziegeln, 16jähriges braunes
Pferd, 1 Kuh, 1 Wagen
mit Dielen, 5 Ctr. Heu, ⁊tc. etc.
St. I 31. Dez. 1880.
Faßbender
Gerhhoiehen“9
Von Samstag auf Sonn⸗
Tanzmusik
ꝛei Vet. Schweitzer.
Samstag, von Nachmittag
Uhr an
Tanzmusik
—A
Eine Frau oder ein Mäd⸗
hen zum Hausiren, welche
äglich 2 bis 3 Mark wperdienen
ann, wird sofort gesucht.
Mäheres in der Expd. d. Bl.

Todes⸗Auzeige.

Verwandten und Bekannten die betrübende Nach—
richt, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere
liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester
und Tante

Magdalena Best
geb. Weißgerber
gestern Abend 7 Ühr nach kurzem Krankenlager im 61
Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen.
St. Ingbert, 31. Dezember 1880.
Die trauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet morgen, Samstag, Nachmittags
um 3 Uhr statt.

Geschãfts⸗ Empfehlung.

Einem hiesigen und auswärtigen verehrl. Publikum beehr
nich ergebenst anzuzeigen, daß ich hier in dem Hause der Frap
Wittwe Hager

»Eine Conditorei
—
rrichtet habe.

Alle in dieses Fach einschlagenden Artikel, als:
Baumkuchen, Torten, Gefrorenes, Kuchen, Berline
Pfannkuchen und sff. Backwerke halte stets vorräthig. —
hestellungen werden pünktlich und prompt ausgeführt.

Hochachtungsvollst Ergebenst F
C. Stegmann, Conditor

———

Frau Hager hat Klee und
Wiesenheu zu verkaufen.

Geschäfts-Empfehlung.
Einem verehrl. hiesigen und auswärtigen Publikum die er
gebenste Anzeige, daß ich das Colonial⸗-Waaren⸗Geschäi
des Herrn Philipp Klinck, Kaufmann hier, übernommen har
und in derselben Weise fortführen werde.
Indem ich bitte, das demselben geschenkte Vertrauen auch 0
mich übertragen zu wollen, zeichne
Achtungsvoll st
2Nichael Klug.
Hotel Laur.
Samstag, 1. Januar 1881.
Großer Neujahrs-Ball.
Anfang 228 Uhr Abends.
Freundlichst ladet ein
Ir. FTehnert.

GBAI.AII
QBAILAMI
QBAILAMI
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AEAMI!
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aus der Feder eines hervorragen⸗
den Gelehrten, beginnt mit Neu⸗
jahr m
Deutschen
Familienblatt.
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das Frãulein von Thoreu.
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ist durch alle Buchhandlungeu,
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sich durch Entlehnung unsres Titels einzuschmuggeln suchen
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierteljahrlich
1A A40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
— 2. Sonntag, den 2. Januar 1881.

I2
11

Deutsches Reich.

Aus Petersburg in den letzten Tagen in München ein—⸗
getroffene Briefe bringen die erfreuliche Mittheilung, daß der
dayerische Gesandte v. Rud hart von der schweren Krankheit,
von welcher er wenige Tage nach seiner Ankunft in der russischen
Hauptstadt heimgesucht wurde, nunmehr wieder vollständig ge—
nesen ist.

Nach der „Kreuzzeitung“ plant der Reichskanzler eine
Erhöhung der Branntweinsteuer und hat Erhebungen
über die Exportprämie anstellen lassen; auch eine Erhöhung
der Tabaksteuer sei zu erwarten, dagegen scheine das Monopol
„vorläufig als inopportun“ vertagt zu sein. Alle diese Angaben
zirkulirten bereits vor Monaten. wurden aber von den Offiziösen
bisher desavouirt.

Neuerdings zirkulirt wieder einmal das Gerücht von einer
bevorstehenden Auflösung des Reichstags. Aus dem Umstande,
daß die Regierung alle jene Steuer⸗ und sonstigen Vorlagen, welche
in der vorigen Session mit theilweise sehr großen Majoritäten ab—
gelehnt wurden, jetzt wieder hervorsucht, will man den Schluß
ziehen, daß es ihr um die Sammlung des nöthigen Materials zur
Sprengung des Reichstags zu thun sei. Wenn die Regierung den
Reichstag wirklich auflösen will, wird sie einen Grund dazu nicht
lange zu suchen brauchen, aber es ist wirklich schwer zu begreifen,
was sie mit einer Auflösung bezwecken sollte, denn einem solchen
willfährigen Reichstag, wie dem gegenwärtigen, wird sie nach der
nächsten Wahl sich ganz bestimmt nicht gegenüber sehen.

Wie das „Berl. Tagbl.“ hört, hat die deutsche Reichs⸗
regierung die Entsendung eines Kriegsschiffes nach der West—
küste von Afrika angeordnet, um die Kroo-⸗Neger wegen der Plün—
derung des dort gestrandeten deutschen Dampfers „Carlos“ und
wegen der Mißhandlung der Mannschaften desselben zur Rechen—
schaft zu ziehen. Die Dampfkorvette „Victoria“ ist mit diesem
Exekutions-Kommando betraut worden. Die kleine Aktion, deren
Gelingen nicht zweifelhaft sein kann, ist im Interesse eben sowohl
aller im Auslande lebender Deutscher, als auch der deutschen See—
schifffahrt willkommen zu heißen. Im Uebrigen ist es Angesichts
der Vorgänge im Transvaal ganz wünschenswerth, daß ein deutsches
Kriegsschiff dem Schauplatze der dortigen Ereignisse verhältnißmäßig
näher ist. Im weiteren Verlaufe der Boers⸗-Erhebung könnte es
dazu kommen, daß außer den Holländern noch andere Nationen
ihre Stimme und ihren moralischen Einfluß zu. Gunsten der euro—
päischen Abkömmlinge im- Transvaal erheben.

Schulze⸗Delitsch hat soeben das erste Hest einer Reihe
von Erläuterungen zum deutschen Genossenschftsgefetze unter dem
Titel: „Streitfragen im Deutschen Genossenschaftsrecht“ im Verlag
von Ernst Keil erscheinen lassen. Die in diesem Hefte behandelten
Fragen sind folgende: 1) Die Rückzahlung der Geschäftsantheile
an ausgeschiedene Mitglieder einer eingetragenen Genossenschaft,
2) Die Beitreibung der bei der Liquidation von Mitgliedern zur
Vermeidung des Conkurses geleisteten Vorschüsse. 83) Die Heran⸗
ziehung ausgeschiedener Genossenschaften zur Deckung der Schulden
einer eingetragenen Genossenschaft. 4) Die Unterbrechung der Ver⸗
jährung gegen ausgeschiedene Mitglieder in eingetragenen Genossen—
schaften. 5) Die Zuständigkeit zur Berufung der Generalversamm-—
lung in eingetragenen Genossenschaften. 6). Der Paragraph 555
der Reichs-Civilprozeß-Ordnung und die Deutsche Wechselordnung.

Ausland.

Für die Engländer läßt sich der Jahreswechsel nicht gut
an. Denn nach Zeitungsmeldungen aus Durban (Südafrita)
oom 29. d. haben die Boers Derby eingenommen und das Ge—
cichtsgebäude am Potschef⸗Fluß nach 48⸗stuͤndigem Kampfe erobert.
Dieselben belagern jetzt Fort Krüger am Potschef-Fluß. Man
„glaubt“, daß fast alle Bewohner der Stadt Derby von den Boers
gefangen und alle Läden erbrochen und geplündert worden seien.
In Utrecht drohen die Boers jeden zu erschießen, der sich ihnen
aicht anschließe. Sie patrouilliren längs des ganzen Buffalo⸗
Flusses. Die Regierung von Transvaal hat das Standrecht pro—
klamirt. — Die Truppen in Irland erhalten weitere Verstärk
ungen, weil die Regierung die Marine-Infanterie von dort zurück—

zuziehen bedbsichtigt. In Dublin werden von den Militärbehörden
uimfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen. Alle Truppen sind cog⸗
nisirt und die Piquets und Patrouillen vermehrt.

Das türkische Finanzministerium wurde beauftragt, von
allen inländischen in den Provinzen und bei den auswärtigen
diplomatischen Vertretungen verwendeten Beamten die einmonat⸗
lichen Gehaltsbezüge zurückbehalten. (Werden sich freuen! Aus—
genommen von dieser Maßregel sind die Beamten in Konstan⸗
tinopel.

Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten,
Beneral Garfield, betont in einem Briefe an den Herausgeber der
„Deutschen Revue“ seine lebhafte Freude über die herzlichen Be—
iehungen zwischen Deutschland und Amerika.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 1. Januar. Die Neujahrsnacht ging
jier ziemlich ruhig und fast ganz ohne die herkömmliche Knallerei
»orüber. — Gestern Abend hatte ein Metzgerbursche das Malheur,
zei der Arbeit sich den Daumen der rechten Hand abzuhacken.

*— Die Neujahrsnacht brachte uns auch wieder einmal etwas
vom Winter: eine leichte Schneedecke hatte heute Morgen die Erde
iberzogen. Hoffentlich nimmt es aber das Jahr 1881 mit dem
Winter nicht allzustreng.

Die Stadt Zweiberücken verausgabte a. für Volksschul-
wecke 1870 ca. 10,000 M., 1880 aber 20,000 M. b. für
Straßen⸗Unterhaltungen 1870 ca. 3000 M., 1880 aber 15,000 M.
3. an Gleichstellungs-Umlagen 1870 ca. 5000 M., 1880 aber
52,000 M. d. an Distrikts-Umlagen 1870 ca. 11,000 M. 1880
ber 22,600 M. e. für Schuldentilgung und Zinsen 1870 ca.
200 M., 1880 aber 16,200 M.

„Dei' Wiß, dei' Wiß laft fort!“ so rief am 27. Dez. zu
Wiesbach die Müllerin W. einem Bäuerlein zu. Und in der
That war eine etwa einen halben Morgen große Wiese auf Reisen
jegangen. Das in dem Boden eingeschlossene Wasser hob mit
inem starken Rauschen die ganze Wiese in die Höhe und rieß
dieselbe nicht weniger als 4000 Meter weit mit sich fort. Der
Weg, den die reisende Bergwiese einschlug, ist dabei in der letzten
Zälfte ziemlich eben und gewunden, natürlich jetzt mit Schlamm
Fedeckt und kaum fahr⸗, geschweige denn gangbar. (Pf. Pr.)

* Auf einer Jagd in der Gemarkung von Eppestein hatte
ein jugendlicher Nimrod das seltene Glück, mit einem Schusse einen
dasen, ein Pferd, einen Bauersmann und einen Wirth zu treffen.
die drei Letzteren erlitten dem „F. T.“ zufolge nur leichte Ver—
ietzungen.

Das Mannheimer „Tagbl.“ will wissen, die Abrechnung
der Pfalzgau-Ausstellung werde ein Deficit von ohngefähr 30,000
Mk. ergeben, das den Garantiefondszeichnern zu Lasten fiele.

In den südlichen Probinzen der Nie derlande haben
in den letzten Tagen große Ueberschwemmungen stattgefunden.
Die Dämme zwischen Nieuwknyk und Vlhmen wurden 50 Meter
weit zerstötrt. 18 Dörfer zwischen Altena und Heusden stehen
unter Wasser.

In Lands hut hat eine Sammlung von Zigarrenab⸗
chnitten, welche Herren und Damen längere Zeit hindurch vorge—
tommen, 164 Pfund Tabak ergeben. Von dem Erlöse mit 105
Mark wurden zu Weihnachten sieben Knaben neu gekleidet.

Von dem Schöffengericht zu Straßburg wurde am
30. Dez. der Weincommissionär Jacob Löb aus Ungstein,
veil er zum Zwecke der Taäͤuschung in Handel und Verkehr Wein
aachgemacht, sowie wissentlich nachgemachten Wein unter Verschwei—
zung dieses Umstandes verkauft hatte, zu einer Gefängnißstrafe
»on 1 Monat, einer Geldstrafe von 500 Mark und den nicht
inbedeutenden Kosten des Verfahrens verurtheilt. Zugleich wurde

TFonfiscation der beschlagnahmten Weinvorräthe, die sich ohne Aus—
nahme als nachgemacht erwiesen haben, und Publikation des Ur—
theils verordnet.

F In Elberfeld fuhr der Briefträger im Wagen durch
das plötzlich eingetretene Hochwasser in den Straßen und bestellte
die Briefe mittelst eines klingelbeuntelartigen Instrumentes. Der
        <pb n="6" />
        Beamte reichte mit einer langen Stange an welcher ein Beutel be⸗
zestigt war die Briefe in die Häuser hinein.

4 Abermals ist eine namhafte Prämie zu verdienen: Den
Betrag von 15,000 M. sichert die Staatsanwaltschaft zuHamburg
jetzt Demjenigen zu, der über den Verbleib der 180,000 M., welche
angeblich dem Bank-Defraudanten Haarburg auf der Eisenbahn
während der Neise von Wien nach Neapel gestohlen worden sind,
olche Auskunft gibt, daß dieselben wieder herbeigeschafft werden können.

Wie das „Kl. Journal“ erfährt, haben zwei Berliner
Rentiers, Herr Louis M. und Herr P., sowie ein Dr. B. aus
Aachen sich erboten, Jeder 50,000 M. zur Gründung eines „Jung—
gesellenheims, in welchem auch arme, alte und ernährungsuufähige
Funggesellen unentgeltliche Aufnahme finden sollen, zu stiften. Die
Berliner Damen wollen sich für das Vorgehen der Jun ggesellen
dadurch revanchiren, daß sie eine Adresse an den Fürsten Bismarck
um Einführung einer recht hohen Junggesellensteuer zu richten be—
absichtigen. Die Junggesellen dagegen wollen, falls eine solche
Sieuer zu Stande kommt, ihrerseits beantragen, daß jede junge
Dame vor dollendetem 18. Jahre eine Prüfung in allen Zweigen
der Hauswirthschaft abzulegen habe und im Falle des Nichtbe—
stehens vom Heirathen ausgeschlossen werden soll.

—Warnung für Hundefreunde. Vor einiger Zeit
hatten die Zeitungen von dem tragischen Tode eines jungen hoff⸗
nungsvollen Studenten berichtet, welcher infolge von Liebkosungen
seines Hundes am Hundebandwurm erkrankt und nach jahrelangem
Siechthum in Bethanien zu Berlin verstorben war. Dieselbe Ur⸗
sache hat nunmehr auch den Tod des Stuttgarter Gesandten Herrn
d. Spitzemberg herbeigeführt. Er hatte die Gewohnheit, sich von
seinem Hunde küssen zu lasser und so den Bandwurm auf sich
übertragen, der mit dem Blutstrom fortgeschwemmt sich schließlich
in der Milz festsetzte.

7 Während es bei uns keimt und knospt, als ob der Lenz
im Anzuge wäre, scheinen sich drüben überm atlantischen Ocean,
iüber den wir gewoͤhnlich unser Hauptwetter bekommen, Schnee
und Kaälte zu ruͤsten, um unserem alten Wettheil einen Neujahrs⸗
besuch abzustatten. Aus Newyork, 27. Dezember, wird ge⸗
meldet: An der atlantischen Küste wüthet ein heftiger, aus dem
Nordost kommender Schneesturm. Im Rorden von Schottland ist
durch einen ungewöhnlich heftigen Schneesturm, der am Freitag
Anzeige und Empfehlung.
Unterzeichneter eröffnet am 1. Dezem⸗
ber 1880 im Hause des Herrn JZaksb
Krämer am Marktplatze in Zweibrücken
eine Verkaufsstelle und hält fortwährend großes
Lager in folgenden Ledersorten für Schuh-
macher und Sattler: Deutsch- und Wild⸗
Sohlleder, feines Kalbleder mit und ohne
Kopf in französischer und deutscher Waare,
Rindleder, Wildoberleder, Saffian⸗-, Lack- und
Kidleder, franz. Wasch-, braun und schwarz
Zeugleder, Alaunleder, Maschinenriemen, so⸗
wie Schafleder in allen Größen und Farben.
Ebenso trifft man daselbst slets große Aus⸗
wahl in Schuh- und Stiefelschäften und ge—
walkten Vorschuhen. Reelle und prompte
Bedienung wird zugesichert.
Lion Levi.
Das Geschäft unter der Firma Lion Levi in Blieskastel
wird unverändert weitergeführt.
Soeben erschien und ist zu gleichem Preis wie die
Bände des Hauptwerks durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
Das zweite Jahres-Supplement
zu Meyers Konverlations-Lexikon.
.Warnung vor fremden Drutkerzeugnissen, welche
sich durch Entlehnung unsres Titels einzuschmuggeln suchen
und durch Nachahmung des Umschlags und Einbands auf
Täuschunng berechnet sind.
Bibliographisches Institut in Leipzig.

begann und bis Sonntag früh andauerte, der Verkehr auf ver—
chiedenen Eisenbahnen voͤllig in's Stocken gerathen. An mehreren
Plätzen erreichte der Schnee die Höhe der Lokomotiven⸗Rauchfänge.
Hiele Passagiere mußten ihre Weihnachtsfeiertage in Dorfschenken
zubringen Infolge des siarken Windes und der scharfen Kälte
geht die Säuberung der Geleise nur sehr langsam von Statten.

4 Zum Tode Dr. Mook's in Palästina wird nachträglich noch
zekaunt, daß Mook beim Passiren des durch Regen stark ange—
schwollenen Jordans ertrunken ist. Die Leiche ist gefunden und
bei Jericho beerdigt worden.

pCentraͤl-Welt⸗Orchester. Dem großen Er⸗
inder Edisson wird von seinen Landsleuten ein Projekt zuge—
chrieben, welches mit Einem Schlage alle Virtuosen und Musi—
kannten bis auf wenige überflüssig machen würde. Edison will
Hekanntlich den elektrischen Strom auf Orchester und musikalische
Instrumente anwenden. Auf den Landengen von Panama und
Zuez soll ein Orchester aufgestellt werden, dessen Instrumente tele—
graphisch mit den Instrumenten sämmtlicher Orchester der neuen,
respeltive der alten Welt, verbunden sind. Ebenso die Tasten der
an denselben Stätten stehenden Central-Klaviere. Es werden nun
dort die beliebtesten Melodien Tag und Nacht gespielt, und wer
ein Konzert hören will, braucht nur auf einen Knopf zu drücken.
Sofort bricht die Musik los und dauert so lange, bis der Strom
ibgestellt ist. Eine wirklich pyramidale Idee, würdig des Zeit⸗
ilters der Musikdosen, Orchestrions und Leierkasten, eine Idee, die
zur in einem amerikanischen Gehirn entstehen konnte, da kein Euro⸗
zäer sich auf solche Höhen aufzuschwingen vermag.

Als Kuriosum berdient erwähnt zu werden, daß, als im
Jahre 1614 die Holländer die Manhattan-Insel, auf welcher jetzt
New⸗York steht, dem dort wohnenden Indianerstamme abkauften,
—— Millionen
zählt, überhaupt wohl kaum zu berechnen ist, aus folgenden Gegen⸗
tünden bestand: 10 Hemden, 30 Paar Strümpfen, 10 Gewehren,
30 Pfund Pulver, 300 Kugeln, 30 Beilen, 30 Kesseln und einer
kupfernen Bratpfanne, und beide Parteien, so besagt die hollän⸗
dische Chronik glaubten dabei einen guten Handel gemacht zu haben.
gFur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme b.

WeinEtiquett &amp;
Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei von
— F . X. Demetz.
gz. Johann-Saarbrücker
Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach an der Saar zusam—⸗
mengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier—⸗
teljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Eignet sich wegen großer Ver—
breitung vorzüglich fuͤr Inserate
jeder Art.

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Fir⸗ ig u. assein echte ninerasquel ·
Zustennaramels umnd Kakao · Thee
natia Zenno v. Donat, Faris, 1G11.
urch Kaiserl. Verordnung v. 4. Jan.
m ganzen deutschen Reiche auch für
eabee zum freien Verkaufe ge⸗
tatiet. Von Sr. Aadestũt dem ie
on denischtand besitzt Maria Benno
von Zonai allein drei ruhmreiche An⸗
rtennungen und von St. Heicigseit
dem Zapa Segen spendende Anerkenn⸗
ung, Drbens-Verleihung und Diplom.
Si Karamels sind die sicherste Sãtfe
„ei felbst schon veraltetem Anstee
dats. u. LBruftteiden· Zu iltligster
—5 treffet Iste fortwahrend
sriich ein in Kartoss und Flaschen bei
Jean Peters in St.
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Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. —XXII

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M 3.

Dienstag, den 4. Januar
1881.

Deutsches Reich.

Gleichwie in Italien und Frankreich, scheint man nun auch
n Deutschland, nach der offiziösen „N. A. Z.“, das gün—
tige Vorurtheil, welches man früher für die großen Panzerschiffe
halte, allgemach eingebüßt zu haben.

Der englisch⸗ französisahe Wechselbalg, das Schieds
jericht zur Erledigung der griechischen Grenzfrage', kann jetzt als
ndgiltig betrachtet werden nachdem die Pforte diesen Vorschlag
mnischieden zurückgewiesen hat. Daß dieser Vorschlag beseitigt wurde,
jann nur zur Vermehrung der Befriedigung beitragen, mit welcher
wir beim Beginn des Jahres auf die auswärtige Lage blicken.
der Friede ist im verflossenen Jahre exhalten geblieben und die
Veziehungen Deutschlands zu den auswärtigen Mächten lassen wenig
zu wünschen übrig. Selbst die Spannung mit Rußland hat nach—
gelassen und das Land, von welchem eine Störung des Friedens
am meisten besorgt wurde, Frankreich, zeigt augenblicklich die fried⸗
lichste Gestalt. In Athen hat der französische Gesandte dem grie⸗
hischen Hofe erklärt, die Griechen hätten unter keinen Umständen
nililärische Hilfe von Frankreich zu erwarten, und Frankreich ist
— Ansprüche der
ʒriechen interefsirt. Man hält in Berlin fest an der Hoffnung.
daß die Grenzstreitigkeiten zwischen Griechenland und der Türkei
imnler keinen Umständen zum Kriege führen dürfen. Von dem mäch⸗
igsten der gegenwärtigen Staaismänner Europas, dem Fürsten
Bismarck, ist bekannt, daß seine Politik ernst die Erhaltung des
Friedens erstrebt. Wenn also demnach die auswärtigen Angelegen⸗
heiten Anlaß zur Zufriedenheit geben können, so ist dies doch
leineswegs mit den innern Zuständen Deutschlands der Fall. Noch
ist nicht abzusehen, wie das Chaos unserer Steuer⸗ und Zollpolitil
wird geordnet werden. Der Reichskanzler sieht voraus, daß das
Steuerbouquet der Regierungen wahrscheinlich vom Reichstage, der
Mine Februar sich versammeln soll, ziemlich arg zerpflüctt werden
wird, und es gewinnt die Meinung an Anhang, daß zunächft
wiederum an eine Mehrbelastung des Tabaks gedacht sei.

Ausland.

Das deuisch⸗österreichische Bündniß äußert sich gleichwie neu—⸗
uch bei der Deutschenhetze in Pesth, so auch in Böhmen in ei⸗
jer den Deutschen günstigen Weise. So soll sich Graf Taaffe
gegenüber den Czechenführer geäußert haben, er könne den Czechen
eine weiteren Concessionen machen, weil die Allianz mit Deuisch⸗
—DD———
auch der Minister Haymerle würden ihm ein Halt gebieten, wenn
ex ven Deutschen gegenüber ungerecht sein und den Czechen ver⸗
mehrte Zugeständnisse machen wolle. Die Czechen sollten über⸗
Jaupt im eigenen Interesse eine Verständigung mit den Deutsch
höhmen suchen. Demnach scheint auch jenen Deutschenhassern ein⸗
nal gründlich reiner Wein eingeschenkt worden zu sein.

Ein Rundschreiben der Pforte an ihre Vertreter im Auslande
ehnt das Schiedsgericht ab, ohne irgend einen anderen Vorschlag
m Aussicht zu stellen.

teine der herben Erfahrungen, die das mühevolle Amt der Lehrer
m Gefolge hat, erspart blieben, daß er aber unentwegt allezeit seine
Pflicht gethan und nun auch die Freude erleben und inne werden
zürfe, daß dem Verdienst noch immer seine Krone werde. In
veihevoller, begeisterter Sprache schilderte Hr. Inspektor Jung von
Waldmohr dann den überaus großen und weitreichenden Segen
üchtiger Wirksamkeit in der Schule, und, sich an den Jubilar
vendend, sagte er, daß schon gleich bei dessen Eintritt in die Praxis
eitens seiner Vorgesetzten die Hoffnung ausgesprochen worden sei,
er werde einmal ein tüchtiges Glied seines Standes werden und
hm (dem Redner) gereiche es nun zu großem Vergnügen, sagen
ind bekennen zu müssen, daß sich jene Hoffnungen als berechügt
rwiesen, daß, was damals der Jüngling versprochen, der Mann
»ollkommen erfüllt habe. — Von den Geistlichen und Lehrern
zes Kantons wurde dem Jubilar eine Uhr (Regulator) als Ehren⸗
zeschenk übermacht. Herr Bürgermeister Ohl ig er von Miesau übergab
hm, nachdem er die Verdienste desselben zin Schule und Gemeinde
geschildert hatte, namens der letztern ein prachtvolles Sopha.

Der Jubilar dankte gerührten Herzens für all die ihm ent⸗
jegengebrachten Zeichen des Dankes und der Verehrung und nach
Absingung des Chores „Brüder reicht die Hand zum Bunde“ schloß
der erste Theil dieser so schönen Feier.

Alle die während des Festessens ausgebrachten Toaste noch
zu erwähnen, würde zu weit führen, nur sei noch erwähnt, daß
am Nachmittage auch Hr. Bezirksamtmann Spöhrer von Homburg
in der Versammlung erschien und dem Jubilar seine Glüdwünsche
entgegenbrachte. —

Das Depot des 5. Chev.⸗Reg. wird vom 1. April 1881
an aufgelöst, und mit diesem Tag treten für das 5. Chev.⸗Reg.
die Friedensverpflegungsetats Nr. 8 und 9 außer Kraft, dagegen
ritt der Etat Nr. 7 in Geltung. Der dem Depot bestimmte eiserne
VBerpflegungsvorschuß von 5000 M. geht auf das Regiment über.
Der überzählig werdende Zahlmeister des Depots hat seine Ver⸗
setzung zu gewärtigen. Die Oekonomiehandwerker sind an den
Zitz des Regimentskommandos heranzuziehen und die Depotvorräthe
zleichfalls dahin verbringen zu lassen. Das Depot nebst einer
Schwadron des Regimenis ist in Zweibrücken, die anderen Schwa⸗
dronen sind in Saargemünd und St. Avold.

F Die definitive Zusammenstellung des Ergebnisses der Volks⸗
ählung in Zweibrücken ergab folgendes Resultat: Anwesende
10,138, davon sind 5157 männliche und 4981 weibliche; im Jahre
1875 4758 männliche und 4797 weibliche. Vorübergehend An⸗
vesende 240, vorübergehend Abwesende 84. Mehr Geburten wie
Sterbfälle in den letzten 5 Jahren 442 und neu Zugezogene 446
Personen. Der Familienstand beträgt 2148 gegen 1956 im
Jahre 1875.

F In Buben hausen hantirte am Neujahrsmorgen ein
iZjähriger Knabe Namens Schönborn mit einer Pistole, und
war so, daß deren Mündung gegen seinen Leib gerichtet war.
Der Junge soll im Begriff gewesen sein, den Ladstock fest einzu⸗
——
dagegen gestemmt haben, um mit dem Ladstock den Pfropf recht
est hineinzutreiben, wahrscheinlich damit's ja scharf knalle; dabei
dachte er wohl nicht mehr daran, daß er bereits ein Zündhütchen
aufgesetzt hatte. Plötzlich entlud sich die Waffe, deren Hahn bei
den unkundigen Manipulationen aufgezogen wurde, und der Ladstock
fuhr dem Knaben in den Leib. Noch am nämlichen Tag, Abends,
tarb er nach furchtbaren Schmerzen. (Auch noch aus verschiedenen
inderen Orten wird von Unfällen berichtet, die durch das unsinnige
Neujahrsschießen verschuldet wurden.)

In der Neujahrsnacht brannten in Blickweiler zwei
Häuser nieder. Die Mobilien konnten theilweise gerettet werden;
nur der eine der Abgebrannten hatte versichert. Ueber das Lösch-
derfahren wird der „Zw. Z.“ berichtet: Dasselde erinnerte so recht
sebhaft an das Gedicht: „Der Brand im Hutzelwald.“ Die
Orts⸗Spritze war zwar bald an der Brandstätte; als aber dieselbe
hre Thätigkeit entfalten sollte, fehlte ein ganz wichtiger Theil, das
ogenannte Mundstück. Wo ist das Mundstück? hörte man mehr
enn 20mal fragen, bis endlich ein Schlaukopf herausbrachte, daß

Vermischtes.

* St. Ingbert. Gesitzwechsel) Wie wir hören, ging
das früher von Hrn. Kaufm. J. Beer bewohnte Schwarz'sche Haus
an der Hauptstraße um die Summe von 15,000 Mark in den
Besitz des Hrn. Lob Meyer, Handelsmann, aus Spiesen über. —
Miterwähnt sei, daß das in der Kohlenstraße gelegene Haus des Hrn.
F. Engel dieser Tage von Hrn. Philivp Paulus käuflich er—
worben wurde.

m. Aus dem Kanton Waldmohr. Die Gemeinden Ober—
and Niedermiesau feierten dieser Tage ein seltenes, aber frohes
Fest, das 40jährige Dienstjubiläum ihres Lehrers Philipp Weber.
Auch eine große Anzahl Collegen des Jubilars war aus Nah und
Fern herbeigeeilt, um demselben ihre Verehrung und Achtung zu
zezeugen. Nachdem die Feier durch den seitens der versammelten
dehrer vorgetragenen Chor „Preis und Anbetung“ eingeleitet, sprach
hr. Pfarrer Wangler von Miesau in gewohnter vollendeter Weise
zuersi über die ‚Bürden und Würden?“ des Lehrerstandes“ über⸗
Jaupt, und dann speziell von dem Jubilar, daß auch ihm fast
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        dasselbe beim Adjunkten sein müsse. Nachdem es dort in Empfang
jenommen und an den Schlauch angeschraubt, war letzterer verrenkt.
Dessen ungeachtet wurden die Hebel doch in Bewegung gesetzt,
und was geschah? Der Schlauch platzte. Mittlerweile kamen von
dem Stunde entfernten Blieskastel zwei Spritzen, gezogen von
Zweifüßlern. Von beiden Spritzen konnte jedoch nur eine benützt
werden, indem aus Versehen Theile von einer dritten Spritze mit⸗
genommen worden waren. Zuletzt kam die Feuerwehr von Wolfers⸗
heim mit einer in bester Ordnung befindlichen Spritze, welche ein
weiteres Umsichgreifen des Feuers verhütete.

rFIn Ludwigshafen hat am Sonntag eine Bürger⸗
erfsammlung den Antrag des dortigen Stadtraths, ein Anlehen von
150,000 Mark zur Deckung der Kosten für Erbauung eines Volks—
schulhauses und für Aufstellung eines Pumpwerkes genehmigt.

F Bollweiler EElsaß). Die Nachricht von einem drei—
fachen Mord erfüllt unsere Gegend mit Schrecken. Der 41 Jahre
alie Schmiedmeister Schott in Wittelsheim hat seine Frau und zwei
Kinder (2 und 3 Jahre alt) auf eine gräßliche Weise ums Leben
gebracht, indem er denselben den Kopf sotal vom Rumpf getrennt
hat. In der Stube lagen die Kinder mit durchschnittenem Halse
und in der Küche die Frau mit zerschlagenem Kopfe; Schott selbft
aber war im ganzen Hause nicht zu sehen. Das Gericht von
Sennheim wurde benachrichtigt und begab sich sofort an Ort und
Stelle. Obschon nun die Leute erklärten, daß der Mörder nicht

In der Nacht vom
4. Dezember auf
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22 322.
2222 3
22223 422222222222222222
Zziehung am 28. Fobr. 1883
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ben durchsucht und fand man denselben auch auf dem Heuboden
nersteckt. Er wäre sicher gelyncht worden, wenn nicht der anwesend
vendarm ganz ernstlich hiergegen eingeschritten wäre. Schott soh
twas geisteskrank sein; ein solches Verbrechen ist auch fast nich
inders zu erklären.

7 Der Provinzialgerichtshof von Südholland hat den
Mörder de Jongh, welcher den dreizehnjährigen Knaben Bogaard
in die Dünen bei Scheveningen gelockt und dort erstochen hat—
zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt.
BAtenstesnachrichten. —
Der interimist. Verweser an der unteren kathol. Schule gu Trippstadt
deinrich Jumker, wurde zum Schulverweser daselbst ernannt. Die latho
Lehrerin Josephine Gilardone, in Rohrbach wurde auf 6 Monatein
Ruhestand versetzt.

GOrdensverleihungen.) Se. Maj. der König haben zu
Reujahr folgenden pfälzischen Beamten Orden verliehen: das Ritterkreuz
dlasse des Verdienstordens vom heiligen Michael dem Oberstaatsanwalt an
OAberlandesgerichte Zweibrücken, Jakob Fitting, dem Direktor des Land
gestütes der Pfalz, Karl von Rad in Zweibrücken, dem Studienrektor Dr
Jakob Simon in Kasserslautern und dem Konsistorialrath Georg Hieronymu—
dofer in Speyer. —

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3 335 25 333333
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5 538 33 233 355 —58 575383 3537
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich
4 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 , einschließlich 120 Zuftellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswaͤrts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 4.

Donuerstag, den 6. Januar

1881.

Bestellungen für das J. Quartal auf den

„St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem

Zonntagsblait werden bei allen k. Poststellen, den Postboten von
unsern Austrägern und in der Expedition entgegengenommen.

4

Den Engländern ist eine neue Unglückskunde aus Südafrika
zugekommen. Ebenso wie die Transvaal-Boers haben sich jetzt
auch die Boers des von den Engländern hart bedrückten Oranje—
Freistaates erhoben, um ihren Blutsverwandten im Transvaallande
beizustehen.
Deutsches Reich.
Der bayerische Landtag ist auf den 19. Januar ein⸗
herufen.

key. deutsche Reichskasse hat an Zollen und Verbrauchs-
tteuern in der Zeit von April bis Ende November 1880 um fast
38 Mill. Mark mehr vereinnahmt, als im gleichen Zeitraum von
879.

Nach der „Nationalliberalen Korrespondenz“ enthält der Ent⸗
purf das unter Leitung des Reichskanzlers ausgearbeitete Un fall⸗
Bersicherungsgesetz (soll dies der Ersatz für die srüher ver⸗
seißene Arbeiterversicherung seind) folgende Grundsätze: Die Unfall⸗
derficherung soll obligatorisch gemacht werden; das Reich nimm
die Versicherung selbst in die Hand und zahlt die Entschädigung
dirett an die Arbeiter aus, die Arbeitgeber unter gewisser Mit—
wirkung der Gemeinden zahlen die sie betreffende Versicherungs⸗
hrämie an die Reichskasse. Das Haftpflichtgesetz wird nicht auf⸗
gehoben; liegt ein Fall des Haftpflichtgesetzes vor, so zieht das
steich die betreffende Entschädigung vom Arbeitgeber ein.

Kaiser Wilhelm hat beim Neujahrsempfange keinerlei An⸗
prache gehalten, sondern sich nur auf eine Unterhaltung mit ein—
elnen Personen nach beendigtem Empfange beschränkt.

Als Hochzeitstag des Prinzen Wilhelm von Preußen
Sohn des Kronprinzen) ist jetzt endgiltig der 27. Februar fest⸗
gesetzt worden.

Ausland.

Das Jahr 1880 wird in der Finanzgeschichte Frankreichs
ne hervorragende Stellung einnehmen. Ungeachtet der Steuer⸗
abminderungen und der großen Ausgaben für össentliche Bauten
ergeben die indirekten Steuern einen Ueberschuß von 170 Millionen.
Die im Laufe des Jahres bewilligten Zusatzkredite abgerechnet,
bleiben gegen 100 Millionen verfügbar, deren Verwendung von
der Abgeordnetenkammer festzusetzen ist. Der Finanzminister wird
eine darauf bezügliche Vorlage einbringen und namentlich die Ab—
schaffung der Papiersteuer, die 6!/3 Mill. Frks. abwirft beantragen.

London, 4. Januar. Die Regierung besitzt seit mehreren
Tagen Nachrichten, welche zu dem Glauben berechtigen, die Fenier
wollten sich der den Freiwilligen⸗-Regimentern in London gehören⸗
den Waffen bemächtigen. Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Die
Waffendepots werden Tag wie Nacht bewacht.

In Liverpool (England) wurde am Montag Abend vier⸗
mal versucht, die Docks (Schiffsaufnahmeplätze) durch Vetroleum
anzustecken.

Auch über ein Torpedo-Attentat gegen den im Firth of Forth
tationierten englischen Monitor „Lord Warden“ wird berichtet:
Es scheint, daß die fenischen Aufrührer Irlands gleich den rus—
ischen Nihilisten, die Regierung durch derartige Schreckensthaten,
weiche sie übrigens schon vor Wochen ganz offen angekündigt haben,
zu Zugeständnissen zwingen wollen. Welch ungeheuerliche That die
Inbrandsetzung der Livepooler Docks (48 an der Zahl) sein würde,
davon kann man sich einen Begriff machen, wenn man vernimmt,
——
bedecken und der Jahreswerth der dort aufgestapelten Baumwolle,
Wolle, Tabak, Zucker, Kaffee, Petroleum, Sprit, Wein und Spec
84,858,000 Pfd. Sterl. beträgt.)

Aus Dublin wird gemeldet, daß die dortigen Militärbe—
hörden außerordentliche Vorsichtsmaßregeln treffen, woraus gefolgert
wird, daß ernste Besorgnisse wegen einer nahe bevorstehenden Gefahr
gehegt werden. Die wüsten Zustände in Itland dauern mittlerweile
jsort. Neuerdings werden auch Frauen vielfach angeschossen, trotz
der berühmten irischen Höflichkeit gegen das schöne und schwächere
Beschlecht.

Die Boischafter der Großmächte haben am 8. ds. W. einen
neuen gleichmäßigen Schritt bei der Pforte zu Gunsten des
Schiedsgerichts gethan.

Vermischtes.

Der hiesige Stadtrath hat 300 M. zu den Kosten
eines Grabdenkmals für den verstorbenen kgl. Bezirksamtmann
Damm genehmigt.

4 Der evangelische Kirchengesangverein für die Pfalz ist,
wie die Vereine für Württemberg, Baden und Hessen, ebenfalls
dem „Südwestdeutschen evangelischen Kirchengesangverein“ beige⸗
treten.

Nach den Ergebnissen der neuesten Bierstatistik wnrden im
deutschen Reiche auf den Kopf der Bevölkerung an Bier erzeugt
in der norddeutschen Steuergemeinschaft 62 Liter, Bayern 263,
Wuͤrttemberg 200, Baden 71, Elsaß-⸗Lothringen 583 Liter.

4 In der Nacht vom 30. auf 31. Dezember wurde in den
Büterschoppen der Station Blieskastel eingebrochen und dar⸗
aus 9 Paar Stiefel im Werthe von ca. 100 M. entwendet. Der
Dieb scheint es nur auf gutes Schuhwerk abgesehen zu haben, da
erschiedene Kisten erbrochen, aber daraus Nichts entnommen war.

4 Am 1. Jan. Abends wurde in Erlenbach bei Otter⸗
herg der Bahnbedienstete Heinrich von da, verheirathet und Vater
‚on 4 kleinen Kindern, nach einem geringfügigen Wortwechsel von
einem gewissen Hafner erstochen.

Ein Handwerker in Neustadt hat sich, um die Hunde⸗
teuer zu ersparen, ein anderes Hausthier und zwar ein — Schwein
u seinem ständigen Begleiter erkoren. Wie man der „Pf. Ztg.“
zerichtet, folgt das niedliche Thier seinem Herrn auf Schritt und
Triti, hört auf den Ruf und begleitet seinen Gebieter sogar in's
Wirihshaus. Der Neustadter Stadtrath wird also wohl einen
Ortspolizeibeschluß erlassen müssen, durch welchen das Mitnehmen
von Schweinen in das Wirthshaus verboten wird.

Dem greisen katholischen Pfarrer Laroche in Scheiben⸗
hardit wurde von S. Maj. dem deutschen Kaiser der Kronen⸗
zrden mit der Zahl 50 verliehen. 50 Jahre lang ist uämlich
herr Laroche Pfarrer und 46 davon brachte er in Scheibenhardt zu.

Der Kriegerverein Steinfeld erhielt dem „S. W.“
zufolge von S. M. dem König von Bayern 100 M. als Beisteuer
zur Anschaffung einer Fahne.

— In der kathol. Kirche zu Bergzabern wurde kürzlich
der Opferstock von unberufener Hand entleert. Den Inhalt schätzt
man auf 200 M.

Ludwigshafen ist die einzige pfälzische Stadt, welche
seit der letzten Volkszählung um 25 Prozent zugenommen hat.
Dabei ist die Thatsache interessant, daß der „Hemshof“ allein über
7000 Bewohner zählt, während die Stadt selbst ca. 8000 Ein⸗
vohner hat. —.

In Speyer starb am Morgen des 4. Januar in Folge
ines Herzleidens der kgl. Regierungsrath Herm. Osann im Alter
don 53 Jahren.

F Seit 4 Jahren besteht in der Stadt Speh er ein Verein,
welcher den sehr löblichen Zweck verfolgt, aus dem Erlös von
Cigarrenabfällen und aus freiwilligen Gaben arme Kinder mit
passenden Neujahrsgeschenken zu erfreuen. In jeder Wirthschaft
ind mehrere Sammelbüchsen mit der Aufschrift „Gedenket der
Armen“ aufgestellt, welche von Zeit zu Zeit entleert werden. Die
Zusammenstellung der Einlagen am Ende des Jahres 1880 ergab
die schöne Summe von ca. 260 M. Davon konnten nicht weniger
als 24 arme Kinder beschenkt werden.

In Mainz erkrankte vor ungefähr zwei Jahren die Frau
eines Privatmannes plötzlich unter heftigen Schmerzen in der Seite.
Alsbald zeigte sich in der Nähe der Leber eine heftige Geschwulst,
und da alles Mediziniren Nichts half, so wurde unter Zuziehung
mehrerer Aerzte eine Operation vorgenommen. Die unglückliche
Frau litt fürchterlich, aber trotz der Operation konnte die Wurzel
des Uebels nicht aufgefunden werden, und da mit der Zeit die
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        Schmerzen wieder zunahmen, so wurde abermals zu einer Operation
geschritten; aber auch bei dieser war es den Aerzten nicht möglich,
die Ursachen der Schmerzen zu ergründen. Nachdem die Frau
bereits ein Jahr zu Beti unter ärztlicher Behandlung gelegen,
nahmen die Schmerzen plötzlich ab, und die Frau war wieder so
gesund wie vorher. Dieler Tage fühlte nun die Frau an derselben
Seite wie vor zwei Jahren einen heftigen Schmerz, und alsbald
hildete sich eine kleine Geschwulst. Es wurde darauf ein Arzt her⸗
beigerufen, und diesem gelang es alsbald , mittelst eines kleinen
Einschnittes eine — lange Rähnadel herauszuziehen. Die Nadel
Nadel war vollständig schwarz und befand sich schon Jahre lang
in dem Körper der Frau; zur Zeit der Operation befand fich nach
Ansicht der Aerzte die Nadel in der Leber. *

Als muthmaßlichen Liebhaber für das Schloß von Bruch⸗
sal Gaden), ein Muster des Roccoco⸗Stils, nennt man den König
bon Bayern, der bekanntlich ein großer Verehrer von Erzeugnissen
— ist. Ueber den Ankauf wird thatsächlich unter—
Jandelt.

F Ende Juni machte die Nachricht die Runde durch die Blätter,
daß in dem Johanniter-Krankenhaufe zu Niederweisel (bei
Butzbach) ein 18-jähriges Mädchen seit 6 Wochen an Starrsucht
reide, d. h. regungslos und anscheinend schlafend ihr Dasein friste.
Der „Bockenh. Anz.“ theilt jetzt mit, daß dies Mädchen seit kurzem
wieder genesen ist, nachdem es 28 Wochen lang in solchem Zustande
verbrachte. Ueber 600 Aerzte, deutsche, französische, englische ꝛc.,
jaben während dieser Zeit sich an Ort und Stelle von diesem
seltenen Krankheitsfalle uüͤberzeugt. Das Mädchen wird den Winter
über zu weiterer Beobachtung noch in genannter Anstalt verbleiben.

Vom Schöffengericht in Oberviechtach (Oberpfalz)
wurde ein sogen. Zauberer, ein verarmter Wasenmeister, wegen
Betrugs zu 14 Tagen Gefängniß und 50 M. Geldstrafe verurtheilt.
Derselbe hatte den erkrankten Kälbern eines Bauern den Teufel
austreiben wollen. Erst das energische Eingreifen des Thierarztes
machte der Spukgeschichte ein Ende.

. Die Hufbeschlagschule i Würzburg war während des
etzten Quartals 1880 von vierzehn Schülern besucht; unter diesen
varen sechs Pfälzer, sieben aus Mittel- und Unterfranken und einer
aus Schwaben. Sie unterzogen sich alle der Prüfung am 29.
Dezember abhin, und es bestanden dieselbe neun mit der Note

„sehr gut“ und fünf mit der Note „gut“. Unter den Pfälzern
rhielten die Note „sehr gut“ Schmiedmeister Joh. Lentz in Franten
hal, Jakob Wamsganz in Nußdorf bei Landau, Jakob Harz in
OAmmersheim bei Zweibrücken; die Note „gut“ erhielt Petet
Wilkens von Speyer, Wilhelm Hauß von Geinsheim bei Neustadt
ind Peter Schneider von Otterbach bei Kaiserslautern.

F. Die Stadt Nürnberg hat für ihre Schulen einen Garken
eingerichtet, der dazu dienen soll, die Jugend mit den in industrieller
ind medizinischer Beziehung nützlichsten Pflanzen und ihren Eigen—
chaften, sowie mit dem allgemeinen Garienbau und der Obstbaum—
ucht, dem Veredeln ꝛc. insbesondere bekannt zu machen. Eine
olche Einrichtung ist wohl die geeignetste, im jugendlichen Gemüthe
Lust und Liebe nicht allein für den Gartenbau, sondexn auch für
die ganze Natur und ihre Schöpfungen zu erwecken.

Ein Stromer der „besten Sorte“ 'stellte sich der Basm—
derger Polizei mit den Worten: „Jetzt bin ich des Bettelns
att, jetzt sperrt mich ein!“ Da er aber auf einem Vorgehen nicht
hetreten war, schickte man ihn fort. „Jetzt thue ich etwas, daß ihr
mich doch einsperren müßt,“ war seine Antwort. Und in der
That, er war keine 150 Schritte von der Polizei entfernt, als er
nittelst eines Steinwurfes das große Schaufenster eines Wurst⸗
abrikanten zertrüummerte und ganz ruhig stehen blieb, bis er in
yas ersehnte Asyl abgeführt wurde.

Ein gesunder Schlaf! In der Chevaurlegers-Ka—
erne zu Freising hatte eine Ratte einem schlafenden Sol—
aten ein Stück Fleisch ober dem Auge herausgefressen!

In Salzuflen bei Bielefeld ist die bekannte Hoff—
nann'sche Stärkefabrik abgebrannt. Der Schaden wird auf 2 Mill.
Mark angeschlagen. 1000 Arbeiter werden durch den Brand brodlos.

F In Glasgow (cngland) hat eine furchtbare Gasexplo—
ion hat hier stattgefunden, wodurch 5 Personen getödtet und viele
»erwundet wurden. Großer Schaden wurde an Gebäude und
Mobilien angerichtet.

* Aus New-York, 30. Dez. wird berichtet: In den
istlichen und südlichen Staaten hat ein heftiger Schneefall stattge—
unden, in Folge dessen die Eisenbahnzüge eingestellt sind. — Die
Volkszählung ist nahezu beendigt und giebt die Bevölkerung der
Hereinigten Staaten auf mehr als 51 Millionen Seelen an.

Fur die Redaction veraämwortsich: F.X. D cme r

— ZùÜ?teeW8—

Todes⸗Anzeige.

Heute Nacht 1 Uhr entschlief nach längerer Krank—
heit unser lieber Sohn, Bruder und Enkel, der Buchhalter
Nicolaus Feger

im Alter von 20 Jahren und 1 Monate.

Wir zeigen den Freunden des Verstorbenen und sei⸗
ner Familie diesen so bald nach dem Ableben des Va—
ters eingetretenen schmerzlichen Todesfall an mit dem Bei—
fügen, daß die Beerdigung am Freitag den 7. Januar
Nachmittags 212 Uhr stattfinden wird.

St. Ingbert, 5. Januar 1883.

Die trauernden Hin⸗bliebenen.

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vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48,000
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100,000, 5000,
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gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
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igsten Aenden Franmfhensen,
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Magenleiden, Nerven leiden
Leberbeschwerden, Blutar
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Da sich in dem
der Nr. 1J des „Anz.“
obeigelegten Wandkalender für
das Jahr 1881 durch ein un—
iebsames Versehen ein Fehler
eingeschlichen hat, so erhalten
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ten Tagen einen neuen Wand⸗
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich/ mit dem Hauptblaite verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierieljährlich

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1AMA 60 —, einschließlich 40 Zustellgebihhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschriet oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M SG.

Samstag, den 8. Januar
1881.

Bestellungen für das J. Quartal auf den

„St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem

Sonntagsblalt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten von
unsern Austrägern und in der Expedition entgegengenommen.

ihrem Geiste vorüberziehen lassen. Die Grundsätze, welche heute
die Entwicklung Deutschlands in andere Bahnen lenken möchten,
unterscheiden sich in ihrem Wesen nicht von jenen, denen die Krone
Preußens zum Segen Deutschlands wiederstand. Es frommt nicht,
diese Thatfache zu verdunkeln und zu verschleiern.“

Der Bundesrath wird, wie man hört, seine durch die
Festzeit unterbrochenen Plenarsitzungen am Montag, den 10. d.
Mis., wieder aufnehmen. — Die endgültige Bestimmung über die
Konstituirung und Einbringung des Volks wirthschaftsraths
für Preußen) steht in den nächsten Tagen zu erwarten.

Ausland.

In Frankreich ist die Agitation für die am nächsten
Sonntag vorzunehmenden Gemeinderathswahlen noch fortwährend
im Zunehmen. Namentlich hat in Paris der Wahlkampf eine
zroße Ausdehnung genommen.

Aus London wird gemeldet, daß es am 4. Jan. in New⸗
Brook bei Claremorris (Irland) zu einem blutigen Zusammenstoß
zwischen der Polizei und Volksmassen kam, welch letztere die Ge—
richtsbeamten verhindern wollten, die gegen viele Pächter erlassenen
gerichtlichen Ausweisungs-Verfügungen diesen zuzustellen. Zahlreiche
Verwundungen kamen vor, darunter vier tödtliche.

Die meisten englischen Journale sind zwar der Ansicht,
daß es ein Fehler war, das Transvaal-Land mit England zu
Zereinigen, troͤtzdem sind sie fast ebenso einstimmig gegen eine so⸗
ortige Abtretung des Landes an die aufständigen Boers.

In den Niederlanden wird lebhaft Propaganda zu Gun⸗
ten der Boers in Südafrika gemacht. So gibt Profefsor Harting
n Utrecht bekannt, daß eine Adresse zu Gunsten des Transvaal⸗
andes an das britische Volk gegen 5000 Unterschriften erhielt;
dieselbe wird gedruckt und soll in England, im europäischen Fest⸗
lande und in Amerika verbreitet werden.

Wie es heißt, erklärte der griechische Minister Kumunduros
auf den neuesten Schritt der Mächte zu Gunsten des Schiedsge⸗
richtes, Griechenland wünsche zuvor Aufklärung darüber, auf welcher
Basis das Schiedsgericht verhandeln solle und welche Garantieen
die Mächte für die sofortige Ausführung des Schiedsspruchs gäben. —
Auch verlautet, die Pforte habe den Botschaftern der Mächte er⸗
widert, sie werde die Schiedsgerichtsfrage abermals erwägen.

Deutsches Reich.

Aus München wird „FIr. Z.“ geschrieben: Die Ge—
richtseintheilung in Bayern stellt sich immer mehr als verfehlt
jeraus und es ist nicht unwahrscheinlich, daß schon der nächste
Zudgetlandtag auf Aenderung dringen wird. Als unzweifelhaft
darf angenommen werden, daß mindestens 4 Landgerichte zuviel
helassen dezw. geschaffen wurden, darunter Neuburg a D., dessen
Beschästigung eine sehr geringe ist, auch wenn man sie noch so
sehr aufzubauschen versucht. Auch mehrere kleine Amtsgerichte
hätten noch eingezogen werden können, wogegen die größeren viel⸗
fach mehr Arbeitskrüfte bedürfen, um ihre Geschäfte prompt erle—
digen zu können. Es wäre dies um so mehr am Platze, als nach
den neuen Gesetzen in den Amtsgerichten der Schwerpunkt der
Kechtspflege liegt.

Wie bereits mitgetheilt, wird der bayerische Laudtag
Mitiwoch den 19. d. M. zu der letzten Session der diesmaligen
Legislaturperiode zusammentreten. Nach Mittheilungen von par—
lamentarischer Seite wird die Frage über die gesetzliche Feststellung
der Wahlbezirke anläßlich der bevorstehenden Landtagsneuwahlen zu
den sonst vorhandenen einen Gegenstand der Berathung bilden.
Die Volkszählung des 1. Dezember 1880 kommt ebenfalls in Be—
tracht und wird auf die jetzt 156 betragende Zahl der zu wählen⸗
den Landtagsabgeordneten wohl nicht ohne Einfluß bleiben können
Die jetzige Kammer ist noch nach der Volkszählung des 1. Dezem⸗
zer 1871 gewählt und kann jene Basis also unmöglich beibehalten.
Die Feststellung der Abgeordnetensitze nach dem Volkszählungser—
zebniß des 1. Dezember 1878 aber also einer gesetzlich bereits
nicht mehr vorhandenen Ziffernbasis würde doch ebenfalls bedeutende
Bedenken haben. Hoffentlich werden die Volkszählungsarbeiten derart
beschleunigt, um noch auf die Landtagswahlen dieses Jahres Ein—
luß ausüben zu können.

Der Steuergesetz⸗ Ausschuß der bayerischen Abgeordneten⸗
kammer, der nach Neujahr wieder zusammentrat, kam in einer
seiner letzten Sitzungen auch auf die Frage, ob die Capital—
rentensteuer nicht an der Quelle der Rente, also insbesondere
vom Staat oder von den Actiengesellschaften bei Auszahlung der
Zinsen oder Dividenden-Coupons, erhoben werden könne und solle,
worauf Minister v. Riedel die Gründe erörterte, welche die Staats-
regierung bestimmt haben, diese Form der Steuer nicht vorzu⸗
schlagen: der Abzug der Kapitalrentensteuer von den Coupons würde
für ausländische Inhaber bayerischer Staats-Papiere als eine Kürz-
ung der vertragsmäßig zugesicherten Zinsen sich darstellen, daher bei
aeuen Anlehen den Cours der Papiere drüchen; außerdem würde
sowohl bei Staatspapieren als bei Actien durch den Abzug der
Steuer an den Zinsen und Dividenden-Coupons die Beiziehung
der bezüglichen Renten-Inhaber zu den Gemeinden- und sonstigen
Umlagen ausgeschlossen sein; Hopothekschuldner schließlich würden
die für die Gläubiger vorgeschossene Steuer thatsächlich selbst zu
ragen haben. Der mehrseilig erwartete Antrag auf Einführung
der Couponssteuer wurde nicht gestellt. — Die Art. 1. und 2 des
Capitalrentensteuer⸗Gesetzes wurden so, wie in der ersten Berathung,
nur mit unwesentlichen redactionellen Aenderungen angenommen, und
es tritt sonach die Steuerpflicht mit 193 Procent bei einer Rente
don 40 M. ein.

Die Berliner Offiziöse „Provinzial-Korrespondenz“ sagt am
Schlusse eines längeren Artikels über die zwanzigjährige Regierung
des Kaisers (als König von Preußen): „Der bewährteste Rath—
geber, welcher hauptsächlich ein wesentliches Verdienst um die Er⸗
solge dieser zwanzig Jahre hat, steht auch heute noch dem Kaiser
zur Seite wie in den Tagen der Voͤrbereitung. Sein Rath führte
Dentschland zu Siegen, Ehren und zur Vollendung. Daß seine
Wege heute, wie seine Gegner glauben machen wollen, eine ent⸗
jegengesetzte Richtung einschlagen könnten, ist eine Vorspiegelung,
Fache Auͤe erkennen müssen, die heute die letzten 20 Jabre an

Vermischtes.

Aus Zweibrücken wird der „Pf. Pr.“ geschrieben:
Unlängst traf beim hiesigen Bürgermeisteramte ein kaiserlicher Be—
cheid ein, worin verfugt wurde, daß aus dem kaiserl. Dispositions-
fonds des Reichsschatzamtes den fünf minderjährigen Kindern des
m Jahre 1879 dahier verstorbenen Dan. Pirrmann wmonatlich
75 M. — jedem 15 M. — ausbezahlt werden sollen und zwar
einem Jeden solange bis es das 15. Lebensjahr zurückgelegt hat.
Pirrmann hatte den 1870,7 Ler Feldzug mitgemacht; die Strapatzen
dieses Feldzuges sollen seine Gesundheit untergraben haben. Das
hiesige Bürgermeisteramt wandte sich um Unterstützung für die
Waisenkinder an das Ministerium in München, von wo aus jeden⸗
falls die Sache nach Berlin gesandt wurde.

4In der Gegend von Landau regen sich die Branntwein⸗
brenner, um bei der Abgeordnetenkammer um eine Abänderung
verschiedener Artikel des Branntweinsteuergesetzes, durch welche die
Braͤnntweinbrennerei besonders hart betroffen wird, zu petitioniren.

In Frankenthal wurde die Petition bezüglich Regu⸗
lirung der Häusersteuer von sämmtlichen Hausbesitzern unterzeichnet
und wird dieser Tage dem Abg. Dr. Groß von Lambsheim, wel⸗
cher deren Vertretung in der Kammer übernommen hat, übergeben
werden. Die Zahl der Unterschriften ist 525.

F Die Gesuche um Zulassung zu der im Frühjahr Statt
findenden Prüfung für den Einjährig-Freiwilligen—
dienst sind bis zum 1. Febr. bei der k. Prüfungskommission
in Speher einzureichenden Zulassungsgesuchen sind beizufügen: 1)
in Geburtszeugniß; 2) ein Einwilligungsattest des Vaters oder
Bormundes mit der Erklärung über die Bereitwilligkeit und Fähig—
eit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit
zu bekleiden, auszuürüsten und zu verpflegen; 3) ein Unbescholten⸗
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        heitszeugniß. In dem Gesuch ist anzugeben, in welchen zwei

fremden Sprachen der sich Meldende geprüuͤft sein will.

In Mannheim wird nächstens der bekannte dortige
Frauenarzt Dr. Mermann jun. eine Privatklinik für Frauenkram-
heiten eröffnen, eine Anstalt, die namentlich operatiden Zwecken
dienen soll und in die auch weniger bemittelte Frauen unentgelt—
jch aufgenommen werden. Durch diese Anstalt wird mancher
Franken aus unserer Pfalz die weitere Reise in eine Universitüis
stadt erspart.

f Von den 8,025,000 Einwohnern des Köoͤnigreichs Bayern
sind 8,600,000 oder 710 Proz. Katholiken, 2791 Proz. Pro⸗
testanten und 50,650 oder 1 Proz. Juͤden.

F Auf die in München im Jahre 1880 vorgekommenen
9338 Geburten kommen 2730 uneheliche, also über 29 Prozent.

FIn Stuttgart hat sich dieser Tage ein Polhyiechniker
zus Bamberg selbst entleibt. Er glaubte die Genehmigung seiner
Eltern zur Verlobung mit einem Nädchen nicht zu erhalien und
nahm fich deshalb das Leben. Kaum eine Stunde nach seinem
Tod traf die Einwilligung seines Vaters zur Verlobung ein. Das
Mädchen war eine frühere Kellnerin und vergiftete sich am Grab
des Geliebten.

FAuch ein Neujahrswunsch. Die „Bernkastler
Zeitung wünschte zum neuen Jahre „allen Weinproduzenten, sowie
Weinkonsumenten ein quantitativ reichliches und qualilativ vorzüg⸗
liches — schweres und feines — gehalireiches und geschmackvolles
—, mundfüllendes und blumiges — feuriges und rassiges —
kräftiges und gehöriges — geistreiches und hochedles — zu produ⸗
zierendes und bald verkonsumierendes — naturelles uͤnd ganz
finanzielles Weinprodukt. — Fiat!

F. Der „Koönigsb. Hart. Ztg.“ schreibt man von Elbing:
Am 18. Dez. wurde vor der hiesigen Strafkammer ein Hexenpro—
zeß verhandelt. Ein Schuhmacher Kottlewski aus Honigfelde be—
schuldigte eine Frau W., daß sie die Tochter des Arbeiters War—
kentin behert habe. Da alle Austreibung des Teufels nicht gelingen
wollte, so übernahm es Kottlewski, die Frau W. mit Gewalt zu
deranlassen, das Mädchen vom Teufel zu befreien. Am 1. Oki.,
Mittags, trat er mit der Anrede: „Gelobt sei Jesus Christ“ in
die Wohnung der vermeintlichen Hexe und verlangte die AÄustreib—
ung des Teufels. Da Frau W. erklärte, sie habe das Mädchen
nicht behext, erhielt sie mehrere Hiebe mit einem Knüttel über den
Kopf, so daß sie zu Boden sank. Kottlewski wurde wegen dieser
Teufelsgeschichte zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt.

7 Gewaltige Zunahme der Auswanderung. Im verflossenen
Jahre wurden von Hamburg nach transatiantischen Häfen im
Banzen 68,887 Auswanderer und Passagiere befördert, ene Zahl,
welche diejenige des Vorjahres um 44, 0823 Personen übersteigt.

FGas hat man in Berlin schon lange.) Die „Laterne“
hringt eine sehr ergötzliche Anekdote von dem Herzog von Aumale.
Der betreffende Artikel lautet: „Ist es wahr, daß der General
b. Aumale eines Tages dem Herrn Leon Renault im Gespräch
erzählte, wie kluge Vorsichtsmaßregeln sein Generalstab getroffen
hätte, um die Pläne der östlichen Festungen, die damals unter

seinem Befehle standen, vor Jedermann und vor den Prüssiens
insbesondere verborgen zu halten?“ — „Was gilt's“, erwiderte
ihm der Polizeipräfekt, „ich werde mir Ihre Pläne berschaffen,
wenn es mir gefällig ist. — „Und wie das?“ fragte der Ge—
neral. — „Ei, da fordere ich denn doch Ihre ganze Geschicklich—
teit heraus. — „Die Wette gilt!“ rief der Polizeipräfekt lächelnd,
„gönnen Sie mir nur acht Tage.“ Acht Tage nachher hatie der
Polizeipräfekt richtig die Kopie sämmtilicher Pläne von seinen
Agenten in Berlin erhalten und legte sie dem Herzog von Aumale
dor, der darüber ganz erstarrt war.

F.Barmherzige Sperlinge. Kürzlich bemerkte in
Berlin ein Naturfreund auf der Straße einen Spatz, der von
inigen seiner Kameraden „geätzt“ wurde, dessen feistes Aussehen
aber nicht dafür sprach, daß er vielleicht ein Nestspätling sein könnte.
Die Fütterung interessierte den Beobachter und er näherte sich der
leinen Gesellschaft. Sogleich nahmen die beschwingten „Straßen⸗
jungen“ Reißaus, nur der „gepappelte“ schmutzig aussehende Braun⸗
rock hüpfte unruhig hin und her und ließ sich dann leicht mit der
Hand greifen. Bei der mit ihm vorgenommenen Unkersuchung
zeigte es sich, daß seine beiden Augen von einer grauen Haut uͤber
zogen, er also blind war. Nach dieser Entdeckung ließ der wiß⸗
begierige Vogelsteller seinen Gefangenen wieder frei und sah nun
zus einiger Entferung, wie die übrigen Spatzen allmälig zu ihrem
hilflosen Stammverwandten zurücktehrten. Die unterbrochene Mahl—
zeit nahm ihren Fortgang, bis ein heranrollender Wagen die
Bürschchen abermals aufscheuchte. Jetzt nahmen sie indeß den
Almosenempfänger in ihre Mitte und flogen mit ihm auf das nächste
Hausdach.

Eine interessante Erbschaftsgeschichte erzählt die „K. Allg. Z.“:
Frau 3. auf Klingershof erhielt von der Behörde die Nach⸗
richt, daß ihr Sohn, welcher vor 13 Jahren von Königsberg aus—
jewandert und in die niederländisch-indische Armee eingetreten war.

u Padang auf Sumatra ohne sonstige Erben für seine Hinter⸗
assenschaft verstorben sei. Das Gerücht verbreitete sich mit wachsender
Ztärke über die Nachlaßschaft, erhob den Verstorbenen zum Gou—
»erneur von Sumatra und die Hinterlassenschaft auf zwei Tonnen
holdes. Alles buhlte um die Gunst der früher unbeachteten Frau:
»er Eine bot ihr ein feines Logis, der Andere ein Nußbaum—
Möblement, ein dritter bedeutende Darlehne an. Die Frau war
hrlich und verständig genug, diese Freundschaftsdienste von der
dand zu weisen und einfach fortzuleben wie bisher, bis sie die
erbschaft in Hünden hatte. Diese ist jetzt angelangt und besteht

m — 7 Mark 15 Pfg.

FKarl Schurz, der Befreier Gottfried Kinkel's aus der
Festung Spandau und derzeitige Minister des Innern in den Ver—
einigten Staaten, wird vielleicht demnächst den Gesandtschaftsposten
n Berlin erhalten. Da Fürst Bismarck Herrn Schurz, noch ehe
dieser Senator geworden war, mit größter Herzlichkeit bei sich in
Berlin empfing, so würde wohl der Aufnahme des Gesandten
Schurz auch in den höheren Kreisen Berlins nichts im Wege
tehen.

fDer „Ferngehirnschreiber“. In der Presse spukt seit

iniger Zeit eine Notiz über einen elektrischen Apparat, den Telen—
ephalographen, zu Deutsch Ferngehirnschreiber, der Einem zwar
nicht die Mühe des Denkens, wohl aber die des Niederschreibens
her Gedanken abnimmt. Es wird unsere Leser interessiren, Näheres
iber den Apparat zu erfahren, dessen Erfinder sich leider beschei—
ener Weise nicht genannt hat. Sieckt vielleicht Edison dahinier?
Ider Bell? Es thnt übrigens nichts zur Sache. Nachdem die Phy⸗
iologen unwiderleglich dargethan, daß der Gedanke nichts Anderes
ei, als das Resultat einer im Gehirn vor sich gehenden mecha⸗
uischen Arbeit, lag es nahe, diese Arbeit zur Erzeügung von elek⸗
rischen Strömen zu benutzen und einen Apparat zu bauen, der
ich zum Gedanken verhalte, wie der Telegraph, das Telephon und
Photophon zum Worte. Nach vielfachen Versuchen wurde für den
Apparat folgende Konstruktion festgestellt. Erst wird der Gelehrte,
Zolitiker, Dichter, dessen Gedanken der fernsten Nachwelt erhalten
leiben sollen, trepanirt. Daun praktisirt man ihn durch die ent
sandene Oeffnung, eine Art Telephon⸗Empfangsapparat, ins Ge—
irn hinein, das einer dünnen Kautschukplatte gleicht. Wie diese
Ilatte präparirt ist, das weiß der Erfinder allein. Es genüge zu
vissen, daß sie rosafarben ist und nach Knoblauch duftet. Diese
Ilatte stapelt nun die durch die Gedankenarbeit erzeugten Schwing⸗
ingen der Gehirnsubstanz auf und übermittelt sie elektrisch dem
ẽmpfangsapparat, der wie ein Phonograph aussieht. Wie es nun
ommt, daß letzterer Apparat die Gedanken in die Sprache des
Denkers übersetzt, daß er chinesisch erklingt, wenn der Gelehrte ein
Chinese, und czechisch, wenn er ein Czeche ist, das ist ein Geheim—
niß, welcher der Erfinder sich wohl hütet zu verrathen. Auch für
Parlamente erscheint der Telenkephalograph von der höchsten Be⸗
eutung. Der Redner braucht sich alsdann nicht mehr in den Saal
u bemühen; er sitzt gemüthlich im Schlafrock und Pantoffeln zu
dause und denkt sich seine wie üblich Niemanden überzeugende
dede, welche von den Stenographen dem Ferngehirnschreiber nach⸗
jeschrieben wird, falls man es nicht für einfacher hält, den Apparat
Jleich in die Druckerei zu verlegen. Der Vorsitzende hat dann
veiter nichts zu thun, als die Diskussion zu eröffnen und zu schließen,
ind die Voten telegraphisch einzuholen. Damit fände auch die
Frage des Reichstagsgebäudes ihre sofortige Erledigung. Das erste
este Zimmer in guter Stadtgegend genügt vollauf.

F. Tod durch Explosion einer Biertonne. Ein gräßlicher Un⸗
lückfall ereignete sich am Mittwoch Nachmittag in der Teufels-
rücker Brauerei in Altona. Ein Malergehülfe hatte den Auf—
rag erhalten, mehrere in der Brauerei befindliche große leere Fässer
on innen auszulackiren. Er hatte diese Arbeit fast vollendet und
im sich zu überzeugen, ob dieselbe gut gerathen, kroch er mit einer
„pritlampe in der Hand in das Faß hinein. Jedenfalls muß
»un die Spritflamme der noch nassen, explosionsfähigen Masse, mit
velcher daß Faß verpicht war, zu nahe gekommen sein, denn Letz⸗
eres explodierte plötzlich und als die Leute zu der Unglücksstelle
ineilten, fand man den Malergehülfen in seinem Blute schwimmend
odt vor. Dem Armen waren Kopf, Arme und Beine abgerissen.

Gescheidene Honorarforderung.) Vom Londoner
Zaus Rothschild soll an die Pester Musikkapelle von Racz Pal die
lufforderung ergangen sein, ob und zu welchen Honorar⸗ Beding⸗
ingen sie geneigt wäre, für sieben Tage nach London zu kommen
ind im Palais Rothschild zu spielen? Racz Pal erkläcte fich in
einem Antwortschreiben bereit, nach London zu gehen und verlangte
ür die erwähnte Zeit außer dem Ersatz der Reise und Verpflegs-
osten ein Honorar von vierzehntausend Gulden. Er motivirte diese
Forderung damit, daß ihm Baron Erlanger in Frankfurt für einen
cag 2000 fl. bezahlt habe.

Gin Konsul unter Marktweibern). Aus Ru stschuk
vird der „Wiener Presse“ vom 29. v. M. geschrieben: „Der
diesige französische Vice-Konsul, welcher am Dienstag und Freitag
eine Einkäufe auf dem Markt selbst zu besorgen pflegt, wurt,
        <pb n="17" />
        m 24. d. M. von einigen Baäuerinnen in Folge eines kleinen
nterschiedes beim Geldwechseln und seiner ehrenrührigen Aus—
drücke mit faulen Eiern beworfen. Der französische Vertrteter,
dessen Bart und Gesicht ganz gelb vom Eierdotler wurden, bog
mn eine kleine Seitenstraße ein und nur seiner großen Eile ist es
u verdanken, daß es nicht zu noch unliebsameren Szenen auf
ffenem Markte kam. Die Entrüstung hierüber ist eine sehr große
un Konsularkorps.“

Ein neues Diamanten-Eldorado ist im Westen von Kim—⸗
zerley (Südafrika) entdeckt worden. Diamanten wurden in dem
goden gefunden, auf welchem Häuser gebaut wurden.

fLaunen der Mode. Unter den Neuheiten, deren
Formen die heutige Mode vielfach dem Thierreich entlehnt, erregen
othe Krebse allgemeines Erstaunen. Vertreterinnen des gulen
geschmackes erklüren dies Zeichen sogar als ein ominöses. Auf
inem zierlichen Häubchen sahen wir, so schreibt ein Korrespondent
det Magdeburger Zeitung, kürzlich einen Kranz, der anstatt aus
glumen aus künstlich gearbeiteten hochrothen Krebsen bestand; auch
uf Damenkravatten saßen neuestens ganz naturgetreu gestickte —
gesottene Krebse.

Der annähernde Werth der während des Jahres 1880 zu
yrunde gegangenen Fahrzeuge aller Nationalitäten nebst deren
adungen betrug nicht weniger als Lstr. 68,827,000, davon Lstr.
17495,000 britisches Eigenthum. Die Gesammtanzahl der ge—⸗
neldeten Schiffbrüche betrug 1680, d. i. 8 weniger als im Jahre
879. 9183 Schiffe hatten britische Eigner, und 480 Schiffe
iller Flaggen gingen an den Küsten der britischen Inseln zu
ßrunde. Die registrirte Tragkraft überstieg 900,000 Tonnen,
inschließlich 160 Dampfern, deren Eigenthümer meistens im Ver.
konigreich ansässig sind. Es gingen ca. 4000 Menschenleben ver⸗
oren. Ungefähr 200 Fahrzeuge sanken in Folge von Collision.

Gemeinnuͤtziges.

Um das Einfrieren der Brunnen zu verhindern, wendet Georg
veiß nach den „Frauendorf. Bl.“ folgendes praktisch erprobte
erfahren an: Man umgebe den Brunnenstock mit einem dicht
dließenden Kasten, bohre oder stemme in den Brunnendeckel, inner⸗
salb des Kastens und des Brunnenstockes, vier oder fünf, ca. 5
Fentimeter große Oeffnungen, so wird die Erdwärme, welche sich
anten im tieferen Schachte ständig entwickelt, durch diese Oeffnungen
wischen Brunnenstock und oben erwähntem Brunnengehäuse gleich—
am wie in einem Schornsteine in die Höhe steigen und bei der
zchwengelöffnung herausströmen. Ein Brunnen, auf diese Art
ergerichtet, braucht weder eingebunden, noch angebohrt zu werden:
x⁊ wird nicht einfrieren. Innerhalb 6 Jahren hat Verfasser gegen

Geschäfts⸗Empfehlung.

Einem hiesigen und auswärtigen verehrl. Publikum beehre
nich ergebenst anzuzeigen, daß ich hier in dem Hause der Frau
hittwe Hager
Eine Conditorei
ectichtet habe.

Alle in dieses Fach einschlagenden Artikel, als:
ßaumkuchen, Torten, Gefrorenes, Kuchen, Berliner
ßfannkuchen und ff. Backwerke halte stets vorräthig. —
zestellungen werden pünktlich und prompt ausgeführt.

Hochachtungsvollst ergebenst
FE. Stegmann, Conditor.
Soeben erschien und ist zu gleichem Preis wie die
Bände des Hauptwerks durch alle Buchhandlungen zu bezie)en:
Das zweite Jahres-⸗Supplement
zu Meyers Konverlations-Lexiston.
Warnung vor fremden Druckerzeugnissen, welche
iich durch Entlehnung unfres Titels einzuschmuggeln suchen
und durch Nachahmung des Umschlags und Einbands auf
Täuschung berechnet sind.
Bibliographisches Institut in Leipzig.
⏑ —
Flachs-, Hanf-&amp; Abwerg-
*
Spinnerei U
dchornreuto in Ravensburg.

Wir verarbeiten Flachs, Hanf und Abuerꝗ ũ Garn und
ucher von bester Qualität z2u den billigsten Löhnen und Be-—
ngungen. Auch das Bleichen der Tücher wird bestens besorgt.

Die Robstoffe nehmen jederæeit in Pmpfang und ertheilen
mere Auskunft unsere Agenten:

in St. Ingbert, J. Früedrieh,

in Homburg, France Barom.

30 Brunnen nach dieser Angabe verwahren lassen und gefunden,
daß sich dieselben nach sehr niedriger Temperatur bewährlen. Es
darf nur unten in den Mantel keine kalte Luft eindringen und der
Deckel des Brunnens muß fest und dicht sein, damit die Wärme
nicht in's Freie entweichen kann.

Marsverichte.

Ewreibrucken, 6. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viklualienmare
Weizen 10 M. 73 Pf., Korn 09 M. 685 Pf., Gerste zweireihige O M. — 9
ierreihige — M. — Pf., Spelz 07 M. 61 Pf., Spelzkern — M. — If
Dinkel - M. — Pfe Wischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 06 pf.
ẽrbsen — R. — Pf., Widen 6 M. (3 Ppf., Kartoffein 2 M. — Pf,
deu 2 M. 88 Pf., Stroh 8 M. Os Pf., Weißbrod A/ Kilogr. 55 Pf
dornbrod 8 Kilogr. 69 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 84 Pf. paar Weck iöd
ßr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 ppf. Kalbfleisch 40 Pf.,
JAammelsleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter! / Kilogt. 1 M. 10 pf.
Bein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg⸗ 5. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
1 M. 30 Ppf. Korn 09 M. 47 Pf.Spelzkern — M. — Pf. Spelzo M.
. Pi, Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
8 M. 36 Pf., Mischfrucht O0 M. 55 Pf. Erbsen — M. — pPf., Wigen
M. — Pif., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Ppyf, Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — pf.
tin dfteijch 40 Pf., Kalbjsleisch 360 Pf. Hainmelfleisch — Pf. Schweinefleisch
80 Pf. Butter 1 Pfuns 1 M. 05 Pf. Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pf.

Kaiferslautern, 4. Jannar. (Fruchtmillelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 50 Pf., sorn 09 M. 95 Pf. Spelzkern 10 M. 75 Pf., Spelz
7 M. 84 Pf. Gerste 08 M. 75 Pf., Hafer 6 M. 59 Pf., Erbsen — M.
Pf. Wichen 6 M. 85 Pf., Linsen — M. — Pf., Kieesamen 47 M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg. Butter pro Pfund 1 M. 10 Pf. Eier 1 Studkh Os pf.
Zartoffeln pro Ze ntner 1 M. 60 Pf. Stroh 3 M. — Pf. Heus M. —
*f., Kleeheu 2 M. 16 Pf.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.
(Eingesandt.)

Nürnberg. Der ursprunglich auf den 80. Dezember festgesetzte Zieh⸗
angstag der hiesigen Liebfrauenkirch⸗Lotterie ist zwar auf 1. Februar 1881
vorläufig verlegt, doch ist nochmalige Verschiebung in Aussicht genommen.
xs ist kein Wunder, daß das spielende Publikum mehr und mehr lau wird,
achdem es mit fingirten Ziehungsdaten immerfort gefoppt wird. Der General⸗
Agent Rose sl hat wohl noch keine seiner früheren Lotterien so unklug ver⸗
schoben als gerade die hiesige, indem er dieselbe parallel laufen läßt mit der
Ludwigshafener kathol. Kirchenbau⸗Lotterie, welche bereits jeht schon, wie ich
uus Inseraten ersehe, den einmal festgesetzten Ziehungstag 28. Februar 1881
unwiderruflich“ sestsetzte und auch ficher einhalten wird, nachdem die
zeneral⸗-Agentur dieser Ludwigshafener Lotterie bekanntlich noch nie eine
ziehung ihrer seither durchgeführten Lotterien verschoben hai.

Wie kommt es nun, daß die beiden Kiffinger und auch genannte Lud⸗
vigshafener Lotterie mit je S00 000 Loosen zu 2 Mark ihren einmal fest⸗
jeseten Ziehungstag einhalten und warum ist es der hiesigen Liebfrauenkirch—
zotterie mit nur 200,000 Loosen heute noch nicht möglich, den bereits
oderschobenen Ziehungstag als „unwiderruflich“ zu bezeichnen?

—
Herzogl. Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original-Loosen und 48.000
Gewinnen.
450, 000, 12,000,
200,000, 0,000,
150,000, 3000,
100,000, 5000,
75,000, 3000,
090, 4000,
nn 3000,
0. 2000,
90, „1000,
—20, 000, « 500
„15,000,
Reichs⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 158. u . Junuar 1881
—MRWu—ã—ãAäA&amp; ο— — —
zu welcher ich Original-Loose
Ganzso Halbo Viortol Achtol
16 Mk. 8Mk. 4 Mt. 2 Mk.
gegen Einfendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
BauS,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
imn RBraunsechweig.
—
4

Druckarbeiten aller Art
verden rasch und billig angefertigt in der
F. X. Demetz'schen Buch⸗- und Steindruckerei.
        <pb n="18" />
        Verpachtung.
Dienstag den 11. Januar

1881 Nachmittags 8 Uhr zu

St. Ingbert bei Michael

Paul, läßt Bernhard Au⸗

gust, Handelsmann allda die

nachhin beschriebenen Liegen—
schafien in der Steuergemeinde

St. Ingbert auf 6 Jahre ver⸗

pachten nämlich:

1. Plan⸗Nr. 978, 27 a 60
qm Acker auf'm rothen Flur;

3. Plan⸗Nr. 29941/2, 45 4
90 qm Acker in der Lehm⸗
aut;

Plan⸗Nr. 3001 2, 18 4
i0 qm Acker auf Müh—
lenthal;

Plan⸗Nr. 3017, 22 a 50
Im Acker allda;
Plan⸗Nr. 3164, 22 a 50
qm Acker am Schafkopf;
ßlan⸗Nr. 3211, 114 90
Im Acer, rechts in den
Seyen;

Plan⸗Rr. 8218, 23 270
Im Acker allda:

3. Plan⸗Nr. 32182, 283 2
70 qm Acker allda;

9. Plan⸗Nr. 3269, 9 a 20
qm Acker allda;

10. Plan⸗Nr. 3270, 8 a 20
qm Acker allda;

11. Plan Nr. 3271, 15 a 80
qm Acker allda;

12. Plan Nr. 3328, 10 a 60
qm Acker auf'm Hahnacker;

18. Plan Nr. 3329, 14 4,170
qm Acker allda;

14. Plan Nr. 3330, 10 a 20
qm Acker allda;

15. Plan Nr. 3331, 8 a 90
qm Acker allda;

16. Plan Nr. 3332, 9 a 90

qm Acker allda;

17. Plan Nr. 3333, 9 a 20
qm Acker allda;

18. Plan Rr. 33332, 9 a

20 qm Acker allda;

19. Plan Nr. 371792, 4 4
10 qm Wiese in den Pot⸗
aischwiesen;

Plan Nr. 83718, 25 a 90
qm Wiese in den Potasch⸗
wiesen;
Plan Nr. 3719294, 41 4
80 qm Acker im Potasch⸗
wald;

Plan Nr. 38851968, 18 a
20 qm Acker auf Schiffel⸗
land;

Plan Nr. 443692, 40 a
20 qm Wiese im Allment;
Plan Nr. 4605, 30 470
Im Acker unterm Wohn⸗
bacherweiher;

—AR
qm Wiese allda;

26. Plan Nr. 4648, 10 4 60
qm Wiese am langen Stein;

27. Plan Nr. 4649, 10 a 90
qm Wiese allda.

St. Ingbert, 31. Dez. 1880.
Der Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer
K. Auffschneider.
Kinder-Zwieback,
von Aerzten begutachtet, empfiehlt

C. Stegmann,
Conditor.
Druck und Verlag von F. X. Demek in St. Ingbert.
— Sieren für unsere Po st-Abonnenten „Illustrirtes Sonntaasblatt⸗ Nr. 2.

wrt * Eeænedictiner
Wissenschaftlich geprüft u. bequtachtet. 8
Joppelkrüntermagenbitter
nach einem alten aus einem Se
nedictinerkloster stammenden Recep
abrizirt und nur en gros ver
sandt von

)J. PINGEBL in Goͤttingen

oin Hannover.)

Der Benedicktiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie belieb
eworden. Der Benedictine;
t aus den feinsten, auser—
esensten Kräutern zusammengejetzt

welche die Eigenschaften besitzen
wohlthätig und erwärmend au'
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner sind
die unzähligen Auerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermaun von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlun⸗
vergroßeru.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttinge
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.
Preis aà Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 Ppf.
3 660 6 Rrs pi.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En groe
Versandt durch die Fabril. Attest:

Seraphine Kaindl, Tuchmachersgattin in Dingolfinc
Bayern, berichtet: Ich fühle mich verpflichtet, Herrn C. Pingel in Göt
tingen öffenilichen Dank auszusprechen für die wohlthätige Wirkung sei
nes Benedictiner Doppelkräuter-Magenbitter. Der Gebrauch von nu
einer Flasche (bezogen aus dem hiesigen Depot des Herrn Anton Wirth
linderte sofort mein Kopfleiden mit Magenbeschwerden gegen das ich jei
5 Jahren die verschiedensten Mittel vergeblich anwendete; die 2. Flasch
befreite mich vollends von diesem Uebel. Mit gutem Gewissen kann ie
das Fabrikat des Herrn C, Pingel allen Leidenden bestens empfehlen

—EIXä
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelle
u. s. w.
Preis àA FI. ena. ISO Gr. Inh. IV.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mt.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel i
Bötlingen ist zu haben in St. Inabert bei Herrn J
Friedrich.
Berliner Nodenblatt
Einladung zum Abonnement. Vier Ausgaben. *
Dine Mark-Ausgabe — Neu? Pracht-Ausgab-
A i i
J * Ia/2 Ma rk· Aus gab e auf loinetam Dopier goarn

2 Sehnittmusterbogen Jährlich:

Breis vierteljasirlich a hrionh:

aur 1 Mark.

Py — —— 24 Arboitsnummern,
Nark ·Anzgabe 12 Zebnittmustorbogen,
4 α, 2 oolorirte Noderkupfer,
e, —
2 Sehnittmustorbogen. j3 i
2 fertig dee Papior hreis vriage

ter,

24 — 8 aur 1 Mark 50 p

24 Arbeitsnummoero,

24 Vnterhaltungsnummert

72 colorirte Modenxupfor,
runtor 12 in Querforw-
wit 6 Figuren.

4 color. Handarboitskupfe

24 Sehnittmusterbogen.

24 fertig zugeεαοitteno Pe
piermusteor.

Orois viertelj. 6
23.
Probenummoern bei allen Buchnandlungen. Abonnements ebendaselbst
wie bei allen Poætanstalten und gegen Einsendung des Betrages bei
Voerlacahandlung 140. Potsdamerstrasse Rerlin WV

hotels. Cafoͤss und Restaurationen.
ung

Probe⸗Nummern gratis und franco.
Abonnements-Preis vierteliährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.
        <pb n="19" />
        Sl. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich

174 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M6.

Sonntag, den 9. Januar

1881.

Deutsches Reich.

Aus München schreibt man dem „Nürnb. Korr.“! Dem
Vernehmen nach sollen die von Griechenland an die Erben des
Königs Ludwigs J. zu entrichtenden 2,600,000 Franks, welche
zur Errichtung eines Fideikommisses für die Descendenz des Prinzen
Adalbert bestimmt sind, bereits zur Zahlung angewiesen sein, und
es dürfte diese Summe demnächst in die Hände der Empfangs-
berechtigten kommen.

Frankfurt, 6. Januar. Fünfzehn theils in Darmstadt
und Mannheim verhafteten Sozialdemokraten, deren Namen bis
jetzt nicht bekannt wurden, sind alle zur Aburtheilung vor dem
Reichsgerichtshof nach Leipzig übergeführt worden.

Der Gouverneur der Festung Straßburg, Generallieut.
b. Schkopp, der Kommandant Generalmajor Bauer und der Poli—
zeidirektor v. Saldern sollen Gesuche um Enthebung von ihren
Stellen eingereicht haben, und zwar deßhalb, weil der Statthalter
das vom Gouverneur gegen die Straßburger Feuerwehr, die be—⸗
kanntlich gegen einen Truppentheil in betheiligender Weise aufge⸗
treten war, erlassene Verbot öffentlicher Umzüge aufgehoben habe.
Wenn wahr, sa gabe diese Nachricht allerhand zu denken.

Vermischtes.

F Wie die „Zw. Zig.“ schreibt ist unser neuer Bezirksamt⸗
mann, Hr. Dr. Emil v. Schlagintweit bereits vor einigen
Tagen in Zweibrücken eingetroffen; seine förmliche Einführung
in's Amt soll nächsten Montag Statt finden.

F Aus Saarbrücken, 7. Jan. berichtet die „Srbr. 3.“:
Gestern wurden nach Aushebung der nöthigen Rinne, von der Post
bis zur neuen Brücke und längs der Saar bis zur Hafeninsel, mit
der Legung von fünf unterirdischen Kabeln à 7 Drähten begonnen,
durch welche die seitherigen oberirdischen Leitungen der hiesigen
Telegraphenstation ersetzt werden sollen. Heute dürfte die An—
splissung der neuen Leitung an das Saarkabel und demnächst die
Beseitigung der alten oberirdischen Leitungen erfolgen.

F Aus Pechelbronn (Elsaß) wird berichtet, daß man
dort beim Bohren nach Petroleum in einer Tiefe von 175 Meter
auf eine außerordentlich reiche Erdölschicht gestoßen ist.

F Wie aus London geschrieben wird, ist der Dampfer
„Montgomeryshire“, der vor wenigen Tggen von dort seine erste
Reise nach China antrat, an der spanischen Küste zu Grunde ge—
gpgen Die aus etwa 50 Personen bestehende Mannschaft iss
ertrunken.

Drisbehörde dahin zu wirken, daß dieselben polizeilich ausgewiesen
werden. 83.

Der andere Theil der Vereinskasse — bei reger Betheiligung
hoffentlich der Haupttheil derselben — dient, nach Abzug der ge⸗
ringen Vexwaltuͤngskosten, zur Unterstützung der Dürftigen in hie⸗
siger Stadtgemeinde. 84

Behufs Aufklärung über Unterstützungsbedürfniß bestimmt
Ausschuß aus der Reihe der Vereinsmitglieder 12 Vertrauensmänner,
möglichst gleichmäßig entfernt in den verschiedenen Stadttheilen
wohnend. Dieser Commission liegt es ab, unter den Einwohnern
in Bezug auf Hilfsbedürftigkeit beständig und mit Vermeidung
des Aufsehens Umschau zu halten und nach bestem Gewissen als⸗
dann über den Befund empfehlende Vorschläge an die Unterstütz-
ungsbeörde gelangen zu lasen. ß

Da der doppelte Zweck des Vereins desto besser erreicht wird,
je einiger und allgemeiner die Einwohnerschaft mitwirkt, so soll
der Ausschuß sich an die bestehende Polizei- und Armenpflege⸗
Behörden wenden und nach Verständigung — Einvernehmen
mit diesen die Grundsätze feststellen, welche die Art und Weise der
Ausführung dieser Statuten bestimmen sollen, damit sie möglichst
hren Endzweck erreichen. Das Ergebniß legt der Ausschuß als
Reglement dem Verein vor, welcher demselben durch Abstimmung
tatutarische Kraft verleihen wind

6. *

Jedes Mitglied verpflichtet sich zu einem jährlichen Beitrage
»on mindestens 2 Mark, welche halbjährlich gegen Quittung des
Rechners im voraus erhoben werden. In der Ueberzeugung, daß
der Verein sowohl für die Gerechtigkeit als auch für die Sittlich—
keit von hebender Wirkung sein wird, steht zu erwarten, daß auch
bedeutend höhere Beträge gezeichnet werden.

Als Beitrag wolle sich Jeder diejenige Summe einsetzen, die
er früher jährlich an die Veiler bezahlt hat

7.

Durch Einzeichnung des Namens und des Beitrags in die
Zahlungsliste wird die Mitgliedschaft erlangt, womit das Stimm⸗
recht in der Generalversammlung verbunden ist.

Jedes Mitglied des Vereins empfängt gegen Entrichtung von
30 Pf. ein Blechschild mit der Aufschrift ,Verein gegen Bettelei,“
welches beim Hauseingange zur Abwehr der Betitler anzuheften
n beim Ausscheiden aus dem Verein an diesen gratis zurückzu—
geben ist.

Für die Redaction verantwortlich: F. X Demenk.
Statuten
des Vereins gegen Bettelei für die Stadt
St. Ingbert.

Die Unterzeichneten bilden eine Gesellschaft unter dem Namen
„Verein gegen Bettelei“.

Zweck des Vereins ist:

a. Verdrängung des Haus- und Straßenbettels;
b. Unterstützung der wirklich Hilfsbedürftigen, sowohl der Rei⸗—
senden als auch besonders der Einheimischen.

Dieser doppelte Zweck wird angestrebt auf Grundlage fol—⸗
gender Satzungen:

81.

Die Mitglieder verpflichten sich, die Haus- und Straßen⸗

bettler ohne alle Unterstützung abzuweisen.
82.

Fremde Handwerksgehilfen, welche hier Arbeit suchen und
die vom Ausschuß näher zu bezeichnenden Legitimationspapiere be—
fitzen, erhalten aus der Vereinskasse eine Unterstützung, deren Höhe
im Verhältniß zur Unterstützung in Nachbarvereinen vom Aus—
schusse reglementarisch festgestellt wird. Für Bestimmung einer
Legitimationsstelle sorgt der Ausschuß. Was die übrigen, na—⸗
mentlich die Handwerksburschen beirifft, welche die Bettelei gewerbs⸗
mäßig betreiben, so wird der Ausschuß stets bemüht sein bei der

88.

Die Geschäfte des Vereins besorgt ein Ausschuß von 9 Mit⸗
gliedern, die aus ihrer Mitte den Vorsitzenden und dessen Stell⸗
dertreter, den Rechner, den ersten und zweiten Schriftführer wählen
und bei Anwesenheit von fünfen beschlußfähig sind.

Die vorstehend veröffentlichten wichtigeren Bestimmungen der
Statuten des dahier neu gegründeten Vereines gegen Bettelei,
werden zur Aufklärung folgende, im Ausschusse des Vereines be—
prochene Bemerkungen beigefügt:

Der Verein will den Bettel verdrängen, und die wirk⸗
lich Hilfsbedürftigen unterstützen. Diese beiden Zwecke des
Vereins sind unzertrennlich mit einander verbunden. Die Ver—
drängung der Bettelei soll ermöglicht werden dadurch, daß den
wvirklich Hilfsbedürftigen Unterstützung gereicht wird, ohne daß sie
hetteln; und die Unierstützung soll den thatsächlich in Noth befind—
lichen Personen in solcher Weise zufließen, daß die Ursache des
Bettels beseitigt ist.

Die Betielei unnöthig zu machen ist eine Pflicht der Barm—
jerzigkeit und Nächstenliebe; dieselbe unmöglich zu machen erweist
sich immer mehr als eine öffentliche und sittliche Nothwendigkeit
wegen der Schäden und Gefahren, welche mit dem Bettel ver⸗
hunden sind.

Unter Bettelei ist zu verstehen: das gewohnheits und ge⸗
werbsmäßige Fordern von Gaben an Geld, Nahrungsmitteln, Be⸗
leidungsgegenständen u. s. w. Wenn es nun das Ziel des Vereins
st. allen Bettel in hiesiger Stadt allmählig zu beseitigen, so will
        <pb n="20" />
        er doch keineswegs die Unterstützung abschaffen, welche einzelnen
Armen in vielen Familien zu Theil wird. Denn wenn in Linem
Hause etwa an bestimmten Tagen Geldgaben oder Speisen u. s. w.
an bestimmte Arme, Kranke, Gebrechliche oder an alie Personen
⸗erabreicht werden und die Empfänger dieser Wohlthaten das ihnen
Bestimmte abholen oder in Empfang nehmen, so gehören sie nicht
zu den eigentlichen Bettlern, sondern sie sind gleichfam die festen
Kunden der Wohlthätigkeit eines Haufes, und wer dem Vereine
gegen Bettelei beitritt ist nicht verpflichtet, derartige Unterstützungen
einzustellen. Dagegen müssen diejenigen Bettler, welche gewohn⸗
heitss und gewerbsmäßig von eingesammelten Almosen sich er⸗
nähren, fo bald als möglich von den Vereinsmitgliedern (nach 81
der Statuten) abgewiesen werden.

Die Moͤglichkeit alle Bettler mit gutem Gewissen abzuweisen
ist gegeben, sobald der Verein im Stande ist, alle wirklich Hilfs—
bedürftigen so weit zu unterstützen, daß sie als entsprechend ver⸗
sorgt angesehen werden können.

Je nachdem die Cassenverhältnisse des Vereins sich gestalten
kann dessen Thätigkeit weiter ausgedehnt werden, oder muß sich die⸗
selbe mehr beschrünken. In letzterem Falle werden zunächst die
bettelnden Handwerksbursche ins Auge gefaßt werden (gemäß 83
der Statuten). Gewiß wird Jedermann dami einverstanden sein,
Zaß dahin gewirkt wird, die Landplage der fechtenden arbeitsfähigen
aber oft arbeitsscheuen Bursche und Männer von den Häusern und
der Stadt ferne zu halten. Die Einleitungen hiezu sind bereits
zetroffen. Sobald der Verein gegen Bettelei einige Mittel besitzt

soll den Stromern und Vagabunden die Betlelei dahicr unmöalich

jemacht werden, und die dem Bedürfnisse entsprechende Unterstütz⸗
ing der arbeitsuchenden Handwerksbursche beginnen.

Gestattet die Einnahme des Vereins eine weitergehende Thä⸗
igkeit, (nach 8 3 und 4 der Statuten) so soll den bettelnden
tindern und sonstigen Armen nach Kräften Hilfe gewährt werden,
vodurch der wirklichen Noth gesteuert und die Veranlassung zum
Bettel gehoben wird. Der Verein, gegen Bettelei hofft, in Ge⸗
neinschaft mit der stüdtischen Armenpflege nach und nach allen
virklich Hilfsbedürftigen so weit unter die Arme greifen zu können,
aß Niemand unter den hiesigen Einwohnern mehr durch die Noth
in fremde Thüren getrieben wird.

Es ist anzunehmen, daß das Ziel des Vereins und der vom
dringendsten Bedürfnisse ausgehende, in vorsichtiger Weiterentwickel⸗
ing geplante Weg zum Ziele keinen Widerspruch finden wird.
Die Bettelei kann ja von Niemand in Schutz genommen werden.

Es kommt nun vor Allem darauf an daß die Zahl der

Vereinsmitglieder und die Ziffer der Beiträge sich auf eine Höhe
stellt, welche eine kräftige und ausreichende Unterstützung der durch⸗
reisenden und einheimischen Hilfsbedürftigen möglich macht. Wenn
virklich so viel als Beitrag für den Verein gezeichnet wird, wie
zisher als Almosen an Betller gereicht wurde, G6 der Statuten
am Schlusse) so wird der Verein die Aufgabe, die er sich gestellt
zat, voll erkeichen können: er kann die Bewohner St. Ingberts
von der Bettlerplage befreien, und den wirklich Hilfsbedürftigen
ausreichende Unterstützung bewilligen.

Reichliche Saat bringt reichliche Ernte ; Tkärgliche Saat bringt
kärgliche Ernte.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 27.
Januar 1881, Nachmittags 2
Uhr, I Ingbert, in
der Wirthschaft von Michael *
Paul werden durch den unier⸗ nenendnhe qge.
— E — on Tausende geheilt, Es beruht au
Ingbert, im Wege der vertrags⸗ hneller Vernarbun d. Tuberkeln u.
mäßigen Wiederversteigerung ge⸗ adneh —— —
gen Peter Heusser, Wirth rauch meines Mitlels vollständig be⸗
daselbst, die nachbezeichneten Lie— mingt eeed dee
5 — ik. r Fa rnt.
genschaften in der Steuerge— —— ————
neinde St. Ingbert, öffentlich Ich defitze Anerkennung von Sr.
zu Eigenthum versteigert: iee Sue F rd umn
Sr. g apst. on der
Plan⸗Nr. 8897 und 3898, e — —— — — —* deut⸗
31 à 1 qm Acker links in e e
ö achtet u. ufe inganz Deutsch⸗
ieerh 1881. ge 88 er Inan
e— bdortwährend frisch mit Gebrauchsan⸗
K. Auffschneidery veisung in billigster Packung d. Herrn
Amtsverweser. Jean Vetoers in St. Inabert.
7 1234
Demüthlichteit.

— 8tiftungstest ——
musikalische und theatralische Unterhaltung
im Jung'schen Saale:

u. a.
Der Singemeister und die Meistersänger.
Nomische Scene für Solostimme und 4stimmigen Männerchor mit
Klavierbegleitun; von Richurd Gense.
Hiesige Nichtmitqlieder haben keinen Zutritt.
F

nr echt, weun die beigedruckte
—A
auetten steht.

Bei Durchsicht des IT1Tustrirten
Buches: „Vr. Airy's Seilmethode⸗
werden sogar Schwertranke die
Ueberzengung gewinnen, daß auch
e, wenn nur die richtigen Mittel
ur, Anwendung gelangen, noch

rilung erwarten dürfen Es sollte
aher jeder Leidende, selbst wenn dei
hm bislang alle Medicin erfoinglos
ewesen, sich vertrauensvoll dieser
ewũbrten Heilmethode zuwenden
ind nicht säumen, obiges Werk an—
zuschaffen. Ein Auszug“ daraus
vird gratißz ud frances verfand

F.
ADhd,
Ata
Malz⸗Extract und Carameuen
von L. HI. Pietach &amp; Co.
Breslau.“
Husten und Heiserkeit.
Gefertigter fühlt fich aus Dankbar—
eit bewogen, im allgemeinen Interesse,
zu bestätigen, daß die Präpartate der
Herren L. K. Pietsch &amp; Co. in Bres-
au bei ihm gegen Husten und Heiser⸗
keit mit bestem Erfolge angewendet
vorden sind.
Triest, den 28. März 1880.
A. Bichler.
Bezirks⸗Schul⸗ Inspector.
*Zu haben in St. Ingbert bei
J. Friedrich.
à Flasche A61, 1.75, 2.50.
à Beutel 30 und 50 pf.

, Oem welr⸗ 7
verbreiteten Buche xll Gilht
nden Gicht⸗ und Rheumatismus⸗
deidende die bewährtesten Mittel
gegen ihre oft sehr schmerzhaften
Leiden angegeben, — Seilmittel,
welche selbst bei veralteten Jaslen
noch die ersehnte Geilung brachten.
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Druck und Verlag von F. X. Deme?7 in St. Ingbert.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich' mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter BVei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonne mentspreis betragt vierieljahrlich
1AJ 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 4, von Auswart
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren NRaum, Reclamen mit 830 H pro Zeile berechnet.
AMsG.

Sonntag, den 9. Januar

—n
1sl.
Deutsches Reich.

Aus München schreibt man dem „Nürnb. Korr.“. Dem
Vernehmen nach sollen die von Griechenland an die Erben des
Königs Ludwigs J. zu entrichtenden 2600, 000 Franks, welche
zur Errichtung eines Fideikommisses für die Descendenz des Prinzen
Adalbert bestimmt sind, bereits zur Zahlung angewiesen sein, und
s dürfte diese Summe demnächst in die Hände der Empfangs—
zerechtigten kommen.

Frankfurt, 6. Januar. Fünfzehn theils in Darmstadt
und Mannheim verhafteten Sozialdemokraten, deren Namen bis
jetzt nicht bekannt wurden, sind alle zur Aburtheilung vor dem
Reichsgerichtshof nach Leipzig übergeführt worden.

Der Gouverneur der Festung Straßburg, Generallieuf
). Schkopp, der Kommandant Generalmajor Bauer und der Poli⸗
zeidirektor v. Saldern sollen Gesuche um Enthebung von ihren
Stellen eingereicht haben, und zwar deßhalb, weil der Statthalter
das vom Gouverneur gegen die Straßburger Feuerwehr, die be—
sanntlich gegen einen Truppentheil in betheiligender Weise aufge⸗
treten war. erlassene Verbot öffentlicher Umzüge aufgehoben habe.
Wenn wahr, sa gabe diese Nachricht allerhand zu denken.

Vermischtes.

F Wie die „Zw. Ztg.“ schreibt ist unser neuer Bezirksamt⸗
mann, Hr. Dr. Emil v. Schlaägintwei!t bereits dot einigen
Tagen in Zweibrücken eingetroffen; seine förmliche Einführung
mn's Amt soll nächsten Montag Statt finden.

F Aus Saarbrücken, 7. Jan. berichtet die „Srbr. Z.“:
Gestern wurden nach Aushebung der nöthigen Rinne, von der Pofl
zis zur neuen Brücke und längs der Saar bis zur Hafeninsel, mi
der Legung von fünf unterirdischen Kabeln à7 Drähten begonnen,
durch welche die seitherigen böerirdischen Leitungen der hiesigen
Telegraphenstation ersetzt werden sollen. Heute dürfte die An—
plissung der neuen Leitung an das Saarkobel und demnächst die
Beseitigung der alten oberirdischen Leitungen erfolgen.

F Aus Pechelbronn (Elsaß) wird berichtet, daß man
dort beim Bohren nach Petroleum in einer Tiefe von 175 Meter
auf eine außerordentlich reiche Erdölschicht gestoßen ist.

x Wie aus London geschrieben wird „ ist der Dampfer
„Montgomeryshire“, der vor wenigen Tggen von dort seine erste
Reise nach China antrat, an der panischen Küste zu Grunde ge—
gangen. Die aus etwa 50 Personen bestehende Mannschaft ist
ertrunken.

Ortsbehoͤrde dahin zu wirken, daß dieselben polizeilich ausgewiesen
werden. 83.

Der andere Theil der Vereinskasse — bei reger Betheiligung
hoffentlich der Haupttheil derselben — dient, nach Abzug der ge⸗
tingen Verwaltungskosten, zur Unterstützung der Vürftigen in hie⸗
siger Stadtgemeinde.
84.

Behufs Aufklärung über Unterstützungsbedürfniß bestimmt der
Ausschuß aus der Reihe der Vereinsmitglieder 12 Vertrauensmanner,
möglichst gleichmäßig entfernt in den verschiedenen Stadttheilen
wohnend. Dieser Commission liegt es ab, unter den Einwohnern
in Bezug auf Hilfsbedürftigkeit beständig und mit Vermeidung
des Aufsehens Umschau zu halten und nach bestem Gewissen als
dann über den Befund empfehlende Vorschläge an die Unterstütz⸗
ungsbeörde gelangen zu lasene

Da der doppelte Zweck des Vereins desto besser erreicht wird,
e einiger und allgemeiner die Einwohnerschaft mitwirkt, so soll
der Ausschuß ssich an die bestehende Polizei⸗ und Armenpflege⸗
Behörden wenden und nach Verständigung und im Einvernehmen
mit diesen die Grundsätze feststelien, welche die Art und Weise der
Ausführung dieser Statuten bestimmen sollen, damit sie möglichst
hren Endzweck erreichen. Das Ergebniß legt der Ausschuß als
Reglement dem Verein vor, welcher demselben durch Abstimmung
tatutarische Kraft verleihen din

6.

Jedes Mitglied verpflichter sich zu einem jährlichen Beitrage
don mindestens 2 Mark, welche halbjährlich gegen Quittung des
Rechners im voraus erhoben werden. In der Ueberzeugung, daß
der Verein sowohl für die Gerechtigkeit als auch für die Sittlich⸗
keit von hebender Wirkung sein wird, steht zu erwarten, daß auch
bedeutend höhere Beträge gezeichnet werden.

Als Beitrag wolle sich Jeber diejenige Summe einsetzen, die
er früher jährlich an die dciy hezahit bat

Durch Einzeichnung des Ramens und des Beitrags in die
Zahlungsliste wird die Mitgliedschaft ẽrlangt, womit das Sitimm-
cecht in der Generalversammlung verbunden ist.

Jedes Mitglied des Vereins empfängt gegen Entrichtung von
30 Pf. ein Blechschild mit der Aufschrift“, Verein gegen Betlelei,“
welches beim Hauseingange zur Abwehr der Betliler anzuheften
und beim Ausscheiden aus dem Verein an diesen gratis zurückzu⸗
geben ist.

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demen.
Statuten
des Vereins gegen Bettelei für die Stadt
St. Ingbert.
Die Unterzeichneten bilden eine Gesellschaft unter dem Namen
„Verein gegen Bettelei“.
Zwech des Vereins ist:
3. Verdrängung des Haus- und Straßenbettels;
d. Unterstühung der wirklich Hilfsbedürftigen, sowohl der Rei—
senden als auch besonders der Einheimischen.
Dieser doppelte Zweck wird angestrebt auf Grundlage fol⸗
gender Satzungen:
8SI.
Die Mitglieder verpflichten sich, die Haus- und Straßen
bettler ohne aule Unterstützung abzuweisen.
8 2.
Fremde Handwerksgehilfen, welche hier Arbeit suchen und
RNe vom Ausschuß näher zu bezeichnenden Legitimationspapiere be—
fitzen, erhalten aus der Vereinskasse eine Unterstützung, deren Höhe
m Verhäaͤltniß zur Unterstützung in Nachbarvereinen vom Aus⸗
chusse reglemeniarisch festgestellt wird. Für Bestimmung einer
Legitimationsstelle sorgt der Ausschuß. Was die übrigen, na—
mentlich die Handwerksburschen betrifft, welche die Bettelei gewerbs⸗
mäßig betreiben, so wird der Ausschuß stets bemüht sein bei der

88.

Die Geschäfte des Vereins besorgt ein Ausschuß von 9 Mit—
zliedern, die aus ihrer Milte den Vorsitzenden und dessen Stell⸗
vertreter, den Rechner, den ersten und zweiten Schriftführer wählen
und bei Anwesenheit von fünfen beschlußfähig sind.

Die vorstehend veroͤffentlichten wichtigeren Bestimmungen der
Statuten des dahier neu gegründeten Vereines gegen Betielei,
werden zur Aufklärung folgende, im Ausschusse des Vereines be—
prochene Bemerkungen beigefügt:

Der Verein will den Beitel verdrängen, und die wirk—
lich Hilfsbedürftigen unterstützen. Diese beiden Zwecke des
Vereins sind unzertrennlich mit einander verbunden Die Ver⸗
drängung der Bettelei soll ermöglicht werden dadurch, daß den
virklich Hilfsbedürftigen Unterstützung gereicht wird, ohne daß sie
betteln; und die Unterstützung soll den thatsächlich in Noth befind⸗
lichen Personen in solcher Weise zufließen, daß die Ursache des
Bettels beseitigt ist.

Die Beitelei unnöthig zu machen ist eine Pflicht der Barm⸗
herzigkeit und Nächstenliebe; dieselbe unmöglich zu machen erweist
sich immer mehr als eine öffentliche und sitlliche Nothwendigkeit
vegen der Schäden und Gefahren, welche min dem Beitel ver
bunden sind.

Unter Bettelei ist zu verstehen: das gewohnheits⸗ und ge⸗
verbsmäßige Fordern von Gaben an Geld, Nahrungsmitteln, Be—
leidungsgegenständen u. s. w. Wenn es nun das Ziel des Vereins
st, allen Bettel in hiesiger Stadt allmählig zu befeitigen, so wils
        <pb n="22" />
        er doch keineswegs die Unterstützung abschaffen, welche einzelnen
Armen in vielen Familien zu Theil wird. Denn wenn in einem
Hause etwa an bestimmten Tagen Geldgaben oder Speisen u. s. w.
an bestimmte Arme, Kranke, Gebrechliche oder an alte Personen
verabreicht werden und die Empfänger dieser Wohlthaten das ihnen
Bestimmie abholen oder in Empfang nehmen, so gehören sie nicht
zu den eigentlichen Bettlern, sondern sie sind gleichsam die festen
Kunden der Wohlthätigkeit eines Hauses, und wer dem Vereine
gegen Bettelei beitritt ist nicht verpflichtet, derartige Unterstützungen
inzustellen. Dagegen müssen diejenigen Bettler, welche gewohn⸗
jeiis⸗ und gewerbsmäßig von eingesammelten Almosen sich er—
nähren, so bald als möglich von den Vereinsmitgliedern (nach 81
der: Statuten) abgewiesen werden.

Die⸗Noͤglichkeit alle Bettler mit gutem Gewissen abzuweisen
ist gegeben, sobald der Verein im Stande ist, alle wirklich Hilfs-
hedůrftigen so weit zu unterstützen, daß sie als entsprechend ver—
orgt angesehen werden können.

Je nachdem die Cassenverhältnisse des Vereins sich gestalten
lkann dessen Thätigkeit weiter ausgedehnt werden, oder muß sich die⸗
selbe mehr beschränken. In letzterem Falle werden zunächst die
bettelnden Handwerksbursche ins Auge gefaßt werden (gemäß 82
der Statuten). Gewiß wird Jedermann damit einverstanden sein,
daß dahin gewirkt wird, die Landplage der fechtenden arbeitsfähigen
aber oft arbeitsscheuen Bursche und Männer von den Häusern und
der Stadt ferne zu halten. Die Einleitungen hiezu sind bereits
getroffen. Sobald der Verein gegen Bettelei einige Mittel besitzt
oll den Stromern und Vagabunden die Bettelei dahier unmöglich

zemacht werden, und die dem Bedürfnisse entsprechende Unterstütz
ing der arbeitsuchenden Handwerksbursche beginnen.

Gestattet die Einnahme des Vereins eine weitergehende Thä—
igkeit, (nach 88 und 4 der Statuten) so soll den bettelnden
zindern und sonstigen Armen nach Kräften Hilfe gewährt werden,
vodurch der wirklichen Noth gesteuert und die Veranlassung zum
gettel gehoben wird. Der Verein, gegen Bettelei hofft, in Ge—
neinschaft mit der städtischen Armenpflege nach und nach allen
virklich Hilfsbedürftigen so weit unter die Arme greifen zu können,
aß Niemand unter den hiesigen Einwohnern mehr durch die Noth
in fremde Thüren getrieben wird.

Es ist anzunehmen, daß das Ziel des Vereins und der vom
ringendsten Bedürfnisse ausgehende, in vorsichtiger Weiterentwickel⸗
ing geplante Weg zum Ziele keinen Widerspruch finden wird.
die Bettelei kann ja von Niemand in Schutz genommen werden.

Es kommt nun vor Allem darauf an, daß die Zahl der
Bereinsmitglieder und die Ziffer der Beiträge sich auf eine Höhe
tellt, welche eine kräftige und ausreichende Unterstützung der durch—
eisenden und einheimischen Hilfsbedürftigen möglich macht. Wenn
virklich so viel als Beitrag für den Verein gezeichnet wird, wie
isher als Almosen an Bettler gereicht wurde, (gJ 6 der Statuten
im Schlusse) so wird der Verein die Aufgabe, die er sich gestellt
jat, voll erreichen können: er kann die Bewohner St. Ingberts
jon der Bettlerplage befreien, und den wirklich Hilfsbedürftigen
ausreichende Unterstützung bewilligen. —

Reichliche Saat bringt reichliche Ernte ; Ffkärgliche Saat bringt
kärgliche Ernte.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 27.
Januar 1881, Nachmittags 2
Uhr, zu Id Inabert in
der Wirthschaft von ichael
haul werhen durch den uner. LungensHwindsunt geeitt
zeichneten Amtsverweser des kgl. rattheiten unb Lungens hwindfucht
Roiar Franz Sauer in St. hon Taufende geheilt Es beruht auf
Ingbert im Wege der vertrags⸗ eng anerne uern
— annd aetee anß e
gen Peter Heusser, Wirth rauch meines Nittels vollständig be⸗
haselbst, die nachbezeichneten Lie— dn eeee
e ——7
J esitze Anerkennung von Sr.
zu Eigenthum versteigert: ——— en
⸗ 2. I o
Plan⸗Nr. 3807 und 3898, —5— eeee de des deut⸗
31 a 1 qm Acker links in e
öÿ tet u. aufe inganzDeutsch-
— 8383328 an. 1881 qe an — —D— ——
**3 5* Fortwährend frisch mit Gebrauchsan ⸗
K. Auffschneider deifung in dilligster Vactung b. Herrn
Amtsverweser. Jean Peters in St. Ingbert.
* 1454
GemũthlichFoeit.
— 8tift ungsfest —
musikalische und theatralische Unterhaltung
im Jung'schen Saale:
u. a.
Der Singemeister und die WMWeistersänger.
omische Scene für Solostimme und 4stimmigen Männerchor mit
Klavierbegleitung von Richard Genée.
Hiesige Nichtmitalieder haben keinen Zutritt.
—B —
AUnwiderruflich
Leudwigashafener gewinggehung am 28. Februar

tur echt, wenn die beigedruckte
Schutzmarke auf den Eti⸗
auetten steht.

Bei Durchsicht des il Iustrirten
Buches: PVr. Airy's Heilmethode
werben sogar Schwertranke die
Ueberzeugung gewinnen, daß much
e, wenn nur die richtigen Mittel
zur Anwendung gengen noch
Zeilung erwarten dürfen, Es follte
haher jeder Leidende, selbst wenn bei
hm bislang alle Mediein erfolglos
ewesen sich vertrauensvoll dieser

ewãhrten Geilmethode zuwenden
ind nicht säumen, obiges Werk an⸗
uschaffen. Ein Auszug“ daraus

α ννο verfondt

j
—
— Idn
Malz⸗Extract und Carameüen
von L. HU. Pietseh Co-
Breslau.*
Husten und Heiserkeit.
Gefertigter fühlt fich aus Dankbar⸗
eit bewogen, im allgemeinen Interesse
zu bestätigen, daß die Präparate der
derren L. L Pietsoh &amp; Co. in Bres⸗
au bei ihm gegen Husten und Heiser⸗
keit mit bestem Erfolge angewendet
worden sind.
·Triest, den 28. März 1880.
A. Richler.
Bezirks⸗Schul⸗Inspector.
2Zu haben in St. Ingbert bei
J. Friedrich.
à Flasche 46 1, 1.75, 2.50.
à Beutel 30 und 50 Pf.

Di dem weit⸗1 imf
verbreiteten Buche 59 XR Gilht
inden Gicht⸗ und, Rheumatismus⸗
deidende die bewährtesten Mittel
jegen ihre oft sehr schmerzhaften
deiden angegeben, — Heilmittel,
welche selbst, bei veralteten Füllen
noch die eriehnte Heilung brachten.
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Sämmtliche 11930 Gewinne, also die 50 höchsten Treffer
ibgerechnet, werden ohne den 10090 Steuerabzug, über—
Jaupt ohne jeglichen Abzug baar ausbezahlt.
!! Bei keiner anderen Lotterie gleich günstig!!!
Loose zu 2 Mark versendet solange Vorrath:
In St. Ingbert bei: J. Friedrich. J. Woll,
BRuchhandlag, Joh. Weirich, Friseur.
4—
8 345 für gewöhnl. Frachtsendung à 1Pf.
Frachtbriefe per Stück, Eilgutsendung auf roth
Tävier à 2 Pf. ver St., sind zu haben bei F. X. Demetz.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

sage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, NReclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
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Dienstag, den 1. Snuar
I881.
Deutsches NReich.

Aus München wird dem „N. Corr.“ geschrieben: Wenn
auch der Malzaufschlag trotz des hohen Budgetansatzes hinter diesem
aicht zurückblieb und die Bahnen ein größeres Erträgniß im Jahr
1880 liefern als im Vorjahre, so soll doch die Finanzgebahrung
des Jahres 1880 gegenüber dem Budgetansatz ein Deficit von ein
vaar Millionen (wir hören von etwa 5 Mill.) ausweisen.

Der Steuergesetzausschuß der bayerischen Abg.Kammer
jat den Abg. Frhru. v. Stauffenberg zum Referenten über
den Capitalrentensteuer- Gesetzentwurf für die zweite Berathung
d. h. im Plenum der Abgeordneten⸗Kammer) ernannt und trat
gestern (Montag) in die ersie Lesung des Gewerbesteuertarifes.

Für den Fall, daß in dem in Äussicht stehenden Gesetzentwurf
»ezüglich der Abänderung einiger Bestimmungen des bayerischen
Landtagswahlgesehzes die Aufhebung der Erfatzmänner—
Wahlen nicht vorgeschlagen werden sollte — es verlauiei hierüber
aämlich zur Zeit nichts Bestimmtes —, wird sicherem Vernehmen
nach die Beseitigung der Ersatzmänner-Wahlen in der Kammer
»ezw. schon im Ausschuß derselben beantragt werden, und man
zlaubt annehmen zu dürfen, daß ein solcher Autrag keinen sonder⸗
lichen Widerspruch finden wird. Weniger Uebereinstimmung aber
dürfte bezüglich der Frage herrschen, ob die im Laufe der sechs
ährigen Wahlperiode erforderlich werdenden Neuwahlen von Abge⸗

ordneten durch die bei der Hauptwahl gewählten nnd noch vor⸗
jandenen Wahlmänner erfolgen soll oder ob einer jeden solchen
Neuwahl auch jedesmal eine neue Wahl der Wahlmaͤnner vorher
u gehen habe.

Das bayerische Landtags-Wahlgesetz soll nun doch den
nächstens zusammentretenden Landtag beschäftigen. Es verlautet
nämlich bestimmt, daß von Seite des Ministeriums des Innern eine
Rovelle vorgelegt wird, wodurch das Institut der Ersatzmänner
abgeschafft wird und der Artikel 11, welcher von der Wahlkreis⸗
eintheilung handelt, eine genauere Fassung erhält.

Fürst Bismarckeist am 8. ds. M. aus Friedrichsruhe in
Berlin angekommen.

Der preußische Volkswirthschafisrath wird auf 20. Jan.
»inberufen, die Verhandlungen werden unter Ausschluß der Oeffent⸗
ichkeit stattfinden. — Nach einer Berliner Meldung der „Temps“
jat der deuische Kaiser beim Neujahrempfang der Botschafter ge⸗
iußert, es waͤre bedauerlich, wenn Griechenland sich in einen Krieg
türzen würde, bei dem es von Niemanden Beisiand fände, wo es
lichts zu hoffen und Alles zu fürchten hätte.

Die Gegner des Tabak monopols hätten nach der „Tri⸗
»üne“ einen mächtigen Bundesgenossen in der Person Kaiser Wil⸗
jelm's. Derselbe soll sich kürzlich dahin ausgesprochen haben, daß
r, nachdem man ihm erst vor wenigen Jahren, bei der Aufhe⸗
zung des Salzmonopols, in der klarsten Weise die Verwerflichkeit
aller Monopole bewiesen habe, jetzt wohl schwerlich von der Vor⸗
refflichkeit des Tabakmonopols zu überzeugen sein werde. Da—
nals habe man es für nothwendig erklärt, mit dem letzten Rest
»es Monopolwesens zu brechen, weshalb also heute wieder die da—
nals aufgegebene Bahn betreten?

da auf diese Weise von der gerecht gesinnten englischen Regierung
eine Bessernng eher erlangt werden koͤnne.

Die griechische Bevölkerung der Insel Kreta soll die um—
assendsten Vorkehrungen treffen, um das türkische Joch abzuschütteln.
Man erwartet nur eine passende Gelegenheit, sich zu erheben und
»en Anschluß an das Konigreich Griechenland zu proklamiren. Die
Iufregung soll eine sehr große sein. Die Pforte schenkt übrigens
en Vorgängen auf der Insel die größte Aufmerksaikeit und hat
erst jüngst wieder ein Panzerschiff mit Kriegsmaterial dorthin ab⸗
jesendet.
Bermischtes.

8 St. Ingbert, 10. Jan. Wie uns mitgetheilt wird,
jat der Gewerbeverein beschlossen, gegen Ende Januar und Mitte
Februar je einen Vortrag von zwei namhaften, resp. berühmten
olksthümlichen Gelehrten zu veranlassen und diese Vorträge, die
in einem größeren hiesigen Lokale abzuhalten sind, auf dem Sub⸗
criptionswege auch Nichtimitgliedern zugüngig zu machen.

Die Vortragenden sind, im Januar Hr. Dr. Wislicenus
zus Wiesbaden („Ueber Entstehnng der Gewerbe“, oder etwa,
„Wie die Menschen bauen lernten“). Im Februar soll dann Hr.
ßrofessor Robert v. Schlaginweit aus Gießen über seine im
origen Frühjahr und Sommer im amerikanischen Westen gemachten
Forschungsreisen Vortrag halten.

Die Ausführung des Unternehmens wird von dem Erfolge
er Subscpription abhängig bleiben, da der Verein ohne pekuniäre
Sicherstellung von seinem Vorhaben abstehen müßte.

* St. Ingbert. Das schöne helle Frostwetter lockte am
Sonntag viele Schlittschuhläufer, Kinder und Erwachsene, auf die
n der Nähe unserer Stadt befindlichen Weiher. Fast wäre aber
zabei ein Unglück zu beklagen gewesen! Zwei Knaben stürzten
nämlich auf der „Tränke“ an eisfreien Siellen in das Wasser
Blücklicherweise war jedesmal Hilfe sofort in der Nähe, und ka—
nen die beiden mit dem Schrecken und einem kalten Bade davon.
Der eine von ihnen, ein Lateinschüler, wurde von dem Techniker
und Reserveoffizier Hrn. A. U. gerettet, während der andere, ein
Volksschüler, von seinen Kameraden aus dem Wasser gezogen wurde.

*— Am Sonntag Nachmittag fand in Oberhausers
Saal eine Generalversammlung der städtischen Feuer—
vehr statt. Etwa die Hälfte der Betheiligten mochte erschienen
ein. Nachdem Herr Bürgermeister Custer die Versammlung
röffnet hatte, wurde die für das Bezirksamt Zweibrücken festge—
tellte Feuerlöschordnung, welche vom Stadtrathe auch für unsere

Stadt angenommen wurde, bekannt gegeben.

*- Ernannt wurde als kgl. Oberforster dahier der bisherige
igl. Oberförster Hrr Graf in Horb'acherhof.

F. Den pfälzischen Lehrern ist ein schönes Christkindchen
bescheert worden. Dieselben haben nämlich von Neujahr 1881 ab
der „Pf. Z.“ zufolge für Quittungsstempel je 2 Mark 40 Pfg.
dro Jahr mehr zu bezahlen, was für 1200 Lehrer nahezu 3000
Mark ausmacht.

— Nach der „Zw. Ztg.“ fand gestern (Montag) in Zwei⸗
hrücken auf dem k. Bezirksamte die sog. Erxtradinon, d. h. die
lebergabe des Amtes an dessen neuen Vorstand, Hr. Dr. Emil
Schlagintweit, Statt. Nächsten Mittwoch wird derselbe im
xruchthallsaale den HH. Beamten in Zweibrücken, sowie den HH.
Zürgermeistern ꝛc. des Bezirks vorgestellt.

. In Pir masens starb der Schuhfabdrikant Peter Kaiser,
der „Vater der dortigen Schuhfabrikation“. Mit dem Schuhkorbe
nuf, dem Rücken und selbst Schuhe in den Nachbarländern ver—
'aufend, das war der Anfang zu seinem Geschäfte, das jetzt als
das bedeutendste in Pirmasens zählt. Der Verstorbene war 67,
Jahre alt und Besitzer der goldenen Verdienstmedaille.

F Wie man aus den verschiedenen Neujahrsberichten ersieht
aimmt die Sitte des Neujahrsschießens in den Städten allmählich
ab; desto schlimmer geht es aber in den Dörfern zu. So find
z. B. in einem Dorf des Pirmasenser Bezirks, nach der
Pf. Vz.“, nicht weniger denn 27 Schießprügel von der Gen—
armerie confiscirt worden.

— Innerhalb fünf Jahren brannte es am 5. Januar zum

Ausland.
Die amtliche, Wiener Zeitung“ meldet: In Folge des Wunsches
»er belgischen Majestäten ist die Vermählung des Kronprinzen Ru⸗
olph auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Unter den am Sonntag in Paris gewählten Municipalräthen
efinden sich 44 Republikaner, 6 Intrasigenien, 8 Konservative;
ↄ sind 22 Stichwahlen vorzunehmen. Außer den ausscheidenden
wurden 3 neue Konservative gewählt. Von den Amnestirten
»der Kommunards wurde keiner gewählt.

Im Ministerrath sagte der Finanzminister Magnin, daß die
inanzielle Lage Frankreichs sehr guͤnstig sei: der Steuer⸗Ertrag
ür 1880 zeige ein Mehr von nahezu 170 Millionen über die
boranschläge.

Der Papst hat an den Erzbischof von Dublin ein Schreiben
classen, in welchem er die Irländer ermahnt, in der Bewegung
Ar Besserung der Lage strenge die gesetzlichen Schranken einzuhalten
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        fünften Male in der Brauerei von Ludwig Bischoff in Miesau.
Scheuer und Stall sowie ein Theil der Brauerei wurde vom Feuer
zerstört.

Der elwa 50jährige Kohlenbergwerksbesitzer P. S. in
Hüffler (bei Kusel) hat sich am Samstag Morgen in seinem
Stalle erhängt. Zerruͤttete Vermögensverhältnisse mögen wohl die
Ursache des Selbstmordes gewesen sein.

F In Kaiserslautern scheint das Project, den zwei
doxtigen Bahnhöfen einen dritten, einen Westbahnhof, hinzuzufügen,
bei einem Theil der Bürgerschaft böses Blut zu machen. Ein Ar—
tikel der „Kaisersl. Z.“ wirft dem Stadtrath ungerechtfertigte Ge—
heimthuerei vor und meint, der neue Bahnhof werde nicht wegen
der zumächst liegenden Stadttheile, auch nicht wegen der Lauterlhal⸗
bahn, sondern nur wegen der Kammgarnspinnerei gebaut, und da
wären die 100,000 M., welche dem Vernehmen nach die Stadt
zur Erbauung des neuen Bahnhofes zuschießen solle, doch ein etwas
starker Brocken; zudem sei Kaiserslautern noch lange nicht so groß,
daß es drei Bahnhöfe brauche. Abgesehen von den übrigen Er—
wagungen, ist letztere Bemerkung jedenfalls unbestreitbar richtig.

FIn Dürkheim genehmigte die Gemeindeversammlung
einstimmig den Badverpachtungs-Vertrag mit Féral.
fNeustadt, Das Schwein, welches wegen seiner An⸗
hänglichkeit an seinen Herrn so viel von sich reden machte, ist den
Weg aller Schweine gegangen und wurde dieser Tage geschlachtet.
Die Wehmuth des Besitzers über den Hingang seines Lieblings soll
— 0
betr. Würsten zu genießen.

7 In Mainz kam es dieser Tage in einem Brauhaus
zwischen einem dortigen Einwohner — der sich wegen eines riesigen
Appetits bereits einen stadtkundigen Namen erworben hat — und
anderen Tischgenossen zu einer Wette, wobei Jener nicht weniger
berzehrte als: ein Rippchen mit Brod, 32 Bratwürste ebenfalls mit

p
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J

5
Todes⸗Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern in⸗
nigst geliebten Gatten, Vater, Großvater, Bruder, Schwie⸗
gervater und Onkel

*
Georg Weiland, Zeqenschmied.
58 Jahr alt, heute Morgen um 6 Uhr nach längerem
Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen.
Rohrbach, 10. Januar 1881.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Mittwoch Morgen zuum 9 Uhr
in Rohrbach statt.

Cantonal⸗Hilfsverein St. Ingbert
(zugleich Organ der Kaiser⸗Wilhelm-Stiftung).
Zur statutenmäßigen ordentlichen Generalversammlung pro
1881 werden die Vereinsmitglieder auf Mittwoch den 12.
If. Mts. Nachmittags 4 Uhr in den Stadthaussaal hiermit
ergebenst eingeladen.
St. Ingbert, 8. Januar 1881..
Der Vorsitzende des Ausschusses
Heinr. Krämer.
Geschäfts⸗Empfehlung.

Einem hiesigen und auswärtigen verehrl. Publikum beehre
mich ergebenst anzuzeigen, daß ich hier in dem Hause der Frau
Witime Kager

Eine Conditorei
rxrichtet habe.

Alle in dieses Fach einschlagenden Artikel, als:
Baumkuchen, Torten, Gefrorenes, Kuchen, Berliner
Pfannkuchen und ff. Backwerke halte stets vorräthig. —
Bestellungen werden pünktlich und prompt ausgeführt.

Hochachtungsvollst ergebenst
C. Stegmann, Conditor.
ð
en «alter Urt
werden 7
—

ird Pestag angefertigt in der
Semetz'schen Buch⸗ und Steindruckerei.
OO.

—

grod und dann zum Schluß ein großes Stück Käse. Zum Scher,
chlug ein Gast vor, zu messen, welche Länge wohl die 32 Brat.
vürste haben würden, wenn dieselben eine Kette bildeten. Es stellte
ich heraus, daß die Länge 3 Meter 27 Centimeter beträgt.
7 In München hat die Krämerswittwe Arnold dem Kinder—
Asyl die namhafte Schenkung von 80,000 Mark vermacht.

München hat, nach Prüfüng der zusammengestellten Listen
229,867 Einwohner.

In München ist der Reichsrath Professor v. Pözl ge⸗
torben.

Tod infolge eines Fichtennadelstiches. Ein Stations-Assistent
n Bohwinkel verletzte sich am Heiligen Abend am Weihnachts—
‚aum, indem ihm zwischen Daumen und Zeigefinger eine Fichten⸗
zadel in das Fleisch gerieth. Die Folgen dieser anscheinend ge⸗
ingfügigen Verletzung waren traurigster Art. Der Arm schwoll
inter großen Schmerzen des Patienten an, und die ärztliche Kunst
vermochte nicht, das Schlimmste abzuwenden. Trotz aller Bemüh—
ungen der Aerzte ist nämlich der Unglückliche im Krankenhause,
vohin man ihn alsbald geschafft hatte, seinen Leiden erlegen.

4 Der britische Dampfer „Hareldes“ stieß anf der Reise von
Palermo nach London mit dem spanischen „Leon“ zusammen.
Beide sanken. 9 Engländer und 14 Spanier sind in Lissabon ge—
landet. Das Schicksal der Uebrigen ist unbekannt.

Jur die Redaction verantwortlich: F. X. Denmer—

St. Ingbert. Eingesandt.) Freunden der Musik diene
sur Notiz, daß unser Mitbürger Herr Cafetier Seiter, vulgo
„Reichsboßler“, dieser Tage aus Bratleboro in Nordamerika eine
Est eyOrgel mit 11 Registern bezog und in feinem Lokale auf—⸗
gestellt hat. Der herrliche und sympatische Ton dieses fremdlän—
dischen Instrumentes fesselt außerordentlich und seines Lobes ist nicht
nur der musikalische, Reichsboßler“ voll, sondern auch alle, die das
neue Werk von ihm in seiner meisterhaften Weise spielen hörten.

Kinder-Zwieback,
von Aerzten begutachtet, empfiehlt
C. Stegmann,
Conditor.
Warnung
Ich ersuche hiermit Jeder—
mann, meinem Sohne Jakob
auf meinen Namen weder etwas
zu borgen noch zu leihen indem
ich keine Zahlung für denselben
leiste.
Hassel im Januar 1881.
MWoet⸗r Baumgarten,
Bahnwärter.
— — —
4
Herzogl. Braunschweigische
Landes Lotterie,
vom Stuaate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48,000
Gewinnen.
lHaupttreffer evy. 450,000, Haupttreffer à 12,000,
* 300,000, 0,000,
50.000, 8000,
30,000, 3000,
*600, 3000.
00, 000,
O, 90.
1 2000,
0, 0000,
3,000, ⸗ 500.
5,000,
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. und Id. Januar I861,
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganze Halbe Viertol Achtol
16 Mk. 8Mk. 4 Mk. 2Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
»silĩus,
ner der Braunschw. Landes-Lotterie
i ααι—.

Sitreig u. allein echte Fiinerac.“
ustensaramels üud Rauao-bes
Naria Zennov. Donat, Faris, 1671.
hurch Kaiserl. Verordnung v. 4. Jan.
in ganzen dentschen Beicde auch für
icht· Abotbeker zum ireien Verkaufe ge⸗
tarnet. Von Sr. Matestaäͤt dem Kaifer
on dentschtland besigt Maris Venno
on Sonat allein drei ruhmreiche An—
rlennungen und von Sr. Seiligkeit
em Darst Segen spendende Auerkenn⸗
ing, Drdens Verleihung und Diplom.
die Karamels sind die Acherste Hülfe
zei selbit shon veraltetein Husten⸗
daseeu. Rruftseiden. Zn billiglter
saung Arefler zise fortwährend
risch ein in Kartons und Flaschen bei
Jean Peters in St.
Ingbert.

Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A äAO B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 —, einschließlich 420 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Ms8.

Donnerstag, den 13. Januar
1881.

—

Deutsches Reich.

Das Umsichgreifen der christlich-sozialen und antisemitischen
Bewegung in Berlin hat die Leiter der Forischrittspartei mit
einigen Besorgnissen wegen der bevorstehenden Reichstagswahlen er—⸗
üllt, und es ist der Beschluß gefaßt worden, dieser Bewegung
zurch ähnliche große Volksversammlungen enigegenzutreten.

Schutzzölle von allen Seiten! Kaum sind die schutzzöll⸗
ierischen Maßnahmen seitens der russischen Regierung getroffen
o wird eben ein Erlaß des österreichischen Handelsministers
zekannt, welcher sich an die Verwaltung der österreichischen Bah—
nen und an anderweitige Institute wendet, um sich von dieser
Seite hert Vorschläge zur Abhilfe gegen die Zunahme des Mehl—⸗
Imvbortes aus Deutschland zu erholen.

Ausland.

Eine Wiederannäherung Oesterreichs an Rußland soll
chatsächlich und zwar mit Wissen Bismarcks und nicht ohne For⸗
derung Seitens des deutschen Hofes stattgefunden haben. In Wien
zetrachtet man das Dreikaiserbündniß als wiederhergestellt und hält
sogar eine Zusammenkunft der drei Monarchen für möglich. Sehr
erfreulich, wenn es wahr ist.

Dem Ausschußbericht über das Budget der französischen
Abgeordneten⸗Kammer entnehmen wir folgende Ziffern: Jeder Ab⸗
jeordnete erhält an Diäten den Betrag von 900 Fres., was für
ämmiliche Abgeordnete die Summe von 4,797, 000 Fres. ergibt.
der Kammerpräsident bezieht einen Jahresgehalt von 72,000 Fres.;
zierzu kommt jedoch noch eine ganze Reihe von Auslagen für die
Präsidentschaft, durch die sjch die eben erwähnte Summe auf 222,000
Fr. jährlich erhöht. Die Gesammtdotation der Deputirtenkammer
und ihres Präsidenten beläuft sich auf die Summe von 7,107,000
Frcs. Rechnet man dazu die Kosten des Senates, so erreichen die
Ausgaben für den gesetzgebenden Körper die Höhe von 10,820,000
Frcs. (Eine billige Republik!)

Aus London wird gemeldet, daß in Folge von Gerüchten
über von Feniern beabsichtigte Angriffe weitgehende Vorsichtsmaß—
regeln auf den Staatswerften in Portsmouth und der Citadelle
von Chester getroffen wurden.

Der „St. James Gaz.“ zufolge ist es Samstag Abend ver⸗
sucht worden, die Gebäude des Zentral-ZolleAmtes in London
in Brand zu stecken. Das Feuer wurde noch so zeitig entdeckt,
daß die Ausbreitung desselben verhindert werden konnte. Schaden
ist nicht angerichte worden.

Das mächtige englische Reich kracht in allen Fugen; in
Irland werden großartige militärische Vorbereitungen gegen einen
ꝛtwaigen Aufstand der Fenier getroffen, in Süd-Afrika befinden

sich die Boers im hellen Aufstande und jetzt kommt auch noch aus
Indien die Nachricht von einer im November vorigen Jahres do⸗
selbst entdeckten Verschwörung. Der „Times“ wird darüber aus
Bombay telegraphirt: Es ist eine Verschwörung unter den Hindus
und Muselmanen von Kolapoor entdeckt worden, welche die Rieder—
metzelung der Europäer während der Anwesenheit derselben in der
Kirche am 7. Nov. und die Plünderung der Stadt bezweckte.
3000 Personen waren am Komplott betheiligt und 27 wurden verhaftet.

Die „Polit. Korresp.“ meldet aus Konstantinopel: Der
Sultan hat das Decret über die Verbindung des österreichisch—
ungarischen mit dem türkischen Bahnnetz unterzeichnet.

In der orientalischen Krisis ist unverkennbar ein ge⸗
mäßigteres Tempo zu bemerken. Die Pforte beginnt ihr herkomm⸗
liches Hinziehungsspiel bei der griechischen Grenzfrage, nachdem sie
es in der montenegrinischen Angelegenheit das ganze vergangene
Jahr hindurch fortbetrieben hat. Der endliche Ausgang jener An⸗
gelegenheit könnte sie eigentlich zur abermaligen Anwendung der
bezeichneten Taktik nicht ermuthigen. Griechenland hat im letzten
Augenblick die Einberufung seiner Reserven und Nationalgarden
aufgegeben, äußerlich auf das Betreiben Frankreichs, welches seine
Rolle als befreundeter Vermittler für beendigt erklärte, wenn jene
Maßregel nicht widerrufen würde. Der entscheidende Faktor für
jene griechische Nachgiebigkeit aber ist offenbar die Neujahrsäußer—
cung des deutschen Kaisers mit ihrer sehr unzweideutigen an die
hellenische Adresse gerichteten Warnung gewesen.

Vom südamerikanischen Kriegsschauplatze wird die Ein—
nahme Lima's, der Hauptstadt von Peru, durch die chilenischen
Streitkräfte gemeldet. Eine amtliche Bestätigung dieser Nachricht
ist jedoch noch nicht eingetroffen.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 183. Jan. Wie wir hören, hat der
Ausschuß des Vereins gegen Bettelei in seiner letzten Sitzung be⸗
chlossen, in den nächsten Tagen die Listen zum Einzeichnen der
Beiträge bei der Bürgerschaft zirkuliren zu lassen.

*St. Ingbert, 12. Jan. Am Montag wurde ein
Mann von Ormesheim, der einen Sack auf dem Rücken
trug, von einem Gensdarm von Brebach, der ihn schon früher ähn⸗
lich beladen vorbeigehen sah und ihm nun verdächtig vorkam, an⸗
gerufen, worauf jener seinen Ballast — ein frischgeschossener Reh⸗
bock — abwarf um zu entfliehen. Er wurde eingeholi und gelang
zs mit vieler Mühe und Beihilfe den sich verzweifelt Wehrenden
estzunehmen und nach Saarbrücken einzuliefern, wo er gleich hinter
Schloß und Riegel gesetzt wurde.

F, Am 10. Januar verunglüdte in der preußischen Grube
„König“ bei Neunkirchen der verheirathete 56 Jahre alte
Bergmann Khein von Mittelbexrbach, indem er von einem
Jerabfallenden Kohlenstücke erschlagen wurde. Derselbe hinterläßt
eine Wittwe mit mehreren Kindern, von denen erst der älteste Sohn
versorgt istt.

FNeunkirchen. Am hiesigen Werksthor befindet sich
'olgender Anschlag: „Mit Bezugnahme auf die früher erlassene
Publikation machen wir darauf aufinerksam, daß folgende Wirthe
in Neunkirchen das „Tageblatt“ auf's neue halien? (Folgen 11
samen.) Auf das Besuchen genannter Wirthschaften seitens An⸗
Jehöriger erfolgt somit fofortige Kündigung. Neunkirchen, 10.
Januar 1881. Gebr. Stumm.

. F. In Alzey ist eine Frau verhaftet worden, weil sie an⸗
geblich ihren Mann vergiften wollte; sie soll demselben in den
Kaffee vergifteten Weizen gethan haben.

.In Oggersherm ist zum Vergnügen der Konsumenten
ein mit allem Nachdrucke geführter Konkurrenzstreit zwischen den
dortigen Metzgern entstanden. Als nämlich ein Metzger den Preis
um einige Pfennig billiger als seine Kollegen stellte, gingen diese
weiter in der Preisherabsetzung, und so kann man jetzt in Oggers⸗
heim gutes Fleisch um 80, 32 und 35 Pf. haben.

Es wird der „Pf. Volksz.“ mitgetheilt, daß eine Gesell⸗
schaft Frankfurter Industrieller in nächster Zeit eine Fabrik zur
Gewinnung und Weiterberarbeitung der Destillationsprodukte des
Holzes — und zwar in Weidenthal an der Ludwigsbahn —
errichten wird. Behufs vortheilhafter Beschaffung des nöthigen Roh⸗
materials haben die Frankfurter Herren sich mit einer Holz und
Holzkohlenhandlung an der Alsenzdahn in's Einvernehmen gesetzt.
Das Terrain für das Etablissement ist bereits angekauft.

F Gegen die in Neustadt a. H. am 12. September 1880
als Ausschußmitglieder der deutschen demokratischen Volkspartei ge⸗—

vählten Herren ist, dem „Frankth. Tgbl.“ zufolge, Klage und Vor—
adung vor das kgl. Amtsgericht in Neustadt erfolgt wegen Unter⸗
lassung der Anzeige und Vorlage der Satzungen be Bildung eines
potitischen Vereins bei der Distriktspolizeibehörde.

F Aus Landau, 7. Jan. schreibt man dem „Südpf. W.“:
In dem Mittagszuge von Annweiler kommend, befand sich ein
Soldat des 2. Feld-Art.-Reg., welcher desertirt und in Pirmasens
zei seinen Eltern aufgegriffen worden war. Derselbe sollte hierher
ransportirt werden. Als der Zug in die Nähe des Westbahnhofes
kam, gelang es ihm, das Fenster zu öffnen, und ehe sich der trans⸗
portirende Unteroffizier versah, halte er sich schon hinausgestürzt.

f Aus Otterstadt berichtet die „Sp. Ztg.“: Zwei Brüder,
15 und 17 Jahre alt, schliffen am 9. ds. Me. fröhlich über die
verführerisch glänzende Eisdecke des hiesigen Altwassers dahin, als
der Vorderste stürzte, mit dem Körper ein Loch in das Eis schlug
und sofort im Wasser verschwand. Unter dem, dem Versunkenen
zu Hilfe eilenden Bruder löste sich ebenfalls die einmal gebrochene
Decke, so daß auch dieser im Wasser versank. Die später don
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        Fischern mit Netzen aufgefischten Leichen hielten fich fest umschlungen,
ein ergreifendes Bild brüderlicher Liebe.

FIn Speyer hat dieser Tage eine Gans das Zeitliche
gesegnet, die der „Sp. Ztg.“ zufolge das respektable Alter von 85
Jahren erreichte und noch im vorigen Jahre ihre Obliegenheit des
Fierausbrütens sich mit aller Energie unterzog.

In Forb ach wurde am Samstag vom Schöffengericht
eine Weingroßhändlerin aus Falkenberg wegen Verkaufs von sog.
‚vin coupé“, der aber nicht wie der Name besagt, verschnittener
Traubenwein, sondern ein Gemisch von Kunst- und Naturwein
war, zu 14 Tagen Gefängniß und 500 M. Geldbuße verurtheilt.
Der mitangeklagie Reisende wurde freigesprochen. — Ferner wurde
ein Farschwiller Schenkwirth, welcher an Gäste Kunstwein verzapft,
ohne denselben von dieser Eigenschaft des Getränkes Mittheilung
gemacht zu haben, zu 1 Woche Gefängniß und 200 Mt. Geld—
rafe verurtheilt. (S. Ztg.)

Im Duell erschossen. Im Stadtwalde von Frankfurt
a. M. hat dieser Tage zwischen dem Kammerherrn des Kaisers,
Feremonienmeister v. Francken berg-Proschlitz und dem
Kammerjunker v. Fröhläch ein Pistolenduell stattgefunden. Letz-
terer erhielt einen Schuß in die Brust und blieb todt auf dem
e Die Herren waren am Sonntag von Berlin nach Frank⸗
urt gekommen, um dort den Ehrenhandel zum Austrag zu bringen.

F Die 24. allgemeine deutsche Lehrerversammlung wird ge—

mäß Beschluß der 23. Lehrerversammlung, die in Braunschweig
tagte, am 7.8. und 9. Juni nächsthin in Karlsruhe abge—
halten werden.
7 Das kgl. bayerische Staatsministerium des Innern
jat die Lehrerkollegien der Realschulen aufgefordert, in den lokalen
RZewerbvereinen oder technischen Vereinen oder auch öffentlich in
den Wintermonaten Vorträge abzuhalten.

4 In Eich bei Kallmünz fand jüngst ein halbjähriges Mäd—
hen dadurch den Erstickungstod, daß sich die Hauskatze über Hals
und Brust der schlafenden Kleinen gelegt hatte.

7 Ueber den Tod Dr. Mook's wird der „Karlsr. Ztg.“
aus Freiburg i. Br. geschrieben: Von Kaufmann Rosset von hier,
der die Riebeck'sche Expedition mitmacht, ist dieser Tage ein Brief
aus Jerusalem über den Tod des gleichfalls bei der Expedition be—
heiligten Naturforschers Dr. Mook hierher gelangt. Darnach fand
Aufforderung.
Militär⸗Ersah Geschäft für das Zahr
1881 betr.

Alle im hiesigen Bürgermeistereibezirke befindlichen Militär—
oflichtigen, welche in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezembẽ
1861 geboren sind, sowie die Militärpflichtigen früherer Alters—
lassen, über deren Dienstpflicht noch nicht bestimmt entschieden
ist, werden hiermit aufgefordert, sich zur Stammrolle in der hiefür
festgesetzten Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1881 auf dem
giesigen Bürgermeisteramtslokale entweder persönlich anzumelden
der im Falle der Abwesenheit durch die Eltern oder Vormünder
c. sich anmelden zu lassen, wobei bemerkt wird, daß von
wswärts geborenen Militärpflichiigen der diesjährigen Alters—
klasse der Geburtsschein und von Militärpflichtigen früherer
Altersklassen der Loosungsschein bei der Meldung abgegeben wer—
den muß.

Die zum einj.«freiw. Dienste berechtigten Militärpflichtigen
der Altersklasse 1861 haben bei der Ersatz-Kommission ihres Ge⸗—
tellungsortes schriftlich oder mündlich unter Vorzeigung ihres Be—
rechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu be—
mtragen, welche ihnen alsdann bis zum 1. Oktober des 4. Mili—
ärpflichtzahres bewilligt wird, durch welche Zurückstellung jedoch
der etwa beabsichtigte frühere Dienstantritt nicht ausgeschlossen ist.

Diejenigen aus der Altersklasse 1861, welche zum einj.-freiw.
dienste zugelassen werden wollen und sich noch nicht im Besitze
ines Berechtigungsscheines befinden, haben sich längstens bis
zum 1. Februar bei der k. Prüfungskommission anzumelden.

Reservisten, Landwehrmänner und Ersattzreser⸗
visten J. Kl., welche wegen häuslicher oder bürgerlicher Ver—
hältnisse für den Fall einer Mobilmachung und etwa nothwendig
werdenden außerordentlichen Verstärkung des Heeres hinter den
setzten Jahrgang der Reserve und Landwehr zurückgestellt sein
wollen, haben ihre Gesuche bei Vermeidung der Nichtberücksich—
tigung in dem obenangeführten Meldetermine hierorts ein⸗
zureichen.

St. Ingbert, den 13. Januar 1881.

Das Bürgermeisteramt,
Custer.

Mook am 13. Dezbr. beim Ueberschreiten des Jordans (wie schon
zjemeldet) seinen Tod. Der Hergang war folgender: Die Theil⸗
jehmer der Expedition machten ein Floß, mit welchem Mook die
erste Probefahrt gut bestand. Als Mook aber trotz Abredens seiner
Freunde zum zweiten Male die Fahrt unternahm, wurde das Boot
in Folge des starken Stromes in die Tiefe gerissen. Mook, der
schwere Kanonenstiefel anhatte, sprang in's Wasser und schwamm
anfangs gut, wurde dann aber plötzlich durch den Strom fortge—
rissen und verschwand in demselben. Nachdem man hernach die
Stricke vom Floße zurückgezogen hatte, erblickte man Mook, der sich
an einem der Stricke mit dem Stiefel verwickelt hatte; er war
hereits todt. Sein Leichnam wurde in Jericho begraben, und hat
Dr. Riebeck einen schönen Grabstein in Jerusalem bestellt.

Der Ochsenwirth in Kirchheim i. R. vermißte vor
ein paar Tagen ein Schwein. Er durchsuchte Garten und Hof,
die Nachbargebäude und schließlich das ganze Dorf nebst den an—
grenzenden Feldern, fand jedoch keine Spur. Aergerlich kehrte er
mit dem Gedanken zurück, daß dieser Braten nicht für ihn be—
timmt sei. Von dem langen Suchen ermüdet, stand er im Be⸗
zriff, frühzeitiger als sonst die Ruhe zu suchen. — da lag das
Vieh im Bette!

F In Berlin brach am 9. Januar Abends in der obersten
Etage des Generalstabsgebäudes Feuer aus. Die Feuerwehr schritt
sofort ein und nach kurzer Zeit war jede Gefahr eines weitern
Umsichgreifens des Feuers beseitigt. Der Schaden ist kein besonders
erheblicher, indem werthvolle Schriftstücke, Karten und Pläne nicht
beschädigt wurden.

Am 9. Januar stieß auf der fran zösischen Ostbahn
der Personenzug, welcher aus den Ardennen kam, mit einem Güter⸗
zug zusammen. Zehn Reisende wurden schwer verwundet, ein
Heizer getödtet.

Das Theater in Kronstadt (bei Petersburg) ist abge—
hrannt. Der Theateraufseher sammt seiner Familie, im Ganzen
iieben Personen, sind verbrannt.
Siensies nachrihten. æ
Der geprtufte Candidat der Philologie Gustav Simon aus Neupfotz,
Bezirksamts Germersheim, wurde der Laleinschule St. Ingbert als Assi—
tent beigegeben.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme 8.
HUusit

Véroin.
Samstag, den 15. ds. Abends 8 Uhr im Vereinslokale
Geueral⸗-Versammlung.
1) Aufnahme,
2) Rechnungsablage und Neuwahl betreffend.
Der Vorfstand.

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SPEIWVETICG
4-200 Stũucke spielend; mit oder ohne Expression, Mandoline.
Trommel. Glocken. Castagnetten, Himmelsstimmen, Harfenspiel ete.
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SPieIdOSem
2- 16 Stücke spiesend; ferner Necessaires, Cigarrenstünder, Schwei-
zerhãuschen, Photographiealbums, Schreibzeuge, Handschuhkasten,
Brickbeschwerer, Blumenvasen, Cigarren Ptuis, Tabaksdosen, Ar-
beitsstische, FPlaschen, Biergläser, Portemonnaies, Stühle, ete.,, Alles
mit Musik. Stets das Neueste und Vorzüglichste empfiehlt
IJI. I. HelIler, Bern (Schweiz.)
F VRNur direkter Bezug garantirt Aechtheit; frem des
Fabrikat ist jedes Werk, das nicht meinen Namen trägt. Pabrik
im eigenen Rause.
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oↄpuos uoqstsstoag oqalaasnsP. Sunmgauaao x anz oruad ste pudsy
g Iq oquuaaoN uuο_Ç uogaonolde uon uuoöojngy uop aojun uotu
⸗Uioꝝ sSuraa 000 03 uoax eSvaqog u ovꝝao ussauoqos aop ooĩ

zt. Johann⸗Saarbrücher
Volkszeitung.

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33 S 28 22.3 2 67* 223 225 53 3253* *
22. 538 55 535323 38 232 2. 75 3335332 2 Se
3 — 3533 532.52 32., 853 —— 2533825 3 — 8
553 323 m37 5 3. 2 S 5— —3 32 25
3553533 37 5353— 38353 5 8328 3 *38
25233 * 523 822 2383 ——APIAX 135358 —
n S3 J 8 5 2552 3 82. 23 6E. 3 8 * 8
— 22325 — —— —2 —A—
23 —— 253 28*333 83 8
—— * 2538 3353 —2 —— 3385
*8 *5533 33*»353355533 —553
I5 333 832 75 35 32*3353
3 — — 3535 55 375
* 25 2.57 7
Zeo 53353552333533
3828 2 5775
z32 *85

283. 72 58*8 7
353535 383 —535388 7
2888 235328258 2353 23326 —8
23233 52383* 2 * S5S32 *2
233 55 534 3233 — 533 2833 * :ει—
3858 — 3553335 ——
3. 8 .2 2 33
2* 5 * — 3 * * —2 — 2 5
—J——— —A— 2. * 5,55 522255* 3. 2 2
3 —3326 3353367 53
—— —* —A — — 8 —* 3 —8 * *
38 —A 23283 83 3 3 33338
J—— 2* *3 —— — — 25355572 2.
35 232553 —23 82 283 2 22 222 23*
—D— — — 23555338 32. —3 2375553
* 28* 7 E 3 7 2 52 2 3223 5312
. 222 —— — 369 * ——— 2 * 38 2 G8 3.3
7785 23 55* 23 323237352. 55 323
— —*8 258 * 22 — 2 — —2527 —8873*7
23 32. 553375 2 * 22 2326*55 253428 *2.
8. * 3. —VV — — — 2333353 37 *
* s 80 2352 5—5278 33233 85.3 538
. * 8* 7 3 *
I8 7 *38366887 — 3333 *
2. 3 23* —* — 2 S* 25388 382 8
3328 *835 283238 * 8 —5
37 — * 8 3
45 8 24 8533 *38 —e —575555—7 388
—7* *8 *2 282 535 33603. 38
7 53. 5 3 27 355 33333236885 E —S
24 51 — — 328 2523
*8 — 3 8 2. 323 2 2533 2
3 55335 —— —— 3 2235353553
2. * 35838 23553855 — 5*3 F
2353 33335 2335338332 —3
238 F * * * —
3 5 5* 53532332 233553537535 *
78 3 533535633253
* 5
2

322
3223 22
2538 2. * —
6
— . —— —2 e8.27 22527—
583325 23 38 *35 *2233333333 20 2. 0
8* 33785333833275 S 53353533 3*8*
—— 333 —5333 285383333 *2* 232* *
28333 3. —** 32. 57 5 353323 61612 * 8.
723333355 53 5 2. ——F
33383 8 38—3535— —333 —A— 2323 *
8 77 385853333 8 2. 21 3 33. 8 —4 *
—AA— ——2 538 612 5 2 38343 3⁊8
538 J 33858 3 755 38— *
*8—38*8* 22 32 — 252283 —mu— * —3 23235 *
32335 — 855 335333338 33 3236
*5E —— 252 63F3 5333337 57 *3
— —— 2 528* 53. 23 33 537 2555 55823 — D
95 *3 357* 2. 37 253
J2* * — * 3
z 183838 6 — 37382
575—3323 253*3 333 33 5—332833 —1513537
5 ——— 2.3 233 5. . 23333333 2. * 38— *
55855358 538 *3333382338335 283355 4. 2 3
5332335 53* 35333 32332236*3 — — 83
*25.25 8 3 355552308*3* —R 5532
33358 — z 335323 3353385 3232
5333225 2353 523333 — A 2 —
*8 258 * 3285. 23 72 —A 8 75323
— —— ; * — * 68 —2 222 * 2
8 *6 »ñ778* — ———— 28 2223 53 *8 —
58233 33. 233 3 62— 2335328— 32
———— 3 — — 92 3 88 — 2 235 535 87
*5323 285 225, 83 2 . —————— ——
* Suvvb m23222 35—33838 2 28 28
*—28275 35533837 580
3 —*
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52 S—⸗

53. 3. 3
3 3. 53 533
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253235 *2338 ED 8
52
2 2 325* 3— 5 22
32 — 8 252—35357 55583 8272
2323 3383335* — 53*3 2* 3233557
⁊ 2590933 331535 23335* 535 *2
— 52 52. 323* 22388 * .
*823 333 235F 22 353488 * 852
8228 —A 83 s
222 —S 55335 233 —— ——
3. *35 23585 3. 2 5358533 58 *2
3 5333 3 323 22 232 3 ——
3 533 —— 2.2 3* 32333 — —
—A ——— — * 2. 5 * — 3338 2582*
— 2838 JJ————— A—— ———— 22
857 33333 5733 5 28 33 2* —628 8238
3553 53. 2 * 5 8 ——— — D — 6 * — *
* — S7* * 6 23 2* S — 5 * QZ 5337
3 282 2835 23. 3 5583 33 23523858 —A
53258 * —* 75 — — 553. 5336 758 s 52
383337 551i88 523.8 2 23 3 Z223 52
— S53 33 * 5* 3838 —3 3 53 dð 38 —
—*338 7 5333 3533 38 232338 FJ83*
2533 5*85338 77 52 55 2 22323 2 *2 —
283383 258 553 535333 33 2 253327 S5
335 —7 —5— — — 5283 8 8 — 5225 — —2
2 ——— 53588 3 23 5365 3 *5 85 3232
. 5868 58 5387 8 —3 3585 23 —— 8 38Bze328
3287 —A— — 335 2237 *3
3 3233 2383 A——— — * A— *2 2* *53
—z2353 23383 *5* 5.5 535 3
2355 —— 573 23 4E7 57 *
* 33* 3— —&amp; 8 2 8 — 85 E —
2355 28523 533 238523 8283 25
7 537 —8 322 — 3 — 25
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25 323 *5 2 83 * *
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        Hf. Ingberler Anzeiger.
der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Haupiblaite verbundene Unterhaltungsblatt,. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) ericheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis beträgt vierieliährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 135 B fur die viergespaltene Zeile Blattschriee oder deren NRaum, Neclamen mit 30 S pro Zeile berechnet.
M 9.

Samstag, den 15. Januar

1881.

Deutsches Reich.

Müͤnchen, 11. Januar. Vom Ministerium des Inneren
vird dem Vernehmen nach dem Landtag ein Gesetz in Sachen der
Fiehseuchen zugehen. Der Reichstag hat in seiner vorjührigen
Session ein unterm 23. Juni 1880 vom Kaiser sanctionirtes Reichs⸗
gesetz angenommen, betr. die Abwehr und Unterdrückung von Vieh—
Luchen, welches mit 1. April 1881 in Kraft tritt. Dasselbe ord⸗
zet'in Fällen der Rotzkrankheit und der Lungenseuche die sofortige
Tödtung des angesteckten Thieres an, in anderen Fällen läßt es
gjeselbe zu, und es bestimmi in 8 87, daß für die auf polizeiliche
Anordnung getödteten oder nach dieser Anordnung an der Seuche
gefallenen Thiere vorbehaltlich spezieller Ausnahmen eine Enischädig⸗
ing gewährt werden muß. Die Bestimmungen darüber, 1) von
dem die Entschädigung zu gewähren und wie dieselbe aufzubringen
st, D wie die Entschädigung im einzelnen Falle zu ermitteln und
astzustellen ist, sind nach &amp; 838 des Reichsgesetzes von den Einzel—
staaten zu treffen. Der dem Landtag zugehende Gesetzentwurf hat
ziese Materie zum Gegenstand.

Kronprinz Rudolph von Oesterreich ist am 12. Jan.
Morgens in München angekommen. Am Vormittag machte er
rei saͤmmtlichen Mitgliedern des kgl. Hauses Besuch.

Wir haben bereits erwähnt, daß in Folge der neuesten Volks—
ahlung bei der nächsten Wahl zum bayerischen Landtage
ine erheblich größere Anzahl von Abgeordneten zu wählen sein wird,
ils im Jahte 1875, wo noch die Volkszählung von 1871 maß-
gebend war. Die Bevölkerung des Königreichs hat sich seitdem von
j10 auf reichlich 324 Millionen Seelen erhöht. Während im
deutschen Reiche die Anzahl der Abgg. zum Reichstage zwar auch
ꝛer Bebölkerungsziffer foigi, jedoch jeweils ein eigenes Gesetz zur
HZermehrung der Wahlkreise nöthig ist, ohne daß jedoch ein Zwang
um Erlasse eines solchen besteht, tritt in Bayern die Erhöhunç
er Abgeordnetenzahl von selbst ein und hat die Regierung die
bertheilung auf die einzelnen Kreise nach dem Verhältnisse von je
kinein Abgeordneten auf 31 500 Seelen der Gesammtbevölkerung
des Königreichs vorzunehmen. Bisher waren es 156 Abgeordnete,
ür die Folge werden es in Folge der eben citirten Bestimmung
des Landiagswahlgesetzes vom 4. Juni 1848 (Artikel 1) 167 Ab⸗
jeordnete sein. Vieselben vertheilen sich nach Maßgabe der ver—
inderten Bevölkerungszahl auf die einzelnen Kreise wie folgt: Ober—
ayern 30 (bisher 27), Niederbayern 20 (bisher 19), Rheinpfalz
22 (bisher 20), Oberpfalz 17 (16), Oberfranken 18 (17), Mittel⸗
ranken 20 (19), Unterfranken 20 (19), Schwaben 20 (19). Wie
nan sieht, vertheilt sich die Zunahme ziemlich gleichmäßig auf alle
creise; nur Oberbayern und die Rheinpfalz erhalten, ersteres wegen
zes außerordentlichen Wachsthums der Siadt München, eine Ver⸗
tärkung von 3 resp. 2 Abgeordneten. Ob sich an diese Verschieb⸗
ing der von den einzelnen Kreisen zu stellenden Mitgliederzahl für
ie Kammer die Hoffnung auf eine veränderte Physiognomie der
letzteren begründen läßt, ist sehr zweifelhaft. Daß die Regierung
wber auf Grund der veränderten Bevölkerungsziffer eine vollständig
aeue, üiberal angehauchte Wahlkreiseintheilung vornehmen werde,
eiwa nach Art der berüchtigten Wahlkreisgeometrie von 1869,
glauben wir schon um deßwillen nicht, weil wir eine gewisse be⸗
technende Klugheit, welche es mit den Ultramontanen auf alle Fälle
nicht verderben will, für eine der hervorstechendsten Eigenschaften
des Ministeriums Lutz betrachten. Bei einer liberalen Majorität
st der Bestand dieses Kabineis ohnehin noch mehr gefährdet als
etzt. Gelingt es, alle bisher nicht klerikal vertretenen Wahlkreise
zu halten, so ist zwar die Möglichkeit einer ein⸗ oder zweistimmigen
Majorität der Liberalen nicht ausgeschlossen, aber noch keineswegs
icher in Aussicht zu nehmen.

Trotz aller Angaben in den Zeitungen ist bisher in Bun⸗
desrathokreisen nichts darüber bekannt, wann die vielbe⸗
prochenen Ministersitzungen des Bundesraths beginnen werden. Es
verden sogar Zweifel laut, ob es überhaupt zu diesen feierlichen
Berathungen kommen werde. Die Vorlagen, welche bis jeßzt an
»en Bundesrath gelangt sind, sollen ohne Mitwirkung der ersten
geböllmächtigten der Vundesstaaten berathen werden. Die Angabe,
der Reichskanzler beabsichtige die Wiedereinbringung auch des Ge⸗

setzenwurfs, betreffend Abänderungen der Reichsverfassung —
Verlängerung der Legislaturperioden, zweijahrige Etalsperioden
u. s. w. bestätigen sich nicht. Eine Anregung in diesem Sinne
isi von keiner Seite erfolgt.

Die deutsche Reichsregierung hat der frauzösischen Re⸗
gierung ihre Betheiligung an der diesjährigen allgemeinen Tele⸗
graphenausstellung in Paris mitgetheilt. (N. C.)

Die „Deutsche Petersburger Zeitung“ veröffentlicht an ihrer
Spitze einen Artikel, worin als eine Thatsache, die außerordentlich
schwer ins Gewicht falle, die jetzt sehr freundschaftlichen Beziehungen
wischen Rußland und Deutschland⸗Oesterreich hervor⸗
gehoben werden. Man habe sich in Berlin und Wien von der
friedlichen und aufrichtigen Politik Rußlands überzeugt, und so
sei ein freundschaftliches Verhältniß zwischen den drei Kaisermächten
angebahnt. Manche Anzeichen sprechen allerdings für die Erneuer⸗
ung des Dreikaiserverhältnisses, wie man sagte, nachdem von einem
Dreitaiserbündnisse nicht mehr die Rede sein konnte. Es verstärkt
sich durch diesen allerdings wesentlichen Umstand die Hoffnung auf
Erhaltung des Friedens. Alle Mächte, mit Frankreich an der Spitze,
wirken in Konstantinopel und Athen für sie.

Die „Koln. Ztg.“ erwähnt eines Geruͤchtes daß die türkische
Negierung deutsche See⸗Offiziere in ihren Dienst zu
ziehen beabsichtige. Das Blatt hält den Wunsch der Pforte nicht
für unwahrscheinlich, zweifelt aber an der Verwirklichung desselben.

Ausland.

Nach der „Agentur Stefani“ erhielten auf Frankreichs
Anregung die Vertreter der Mächte in Athen Ordre, Collectivschritte
zu thun, um Griechenland zur Annahme des Schiedsgerichts zu
bewegen.

Aus Athen, 12. Jan. wird berichtet: Ein königliches De—
kret setzt die Mannschaftsziffer der Armee auf 72,350 fest. Das
Gerücht, die Anleihe von 120 Millionen sei mißlungen, wird sei—
teitens der Regierung dementirt. Die Journale sind der Ansicht,
daß der Krieg eine Frage der Zeit und auch nach einem Schieds⸗
spruch unvermeidlich sei.

Es ist nicht mehr zu leugnen, daß ganz Sũd⸗Afrika jetzt
die Waffen gegen England ergriffen hat. — Aus Pietermaritz⸗
burg ist folgende Depesche aus Natal im Kriegsministerium zu
London eingelaufen: „Die Marine-Brigade marschirte gestern mit
zwei Kanonen ab.“ — Es gehen fortwährend Truppenverstärk-
ungen von England nach Südafrika ab.

Nachrichten aus Kandahar (Ufghanistan) zufolge herrscht
große Aufregung in Folge der beabsichtigten Räumung Kandahars
durch die Engländer.

So uͤberlegen die Trausval⸗-Boers bis jetzt in ihrem
stampfe den Engländern an waffenkundigen Männern sind, so
schmerzlich fühlbar macht sich bei ihnen der Mangel an Geschütz-
material. Diesem allein ist es zuzuschreiben, daß noch einzelne
befestigte und mit Kanonen armirte Positionen des Transvallandes
im Besitz der englischen Truppen sich befinden. Eine amtliche
Meldung aus Capetown bringt Nachrichten aus Potschefstroom,
die bis zum 1. d. Mts. reichen. Nach denselben waren die eng⸗
lischen Truppen im Fort cernirt, behaupteten sich aber mit Erfolg
gegen die Angriffe der Boers und waren für noch einen Monat
min Mundvorrath versehen. Die Frauen und Kinder der englischen
Residenten befanden sich ebenfalls im Fort. Die Boers beschossen
das Fort, jedoch ohne Erfolg, aus einer alten Schiffskanone. Wäh—
rend die Boers also energisch ihre Operationen fortsetzen, nimmt
in Holland die Agitation zu Gunsten der afrikanischen Stammes⸗
genossen eine großartige Ausdehnung an. In der vom Professor
Zarting angeregten Petition „an das brittische Volk“ wird bekannt⸗
uͤch die Unabhängigkeit der Boers im Namen der Gerechtigkeit ge⸗
fordert. In holländischen Blättern wird gleichzeitig der Gedanke
erwogen, in welcher Weise die Niederlande den Boers Hilfe leisten
könnien. Besonnene Blätter rathen von Waffenlieferungen und
dirckien Geldipenden ab und befürworten dagegen eine kräftige
dilfeleistung durch den „Verein des Rothen Kreuzes“ zu Gunsten
der Verwundeten. Auch ernste diplomatische Vorstellungen werden
borgeschlagen, dürften aber nach unserer Meinung in London eben
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        so wenig Erfolg haben, wie etwa im Transbvaallande die versöhn—
—I
zufolge von der britischen Regierung angeblich vorbereitet wird.
Nach den neuesten Nachrichten aus Indien hat sich die
Meldung über eine Verschwörung in Kolapoor behufs Nieder⸗
metzelung der Europäer nicht bestätigt. In Seypore ist infolge
—A[
Truppen dorthin gesandt und Vorsichtsmaßregeln getroffen worden.
Bermifchtes.

F Aus Zweibrücken, 13. Jan. meldet die „Z. Zig.“:
Gestern wurde unser neuer Bezirkdamtmann, Hr. Dr. Emil
Schlagintweit, durch den Hrn. Regierungsgßrath Wand im
fFruchthallfaale den HH. Beamten, dem Stadtrath, den Bürger⸗
meistern des Bezirks 2c. vorgestellt. Dem Vorstellungsakt folgte
Mittags ein größeres Essen im Saale des Zweibrücker Hofes.

FKaiserslautern. Für nächsten Sonntag hat der
hiesige (demokratische) Volksverein eine Volksversammlung zur Be—
rathung über eine an die bayerische Abgeordneienkammer zu rich⸗
bende Petition um Abänderung des Landtagswahlgesetzes in die
Fruchthalle einberufen.

Am 11. Januar hielt Senatspräsident Jul. Pet ersen von
Colmar eingeladen vom Gewerbeverein zu Neustadt a. d. H.,
jm Saalban daselbst einen Vortrag über das Haftpflichtgesetz. Seme
Anwesenheit gab zugleich den Vertrauensmännern der Liberalen des
Wahlkreises Neustadt⸗Landau Gelegenheit, sich zu vergewissern, ob
er geneigt wäre, bei den bevorstehenden Reichsstagswahlen als Can⸗
didat sich aufstellen zu lafsen. Petersen fagte zu. Wie schon früher
exwähnt, find die Anhänger der Fortschriitspartei gesonnen, seiner
Candidatur die des Landgerichtsdirectors Reiffel in Kaiserslautern
entgegen zu stellen.

Der Handelsmann Lebi von Göcklingen wird seit
einigen Tagen vermißt und mit ihm ist auch gleichzeitig seine
Dienstmagd verschwunden. Man nimmt dort an, daß dieselben
gemeinschaftlich eine größere Reise angetreten haben. Schulden
hat zwar Levi keine zurückgelassen, dafür aber seine Frau mit
fieben Kindern. (Eilb.) *

Rachdem der mit dem umfassenden Referat über das Volks—
schulwesen betraute Rath der kgl. Regierung der Pfalz Hermann
Ossann mit Tod abgegangen ist, wurde der kgl. Bezirksaͤmtmann
Adalbert Geib in Frankenthal bis auf weiteres zur Geschäftsaus—
hilfe an die Kammer des Inneren der kal. Regierung der Pfalz
einberufen.

Im Regierungsbezirk Trier leben jetzt noch 90 Veteranen,
welche die Befreiungskriege und auch frühere Feldzüge (den rus⸗
fischen und spanischen), mitgemacht haben. Die damaligen Verhäli—
nisse brachten es mit sich, daß der größte Theil dieser Veteranen
unter dem großen Napoleon, der ja der Herrscher auch über dieses
Departement war, gefochten hat; sie haben, diese jetzt schon alten
Greise, viele Strapazen aushalten müssen. In Saarburg ist erst
an vorigen Jahre ein Veteran gestorben, der im russischen Feldzuge
den rechten Arm verloren hatte. Dieser Invalide war troß Allem
his an sein Lebensende zufriedenen Sinnes. Der jüngste Veteran
hat seinen 86. Geburtstag bereits hinter sich; das Aller der an—
deren variirt bis zu 92 Jahren. Es erhäli jeder dieser Helden
eine monatliche Pension von zwanzig Mark.

F Die Ankunft mehrerer Wagenladungen voll Schilfstengel
Mannheim hat die Aufmerksamkeit der Behörde erregt.
Es hat sich herausgestellt, daß die Schilfrohre für einige Tabak—
sabrikanten bestimmt sind, welche das Schilf klein schneiden, mit
Tabaksbrühe beizen und unter den Tabak mischen.

Frankfurt. GDas Duell im Stadtwalde.) Der im
Duell gebliebene Freiherr Adolf v. Fröhlich, seiner Zeit Offi⸗
sier bei den Garde-Dragonern in Berlin, 48 Jahre alt, heirathete
zin Fräulein Lüttwitz, und lebt aus seiner 14jährigen Ehe ein
—D
Ehemann der Dame und Gegner des gefallenen Herrn v. Fröhlich,
tittmeister a. D. v. FrankenbergeProfchlitz, äals sein
langjähriger Freund selbst seiner Zeit aufsetzen half, erfolgte zu
Berlin am 14. Februar vorigen Jahres. Schon vierzehn Tage
nach ausgesprochener gerichtlicher Treunung jedoch verlobie
fich Herr v. Frankenberg mit der Dame, um sie dann im Monat
Oktober zu heirathen. In dem Scheidungs-Kontrakt ist der Mutter
die Erziehung des Kindes zugesprochen mit dem Vorbehalt, daß
der Vater, Herr v. Fröhlich, die Tochter drei Mal im Jahre auf
je 14 Tage sehen kann. Dieser Verpflichtung ist man aber, so
wird versichert, trotz wiederholter dringender Bitten des Herrn b.
Fröhlich nicht nachgekommen, so daß er, nachdem der Gefauͤene sich
an den Ehrenrath des Johanniter⸗Ordens schriftlich unter Angabe
der Thatsachen gewendet — welcher Ausspruch dort erfolgt ist,
wissen wir nicht — sich genöthigt sah — durch seinen
Sekundanten, Herrn v. Bornewitz, bereits am 10. Oktober
1880 dem Hrn. v. Frankenberg eine Forderung zuzuschicken. Nach—
bem von verschiedenen Seiten versucht wurde, die Angelegenheit

zütlich beizulegen, haben beide Kontrahenten nun doch vor de—
Mündung der Pistole den Ausweg gesucht und — gefunden.

FEin Geizhals. In Osterwick in Hessen stürzte ein
alter Geizhals, der ein Vermögen von 800,000 Mark zusammen.
Jescharrt hatte, von einem hohen Baum, von welchem er sich etwas
rockenes Holz stehlen wollte, um sich eine warme Stube zu
machen.

Von höheren bayerischen Offizieren feiern im Lauf.
des Jahres 1881 das 50jährige Dienstjubiläum: Generalmajor
Brandt, Commandant von Ingolstadt, am 6. Juni; General—
ieutenant v. Weinrich, Commandeur der 3. bayerischen Division
am 80. Juli; Generallieutenant Graf Tattenbach, Inspector der
hayerischen Militärbildungs-Anstalten, am 7. August. —

F München, 12. Jan. Nach langem Leiden, jedoch
merwartet schnell ist der Obermaschinenmeister a. D. Jacob He
berkein, der Erfinder der bekannten Bremse für Eisenbahnzüge
ahier gestorben.

F. Dr. Mar Seydel hat in der „Zeitschrift des kgl. bayer
tatistischen Bureau“ eine Arbeit veröffentlicht, welche die Zunahm⸗
zer Bebölkerung in dengrößeren bayerischen Städten
vährend des Zeitraums von 1869 bis 1878 mit der Zunahm
der Gemeinde-Einnahmen und Ausgaben während desselben Zeit⸗
raums vergleicht. Das Ergebniß ist, daß die städtischen Ausgaben
vährend des Zeitraums vergleicht. Das Ergebniß ist, daß die
tädtischen Ausgaben in stärkerem und zwar meistens weitaus stär⸗
erem Verhältniß gestiegen sind, als die Bebölkerungszahl. So ist
. B. die Bevölkerung Münchens in diesem Zeitraum (XB. nad
»er Zählung von 1871 gerechnet) um 28 pCt. gestiegen, die
tädtischen Ausgaben Münchens aber stiegen um 111 pCt.; auf
)en Kopf der Bevölkerung Münchens trafen 1826 Me. städtischer
Ausgaben im Jahr 1869, dagegen 80910 Mk. im Jahr 1878.
In Nürnberg stieg die Bevölkerung um 16 pCt., die städtischen
Ausgaben um 166 pCt.; auf den Kopf der Bevölkerung trafen
von denselben 15 Mk. im Jahr 1869, 343 Mt. im Jahr 1878.
In Augsburg stieg die Bevölkerung um 17 pCt., die städtischen
lusgaben um 102 pCt; auf den Kopf der Bevölkerung trafen
»avon 167110 Mk. im Jahr 1869, 28910 Mk. im Jahr 1878.
zn Kaiserslautern stieg die Bevölkerung um 10 pCt., die städ⸗
ischen Ausgaben um 159 pCt., auf den Kopf der Bevölkerung

rafen von denselben 5985 Mk. im Jahr 1869, dagegen 12810 Mu.
im Jahr 1878. In Spehyer stieg die Bevölkerung um 13 pCt.,
die städtischen Ausgaben um 58 pCt.; auf den Kopf der Bevöl⸗
kerung trafen davon 117,110 Mk. im Jahr 1869, dagegen 1625
Mk. im Jahr 1878. — Die Abgaben, welche für Gemeindezwecke
erhoben wurden (die directen sowohl wie die indirecten zusammen⸗
gerechnet, also Umlagen, Octroi ꝛc. zusammen genommen) stiegen
in dem gleichen Zeitraum, 1869 bis 1878, in München um 60,
in Nürnberg um 104, in Augsburg um 134 pCt. in Speyer
im 138 pCt. (für Kaiserslautern fehlt die Vergleichungsziffer des
FJahres 1869); auf den Kopf der Bevölkerung trafen im Jahr
1869 in München 1492, in Nürnberg 81, in Augsburg 9,
un Speyer *8 Mk., dagegen im Jahr 1878 in München 18, in
Nürnberg 15, in Augsburg 19, in Speyer 296 Mark Gemeinde—
Abgaben.

Aus Passau wird berichtet: Ein junger Ehemann.
nicht weit von hier, welcher schon alle Hilfsquellen zur Befriedi⸗
zung seines arbeitsscheuen Lebens erschöpft hatte, kam auf eine
eigenthümliche Idee: Eines Morgens erwachte die junge Ehefrau,
ind, o Schrecken, ihr schönes reiches Haar ist kahl abgeschnitten.
Dasselbe wurde vom Manne verkauft und das Geld vertrunken.

Aus Nürnberg wird berichtet: Für die Landesaus⸗
tellung sind bis jetzt aus ca. 280 Orten Bayerns Anmeldungen
eingelaufen. Am stärksten ist bis jetzt Nürnberg (412 Aussteller)
ertreten, dann folgt München (1299. Fürth (86), Würzburg
75) u. s. w. Aus dem Kreise Schwaben sind bis jetzt aus 31
Ortschaften Anmeldungen eingetroffen. Die baulichen Arbeiten
ür die Ausstellung haben bereits begonnen.

In einer Sitzung der Strafkammer des Landgerichts Traum⸗
stein ereignete es sich dieser Tage, wie wir dem „Wolst.“ ent⸗
—
Taubstummer (ein Ungar) am Schlusse der dreistündigen Verhand⸗
lung zu reden anfing. Derselbe hatte während der ganzen
Berhandlung und insbesondere während seiner fast zweimongilichen
daft in der Frohnfeste, trotzdem er mit anderen Sträflingen in
einer Keuche verwahrt war und von diesen, wie er nach der Ver—⸗
handlung selbst erzählte, geschimpft und zum Besten gehalten worden
var, die Rolle eines Taubstummen mit bewundernswerther Aus-
dauer gespielt.

F In der kürzlich zu Heilbronn errichteten Herberge für
Handwerksburschen werden in Form gestempelter Karten mit kurzer
Erläuterung versehene Marken zu 2, 3 und 8 Pf. an das Publi⸗
um verkauft, welche man anstatt Geldunterstuͤzungen bettelnden
Wanderburschen verabreicht. Die Marken geben dem Inhaber An⸗
vruch auf Nahrung und Obdach. Mehr als 80 Pf. in Marken
        <pb n="33" />
        „

werden in der Herberge vom Einzelnen werden angenommen, noch

in Geld oder Lebensmitteln vergütet, um der Bettelvirtuosität ein?

Schranke zu setzen. Ueber den thatsächlichen Erfolg der Maßregel

haben wir noch nichts Näheres erfahren. Durchgreifende Hilfe

gegen das Bettelunwesen steht von Versuchen der Art zwar nicht
ju erwarten, einem so schweren, so fest⸗, breit- und tiefgewurzelten
lebel gegenüber, wie es der landlaäufige Andn und
war von Seite der Geber nicht minder als der Empfänger, zweifel—
os ist, dürfen wir indessen auch sogenannte „kleine Mitiel“ nicht

geringschätzen. J

F. Für alle Gewerbetreibende ist folgendes Erkenntniß
des Reichsgerichts von großer Wichtigkeit: Empfängt Jemand, der
eine Waare, die einen ausdrücklich von ihm bedungenen Ursprung
haben soll, kaufen will, vom Verkäͤufer eine gleichariige Waare am
deren Ursprungs unter Zusicherung der Echtheit, so ist nach einem
Erkenntniß des Reichsgerichts, III. Straffenat, vom 27. Oktober
b. J., der Verkäufer wegen Betrugs zu bestrafen, mag auch die
verkaufte Waare den gleich objektiven Werth haben, wie die ver—
langte, falls der Kaäufer bei Kenntniß der Ünechtheit nach der
Sachlage die Waare überhaupt nicht gekauft hätte und somit eine
subjektive Vermögensbeschädigung vorliegt.

F Die jetzt ermittelten vorläufigen Resultate der Volkszäh—
lung im Deutschen Reiche lassen nach den Ansichten der Statistiker
schon zwei Thatsachen constatiren, einmal, daß geqgenüber dem
uͤbermäßigen Zuströmen der Bevölkerung nach den großen Städten
und Industrie-Zentren, welches bei der vorigen Zaͤhlung Besorg⸗
nisse erregte, jetzt schon eine gesündere Vertheilung der Bevölker—
ung auf das ganze Land eingetreten ist, und sodann, daß die Zu⸗
nahme der Bevölkerung keine so große ist, daß auf irgend eine
tünstliche Weise der Uebervölkerung vorgebeugt zu werden brauchte.

Eine amtlich zusammengesiellte Üebersicht über die Betriebs—
ausgaben der europäischen Bahnen, nach Sigaten gesondert, belegt
ziffermäßig die schon seit längerer Zeit bekannte Wahrnehmung,
daß die de ut schen Bahnen diejenigen der meisten übrigen Länder
in Rücksicht der sparsamen Verwaltung und Unterhaltung uͤbertreffen.
Ihnen ziemlich gleich stehen die hoüändischen, österreichischen und
chweizerischen Eisenbahnen. Der Betrieb der englischen und fran⸗
ͤsischen Hauptbahnen erscheint, zumal in Anbetracht ihrer großen
Frequenz, als ein verhälinißmäßig weit kostspieligerer.

F. Im preußischen Abgeordnetenhaus wurde der Gesetz⸗
entwurf über den Erwerb der Rhein-Nahe-Bahn für den Staat
and den Ausbau derselben der Eiserbahn Kommission überwiesen.
Im Lauf der Debatte hatten die Minister der öffentlichen Arbeiten
und des Krieges die Nothwendigkeit der Erwerbung der Bahn aus
Kücksichten der Landesvertheidiguͤng betont und der Kriegsminister
insbesondere darauf hingewiesen, daß auf derjenigen Seite, gegen
welche die Erwerbung der Bahn mit Rücksicht auf die Landesber⸗
theidigung erfolgen solle, d. h. in Frankreich, alles bereitwilligst
geschehe, was diese Rücksicht erfordere

Am Bahnhofe zu Aachen ist am Sonntag Nachmittag,
wie das „Echo“ meldet, der muthmaßliche Bochumer Mädchenmörder
auf Veranlassung der Berliner Criminalpolizei verhaftet worden.
Hoffentlich hat man diesmal den rechten Mann gefunden.

Zur Eisenbahnfahrplan⸗Konferenz, welche gegenwärtig in
Dresden tagt, ist von der bayer. Generaldirekton Direktsons
rath v. Schamberger abgeordnet. Auch heuer wird derselbe wieder
den Antrag stellen, daß der Sommerfahrplan erst mit 1. Juni,
der Winterfahrplan mit 1. November beginne. Allein man weiß
im Voraus, daß der Antrag auch diesmal wieder nicht die Mehr
heit erhalten wird.

— In einigen Wochen wird zwischen Berlin und Li ch t e r⸗
felde eine elektrische Bahn, die erste in der Welt, eröffnet werden.
Der Erfinder, Herr Werner Siemens, hal das Werk auf eigene

Hosten ausgeführt.

7 Der Reichspostmeister Stephan hat am 7. Jan. seinen
50. Geburtstag gefeiert. Er sieht auf eine Laufbahn zurück, die
in ihrer Art nur mit der Bismarcks verglichen werden kann. Schon
n seinem 40. Jahre war er Leiter des Reichspostwesens und richtete
in dem großen Kriege von 1870 die Feldpost ein, die das Staunen
aller Volker war. Im Gegensatze zu einem seiner berühmten Vor⸗
Zunger Hrn. v. Ragler, welcher der Eröffnung der ersien preußi⸗
schen Eisenbahn nicht beiwohnen mochte, „weil diese Modethorheit
doch bald abgewirthschaftet haben werde,“ verwerthete er alle irgend
einschlagenden Erfindungen für die Poft und den Telegraphen und
wurde durch sein Organisations⸗-Genie der Schöpfer großartiger
Finrichtungen. Geboren ist Stephan in Stold in Pommem dals
Sohn eines Handwerkers.

x Maßregeln gegen die Vagabonden in Meclenburg.
In kurzer Zeit wird über ganz Mecklenburg eine Maßregel ge—
handhabt werden, von welcher man erwarhen darf, daß sie die
Bewohner des Landes von der lästigen, theils gefürchteten Vaga—
bondage befreien kann. Das Verfahren ist folgendes: Die Be—
wohner des Landes verweigern jedes Almosen, zahlen dafür einen
fleinen Beitrag an Geld an die Vereine gegen Bettelei in den

Siädten, welche es dafüt übernehmen, die Reisenden auf der Land⸗
traßze gegen Entbehrungen zu schützen. Die am Morgen aus ven
Städten abmarschitenden Handwerksburschen etc. erhalien eine An⸗
veisung auf ein Mittagessen in einem auf ihrer Tour liegenden
Wirthshause. In dem vor dem Wirthshause gelegenen Chaussee-⸗
zause wird die Anweisung der Controle wegen abgestempelt. Wer
nicht zu rechter Zeit sich einstellt, bekommt kein Mittagessen, wer
ich auf's Fechten legt und nicht die bestimmte Tour innehält, dem
vird die Unterstützung in den Städten entzogen. Die Reisenden
werden durch dieses Verfahren und die dabei geübte Controle ge⸗
wungen, auf der Landstraße zu bleiben. Landleute und Amisbe—⸗
amte unterstützen die Vereine jeßt überall zur Bekämpfung der
Vagabondage. Hauptsache ist, daß das Almosengeben tonsequent
aufhört. Wissen dies erst die Reisenden, dann werden sie sich
hüten, auf's Ungewisse hin ihr Mittagessen und die Verpflegung
für die Nacht zu verscherzen.

. In Bern starb vor einiger Zeit ein alter Sonderling, und
bermachte sein ganzes Vermögen im Betragè von 860, 000 Frcs.
einer Irrenanstalt. Der alte Herr hatte in sein Testametit ge—
ichrieben: „Meine Verwandten haben stets behauptet, ich gehöre ins
NRarrenhaus, darum soll nun auch mein Geld dahin wandern.“

F Welche Ausdehnung der Wucher in Ungarn erlangt hat,
zeweisen die der Pester Steuerinspektion vom Handels- und Wechfel⸗
gericht übergebenen Ausweise über die im Jahre 1879 eingeklagten
Bechsel. Die Zahl der Wucherer, welche in jenem Jahre Wechsel
ingeklagt hatten, beträgt ungefähr 800. Die eingeklagien Beträge
ewegen sich zwischen 100- und 150,000 Gulden, die Zinsen
wischen 12 und 1000 pCt. Die von Wucherern im Jahre 1879
ingeklagten Beträge belaufen sich auf 12 Millionen Gulden. Der
Fahresumsatz der Pester Wucherer wird im Ganzen auf 100 Mil—⸗
ionen Gulden geschätzt.

Der Dampfer „Elsaß“ der Pfalzischen Dampffchleppschiff⸗
arth gerieth am vorigen Dienstag etwas oberhalb Korterd am
»ei dichtem Nebel so unglücklich auf eine sog. Krippe, daß er in
der Mitte brach und sank. Der Schaden, welchen die Gefellschaft
»adurch erleidet, wird sich — abgefehen von der Ladung — auf
nehrere hunderttausend Mark belaufen.

Allen Soldaten und Unteroffizieren, welche den „Rüffel“
als unvermeidlichen Bestandtheil der Dienstübungen zu betrachten
jewohnt sind, wird es einen gewissen Trost gewaͤhren, daß es in
der Welt auch hohe Offiziere gibt, welche noch mit dem ABC des
Reglements auf gespanntem Fuße leben. Das Amtsblatt von Ru—
nänien veröffentlicht nämlich eine Verordnung folgenden Inhalts:
„Der Oberstlieutenant N. Minzard des 11. Kalarasch⸗Regiments
wird wegen gänzlicher Unkenntniß der Dienstesborschriften entlassen.“

F Die Newyorker Handelsztg.“ schreibt in ihrer Nummer vom
LII. Dez.: In einer Siadt in unserer Nähe haben die Stadtvor—⸗
teher folgenden Beschluß gefaßt: Alle innerhalb der Stadt aufge⸗
riffenen Stromer werden zu 830tägigem Steinklopfen verurtheilt.
-o die praktischen Amerikaner!

Markkeberichte.

Zweibrücken, 18 Januar. (Fruchtminelpreis und Viktualienmark
Beizen 10 M. 99 Pf., Korn 10 M. os Pf. Gerfie zweireihige 7 M. 939
ierreihige 07 M. 50 Pf., Spelz 07 M. 77 ppf. Spelzkern — M. — Ptf
Dinkel - M. — Pf., Mischfrucht — M. — pf. Hafer 6 M. 49 pf.
ẽrbsen — M. — Pf., Widen 6 M. 17 Pf., Kartoffeln 2 M. — Pf.,
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 83 M. 06 Pfe, Weißbrod Iu Kilogr. 566 ff
dornbrod 3 Kilogr. 70 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 83 Pf, paar Weck 100
ür. 6 Pf. Rindfteisch 1 Qual. 50 Yyf. iI. Qual A4 Pf.tololeishhend pf,
Zammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter t/ Kilogr. d Vt. 90 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 12. Januar. (Fruchtmitteipreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M 48 pf. Korn 09 M. 83 Pf., Spelzkern — M. Pf., Spelz 7 M.
30 Pf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. Pf., Hafer
M. 54 Pf., Mischfrucht 10 M. 23 Pf., Erbsen — Ma— Pf., Wicken
d M. — Pf., Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn—
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbileisch Z0 pf, Dammeigeisch D frrSchweinefleseh
üu Pf., Butter J Pfund 1 M. — f, Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pf.

Kaiserslautern, 11. Januar. (Fruchtmiltelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 16 M. 88 Pfrer Korn 60 M. 86 Pf. Spelztern 10 M. *2 Pf. Spelz
7, M. 57 Pf., Gerste 08 M. 71 Pf., Hafer 6 M. 58 Pf. Erbsen 07 M.
50 Pfir Widen 6 M. 27 Pf. Linsen — M. — Pf., Kieesamen 18 M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischibrod
àPfund 45 fg. Butier pro Pfund 6 M. 90 pPf. Eier I Stac 03 pjf.
artoffeln pro Fentner 1 M. 60 Pf. Stroh 8 M50 Pf. Heu s M. 20
bef. Kleeheu 8 M. 30 pf. —

Flr die Redaction —E enkx

Die soeben erschienene Rummer Tdes osnehnibee
Notizblattes, herausgegeben von Prof. Dr. Rud. Boettger,
für 1881, 36. Jahrgang“, enthält folgende interessante Abhand-
ungen:

Rihalt: Ueber gesundheitsschädliche Wirkung des Kattoffelzuckers. Von
dofrath Dr. J. Neßler. — Die Cementfässer ais Lagerfässer in den Vier-
rauereien. Von Gustav Stange. — Reinigen von Spiritus. — Eine
Iniversal⸗Schälmaschine. — Ueber den Farbstoff des Rubus Chamaemorus.
bon Cech. — Weiße Nickelbronce. — Amerikanische Mineralsle. — Zur
Fabrikation der Schwefelsdure. — Copirverfahren. —— Dudleves Vrufung
auf Stärkezucker (Glykose.)

Miscellen: 1) Ueber elastische Erscheinungen. — 2) Signirtinte. Von
dr Berina. — Decorationen und Zeichnungen ieden Colpriis in Kei-—

—
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        Zummifarben fledenlos zu laciren. — Nachweis des Amylalkohols. — 5)
ãeber die Verflussigung des Ozons und seine Farbe im Gaszustande. Von
— Verhalten der Stärke gegen
lyeerin. — Goldfirniß für Metalle. — 8.) Neues Mittel gegen Zahnschmerz.
Broncirung von Eisen. — 10) eine neue Reaction auf Gallussäure.
1ij) Adhasionsfett fur Lederriemen. — 12) Fur Maler und Anstreicher.

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22
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ziehung am 28. Fobr. 1881
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I. 46, 000. - 2a. 12, 000. - M. 6, oo0.-
. 2, 000.- Ja. 2, 000.- eti.

Es veortheilen vich:
240,000 Maurse
vaar Geld auf I2, 000 Gewinno, so data
auf 25 Loose
bereits sim Trosfer Kommt.
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Sonntag, den 16. Januar
1881.

Deutsches Reich.

Unterm 18. Jan. wird aus Berlin gemeldet: Der Kaiser
empfängt fortgesetzt in gewohnter Weise Vorkräge, hat aber einer
leichten Erkältung wegen seit zwei Tagen das Zimmer nicht verlassen.

Am Abend des 13. Januar fand in Berlin eine Versamm⸗
lung von 300 Wahlmännern aus sämmtlichen Berliner Landtags-
wahlkreisen Statt, wobei ein Antrag angenommen wurde, der die
Heyereien der Mitglieder verschiedener religiöser Bekenntnisse gegen
aͤnander entschieden verurtheilt. Es wurde ferner darin ausge⸗
sprochen, daß nur im friedlichen und einträchtigen Zusammen⸗
wirken aller Kräfte des nationalen Lebens, vor dem kein Unterschied
des Bekenntnisses Berechtigung hat, die Wohlfahrt des deutschen
Reiches und seiner einzelnen Bürger gedeihen kann.

Bis zum Augenbücke haben sich achtzig preußische Städte mit
einem Betrage von rund 400,000 Mk. an dem Hochzeitsgeschenke
fur den Prinzen Wilhelm betheiligt.

Dem Bundesrath liegt nunmehr das sog. Wehrsteuerge⸗
jetz vor, nachdem die Ausschüsse, welchen der Entwurf zur Vorbe—
rachung übergeben war, Bericht erstatiet haben. (Es bezweckt, daß
die, welche nicht in das Militär eingereiht werden, dafür eine Ab⸗
gabe zahlen.)

Die offiziöse „Nordd. Allg. Zig.“ schreibt: „Zu den wichtig⸗
sten Vorlagen, welche den Reichstag in seiner bevorstehenden
Session voraussichtlich beschäftigen werden, gehört der Gesetzentwurf
über die Versicherung der Arbeiter gegen Unfälle. Durch denselben
wird der Versuch gemacht, durch Einführung eines allgemeinen
Versicherungszwanges den Arbeiter gegen die Folgen nicht blos der
haftpflichtigen, sondern aller Unfälle sicher zu stellen, ohne daß ihm
jelbst ein pecuniäres Opfer zugemuthet wird. Das Geset ist ein
erster Schritt auf der Bahn einer gesunden, staatssocialistischen
Politik.“ Etwas Näheres uͤber den Entwurf theilt das Blatt nicht
mit, vielmehr beschränkt es sich darauf, an einige Aussprüche des
Fürsten Bismarck zu erinnern, in denen er sich bereit erklärt, alle
„ehrlichen“ positiven Bestrebungen zur Verbesserung der Lage der
Arbeiter zu unterstützen, ohne dabei vor dem Gedanken der Staats-
hilfe zurückzuschrecken.

Ausland.

Dem „Rappel“ zufolge würde der französische Finanz⸗
minister im Juli 800 Millionen Francs 8-procentige amortisirbare
Rente ausgeben, welche zur Vervollständigung des Militärmaterials
und großer öffentlicher Arbeiten bestimmt seien.

Osmann Pascha der Sieger von Plewna, ist jetzt wieder
zum Kriegsminister ernannt und gleichzeitig sind der bisherige
Kriegsminister und der Generalstabschef verhaftet worden.

In der Grafschaft Longford (Irland) verhinderte eine
Volksmenge am Mittwoch den Gerichtsdiener, der mit einem Aus—
weisungsbefehl das Haus eines Pächters betreten wollte. Der Ge⸗
richtsdiener, begleitet von 350 Polizisten und einer Eskadron Dra⸗
goner kehrte am Donnerstag zurück. Die Menge drohte, der Magistral
ließ die Aufruhrakte verlesen, worauf die Polizisten mit dem Bajonnet
die Menge zurkdrängten; die Dragoner rückten vor und der Ge—
richtsdiener konnte die Mandate einhändigen.

Zwischen den Vereinigten Staaten und China ist ein Ver—
trag zu Stande gekommen, wonach Amerika das Recht zustehen
soll, die Zahl der chinesischen Einwanderer zu beschränken oder
deren Einlaß gänzlich zu verbieten. Dagegen wird den Amerika—
nern der Handel mit Opium uniersagt.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Von der Strafkammer des k. Landge⸗
richts Zweibrücken wurde am 12. ds. Mts. 4 Bergleute von hier
wegen vorsätzlich und gemeinschaftlich verübter Körperverletzung des
Feldschützen Becker von Sellbach, einer derselben außerdem wegen
Vorgehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt, dieser letztere
zu einer Gefängnißstrafe von drei Monaten, die drei übrigen zu
einer Gefängnißstrafe von je 2 Monaten verurtheilt.

Nach dem Ergebnisse der Volkszählung pro 1880 beträgt
die Zahl der männlichen Bevölkerung in der Pfalz 331,482
der weiblichen 344,616, sohin im Ganzen 676,098 Einwohner.
1875: männl. Einwohner 313.1653: weibl. 328.089. Gesammt⸗

bebölkerung 641,2854). — Zunahme gegen 1875: männl. Bevölker⸗
ung 18,317; weibl. 16,3527, im Ganzen 23,844 Personen oder
5 4o. — Im Jahre 1880 treffen auf einen DIftilometer 114
kinwoher (gegen 108 im Jahre 1875).

'In Schifferstadit wurde der Nachtwächter Lochner,
Vater von 5 Kindern in der Nacht von Sonntag auf Montag,
As er mehreren Exzedenten bei Verübung von Unfug Ruhe ge⸗
hieten wollie, von Martin Reeb, ebenfalls Vater von 7 Kindern,
nit einem Messer so schwer im Rücken verletzt, daß seine Wieder⸗
Jerstellung sehr im Zweifel steht. Der Thäter wurde früher schon
jfter wegen Unfug, Wildfrevel u. s. w. bestraft.

p Das Minͤsterium des Inneren hat dem Geflügelzuchtverein
u Kaiserslautern aus Staatsmitteln 200 M. gewährt zu
hreisen bei der von demselben auf den 3. bis 5. April anberaumten
Beflügelausstellung.

FBei Landau an der Isar ist ein ganzer Berg in's Rutschen
gekommen; die größten Bäume sind förmlich im Boden versunken.
Man glaubt, daß Wasser sich im Inneren des Berges angesammelt
und da einen See gebildei hat, der einen Ausweg fand und viele
Tausend Kubikmeker Erde nachriß.

— Betreffs des kürzlich bei Brebach abgefangenen Wilddiebes
(s. Nr. 8 des „Anz“) erfaͤhrt die „S. Z.“ noch, daß derselbe ein
alteres, schon mehrfach wegen Jagdfrevels bestraftes Subjelt ist.
Ddas bei demselben beschlagnahmte Reh war nicht auf dem Halberg
geschossen, wie vermuthet wurde, sondern mittelst Schlingen auf
dem Jagdgebiet der Herren Gebr. Krämer gefangen worden.

4 Eine rauchverzehrende Lolomotivfeuerung für Steinkohlen
geringster Qualität ist unterm 23. Dezbr. v. J. dem königl. Ma—
chinenmeister, Herrn Nepilly zu Saarbrücken patentiert
ind unterm 2. Januar er. vom Reichseisenbahnamte den Verwalt⸗
ingen zur Anwendung empfohlen worden. Unsere Leser wird es
jewiß interessieren, darüber etwas Näheres zu vernehmen. Die
xkErfindung ist für die Saarkohlen außerordentlich wichtig, da es
hbisher noch nicht gelungen war, die höchst unangenehme charakte⸗
ristische Eigenschaft derselben, nämlich das starke Qualmen zu pa⸗
ralisieren. Dadurch, daß dies Herrn N. durch seine Vorrichtung
jetzt vollständig gelungen, ist jedenfalls dem reisenden Publikum eine
große Wohlthat erwiesen. Dadurch aber, daß die Konstruktion er⸗
möglicht, auch mit den geringsten Kohlensorten sogar für die größten
Fahrgeschwindigkeiten den erforderlichen Dampf zu produzieren, wird
ine amtlich konstatierte Ersparniß von ca. 1300 Mark pro Loko⸗
notive und Jahr erzielt. Die Ersparniß liegt lediglich in der
ßreisdifferenz zwischen der jetzt verwendbaren Siaubkohle gegen die
rüher verwendete Stückkohle. Bereits laufen auf der Saarbrücker,
Mosel⸗ und Rhein⸗Nahebahn 25 Lokomotiven mit der Neuerung
ind werden zur Zeit sowohl für die Reichseisenbahn Elsaß⸗Loth⸗
ringens, wie auch für die übrigen Bahnen des Frankfurter Direktions⸗
bezirks verschiedene Lokomotiven damit ausgerüstet, so daß zu er⸗
varten steht, daß das Absatzgebiet der Saarkohle dadurch nicht un⸗
erhebliche Erweiterung findet, weil viele Bahnen bisher die Saar⸗
iohle lediglich ihrer qualmenden rußenden Eigenschaften wegen nicht
verwendet haben.

Aus Bruchsal wird der „Bad. Landesztg.“ geschrieben,
daß der in Würzburg wohnende Vicomte von Monmot (Franzose).
welcher das dortige Schloß kaufen will, für eine vorgeschobene Per⸗
on angesehen wird und daß einem Gerücht zufolge der eigentliche
daufliebhaber der Kaiser von Rußland wäre, welcher es für die
Fürstin Dolgorucki erwerben will.

FAus München wird eine Kommission von Beamten der
Verkehrsanstalten sich nach Karlsruhe begeben, um daselbst
bon der Einrichtung der Zentralweichen auf dem Bahnhof Einsicht
zu nehmen.

4(Altbayerisch.) Wastlbauer: „Woiz?“ Lehrer: „Hoi z!
Wastlbauer: „Soitz!“ (Auf deutsch: „Was wollt's?“ „Holz!“
Sollt's haben!“)

Kölnert Dombaulotterie: 75,000 M. gewann
Nr. 208,217; 30,000 M. Nr. 221, 164; 15, 000 M. Nr. 2432988;
3000 M. Nr. 150,713; 8000 M. Rr. 84,586; ie 1800 M.
hàr. 8814 und Nr. 192.234
        <pb n="36" />
        4 Ein Unglück hat sich in der Nacht vom 11. zum 12. ds.
im Antwerpene« Zoologischen Garten ereignet. Das Affen⸗
haus ist abgebrannt und die darin befindlichen armen Vierhänder
find sämmtuch umgekommen. Es waren seltene schwer zu ersetzende
Arten darunter.

Brüssel, 10. Januar. Sonntag Nachmittag war auf
dem Ettlerbecker Teich eine große Menge von Schlittschuhläufern
versammelt, als plößlich sechs Personen einbrachen. Nur zwei
konnten gerettet werden, dier verschwanden unter dem Eis und
wurden erst nach einigen Stunden aufgefunden. Es waren drei
junge Männer und ein 17jähriges Mädchen.

7 Wie man gut und billig speist — das lehrt nachstehende
kleine Geschichte: Dieser Tage erschien in einer der ersten Pariser
Restaurationen ein elegante gekleideter Gentleman, der sich ein lukul⸗
lisches Diner serviren ließ. Feine Weine, Geflügel, Wildpret,
nichts durfte fehlen. Der Hert aß als Gourmand und trank als
Keuner.“ Er waͤr eben beim Dessert angelangt, als ein Fiaker vor
—
und verlangte den Wirth zu sprechen. „Ich bin Agent der Sicher—
heitsbolizei? sagte er zu“ diesem 8 und bin beauftragt, einen des
betrügerischen Bankerotts“ beschuldigten Kaufmann zu verhaften,
dessen Signalement ich Ihnen vorweise. Wir wissen mit Bestimmt-
heit, daß er hier speist.“ „Ganz richtig, dort unten sitzt er,“ fuhr
der Agent fort, indem er auf den' eleganten Herrn hinwies, der
eben angelegentlichst damit beschäftigt war, einen Bordeaux⸗Wein
ersten Ranges zu kosten. „Wir wünschen keinerlei Aufehen zu machen;
seien Sie daher so freundlich, unseren Mann zu verständigen, daß
der Baron L. ihn zu sprechen wünscht. Er wird herauskommen
und die Angelegenheit im Handumdrehen ohne Skandal geordnet
sein.“ Der Wirth beeilte sich, dieser Abrede gemäß zu handeln;
der Fremde schien durch die Mittheilung, daß Baron L. ihn er—
warte, sichtlich erfreut, ließ sich rasch noch eine Havannacigarre
geben und eilie auf den Boulevard hinaus. Der Agent verhaftete

hn sofort. Der Fremde war wohl etwas verwirrt, leistete jedoch
einen Widerstand, sondern stieg in den Fiaker, der rasch davonfuhr.
Tags darauf präsentirte der Wirth anf dem Polizei-Kommissariate
die Rechnung für das Diner, welche sich auf eine ganz anständige
Summe belief. Auf der Polizei wußte man jedoch noch nicht das
Mindeste von einer unter ähnlichen Umständen durchgeführten Ver—
haftung und die Heiterkeit, welche sich unwillkürlich des Kommissars
uͤnd der übrigen anwesenden Beamten bemächtigte, ließ den Re—
staurateur begreifen, daß er einem geschickten Gauner und dessen
nicht minder geschickten Spießgesellen zum Opfer gefallen sei.

4 Ein Schmeerbauch als Wiederlegung. Vor ihrer Rückkehr
in die Heimath sprachen die Abgeordneten aus Tyrol bei Minister
Taaffe vor, uin sich und das Land dem Schutze des Ministers zu
einpfehlen und bezüglich der Grundsteuer zu erklären, daß das Land
unmöglich höhere Lasten, als es bisher trägt, auf sich nehmen könne.
Die Petenten, welche eine ernste Antwort auf diese ernste Bitte
zrwarteten, waren nicht wenig überrascht, als Graf Taaffe einem
etwas beliebten Abgeordneten vertraulich auf den Bauch klopfte und
die denkwürdige Worte sprach; „Mein lieber, so lange das Land
olche Bäuche nährt, wie den Ihrigen, hat es dort mit der Noth
aicht viel auf sich!“

—FAmerikanisches Duell. Im amerikanischen Re—
dräsentantenhause kam es vor einigen Wochen zu einem skandalösen
Streit zwischen dem alten General Weawer mit dem Volksvertreter
Mr. Spharks und nur durch die energische Intervention der Kol—
egen konnte eine thätliche Ausartung hintangehalten werden. Mr.
Spharks schickte dem alten General, welcher als ein Haudegen, der
aus den lehten Kriegen eine Menge Narben aufzuweisen hat, be—
kannt ist und allenthalben als ein Mann gilt, der sich vor einer
Kugel nicht fürchtet, eine Herausforderung. General Weawer nahm
aber das Duell nicht an und sendete die Sekundanten zurück mil
der Antwort: „Er habe alle Löcher am Leibe, die er brauche.“

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. D meß.

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Der St. Ingaberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsévreis beträagt vierieljahrlich

1 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 —, einschließlich 410 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Außwarts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Naum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.

—
AIsi. IJ ——

Dienstag, den 18. Ignuar

18sl.

DSôeutsches Reich.

Aus München schreibt man dem „Nürnb. Corr.“ „Das
kgl. Stastsministerium des Inneren hat sich veranlaßt gesehen,
in Folge des Umstandes, daß die von Berlin ausgehende antisemi⸗
tische Vewegung auch in Bayern Boden zu gewinnen sucht, durch
die kgl. Regierungen die Distrikispolizeibehörden zu beauftragen,
diesen Verhaͤltnissen die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden und
dafür Sorge zu tragen, daß veranlaßten Falles durch aufklärende
Belehrung und, soweit nöthig, durch Geltendmachung gesetzlicher
Minel der Bewegung im ersten Entstehen wirksam entgegengetreten
werde.“

Aus München geht mehreren Zeitungen die Nachricht zu,
die bayerische Regierung habe im Sinn, auch einen Eisenbahnrath
(nach dem Muster des Reichslandes und Badens) einzurichten.

Bezüglich der Herstellung künstlicher Weine wurde vom Steuer⸗
ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer nach Antrag Buhl
beschlossen, die Besteuerung dieses Geschäftszweiges nach der Menge
des Erzeugnisses vorzunehmen und für jeden Hektoliter eine Steuer
don 10 M. zu berechnen.

(Bayerische Armee.) Durch ligl. Entschließung wurde
bestimmt, daß im Rechnungsjahr 188182 von der Ersatzreserve
1. Klafsse 4629 Mann zu zehnwöchentlichen Uebungen bei der
Infanterie und Fuß⸗Artillerie einberufen werden sollen. Zur In⸗
fanterie des 1. Armeecorps sind 2188 Mann, zu der des 2. Ar⸗
meecorps eben so viel, zum 1. Fußartillerie-Regiment 131 Mann
vom 2. Armeecorps einzurufen.

Nach Berliner Mittheilungen soll sich der Reichskanzler Fürst
Bismark körperlich und geistig rüstiger und frischer als seit
langer Zeit befinden.

Ausland.

Zur Stimmung des frauzösischen Volkes wird mitgetheilt,
daß ein großer Theil gerade der gebildeten Klassen jetzt an Prãsi⸗
dent Grévy eine Urt don Schutz gegen Gambetta sucht und der
letztere sich jetzt häufig zum Gegenstande von Karikaturen gemacht
sieht. Der Ausgang der Gemeindewahlen in Paris hat sein An⸗
jehen zwar nicht erhöht, auf dem Lande aber ist dasselbe offenbar
noch gewachsen und läßt für das persönliche Duell zwischen ihm
und Grévy bei den im Herbst bevorstehenden politischen Wahlen
einen Ausgang zu seinen Gunsten voraussehen. Was aber für
Furopa und speziell für Deutschland das System Gambetta bedeutet,
wissen Alle.

Die bedeutendste Neuigkeit in der sich langweilig hinschleppen⸗
den griechisch⸗türkischen Angelegenheit ist die von einem di—
rekten Eingreifen des deuischen Kaisers. Wie dem Wiener, Frem⸗
denblatt“ aus Berlin gemeldet wird, wurden vor einigen Tagen
durch einen Feldjäger wichtige Depeschen an den Sultan geschickt,
worin der Rath enthalten war, die Türkei solle sich so lang wie
möglich in der Defensive gegenüber Griechenland halten, um so
diesem die Verantwortung fuͤr jede Störung des europäischen Friedens
auserlegen zu können. In Athen scheint man aber zum Aeußersten
enischlossen und bespricht die Unvermeidlichkeit des Krieges selbst auf
die Gesfahr eines voraussichtlich ungünstigen Ausganges hin. Man
befürchtet dort, jedes Ansehen bei den fünf Millionen unter tür⸗
kischer Herrschaft lebenden Griechen zu verlieren, wenn man sich
nach all dem Säbelgerässel jetzt wieder ruhig verhalten wollte.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Die hiesige protest. Pfarrgemeinde ver—
liert ihren langjährigen Seelsorger: Herr Pfarrer Krieger wurde
als Pfarrer und Deckan nach Kirchheim bolanden ernannt.
Fast ein halbes Menschenalter übte er hier die Seelsorge aus, zu—
—I Okt. 1862
als Pfarrer. Während dieser Zeit hat er sich um die Entwickelung
der hiesigen prot. Gemeinde, deren Seelenzahlindessen von etwa 400
auf etwas über 2000 gestiegen ist, unschätzbare Verdienste erworben.
Denn hauptsächlich nur sein en Bemühungen ist es zu danken, daß
die Gemeinde in verhältnißmäßig kurzer Zeit Kirche, Pfarrhaus
und Diakonissenhaus erhielt, daß in Ensheim Betsaal mit Pfarr⸗
wohnung und Schulsaal erbaut und daselbst ein ständiges Vikarial
errichtet wurde

*St. Ingbert, 18. Jan. Nächsten Donnerstag, 20.
ds. Mis., wird Herr kgl. Bezirksamtmann Dr. von Schlag—
intweit unsere Stadt mit seinem Besuche beehren.

* In der am Samstag Abend stattgehabten Generalversamm⸗
ung des Musikvereins wurden in den Ausschuß wieder gewählt:
hr. Oberamtsrichter König als 1. Vorst., Hr. Realienlehrer
Schlick als II. Vorst. Hr. Kaufmann Fischer als Sekretur
und Hr. Stadischreiber Bayer als Rechner. Von den Altiven
Jes Vereins waren schon vorher Hr. Sch ade wintz wieder als
Ddirigent und Hr. J. Schu ster, Schreiner, als Archivar ge⸗
wählt worden.

* Am Sonntag Mittag wurde in der Nähe von Lau tz⸗
kirchen ein Bahnwart Namens Keßler, der, nachdem er kurz
dor Eintreffen des Zuges die Barriere geschlossen hatte, sich nun
wieder über das Geleise zurück auf seinen Posten begeben wollte,
von dem inzwischen angekommenen Zuge am Mantel erfaßt und
eine kurze Sirecke fortgeschleift. Die Verletzungen, die er dabei
erhielt, follen glücklicherweise nicht lebensgefährlich sein. (Der Ver⸗
unglückte sei wie die „Pf. Pr.“ berichtet berrits doch gestorben.
Er hinterläßt eine Wittwa und zwei Kinder.)

*In Walsheim bei Blieskastel fiel vor einigen Tagen
das 4jährige Kind eines Ackerers in ein Gefäß mit kochendem Wasser
ind verletzie sich dabei so schwer, daß es bald darauf unter fürchs
erlichen Schmerzen starb.

* Die Jahresförderung pro 1880 berechnet sich für die kgl.
dreußäisschen Steinkohlengruben des Saarbezirks auf 5,211,389
Tonnen (104,227.,780 Etr.) gegen das Jahr 1879 wurden mehr
gefördert 746,429 Tonnen oder 162 Prozent.

4Der wissentliche Verkauf von verfälschten Nahrungs- oder
Henußmitteln unter Verschweigung dieses Umstandes ist nach einem
Frkenntniß des Reichsgerichts, III. Strafsenats, vom 18. Novem⸗
ber d. J. (der ersten Enischeidung des höchsten Gerichtshofes in
Bezug auf das Nahrungsmittelgesetz vom 14. Mai 1879), aus
z 10, 2 des Nahrungsmittelgesetzes zu bestrafen, auch wenn die
herfälschung nur in dem Zusatze geringerwerthigen Stoffes zu
einem höherwerthigen besteht und durch diese Zusammensetzung das
Nahrungs⸗ oder Genußmittel weder unbrauchbar, noch s chädlich wird.“

4 Ein Gläubiger, welcher nach erlangter Kenntniß von der
Zahlungseinstellung seines Schuldners zu seiner Begünstigung und
zum Nachtheil der übrigen Gläubiger von dem Gemeinfchuldner
sich befriedigen läßt, ist nach einem Erkenntniß des Reichsgerichtes
m Sinne der deutschen Konkursordnung nicht strafbar; auch ist er
uicht als Theilnehmer dieser auf Seiten des Schuldners strafbaren
handlung aus 8 49 Str.⸗G.«B. zu bestrafen.

p In Siegelbach stürzte am Samstag ein gewisser Hein⸗
rich Wenzel aus Reunkirchen plötzlich todt auf der Straße nieder.
der Verstorbene war, wie man der „K. Z.“ berichtet, sehr ärmlich
sekleidet und hat wahrscheinlich die sehr strenge Kälte zu seinem
Tode beigetragen.

Wie dem „Pf. K.“ aus sicherer Quelle mitgetheilt wird,
zeabsichtigt der kgl. Kammersänger Nach bauer, Mitglied der
Münchener Oper, wohl der erste Tenorist un serer Zeit, nächsten

Zonniag den 23. Januar in Gemeinschaft mit Fräul. Susanna
Schmidit im Saalbau zu Neustadt ein Konzert zu geben.
Fräul. Schmidt, welche ihre Studien unter dem Maecstro Lamperti
in Mailand vollendet hat, ist ein pfälzer Kind, Tochter unseres
geschätzten Abgeordneten Oberstlandesgerichtsrathes Schmidt in
München.

4 unter dem Titel „Die Judenfrage“ ist eine vom protestan⸗
ischen Pfarrer Piton in Annweiler am 9. ds. Mis— gehaltene
ßredigt im Druck erschienen (Preis 20 Pf). Piton bringt den
lten Spruch in Erinnerung: „was du nicht willst, daß man dir
hu', das füg' auch keinem Anderen zu“, und giebt zu bedenken,
zaß die Deuifchenhetzen in Petersburg und Pest, über die wir uns
mit Recht beklagen, genau derselben trüben Quelle entstammten.
vie bei uns die Judenhetze, daß es immer und überall unrecht ist
ind bleibt, für Verfehlungen Einzelner eine Gesammtheit büßen
zu lassen.

Zu wiederholten Malen wurden neuerdings von der Haupt⸗
        <pb n="38" />
        wache in Fraukfurt g. M. während der Posten auf- und ab—
ging, Gewehre gestohlen, ohne daß es gelungen wäre, den frechen
Dieb zu erwischen. 5
F Handelsmann Levy aus Göckingen, welcher vor
einigen Tagen durchgebrannt ist, hat nicht nur seine ehemalige
Dienstmagd, sondern auch 10,000 Mark in Baar mitgenommen.
247 Im Münchener „NAerztlichen Intelligenzblatte“ äußer!
sich Herr Prof. Dr. Oertel über den Kuß alsInfektionsträger:
Die Infektion durch Küsse ist eine weite intensibere als die durch
die übrigen Infektionsarten. Durch einen Kuß von einem Munde,
der diphtheritisch infizirt ist, wird eine weitaus größere Menge von
Giftstoff auf die Lippen des Anderen verpflanzt, als durch Ein—
athmung allein in die oberen Partien der Respirationswege gelangen
lann, wie auch nach unseren Erfahrungen jene Fälle am Schlimmsten
pexliefen und zumeist tödtlich endeten, in welchem Schleim, Exudat⸗
dier oder kontagiöses Blut in den Mund des Untersuchenden oder
perirenden gelangte. Belege dafür sind die nur zu zahlreichen
Jodesfälle unter den Aerzten sowohl der früheren Jahre wie der
venesten Zeit.“
. xUeber das Ueberhandnehmen der Konkurse und Verkäufe in
Piederbahern schreibt die „Pass. Ztg.“: „Wer jetzt auf dem
dande strecenmeise einherwandert, der sieht, daß mit einem Male
der Fahre oder Gehweg über ein Feld hinführt, das nichl gepflügi
und nicht hebaut ist; um abzukürzen oder hequem zu gehen, schlägt
man den Weg über dieses Feld ein, denn „dieses Feld ist auf der
ant.“ Kommt man in ein bekanntes Doxf und will bei dem
Wirthe, wo man voriges Jahr zugekehrt hat, barnln“, so erschein⸗

lein Hausknecht, der die Pferde bedient, „denn das Wirths—
haus ist auf der Gant“. Fragt man, warum denn bei dem
Kirchenkrämer der Laden nicht aufgemacht wird, so heißt es, „der
Krämer ist auf der Gant?. Da unten ist eine schöne Mühle, ein
Bach fließt murmelnd dahin, und bei der Wehr fragt eine Welle
die andere: Warum geht denn das Mühlwerk nicht? „Weil die
Mühle auf der Gant ist“ wird geantwortet und mit Gezische und
Gebrause stürzen ssch die Wellen über die Wehr hinab.“

FVonder Pegnitz, 12. Jan. (Eine Weite.) Der
„Fränk. Kur.“ schreibt: In der Stadt Hersbruck lebt ein Apostel
Mahner's, der auch im Winter bei strengster Kälte ein offenes
Flußbad zu den größten Annehmlichkeiten seines nicht unangenehmen
Daseins rechnet. Derselbe ging nun letzten Sonntag die Wette
ein, trotz der an diesem Tage herrschenden Kälte ein Bad in der
Pegnitz zu nehmen, und gewann sie auch vollständig, denn noch
in später Abendstunde (Nachts halb 11 Uhr) durchschwamm er die
Pegnitz mehrere Male, ohne auch nur das Geringste unter der
Temperatur von — 6 9 zu leiden.

F Ein Strike (Arbeitseinstellung) der Kohlenarbeiter in
Lancaster (England), der vor einigen Tagen ausbrach, isf
wesentlich im Zunehmen begriffen. Es feiern 50,000 Arbeiter.
Die Kohlenpreise steigen. Mehrere Fabriken wurden geschlossen.
In Wingan erfolgte ein ernster Zusammenstoß zwischen den Stri⸗
kenden und Arbeitenden. Die einschreitende Polizei wurde zum
Rückzug gezwungen und hat Verstärkungen verlangt. Es fanden
schwere Verwundungen Statt.

Für die Redaction verantwortlich:
ee.
ddvigehahuer Dehpp dDiberütch 48 Pohrrp Dchetin
HGewinne: 12453,000 —5 22*12,000 ——— 44000 3 623000 M3; 752000 M
58 20990 4 2e.
Die General-Agentur: A. « 3. Schuler. Zweibrücken.
gölasschranken Schaftem
kleine Decimalwaage,
sodann 1 Kleiderschrank
1 Canapee, 1 Arbeitstisch⸗
chen, Tische, Stühle, Bil⸗
der, 1 Uhr, Weißzeug, so⸗
wie sonstige Haus⸗ und
Küchengeräthhe
öffentlich gegen Baarzahlung ver⸗
steigert. 1—
St. Ingbert, 18. Jan. 1881.
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.
1000 Marb.

—WMeitati Zuwangsversteigerung.
Licitation. Vrgnay den g Januar
nächsthin, Morgens 9 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirths⸗
behausung des Friedrich Friedrich
versteigere ich zwangsweise gegen
Baarzahlung:5
2. Canapee, 2 Pfeiler—
schränkchen, 1 Secretär, 1
Chiffonier, 2 runde Tische,
2 Spiegel mit Goldrah—
men, 1 Kleiderschrank, 1
Fauteuil, 3 gepolsterte
Stühle, 1 Nachttischchen,
3 Oeldruckbilder, Jkleine
Dezimalwaage, J kupfernes
Kesselchen, 1 Penduluhr,
1 Blumentisch, 1 Wagen
mit Dielen, J Kartoffel⸗
mühle, 1 Rübenmaschine,
JFutterschneidmaschine und
onstige Gegenftände.
St. Ingbert, 15. Jan. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Mittwoch, den 2. Februar
1881; Nachmittags 3 Uhr, zu
Rohrbach, in der Wirihschaft
von Johann Abel, Wittwe,
Wwerden durch den unterzeich⸗
netenn Amtsverweser des kgl.
Notär Franz Sauer zu St
Ingbert, die nachstehend bezeich⸗
neten Liegenschaften in der
Steuergemeinde Rohrbach, öffent⸗
lich, der Abtheilung wegen, zu
Eigenthum versteigert:
Plan-⸗Nr. 16194, 50 qm
Fläche, Wohnhaus und Hof
und Plan⸗Nr. 1618, 80
ijm Garten dabei, das
Ganze aegen zu Rohr⸗
bach an der Kaiserstraße;
— Konkurs⸗
—X in der obern Versteigerung.
Plauder. 336, 18 270 Dienstag, den 25. Januar
qm Acker hinter Neufelder⸗ 1881, Morgens 9 Uhr, in der
ahnung; — Behausung der Eheleute Hein⸗
Plan⸗Rt. 1488. 8 a 50 rich Behr, Schlosser und Kauf—
qm Acker am Spieserflur; mann und Katharina Weirich
Plan⸗Nr. 1489, 9 a 50 u St. Ingbert, werden auf
qm Acker allda. Anstehen von Philipp Fitz, Ge⸗
Eigenthümer sind: schäftsmann daselbst, als Ver⸗
) Nikolaus Hen rich, Berg walter der Concursmasse der ge⸗
mann in Alschbach; dachten Eheleute Behr,
D)dessen Kinder, erzeugt mit die sämmtlichen noch vor—
seiner verlebten Ehefrau Karo— handenen Waarenvorräthe,
line Oberhauser, als a. Pe⸗ als Zucker. Reis, Gerste
ter, b. Philipp, e. Katharina Erbsen, Linsen, Bohnen
undd. Andreas Henrich, welche Surrogate, Eichorie, Wolle—
ihren genannten Vater zum Vor— und Wollewaaren, alle
munde und den Valentin Ober— Sorten Kleiderstoffe, Sia—
hauser, Bergmann in Rohrbach mois, Kattun, Kragen,
zum Nebenvormunde haben. Manchetten, Spitzen, Litzen
St. Ingbert, 16. Jan. 1881. — F
ern, — ferner eine vollständige
K. Auffichneider, daden⸗Einrichtung, besie⸗
Amtsverweser. hend in einer Theke zwe
Druck und Verlaa von F. X. Deme uin St. Inagbert.

Zwangsversteigerung.
Samstag, den 22. Januar
aächsthin, Morgens 9 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirths⸗
behausung des Friedrich Frie⸗
drich versteigere ich zwangsweise
gegen Baarzahlung:
15 Blumenstöcke, 11 Gänse,
10 Hühner, 2 Eggen, 2
Pflüge, 1 Küchenschrank,
ca. 13 Ctr. Weizen, ca.7
Ctr. Hafer, 1 Partie Hafer⸗,
Weizen⸗ und Kornstroh und
ca. 300 Ctr. Kartoffeln.
St. Ingbert, 15. Jan. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Segen Gicht, Kheamatismus ꝛc., selbst in
janz veralteten Fällen, wird Rxos. Dumont's
ee rheum. 114q.) von vielen

ausend glückl. Geheilten als einzige⸗ Ra-
dicalmittel auf's Warmste empfohlen. Erfolq
gründlich. Fuͤr d Heilwirkung wird m. vob
Sunune garantirt. Preis 1/, gi. M. 3, ih, gl
M. 5 gegen Voreinsog. eder Nachnahine vorn
General ⸗Depot: I. Zehger in WMainz.

8
—A
—
—2 —

— — —ñ— — ——

Unsere heutige

Nünmmer bringt fuͤr

alle Abonnenten eine Extra⸗
Beilage des rühmlichst bekann⸗
ten Beuedietiner⸗Doppel⸗
rauter⸗Magenbitter von
C. Pingel in Goͤttingen.
Liederlage in t. Ingbert bei
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        22
—22 5— 25 822 2 —X 2ꝰB22. 322328388 588 83
58 35578 — 33535 2855585 —3333333835538 33 5
* * —23..8 — 5 * * ꝛ — 2* —E—— —5 43
535 25 —— 28 22* —X — —
38 355 à353 6 — —33 838 73333 2 —
539 DA2 2.3 38 — 833 537 —
28 e 85.56 322 53322 —— 553223* 5 33* ES 3. —
3352—* 22 53. 55538255 2 88 225332 5 * S 2 5 2
255 58 555—5 555362 — — 5 583 583 5
z75—32 32 —— — 33 3 —
2, —5533535 8 — 2355323;5 * 832 5 2
3 ——533 5383 3
—22 —266 8* 2224 853 — — — 2233 2535 533 2*
8 2 52 3 — 323
5 2,*22 2* — 715* —*8 p — —— 55— 33* 8 2
— —236 3— 533—55 *2 72 —— 835833* 3252232 32 2
— — 82 — —53 2 55 8 —— 3* 6 23 ** 35
———— 5383 3—— 3 S 84 8* 23885 338 2
— 2728 5. 2388 33 7 3 8* —73385323558,325 5
5368 — 32* 2 * 538238 3 3 —AX —AA — **
5323*5*82 3533 —238283 3—23 Z
Q5 8 52 —2—58 335 323 — — 2
222 —2 — —— — 55 ———8 3 —53—3
—— 5 55 ⸗ W —728 8 583585 3 3553225
—— 8 823* —c 38653 — 2*5z358 —22
—— — 235382333 25322 w — 33*8 2
358 * 353 3 5* ———— — 35— — 2 *5357 55
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55585565535 2
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5252 — 52855 — — 54 ——c— 32583 22
3 229 —3237 8 22 522528
— —* —5 8553 5832 * 23 —32 5535553 3
235 Ev 23333 57 23 83 9 —533553253
—8 — 355 2 * — — 22 ——— 5338 — 3355332355
ẽ — — 525 — 4 —X *832383333527 533 528
—2 * —— 32258* 2*5 25 525 — —ùͥ v 7 338 558
57 3*83 8 8 28 35233357 —z 53368
—,2 525 2* — 28— 22 —⁊ * J b 835355* 5532
5 8328 * 5 — 3 —8 — 5 38 * 73
88 24 2828 855 3* 228 R. 2 528 —528 3*
5* J A— 32 EM c —8 555 * —3— 322,3 3228 — — 2
22 z3 555 — 2 2 2 5E75 52355 W 52538 53
2 23*3 — * 5355 — —858 — 28*8 —83838 z28 —835
*8 * 38 2 — * 2* ———— — 28 *
—8 5 585 53 5*5 * 27 5 ——52 * * 2
3 — 3* 38 52 ⁊* 23.3 5 —x —38337 2352E
38257 8* 5 5 —A —E * 23 2525 — 23
3 25 S S.2 —*5 73803 —W * *2 * 58 2233283 5235*
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—— — —A —— 2558 — 838328* —55 O *
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—E 2E5 — 558— 5—25323 8 2823225 —s8352
82725533335 2 5 2335555 — — 5582
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*2 3528* 23 —8 53555 232* 4335 27 ——22
5553382385 2 3 —X O — 2 2385
— 78 2855 »53320 * —3823 2 —86 265
— 2 2523—62 5335635 ** 2 2* W 6
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— 5 1258606 —— 535* 2325
— 5.55 —— — ——— 3353—87 52
—— — 333 235
— * — — 23887
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5238522 — —— 233383 388357 7733 *5 55
— — X 2 2 — — 22 D.2 5z252 8 * — 5*8
— 338 5 2 38 3555 533835334 3553 257
5.8 —55 S z 227 5325230 5 3

235 2 O 525 2 2 25323 28* 2.5 532 —8826 28
—5—53 —2 —23 — 27 8528 — 5—— —— 22 5 5260
2 2 282 588 258 * * — 23— * —35—
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2582 2 — ð 8 — —2 * 2 —822 5 8B 23
3 38 — 82 25 2522 — 38—585338 525 53
5 3558 2 32 . 25 3 *83 53588 58853 58 B
8 — — — — 7 * 25 “s 35
58 sS 33828
2888 5132 33 835263377 8
2 — n — 3 — — — D —* ʒ . 2 ——
S 52 —— 22 * 8 ———— 22 2 * — — ——55
22 —525 * 825— — S 5 — —* 58* — 52*
* 8 S8 — — an5255 2 —325* 5838358538 22 12 —5
—A —553253 85 — — ————— *
—A 53252352 5* 5 22 — —— 245 S23 222
2 2* — — 28—* —8 —— —2 —A 2327 —8
— 5325 2585 235858—8 8327 —— 5822* 323525
—A —— AS3 8 —— 2353 ——
55635—35— 0 26 — ——— 268 — 2 ———2 5234
— * 2* — ————— *85 5525 27355284 2 2883
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235 5323—5— —82 5 5352 —8 —5 2 382 3
, —
53338335* —33262—8 58 5332 533335387
2358 —ez,83 252 52232562 —5223 53—z5— 833275 2 2
52 B35355357 —s —s — —8 cE
5222 —A 775 6e
233355 —3 ——
—33—3832—8 —435
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3 B82322 —
s 335533 53 3283 53555 8 3—883238
— —— —5833— 5 2 82523
2.2 83 5 —* 8 238272 — * SE
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5 32 5338——8 5 567
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—22 — —2 5.3 2 522 —3 — .2 —⸗
2 Ez *8 —— 8822
— 525325 — * — — 2 53 *8*232
5 352538—8 — 2588 c555
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3 333533 3 ———
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338 532323 332
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—358 55338 583
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8 I588 * 225
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52. 238 8833 3385*5 23253 538* 23356
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2 853 33 —8* 28285 2. 532 —
1333 5388 ——— —— 25
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betraägt vierteljahrlich
1AA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 10 60 H, einschließlich 40 A Zuftellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 J, von Auswaris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrisr oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.

—

Deutsches Reich.

Nach der diesbezüglichen Bekanntmachung des „Reichsanzeigers“
hesteht der preußische Volkswirthschaftsrath u. A. aus 19 Groß—
industriellen, 16 Gutsbesitzern, 11 Fabrikanten, 8 Kaufleuten, 9
handwerksmeistern und 6 Arbeitern.

In Centrumskreisen wird die Nachricht, daß die Curie ein—
ienkende Schritie gethan habe um die Einsetzung von Bisthums—
verwesern in den verwaisten preußzischen Dibcesen zu ermög—
lichen, bestätigt. I

Die „Nordd. Allg. Zig.“ veröffentlich; einige Privatbriefe des

Fürsten Bismarck an den verstorbenen Staatsminister v. Bülow,
welche die Geschichte des Abganges der Minister Delbrück und
Camphausen darstellen sollen, denen aber aller Wahrscheinlichkeit
nach auch eine Bedeutung für die Gegenwart nicht fehlt. NMan
glaubt, daß der Reichskanzler bei dem jetzigen Ministerium die
nöthige Unterstützung seiner Pläne nicht findet, und daß die Briefe
auf die Folgen aufmerksam machen sollen, die ein Widerstand gegen
den Reichskanzler nach sich ziehen würde.

Der dem Buudesrathe zugegangene Gesetzentwurf betreffend
die Versicherung der Arbeiter gegen die Folgen der beim Arbeits—
betriebe sich ereignenden Unfälle enthält folgende Bestimmungen:
Alle in Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen und
Gruben, auf Werften, bei Ausführung von Bauten und in Anlagen
für Bauarbeiten (Bauhöfen), in Fabriken und Hüttenwerken be—
schäftigten Arbeiter und Betriebsbeamten, deren Jahresverdienst an
dohn oder Gehalt nicht über 2000 Mark beträgt, haben sich in
Zukunft zwangsweise bei einer vom Reiche zu errichtenden und für
Rechnung desselben zu verwaltenden Versicherungsanstalt gegen die
Folgen der beim Betriebe sich ereignenden Unfälle zu versichern.
Als Jahresverdienst gilt das Dreihundertfache des täglichen Ar—
beiterverdienstes. Im Fall der Verletzung besteht der zu versichernde
Schadenersatz 1) in den Kosten des Heilberfahrens bis zum Veginn
der fünften Woche; 2) in einer vom Beginn der fünften Woche
für die Dauer der Erwerbsunfähigkeit zahlbaren Rente. Diese be—
trägt a) im Fall völliger Erwerbsunfähigkeit für die Dauer der—⸗
selben 66*8 Prozent; b) im Fall theilweiser Erwerbsunfähigkeit
dagegen für die Dauer derselben einen Bruchtheil der Rente unter
a, jedoch nicht unter 25 und nicht 50 Prozent des Arbeitsber⸗
dienstes. Für den Fall der Tödtung sind vorgesehen: 1) 10 Pro—
zent des Jahresverdienstes als Beerdigungskoftenersatz; 2) falls der
Tod später als 4 Wochen nach dem Unfall eintrat, in den nach
Ablauf derselben aufgewendeten Heilungskosten und in einer weiteren
Anterstützung im Beirage von 662 Prozent des bisherigen Ver—
dienstes. Die Versicherungsprämie ist aufzubringen: 1) für Die—
enigen, deren Jahresarbeitsverdienst 750 Mark und weniger beträgt,
ju 28 von Dem, für dessen Rechnung der Betrieb Siatt findet,
u vom Landarmenverbande des Betriebsbezirks; 2) für die
Versicherten, deren Jahresverdienst 750 Mark übersteigt, zur Hälfte
vom Arbeitgeber, zur Hälfte vom Versicherten.

Die „Nationalliberale Korrespondenz“ nimmt zu dem Arbei⸗
terversicherungsprojekte eine freundliche Stellung ein. Aus
dem Umstande, daß das Regierungsblatt den Gesetzentwurf als einen
exsten Schritt auf der Bahn einer gesunden staatssozialistischen Po—
äitik bezeichnet und daß er sich in der Richtung bewegt, die man
gewöhnlich als staatssozialistisch zu bezeichnen pflegt, möchte das
nationalliberale Organ dem Projekt doch kein vorgefaßtes Miß—
trauen entgegenbringen. „Es scheint uns wenigstens wirklich ein⸗
mal dem ehrlichen Streben zu entspringen, eine positive Maßregel
im Interesse der Arbeiter zu treffen und einen gesunden Grundge—
danken und Zweck in sich zu tragen.“

Die Einstellung der Revolverkanone MH. otchkiss
in die Schiffsartillerie der deutschen Marine ist genehmigt worden
und soll nach Maßgabe des Etats jedes Schiff in der Regel soweit
mit dieser Waffe ausgerüstet werden, daß jeder Punkt der Umgeb⸗—
ang des betreffenden Schiffes in einer Entfernung von 200 Meter
und darüber hinaus von mindestens zwei Geschützen gleichzeitig
aunter Feuer gehalten werden kann.

Ausland.
Der Ausfall der Stichwahlen für die Gemeinderäthe in'
Frankreich bestätigt, daß den Opportunisten (Anhängern Gam⸗
bettas) die nächste Zukunft gehört. Gambetta soll sich größer als
e fühlen und, wie die Menschen nun einmal sind, — seit jenen
Wahlen sind die Herren und Damen, welche in der Amts wohnung
Bambetta's, im Palais Bourbon, ihre Aufwartung machen, bedeutend
zahlreicher geworden. . 4
„Daily News“ erfährt, daß Frankreich den Vorschlag des
Schiedsgerichts aufgegeben habe.
Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel:
Wie verlautet, hat die griechische Regierung Rußland ersucht, die
in der Türkei wohnenden Unierthanen nöthigenfalls unter russischen
Schutz zu stellen. (Lauter Schreckschüsse! Die Hellenen werden
sich's wohl nochmals überlegen das Schwert zu ziehen).
In einem Zirkular an ihre Vertreter im Ausland schlägt die
Pforte angesichts der Kriegsvorbereitungen Griechenlands vor, daß
die Botschafter der Mächte in Konstantinopel zu einer Kon—
erenz zusammentreten, und hofft, auf diesem Weg zu einer fried⸗
lichen Lösung zu gelangen.
Vermischtes.

*St; Ingbert, 20. Januar. Heute Morgen traf

Herr Bezirksamtmann Dr. Schlagintweit zum Besuche
unserer Stadt hier ein. Am Vormittag besichtigte er mehrere
tädtische Gebäude. Um 10 Uhr erfolgte im Stadthaussaale die
Borstellung der Beamten und Corporationen und spater gemein⸗
chaftliches Mittagessen im Hotel zur Post. ———

*St. In gbert. In der hiesigen Schöffengerichtssitzung
vom 12. Januar kamen folgende Fälle zur Verhandlung: Ein
Mann von Heckendalheim wurde wegen Uebertretung der Fleischbe—
schau⸗Ordnung zu einer Geldstrafe von 1 Mark verurtheilt; ein
mnderer Mann von Homburg, welcher des Betrugs angeklagt war, wurde
reigesprochen. Schließlich wurde die Verhandlung gegen zwei
Burschen von hier wegen Körperverletzung, weil einer der Zeugen
um Erscheinen verhindert war, ausgesetzt. —

A St. Ingbert. In der Jahresversammlung des „Ge—
verbevereins“ am 17. ds. Mits. hatte die Neuwahl des Ausschufses
olgendes Ergebniß: J. Vorstand: Hr. J. Woll, Tünchermeister;
il. Vorstand: Hr. Schlick, kgl. Realienlehrer; Rechner: Hr.
Morlo, Schreiner; Schriftführer: Hr. Günther, Lehrer;
Bücherwart: Hr. Mar tin, Kappenmacher; Beisitzer: die HH.
Drumm, Lehrer, Umbehr, Schlosser Seibel', Buchbinder,
Rau, Feilenhauer. Mül ler, Metzger, Tock, Uhrmacher —
In derselben Versammlung wurde der wöchentliche Vereinsabend
von Montag auf Samstag verlegt.

* Als Kuriosum wird uns mitgetheilt, daß vor drei Tagen
in Spiessen eine Kuh 4 Kalber zur Welt brachte. Zwei der
Vierlinge sind am Leben und schön und kräftig entwickelt; zwei
wurden todtgeboren. Dieselbe Kuh hatte vor einem Jahre drei
Jungen vertragen.

Das Pfaälzissche Lehrerwaisenstift vertheilte im abge⸗
aufenen Jahre 5568 M. an 127 Waisen. Die Unterstützungen
betrugen 86 bis 225 M. je nach dem vorhandenen Bedürfniß.

Nach einer dem„Nürnb. Korr.“ zugegangenen Mittheilung
ollen die diesjährigen Uebungsmanöver des 8. bayer. Armeekorps
in der Pfalz abgehalten werden.

F Der im Frühjahr 1881 vorzunehmende Remontenankauf,
velcher sich auf 8-0 bis Gjährige Reit- und Artillerie-Zugpferde er—
treckt, wird an nachbezeichneten Tagen und Stationen Stait finden:
23. März in Langenkandel. 24. März in Offenbach, 26. März in
Pirmasens, 28. März in Zweibrücken, 29. März in
Homburg, 80. März' in Landstuhl, 31. März in
Frankenthal. J .

FIn Landstuhl wurde gemäß Beschluß des Stadtrathes
eine Arbeitsschule errichtet, deren Besuch umentgeltlich ist. VDer
Un terricht begreift alle weiblichen Handarbeiten in sich und findei
wöchentlich zweimal des Nachmittags Statt.

**Kaiserslauterin zählte, wie die „Kaisersl. Zig.“
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        mittheilt, im Jahr 1776 nur 1770 Einwohner, i. J. 1802 waren
es 29985, i. J. 1815 war die Zahl auf 8378 gestiegen, i. J.
1830 auf 6627, i. J. 1840 auf 817, i. J. 1856 auf 10076
. J. 1864 auf 18,502, i. J. 1875 auf 22,675 und i. J. 1880
waren es 26,327.

4 Der in Solothurn verlebte Professor Friedrich Karl Völckel
von Grünstadt hat durch letztwillige Verfügung dem Waisen⸗
hause in Gruͤnstadt den Betrag von 6000 Franken vermacht.

In Neustadt tagte am 16. d. M. eine Versammlung
pfülzischer Essigfabrikanten, um über eine Petition an die bayer.
Abgeordnetenkammer und dern Reichstag zu berathen. Zweck der
—äD
Weise herbeizuführen, daß künftig für Branntwein oder Sprit, der
zu gewerblichen Zwecken, also auch zur Essigbereitung, verwendet
wird, der volle Aufschlag im Betrag von 26 Mark 20 Pf., stat!
wie bisher nur 16 Mark pro 10,000 Literprozente zurückvergütet
werde.

— Vor der Strafkammer des k. Landgerichts Landau kam

am 18. Januar die Anklage gegen den Kommis Amend von
Albersweiler, der am 21. März v. J. in Landau den
dehrling Seiter von Ramberg fahrlässiger Weise mit einem
Rebolver tödtlich verwundete, zur Verhandlung. Amend wurde
zu zwei Monaten Gefängniß und den Kosten verurtheilt.
Fy Poetische Firma. In Kreuz nach hat sich. eine Karne—
valsgesellschaft gebildet, welche sich „Quset sche ku ch e“ benam⸗
jet. Quetschekuche, Bier und Karnedal — das mag herrlich
werden.

Soldatenschinderei. Vor einigen Tagen wurde
in Mainz einem Soldaten des 118. Infanterie-Regiments beim
Zielen von einem Sergeanten derart das Gewehr „eingesetzt“,
daß ihm das Schlüsselbein zerbrach. Der Soldat mußte in das
dazareth gebracht werden.

Das Großherzogthum Baden hat nach der Volkszählung
vom 1. Dezember v. J. 1,570,189 Einwohner (das sind 73,010
Köpfe oder 4,18 PCt. mehr als im Jahr 1875); von diesen sind
765,372 männlich, 804,817 weiblich.

Zum Landstreicherthum schreibt man dem „Mainzer T.“
aus Rheinhessen: Die zu dieser Zunft gehörenden Burschen
werden mit jedem Tage unverschämter. Einer gibt dem Andern

die Thüre in die Hand. Einsender dieses wurde am 14. ds.
zwischen 10 und 12 Uhr von 11 Handwerksburschen um ein Al—
mosen angesprochen. Neulich gab ein verbummeltes Subject einer
Geschäftsfrau den ihm dargereichten Pfennig zurück mit den Worten
„Es thut mir leid Madam', ich kann net wechsele!“

F Zeitgemäße Warnung. Der Landwirthschaftliche Central⸗
verein Kassel fordert in Plakaten alle Bauersleute, Handwerker
und Arbeiter auf, nmie einen Wechsel zu unterschreiben, auch keine
nach F 702 der Civilprozeß⸗Ordnung vollstreckbare Urkunde aus—
ustellen.
Zu dem Kapitel von den schlechten Zeiten liefert eine Ueber⸗
ächt der bei den Postanstalten des Königs Bayern in der Weih⸗
nachtszeit aufgegebenen und angekommenen Sendungen eine recht
zübsche Illustration. Die Summe der an den Postanstalten zuge⸗
tellten Sendungen betrug 111,495 (gegen 104,408 im Jahre
1879), die der aufgegebenen Sendungen 125,627 (gegen 119,527
im Jahr 1879). ee

F Aus Nürnberg wird als Kuriosum berichtet, daß da⸗
elbst 457 Vereine bestehen, darunter ein Verein „Klatzköpfe“; ein
veiterer Verein betitelt sich „Preßbengelklub“, ein anderer triti
uinter dem Namen: „Venus“ auf.

F In Straßburg und in Tübingen hat die Stu—
dentenschaft beschlossen, das 10jährige Bestehen des Deutschen Reichs
zu feiern.

Der Hauptgewinn der Kölner Dombaulotterite
von 75,000 M. fiel, wie bereits erwähnt, auf die Nummer
298,217. Der glückliche Gewinner, der bisher, wie das „B. Fr. B.“
mittheilt, mit den entsetzlichsten Nahrungssorgen zu kämpfen hatte,
wohnt in Magdeburg. Bemerkenswerth ist noch, daß das
Gewinnlos bereits von einem früheren Käufer gezogen war, diesem
zefiel jedoch die Nummer nicht, und er bat um Umtausch derselben.
Heute wird er wohl diesen Tausch verwünschen.

F In Königsberg liegen die Geschäfte derartig dar—⸗
nieder, daß in voriger Woche wiederholt Hunderte von brotlosen
Arbeitern vor das Rathhaus zogen und Beschäftigung verlangten.

F Den Weltausstellungen in London, Paris, Wien
und Philadelphia soll jetzt und zwar in den Jahren 188586 eine
solche in Rom folgen.

Faur die Redaction veramworitich F. Xx. D me tz.
Frisch gewäherte, l Gratis. —
Stockfische

Aufforderung.
Militär⸗Ersatz⸗Geschäft für das Zahr
1881 betr.

Alle im hiesigen Bürgermeistereibezirke befindlichen Militär⸗
pflichtigen, welche in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember
1861 geboren sind, sowie die Militärpflichtigen früherer Alters—
klassen, über deren Dienstpflicht noch nicht bestimmt entschieden
ist, werden hiermit aufgefordert, sich zur Stammrolle in der hiefür
festgesetzten Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1881 auf dem
hiesigen Bürgermeisteramtslokale entweder persönlich anzumelden
oder im Falle der Abwesenheit durch die Eltern oder Vormünder
rc. sich anmelden zu lassen, wobei bemerkt wird, daß von
auswärts geborenen Militärpflichiigen der diesjährigen Alters-
klasse der Geburtsschein und von Militärpflichtigen früherer
Altersklassen der Loosungsschein bei der Meldung abgegeben wer—
den muß.

Die zum einj.⸗freiw. Dienste berechtigten Militärpflichtigen
der Altersklasse 1861 haben bei der Ersatz-Kommission ihres Ge—
stellungsortes schriftlich oder mündlich unter Vorzeigung ihres Be—
rechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu be—
antragen, welche ihnen alsdann bis zum 1. Oktober des 4. Mili—
tärpflichtjahres bewilligt wird, durch welche Zurückstellung jedoch
der etwa beabsichtigte frühere Dienstantritt nicht ausgeschlossen ist.

Diejenigen aus der Altersklasse 1861, welche zum einj-freiw.
Dienste zugelassen werden wollen und sich noch nicht im Besitze
eines Berechtigungsscheines befinden, haben sich längstens bie
zum 1. Februar bei der k. Prüfungskommission anzumelden.

Neservisten, Landwehrmänner und Ersatzreser⸗
visten J. Kl. welche wegen häuslicher oder bürgerlicher Ver—
hältnisse für den Fall einer Mobilmachung und etwa noihwendig
werdenden außerordentlichen Verstärkung des Heeres hinter den
letzten Jahrgang der Reserve und Landwehr zurüchestellt sein
wollen, hahen ihre Gesuche bei Vermeidung der Nichtberückfich-
tigung in dem obenangeführten Meldetermine hierorts ein⸗
zureichen.

St. Ingbert, den 13. Januar 1881.

Das Bürgermeisteramt.
— Custer.
Druck und Verlag von F. FV. Demeb in St. Inabert.

jeden Tag bei
J. J. Grewenig.
Jünglings-Verein.
Sonntag, 23. Januar
Nachmittags
General⸗Hersammlung
im Vereinslokale bei
Peter Jung.
* — Al ·—
Geld-Lotterie
für die katholische Kirche
in Ludwigshaten a. Rh.
aauft man ein Loos
rur
22222222
2
22 2223
2 22222
222222222222222222222223
Ziehung am 28. Fobr. 1881
boreehtigt zu einom Gewinnes von
R. 46, 000.- 20. 12, 000. - 2u. 6, 000. -
. 4, 000. - . 2, 000. - ete.

Bs verthoilon sich:
240,000 Maourse
baar Geld auf 12, 000 Gewinue, 80 dass
auf 25 Loose
hereits ein Tresfer kKommt.
Die alleinige Generalagentur:
A. u. B. Schuler in Zweibrücken.

Loose sind zu haben in St.

Ingbert bei: J. Friedrich.

. Woll, Buchhandlg. Joh.
Jeirich, Friseur.

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35 ——— — 523 . . 2.5* *25538
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22* s388 IVE—3— 53 3. 3 2233 Fx 72,35 558
3 288 —8 ——— —A 8*. 3 — 2.** — —
* —— — 258 —*
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* 383 *2332335 535 53 —25. * 53.* —
32 53332 2⸗ 3 38 258 —23
3513 5838 33288 38 —A 2ãA3 52.3 258
RS * 2528A3. —E — — 58*8 X 383553 3255 8
3* 37S3 2523 —E z5333833 5 *883885
S* —— 25 —23 38 To 8 —
38 8 338 7
5 3 25 2 * * 2 2233 *
— —* 22 2 —3— 8 2 —8 e 2722. 8 23
—8 58352 2533 *8328 — — 53538 *
* —5. *3 2 S 2 55 23. * 2 555— — —577
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2 * 33 * 2. 255 2 E 2 555533538 2
2.* 2338 55 **888 23 *2. 55 —5 *2533 2
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*8 583333 S 2* 858 — ** 5. 52S8 — 2,82 9
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5 6* * 8*8 2 — 8 2 — —38 8
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2 * * —* 78 58 22 28 S:
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722 55 33 5838306 —
8 3 333 583 3283 833 25 5*2 2 23
5 8 88 23.3 35 25 57
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        Sl. Ingberler AAnzeiger.
Dder St. Ingberter Anzzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich

40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A60 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergeipaltene Zeile Blatuchrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
A I3.

Samstag, den 22. Januar
1881.

Deutsches Neich.

Am verflossenen Dienstag, 18. Januar, waren es zehn
Jahre, daß in Bersailles unter dem Donner der Kanonen das
deutsche Reich gebbren wurde. Von Sr. Maj. dem Könige
son Bayern war im Namen der verbündeten deutschen Fürsten und
reien Städte an den König von Preußen ver Antrag wegen Ueber⸗
iahme der deutschen Kaiserwürde durch denselben gerichtet und von
dem siegreichen Bundesfeldherrn angenommen worden. Mitglieder
aller deutschen Fürstenfamilien wohnten dem Albte der Kaiserpro—
amation im Spiegelsaale des Versailler Bourbonenschlosses bei,
us dem bayerischen Königshause die Prinzen Otto und Luitpold,
vährend die Prinzen Leopold und Arnulf im offenen Felde gegen
sen Feind standen. Seitdem sind zehn Jahre vergangen; zehn
gahre des auswärtigen Friedens, wie denselben die kaiserliche Pro—
lamation verheißen hatte, dafür aber freilich der leidenschaftlichsten
nneren Kämpfe. Wenn dieselben unter den damals in patriotischer
erhebung einmüthigen deutschen Parteien vielfach Entfremdung und
Zwiespalt gesäet haben, so läßt sich mitten in dem wirren Kampf
ieser Tage doch nicht berkennen, daß das deutsche Reich in den
rerflossenen zehn Jahren wie nach Außen so auch im Innern be—
festigt worden ist und den dasselbe durchschüttelnden innern Stürmen
vie ein junge Eiche durch stets festeres Einschlagen der Wurzeln
zu widerstehen gewußt hat. Jede erste Probe würde das in der
uͤberraschendsten Weise zeigen. Und in diesem Sinne kann man
Jeute mit freudiger Genugthuung sagen, daß die an die Wieder—
herstellung des deutschen Reiches geknüpften Hoffnungen nicht ver—
jeblich gewesen sind und daß trotz aller Parteikümpfe die Nation in
hrer unermeßlichen Mehrheit an der Wiederherstellung der ihre
Staaten und Stämme umschließenden einigenden Bande mit ganzer
—A

Aus München, 19. Januar berichtet die C. W.: Die erste
jffentliche Sitzung der auf heute einberufenen Abgeordnetenkammer
vird morgen stattfinden. In dieser wird vom Präsidium über den
Personalstand der Kammer Bericht erstattet werden. Auch wird die
Staatsregierung die bereits angekündigten Vorlagen machen. —
Dder Steuergesetz- Ausschuß hat heute seine Berathungen über das
Zewerbesteuergesetz beendigt. Graf Fugger, ist zum Referenten
iber dasselbe für die zweite Lesung (im Plenum der Kammer) be—
tellt worden.

Müunuchen, 20. Januar. Heute wurde der Landtag eröffnet.
der Minister des Inneren brachte den Entwurf eines Gesetzes zum
Bollzug des Reichs-Viehseuchengesetzes und eine Novelle zum Land⸗
agswahlgesetz ein. Der Minister hält den Versuch einer um—
assenden Wahlgesetzreform für verlorene Liebesmühe, dagegen die
Kevision der Paragraphen 11 und 13 GBildung der Urwahlbezirke
ind Wahlbezirke) des geltenden Wahlgesetzes, ebenso die Einführung

tändiger Wahllisten für unerläßlich. Er beantragt Ueberweisung
der Novelle an einen Ausschuß, was auch geschieht. Nächste Sitz
ung am 26. do.

Zur Vornahme der diesjährigen Landwehrübungen in
Bayern rvzurde die Zeit vom J. April bis 30. Juni festgesetzt;
zoch ist bei Bestimmung des Zeitpunktes für die Einberufung der
aAbungspflichtigen Mannschaften den Interessen der dabei am Meisten
zetheiligten bürgerlichen Berufskreise eine besondere Berücksichtigung
—XL

In der Eisenbahn-Kommission des preußischen Abg.
dauses beantragte Hammacher die Ablehnung der Vorlage wegen
Verstaatlichung der Rhein-Nahe-Bahn, dagegen Annahme von zwei
GBesetzentwürfen, betr. die Verpflichtung der Privatbahnen, auf Ver⸗
langen der Regierung jede Aenderung im Interesse der Landesver—
theidigung auszuführen, und ferner betreffend die Ermächtigung,
die Rhein⸗-Nahe-Bahn mit dem zweiten Geleise zu versehen und
mit dieser Eisenbahngesellschaft zu einem Ankaufspreis von 12 pCt.
für die Aktien pro Stück einen Vertrag zu schließen zum Zweck
der Herbeiführung der Liquidation der Gesellschaft und der Ueber—
nahme des Eigenthums für den Staat.

Die Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses
ehnte einstimmig die Forderung von 280,000 Mark Beitrag für
den Bau der Mainbrücke bei Offenbach ab.

Der dem Bundesrath zur Beschlußfassung vorliegende
Wehrsteuerentwurf ist aus den Berathungen der Ausschüsse
fast in derselben Gestalt hervorgegangen, wie er im Vorjahre vor⸗
lag. Einige Abänderungen, welche die Ausschüsse vorgenommen,
sind fast lediglich redaktioneller Art. Aller Wahrscheinlichkeit werden
diese Abänderungen schon deßhalb ganz bedeutungslos bleiben, weil
der ganze Entwurf auf Annahme im Reichstag nicht rechnen kann.

Der „Reichsanzeiger“ schreibt: „Die Ausarbeitung des Ent—
wurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches hat im Laufe des
letzten Jahres erhebliche Fortschritte gemacht. Im October d. J.
wird die Commission wieder zusammentreten, um die Theilentwürfe,
hon denen am Schluß des vorigen Jahres der Entwurf des Sach⸗
rechts, der Entwurf des Familienrechts und der Entwurf des
Erbrechts, während von dem Entwurfe des Obligationenrechts die
Bollendung und der Druck einer nicht geringen Zahl einzelner Ab—
schnitte nebst den dazu gehörigen Motiven bewirkt war, in die für
die Aufstellung des Hauptentwurfs erforderliche Uebereinstimmung
zu bringen.“

Die „Augsb. Allg. Ztg.“ veröffentlicht eine Serie von Ar⸗
tikeln unter der Ueberschrift:; „Mohin wir treiben?“ worin
sie konstatiert, daß alle europäischen Mächte sich auf den unaus—
bleiblichen gewaltigen Konflikt vorbereiten. „Von allen Seiten“
— heißt es zum Schlusse — „dringen Nachrichten über Kriegs—
vorbereitungen in die öffentlichen Blätter. Die Pforte befestigt
Arta und Janina und die historisch denkwürdigen Pässe, welche
zon Griechenland in die thessalische Ebene führen. Sie ruft die
Redifs zu den Fahnen und versenkt Torpedos in die Dardanellen⸗
Straße. Rußland erweitert das Neztz seiner breitspurigen Eisen⸗
bahnen bis unmittelbar an die deutsche Grenze, und schloß soeben
mit der bekannten Firma Krupp in Essen einen Lieferungs-Vertrag
über Kriegsmaterial im Werthe von drei Millionen Rubel. Frank⸗
reich zieht an die Gränzen von Tunis Truppen zusammen, und
entsendet 80 Generalstabsoffiziere zu „‚Terrain-Aufnahmen“ nach
Algier. Italiens Festungsbauten an seiner Nordgränze, die Ver—
tärkung der Besatzungen an den Alpenstraßen sind längst kein
Heheimniß mehr. England trifft Anstalten seine Haupthäfen in
Vertheidigungszustand zu setzen; es kursierten sogar Gerüchte über
die Anwerbung einer Fremden-Legion. Deutschland endlich ist
längst vorbereitet jeden Kampf aufzunehmen — und wäre cs gegen
eine Welt in Waffen. So gehen wir mit keineswegs friedever⸗
heißenden Aussichten in das neue Jahr hinein; ja, es mehren sich
die Zeichen, daß der Streit um die Trümmer des Osmanen-Reiches
ihnliche gewaltige Dimensionen annehmen witd, wie der ungeheure
dampf um die spanische Erbschaft am Anfange des vorigen Jahr⸗
hunderts. Daß selbst der Sturz des liberalen Kabinets in Eng—
land diese bedrohliche Situation nicht wesentlich bessern würde, liegt
auf der Hand.“
Ausland.

Frankreich hat seine Zurückziehung des Schiedsgerichts-
Vorschlages mit der Erklärung begleitet, daß es nach wie vor an
den Bemühungen des europäischen Concertes für eine friedliche Lö—
sung der griechischen Frage theilnehmen werde, aber die Initiatibe
zu weiteren Vorschlägen Anderen überlasse.

Eine Proklamation des Vicekoönigs von Irland ordnet die
Verstärkung der Polizei in der Grafschaft Clare und in drei
Distrikten der Grafschaft Sligo an wegen der dort herrschenden
Erregung.

Die „Köln. Ztg.“ erhält eine Correspondenz aus Italien,
die nicht verfehlen wird, großes Aufsehen zu machen. Wir ent—
nehmen derselben folgende Stelle: Belege, die kaum einen Zwei⸗
fel zulassen, machen es wahrscheinlich, daß Garibaldi und seine
Anhänger im kommenden Frühjahr einen Putsch gegen Triest be—
absichtigen. Der Held von Mentana ist rücksichtslos genug, Ita—
lien ein so gefahrvolles Wagniß auf den Hals zu laden, und es
sind augenblicklich in Italien wie im Auslande geheime Subscrip—
tionslisten für das Unternehmen im Umlauf. Indem ich Ihnen
dies schreibe, bin ich mir wohl bewußt, eine Mittheilung in die
Welt zu senden, in der manche eine Sensationsnachricht werden
ehen wollen und die überdies fast selbstverständlich den Wider⸗
        <pb n="46" />
        spruch derjenigen herausfordert, deren Anschlägen die Enthüllung
unbequem kommt. Diese Bedenken können indeß nicht bestimmend
für mich sein, da ich auf Grund meiner Ermittlungen die Sache
für ernsthaft, ihre Veröffentlichung also für pflichtgemäß halten
muß“. Man wird einigermaßen gespannt sein dürfen, was die
italienische Regierung zu dieser Nachricht sagen wird.

Der türkische Minister des Aeußeren lehnte am 17. ds.
in einer Unterredung mit den Botschaftern der Großmächte formell
das Schiedsgericht ab. Ein außerordentlicher Ministerrath erörterte
sodann am 18. ds. die äußersten möglichen Zugeständnisse an
Griechenland, welche über die Zugeständnisse vom 3. Oktober v. J.
hinausgehen sollen.

In unterrichteten Kreisen gilt es als wahrscheinlich, daß die
Mächte der durch das jüngste Cirkular der Pforie gegebenen An—
regung entsprechend zu Verhandlungen mit der Pforte über die
Fewishe dioge und zwar in Konstantinopel schreiten werde.
Ddiese Verhandlungen würden jedoch nicht den Charakter einer Con—
ferenz tragen.
Vermischtes.

AM St. Ingbert, 21. Jan. In der Notiz über die letzte
Jahresversammlung des „Gewerbevereins“ ist uns ein Versehen
unterlaufen, das wir zu berichtigen bitten. Der wöchentliche Ver—
einsabend im Gewerbeverein wurde nämlich nicht von Montag auf
Samstag, sondern umgekehrt von Samstag auf Montag verlegt.

HGroßblittersdorf, im Januar. Mit' dem zu

Ende gegangenen Jahre 1880 wurde auch die neue Saarbrücke

zwischen hier und Kleinblittersdorf vollendet. Begonnen wurde

mit dem, Bau derselben schon Anfangs September 1879. Die

Brücke ist massiv aus Stein gebaut, ruht auf 8 Pfeilern und hat

eine Länge von 128 Meter. Seit 26. Nov, 1880 ist sie dem

Verkehre übergeben und wurde seit dieser Zeit, also innerhalb sechs

Wochen, von 11,800 Fußgängern und einer sehr bedeutenden An—

— Fuhrwerken passirt. Die Bautosten belaufen sich auf crirca

125,000 Mark. Dem Brüuckenhause gegenüber wird, sobald es

die Witterung erlaubt, ein Denkmal mit der Statue Johannes

des Täufers errichtet werden. Die Statue wurde in Nanzig ge—
gossen, hat eine Höͤhe von 1m 25 em. und ist vor 8 Tagen
hier angekommen. Ferner wird eine 88 em. hohe und 80 cm.
breite, in der Hallberger Hütte gegossene Gedenktafel mit folgender

Inschrift angebracht: „Unter der Regierung Sr. Maj. des Kai⸗
sers Wilhelm J. der Verwaltung Sr. Exc. des kaiserl. Statt⸗
— in Elsaß⸗Lothringen, General-Feldmarschalls Freiherrn v.

stanteuffel, des kaiserl. Bezirkspräsidenten Frh. v. Flottwell, der
kaiserl. Kreisdirektoren Frh. von der Goltz und Frh. v. Kramer

wurde der Bau der gegenwärtigen Brücke über die Saar im
Jahre 1879 begonnen und im Jahre 1880 beendigt durch die
Gemeinde Großblittersdorf unter dem Bürgermeister Doub Johann.
(Hierauf folgen noch die Namen der Gemeinderäthe.) Die tech—
nische Oberleitung des Baues führten die kaiserl. Regierungs- und
Bauräthe Pavelt und Wendel, sowie der kaiserl. Kreis-Ingenieur
Heberling, die spezielle Bauleitung hatte der Communal-Baumeister
Ennen. Ausgeführt wurde der Bau durch den Unternehmer
Schmitt aus Louisenthal.“ Fur das Passiren der Brücke muß
eine Gebühre entrichtet werden, die sich nach dem Tarife zwischen
83 und 70 Pf. bewegt. Die festliche Einweihung des Baues wird
an einem spätern, jetzt noch nicht bestimmten Tage stattfinden.

F Der zwischen der protestantischen und katholischen Kultus—
gemeinde Nie derbexbach schwebende Prozeß über das Eigen—
shum beziehungsweise das Benützungsrecht der dortigen Kirche
wurde nun auch in zweiter Instanz durch Urtheil des kgl. Ober—
landesgerichts Zweibrücken zu Gunsten der protestantischen Kirchen⸗
gemeinde entschieden.

F Montag den 17. und Dienstag den 18. wurden in der
Nähe von Lemberg bei Pirmasens durch zwei Leute von da
neun Stück junge Wildschweine eingefangen, was den emsigen Wild⸗
schweinfängern den schönen Ertrag von 77 M. als Vrämie ein⸗
bringen wird.

7 Nach einer Mittheilung des Direetors des „Pfäl—
zischen Lehrer-Sterbkassfe-Vereins“, Herrn Huth
in Landau, haben sich zu der projectirten 2. Classe, nach wel—
cher pro Sterbfall 1 Mtk. bezahlt werden soll, (in der 1. Classe
werden nur 30 Pf erhoben) bereits so viele Lehrer angemeldet,
daß das Zustandekommen derselben als gesichert betrachtet werden
kann. In der 1. Classe werden den Hinterbliebenen als größter
Betrag 450 M. ausbezahlt; in der 2. Classe wird sich diese
Summe auf etwa 1600 Mt. erhöhen.

FAus-der Ebene von Landau wird der „Pf. Pr.“
geschrieben: „... Glaubt man sich in Landau in eine Großstadt
eg und wird man darin Nichts von Noth und Elend gewahr,
auf dem platten Land zeigt sich ein anderes Bild, ein Bild recht
betrübender Natur. Verdienstlosigkeit und Entmuthigung sind all—⸗
gemein. Die Ortsarmenkassen werden überall stark in Anspruch
denommen und sind nicht im Ssand. den Anforderungen zu genügen

In manchen Orten sind die jährlichen Ausgaben für die Armer
auf das Dreis und Vierfache gestiegen. So hat z. B. ein Ort i
unserer Nähe jetzt ein Armenbudget von 1600 M., während frühe
kaum 300 M. das Jahr über für diese Zwecke verausgabt wurden
Die schlimmsten Zustände scheinen aber in den Gebirgsdörfern zu
herrschen. Was man entbehren kann, wird verkauft und zu Ges
gemacht, um die laufenden Ausgaben für die Haushaltung zu be—
streiten. Wein hat es keinen oder nur wenig gegeben, und dar
Wenige findet zur Zeit nicht einmal einen Käufer. Getreide if
keins abzusetzen. Also muß herhalten, was da kann. So kamen
denn schon wiederholt Frauen in mein Haus und boten das schönst
weiße Leinen um einen wahren Spottpreis zum Verkauf an
Woran die fleißige Hand der Hausfrau und der Töchter den Win—
ter über mit unermüdetem Fleiß gearbeitet hat und was zur Aus—
tteuer gemünzt war, der Stolz der Hausfrau, es muß von irgent
einer vertrauten Person in die besser situirten Orte der Ebene ge
tragen werden, um es dort zum Verkauf anzubieten und zu Gelf—
zu machen. Kein Wunder, wenn unter diesen wirthschaftlicher
Verhältnissen manches Hauswesen dem Untergang entgegenreift
Ein guter Herbst muß kommen, soll es wieder besser werden.
Ein guter Herbst vermag die Wunden, welche Jahre geschlagen
nicht zu heilen.)

F Gutem Vernehmen nach kommen die bis jetzt in Germers
heim detachirten zwei Festungscompagnien des 2. Pionierbataillons
nach Speyer in Garnison, so daß alsdann das ganze Ba—
taillon in Speier vereinigt ist.

F Mainz, 19. Januar. Der hiesigen Polizei ging gesterr
von Kaiserslautern die telegraphische Nachricht zu, daß zwei Indi
viduen, die sich dort eines beträchtlichen Diebstahls schuldig ge—
macht, mit dem Vormittags anlangenden Alzeyer Zug hier ein⸗
treffen würden. Es war natürlich um geeigneten Empfang gebeter
worden. An der Station Gartenfeld wurden dieselben, die sehr
nobele Kleidung trugen, von einem Schutzmann in Civil gebührend
begrüßt und im hiesigen Bahnhof von noch anderen Schutzleuter
erwartet, um in gehörige Verwahrung genommen zu werden.

f Welchen Erfolg die von Berlin ausgegangene Antisemiten
Agitation unter den bayerischen Universitätsstudenten gehab
jat, das beweisen folgende Zahlen, welche die „N. Würzb. Zig.
einem als Manuscript gedruckten Bericht über eine Versammlung
des studentischen Antisemiten⸗Vereins in Leipzig entnimmt. Danadh
hat die an den Reichskanzler zu richtende Petiltion (um Maßregeln
zegen Vermehrung der Juden u. dgl.) in Erlangen 25, in München
24, in Würzburg 14 Unterschristen von „Gesinnungsgenossen“ er⸗
jalten. Wenn man in Berlin diese geringen Zifsern wieder der
„Bierduselei“ der süddeutschen Studenten auf's Conto setzen will
haben wir nichts dagegen; wir können uns das schon gefallen lassen

F Ueber die Verluste der bay erischen Armee im Kriege
don 1870,71 werden jetzt folgende Zahlen veröffentlicht: Es
ielen auf der Stelle 162 Offiziere, 1397 Mann, verwundet wur⸗
den 561 Offiziere, 10598 Mann, gefangen wurden 22 Offiziere
1084 Mann, vermißt 2 Offfziere, 23683 Mann; zusammen 747
Offiziere, 13644 Mann. Ihren Wunden erlagen 118 Offiziere
1169 Mann, von den Vermißten wurden nicht wieder aufge—
unden, sind also wohl todt: 2 Offiziere, 777 Mann, zusammen
120 Offiziere, 1946 Mann, so daß die Gesammtzahl an Todten
beträgt: 282 Offiziere, 35483 Mann. Von den Verlusten kom—
men: 1. Corps 554 Offiziere, 12378 Mann, 2. Corps 170
Offiziere, 2978 Mann, nicht im Corpsverband stehende Trupper
14 Offiziere, 285 Mann, zusammen 747 Offiziere, 13641 Mann
An Pferden: 113 Offizier⸗ und 1549 Dienstpferde.

Die Gesammteinnahmen bei den Passionsspielen in Ober
ammergau betrugen 335,880 Mark. Davonwurden an 760
Mitwirkende und für Kostenaufwand 247,880 Mark verausgabt

fF Undankist der Welt Lohn! So schnöder Undaunk,
vie jüngst in Hof gezollt wurde, ist aber selbst auf dieser soge—
nannten denkbar schlechtesten Welt recht selten. Da brach nämlich
»or einigen Tagen bei der Spitalmühle in Hof ein Knabe in die
Saale ein und wäre sicherlich ertrunken, wenn nicht ein auf dem
Fis befindlicher Metzgerbursche ihn mit einem Haken, den er gerade
zur Hand hatte, herausgezogen hätte. Bei dem Rettungs-Werke
vurden allerdings die Beinkleider des Knaben durch den Haken
etwas derangirt. Man sollte nun wohl glauben, daß die Eltern
des Kindes eiligst zu dem Retter sich begeben und ihm gedankt
hätten. Sehr schnell allerdings war die Mutter zur Stelle, aber
nicht, um freudig erregten Dankesgefühlen Ausdruck zu geben,
nein — sie verlangte Ersatz für die beschädigten Hosen ihres Sohnes.
Dem biederen Metzger war dadurch die Freude an seiner Thaf
nicht wenig vergällt.

Kartoffelschälmaschine. Beim Hohenzollernschen
Füsilier-Regiment Nr. 40 in Köln wurde in diesen Tagen eine
Iniversal-Kartoffelschälmaschine in Gebrauch genommen. Die Ma—⸗
chine schält in einer Stunde 800 Pfund Kartoffeln ohne Unter⸗
chied von Form und Gröoße augenrein, wäscht die geschälten Kar⸗

toffeln und sammelt sie in einem Abvarat unter der Moöoschine zum
        <pb n="47" />
        dochen bereit. Die Maschine wird von zwei Mann bedient. Am
Abfall werden 50 pCt. Ersparnisse nachgewiesen. Als den Erfinder
ser Maschine, welche auch für Haushaltungen eingerichtet ist, be—
richnet die „Pf. Vztg.“ den Maschinen⸗-Kalkulator Friedrich Schulte
u Kalk bei Koln.

— Nach der neuesten Zählung hat die Schweiz eine Be—
ölkerung von 2,841,118 Seelen, gegen 2,666,848 im Jahre
—1870; was eine Zunahme von 174,270 Seelen ergibt.

Im Bedrettothal in der Schweiz begrub eine Lawine
zrei junge Mãdchen und einen Mann. Der Letztere wurde nach
rechsstündiger Arbeit noch lebend ausgegraben. *

In Wien werden an den Aermeln der Herrenüberzieher
leine Taschen angebracht, in welche die Damen, wenn ihnen der
Jemn gereicht wird, ihre zarten Händchen stecken, um sie vor Kälte
a shuhen. 35.

p'Das Krebsessen ist in Paris jetzt eine solche Leidenschaft
geworden, daß die Krebs-Lieferanten den Bedarf nicht mehr decken
onnen. In Folge dessen haben einige industrielle Köche „künst—
che“ Krebse hergestellt, deren rothe Schaalen sie selbst naturgetreu
mitiren. Mit dem Geschmack des künstlichen Fleisches soll es ihnen
noch nicht recht geglückt sein.

In der Nacht vom 17. auf den 18. wurde Paris und
zas ganze nördliche Frankre isch von einem Schneesturme
„eimgesucht, dann trat Thauwetter ein. Die Verbindungen im
Jande wurden unterbrochen, und viele Bahnzüge blieben unterwegs
egen. Auch der telegraphische Verkehr war vielfach unterbrochen.
Ran war gezwungen, Militär abzuschicken, um die festsitzenden
Zuge zu befreien. Im südlichen Frankreich herrschte am 17,. ds.
orke Kälte, auch ist viel Schnee gefallen. Das rasch eingetretene
Thauwetter läßt Ueberschwemmungen befürchten.

4 Unterhalb der Brücke von Argenteuil (Paris) z0g
man die Leiche eines Unbekannten aus der Seine, der an einem
Zirick eine Reisetasche mit 360, 000 Francs am Halse trug. Dieser
hetrag sollte laut letztwilliger Verfügung den Armen derjenigen
Femeinde übergeben werden, auf deren Grund und Boden sein
deichnam aufgefunden würde.

Am 160. Januar entgleiste der Zug von Quivrain
nach Mons (Frankreich,) wobei 15 Personen verwundet wurden.

4 (Auch ein Anrecht.) Zu einem Geschäftsmanne im Pa—
aser Faubourg Saint- Denis kommt ein Arheiter und beglück—
wuͤnscht ihn zum Jahreswechsel. Der Industrielle dankt. „Ich
komme, miir mein Neujahrsgeschenk holen“, bemerkt der Arbeiter.
Wofur? Ich kenne Sie ja gar nicht“. — „Ich bin derje—
nige, der immer Ihren Schiebkarren zu leihen nimmt.“

F Ueber ein archäologisches Banket erzählt das „D. Familien⸗

zlatt“: Kürzlich wurde in der Umgegend von Marseille ein
cͤmischer Kirchhof ausgegraben. Das interessanteste der aufgedeckten
Fräbet war unstreitig dasjenige des Consuls Cajus Septimus.
Jußer Waffen und Geldstücken enthielt dasselbe eine mit einer fast
mnleserlich gewordenen Inschrift bedeckte Amphore, welche zum vierten
cheil mil einer röthlichen und dicken Flüssigkeit gefüllt war. Eine
Juütorität auf dem Gebiete der Archäologie, deren Wort bei der
stademie der Inschriften von großem Gewicht war, beschäftigte
ich mit der Inschrift und glaubte schließlich entdeckt zu haben,
naß die rothe Fluͤssigkeit echter Falerner sei, derselbe berühmte
galerner, den Horaz besingt. Es war einleuchtend, daß der Consul
jajus Septimus zu seinen Lebzeiten ein Zechbruder gewesen, dem
ine Amphore guten Weines in's Grab mitgegeben worden war.
rin Gelehrter dehält eine solche Entdeckung nicht für sich allein;
herr P. nahm die Amphore mit nach Paris und lud ein Dutzend
kiner Collegen der Akademie zu einem Diner ein. Man schenkt
jetätwoll den historischen Falerner in kleine Gläser und trank ihn
kehend in momoriam des Consuls und des Horaz. Kaum hatte
nan die Gläser wieder auf den Tisch gesetzt, als der Diener dem
zausherrn ein Telegramm überbrachte. Nachdem dieser sich ent⸗
quldigt hatte, offneie er dasselbe, wurde purpurroth. dann schnee—
weiß und eutfloh schließlich mit einem Schrei des Schreckens. Die
zaunenden Gäste hoben das Telegramm auf und lasen es vor;
* lautete: „Paris — Marseille 7 Uhr Abends. Trinken Sie nicht
Imphoreninhalt. Kein Falener. Fanden Inschrift auf Sockel, die
ins entgangen. Rothe Flüssigkeit ist eigener Körper Consul Cajus',
eflüssigt durch Einbalsamirungsprozeß.“ Die unglücklichen Ge⸗
ehrten hatten den Consul aus der Flasche gezrunken!

Ueber die mächtigste Goldmine, die je eine Sängerin in
hrer Kehle barg, verfügt wohl Adelina Patti. In diesen Tagen
jastirt sie in Nizza zum Preis von 15,000 Franken pro Abend.

pP.Wie der „Jialie“ aus Piacenza gemeldet wird, sind
ant plötzlich fünf Postbeamte verhaftet worden. Es handelt sich
im ein Paquet mit 220,000 Francs, welches die Bank von Mai⸗
—X
MNan glaubte aufangs, daß es verloren gegangen oder irrthümlich
m die ambulante Post in Bologna abgegeben worden sei. Aus
den angestellten Nachforschungen ging jedoch hervor, daß sich die
zhur des Paquets in Piacenza verliert. Daher die Verhaftung.

Ein Ro vum hat gegenwärtig England in einer zu
dondon eröffneten Predigten⸗Fabrik“ aufzuweisen. Diese neueste
„Gründung“ hat an die Prediger ein Circular versandt, in wel⸗
hen sie denselben ihre Erzeugnisse zu 25 Cents das Stück, das
hundert zu 20 Dollars anbietet. Daneben wird noch eine billi—
jere Sorte das Stück zu 10 Cents geliefert. Diese „Predigten“
ind in Schreibschrift lithographirt, brauchen also für das Ablesen
don der Kanzel nicht erst abgeschrieben zu werden, um dem Ab⸗
leser den Anschein zu geben, als ob er Selbstverfaßtes vortrage.

7 Aus Amsterdam wird unterm 19. Jan. gemeldet:
heftige Schneestürme führten auf allen Eisenbahnlinien starke Schnee—
verwehungen herbei, weßhalb der Eisenbahndienst vorläufig einge—
tellt ist. J

F GWider die Ratten und Mäuse.) Aus Amerika wird
berichtet: Wir vertreiben diese schauderhaften Thiere dadurch, daß
wir die Wände, Steine und Decken der Keller mit einer Kalk—
farbe streichen, die durch Zusatz von Eisenvitriol gelb gemacht ist.
In jede Ritze, wo eine Ratte laufen könnte, legen wir Eisemvitriol⸗
Krystalle und streuen sie auch auf dem Fußboden und in die
Ecken. Der Erfolg war bei uns eine vollständige Flucht der
Raten und Mäuse; wir haben seitdem im Hause oder dessen Nähe
keine Spur derselben mehr gefunden. Jedes Frühjahr geben wir
dem Keller wieder einen gelben Kalkanstrich als Reinigungsmittel.

FDie Republiktam Neckar. In einem Leitartikel
eines in Pittsbourg erscheinenden englischen Blattes war dieser
Tage zu lesen: „Fünftausend Boers haben von Heidelberg in
Süd-Deutschland Besitz ergriffen und eine Republik mit Paul
Krüger als Präsident eingesetzt.“ Der Zeitungsmann schlug, als
er von dem Coup der braven Boers in Afrika gegen das dortige
Heidelberg las, in seinem „Gazeteer“ nach, und da fand er
„Heidelberg, a eity of South Germany“. Nun wußte er ge—
aug und ließ 5000 holländische Bauern aus Südäfrika un den
Neckar marschiren, um die Republik auszurufen.

F Mit den Trichinern ist's noch nicht genug. In der
„Zeitschr. für mikrosk. Fleischschau“ wird auf einen neuen Mus—
elparasit im Schweine aufmerksam gemacht. In einer eingesandten
Fleischprobe wurde zwischen den Fleischfasern und im Bindegewebe
iine große Anzahl mikroskopisch kleiner, bisher unbekannter distomeen⸗
artiger Würmer, welche sich lebhaft bewegten, gefunden.

P. Chinesisches.) Wie die „Pelinger Zeitung“ meldet,
zesitzt jetzt der zehnjährige Kaiser Quang-su 329 Gestüte mit
27,956 Pferden und Füllen, dann 67832 Siück Kameele, 12,1839
Stück Mastoieh und 248,815 Schafe.

F Ein Giftstoff. Wohl ist es jedem Haus- und Land⸗
wirth genügend bekannt, daß die im Keller aufbewahrten Kartoffeln,
aamentlich Ende des Winters, gern lange, bleiche Keime austreiben;
aber nicht genugsam bekannt ist, daß diese Keime einen Giftstoff
enthalten, das Solanin. Nicht selten kommt es vor, daß man
olche Keime den Schweinen vorwirft, die dann durch den Genuß
ꝛerselben leicht erkranken und selbst sterben, wenn sie viel davon
jefressen haben; und Wenigen fällt es ein, daß solches von den
ür ganz unschuldig erachteten Kartoffelkeimen herrühren könne. Es
ind sogar Fälle vorgekommen, daß mit Kartoffelschlempe gemästetes
stindvieh krepirte, wenn gekeimte Kartoffeln zum Branntweinbrennen
»enützt waren, ohne daß man die Keime entfernte; der in letzteren
enthaltene Giftstoff war bei der Destillation in der Schlempe ge—
blieben. Man sollte es somit zur Regel machen, stets die Keime

der Kartoffeln vor dem weiteren Gebrauche der letzteren zu entfernen
und zu vernichten.

Marktberichte.

Zweibrücken, 20. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
WBeizen 11M. — Pf., Korn 10 M. 49 Pf., Gerste zweireihige d M. — P
ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — pf. Spelzkern — M. — P..
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 68 Pf.
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken 0O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. — Pfr.,
deu 2 M. 85 Pf., Strah 3 M. Oq Pf., Weißbrod i! / z Ktilogr. 56 Pff
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
ür. 6 Pf., Rindfieisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 pf. Kaloͤfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter !/3 Kilogr. O M. 95 Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 19. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
— M. — Pf. Korn 10 M. 85 pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
— Pf., Gerste 2eihige — M. — Pf., Gerste Kreihige M. — Pf. Hafer
M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 40 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — Pf., Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
zrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 36 Pf. Hammelileisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter J Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 pf.

Kaiserslautern, 18. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen — M. — Pf., Korn 09 M. 62 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
7 M. 71 Pf., Gerste o8 M. 88 Pf., Hafer 6 M. 65 Pf., Erbsen 07 M.
50 Pf., Wicken 6 M. 90 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. --
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Psd. 40 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 40 Pfg. Butter pro Pfund 1M. — Pf. Eier 1 Stüch o8 pf.
artoffeln pro Fentner 2 M. — Pf. Stroh 2 M. 50 Pf. Heu 2 M. 50
Bfr., Kleeheu 2 M. 80 Pf.

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.
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        lucpiczhaper lührn uuöceptc 28 Pedruür chehin.
—,, arneen —
Aufhebung eines Ver⸗

steigerungstermins.

Durch Beschluß des kgl. Amts⸗
gerichtes St. Ingbert vom
i3. Januar 1881 wurde die
Einstellung der Zwangsboll⸗
streckung in Sachen Georg
arl Zimmer, Fabrikant in
Manuheim, gegen Johann
Mohr, Wirth und Krämer in
Eschringen verordnet, und
indel deshalb die auf Diens⸗
tag, den 1. Februar 1881 bei
Adjunkt Wolter in Eschringen
festgesetzte Versteigerung micht
tatt.

St. Ingbert, 20. Jan. 1881.

K. Auffschneider,
Amtsverweser.
Fusch gewässerte J
— ⸗
Stockfische
eden Tag bei
J. J. Grewenig .
1009 Marb.
Gegen Gicht, Rhenmatiomus ꝛt. felbst in
zang veralteten ßällen, wird „Ftos. Dumonts
Sichtwasset“ rheum. Tiq.) von vielen
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Sonntag, den 23. Januar
1881.

—

Deutsches Reich.

Muͤnchen, 20. Januar. (Orden.) Der Maximiliansorden
wurde verliehen in der Klasse der Wissenschaft dem Geh. Hofrath
Curtius in Leipzig, dem Geh. Rath Prof. von Planck in Munchen,
in der Klasse der Kunst dem Maler Böcklin (aus Basel) in Florenz,
dem Oberbaurath v. Ferstel in Wien; der preuß. Oberlandstall⸗
meister Lüderitz erhielt das Großkomthurkreuz des Verdienstordens
bom h. Michael.

In Berlin wurde eine zweite Versammlung dortiger Arbeiter
gegen die Antisemitenbewegung vom Polizei-Präsidium auf Grund
des Gesetzes über die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial⸗
demokratie verboten.

* Vor Kurzem wurde der Artilleriemajor Hugo Stadelmann
in München, eine in der Armee hochangesehene Persönlichkeit,
olößlich zur Disposition gestellt, wie es hieß, wegen einer Broschüre,
n welcher er gewisse Mißstaände im baherischen Artilleriewesen be—
prochen hatte. Es wird jetzt mitgetheilt, daß Major Stadelmann
demnächst als Direktor der Gewehrfabrik in Amberg wieder in
Dienst treten werde.

In Folge der Stadelmann'schen Broschüre sah sich nun auch
der Oberst und Kommandeur des 1. Feld⸗Art.⸗Reg. Theod. Kriebel
deranlaßt, um seine Verabschiedung mit Pension einzukommen.

Auf der Landesausstellung in Nür nberg wird von
Seiten rheinpfälzischer Weinbergbesitzer eine altdeutsche Weinstube
ingerichtet, in welcher die besten pfaälzischen Kreszenzen zum Aus-⸗
schank kommen.

F Der 19. Januar ds. Is. war für die Stadt Saar⸗
ouis ein besonders bemerkenswerther. Seit den 200 Jahren
hres Bestehens wurden an diesem Tage den Bürgern derselben
um ersten Mal Grundsteuerzettel für die auf dem Banne der
Stadt gelegenen Ackerländereien übergeben.

F In Hayingen zersprang auf dem Walzwerke „Fon⸗
2erie“ ein 25 000 Kg schweres Schwungrad, wobei 6 Arbeiter
chwer verwundet wurden. Einer ist bereits seinen Wunden erlegen
und hinterläßt eine Witiwe mit 3 Kindern. — Die circa 300 ig
chweren Radstücke wurden auf eine Entfernung von 25 bis 30 m
mit solcher Wucht geschleudert, daß sie das Gebälke vollständig zer⸗
fetzten und das ganze in ihrem Bereiche liegende Dachwerk gänz⸗
ich zertrümmerten. Ein Glück noch, daß die Arbeiter kaum 5
Minuten vor Eintreten der Katastrophe die durch dieses Schwung⸗
rad in Bewegung gesetzten Walzenstraßen verlassen und sich auf
indere begeben hatten, sonst hätte das Unheil an 50 Personen
reffen können. Als Ursache nimmt man an, daß irgend ein
Begenstand das Rad in seinem zum Theil in der Erde gelegenen
Schwungraume berührt habe, wodurch der Bruch herbeigeführt
vorden sein soll.

Aus Me z wird geschrieben: Es erscheint kaum glaublich,
welche Menge Kunstweine hier, mitten im Weinlande, zur Kon—
umtion gelangen. Laut Ausweis sind aus Lahr, Landau. Mann⸗
heim und anderen Weinfabrikstädten in der Zeit vom 22. Rvvember
bis zum 3. Januar hier nicht weniger wie 70.443 Liter fabri⸗
ziriter Wein zur Verzollung gelangt.

7 In Mühlheim a. Rh, hat sich eine Entsetzen erregende
That zugetragen. Ein 14jähriger Knabe ist an seiner eigenen
Mutter zum Mörder geworden. Er bekennt die unselige That und
zibt an, als die Mutter in trunkenem Zustande sein kleines Schwe⸗
terchen mit einem Messer bedroht, habe er erst das Kind aus dem
Zimmer gebracht, dann aber zum Beil gegriffen und die Mutter
erschlagen. Der Kopf der getödteten Frau war von nicht weniger
als 26 Hieben vollständig zertrümmert.

F Pest, 19. Januar. Das Ergebniß der Volkszählung
sier ist: Der Bevölkerungsstand in Buda⸗-Pest beträgt, einschließlich
10.216 Mann aktives Militär, 365,312 Seelen; die Zuͤnahme
eit 1870 beträgt 95, 036 Seelen. Vor hun deri Jahren zählte
Dfen 24,000, Pest 14,000 Seelen, zusammen 38, 000 Seelen.

F In Cagliari kam letzter Tage der Italiener Montaldi,
velcher des Raubes und Todtschlags angeklagt war, nach 4jähriger
Untersuchungshaft endlich vor die Geschworenen. Im Laufe der
Herichtsverhandlung mußten nicht blos die Geschworenen, sondern
auch der kgl. Prokurator die Unschuld des Unglücklichen anerkennen.
Derselbe hatte sich indessen nicht iange der wiedereriangten Freiheit
u erfreuen, denn an dem auf das Verdikt folgenden Morgen ver⸗
tarb er infolge der ausgestandenen langjährigen Seelen⸗ und
örberqualen.

fLondon ist durch ungeheuren Schneefall seit dem 18.
d8. buchstäblich von der Außenwelt abgeschnitten. Telegraphie und
Postendienst mit Festland und Provinzen sind gestört'; der Verkehr
n den Straßen ist überaus schwierig. Dover. Portsmouih und andere
häfen waren wegen des Sturmes unerreichbar. Eine Springfluth
der Themse überschwemmte überdieß mehrere Quartiere, wobei sie
gewalftigen Schaden anrichtete

Ausland.

Gambetta ist am 20. ds. Mis. für die Session von 1881
wieder zum Präsidenten der französischen Deputirtenkammer,
und zwar mit 262 von 376 Stimmen, und Leon Say wieder
zum Präsidenten des Senats mit 140 von 228 Stimmen gewählt
worden. (Voriges Jahr hatte Gambetta 259 Stimmen erhalten.)

Man hält es allen Ableugnungen zum Trotz für sicher ,daß
die Franzosen in Algierien Truppen an der Grenze von Tunis
angesammelt haben und nach dem Protektorate dieses Barbaresken⸗
staates, wie man früher zu sagen pflegte, lüstern sind. Das Pro—⸗
tektorat würde natürlich nur der Anfang zur Einverleibung sein.
Da Frankreich eine Einbuße an Land erlitten hat, so hegt es um
so mehr Verlangen, seine Grenzen anderswo auszudehnen, und von
Seiten Deutschlands wird diesem Streben kein Widerstand entgegen⸗
zesetzt, dagegen muß Frankreich zusehen, wie es mit Italien zu
Rechte kommt.

43 Mitglieder der irischen Landliga in Listowel und 16
in Waterville sind wegen Aufruhr unter Anklage gestellt worden.

Das jüngste türkische Rundschreiben hat in Berlin, wie in
Wien einen guten Eindruck gemacht. Man kann nicht länger be—
zweifeln, daß die Türkei über ihre Zugeständnisse vom 3. Oktober
noch etwas hinausgehen wird. Sobald das türkische Angebot die
Zustimmung der Mächte erhält, kann man die Grenzfrage als ge—
regelt ansehen; denn wenn Griechenland auch dann noch fortfahren
würde, mit Krieg zu drohen, so würde es den Schritt vom Er⸗
habenen zum Lächerlichen machen.

Vermischtes.

F Für die Pfalz wurde die Eröffnung der ersten Schwur⸗
gerichtssession des Jahres 1881 auf den 14. März nächsthin fest⸗
zesetzt, der kgl. Oberlandesgerichtsrath Nössel zum Vorsitzenden er⸗
nannt und der kgl. Landgerichts-Direktor Herfeld in Zweibrücken
zum Stellvertreter des Vorsitzenden.

Nach einer Mittheilung der „Pf. Pr.“ wurde Bürgermeister
Müller von Obermoschel vom Amte suspendirt, weil derselbe
wegen verschiedener Betrugsreate vor Gericht gestellt wird.

F Die Gauversammlungen Westricher Thierärzte pro 1881
finden am 3. Februar, 7. April, 4. August, 6. Okltober und 1.
Dezember in Kaiserslautern und am 30. Juni in Zwei—
brücken Statt. Das Zusammentreffen ist in Kaiserslautern im
disherigen Lokal, in Zweibrücken in der Bahnhofrestauration.

Von Winnweiler wird berichtet, daß die Gienanth'sche
Brauerei das Cafo Carra in Kaiserslautern für jäbrlich
2000 Mark auf drei Jahre gemiethet habe.

F Der Volksverein in Kaiserslautern hat für seine an
den Landtag gerichtete Petition in Sachen eines neuen Landtags-
wahlgesetzes ganze 182 Unterschriften erhalten. Anfangs wurde
die Zahl auf 300 angegeben. Danach zu schließen, scheint der
Rückhalt der Demokratie bei der Bevölkerung Kaiserslauterns etwas
veniger großartig zu sein als man nach dem geschlagenen Lärm
Jjätte annehmen sollen. Zuviel „Klappern“ schadet dem „Hand—
werk“ allerdings gelegentlich.

Am 18. Januar vollendete der protestantische Pfarrer Joh.
Friedr. Hoffmann (geboren in Kandel) von Erpolzheim
ein 80. Lebensjahr, aus welchem Anlaß seine Kollegen aus dem
Dekauat Dürkheim ihm ihre Glückwünsche darbrachten. Nächstes
Jahr feiert Pfarrer Hoffmann, der noch rüstig seine Pfarrgeschäfte
dersfieht. sein fünfzigjähriges Dienstiubilöum.
        <pb n="50" />
        pPetersburg, 29. Januar. Magnetiseur Hansen, der
jetzt hier Geld einheimst, experimentirte vor dem Kaiser, dem
Thronfolger, der Fürstin Dolgoruki, kurzum der Creme des russischen
Hofes und wurde von dieser mit Beifall überschüttet.

4 Als ein Beispiel großartigen Wohlthätigkeitssinnes, das in
England nicht zu den Seltenheiten gehört, ist das Vermächtniß
eines vor kurzem verstorbenen Herrn Harry an seine Vaterstadi

Preston zu erwähnen. Er vermachte ihr zu gemeinnützigen Zwecken
Z00 000 9. Davon werden 100,000 8. auf ein Waisenhaus,
50 000 L. auf eine Kunst- und Gewerbeschule und die übrigen
150 000 L. auf die Gründung eines Museums mit einer Frei—
bibliothek verwandt.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. De meß.
—IIEEE
au
„Battnassen

u. sonst. Blasenl. in den schlimm⸗

sten Fällen heile briefl. unt. Ga—

rantie ohne Berufsstörung. Pro⸗

spect u. Zeugnisse gratis. F. C.

Denrt Spezialist, Wertheim

u.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 27.
Januar 1881, Nachmittags 2
Uhr, zu St. Ingbert, in
der Wirthschaft von Michael
Paul werden durch den unter⸗
zeichneten Amtsverweser des kgl.
Notar Franz Sauer in St.
Ingbert, im Wege der vertrags⸗
mäßigen Wiederversteigerung ge⸗
gen Peter Heusser, Wirth
daselbst, die nachbezeichneten Lie⸗
genschaften in der Steuerge—
meinde St. Ingbert, öffentlich
zu Eigenthum versteigert:
Plan⸗Nr. 3897 und 3898,
31 a 1 qm Acker links in
Kasteler Röden.

St. Ingbert, 7. Jan. 1881.
sd. Auffschneider
Amtsverweser.

Konkurs⸗
Versteigerung.
Dienstag, den 25. Januar

1881, Morgens 9 Uhr, in der
Behausung der Eheleute Hein⸗
rich Behr, Schlosser und Kauf⸗
mann und Katharina Weirich
zu St. Ingbert, werden auf
Anstehen von Philipp Fitz, Ge—⸗
schäftsmann daselbst, als Ver⸗
walter der Concursmasse der ge⸗
dachten Eheleute Behr,
die sämmtlichen noch vor⸗
handenen Waarenvorräthe,
als Zucker, Reis, Gerste,
Erbsen, Linsen, Bohnen,
Surrogate, Cichorie, Wolle⸗
und Wollewaaren, alle
Sorten Kleiderstoffe, Sia—
mois, Kattun, Kragen,
Manchetten, Spitzen, Litzen
ac. ⁊c.
ferner eine vollständige
Laden⸗Einrichtung, beste⸗
hend in einer Theke, zwei
Glasschränken, Schaften, 1
kleine Decimalwaage,
sodann 1 Kleiderschrank,
1 Canapee, 1 Arbeitstisch⸗
chen, Tische, Stühle, Bil—
der, 1 Uhr, Weißzeug, so⸗
wie sonstige Haus⸗ und
Küchengeräthe
öffentlich gegen Baarzahlung ver⸗
steigert.
St. Ingbert, 18. Jan. 1881.
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.
Elegante eiserne
* *
Kinderschlitten
und Schlittschuhe bei
u0 Weigand.

* *

Zwei Zimmer
hat zu vermiethen

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Nur echt, wenn die beige—
druckte Schutzmarke auf den
Etiqueiten steht.

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Malz⸗Extract und Eara⸗
mellen von L. H. Pietseh
Co. Breslau.“*
Meine beiden Knaben von 8
und 6 Jahren hatten einen sehr
starken Husten, der sich nach Ver⸗
bbrauch von einer kleinen Flasche
Malz⸗ Extract und einigen Pack
Honig⸗Krauter⸗ Malz⸗ Extract⸗ Caru
mellen von L. E. Pietson &amp; Co. in
Breslau ganz verloren hat.
Triest, den 80. Jan. 1880.
Pietro Raragal,
Via Solitario 27.
»Zu haben in St. Ingbert be
J. Friedrich.
à Flasche A 1, 1.75, 2.50.
à Beutel 30 und 50 Pf.

— ——
Todes-Anzeige.

Freunden, Bekannten und Verwandten die betrü⸗
bende Nachricht, daß unser vielgeliebter Sohn, Bruder,
Onkel und Schwager

*
Ludwig Ammann,
22 Jahr alt, nach längerem Kranksein, heute morgen
um 4 Uhr sanft entschlafen ist.
St. Ingbert, 22. Januar 1881.
Die trauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 8
Uhr statt.

7

—
—
⏑ ——
— —
— —I34
—JIRWV J
VV

X
Der Geflügelzucht-Verein Neustadt a. H.
— veranstaltet
am 20., 21. und 22. März d. J. stine
verbunden mit
Prämiirung &amp; Verloosung
in den Räumen des Saalbaues.
Anmeldungen sind bis zum 10. Härz dd. J. an den
Sekretär unseres Vereins, Herrn C. Stoewer, Weinhändler,
zu richten, von welchem die Anmeldebogen zu beziehen sind.

Bezüglich des Verkaufs der Loose beliebe man sich an Herrn
A. Beruiͤnger, Kaufmann, zu richten, von wo aus die Pro—
gramme versendet werden.

Die zur Ausstellung angemeldeten Thiere müssen spätestens
am Morgen des 19. März unter der Adresse „Ausstellungs⸗
Comité Saalbau Neustadt a. Haardt“ franchb ein⸗
treffen.

Heustadt, im Januar 1881.
Der Vorstand des Gessfügelzucht-Vereins.

Lungenschwindsucht geheilt.
Durch Mittel gegen Husten⸗
rankheiten und Lungenschwindsucht
chon Tausende geheilt. Es beruhl auf
chneller Vernarbung d. Tuberkeln u.
ʒadurch rascheste iiee d. Aus⸗
wurfs. Zeder Husten wird durch Ge⸗
hrauch meines Mittels vollständig be⸗
eitigt. Alleiniges echtes Recept. Ga⸗
rantie. Vor Faͤlschung wird gewarnt.
MariaBenno v. Donat, Paris1671
Ich besitze Anerkennung von Sr.
Rajestät d. Kaiser v. Deutschland und
Sr. Heiligkeit dem Papst. Von dern
vchsten Medieinal-⸗ Behörde des deut ·
schen Reiches wurde mein Mittel begut⸗
achtet u. zum Verkaufe in ganz Deuisch⸗
land —— Gerichtlich geschützt.
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Bei Durchsicht des ilustrirten
Buches: „Dr. Airy's Heilmethode“
werden sogar Schwerkraule die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
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ur, Anwendung gelangen, noch
Zeilung erwarten dürfen. Es sollte
aher jeder Leidende, selbst wenn bei
hm bislang alle Mediein erfolglo⸗
zewesen, sich vertrauensvoll dieser
jewahrten Heilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Werk an⸗
zuschaffen. Ein Auszug“ daraus
wird aratie und fronen nvertezndt

Unwiderruflich
* 6
Ziehung 28. Jebruar 1881.
Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Ludwigshafener
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welche selbst bei veralteten Fällen
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

MA 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1I AM 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
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M 144.

Sonntag, den 23. Janua“
——
Deutsches Neich.

Müunchen, 20. Januar. (Orden) Der Maximiliansorden
wurde verliehen in der Klasse der Wissenschaft dem Geh. Hofrath
Turtius in Leipzig, dem Geh. Rath Prof. von Planck in München,
n der Klasse der Kunst dem Maler Boclin (aus Basel) in Florenz,
dem Oberbaurath v. Ferstel in Wien; der preuß. Oberlandstall⸗
neister Lüderitz erhielt das Großkomthurkreuz des Verdienstordens
vom h. Michgael.

In Berlin wurde eine zweite Versammlung doriiger Arbeiter
gegen die Antisemitenbewegung vom Polizei⸗Präsidium auf Grund
des Gesetzes über die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial⸗
demokratie verboten.

Vor Kurzem wurde der Artilleriemajor Hugo Stadelmann
n München, eine in der Armee hochangesehene Personlichkeit,
Ilötzlich zur Disposition gestellt, wie es hieß, wegen einer Broschüre,
n welcher er gewisse Mißstände im bayerischen Artilleriewesen be⸗
prochen hatte. Es wird jetzt mitgetheilt, daß Major Stadelmann
emnächst als Direltor der Gewehrfabrik in Amberg wieder in
dienst treten werde.

In Folge der Stadelmann'schen Broschüre sah sich nun auch
der Oberst und Kommandeur des 1. Feld⸗Art.⸗Reg. Theod. Kriebel
veranlaßt, um seine Verabschiedung mit Pension einzukommen.

F Auf der Landesausstellung in Nürnberg wird von
Seiten rheinpfälzischer Weinbergbesitzer eine altdeutsche Weinstube
ingerichtet, in welcher die besten pfalzischen Kreszenzen zum Aus-
schank kommen.

F Der 19. Januar ds. Is. war für die Stadt Saa r⸗
ouis ein besonders bemerkenswerther. Seit den 200 Jahren
hres Bestehens wurden an diesem Tage den Bürgern derselben
jum ersten Mal Grundsteuerzettel füͤr die auf dem Banne der
Stadt gelegenen Ackerländereien übergeben.

F In Hayingen zersprang auf dem Walzwerke Fon⸗
derie“ ein 25 000 Fg schweres Schwungrad, wobei 6 Arbeiter
ichwer verwundet wurden. Einer ist bereits seinen Wunden erlegen
und hinterläßt eine Witiwe mit 8 Kindern. die circa 300 xg
ichweren Radstücke wurden auf eine Entfernung von 25 bis 80
nit solcher Wucht geschleudert, daß sie das Gebälke vollständig zer⸗
etzten und das ganze in ihrem Bereiche liegende Dachwerk gänz⸗
lich zertrümmerten. Ein Glüdk noch, daß die Arbeiler kaum 5
Minuten vor Eintreten der Katastrophe die durch dieses Schwung ·
rad in Bewegung gesetzten Walzenstraßen verlafsen und fsich auf
indere begeben hatten, sonst hätte das Unheil an 50 Personen
reffen können. Als Ursache nimmt man an, daß irgend ein
Begenstand das Rad in seinem zum Theil in der Erde gelegenen
Schwungraume berührt habe, wodurch der Bruch herbeigeführt
worden sein soll.

F.Aus Me z wird geschrieben: Es erscheint kaum glaublich,
welche Menge Kunstweine hier, mitten im Weinlande, zur Kon⸗—
umtion gelangen. Laut Ausweis sind aus Lahr, Landau. Mann⸗
jeim und anderen Weinfabrikstädten in der Zeit vom 22. Roybember
»is zum 3. Januar hier nicht weniger wie 70,443 Liter fabti-
zirter Wein zur Verzollung gelangt.

r In Muhl heim acRhe hat sich eine Entsetzen erregende
That zugetragen. Ein 14jähriger Knabe ist an seiner eigenen
Mutter zum Mörder geworden. Er bekennt vie —
zibt an, als die Mutier in trunkenem Zustande sein kleines Schwe⸗
terchen mit einem Messer bedroht, habe er erst das Kind aus dem
Zimmer gebracht, dann aber zum Beil gegriffen und die Mutter
erschlagen. Der Kopf der getödteten Frau war von nicht weniger
als 26 Hieben vollständig zertrümmert.

F Pest, 19. Januar. Das Ergebniß der Volkszählung
jier ist: Der Bevölkerungsstand in Buda⸗Pest beträgt, einschließlich
10,216 Mann aktives Militär, 365,512 Seelen; die Zunahme
eit 1870 beträgt 95, 036 Seelen. Vor hun dert Jahren zählte
Dfen 24,000, Pest 14,000 Seelen, zusammen 38,000 Seelem.

F In Cagliari kam letzter Tage der Italiener Montaldi,
velcher des Raubes und Todtschlags angeklagt war, nach 4jähriger
Untersuchungshaft endlich vor die Geschworenen. Im Laufe der
Herichtsverhandlung mußten nicht blos die Geschworenen, sondern
ruch der kgl. Prokurator die Unschuld des Unglücklichen anerkennen.
Derselbe hatte sich indessen nicht lange der wiedereriangten Freiheit
zu erfreuen, denn an dem auf das Verdikt folgenden Morgen ver⸗
tarb er infolge der ausgestandenen langjährigen Seelen⸗ und
örperqualen.

f.London ist durch ungeheuren Schneefall seit dem 18.
ds. buchstäblich von der Außenweli abgeschnitten. Telegraphie und
Postendienst mit Festland und Provinzen sind gestört; der Verkehr
n den Straßen ist überaus schwierig. Dover; Portsmouih und andere
däfen waren wegen des Sturmes unerreichbar. Eine Springfluth
er Themse überschwemmte überdieß mehrere Quartiere, wobei si⸗
zewaltigen Schaden anrichtete.

Ausland.

Gambetia ist am 20. ds. Mis. für die Session von 1881
vieder zum Präsidenten der franzöfischen Deputirtenkammer,
ind zwar mit 262 von 376 Stimmen, und Leon Say wieder
um Präsidenten des Senats mit 140 von 228 Stimmen gewählt
vorden. GVoriges Jahr hatte Gambetta 259 Stimmen erhalten.)

Man hält es allen Ableugnungen zum Trotz für sicher, daß
die Franzosen in Algierien Truppen an der Grenze von Tunis
mgesammelt haben und nach dem Proiektorate dieses Barbaresken⸗
taates, wie man früher zu sagen pflegte, lüstern sind. Das Pro—
tektorat würde natürlich nur der Anfang zur Einverleibung sein.
Da Frankreich eine Einbuße an Land erutten hat, so hegt es um
o mehr Verlangen, seine Grenzen anderswo auszudehnen, und von
Seiten Deutschlands wird diesem Streben kein Widerstand entgegen⸗
zesetzt, dagegen muß Frankreich zusehen, wie es mit Italien zu
Kechte kommt.

43 Mitglieder der irischen Landliga in Listowel und 16
in Waterville sind wegen Aufruhr unter Anklage gestellt worden.

Das jüngste türkische Rundschreiben hatin Berlin, wie in
Wien einen guten Eindruck gemacht. Man kann nicht länger be⸗
weifeln, daß die Türkei über ihre Zugeständnisse vom 3. Oklober
noch etwas hinausgehen wird. Sobald das türkische Angebot die
Zustimmung der Mächte erhält, kann man die Grenzfrage als ge⸗
cegelt ansehen; denn wenn Griechenland auch dann noch fortfahten
vürde, mit Krieg zu drohen, so würde es den Schritt vom Er⸗

Abenen zum Lächerlichen machen. —
Vermischtes.

fF Für die Pfalz wurde die Eröffnung der ersten Schwur⸗
gerichtssession des Jahres 1881 auf den 14. März nächsthin fest⸗
Jesetzt, der kgl. Oberlandesgerichtsrath Nössel zum Vorsitzenden er⸗
nannt und der kgl. Landgerichis-Direktor Herfeld in Zweibrücken
um Stellvertreter des Vorsitzenden.

F Nach einer Mittheilung der „Pf. Pr.“ wurde Buͤrgermeister
Müller von Obermoschei vom Amte suspendirt, weil derselbe
vegen verschiedener Betrugsreate vor Gericht gestellt wird.

Die Gauversammlungen Westricher Thierärzte pro 1881
inden am 3. Februar, 7. Äpril, 4. August, 6. Oktober und 1.
Dezember in Kaiserslautern und am 30. Juni in Zwe i⸗
rücken Statt. Das Zusammentreffen ist in Kaiserslauiern im
aisherigen Lokal, in Zweibrücken in der Bahnhofrestauration.

Von Winnweiler wird berichiet, daß die Gienanth'sche
grauerei das Café Carra in Kaiserslautern für jährlich
2000 Mark auf drei Jahre gemiethet habe.

Der Volksverein in Kaiserslautern hat für seine an
»en Landtag gerichtete Petition in Sachen eines neuen Landtags-
vahlgesetzes ganze 182 Unterschriften erhalten. Anfangs wurde
ie Zahl auf 300 angegeben. Danach zu schließen, scheint der
stüchhalt der Demokratie bei der Bevölkerung Kaiserslauterns etwas
oeniger großartig zu sein als man nach dem geschlagenen Lärm
jätte annehmen sollen. Zuviel „Klappern“ schadet dem „Hand⸗
verk“ allerdings gelegentlich.

Am 18. ZJanuar vollendete der protestantische Pfarrer Joh.
zriedr. Hoffmann (geboren in Kandel) von Erpolzheim
ein 80. Lebensjahr, aus welchem Anlaß seine Kollegen aus dem
Dekauat Dürkheim ihm ihre Glückwünsche darbrachten. Nächstes
Fahr feiert Pfarrer Hoffmann, der noch rüstig seine Pfarrgeschäfte
ersieht, sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum
        <pb n="52" />
        pPetersburg, 20. Januar. Magneitiseur Hansen, der
jetzt hier Geld; einheimst, erperimentirte vor dem Kaiser, dem
Thronfolger, der Fürstin Dolgoruki, kurzum der Creme des russischen
Hoͤfes und wurde von dieser mit Beifall überschüttet.

ꝓ Als ein Beispiel großartigen Wohlthätigkeitssinnes, das in
England nicht zu den Seltenheiten gehört, ist das Vermächtniß
Anes vor kurzein verstorbenen Herrn Harry an seine Vaterstadt

Preston zu erwähnen. Er vermachte ihr zu gemeinnützigen Zwecken
300 000 8. Davon werden 100,000 8. auf ein Waisenhaus,
50 000 8. auf eine Kunst- und Gewerbeschule und die übrigen
150 000 8. auf die Gründung eines Museums mit einer Frei⸗
bibliothek verwandt.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme .

aho
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 27.
Januar 1881, Nachmittags 2
ühr, zu St. Ingbert, in
der Wirthschaft von Michael
Paul werden durch den unter—
eichneten Amtsverweser des kgl.
Noiar Franz Sauer in St.
Ingbert, im Wege der vertrags⸗
mäßigen Wiederversteigerung ge—
gen Peter Heusser, Wirth
daselbst, die nachbezeichneten Lie⸗
genschaften in der Steuerge—
meinde St. Ingbert, öffentlich
zu Eigenthum versteigert:
Plan⸗Nr. 3897 und 3898,
31 4 1 qm Acker links in
Kasteler Röden.
St. Ingbert, 7. Jan. 1881.
K. Auffschneider
Amisverweser.
Konkurs⸗
Versteigerung.
Dienstag, den 25. Januar
1881, Morgens 9 Uhr, in der
Behausung der Eheleute Hein⸗
rich Behr, Schlosser und Kauf⸗
mann und Katharina Weirich
zu St. Ingbert, werden auf
Anstehen von Philipp Fitz, Ge⸗
schäftsmann daselbst, als Ver—
walier der Concursmasse der ge—
dachten Eheleute Behr,
die sämmtlichen noch vor—
handenen Waarenvorräthe,
als Zucker, Reis, Gerste,
Erbsen, Linsen, Bohnen,
Surrogate, Cichorie, Wolle—
und Wollewaaren, alle
Sorten Kleiderstoffe, Sia—
mois, Kattun, Kragen,
Manchetten, Spitzen. Litzen
ꝛc. x.
ferner eine vollständige
Laden⸗Einrichtung, beste⸗
hend in einer Theke, zwei
Glasschränken, Schaften, 1
kleine Decimalwaage,
sodann 1 Kleiderschrank,
bCanapee, 1 Arbeitstisch⸗
chen, Tische, Stühle, Bil⸗
der, 1 Uhr, Weißzeug, so⸗
wie sonstige Haus-— und
Küchengeräthe *
zffentlich gegen Baarzahlung ver⸗
iteigert.
St. Ingbert, 18. Jan. 1881.
Faßbender,
lgl. Gerichtsvollzieher.
Elegante eiserne
* *

49
Kinderschlitten
und Schlittschuhe bei

Otto Weigand.
5. * *
Zwei Zimmer
zat zu vermiethen
L. Vogelsang.

au
„Battnàssen

u. sonst. Blasenl. in den schlimm—

sten Fällen heile briefl. unt. Ga—

rantie ohne Berufsstörung. Pro—

spect u. Zeugnisse gratis. F. C.
33 Spezialist, Wertheim

a. M.

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druckte Schuzmarke auf den
Ftiaqueiten steht.

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starken Husten, der sich nach Ver⸗
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TFietro BRaragal,
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Ludwig Ammann,
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Die trauernd Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 8

Uhr statt.
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— ** 2
— 8 —
—— — —
— — —
—
— *
—— * 58
—531 —583868
ẽ* ——8 — I —
—— —8 *4 F
—JI
—huMA
g 59 —2* 48

Der Geflügelzucht-Verein Neustadt asg
unnm 20., A. midee —* d. J. seine
VW

Lungenschwindsucht getzeilt.
Durch mein Mittel gegen Husten⸗
rantheilen und Lungenschwindsucht
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aburch rascheste Beseitigung d. Aus⸗
vurfs. Jeder Husten wird durch Ge⸗
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chtet u. zum Verkaufe in ganz Deuisch⸗
and gestattet. Gerichtlich geschützt.
Fortwährend frisch mit Gebrauchsan ⸗
veisung in billigster Packung b. Herrn
*24 ααονö in St. Inabout

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Neustadt, im Januar 1881.

der Borstand des Gessügelzucht-Vereius.
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doher jeder Leidende, selbst wenn bei
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Ziehung 28. FJebruar 1881.
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— 2
—1881.

M —15. Dienstag, den 25. Januar

—
Deutsches Reich.

Aus München, 22. Januar berichtet die „A. Z.“. Dem
Vernehmen nach ist die Bezahlung der griechischen Schuld an den
Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern erfolgt, und ist der Be⸗
nag von 2,606,000 Fres. in Pariser Wechseln heute hier einge⸗
troffen. Bekanntlich muß diese Summe zur Bildung eines Fidei⸗
commisses für die Linie des Prinzen verwendet werden.

(Bayerischer Laundtag.) Der vom Minister des Innern
der Kammer der Abgeordneten vorgelegte Entwurf zu einer Revision
des Wahlgesetzes häli an dem bisherigen indirekten Wahlmodus fest.
Für jeden Gemeindebezirk werden permanente Urwählerlisten gefertigt
und aufgelegt. Auf 500 Seelen wird ein Wahlmann gewählt.
auf 31,300 Seelen ein Abgeordneter. Die Pfalz wird statt 20
nunmehr 21 Abgeordnete zu wählen haben. Das Institut der
Ersatzmänner ist aufgehoben. Weitere wesentliche Aenderungen des
Wahigesetzes finden nicht Statt. — Ob der Entwurf Annahme
finden wird in der Kammer, ist sehr in Frage gestellt.

Sämmtliche Handelss und Gewerbekammern Bayerns sind
pom Ministerium des Inneren aufgefordert, sich über den Entwurf
eines Neichsgesetzes bezuͤglich der Versicherung von Fabrikarbeitern e⁊tc.
gegen Unfälle daldigst gutächtlich zu äußern. (Die pfälzische Han⸗
deis⸗ und Gewerbekammer halt deshalb nächsten Mittwoch 26. ds.,
eine außerordentliche Sitzung.)

Der Erlaß des bayerischen Ministeriums des Innern in
der Antisemitenbewegung an die Regierungspräsidien soll, wie der
„A. A. Ztg.“ mitgetheilt wird, einem ausdrücklichen Allerhöchsten
Befehle entsprechen.

Mit der Tendenz der Reichs-⸗Unfallversicherung, wie
Fürst Bismarck sie plant, und wie dieselbe in der dem Buͤndesrath
hereits zugegangenen Gesetzesvorlage zum Ausdruck gebracht ist,
wird sich jeder deutsche Patriot und jeder Menschenfreund von
Herzen einverstanden erklären müssen. Ohne Zweifel ist es ein
serrlicher Gedanke, den Arbeiter gegen die nachtheiligen Folgen von
Unfällen, denen er bei seiner Beschäftigung ausgefetzt ist, möglichst
zu sichern, d. h. den durch einen Unsall in der Erwerbefähigkeit
auf kuͤrz oder iang Beschränkten und resp. den Erwerbsunfähigeun
dor Noih zu schützen. Und wenn es gelänge, von Reichswegen
eine solche Anstalt in's Leben zu rufen, so wäre das nur auf's
Freudigsie zu begrüßen und würde dem deutschen Reich zur hohen
Ehre gereichen. Leicht freilich ist die Lösung dieser Aufgabe nicht,
und die beir. Vorlage, die wir am Donnerstag in kurzem Auszuge
zum Abdrucke brachten, hat denn auch bereits mancherlei Anfecht⸗
ungen erfahren. Indessen galten dieselben doch mehr einzelnen
Bestimmungen, während die leitende Idee fast allgemein Anklang
und vielfach begeisterte Zustimmung gefunden hat. Was aber in
der Idee als richtig erkannt worden, zu dessen Uebertragung in's
Leben werden sich bei ernstem Willen wohl auch die vassenden
Mittel auffinden lassen.

Ausland.

Das englische auswärtige Amt
Regierung die Mittheilung, letztere werde
(westafrikanische) Kuste entsenden, um
die Plünderung Schiffbrüchiger von der
Schiffes zu züchtigen.

Die englische Admiralität entsandte das Thurmschiff „Belle⸗
Isle“ nach der Nordwestküste von Irland, um ein von Amerika
dommendes Schiff mit Waffen und Munition für Irland abzu⸗
jangen.

Die „Times“ bespricht die griechische Frage und meint,
so lange kein offener Bruch zwischen Griechenland und der Türkei
eingetreten, seien Unterhandlungen immer noch möglich und würde
England seinen freundlichen Dienst beiden Parteien nicht versagen,

iich aber am Kriege unter keinen Umständen betheiligen.
Vermischtes.

8Si. Ingbert, 24. Januar. Es wird uns mitgetheilt,
daß der erste der im jGewerbeverein“ angekündigten Vor⸗
träge erst Ende März gehalten werden kann. Hingegen soll der
Vortrag des Herrn Professors Robert von Schlagintweit
um Mitte Februqr vor sich gehen, und zwar wurde von erfahrener

Seite empfohlen, den berühmten Forscher über eines der interessan-
westen Themata, nämlich über die Pacific-Bahn, dieses Riesenwerk,
das durch die ganze Breite von Nordamerika das atlantische Meer
nit dem stillen Ocean verbindet, hören zu sollen. Eine Subscrip⸗
fionsliste wird dieser Tage in Umlauf gesetzt.

6n. An der Unterstützungssumme von 5562 Mk., welche pro
1880 aus dem pfälzischen Lehrerwaisenstifte zur Vertheilung kam,
hartizipirt der Bezirksberein Blies kastel-St. Ingbert mit
11 Lehrerwaisen und 540 Mk. Auf 1 Waise trafen 48 resp.
34 Mi. Die Gelder wurden bereits vom Kreisrechner dem Be⸗
irksrechner, Hr. Lehrer Drumm dahier überschickt und gelangen
durch diesen an die einzelnen Familien zur Auszahlung.

— Ein kunstsinniges Publikum erlaube ich mir auf das am Mittwoch
m Oberhause r'schen Saale stattfindende Concert ganz besonders auf⸗
nerksam zu machen. Ausgerüstet mit den besten Empfehlungen namhafter
bersönlichteiten aus vielen Städien, werden die Opernsänger, Herr F. Muller
ind Fräulein M. Fötsch einzelne Scenen aus bekannten Opern im Costum
ortragen und somu Gelegenheit geben, ihre ausgezeichneten Stimmen, einen
nachtigen klangvollen Bariton und einen Sopran von seltenem Wohllaut und
Amfang neben der lebendigsten, künstlerischen Auffassung zu entfalten. Da ich
dies aus eigener Ueberzeugung aussprechen kann, so hoffe ich für die Kunstler
in eben so volles Haus, wie sie es in andern Städien fanden, die mit dem
inmaligen Auftreten nicht zufrieden, sie noch für mehrere Abende engagirten.

Die Saarbr. Zig.“ schreibt: Wie uns von befreundeter
Seite mitgetheilt wird, fand am 20. d. M. eine Sitzung des
omite's der Arbeitgeber des Saargebietes in St. Johann
tatt. Nachdem in dieser Sitzung seitens der Herren Vertreter der
eiden betheiligten Siaatsbeiriebsbehörden (Eisenbahn und Berg⸗
vertsdireklion) Keuntniß davon gegeben war, daß infolge ministe⸗
tieller Entscheidung ihre Kompetenz zur Ausführung des Beschlusses
dom 1. November 1880 auf die Betriebsstätten beschränkt sei, ge⸗
angte das Komite nach längerer eingehender Diskussion zu der
leberzeugung, daß angesichts dieser Anordnung der vorbezeichnete
Beschluß im Allgemeinen undurchführbar sei. Zwei der größeren
Arbeitgeber unserer Gegend (Herr Geh. Kommerzienrath C. St umm
ind Herr E. Wagner) haben bereits ihren Austritt aus der Ver⸗
einigung erklärt und ersterer hat folgende Ansprache an seine Ar⸗
beiter erlassen:

„An die Arbeiter.

Höheren Ortes ist die Königl. Bergwerks-Direktion veran⸗
laßt worden, die Maßregeln, welche sie in Gemeinschaft mit den
äbrigen größeren Arbeilgebern des Saargebietes gegen sozial⸗
vemokratische Agitationen ergriffen hatte, erheblich zu modifizieren.
dem im Jahre 1877 geschlossenen Verbande ist dadurch die Grund⸗
age entzogen, ich erachte dessen fernere Aufrechterhaltung für un⸗
moͤglich und bin bereits aus dem Komite ausgeschieden.

Angesichts der jetzt geschaffenen Situation halte ich es für
nussichtslos, in hiesiger Gegend den Kampf gegen sozgialistische
ind sonstige reichsfeindliche Bestrebungen in seiner Allgemeinheit
nit dem bisherigen Erfolge weiter zu führen, und bin deshalb
entschlossen, vom politischen Leben zurück zu treten.

Losgelöst von so machen Rücksichten allgemeiner wie lokaler
Natur werde ich mich für die Folge um so wirksamer der Beförderung
Fures geistigen und materiellen Wohles widmen können. Ich
verde dieser Aufgabe meine ganze Kraft in der freudigen und un⸗
erschütterlichen Zuversicht zuwenden, daß, was auch sonst sich
ꝛreignen möge, das Band des Vertrauens zwischen uns ebenso⸗
venig gelodert werden wird, als die unwandelbare Treue zu
Raiset uͤnd Reich, die zu bethätigen von jeher den Stolz und
die Ehre der Angehörigen des Neuukircher Werkes gebildet hat.

Das seitens meiner Firma gegen das Halten des „Neunkir⸗
her Tageblatts“ gerichtele Verbot bleibt unverändert in Kraft.
Dagegen ziehe ich das gegen den Besuch gewisser Wirthschaften
gerichlete Verbot in seiner bisherigen Form hiermit zurück, weil
sch vereinzelt nicht mehr im Stande bin, diese Maßregel ohne
schwere Belästigung auch lohyaler Wirthe und Eurer selbst durch⸗
uführen. Ich behalte mir aber vor, dieses Verbot in einer
en beranderten Verhältnissen angemessenen Weise zu ersetzen.

Neunkirchen, 21. Januar 1881.

FK. Stumm.“
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        Aus Neunkirchen theilt man uns noch mit, daß Herr
Geh. Kommerzienrath Stum m anfangs entschlossen war, sofort
sein Mandat niederzulegen. Nur die Rücksicht, seinen Wählern
Ungelegenheiten zu bereiten, hielt ihn davon ab. Dagegen soll er
fest enischlossen sein, für die nächste Reichstagsperiode kein Mandat
anzunehmen. Obgleich anderer politischer Ansicht, wie Herr Stumm,
können wir diesen Entschluß nur beklagen. Der Wahlkreis Ott⸗
weiler würde — erklärt sich sein seitheriger Abgeordneter Herr
Stumm, nicht mehr zur Annahme eines Mandats bereit — sofort
einen ultramontanen Kandidaten aufstellen, dem nach Weg—
fall der reichsfreundlichen Agitation wohl sämmtliche Stimmen der
Reichs feinde zufallen würden. Dies zu verhindern ist Pflicht
eines jeden Mannes, der es mit Kaiser und Reich tren meint.

Einnehmerei⸗Verweser in Kirrweiler, Jul. Cl. Hartmann ebenfalls auf
Ansuchen Übertragen.
TRur die Mdaction rονe emen

St. Ingbert, 25. Januar. (Eingesandt.. — — sie
haben einen guten Mann begraben —“ klagt der fromme Dichter
Claudius, und sein Wort klingt uns unwillkürlich wieder am
heutigen Tage, wo wir unsern Mitbürger Karl Schanh zur
letzten Ruhestatt geleiten. Ein strebsamer, wirklich reeller Kauf—
mann, ein Ehrenmann durch und durch, ein anregender, gebildeter,
feinfühlender Gesellschafter, ein edel denkender und handelnder
Mensch, ein verdienter und verehrter Familienvater hätte Schanck
noch länger bei uns bleiben sollen. Leider ist er in der schönsten
Manneskraft, im Alter von 44 Jahren, von den Folgen eine
starken Erkältung dahin gerafft worden.

Möge den Seinen zu einigem Troste, seinen Kinderchen aber
zum Segen gereichen, was die allgemeine Stimme spricht: Karl
Sschanck hat keinen Feind; wer ihn kennen
lernte, wurde sein Freund; ja, in ihm haben
wir einen guten, edeln Mannbegraben!

—
Dienstesnachrichten.

Die erledigte Steuer⸗ und Gemeinde⸗-Einnehmerei Albersweiler wurde
auf Ansuchen dem Steuer⸗ und Gemeinde-Cinnehmer Ludw. Hartmann
in Webenheim, die Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einnehmerei Webenheim dem vor⸗
maligen Steuer⸗- und Gemeinde-Einnehmer in Sippersfeld und nunmehriaen
——
Zwangsversteigerung.
Samstag den 29. Januar
nächsthin, Morgens 9 Uhr zu
St. Ingbert im Lagerhause
der Firma: „P. J. Woll
u. Sohn“, Korkstopfenfabrik
in St. Ingbert versteigere ich
zwangsweise gegen Baarzahlung.
ca. 1100 000 Stück Kork⸗
sttopfen verschiedener Sorte,
JDezimalwaage, 1 Partie
Säcke, 1 Partie Papier—
säcke, 1 Partie Packlack,
5000 Fichtenspunden, 1
Wägelchen, 16 Kübel (ca.
48 CEtr.) Pech, 1 Uhr, 1
Kommode, 2 Kanapee, 1
Pfeilerschränkchen, 1 runder
Tisch, 3 große Spiegel mit
Goldrahmen, 1 Secretair,
2 Consoles, 6 gepolsterte
Stühle, 1 gepolsterter Ses⸗
sel, 1 Nähtischchen, 1 Fau⸗
teuil, 1 Waschtisch, 1 Chaise—
longne, 2 Nachttischchen,
2 vollständige französische
Betten, 1 Kuͤchenschrank, 1
Schreibpult ꝛc.
St. Ingbert, 22. Jan. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Morgen, Mittwoch Abend
Wurstsuppe
Seußer.

—2
HBelzversteigerung
zu Ensheim.

Samstag, den 29. Ja⸗

tnuar nächsthin, Nachmit—

ags um ein Uhr, werden im

Schulhause zu Ensheim die nach—

ezeichneten Holzsortimente aus

»em Gemeindewald von da,

Schlag Breitenberg, an den

Meistbietenden öffentlich ver—

eigert:

2500 fichten und lärchen Spar⸗
ren, Gerüst⸗ u. Stem⸗
pelstangen, ca. 270

Cbm.,

900 fichten u. lärchen Baum—

pfähle,

800 .,„ untd lärchen Boh⸗

nenstangen,
70 Ster fichten u. lärchen
Prügelholz.
Ensheim, 23. Jan. 1881.
Eduard Adt,
Bürgermeister.
Geld-Lotterie
für die katholische Kirche
in Ludwigshafen a. Rh.
1it

Remontirung der Kavalerie und Feldartillerie im Jahre 1881 betr.
An fämmtliche k. Bezirksämter der Pfalz.
Inhaltlich höchster Entschließung des k. Staatsministeriums des

Innern, Abtheilung für Landwirthschaft, Gewerbe und Handel vom
3. Januar l. Is. wird der im Frühjahre 1881 vorzunehmende
Remontenankauf, melcher sich auf 3- bis Gjährige Reit- und Ar⸗
tillerie-Zugpferde erstreckt, an nachbezeichneten Tagen und Stationen
Statt finden:

23. März 1881 Ankauf in Langenkandel,

24. „. Offenbach,

26., — „ „ Pirmasens,

—A F . Zweibrücken,

29., — * „Homburg,

30., „Landstuhl,

31., F „Frankenthal.

Die k. Bezirksämter werden angewiesen, für möglichste Ver—
hreitung dieser Bekanntmachung in den Gemeinden ihres Bezirkes
Sorges zu tragen.

Speier, den 10. Januar 1881.

Königlich Bayerische Regierung der Pfalz,
Kammer des Innern.
vr. Braun,
k. Regierungs⸗-Präsident.
4 —E J E 41
ID CBen 7lbc ug
Mittwoch, den 20. Januar 1881:
Dofoperu-Pnsemble.
scenen und Acto aus Opern, in Costüm.
dohern-Fäperi Pridei— Uarja kogtseh, Itte Prabcil
—Aulibr, son üp grozetn eltöclen Oper in Rotteran.
PROGRAMM:
I. Theil.
Scene und Arie der Agathe v. Preischütz,. Frl. Poetsch
dto. Undine .... .Herr Müller
II. THheiIl.

Nachtlager von Granada.
Gabrioll.. .. Plrl. Poetsch.
Järcgeere..... HVerr Müller

AKkt I.
deene und Arie,
dcene und Duett, W
Scene und Arieé,
Scene und Duetbt,
III. THhei I.
Waffenschmied von Worms.
ALät 2.
Graf Liebenau
Geselle Conrad
Marie —

*
Mark?
zauft man ein Loos
2zur
22222222
2
222 2223
23 22222
222222223222222222222222
Zziehung am 28. Febr. 188
bereohtigt ↄu oinem Gowinne von
M. 45, 000. - M. 12. 900. - 2u. 6,000.
M. 4,000.- 24. 3, 000. - etc-

Rs vortheilen sich:
240, 000 Maurie
baar Geld auf 12, 000 Gowinne, so das
auf 25 Loose
hereits ein Preffer Kommt.
Die alleinige Generalagentur:
A.u. B. Schuler in Zweibrücken.
doose sind zu haben in St.
ugbert bei: J. Friedrich.
.Woll, Buchhandlg. Joh.

Zeirich, Friseur.

22
22
20 34

zei
Tiaene

4HiF
xikeig ü. allein echte Zincralqune d.
Zufientaramefs und Kañao-Thee
Naria Zennov. Ponat, Faris, 1671.
Hurch aiserl Verordnung v. 4 Jan.
m ganzen deutschen Reiche auch für
Richt· Apotheker zum freien Verkaufe ge
aniet Von Sr. Aaiestat dem Kaiser
von besitzt Maria Bennso
oon Sonat allein drei xruhmreiche An—⸗
ennungen und von Sr. Heiligkeit
dem Zapft pg spendende Auerkenn⸗
ing, Ordens Verleihung und Diplom.
die gatamels find die cherste Hülse
hei selbst schon veraltetem aͤbsexc
Safs. u. KBrustteiden. Zn istigster
—5 trefer Isie fortwaͤhrend
liq ein in Kartons und Flaschen bei
cHeters in St.
*nabert.
Carneval! Fastnacht! Prachtvolle und billige IHr. Naller.
Costumes aller Art, nicht zu verleihen.⸗ Cottillon⸗Gegenstände. . Prl. Poetsch.
Carnevalistisch gemalte Bilder zur Saal-Decoration (Lebens⸗ Entroẽ 1 Mark,
größe). Masken, Besazborden, Stoffe ꝛc. Carnevals-Gesellschafts⸗ Familien- Billots das Dritto gratis.

Kappen Carnevals-Artikel jeder Art! Theater⸗Decora— illetverkauf bei Herru Seiter und Abends an der Casse.
tionen auf Stoff gemalt. Illuminations- und Decorations-Artikel — ——— — — —
für Eisfeste. Preis-Verzeichnisse umsonst und franco. LZeiter steht allweil noch „schrägüber“ des
Bonner Fahnenfabrik. Bonn. 1Schneiders Jost!
Druck und Verlag von F. XF. Demet in St. Inabert.

*
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        * 5 228 2 2 2 2 *. 532.2 — — 2*
555 —5 533 56555 55353 5583855 23553257*s 38
* 3 55 353 — 5 * 5—325—
—e58 * 5 ** 2 C — * 2852 8 *
— 5 5 7 737— 538 3—
2 2 8* 8 9 * ad ⸗
535 38 8 3 3 5
2 — 8 5 — — —8 2 —5885
5255 — 5752 222 5* 2275 5 —*5553*— —5z2 383 8—
—— — —A— 53 — — — 553 5— 83 —556 22—
— 8 —— — 3 02 * 2 2*5 ——— — 22 —X — *
—55 — ·* 22 5 2 2 2 — 7 * — 2 22 5 Gw *
88 —I —eS— 5 2 * 25 5.5222 — — ——— 53— — 2
53273 535 238323 73535 —— 5 336 8
— 2— —3— — — 0 Xa — ——— t 52.5 —8 *
2 — — 28*— 260 2 3 * 2 2573 — 2 235—5 2
52832 325 5758 03 — — 5328
65 —3z85 5383 3535 5
2*82258 — — —
—5z3355 32 —2 5338308 3353 8
— 2 * * — 224 2
—27 3385 3323358 3
3285 — —— 8235 2 —5 822 —— ——535353
333 3 3 3 —55 338555
2575835 2 6338357 — ———
83 — * — * — 3 — 28 2* — 223 2 8
2 — — — *. 22 * 5 — —* —E — .8 22 S
5533285 3
— —3223 — 528—2 8; S 2 322—— 582 * — — *
52 7 * * —x —XM— 8 32* —
— 5 55*
5 25 ẽ— — 5 5 2— 3688 —— 5
* *
—535 2585 —383 2
—52 —338 5 8

— —35—58 2383 — —

52*
5—355 —2223 32355 —5—
S 7;; * —— — 79 7

* —8 2*
3. I 3 3 S 85
2 28.2 Ev — — 3
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— — 8—*

2 5 — 4 5
55 *——53 3
* — — 2
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2 —3 38 8385* *25
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IESR — * *
— 5— 5 28 S 5 555285
353 —A— Z25

25*5.2 5* 33 3

— — —3 —*3 — 2522
2 .2 O TFAÆ — D—2
38—355080 35
2 8 18 — — 233
5—— 55358
—A— S5 —AA
5353353233 2z 55855358
2 22 —z80 —
33575633356 8
358 5 53835 2338

2* — — S. — — 2233
— 2 3553328 222 — 52
—
z358 555 333255357
——— 8223 — 56

2 27
— 59 —
5 — 2
—33* —5 ——————
7 F 35* 283
555323x — ——————— 538 5538
3832* 5 —— 7233
3 —A 838 —— 8 —
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553535 —5 *25— 523 —s85
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532 585338 58
——— * 527582 523
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55 385 5723552—3383*
2525 25 —55233 23735833
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8 5235634 2838 88 *
5358888 58 52 I — —
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232 2835 37
— — — 5668* —
57 33 F —22 — 2 *
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* — t — E —
38358355 —53 5828 — 28* 58558 AA
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— 2.5 *82353358 28 50 — — S M 285 5 32*2 5— —
3832 .3 552 55 25 555 5 œ — 8 —— —— 25
58 5* — N43 2 G6 522 — 8 8 53 2 8
334535 5c 753 ———— 8 4. —53232 ẽ
—A —32— 8 32O 53 —5 35* 0 A ——2 25523 5
28B58 58 A 525355388 8 — 8
2 ⁊ 85 — —„855 5 22*8 —3
*8 — 5335888 3 89 — —— —5226 2888 35 522353 3
322 5 532 —A— 753 53858* z338333568 222533 53
252 ——z333553258 26. æ s · 538085 5522 — 28 *
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévpreis beträgt vierteljahrlich
40 Zeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 16. Donnerstag, den 27. Januar 1881.
UαιαWN— — — — — — ·⸗ — — J * —
Deutsches Reich.

Aus München geht der „Allg. Ztg.“ folgende officielle
Mittheilung zu: Se. Majestät der König hat dem preußischen Ge—
sandten am hiefigen Hofe, Wirkl. Geh. Rath Grafen v. Werthern,
das Großkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone, dem
kaiserl. deutschen Gesandten in Athen v. Radowitz das Großkreuz
des Verdienstordens vom hl. Michael, dem Legationssecretär bei
der kaiserlich deutschen Gesandtschaft in Athen, Grafen v. Walden⸗
burg, das Comthurkreuz des Verdienstordens vom hl. Michael und
dem Professor der Rechte an der hie sigen Hochschule, Dr. Hermann
o. Sicherer, das Ritterkreuz des Verdienstordens der bayerischen
Krone verliehen. (Diese Ordensverleihungen sind die Anerkennung
für die glücktiche Bereinigung der griechischen Schuldfrage.)

Das preußische Abgeordnetenhaus beschloß, die in dem
Nachtragsetat für den Bau einer festen Mainbrücke bei Offenbach
geforderlen 280,000 Mark abzulehnen.

In parlamentarischen Kreisen wirb versichert, daß der Reichs⸗
tanzler den Stadthalter Frhrn. v. Manteuffel, der zum Ordensfeste
in Berlin weilte, beglückwünscht hat, ob der großen moralischen
Erfolge, welche derselbe in Elsaß-Lothringen durch seine Regierung
in so kurzer Zeit erzielt hat.

Ausland.

Wie der „Peuple Frangais“ anzeigt, wird die Kaiserin
Eugenie demnächst einen durchaus von ihrer Hand geschriebenen
Band unter dem Titel veröffentlichen „Geschichte des Lebens und
Todes des kaiserlichen Prinzen nach inedirten Urkunden.“, Diesem
Buche soll dann ein zweites Werk folgen, Les notes de Napoléon III“,
eine Sammlung von kleinen Aufzeichnungen, welche der Kaiser
während der ganzen Dauer seiner Regierung zu bringen pflegte
und die am 4. Sept. auf der Flucht aus den Tuilerien glücklich
mit geretiet worden sind. Diese Notizen sollen manche unbequeme
Enthüllungen über hervorragende volitische Persönlichkeiten der Re—
oublik enthalten.

Einer Meldung der „Ag. Stefani“ zufolge benachrichtigte die
griechische Regierung ihre diplomatischen Vertreter im Ausland,
daß sie den Vorschlag der Pforte, eine Botschafter-Conferenz in
Konstantinopel zu halten, noch unvortheilhafter finde als den Vor—
schlag eines Schiedsgerichtes; sie wies dieselbe an, sich in diesem
Sinne den Regierungen gegenüber, bei welchen sie beglaubigt sind,
auszusprechen.
Vermischtes.

* St. Ingbert. Es dürfte viele der Leser interessiren
über den berühmten Reisenden Robertvon Schlagintweit,
den bekanntlich unser Gewerbeverein für einen Vortrag gewonnen
hat, etwas Näheres zu erfahren. Wir geben darum nachstehend
eine kurze Skizze seines Lebens und Wirkens: Robert von Schlag—
intweit, geboren zu München am 27. Okt. 1833, gegenwärtig
Professor an der Universität Gießen, bereiste, nachdem er eine
Monograpbie des Kaisergebirges in Tirol veröffentlicht hatte, vom
Jahre 1834 bis 1857 mit seinen Brüdern Hermann und Adolf,
theils einzeln, theils gemeinschaftlich, Indien und Hochasien, Hi⸗
malaya, Tibet, den Karakorum, Kuenlun und Turkistan. Diese
Reisen umschlossen eine Ausdehnung von 29,000 Kilometer, theils
in den heißesten Gegenden der Tropen, theils in den höchsten Re—
zionen der Erde. Leider hatte den Versuch, der überhaupt nur
unter der strengsten Verkleidung möglich war, Turkistan in Central—
asien auf einem vorher nie von einem Europäer betretenen Wege
zu erreichen, Adolf mit dem Tode zu büßen, und zwar darum,
weil er als Europäer erkannt wurde; er ward am 26. August
1857 zu Kaschgar enthauptet. Die beiden anderen Brüder wur—
den nach ihrer Heimkehr in Folge der wichtigen wissenschaftlichen
Ergebnisse ihrer Reisen und deren Veröffentlichung von König Max
von Bayern in den erblichen Adelsstand erhoben. Robert hat sich
später vornehmlich dem Studium der nordamerikanischen Verhält—
nisse zugewandt. In 10 Monaten 1868 und 1869 durchzog er
zie Vereinigten Staaten von Nordamerika nach den verschiedensten
stichtungen auf seine eigenen Kosten, verkehrte im Westen viel mit
den Indianern und legte seine amerikanischen Studien und Erleb⸗

nisse in einem vierbändigen Werke nieder, das theilweise in andere
Sprachen übersetzt wurde. Aufs Neue hat er Nordamerika im
Frühling und Sommer des vorigen Jahres bereist, wo er Kansas,
Colorado, Neu⸗Mexiko, Uthah und die Mormonen, Ealifornien
und Arizona besuchte. Von Tucson in Arizona, das auf dem
nächsten zur Zeit möglichen Eisenbahnwege 6613 Kilometer von
Rew-York entfernt liegt, kehrte er nach Deutschland zurück. —
Robert von Schlagintweit versteht es wie wenige, die keichen Er—
lebnisse und die wissenschaftliche Ausbeute seiner Reisen, in popu⸗
lärster und anschaulichster Weise zu schildern.

— Der Distriktsrath des Kantons Ober moschel hat seine
Zustimmung zur Benützung der Distriktsstraße zwischen Obermoschel
und Alsenz seitens der projektirten Sekundärbahn, die mittelst
Pferden betrieben werden soll, gegeben. Deßgleichen hat der Stadi—
rath von Obermoschel sich für die Ausführung des Projekts erklärt
und beschlossen, Bau und Betrieb auf städtische Kosten zu über—
nehmen. Ueber den Geldpunkt hat die Bürgerversammlung zu
entscheiden.

FIn Dannenfels, Lufteurort am Donnersberg, tritt
in Stelle der bisherigen Briefablage eine volle Postexpedition in's
deben. Die Postverbindung wird während der Saison, 15. Mai
dis 15. Oktober, durch einen Postomnibus nach Kirchheimbolanden
interhalten, während der übrigen Jahreszeit durch einen Postboten.
Postexpedition und Poststall in Dannenfels wurden dem Gasthof—
vesitzer Heinrich Gümbel dort übertragen.

Die Actionäre der Kaiserslauterer Düngerfabrik
'abrik erhalten für das abgelaufene Betriebsjahr 12 Mt. Dividende.

Fuür 1881 wird in Kaiserslaustern eine Gemeinde—
Umlage von 118 Procent der direkten Staatssteuern erhoben, das
giebt 187,620 Mk. Im Jahr 1880 wurden 121 Prozent er—
hoben. (Und hier)

.Kaiserslantern. In die Buchdruckerei von J. Kayser
dahier kam vor einigen Tagen ein junger Mann, der sich als Ferd.
Jentzer jun. von Waldfischbach ausgab und Briefköpfe und Couberts
nit aufgedruckter Jentzer'scher Firma bestellte. Dieselbe wurden
hm in den Gasthof, in welchem er logirte, abgeliefert, und er be—
nützte dieselben nun zu dem Versuch, bei Firmen, welche mit Phil.
Jentzer in Verbindung stehen, Geld zu erlangen. Bei Gastwirth
Seitz verlangte er unter dem Vorwand momentaner Verlegenheit
auf Rechnung seines Vaters 200 M., bei Posthalter Huber 400
M. aber ohne Erfolg. Man setzte die Holzhandlung Jentzer tele—
graphisch in Kenntniß von dem Vorgang, und es stellte sich heraus,
daß man es mit einem Schwindler zu thun habe. In Hochspeyer
väre derselbe fast in die Falle gegangen. Auch dort hatle er ver—
ucht, einen Pump anzulegen, aber auf sein schriftliches Ansuchen
die Antwort erhalten, daß man gerne bereit sei, einem Glied der
Familie Jentzer auszuhelfen, aber nur bei persönlichem Erscheinen.
Diese Personalkenntniß schien dem Hochstapler bedenklich uͤnd er
verduftete, so daß die Gendarmerie, die ihm schon auf der Spur
war, nichts vorfand als die unglückseligen Briefköpfe und Couverts.

In Neustadt verunglückte im Etablissement von Weg—
müller der Müller M. Ehrhardt auf schauderhafte Weise, indem
derselbe von einem Transmissionsriemen erfaßt und förmlich zer—
rissen wurde. Es war in dem entsetzlichen Augenblick gar Niemand
zugegen. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe mit zwei Kindern.

F In Landau waren vorigen Sonntag etwa hundert klei—
nere Branntweinbrenner der südöstlichen Pfalz versammelt, um sich
iber verschiedene ihnen lästige Bestimmungen des Branntwein—
teuergesetzes zu besprechen. Im allgemeinen zeigte sich's, daß es
nicht sowohl die Höhe der Steuer ist, an welcher die Leute An⸗
toß nehmen, als vielmehr die lästige Controle und namentlich die
Beschränkung in der Zeit des Brennens. Es wurde beschlossen,
in diesem Sinn eine Petition auszuarbeiten und zur Unterschrifi
bei den einzelnen Brennern in Umlauf zu setzen.

F. In Ludwigshafen trank, der „Frth. Ztg.“ zufolge,
ein kleines Kind eine zum Einreiben bestimmte Mirlur und starb
in Folge der eingetretenen inneren Verletzungen.

x Zu den Kosten der Einführung der Schuhfabrikation (nach
Pirmasenser Muster) in Hertlingshausen hat die kgl. Re—
        <pb n="58" />
        gierung der Pfalz aus Kreismitieln einen Beitrag von 450 M.
dewilligt.
Fr medaction verantworilich: F. — Demeu. J

ischen Ausführung, daß kein anderes deutsches Blatt sich mit dem „Deutschen
Familienblatt“ messen kann, das auch in der Wahl der übrigen Illu—
ürationen das Bestreben verräth, sich diesen Vorzug ungeschmälert zu erhalteu.
Wir verweisen uur noch auf das Doppelbild von Hans Dahl: „Auf der
Eisbahn“ und auf L. Knaus' reizendes Kinderbild: Kleinmütterchen“

Indessen stehen die textlichen Veiträge den illustrativen um nichts nach
Wie wir unter den mitarbeitenden Künstlern auf Namen ersten Ranges stoßen,
so finden wir hier einen Erzähler, dessen Schöpfungen sich schon seit Decennien
in Deutschland des größten Beifalls erfreuen: Levin Schücking weiß in
der spannenden Novelle „das Fräulein von Thored alle seine be—
kannten Vorzüge wieder zu entfalten. Eine noch vorzüglichere dichterische
GBabe ist aber der Rowman „Mehalah', die Arbeit eines hervorragenden
Gelehrten. Kühne und starke Zeichnung der Charakiere, eine erschütternde,
geschickt verwickelte Handlung, farbige Naturschilderungen — Alles vereinigl
sich, um diesen Roman weit über die gewöhnlichen Erscheinungen der Tuges—
literatur zu erheben.

Damit dem Nutzlichen das Angenehme beigesellt sei, ist durch die reiche
Auswehl belehrender und unterhaltender Artikel gesorgt. Wir greifen unter
diesen blos Paul Niemeyers Beitrag über Abhärtung und Ver—
weichlichung heraus, und erinnern an Fritz Wernids Charakterbild
Friebrich Haases und an Aloys Hennes' „Die Musikim Hause“.
Reich und eigenthümlich auch ist der Inhalt der Plaudereche“, deren
einzelne Theile alle ebenso unterhaltend wie belehrend sind und auch ihrer
eits den Fortschritt bezeichnen, den das vorzügliche Blatt nach jeder Richtung
sin errungen.

G(GEingesandt).

Eine Menge Leidtragender begleitete gestern die irdische Hülle
eines Mannes zu Grabe, der sich wohl in den Herzen aller seiner
Mitbürger ein bleibendes Denkmal der Liebe errichtet hat. Johann
Joseph Fiackkein einfacher, schlichter Mann — aber ein Ehren—
mann in des Wortes voller Bedeutung. — Wohl beweinen hier nicht
unmündige Kinder ihren Ernährer; auch keine vereinsamte Wittwe
beklagt sorgenvoll den herben Verlust; — aber Gattin, Kind und
Freunde beweinen und beklagen schmerzlich, daß dies edle, gute Herz
nun stille steht, das in so treuer Liebe für sie schlug. Möge da—
rum den Hinterbliebenen der Ausspruch ein Trost sein, daß wohl
die Zeit ein steinernes Denkmal verwittern kann, aber jenes nicht,
das sich die Liebe in den Herzen der Menschen erbaute und auf
welches Erinnerung die Worte geschrieben:

Er war zu gut, um vergessen werden zu können.

Deutsches Familienblatt
gierteljährlich Mk. 1.60. — In Heften zu 30 und 50 Pf. Verlag von J.
d. Schörer in Berlin. Vom zweiten Jahrgange des „Deutschen Fa—
nilienblattes“ liegen die drei ersten Nummern vor, die gegenüber den
früheren Leistungen dieser Zeitschrift nicht nur die gleiche Höhe, sondern einen
ntschiedenen Fortschritt bekunden, wovon wir uns durch den ersten flüchtigen
Blick auf die Bilder überzeugen können, von denen wir Anton v. Werners
zlänzende Komposition: „ßZur Einigung Deutschlands“ hervorheben.
Dieses Bild beweist, namentlich auch rücksichtlich seiner vollendeteu xylograph⸗

Zur Aufklärung diene, daß durch ein Versehen, resp
durch die Vergeßlichkeit des Setzers die Todesanzeige
bes verstorbenen Hrn. Joh. Jos. Fiack nicht in die letzte Diens—
tags⸗Nr. des „Anz.“, für welche sie bestimmt war, aufgenommen
worden war, und darum von uns durch Extra-Blatt noch am Diens—
tag zur Veröffentlichung gebracht wurde. Die Expedition.
Zwangsversteigerung.
Samstag den 29. Januar
aächsthin, Morgens 9 Uhr zu
St. Ingbert im Lagerhause
der Firma: „P. J. Woll
u. Sohn“, Korkstopfenfabrik
in St. Ingbert versteigere ich
zwangsweise gegen Baarzahlung.
ca. 1100,000 Stück Kork⸗
stopfen verschiedener Sorte,
1 Dezimalwaage, 1 Partie
Säcke, 1 Partie Papier—
säcke, 1 Partie Packlack,
5000 Fichtenspunden, 1
Wägelchen, 16 Kübel (ca.
48 CEtr.) Pech, 1 Uhr, 1
Kommode, 2 Kanapee, 1
Pfeilerschränkchen, J runder
Tisch, Z große Spiegel mit
Boldrahmen, 1 Secretair,
2 Consoles, 6 gepolsterte
Stühle, 1 gepolsterter Ses⸗
sel, 1 Nähtischchen, 1 Fau⸗
teuil, 1 Waschtisch, 1 Chaise⸗
longne, 2 Nachttischchen,
2 vollständige französische
Betten, 1 Kuͤchenschrank, 1
Schreibpult ꝛc.
Ingbert, 22. Jan. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Danksagung.
Für die liebevolle Theilnahme
zei der Beerdigung unseres nun
in Gott ruhenden theuern Gatten,
Vaters, Sohnes und Bruders — — — —
Herrn C. Schantk Täglich 25 Schoppen
sprechen wir unsern tiefgefühl—
lesten Dank aus. M l l ch
Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Ibei Heuster.

* 43
Geschäfts-Empfehlung.
Unterzeichneter beehrt sich hiermit anzuzeigen, daß er unterm
Heutigen, das von Heinrich Behr in der Oberstadt geführt⸗
Ladengeschäft auf seinen Namen fort und weiter führt.
Indem um geneigten Zuspruch bitte, zeichne
Mit Achtung
Ludw. Weirich.
Sit. Ingbert, den 27. Januar 1881.

Unwiderruflich
23 6
Ziehung 28. Jebruar 1881.
Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Ludwigshafener
Kat Irolisehe Kirehenbau-Geld-Lotterüe.
240,000 A Geldgewiunne!
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Loose à 2 Mark versendet: Joh. Friedrich, F.
Woll, Buchhandlg. und Joh. Weirich, Friseur in
Sat.Inabert.

*
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2* 2 J I 7 770
IU! Höchst wicehtig für Landwirthe!!
Dm eine grösst möglichste Ausnutzung der LRartoffel-Kul-
tur, den wichtigsten Konsum des Volkes, nach besten Kräften
zu erzielen, ist es jetat endlich nach jahrelangen Versuchen ge-
lungen, durch eine für jeden Landwirth leicht ausführbare Me-
chode, und 2war: zweimal im Jahre auf demselben Acker
Kartoffeln 2u ernten und bei jeder Ernte 100 Prozent mehr
Nutzung, grössere und mehlreichere Kartoffeln zu erhalten, wo- c
bei eine Missernte nie vorkommt. Die Kartoffeln Können unter s
Bãumen, sogar im Walde angepflanzt werden, und ist bei dieser 8
Methodo nur die halbe Arbeifskraft als bei der bisherigen nöthig.
Dieses höchst wiehtige und ausführliche Werk, betitelt: 8
„Der Oeconomie-Rathâ, ist soeben in der unterzeichneten
Verlagsbuehhandlung erschienen und ist gegen Posteinzahlung
odeor Nachnahme von 5 Mark zu beziehen; als ein Beweis der
Wahrheit des Gesagten legt die Verlagsbuchhandlung einen
Garantie-Schein bei und zahlt einem Jeden die 5 Mark zurũück,
wenn oben Gesagtes nieht auf Wahrheit beruht. —
Weidens Iau fer ⸗Der Cecounomie Rath““ ist nur allein in dert
9 5 7
Berlin, PDorotheen-Strasse 88. Lamqwirineheienn orlopphünalung
Preiscouramt sofort gratis und franco. zu beziehen.
—— — —
Druck und Verlag von F. X. Demef in St. Ingbert.

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25 5383 5228 228 8 — —
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— 3 * — 2 2 XX 1* 5232—
2 838 525338 2328 A 33338338
—55 — 2335583 3823 25 5* 35578
233 32335 * 235833 23 ——— *
253855* —— 55557 — *2 353555 ** 55575* 2
— — 2* — E 25 —* — —— — 82 32
88 2 52333 an V ——— — 525555 — —57 — 25 535
33 73 22 235 — 553 5 355
32 3 S *. 58 — 33 5333 —385
55 255357 — * 35 32* A 55355* 58 —
P 33 — 25 5528
7 3* —— —— —
23 2 53332 823*38 —5 — 5885
5* ——S85535 555 557555 5 ——— 7365
7 8 * 238—3 228 *5 553355* 3283353 — 3
S 5258 2 5527* 5253 5335557 3357 — 2
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85 3 3238 8 *.5 5258 22 —* 23
3— 58 2233 —— — — 383 2587
—2 5325 — 2 58 532 55 —— ——— — 3
52 3 — — 2558 — 255 322 52*
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— — —— — 2* * 33 — 2 —22 — — 238
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37 3 5583335333
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2 —52 — —— * 2 552—5— 252 8.5 3 2
5—55232 2 D 5 35 —A —55 —538 334 32585
8 67 — 32355 5223 —— 303333 2225338 853587
2 ⸗ — —. 7 — 8 —ẽ —— 52 *2
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2283383267 — —— 223 . 5355*28 2533557 5522532
—335 233 — 3232 53865855
33833——327* — 5838 ——258 —
52 —535355 5—— 5 * 2* *5
* 8 —E — 237 —XA 852 — — * 3 —X3 — — 35 3 — 5
3 57 — —— 2 2—2375* 233 832
— — * —— 2— 532 —7 —4 55
282 — 56 55 2 2 — 7 3388333833323335
— * —— — 58882 25 — 8 ——— *
55 365855 ——
— 353 538 522 2853 — —
———335582 225 —
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2 2 — 582 22 21 — 332—22 58232832325
25 552 —835 *57 235.5 3358585 ——3 5— 3 2565
—33 2* 2 —8 2 5858 — * — — 53535 8 783 2—— 52 —E *
* z32 8 ——s — 588 7— 3* 3 —
53 258 55 2 52 —335 8333— 3 8336 3
55 — 3 —353 33 5 2353855 22
777 27 26 488 73 23 88
5 * * 3 —T— 228 2 228* 533
s 85 —3 2 5 35 533 5 388
3 2 3
— 323 —* —2 8S5 5 2— 55328 * 228 25 252 J.5 35885
55 855 —5 53 —3838 3327 8
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*— 2 5 5—*—55 523285 3 2
— 38 35 3— — — 3⏑ 723
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58 553 28 785 3 3 338083 85
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55 335 2 32122 282 — — 38 — 8 —[— 7
5 68 5 22 —53 — ————— — —233——232
5 * 28 3586358—3525 333 2535—35 32533553838535
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25. — —A — 82 5 2 2 —e V 5 —
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583 —3 5 ⏑— —8233 53 583
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533533 238* 23 3— 37 —283 — — 2 *5283
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8 * 55 83 7* — * 2 — — — — 8 —— 2
325* — 5 23222 5753 358 384 332.2 305
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23,5 2 —2223327— —555633 — 57357 2755 535 ——
23 —— — 28 335*88. 2 333.5 520833 38— ——
——— 223 2 — 538383382 323. 55533.3
55 —373 — * —?ẽ 5583 55853835 —
52. 3 S S. * 5885 553 — 5723 665 —— —— 353 528
22 22 S833 5 * 25835 28508 23333. *38 227 5523
A —38 2 3327* 8 2 * 2533 53838 55522.3 32323. 2. —*
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8 *2223 27 3 22* —8 — — 2 5523 5 — 35*
* * 2 3 *5 — 55* 757
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25 — 7 5283535335 3358
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55—3383 2.5 23532.35
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AS.3. 5535 3 8 555.2 3.2868 8 2837 38 —— 38
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— 358 28 2822 —2 2,3 2 *2 — —583383 2
233 8 53533 .R 23335 32555 2. *
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53 36 —B — 23 38252838
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32335*8 589 538 2255 25333 —— —*388
2. *53 *55. * f*82 5. 73 * 2 S58 5
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
rEt. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. GSonntags mit illustrirter Vei⸗
jage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieliahrlich
40 ⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 A, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaris
min 135 — fur die viergepaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
Samstag, den 29. Januar 1881.
V IJ

Deutsches Reich.

(Bayerischer Zandlag.) Derselbe wählte in den Aus—
chuß für das Wahl⸗Reform⸗Gesetz die Abgeordneten Peßl, Schels,
vörg. Stauffenberg, Daller, Bekh Rußwurm, Fischer, Soden,
zampert, Meyer, Louis, Senestrey, Schauß. Der Austritt Scharrer's
vurde genehmigt und die Korordnung auf Antrag des Abg. Lerzer
ner Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen, ebenso das Vieh⸗
euchengesetz.

Ueber die ersten Uebungen der Ersatzreserve im laufenden
zahre iu Bayern von den Generalkommandos im Einvernehmen
nit den Kreisregierungen bestimmt, daß selbe am 22. August zu
beginnen sind und am 29. Oklober zu enden haben; zur Decung
Fer heurigen Uebungsquote von 462d Mann find in erster Reihe
zie beim diesjährigen Aushebungsgeschäfte wegen hoher Loosnummer
ur Ersatzreserve J. Ki. zu überweisenden Mannschaften heranzu⸗
iehen. Zu einer Nachübung sind solche Mannschaften, welche dem
Finberufungsbefehle nicht pünktlich nachgekommen, der Vergünstigung
er Wahl der Truppentheile verlustig gegangen sind oder deren
Zestellungstag Aufschub erfahren hat, edentuell mit den Rekruten
es Jahrganges 1881 zu Aufang November einzuziehen.

Aus Berlin wird officiös geschrieben: „Es wird wiederholt
uu verbreiten gesucht, daß die dem Bundesrath wiederum vorgelegten
Ind voraussichtlich von da aus abermals an den Reichstag ge⸗
jangenden Steuervorlagen nicht ernst gemeint seien, vielmehr nur
die Bestimmung hätten, zu zeigen, daß die einzige Hilfe in dem
Tabatmonopol bestehe. Wir können diese Annahme auf das ent⸗
chiedenste bestreiten. Wenn der Bundesrath, wie zu erwarten,
nuf's neue jene Entwürfe bestätigt, so werden die Vertreter desselben
m Reichstage auch mit vollem Rachdruck für dieselben eintreten.“

Die probeweise Bewaffnung des preußischen Garde⸗Schützen⸗
gataillons mit dem Maggazingewehr ist, der „Nat.⸗Ztg.“ zufolge,
unächst wieder aufgegeben worden. Die Gewehre sind bereits
zegen die bisher gebrauchten umgetauscht. Eine definitive Ent⸗
cheidung über die Einführung des Magazingewehres wird vom
zaiser je nach Befinden über den eingereichten Immediatbericht bez.
ieser Waffe erwartet.

Es besteht die Aussicht, daß im Reichsbudget von 1882 die
befürchtete Erhöhung der Malrikularumlagen vermieden
derden kann, va die schon mitgetheilten Einnahmen der Zölle und
Berbrauchssteuern bis Ende 1880 Ueberschüsse in Höhe von 25
Rillionen M. über die Budgetansätze ergeben sollen. Daß in dieser
Sachlage keine besondere Veranlassung zur Freude für das steuer⸗
zahlende Volk liegt, brauchen wir wohl nicht weiter zu erwähnen:
zie Zoölle und Verbrauchssteuern nahmen pfennigweise, wo die Ma⸗
itularumlagen markweise fordern würden — die Summen selbst,
ie aus den Taschen der Steuerzahler gehen, bleiben sich gleich,
tesp. sie erhöhen sich auch für 1882.

Ausland.

In dem Bud get-Entwurf Frankreichs für 1882,
welchen der französische Finanzminister am vergangenen Freitag in
der Kammer eingebracht hat, sind die Agsgaben auf 2,818,662,933
ind die Einnahmen auf 2,836,803,228 Frs. angesetzt, so daß
das Budget mit einem Ueberschuß von 17,840,290 Frs. abschließt.
Die Ausgaben sind um 55,262,510 und die Einnahmen um
72,335, 234 Irs. höher veranschlagt, als im Jahre 1881. In
dem Capitel für die Verzinsung der Staatsschuld ist eine Erhöhung
on 163 Milljonen für die im Laufe dieses Jahres auszugebende
ilgbare Rente vorgesehen. Das außerordentliche Budget, wekches
us dieser Renten-⸗Ausgabe seine Mittel schöpft, belaͤuft sich auf
359 Millionen, worunter 55 Millionen für das Kriegsmaterial,
z5 Millionen für das Flottenmaterial, 453 Millionen für die
ffentlichen Arbeiten und 10 Millionen für den Weiterbau des
anterirdischen Telegraphen⸗Netzes, für welchen schon 9 Millionen
perausgabt worden sind.

Gambetta spielt sich in seinen jüngsten Reden als Frie⸗
densapostel auf. Ob es ihm damals ernst ist? Gambetta ist der
Friede, wie es Napoleon Jii. war, nämlich so lange der Friede
hm dient; er wird den Frieden zum Tempel hinauswerfen, wenn
I Geschaft es mit sich bringt und sein Organ (die „Reb.

Française“) ist schlau genug, dies jedem zu verrathen, der darüber
Awa Zweifel hegen soüte. Wodhfeil ist die Republik der Firma
—VT—— Monarchie Ludwigs XVI.
berbrauchte jährlich 300 Millionen, Napoleon J. rund 800, die
Restauration behalf sich mit einer Milliarde, das Bürgerkönigthum
hrauchte anderthalbe Milliarden ordentlicher Ausgaben, das zweite
Zaiserthum durchschnitilich 2600 Millionen; die dritie Republik
zraucht in zehn Friedensjahren je drei Milliarden ordentlicher Aus⸗
Jaben und die übrigen Ausgaben des Landes haben sich in dem⸗
elben Verhältnisse — nach dem Herzen Gambetta's — repu⸗
hlikanisirt.

Die Russen haben in Asien auf ihrem Feldzuge gegen die
Teke⸗ Turkmenen einen wichtigen Erfolg errungen. Denn wie aus
Petersburg offiziell gemeldet wird, haben sie unter General
Stobe ew am 24. ds. Geoktepe, die Hauptfestung des Feindes
aach ostündigem Kampfe erorbert und große Beute gemacht.

Die Maͤchte stimmten sämmtlich „im Princip“ dem Antrag
der Pforte auf Eröffnung von Verhandlungen in Konstantinopel
zu. Man (wer ) erblickt in dem Vorschlag der Pforte an sich
in Anzeichen für deren Geneigtheit, über die in der Note vom
30. Odober v. J. bezeichneten Concessionen hinauszugehen. Die
Verhandlungen werden nicht den Charakter einer Conferenz tragen,
ondern von den einzelnen Botschaftern geführt.

Der Prozeß gegen den trischen Agitator Parnell hat ein
nerkwürdiges Ende genommen. Die Geschworenen erklärten näm⸗
ich, es sei ihnen unmöglich, sich über einen Wahrspruch zu einigen,
worauf die Jury aufgelöst wurde. Wird nun eine neue Jury ge⸗
hildet, so muß der ganze Prozeß von vorne begonnen werden, um
nöglicherweise zu einem kleinen Resultate zu führen. Man wird
es den Geschworenen, die bei einem verurtheilenden Verdikt ihres
debens nicht sicher gewesen wären, kaum verargen können, wenn
ie sich auf diese Weise aus der heiklen Affaire zu ziehen suchten;
einigermaßen gespannt darf man aber darauf sein. wo die Sache
enden wird.

Lima, die Hauptstadt von Peru, hat sich, wie schon er⸗
wähnt, dem Heere der Chilenen ergeben. Das heißt, der Kampf
der drei Republiken Chili, Peru und Bolivia in Südamerika ist
zu Ende. Peru und Bolivia sind unterlegen und das ist befrie⸗
digend; denn auf Seite der Chilenen stand das Recht, die höhere
moralische und die materielle Kraft, die Chilenen sind arbeitsam,
üchtig und haben nur ungern zu den Waffen gegriffen. In Bo⸗
ibia und Peru sind die Einwohner arbeilsscheu, verdummt und
tief verschuldet. Bolivia hatte es versucht, durch eine übermäßig
hohe Besieuerung des Guano-Handels von Atacama, der sich meist
in Händen der Chilenen befand, ihren Finanzen aufzuhelfen. Als
Thilͤ dies mit Berufung auf Verträge ablehnte, erschienen plötzlich
auch die Peruaner auf der Scene. Auch sie wollten durch einen
Zlücklichen Krieg gegen das reiche Chili ihren Finanzen auf die
Zeine helfen. Es ist jedoch anders gekommen und die Regierung
von Chili wird nun den verbündeten Regierungen von Veru und
Rolibig den Frieden dictiren.
4
Vermischtes.

F Füur alle im Jahre 1861 geborenen Wehrpflichtigen läuft
der Meldetermin für den einjährig-freiwilligen Dienst am 1. Februar
ab. Dispens bei Fristversäumniß wird nur vom Staatsministerium
des Innern bewilligt und ist schwer zu erlangen. Eltern oder
hormunder, denen die Aufsicht über 20jaͤhrige Söhne oder Mündel
»bliegt, haben keine Zeit zu verlieren, um die mit Geburts⸗, Leu⸗
munds⸗, Studien⸗ und Einwilligungsattesten versehenen Gesuche
den zuständigen Prüfungskommissionen vorzulegen.

FDer junge Mann, welcher, wie in der letzten Nr. des „Anz.“
zerichtet, sich in Kaiserslautern und Hochspeyer als Sohn des Holz⸗
Jändlers Jentzer von Waldfischbach ausgab und bei verschiedenen
euten an diesen Orten auf das Haus Jentzer Geld zu pumpen
uchte, wurde von der Gendarmerie in der Person des 18jährigen
Tünchers Karl Hersel von Waldfischbach bereits verhaftet. Als ihm
eine Pumppersuche mißlungen waren, hatte er sich nach Hause be⸗
geben, wo ihn bald darnach der Arm der Gerechtigkeit packte.
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        Wie ein schweizerisches sozialistisches Blatt zu wissen glaubt,
wollen auch die pfälzischen Sozialdemokraten bei den dem—
nächstigen Wahlen in Aktion treten. Sie beabsichtigen demnach in
jenen Wahlkreisen, wo Anhänger ihrer Sache vorhanden, eigene
Kandidaten aufzustellen, dagegen bei etwaigen Stichwahlen ihre
Stimmen den Kandidaten der Volkspartei zuzuwenden.

Der „Pf. V.“ wird geschrieben: „Wir hatten jüngst Ge⸗
legenheit, einer Zivilsitzung des Amtsgerichts X. beizuwohnen, in
welcher auch ein Prozeß wegen Bezahlung von 11 Mark vorkam.
Der Kläger war durch einen Rechtsanwalt vertreten, und betrugen
die Gebühren des letzteren' (einschließlich der Reisegebühren, da der—
selbe nicht am Sitze des Amisgerichts wohnt) über 20 Mark
Uebrigens kommt es eben häufig vor, daß die Partien in den bei
Amtsgerichten anhängigen Prozessen durch Rechtsanwälte vertreten
find. Die stets nicht unbedeutenden Kosten der Vertretung fallen
der unterliegenden Partei zur Last, die Reisekosten eines auswärtigen
Eechtsanwalts jedoch nur insoweit, als die Zuziehung nach dem
Ermessen des Gerichts zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung der
Kechtsvertheidigung nothwendig war.“
1In Kaiserslautern hat der Siadtrath die Errichtung
einer Station zur Untersuchung von Lebensmitteln u. s. w. beschlossen.

7 Die Postboten der Pfalz halten nächsten Sonntag, den 30.

ds. Vormittags 11 Uhr eine Versammlung im Saalbau zu Neu—
stadt ab. Zweck derselben ist dem Vernehmen nach Berathung
einer Petition um Erhöhung der Gehaltsbezüge.

F.In Neustadt hat der „Frauenverein“ beschlossen, auch
diesen Winter eine Suppenanstalt zu eröffnen.

f Aus Maikammer, 26. Januar, schreibt man der
„Ggwrt.“: „Die große Kälte der letzten Tage hat in unseren
Weinbergen ihre Spuren zurückgelassen; in verschiedenen Lagen
sind die Augen der jungen Reben zum Theil erfroren. Der hier—⸗
durch entstandene Schaden läßt sich jetzt noch nicht übersehen, der⸗
selbe dürfte aber nicht unbedeutend sein.“

7 Das Bürgermeisteramt Dürkheim gibt bekannt, daß

der Vertrag über Verpachtung der Saline ꝛc. an den Ingenieur
e. v. Feral die Genehmigung des Bezirksamts erhalten hat. —
Der Armenpflegschaftsrath daselbst hat für diesen Winter wieder
eine Suppenanstalt errichtet, die am 26. Januar eröffnet worden
ist; der Liter Suppe wird um 8 Pf. abgegeben.
F Aus Ungstein, 26. Januar, schreibt man dem „Dürkh.
Anz.“: Nach vielseitig angestellten Untersuchungen sind die Wein⸗
stoͤcke, so weit sie nicht mit Schnee bedeckt waren, in der ganzen
Gemarkung und in allen Traubensorten erfroren, nur wenige
Lagen mit kleinerer Ausdehnung sind verschont. Mögen sich bei
diesem, nach den vielen Fehljahren doppelt schweren Unglück die
Befürchtungen bezüglich der Wutzeln in dem hart und tief gefro—
renen Boden nicht bewahrheiten.

Wie der „Börsen⸗-Kur.“ mittheilt, hat der Direktor der k.
preuß. Eisenbahndirektion Saarbrüsccken wegen der Verfolgung
des „Neunkircher Tgbl.“, die ohne zureichenden Grund erfolgt sei,
aus dem Ministerium einen Tadel erhalten. J

7 Das zweite Geleise de Moselbahn, das mit dem
15. Mai (Sommerfahrplan) dem Verkehr übergeben wird, ist in
einzelnen Sektionen vollständig fertig gelegt.

7 Gelegentlich des am 28. ds. in Berlin gefeierten Krönungs—
und Ordensfestes hat Se. Maj. der Kaiser folgende in Elssaß⸗
Lothringen verweilende Pfälzer decorirt: mit dem rothen
Adlerorden 8. Klasse mit der Schleife Oberlandesgerichtsrath Duy
in Kolmar; mit dem rothen Adlerorden 4. Klasse Regierungsrath
Karl in Straßburg, Ministerialrath Dr. Hoseus in Straßburg,
Landgerichtsdirektor Lellbach in Metz.

Den Mühlenbesitzern in der Gegend von Trier sind kürz⸗
lich von einer niederländischen Firma 8 Proben eines feingemahlenen
Stoffes zugegangen, von welchem der Preis pro 100 Kilo 814
und 10 M. (d. h. das Pfund 424, 484 und 5 Pf.) kostet.
Der Leser wird errathen, wozu dieses Zeug dienen soll.

F In Saarburg wurde der Weinhändler Charton, der
uicst⸗ mit Naturwein gemischt und dieses Gemisch als Naturwein
derkauft hatte, hierfür zu einer Geldbuße von 500 M. und 4
Wochen Gefängniß verurtheilt.

Die Theaterintendantur zu Frankfurt erließ im Herbste
1879 ein Preisausschreiben für Trauerspiel, Schauspiel, Luͤstspiel
und Oper. Ueber 8300 Stücke sind eingegangen und — durch—
gefallen! Kein einziges darunter, das den gestellten Anforderungen

genügt hätte. (In München war es gerade so.

f Die Nr. 2 der „Deutschen Turnzeitung“ enthält Mitthei⸗
lungen über das 5. allgemeine deutsche Turnfest in Frankfurt
a. M. Die Einnahmen betrugen 225,779 Mark 91 Pf., die
Ausgaben 210,789 M. 62 Pf., so daß sich bei der am 8. Januar
d. J. Statt gehabten Abrechnung ein Ueberschuß von 14,990 M.
29 Pf. ergab. Nach den Beschlüssen des Zentralausschusses wurden
etwa 4000 M. als Gratifikation an die Unterstüßungskassen der
Feuerwehr und der Schutzmannschaft gegeben. Der Rest mit
10,000 M. wird zur Bildung eines Reserbefonds für die bei dem

Feuerwerk Verunglückten verwendet. Die für die Verunglückten
jesammelten Liebesgaben betragen im Ganzen 39,627 M. 97 Pf
Rechnet man obige 10,000 M. dazu, so ergibt sich die Summ—
von beinahe 50,000 M. Hiervon sind bis jetzt an 20 Personep
etwas über 6000 M. abgegeben worden.

F Die „Frankf. Ztg.“ schreibt: Ende verwichener Woch⸗
verstarb dahier ein anscheinend in höchst bescheidenen Verhäaltnisser
lebender Greis, welcher das hohe Alter von 92 Jahren erreichte
Derselbe soll ein Vermögen von 5 bis 6 Millionen Mark, dae
dem Associs einer Anilinfabrik zufällt, hinterlassen haben.

Die Vorbereitungen zum 24. deutschen Lehrertage in Karlsz.
ruhe nehmen nunmehr greifbare Gestalt. Ver Großherzog hat
ür den Fall seiner Anwesenheit die Theilnahme an den Verhand
ungen in Aussicht gestellt. Am ersten Tage soll eine Theatervor
tellung Statt finden, für den zweiten Versammlungstag ist eir
mufikalischer Abend geplant, und zum Schlusse der Verhandlungen
wird eine Festfahrt nach Baden eintreten.

In Mannheim sowohl wie in Karlsruhe ist da
Berücht verbreitet, daß demnächst über die erstgenannte Stadt de
Belagerungszustand verhängt werden solle. Was an der Sach
ist, wird sich bald herausstellen.

F Aus Mainz, 24. Januar wird berichtet: Seit einigen
Tagen passiren größere Transporte Gefangener unter Bededung
hayerischer Gendarmerie unsere Stadt. Dieselbe kommen aus den
hayerischen Zuchthaus zu Amberg, welches derart überfüllt ifl
daß die überzähligen Häftlinge nach und nach über Mainz nad
dem Zuchthaus in Zweibrücken transportirt werden. Sie werden
im hiesigen Arresthause auf Kosten der bayerischen Regierune
verpflegt.

f Vom 1. Juni ab wird Heidelberg endlich eine Gar
aison erhalten. Heidelberg ist die einzige deutsche Unibersität, der
hbisher eine Garnison fehlie.

— Mit welch' zweifelhaften Genüssen der Dienst eines Gen—
darmen oft verbunden ist, bewies eine am 25. ds. am Landgerich
München I. gepflogene Verhandlung. Der Gendarm Röhr
arretirte an einem der letzten Tage des Monates Dezember in
St. Quirin den Schlossergesellen Hermann Golge von Kreuzbero
in Schlesien wegen Betiels. Da Golge nicht gutwillig mitging
wurde er gefesselt, die Fesseln ihm jedoch wieder abgenommen, al⸗

er erklärte, seine Hände schmerzten ihn der Kälte wegen sehr. Au
dem Weitermarsche blieb Golge, nur um den Gendarm zu ärgern
bald stehen, bald legte er sich nieder und in die Nähe des Tegern
see's gekommen, sprang er plötzlich in diesen. Trotz aller Auf⸗
orderungen des Gendarmen ging Golge nicht aus dem Wasser, sia
aß sich der Gendarm gezwungen sah, gleichfalls ein kaltes Bad zu
nehmen; doch Golge schwamm weiter in den See hinein und tauchte
plötzlich unter, in welchem Moment ihn der Gendarm beim Rod
dackte und an's Land zog. Trotz der damals herrschenden kalter
Temperatur hatten beide keine nachtheiligen Folgen von dem un⸗
eitgemäßen Bade. Wegen Widerstands und Betiels wurde Golge
zu 6 Monaten Gefängniß und 8 Tagen Haft verurtheilt.

F Die Intendantur des 2. bayer. Armee-Korps vergib

m Wege schriftlicher Submission am 10. Februar d. J. für ver
chiedene Magazine die Lieferung von Roggen (für Germersheim
Landau, Nürnberg, Würzburg und Zweibrücken), sowie von Weizen⸗
und Roggenmehl (für Nürnberg und Würzburg). Es wird hierbe'
namentlich die Betheiligung kleinerer Produzenten gewünscht. Di⸗
Bedingnißhefte liegen vom 25. ds. Mts. ab bei den Magazins⸗
bezw. Garnisons-Verwaltungen vorgenannter Garnisonsorte, sowi
auch im Kazleigebäude der Intendantur zur Einsicht der Interes⸗
senten offen.

Das Betriebsergebniß der ba yerischen Staais-Eisen⸗
hahnen schließt für das Jahr 1880 mit einem Mehr von 1,108, 888
M. gegen das Vorjahr (was nur ein Mehr von 139,860 M.
zegen 1878 war) ab. Die Gesammt-Einnahmen des Jahres 1880
betragen nämlich 74,781,691 M. Gegen das Votjahr ist die Be—
riebslünge der bayer. Staats-Eisenbahnen nur uͤn 55 Km ge—⸗
tiegen, nämlich von 4135 auf 4190 km. Im Jahr 1880 wür—
den 12,087,545 Personen befördert, davon die verhältnißmäßig
meisten im August, nämlich 1,436, 804.

. Ein grauenhafter Gattenmord ist heute in dem Dorfe
Gushagen bei Kassel begangen worden; der Steinbrucharbeiter
Klein hat seine Ehefrau erschlagen, indem er ihr durch einen
wuchtigen Hiebe mit dem Beil den Kopf buchstäblich vom Rumpfe
rennte. Klein hatte in Folge des anhaltenden Frostwetters keine
Beschäftigung im Steinbruche, also auch keinen Verdienst; es herrschte
daher große Noth in der mit fünf Kindern gesegneten Familie.
Wie von den Furien gepeitscht, hat der Mörder nach Verübung
der schaurigen That die Flucht ergriffen.

f Ueber eine wohlhabende Almosenempfängerin in Char—⸗
lbottenburg (bi Berlin) schreibt „Schlesingers Int.Blatt“:
Die Wittwe Konczak in der Schloßstraße bezieht seit 1870, also
seit länger als 10 Jahren, eine monatliche Armenunterstützung von
3 M. aus städtischen Mitteln, da sie es verstand, sich bettelarm
        <pb n="63" />
        zu stellen. Vor Kurzem wurde sie in einen Erbschaftsprozeß ver⸗
pickelt und leistete den geforderten Manifestationseid. Die benach⸗
cheiligten Verwandten beruhigten sich aber hierbei nicht und forsch⸗
en genauer nach. Da stellte es sich denn heraus, daß die Konczak
2,000 M. baar besitze. Wegen Ableistung eines Meineids wurde
nunmehr die K. verhaftet. Von dem vorhandenen Vermögen wird
zunächst die Stadtverwaltung die gezahlten Almosen nebsi Zinsen
—

Die Küchenfee Auguste hat in der Küche zu thun, hörl
aber dabei unten ihre Freundin Pauline sprechen. Schnell läuft
sie hinunter, um derselben die neuesten Nachrichten von der Caserne
nitzutheilen. Natürlich läßt sie dabei die Küchenthür offen stehen;
ez kann ja nichts passiren, wenn sie auf der Treppe ist. Äbei
das Unglück ist wohlfeil. Nachbars „Caro“ wollte zum Hof hin—
unter, roch an der offenen Küchenthür eine saftige Wurst, ergriff
und verzehrte sie mit Gesundheit. Auguste merkte den Verlust so—
gleich; aber auch Madame, die gestrenge Frau Geheimräthin, war
nicht unempfindlich gegen die Unachtsamkeit und hielt. die übliche
Strafpredigt. Augustchen schwieg dabei, wie immer, ganz still (eine
nicht genug zu lobende Eigenschaft) und sagte nur bald darauf,
als der Eifer der Frau Geheimräthin sich etwas gelegt, tröstend
zut Frau: „Es war doch ein großes Glück dabei, daß er blos die
Wurst genommen, dicht daneben lagen alle silbernen Löffel!“

F Wie der „Deutschen Weinzeitung“ mitgetheilt wird, hat
das Reichsgericht in Leipzig am 17. l. M. das Urtheil der
Strafkammer in Freiburg gegen die Gebrüder Durlacher wegen
Weinfälschung, beziehungsweise Vertrieb verfälschten Weines bestä⸗
tigt. Für jeden der drei Brüder lautete das Urtheil auf drei
Monate Gefüngniß und 1000 Mk. Geldbuße.

Menschenfreundliche Stiftungen. Man schreibt aus Han—⸗
no ver: Nachdem vor einigen Tagen ein jüdischer Rentier, Simon
Coppel, dem Magistrate 100,000 Mark überwiesen hat, dessen
Zinsen am Geburtstage des Stifters ohne Ansehen der Konsession
dertheilt werden sollen, hat ein anderer jüdischer Kaufmann, Danie!
heinemann, ein Kapital von 90,000 Mark zur Gründung eines
Waisenhauses für Mädchen bestimmt.

Einen sehr empfindllchen Uebelstand in unserem Geschäfts—
eben, die „Schleuderkonkurrenz“, berührt die „Staatsbürger-Zig.“
jei Besprechung einer Reform unseres Gewerbewesens und sagf
dabei u. A. sehr zutreffend: „Das Konkursgesetz bestraft allerdings
das „Verschleudern von Waaren“, aber noch immer nur für den
Fall, daß der Gemeinschuldner diese Verschleuderung begangen hat,
um das dadurch zusammengescharrte Geld seinen Gläubigern zu
entziehen. Kann ihm dies nicht nachgewiesen werden, oder hat er
das Glück, mit einem Akkorde durchzukommen, so ist es gleichgültig,
ib er die Handwerker der einschlagenden Branche durch seine
Schleuderpreise benachtheiligt hat, oder nicht. Ja noch mehr, er

betreibt im letzteren Falle sein Geschäft weiler, um seine Konkur—
enten abermals durch die unsinnigsten Schleuderpreise zu schädigen.
ẽs kostet ihm dies ja nicht sein Geld, sondern das Geld Derjenigen,
zie im guten Vertrauen ihm Geld und Waare zur Verfügung
jellen. Oder ist es nicht so? Man blicke noch ein wenig um sich,
und man wird finden, daß das Konkursmachen heute für sehr viele
heschäftsleute kaum mehr anders, als ein „Geschäft“ betrachtet
wird. Die gute alte Zeit, in welcher der Kaufmann sehr oft den
Tod dem Bankerutt vorzog, ist längst vorüber. Heute werden durch
hie unsinnigen Schleuderberkäufe ganze Handwerkerkategorien ruinirt,
ihne daß auch nur ein Hahn danach kräht. Wir reden sehr gern
der Gewerbefreiheit das Wort und werden auch weiter für dieselbe
dlaidiren, soll sie aber dem Volke wirklich zum Segen gereichen, so
nüssen derselben auch strenge Gesetze gegenüberstehen. die es gewissen⸗
osen Leuten unmöglich machen, die Freiheit zum Schaden ihrer
Nitbürger auszubeuten.“

4Dem ehemaligen franz. Minister und Botschafter Senator
leisserene de Bort sind in einem Wirthshause in Saint
tienne 250 000 Fr. gestohlen worden, die er auf einen Tisch
eines Zimmers gelegt hatte.

F Ein Grubenunglück ganz eigenthümlicher Art wird aus
Lornwall (England) gemeldet. Fünf Männer und vier Jungen
vdaren am letzten Mittwoch in der New⸗Cathedral-Mine unweit
dedruth mit Sprengen beschäftigt, als ein Wasserstrom sich plötz⸗
lich in die Grube ergoß und dieselbe so rasch überschwemmle, daß
uur ein einziger Bergmann sich zu retten vermochte. Die übrigen
tcht fanden ein Wassergrab.

. Ein ganz verteufelter Kerl. Vor dem Polizeigerichte von
zouthwark erschien dieser Tage ein gewisser Harley Wilsher,

m 86jähriger Renter, unter der Anklage der Doppelehe. Im
aufe der Verhandlungen wurde festgestelit, daß Wilsher sich im
deptember 1879 in der Stefanskirche zu Marylebone, im Norden
on London, mit Charlotte Caven und, obgleich letztere sich noch
im Leben befand, im September 1880 in der Trinitatiskirche zu
Jestminster, im Westen von London, mit Edith Miller verheirathet
abe. Der Angeklagte war geständig; seine Frauen, welche beide
mwesend waren, balen um eine recht milde Strafe für ihn, da

er sich stets als zärtlicher und sorgsamer Gatte bewährt habe.
Schon wollte der Richter sein Urtheil fällen, als ein Inspektor der
geheimen Polizei auftrat und die Meldung machte, daß Wilsher
außer den beiden anwesenden Ehefrauen — deren noch vier andere
habe, welche sich sämmtlich am Leben befänden und alle in London
cechtmäßig mit ihm getraut worden seien. Der Richter befahl
hierauf, die übrigen vier Weiber auch noch vorzuladen und schickte
den Besitzer der sechs Eheliebsten vorläufig ins Gefängniß zurück.
fTürkische Zustände. Vor einigen Tagen erschien
am hellen lichten Tage eine aus mehreren Personen bestehende
Räuberbande in dem Dorf Pelion bei Volo in Thessalien
und verfügte sich in die Schule daselbst, aus der sie nun sämmt⸗
liche Schüler herausholte und sie mit sich in's Gebirge fortnahm.
Die Eltern der Kinder wagten es nicht, sich den Banditen zu
widersetzen, da dieselben bis an die Zähne bewaffnet waren. Am
anderen Tage schickten dann die Banditen die armen Kinder
wieder heim zu ihren Eltern, während sie die re ich en zurückbe⸗
hielten, für die sie nun 480,000 Francs als Losegeld fordern.
7 Die deutsche Brigantine „Aphrodite“ aus dem Hannover⸗
schen scheiterte nahe Estbourne während eines gräßlichen Schnee⸗
sturmes. Ausgenommen den Steuermann ertrank die ganze andere
Mannschaft auch der Kapitän des Schiffes.

F Es ist in zuverlässiger Weise wahrgenommen worden, daß
bei der Zollpverwaltung der Vereinigten Staaten ein be
sonders tiefes Mißtrauen gegen deutsche Importeure gehegt wird
und es deßhalb für den gesammten deutschen Ausfuhrhandel eine
pflicht der Selbsterhaltung ist, in allen betheiligten Kreisen ent⸗
schieden darauf hinzuwirken, daß einem solchen Mißtrauen jede
hatsächliche Begründung entzogen werde, weil auf Grund von Er⸗
fahrungen in neuerer Zeit Umgehungen der Zollgesetze vorgekommen
und die Zollstrafen in Nordamerika außerordentlich hoch sind.

In Nordamerika ist die Bergstadt Alta Utah durch
Lawinen fast gänzlich zerstört worden; es sollen dabei 10 Personen
umgekommen sein.

F Die neueste Volkszählung in den Vereinigten Staaten von
Nordamerika hat ergeben, daß im Jahr 1880 dieselbe eine
Bevölkerung von 50,152, 000 Köpfen hatte. Im Jahr 1870
waren es nur 38,558,000 gewesen, i. J. 1860 nur 31,445, 000
. J. 1850 erst 23, 192,000, i. J. 1840 17,069, 000, i. J. 1830
12,866,000, i. J. 1820 9,655,000, i. J. 1810 7,240,000, i.
—A

.7 Ein neuer Wekcapparat. Die in Amerika zu
höchster Blüthe gelangten Telephon Exchanges, die bei uns aber
aicht recht gedeihen wollen, haben einen neuen praktischen Dienst⸗
weig eingeführt. Gegen Entgelt übernehmen sie es, Dienstmädchen
in Privathäusern, Reisende in Gasthöfen zu wecken. In dem Zim—⸗
mer des unglückseligen Opfers der Manie des Frühaufstehens hängt
aämlich ein sehr starkes Läutewerk, welches zur angegebenen Zeit
mit furchtbarem Eklat losgeht, den festen Schläfer zur Besinnun
hringt, und so lange fortwüthet, bis der Zimmerinhaber unat
und dem Skandal ein Ende macht.

Der Kommissär der deutschen Abtheilung der Weltaus—
tellung in Melbourne. Professor Reuleaux, wurde am 2.
Dezember v. J. von einem schweren Unfall betroffen. Sein Wagen
vurde von einem andern Gefährt zusammengerissen, Prof. Rauleauxr
wurde hinausgeschleudert und ihm zwei Rippen und das Schlüssel-
hein zerbrochen. Erst vier Tage * konnte die Lebensgefahr
als beseitigt betrachtet werden.

F Zum Aufbewahren des Eises in kleineren Mengen für den
Hausbedarf im Sommer können wir nachstehende Manipulation als
bewährt empfehlen: Man nehme ein Faß von 300 400 Quart
Inhalt und schlage einen Boden heraus, in den andern bohre man
ein Loch von der Größe eines gewöhnlichen Flaschenkorles. Nun
setze man in dieses Faß ein kleineres hinein, und zwar derart, daß
die Zwischenräume zwischen beiden uͤberall sechs Zoll betragen.
zwischen beiden Böden genügt eine Entfernung von 83—4 Zoll, am
Boden des inneren Fasses bringe man eine Klappe an. Hierauf
ülle man den Zwischenraum zwischen den Fässern mit grob ge—
toßenem Kohlenpulver oder Torfmüll dicht aus und sehe sie in
eine im Keller gegrabene Grube von etwa dreibiertel Tiefe des
iußeren Fasses, doch ist es gut, wenn das Faß nicht direkt am
Boden, sondern auf Unterlagen ruht. Das innere Faß wird als⸗
dann mit Eis unter den gewöhnlichen Bedingungen gefüllt und
einfach mit einem Deckel verschlossen, der wiederum durch einen mit
Kohlenpulver oder Torfmüll gefüllten Sack bedeckt wird. Das Eis
zält sich hierin außerordentlich gut und fließt das etwa durch
Schmelzen desselben sich bildende Wasser durch die Klappe ab; in

den Dechel kann man auch einige Haken einschlagen, um auf diese
Weise abzukühlende Gegenstände aufzuhängen.

Vom 1. Februar d. J. an hat bei Post-Anweisungen
nach Belgien, Aegypten, Frankreich, Italien, Rumänien und der
Schweiz das Umrechnungs-Verhältniß von 100 Franken — Mk.
31.40 in Anwendung zu kommen.
        <pb n="64" />
        dZomburg, 26. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 534 pf. Korn 10 M. 81 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 8 M.
Dpf., Gersie Meihige — M. — ᷣf., Gerste 4reihige M. — Pf., Hafer
més Phe Mischirucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Phr, Widen
. — pf., Bohnen O M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
yrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf
stindfleisch 10 —50 Pf. Kalbileisch 40 Pf. Hammelleisch — Pf., Schweine-
leisch 60 Pf., Butter1 Pfund 0O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.

Kaiferslautern, 25. Januar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarit.
Weizen 11 M. 22 Pf., Korn — M. — Pf. Spelztern — M. — Pf., Spel.
8 M. — pf., Gerste o90 M. 04 Pf., Dafer 6 M. 89 Pf., Erbsen — M.
— Pf., Wichken 0O M. — Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 45 Pig.

4Gefrorene Fensterscheiben macht man sofort klar, wenn man
ꝛiwa eine Hand voll Kochsalz oder Alaun in einem halben Liter
warmen Wassers auflöst und die gefrornen Scheiben mit der Flüs⸗
sigkeit bestreicht. Das Eis verschwindet sofort. Bei sehr heftigem
Froste ist es nöthig die Fenster gleich abzutrodnen.

Arart werichte.

Zweibrücken, 27. Januar, (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarti.)
Weizen 11M. 20 Pf., Korn 10 V. 29 Pi. Gersie zweireihige d M. — Pf.
ierreihige — M. — Pf. Spelz 7 M. 82 Pf., Spelzlern — M. — Pio
e . pfteheischirucht 10 W.3 Pf, Hafer ß8 63 31
erbsen — M. — Pf., Wiagen 6 M. 64 pf., Kartoffeln 2. M. 10 Pf.,
deu 2 M. 88 Pf., Stroh 8 M. 06 Pf., Weißbrod Iu/3 Kilogr. 56 Pf,
ornbrode8 Kilogt. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 pf., paar Weck 100
r. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammeifleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 ps Bulter /3 Kilogr. O M. 90 Pl.,
Wein 1vLiter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Far die Redaction verantwortlich: F. X Demeß.
—D—————— —II
Gewinne: 1545,000 /«.;3 2212,000 ; 6000 M3 424000 ; 623000 3 752000
7—090 M rc.
Die General-⸗Agentur: MA-d R- Schuler, Zweibrücken.
00 Ru JZünglings-Verein.
—390 9 Marb. Sonntag, 30. Januar 1881 im Vereinslokale bei Pet. Juna

Coensum· Geschäft
von

LZ. Gottlieb, St. Ingbert
empfiehlt
Zuder prer Pfd. 42 Pfg.
Schmalz 58
Erbsen gelb 128,

* grün &amp;F
Bohnen F
Reis 23
Gerste 155,
Zwetschen türk. 25,
Schinken im

Schnitt 458

Meitwurst 80,
Branniwein per Liter 45,
Petroleun 251,
Delkuchen per Stück 14,

sowie sämmtliche Colonial⸗
Waaren billigst und in tadel⸗
loser Qualität.

Segen Gicht, Rheumatismus ꝛc. selbft in
janz veralteten sällen, wird „Fros. Dumont's
zichtwasser * rneum. Lĩq.) von vielen
ausend glückt. Geheilten als einziges Ro-
icalmittei auf's Waͤrmite empfehleu. Erfolg
rũndlich. Fur d. Heilwirkung wird m. eb.
Zumme garantirt, Hreis 1/, gi. M. 3, h Fl.
R. 3 gegen Voreinsog. oder Nachnahme vom
venerai⸗Depot: 2. AR. AMetzger in Züain;

* *
Béei Anadciqgen
ris Goschafts- Grundstũeks- An- und Vor-
taufen, Stellen-Angeboten und -Gosuchon,
swis in den sonstigon vielon Fallen, wo
nsorenton Bedenken tragen, ihren Namen
n don Zeitungon 2u nonnen, nohmen Of-
erton von hoflectanten an ihrer Stello wir
Atgegen und stellen ibhnen solehe am Tage
les Eingangs unoröffnot zu. — Auf Grund
angjühriger und vielseitigor Erfahrungen
rtheilon rir Rath boi Abfassung von An-
oigen und der Wahl geesigneter Blatter. —
serselwiogoenhoit streng boobachtet.
Uausensteim Vogler,

Annoncen-Expedition.
Frankfurt a. M., Karlsruhe,
Stuttgart, Mũ nchen u. a. O.

Ba—
Anfang 89 Uhr Abend.
wozu sämmtliche Mitglieder höfl. eingeladen find.
Der Vorstand.
NB. Nichtmitglieder können nicht eingeführt werden.

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        Der St. Ingberrer Anzeiger und das (2mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierteljährlich

1.24 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 18.

A

1881.

Deutsches Reich.

In Berlin hat am 27. Januar Fürst Bismarck den preuß—
ischen Volkswirthschaftsrath eröffnet. Er wies bei dieser Gelegen—
heit darauf hin, daß bei den Fragen über den Rückgang im volks—
wirthschaftlichen Leben und über die in neuester Zeit eingetretene
allmähliche Rückkehr regelmäßigerer Wirthschaftsverhältnisse sich wesent—
liche Meinungsverschiedenheiten geltend gemacht hätten. Man habe
deshalb ein sachkundiges, einheitliches Centralorgan herstellen wollen,
um dasselbe über die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit neuer
Gesetze zu vernehmen, um so mehr, als die Vertreter von Land⸗
wirthschaft, Handel und Gewerbe, durch ihre Thätigkeit an den
Herd gebunden, an der parlamentarischen Thätigkeit weniger theil⸗
nahmen als die gelehrten Berufsstände. Der preußische Volkswirth—
schaftsrath habe in weiterer Folge den deutschen Volkswirthschafts-
—

Die Zentrumsmitglieder Windthorst und Frhr. v. Heeremann
haben das erste parlamentarische Diner des Reichskanzlers nicht
besucht, obwohl sie zu demselben eingeladen waren.

Trotz der großen Ausgaben, welche für die deutschen Ma—
rinebauten gemacht worden sind, scheinen dieselben sich doch
nicht durchweg bewähren zu wollen. So haben dieser Tage infolge
der allerdings heftigen Stürme im Hafen zu Kiel sowohl die Yacht
„Hohenzollern“, als auch die Panzercorvette „Bayern“ schwere Be⸗—
schädigungen erlitten, deren Ausbesseruug viel Geld und Zeit kosten
dürfte. Diese Vorkommnisse erregen nicht blos in Marinekreisen,
sondern im Allgemeinen ernste Bedenken.

Ausland.

Aus Petersburg erfahren die „Daily News“ etwas über den
neuen russisch⸗chinesischen Vertrag. Rußland erstattet an
China ganz Kuldscha zurück mit Ausnahme eines kleinen Gebiets
streifens ohne strategischen Werth, der als eine Zufluchisstätte für
die Dungons, welche russische Unterthanen werden wollen, reservirt
wird. China hat das Princip einer Verbindlichkeit für die Kosten
der russischen Kriegsvorbereitungen nicht zugestanden, wird aber
außer den im Vertrag von Livadia stipulirten 5 Millionen Rubeln
eine namhafte Summe als Schadloshaltung für die seither gemachten
allgemeinen Ausgaben zahlen. (Rußland würde sich zur Zurück—
gabe des allerdings widerrechtlich angeeigneten Gebietes so leicht
ticht verstanden haben, wenn es nicht bestrebt wäre, in Asien sich
die Hände frei zu halten, um sie in Europa desto besser gebrauchen
zu können.)

herbeizuführen wäre; verhehlt sich dabei aber nicht, daß die bayer⸗
ische Staatsschuld in Folge der von ihm vorgeschlagenen Operation
um 90 Millionen erhöht werden müßte.

F Am Himmelfahrstage wird in den profestantischen Pfarreien
des Königreichs Bayern eine Collecte für die deutschen Kirchenge⸗
meinden zu Paris erhoben.

Im verflossenen Winter erfroren im Bezirksamt Homburg
nahezu 22,000 Obstbäume, darunter etwa 12,000 Zwetschenbäume,
eiwa 4550 Apfelbäume, etwa 1400 Birnbäume und etwa 2100
Kirschbäume. (Ksrsl. 3.)

fF Von dem Fabrikrath der latholischen Kirche zu Mittel⸗
bexbach, k. Bezirksamt Homburg, ist bei der Kammer der Ab⸗
zeordneten eine Petition eingelaufen um Bwilligung eines Zuschusses
zur Erbauung einer katholischen Kirche daselbst.

Dem Bürgermeister Mattil von Höhein öd wurde
vom landwirthschaftlichen Kreiskomite in Speyer für die Anlegung
riner Dunggrube mit Jauchenbehälter eine Prämie von 50 Mark
zuerkannt.

pIn Landstuhl wurde, nach der „Zw. Z.“, die ge—
ammie Mobiliarschaft des daselbst bestandenen , Männergesang⸗
ereins“ zwangsweise versteigert. Daß der Männergesangverein
nuf diese Weise enden mußte, war theilweise vorauszusehen, da
der Verein sich große Ausgaben erlaubte und die Mitglieder ihn
in seiner frühesten Jugend mit einer prachtvollen weiß⸗blau⸗seidenen
Fahne schmückten, welche bei obiger Zwangsversteigerung um den
Preis von 100 Mark erworben wurde. Der Gesammterlös der
Versteigerung betrug circa 123 Mark, und wurden für das einzige
Musikinstrument, eiue Guitarre, 7 Mark erlöst. Die Schulden sind
zurch diese Versteigerung bei Weitem noch nicht bezahlt, und werden
iich jedenfalls vor Gericht noch manche interessante Scenen abspielen.

7 Bom mittleren Gebirg wird dem „Pf. K.“ ge⸗
chrieben: Was wir bisher gefürchtet, aber nicht auszusprechen ge⸗
vagt haben, ist leider zur traurigen Gewißheit geworden: unsere
Weinberge sind größtentheils, und zwar bedeutend mehr als im
borigen Jahr, erfroren. Im allgemeinen geschah dies in der Nacht
dom 21. auf den 22. ds. und am Morgen des letzteren Tages,
in dem die Reben mit Duft (Reif) bekleidet waren und von O bis
10 Uhr die niedrigste Temperatur herrschte. Was nicht durch die
Schneedecke geschützt war, ist bis auf einige Augen todt. Gegen
alle bisherigen Erfahrungen sind die Weinberge auf der Höhe,
d. h. am Abhang des Gebirges, diesmal härter betroffen, als die
auf der Fläche, und zwar schreibt man dies dem Südwind (Föhn)
zu, der in der Nacht vom 19. auf 20. einen warmen Regen brachte,
zuf welchen unmittelbar die erstarrende Kälte folgte. Einige Winzer
jatten ihre Reben theilweise eingegraben und sich dem Spott anderer
ausgesetzt. Aber fie haben ihre Mühe nicht umsonst gehabt und
werden ernten, wo andere das Zusehen haben.

Für die Tagesordnung der diesjährigen 29. Wanderver⸗
ammung bayerischer Landwirthe in Speyer wird vom
landwirthschaftlichen Kreiskomite für Schwaben folgende Frage in
Vorschlag gebracht: „Ist es für unsere bayerischen wirthschaftlichen
Verhälinisse wünschenswerth, daß der preußische Volkswirthschafts-
rath in einen deuischen aufgeht? Wenn ja, kann neben demselben
noch der deutsche Landwirthschaftsrath bestehen? Welche Ausprüche
hat im Fall der Errichtung eines deutschen Volkswirthschaftsrathes
die Landwirthschaft für ihre Vertretung in demselben zu machen?“

Wöolfeim Reichslande. Mit Eintritt des Win⸗
ers bezw. der Kälte und des Schnees bieten die Wölfe ein regel⸗
mäßiges Thema unserer Zeitungen, Zum großen Glück ist ihr
Auftreten doch immer nur ein vereinzeltes und dabei entbehren sie
gänzlich der Wildheit ihrer russischen und polnischen Brüder. So
hört man denn auch sehr selten Etwas von Angriffen auf Haus—
hiere oder gar Menschen. Unter dem Wildstand richten sie aber
natürlich bedeutenden Schaden an und so wird ihnen auch Seitens
des Forst-Personals eifrig nachgestellt. Das dichte Gestrüpp und
Unterholz des Lothringischen Waldes und der Umstand, daß aus
den Ardenen immer frischer Zugang erfolgt, werden noch lange
Jahre einer vollkommenen Ausrottung dieses Raubzeuges hindernd
m Wege stehen

—
Vermischtes.

* St. Ingbert, 28. Jan. In der hiesigen Schöffen—
sitzung vom 26. dss. kamen folgende Fälle zur Verhandlung:
Ein Mann von Oberwürzbach, der Uebertretung des Hundesteuer⸗
zesetzes beschuldigt, wurde als nicht überführt freigesprochen. Eine
Frauensperson von hier wurde wegen Mißhandlung zu einer Ge—
fängnißstrafe von zwei Tagen, zwei Militärpflichtige von hier
wegen unerlaubter Auswanderung zu je 20 M. Geldstrafe, ev. 8
Tage Haft und ein des Bettels Beschuldigter zu einem Tag Hafi
verurtheilt. Die Verhandlung gegen 83 weitere Personen von hier,
der Berufsbeleidigung beschuldigt, wurde wegen Nichterscheinens
eines Zeugen ausgesetzt.

*St. Ingbert, 29. Januar. Gestern Nachmittag er⸗
eignete sich in der hiesigen Grube ein sehr bedauerlicher Unfall.
Der Bergmann Johamm Grell von hier wurde während der
Arbeit von herabfallenden Felsen so schwer verletzt, daß er bald,
nachdem er zu Tage gebracht war, starb. Der Verunglückte hinter⸗
läßt eine Wittwe und 6, zum Theil unversorgte Kinder.

7 Ueber die Pfälzischen Eisenbahnen und deren
Verhältniß zu dem bayerischen Finanzhaushalt hat der Abg. Staats⸗
rath v. Schlör ein umfangreiches Referat ausgearbeitet, welches
den Mitgliedern des Finanzausschusses der Abgeordnetenkammer
zugestellt wurde. Wir entnehmen daraus, daß die Pfälzischen
Eisenbahnen dem bayerischen Budget in den letzten sechs Jahren
ein Opfer von rund zehn Millionen Mark auferlegt haben. Herr
o. Schlör gibt Andeutungen darüber, wie nach seiner Ansicht im
Interesse der Actionäre und des Staates eine Aenderung der Laget
        <pb n="66" />
        4Eine fürchterliche Strafe hat die strenge Kälte einem De⸗
serleur dom 15. Infanterie-Regiment bereitet. Man fand ihn
dieser Tage in der Scheune eines Gehöftes zu Leteln (bei
Minden) versteckt. Der Flüchtling sagte aus, er habe neun Tage
in seinem Versteck zugebracht und in dieser Zeit nicht die geringste
Nahrung zu sich genommen. Nach dem Garnison⸗Lazareth gebracht,
tellte sich sein Zustand als ein geradezu entsetzlicher heraus. Der
mnnere Organismus ist zum großen Theil zerstört; in der bittern
dülte sind die Fleischtheile zwischen Knieen und Fußen größtentheils
abgefroren und wird eine Amputation beider Beine erforderlich sein,
venn nicht — was allerdings bevorzustehen scheint — der Tod
den Unglücklichen von seinen Leiden erlöst.

ine saubere Reisegesellschaft passirte am 25. Januar, von
Rawitsch kommend, die Stadt Posen, um nach Graudenz weiter zu
ahren, nämlich ein Transport von 120 Zuchthäuslern. Derselbe
wurde durch den Strafanstalts-Direktor, Herrn Goldeweh,
selbst geleitei; zur Ueberwachung waren 1 Ober-Aufseher, 6 Ge⸗
sangenen-⸗Aufseher und ein Mililärkommando, bestehend aus einem
nleroffizier und 12 Mann, mitgegeben. Zur Bewachung auf dem
posener Bahnhofe war außerdem eine Anzahl von Schutzmännern
kommandirt.

FDie größten Glasplatten, der Welt. Die
Socicté Anonyme des Manufactures des Glaces et Produits
Nimiques de 8t. Gobain Chauny et Cirey? besitzt Fabriken in
den drei genannten Orten, außerdem aber noch in Montlucon,
Jeumont uͤnd Aniche in Frankreich ferner noch in Mannheim und
Stolberg. Auf der Pariser Ausstellung waren von dieser Gesell⸗
chaft hergestellte Glaspatten zu sehen, die an Größe wohl nicht
chresgleichen haben und deren groößte 21,15 Fuß Länge, 13,48
Fuß Breite und 1573 Pfund Gewicht hatte. In St. Gobain
wurde auch eine Anzahl von Spiegeln für die große Oper in
Paris hergestellt, unter denen einer 21,29 Fuß lang und 9,67
Fuß breit war, während andere bei geringerer Breite 45,12 Fuß
zis 52,48 Fuß lang ware. 8e. Am.

ꝓ'Der König von Spanien ist dieser Tage auf dem
Eise eingebrochen. In der Nähe von Madrid war ein Teich zu⸗
gefroren. Alphons XII. konnte dem Verlangen nicht widerstehen,
nit Schlittschuhen über die Eisfläche zu laufen, er wagte sich dabei

aber auf eine schwache Stelle und brach ein. Glücklicher Weise war
Hilfe zur Hand und der König wurde aus dem Wasser gezogen.

Zur Fälschung der Nahrungsmittel. Welche
Ausdehnung gegenwärtig in den größeren Städten die Verfälsch⸗
ung von Rahrungsmitteln hat und wie derselben nicht scharf ge—
aug zu Leibe gegangen werden kann, beweist ein Bericht über die
Thätigkeit der „chemisch-physikalischen Untersuchungsstation des Zen⸗
tralvereins für öffentliche Gesundheitspflege“ in Wien pro 1880:
Das Laboratorium hat während der letzten 12 Monate 2193 Ana—
lysen von Lebensmitteln durchgeführt, und heben wir von den
Resultaten folgende hervor: Von 950 beanstandeten Milch-
proben (kuhwarme Milch) war der größte Theil abgerahmt und
mit Wasser verdünnt. Fuünf Milchmuster waren von kranken (perl⸗
Jüchtigen) Kühen. Sonst erhielt ein Theil der zur Untersuchung
zelangten Milch als fremde Zusätze — namentlich in den Sommer⸗
nonaten (sie haltbarer zu machen) Borax, Soda und in drei Fällen
Seife. Von 210 Buitersorten zeigten sämmtliche Muster außer
einem abnormalen Topfen- und Wassergehalt (40 Prozent) noch
jberdies Fälschungen mit Rindstalg oder Schweinefett und Stearin,
ganz abgesehen davon, daß einige künstlich gefärbt waren. Einzelne
Naturbutter“ enthielten auch Ein Atom von Kuhbutter. Schweine⸗
schmalz: Fünf Proben, aus Amerika und Ungarn stammend, ent⸗
hielten 25—85 Prozent Wasser, neben Borax und Kalk. Rüchsicht⸗
iich der Weine heißt es: Wir erhielten 490 rothe und 603 öster⸗
reichische und ungarische Weine zur Untersuchung und befanden
iich darunter nicht weniger als 52 Kunstweine. Die rothen Natur⸗
veine waren theilweise rothgefärbte Weißweine, die nebenbei mis
bariablen Wassermengen verdünnt wurden. Bei den weißen Weinen
ließ sich gleichfalls ein übermäßiger Wasserzusatz konstatiren. Was
die Farbstoffe anbelangt, welche zum Färben der Weine angewende;
wurden, so prävalirte diesmal wieder Fuchsin (Anilin). Liqueure:
33 Liqueure aus den verschiedensten „Fabriken“ waren arsen⸗ und
tupferhaltig, ganz abgesehen von den gesundheitsschädlichen Parfumes
diversen Aetherarten). — Und das ist das Resultat nur von einer
einzigen Versuchsstation.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetßz.
Consum⸗Geschäft
von

LE. Gottlieb, St. Ingbert
empfiehlt P
Zucker per Pfd. 42 Pfg.
Schmalz 58
Erbsen gelb 13,

grün uu 16 u
Bohnen 14
Reis 18,
Gerste 15,
Zwetschen türk. 25,
Schinken im —

Schnitt nu 45 n

Mettwurst 80,
Branntwein per Liter 45,
Petroleun25,
Delkuchen per Stüukk 14 ,

sowie sämmtliche Colonial⸗
Waaren billigst und in tadel⸗
oser Qualität.

Maria März. 28. Maria, T. v.
Peter Becker. Katharina, T. v. Pet.
FJungfleisch. Katharina, T. v. Wen⸗
del Felix. 26. Maria, T. v. Peier
Zimmermann. Katharina, T. v
Conrad Bender. Katharina, T. v.
Peter Becker. 28. Maria Katharina,
T. v. Peter Nau. Friedrich, S. v
Johann Peter Schlickling. Elisabetha
T. v. Adam Grünfelder. 29. Maria
T. v. Peter Wagner. 30. Katharina,
T. v. Peter Schwarz. 31. Peter
Heinrich, S. v. Georg Gries.

B. Eheschließungen.

Am 9. Dez. Peter Karmann mi
sKarolina Wittemann. 18. Jakol
ee 58 Becker. 2 Friedr

Auszu Daniel Becker mit Maria Sonntag
aus den Registern 20 edehamt D Anton Kerner mit Katharina

St. Ingbert pro Monat Dez. 1880. Bodbler. (. Sterbfälle.
L. Geburten. —8 i fä Sone pe

Am 1. Dezember. Elisabetha, T. m u V
v. Johann Weiland. 2. Magdalena, 3. Fi i ; den prben chs
e en arimlian 3, Filolaug Buttermann,. 33 J. 4.
Joseph Heinrich, S. v. Marimilian ledig. 4. Maria Feichtner, 29 J. a.
Nio Vabe Sep. Iehann Josej Ehesrau v. Jalob Kißling. 6. Johann
Samitt 6. Louisa Sophia, T. v. Lefebre, 71 J. a. Wittwer von Mar⸗
——*8 Paulus. Ludwig, S. v. garetha Klehr. 7. Leontine Victoire.
Georg Bauer. 7. Margaretha, T 6 Mi. a. * aheln ae
d. Christian Grund. Gertrauda, T. Johanna, —5* — J e 5
d. Philipp Hien. Maria, T. v. Ja⸗ Klemmer. 9. cJarn Sta sR
tob Lefeber. 8. Maria Katharina, J. a. Ehem. v. dan
ehet nhi. FJohann, S. p. 32. Maria Hemm, 28 J. a., ledig
Zeorg Berrang. 12. Johann, S. 23. Katharina Körner, 71 J. 4,
d. Johann Nicolaus Muller, 13. Wittwe von Christian Grund. 24.
eagdalena, T. v. Nikolaus Sehn. Elisabetha, 2 J. g9. d Ichepr
xaiharina, T. v. Jacob Klein. 14. Fries. 25. nene * er, 8 a.,
ere. Deiarich Ammann. 18. bdig. 27, Georg, n t. A v
Zeintich, S. v. Heinrich Karmann. Georg Feichtner. Elisabetha. 53. a.,
i6 Ichann S. v. Nicoiaus Feicht⸗ T. v. Peter Schmitt. 80. Magdalena
—* Eharlotta, Tiw. Johann Lang- Weißgerber, 60 J. a., Wittwe von
Juih. 18. Elisabetha, T. v. Hein⸗ Johann Best. F im Sian
ich Klemmer. 198. Jacob, Sv. Im Jahre 1880 kamen im Stan
peler Nites Georg, S. v. David desamte St. Ingbert 444 Beburts
Scherer. 20. Maria, T. v. Johann 86 Heiraths⸗ und 327 Sterbfälle vor
Wolf. Katharina, T. v. Pet. Lampel. St. Ingbert, 26. Jan. 1881
3 8 Adolf Johann, S. v ˖ Conrad Valen⸗ Dr Siandesbeamte:
er Vorstand. lin Kindt. 21. Ihann . 8 — *
NB. Nichtmitglieder können nicht eingeführt werden. cob Schmelzer. N. Maria F —
— — 8 — — — —
ert.
—XE St. Ing
Hieunu „Illustrirtes Sonntagsblati“ Nr. 5.

fang 892 Uhr Abent
wozu sämmtliche Mitglieder höfl. eingeladen
        <pb n="67" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungeblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlid

4 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 4a0 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaͤr
mit 13 2 fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 19.

Dienstag, den 1. Februr

1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Der Gesetzentwurf zur Aus—
suührung des Reichsgesetzes gegen die Viehseuchen ist am 29.
Mis. in der Sitzung des betr. Kammerausschusses zur einstimmigen
Annahme gelangt. Derselbe hat durch den Ausschuß nur eine
ainzige, aber im Interesse der Landbevölkerung überaus werthvolle
Ibanderung von prinzipieller Tragweite erhalten. Während nach
zem Regierungsentwurf die Entschädigung für wegen Rozzrankheit
der Lungenseuche getoödtete oder an diesen Krankheiten gefallene
Thiere von den betreffenden Viehbesitzern innerhalb des Regierungs-
reises getragen werden sollte, hat der Ausschuß sich einstimmig
zafür erklärt, daß wie in allen übrigen Fällen auch in diesen die
Siaatskasse zu entschädigen hat. Selbstverständlich wurde von dem
hertreter des Finanzministeriums diese weitere Ueberbürdung des
Finanzärars in einem auf 150- bis 200,000 Mt. geschätzten Be⸗
rage lebhaft bekämpft; aber die einstimmige Annahme im Aus⸗
chuß darf wohl als Bürgschaft dafür gelten, daß das in diesem
punkte den ländlichen Interessen bewiesene Entgegenkommen Ge⸗
etzeskraft erhält.

Unsere Kammer der Abgeordneten ist nach ihrer am 26. Jan.
tattgehabten zweiten kurzen Sitzung wieder auf unbestimmte Zeit,
ielleicht auf 8 oder 10 Tage, in „ruhender Aktivität“. Dieser
abnorme Zustand rührt großentheils daher, daß alle, selbst die ein⸗
fachsten, Gesetze, wie z. B. die Körordnung an eigene Ausschüsse
—
u werden. Eine Aenderung wäre hier im Interesse der Steuer—
zahlenden dringend geboten.

Dem Bundesraih ist vom Reichskanzler der Gesetzentwurf über
Bestrafung der Trunkenheit vorgelegt worden. Strafe bis zu
00 Mark oder bis zu 2 Wochen Haft wird darin dem angedroht,
der „in einem nicht unverschuldeten Zustand Aergerniß erregender
Trunkenheit an öffentlichen Orten betroffen wird'; gegen gewohn—
jeitsmäßige Trunkenbolde oder solche, die in den letzten drei Jahren
schon mehrmals wegen Trunkenheit verurtheilt wurden, soll nur
nuf Haft bei geschmälerter Kost (das heißt Wasser und Brod am
l. 8., und 7. Tag der ersten und an jedem 7. Tag der folgenden
Wochen) erkannt werden. Wer sich aber „in einen bis zur Aus⸗
chließung der freien Willensbestimmung gesteigerten Zustand von

Trunkenheit versetzt und in demselben eine Handlung begeht, welche,
venn in freier Willensbestimmung begangen, seine strafrechtliche
Verurtheilung zur Folge haben würde“, der soll, wenn diese Ver—
artheilung auf Tod oder lebenslängliche Freiheitsstrafe lauten müßte,
mit Gefängniß nicht unter einem Jahr, bestraft werden; in allen
anderen Fällen soll er eine Strafe erhalten, welche sich zwischen i
des Mindestbetrages (doch nicht über 6 Monate) und Vs des Höchst⸗
zertages (doch nicht über 8 Jahre) der für die in freier Willens⸗
hestimmung begangenen That angedrohte Strafe bewegt; an die
Ze von Zuchthaus tritt in diesem Fall Gefängniß von gleicher
auer.

Drie Cisenbahnkommission des preußischen Abgeordneten⸗
jauses hat den wichtigen Beschluß gefaßt, die Regierungsvorlage,
hbetreffend den Ankauf der Rhein⸗Nahebahn, einstimmig abzulehnen.
Sie entschied sich aber für die Annahme des vom Abgeordneten
dammacher und der Subkommission entworfenen Gesetzes, wonach
jede Eisenahnverwaltung, wenn das Interesse der Landesvertheidig⸗
ung es erfordert, von der Staatsregierung verpflichtet werden kann.
die nothwendigen Bahnanlagen, insbesondere das Legen zweiter Ge—
leise vorzunehmen.

Die im preußischen Volkswirthschaftsrath stattgehabte Ge⸗—
neraldebatte über das Arbeiter-Versicherungs-Gesetz hat ergeben, daß
die große Majorität dem Prinzipe des Entwurfs sich angeschlossen hat.

Im prenßischen Abgeordnetenhaus bezeichnete der Finanz⸗
minister die Finanzlage Preußens als eine guͤnstige. Die Mehr—
einnahmen im Betrage von 16 Millionen während der ersten 7
Monate seien bis zum Schlusse des dritten Quartals auf 22 Mil⸗
lionen gestiegen. Ebenso hätten sich die Reichseinnahmen vom
Oktober in unerwarteter Weise gesteigert. Der von der Regierung
vorgeschlagene Steuernachlaß könne daher ohne jede Gefahr eintreten.

In militärischen Kreisen macht ein Artikel eigenthümliches

Aufsehen, den das eigentliche Organ des preußischen Kriegs⸗
ministeriums, das „Militärwochenblatt“, dieser Tage gebracht.
In der Form einer rein sachlich⸗militärischen Polemik gegen einen
joldatischen Schriftsteller, welcher bei der Ausbildung der Mannschaften
die Uebung des Bajonett-Gefechtes als durchaus überflüssig beseitigt
wissen wollte, wird in dem genannten Blatte der deutschen Armee
die Nothwendigkeit zu Gemüthe geführt, die seelische Eigenschaft
des Soldaten und vor Allem den offensiven Geist nach besten
sträften zu fördern. Es heißt darin wörtlich: „Denn mögen wir
uns im nächsten Kriege nach Osten und Westen oder nach beiden
Seiten zu wehren haben: ein Kampf steht uns bevor, gewaltigerer
Art als wohl je, ein Kampf um die nationale Existenz auf Tod
und Leben, ein Kampf, der jede Fiber, jeden Nerv auf's Aeußerste
anstrengen wird — ein riesenhaftes, langandauerndes Ringen, bei
dem wir nicht Erfolge von 1866 und 1870 erwarten dürfen, viel⸗
mehr auf harte Schläge und selbst empfindliche Niederlagen gefaßt
sein müssen. Da erst wird der volle und höchste Werth des mora—
lischen Elementes, des energischen Willens sich bethätigen. Mögen
wir dann nicht vergeblich an den Geist des Heeres appelliren; möge
man uns nicht einer Unterlassung zeihen, nicht mit Fug von uns
sagen dürfen: dann rufen sie den Geist an in der Noth und wun⸗
dern sich, wenn er sich weigert, zu erscheinen.“ Welche faktische
Unterlage diese an so autoritativer Stelle gemachten Bemerkungen
haben, ist vielfach Gegenstand der Eröterung.

Der Bundesrath hat beschlossen, die Eingaben gegen die
Concurrenz der Tabakmanufactur in Straßburg ablehnend zu
bescheiden.

Ausland.

Dem „Temps“ zufolge legte Chili folgende Friedensbe⸗
dingungen Peru und Bolivia auf: Abtretung von Autofagastas mit
dem zugehörigen Gebiet, Uebergabe der verbündeten Flotte, Zahlung
von 500 Millionen seitens Perus und 250 Millionen seitens
Bolivias. Bis zur vollständigen Bezahlung besetzt Chili Callao
ind beutet die Guanofelder, die Kupfer und Salpeterminen für
eine Rechnung aus.
Vermischtes.

*. St. Ingbert. Am Sonntag Abend hielt der „Ge⸗
werbeverein“ im Saale des Wirthes Schweitzer auf dem Höfchen
eine sehr zahlreich besuchte Versammlung ab. Der Abend war
theils der heitern Unterhaltung, theils der Belehrung gewidmet.
In einem kurzen Vortrage sprach der II. Vorstand, Herr Schl.,
uͤber geographische Entfernungen. Er nahm dabei Gelegenheit,
die Mitglieder des Gewerbevereins einzuladen, dem am nächsten
Sonntage stattfindenden Vortrage des Hrn. Professors Robert
von Schlagintweit doch ja recht zahlreich beizuwohnen.
Was den musikalischen Theil des Programms anbelangt, so ist
jervorzuheben, daß sich die Leistungen der Sänger in sehr aner—
ennenswerther Weise vervollkommnet haben. Besondern Beifall
fand das komische Terzett: „Die Drillinge.“ Auch der Schwank
„Einträchtige Hausgenossen“ wurde recht qut durchgeführt und bei—
ällig aufgenommen.

— An einem der nächsten Abende wird dahier das Künstler⸗
zaar, die Opernsängerin Frau Müller-Foetssch und der Opern—
änger Hr. Francius Müller wiederholt eine Vorstellung geben.
Dasselbe hat sich durch seine Leistungen am verflossenen Mittwoch
zu diesem zweiten Auftreten dahier bereits bestens empfohlen. Frau
Müller-Foetsch ist eine stattliche fesselnde Bühnenerscheinung,
deren künstlerisch geschulter Sopran eine hinreißende Wirkung besitzi.
Ihr Vortrag hält sich immer auf der Höhe der Kunst. Wenn Hr.
F. Müller neben ihr und durch sie nicht vollständig in den
Schatten gestellt wird, sondern im Gegentheil ebenfalls noch Erfolge
zu erringen vermag, so ist das ein Beweis für die Trefflichkeit
seiner Leistungen. Es kann nicht unsere Absicht sein, hier nach—
träglich kritische Bemerkungen über das Auftreten des Künstlerpaares
am letzten Mittwoch zu machen. Für den, der damals Augen—
und Ohrenzeuge desselben war, ist eine weitere Empfehlung über—
düssig; er wird sich auch zum zweiten Male einen Genuß nicht
ntgehen lassen, der uns hier in so künstlerischer Vollkommenheit
        <pb n="68" />
        so höchst selten geboten wird. Aus Neustadt, Landau, Pirmasens
und Zweibrücken, wo beide zuletzt an mehreren Abenden vor voll⸗
besetztem Hause gesungen haben, liegen ebenfalls die anerkennendsten
Berichte vor. Ihr Auftreien sichert stets und überall einen höchst
amüsanten Abend.

FMünchener Blätter berichten über einen thätlichen Angriff
auf einen hochgestellten Geistlichen in München. Der Attentäter ist,
nach der „Pfälz. Pr.“, ein geborener Pfälzer, Namens Louis Rosché
nus Homburg. Derselbe war Priester, ist aber schon lange
suspendirt und hat den Angriff in der Wuth darüber, daß er in
Munchen nicht celebriren durfte, ausgeführt. Bei seiner Verhaftung
fand inan bei ihm einen geladenen Gläufigen Revolver.

In Herschberg hat die Gemeindeverwaltung ihre Thä⸗
tigkeit für das Jahr 1881 in schönster Weise begonnen, indem
dieselbe eine weibliche Arbeitsschule in's Leben rief. Den Unter⸗
richt ertheilt die Frau des Ortslehrers gegen eine Remuneration
von 100 Mk. Pflichtig sind alle werktagschulpflichtigen Mädchen.
Arme Kinder erhalten das Material von der Gemeinde.

4 Im Bezirklsamt Kürchheimbolanden sind durch die
strenge Kälte des Winters 18789/80 an 54000 Obstbäume zu
Grunde gegangen, darunter 48,000 Zwetschenbäume.

4 Rach der „Pf. Presse“ sind Gutsbesitzer von Lauter s⸗
he im um die Konzession zur Erbauung einer Sekundärbahn von
Lautersheim über Göllheim nach Dreisen bei'm Bezirksamt Kirch⸗
heimbolanden eingekommen.

F In Hohenecen fiel ein 2jähriges Kind in einen Hafern
tochenden Wassers und verbrannte sich derart, daß es in der fol—
genden Nacht starb.

F Wie die „Frankf. Ztg.“ meldet, wäre die Stellung des
Fommandeurs des 1. bayerischen Armee-Corps, General v. d. Tann,
erschüttert. Ein Grund dafür wird nicht angegeben.

F Nach einer Mittheilung der „Bayerischen Lehrerzeitung“
hat ein Menschenfreund, dessen Name nicht genannt werden soll,
dem pfälzischen und dem jenseitigen Lehrerwaisenstift die Summe
»on 1020 Mark 40 Pf. unterm 18. Januar d. J. geschenkt und
zugleich über die Vertheilung unter beide bindende Bestimmung
zetroffen haben. Achtung dem edlen Geber!

F Der Besuch an den humanistischen Anstalten des Königreichs
Bayern ist heuer gegen das Vorjahr bedeutend gestiegen. Die
31 Gymnasien zählen zusammen über 12,000 Schüler und zwar
1068 mehr als im Vorjahre.

F In Bahern steht die Bildung eines Eisenbahnbeirathes
zer sein Gutachten in allen Eisenbahnverkehrsfragen abgeben soll
unmittelbar bevor. Derselbe soll für das rechtsrheinische Bayern
nus 25 Personen gebildet werden. Für die Pfalz ist die Bildung
eines besonderen derartigen Beirathes in Aussicht genommen.

In Mühlhausen (Elsaß) wurde am 27. Janua-
Nachmittags kurz vor drei Uhr ein schwachcs Erdbeben verspürt.
Flr die Nedaction vetimeriid: F. I. D eme s.
Professor R. v. Schlagintweit

wird seinen Vortrag nicht nächsten Montag, sondern schon
am Sonntag, 6. Februar, Nachmittags 4 Uhr in
ODerhausers Saal abhalten.

Die Subscriptionsliste liegt von Mittwoch bis Sonntag 3 Uh—
m Hotel zur Post offen. Dort erhalten Reflektanten die noͤ—
higen Karten zu 1 Mark, Familienkarten 50 Pfennig jede weitere⸗
Person.

NB. Die Besitzer von stereoscopischen Apparaten werden
yöflichst gebeten, dieselben dem Herrn Professor für die Zeit des
Vortrages zur Verfügung stellen zu wollen, damit dessen zahlreiche
Abbildungen aus dem Gebiete der Pacificbahn recht zur Geltund
gelangen.

Caffee Seiter und Schneider Jost steh'n von nun an
wieder in: „alter Richtung“!

—EO —243 80
50 n * ags
* “ F
in St. Ingbert Hauptstraße, vis-àa-vVis der Eisenhandlung des HrnJos. Beer.

Hotel zur Post.
Mittwoch den 2. Februar
cxr. Abends von 6 Uhr ab:
„Wurstsuppe“
E. Conrad.
Möblirte und nicht möblirte
Zimmer, Familienwoh⸗
nungeu, in meinem alten
und neuen Hause, sind zu ver—⸗
miethen. Auch ist mein älteres
Haus käuflich abzugeben.

Georg KHlein.

— — ————
Dem geehrten Publikum von St. Ingbert und Umgegend die Anzeige, daß ich hierselbst einen Bazar eröffnet habe mr
Gegenständen für den Haus⸗ und Küchenbedarf, sowie Kurz⸗e, Galanterie⸗ und Spielwagren aller Art in welchen
Jedes Stück 50 XRfennic
kostet. Unter andern
In Portefeuille-WVanren: Portemonnaies mit und ohne Stickerei, Geldbeutel, Porte
tresors, Visilenkartentaschen, Schreibmappen, Schreib-Album, Photographie-Rahmen, Briefmarken—
Album, Cigarren-Etuis in Leder, Sammt und mit Stickerei, u. s. w.

In Schmucksachen: Uhrketten für Damen und Herren, Manschettenknöpfe, Hemd
zgarnituren, große Auswahl in Broches und Ohrringen, Armbänder, Medaillons, Ketten mi
—
Colliers u. s. w.

In Holz- und Blechwaaren: Chatullen, Handschuh⸗Kasten, Gewürzschränke mi
7 Fächern, Salz⸗ und Mehl-Fässer, Consols, geschnitzte Ecketageurs, Garderobenhalter, Zeitungs
jalter, Rolldecken, Federkästen, Uhrhalter, Schreibzeuge, broncirte Caffee- und Zuckerbüchsen
Kehricht-Schaufeln, Salatseihen, Waschlavoir, Semmelkoͤrbe, Gießkannen, Küchenlampen, Kuppel⸗
lamben u. s. w.

Diverse Gegenstände: Aufsteckkämme, Frisirkämme, Staubkämme, Reifkämme, Zahn
ud Nagelbürsten, Kleiderbürsten, Haarbürsten, Cartons mit Seife, große Auswahl in Cigarren⸗
spitzen und Tahackspfeifen, Zündholzbüchsen, Staubwedel, Befteckkörbe, Messer und Gabel, Vor
eglöffel, Eßlöffel und Caffeelöffel in Britannia-⸗-Metall, Strohkörbe, Scheeren, Figuren mi
Fingerhut, Handleuchter, Fächer, Gummiträger, Strumpfgürtel, gekleidete Puppen, Täuflinge
Mundharmonika, Metallharmonien, Domino, Lotto, Malkasten, Trompeten, Schachteln mit ver
hiedenem Spielzeug, Kindergeld (100 Mt.), Bilderbücher, Clarinetten, Kugelfänger u. s. w

* —3
Jedes Stück nur 50 Pfo.
NB. Der Verkauf dauert nur einige Tage.
Um recht ꝛahlreichen Zuspruch bittet
Rerahe p — eimiclceo,
Zauptstraße, vis-a-vis der Eisenhandlung von Jos. Beer.
Druck und Verlag von F. X. Deme? in St. Ingbert.
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5332.—6355 —— 53 5 38 *252
— 833555 55 5233 8 8 23 8 237
*55:*c.5 3.* 88 8 2.3 *22 23 23 —
2 8—* 23 * *F 2 —A / — * —A
233325 * 5328 3325 533 322 7332*8 ——
5338555 538358 32355 33553 5333535 5
—333335 23 35 8383 ——838 57 * 3*

Q

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—

2
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—*24
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*33338
ct*2
223 3. 3 8 — 572: 53385333323
223335. 5328 523832 53 28 8 —2
3. 2. 5760. 333533 38 52233 —37
337 33 7 73 558—835
25533 38 —5533358 —“ 2 z.52526 8. ** 8
*323555533 5583.5.335 A 23 8—333
. 5 A87 ES 8 32 2. 2. 28 53. —— *3532
vo8 — ;, 2 2338 S75 532. 283233238 — —
* 2 2 * —88 8355
— —— . J t —— 23—
8 — 5 738 22 5332 2 85 —— 53335535
2553833338 * * —— 8 325 * —
3— ——— 28. * 5253358 82 5223 5753 27
5 ——A 5235969535535 38 282258 338
8528 223 6 527 32: 5 5585 *532 3
ᷓ3 —2 ————— —E — — 52 33 *f 28 —2 *
— 532 — * 2 333 —— * 323 37
5235633 E 2. — 7 — 2 22 2 — S —
— 23 * * —S— 3— 8 83 6883 — 9* —
33 —— ———— 583 33586* A
2 25 5 3 7* ERK 55 5
223 53*3353 ——— *2 3236 — — i
S6 23 23z33— 835333 55 —35383 —A
S68 —2 55352 533 8 537 * 3335 —583.
Z0 Ai —53—838355 533 * ——— 22*53
23538 728 S4 333323385
—— 3538 3 7—53333333
— * *F 3 8* 53— — 5 — 3 * — — — 53
58326 3 55537 32338* 2 —— *233
8 —— 2975758* —5 2 — *3 2* * —A— *
2 2 22553. 2533. 25 3 272 —— — 2
*8 . . 353833 2383 3
—A———— 533 * 252 ** 3253 3 *5333
—7 * . — 5553333333*
—— — 5., 5 * 66 33333 un
— 233 323 3533538337
—338888375 333 353 *
— 45333353 233323335
52.
383333853

—3—

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*
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7
        <pb n="71" />
        Ht. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Antzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag nud Sonutag. Der Abonnementsvpreis veträgt vierieliährlich

24 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 6 60 ⸗, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 Z fur die viergespaltene Zeile Blattschrit odetr deren Raum, Necklamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 20. Donnerstag, den 3. Februar

1881.
—

Deutsches Reich.

Die „Frankf. Ztg.“ brachte vor einigen Tagen aus München
ie Mittheilung, daß die Stellung des kgl. Generaladjutanten und
xommandirenden des 1. Armeecorps, Generals v. d. Tann,
erschüttert“ sein soll. Wie in, höheren Officierskreisen versichert
vird entbehrt jene Mittheilung jeder Begründung.

Der bayerische Abgeordnete v. Schlör veröffentlicht eine Schrift
wer die Steuerreform in Bayern, worin er sich für Ein—
ührung der allgemeinen Einkommensteuer ausspricht und die da—
jegen erhobenen Einwände bekämpft. Der Verfasser bemerkt, die
Seuern müßten nicht deshalb reformirt werden, sondern vielmehr
ium ein System zur Geltung zu bringen, welches bereits nicht nur
ie Wissenschaft, sondern auch das moderne Leben als richtig er⸗
annt hätten.

Wegen des an den Bundesrath gelangten Entwurfes eines
Arbeiter⸗-Unfallversicherungsgesetzes, soll, wie in bayerischen Ab⸗
Jeordnetenkreisen verlautet, unsere Staatsregierung interpellirt werden.
Ran will angeblich Aufschlüsse Uber die Stellung Bayerns diesem
Besetze gegenüber erlangen.

Im Bundesrath wurde das Reichsstempelabgabengesetz
jegen die Stimmen der Hansestädte angenommen. Gegen die
Duittungsstener stimmten u. a. Sachsen, Württemberg, Hessen,
Zaden, die Hansestädte, gegen die Steuer auf Checks und Giro⸗
mweisungen Baden, Hessen und die Hansestädte, gegen eine solche
zuf Lotterieloose Sachsen und beide Mecklenburg.

Ausland.

Zur türkisch⸗griechischen Frage meint die „Republique
rancaise“, Gambetta's Blatt, Griechenland werde geduldig und ver⸗
rauensvoll das Ergebniß der Bemühungen der Mächte bei der
ßforte abwarten; die Pforte werde, zu einer richtigeren Auffassung
ʒer Dinge gelangt, nachgeben.

Vermischtes.

F Die von der „Irkf. Ztg.“ gebrachte Nachricht, daß Ver—
jandlungen behufs Erwerbung der Pfälzischen Bahnen
urch den Staat dem Abschluß nahe seien und daß noch dem
gegenwärtigen Landtag eine Vorlage darüber zugehen werde, findet
n 'unseren Abgeordnetenkreisen keinen Glauben. (Die „Frkf. Ztg.“
rklärt dies Gerücht jetzt selbst ausdrücklich als unbegründet.)

F Aus Blieskastel, 1. Febr. wird der „Zw. Ztg.“ ge⸗
chrieben: Wenn man den Fechtbrüdern gegenüber mißtrauisch ist,
so thut man in der Regel wohl daran. In eklatanter Weise hat
iich Das hier als richtig bestätigt in einem Fall, dessen unter der
Aufschrift kin Handwerksbursche, kein Stromer“
Jebrachte Darstellung aus der Pf. Post“ in andere Blätter über—
jegangen und somit zur Kenntniß weiter Kreise gelangt ist. Nun
za sich herausgestellt, daß jener Bursche, welcher der Gendarmerie
mntfloh und in die Blies sprang und der sich nachher als Metzger
Wilhelm Fuchs aus Darmstadt legitimirte, der von der großh.
lessischen Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Diebstahls
ꝛerfolgte Karl Nolte, richtig Nold⸗Schlosser, aus Darmstadt ist.

FIn Zweibrücken verstarb am 80. v. M. im Alter von
36 Jahren der k. Direktor des Landgestüts v. Rad in Folge eines
Schlagflusses. Derselbe war erst am Neujahrstag mit dem Ritter—
reuze des Ordens vom heil. Michael dekorirt worden.

p Der in München verhaftete Priester Roschés von Ho m⸗
durg ist der Sohn des dortigen Bahneinnehmers. Derselbe, streng
atholisch erzogen, war ein äußerst talentvoller Knabe, welcher stets
die ersten Nolen erhielt. Zum Priester wurde er in dem von
Jesuiten geleiteten colleg. german. zu Rom ausgebildet. Von
vort zurückgekehrt, zeigten sich schon bald Spuren des Irrsinnes,
o daß er keine Funktionen verrichten durfte. Rosché ist der
„Pf. Pr.“ zufolge, bereits von München zu seinem Vater nach
Homburg verbracht.

P'In Steinbach a. Glan stürzte in der Nacht zum 30.
zanuar ein gewisser Heyer in angetrunkenem Zustande in einen
un Fuß tiefen Graben und ertrank; derselbe hinterläßt 4 Kinder.

dDie Inspicirung des pfälzisschen Straßen⸗, Brücken⸗
ind Wasserbauwesens im Jahre 1881 ist dem k. Oberbaurathe
Herrn Koarl Heufer (ein Kaiserslauterer) übertragen worden.

Aus Schönau wird dem „Land. Anz.“ gemeldet, daß
in der Nacht vonn 28. auf 29. Januar in Folge des eingetretenen
Thauwetters eine 50 m breite Erd- und Felsschicht von dem hinter
»em Unterdorf liegenden Abhang sich loslöste und wider die am
Fuß desselben liegenden Wohnhäuser prallte. In dreien derselben
vurden alle Thüren und Fensier von der schlammigen Masse ein⸗
nedrückt, die alle Räume fuͤllte. Die Inwohner hatten Mühe, sich
u flüchten.

Der Madenburg-Verein beabsichtigt, sich als anerkannte Ge⸗
»Aschaft eintragen zu lassen. Derselbe hat seit seinem Bestehen
Jahr 1871) 'bereits ca. 13,000 M. für Erhaltung und Ver—
Hönerung der Burg, eines der schönsten Punkte der Vorderpfalz,
uusgegeben.

FMäünchen, 31. Jan. Der vielversprechende elfjährige
dnabe Namens Joseph Gillich, welcher vor einigen Tagen die
Wagnersfrau Marie Schmidt durch einen Schuß mit einem Zim⸗
nergewehr in den Unterleib gefährlich verwundete, wurde wie der
Baͤher. Kur.“ erfährt am Freitag wegen eines erneuerten groben
frzesses auf die Polizei gebracht und dortselbst vorläufig in Ge⸗
vahrsamkeit behalten. Derselbe ließ sich nämlich beigehen, als er
on der Schule heimgekommen war und seine Mutter bezüglich des
xssens und einer Flasche Wein, die er als Zugabe verlangte, nicht
ofort seinen Wünschen entsprach, der eigenen Mutter einen Strick
im den Hals zu werfen und zu versuchen, dieselbe daran aufzu—
ängen, bei welcher Gelegenheit er sie stark drosselte. Als auf das
zilsegeschrei der Frau der Hausherr und später der Bezirkskommissär
nit dem Sicherheitsoffizianten dazu kamen, sprang der Bube auf
diese zu und bedrohte sie mit einem Messer.

Es wird noch kälter. In Kauer's 100jährigem
dalender heißt es: „Am 8. Februar kälter als je, in allen Meeren
jefriert es, ebenso am 6. u. 10., welche alle anderen Tage an
dalte übertreffen, so daß viele Menschen, Vieh und Vögel erfrieren.“
der „Hamb. Korr.“ setzt dieser tröstlichen Mittheilung die Bemerk—
ing bei: Auch aus den großen Schaaren wilder Gänse, welche seit
dutzem die Gegend passiren, und aus dem äußerst soliden Pelze
der Hasen schließen Wetterpropheten auf große andauernde Kälte.
Fur die Redaction ereaodrmich: F. X. Deme 4—
*

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Ich benachrichtige hiemit meine
yerehrl. Kunden in St. Jug⸗
bert und Umgegend, daß ich
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J. Kauffmann,
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Bekanntmachung.

luftreten von Masern betr.

Gemäß Art. 67 Abs. U. des

.St.G.«B. wird zufolge Auf⸗

rages des k. Bezirksamis Zwei⸗

ruücken Nachstehendes bekannt
gemacht.

1. Einer Weiterverbreitung der
Masern kann nur entgegen⸗
gewirkt werden, wenn. der
gegenseitige Verkehr der Ge⸗
sunden und Kranken und
Benesenden möglichst einge—
chränkt wird. Es ist da—
her der Besuch der inficirten
Wohnräume und Häuser
trengstens verboten.
die Geschwister und schul—
oflichtige Mithausbewohner
ind vom Unterrichte solange
ferne zu halten, bis der—
selbe durch ärztl. Zeugniß
gestattet wird.

Jedermann ist verpflichtet
jeden Erkrankungsfall zur
ärztlichen Anzeige zu bringen.
5t. Ingbert, 1. Febr. 1881.
Der Bürgermeister
Fuster.

Auf meiner Wiese, neben dem
Hospital der Herren Gebr.
Krämer, kann fortwährend
Schutt abgelagert werden.
Phil. Munzinger ˖
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D Dehehein erpuan Professor R. v. Schlagintweit
4) Johann Wahrheit, Ma⸗ vird seinen Vortrag nicht nächsten Montag, sondern schon
chinenwärter in Duͤdweiler; am Sonntag, 6. Februar, Nachmittags 4 Uhr in
5) Marie Wahrheit, Ehefrau Oberhausers Saal abhalten.
von Johann Jost, Zimmermann Die Subscriptionsliste liegt von Mittwoch bis Sonntag 8 Uhr
nn Ommersheim; m Hotel zur Post offen. Dort erhalten Reflektanten die noͤ—
6) Johann Joseph Wahrheit, higen Karten zu 1 Mark, Familienkarten 80 Pfennig jede weitere
Zteinhauer daselbst; berson.
7) Elisabetha Wahrheit, ledig NB. Die Besitzer von stereoscopischen Apparaten werden
ind ohne Gewerbe dajelbst. ihn — dg 7 Herrn Professor für die Zeit
St. ortrages zur Verfügung stellen zu wollen, damit dessen zahlreiche
e Abbildungen aus dem Gebiete der Pacificbahn ie
sK. Auffschneider, e
Amtsverweser. gelangen.

7 * 2
Licitation.

Montag, den 21. Februar

1881, Vormittags 10 Uhr zu

ODmmersheim, in der Wirth⸗

schaft von Johann Joseph Hof—⸗

nmann..

werden von Karl Auffschnei⸗

der, Rechtskandidat in St. Ing⸗

hert wohnhaft, Amtsverweser des

—

Amissitze daselbst,

die nachstehend bezeichneten

diegenschaften in der Steuerge⸗

meinde Ommersheim, zur Güter⸗
gemeinschaft zwischen Johann

Wahrheit, weiland Tagner

n Ommersheim und dessen hin⸗

terbliebenen Wittwe Marie Us⸗

ner gehörig, öffentlich zu Eigen⸗
hum versteigert, der Abtheilung
jalber:

1. Plan⸗Nr. 677, 17 a 40
Im Ader an der Vogels⸗
heck;
Plan⸗Nr. 815, 12 70
qm Wiese im gelben Brühl,
II. Ahnung;

Plan⸗Nr. 900, 2 a Acker
in den Neuwiesgärten;
Plan⸗Nr. 1854, 18 a
10 qm Acker bei der
Ziegelhütte, beim Allmend;
Plan⸗Nr. 22792, 1 4
40 qm Fläche, Wohn⸗
haus mit Hofraum und
Plan⸗Nr. 2279b, 70 qm
Pflanzgarten, das Ganze
gelegen im Orte Ommers-
heim;

Plan⸗Nr. 2788, 15 a
70qm Acker auf'm Matzel⸗
verg;

Plan⸗Nr. 2789, 16 a
40 qm Acker allda;
Plan⸗Nr. 8887, 20 4
10 qm Acker oben am
Nadelkorb;

Plan⸗Nr. 3325, 17 a
70 qm Acker obig dem
döllschinderpfahl;
Plan⸗Nr. 3374, 11 a
90 qm Acker unter dem
Höllschinderpfahl;
Plan⸗Nr. 3470, 13 a
50 qm Acker im Spitz⸗
feld bei Selbach;
Plan⸗Rr. 3478, 11 4
60 qm Acker allda;

Eigenthümer sind:

1) Die obengenannte Wittwe
Wahrheit;

2) Adam Wahrheit, minder⸗
ährig, welcher seine Mutter,
Wittwe Wahrheit als Vormün—
derin und den nachgenannten
Peter Wahrheit, zum Neben⸗
vormunde hat.

Auf allgemeines Verlangen
„Führen wir
„diesen herrlichen Bau'mit
„allen Mitteln die uns zu Ge—
„bote stehen, seiner Bollendung
„entgegen!“

Worte König Ludwig J. bei
Fnweihung der katholischen St.
Ludwigskirchezu Ludwigshafen a. R.

Beherzigen wir diesen Ruf unseres
insterblichen Königs, auf daß des Dich⸗
ers Wort an seine Majestät sich mehr
ind mehr bewahrheite:

„Es glänzt der Hort Dir

hier aufs Neue
Da huldvoill Du genaht dem
ihetnwe
Das stolz am Rheine ragt auch
Dir zum Nuhme.
Mit
Mark
vtt man ein CLoos
rur
322222
2
2 2224
22
.22232222223222332222233
ziehung am 28. Fobr. 1881
bereohtigt xu einom Gewinne von
N. 4, O00. - 2u. 12, 000. - a. c, ooo.-
IX—

Es vertheilen sieh:
240,000 Maourse
aaar Gold auf I2,000 Gewinne, 20 das
auf 25 Loose
bereits oin Trestor Kommt.
Die alleinige Generalagentur:
A.u. B. Schuler in Zweibrücken

Loose sind zu haben in St.
Ingbert bei: J. Friedrich.
. Woll, Buchhandlg. Joh.
Veirich, Friseur.

—
Freitag, den 4. Februar 1881, im Saale des Herrn
Oberhausfer:
Opern-Ensemble
Scenen und Kete aus Opern in Costüm.
Ipernsängerinnen Frl. Ferrey aus Cassel, Frau Mülle
Foetsch aus Schwerin und Hr. Müllüerr aus Rotterdam.

1. Theil:
II. Theil:
III. Theil:

Freischütz.
Troubadour.
Zauberfslote.
Anfang präcis 8 Uhr Abends.
Entree 1 Mark, Familien-Billets das Dritte gratis.
zilletverkauf bei Herrn Seiter und Abends an der Casse.
Meine Wohnung im zwei⸗
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zauschaffner Haufer inne, haͤtte,
estehend aus 6 Zimmern, Küche,
deller, Speicherkammer u. Hoiz⸗
emise ist, bis 1. Mai beziehbar,
u vermiethen; auf Wunsch wer⸗
»en im untern Stock ein bis
wei Zimmer weiter dazu gegeben.
Karl Best.
—R

Bei Durchsicht des ihlustrirten
Buches: PDr. Airy's Heilmethode“
werden sogar ESchwerlrante die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
ie, wenn nur die richtigen RMitel
ur Anwendung gelangen. noch
eilung erwarten dürfen Es sollte
aher jeder Leidende, selbst wenn bei
hm bislang alle Medicin erfolglos
73 fich vertrauensvoll dieser
ewahrten Heilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Wert an⸗
uschaffen. Ein Auszug“ daraus
virn drati uen trverfarndet

In dem weit⸗ 141 zicrt
erbreiteten Buche 5 vie Gilht
inden Gicht⸗ uind Rheumatismus⸗
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noch die ersehute Geilung brachten.
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iasten auftretenden Krankhenlen,
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nuth, Hämorrhoiden Band—
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pect u. Zeugnisse gratis. F. C.
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Montag den 7. Febr. 1881
Jahrmarkt
St. Inabert.
Möblirte und nicht möblirte
Zimmer, Familienwoh⸗
nungen, in meinem alten
ind neuen Hause, sind zu ver—
niethen. Auch ist mein älteres
Haus käuflich abzugeben.

Georg Klein.

— — —
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        * 328
25888 223
— —— 82* —
3
13233 55588 3 388 374
252 558 — 58c523 ——823 53828 35 58 5 ——
53553355 —AA — 35 7555 8* 2 z328 ————558 S 58383 —
553535 8 253* 7533 2* 5 —A— s 284 323385 5835
—S —— 8 5 3 —— 1 255 332 233I838 5385 25523
25538 5*z5338 558 — — 187335*2338 55358 ——
338553 2z335736 535 A— 33
*2 —. 3 — 2 3 —*8 5* —
3535*3 z— — 32382
253855 8 2 25 5— B N55 585s855757 3* 2388333 —A
* 2 32 2*25 — —— 2 553 272 5585 222825
—— —— 5525* 25 — —— — 5.52* 5—25523 —T
* 2328 5 —c * 35 SS82 —— — — 54 2 — — —
—A 6 55z5—83 23238 ——— —— I738 5— 383
8 3 2*8 — 3 ä 5528 88 52355 8
D i —A —* 236038 —— 3 2 2
558 2* — — 5 — 2244 555 — 5232
27 8 2 52 ꝛ 522 —8 8 523252 2 8
38*4 233 5852 3 555 278783 3853322 3232 —255 8 5
2 3533 23283 —38217 — 3 8 —338535588 —A 8 358
8252 25 2*8 35338 5—208 A S · 2252355 538 253
5 3 * 5 525588 — —— ——— — 383378338 2* 4
258S * * — —— S — ———— 80
——— 853858 6 352 —223 — —— 32523523 —V
— —— 7383S 2* —A 2 345 32
53 — — 5* 322 2 52 — 8 1523 —— — ——
553355 52 2533 * 2332* 25 28755 5*857 83336 —
* 5332 —ñ— — 3
12382 343375387356553* 5538 32 8 —2585 e2
223 255 853 — —— — — — —2209 238 —A 3
3 — — 255 —— — — ———— S3 * 3 2—255328
—A — —32 — 3882 —56 5—2z5533 — ——— — 55227—
538 39 8 S8 5233—— 75*8258 8525 5 384532
z5— 328 5535 385335 535 23825 328*
33 — 3235 —53328 34838353832 — —A — 8 23
8 5238233358 —— —2 F —522 o E
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wochentlich viernial: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonuntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

M 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M2.

Samstag, den 5. Februar

1881.
Deutsches Reich.

Aus München berichtet eine Correspondenz des „Pf. K.“:
der Entwurf eines Hagelversicherungsgesetzes, welcher dem
Heneralkomite des landwirthschaftlichen Vereins zur Begutachtung
vorliegt, will eine Hagelversicherungsanstalt unter Leitung des Staates
in's Leben rufen, und zwar ohne Versicherungszwang. Es soll
Jedermann freistehen, sich bei der neuen Anstalt zu versichern, dieser
ber nicht nur vorbehalten bleiben, die Aufnahme oder den Austritt
letzteren auch?) zu versagen, sondern auch nach geschehener Auf⸗
zahme zu künden. Die bestehenden Versicherungsgesellschaften wür—
)en ihren Betrieb nach wie vor fortsetzen können, indem es sich
iur um die Schaffung eines neuen Jnstituts neben den bereits
estehenden handelt. Die neue Anstalt soll auf dem Grundsatz
„er Gegenseitigkeit beruhen und mit der (für die rechtsrheinischen
dreise bestehenden) Brandversicherungskammer in nächste Verbindung
jebracht werden. Finanzielle Lasten sollen der Staatskasse durch
zie neue Anstalt nicht erwachsen. Der vom Generalkomite für den
Hesetzentwurf bestimmte Referent, Gutsbesitzer Dr. Simmerl, spricht
ich, wie wir hören, für denselben im allgemeinen sehr günstig aus.

In der letzten Soirée bei Fürst Bismarck bemerkte dieser,
zaß die Institution des Volkswirthschaftsraths sich bis jetzt sehr
zut bewährt habe und es keine Schwierigkeiten machen werde, sie
uf das Reich auszudehnen. Bismarck trat lebhaft für seine sog.
taatssozialistischen Pläne ein; so meinte er, es müßten die Schule,
Urmenpflege und das Versicherungswesen ganz auf die Staatsver⸗
valtung übergehen; das Unfallversicherungsgesetz bernhe auf ge⸗
sunden Principien.

Allem Anschein nach wird Fürst Bismarck seine Vorlage we—
jen der Unfallversicherung der Arbeiter viel leichter durch den preu⸗
zischen Volkswirthschaftsrath bringen, als durch den Bundes⸗
rath. Den Haupigrund für die Abneigung der Mittelstaaten ge—
gen das Projekt scheinen neben wirthschaftlichen Rücksichten Be—
denken mehr politisch-partikularistischer Natur zu bieten. In Würt—
semberg treten dieselben besonders schroff zu Tage, während aus
Bayern bisher blos gemeldet ist, daß die oberbayerische Handels—
ind Gewerbekammer in dem von der Regierung eingeforderten

hhutachten sich keineswegs durchaus befürwortend für die Vorlage
ausgesprochen habe. Am entschiedensten tritt das amtliche Blatt
ꝛer sächsischen Regierung, das „Dresdener Journal“ auf. Am
Schluß eines zweiten kritischen Artikels dieses Blattes heißt es?
„Im Ganzen dürfte der Plan einer „Reichs“-Versicherungsanstalt
zie Durchführung des dem Gesetze zu Grunde liegenden Gedankens
cher erschweren, als befördern.“ Der Umstand, daß die amtliche
„Karlsruher Zeitung“ sich aus dem ersten Artikel des Dresdener
Blattes mehrere absprechende Sätze ohne jede weitere Beifügung
angeeignet hat, scheint dafür zu sprechen, daß auch die badische
Regierung von dem Projekte einer Reichsversicherung nicht allzu
erbaut ist. Kommen nun aus den Hansestädten und Kleinstaaten
noch einige prinzipielle Gegner hinzu, so ist das Gesetz ohne Frage
im Bundesrath sehr gefährdet.

Dem preußischen Volkswirthschaftsrathe ging nunmehr ebenso
wie dem Bundesrathe die Vorlage über das Innungswesen
zu. Das Wichtigste daran ist, daß dieselbe die Innungen nicht
obligatorisch macht, sondern den Gewerbetreibenden den Eintritt in
die Innungen freistellt und für diese neue organisatorische Bestim—
mungen trifft. Als deren Aufgaben werden angeführt: Lehr⸗
ingslingsschulen zu errichten, Einrichtungen zu besserer Ausbildung
der Meister und Gesellen zu treffen, Gesellen⸗ und Meisterprüf⸗
ungen zu veranstalten und darüber Zeugnisse auszustellen, Ermög—
lichung von gemeinsamem Geschäftsbetrieb, Errichtung von Kranken⸗
und Unterstützungskassen und von Schiedsgerichten. Die Innungen
erhalten auch korporative Rechte.

Der Gesetzentwurf über die Bestrafung der Trunksucht finde
sehr verschiene Beurtheilungen. Man erkennt zwar die gute Absicht
in, daß damit ein Versuch gemacht werden soll, einen wunden
bunkt unser es Volkslebens zu heilen, aber man verhehlt sich auch
nicht, daß die vorgeschlagenen Mittel ihren Zweck, vorbeugend zu
virken verfehlen werden. Die dem Entwurfe beigegebenen Motive
derweisen auf die einschlägigen Gesetze anderer Länder, doch ist

nirgends der Beweis geliefert, daß dort der Trunksucht durch die
Gesetze auch wirklich gesteuert würde. Ein Punkt in dem Gesetz⸗
entwurfe wird sich wohl allgemeiner Billigung erfreuen, es ist dies
jener Paragraph, durch welchen die mildernden Umstände für die
in der Trunkenheit begangene Verbrechen aufgehoben werden. War
es doch in einem gewissen Theile unseres engeren Vaterlandes ge—
radezu sprichwörtlich geworden, daß die Burschen, bevor sie sich
zu einem Attentat auf Leib und Leben eines Fesindes anschickten,
sich vorher mildernde Umstände antranken. Zur Besestigung dieses
Mißstandes allein bedurfte man kein besonderes Gesetz, eine ein⸗
fache Aenderung des betreffenden Paragraphen des Strafgesetz⸗
buches hätte wohl genügt.

Die Europamüdigkeit hat allem Anschein nach ihren“
Hoöhepunkt noch nicht erreicht, obgleich oder weil die große Wirih⸗
schaftsreform des Reichskanzlers schon da und dort recht fühlbar
wird. Nach den Aussagen Betheiligter, welche einen Einblick haben,
wird die diesjährige Auswanderung die vorjährige sogar noch bei
weitem übertreffen. Die Anmeldungen laufen, dem „Berl. Tgbl.“
zufolge, so stark ein, daß die großen Dampfergesellschaften kaum im
Stande sein werden, alle Eurapamüden zu befördern. Es wäre
jedoch, dem „Berl. Tagebl.“ zufolge, ein Irrthum, anzunehmen,
daß ausschließlich die Unzufriedenheit mit der Heimath die vielen
Tausenden hinwegtreibt. Aber Zufriedenheit mit der Lage hier ist
ꝛs doch gewiß auch nicht, welche den Entschluß zum Auswandern
jur Reife bringt. Lautet ja dach das Urtheil einstimmig dahin, daß
Amerika für die Europamüden kein Schlaraffenland abgiebt, daß
hielmehr schwere Arbeit derer harrt, die sich dorten ein befriedigen⸗
des neues Heim herrichten wollen, und daß sie sich der Entsag⸗
ungen gar viele auferlegen müssen, die sie hier nicht kannten.

Ausland.

Da Gambetta nach der unangenehmen Erfahrung, die er mit
einer Cherbourger Rede gemacht hat, sich einige Zurückhaltung auf⸗
erlegen und den Friedfertigen spielen muß, wenn er sich nicht den
Antritt der Erbschaft Grevy's erschweren will, so müssen jetzt seine
Freunde an seiner statt von Zeit zu Zeit eine kleine Revanche⸗Ex—
pectoration vom Stapel lassen: für die Franzosen gilt das so, als
hätte es Gambetta selbst geredet; dem Ausland sagt man, Gam⸗
betta könne doch nichts dafür, wenn irgend ein Heißsporn einmal
seiner Zunge freien Lauf lasse. In die Kategorie dieser achsel—
trägerischen Auslassungen gehört eine Rede, welche erst jüngst Gam⸗
hdetta's Intimus, Spuller (nebenbei gesagt, geborener Badenser) vor
seinen Wählern in Vitry-le-Frangais gehalten hat, und die darauf
hinauslief, Frankreich sei recht friedfertig, aber die Hoffnung gebe
es doch nicht auf — welche Hoffnung? Gesagt hat er's nicht, aber
verstanden hat ihn Jeder.

Rom, 3. Februar. Rach Konstantinopeler Nachrichten der
„Italie“ ist in Folge von Verhaftung Hodo Pascha's Prenk Bib
Dodas und Abdullah Bey's Revolution in Albanien ausgebrochen.
In Nordalbanien desertirten vier aus Albanesen bestehende Bataillone
und zogen sich in ihre Berge zurück.

Weil die Pforte auf Larissa und Griechenland auf Janina
erzichtet hat, soll sich der griechische Grenzstreit jetzt nur noch um
Mezzowo in Albanien drehen und hofft man deßhalb auf eine
Beilegung des ganzen Handels. Wenn derselbe beigelegt ist, be—
zinnen aber natürlich erst die türkischen Ausflüchte hinsichtlich der
lleberlassung des abgetretenen Gebietes. Unterdeß hat sich die
Pforte zur Konfiszirung eines albanesischen Waffendepots in Skutari
d'Albania veranlaßt gesehen. Mehrere südalbanesische Stämme
haben sich bereits erhoben. Daß die Herrschaft der Pforte in der
zesammten westlichen Hälfte der Balkanhalbinsel zwischen Griechen—
land, Montenegro, Serbien und dem von den Oesterreichern besetzten
Bosnien unhaltbar geworden ist, bedarf übrigens keiner weiteren
Darlegung als eines Hinweises auf die Landkarte.

Vermischtes.

Der Statistiker Dr. Max Seydel in München hat die
yorläufigen Ergebnisse der Volkszählung in Ba y eren zusammen—
zestellt und veröffentlicht. Wir entnehmen daraus folgende, auf
die Pfalz Bezug habende Mittheilungen. Die Bevölkerung des
zanzen Königreichs Bayern, welche im Jahr 1875 fich auf 5,.022,390
        <pb n="76" />
        Köpfe belaufen hatte, war bei der neuesten Zählung auf 5,271,516
gestiegen, d. h. um fast 5 pCt. Die Pfalz hatte im Jahr 1875
eine Bevblkerung von 641,254 Köpfen, i. J. 1880 zählte sie
676,098, also eine Zunahme von 526 pCt. Und zwar hat während
dieses fünfjährigen Zeitraums im ganzen Königreich das männliche
Geschlecht fich um 49810 pCt. (um 120,223 Personen) vermehrt,
das weibliche um 5 pCt. (128,903 Personen.) Die Pfalz zählte im
Jahre 1875 von männlichen Personen 313,165, von weiblichen
328, 089, im Jahre 1880 dagegen 331,482 männliche und 8344,616
weibliche. Gehen wir die einzelnen Kantone (Amäisgerichte) der
Pfalz durch, so finden wir (seit 1875) die stärkste Bebölkerungs
zunahme im Kanton Ludwigshafen, nämlich um 13*8 pCt. oder
um 5313 Köpfe (2718 männliche, 2595 weibliche;,) dann kommt
der Kanton Kaiserslautern mit einer Zunahme von 107410 pCt.
oder 4211 Köpfen (1992 männliche, 2219 weibliche); hierauf
der Kanton Neustadt a. H. mit einer Zunahme von 6 pCt. oder
28392 Köpfen (1120 männliche, 1272 weibliche), dann der Kanton
Pirmasens mit einer Zunahme von 9 pCt. oder 2229 Köpfen
(1152 männliche, 1077 weibliche); dann der Kanton Frankenthal
mit einer Zunahme von 9140 pCt. oder 2122 Köpfe (1103 männ-
liche, 1019 weibliche); dann der Kanton Speier mit einer Zunahme
von 7 pCt. oder 1968 Köpfen (1058 männliche, 905 weibliche)
und so weiter. Tie Bevölkerungsziffer der einzelnen Kantone stellte
sich i. J. 1880 folgendermaßen (die eingeklammerten Zahlen be—
zeichnen die Bevölkerungsziffer von 1875): Annweiler 15,750
(15,854, also um 104 zurückgegangen); Bergzabern 28,519 (22,934);
Frankenthal 25,515 (28,393); Grünstadt 22,245 (21,665); Ger⸗
mersheim 26,444 (26,228); Kandel 28,218 (27,828); Homburgꝗ
11,841 (10,935); Landstuhl 20,934 (19, 856); Waldmohr 19, 803
(18,726); Kaiserslautern 48,412 (39,201); Otterberg 18,607
(12,930); Winnweiler 12,958 (18,014, also um 61 zurückgegangen)
Kirchheimbolanden 25,876 (24, 268); Obermoschel 15, 466 (15, 0399)
Rockenhausen 10,754 (10,581); Kusel 20, 263 (19,09 1); Lauterecken
9809 (94770); Wolfstein 12, 462 (11,838); Landau 35,927 (34, 089);
Edenkoben 24,734 (23,994); Neustadt a. H. 42,336 (39, 944),
Dürkheim 29,043 (27,929); Pirmasens 27,181 (24,902); Dahn
9789 (9601); Waldfischbach 11,118 (10,817); Speyer 80, 168
(28,208); Ludwigshafen 48,868 (88,5850); 8weibrücken 32,904
(31,521); Blieskastel 14,737 (14,3388); St. Ingbert 15,782
(14,920). — Zieht man die Dichtigkeit der Bevölkerung in Betracht,
so kamen i. J. 1875 in der Pfalz auf einen Quadratkilometer
durchschnittlich 108. i. J. 1880 dagegen 114 Köpfe (im Darch—
schnitt des ganzen Königreichs 66 bezw. 69 Kopfe). Die Pfalz
ist der weitaus dichtest bevölkerte Regierungsbezirk; zunächst nach
ihr kommt Mittelfranken mit 80 bezw. 85 Köpfen auf den Quad—
ratkilometer. Unter den Kantonen der Pfalz ist der dichtest be—
—
ratkilometer (i. J. 1875 nur 213); dann kommt der Kanton
St. Ingbert mit 199 (188), dann der Kanton Landau mit
196, dann der Kanton Speyer mit 192, dann der Kanton Franken⸗
thal mit 189, dann die Kantone Neustadt a. H. und Edenkoben
mit je 147, dann der Kanton Germersheim mit 146, dann der
Kanton Grünstadt mit 142, dann der Kanton Bergzabern mit 124
dann der Kanton Kaiserslautern mit 128, dann der Kanton
Dürkheim mit 117, dann der Kanton Zweibrücken mit 115 Köpfen
auf den Quadratkilometer u. s. f. Die geringste Dichtigkeit der
Bevbölkerung haben die Kantone Dahn mit 40, Waldfischbach mit
51 und Annweiler mit 57 Köpfen auf den Quadratkilometer.

F Eine Anzahl Hausbesitzer in Zweibrücken hat nun
auch den Entschluß gefaßt, in einer Petition an die Abgeordneten—
kammer um Aenderunq des jetzt bestehenden Haussteuer-Modus
einzukommen.
Kaiserslautern, 8. Februar 1881.

m. Die Pfalz steht bisher in der Zahl der Anmeldungen zur
Nürnberger Industrieausstellung hinter den7
übrigen Kreisen des Königreichs zurück. Wir machen daher die pfälz.
Gewerbtreibenden darauf aufmerksam, daß sie so gut, wie ihre Be—
rufsgenossen im jenseitigen Bayern, Anspruch haben auf einen ent—
sprechenden Antheil an den 28000 M., welche Se. Majestät der
König in huldvoller Fürsorge für das Gewerbe zum Zwecke der Er—
mäßigung oder des Erlasses der Pratzmiethe bewilligt hat und welche
wesentlich dem kleineren Betriebe zu gute kommen sollen. Nach Ansicht
des Nürnberger Landeskomites soll diese Summe auf die 8 Kreise
Bayerns je nach der Zahl der sich meldenden Aussteller vertheilt werden,
und dürfen für die Pfalz sicherlich 2000 M. in Aussicht genommen
werden. Es bietet sich also hier auch für den kleineren Gewerbe—
betrieb eine mit dem allergrößten Danke anzuerkennende Gelegenheit,
sich an der Ausstellung zu betheiligen, welche ja nicht zu versäumen,
wir alle bezüglichen Kreise dringend ersuchen wollen. Gesuche um
eine solche Ermäßigung oder Erlaß der Platzmiethe sind mit der
Anmeldung einzureichen bei einem der 3 Lokalkomites Kaiserslautern,
Neustadt und Zweibrücken. Eine weiteres Mittel, allzu große Kosten
zu vermeiden, ist die Veranstaltung von Kollektivausstellungen, welche,
wie in neuerer Zeit überhaupt. so auch von Nürnberg aus gewünscht

und bei Berechnung der Platzmiethe als eine Ausstellung behandel
werden. Solche Kollektivausstellungen können von Angehörigen
desselben Gewerbes, auch von einem Industriebezirke oder Verein—
veranstaltet werden, sollen aber immer nur Gegenstände umfassen
die einer Gruppe angehören.

F In Kaiserslautern beabsichtigt man eine XX
leitung anzulegen. Die Kosten der Anlage sind veranschlagt zu
300,000 M. Die Ausgaben werden auf jährlich 54,000 M. ge
schätzt. Für den täglichen Verbrauch werden als geringstes Quan—
tum 50 Liter pro Tag und Kopf gerechnet, woraus sich ein täg⸗
licher Bedarf von 1500 Kubikmeter ergiebt. Bei einem Wafser—
preis von 15 Pf. pro Kubikmeter ergäbe sich demnach eine jährlich
Einnahme von 82,125 M. Daraus folgt, daß die Anlage ein
sehr rentables Unternehmen wäre.

F Der Kaiserslauterer Wahlverein der frei—
sinnigenationalen Partei hat am 1. d. beschlossen, den Landtags:
abgeordneten für Kaiserslautern-Kirchheimbolanden, Frhrn. d
Stauffenberg, zum Besuche des Wahlktreises einzuladen.

F Die Angabe der „Pf. Post“, daß das kgl. Consistoriun
dem Pfarrer Heß in Kaiserslautern einen Verweis ertheilt
habe, wird von der „Kaisersl. Ztg.“ als unwahr bezeichnet.

Die am 30. Januar im Saalbau Neustadt versammel
gewesenen Postboten der Pfalz haben beschlossen, um Verbesserung
ihrer Lage bezüglich Erlangung eines fixen Gehaltes und Aufnahm
in die Klasse der Staatsdiener, dann um Vergütung einer Gebühr
für gerichtliche Zustellungen sich an das kgl. Oberpostamt, bezieh—
ungsweise an die Kammer der Abgeordneten zu wenden, und wurd⸗
der Postbote Speichler von Edesheim einstimmig gewählt, die ge—
eigneten Schritte in dieser Sache zu thun.

F Die chemische Fabrik zu Hochspeyer beabsichtigt, in Bir
kenfeld eine Filiale zu errichten, und hat zu diesem Behuf be—
reits Ländereien angekauft. Sobald die Concession zur Anlage der
Fabrik erlangt ist, soll mit Errichtung der Gebäulichkeiten begonnen
werden.

Unter dem Vorsitze des Hrn. kgl. Regierungspräsidenten
o. Braun fand in Speyer am 81. v. Mis. durch das aus
den Herren Bürgermeistern 1. Heinrich Bart J. von Dürkheim
2. Theodor Kaußler von Edenkoben, 8. J. Oberlinge
von Hornbach, 4. M. Geimer III. von Schifferstadt, 5. Fried⸗
rich Fitt in g von Mauchenheim gebildete Komite die Vertheilune
der Präbhenden und Aufmunterungs-Preise aus dem pfälzischer
Dienstbotenstifte Statt. Es wurden 6 Dienstboten im Bezuge von
Präbenden à 50 Mark belassen, 3 erhöhte Geldbelohnungen à 80
Mark an durch langjährige Dienstesleistung ausgezeichnete, in Folge
örperlicher Gebrechen theilweise dienstunfähig gewordene Diensi
»oten und 9 erhohte Geldbelohnungen à 830 Mark an ebensolche
erliehen. Ferner wurde an einen sich demnächst verehelichenden
Dienstboten eine Aussteuer-Prämie von 25 Mark verliehen. Von
den aus den Vorjahren vorhandenen noch nicht belohnten und den
'm gegenwärtigen Jahre zugekommenen Dienstboten mit einer
Dienstzeit von über 12 und bezw. 5 Jahren wurden 107 mi—
ꝛiner Geldbelohnung à 10 M., 114 mit Ehrenbriefen ausgezeich—
aet. Nach beendigter Sitzung, in welcher sich die lebhaftesten Sym—
pathieen für dieses so schnell lebenskräftig gewordene und jetz!
chon segensreich wirkende Institut sich kundgaben, wurden die
Vitglieder vom Herrn Regierungspräsidenten. dem Gründer der
Stiftung zur Tafel geladen.

F Das Domkapitel in Speyer hat beschlossen, die großt
Orgel des Domes einer gründlichen Umarbeitung unterziehen zu
lassen. Der Orgelbauer Steinmeyer von Oettingen am Ries haf
die Anschläge und Kostenberechnungen gemacht, und das Domcapitel
ist darauf eingegangen. Die Summe, welche aufgewendet werden
soll, beträgt 25,000 M.

7 In dem unweit Gebweiler gelegenen Dorfe JIsenheim
(Elsaß), das seiner Baumwollspinnerei und Weberei wegen bekanm
ist, wurde am 21. v. M. die Spinnerei Spez (mit 7000 Spin—
deln) ein Raub der Flammen; in Folge Dessen sind Hunderte von
Arbeitern ohne Erwerbsquelle. Der Schaden soll sich auf mehr
als 300,000 M. belaufen. Das Feuer ist durch die Unvorsichtia⸗
keit eines Arbeiters entstanden.

F Nach der „N. B. L.s8.“ stellt sich das Deficit der Pfalz⸗
zau⸗Ausstellung in Mannheim derart, daß die Zeichner von
Garantiescheinen mit 22 Prozent der gezeichneten Beträge für dessen
Deckung aufzukommen haben.

In Mainz werden von mehreren Bäckern verheirathete
Bretzelbuben gesucht. Man glaubt es mit verheiratheten besser
wagen zu können, als mit den ledigen Bretzelbuben, welche in
den Wirthschaften zu sehr verdorben werden.

.Frankfurter Blätter melden, daß auf den Bällen
der verschiedenen Frankfurter Vereine, welche im Lauf des Januar
abgehalten wurden, durchweg das weibliche Geschlecht in dreifach
größerer Zahl erschien als das männliche. Aber das Sitzenbleiben

F Aus Bruchsal, wo seit Jahren eine ganze Bande von
Wucherern ihr Unwesen treibt. deren einzelne Milglieder. einande,
        <pb n="77" />
        ewerbsmãßig in die Hand arbeiten, schreibt man der „N. B.
IZig.“ schauderhafte Dinge über deren Manipulationen. Als
Faciolum dieset Bande nennt sie einen gewissen Wilhelm Röder.
die Opfer mußten Wechsel, zahlbar in drei Monaten, über die
hnen geliehene Summe ausstellen, von welcher aber immer 10
ᷣrocent im Voraus abgezogen wurden. Konnte der Schuldner
Jach drei Monaten nicht zahlen, so bekam er den Wechsel pro—
songirt, bezw. er mußte einen neuen Wechsel auf drei Monate
usstellen, dessen Betrag aber um 10 pCt. oder mehr erhöht wurde.
In der Art wurden die geliehenen Beträge in kurzer Zeit arg
sinaufgeschraubt. Diese Wucherwechsel wurden von der Bruchsaler
Gewerbebank“ in Umlauf gesetzt, bei welcher die Wucherer „be⸗
sonders protegirte“ Persönlichkeiten waren.

Aus Rheinhessen wird gemeldet, daß man dort mit
dem Plan umgeht, eine Secundärbahn von der Station Armsheim
der Mainz-Alzeyer-Bahn über Alsenz nach einer Station der
hein⸗Nahe-Bahn zu bauen.

Der echte Münchener weiß auch die Telephonleit—
ingen praktisch für sich auszunützen. Er geht zum Director des
relephoninstitutes und erkläärt: „Sie, Herr Telephondirector, ich
pünsche eine Leitung vom Hofbräuhaus in meine Wohnung.“
Vom Hofbräuhaus?“ „Ja, wissen's, damit ich's allemal gleich
jör', wenn anzapft wird!“

— In dieser Woche wollen acht junge Männer aus Nürn—
»erg nach Amerika auswandern, um sich unter die Mormonen in
Utah aufnehmen zu lassen. Ob sie die benöthigten Weiber und
Jungfrauen gleich von Europa aus mitnehmen, darüber ist nichts
„ekannt.

In Wiesbaden wurde dieser Tage im städtischen
drankenhause der Invalide Bader Heinrich Litz ius, der im
driege gegen Frankreich das linke Bein verlor, auf seinen Wunsch
aochmals amputirt, da sich in dem Beinstumpf noch Granatssplitter
befanden, die ihm noch von Zeit zu Zeit die heftigsten Schmerzen
erursachten.

'In Stuttgart hat sich dieser Tage in einem Konzert
es Liederkranzes ein achtjähriges Mädchen auf dem Klavier hören
assen und soll mit solcher Fertigkeit und solchem Verständniß das
Omoll-⸗Konzert von Mozart, den Cis-moll-Walzer von Chopin
und eine Polka von Schmitt gespielt haben, daß Kenner ganz ent—
zückt gewesen seien. Die Kleine heißt Ilona Eibenschütz, ist das
dind armer jüdischer Eltern in Pest und erhielt Unterricht bei
inem Wiener Professor der Musik.

In Hamburg hat ein am 1. Februar früh ausgebro—
henes, bis Nachmittags andauerndes Feuer einen großen Theil
des Seidenwaarenlagers von R. D. Warburg und Comp. zerstört.
Die Versicherungzssumme beträgt 1,490,000 M., an welcher mei—
tens englische Gesellschaften zu tragen haben.

p Eine Aufsehen erregende Verhaftung ist am vorigen Mitt—
voch in Charlottenburg erfolgt. Nachdem vor einiger Zeit
ein Ritterguͤtsbesitzer v. H., der Schwager eines hochgestellten Mili—
ärs, als geistestrank einer Heilanstalt übergeben worden, stellte sich
jeraus, daß an dem Vermögen desselben 180,000 M. in ost—
preußischen Pfandbriefen fehlten, und es enstand der Verdacht, daß
die Wirthschafterin des Kranken, ein Fräulein v. B. sich dieselben
angeeignet habe. Dieser Verdacht erhielt durch gewisse äußere Um—
stände anscheinend seine Bestätigung, so daß vorgestern die Ver—
haftung des Vaters des Fräuleins d. B. erfolgte, während auf
letztere selbst gefahndet wird. Im Besitz des Herrn v. B., der für
unbemittelt galt, wurden große Geldsummen, sowie eine Anweisung
auf ein Guthaben bei der Reichsbank im Betrag von 50,000 M.
gefunden. Auch ein Sohn des Herrn v. B., dem der Verhaftete
sürzlich behufs Ankaufes eines Fabrik-Etablissements 23,000 M.
übergeben hat, scheint in diese Angelegenheit verwickelt zu sein.

4Auf feiner jüngsten parlamentarischen Soirée soll sich der
deutsche Reichskanzler sehr wenig schmeichelhaft über die deutschen
Bierbtauer ausgesprochen haben. Nach einer Mittheilung der
Magd. Ztg.“ bemerkte Fürst Bismarck nämlich u. A.: Das
bayerische Bier bleibe doch weitaus das beste, das könne man in
zanz Deutschland nicht so herstellen. Am Wasser werde das aber
chwerlich liegen, sondern wohl an der scharfen und wohlthätigen
Staatskontrole und den Steuerverhältnissen, wie sie in Bavern
gerrschten.

FAusgestopfte Vögel, mit denen in neuerer Zeit
„äufig die Damenhüte geschmückt werden, sollen künftig bei der
Einfuhr aus dem Ausland mit 300 Mt. für 100 Kilo verzollt
werden. So besagt ein Erlaß des preußischen Finanzministers, der
sich wohl auf einen Beschluß des Bundesrathes stützt.

Szegediner Berichten zufolge wurde am 24. v. M. die
Vertheilung der Unterstützungsgelder beendet. Nach der veröffent⸗
lichten Schlußübersicht betrügt die Gesammtsumme der Unterstütz⸗
ungsgelder 2912,545 fl. 4—08 kr. Die größten Summen für die
Ueberschwemmten Szegedins langten ein aus Oesterreiche Ungarn
(1637 927 fl. 90 ir.), Deutschland (398,941 fl. 74 kr.) und
Frankreich (283,182 fl. 11 kr.)

Paris. Dreiundachtzig Jahre im Irrenhause.) Vorige
Woche starb im Alter von 108 Jahren ein Irrsinniger Namens
Jubissier, bekanut unter dem Namen der Mann von Glas, der im
Jahre 1797 nach Bicdtre gebracht worden war, das er nie mehr
Jerlassen hat. Im Alter bon 18 Jahren wurde Inbissier durch
ꝛeinen Pflasterstein schwer am Kopfe verwundet. Diese Wunde
vurde zwar nach langer Krankheit geheilt, die Verletzung des Ge⸗
zjirns war jedoch eine derartige, daß der Patient nie mehr zum
Zebrauche der Vernunft kam. Anfänglich war er blos blödsinnig,
päter machten jedoch wiederholte Tobsuchtsanfälle seine Ueberführung
in das Irrenhaus von Bicẽtre nothwendig. Inbissier hatte die
iire Idee, daß er aus Glas sei, und aus Furcht, sich zu zerbrechen,
hlieb er unbeweglich und schweigsam. 83 Jahre hindurch hat er
aicht ein Wort gesprochen. Während der letzten Belagerung von
Paris schien es kurze Zeit, als ob der Donner der Kanonen die
verschwundene Intelligenz des Unglücklichen wieder zum Leben er—
wecken sollte. Er raffte sich plötzlich aus seiner Lethargie auf, und
cagelang schritt er in fieberhafier Erregung auf und ab und murmelte
unzusammenhängende Worte vor sich hin. Dieses Aufflackern währte
edoch nicht iange; bald versank Jubissier wieder in sein früheres
dumpfes Stillschweigen und blieb bis zu seinem vor einigen Tagen
erfolgten Tode unbeweglich auf seinem Platze.

Menschenfresser. Von den Salomons-Inseln im
tislen Ozean wird über einen jeuer Ausbrüche von Bestialität be—
richtet, wie sie in der letzten Zeit unter den Südsee⸗Insulanern
s'o häufig vorgekommen sind. Der Schooner „Vorealis“, eines der
ielen Schiffe, welche zwischen den Inseln kreuzen, um unter den
Fingeborenen Arbeiter für die Plantagenbesitzer und Farmer von
Fidschi und Samoa anzuwerben, wurde am 15. September, als
r bei der kleinen Insel Nura vor Anker lag, von den Eingebo⸗e
renen, während der Abwesenheit des Capitäns am Lande über—⸗
iallen und nach einem fürchterlichen Kampfe mit der Mannschaft
„vollständig ausgeraubt. Dem Capitän gelang es, eine Nachbar—
Insel zu erreichen und daselbst Hülfe zu holen. Als er mit ein
paar anderen Schiffen zu dem Schauplatze des Gemetzels zurück—
ehrte, fand er sein Schiff völlig ausgeraubt, die Leichen der Mann—
chaft verschwunden, das heißt aufgefressen und nur den Koch, der
vie durch ein Wunder den Eingeborenen entging, schwer verwundet
in der Kajüte versteckt. Unter den Opfern befand sich der Sohn
des Capitäns.

— Gräßliche Szene in einem Zirkus. In San⸗Domingo
produzirte sich seit einiger Zeit bei der Zirkusgesellschaft Courtney
—DDD
ich war Lengel wie gewöhnlich in den Tigerkäfig getreten; schon
jatte er seine staunenerregenden Exercitien beendigt und war eben
m Begriffe den Käfig wieder zu verlassen, als er auf dem feuchten
Boden ausglitt und das Gleichgewicht verlor. Sofort stürzte sich
iner der Tiger mit wildem Brüllen auf ihn, biß ihm in den Hals
ind in kaum zwei Minuten und bevor es möglich war ihm zu
dilfe zu kommen, war der unglückliche Thierbändiger von der wilden
Zestie in Stücke zerrissen, sein Körper nur mehr eine unförmliche
lutige Masse von Fleisch und Knochen. Der Zirkus war von
Zuschauern überfüllt; einige von diesen, welche der Landessitte ge—
näß, mit Revolvern bewaffnet waren, schossen auf den Tiger und
ödteten denselben, so daß die Wärter daran gehen konnten, die
Leiche Lengel's aus dem Käfige herauszuziehen. In diesem Augen—
blicke warf sich der zweite Tiger, von einer plötzlichen Wuth er⸗
griffen, auf seinen unter den Revolverschüssen eben verendeten Ge⸗
ährten und zerriß ihn mit Zähnen und Krallen. Die ganze Szene,
—
daß die meisten Zuschauer. von Entsetzen erfaßt. die Flucht ergriffen.

Marltberichte.

Zweibrücken, 8. Februar. (Fruchtminelpreis und Viktualienmarkl.)
Weizen 11 M. 26 Pf., Korn 10 M. 25 Pf., Gerste zweireihiges M. 41 *7.
ierreihige — M. — Pf., Spelz O M. — Pf., Spelzkern — M. — P.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 53 Pf., Hafer 6 M. 69 Ppf.,
Srbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 68 Pf., Kartoffeln 2 M. — Pf.
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 8 M. 06 Pf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 56 Pf,
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter ?/1 Kilogr. M. 90 Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 2. Februar. (Fruchtmitielpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
1 M. 48 Pf. Korn 10 M. O8 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
7 M. 606 Pf., Mischfrucht 10 M. 44 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 0 Pfund 88 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 420 —44 Pf., Kalblleisch 36 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweine⸗
leisch 66 Pf., Butter 1 Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.

Kaiferslautern, 1. Februar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 26 Pf., Korn 09 M. 99 pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz
7 M. 84 Pf., Gerste o8 M. 80 Pf., Hafer 6 M. 883 Pf., Erbsen 07 M.
60 Pf. Wicken 6 M. 89 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen 46 M. 17
gf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Vira.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Deme
        <pb n="78" />
        Statt besonderer Anzeige!
Todes⸗Anzeige.
Gestern Abend 8 Uhr schied aus diesem Leben un⸗
ser lieber Gatte, Vater, Onkel und Schwager
Karl Ludw. Bayerlein

Unwiderruflich
22
Ziehung 28. Jebruar 1881.
Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Ludwigshafener
Icatholise heæ Rirehen bau-Geld-Lotterie.
F 240,000 M. Geldgewinne! 9
11950 Gewinne werden ohne den 1090 Stenerabzug
baar ausbezahlt.
U Bei keiner anderen Jotterie
gleich günstig U
Die General⸗Agentur: A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à 2 Mark versendet: Joh. Friedrich, F.
Woll, Buchhandlg. und Joh. Weirich, Friseur in
St. Ingbert.

kgl. Bergamiskassier
dahier, nach schwerem Leiden im 50. Lebensjahre.
Die Beerdigung findet Samstag Nachmittags 8 Uhr
vom Sterbehaus aus statt.
St. Ingbert, den 4. Februar 1881.
Die tieftranernd Hinterbliebenen.

IIIHöohst wichtig ftür Landwirthell!
Om eine grösst möglichste Ausnutzung der LRartossel · Kul-
zur, den wiehtigsten Konsum des Volkes, nach besten Kräften
au erzielen, ist es jetzt endlich nach jahrelangen Versuchen ge-
tungen, dureh eine für jeden Landwirth leieht ausführbare Me-
thode, und zwar: zweimal im Jahre auf demselben Acker
Kartoffeln z2u ernten und bei jeder Ernte 100 Prozent mehr
NVotzung, grössere und mehlreichere Kartoffeln zu erhalten, wo-
bei eine Missernte nie vorkommt. Die Kartoffeln können unter
Bãumen, sogar im Walde angepflanzt werden, und ist bei dieser
Methode nur die halbe Arbeitskraft als bei der bisherigen nöthig.
Dieses höchst wiehtige und ausführliehe Werk, betitelt:
„Der Oeconomie-Rathis, ist soeben in der unterzeichneten
serlagsbuchhandlung erschienen und ist gegen Posteinzahlung
oder Nachnahme von 5 Mark zu beziehen; als ein Beweis der
Wahrheit des Gesagten legt die Verlagsbuchhandlung einen
Garantie-Schein bei und zahit einem Jeden die 5 Mark zurück,
wenn oben Gesagtes nient auf Wahrheit beruht.
„Der Oecoοe Ratthe“ ist nur allein in der
Landwirthschaftlichen Verlagsbuchhandlung
Berlin, Schönhauseor Allee 1380
zu beriehen.
Visitenkarten in modernen Schriften billigst bei
F. X. Demen.
EBRARDT's
Berliner Modoenblatt

* ß Eæ HGGAdiCCĩTICV
Bissenschaftlich geprüft u. begutachtet. &amp; ⸗
Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Ve—
nedictinerkloster siammenden Recept
abrizirt und nur en gros ver⸗
sandi von
OC. PINOEL in Goᷣttingen
(Provinz Hannover.)
Der Benedictiner ist bis
tzt das kostbarste Hausmittel und
»eßhalb in jeder Familie beliebt
seworden. Der Benedictiner
st aus den jfeinsten, auser⸗
esensten Kräutern zusammengesetzt,
welche die Eigenschaften besitzen,
wohithätig und erwärmend auf
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner sind
die unzähligen Anerkeunungen, welche fortwährend dem
Fabrikauten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
ich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benediectiuer
uberzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergrößern.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel ‚C. Pingel in Göttingen“
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 8330 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf.
—M — — — 660 2 6 M. 73 pPf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. Dn gros ·
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Josef Ennichhammer, Privatier in Kai bei Titt⸗
moning, Baiern, berichtet: Ihr Benedictiner wirkt so trefflich und gut,
daß ich mich, seitdem ich denselben trinke, als ganz gesund betrachten kann.
rüher wor i4K sets mit großen Magenleiden behaftet ꝛc.

r Rernharedl
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen⸗
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit
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Vortheilhafte Flasche von ca. 8330 Gr. 2Mk.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter⸗
Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in
Göttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Friedrich.

Einladung zum Abnnement. AF Vier Ausgaben.
Qine Mark-Ausgabe Neu? XB Pracht-Ausgabe
Jährlieh: t foinstom Papi
24 Arbeitsnammern —R Mark-·Ausgabe n ep ier gearndi
iẽ sohnittcustorbogen Jährlieh:
Preis vierteljabrlich Jährlieh: 4 Arbeitsnummorn,
nur 1 Mark. 24 Unterhaltungsnummorn,
1 TTS Arboitanummoern, ne colorirto Noaenkupfor, aa
2 er ahe 2 Bohnittmustorbogen, igr uetormet
4 4 2 colorirto Nodonkupfor, ¶color. Handarbotsxuptor
ꝑ — — — — 24 Sehnittmusterbogen.
e e 5 — ——
mittmustor m. j j3 j
aier.reis vierteljahrlich bieruuster.
za vVntorualtuneemchce nur 1 Mark 50 Pf dreis viertelj. 6 M.
—— — Rꝰ — —
Probonummera bei allen Buchhnandlungen. Abennements ebendaselpet so-
wvie bei allen Pottanstalten und gegen Tinsendung des Betrages bei der
sTerlagehandlang 140, Potsdamoerstrasse, Berlin W.
Jagdverpachtung.
Mittwoch, den 23. Fe⸗
bruar 1881, Mittags 1 Uhr
vird auf dem Bürgermeisteramte
Aßweiler die Feld⸗ und
Waldjagd der Gemeinde Bie⸗
Angen und hierauf die Feld⸗
und Waldjagd der Gemeinde
Erfweiler⸗ Ehlingen auf
einen weitern 6⸗ oder 9jährigen
Bestand öffentlich verpachtet.
Aßweiler, 4. Febr. 1881.
Das Bürgermeisteramt
Steieg.

Von heute Abend an:
Pilsner Bier
vom Faß.
Mumnzinger,
Bierbrauer.

Für Familien und Lesecirkel, Bibliotheken, Hotels, Cafés und Restaurationen.
n

X
4000 Marh.

*

17
Segen Gicht, Rheamatismus ꝛc. selbst in
—— veralteten Fäslen, wird Exos. Dumont's
ichtwasser· p rheum. 1iq.) von vielen
3 glückl. Geheilten als einziges Ra⸗
zicalmittel auf's Warmfste empfohlen. Erfolg
zründlich. Für de Heilwirkung wird m. ob.
szumme garantirt. Sreis 2/, Fi. M. 3, In Fl.
d. 5 gegen Voreinsog. oder NRachnahme dom
—XDVV

Drobe⸗Nummern gratis und franco.
Abonnements⸗Preis vierteljahrlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

Druck und Verlag von F. X. Demestz in St. Ingbert.
Sa Hierzu für unsere Po steAbonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt⸗ Nr. 6.
        <pb n="79" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.
her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungesblatt. (Sonntags mit illustrirter Wei⸗
age) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierieljährlich
A A0 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mii 15 Z fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Naum, Neclamen mit 30 3 vro Zeile berechnet.
Sonntag, den 6. Februar 1881.

*
—

M 22 J

Deutsches Reich.

Der Steuergesetzausschuß der bayerischen Abgeordneten⸗
ammer hat in Anwesenheit vieler Abgeordneten, die nicht Mit—
glieder des Ausschusses sind, am 3. ds. Mts. mit der zweiten
Lesung des Gesetzentwurfes über die Einkommensteuer begonnen.
der Art. 1 des ursprünglichen Regierungsentwurfes — Einführung
ner allgemeinen Einkommensteuer — wurde wie in erster so auch
n zweiter Lesung mit großer Mehrheit abgelehnt.

Wie die „Koöln. Ztg.“ berichtet, hat Bayern die Festhalt⸗
ing der alljährlichen Einberufung des Vundesraths beantragt, ist
iber damit in der Minderheit geblieben. Die Ablehnung dieses
Antrages ist übrigens ohne sonderliche Bedeutung, da der von der
Beseitigung des alljährlichen Tagens von Bundesrath und Reichs⸗
ag handelnde Theil des Antrags der Reichsregierung keine Aus⸗
icht hat, im Reichstag angenommen zu werden. Mindestens zwei—
elhaft ist die Annahme der zweijährigen Reichstagsetats, dagegen
»ürfte die Verlängerung der Mandatsdauer von 8 auf 4 Jahre
einem allzugroßen Widerstand begegnen.

Der elsaß⸗lothringische Landes-Ausschuß. genehmigte
veitere 300,000 Mark zur Vermehrung des Betriebsfonds der
Straßburger Tabakmanufaktur. Die „Elsaß-Lothringische Zeitung“
aäßt uns bezüglich der Tabak-Industrie einen Blick in die Zukunft
chun, indem sie schreibt: „Das Tabakmonopol für Deutschland
eht mit der Sicherheit eines unabwendbaren Ereignisses heran,
ind seine Einführung ist, glauben wir, wohl nur noch die Frage
einer im Völkerleben verhällnißmäßig kurzen Zeit.“ Das ist ziem—
ich deutlich!

»lektrischen Läuteapparat angebracht. Am Dienstag Mittag begann
derselbe in verrätherischer Weise seine Thätigkeit und als Frau
Maier die Kammer untersuchte, gewahrte sie unter einem Bette
inen Menschen, der die Thüre aufgebrochen und sich auf den ent⸗
tandenen Lärm rasch versteckt hatte. Er machte sich schnell hervor,
tieß die erschrockene Frau auf die Seite und suchte zu entfliehen.
Allein derselbe ein öfters bestrafter Tapeziergeselle, wurde dingfest
zemacht und hinter Schloß und Riegel verbracht.

Main z. Mehrere junge Kaufleute stellten die Frage auf,
vas wird der 50. Brief kosten, wenn Jemand den Auftrag bekommt,
50 Briefe zu schreiben und er für den ersten Brief 1 Pf., für
den zweilen 2 Pf., für den dritten 4Pf., also für jeden folgenden
Zrief das Doppelte wie für den vorhergehenden erhält. Ein Jeder
ing an zu rechnen und das Resultat war, daß der 50. Brief die
uicht geringe Summe von 362,949,953, 421, 312 M. kosten würde.
Wir uͤberlassen es unsern Lesern, sich von der Richtigkeit des Exempels
u überzeugen.

Das Schloß Tann, Eigenthum des Generaladjutanten
Irhr. von der Tann, früher zu Bahern, seit 1866 zu Preußen
jehörig, ist am 1. Februor ein Raub der Flammen geworden.

FDas Projekt eines Tunnels unter dem Ka—
nal, um eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen England und
em Festlande herzustellen, gewinnt mehr Greifbarkeit. Versuche
n größerem Maßstabe werden von Seiten der englischen South—
rastern⸗Eisenbahn⸗ Gesellschaft demnächst in Angriff genommen und
zer Kalk unter dem Bette des Kanals bis zu einer Entfernung von
iner englischen Meile angebohrt werden. Es handelt sich um nichts
geringeres, als die Anlage eines über 20 englische Meilen langen
Tunnels, etwa 200 Fuß unter der Oberfläche des Wassers und
.00 Fuß unter dem Bette des Kanals.

FIm Schnee verunglückt. Dieser Tage traten 86 Arbeiter
rus dem Kohlenbergwerke Valessicska (14 Kilometer von
stehzbanya) den Heimweg an. Als sie bei Stirbina anlangten,
vurden fie von einem Schneegestöber überrascht, welches 51 der
Arbeiter begrub. Bei der Ausgrabung fand man 28 derselben in
ewußtlosem Zustande, 20 mit größern oder mindern Verletzungen,
aber waren todt.

4 Für die 400 Mann starke Armee des Königreichs der
Zandwichinseln werden gegenwärtig in Bremen die Uni—
ormen angefertigi. König Kalakaug ist ein großer Verehrer der
—DD——
der letzteren kleiden, nur daß er auf den Achselklappen seinen Namens⸗
ug anbringen läßt. Die Armee besteht aus 100 Reitern, welche
ie Uniform der gelben Dragoner erhalten und 300 Mann In⸗
anterie. Reorgarnisator der Ärmee ist ein junger Bremer, Namens

högemann, der in Ermangelung kanakischer Kommandos die deut-
chen eingeführt hat.

4 die ftärkste bekannte Kälte dieses Winters scheint in Nor-
vegen geherrscht zu haben. Auf einigen Stationen der Röras—
Bahn zeigte der Thermometer am 18. Januar 485 Grad unter Null.
Fine solche Kälte hat daselbst seit dem 24. Januar 1878 nicht
geherrscht, an welchem Tage das Quecksilber bis zu 488/4 Grad
unter den Gefrierpunkt sank.

Ausland.
Die irische Landliga hat Weiber-Versammlungen organisirt.
Die erste dieser Versammlungen fand unter Vorsitz von FIrl. Parnell
Statt. Zahlreiche Betheiligung. Es wurde beschlossen, eine Adresse
m die „patriotischen“ Irländerinen in England und Amerika zu
ichten, um ihre Mitwirkung bei der Thätigkeit der Landliga zu
»erlangen.
Vermischtes.

*St. Ingberxt, 3. Febr. In der gestrigen Schöffen—
zi tzung hier kamen 4 Fälle, wegen Körperverletzung, zur Abhand⸗
ung und wurden deßhalb verurtheilt: 2 Männer von Hassel unter
Annahme mildernder Ümstände zu Geldstrafen von 5 und 3 M.;
Fraͤu und ein junger Mensch beide von hier, erstere zu 10 M.
etzerer zu 5 M. und eine andere Fran, ebenfalls von hier, wurde,
als nicht überführt, freigesprochen.

4Die Petition pfälzischer Essigfabrikanten ist am 1.
ds8. Mis. nach München abgegangen und hat Herr Abg. Kuby
deren Vertretung in der Kammer übernommen. Die Petition be—
weckt eine Abänderung des bayerischen Branntweinsteuergesetzes da⸗
sin, daß der zu gewerblichen Zwecken benützte Branntwein steuer⸗
hezw. übergangsfrei eingelassen und die seit 1. Juli 1880 gezahlte
debergangsabgabe voll zuruͤckvergütet werde.

. In Cleveland (hio) starb am 9. Januar Jakob
Schröder, ein alter Achtundvierziger. Er war 1822 zu Harrheim
in der Pfalz geboren und wurde im Jahre 1845 Gerichtsschreiber
in Dahn. Er betheiligte sich an der Revolution und wurde in
Zweibrücken zu langer Gefängnißstrafe verurtheilt. Nach seiner
Zegnadigung 1852 ging er nach Cleveland, woselbst er die meiste
Zeu wohnte, obwohl er auch einmal am „Cincinnati Volksblatt“
chätig war. In dieser Stadt hatte er mehrere wichtige Aemter
mne und war ein intimer Freund des Gouv. Müller. hinter⸗
äßt eine Wittwe und 4 Kinder. (Pf. Volksztg.)

.Aus Pirmasens wird der „Pfälz. Volksztg.“ „geschrie⸗
ben, daß Croup und Diphtheritis dort unter dun Kindern arg
zrassiren; in den letzten Wochent seien über 50 17) Kinder diesen
Krankheiten erlegen. 25

In Lemberg' hehte am Mittwoch ein dem Trunke er⸗
Jebener Mann seinen großen Hund auf seine Ehefrau; das Thier
gerfleischte seine Herrin in so entsetzlicher Weise, daß die Frau
schwer darniederliegt.

4 Herr Reallehrer Maier in Kaiserslautern hat in
einer Dachkammer seiner Wohnung zum Schutze gegen Diebe einen

—

Professor R. v. Schlagintweit
vird seinen Vortrag nicht nächsten Montag, sondern schon
im Sonntag, 6. Februar, Nachmittags 4 Unr in
Rerhausers Saal abhalten.

Die Subscripsionsliste liegt von Mittwoch bis Sonntag 3 Uhr
m Hotel zur Post offen. Dort erhalten Reflektanten die nö—
higen Karten zu 1 Mark, Familienkarten 50 Pfennig jede weitere
derson.

NB. Die Besitzer von stereoscopischen Apparaten werden
öͤflichst gebeten, dieselben dem Herrn Professor für die Zeit des
ßortrages zur Verfügung stellen zu wollen, damit dessen zahlreiche
lbi dungen aus dem Gebiete der Pacifichahn recht zur Geltung
gelangen.
        <pb n="80" />
        Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Donnerstag, den 17. März
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Gebrüder Becker, (vor⸗
mals Bierbrauerei von Karl Groß)
werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
bert wohnhaft, Amtsverweser des
kgl. Notar Franz Sauer, im
Amäissitze daselbst, als gerichtlich
ernannten Versteigerungsbeamten,
im Zwangswege gegen Heinrich
Behr, Schlosser und Kauf—
mann und dessen Ehefrau Katha⸗
rina Weirich, beide in St.
Ingbert wohnhaft,
die nachstehend beschriebenen
Liegenschaften in der Steuerge—
meinde St. Ingbert, Amtsgericht
St. Ingbert, Rentamt Blieskastel,
zffentlich zu Eigenthum versteigert:
1. Plan-Nr. 137 und 138
8 a 40 qm Fläche, Wohn⸗
haus, Hof, Anbau, Stall
und Pflanzgarten, gelegen
zu St. Ingbert in der
Kaiserstraße neben August
Weigand, Hausn. J. 27.
Plan-Nr. 890 und 890,
3 a 70 qm Garten in den
Großgärten;
Plan-Nr. 3487, 13 a
Acker im Betzenthal;
Plan-⸗Nr, 137 und 188,
Plan-Nr. 890 und 890
werden je als ein Ganzes,
Plan-Nr. 3487 wird allein
zur Versteigerung gebracht.
Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteigerungs-
beamten eingesehen werden.
St. Ingbert, 5. Febr. 1881.
Ar Versteigerungsbeamte
Auffschneider,
Amtsverweser.
Vertragsmaͤßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 24. Fe⸗
bruar 1881, Nachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Ferdinand Ober⸗
haufer,
auf Betreiben von Peter
KFuster, Bürgermeister in St.
Ingbert wohnhaft, gegen Jakob
Ochs, weiland Bergmann da—⸗
selbst, beziehungsweise gegen
dessen Kinder und Erben,
wird durch Karl Auffschneider
Rechtskandidat in St. Ingbert
wohnhaft, Amtsverweser des kgl.
Notar Franz Sauer, im Amis⸗
sitze daselbst, im Wege der ver—
tragsmäßigen Wiederversteiger⸗
ung, wegen Nichtzahlung des
Erwerbspreises, folgende Liegen—
schaft, in der Steuergemeinde
St. Ingbert, öffentlich zu Ei⸗
genthum versteigert:
Plan-⸗Nr. 29, 68 qm
Fläche, Wohnhaus mit Hof⸗
raum, gelegen zu St. Ing⸗
bert im Mühleneck.
St. Ingbert, 4. Febr. 1881
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

1344 nachbezeichneten Liegenschaften in
Licitation. Banne von St. Ingbert
Samstag, den 26. Febr. öffentlich an die Meistbietenden
881, Nachmittags 2 Uhr, zu in Eigenthum versteigern als:
St. Ingbert, in der Wirth- 1. Plan-Nr. 2123, 16 a
chaft von Franz Jakob Henrich Acker auf'm Acke;
vird durch Karl Aufschneider. 2. Plan⸗-Nr. 2124, 16 a 40
Rechtskandidat. in St. Ingbert qm Acker allda;
vohnhaft, Amtsverweser des kgl. Plan-Nr. 875, 11 a 20
Notar Franz Sauer, die nach— qm Acker im Dilmesflur;
tehend beschriebene Liegenschaft, Plan⸗Nr. 4561, 533 a 50
in der Steuergemeinde St. Ing⸗ im Acker im Wohmbacher
hert, der Abtheilung wegen öffent⸗ Weiher;
lich zu Eigenthum versteigert, Plan-⸗-Nr. 4585, 46 2
nämlich: Acker allda;
Plan⸗Nr. 1431, 3 a 20 Plan-Nr. 4588, 35 a 40
qm Fläche, Wohnhaus, qIm Acker allda;
Stall, Schweinstall, Hof⸗ Plan⸗Nr. 3285, 8 a2 20
raum und Garten, gelegen qIm Acker in den Seyen⸗
zu St. Ingbert, im Müh— gärten;
leneck. Plan-Nr. 2899, 9 a 90
Eigenthümer sind die Wittwe qim Acker am Seyenrech;
und Kinder des in St. Ingbert Plan⸗Nr. 2746 u. 2747,
berlebten Bergmanns und Wir—⸗ 145 a 30 qm Acker im
thes Michael ZIimmermann, mittleren Wallerfeld; in 8
als: Parzellen;
s. Katharina Schulz, ohne Plan⸗Nr. 2589, 20 a 40
Gewerbe in St. Ingbert Im Acker unter der Saar—
wohnhaft, Wittwe dritter brückerstraße, in 4 Parzellen
Ehe des genannten Michael zu Bauplätzen geeignet;
Zimmermann; Plan-⸗Nr. 3708 u. 3709,
Michael Zimmermann, 42 4 30 qm Wiese in
minderjähriges Kind der den Pottaschwiesen, in sechs
Katharina Schulz und des Beeten;
Michael Zimmermann, Plan⸗Nr. 1266, 25 a 60
welcher seine Mutter als qm Wiese in der Mäus—
Vormünderin und den bach;
Mathias Hemmerling, Plan-⸗Nr. 1268, 85 a 80
Bergmann in Niederwürz⸗ qm Wiese allda, in 2
bach zum Nebenvormunde Beeten;
hat; Plan⸗Nr. 1270, 35 a 40
Jakob Zimmermann, Berg⸗ qm Wiese allda;
mann in St. Ingbert, 15. Plan⸗Nr. 2935, 18 410
volljähriger Sohn des qm Acker in der Krumm⸗
nachgenannten Michael fuhr;
Zimmermann, aus dessen Plan-Nr. 2815, 12 a 30
erster Ehe mit Karoline qm Acker auf der Meß.
de cha Zi St. Ingbert, 5. Febr. 1881
abe immermann,
minderjähriges Kind erster sK sx88
den Franz —
Jakob Henrich, Wirth da⸗
selbst zum Vormunde und Holzversteigerung.
den Johann Uhl, Puddler Am Montag den 14. Fe⸗
daselbst zum Hrebenvor bruar l. Is. Nachmittags um
munde hai; 2 Uhr im Bürgermeistereilokale
Anna, genannt Helene und dahier wird das Gemeindebe—
Anna Zimmermann, min⸗ ee pe 1880/81 öf⸗
derjährige Kinder des Mi- entlich versteigert.
eiheannd aug Abth. Sengscheiderhohl:
bessen Iweiler Ehe, mit 53 Ster Eichen Prügel;
Katharina Bohr, welche 52, Krappen;
den Georg Bohr, Wagner —11 „buchen Scheit;
in Niederwürzbach zum 24123 „Brügel;
Vormunde und den Jo— 134, Krappen;
hann Abel, Gemeinde⸗ „iefern Prügel;
diener in Rohrbach zum genüs edn von
J dnvennd haben. 43 85 A nzei g —V
St. Ingbert, 4. Febr. 1881. 3 r —
Abth. Muͤhlenthal: joder Art von Behördon und Priraten ir
M. Auffschneider, 245 sammtlichs existirendo Zeitungen, Lreis—
53 Ster eichen Prügel und Wochenblatter, illustr. Jounrnale, Fach-
Amtsverweser. ———
65 u R Kraphen 1 Publikationsorgane vormittolt prompt, billig
Güter ⸗ 3 butchen gß
V st 35 —2 in Frankfurt a. M., Karlsruhe.
er eigerun g. 1135 kiefern Prügel; 8tuttgart. München u. a. O.
Montag, den 28. Februar 98, Krappen; danf⸗
dde 2 Uhr bei 10 „ gemischte Prügel;
einri mi we. lassen 148, „Krappen
die Wittwe und Kinder de? St. Ingbert, 2. Febr. 1881. Eo uverts
dahier verstorbenen Kaufmannes Das Bürgermeisteramt per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
Herrn Carl Ehrhardt di⸗ Custer. zu baben bei F. AR. Demetz.
Druck und Verlag von F. X. Deme? in St. Ingbert.
Siern RAllulkrirpteæ Sonntanahsati“ Mr. 6.

IG—

Men Wohnung im zwei—
ten Stock, die seither Herr
Bauschaffner Hauser inne hatte,
bestehend aus 6 Zimmern, Küche,
Keller, Speicherkammer u. Holz—
remise ist, bis 1. Mai beziehbar,
zu vermiethen; auf Wunsch wer—
den im untern Stock ein bis
zwei Zimmer weiter dazu gegeben
Karl Befi.
u
„Bettnassen
u. sonst. Blasenl. in den schlimm⸗
sten Fällen heile briefl. unt. Ga⸗
rantie ohne Berufsstörung. Pro—
spect u. Zeugnisse gratis. F. C.
Baucr, Spezialist, Wertheiw
u. M.
        <pb n="81" />
        Slt. Ingberler Auzeiger.

der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 , einschließlich 40 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
Sonntag, den 6. Februar

—S
Deutsches Reich.

Der Steuergesetzausschuß der bayerischen Abgeordneten⸗
ammer hat in Anwesenheit vieler Abgeordneten, die nicht Mit⸗
Jieder des Ausschusses sind, am 8. ds. Mts. mit der zweiten
Lesung des Gesetzentwurfes über die Einkommensteuer begonnen.
Der Art. 1 des ursprünglichen Regierungsentwurfes — Einführung
ꝛiner allgemeinen Einkommensteuer — wurde wie in erster so auch
n zweiter Lesung mit großer Mehrheit abgelehnt.

Wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, hat Bayern die Festhalt⸗
ung der alljährlichen Einberufung des Vundesraths beantragt, ist
aber damit in der Minderheit geblieben. Die Ablehnung dieses
Antrages ist übrigens ohne sonderliche Bedeutung, da der von der
Beseitigung des alljährlichen Tagens von Bundesrath und Reichs—
ag handelnde Theil des Antrags der Reichsregierung keine Auͤs—
icht hat, im Reichstag angenommen zu werden. Mindestens zwei—
elhaft ist die Annahme der zweijährigen Reichstagsetats, dagegen
zürfte die Verlängerung der Mandatsdauer von 8 auf 4 Jahre
einem allzugroßen Widerstand begegnen.

Der elsaß⸗lothringische Landes-Ausschuß genehmigte
veitere 500,000 Mark zur Vermehrung des Betriebsfonds der
Straßburger Tabakmanufaktur. Die „Elsaß-Lothringische Zeitung“
äßt uns bezüglich der Tabak-Industrie einen Blick in die Zukunft
chun, indem sie schreibt: „Das Tabakmonopol für Deutschland
ieht mit der Sicherheit eines unabwendbaren Ereignisses heran,
ind seine Einführung ist, glauben wir, wohl nur noch die Frage
ꝛiner im Völkerleben verhältnißmäßig kurzen Zeit.“ Das ist ziem⸗
ich deutlich!

»lektrischen Läuteapparat angebracht. Am Dienstag Mittag begann
derselbe in verrätherischer Weise seine Thätigkeit und als Frau
Maier die Kammer untersuchte, gewahrte sie unker einem Belle
inen Menschen, der die Thüre aufgebrochen und sich auf den ent
tandenen Lärm rasch versteckt hatte. Er machte sich schnell hervor,
tieß die erschrockene Frau auf die Seite und suchte zu entfliehen.
Allein derselbe ein öfters bestrafter Tapeziergeselle, wurde dingfest
jemacht und hinter Schloß und Riegel verbracht.

F. Mainz. Mehrere junge Kaufleute stellten die Frage auf,
vas wird der 50. Brief kosten, wenn Jemand den Auftrag bekommt,
30 Briefe zu schreiben und er für den ersten Brief J Pf., für
»en zweiten 2 Pf., für den dritten 4Pf., also für jeden folgenden
Zrief das Doppelte wie für den vorhergehenden erhält. Ein Jeder
ing an zu rechnen und das Resultat war, daß der 580. Brief die
nicht geringe Summe von 562,949, 958,421,812 M. kosten würde.
Bir überlassen es unsern Lesern, sich von der Richtigkeit des Exempels
u überzeugen.

F Das Schloß Tann, Eigenthum des Generaladjutanten
Frhr. von der Tann, früher zu Vayern, seit 1866 zu Preußen
jehörig, ist am 1. Februor ein Raub der Flammen geworden.

F Das Projekt eines Tunnels unter dem Ka—
ral, um eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen England und
em Festlande herzustellen, gewinnt mehr Greifbarkeit. Versuche
n größerem Maßstabe werden von Seiten der englischen South⸗
kastern⸗ Eisenbahn⸗Gesellschaft demnächst in Angriff genommen und
er Kalk unter dem Bette des Kanals bis zu einer Entfernung von
iner englischen Meile angebohrt werden. Es handelt sich um nichts
veringeres, als die Anlage eines über 20 englische Meilen langen
Tunnels, etwa 200 Fuß unter der Oberfläche des Wassers uͤnd
100 Fuß unter dem Bette des Kanals.

F Im Schnee verunglückt. Dieser Tage traten 86 Arbeiter
nus dem Kohlenbergwerke Valessieska (14 Kilometer von
Reyzbanya) den Heimweg an. Als sie bei Stirbina anlangten,
vurden sie von einem Schneegestöber überrascht, welches. L der
Arbeiter begrub. Bei der Ausgrabung fand man 28 derselben in
»ewußtlosem Zustande, 20 mit größern oder mindern Verletzungen,
b aber waren todt.

Für die 400 Mann siarke Armee des Königreichs der
Sandwichinseln werden gegenwärtig in Bremen die Uni—
ormen angefertigt. König Kalakaug ist ein großer Verehrer der
»eutschen Armee, und läßt daher seine Truppen genau nach Art
der letzteren kleiden, nur daß er auf den Achselklappen seinen Namens-
zug anbringen läßt. Die Armee besteht aus 100 Reitern, welche
die Uniform der gelben Dragoner erhalten und 300 Mann Ju—
anterie. Reorgarnisator der Armee ist ein junger Bremer, Namens
dögemann, der in Ermangelung kanakischer Kommandos die deut⸗
chen eingeführt hat.

Die stärkste bekannte Kälte dieses Winters scheint in Nor⸗
wegen geherrscht zu haben. Auf einigen Stationen der Röras⸗
Bahn zeigte der Thermometer am 18. Januar 45 Grad unter Null.
Line solche Kälte“ hat daselbst seit dem 24. Januar 1878 nicht
geherrscht, an welchem Tage das Quecksilber bis zu 482 Grad
uinter den Gefrierpunkt sank.

Ausland.
Die irische Landliga hat Weiber-Versammlungen organisirt.
Die erste dieser Versammlungen fand unter Vorsitz von Frl. Parnell
Statt. Zahlreiche Betheiligung. Es wurde beschlossen, eine Adresse
mn die „patriotischen“ Irländerinen in England und Amerika zu
ichten, um ihre Mitwirkung bei der Thätigkeit der Landliga zu
erlangen.
Vermischles.

*St. Ingbert, 3. Febr. In der gestrigen Schöffen—
i tzung hier kamen 4 Fälle, wegen Körperverletzung, zut Abhand—
ung und wurden deßhalb verurtheilt: 2 Männer von Hassel unter

Annahme mildernder Umstände zu Geldstrafen von 5 uͤnd 83 M.;
Frau und ein junger Mensch beide von hier, erstere zu 10 M.
etzerer zu 5 M. und eine andere Fran, ebenfalls von hier, wurde.
als nicht überführt, freigesprochen.

Die Petition pfälzischer Essigfabrikanten ist am 1.
d8. Mis. nach München abgegangen und hat Herr Abg. Kuby
deren Vertretung in der Kammer übernommen. Die Petüuion be—
weckt eine Abänderung des bayerischen Branntweinsteuergesetzes da⸗
yin, daß der zu gewerblichen Zwecken benützte Branntwein steuer⸗
ezw. übergangsfrei eingelassen und die seit 1. Juli 1880 gezahlte
lebergangsabgabe voll zurückvergütet werde.

F In Cleveland (GOhio) starb am 9. Januar Jakob
Schröder, ein alter Achtundvierziger. Er war 1828 zu Harxheim
in der Pfalz geboren und wurde im Jahre 1845 Gerichtsschreiber
m Dahn. Er betheiligte sich an der Revolution und wurde in
Zweibrücken zu langer Gefängnißstrafe verurtheilt. Nach seiner
Begnadigung 1852 ging er nach Cleveland, woselbst er die meiste
Zeit wohnte, obwohl er auch einmal am „Cincinnati Volksblatt
chätig war. In dieser Stadt hatte er mehrere wichtige Aemter
mne und war ein intimer Freund des Gouv. Müller. Er hinter⸗
äßt eine Wittwe und 4 Kinder. (pPf. Volksztg.)

f.Aus Pirmasens wird der „Pfälz— Volksztg.“ geschrie—
den, daß Croup und Diphtheritis dori unter den Kindern arg
grassiren; in den letzten Wochen seien über 50 (7) Kinder diefen
krankheiten erlegen.

FaIn Lemberg hetzte am Mittwoch ein dem Trunke er—⸗
gebener Mann seinen großen Hund auf seine Ehefrau; das Thier
erfleischte seine Herrin in so entsetzlicher Weise, daß die Frau
chwer darniederliegt.

Herr Reallehrer Maier in Kaiserslautern hat in
ꝛiner Dachkammer seiner Wohnung zum Schutze gegen Diebe einen

Fur die Medaction verantworilich F Deme —
Professor R. v. Schlagintweit
vird seinen Vortrag nicht nächsten Montag, sondern schon
im Sonnutag, 6. Februar, Nachmittags 4 Uhr in
Oberhausers Saal abhalten.

Die Subscriptionsliste liegt von Mittwoch bis Sonniag 3 Uhr
m Hotel zur Post offen. Dort erhalten Reflektanten die noͤ—
higen Karten zu 1 Mark, Familienkarten 50 Pfennig jede weitere
Verson.

NB. Die Besitzer von stereoscopischen Apparaten werden
yöflichst gebeten, dieselben dem Herrn Professor für die Zeit des
Bortrages zur Verfügung stellen zu wollen, damit dessen zahlreiche
Ibbildungen aus dem Gebiete der Pacifichahn recht zur Geltung
selangen
        <pb n="82" />
        Versteigerungs⸗Be⸗
kauntmachung.
Donnerstag, den 17. März
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Jugbert, in der Wirth⸗
schaft don Gebrüder Becker, (vor⸗
mals Bierbrauerei von Karl Groß)
werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing—
beri wohnhaft, Amtsverweser des
tgl. Notar Franz Sauer, im
Amissitze daselbst, als gerichtlich
ꝛrnannien Versteigerungsbeamten,
m Zwangswege gegen Heinrich
Behr, Schlosser und Kauf⸗
mann und dessen Ehefrau Katha⸗
rina Weirich, beide in St.
Ingbert wohnhaft,
die nachstehend beschriebenen
diegenschaften in der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert, Amtsgericht
St. Ingbert, Rentamt Blieskastel,
gffenllich zu Eigenthum versteigert:
Plan⸗Nr. 137 und 138
z a 40 qm Fläche, Wohn⸗
haus, Hof, Anbau, Stall
und Pflanzgarten, gelegen
zu Si. Ingbert in der
Kaiserstraße neben August
Weigand, Hausn. J. 27.
Plan⸗Nr. 890 und 890,
g a 70 qm Garten in den
Broßgärten;
Plan-Nr. 3487, 18 a
Acker im Betzenthal;
Plan⸗Nr. 137 und 188,
Plan⸗Nr. 890 und 8902
werden je als ein Ganzes,
Plan⸗Nr. 3487 wird allein
zur Versteigerung gebracht.
Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
zie. Versteigerungsbedingungen
foönnen bei dem Versteigerungs⸗
heamten eingesehen werden.
St. Ingbert, 5. Febr. 1881.
Der Versteigerungsbeamte
K. Ausffschneider,
Amtsverweser.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 24. Fe⸗
bruar 1881, Nachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Ferdinand Ober⸗
hauser,
auf Betreiben von Peter
Custer, Bürgermeister in St.
Ingbert wohnhaft, gegen Jakob
ODchs, weiland Bergmann da⸗
selbst, beziehungsweise gegen
dessen Kinder und Erben,
wird durch Karl Auffschneider,
Rechtskandidat in St. Ingbert
wohnhaft, Amtsverweser des kgl.
Noiar Franz Sauer, im Amts-
itze daselbst, im Wege der ver—
ragsmaͤßigen Wiederversteiger⸗
ung, wegen Nichtzahlung des
Erwerbspreises, folgende Liegen⸗
ichaft, in der Steuergemeinde
St. Ingbert, öffentlich zu Ei—
genthum versteigert:
Plan-Nr. 29, 68 qm
Fläche, Wohnhaus mit Hof⸗
raum, gelegen zu St. Ing⸗
bert im Mühleneck.
St. Ingbert, 4. Febr. 1881.
K. Auffschneider,
Amisverweser.

* *
Licitation.

Samstag, den 26. Febr.
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
Zt. Ingbert, in der Wirth⸗
chaft don Franz Jakob Henrich,
vird durch Karl Aufschneider,
Rechtskandidat in St. Ingbert
vohnhaft, Amtsverweser des kgl.
stoiar Franz Sauer, die nach—
tehend beschriebene Liegenschaft,
in der Steuergemeinde St. Ing⸗
hert, der Abtheilung wegen öffent⸗
lich zu Eigenthum dvexsteigert,
aämlich:

Plan⸗Nr. 1431, 3420
q¶m Fläche, Wohnhaus,
Stall, Schweinstall, Hof⸗
raum und Garten, gelegen
zu St. Ingbert, im Muh—⸗
ieneck.

Eigenthümer sind die Wittwe
ind Kinder des in St. Ingbert
erlebten Bergmanns und Wir—⸗
pr Michael Zimmermannu,
ils:*

I. Katharina Schulz, ohne
Gewerbe in St. Jugbert
wohnhaft, Wittwe dritter
Ehe des genannten Michael
Zimmermann;
Pichael Zimmermann,
ninderjähriges Kind der
datharina Schulz und des
Michael Zimmermann,
velcher seine Mutter als
Vormünderin und den
Mathias Hemmerling,
Bergmann in Niederwürz⸗
jach zum Nebenvormunde
jat;

Jalob Zimmermann, Berg⸗
nann in St. Ingbert,
olljähriger Sohn des
rachgenannten Michael
Zimmermann, aus dessen
ister Ehe mit Karoline
30a8;
ẽlisabetha Zimmermann,
ninderjähriges Kind erster
khe, welches den Franz
Jakob Henrich, Wirth da⸗
elbst zum Vormunde und
den Johann Uhl, Puddler
aselbst zum Nebenvor⸗
nunde hat;
Anna, genannt Helene und
Anna Zimmermann, min⸗
derjahrige Kinder des Mi⸗
hael Zimmermann aus
essen zweiter Ehe, mit
Katharina Bohr, welche
den Georg Bohr, Wagner
in Niederwürzbach zum
Vormunde und den Jo—⸗
zjann Abel, Gemeinde—
diener in Rohrbach zum
Rebenvormunde haben.
3t. Ingbert, 4. Febr. 1881.
K. Aufischneider,
Amtsverweser.

rachbezeichneten Liegenschaften im
Zanne bon St. Ingbert
zffentlich an die Meistbietenden
in Eigenthum versteigern als:

1. Plan-Nr. 2123, 16 a
Acker auf'm Acker;

2. Plan⸗Nr. 2124, 16 a 40
Im Acker allda;

3. pᷣlan⸗Nr. 878, 112 20
Im Acker im Dilmesflur;
plan⸗eNr. 4561, 53 4 50
Im Acker im Wohmbacher
Weiher;

Plan-⸗Nr. 4585 46 a
uͤcker allda;

plan⸗Nr. 4588, 35 4 40
Im Acker allda;

ßlan⸗Nr. 8288, 8 4 20
im Acker in den Seyen—
gärten;

plan⸗Rr. 2899. 9 2 90
Im Acker am Seyenrech;
Plan⸗Nr. 2746 u. 2747,
5 430 qm Acker im
nittleren Wallerfeld; in 8
Parzellen;

Plan⸗Nr. 2589, 20 a 40
Im Acker unter der Saar⸗
brückerstraße, in 4 Parzellen
zu Bauplätzen geeignet;
Plan⸗Nr. 3708 u. 3709,
Sa 30 qm Wiese in
den Pottaschwiesen, in sechs
Beeten;

Plan⸗Nr. 1266, 25 2 60
Im Wiese in der Mäus—
bdach;

Plan⸗Nr. 1268, 85 a 80
Im Wiese allda, in 2
Beeten;

Plan⸗Nr. 1270, 35 a4 40
im Wiese allda;
Plan⸗Nr. 2935, 18 2 10
qm Acker in der Krumm—
fuhr;

Plan-⸗Nr. 2815, 124 30
qm Acker auf der Meß.
St. Ingbert, b. Febr. 1881.

KK. Auffschneider,
Amtsverweser.

Nur echt, wenn die beige⸗
druckte Schutzmarke auf den
Etiquetten steht.
— ,
Mi alz⸗Extract und Eura,
melien den I. . Pictseh!
A Co. Breslau.“

Die Honig-Kräuter-Malz⸗ Ex⸗
traci⸗Caramellen haben mich vonl
einer langwierigen und höchst lä⸗
stigen Heiserkeit in kurzer Zeit be⸗
freit, nachdem ich vorher eine An⸗
zahl anderer Miitel anwandte, die
gar nicht halfen.

Alt Trachsen, (Ostpreußen)

den 20. Juni 1880.
Mäüung Alberti. geb. Deute,
Rittersgutsbesitzer in.
*Zu haben in St⸗ Ingbert bei
J. Friedrich.
à Flasche 46 1, 1.75, 2.50.
Beuiel 30 und 50 Pf.
Mein Wohnung im zwei⸗
ten Stock, die seither Herr
Bauschaffner Hauser inne haite,
zeftehend aus 6 Zimmern, Küche,
eller, Speicherkammer u. Holz⸗
remise ist, bis 1. Mai beziehbar,
zu vermiethen; auf Wunsch wer⸗
den im untern Stock ein bis
zwei Zimmer weiter dazu gegeben.
Karl Best.
i
„Bettnassen
u. sonst. Blasenl. in den schlimm⸗
ten Fällen heile briefl. unt. Ga⸗
rantie ohne Berufsstörung. Pro⸗
pect u. Zeugnisse gratis. F. C.
F3 Spezialist, Wertheim
d. M.
*
“z6 8
de 91

Tungenschwindsucht geßeilt.

Durch mein Mittel gegen Husten⸗
rankheilen und eine
Hon Tansende geheilt, Es beruht auf
chneller Vernarbung d. Tuberkeln u.
adurch rascheste Beseitigung d. Aus-
wvurfs. Jeder Husten wird durch Ge⸗
rauch meines Mittels volständig be⸗
eitigt. Alleiniges echtes Recept. Ga⸗
ante. Vor Faͤlschung wird gewarnt.
Maria Benno —X

Ich besie Änerkennung von Sr.
Mojestat be Kanfer v, Deutschland und
Sr. Zeiligkeit dem Papst. Von der
vchsien Medieinal ⸗Behörde des deut ⸗
schen Reiches wurde mein Mittel begut⸗
achtet u. im derlause in ganzanet
and an Gerichtlich geschützt.
Fortwahrend frisch mit Ey wauchsan⸗
veifung in billigster Packung b. Herrn
Jean Peters in St Ingbert.

Die Aufnahme

Holzversteigerung.
Am Montag den 14. Fe⸗
zruar l. Is. Nachmittags um

2 Uhr im Bürgermeistereilokale

dahier wird das Gemeindebe—

techtigungsholz pro 1880/81 öf⸗
entlich versteigert.

Abih. Sengscheiderhohl:
53 Ster' Eichen Prügel;
52, Krappen;
111, buchen Scheit;

241113 Vruügel;
134 , „Krappen;

13 bkiefern Prügel;
b⸗ „Krappen;
7 ; gemischte Prügel;
41, Krappen.
Abth. Muͤhlenthal:
53 Ster eichen Prügel;
68ß Krappen;
31, buchen Scheit;
78 , Vrugel;
174 — Krappen;
11515 kiefern Prügel;
93 „Krappen;
101 gemischte Prügel;
14 4 Krappen.
St. Ingbert, 2. Febr. 1881.
Das Bürgermeisteramt
Gußter.

voun

—AXXXX
sdor Art von Behörden und Privaten in
ntiiche éxistirends Zeitungen, Krois·
a Wochenblatter, illustr. Journale, Fach-
eitschrifton, Ralender, Coursbũchor u. a·
ↄ2ublikationsorgane ormittelt prompt, billig
ind diserot die Annoncen-Expoôdi tion ꝓon

aa—ειn Vogler
Frankfurt a. M., Karlsruhe.
Zztuttgart, München u. a. O.
— —

Hanf—⸗

per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
haben bei *. X. Demetz.

Güter⸗

Versteigerung.

Montag, den 28. Februar
zächsthin Nachmittags 2 Uhr bei
Zeinrich Schmitt Wwe. lassen
ie Wittwe und Kinder des
ahier verstorbenen Kaufmannes
herrn Carl Ehrberdte die
Druck und Verlag von F. X. Deme in St. Ingbert.

Siezu Illusitrirtes Sonntaasblatt Nr. 6.
        <pb n="83" />
        9 . Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erlscheint wöͤchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

A0 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 410 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriet oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

1881.

—M*O —

Dienstag, den 8. Februar

Deutsches Reich.

(GBayerischer Landtag.) In der Samstagssitzung der
bgeordnetenkammer wurde zunächst das Austrittsgesuch des Abg.
udwigs genehmigt. Sodann verlas Dr. Joͤrg seine Interpellation
in die k. Staatsregierung (Reichs-Unfallversicherungsgesetz betr.)
der Minister des Innern erklärte, die Beantwortung der Inter⸗
Alation werde in einer der nächsten Sitzungen erfolgen. Hierauf
purde das Ausführungsgesetz zum Viehseuchengesetz im wesentlichen
naach den Ausschuß-Anträgen einstimmig angenommen. Nächste
Zitzung unbestimmt.

Nach dem soeben erschienenen Bericht des Schuldentilgungs⸗
zommissärs der Kammer der Abgeordneten, Abg. Freytag, über
essen Geschäftsführung von Ende Dez. 1879 bis Ende Dez, 1880
sder Sland der bayerischen Staatsschulden folgender: A. All-
emeine Staatsschuld. Ende 1879 210,509,246 M. 37 Pf.;
bührend des Jahres 1880 trat eine Minderung von 5,047,160 M.
8Pf. und eine Mehrung von 284479,642 M. 86 Pf. ein,
aher Ende Dezember 1880 der Stand von 233,941728 M.
8 Pf. B. Eisenbahnschuld. Ende 1879 betrug sie 940,316,706 M.
‚InPpff. Ende 1880 war sie 984,681,218 M. 30 Pf., daher
Minderung von 5,665, 493 M. 21 Pf., welche jedoch nur eine
heinbare, aus der Verrechnung der Kapitalsaufnahmen und Rück⸗
ahlungen bei der Konvertirung hervorgehende ist. C. Die Grund⸗
entenschuld betrug Ende 1879 169,614,335 M. 87 Pf.; Ende
880 durch Nückzahlung 168,069,716 M. 02 Pf.

Herr v. Rudhart der k. bayerische Gesandte am
-t. Petersburger Hofe, hat am 2. d. M. dem Kaiser von Rußland
eine Alkkreditive in feierlicher Audienz überreicht.

Im preußischen Äbgeordnetenhaus sprach sich Fürst Bis—
narck dahin aus: Sein Prinzip sei der Ausgleich der zu großen
irekten Steuern und der zu geringen indirekten Steuern gewesen.
er wolle nur die Einkommensteuer beibehalten, die übrigen Steuern
en Kreisen und Kommunen überlassen. Der Tabak müsse mehr
ringen als bisher und sei das geeignetste Steuerobjekt. Die par⸗
amentarischen Kümpfe würden ihn von seinen Prinzipien abbringen.
er werde nicht zurücktreten, bis der Kaiser ihn zurücktreten heiße.
er sei zu diesem Entschluß gekommen, nachdem er gesehen, wer
ich übet seinen Rücktriit freuen werde. Auch für erhöhte Heran—
iehung des Kapitals [zu Steuerzwecken] ist der Reichskanzler.

Großes Aufsehen erregt ein Schreiben des Grafen Moltke
iber das Kriegsrecht. Moltke erwartet eine Verbesserung des
criegsrechts nur von der allmähligen Milderung der Sitten, aber
nicht von einer gesetzlichen Regelung des Kriegsrechts. Er hat
vohl Recht, daß solche Kriegsgesetze im Kriege selbst vielfach bei
ZSeile gefeßt werden; aber doch dürfte es von Wichtigkeit sein,
aß die Heere und ihre Führer wissen, was nach dem gegenwär—
igen Staͤnde unserer Cibilisation für erlaubt und unerlaubt im
kriege gilt. Der berühmte Stratege drückt seine Ansichten sehr
nischieden aus und äußert sich u. A.: „Der ewige Friede ist ein
Traum und nicht einmal ein schöner Traum. Der Krieg ist ein
Flement der von Gott eingesetzten Ordnnng. Die edelsten Tugen—
den des Menschen entwickeln sich in demselben: der Muth und
die Entsagung, die treue Pflichterfüllung und der Geist der Auf—
npferung, der Soldat gibt sein Leben hin. Ohne den Krieg würde
ie Weu in Fäulniß gerathen und im Materialismus untergehen.“
daß ein Soldat so spricht, wird wohl Niemand wundern, daß es
iber auch Leute gibt, die nicht seiner Ansicht sind, beweist die Ent⸗
egnung, welche Geheimeraih Bluntschli, an welchen Moltke's
Brief gerichtet war, hat ergehen lassen.

Ausland.

Auf speziellen Wunsch des Kön igs von Holland sind jetzt
zwei höhere Offiziere der französischen und deutschen Armee in
ruremburg eingetroffen, um von dem Stande der ehemaligen Fest⸗
ingswerke Luxemburgs Kenntniß zu nehmen.

Die irischen Parlamentarier erklären, die Verhaftung der
Führer der Landliga könne nur die Revolution fördern, da diese
Führer bemüht seien, Ordnung und Gesezzlichkeit zu erhalten.

Einer Privatnachricht zufolge hat der König der Aschan⸗
s ee e ide

Aschanti an der Goldküste von Afrika zählt ca. 4:1)3 Mill. Ein⸗
vohner. 1873 wurden dieselben durch die Engländer unter Wolse—⸗
ey besiegt.)
vermischtes.

*x St. Ingbert. Am Sonntag Nachmittag von 4 bis 6
ühr hielt auf Einladung des Gewerbevereins im Oberhauser'schen
SZaale vor einer äußerst zahlreichen Zuhörerschaft Herr Professor
stobert von Schlag intweit aus Gießen den angekündigten Vor⸗
rag über die Pacific-Eisenbahn in Nordamerika. Mit der ge—
panntesten Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer den hoch interessanten
ind anziehenden Ausführungen des berühmten Reisenden. Hr. v.
—„chlagintweit hat, wie aus seinem Vortrage hervorging, die Pacific⸗
Zahn zum ersten Male am Tage nach ihrer Eröffnung, 10. Mai
869, und seitdem noch drei Mal in ihrer ganzen Länge befahren,
uletzt im Herbste 1880. Er kann also aus eigener Anschauung
ron dieser gewaltigen Eisenbahn oder vielmehr Kette von Eisen⸗
ahnen sprechen, welche die Seeplätze des atlantischen Ozeans mit
zʒan Franzisko am stillen Ozean durch die ganze Breite von Nord⸗
merika (uüber 5200 Kilometer weit) verbindet. Der Schnellzug
egt diese ungeheuere Strecke in sieben Tagen und sieben Nächten
mausgesetzter Fahrt zurück. Damit widerlegte Hr. v. Schlagint-
veit auch die bei uns viel verbreitete Meinung, daß die amerika—
rischen Eisenbahnzüge viel schneller fahren, als die unserigen; das
Zegentheil ist der Fall. Der Redner gab im Verlaufe seines Vor—⸗
rags eine recht lebendige Schilderung sowohl von den verschiedenen
vauwerken und Einrichtungen auf der Pacific⸗-Bahn, wie auch von
dand und Leuten entlang derselben, veranschaulicht noch durch eine
darte und eine Anzahl größerer und kleinerer (sogenannter stereos⸗
opischer) Abbildungen u. s. w., die er auch in der Pause und
ach Schluß des Vortrages in zuvorkommendster Weise zum An⸗
ehen darbot.

* Von der Strafkammer zu Saarbrücken erhielt eine 21jährige
dirne von hier, die bereits ein ganzes Sündenregister von Ver⸗
jehen aufzuweisen hat, wegen Diebstahls 6 Monate Gefängniß zu—⸗
rkannt. Außerdem wurde dieselbe wegen Landstreicherei und ge—
verbsmäßiger Unzucht zu 6 Wochen Haft und zur Ueberweisung
in die Landespolizeibehörde verurtheilt.

M. Aus dem Kantone Waldmohr. Der 84jäh—
ige Ackerer Jakob Bischof von Gries wurde seit Freitag
übend, nachdem derselbe sich noch kurz vorher froh und heiter in
ßesellschaft befunden, vermißt. Da er schon längere Zeit an Epi—
epsie litt, lag die Vermuthung nahe, daß er in einem solchen An—
all irgendwo, wo keine Hilfe zur Hand war, verunglückt sein
önne. Am Samstag Nachmittag wurde dann auch die Leiche
esselben zwischen Gries und Dietschweiler im Glan gefunden.
Ib ein Selbstmord oder ein durch die schreckliche Krankheit ver⸗
irsachter Unglücksfall vorliegt, konnte noch nicht ermittelt werden.

—tf— Von der preuß. Grenze, 5. Febr. Am
tztvergangenen Sonntag Abend 7 Uhr brach in dem alten Rath—
ause zu Baumholder, das eben als evangelisches Schul—
aus benützt wird, Feuer aus, es wurde aber nur das Dach des⸗
elben ein Raub der Flammen. Dies war in Baumholder die 3.
zeuersbrunst nach dem großen Brande und scheint es, daß die
leberreste des alten Baumholder neidisch auf ihre neuerstandenen
-„taditheile sehen und nichts sehnlicher wünschen, als denselben
henbürtig hergestellt zu werden. Auch sind im November v. Is.
nehrere Neubauten eingestürzt und zwar in Folge der allerdings
u späten Fertigstellung, aber auch waährscheinlich in Folge der
chlechten Arbeit bei ungünstigem Wetter. An Kranken hat's bis
etzt auch noch nicht gefehlt, da an vielen Bauten bei Eintritt
»es Winters Thüren, Böden, ja sogar Fenster fehlten und die
Zewohner durch Verhängen der Oeffnungen sich nicht genügend
jegen die Einflüsse der Witterung zu schützen vermochten.

* Die pfälzischen Eisenbahnen vereinnahmten i. J. 1880
13,104,483 M. 02 Pf. — ein Mehr gegen 1879 von 874,469
Nark 19 Pf.

Die Jahresschlußprüfungen an den pfälz. Volsschulen pro
1880/81 haben in dem Zeitraume vom 21. Februar bis zum 183.
April J. J. stattzufinden.
        <pb n="84" />
        Aus dem Staaisbeitrage für protestantische Kultusbauten
erhielt u. A. zu ihrem Kirchenneubau die Gemeinde Kirkel⸗
Neuhäusel 200 Mark.

F Aus dem Blies gan wird der „Zw. Zig.“ geschrieben:
Kaum ist das Frühjahr in Sicht, so fängt auch schon die Aus—
wanderungslust zu steigen an. In Ommersheim und Oberwürz⸗
bach lassen Familien bereits ihre Liegenschaften veräußern um als—
dann nach den Vereinigten Staaten auszuwandern. Auch in den
benachbarten Orten wollen mehrere Familien auswandern.

FIn Mittel- und Oberbexrbach und Welles—
weiler herrschen unter den Kindern Masern und Scharlachfieber
und forderten in kurzer Zeit schon viele Opfer.

F Der pfälzische Jagdschutzverein hat in der
Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1880 für Anzeigen rechts⸗
kräftig bestrafter Jagdvergehen 44 Gratifikationen vertheils: darunter
befinden sich folgende: Schlaghüter Hussong in Kirkel 25 M.,
Bendarm Probecd in Blieskastel 10 M., Gendarnm Christ in Zwei—
drücken 10 M. — Die nächste Generalversammlung des Vereins
findet Sonntag den 13. März, Nachmittags 3 Uhr, im „Schwanen“
zu Kaiserslautern Statt.

F In Albersweiler starb am Sonntag im hohen Alter
hon 1083 Jahren der Handelsmann Loeb Marx. Der Verlebte,
welcher so manche Generation an sich vorüberziehen sah, erfreute
sich bis zu den letzten Tagen einer seltenen Rüstigkeit.

F In Herxheim bei Landau wurden zwei Sonntagsschüler
wegen Schulversäumniß zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt; als
aun der Gensdarm beide 16jährige Bürschchen am vergangenen
Montag, Morgens zwischen 5 und 6 Uhr, abholte und dieselben
bis zum Dorfe hinaus transportirt hatte, fielen beide plötzlich, mit
Messern bewaffnet, über den Gensdarm her und versetzten ihm 17
Stiche, so daß derselbe gefährlich verwundet ins Dorf zurückgebracht
werden mußte.

4 An der Weltausstellung zu Melbourne hatten sich auch einige
deutsche Bierbrauereien betheiligt. Von diesen ist Heinrich Weltz
in Speyer für zwei Sorten bayerischen Bieres (braunes und
dunkeles, die in Fässern und nicht in Flaschen ausgestellt waren)
mit zwei ersten Preisen ausgezeichnet worden. Eine weitere Aus—
zeichnung fiel dem Bierbrauer Geisel in Neust adt zu.

FIn Neunkirchen GKheinpreußen) ist ein Pfälzer, der
A
gesellen, Theobald Wittig aus Bosen im Fürstenthum Birkenfeld,

derart gestochen worden, daß er in Folge der erhaltenen Ver letz
ungen starb. Der sofort geflüchtete Thäter ist erwischt und mi—
‚wei ebenfalls bei der That betheiligten Burschen verhaftet worden

F In Darmstadt ist durch Polizeiverordnung bei 30 M.
Strafe verboten worden, daß Kinder, welche noch nicht 14 Jahre
alt oder noch nicht aus der Volksschule entlassen sind, auf Straßen.
in Wirthshäusern oder Privatwohnungen Backwaaren, Blu men ecc.
zuum Verkauf oder zur Erlangung von Geschenken herumtragen.

F Wie dem Saarl. Journal aus Hargarten berichtet
wird, hatte am 3. Febr. zu später Abendstunde ein Vorarbeiter
in der Eisenbahn, als er mit mehreren anderen Arbeitern die Ar—
beitsstelle verließ, gegen das scharfe Verbot mehrere Dynamitpatrs—
ien zu sich gesteckt, um seinen Geburtstag durch einige dieser ge—
ährlichen Schüsse zu verherrlichen. Auf dem Heimwege ließ er,
nachdem er von der übrigen Gesellschaft etwa 40 Schritte ent
ernt war, eine Patrone exrplodiren; an derselben Stelle fand man
den Unglücksichen am 4. Febr. bei Tagesanbruch mit abgerissenen
dänden, zerrissener Nase und Wange, das linke Auge vor dem
dopfe hängend, aber noch lebend an der Erde liegen.

F In den in München erscheinenden „Neuesten Nach
richten“ bittet ein armer Mann um überzählige Hunde und Katzen
— zum Verspeisen. Offerten befoördert die betreffende Zeitungs—
expedition.

Der Knabe J. Gillich in München, weccher bekannt—
lich jüngst eine Wagnersfrau durch einen Schuß in den Unterleib
gefährlich verletzte und später seiner eigenen Mutter einen Strié
um den Hals warf und sie zu erdrosseln versuchte, weil diese,
nachdem er aus der Schule gekommen, bezüglich des Essens und
ꝛiner Flasche Wein, die er als Zugabe verlangte, seinem Wunscht
nicht sofort nachgekommen war, mußte dieser Tage in die Irren⸗
instalt nach Giefing verbracht werden. Hiemit dürfte wohl das
osychologische Räthsel gelöst sein.

F Im Hafen von Hamburg fand am 4. Februar ein
Zusammenstoß zwischen dem Lloyddampfer „Kronprinz Friedrich
Wilhelm“ und dem Dampfer „City of Dublin“ statt. Letzkerer ist
zesunken, wobei von der Mannschaft sechs Personen ertranken.
AUnter den Geretteten befinden sich Capitain und Steuermann. Der
Capitain ist derselbe, welcher seiner Zeit den Capitain Schwensen
bei dem Untergang der „Pommerania“ rettete.
Fur dee Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.
Vää S( (;;— —3]3— —
Bekanntmachung.

Wer ohne polizeiliche Erlaub—
niß auf öffentlichen Straßen und
Plätzen maskirt erscheint wird
protocollirt.

St. Ingbert, 7. Febr. 1881.

Das Polizei-Commissariat

6Gin.

ichti bietenden versteigert werden näm⸗
Berichtignng. e

Zu der in Nr. 21dss. Blattes 1.
vom Sonntag den 6. Februar
etzthin veröffentlichten Licitation,
iuf Anstehen der Wittwe und
Erben des dahier verlebten Wir⸗
hes und Bergmannes Michael
Zimmermann ist zu berich⸗
igen, daß das zu versteigernde
Wohnhaus auf Plan-Nr. 1431
nicht im Mühleneck sondern im
Fosephsthal neben Philipp
Metz und Jakob Ammann ge—
egen ist.

St. Ingbert, 8. Febr. 1881.

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

ERE —
Geld-Lotterie
für die katholische Kirche
in Ludwigshafen a. Rh.

Mit
Marz2
nauft man ein Coes
42ν
222 dan
422223
42222732222222222222323
zilehung am 28. Fobr. 1881
oereohtigt aæu einom Gewinne von
A. a4b 000. ⁊u. 12. 000. - 20. 6, 000.
vũ. 4,000.- MN. 3, 000. - ete.

Es vortheilen bich:
240,000 Mauvrse
baar Geld auf I2,000 Gewinne, 10 da-
auf 25 Loose
beoroits eosm Trosffor Kommt.
Die alleinige Generalagentur:
A. u. B. Schuler in Zweibrücken

Loose sind zu haben in St
Ingbert bei: J. Friedrich.
J. Woll, Buchhandlg. Joh.
Weirich, Friseur.

Flur 13 Nr. 22 in der
Albertswiese, Wiese 16
Ar 8 Meter, neben Wil⸗
jelm Schmitt beiderseits.
Flur 18 Nr. 848 da⸗
elbst, dito 12 Ar 47
Meter, neben Johann
Siegwart und Karl Gün⸗
ther.
Flur 13 Nr. 8548 da⸗
selbst, dito, 12 Ar 45
Meter neben Karl Gün⸗
ther und dem Bache.
Saarbrücken, 6. Febr. 1881.
Der Königliche Notar,
Wilh. Meyer.

Holzversteigerung.
Am Montag den 14. Fe—
bruar l. Is. Nachmittags um

2 Uhr im Bürgermeistereilokale

dahier wird das Gemeindebe—

cechtigungsholz pro 1880/81 öf—
entlich versteigert.

Abth. Sengscheiderhohl:
53 Ster Eichen Prügel;
x3B8, „ Krappen;

„buchen Scheit;
F „Prügel;
4 Krappen
„liefern Prügel;
u Krappen;
„gemischte Prügel;
4, Krappen.
Abth. Muhlenthal:
ö8 Ster eichen Prügel;
658, „Krappen;
311, buchen Scheit;
78, Prügel;
174, „Krappen;
11531, kiefern Prügel;
93 . „Krappen;
10 1, gemischte Prügel;
148, „Krappen.
St. Ingbert, 2. Febr. 1881.
Das Bürgermeisteramt
6Gußo

Immobilien⸗
Versteigerung.
Auf Ansuchen der Erben der

u Schnappbach verstorbenen
kheleute Karl Günther, Gru⸗
ensteiget und Sophie Rep⸗
pert werden durch den Unter—
eichneten

Samstag den 19. Fe—⸗
bruar er. Nachmittags
3 Uhr in der Wirth⸗
schaft von Ludwig Eber⸗

hard zu Altenwald,

die nachbeschriebenen, zu den
Nachlassenschaften der Eheleute
darl Günther gehörigen, auf
»em Gemeindebanne von Sulz⸗
hach gelegenen Immobilien öf⸗
entlich an den Meist⸗ und Lekt⸗

Bei Fumsh des il lustrirten
Buches: „Dr. Airy's Heilmethode“
werden sogar Schwerlranke die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
je, wenn nur die richtigen Mittel
ur Anwendung gelangen, noch
heilung erwarten důrfen. Es sollte
aher jeder Leidende. selbst wenn bei
hm bislang alle Medicin erfolglos
ewesen, sich vertrauensvoll dieser
ewührten Heilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Werk an⸗
zuschaffen. Ein Auszug“ daraus

In dem weit⸗535 1551*
verdreiteten Buche ꝓil s ilt
finden Gicht⸗ und Rheumatismus⸗
Leidende die bewährtesten Mittel
gegen ihre oft sehr schmerzhaften
deiden angegeben, — Heilmtittel.
welche selbst bei veralteten Fällen
noch die ersehnte Heilung brachten.
— Prospect gratis u. franco. Gegen
Tinsendung von 1Mk. 20 Pfg. wird
HDr. Airyss Heilmethoder und für
0 Pfg. das Buch Die Gicht“ frauco
lberau hin dersaudt von Kichters
Verlags · Anstalt in Leipzig.

A
Um8SOT
pPastillen
acht - in plombirten Schachteln
Vorrüthig in St. Tnbert bei
AIF. Zorm, Apotl. v. æ.

Iinexk.
Köniq Vilhelms- Felsen-
quellen in Ems.
Druck und Verlag von F. X. Demefk in St. Ingbert.
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        3

D JR t
23832.55 222
5* — 25328 2
—588 52 5382383 88— —A
————— 5355* 68858 533 5535 — 3 23383
55 —832 S58 2358 68688 c5 558 5— 3 333 335555235*
553—5335 *553 558657 83* 233538387 33235553353535*
— — 2 5328* 82 — 28 53 23 x8 5
s — 5 833 3755 38
2 —8 8
3 555* 5— * 8 * * * 8 — 2 23 5 3
8 555 —536 * 55 228 — 2335 83 8235 3356
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3 3385
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55 —2573335568 388
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3 55388 733 6 385
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5 22 — 5 2* —— — —
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis bewragt vierteljahrlich
A 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 —, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blaitschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 24. Donnerstag, den 10. Februar 1881.

Deutsches Reich.

Wie den Unfallversicherungs-Gesetzentwurf, so hat in Bayern
das Ministerium nunmehr auch den Gesetzentwurf über Abänderung
der Gewerbeordnung, den Handels- und Gewerbekammern zur Ab—
gabe von Gutachten, und zwar innerhalb 14 Tagen, vorgelegt.

Nach dem „B. K.“ beabsichtigt die baierische Regierung, die
Landtagswahlen bereits in der ersten Hälfte des Monats Mai
vornehmen zu lassen und dann den neuen Landtag gleich zur Fest—
sttellung des Militärbudgets einzuberufen. Im September muß
gesetzlich die Wiedereinberufung stattfinden, um das allgemeine
Staatsbudget zu berathen.

Eine kaiserliche Verordnung beruft den deutschen Reichs—
tag auf den 15. Februar nach Berlin ein.

Der ständige Ausschuß des preußischen Volkswirthschaftsrathes
empfahl bei der zweiten Lesung des Unfallversicherungsge⸗
jetzes, daß bei Versicherten bis zu 750 Mark Jahresarbeitsver⸗
dienst /3 der Prämie der Arbeitgeber, “s der Prämie das Reich
»der der Staat, bei einem Jahresarbeitsverdienst von 750 bis
1200 Mark 28 der Prämie der Arbeitgeber, s derselben der
Arbeiter und daß endlich bei einem Jahresarbeitsverdienst von 1200
is 2000 Mark die eine Hälfte der Prämie der Arbeitgeber. die
indere Hälfte der Arbeiter zu zahlen haben.

Ein Duell zwischen den Abgeordneten v. Bennigsen
nationall.) und v. Lud wig (konserb.) — Das war die Sen—⸗
ationsnachricht, die in einer der letzten Sitzungen das preuß.
Abgeordnetenhaus in Aufregung versetzte. Abg. v. Bennig—
sen hatte den Abg. v. Ludwig zum Duell gesordert. Ludwig hatte
nämlich in der „Deutschen Landeszeitung“ den Schluß der Rede
deröffentlicht, in der er neulich im Abgeordnetenhaus dadurch unter⸗
zrochen worden war, daß ihm durch Beschluß des Hauses das Wort
entzogen wurde. In dieser Publikation erblickte Bennigsen eine
chwere Beleidigung seiner Ehre. v. Ludwig lehnte die Forderung
Bennigsen's mit der Bemerkung ab, er halte denselben nicht für
satisfactionsfähig. Nach kurzer Zeit erklärte sich v. Ludwig zur
Annahme des Duells bereit, worauf Benningsen ihm jedoch durch
die Unterhändler sagen ließ, daß er sich mit einem Mann, welcher
binnen einer Stunde so verschiedene Erklärungen in so ernster Sache
abgebe, nicht schlage. Bennigsen dürfte nun den gerichtlichen Weg
beschreiten. Die Entrüstung über das Verfahren des Abg. v. Lud⸗
wig, der als Parlamentsstandalmacher par excollence bekannt ist,
st in Abgeordnetenkreisen allgemein.

Fürst Bismarck scheint entgegen den Alarm-Nachrichten des
preußischen „Militär-Wochenblattes“ eine andere Ansicht über den
ꝛuropäischen Frieden zu haben. Er äußerte sich nämlich in seiner
schon erwähnten neulichen Rede im preußischen Abgeordnetenhause
auch u. A. dahin, daß wir Gott sei Dank auf lange Zeit hinaus
teine Aussicht auf einen Krieg haben. Möchte sich diese gute Aus—
sicht voll und ganz bestätigen!

Ausland.

In der griechischen Abgeordnetenkammer theilte der Kriegs—
ninister ein kgl. Dekret mit, wodurch die Nationalgarden im Aller
oon 31 bis 40 Jahren einberufen werden. Hierdurch wird die
bewaffnete Macht Griechenlands auf 118,993 Mann erhöht.

Wenn sich die Nachricht bestätigt, daß der König der Ashanti
Ingland den Krieg erklärte, dann würde das Maß des Unglücks,
das Britannien betrifft, übervoll sein. Aufruhr und parlamentarische
Stürme im Innern, Krieg in Transvaal, Tumulte und Verschwör—
ungen in Indien und zu Alledem das Vorrücken der Russen in
Asien — fürwahr, Das sind harte Vrüfungen für die Regieruncç
von St. James.
Vermischtes.

92 Aßweiler, 9. Febr. In dem nahen Erfweiler-Eh—
lingen vollzog sich am vergangenen Sonntag die Gründung eines
Kampfgenossenvereines, dem sogleich 20 Mitglieder
heitxreten. Die Statuten werden 'festgesetzt aff Grund der Statuten
des Zweibrücker Kampfgenossenvereines. Vorstand des Vereines ist
der Müller H. Hahmn aus Chlinger Mühle.

90 Ommersheim. Im hiesigen und dem Ormesheimer
Walde wurde am letzten Dienstag Treibjagd angestellt auf Wild—

ichweine durch die hierzu beeidigten Schützen der Umgegend. Ob⸗
vohl 11 Wildschweine in ganz nahe Schußweite kamen, wurde
doch keines dieser der Landwirthschaft schädlichen Thiere erlegt.
Im Interesse des Landwirthes sollten solche Treibjagden öfters ver⸗
anstaltet werden, da Wildschweine in größerer Anzahl sich beisammen
inden und in Aeckern großen Schaden anrichten.

F In Zweibrücken hat die Häusersteuer-Petition über
300 Unterschriften erhalten. Dieselbe ist bereits an ihren Be⸗
timmungsort abgegangen.

Im Winter 1879/80 sind im Bezirke Kusel 61,196
Stück Obstbäume durch Frost zu Grunde gegangen. Der hierdurch
»rwachsene Verlust dürfte auf mindestens 300,000 M. anzu⸗
chlagen sein.

Die am Sonntag im Neuhemsbach von den Deutsch⸗
onservativen veranstaltete Versammlung war, wie die „Pf. Post“
berichtet, zahlreich besucht. Frhr. K. v. Gienanth präsidirte, Pfarrer
Fleischmann sprach über die innere Lage Deutschlands und Bis—
marcks Absichten.

— Die Ueberschuldung des Gastwirthes Thomas in Kaisers⸗
autern (Carlsberg) beträgt nach dem „Pf. K.“ etwa 154,000 Mark
'o daß die Chirographargläubiger höchstens 5—6 Procent ihrer
Forderungen erhalten. Eine Dienstmagd allein hat 2900 Mark
rückständigen Lohn angemeldet.

FIn Landau wurde, wie der „L. Anz.“ erzählt, vorigen
Sonntag der Winzer (früher Wirth) Joh. L. Weiler von Hain—
eld darüber betreten, wie er in einer Wirthschaft falsche Zehn⸗
ofennigstücke ausgab. Er wurde verhaftet und man fand bei ihm
roch mehr falsches Geld, darunter auch Fünfzigpfennigstücke. In
einer Wohnung in Hainfeld wurde am selben Tag noch Haussuch—
ing gehalten, und auch da fand man noch etliche falsche Münzen.
Weiler's Ehefrau und sein dreizehnjähriger Sohn wurden auch in
Zaft genommen. Weiler war schon einmal vor zwei Jahren wegen
Ausgebens falscher Münzen zu mehreren Monaten Gefängniß ver—⸗
artheilt worden.

Der Vorschußberein Dürkheim vertheilt für das Ge⸗
chäftsjahr 1880 eine Dividende von 8 Prozent.

FAm 1. März d. J. wird in der Kreis-Armen und Kranken⸗
Anstalt zu Frankenthal ein Unerrichts-Kurs für Bader eröffnet
verden und 5 Monate dauern. Diejenigen, welche an diesem Kurs
Theil nehmen wollen, haben, mit Geburts- und Impfschein, Lehrlings—
und Leumundszeugnissen versehen, sich an dem genannten Tage
dem k. Landgerichts-Arzte. Medizinalrath Dr. Bettinger zu Franken⸗
thal, vorzustellen.

— Die Militärdienstpflichtigen der Ersatzreserve 1. Klasse,
velche im Bereich des 2. bayerischen Armeecorps (wozu auch die
Pfalz gehört) in diesem Jahr zur Uebungen einberufen werden,
haben am 21. Aug. einzurücken. Die Uebungen dauern 10 Wochen.

4 Aus der Pfalz wird der „Frankf. Ztg.“ geschriceben: Wie
man vernimmt, dürfte der Zuschuß, den die baierische Staatskasse
für das Jahr 1880 zu den Pfälzischon Eisenbahnen zu leisten hat
irca 1,747,009 Mk. betragen. Es handelt sich, wie man sieht,
noch immer um eine sehr hohe Summe, welche ungefähr drei

Biertel des Ertrages aller directen Steuern der Pfalz verschlingt,
die natürliche Folge des unverständigen Baues unrentabler Bahnen.
Indeß kann man mit einem solchen Ergebnisse relativ noch sehr
zufrieden sein, indem sich die Summe des erforderlichen Staatszu—
schusses gegen die Vorjahre neuerdings und nicht unbedeutend
mindert. Das vom Aerar zu deckende Deficit, welches 1877 bereits
auf M. 2,792,000 angestiegen war, erwichte 1878 sein Maximum
mit M. 3,157,000 und ging 1879 auf M. 2,603,000 herab.
Ist die obige Angabe für 1880 richtig, so zeigt dies eine Ver—
besserung der Situation gegen das Vorjahr um M. 856,000,
zegen das Vorvorjahr aber um M. 1410,000.

Auf dem Neunkircher Eisenwerke erfolgte am

3. ds. bei der Ausräumung eines an demselben Tage ausgeblasenen
Hochofens eine Explosion, wodurch 7 Arbeiter mehr oder weniger
schwer verletzt wurden. 3 sind den erhaltenen Verletzungen erlegen;
wei davon waren verheirathet. Jeder der beiden Wittwen ist
eitens der Gewerkschaft einschließlich der ihnen durch die Knapp⸗
        <pb n="88" />
        schaft statutenmäßig zukommenden Unterstützung eine lebenslängliche
Pension von 60 M. monatlich gesichert worden. Was die übrigen
4 Verletzungen betrifft, so sind 3 bereits so weit wieder hergestellt,
daß sie das Hospital verlassen konnten; die beiden anderen befinden
sich derartig auf dem Wege der Besserung, daß auf eine recht bal—
dige Heilung zuversichtlich gerechnet wird.

F In Mainz ist es nach langen vergeblichen Nachforsch⸗
ungen den dortigen Behörden endlich gelungen, die Fabrikanten
der vielen in der letzten Zeit dort und in der Umgegend ausge—
gebenen falschen Zweimarkstücke ausfindig zu machen. Dieselben
sind zwei Mechaniter, Vater und Sohn, von Ingelheim stammend.
Bei der Haussuchung fand man sowohl eine Prägemaschine als
auch verschiedene Formen.

paIn Aschaffenburg hatte ein Ehcpaar eine Nachbarin
auf Schadenersatz verklagt unter dem Vorbringen, letztere habe ihnen
— den Klägern — zwei Schweine verhext und fie — die Kläger
— selbst durch Hexerei Lausig gemacht. Die Kläger waren über
dat klageabweisende Erkenntniß des Amtsgerichts nicht wenig ent⸗
Ustet und verließen kopfschüttelnd mit den Worten den Saal:
Das können wir gar nicht verlieren J·

In Bamber g 'verweigerten die Gemeindebevollmächtigten
300 Mark Zuschuß zu den Kosten der 18. Versammlung des
bayerischen Lehrervereins, welche dieses Jahr daselbst abgehalten wird.

F Die jüngste Boitszuhlung yar, nach vorläusiger Zusammen—
tellung in Preußen eine Bevölkerung von 27,260,831 Kopfen
exgeben, d. h. 1,517,927 oder nicht ganz 6 pCt. mehr als i. J
1875.

F Auf der Fahrt von Bremen nach Baltimore ist
der deutsche Dampfer „Bremen“, Kapitain Möller, bei Sandwick
nuf den Shetlandsinseln gescheitert. Laut Telegramm des Steuer—
nanas sind von zwanzig Personen Mannschaft nur sieben gerettet.

x Ein scheußliches Verbrechen wurde in St. Gallen ver—
ibt. Ein Kommis unierschlug seinem Prinzipal beträchtliche Geld—
ummen. Um den Verdacht auf den unschuldigen Lehrling zu
enken, überfiel er denselben des Abends vor Schluß des Bureaus,
rwürgte ihn und hing den todt Geglaubten auf, indem er ihm
20 Fres. in die Tasche steckte, damit man annehme, der Unglück—
iche habe sich aus Angst vor der Entdeckung seiner Vergehen selber
rhängt. Indessen gelang der veruchte Plan nicht, der Lehrling
vurde noch lebend vom Strick gelöst und in's Bewußtsein zurück—
gebracht. Der Kommis ist verhaftet.
sten achrichten.
Der kgl. Bauamtmann Schlichtegroll von Kaiserslautern wurde zum
igl. Regierungs- und Kreisbaurathe in Bayreuth befördert.
Für die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme z.
Licitation. *

Barbara Blaes, Ehefrau von
Peter Linz, Ackerer in Om⸗
mershein;;;
Peter Blaes, Ackerer, alle
wo nicht anders angegeben
in Ensheim wohnhaft.
St. Ingbert, 10. Febr. 1881
. Auffschneider,
Amtsverweser.

Submisston
auf Straßen⸗Unterhaltuugsarbeiten im Amtsbezirke Zweibrücken

Mittwoch, den 2. März
1881, Vormittags 10 Uhr, zu
Fusheim in der, Wirthschaft
don Jatkob Bischof, vormals
Peter Lauer,

werden durch Karl Auff⸗
schneider, Rechtkandidat in St.
Ingbert wohnhaft, Amtsverwe⸗
fer des kgl. Notar Franz Sauer,
'm Amissitze daselbst, hiezu ge—
eichtlich beauftragt, die nachste⸗
hend beschriebenen Liegenschaften,
oͤssentlich zu Eigenthum verstei⸗
gert, in der Steuergemeinde
Ensheim gelegen, nämlich:
Plan⸗Nr. 2010 2 3 55

gm Fläche, Wohnhaus mit
Scheuer, Stallung und Hof⸗
raum, Plau⸗Nr. 201b 2 4
15 qm Pflanzgarten dabei,
das Ganze gelegen im Orte
Ensheim;

Plan⸗Nr. 4646, 18 a 63
ijm Acker am Ommershei⸗—
merpfuhl;
Plan⸗Nr. 3072, 114 92
Im Acker in den obersten
Theilungen;
Plan⸗Nr. 2629, 10 a 90
Im Acker auf dem Wickers⸗
berg;
Plan⸗Nr. 1399, 10 4 56
qm Acker hinter'm Pitters⸗
feld;

Plan⸗Nr. 2140, 18 4 40
Im Acker im Hirschenröther;
Plan⸗Nr. 6665, 6666 u.
3667, 5 a 79 qm Acker
in der Kindelsbach;
Plan⸗Nr. 72084, 7208b,
72080, 7208—2 und
7208sb 10 a, 22 qm
Acker an der Dreispitz.

Figenthümer sind:

Katharina Baer, Wwe. des

in Ensheim verlebten Acke—

rers Andreas Blaes;

Maria Blaes, minderjäührige
Tochter der genannten Ehe—
leute Blaes, welche ihre

Mutter als Vormünderin,

und den Andreas Marx, Acke⸗

cer, zum Nebenvormunde hat.

Natharinn Blaes, Ehefrau

Jon Jakob Fisselbrand, Fa⸗

grikarbeiter:

.
Im Amisbezirke Zweibrücken sind pro 1881 verschiedene Ar—
zeiten zur Unterhaltung der Distriktsstraßen auf dem Wege der
all gemeinen schriftlichen Submission zu vergeben, und zwar im
antone
a. Blieskastel.
1. Maurer-Arbeiten, veranschlagt zu..... 709,92 Mk
2. Pflaster-⸗Arbeiten, .... P 322,40,
Summa 1232,832 Mk—
b. St. Ingbert.
1. Maurer-Arbeiten, veranschlagt zu.... 31,20 Mk
2. Pflaster-Arbeiten, ... 70869,20,
Summa 800,40 Mt.
e. Horn bach.
Erbauung von zwei gewölbten Brücken an der
Broßsteinhausermühle, veranschlagt zu.. 4779,22 Mk
Umbau zweier Durchlässe auf der Straße von
Zweibrücken nach der Kirschbachermühle, veran⸗
schlagt zu .

Zwangsversteigernng.
Mittwoch, den 16. Fe—
zruar nächsthin, Morgens 10 Uhr
or dem Stadthause dahier ver—
teigere ich zwangsweise gegen
Baurzahlung:
1 Kuüchenschrank, J1 Tisch,
1Pfeilerschränkchen, 1 run⸗
den Tisch, J Nachttischchen,
Leintücher, 2Paar Schuhe,
1 Paar Gummizüge ꝛ⁊c. ꝛc.
St. Ingbert, 9. Febr. 1881.
Faßbender, *
Gerichtsvollzieher.
— — —
Anzeige und
Empfehlung.
Ich benachrichtige hiemit meine
erehrl. Kunden in St. Jug⸗
bert und Umgegend, daß ich
in Bälde nach dorten kommen
verde um die Aufträge für
Frühjahr und Sommer entge—
jenzunehmen.
Meine Collection ist diesmal
zesonders reichhaltig ausgestattet.
Hochachtungsvollst
J. Kauffmann,
hßemdenfabrikant
us Strrae — . R.

Summa

il. Zweibrücken.
Umbau von Durchlässen auf den Straßen von
Zweibrücken nach Wallhalben und nach der
rirschbachermühle, sowie von Webenheim nach
Reinheim, veranschlagt zu ...
Herstellung einer Stützmauer mit Schutzge—
änder im Orte Oberhausen, veranschlagt zu
Pflasterarbeiten im Orte Niederhausen und
hbei Irheim, veranschlagt zzzz..

24600 Mt
502522 Mi

2.

495,59 Mt
821,14 Mt
.6s, OO Mt.
1984,73 Mt.
Zuverlässige Uebernehmer werden eingeladen, ihre Angebote
inter genauer Bezeichnung der Arbeiten, für welche die Submis—⸗
iion gelten soll, bis längstens Donnerstag den 17. 1l. Mis., Vor—
mittags 11 Uhr, verschlossen hierorts einzureichen.
Pläne, Kostenanschläge und Bedingnißhefte liegen bis dahin
zur EKinsicht offen.
Zweibrücken, den 4. Februar 1881.
Kgl. Bezirksamt:
Dr. Schlaintweit.

——— — — 21—
eIJ GBescchäftseröffnung K Empfehlung.
Fine junge frische Kuh hat Mein im Hause des Hrn. Friseur Weirich Kohlenstraß
u verlaufen unterm Heutigen eröffnetes

Wwe. Kaisßer, Josepbsthal. F

* Herren-Kleidergeschäft
„Bottnàâssen empfehle hiermit dem verehrl. Publikum von hier und Umgegend.

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ten Fällen heile briefl. unt. Ga- in den Stand gesetzt, meine geehrten Abnehmer in jeder Hinsicht
antie ohne Berufsstörung. Pro⸗ zu befriedigen.
pect u. Zeugnisse gratis. F. C. Zu recht zahlreichem Besuche lade ein
Zauer, Spezialist, Wertheim M. Haas, Kohlenstraße.
a. M. St. Ingbert, 6. Februar 1881.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

3.
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        222
25324
32—22 ——
—A — 7
338288 —
—— 53383 8S555 *
* * —— 2* — — —
—A 3.2 —A— 183835
32 33 — —* — 28
5553 38 ——— 382838234 66 32386
——2 5—6— —3— 8 — 22 5 * 82 * — 2
J 5258 88233 —— 838865
—A — — 8*275 2 55 —e 6 278 s — 85
228 2z233 23 328 * —ä 5—527— — 28 138*8 —— 2
————— ES —2 2 — 58 *8 8 53 8 S 8
3356 55 — — 229 282— 8233* 255 346*
8* 5335555* —* 28532553 —A 58 285 533388
32 536645 5 5 252 * ——— 275235 * —
5855 — 8 *2853 255 —— 538—555 —3355 ——— ——
580 — 3 56 — 25 * * 53 * —— —2 c 355*
* 22 2* 8 ——— * —— —— —A ——— 5*
232 23* — * 2 *828 — 2 33

3385 37 *—c82 3z522— 8— 23 52 8*8 8 9528 *
555* —2 *28 —— 88 X — 5c52 38 2 5 255 325.
—36 — 33383338 73 — **EDXS 55 —A——— —B—
—3363 5— — * 33885 5325353 535
5*25386* —— 858 —88 —— 333363832
A 588 55 53385 55* ꝛ— 5 — 28588 2*
538388 —XE 4 8 5355 — — ———— 5
* 5333888 —z83338 538 ——— 83 58* 5 * — 388— 8 —55
S ESE — 3523 8 38337*557 c *3 355383338* —3838333 5385
— 535 —— —s— 155333238* 52 85 *58 —
— — 53 3 5557 553 2 8 8 588 —— 8 *
— 5 ——— ————

22 * —4 — —— — 2. *25 —e— —— S

32 2 ð z2z55 s8 T 2 8*3 32 24

8 — —2 — — —A — * S335 * 33 J—7— 37*
2323232 s — 555 — —A z333583 — —13823*
258 — — 255283525 ,; 5355 355 —A
35575383—385 — 235 553 — 1228563 —388 5622328333

28* 2 6687 cx—8 —53— — 75,38 — 75 3387 —0

——— o8 58 F 25 S 5——6 — 3.5 —828
353253 328*

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2 5—8 5 35222 82E557 258
2 — cx 844 * —A
55355537 2333333326845 58
58353 38 —z—5838 5
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55*85 —— 2535—55 8353855
355 525 32555 8 — * A
2535535— 2 228** —28 5*
S 534 z333823358835 38338
7225853357 *282 —— — ——„562
5 3388 3333*8238
3285—65* 8 z38—5353535323833 558
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—— 83 —553235358535
2608ẽ * —*25 — —224 28535 522
248 258323 2535535633232383 *5*
* 5 — 55322 * 5
33585 85783 —— z35*
355222 5 — ẽ 233—„3353855
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2225 535 532 53353335 — —
— 6—58897 8553225 z3zz5 8 323
55532s88837 55 —
4587 — — —7385358
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232 3353535332* 58*
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— — 53 8 —— BEAMAS 535 —5
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536 —* E — —A 5 2385 A 2 * 282* —5—25 38
* * — * 8* * 8
231237— —O 30 337253232 5324 z 333 8 25
FJ 3258 55 * —523 52353352 3348 355353 52
* 28* — 8 5— — —338— —— 25 2588 5380 22 z
. * —— 2.2 325 285 5253682 —5 33S —A— —— 3.—
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53 823 — * 3 —52553 s5z33 53558 * 23355327 58*
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50 3* E 228 2 25 2 2.5 52— 5752 *253
2 — * —“ 2 5335k8 5S. 52 22 *55* —
* 2* * —5 5325— —A 22 * 222 * —
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55 2* —XA 5 5 — — — 72 6
— —A * *7 * * Xx — 2 2 —8
38 55 538 52X 35736 582 32 32 232888 85
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s 355 3* 82 E——— 528 — 82358* 5 5358
3223 5B8 —5——52 585* —A—— 23255 —525*23858—5 5538
2388 338 538 —— 3352353 58 2 28 — — 35355
——— — —8* — A 528 —38383 33523* — *
558 —— —2 S S 2585 2 3 82 26
— ——— A — 8535358 —— — — 2328
27 88323383— 556 —3 *5 — —82 —28
38 —5738583
2 358555 52 8* 352 *
33 —— 6 S 4
535 59 8
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— 5 55— 5, —z23228 3233 52333 38*
5 —z38 553 585 —28 sS55 35633 323
* . — i2 8* — — x
2 * 25 —E — — 228 25 — 8 *
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* —— * —* 2 E * — * —
2555 3 333558 7— 53 757 25353 8
3335 54 — —— 3B35 38 * 2 588 2 8
538 6 * 3*838 55 55 5— —A 23355 —Ix3 83*
* —8* ——— 22 — —E 8 2 —8 —5 2 U
555535* 23 535353 — 8 85 — *
* 8 —222 2 Q 95 2 8S z22 *
— —A 8 — — 8* —52 * 2566
3 —— 353538 s683 68 —A 75325 55553 358
—A —** 25 * 3 * 3
* — * 325— * ————— — —3 2— —2 * * — 585 —
85255565 553 58 304 254 3 *2 8 722 38* —*
302 3 ——3358 3 375355 3223— —
— — * * 32 555 *238 —A —A 2
5 ——— 55 A23 5* 53388 DN 58 —2
—A ——— A — ————— E 2 5
J 353zs573575 7 53*
535233 — z332538 553 6c 53553523535* —
8 —A 358 556 * —OI— 5228. * 53 —— *
38. 85 57 2 c — E 5*2828 —e
—— 338523 6
—2 — 2* J —— 8 S * —A8 5528 —
2*8 2535852 24 2 57838 — 28 25588 2— ——5532 —
α 3 8 288383—2 — 2 25 8 J 522 —5 — 37 *
53 ——58— — 3 5253 —35832 2 8 5 — 25538335 — ——
51538 —*8 3852883 — — 5— —55568 525820
5*3538 Os S B—87 582 228 — 5854605 * —A—— —
255085 8 2 536 B4368*285 202858 233 58 8 8 *
2— — * , J —2 2 —
52 z333578828 68ß 538
22822 36 J— 55 —
— 588 —535 — 628*
E8 M38 8—
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        *2.2 0
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J *s35735555 *7833398
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2 2 3 2 553x 38 2 * 22 2 — F — —S —
— 55.3 8 *358 . 3 * 82 —328
* — — 22 27* 2 — — ** 8 * *
3383 53383383* 33836533 2: 5255 3
8333 22 2333 2 32—53—58 ————— 2* 87 52358557
22358 * 2. 3 . 2 353 S — 335337—
— —
— a 26 2 * —3 3 2* —
22 3. — 83. . 8 8 —22 5 52— 7 * — 7 2
23553 1322 5335 233853 835 —333255 533—3 533353 53
7333 *3,*438 3 337322* — ——
8 . X 28* A25 8.. * 3 ——— 5583
13553 37 58 A— 58337 2333 38337
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        Hl. Ingberler Anzeiger.

—4
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljährlich
A A0 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 25. Samstag, den 12. Februar 1881.

——
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Ueber die weitere geschäftliche
Behandlung der vier Steuergesetzentwürfe hört man, daß im Plenum
der Abgeordnetenkammer mit der Berathung der im Steuergesetz-
ausschuß in zweiter Lesung fertig gestellten bezw. bis Ende dieser
Woche fertig zu stellenden Gesetzentwürfe über die Einkommensteuer,
dapitalrentensteuer und Grund- und Haussteuer sofort begonnen
verden soll, daß dagegen die zweite Lesung des Gesetzentwurfs über
zie Gewerbesteuer im Steuergesetzausschuß vorerst zurückzustellen sei.
Auf diese Weise wird der Kammer alsbald Material für mehrere
Plenarsitzungen vorliegen, während außerdem, wenn der Ausschuß
zunächst erst noch die zweite Lesung des Gewerbesteuergesetzes und
ʒes Gewerbesteuertarifs vorgenommen hätte, die Kammer selbst noch
inige Zeit hätte feiern müssen. Eine Unterbrechung der Thätig—
eit unserer Kammern in Folge der Einberufung des Reichstags
vird jedenfalls in nächster Zeit nicht eintreten.

Das Prinzip der geheimen Wahlen bei zukünftigen Landtags⸗
vahlen in Bayern ist vom Wahlgesetz- Ansschuß der Abgeord—
ietenkammer mit allen gegen 2 Stimmen (Louis und v. Peßl,
jeide von der Linken) angenommen worden. Die weiteren Be—
timmungen über das Wahlverfahren wurden an eine Subkommission
erwiesen.

Zur Berathung über den Gesetzentwurf betr. die Hagel⸗
versicherungsanstalt (Staatsbetriebb in Bayern ist eine
Sitzung des Generalkomites des landwirthschaftl. Vereins auf kom—
nenden Montag anberaumt. Daß aber dieser Gesetzentwurf noch
„em dermaligen Landtag vorgelegt werden könne, wird in unter—
richteten Kreisen bezweifekt.

Ueber die Rekrutirung der bayerischen Armee für
1881/82 verlautet, daß die Entlassung der Reservisten bei den—
enigen Truppentheilen, welche an den Herbstübungen theilnehmen,
im 1. oder 2. Tage nach deren Rückkehr in die Garnison, späte—
tens aber am 30. September zu geschehen haben. An den Ent—
afssungsterminen sind so viele Mannschaften zu beurlauben, daß
zei jedem Infanterie- und Jägerbataillon 190, bei jedem Kavallerie—
egiment mindestens 180, bei jeder reitenden Batterie mindestens
30 Rekruten eingestellt werden können. Die Einberufung der Re—
ruten zum Dienste mit der Waffe hat in der Zeit vom 7. bis
O. November, demnach also später als im Vorjahre zu geschehen;
nit Rücksicht auf die im April stattfindenden Neuformationen sind
»ie Ersatzbedarfsnachweisungen statt am 15. erst am 20. April
inzusenden.

Fürst Bismarck ließ Bennigsen durch den Geheimerath
Tiedemann in der Affaire mit Ludwig seine Sympathie ausdrücken
ind ihm, Bennigsen versichern, daß er seiner Ansicht nach ganz
oyal und correct gehandelt habe; das aktenmäßige amtliche Material
iber die Hannover-Altenbekener Bahn stelle er Bennigsen zur
Disposition.

Der permanente Ausschuß des preußischen Volkswirth⸗
chaftsrathes hat den Gesetzentwurf betreffend die Innungen
n Berathung genommen, durch welchen 8 27 u. ff. der Gewerbe—
»dnung abgeändert werden, und unter Ablehnung aber Abänder—
ingsanträge die Vorlage der Regierung mit allen gegen zwei Stim—
nen angenommen.

Betreffs der Einführung des Tabakmonopols in Deutsch⸗
land schreibt die „National-Ztg.“ hinsichtlich der vom Reiche zu
jewährenden Entschädigungen: „Eine empfindlichere Aufgabe wäre
rioch nie an die deutsche Verwaltung herangetreten, und bei aller
UAchtung vor ihrer musterhaften Intregrität, ‚wünschen wir sie vor
iner solchen Gefahr bewahrt. Die Mehrergebnisse des Monopols
iber die jetzige Steuer würden, wenn die am besten akkreditirten
Berechnungen richtig sind, kaum mehr als 50 Mill. Mark über
zen heutigen Ertrag der Steuern an Rein-Ergebniß aufbringen,
ind in diesem Betrag würde auch die Entschädigung zu finden
ein für den empfindlichen Verlust, den Handel und Gewerbe durch

zie Monopolisirung erleiden müßten.

Ueber die Interpellation Jör g hinsichtlich des Reichsun⸗
iallversicherungsgesetzes urtheilt ein bekannter bayerischer
garlamentarier und Jurist dahin, daß über die reichsverfassungs⸗

mäßige Zulassung jenes Gesetzes gar kein Zweifel bestehen könne.
Die den Versailler Verträgen angehängte Klausel wegen der bayer—
schen Immob'liarversicherungsanstalt beweise gerade die allgemeine
Anwendbarkeit des Artikels 4 der Reichsverfassung, dem zufolge
das Versicherungswesen der Beaufsichtigung und Gesetzgebung des
steiches unterliege. Das ist allerdings eine andere Auffassung als
die bereits offiziös mitgetheilte der sächsischen Regierung, der zufolge
das Reich eben weil es die Aufsicht über das Versicherungswesen
hat, ich mit dem letzteren direkt nicht beschäftigen kann.

Die offiziöse „Nordd. Allgem. Zig.“ die Politik Gambetta's
hesprechend, hebt hervor, derselbe habe, nachdem der Versuch, seine
Therbourger Rede in deren wahren Inhalt travestirender Weise zu
euteln, mißglückte, seine Taktik geändert und Farbe bekannt. Der
Ton gambettistischer Zeitungen und seiner Anhänger ließen keinen
Zweifel darüber, daß Gambetta das Staatsschiff aus den ruhigen
Wassern in eine schnelle,, kriegerische Strömung hineinzulenken ver—
uche und die friedlichen Elemente Frankreichs von der Kriegspartei
ins Schlepptau nehmen lassen wolle.

In Folge des bekannten Bundesrathsbeschlusses haben die
Tabakfabrikanten eine Petition an den Statthalter von Elsaß—
—ADD
aktur gesendet.
Ausland.

Das Erträgniß der indirekten Steuern Frankreichs für
den Monat Januar 1881 hat die Voranschläge des Budgets um
18,372,000 Fr. überstiegen.

Das englische Unterhaus hat in zweiter Lesung den Gesetz⸗
ntwurf über Ausnghmemaßregeln zum Schutz von Personen und
kigenthum in Irland mit 359 gegen 56 Stimmen angenommen.

Es ist unleugbar, daß sich die Aufregung unter den Mit—
liedern der Landliga in Irland seit der Verhaflung ihres Führers
Michael Davitts und den stürmischen Szenen im Parlament be—
eutend gelegt hat. Als ein bedeutsames Zeichen kann auch ange—
ehen werden, daß, während die Landpächter seit geraumer Zeit alle
Zahlungen an die Grundeigenthümer verweigerten, eine Anzahl der—
elben freiwillig ihre schuldigen Pachtbeträge entrichtet hat.

König Georg von Griechenland soll gesonnen sein, ab⸗
ndanken, falls die Mächte das hellenische Reich zwingen würden,
ibzurüsten, so berichtet wenigstens eine englische Zeitung. Ganz
ibgesehen davon, daß Europa einen solchen Verlust mu Resigna—
ion über sich ergehen lassen würde, glauben wir nicht, daß der
unge König wegen eines einfachen Ruͤckzuges sein Thrönlein im
Stiche lassen würde. Abrüsten wird Griechenland aber schließlich
hoch müssen, denn um die Sache mit der Türkei allein auszufech—
zen, dazu ist Griechenland zu schwach und für eine Hilfe von
auswärts sind die Aussichten herzlich schlecht.
αν
Vermischtes.

* St. Ingbert, 9. Febr. In der heutigen Schöffen—
itzung kamen folgende Fälle zur Verhandlung und Aburtheilung:
kFine Frau von hier wurde wegen Berufsbeleidigung zu einer Ge⸗
ängnißstrafe von drei Tagen verurtheilt; zwei hiesige Burschen,
velche beschuldigt waren, einen Mann mittelst gefährlicher Werkzeuge
örperlich verletzt zu haben, wurden als nicht genügend überführt
reigesprochen, einer derselben jedoch der einfachen Mißhandlung
iberführt und zu drei Tage Gefängniß verurtheilt; die Verhandlung
jegen zwei Frauenspersonen von hier wegen Berufsbeleidigung
vurde wegen Nichterscheinens der Angeklagten ausgesetzt und die
VKorführung derselben verfügt; die Verhandlung gegen einen Mann
»on Sulzbach wegen Gewerbsteuer-Kontravention wurde behufs
Bernehmung weiterer Zeugen ausgesetzt; ein junger Mann von hier,
eschuldigt durch Vornahme unzüchtiger Handlungen öffentlich Aerger
niß erregt zu haben, wurde als nicht überführt freigesprochen und
in Individium von Rodweiler wurde wegen Bettels zu einer
Haftstrafe von drei Tagen verurtheilt.

* St. Ingbert, 11. Febr. Heute Nacht gegen 3 Uhr
vurde mittelst Einsteigens durch das Ladenfenster in das Laden—
okal des Hrn. Gerber Müller eingebrochen, und gelang es
den frechen Dieben, daraus Schuhwaaren im Betrage von circa
        <pb n="92" />
        200 Mark zu entwenden. Wer die Diebe sind, und wohin sie
sich mit den gestohlenen Waaren gewendet haben, ist bis jetzt noch
unbekannt.

F Ueber ein am 6. Februar Statt gehabtes Konzert des
Cälienvereins zu Ommers heim wird der „Pf. Pr.“ geschrieben:
Sämmtliche Nummern des sehr reichhaltigen Programms wurden
glänzend durchgeführt und verdienen die Leistungen des Vereins
alle Anerkennung. Warme Anerkennung und Dank gebührt aber
auch insbesondere dem wackeren Dirigenten desselben Herrn Lehrer
Barth, der in verhältnißmäßig kurzer Zeit den Verein auf die Siufe
brachte. — Deklamationen und Klaviervorträge verkürzten die Pausen
und trugen zur Erheiterung des Publikums das ihrige bei.

(Eine gesunde Gegend. In dem 561 Seelen zählenden
Orte Niedermoschel leben nicht weniger als 10 Personen
von 92 Jahren abwärts bis 80 und nicht weniger als 20 von
80 abwärts bis 70. Dieselben sind aber, was die Hauptsache
ist, noch alle rüstig und freuen sich ihres Daseins.

— In der letzten Schöffengerichtssitzung zu Lauterecken
kam nach der „Pf. Pr.“ ein für weitere Kreise und insbesondere
für Jagdbeständer interessanter Fall zur Entscheidung. Gelegentlich
rines Treibjagens waren nämlich 2 Jäger und ein Treiber wegen
unbefugten Gehens über bestellte Felder durch den Feldschühen
—XX—
Strafbefehl in eine Geldstrafe von je 1 Mark verurtheilt worden.
Auf erhobenen Einspruch der Bestraften erfolgte deren Freischrechung
bor dem Schoͤffengerichte, da ohne die Erlaubniß zum Beireten der
bestellten Felder die Jagdausübung rein unmöglich wäre und somit
in diesem Falle, wo ohnehin von einer Schädigung keine Rede ist,
eine strafbare Uebertretung nicht vorliegt.

F Ueber das Unionsdenkmal, das in der Stiftskirche in
Kaiserslautern aufgestellt werden soll, schreibt Lühzow's
— ihrem Geiste
und Wesen entsprechend, wählte Professor Knoll in München für
das Denkmal mit Recht die Stilformen der Renaissance und glie—
derte dasselbe in nachstehender Weise. Auf vorspringenden Sockeln
an den beiden abgestumpften Ecken erheben sich die Kolossalstatuen
Luthers und Calvins als der beiden Hauptrepräsentanten und Be—
gründer der protestantischen Kirche. Zwischen ihnen sind an der
Vorderseite des Sockels in entsprechender Gruppirung die Profil—
reliefs von Ulrich Zwingli und Martin Bucer und darüber das
on-face⸗Relief Melanchthons, alle in Marmorkränzen, angebracht.
Zwischen denselben sieht man die Wappen der Städte Kaiserslautern,
Landau, Reustadt, Speyer und Zweibrücken, am Sockel aber das
bayerische und pfälzische Wappen, Engelköpfe und Eichenkränze.
An den beiden Settenflächen befinden sich die Medaillons Ulrich
v. Huttens und Franz v. Sickingens mit ihren Wappen, dann der
deutsche Adler und das Wappen der Sicking'schen Veste Ebernburg,
der sogen. „Herberge der Gerechtigkeit'. Nach oben aber schließt
das Denkmal mit der Kolossalstatue des Genius des Friedens ab,
der, in der Linken den Kelch haltend und mit der Rechten einen
Palmenzweig darüber senkend, milden Blickes herniedersieht und so
die Einigung in der Abendmahlslehre und den Religionsfrieden
andeutet. Zu seinen Füßen liegt ein Palmenkranz. Der Künstler
hat sämmtliche Porträtreliefs und die Kolossalstatue Luthers in
Marmor ausgeführt und sich damit der Vollendung seines Gesammt-
werkes um ein Bedeutendes genähert.“

Die von der „Kaisersl. Ztg.“ gebrachte Mittheilung, daß
wei Sonntagsschüler in Herxheim (bei Landau) bei ihrer Ver—
haftung den Gendarmen mit Messerstichen verwundet hätten, ist er—
funden. Die beiden Bürschchen folgten willig und ohne Widerstand
dem sie ins Gefängniß transportirenden Gendarm.

F Die „Ggwt.“ schreibt aus Edenkoben: „Von zwei
hiesigen Lehrlingen wurde am Montag Abend in einem Laden ein
falsches Fünfmarkstück in Gold auszugeben versucht, indem der
uͤltere es dem jüngeren übergab, um ein zu kaufendes Buch damit
zu bezahlen, während er außen wartete. Das Goldstück wurde so—
fort als falsch erkannt und zurückbehalten und auf erstattete Anzeige
hin am Dienstag zuerst die Verhaftung des älteren, dann auch die
des anderen Lehrlings verfügt.

Geschäftsmann Terr von Germersheim waurde
wegen vier Vergehen der Unterschlagung und zweier Vergehen des
Betrugsversuchs zu einer Gefängnißstrase von einem Jahr und drei
Monaten verurtheilt.

Aus unserer Nachbarstadt St. Johann wird berichtet:
Unsere nähere und weitere Umgegend ist bei der Bildung der Erde
reichlich bedacht worden. Bei uns die Steinkohlen und nicht sehr
fern von hier Steinsalzlager! Die Bohrversuche haben nicht nur
zu Saaralben zu einem günstigen Resultat geführt, sondern auch
in unmittelbarer Nähe von Keskastel ist der Bohrer auf ein ergiebiges
Salzlager gestoßen, und zwar in einer Tiefe von 200 Meter.

FIn Bruchsal wurde ein 17jähriges Bürschchen, Sohn
eines Tabakfabrikanten, der Lehrling in dem Bankgeschäft von
L. Seligmann Sohn in Karlsruhe war, seit einigen Tagen ver—
mißt — mit ihm das ansehnliche Sümmchen von 16,900 M.

Die vom Vater sofort angestellten telegraphischen Recherchen sind
yon Erfolg gewesen; der Schlingel wurde in Avricourt von seinem
Vater, der sofort das Bankhaus entschädigt hatte, erwischt; auch
wurde fast alles Geld bei ihm vorgefunden. — (Nachdem im Bruch—
saler Handelsstande gewisse Alte so sonderbare Weisen „sungen“,
darf man sich über das dito „Zwitschern“ eines Jungen nicht mehr
groß wundern.)

— Ein kürzlich in Frankfurt a. M. verstorbener 92jähriger
Rentner, bei Lebzeiten heimlicher sechsfacher Millionär, hat ein Finn⸗
sänder⸗Loos hinterlassen. Beim Nachschlagen fand sich, daß das
Loos vor drei Jahren mit einem Gewinn von 90,000 Mark ge—⸗
zogen worden ist. (Wenn der Mensch Glück hat)

FIn Würzburg wurde vor einigen Tagen ein Einjährig⸗
Freiwilliger wegen leichtsinnigen Schuldenmachens zum dreijährigen
Gemeinen degradirt. Wie nun mitgetheilt wird, wird der Haupt—
mann des Degradirten, der Studirender der Medizin ist, ein Be⸗—
znadigungsgesuch einreichen, damit dessen Versetzung zur Sanitäts-
ompagnie und Ernennung zum Unteroffizier gestatiet werde, auf
—
koͤnne, da er bereits vovr dem Staatsexamen steht.

x Zwei Büchsenmacher der kgl. Gewehrfabrik in Amberg,
die HH. Sporrer und Härl haben ein neues Repetirgewehr kon⸗
truirt, dessen Mechanismus ebenso einfach und sinnreich als zuver⸗
ässig und dauerhaft sein soll. Die Erfinder lassen sich ein Patent
ür's deutsche Reich ertheilen. Seiner äußeren Fuçon nach unter⸗
cheidet sihh das Gewehr in nichts von dem einfachen Hinterlader,
da das Patronenmagazin im Schafte enthalten ist und kein äußer—
liches Merkmal auf dessen Vorhandensein schließen läßt. Die bis—
her angestellten Schießproben ergaben als leicht erreichbare mittlere
Durchschnittszahl 10 Schüsse in 12 Sekunden.

F Die Bamberger Gemeindebevollmächtigten haben, wie
man jetzt hört, den Zuschuß von 500 M. zu den Kosten der 18.
Versammlung des bayerischen Lehrervereins nicht geradezu abgelehnt,
sondern vielmehr die Bewilligung an die Bedingung geknüpft, daß
die hiesigen Komitemitglieder dafür einstehen sollen, daß bei den
Verhandlungen in Bezug auf den religiösen Standpunkt irgend ein
Anstoß nicht erregt werde. Das in dieser Bedingung sich kund—
gebende Mißtrauen veranlaßte eine Anzahl Bamberger Vürger,
durch freiwillige Beiträge die 500 M. aufzubringen, damit nicht
etwa auf Kosten der Redefreiheit Gastfreundschaft geübt werde.

— Eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten in der Rhein—
provinz fordern zu Beiträgen für ein Göben-Denkmal auf, welches
dem verdienstvollen Heerführer in Koblenz errichtet werden soll.
Die Stadt Koblenz hat 15,000 Mark, die Kaiserin 1000 Mark
zu dem gedachten Zwecke beigesteuert.

F Das Schöffengericht in Witten (Westphalen) fällte in
seiner letzten Sitzung ein strenges, aber gerechtes Urtheil über einen
rohen Thierquäler. Derselbe hat als Arbeiter ein Zechenpferd der—
irt mißhandelt, daß es in Folge dessen krepirte. Das Schöffen⸗
zrricht verurtheilte den Thäier zu sechswöchentlicher Gefängnißstrafe,
nicht ohne gleichzeitig zu bedauern, daß die gesetzlichen Bestimm—
ungen ein höheres Strafmaß nicht zulassen.

F Einen weiteren Schritt zu einer langersehnten Reform des
deutschen Hotelwesens, deren Verwirklichung von allen Reisenden
nit größter Freude begrüßt werden wird, hat das Hotel Royal
in Hanno ver gethan, wie aus folgendem Rundschreiben des⸗
elben hervorgeht: „Ew. u. s. w. erlauben wir uns die Mittheilung
u machen, daß mit dem 1. k. M. dem gesammten Personal unseres
hauses die Annahme von Trinkgeldern bei Verlust der Stellung
untersagt werden wird. Wir schmeicheln uns, durch diese Einrichtung
den Zeitverhältnissen Rechnung zu tragen und manchen Uebelständen
begegnen zu können. Hochachtnngsvoll gehorsamst Gebrüder Christ.“

FGu Tode getanzt.) In einem Dorfe bei Uecker⸗
münde war vor etwa 14 Tagen eine Hochzeit. Die junge Frau
wurde von den Hochzeitsgästen dermaßen zum Tanzen aufgefordert,
daß sie während des Tanzens mehrmals äußerte: „Das wird bald
zu viel, ich bin rein weg.“ Bald darauf wurde ihr unwohl, sie
mußte zu Bett gebracht werden, um nicht wieder aufzustehen. Sie
hatte sich zu Tode getanzt.

F Remscheid. Daß Kinder sich oft eines höchst merk⸗
vürdigen Schutzes erfreuen, dafür spricht u. A. folgende Begeben⸗
jeit. Ein kleines Mädchen kam nämlich mit seinem Handschlitten
afeilschnell eine steile Straße, die schließlich mit einer anderen sich
reuzt, hinabgefahren. In dem entscheidenden Augenblick treffen
Schlitten und ein Luxusfuhrwerk auf dem Kreuzungspunkte zusammen,

an ein Halten ist nicht zu denken, der Schlitten fliegt aber zwischen
den Beinen der in ziemlich schneller Gangart sich befindenden
Pferde hindurch, und die unverletzte Kleine schaut verdutzt lächelnd
der dabonrollenden Equipage nach.

F Für 20 Mark den Tod. Einige Schlächter⸗-Gesellen zu
Berlin schlossen eine Wette dahin, daß der Eine von ihnen 20
Mark erhalten sollte, wenn er eine Flasche Getreide-Kümmel geleert
haben würde. Das geschah in der That; er erhielt jene Summe,
        <pb n="93" />
        hatte aber keinen Genuß davon, denn ein Schlagfluß machte seinem
deben wenige Minuten nach dem Kümmelgenuß ein Ende.

Die deutsche Auswanderung naͤch überseeischen
dändern aus deutschen Häfen und aus Antwerpen im Jahr 1880
hetrug 106,191 Personen, darunter 63,778 männliche. Von diesen
ingen nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika 103,116
ßersonen, nach Britisch-KRordamerika 222, nach Brasilien 2119
s. w. Ueber Bremen wanderten aus 52,128, über Hamburg
12,787, aus Stettin 552, aus Antwerpen 11,224. (Iebrigens
ind unter diesen Zahlen unseres Wissens auch die aus Oesterreich
ind Rußland kommenden Deutschen inbegriffen. Im Jahr 1879
hatte die Zahl der Auswanderer nur 833,237 betragen.

F Eine seltene Operation.) Ende Januar d. J. führte
hrofessor Hofrath Villroth in Wien eine Operation aus, die
as größte Aufsehen in der gesammten medizinischen Welt erregt
—* Einige Tage vorher war nämlich sein Assistent von einer
Frau konsultirt worden, welche an Magenkrebs litt. Schon seit
nehreren Jahren wird von Villroth und dessen Schülern die Frage
rörtert, ob es nicht möglich wäre, kranke Theile des Magens zu
entfernen, und Experimente, welche an Thieren durch Gussenbauer
ind v. Winiwarter, ferner von Czerny und dessen Schülern vor⸗
genommen wurden, hatten dargethan, daß die Operation nicht bloß
echnisch ausführbar sei, sondern anch von den Thieren monatelang
iberdauert wurde. Man erkannte nun, daß auch bei den eben er⸗
wähnten Kranken, deren Uebel bereits sehr weit vorgeschritten war,
nur noch durch einen operativen Eingriff solcher Art eine Rettung
möglich wäre. Professor Villroth unternahm nun diese Operation.
and es gelang ihm, nicht bloß den erkrankten Theil des Magens
u entfernen, sondern auch noch aus dem zurückgebliebenen Theile
inen neuen kleineren Magen zu bilden und die Kommunikation
desselben mit der Speiseröhre einerseits und dem Darme anderer—
eits wieder herzustellen. Wie die „N. Fr. Pr.“ hört, ging es der
Frau am fünften Tage der Operation den Verhältnissen entsprechend
recht gut. Sie hat im Laufe des 4. Tages bereits einen ganzen
diter Milch zu sich genommen und dieselbe gut vertragen. Der
Schlaf war vollkommen ruhig. Die Patientin klagt nicht über
rgend welche Schmerzen. Auch ihr Aussehen beginnt — im Ver⸗
leiche mit dem blutleeren Zustande vor der Operation — sich zu

bessern. (Für die Gegner der Vivisektion ist diese Operationsge—
chichte recht lehrreich.)

F Der Afrika⸗Reisende Dr. O. Lenz, ein Oestereicher, ist
von seiner im Herbst 1879 angetretenen Forschungsreise nach Tim—
zuktu zurück in Bordeaux angekommen. Von seinem Aufenthalt
m Tanger führt Dr. Lenz ein eigenthümliches Beispiel an zum
heweis dafür, wie weit die Deutschen in der Welt herumwandern.
Fr lernte daselbst in einem Hotel einen dort jetzt als Kellner fungiren—
oen bayerischen Deserteur kennen. Dieser Mann ist von Göoryville
m Algier durch die Wüste nach Tafilet gewandert, von da über
den Atlas nach Fez und herauf nach Tanger, immer zu Fuß und
jast ohne Geld. Das Reisen im Inneren von Afrika war mit
großen Fährlichkeiten verknüpft wegen des Fanatismus der dortigen
muhamedanischen Bevölkerung, welche einen Christen dort nicht
dulden will.

F In Oester reich haben 1880 die direkten Steuern
am 719,000 fl. und die indirekten um bedeutend über 12
Nill. fl. mehr ertragen als 1879.

F Die Stadt Paris hat ein Budget, dessen sich manches
Hönigreich nicht zu schämen brauchte. Die Anzahl der im Dienste
der Gemeinde stehenden Beamten beträgt 29,000, die zusammen
19 Mill. Francs an Gehalten beziehen. Die städtische Schuld be—
läuft sich auf 990 Mill. Francs. Im Jahre 1881 werden für
32 Mill. Francs neue Arbeiten ausgeführt werden. Die Schul—⸗
bauten allein haben seit 1871 40 Mill. Francs gekostet.

F Wie dem „B. T.“ aus Rom, 7. Februar telegraphirt
worden, werden seit einigen Tagen Florenz, Forli. Boloqua und
curin von Erdbeben heimgesucht.

— Der Vorschlag einer Welt-Ausstellung in Rom tritt der
Ausführung näher. In allen bedeutenderen Städten Italiens sind
eßt Vereine gegründet und die Kostenrechnung aufgestellt. Man
uiimmt 50 Mull. Francs Kosten an, von denen 10 durch Sub—
cription, 14 durch Eintrittsbillets der Besucher, 8 durch eine Lotterie,
durch Localmiethe aufgebracht werden sollen. Von den übrigen
ollen 5 auf den Abbruchverkauf kommen, 8 vom Staate, 230 von
der Stadt Rom und 114 von der Provinz Rom aufgebracht werden.
Der Siaat Italien, der unter Schulden seufzt, könnte mit solchen
Lurus-Ausgaben füglich noch warten.)

f Der Florentiner Polizei ist ein sehr wichtiger Fang
gelungen. Sie hat sich der Häupter einer internationalen Hoch—
laplerbande bemächtigt, die ihr Geschäft im großartigen Maßstabe
und mit bestem Erfolge zu betreiben verstanden hat. Die Betrugs⸗
falten, welche ihnen nachgewiesen werden konnten, belaufen sich auf
mehr als vier Mill. Francs, und die Werthgegenstände und Baar—
summen, die mit dem Gepäck der abgefäßten Verbrecher saisirt

wurden. repräsentiren eine diesem lukratiben Geschäft entiprechende

Summe. Diese Hochstapler hatten sich, wie aus dem vorhandenen
Beweis material ersichtlich ift, zu dem bestimmten Zwecke associrt,
im öffentliche Krediipapiere von Nordamerika, Canada, England,
stußland und Italien zu fälschen und in Betrieb zu setzen. Sie
erstreckten ihre Thätigkeit auf Amerika, England, Frankreich und
die Schweiz. Besonders rührig waren sie aber in Italien. Der
ebhafte Fremdenverkehr daselbst, das Kommen und Gehen reicher
Touristen, englischer und amerikanischer Millionäre erleichterte dort
hr Unternehmen wesentlich. Turin, Mailand, Genua und Florenz
vurden die Hauptstapelplätze ihrer Falsifikate.

(Grubenunglück) Am 7. Februar entstand durch
die Unvorsichtigkeit eines Jungen in der Whitefield Kohlengrube
Staffordshire England) ein Brand und in Folge dessen eine Er⸗—
plosion, die, soweit bekannt, 12 Menschenleben gekostet hat.

In der Nähe von Crookhaven (Irland) ist der Dampfer
„Bohemian“ gescheitert und wurden nur der zweite Offizier und
20 Matrosen gereitet. Es fanden sonach 32 oder 33 Personen
ihren Tod.

7 In Petersburg produzirte sich in einem Zirkus ein
Komiker mit einem — dressirten Schwein. Zwei russische Lebe—
männer, die jedenfallz nicht recht wußten, was sie mit ihrem Gelde
anfangen sollten, haben den dressirten Dickhäuter für die bescheidene
Summe von 2000 Rubel angekauft, es nach einem Hotel schaffen,
dort schlachten und eine große Gesellschaft zu dem theuren Schmause
einladen lassen.

F Die in Ameri ka vielfach angewandte Methode der Fort⸗
»ewegung ganzer Gebäude ist in der Zeit bis zum 2. December
auch in Mainz mit Glück durchgeführt worden. Es wurde dort
das Stations-Gebäude der Koͤln-Düsseldorfer Dampfschifffahrt⸗
Gesellschaft zunächst 1,75 mm hoch gehoben, dann 15 mm weit nach
dem Flusse hin vorgeschoben und noch über 4 mm weit rheinab⸗
wärts transportirt, um dort auf einem vorher fertig gestellten höl⸗
zernen Unterbau niedergesetzt zu werden. Das Gebäude ist ein⸗
töckig, aus Fachwerk gebaut und hat 362012 mm Grandfläche.
Zur Fortbewegung dienten die üblichen Schrauben und ging die
Arbeit ohne jede Beschädigung des Gebäudes von statten.

— Der reichste Mann der Welt ist der Amerikaner Mackay.
Er soll aus seinen Silberminen in Nevada, Kalifornien, ein Jahres⸗
Finkommen von ca. 14,500,000 Dollars (58,000, 000 Mark) be⸗
iiehen, was, mit fünf vom Hundert kapitalisirt, auf ein Grund⸗
bermögen von ca. 290,000,000 Dollars (1,160,000,000 Marh)
chließen läßt. Berechnet man das Einkommeu des Herrn Mackah
nach obigem Ungefähr auf den Monat, den Tag, die Stunde, die
Minute und die Sekunde, so erhält man als Einkommen für den
Monat rund 1,200,000 Dollars (4,800,000) Mk.), für den Tag
10,000 Dollars (160,000 Mark), für die Stunde 1650 Doll ars
6600 Mk.), für die Minute 27,8 Dollars (110 Mk.) und für
die Sekunde 45 Cents (1,85 Mk.). Wie weit bleibt demnach der
reichste Potentat der Welt, nämlich der Kaiser von Rußland, mit
seinen ca. 80,000 Mark täglich hinter Herrn Mackay zurück?! Das

Merkwürdigste von allem aber ist, daß J. W. Mackah vor ca. 85
Jahren noch als pfennigloser Junge in Irland herumflanirte, vor
ca. 25 Jahren als spekulativer Handlungsreisender die Vereinigten
Staaten Amerikas unsicher machte und vor kaum 20 Jahren bankerott
bis auf die Schuhsohlen war. Doch sei dem, wie ihm wolle; Herr
Mackay ist nun als Besitzer dreier Achtel von Großbonauza, der
ergiebigsten Silbermine, die wohl jemals erschlossen ward, der
Reichste unter den Sterblichen.

Gurnobel.) Ein Eckensteher wird von Vorübergehen—
den gefragt: „Donnerwetter, was rauchen Sie denn da für einen
Stummel?“ Der Gefragte antwortete stolz: „Havanna⸗-Auflese!“

Marktberichte.

Zweibrücken, 10. Februar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 42 Pf., Korn 10 M. 82 Pf., Gerfte zweireihige d M. — Pf.
ierreihige — M. — Pf., Spelz 0O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 67 pf.
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 57 Pf., Kartoffeln 2 M. — pf.
deu 2 Mes8 ppf., Stroh 8 M. 06 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 56 Pf.
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 Ppf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter!/ Kilogr. O M. 95 Pf..
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 9. Februar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 47 Pf. Korn 10 M. 28 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz o M.
— Pf. Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
7 M. 06 Pf., Mischfrucht 10 M. 70 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
hrod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 88 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 44 Pf. Kalblleisch 360 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
56 Pf., Butter 1 Pfund O M. — Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 8. Februar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 20 Pf., RKorn 10 M. 28 Pf. Spelzkern 10 M. 90 Pf., Spelz
7 M. 76 Pf., Gerste 8 M. 82 Pf., Hafer 6 M. 99 Pf., Erbsen 9 M.
— Ppf., Wicken 7 M. 30 Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen 47 M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Vid. 40 Pf., Gemischtbrod

Pfund 485 Vfg.
für die Redacktion verantwortlich: F. X Deme
        <pb n="94" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 3. März
1881 (nicht wie früher ange⸗
geben 24. Februar), Nachmittags
2 Uhr, zu St. Ingbert, in
der Wirthschaft von Ferdinand
Oberhauser,
auf Betreiben von Peter
Enster, Bürgermeister in St.
Ingbert wohnhaft, gegen Jacob
Dchs, weiland Bergmann da⸗
elbst, beziehungsweise gegen dessen
Kinder und Erben,
wird durch Karl Auffschneider,
Rechtskandidat in St. Ingbert
wohnhaft, Amtsverweser des kgl.
Rotars Franz Sauer, im Amts⸗
sitze daselbst, im Wege der ver—
ragsmäßigen Wiederversteiger⸗
ung, wegen Nichtzahlung des
Erwerbspreises, folgende Liegen⸗
schaft, in der Steuergemeinde
St. Ingbert, öffentlich zu Ei—
genthum versteigert:
Plan-Nr. 29, 68 qm
Fläche, Wohnhaus mit
Hofraum, gelegen zu St.
Ingbert im Mühleneck.
St. Ingbert, 10. Febr. 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
Jagdverpachtung.
Mittwoch, den 23. Fe⸗
bruar 1881, Mittags 1 Uhr
wird auf dem Bürgermeisteramte
Aßweiler die Feld⸗ und
Waldjagd der Gemeinde Bie⸗
singen und hierauf die Feld⸗
und Waldjagd der Gemeinde
Erfweiler-⸗Ehlingen auf
einen weitern 6⸗ oder H9jährigen
Bestand öffentlich verpachtet.
Aßweiler, 4. Febr. 1881.
Das Bürgermeisteramt
— Steis.
*
Goldfische
per Stück 40 Pfennig,
10 „Mk. 8,50 empfiehlt
J. Peters. St. Ingbert.

Unterzeichneter hat wieder
chöne neue
Maskenanzüge
in Sammt und Stoff an⸗
ertigen lassen und empfiehlt
olche zum Ausleihen.

V. Weisgerber.

sEin junge frische Kuh hat
zu verkaufen

Wwe. Kaiser, Josephsthal.

Unwiderruflich
32
Ziehung 28. Jebruar 1881.
Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Ludwigshafener
Icatholische Riĩrehenbau-Geld-Lotterie.
I 240,000 . Geldgewinne!
11950 Gewinne werden ohne den 1090 Stenerabzug
baar ausbezahlt.
u! Bei keiner anderen Lotterie
gleich günstig U
Die General⸗Agentur: A. F B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à 2 Mark versendet: Joh. Friedrich, F.
Woll, Buchhandlg. und Joh. Weirich, Friseur in
St. Jnugbert.

2
—AX
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QGEBALAII!
IALAMI!
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II Höohst wiohtig für Landwirthe!
Om eine grösst möglichste Ausnutzung der Rartofsfel Kul-
tur, den wichtigsten Konsum des Volkes, nach besten Kräften
⁊u erzielen, ist ées jetzt endlich nach jahrelangen Versuchen ge-
lungen, durch eine für jeden Landwirth leicht ausführbare NMe-
thode, und z2war: zweimal im Jahre auf demselben Acker
Lartoffeln zu ernten und bei jeder Ernte 100 Prozent mehr
Nutzung, grössere und mehlreichere Kartoffeln zu erhalten, wo-
bei eine Missernte nie vorkommt. Die Kartoffeln Können unter
Bàumen, sogar im Walde angepflanzt werden, und ist bei dieser
Methode nur die halbe Arbeitskraft als bei der bisherigen nöthig.
Dieses höchst wiehtige und ausführliche Werk, betitelt:
„Dor Oeconomis-Rathi, ist soeben in der unterzeichneten
Verlagsbuchhandlung erschienen und ist gegen Posteinzahlung
o»der Nachnahme von 5 Mark zu beziehen; als ein Beweis der
Wahrheit des Gesagten legt die Verlagsbuchhandlung einen
Garantie-Schein bei und zahlt einem Jeden die 5 Mark zurück,

wenn oben Gesagtes nieht auf Wabrheit berubt.

„Der Oecounomie-Rath?? ist nur allein in der
Landwirthschaftlichen Verlagsbuchhandlung
Berlin, Schônbauser Allee 130

zu beziehen.

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—W— —
M 26

Sonntag, den 13. Februar
1881
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Wie man in Abgeordneten⸗
reisen vernimmt, werden die politischen Bedenken, welche Abg. Jörg
n seiner das Unfallversicherungsgesetz betreffenden Interpellation
ervorgehoben hat, von der bayerischen Staatsregierung nicht getheilt.
die Beantwortung der Interpellation und zwar durch den Vorsitzenden
es Ministerrathes, Staatsminister Dr. v. Lutz, sollte in der Frei—
ags⸗Sitzung der Abgeordnetenkammer erfolgen.

Der Reichskanzler legte den Bundesrath einen Entwurf
bbr den Anschluß Altona's und der Unterelbe an das Zollgebiet
ot unter Darlegung der Veränderungen in den jetzigen Grenzen,
er künftigen Handhabung des Zolldienstes u. s. w., sowie unter
ßeifügung eines Kostenanschlags. Ferner unterbreitete der Reichs—
anzler dem Bundesrath eine Mittheilung über den für den Sommer
ieses Jahres projektirten internationalen Kongreß und die dazu
sehörige Ausstellung für Elektricität zu Paris. Die französische
degierung hat Deutschland zur Betheiligung durch den Reichskanzler
ingeladen und der Kaiser hat den Kanzler zur Annahme der Ein⸗
adung ermächtigt. Der Reichskanzler bemerkt: er hoffe die dazu
rforderlichen Mittel aus seinem etatsmäßigen Dispositionsfonds
hne Schwierigkeit überweisen zu können. Es soll ein besonderer
Ldeichskommissär für die deutsche Abtheilung unter Zuertheilung
achverständiger Beiräthe berufen und die Koͤnigreiche Bayern und
Württemberg sollen ersucht werden, je einen Vertreter ihrer Tele—
zraphen⸗-Ressorts in den Beirath zu entsenden. Der Reichskanzler
prdert den Bundesrath zur Förderung der Betheiligung Deutsch-
ands an der Ausstellung auf.

Dem Bundesrath legte der Reichskanzler den Gesetzent—
vurf, betr. die richterliche Verfolgung von Personen des Soldaten⸗
tandes wegen Diensthandlungen vor. Bislang war in Preußen
ei solchen gerichtlichen Verfolgungen der Rechtsweg ausgeschlossen;
zurch dieses Gesetz soll Einheit mit Rücksicht auf die Reichsver—
assung geschaffen werden. (Fr. 3.)

Wie die „Frankf. Ztg.“ hört, sind an die leitenden deutschen
Ninmnister Einladungen ergangen, zur Zeit des Zusammentritts
»es Reichstags sich Behufs Vorberathungen in Berlin einzufinden.

Wie die „W. Pr.“ berichtet, richtete Kaiser WilheIm ein
handschreiben an den Sultan, um ihn zur friedlichen Beileg⸗
ingt des Streites mit Griechenland aufzufordern.

Ausland.

Kronprinz Rudolf von Oesterreich hat eine große Reise
nach dem Orient angetreten. Danach scheint seine Vermählung
mit der belgischen Prinzessin auf längere Zeit verschoben zu sein.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ hebt in einem Artikel den An—
agonismus hervor, wonach es scheine, als sei die kriegerische
Strömung in Frankreich zu einem zeitweiligen Stillstande
ekommen. Die Niederlage Gambetta's bei der Interpellation
Broust (griechische Frage) und der große Erfolg Barthelemy St.
dilaire's berechtigten zu der Annahme, daß die friedliche Ström—
ing wahrscheinlich eine siegreiche sein werde, so lange wenigstens
ie gegenwärtige friedliche Stimmung der übrigen Regierungen
ortdauere. Eine französische Regierung mit vermutheten krieger—
schen Tendenzen gegen Deutschland oder in Betreff der griechischen
cage wäre heute gleichbedeutend mit Frankreichs gänzlicher Iso—
rung.

Ztg.“ der frühere Bürgermeister Karl Hohle vor, der bei der letzten
Wahl als J. Ersatzmann gewählt wurde.

Der „Land. Anz.“ nennt den Goldschmiedlehrling Ernst
Börner als den, welcher wegen versuchten Ausgebens eines falschen
Fünfmarkstückes in Edenkoben verhaftet und nach Landau gebracht
vurde. Der andere Lehrling, der auch verhaftet wurde, ist später
vieder freigelassen worden.

F Aus Germersheim, 8. Febr. berichtet der „Eilb.“:
Am Sonntag wurde in der Nähe von Speyer die Leiche des Sol—
aten März der 10. Kompagnie, des 17. Regiments aus dem
stheine gezogen. Man vermuthet, daß Märtz seinem Leben frei—
villig ein Ende gemacht habe.

4 Vorige Woche wurde, wie die „Fr. Z.“ meldet, in Lu d⸗
o igshafen ein im besten Lebensalter stehender Mann zu Grabe
getragen, der eine Operation an den Hühneraugen vornahm, dabei
r nicht vorsichtig genug zu Werke ging, zu tief schnitt, und sich
adurch eine Krankheit zuzog, die in kürzester Zeit seinen Tod zur
Folge hatte, Man sollte daher ähnliche Operationen ganz unter⸗
assen oder wenigstens äußerst vorsichtig zu Werke gehen.

Spurlos verschwunden ist eine Frau Hänzel in Dacr m⸗
tbadt. Wie der „T. A.“ hört, hat ihr Mann beĩi dem Komman—⸗
)eur der hessischen Division, dem Prinzen Heinrich, darum nachge⸗
ucht, daß durch das Militär die Umgegend abgesucht wird.

Tieser Tage fand auf dem Gepäckbureau der Ludwigsbahn
zu Mainz die Eröffnung eines großen Sackes statt, welcher be⸗
eits vor länger denn zwei Jahren — eisenbahnlagernd — auf
er dortigen Station angekommen war, ohne daß sich ein Empfänger
neldete. Alle solche Sendungen, müssen nach Verlauf eines ge—
vissen Zeitraumes geöffnet werden, um den Eigenthümer zu er⸗
nitteln oder sonstige Verfügungen zu treffen. In dem Sack be—
and sich nun sonderbarer Weise alles Material zur Anfertigung
yon falschem Geld: Stempel, Schablonen, auch eine Anzahl
Brechwerkzeuge. (Fr. 3.)

Man erinnert sich vielleicht noch des schrecklichen Mordes,
velcher vor mehreren Jahren in Nierstein an dem. allgemein
eachteten Bürgermeister Bowinkel verübt wurde. Ein Metzgerbursche
damens Berg wurde damals als Thäter verhaftet, doch wegen un—
enügender Beweise nach einiger Zeit wieder in Freiheit gesetzt.
der Beschuldigte wanderte alsbald darauf nach Amerika aus und
oll dort einem Mitgesellen eingestanden haben, daß er den Mord
virklich vollbracht habe.

. Aus Pforzheim wird der „Bad. L.«Ztg.“ geschrieben:
zin hiesiger junger Kaufmannslehrling, welcher durch den Besuch
iner „Tanzstunde“ zu nicht unbedeutenden Ausgaben veranlaßt
ourde, suchte diese außerordentlichen Ausgaben aus der Kasse seines
Zrinzipals zu decken. Hierüber ertappt und zur Rede gestellt, ging
r auf sein Zimmer und suchte sich durch Oeffnen der Schlagadern
in der Hand und einen Schnitt in den Hals das Leben zu nehmen.
Die That wurde aber entdeckt, ehe eine Verblutung Statt gefunden
jatte. Da der junge Mann statt der Schlagader die Blutader und
Flechse an dem Arm durchschnitten hat, wird er, falls er am Leben
oleibt, wahrscheinlich eine steife Hand behalten.

Frühlingsboten. In Straßburg wurden am
sJ. Februar die ersten Störche bemerkt und können wir wohl dar—⸗
auf rechnen, daß der Winter trotz entgegengesetzter Prophezeihungen
definitiv sein Ende erreicht hat, denn diese Orientreisenden, denen
jier in der wärmeren Jahreszeit fast jeder Schornstein älterer Kon—
truktion eine Heimstätte für Liebes -Lust und Leid bietet, pflegen
ich in ihren Witterungsbeobachtungen selten zu täuschen.

. Aus Würzburg schreibt die „N. Würzb. 3.“: „Ein
xinjährig-Freiwilliger des 9. Infanterie- Regiments konnte den
Nachweis der genügenden Vermögensverhältnisse nicht erbringen und
dient deßhalb als Dreijähriger weiter. Aus dieser einfachen That⸗
'ache hat der hiesige Berichterstatter des Nürnberger „Korresp.
o. u. s. D.“ eine Degradirung des Genannten wegen Schulden⸗
machens fabrizirt.“

Das Juliusspital in Würzburg, die großartige Stif—
ung des Fürstbischoss Echter v. Mespelprunn, hat gegenwärtig
»ein Vermögen von 8,570,000 Mk.

Vermischtes.

F Das in Zweibrücken garnisonirende 2. Jägerbataillon
vird am 15. oder 16. nächsten Monats schon seine jetzige Garnison
»erlafssen, um seine neue Garnison Aschaffenburg zu beziehen. An
Ztelle des Jägerbataillons kommt das 2. Bataillon des am 1. April
uu bildenden 18. Infanterie-Regiments nach Zweibrücken. Kapitu—
anten⸗Unteroffiziere treten vom 2. Jägerbataillon zu dem dahin in
Harnison kommenden Infanteriebataillon über; es ist dies nur ver—
geiratheten Unteroffizieren gestattet worden.

FIn Kaiserslautern verschied im 64. Lebensjahre der
Bildhauer Jakob Menges senior, ein begabter und fleißiger Künstler
ind ein allgemein geachteter Bürger, den das Vertrauen seiner
Mitbürger wiederholt in den Stadtrath berief, dem er bis an sein
ebensende angehörte. An seine Stelle rückt, nach der „Kaisersl.
        <pb n="96" />
        Eine alte Jungfer, der man ihre englische Na—
tionalität nicht bestreiten wird, ist im Hotel Rivoli zu Paris
gestorben, mit Hinterlassung eines Testamentes, das ein wahres
Monstrum von Citelkeit und Egoismus ist. Sie besaß 175,000
Francs und will, daß hiervon 100,000 zur Herstellung ihres Grab⸗
denkmals auf dem Poͤre Lachaise verwendet werden. 15,000 Fres.
vermachte sie dem Thierschutzverein in Paris, 20,000 Francs dem
von London. Den Rest erben ihre Hunde und Pferde, zu deren
Unterhalt eine Rente ausgesetzt ist. Von Menschen war in diesem
Testamente nicht die Rede.

FGöhe der Gerichtskosten), Das Reichsjustizamt
hat Ermiltlungen über die Wirkungen des Gerichtskostengesetzes
und der Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher bei den einzelnen
Bundesregierungen angeregt und die Beantwortung mehrfacher Fra⸗
gen als wünschenswerth bezeichnet. Im Einverständnisse mit dem
Staatsministerium der Finanzen wurden nun vom bayerischen Ju—
stizministerium mehrfache Anordnungen getroffen. Um das erfor⸗

Holzversteigerung.
Am Montag den 14. Fe—
bruar l. Is. Nachmittags um
2 Uhr im Bürgermeistereilokale
dahier wird das Gemeindebe—
rechtigungsholz pro 188081 öf⸗
fentlich versteigert. —
Abth. Sengscheiderhohl:
53 Ster Eichen Prügel;
*8 Kroappen;
bichen Scheit;
3 „Prügel;
Krappen;
„liefern Prügel;
J “ vu K rappen;
5 gemischte Prügel;
4, Krappen.
Abth. Muͤhlenthal:
53 Ster eichen Prügel;
— „Krappen;
311, buchen Scheit;
78, Prügel;
174, Krappen;
1151, üResern Prügel;
938, „Krappen;
J, gemischte Prügel;
45 Krappen.
St. Ingbert, 2. Febr. 1881.
Das Bürgermeisteramt
sCunstev.
Zwangsversteigerung.
Mittwoch, den 16. Fe—⸗
bruar nächsthin, Morgens 10 Ühr
vor dem Stadthause dahier ver⸗
steigere ich zwangsweise gegen
Baurzahlung:
1 Küchenschrank, 1 Tisch,
JPfeilerschränkchen, 1 run⸗
den Tisch, J Nachttischchen,
b Leintücher, 2 Paar Schuhe,
1 Paar Gummizüge ꝛc. ꝛc.
ot. Ingbert, 9. Febr. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
—
24M 8 87
Pastillen
icht - in plombirten Schachtel n
Vorräthig in St. Tnꝙbert bei
AIbr. Zorn, Apoin. u. Ph.
RIinelc.
Kõniꝗ Wilhelms-Felsen-
quellen in Ems.
i
Bottnassen
u. sonst. Blasenl. in den schlimm⸗
sten Fällen heile briefl. unt. Ga⸗
rantie ohne Berufsstörung. Pro⸗
spect u. Zeugnisse gratis. F. C.
I3 Spezialist, Wertheim
d.

Mobilien⸗
Verstéeigerung.
Freitag den 18. d. Mes.
Nachmittags um 1 Uhr im Hause
des Wirthes Carl Best auf
Großenflur, werden verschiedene
Mobilien zum Nachlasse der Ehe—
und Wirthsleute Johann Besi
und Magdalena Weisgerber
gehörig, darunter
1 Chiffonier, J Commode,
Nachttische, Betten, Uhren,
Wirthstische, Spiegel, son⸗
stige Haus⸗ und Küchen—
geräthe, circa 60 Ctr. Kar⸗
toffeln, Heu, Ohmet, Back
geräthe ⁊c.
ziffentlich auf Credit versteigert.
St. Ingbert, 10. Febr. 1881.
Bayer,
Stadtschreiber.
Immobilien⸗
Versteigerung.
Auf Ansuchen der Erben der

u Schnappbach verstorbenen
kheleute Karl Günther, Gru⸗
bensteigetr und Sophie Rep⸗
pert werden durch den Unter—
eichneten

Samstag den 19. Fe⸗
bruar er. Nachmittags
3 Uhr in der Wirth—
schaft von Ludwig Eber⸗

hard zu Altenwald,
die nachbeschriebenen, zu den
Nachlassenschaften der Eheleute
sdarl Günther gehörigen, auf
dem Gemeindebanne von Sulz⸗
bach gelegenen Immobilien öf—
fentlich an den Meist- und Letzt⸗
— versteigert werden näm⸗
lich:

1.

Flur 13 Nr. 22 in der
Albertswiese, Wiese 16
Ar 8 Meter, neben Wil—⸗
helm Schmitt beiderseits.
Flur 13 Nr. 838 da⸗
selbst, dito 12 Ar 47
Meter, neben Johann
Siegwart und Karl Gün⸗
ther.

Flur 13 Nr. 88488 da⸗
selbst, dito, 12 Ar 45
Meter neben Karl Gün⸗—
ther und dem Bache.

Saarbrücken, 6. Febr. 1881.

Der Königliche Notar,
Wilh. Meyer.

2.

⸗

Druck und Verlag von F. X.

derliche Material für die Beantwortung der Frage 8: „Ist eine
störende Einwirkung der Gerichtskostengesetzgebung auf die Rechts—
pflege beobachtet worden? Bejahenden Falls, in welchen Richt—
ungen ist dieselbe hervorgekteten?“ zu erlangen, wurden die Präsi—
denten der Landgerichte und Oberlandesgerichte, sowie die Vor—
stände der Amtsgerichte veranlaßt, bezügliche Wahrnehmungen für
eine spätere Berichterstattung vorzumerken und dafür Sorge zu
tragen, daß auch einschlägige Beobachtungen von Mitaliedern des
Gerichts zu ihrer Kenntniß gelangen.

Diensteßnachrichten.
Berufen wurde: der Steueraufseher K. Mascher in St. Ingbert als
Aufschlageinnehmer nach Ebernburg und der Lokalaufseher J. Peither in
Eisenstein an die Aufschlageinnehmerei in St. Ingbert.
Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme tz.

Zwangsversteigerung.
Samstag den 19. Februar
nächsthin, Morgens 10 Uhr vor
dem Stadthause dahier verstei—
gere ich die gegen Bernhard
August, Handelsmann in St.
Ingbert gepfändeten Gegen⸗
stände, als:
2 Canapee, 2 Pfeiler⸗
schränkchen, 2 Spiegel, 1
Pendul, 1 Chiffonier, 8
Nachttischchen, 2 Wasch⸗
tische, 1 Secretair, 1 Näh⸗
tischchen, 1 Küchenschrank,
1 Dezimalwaage, 2 Koffer
mit Stahlblech beschlagen,
J Reitsattel, verschiedenes
Küchengeschirr, 4 Gänse,
6 Hühner, 1 Partie Mist
2 Oleanderbäume, 1 Bett⸗
lade, 1 Matratze, 1 Roß⸗
haarmatraze, 1 polirten
runden Tisch, ca. 100 CEtr
Kartoffeln, ca. 12 Ctr.
Weizen, ca. 7 Ctr. Ha⸗
fer ꝛc.
zwangsweise gegen Baar—
zahlung.
St. Ingbert, 11. Febr. 1881
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Gewerbe⸗Verein.

Montag, 14. Febr., Abende
8 Uhr im geheizten Gartensaale
von Poller.
me
ik ig u. allein echte Mineralquell⸗
Qustennarainets und Kalao-Thee
atia Vennov. Fonat, Varis, 1671.
durch Kanerl. Verordnung v. 4. Jan.
um ganzen deutschen Reiche auch für
Nicht Apotheker zum freien Verkaufe ge
ftanet. Von Sr. Aalestät dem —
bon deuischlaud besitzt Maria Benno
bon Vonat allein drei guhmreige An⸗
eennungen und von Sr. Heiligkeit
dem Rapfl Segen spendeude Auertenn
ung. Drdens Verleihung und, Diplom.
die Karamels sind die icherste Hülfe
bei selbst schon veraltetem usftexc
dato un Bruteiden. In bigigster
—5 refiet Re fortwaͤtrend
lic ein in Kartons und Flaschen bei
Jean Peters in St.
Inabert.

s

Bei Durchsicht des i11Iustrirten
Buches: „Dr. y Heilmethode“
werden sogar Schwerkranke die
Ueberzeugung gewinnen, daß aud
sie, wenn nur die richtigen Wittel
zur Anwendung noch
zeilung erwarten dürfen. Es sollt
oaher jeder Leidende, selbst wenn bei
ihm bislang alle Medicin erfolglos
235 — —R
ewabrten Seilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Wert an⸗
zuschaffen. Ein Auszng“ daraus
wird gratis und frauco verfondt
bdem weil⸗ j
verbreiteten Buche y il Gichl
fluden Gicht⸗ und Rheumatismus⸗
Leidende die bewährtesten Mittel
gegen ihre oft sehr schmerzhaften
Leiden angegeben, — Heilmittel.
welche selbst bei veralteten Jällen
noch die ersehnte Heiluug brachten.
— BVrospect gratis u. franco. Gegen
Einsendung von 1Mk. W Pfg. wird
„Dr. Airxys Heilmethoder und für
60 Pfg. das Biuch, Die gigt A
uberan hin versandt von Richters
Verlags- Anstalt in Leipzig.

228
*
2
—5

3

Wein⸗Etiquetts &amp;
Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei vor
F. X. Demek,.

Geschäftseröffnung &amp; Empfehlung.
Mein im Hause des Hrn. Friseur Weirich Kohlenstraß
unterm Heutigen eröffnetes
Herren-Kleidergeschäft
empfehle hiermit dem verehrl. Publikum von hier und Umgegend
Durch günstige Einkäufe sowie ein gut assortirtes Lager bin ich
in den Stand gesetzt, meine geehrten Abnehmer in jeder Hinsich
zu befriedigen.
Zu recht zahlreichem Besuche lade ein
M. Haas, Kohlenstraße.
St. Ingbert, 6. Februar 1881.
Deme? in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt

Mr.
        <pb n="97" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt., Sonntags mit illustrirter Bei⸗

sage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementépreis beträgt vierteljährlich

M 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 A, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärtis
mit 135 A fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
Dienstag, den 15. Februar

1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) In der Sitzung der Abge—
xdnetenkammer vom 11. ds. stellte Abg. Land mann an die kal.
—VVV—— noch dem gegenwärtig
ersammelten Landtag einen Gesetzentwurf über Erxrichtung einer
mer staatlicher Verwaltung stehenden und wenigstens auf alle
rechtsrheinischen Kreise ausgedehnten Hagelversicherungsanstalt vor⸗
ulegen. Minister v. Pfeufer wies in seiner Antwort zunächst
arauf hin, daß der Wunsch nach einer solchen Anstalt im Landtag
chon in den Jahren 1861, 1866, 1873, dann später auch in
xr Zentralversammlung des landw. Vereins und in verschiedenen
dreisversammlungen desselben angeregt worden sei, und fuhr dann
uso fort: „Da die kgl. Staatsregierung den wohlthätigen Einfluß
ner geordneten, nachhaltigen und möglichst wohlfeilen Hagelber—
scherung auf die Landwirthschaft anerkennt, so glaubt sie der Frage
züher treten zu müssen, ob und in welcher Weise etwa den Wün⸗
chen der Grundbesitzer Rechnung getragen werden könnte. Hierbei
uͤrften aber die erheblichen Schwierigkeiten nicht außer Betracht
leiben, welche sich seither der Entwickelung des Hagelversicherungs⸗
geschäftes entgegengestellt haben.“ Da die Erhebungen über die
hagelschäden noch nicht zum Abschluß gelangt seien, auch noch das
hulachten des Zentralkomites des landwirthsch. Vereins über die
porschläge bez. der Organisation des Hagelversicherungswesens aus⸗
tehe, so sei die Einbringung eines solchen Entwurfs bei dem gegen⸗
värtig versammelten Landtag zur Zeit mit Bestimmtheit nicht in
Aussicht zu stellen.

Muͤnchen, 14. Februar. Die Abgeordnetenkammer nahm
seute das Richter-Disziplinargesetz mit 124 gegen 18 Stimmen
nit geringen Abweichungen von der Fassung der Reichsraths—
ammer an.

Der Wahlgesetz⸗Ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer
zat die Diäten der nicht in München wohnenden Abgeordneten
mit 10 M. (statt der von der Regierung beibehaltenen 5 Gulden)
demessen. Für die Reise sollen die Abgeordneten Freikarten erhalten.

Se. Maj. der König von Bayern hat aus dem zu seiner
eigenen unmittelbaren Verfügung vorbehaltenen Gewinn-Antheil der
München⸗Aachener Mobiliar-Feuerversicherungs-Gesellschaft 19,170
Mark vertheilen lassen, und zwar für freiwillige Feuerwehren und
jür gemeindliche Zwecke der Feuersicherheit 12,370 Mark und
ö800 Mark für Wohlthätigkeitsanstalten.

Von heute, 15. Febr. an, werden deutscher Reichstag,
bayerischer und preußischer Landtag gleichzeitig tagen.
An parlamentarischem Stoff wird's also in Deutschland in der
nüchsten Zeit nicht fehlen.

Wir theilen nachstehend wegen ihrer Wichtigkeit im Auszuge
die Antwort mit, welche Staatsminister v. Lu tz im Namen des
Hhesammtministeriums in der Freitagssitzung unserer Abg.⸗K. der
zör g'schen Interpellation in Betreff des Reichsunfallver⸗
icheruugsgesetzes zu Theil werden ließ. Der Minister sagte
etwa: Die Frage könne jetzt nicht entschieden beantwortet werden,
da über den betr. Gesetzentwurf (Anfallversicherung) noch keine
Herathungen Statt gefunden und man sonach nicht wissen könne,
welche Modifikationen der Entwurf im Bundesrathe annehme oder
in Äussicht habe. Dennoch will derselbe als die Haltung der
Regierung kennzeichnen, daß das Ministerium, die Reichsberfassung
itreng beachtend, die berechtigte Selbstständigkeit Bayerns wahren
perde. Auf die Frage in der Interpellation, wofür, wenn eine
Zentral⸗Verficherungs⸗Anstalt gegründet würde, die Einzelstaaten
ioch gut und da seien, versichert die Regierung, es als ihre heiligste
pflicht zu betrachiten, für den Fortbestand des engeren Vaterlandes
inzutreten. Eine bloße Negation sei dazu nicht genügend und
unter Umständen sogar geeignet, die Existenz der Partikularstaaten
su untergraben. Auch muͤßten die berechtigten Desiderien (Wünsche)
der Arbeiter erfüllt werden, da mit Prohibitiv- und Strafgesetzen

Nichts geschehen könne. Ist das Projekt ein wünschenswerthes, so
müsse man sich mit der Reichskompetenz versöhnen und die Frage
über eine Reichss oder Einzelstaats-Versicherungsanstalt weiter er⸗s
drtern. „Wenn — so schließt der Minister — obwaltende Be—
denken gehoben werden und wir der Krone rathen können, die

fraglichen Bestrebungen des Reichskanzlers zu unterstützen, so glaubt

die Regierung nicht an den Grundvesten unseres Staates zu ruͤtteln,

sondern einen Akt eminent konserbvativer Politik zu üben.“
Ausland.

Zwischen Oestereich-Ungarn und Deutschland wurde
ein Vertrag abgeschlossen wegen der gegenseitigen Beglaubigung
der von öffentlichen Behörden und Beamten ausgestellten oder be⸗
zlaubigten Urkunden.

Die englischen Behörden ergriffen Vorsichtsmaßregeln gegen
ein angebliches Fenier-Komplott, das k. Schloß in Winsor in die
Luft zu sprengen.
Vermischtes.

8St. Ingbert, 15. Febr. — Gestern Abend war im
Bewerbe-Verein die „Gesetzvorlage über die staatliche Versicherung
der Arbeiter gegen Unfälle“ der Gegenstand lebhafter Besprechung
ind Erörterung. Dieser Frage, sowie der über das „Innungs-
wesen“ gegenüber dürfte der Verein demnächst Stellung nehmen,
vie dies auch andere pfälzische Vereine der Handelskammer gegen⸗
über schon zu thun beschlossen haben.

Der Musikverein Kaiserslautern wird am 14. Aug.
. J. unter Mitwirkung der Musikvereine von Landau, Neustadt
und Saarbrücken die Mendelssohn'sche Musik zur „Antigone“ zur
Aufführung bringen. Der verbindende Text wird von Mannheimer
Hhofschauspielern gesprochen werden; das Orchester wird von der
dapelle des badischen Grenadierregiments aus Karlsruhe sowie einer
Anzahl Dilettanten gebildet.

FIn Kaiserslautern ist dieser Tage ein falsches
Zweimarkstück mit der Jahrzahl 1876, anscheinend aus Blei, aus⸗
zegeben worden.

F Wie die „Pf. Pr.“ erfährt, will Frhr. v. Stauffenberg,
obald als es ihm möglich ist, nach Kaiserslautern kommen,
um seinen Wählern über die Thätigkeit des bayerischen Landtags
und seine eigene Bericht zu erstatten.

F Bei der gestern (Montag) Nachmittag in Kaiserslau—
dern Statt gehabten Versteigerung wurde das Hotel Karlsberg
im-101,000 Mark an Herrn Karl Reis, Konsul in Mannheim,
das Stallgebäude demselben um 9200 Mark zugeschlagen.

F.Im Spitale zu Kaiserslautern ist gegenwärtig ein
aus Westindien stammender Neger untergearacht, bis derselbe mit
Reisemitteln versehen nach England zurückgeschickt werden kann.
Derselbe wurde in Teutschland als derjenige Zulukaffer gezeigt,
welcher den Prinzen Napoleon erschlagen habe. Als er so viel
deutsch gelernt hatte, um zu erkennen, welche Rolle man ihn spielen
lasse, begab er sich zur Behörde, um hier Schutz und die Mittel
zur Rückkehr nach England zu suchen. Er ist ein intelligenter
Mensch, im Christenthum unterrichtet und mit der englischen Sprache
bollständig vertraut.

Die Unverschämtheit einzelner Bettler geht fast ins Un—⸗
aubliche. So berichtet die „K. Z.“: Vor einigen Tagen kam in
»er Mittagszeit ein Bettler in ein Haus und bat um etwas Mit⸗
agessen. Die Familie saß gerade beim Mittagtisch, die Hausfrau
üllte einen Teller mit Erbsen, legte noch ein Stück Pökelfleisch da—
zu und reichte dies dem Bettler vor die Thüre. Bald darauf klopfte
s8 an der Stubenthüre, und reichte der Bettler der Frau den leeren
Teller zurück. Später wollte der Hausherr, der vor dem Essen
eine Stiefel ausgezogen und auf den Gang gestellt hatte, sich wieder
mm die Arbeit begeben und die Stiefel anziehen. Dieselben standen
ioch an derselben Stelle; als er aber die Füße hineinschieben
vollte, spritzten ihm die Erbsen aus dem Schaft entgegen. Der
Bettler hatte nur das Stück Fleisch verzehrt, die Erbsen aber in die
Stiefel geschüttet.

Der Gewerbe-Verein in Edenkoben beschloß die Ver—
unstaltung einer im Sommer dieses Jahres Statt findenden Lokal⸗
Bewerbe⸗ Ausstellung, verbunden mit einer Lehrlingsarbeiten-Aus⸗
tellung. Die Zahl der Aussteller ist, wie die „Gg.“ meldet, be—
reits auf 130 — 140 anzunehmen. Von einem dortigen Mitbürger
vurden dem Vereine 100 Mark baar zu 5 Vreisen für die besten
dehrlingsarbeiten gespendet.
        <pb n="98" />
        F In einem größeren Orie der Vorderpfalz trug sich
vor einigen Tagen ein Vorfall zu, der trotz seiner ernsten Seite
auch seinen drolligen Beigeschmack hat. Eine alte Frau war an⸗
scheinend Morgens 8 Uhr in das bessere Jenseits hinübergegangen,
die trauernd Hinterbliebenen ließen die Todtenankleiderin rufen.
Diese lag bereits längerer Zeit ihrer Pflicht ob, die sterblichen Reste
einer Reinigung zu unterziehen und war von den untern Extremi⸗
täten ausgehend bereits mit ihrem Geschäft bis zum Kopfe ge—
kommen, als die Todigeglaubte plötzlich die Augen aufschlug, mit
lauter Stimme nach ihren Kindern rief und dei völligem Bewußt—
sein sich mit diesen unterhielt. Man denke sich den Schrecken der
Todtenankleiderin gegenüber dieser Situation; die Freude der Kinder
beim Anblick der wieder zum Leben erwachten Mutter war leider
nur von kurzer Dauer, indem Letztere dann Mittags zwölf Uhr
definitiv von ihrem Leiden erlöst wurde.

F Vom Bienwald. Die Straßburger Tabakmanufaktur
in Lauterburg beschäftigt jetzt schon über 120 Personen, obgleich
erst ein kleiner Theil der Arbeitsräume hergestellt ist.

F Das Landgericht Würzb urg hat vor einigen Tagen
einen 61 Jahre alten Weinhändler aus Kitzingen, wegen fort⸗
gesetzten Vergehens der Fälschung von Nahrungsmitteln zu 4 Mo—
naten Gefängniß, 1000 M. Geldstrafe und Veröffentlichung des
Urtheils in drei Zeitungen verurtheilt. Die Anklage ging dahin,
daß der Beschuldigte im Jahr 1879 mehr als 9000 Liter Wein
durch Beimischung von Traubenzucker und anderen Surrogaten
verfälschte, auf Lager hielt und theilweise an Kunden verkaufte.

Dem Magnetiseur Hansen hat man auch in Peters—

urg, wo ihm die Sonne des glücklichen Erfolges so hel
trahlen schien und der sogar in „allerhöchsten Kreisen“ seine ma
netischen Wunderstückchen produziren durfte, nunmehr, nachdem su
zie Petersburger Aerzte gegen seine gesundheitsschädlichen Experim en
uusgesprochen, das Handwerk gelegt und seine Vorstellungen unter sagt

Aus Orenburg (xRußland) kommen Berichte, daß ume
den Ural-Kirgisen eine furchtbare Hungersnoth herrsche; die Nof—
st so groß, daß Eltern ihre männlichen Kinder für Lebensmeitt
yerkaufen oder dieselben gegen Frucht umtauschen, während di⸗
Mädchen der Kälte und dem Hunger überlassen bleiben.

ae die Redaction verantwoctlich:—
Eingesandi.

St. Ingbert, 14. Febr. — Die Einzeichnungsliste für
den „Verein gegen Bettelei“ hat ihren Umlauf angetreten unmd
veist verhältnißmäßig, schöne Resultate auf, besonders bez. de
e'r stenn Spalte, welche die Mittel gegen das Vaganten-Unwese,
vezweckt.

Sehr zu wünschen aber ist, daß auch die Spalte II
welche die Mittel aufbringen soll, der Bettelei im Allgemeinen
namentlich der Bettelei der Kinder abzuhelfen. von jeden
Bereinsmitglied ins Auge gefaßt und verhältnißmäßie
hedacht werde.

Nur auf diese Weise kann dem Bettehunwesen ein Züge
aingelegt, den ehren haften Armen nur auf diesem We—
ehrenhaft geholfen werden.

Ein Vereinsmitglied für Viele.
Licitation.

Eigenthümer sind: St. Ingbert, öffentlich zu Ei⸗
Die Kinder und Erben der genthum versteigert:
Eheleute Schmelzer, beziehungs⸗ PlaneNr. 4648 und 4649,
veise ein Repräsentant eines 214 47 qm Wiese am
olchen, nämlich: langen Stein neben Leopold
l. Georg Schmelzer, Schmelz⸗ Mayer.
arbeiter, zugleich Nebenvor⸗ St. Ingbert, 12. Febr. 1881
mund des nachgenannten K. Auffschneider,
Minderjährigen; Amitsverweser.
darl nmeer. minderjäh⸗ — —
eiges Kind des verstorbenen Nien⸗
Sohnes Joseph Schmelzer, Mob ilien⸗
rüher Vergmann, zuhi Verstéeigerung.
Barbier, erzeugt in dessen Freitag den 18. d. Mts.
khe mit seiner hinterbliebe- Nachmittags um 1 Uhr im Hause
ien Wittwe Elisabeth Jung, des Wirthes Carl Best auf
hne Gewerbe, vertreten durch Froßenflur, werden verschiedene
ꝛiese seine Mutter als gee Mobilien zum Nachlasse der Ehe—
etzliche Vormünderin und und Wirthsleute Johann Best
urch genannten Georg und Magdalena Weisgerber
S„chmelzer als Nebenvor—⸗ gehörig, darunter
nund; Chiffonier, 1 Commode,
darl Schmelzer, Schmelz⸗ Nachttische, Betten, Uhren,
rier, Scmel 8 Wirthstische, Spiegel, son⸗
ikolaus Schmelzer, Berg— tige Haus- und Küchen⸗
nann; circa 60 Ctr. Kar⸗ Geld⸗ Lotterie
Wilhelm Schmelzer, Buch— doffeln, Heu, Ohmet, Back für die katholische Kirche
halter. geräthe ꝛc. in Ludwigshafen a. Rh
Ae 38 pohnost öffentich auf Credit versteigert Mit
St. Ingbert, zebr. St. J Febr. 1881
HK. Aufischneider, b di FebreJ Marß 2
Amtsverweser. 2 awist man ein Cooe
— —c —f Stadtschreiber.
Vertragsmäßige 2 — —
Wiederversteigerüung. Zwanasversteigerung. 22,
Montag, den 7. Maͤrz Sarnstag den 19. Februar 2222223
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu nächsthin, Morgens 10 Uhr vor
St. Ingbert in der Wirth- dem Stadthause dahier verstei Zlehung am 28. Febr. 188
chaft, von Johann Joseph gere ich die gegen Bernhard dereentigt au einom Gewinno von
deinrich, August, Handelsmann in St. W. ι σιιο—
durch Karl Auffschneider, Ingbert gepfändeten Gegen⸗ —
Rechtskandidat in St. Ingbert fände, als:
wohnhaft, Amtsverweser des kgl. 2 Canapee, 2 Pfeiler⸗ —06 Aarb
Rotär Franz Sauer, in St. schränkchen, 2 Spiegel, J uf
Ingbert, auf Betreiben von Eli— Pendul, 1 Chiffonier, 8 —
abetha Steinfeld, Krämerin Nachttischchen, 2 Wasch- Die alleinige Generalagentur:
haselbst, Wittwe des daselbst tische, 1 Secretair, J Näh- A . u. B. Schuler in Zweibrücken
vberlebten Michael Endt, gegen ischhen, 1 Küchenschrank,“ Loose sind zu haben in St
Bernhard August, Handels⸗ Dezimalwaage, 2 Koffer Ingbert bei: J. Friedrich.
mann allda, im Wege der dertrags⸗ mit Stahlblech beschlagen, J. Woll, Buchhandlg. Joh.
näßigen Wiederversteigerung, die 1Reitsaitel, verschiedenee Weirich, Friseur.
iachstehend beschriebene Liegen⸗ Küchengeschirr, 4 Gänse
chaft in der Steuergemeinde 6 Hühner, 1 Partie Mist
Druck und Verlag von F. x. Demes in St. Ingbert.

2 Oleanderbäume, 1 Bet
lade, 1 Matratze, 1 Roß—
haarmatraze, 1 polirten
runden Tisch, ca. 100 Cir
Kartoffeln, ca. 12 Ctr
Weizen, ca. 7 Etr. Ho
fer ꝛc.
zwangsweise gegen Baar
zahlung.
St. Ingbert, 11. Febr. 188
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Samstag den 5. März
nächsthin Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft der Wittwe Poller an
der Kohlenstraße werden durch
den unterzeichneten, hiezu ge—
richtlich beauftragten Amtsver⸗
weser des kgl. Notars Sauer
zu St. Ingbert, die nachstehend
beschriebenen, zum Nachlasse der
daselbst verlebten Eheleute Georg
Schmelzer, der Zweite, Sohn
oon Johann weiland Bergmann
und Magdalena Gressung
gehörigen Liegenschaften, in der
Sieuergemeinde St. Ingbert,
Amisgerichts St. Ingbert und
Rentamts Blieskastel, der Ab⸗—
theilung wegen öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum
versteigert, nämlich:

Plan⸗-Nr. 1063, 27 a 30
qm Acker auf dem rothen
Flur, lange Ahnung neben
Johann Weidmann, und
Heinrich Wack;
Plan⸗Rr. 2650*92, 19 a
Acker im Lautzenthälchen
neben Wittwe Gressung;
Plan⸗Nr. 1999, 19 a 40
Im Acker im Rockenthal,
mittlere Ahnung neben Jo⸗
hann Hellenthal und Wwe.
Danzer;

Plan⸗Nr. 1916, 15 a 30
qim Acker in der Rischbach
lange Ahnung neben Phi—
lipp Munzinger und Veter
Best;

Plan⸗Nr. 1821, 9 a 50
qIm Acker am Güttenwies⸗
hen neben Paul Buchheit
und Ernst Conrad;
Plan-Nr. 1870, 19 a
10 qm Acker auf Rothhell
neben Karl Best und An—
stößern;

Plan-Nr. 1507, 17 a
Acker auf der großen Flur
erste Ahnung neben Johann
Best und Elisabeth Müller.

Mtk. 10,000
auch in kleinerer
5 Betirägen sind ge—
—A—

zuuleihen.
Zu erfragen in der Exped
ds. Blattes.
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5— 5338 388 5558 728 — — —— 53233—2
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55338 52 2 552858 3332535 525538 — 225 3 553333
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗—

lage) erscheini wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljährlich

1A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 , einschließlich 40 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 Bfur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, NReclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Donnerstag, den 17. Februar
i881.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Der Gesetzentwurf, einige
Abänderungen an den Gesetzen über die allgemeine Grund- und
Haussteuer betr. ist nunmehr nach den von dem Ausschuß in der
zweiten Lesung gefaßten Beschlüssen zusammengestellt, gedruckt und
bertheilt. Der Ausschuß hat beschlossen, an die Kammer durch den
Referenten v. Hörmann mündlichen Bericht erstatten zu lassen und
beantragt, die Kammer wolle beschließen: J. Dem Gesetzentwurf
sei nach den Beschlüssen des Ausschusses die Zustimmung zu er—
theilen; IBI. die Petitionen der Hausbesitzer in München, Kaisers—
jautern, Zweibrücken, Ludwigshafen, Neustadt a. H., des Stadt-
rathes in Speyer. des Gemeinderathes in Kandel, von Hausbesitzern
in Homburg, des Stadtrathes in Landstuhl, von Hausbesitzern in
Annweiler, Frankenthal, St. Ingbert u. s. w., welche sämmt⸗
lich Aenderungen in den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen über
Grund-, bezw. Häusersteuer beantragen, seien als durch die Beschlüsse
zum Gesetzentwurfe erledigt zu erachten; die Petitionen der land⸗
wirthschaftlichen Bezirksvereine seien, soweit sie die Abschaffung der
Grundsteuer und deren Ersatz durch eine allgemeine Einkommen⸗—
steuer beantragen, gleichfalls als durch die Beschlüsse zum Gesetzent—
wurfe erledigt zu erachten, dagegen, soweit sie eine Aenderung der
Gesetze über Gebührenwesen und über Branntweinsteuer bezielen,
an den Petitionsausschuß zur zuständigen Behandlung abzugeben.

Aus München, 14. Februar wird gemeldet: Am Mittwoch
früh werden sich die Minister Dr. v. Lutz und Frhr. v. Crailsheim,
sowie Ministerialrath v. Mayer zu den Verhandlungen des Bundes—
raths nach Berlin begeben. Für die Dauer der Abwesenheit der
beiden Minister wird die interimistische Leitung der Geschäfte des
Staatsministeriums des Innern für Kirchens und Schulangelegen⸗
heiten der Justizminister Dr. v. Fäustle, die des Staatsministeriums
des 'kgl. Hauses und des Aeußeren Staatsrath v. Pfistermeister
übernehmen. (A. Z3.)

Am Dienstag wurde in Berlin der Reichstag eröffnet. Die
Thronrede kündigt an, der Voranschlag des Reichshaushalts für das
Rechnungsjahr 1881/82 werde unverweilt vorgelegt werden. In den
bisherigen wirthschaftlichen und finanziellen Ergebnissen erblicken
die Bundesregierungen eine Aufforderung, die Grundgedanken der
Steuerreform weiter durchzuführen, so die finanzielle Selbstständigkeit
des Reiches anzustreben und zugleich den einzelnen Bundesstaaten
die Mittel zu gewähren zur Minderung drückender Abgaben und
zur Verbesserung der Lage der Arbeiter. Angekündigt werden der
Entwurf eines Stempelgesetzes, ein Gesetzentwurf über die Brau—
steuer (letztere betrifft Bayern nicht), der Gesetzentwurf über Ver—
sicherung der Arbeiter gegen Unfälle, um der Sozialdemokratie ent—
gegen zu treten, ferner der Gesetzentwurf über die Innungen, ein
Gesetzentwurf über die Versorgung der Hinterbliebenen von Reichs-
beamten, einer über Bestrafung im Trunkenheitszustand begangenen
Verbrechen, endlich ein Gesetzentwurf über Einführung zweijähriger
Budgeiperioden.

Zum Ausland, sagt die Thronrede weiter, steht Deutschland
in freundlichen Beziehungen, insbesondere entspricht sein politisches
Verhältniß zu den großen Nachbarstaaten der persönlichen Freund—
schaft des Kaisers mit deren Beherrschern. Unter den Mächten
herrscht in dem Willen, den Frieden zu erhalten, volle Ueberein—
stimmung; es besteht betreffs der wesentlichen Ziele der schweben⸗
den Verhandlungen keine prinzipielle Meinungsverschiedenheit. Der
Einigkeit der Mächte wird es hoffentlich gelingen, auch theilweise
Friedensstörungen zu verhüten, jedenfalls sie so zu beschränken, daß
sie weder Deutschland noch dessen Nachbarn berühren.

Der Bundesrath genehmigte den Entwurf des Reichs—
Stempelsteuer-Gesetzes mit einem Zusatz, wonach der zur Reichskasse
fließende Nettoertrag der Stempelabgaben den Bundesstaaten nach
dem Fuße der Matrikularbeiträge zu überweisen ist.

In der Sitzung des Bundesraths vom 12. d. M. wur⸗
den festgestellt: die für das nächste Jahr zu erwartenden Gr⸗
träge aus Zöllen auf Mk. 188,250,000, aus der Tabakb
steuer auf Mk. 4,878,000, aus den Aversen für Zölle und Ta
haksteuer auf Mk. 3,829,000. Die Ueberweisungen an die Bun—

)esstaaten betragen Mk. 66,657,000, der Anleihebedarf Mark
33,369,221.

Die Umwandlung des preußischen Volkswirth⸗
schaftsraths in eine deutsche Institution scheint doch
zrößere Schwierigkeiten zu machen, als dies auf Grund der bereits
dem Bundesrathe zu diesein Zwecke vorgelegten Etatsposition den
Anschein hatte. Die bayerische Regierung ist nicht geneigt, zuzu⸗
lassen, daß wichtige Organisationen auf einem anderen als dem
geraden verfassungsmäßigen Wege ins Leben gerufen werden und
hat daher in der Sonnabend⸗-Sitzung des Bundesraths sich da⸗
gegen erklärt, daß der Volkswirthschaftsrath durch die Hinterthür
einer Etatsposition in die Institutionen des deutschen Reichs ein—
zeschmuggelt werde. Die bayerische Regierung verlangt die Vorlage eines
ormlichen Gesetzes, das den Volkswirthschaftsrath als dauernde Reichs-
Institution ins Leben ruft, und ist in Folge dessen die betreffende
Etatsposition vorläufig zurückgezogen worden. Es ist anzunehmen,
daß diese Zurückziehung eine definitive sei, da Fürst Bismarck bei
einer früheren Gelegenheit (Einbeziehung St. Paulis in den Zoll⸗
verein) die Erklärung abgegeben, daß er bei Streitigkeiten über
die Auslegung der Verfassung im Bundesrathe es opporiun erachte,
eine materielle Entscheidung mit allen Mitteln zu umgehen. Es
ist demnach anzunehmen, daß er in dem vorliegenden Falle dem
bayerifchen Standpunkte Konzessionen machen wird. Daß die Re—
gierungen im Uebrigen geneigt sind, einen Volkswirthschaftsrath
ür Deutschland schaffen zu helfen, haben Anfragen, die vorher
tattgefunden haben, unzweifelhaft ergeben, fraglich aber erscheint
jetzt allerdings, ob dabei nicht etwa der Hintergedanke obgewaltet
hat, daß vielleicht im Reichsstage diese Meinung Widerstand fin⸗
den könne.

Die Eisenbahn-Kommission des preußischen Abgeordneten⸗
hauses beschloß, der Staatsregierung die Ermächtigung zur Legung
des zweiten Geleises der Rhein⸗Rahe-Bahn und einen bez.
Kredit von 8,750,000 Mark, sowie ferner die Ermächtigung zum
Ankauf der Rhein-⸗Nahe-Bahn zum Course von 15 Prozent zu er
cheilen.
xse mischtev.

*St. Ingbert, 17. Febr. Als Seltenheit in dieser
Jahreszeit wurde uns heute Morgen ein lebender Schmet ter⸗
ling (itronfalter) überbracht.

Nach der neuesten Volkszählung zählen die Landgerichtsbezirke:

Frankenthal 193,170 Seelen
Kaiserslautern 164,1020,
Zweibrücken 164,034 ,
Landau 154,792
Die ganze Pfalz 676,098 Seelen.

Nach der „Pf. Pr.“ ist dem Pfarrer Petersen in Mu ß⸗
bach (rüher Seminar-Inspector in Kaiserslautern und dann
Pfarrer in Ernstweiler) die protestantische Pfarrei in Wimpfen a.
B. (hessische Enclave am Neckar zwischen Baden und Württemberg)
verliehen worden.

Das Handels⸗ und Gewerbegremium Kirchheim bo⸗
landen hat sich, laut der „Pf. Pr.“, in einem Bericht an die
pfälzische Handelss und Gewerbekammer dahin ausgesprochen, daß
es wünschenswerth sei, den Mißständen im Gesellen- und Lehrlings-
wesen entgegenzutreten, daß Innungen auf Grund freiwilligen Bei—
tritts wünschenswerth seien, aber daß Eingriffe in die Gewerbe—
freiheit dabei durchaus unterbleiben mögen.

F Gestorben in Kaiserslautern der frühere Landtags—
abgeordnete und Bürgermeister Bierbrauereibesitzer Joh. Gelbert,
75 Jahre alt.

Von dem Schöffengericht Kaiserslautern wurde ein
15jähriger Fortbildungsschüler von Morlautern zu einer Gefäng—
nißstrafe von 1 Monat verurtheilt, weil er am 80. Dezember v.
Is. Abends, nach Beendigung des Unterrichts, einen Mitschüler
berfolgte und mit einem Messer derart verwundete, daß eine zehn⸗
tägige Arbeitsunfähigkeit die Folge war.

F Für die Landes-Ausstellung in NUrnberg wird auf
dem Ausstellungsplatze eine altdeutsche Weinstube errich—
tet werden, und der Betrieb derselben ist nun den Herren Ed.
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        Witter und J. Cromin Neustadt a. H. übertragen wor⸗
den; es dürfen in derselben nur Weine, die auch in der Aus—
tellung vertreten sind, zum Ausschank kommen.

FDen Offizieren der Landauer Garnison ist nunmehr
auch der Wiedereintritt in die Kasinogesellschaft zu Landau gestattet.

4 Nadeln in den Mund zu nehmen, ist ein Leichtsinn, der
schon öfters die schrecklichsten Folgen nach sich zog. Auch in
Oggersheim verschluckte vor einigen Tagen ein Mädchen durch
Unachtsamkeit eine Stecknadel. Anfangs spürte dasselbe keine
Schmerzen, jetzt aber haben sich solche, und zwar in hohem Grade,
ingestellt.

Dem Vernehmen nach wurde Regierungsdirektor v. Meyer
in Speyer auf Ansuchen in Ruhestand versetzt unter Verleihung
des Geheimerathstitels und wurde Oberrechnungsrath Gebhard
zum Direltor bei der kgl. Regierung der Pfalz, Kammer der Finan⸗
zen, ernannt.

F Die in bedrängten Verhältnissen in einer badischen
Stadt lebende bejahrte Tochter eines verstorbenen bayerischen Staats⸗
zeamten wandte sich an den König von Bayern nm eine
Anterstützung. Nach Umfluß schon von wenigen Tagen erfreute
ie der König mit einem Gnadengeschenk aus seiner Handkasse, ohne
daß vorher Berichte von allen möglichen Stellen eingeholt worden
wären. Es möge diese Mittheilung ein Beitrag sein zur richtigen
Beurtheilung der wahren Gesinnung des sonft in stiller Zurückge—
jogenheit sich gefallenden Königs.

7 Aus Bretzenheim (Hessen) wird folgende Geschichte ge—
meldet: Das Pferd eines hiesigen Landwirths litt vor einiger Zeit
m hohem Grad an Kolik. Der Thierarzt verordnete, als alle an⸗
zewendeten Medicamente fruchtlos waren, ein Klystier mit der
DOrisfeuerspritze. Der Rath wurde befolgt und die kleinste Spritze
der Gemeinde zur Anwendung gebracht. Allein auch dieses Mitiel
half nichts und das Pferd vecendete schließlich. Wie das so geht,
hemächtigte sich der Volkswitz der Sache — „das Völkchen spürt
den Teufel nie, selbst wenn er sie beim Kragen hätte!“ Ein loser
Schalk verfaßte ein Lied, das eine recht heitere Wirkung erzielte,
ein anderer verfertigte eine auf die Angelegenheit bezügliche Zeich—
nung, welche vervielfältigt und in Mainzer Wirthschaften verkauft
wurde. Der Thierarzt fühlte sich durch das Bild beleidigt und
iieß den Zeichner vor das Sühnegericht laden. Der Sühnerichter
voll bei Ausübung seiner Mission viel Heiterkeit empfunden haben;
yb dieser Umstand die Schuld trägt, daß eine Einigung nicht zu

Zwangsversteigerung.
Nächsten Samstag den 19.
Februar Vormittags 10 Uhr in
ʒer Wirthschaft von Peter Heusser,
in St. Ingbert versteigere
ch zwangsweise gegen Baar—
ahlung die dem Schuster Joseph
Jost dahier gepfändeten Gegen⸗
tände als:
Nähmaschine, 1 Küchen⸗
schrank, J Tisch, 1Pfeiler—
chränkchen, 1 runden Tisch
nit Decke, J Nachttischchen,
Käfig mit Kanarienvogel,
Käfig, 6 hänfene Lein⸗
tücher, ⁊c. ꝛc.
St. Ingbert, 16. Febr. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollrzieher.
Zwangsversteigerung.
Donnerstag den 24. Fe⸗
bruar nächsthin Vormittags 10
Ahr vor dem Schulhause zu
Schnappbach versteigere ich
wangsweise gegen Baarzahlung:
Kleiderschrank, 1 Küchen⸗
ichrank, 1 Küchenschaft, 1
Ofen, 1 Tisch, 1 Nacht⸗
tischchen, 4 Rohrsessel, 1
Spiegel, J Wanduhr, ⁊c. ꝛc.
St. Ingbert, 16. Febr. 1881.
Faßbender,
serichtsvollzieher.
rtin kräftiger
nge kann unter
portheilhaften Bedingungen in
die Lehre treten bei
Peter Greß, Bäcker.

Zwangsversteigerung.
Donnerstag den 24. Fe⸗
zruar 1881 Vormittags 10
Ihr vor dem Schulhause zu
Zchnappbach werden durch
)»en unterzeichneten Gerichts-
jollzieher zwangsweise gegen so⸗
ortige Baarzahlung:
1 runden Tisch, 1 Wand⸗
uhr, 1 Pfeilercommode, 1
Nachttischchen, 4 Rohr—⸗
stühle ꝛc. ꝛc.
St. Ingbert, 16. Febr. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Gratis. Gratis.
7T..
hohes c5——

onnen selbst schwächlide Personen
erlangen.

Niemand versäume deshalb, fich
ofort das reu erschienene vuch
nzuschaffen, welhes die am Tu,
igsien auftretenden Krankheiten,
nie: Abmagerung, chwache,
NRagenleiden, Nervenleiden
Leberbeschwerden, Blutar⸗
nuth, Haͤmorrhoiden Band⸗
purm u. s. w. genau beschreibt
ind dagegen die wirkjsamsten
Jausmittel angiebt. Dies Buch
Agratis zu haben in St.
Ingbert bei Herrn J. Fried⸗
ich.

Druck und Verlag von F. X.

tande kam, ist nicht festzustellen. Die Sache wird nun wahrschein⸗
ich nicht ohne Anrufung des Strafrichters ablaufen.

Vor dem Schwurgericht in Kolmar (Elsaß) wurde in
yoriger Woche ein Wucherer aus Ober-Sulz zu einer Gefängniß⸗
trafe von 9 Monaten, einer Geldstrafe von 900 Mark und zum
Lerlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 8 Jahre verurtheilt. Der
Biedermann, ein Geldhändler Namens Moses Bloch, hatte Geld
aur auf Wechsel ausgeliehen und bei größeren Beträgen 258—30,
bei kleineren 40 —50 Prozent genommen.

F Ueber einen Scherz, dem leider vier Menschenleben zum
Opfer fielen, wird aus Ostrow (Böhmen) berichiet: In einer
doctigen Fabrik saßen Donnerstag vier Arbeiter auf dem Dampf—-
essel und pflegten hier der Mittagsruhe. Während dieser Zeit
uhren vor dem Fabrikgebände mehrere mit Holz beladene Wagen
vor, worauf der Maschinist die Arbeiter aufforderte, das Holz von
den Wagen abzuladen. Diese kamen jedoch dieser Aufforderung
nicht nach, indem sie erklärten, dies sei Sache der Fuhrleute. Um
die Arbeiter von dem Kessel zu vertreiben, ließ der Maschinist aus
Scherz in den Kessel ein wenig Dampf strömen. Bei diefer Mani—
pulation perbrannte er sich aber die Hand und wurde 'hierdurch
nußer Stand gesetzt, den Hahn wieder abzuschließen. Der Dampf
trömte mit voller Kraft heraus und verbrannte die dier Arbeiter
erart, daß ihre Körper ein schreckliches Bild darboten. Dies alles
zeschah in einem so kurzen Zeitraum, daß es den Arbeitern un—
nöglich war, sich zu flüchten. Die vier Arbeiter starben noch im
raufe desselben Tages unter den größten Schmerzen. Sie waren
ämmtlich verheirathet und hinterlassen jeder, außer der Gattin,
nehrere noch unversorgte Kinder. Der Maschinist wurde in Hafi
zenommen.

x Ein schrecklichr Tod. Frau Anthony Osborn, eine be⸗
ahrte Frau, welche in Delaware Station, einer Stadt Amerikas,
n guten Verhältnissen lebte, schaffte sich vor Kurzem in entsetzzlicher
Weise aus der Welt. Sie trug eine in Petroleum getränkte Bett—
decke in den Hof, wickelte sich in dieselbe und zündete die Decke so⸗
dann an. Die Flammen wurden von einigen Nachbaren bemerkt,
die sofort herbei eilten, um das Feuer zu üöschen. Doch war die
inglückliche Frau bereits derart verbrannt, daß sie wenige Minuten
darauf ihren Verletzungen erlag. Man vermuthet, daß die Frau
in einem Anfalle von Geistesstörung die That beging.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.
Die gegen Bernhard August, ilien I
D Handelsmann in Er. Ing⸗ Immobilien
bert, in Nr. 26 u. 27 dieses Versteig erung.
Blattes ausgeschriebene Zwangs⸗ 7
nersteigerung findet nicht statt. Auf, Ansuchen der Erben der
St. Ingherl, 153. Fer 1881. u Schnappbach verstorbenen
Faßbender, Lheleute Karl Günther, Gru—⸗
Geriu tobolgieher. hensteiger und Sophie Rep—
e o o pert werden durch den Unter—
auch in kleineren den 19
Beträgen sind ge⸗ 9 ag Fe⸗
3 imed e egf er. achuitta gs
Vguleiten. e doeit
wüdhe Wragen in der Erved. hard zu Altenwald,
deattes. — — eewe zu den
RFachlassenschaften der Eheleute
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dem Gemeindebanne von Sulz⸗
E m p f eẽ h lu n g. bach gelegenen Immobilien öf⸗
Ich benachrichtige hiemit meine fentlich an den Meists und Letz!⸗
erehrl. Kunden in St. Jug⸗ bietenden versteigert werden näm⸗
bert und Umgegend, daß ich lich:
in Bälde nach dorten kommen J.
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jenzunehmen.
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besonders reichhaltig ausgestattet.
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zu haben in der Buchdruckerei von
F. X. Demetz.
Demes? in St. Ingbert.
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        83
2.23 *58323 2
222 538322 52 57 —52 28
22 5538552 553583 —A 838
22228 23 24 — — — * 21353 ————
— 327 —5523 — 25 75 — 55328 4 —— —
—*5333 5355*3 —5 5s 5 233
— 2 2 —— — 8 35 8 —
587 5 8 5 *5555 553 — —23 2322 —5—5558 225
2* S 8 322 — 2 — 8 28 — S 3253 D 52**
55 —555 535383585 2 2 — —3S8S5 ——— 25ꝰ—5 82*
2* —A 382255 5* ——— 8 .2 324 — 29 — —— —
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der St. Iugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierielijährlich

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29.

Samstag, den 19. Februar

18815

Deutjsches Neich.

(Bayerischer Landtag.) Nach den Anträgen der Sub—
ommission zur Vorberathung des Art. 2 des Gesetzentwurfs, die
Abänderung einiger Bestimmungen des Landtagswahl gesetzes vom
Juni 1348 betr., welche geeignet sein dürften, eine Verständig—
ing über diesen wesentlichsten Differenzpunkt herbeizuführen, soll
er Art. 2 in folgender Fassung angenommen werden: „Die kgl.
ztaatsregierung hat jeden Regierungsbezirk in Wahlkreise nach der
herhältnißzahl von 81,800 Seelen einzutheilen. Bei dieser Ein—
heilung sind die Grenzen der Amtsgerichte oder der Distriktsge—
neinden einzuhalten, darf kein Wahlkreis für mehr als vier Abge—
xxdnete und dürfen in jedem Regierungsbezirk höchstens zwei Wahl⸗
reise für einen Abgeordneten gebildet werden. Die Bestimmungen
)es vorstehenden Abs. 2 finden keine Anwendung auf die Haupt⸗
ind Residenzstadt München, welche in zwei lediglich aus Bestand⸗
heilen der Stadt bestehende Wahlkreise zerlegt werden kann. Kein
Wahlkreis darf weniger als 28,000 Seelen zählen. Jeder Wahl—
rreis muß ein räumlich zusammenhängendes Ganzes bilden.“ (Nun,
—

Die Subkommission des Wahlgesetzausschusses der bayerischen
dammer der Abgeordneten, bestehend aus den Herren Dr. Daller,
„. Fischer, Dr. v. Schauß und Frhrn. v. Soden, hat bezüglich
er Wahlkreiseintheilung eine Einigung erzielt und ist hiedurch
hoffnung auf Zustandekommen des Gesetzes gegeben.

Sicherem Vernehmen nach ist Bayern in Berlin mit einer
leußerung über die Erhebung des Volkswirthschaftsrathes zu einer
Finrichtung des Reiches (bisher besteht er bekanntlich nur für
hreußen) noch gar nicht herangetreten.

Bei seiner Eroffnung am Dienstag durch den Grafen Stolberg⸗
Wernigerode war der Reichstag selbst nur durch verhältniß—
mäßig wenige Mitglieder, etwa 40, vertreten; der erschienenen Mit⸗
glieder des Bundesraths waren es fast mehr. Die vom Grafen
Stolberg verlesene Botschaft wurde schweigend angehört; erst am
Schluß, der von den Friedensaussichten handelt. war beifälliges
Murmeln hörbar.

Was jedem Vaterlandsfreund in der Reichstags-Gröff⸗
nungsrede besonders erfreulich erscheinen muß, das ist die feste
Friedenszuversicht, welche der Schluß des Aktenstückes athmet. Der
Faiser ist fest überzeugt von den friedlichen Absichten aller euro—
väischen Mächte. Deutlich ist die Anspielung auf Oesterreich und
Kußland, das nun wieder in die Reihe der uns am engsten be—
rreundeten großen Nachbarreiche getreten ist. Frankreich, das doch
nuich als unser Nachbar betrachtet werden muß, hat bekanntlich
einen „Herrscher“, mit dem Kaiser Wilhelm persönlich durch Bande
her Freundschaft verknüpft sein könnte und so steht es denn in
einer Reihe mit den anderen Großmächten, wie England und Ita—
ien, denen wir in friedlicher Gemeinsamkeit des Strebens, auch
ohne persönliche Freundschaftsbeziehungen der Souveräne, verbunden
leiben. Ganz und völlig wird freilich die Friedenserhaltung nicht
garantirt, aber von etwa ausbrechenden partiellen Friedensstörungen
ollen jedenfalls Deutschland und gleichzeitig auch Oesterreich und
Rußland unberührt bleiben, und damit darf sich unser Friedens⸗
begehr schon zufriedengeben.

Der Neichssstag wählte in seiner zweiten Sitzung (am
Mittwoch) mit 147 Stimmen den Grafen Arnim (cons.) zum
Bräsidenten; 91 Stimmen fielen auf v. Seydewitz. Arnim war
m Hause nicht anwesend. Zum ersten Vizepräsidenten wurde v.
Franckenstein (Centrum) mit 149 Stimmen gewählt; Stephani
erhielt 101. Franckenstein erklärte die Annahme der Wahl. Zum
weiten Vizepräsidenten wurde Ackermann (freicons.) mit 172 von
256 Stimmen gewählt; derselbe erklärte die Annahme der Wahl.
Die drei Gewaͤhlten bildeten auch in der vorigen Session das
Präsidium des Reichstags.)

Der mit 147 Stimmen zum Reichstagspräsidenten gewählte
Braf Arnim lehnte die auf ihn gefallene Wahl, welche durch ein
klerikal⸗conservatives Zusammengehen zu Stande kam ab. In der
Donnerstags-Sitzung des Reichslages sollte darum zur wiederholten
Wahl eines ersten Präsidenten geschritten werden.

Berlin. 17. Februar. v. Goßler (conservativ — Ober—

verwaltungsgerichtsrath in Berlin) wurde als Präsident des Reichs⸗
tages gewählt. Die Nationalliberalen gaben weiße Zeitel ab.

Graf Wilhelm Bismarck Gohn des Reichskanzlers)
zeabsichtigt, im Reichstage einen Antrag auf Einführung der Börsen⸗
teuer einzubringen. Er will eine Umsatzwerthsteuer und eine mäßige
Kouponsteuer vorschlagen.

Das preuß. Abgeordnetenhaus hat den Antrag
Windthor st auf Aufhebung der Temporalien-Sperre abgelehnt.
Für den Antrag stimmten nur das Zentrum, die Polen und einige
Konservative. An der Debatte betheiligten sich nur Zentrumsmit—
glieder.

Die letzte Rede des Statthalters von Elsaß-⸗LKothringen
jat eine gewaltige Gährung hervorgerufen. Auch in seinen früheren
dundgebungen hatte Herr v. Manteuffel den rückhaltlosen Anschluß
der Elsaß-othringer an Deutschland als die Voraussetzung seiner
ntgegenkommenden Politik bezeichnet; allein die deutschfeindlichen
Parteien glaubten darin eine akademische fagon de parler erblicken
zu dürfen, welche sich nicht zu hindern brauche, die Freundlichkeit
zes Statthalters bestens zu akzeptiren. Jetzt hat der letztere diese
Voraussetzung nicht nur mit Nachdruck betont, er hat auch den
Elsaß⸗Lothringern rund und nett einen Termin gesetzt, an welchem
ie jenen Anschluß rückhaltlos zu bethätigen haben, nämlich die
nächsten Reichsstagswahlen. Dadurch sind denn alle jene Elemente,
die sich in dem politischen Halbdunkel der Manteuffel'schen Soireen
o behaglich gefühlt, alle jene Franzosenfreunde, die bereits von
den guimülthigen Deutschen ihre Geschäfte betrieben glaubten, in
ehr unangenehmer Weise aufgeschreckt worden.

Am Hochzeitstage des Prinzen Wil hehmm von Preußen
wvird nicht, wie von verschiedenen Blättern mitgetheilt wurde, eine
allgemeine politische Amnestie, wohl aber eine umfassende Begnadig—
ung stattfinden.
Ausland.

Wie in Wien und Paris, so wurde auch in London
—DD
hesonderer Genugthuung aufgenommen.

Französische Blätter enthalten interessante Details über den
Fortschritt der Eisenbahnbauten in Frankreich. Darnach hat
ich das Eisenbahnnetz um 971 Kilometer im Jahre 1880 ver⸗
größert und hat nuͤnmehr eine Länge von 23,731 Kilometer.
Wenn die Bahnen, die bereits im Bau begriffen, vollendet sind,
vird die Länge der französischen Bahnen sich auf 27,054 Kilometer
belaufen. Dieser Augenblick wird jedoch erst im Jahr 1884 ein—
treten, vorausgesetzt, daß der Friede erhalten bleibt, den Frankreich
yor Allem erhälten zu sehen wünscht, weil er ihm die größten Vor—
heile bringt, selbst vom militärischen Gesichtspunkte aus betrachtet.
Ddenn wie die Eisenbahnen in Frankreich angelegt sind, dienen sie
pörzugsweise militärischen Zwecken, so daß nach Vollendung des
Frehcinet'schen Bausystems die Armee in wenigen Tagen an der
Zrenze zusammengezogen werden kann. Und doch gibt es in
Deutschland noch Schwärmer, welche allen Ernstes verlangen,
Deutschland möge Frankreich mit dem guten Beispiel der Abrüstung
porangehen.

die Königin von England hat es aͤgelehnt, die holländische
Deputation zu empfangen, welche eine Bittschrift zu Gunsten der
Herstellung der Unabhängigkeit im Transvaal überreichen wollte.

Die englische Regierung hat nach den neuesten vorliegen⸗
den Nachrichten Unterhandlungen mit den Boeren des Transvaal
angeknüpft. Man scheint demnach in England zu der Einsicht
gekommen zu sein, daß die Boeren keineswegs zu unterschätzende
Jegner sind und daß selbst im günstigsten Falle der Krieg ein
sehr langwieriger und kostspieliger werden könnte. Außerdem be—
teht im Oranjefreistaat eine starke Partei für den Anschluß an
die Transvaalboders und die Oranjeboers haben bereits den Durch—
gang englischer Viehtransporte durch ihr Gebiet verweigert. Ueber
die Art der den Boers gestellten Bedingungen verlautet noch nichts;
jedenfalls dürfen dieselben nicht auf bedingungslose Unterwerfung
auten, denn sonst wären die Boers zur Fortsetzung ihres Wider—
tandes entschieden berechtigt und würden die allgemeine Sympa⸗—
thien für sich haben.
        <pb n="106" />
        Ein am 153. dso. stattgehabter euglischer Ministerrath
beschäftigte sich mit den an den Befehlshaber der Engländer in
Transvaal gelangten Friedens-Eröffnungen der Boeren und sandte
sofortige Antwort auf dieselben.

Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, erhielten die
deutschen Konsulate in der Türkei die Weisung, bei politischen
Demonstrationen oder Konflikten stets den österreichischen Kol⸗
legen sich anzuschließen und deren Schritte zu unterstützen.

Der von den russischen Waffen bei Geok-Tepe erfochtene
Sieg über die Tekinzen scheint das Geschick des mittelasiatischen
Feldzuges und die Zukunft des transkaspischen Gebietes definitiv
entschieden zu haben. Generaladjutant Skobeleff meldet aus Aschabad
unterm 26. Januar (7. Februar):

„Nach Veröffentlichung der Proklamation, in der die Tekinzen
aufgefordert wurden, auf ihre früheren Wohnsitze zurückzukehren,
kehrt die Bevölkerung allmählich aus den Sandsteppen zurück und
liefert ihre Waffen aus. Bisher sind 7000 Familien erschienen.
Safi⸗Khan, Khudai-Werdh Khan und andere augesehene Häuptlinge
befinden sich in unserem Lager. Diese sammeln die uͤbrige Be—
pölkerung. Es ist interimistisch eine Verwaltung organisirt. Ich
ergreife Maßregeln, um die bei Geok-Tepe versammelten Familien
auf ihre früheren Wohnsitze zurückzubefördern. Denselben sind
aus den erbeuteten Vorräthen Sachen verabfolgt worden, als Kibitken
Proviant und Küchengeräthe. Auch wird Ihnen ärztliche Hilfe zu

theil. Es werden Maßregeln zur Desinficirung Geok-Tepes und
der Umgegend ergriffen, um schädlichen Folgen vorzubeugen, die im
Frühjahr eintreten könnten. Es erweist sich, daß in Dengil-Tepe
6400 Leichen beerdigt sind. Während der Belagerung fielen 8000
Mann, während der Verfolgung wurden vor meinen Augen nicht
weniger als 2000 Mann niedergemacht. Der Gesundheilszustand
der Truppen ist befriedigend.
Vermischtes.

*St. In gbert, 18. Februar. Gestern Abend hatte die
Gesellschaft „Haxmonie“ in ihrem Vereinslokale zu Ehren ihres
von hier als Dekan nach Kirchheimbolanden scheidenden Mitgliedes
Hrn. Pfarrer Krieger eine Abschiedsfeierlichkeit veranstaltei.

* Die Pfälzischen Eisenbahnen trugen im Januar
dieses Jahres das nette Sümmchen von 171,218 M. 26 Pf.
weniger ein, als im gleichen Monate des Vorjahres.

F Nach der „Kaisersl. Ztg.“ bezahlt die „Aktiengießerei
Kaiserslautern“ für das abgelaufene Betriebsjahr eine
Dividende von 7 pCt.

x Bezüglich der Versteigerung des Hotel Karlsberg in
Kaiserslautern bemerkt die „Kais. Zig.“, welche für den
Ankauf dieses Anwesens von Seiten der Stadt eingetreten war:
Ob Herr Consul Reis aus Auftrag oder auf eigenes Risiko handelte,
ist uns nicht bekannt. Hätte man ein so überaus klägliches Re—
sultat der Versteigerung dieses Prachtbaues gedacht, so häite viel⸗
leicht die am letzten Freitag in letzter Stunde im Stadirath noch
einmal aufgetauchte Anregung, für die Stadt mitbieten zu lassen.
noch einige Anhänger gewonnen.

F,In Bergzabern wurden dem im dortigen Distrikts—
krankenhaus aufgenommenen Bäcker Franz Hoffmann von Ingen—
heim beide Füße amputirt. Hoffmann hatte dieselben im Jahre
1876 erfroren und verlor damals sämmtliche Zehen. Das sich
seither jeden Winter wiederholende Aufbrechen der Füße machte
chließlich die jetzt ausgeführte Amputation nothwendig. (T.)

F In Landau wurde der Metzgerbursche Adam Ertel wegen
graver Majestätsbeleidigung verhaftet.

Der Gewerbe⸗-Foribildungsverein für Dürkheim und
Umgegend hat sich in einer am vorigen Sonntag abgehaltenen Ver—
sammlung zu einem Gewerbeverein umgestaltet. Zweck: Hebung
und Belebung der Gewerbe sowie Verbesserung der gewerblichen
Zustände überhaupt.

FIn Mannheim hat sich ein Hausbesitzer-Verein gebildet;
es wird Liste geführt über gute und schlechte Miether; noöthigen—⸗
falls übernimmt der Verein auch das Eintreiben der Miethe von
säumigen Zahlern ꝛc.

F Die Stadt Düren in der Rheinprovinz ist Erbin eines
großen Vermögens geworden. Der vor einigen Jahren verstorbene
Notar Ahrweiler hat 900,000 Mark testamentarisch zu Gymnasial⸗
zwecken vermacht. Wir glauben hiervon Notiz nehmen zu soilen,
weil äußerst selten Schenkungen zu derartigen Zwecken gemacht
werden.

Der Pfarrer Glas von Ammerthal, Vez.A. Am—⸗
berg, war — was bei einem Pfarrer gewiß selten dagewesen —
wegen Verfehlens gegen die Sonntagsfeier (er hatte an 3 Sonn⸗
tagen seine Dienstboten zum Kleegrasen angehalten und hiedurch
seiner Pfarrgemeinde großes Aergerniß gegeben) vom Schöffenge—
richte zu Amberg zu 9 M. Geldstrafe, ev. 3 Tagen Haft ver⸗
urtheilt und die hiegegen eingelegte Berufung vom Landgerichte
Amberg verworfen worden. Die gegen letzteres Urtheil beim Ober—⸗
landesgerichte München eingelegte Revision wurde in der letzten

AVV—
urtheilt.

Der Magistrat von Münch en hat für das siebente deutsche
Bundesschießen, das bekanntlich in München abgehalten wird, 6000
M. zu Ehrengaben bewilligt und zwar 4000 M. zu einem Haupi.
preis und 2000 M. für einige kleine Preise. Der Hauptpreis soll
aus einem hervorragenden Erzeugniß der Kundindustrie bestehen
und für die Beschaffung desselben eine Bewerbung mit Preisen von
500 und 250 M. für die zwei besten Arbeiten bezw. Zeichnung
zu denselben eröffnet werden. Gleichzeitig hat der Magistrat auch
10,000 M. zu dem Zweck bewilligt, um Gewerbetreibenden, welch⸗
die Landesausstellung beschicken, namentlich solchen aus dem Klein—
zewerbe, Beiträge zu den Kosten der Platzmiethe gewähren zu können.

— Mit Bezug auf die in Aussicht stehende neue Organisation
der bayerischen Artillerieregimenter wurden dem
Bernehmen nach die Offiziere derselben aufgefordert, zu erklären,
ob sie bei dem Fuß- oder den Feld-Artillerieregimentern eingetheili
zu werden wünschen. Die neue Organisation soll mit dem 1. Apri
ins Leben treten.

— Das eidgenössische Postdepartement in Bern hat am 14
ds. die Nachricht von einem schrecklichen Eisenbahnunglück erhalten,
das sich am Eingang des Mont⸗-Cenis-Tunnels bei Modane in
Folge eines fast 400 m langen Schneesturzes ereignet hat. Nähere
Ungaben fehlen noch, nur vernimmt man, daß die ganze Strece
don Wagentrümmern, Holzsplittern u. s. w. bedectt sei und daß
diele Menschenleben zu beklagen seien. Es soll das größte Eisen—
hahnunglück sein, das jemals auf dem europäischen Festland siatt⸗
gefunden hat.

F Urgroßmutter Hochzeit. Eine Gemeinde der nördlichen
Schweiz verwilligte jüngst einer verwittweten Urgroßmutter einen
Beitrag aus ihrem Gemeindefond zur Bestreitung der Kosten bei
hrer Wiederverehelichung.

F In Oesterreich-Ung arn geht man in jüngster Zeit
dem dort ganz besonders florirenden Wucher ernsthaft zu Leibe.
Der Reichsrath hat ein gegen denselben gerichtetes Gesetz ange—
nommen. In Pesth fängt man dagegen die Sache noch praktischer
an, indem man die Cravatten-Fabrikanten, vulgo Halsabschneider
nehr und mehr von der Gesellschaft auszuschließen bestrebt ist.
Dort sucht der Wucher, wie auch anderwärts, vor Allem sein Opfer
m aristokratischen Kreisen und bedient sich finanziell ruinirter Per—
oͤnlichkeiten als Vermittler. Dieser Tage wurde nun ein solches
Zubjelt aus dem Nationalkasino herausgemaßregelt, von dem man
n Erfahrung gebracht, daß es sich für 30,000 fl. nicht weniger
als 70,000 fl. hatte schreiben lassen; gewiß ein nettes Profitchen.

Gon der Billroth'schen Magenoperation.) Der Zustand
der Patientin war auch am 9. d., am zwölften Tage, ganz er—⸗
rreulich. Sie ist seit zwei Tagen vollständig fieberfrei, die Körper⸗
unktionen beginnen wieder in normaler Weise vor sich zu gehen.
Es ist nunmehr auch unwahrscheinlich, daß durch die Magen-Raͤhte
Abszesse entstehen würden, und dadurch scheint die letzte Gefahr,
velche im Laufe der Wundbehandlung häite eintreten können, be—
eitigt zu sein.

F. Eisen-Industrie. Aus Brüssel wird der „Frankf. Ztg.“
zeschrieben! „Die Aufträge aus Deutschland geben den Luxembuͤrger
Zochöfen volle Beschäftigung bis gegen Ende Juni. Luxemburger
Bußeisen wird jetzt per 1000 Kilo zu 50 Fres. für Belgien und
u 55 Fres. für Deutschland notieri.“

Der Gesammtwerth der jährlich in Frankre ich erzeugten
Modeartikel für Damen kann in runder Summe auf 75 Millionen
Fres. veranschlagt werden. Die für diesen Industriezweig erforder⸗
ichen Löhne tragen 12 bis 15 Millionen, die untet 22,000 Ar—
heiter und Arbeiterinnen zu vertheilen sind. — Seit einigen Jahren
Jat sich die Zahl der Schneiderinnen in Patis beträchtlich vermehrt.
Man kann den Gesammiwerth ihrer Arbeit auf 60 Millionen Frcs.

jährlich beziffern, und die Zahl der Arbeiterinnen, die sie beschäftigen,
übersteigt 135,.000. Die Ausfuhr von Modeartikeln im eigentlichen
Sinn repräsentirt einen Werth von 150 Millionen. Was künstliche
Blumen, falsche Haare, Hutwaaren, Bijouterieen, Wäsche, Schuh⸗
vaaren, und sonstige Zuthaten der eigentlichen Toilette betrifft, so
tellen sie einen Ausfuhrwerth von mindestens 100 Mill. Fres dar.

F. Die Weinernte in Frankreich, die im Jahre 1873
33 Millionen Hektoliter betrug, ist infolge der Phylloxera im letzten
Jahre auf 30 Millionen herabgesunken. Bei dieser Gelegenheit ist
es vielleicht nicht uninteressant zu erinnern, daß die Produktion vor
der Revolution eine geringere war und 25 Millionen nicht über⸗
schritt. Die Anzahl der mit der Weinrebe be flanzten Hektaren
betrug damals 1,546,6146. Im Jahre 1880 In sie sich auf
2,208,895 erhoben.

Unter den Stenographen der französis ch een Deputir⸗
enkammer herrscht große Aufregung. Am 16. ds. soll daselbst
eine Maschine versuchsweise aufgestellt werden, welche den steno⸗
zraphischen Dienst verrichteit. Diese neueste Erfindung eines Italieners
st bereits seit einiger Zeit im italienischen Parlament in Wirksamkeit.
Sollte sie sich auch in Paris bewähren, so hätte die Thätigkeit
        <pb n="107" />
        der Stenographen ihr Ende erreicht. Es bleibt ihnen jedoch noch
eine Aussicht. Die Maschine notirt jedes im Saal laut werdende
Wort. Sollte nicht die Mehrzahl der Deputirten der unerbittlich
— 0—
Stenographen, die manche Unkorrektheit unterdrückt, vorziehen?

— Die Salicylsäure als Conservirungsmittel ist in Frankreich
nenerdings geächtet worden. Der französische Minister für Acker⸗
bau und Handel hat nämlich ein Verbot gegen den Verkauf aller
festen und flüssigen Nahrungsmittel erlassen, die zu ihrer Conser—
hbirung mit Salicylsäure, imprägnirt sind, und zwar auf Grund
eines Gutachtens des „Ausschusses für die öffentliche Gesundheit
Frankreichs,“ in welchem constatirt wird, daß die Salichlsäure
ucht blos durch die unmittelbaren Wirkungen, die sie auf den
menschlichen Organismus ausübt, sondern noch weit mehr des⸗
wegen gefährlich sei, weil sie die betrügerische Einführung anderer
nachtheiliger oder doch wenigstens ungesunder Substanzen besonders
in die Weine und Biere gestattet.

Aus den Denkwürdigkeiten Prosper Merimé's wird ein
jübsches Wort Napoleon's III. über die Lage des französischen
daiserreiches in den letzten Jahren mitgetheilt: „Was soll ich ihun?
Ich bin Sozialist, meine Frau ist Legitimistin, der Prinz Rapo—
leon (Jerome) Republikaner, Morny Orleanist; es bleibt nur
Persigny, welcher Imperialist ist und Persigny ist verrückt.“ Die
zage seiner Regierung hat der verunglückle Cäsar damit aller—
dings vortrefflich gezeichnet. Er hatte ein Gebäude aus Flugsand
aufgerichtet, au dessen Bestand Niemand als Schwärmer glaubten
ind er selbst vielleicht am wenigsten.

. Das Eisenbahnunglück em Mont⸗-Cenis beschränkt sich
jach Mittheilungen der Pariser Blätter auf die Verwundung von
zxei Personen des Zugpersonals eines Güterzugs, welcher in der
Racht vom 11. zum 12. dss. bei der Station La VPrax auf starke
Schneeverwehungen stieß.

Einpaarherrenlose Millionen! Ein Herr
Arthur Mangen aus Beafauvais ist kürzlich in Boisbandreau
Frankreich) mit Hinterlassung eines Vermögens von zwei Mil—
ionen gestorben. Testament ist keines vorhanden, und die Leibes—
erben sind gänzlich unbekannt.

f Am 8. Febr. Abends um 6 Uhr brach in den Viktoria—
docks zu London Feuer aus und zerstörte einige Gebäude, in
ꝛenen große Vorräthe von Tabak, Guano, besonders aber Thee
agerten. Der Brand dauerte bis früh 6 Uhr ununterbrochen fort,
ind es beträgt der verursachte Schaden ungefähr 400,000 Pfund
Zterling, gleich acht Millionen Mark. Die Entstehungsart des
Feuers ist bis jetzt noch unaufgeklärt.

F.Aus New-Orleans, 9. Febr., wird gemeldet: In—
olge eines heftigen Sturmes sind die Uferdämme gebrochen und
istt der Mississippi ausgetreten; der Fluß hat 500 Häuser-Gevierte
»er Stadt überschwemmt und die Eisenbahn ist gleichfalls beschädigt
worden. Die Fluth hat beträchtliche Verluste verursacht und das
Basser ist noch immer im Steigen.

F Sieg der Pickelhaube. Nach einer General-Ordre des
driegsministers de Vereinigten Staaten wurden mit An—
jang dieses Monats bei der nordamerikanischen Armee die preu—
zischen Helme eingeführt. Mit einem Schlage sind die bisher üb—
ichen Kappen und Mützen abgeschafft worden. An ihre Stelle
tritt der Helm mit Schuppenkette, Spitze und Haarbusch für In—
anterie, Kavallerie und Artillerie.

F Sturm und Ueberschwemmungen sind fast allgemein in
den Verein. Staaten und Canada. Der Schaden be—⸗
äuft sich bereits auf 500.000 Dollars und die Gefahr ist noch
teigend.

Die bekannte französische Schauspielerin Sarah Bern—
hardt, welche gegenwärtig in Nordamerika gastirt, hat zu St.
Louis in 6 Vorstellungen und einer Maunee die Kleinigkeit
non 111,000 Franken verdient.

An den Untergang der Welt scheint der englische Astronom
Froctor zu glauben. Ueber ihn wird nämlich berichtet: „Professor
Proctor, der größte lebende Astronom, der die Beobachtung des
iahenden Kometen zu seinem besonderen Studium machte, über⸗
ibt das Resultat seiner Forschungen der Oeffentlichkeit und seine
Schlußfolgerungen sind, daß ein schrecklicher Zusammenstoß des
dometen mit der Sonne sicher ist und Veränderungen in unserem
Sonnensysteme ohne Zweifel stattfinden werden. (Wann?) Der
rohende Komet ist der nämliche, der neulich, in 1880, an dem
hbimmel über Australien sichtbar war; er ist einer der interessan—
testen Kometen, die je von den Menschen beobachtet wurden. Es
ind nicht phantastische Theoretiker, sondern berühmte Mathemati—
ler, welche schon längst die Berechnung machten, daß dieser Komet
inserm Sonnensysteme noch Gefahr bringen werde. Gleich dem
domet von 1843 zog er ungefähr 191,000 Meilen an der Ober—
fläche der Sonne vorbei; auch schlug er dieselbe Bahn ein; aber
seine Kreise um die Sonne werden immer enger, und so rasch

nähert er sich ihr. daß er in kurzer Zeit in sie hineinfallen muß!

And mit diesem schauerlichen Ereig nisse werden dann alle höheren
Formen des Lebens auf der Oberfläche der Erde zerstört werden.“
Dienstes nachrichten.
Als Regierungsdireltor, K. der F., wurde der kgl. Oberrechnungsrath
Karl Gebhard nach Speyer befördert und der kal. Regierungsrath, K.
d. F. Karl Weigel auf Ansuchen vensionirt.

—
Mar?d!berichte.

Zweibrücken, 17. Februar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11M. 56 Pf., Korn 10 M. 81 Pf., Gerste zweireihige s M. 83 Pr
vierreihige — M. — Pf., Spelz 7, M. 80 Pf., Spelzkern — M. — Ja,
Dinkel M. — ppf. Veischtrucht 10 Wißß Pfrdafer 6 M71 gyf.
Erbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 68 Pf., Kartoffeln 2 M. — pf.,
deu 2 M. 885 Pf., Stroh 83 M. 0O6 ppf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 57 Pf
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 1006
Zr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 Ppf. Kalbfleisch 40 Pf.,
Hammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter!/ Kilogr. dO M. 95 Pf.
Wein J Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 16. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 50 pf. Korn 10 M. 32 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz o M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
7 M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 60 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
9 M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6.Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 -244 Pf., Kalbfleisch 36 Pf. Hammelfieisch — Pf., Schweine⸗
fleisch 86 Pf., Butter 1I Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 15. Febr. (Fruchtmittelpreis and öiktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 31 Pf., Korn 10 M. 4ò Pf., Spelztern 11 M. 10 Pf., Spelz
7 M. 75 Pf., Gerste 8 M. 99 Pf., Hafer 6M98 Pf., Erbsen 0 M.
— Pf. Wichen 7 M. 10 Pf. Linsen — M. — Pf., Rleesamen 48 M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg., Butter pro Pfund M. — Pf. Eier 1 Stuck 67 Pf.
startoffeln pro Fentner 1 M. 90 Pf. Stroh 8 M. 20 Pf. Heu 3 M. —
f. Kleehen 3 M. 80 Pf.
wwür die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.
Schwarz. 19. Michael Grell mit Eli⸗
abetha Kraus. 22. Christian Wem⸗
nert mit Barhara Hemmer. 27. Josef
Jochum mit Wilhelkmina Ochs.
C. Sterbfälle.

Am 3. Jan. Magdalena, 10 J—
aqc. T. v. Johann Reiter. 5. Niko⸗
laus Feger, 20 J. a., ledig. Katha⸗
rina, 2 J. a., T. v. Aloits Sieber.
6. Katharina, 18 T. a., T. v. Wen⸗
delin Felix, 7. Georg Ochs, 29 J. a.,
Ehemann von Maria Rung. 9. Katha⸗
rina, 11 T. a., T. v. Peter Schwarz.
10. Jakob, 11 Mt. a., S. v. Johann
kneib. 12. Friedrich, 2. J. a. S. v.
Jakob Huber. 13. „riedrich Karl, 11
M. a., S. v. Ludwig Schaum. Jakob
Derschang, 28 J. a, ledig. 14. An⸗
on, 10 M. a., S. v. Bernhard
Wendel. Maria, 1 J. a., T. v. Peter
Schiehl. Heinrich, 2 J. a., S. v.
Felica Brunion. Rosa, 6 J. a. T.
o. Johann Selzer. 15. Jatob Frie⸗
rich, 2J. a., S. v. Friedr. Friedrich.
16. Jakob, 7— M. a. S. v. Mathias
dlemmer. Charlotta, 7 M. a. T. v.
Peter Ammann. Bartholomäus
Steaub, 58 J. a., Ehem. v. Chri⸗
tina Jene. Peter, 6 J. a., Sav.
Johann Schmitt. 17. Johann, 1J.
a., S. v. Joh. Grell. Gertrauda Jose⸗
fina, 14 T. a., T. v. Jakob Huber⸗
us. 18. Johann, 7 M.a., S. v.
darl Klein. Maria, 1 M. a. T. v.
Jakob Lefebre. Kaiharina, 9 T. a.,
T. v. Peter Behr. 19. Jakob, 2 M.
a., S. v. Jakob Frisch. Maria, 2
J. a. T. v. Karl Ziatel. 20. Mar⸗
zaretha Rees, 60 IJ. a., Wittwe v.
Fohann Selzer. Heinrich Spengler,
1 J. 4.,, ledig. Nikolaus, 2 Tal,
A— —
dalena Kihm, 25 J. a., ledig. 238.
ꝛzudwig Ammann, 22 3. a., ledig.
darl Engel, 835 J. a., Ehemann v.
dathar. Knauth. 283. Joh. Jos. Fiack,
32 J. a. Ehemann v. Kalhar. Uhl.
darl Schanck, 44 J. a. Ehem. v.
Wilhelmina Dexheimer. 824. Kathar.,
5J. a. T. v. Wilhelm Dinjes. Rosa,
2 JI a, T. v. Wilhelm Dinjes.
Fakob, 1 J. a., S v. Peter Ripp⸗
inger. 26. Johann, 2 J. a. S. b.
Johann Heiser. Barbara Jung, 832
F. a., Ehefr. v. Karl Klein. 28.
Philipp, 1J. a., S. v. Philipp Bosche.
Johann Grell, 47 J. a., Ehem v.
datharina Erb. 30. Ludwig, 8J. a,
S. v. Georg Jung. 31. Johann, 1

W. g. S. v. Georg Berrang. Johann,
11 M. a, S. v. Anna Rohe.
St. Ingbert, 12. Febr. 1881
Der Standesbeam te:
IXVXX

Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert pro Monat Jan. 1881.
CA. Geburten.

Am 1. Jan. Joseph, S. v. Franz
Josef Haas. Johann Friedrich, S—
von Christian Grün. Julianna Ca—⸗
colina, T. v. Jakob Schweitzer. 2.
Peter, S. v. Thomas Wambsganß.
3. Gertrauda Josephina, T. v. Jacob
Zu bertus. Theresia, T. v. Philipp
Thrist. 4. Jacob Peter, S. v. Frie⸗
drich Werner. Johann, S. v. Ka—⸗
harina Wagner. 6. Kaspar, S. v.
Philipp Gehring. 8. Alois Johann,
—AV
o. Georg Zeller. 10. Ludwig, S.
o. Georz Schmitt 11. Philipp, S.
o. Johann Bertzel. Anna Elisabetha,
T. v. Johann Arnold. Catharina,
T. v. Peter Behr. Jacob, S. v.
deinrich Sonn. August, S. v. Ja⸗
rob Eicher. Philippina, T. v. Jacob
deininger. 12.. Catharina, T. v.
Georg Gries. 183. Barbara, T. v
Heorg Wellner. Maria, T. v Joh
Flätchen. Barbara, T. v. Jos. Bickel.
5. Karl, S. v. Georg Schmelzer.
Maria, T. v. Johann Weber. Eli—
jabetha, T. v. Mathias Marson. 16.
Regina, T. v. Jacob Leichner. 17
Margaretha, T. v. Ludwig Gries.
Maria, T. v. Maria Derschang. So—
»hia, T. v. Jacob Lehmann. 18.
Barbara, T. v. Johann Quiring.
19. Nitolaus, S. v. Nicolaus Ripp⸗
—
heit 21. Jacob, S. v. Valentin
Ofthof. 22. Magdalena, T. v. Lud⸗
wig Stolz. 23. Jacob, S. v. Phi⸗
ipp Heiderich. Carl Theodor Maximi⸗
ian, S. v. Gustav Schadewitz. Carl
Wilhelm, S. v. Carl Schroer. Frie⸗
»rich, S. v. Karl Ruppert. 24. Ge⸗
axg, S. v. Nicolaus Stolz. Joseph,
53. v. Jos. Lefeber. 26. Julius
*. v. Johann Lehnhard. 27. Adam,
*v. Adam Kneib. Elisabetha, T.
. Valentin Weirich. 28. Maria,
?. v. Barbara Nicola. Margaretha,
c. v. Johann Jung. 20. Heinrich,
5. v. Georg Brauer. 31. Elisabetha,
ẽ. v. Peter Bosche. Barbara, T.
o. Johann Busch.

B. Eheschließungen.

Am 8. Jan. Johann Hoffmann
nit Anna Maria Ehrhardt. 11. Peter
Sebastian mit Anna Maria Müller.
deinrich Best mit Katharina Scholl.
Johann Alt mit Katharina Elisabetha
Brewenig. 18. Jakob Schmitt mit
datharina Kihm. Josef Preßmann
mit Katharina Jung. 17. Nitolaus
Buchheit mit Anna Maria Weirich.
8. Jakob Schwarz mit Elisabetho
        <pb n="108" />
        Ludwigshafener Kirchenbau- Loose bei uns gänzlich ausverkauft
Die einzige General⸗Agentur von 83 Münchener Beldlonlereen wurde V neuerdings ubertragen und empfehlen wir
zur nächsten Ziehung im Mai 1881
gin ⸗Mark⸗Coose zum Zwecke der Erbauung eines Spitals für arme kranke Kinder
genehmigt für das ganze Königreich Bayern.
A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
—VVVV——— I
J * e⸗⸗ Zweibrücken.

Die General-Agentur: —
ilien⸗ l ie gegen Bernhard Nugust,
Mob ilien D Handelsmann in St. Ing⸗
Ver st eigerung. hert, in Nr. 26 u. 27 dieses
Samstag, den 26. Fe- Blattes ausgeschriebene Zwangs-
zruar 1881, Nachmittags, un⸗ dFersteigerung findet nicht statt.
mittelbar nach der Licitation zu St. Ingbert, 13. Febr. 1881.
St. Ingbert in der Behau⸗ b 7*
ung der Requirenten, Faß endeb⸗
werden durch den unterzeich⸗ Gerichtsvollzieher.
neten Amtsverweser des kgl.
Notar Sauer in St. Ingbert,
die zur Gütergemeinschaft zwi—
schen Michael Zimmermannu
und Katharina Schulz gehö⸗
rigen Mobiliargegenstände, öf⸗
fentlich zu Eigenthum verstei—
gert, darunter namentlich:
3 Betten, 1 Schrank, 1
Commode, 2 Tische, 6
Stühle, einiges Getüch, 2
Ziegen und sonstige Haus—
und Küchengeräthschaften.
St. Ingbert, 17. Febr. 1881.
K. Auffschneͤder,
Amtsverweser.

F MN * HEBénedicti ner

wissenschaftlich geprüft u. bequtachtet. * ⸗
Doppelkräutermagenbitter

634 einem alten aus einem Be—

nedictinerkloster stammenden Recep

sabrizirt und nur en gros ver

sandt von
C. PINGEL in Göttingen
Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
tzt das kostbarste Hausmittel und
»eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Ver Benedictiner
st aus den feinsten, auser—⸗

esensten Kräutern zusammengesetzt
welche die Eigenschaften besitzen,
wohithätig und erwärmend aus
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner sind
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergrößern.

WVB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 530 Pf.
2 ⸗2* 14 660 2 — 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabrik. Attest:

Georg Reichold, Pfarrmeßner in Stadt Kemnath (Oberpfalz
berichtet: Da ich im verflossenen Jahre von Ihrem vortrefflichen Bene
diktiner bezog, welcher die ausgezeichnetsten Wirkungen hervorbrachte, bitt⸗
ich heute um weitere 10 Flaschen ꝛc.

Sanm Barc
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen
beschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkei
u. s. w.
Preĩs à FI. cu. IãO Gir. III. LM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in
Bötlingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Friedrich.
7

IUU! Höohst wiehtig für Landwirthe!!!

Um eine grösst mögliehste Ausnntzung der LKartoffel -Kul-
bur, den wiechtigsten Konsum des Volkes, nach besten Kräften
zu erzielen, ist es jetzt endlich nach jahrelangen Versuchen ge-
tungen, durch eine für jedeon Landwirth leicht ausführbare Me-
hode, und z2war: 2zwéimal im Jahre auf demselben Acker
Kartoffeln z2u ernten und bei jeder Ernte 100 Prozent mehr
Nutzung, grössere und mehlreichere Kartoffeln zu erhalten, wo-
dei eineé Missernte nie vorbommt. Die Rartoffeln können unter
Bãumen, sogar im Walde angepflanzt werden, und ist bei dieser
Methodo nur die halbe Arbeitskraft als bei der bisherigen nöthig.

Dieses höchst wiehtige und ausführliche Werk, betitelt:
„Der Oodonomie-Rath, ist soeben in der unterzeichneten
Verlagsbuchhandlung erschienen und ist gegen Posteinzahlung
oder Nachnahme von 5 Mark zu beziehen; als ein Beweis der
Wabrheit des Gesagten legt die Verlagsbuchnandlung einen
Garantie-Schein bei und zahlt einem Jeden die 5 Mark zurück,
wonn oben Gesagtes picht auf Wahrheit beruht.

„Der OéecnomieRathe“ ist nur allein in der
Landwirthschaftlichen Verlagsbuchhandlung
Berlin, Schönuauser Allee 180

zu beziehen.

2
—
—
2
*
—2
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Visitenkarten in modernen Schriften billigstbe
F. X. Demetz.
E⸗ können täglich 50 bis 60
Schoppen Milch abge—
geben werden bei
Franz Grell's Nachfolger.
Ein kräftiger
unge kann unter
vortheilhaften Beding ungen in
die Lehre treten bei
Peter Greß, Bäcker.

eür Familien und Lesecirkel, Bibliotheken, Hotels, Cafss und Restaurationen.

—
—

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Couverts
ber 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demek.

Probe⸗Nummern gratis und franco.
Abonnements-Preis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

Druck und Verlag von F. X. Deme t in St. Ingbert.
— Hierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr.

9.
        <pb n="109" />
        Slt. Ingberker Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter BVei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierieljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 ñ, von Auswärts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
M 30.

Sonntaag, den 20. Tebruar
1881.

Deutjsches Reich.

Die bayerische Staatsregierung soll dem Vernehmen nach
zeabsichtigen, in Ausführung des Reichsgesetzes über Fälschung
zer Nahrungsmittel, eine allgemeine Visitation der Weinvorräthe
hei den Händlern durch eigens hiezu bestellte und beeidigte Sach⸗
verständige anzuordnen.

Die Zolleinnahmen sind veranschlagt auf: 188,250,000
M. (21,399,000 M. mehr), die Tabaksteuer auf 4,578,000 M.
(4,209,000 M. mehr), die Rübenzuckersteuer auf 49,8858, 000 M.
2772,300 Mtk. mehr), die Salzsteuer auf 36,868,780 Mt.
627,940 M. mehr), die Brausteuer auf 15, 095, 760 M. (232,000
Mk. weniger), die Branntweinsteuer auf Mark 34,854,120 Mtk.
(872,800 Mk. weniger), die Zollaverse auf 6,790,540 Mk.
(389,940 Mk. mehr), die Gesammteinnahme aus Zöllen
und Verbrauchssteuern auf 335,490,150 Mk. (28,293,680 Mk
mehr), Ueberschüsse: Post- und Telegraphenverwaltung 18,697,147
Mk. (2,048,100 Mk. mehr), Reichsdruckerei 1,061,520 Mk.
(108,180 Mk. mehr), Eisenbahnen 11,089,400 Mk. (672,000 M.
mehr), verschiedene Einnahmen 5,815,801 Mk. (876,986 Mk.
weniger), Einnahme des Invalidenfonds 31,071,344 Mk.
(1,027, 168 M. weniger). Ueberschüsse früherer Jahre 6,829,730
Mk. (10,188,356 Mk. weniger), Zinsen aus belegten Reichsgel⸗
dern 3,842,605 Mk. (9017,030 Mt. weniger), außerordeniliche
Zuschüsse 68, 125, 300 Mk. (15, 149,991 Mi. mehr), Matri—
kular-Beiträge 106,126,378 M. (24, 455, 428 M. mehr.)

Die gesammte Einwohnerzahl des deutschen
Reiches beträgt nach den vorläufigen Zusammenstellungen des
tatistischen Bureaus rund 45,470,000 Einwohner, daß ist eine
Vermehrung seit der letzten Volkszählung von 2,745,6834.

Der Etat des deutschen Reiches schließt mit 5396,811,409 Mk
Ausgaben ab, darunter 518,924, 888 M. fortdauernde und 82,886,521
Mk. einmalige dauernde Ausgaben. Die Kosten der Militärver⸗
waltung beziffern sich für Preußen auf 264,846,502 Mk., für
Sachsen auf 21,402,028 Mk., für Württemberg auf 14,464, 958
M., für Bayern auf 48, 101,514 M., zusammen auf 343,815002
Mk., gegen das Vorjahr 17,899,936 M. mehr. Die Marinever—⸗
waltung erfordert 28,218,8326 M. (2,620,087 Mk. mehr.) Die
ortdauernden Gesammtausgaben übersteigen um 47,635. 169 Mt.
den vorjährigen Betrag.

Die von Deutschland angeblich übernommene Führung in
der orientalischen und speziell der griechischen Frage wird von der
Berliner „Post“ dahin beschränkt, daß Deutschland in diesem Augen⸗
blick zwar formell an der Spitze der europäischen Aktion stehe
thatsächlich aber wegen seiner uninteressirten Stellung anderen Mäch—
ien die wirkliche Führung überlassen und sich zuruͤckhalten müsse.

Ausland.

Nicht die Engländer wie sich nach den gestern vorliegen⸗
den Nachrichten annehmen ließ, sondern die Boers haben die
hand zum Frieden geboten und, wenn die Nachricht des „Standard“
cichtig ist, hätte England dieselbe auch angenominen. Nach dem
genannten Blatte wurde bei der Verhandlung mit den Boeren
borgeschlagen, denjenigen Theil von Transbaal, auf welchen sie
zerechten Anspruch hätten, unabhängigig zu erklären; der Rest solle
unter englischer Verwaltung bleiben und für die Hauptstadt der
Boeren ein englischer Präsident ernannt werden. Dem „Daily
Telegraph“ zufolge wäre Amnestie und völlige Selbstverwaltung
ingeboten, die Beziehungen mit den Eingeborenen aber sollten der
englischen Aufsicht unterstehen.

Das „Journal de St. Petersbourg“ konstatirt den großen
ind guten Eindruck, welchen die deutsche Thronrede überall hervor—
zerufen, und hebt sodann hervor: Es mache hiernach wenig aus,
venn mehr oder weniger bedeutende Schriftsteller die Ueberein⸗
immung durch unzeitgemäße Polemik zu stören suchten, und es
sei sehr wenig unwahrscheinlich, daß sie damit Erfolg haben würden.
Was Griechenland angehe, so werde Europa bald Alles gethan
saben, was es thun konnte ohne Friedensstörung.

—— ⏑ ⏑

*St. Ingbert. Ein 14jähriger Junge von hier, Namens

S.. war im Vorjahre auf dem Buregu des k. Gerichtsvollziehers

dahier als Schreibgehilfe beschäftigt und hatte dabei Gelegenheit
gefunden, aus einer Schublade, in welcher die eingegangenen Gelder
ufbewahrt wurden, nach und nach die Summe von wenigstens
195 Mark zu entwenden. Dafür verurtheilte ihn die Strafkammer
des k. Landgerichts Zweibrücken in der Sitzung vom 16. ds. Mis.
zu einer Gefängnißstrafe von 1 Jahre.

Ballweiler, 18. Febr. Vergangenen Mittwoch brach
nn den Gebäulichkeiten des Ackerers und Wirths Welsch von
Wecklingen Feuer aus, das das Haus in kurzer Zeit einäscherte.
Welsch hat versichert.

4 Aus dem Bliesthale. Unlängst wurde ein Mann
nus Reinheim in nicht geringen Schrecken versetzt. Im Walde be⸗
chäftigt, sah er sich plötzlich einem Wolfe gegenüber. Mit Zittern
rat er den Rückweg an, worauf alsbald eine Treibjagd angestellt
vurde. Doch wurde der Wolf nicht angetroffen und mag noch
Manchen in Schrecken versetzen.

F Wie man der „Pf. Zig.“ mittheilt, sind im Laufe des
Winters im Kanton Blieskastel mehrfach Wolfsspuren gefunden
vorden: die Wölfe selbst hat aber Niemand zu Gesicht bekommen.

F Die Aktienbrauerei Tivoli in Zweibrücken hält am
25. Februar im Comptoir der Brauerei, eine außerordentliche
Beneralversammlung ab. Tagesordnung: Schlußbericht über die
Statt gehabte Rivision.

Die deutschkonservative Partei der Pfalz hat auf nächsten
Sonniag abermals eine Versammlung einberufen. Dieselbe findet
in Enkenbach Statt. Herr Pfarrer Fleischmann wird einen Vor⸗
rrag über Fuͤrst Bismarck und die Parteien in Deutschland halten.

Wie die „Kais. Ztg.“ hört, wurde in der Spezialkonferenz
der Kaiserslauterer Volksschullehrer zur Beschaffung einer
inheitlichen Liniatur in der Volksschule die bayer. Lehrervereins⸗
iniatur eingeführt. Wenn die Sache definitiv geregelt ist, werden
die Beschlüsse sämmtlichen Interessenten mitgetheilt.

Sonntag, den 27. ds. Mis., Vormittags 11 Uhr, wird
n Kaiserslautern im Hotel „zum Schwanen“ ein Dele—
sirtentag des „Pfälzischen Gewerbevereins-Verbandes“ abgehalten.
Tagesordnung: 1) Die Vorlage der Reichsregierung an den Bun⸗
desrath, die Abänderung der 88 97 -104 der Reich-Gewerbeord⸗
uung — Innungsfrage — betreffend; 2) die Vorlage der Reichs⸗
regierung an den Bundesrath, Unfallversicherung betr.; 8) Besprech⸗
ing über die Gründung einer pfälzischen Gewerbezeitung. Etwaige
veitere dringende Fragen, welche außerdem besprochen werden sollen,
önnen noch beim Vorort angemeldet werden. Einer recht zahl⸗
reichen Beschickung dieses Delegirtentages durch die Gewerbevereine
wird seitens des Vorortes entgegengesehen.

Herr G. M. Pfaff, Besitzer der rühmlichst bekannten
und durch Preis⸗Medaillen ausgezeichneten Fabrik in Kaiser s8-
lauter'n hat der Frauenarbeitsschule in Speyer eine Naͤhma⸗
schine zum Geschenk gemacht.

7 Das landwirthschaftliche Bezirkz-Comite Reustadt hat
an das Kreis⸗Comite des landwirihschaftlichen Vereins für die
pfalz das Ersuchen gerichtet, es möge Letzteres die Anordnung der
—
porten. Das Gesuch stüßt sich auf die Urtheile mehrerer badischen
Gerichte, welche die Verfertiger fabricirter Weine wegen Ueber⸗
retung des Rahrungsmiitelgesetzes mit sehr hohen Strafen be—
legten.

— Nach der „Pf. Z.“ behält Regierungsdirektor v. Meyer
in seinem Pensionsstande einstweilen die Stellung als kgl. Kom⸗
missaͤr bei den Pfälzischen Eisenbahnen bei.

4 Ein Referat über die Unfallversicherung wird
auch den Pfalz⸗Saarbrücker Bezirks-Verein deutscher Ingenieure be⸗
chäftigen, und zwar in einer am 20. d. Mis. im „Rheinischen
Hofe“ zu St. Johann abzuhaltenden Versammlung.

p'In Mainz wurde beim Scheibenschießen auf dem Schieß⸗
platze ein Obergefreiter des dort garnisonirenden Fußartillerieregi⸗
nents erschossen. Der Obergefreite versah den Dienst als „Mar⸗
irer“. Infolge einer Verwechslung des Signals mit dem eines
ʒenachbarten Scheibenstandes trat der Markirer zu früh hinter seinem
Schutzwalle hervor; in demselben Augenblicke krachte der Schuß,
        <pb n="110" />
        der den Unglücklichen durch den Kopf traf und seinen Tod sofort
verbeiführte. *

In Mainz hat sich eine eigenthümliche Selbsthilfe in
Bezug auf den Unterstützungswohnsitz dargeboten. Es besteht hier
ein Schuhverband der Hauseigenthümer, und alle Vierteljahre ver—
sendel derselbe eine Liste säumiger Miether an seine Mitglieder—
In Folge davon haben mehrere solcher Miether, die ohne Zweifel
einmal den Unterftützungswohnsitz in Anspruch genommen hätten,
hier keine Wohnung gefunden und sind auf's Land verzogen. Um
un derartigen Zuzug alsbald kennen zu lernen, sind die Bürger—
meister mehrerer Nachbargemeinden ebenfalls diesem Schutzverband
heigetreten, und es entwickelt sich da ganz von selbst und aus sich
eine Organisation, welche für schlechte Zahler recht unangenehm
werden kann.

4 Die Zahl der Lehrkräfte an den städtischen Schulen Nür u⸗
bergs beträgt 326, welche ein Gesammtgehalt von 561,839 M.
heziehen. Bei der obigen Zahl von 8326 sind 20 Geistliche und
38 Lehrerinnen mit inbegriffen. Das höchste Gehalt (einschl.
Wohnungsentschaͤdigung), welche eine Lehrkraft bezieht, ist 53776 M.

4Zum Auswanderungswesen schreibt man dem „Rheinischen
Kurier“ aus Bremen: Laut amtlicher Zusammenstellung haben
sich im vorigen Jahre 80,830 Per;onen über hier nach Amerika
ringeschifft. In Betreff der in diesem Jahre zu erwartenden Aus-
wvanderung stimmten die Berichte aller inländischen Agenten darin
überein, daß dieselbe eine so massenhafte sein wird, wie man sie
nie gekannt hat; die Schiffe des „Norddeutschen Lloyd“ dürften im
kommenden Frühjahre zeitweilig nicht ausreichen, um die Appli—
kanten zu besördern. Es steht fest, daß die Zahl der Ueberfahrts—
hillete, welche in Amerika lebende Deutsche für ihre Freunde in
der alten Heimath gelöst haben, um das vierfache größer ist, als
zur gleichen Zeit vorigen Jahres.

Sommerfeld. Gesunde Gegend.) In der Woche
vom 8. zum 10. d. wurden in den hiesigen Vorstädten Hinkau
und Schoͤnfeld geboren dem Klempnergesellen Apelt Zwillingssöhne,
dem Lokomotivfuͤhrer Reimann Zwillingstöchter, dem Ackerbürger
Rublack Zwillinge (Sohn und Tochter) und endlich dem Fabrikar⸗
Zwangsversteigerung.
Donnerstag den 24. Fe⸗
bruar 1881 Vormittags 10
Uhr vor dem Schulhause zu
Schnappbach werden durch
den unterzeichneten Gerichts⸗
vollzieher zwangsweise gegen so—
fortige Baarzahlung:
1runden Tisch, 1 Wand⸗
uhr, 1. Pfeilercommode, 1
Nachttischchen, 43 Rohr⸗
stühle ꝛc. ꝛc.
St. Ingbert, 16. Febr. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
E⸗ können täglich 50 bis 60
Schoppen Milch abge—
geben werden bei
Franz Grell's Nachfolger.

Goldfische
per Stück 40 Pfennig,
10 „Mek. 3,50 empfiehlt
J. Peters, St. Ingbert.

Ar meiner Wiese, neben dem
Hospital der Herren Gebr.
drämer, kann fortwährend
A

Phil. Munzinger.

n

7

27

1!
AII!
Neuer überaus fesselnder Roman
aus der Feder eines hervorragen⸗
den Gelehrten, beginnt mit Neu—⸗
jahr im
Deutschen
Familienblatt.
Redigirt von Julius Lohmeyer.
Ferner von: Levin Schücking,
Das Frünlein von Thorein.
Preis Vierteljährlich nur
Mk. 1.60
oder in Heften zu 830 oder
50 Pf.

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st durch alle Buchhandlungen,
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handlung J. H. Schorer in
Berlin, W. Lutzowstraße b gratis
zu beziehen.
2Man abonnirt in allen

Buchhandlungen und Post⸗
ämtern. 5*

*1.

ungenschwindsucht geheilt.
Durh q— Mittel 8 Husten⸗
krankheilen und Lungenschwindsucht
schon Tausende geheilt, Es beruht auf
chneller Vernarbung,d. Tuberkeln u.
dadurch rascheste Beseitigung d. Aus-
wurfs. JederHusten wird durch Ge-
yrauch meines NMittels vollständig be⸗
seitigt. Alleiniges echtes Necept. Go⸗
rantie. Vor Faͤlschung wird gewarnt.
MariaBenno v. Donat, Paris1671
Ich besitze Anerkennung von Sr.
Majestät d. Kaiser v. Deutschland und
Sr. Heiligkeit dem Papst. Von der
öchsten Medicinal⸗Behörde des deut⸗
schen Reiches wurde mein Mittel begut⸗
achtet u. zum Verkaufe in ganz Deutsch⸗
land gestattet. Gerichtlich geschuͤtzt.
Fortwährend frisch mit Gebrauchsan⸗
weisung in billigster Packung b. Herru
Jean Veters in St. Inabert.
Druck und Verlag von F. X.

heiter Zach Drillinge (zwei Söhne und eine Tochter). Und das
Alles in einer Woche!

Die höchste Pension als Privatbeamter bezieht wohl Geh
Tommissionsrath Grundmann in Kattowitz, welcher mi
30,000 Mark jährlicher Pension in den Ruhestand getreten ist.
Derselbe ist der eigentliche Schöpfer und Begründer der großartigen
zütten⸗ uüund Gruben-Anlagen des Herrn v. Tiele-Winkler in
berschlesien. Vom einfachen Häuer hat er sich zu seiner Stel—
ung emporgearbeitet.

Die Blätter der französischen Grenzorte registrieren das Er⸗
cheinen von Deserteuren der deutschen Armee auf französi—
chem Boden. Von dem traurigen Los, das die unbedachten jungen
deute in der Fremde meist trifft, gelangt leider nichts an die
Deffentlichkeit. Auch darüber schweigen die Zeitungen des Nach—
barlandes, daß die Zahl der französischen Fahnenpflüchtigen, die
auf deutschem Gebiet ihr Heil zu finden glauben, fortlaufend eine
ehr ansehnliche ist.

Ein von Soissons kommender Zug verunglückte am 7. Febr.
im Pariser Nordbahnhof. Elf Personen wurden leicht verwundet.

F Naturwunder. In Paris macht sich jetzt ein drei
Monate altes Kind, ein Mädchen, Aufsehen, die Tochter eines öster—⸗
reichischen Soldaten, welche bereits fertig läuft und ihrem über die
Bühne schreitenden Vater überall hinfolgt. Dieses Naturwunder
uinterhält noch immer das staunende Paris, und von einem Besucher
der Weltstadt an der Seine erfahren wir, daß, trotzdem der Platz
mit zwei Fres. bezahlt wird, das Haus jeden Abend ausverkauf
ist. Der Vater hat bereits ein bedeutendes Vermögen errafft.

— Die nordamerikanische Presse hat im letzten Jahre einen
kolossalen Aufschwung genommen. In den Vereinigten Staaten
erscheinen gegenwärtig 899 Tagesblätter mit einer Auflage von 314
Millionen Exemplaren, 8428 Wochenschriften (Auflage 1392 Mil—⸗
lionen) und 804 Monatsrevuen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.

Nur echt, wenn die beige⸗
druckte Schutmarke auf den
Etiquetten steht. !

Ein kräßftiger
— Junge kann unter
vortheilhaften Bedingungen in
die Lehre treten bei

Peter Greß, Bäcker.
—ö üÜ——

Dem Frl. V.... 0
G... 8 zu ihrem Heutigen Ge—
burtstage ein dreifach donnerndes
Hoch!!! daß es durch die alte
Bahnhofstr. schallt und ins Ge—
sellschaftslokal wiederhallt.

Die Rem-Blem⸗Gesellschaft.

Malz⸗Extract und Cara⸗

mellen von L. H. Pietsc

AIc OVOo. Breslau.“*
Caramellen.

Bei Anwendung Ihrer Honig⸗
Kräuter⸗Malz⸗-Extract⸗Caramellen
bin ich von meinem mehrwöchent⸗
lichen Husten und Heiserkeit wieder
vollständig befreit und kann daher
nicht unterlassen, dies zu veröf⸗
fentlichen.

Ottritz, 10. Januar 1880.

Schwanclt, Fabrikant.
*Zu haben in St. Ingbert be
J. Friedrich.

à Flasche A6. 1, 1.75, 2.50.

aͤ Beutel 30 und 50 Pf.
—cc5

ue
Fiwig u. allein ehte Raäncrasquest⸗
Zuge nfaramets ünd, Kaßgo-Töce
Raria Bennov. Donat, Faris, 1621.
durch Kanerl. Verordunng v. 4. Jan.
n danzen deutschen Reiche auch für
Richt Apotheker zum jreien Verkaufe ge⸗
sanet. Von Sr. Majestät dem Kaifer
von deutschland besißt Maria BVenno
von Sonat allein drei ruhmreiche An
erkennungen und von Sr. Heicigkeit
dem Rap Segen spendende Auertenn⸗
nng, Drdens Verleihung und, Diglom.
Die Karamels sind die acherste Holse
dei feibin shon veralterein Husten.
— u Brustteiden. In diltligster
RFung tresset „ste fortwahrend
Ass ein in Kartoñs und Flaschen bei
Jean Peters in St.
Ingbert.

Vei Durchsicht des il lustrirten
Buches: „Dr. Airv's Heilmethode“
werden sogar Schwerkraute die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
sie, wenn nur die richtigen Mittei
zur Anwendung gelangen, noch
eilung erwarten dürfen, Es sollte
daher jeder Leidende, selbst wenn bei
ihm bislang alle Mediein ersolglos
n sich vertrauensvoll dieser
ewahrken Heilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Werk an—⸗
zuschasfen. Ein „Auszug“ daraus
vwird garotis und franco versandt

* *
Be Anacigen
xis Geschafts-, Grundstüeks-An- and Voer
kãufen, Stellen-Angeboten und -Gesuchen
sowis in den sonstigon vieleon Fälloen, we
Inserenton Bedenken tragen, ihron Namen
n den Zoeitungen zu nennen, nehmen Of.
ferton von efsectanten an ihror Stolie wir
ntgeégen und stollen ihnen solehe am Tage
'es Fingangs uneröffnöt 2u. — Auf Grond
ancjũhriger und violseitiger Erfahrungon
artheilon wir Rath bei Abfassung von ün—-
oigon und der Wabl geeigneter Blätter. —
vVerschwiegenheit streng beobachtet.
Unasenstein &amp; Vogler,

Annoncen Pxpedition.
Frankfurtb a. M. Karlsruhe
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dem wer⸗ J im
erbreiteten Buche 0 bilhi
iuden Gicht- und Rheumatismus⸗
ꝛeidende die bewährtesten Mittel
zegen ihre oft sehr sichmerzhaften
Leiden angegeben, — Heilmittel,
welche selbst bei beralteten Fällen
noch die ersehute Hrilung brachten.
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Einsendung von 1Mtk. 20 Pfg. wird
PDr. Airy's Heilmethode“ und für
60 Pfg. das Bich Die Gicht? franco
überall hin versandt von Kichter's
derlags⸗-Anstalt in ZLeipzig.

Deme z in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Rr. 8.
        <pb n="111" />
        Slt. Ingberler AAnzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

jage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

AA A0 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.

—

M 30.

Sonntag, den 20. Februar
1881.
Deutsches Reich.

Die bayerische Staatsregierung soll dem Vernehmen nach
beabsichtigen; in Ausführung des Reichsgesetzes über Fälschung
zer Nahrungsmittel, eine allgemeine Visitation der Weinvorräthe
zei den Händlern durch eigens hiezu bestellte und beeidigte Sach—
erständige anzuordnen.

Die Zolleinnahmen sind veranschlagt auf: 188,250,000
D. (21,399,000 M. mehr), die Tabaksteuer auf 4,578,000 M.
4,209,000 M. mehr), die Rübenzuckersteuer auf 49,553,000 M.
2,772,300 Mk. mehr), die Salzsteuer auf 36,368,780 Mk.
627,940 M. mehr), die Brausteuer auf 15,093,760 M. (232,000
Mk. weniger), die Branntweinsteuer auf Mark 34,854,120 Mk.
872,500 Mk. weniger), die Zollaverse auf 6,790,540 Mk.
(389,940 Mk. mehr), die Gesammteinnahme aus Zollen
und Verbrauchssteuern auf 335,490,1850 Mk. (28,293,680 Mk.
nehr), Ueberschüsse: Post- und Telegraphenverwaltung 18,697, 147
Mk. (2,048,100 Mk. mehr), Reichsdruckerei 1,061,520 Mk.
(108,180 Mk. mehr), Eisenbahnen 11,0389,400 Mk. (672,000 M.
mehr), verschiedene Einnahmen 5,815,601 Mk. (876,986 Mk.
weniger), Einnahme des Invalidenfonds 31,071,8344 Mk.
(1,027,108 M. weniger). Ueberschüsse früherer Jahre 6,529,730
Mk. (10, 138,556 Mk. weniger), Zinsen aus belegten Reichsgel—
dern 3,842,605 Mtk. (917,080 Mk. weniger), außerordentliche
Zuschüsse 68,125,806 Mk. (15,149,991 Mk. mehr), Matri—
kular-Beiträge 106,126,878 M. (24,455,428 M. mehr.)

Die gesammte Einwohnerzahl des deutschen
Reiches beträgt nach den vorläufigen Zusammenstellungen des
ttatistischen Bureaus rund 45,470,000 Einwohner, daß ist eine
Vermehrung seit der letzten Volkszählung von 2,745,534.

Der Etat des deutschen Reiches schließt mit 396,811,409 Mk.
Ausgaben ab, darunter 518,924, 888 M. fortdauernde und 82,886,521
Mk. einmalige dauernde Ausgaben. Die Kosten der Militärver—
vpaltung beziffern sich für Preußen auf 264,846,8502 Mk., für
Sachsen auf 21,402,028 Mk., für Württemberg auf 14,464, 958
M., für Bayern auf 48,101,514 M., zusammen auf 343815,002
Mk., gegen das Vorjahr 17,899,936 M. mehr. Die Marinever—
waltung erfordert 28,218,826 M. (2,620,087 Mk. mehr.) Die
fortdauernden Gesammtausgaben übersteigen um 47,635, 169 Mte.
den vorjährigen Betrag.

Die von Deutschland angeblich übernommene Führung in
der orientalischen und speziell der griechischen Frage wird von der
Berliner „Post“ dahin beschränkt, daß Deutschland in diesem Augen—
zlick zwar formell an der Spitze der europäischen Aktion siehe,
chatsächlich aber wegen seiner uninteressirten Stellung anderen Mäch⸗
ten die wirkliche Fuͤhrung überlassen und sich zurückhalten müsse.

Ausland.

Nicht die Engländer wie sich nach den gestern vorliegen—
den Nachrichten annehmen ließ, sondern die Boers haben die
Hand zum Frieden geboten und, wenn die Nachricht des „Standard“
richtig ist, hätte England dieselbe auch angenomimnen. Nach dem
zenannten Blatte wurde bei der Verhandlung mit den Boeren
vorgeschlagen, denjenigen Theil von Transvaal, auf welchen sie
zerechten Anspruch hätten, unabhängigig zu erklären; der Rest solle
uinter englischer Verwaltung bleiben und für die Hauptstadt der
Boeren ein englischer Präsident ernannt werden. Dem „Daily
Telegraph“ zufolge wäre Amnestie und völlige Selbstverwaltung
ungeboten, die Beziehungen mit den Eingeborenen aber sollten der
englischen Aufsicht unterstehen.

Das „Journal de St. Petersbourg“ konstatirt den großen
ind guten Eindruck, welchen die deutsche Thronrede überall hervor⸗
jerufen, und hebt sodann hervor: Es mache hiernach wenig aus,
venn mehr oder weniger bedeutende Schriftsteller die Ueberein⸗
timmung durch unzeitgemäße Polemik zu stören suchten, und es
ei sehr wenig unwahrscheinlich, daß sie damit Erfolg haben würden.
Was Griechenland angehe, so werde Europa bald Alles gethan
Aben, was es thun konnte ohne Friedensstörung.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Ein 14jähriger Junge von hier, Namens

—ADDDD

J
dahier als Schreibgehilfe beschäftigt und hatte dabei Gelegenheit
gefunden, aus einer Schublade, in welcher die eingegangenen Gelder
aufbewahrt wurden, nach und nach die Summe von wenigstens
195 Mark zu entwenden. Dafür verurtheilte ihn die Strafkammer
des k. Landgerichts Zweibrücken in der Sitzung vom 16. ds. Mts.
zu einer Gefängnißstrafe von 1 Jahre.

0 Ballweiler, 18. Febr. Vergangenen Mittwoch brach
in den Gebäulichkeiten des Ackerers und Wirths Welsch von
Wecklingen Feuer aus, das das Haus in kurzer Zeit einäscherte.
Welsch hat versichert.

Aus dem Bliesthale. Unlängst wurde ein Mann
aus Reinheim in nicht geringen Schrecken versetzt. Im Walde be⸗
schäftigt, sah er sich plötzlich einem Wolfe gegenüber. Mit Zittern
rat er den Rückweg an, worauf alsbald eine Treibjagd angestellt
vurde. Doch wurde der Wolf nicht angetroffen und mag noch
Manchen in Schrecken versetzen.

F Wie man der „Pf. Zig.“ mittheilt, sind im Laufe des
Winters im Kanton Blieskastel mehrfach Wolfsspuren gefunden
vorden: die Wölfe selbst hat aber Niemand zu Gesicht bekommen.

Die Aktienbrauerei Tivoli in Zweibrücken hält am
25. Februar im Comptoir der Brauerei, eine außerordentliche
Heneralversammlung ab. Tagesordnung: Schlußbericht über die
Statt gehabte Rivision.

— Die deutschkonservative Parlei der Pfalz hat auf nächsten
SZonntag abermals eine Versammlung einberufen. Dieselbe findet
n Enkenbach Statt. Herr Pfarrer Fleischmann wird einen Vor⸗
rag über Fuͤrst Bismarck und die Parteien in Deutschland halten.

4 Wie die „Kais. Zig.“ hört, wurde in der Spezialkonferenz
der Kaiserslauterer Volksschullehrer zur Beschaffung einer
einheitlichen Liniatur in der Volksschule die bayer. Lehrervereins⸗
iniatur eingeführt. Wenn die Sache definitiv geregelt ist, werden
die Beschlüsse sämmtlichen Interessenten mitgetheilt.

Sonntag, den 27. ds. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird
n K im Hotel -,zum Schwanen“ ein Dele—
zirtentag des „Pfälzischen Gewerbevereins-Verbandes“ abgehalten.
Tagesordnung: 1) Die Vorlage der Reichsregierung an den Bun⸗
»esrath, die Abänderung der 88 97 - 104 der Reich⸗Gewerbeord⸗
nung — Imungsfrage — betreffend; 2) die Vorlage der Reichs⸗
cegierung anden Bundesrath, Unfallversicherung betr.; 8) Besprech⸗
ing über die Gründung einer pfälzischen Gewerbezeitung. Etwaige
veitere dringende Fragen, welche außerdem besprochen werden sollen,
önnen noch“ beim Vorort angemeldet werden. Einer recht zahl⸗
ceichen Beschickung dieses Delegirtentages durch die Gewerbevereine
wird seitens des Vorortes entgegengesehen.

Herr G. M. Pfaff, Besitzer der rühmlichst bekannten
uind durch Preis⸗Medaillen ausgezeichneten Fabrik in Kaisers⸗
auterin hat der Frauenarbeitsschule in Speyer eine Nähma⸗
chine zum Geschenk gemacht.

4 Das landwirthschaftliche Bezirks-Comite Neustadt hat
in das Kreis-Comite des landwirthschaftlichen Vereins für die
Pfalz das Ersuchen gerichtet, es möge Letzteres die Anordnung der
trafrechtlichen Verfolgung der bayerischen Weinfabrikanten befür⸗
vorten. Das Gesuch stützt sich auf die Urtheile mehrerer badischen
Berichte, welche die Verfertiger fabricirter Weine wegen Ueber⸗
retung des Rahrungsmittelgesetzes mit sehr hohen Strafen be—
legten.

4 Nach der „Pf. Z.“ behält Regierungsdirektor v. Meyer
in seinem Pensionsstande einstweilen die Stellung als kgl. Kom⸗
missär bei den Pfälzischen Eisenbahnen bei.

— Ein Referat über die Unfallversicherung wird
zuch den Pfalz⸗-Saarbrücker Bezirks-Verein deutscher Ingenieure be⸗
chäftigen, und zwar, in einer am 20. d. Mis. im „Rheinischen
hofe“ zu St. Johann abzuhaltenden Versammlung.

'In Maunz wurde beim Scheibenschießen auf dem Schieß—-
latze ein Obergefreiter des dort garnisonirenden Fußartillerieregi⸗
nents erschossen. Der Obergefreite versah den Dienst als „Mar⸗
irer“. Infolge einer Verwechslung des Signals mit dem eines
enachbarten Scheibenstandes trat der Markirer zu früh hinter seinem
—chußwalle hervor: in demselben Augenblicke krachte der Schuß,
        <pb n="112" />
        der den Unglücklichen durch den Kopf traf und seinen Tod sofort
herbeiführte.

In Mainz hat sich eine eigenthümliche Selbsthilfe in
Bezug auf den Unterstützungswohnsitz dargeboten. Es besteht hier
ein Schutzverband der Hauseigenthümer, und alle Vierteljahre ver—
sendet derselbe eine Liste säumiger Miether an seine Mitglieder—
In Folge davon haben mehrere solcher Miether, die ohne Zweifel
einmal den Unterftützungswohnsitz in Anspruch genommen hätten,
hier keine Wohnung gefunden und sind auf's Land verzogen. Um
nun derartigen Zuzug alsbald kennen zu lernen, sind die Bürger—
meister mehrerer Rachbargemeinden ebenfalls diesem Schutzverband
beigetreten, und es entwickelt sich da ganz von selbst und aus sich
eine Organisation, welche für schlechte Zahler recht unangenehm
werden kann.

Die Zahl der Lehrkräfte an den städtischen Schulen Nürn—
bergs beträgt 826, welche ein Gesammtgehalt von 861,839 M.
beziehen. Bei der obigen Zahl von 326 sind 20 Geistliche und
38 Lehrerinnen mit inbegriffen. Das höchste Gehalt (einschl
Wohnungsentschädigung), welche eine Lehrkraft bezieht, ist 3776 M.

4Zum Auswanderungswesen schreibt man dem „Rheinischen
Kurier“ aus Bremen: Laut amilicher Zusammenstellung haben
sich im vorigen Jahre 80,8330 Personen über hier nach Amerika
eingeschifft. In Betreff der in diesem Jahre zu erwartenden Aus-
wanderung stimmten die Berichte aller inländischen Agenten darin
uͤberein, daß dieselbe eine so massenhafte sein wird, wie man sie
nie gekannt hat; die Schiffe des „Norddeutschen Lloyd“ dürften im
kommenden Fruͤhjahre zeinweilig nicht ausreichen, um die Appli—
kanten zu befördern. Es steht fest, daß die Zahl der Ueberfahrts—
billete, welche in Amerika lebende Deutsche für ihre Freunde in
—DDDDDD
zur gleichen Zeit vorigen Jahres.

Sommerfeld. Gesunde Gegend.) In der Woche
vom 8. zum 10. d. wurden in den hiesigen Vorstädten Hinkau
und Schoͤnfeld geboren dem Klempnergesellen Apelt Zwillingssöhne,
dem Lokomotivfuͤhrer Reimann Zwillingstöchter, dem Ackerbürger
Rublack Zwillinge (Sohn und Tochter) und endlich dem Fabrikar⸗

Zwangsversteigerung.
Donnerstag den 24. Fe⸗
bruar 1881 Vormittags 10
Uhr vor dem Schulhause zu
Schnappbach werden durch
den unterzeichneten Gerichts—
vollzieher zwangsweise gegen so—
fortige Baarzahlung:
1 runden Tisch, 1 Wand⸗
uhr, 1 Pfeilercommode, 1
Nachttischchen, 441 Rohr⸗
stühle ꝛc. ꝛc.
St. Ingbert, 16. Febr. 1881.
Faßbender,
Merichtsvollzieher.
E⸗ können täglich 50 bis 60
Schoppen Milch abge⸗
geben werden bei
Franz Grolss'é Nachfolaer.

Goldfische
per Stück 40 Pfennig,
10 „Mk. 3,50 empfiehlt
J. Peters, St. Ingbert

Auf meiner Wiese, neben dem
Hospital der Herren Gebr.
Krämer, bann fortwährend
Schutt abgelagert werden.

Phil. Munzinger.

. ALAMI!
QEIAILAII!
FIIALAII!
XCH
RIALAuI
IIALAII
——
—
—
—
—34 —88
—VE 4A *

* * 2 —38 —5

—R7 —

Neuer überaus fesselnder Roman
aus der Feder eines hervorragen⸗
den Gelehrten, beginnt mit Neu—
jahr im
Deutschen
Familienblatt.
Redigirt von Julius Lohmeyer.
Ferner von: Levin Schücking,
Das Fräulein von Thore.
Preis Vierteljährlich nur
Mk. 1.60
oder in Heften zu 30 oder
50 Pf.

Eine Probe⸗Nummer oder ⸗Hef
ist durch alle Buchhandlungen
sowie auch direkt von der Verlags
handlung J. H. Schorer ir
Vin, * Lützowstraße 6 gratie

hen.

Man abonnirt in allen
ichhandlengen und Vost
—E——

Lungenschwindsucht geßeitt.
Durch mein Mittel gegen Husten⸗
krankheiten und ——5
chon Tausende geheilt. Es beruht auf
chneller Vernarbung d. Tuberkeln u.
adurch rascheste Beseitigung d. Aus⸗
wurfs. Jeder Husten wird durch Ge-
brauch meines Mittels vollständig be⸗
seitigt. Alleiniges echtes Recept. Ga⸗
rantie. Vor Faͤlschung wird gewarnt.
MariqBenno v. Donat, Paris1671
Ich besitze Anerkennung von Sr.
Moajestät d. Kaiser v. hnb und
Sr. Heiligkeit dem Papst. Von der
höchsten Medieinal⸗Behörde des deut⸗
schen Reiches wurde mein Mittel begut⸗
achtet u. zum Verlaufe inganz Deuisch⸗
land ee Gerichtlich geschuͤtzt.
Fortwährend frisch mit Gelrauchsan⸗
weisung in billigster Packung b. Herrn
Jean Veters in St. Inabert.

beiter Zach Drillinge (zwei Söhne und eine Tochter). Und das
Alles in einer Wochee

5— Die höchste Pension als Privatbeamter bezieht wohl Geh.
Commissionsrath Grundmann in Kattowitzz, welcher mi
90,000 Mark jaährlicher Pension in den Ruhestand getreten ist.
Derselbe ist der eigentliche Schöpfer und Begründer der großartigen
Hütten⸗ und Gruben-Anlagen des Herrn v. Tiele-Winkler in
berschlesien. Vom einfachen Häuer hat er sich zu seiner Stel—
lung emporgearbeitet.

— Die Blätter der franzoösischen Grenzorte registrieren das Er⸗
scheinen von Deserteuren der deutschen Armee auf französi—
schem Boden. Von dem traurigen Los, das die unbedachten jungen
Leute in der Fremde meist trifft, gelangt leider nichts an die
Oeffentlichkeit. Auchdarüber schweigen die Zeitungen des Nach—
barlandes, daß die Zahl der französischen Fahnenpflüchtigen, die
auf deutschem Gebiet ihr Heil zu finden glauben, fortlaufend eine
sehr ansehnliche ist.

Ein von Soissons kommender Zug verunglückte am 7. Febr.
im Pariser Nordbahnhof. Elf Personen wurden leicht verwundet.

Naturwunder. In Paris macht sich jetzt ein drei
Monate altes Kind, ein Mädchen, Aufsehen, die Tochter eines öster⸗
reichischen Soldaten, welche bereits fertig läuft und ihrem über die
Bühne schreitenden Vater überall hinfolgt. Dieses Naturwunder
unterhält noch immer das staunende Paris, und von eine m Besucher
der Weltstadt an der Seine erfahren wir, daß, trotzdem der Plat
mit zwei Fres. bezahlt wird, das Haus jeden Abend ausverkauf'—
ist. Der Vater hat bereits ein bedeutendes Vermögen errafft.

— Die nordamerikanische Presse hat im letzten Jahre einen
kolossalen Aufschwung genommen. In den Vereinigten Staaten
erscheinen gegenwärtig 899 Tagesblätter mit einer Auflage von 3
Millionen Exemplaren, 8428 Wochenschriften (Auflage 132/3 Mil—⸗
lionen) und 804 Monatsrevuen.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.

Nur echt, wenn die beige⸗
druckte Schuhmarke auf den
Etiqueiten iteht.

Ein kräftiger
1..Junge kann unter
vortheilhaften Bedingungen in
die Lehre treten bei

VPeter Gresß, Bäcker.
rndno

Dem Frl. M..422224
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A— i ——
i Inss Inc
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Aaria Renno v. Donat, Faris, 1671.
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bon deutschtand besitzt Maria Benno
don Zonai allein drei ruhmreiche An⸗
tengungen und von Sr. Heitigkeit
dem Zapft F spendende Auerkenn ·
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Jean Peters in St.
Anabert.

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irn ree 542 verte· “ost

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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, NReclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
M 31. Dienstag, den 22. Februar

1881.
Deutsches Neich.

(Bayerischer Landtag.) Die Abgeordnetenkammer be⸗
endete am Samstag die Generaldiskussion über das Einkommen⸗
steuergesetz. Art. J des Entwurfes der Regierung (allgemeine
Linkommensteuer) wurde mit 71 gegen 49 Stimmen aͤdgelehnt.
Der Finanzminister erklärte sich hierauf damit einverstanden, daß
nuninehr die Ausschußbeschlüffe (Einkommensteuer nach der bis⸗
herigen Art, das heißt blos von dem nicht schon durch andere
direkte Steuern getroffenen Einkommen) zur Gruͤndlage genommen
verden, welche verschiedene Verbesserungen des dermaligen Ein⸗
ommensteuergesetzes vorschlagen.

Wie es heißt, wird bei den Hochzeitsfeierlichkeiten des Prinzen
Wilhelm der bayerische Hof durch den Prinzen Arnulph in
Berlin vertreten werden.

Einen recht vernünftigen Weg zur theilweisen Deckung ihres
Defizits hat die württembergische Regierung eingeschlagen.
—A DD—
herrn⸗, Grafen-⸗ und Fürstenstand Gebühren von 2000, 4000,
8000 und, 10,000 M. erhoben werden. Der Abg. Reiter wies
ber darauf hin, daß die Höhe dieser Gebühren in gar keinem
Verhältnisse zu anderen Bestimmungen stehe; beispielsweise, daß
Derjenige, welcher sich als Kaminfeger niederlassen wolle, 100 M.
bezahlen müsse. Er beantragte deßhalb, die obigen Sätze auf 4000,
3000, 10,000 und 20,000 M. zu erhöhen, und sein Vorschlag
wurde mit großer Mehrheit angenommen. Es wäre sehr zu
wünschen, daß die deutschen Regierungen sämmtlich diesem Beispiele
folgen würden. Man könnte dadurch eine Einnahme erzielen, die

Niemand zur Last fiele, da ja Niemand gezwungen ist, eine solche
Auszeichnung zu erwerben.

Der Entwurf eines Gesetzes über Abänderung der Gerichts—
osten und Gerichtsvollzieher⸗Gebühren ist dem Bundesrath vorgelegt
vorden. (Der letzte Verbandstag der pfälzischen Eredütge⸗
nossenschaften hatte eine aus den Anwälten Dabid und Geb—
hard, Assessor Conrad und Dr. Knecht bestehende Kommission nieder⸗
zesetzt, welche eine Eingabe an den Reichstag um Abänderung des
Berichtskostengesetzes entwerfen sollte. Diese Eingabe ist jetzt fertig
gestellt pud eben den einzelnen Vereinen zur Unterschrift zugestelit
vorden.

derpfalz zu thun hat, kann, dank unserer Abgeschlossenheit, gleich
2Tage Urlaub von seiner Familie oder aus seinem Geschäfte nehmen.
kinsender hält es darum auch für unsere Stadt für angezeigi, der
»eregten Sache etwas näher zu treten und diesbezügliche Wünsche
chon jetzt in einer Eingabe an zuständiger Stelle niederzulegen.
Es könnte dieses wenigstens von größerem Nutzen sein, als ein
Raisonniren und Kritisiren hinter dem Bierglase, wenn uns der
Zommerfahrplan dieselbe Enttäuschung bringt, wie sie der Winter⸗
ahrplan brachte. — In erster Linie halten' wir die stůdtische Ver⸗
valtung für berufen, auch in commerzieller Hinsicht die Interessen
»er Stadt zu wahren. Und da es ja bekannt ist, mit welcher
Heneigtheit die pfälzische Eisenbahndirektion berechtigte Wünsche
entgegen nimmt, so dürfte auch einem von dieser Seite in obigem
Betreffe kommenden Wunsche billige Berücksichtigung nicht versagt
bleiben. „Vorsorge verhütet Nachsorge!“ Möge man sich dieses
auch in dem berührten Punkte gefagt sein lassen.

*Sit. Ingbert. Am Samstag verunglückte in Hassel
das 4jährige Söhnchen des Agfsehers Peter Werner auf eine
ehr eigenthümliche Weise. Dasfelbe spielte in Abwesenheit seiner
Eltern auf einem Wagen, auf dem zu beiden Seiten hohe Dielen,
eren einer mit einer Oeffnung zum Entladen des Wagens versehen
st, aufgestellt waren. Durch diese Oeffnung zwängte der Knabe,
die Füße voran, seinen Körper hindurch, blieb aber unglücklicher⸗
veise mit dem Kinne hängen und — erstickte, ehe Hilfe kam.

Die Postboten im Oberpostamts-Bezirke der Pfalz haben
in die Kammer eine Petition gerichtet um Einreihung in die
Aasse der stabilen Verkehrsbediensteten und Bewilligung einer fort⸗
aufenden Entschädigung für die Zustellung der Schreiben mit
Bostzustellungs⸗Urkunden.

F.Vonder Blies schreibt man der „Metz. Ztg.“: Als
Seltenheit kann man die Schafheerde bon Bliesmengen⸗-Bliesbolchen
zetrachten, indem bis jetzt schon von 88 Mutterschafen 118 Lämmer
Jeworfen worden sind; ja, eines derselben warf sogar drei gesunde
ꝛämmer, die bei ein bischen Nachhilfe bis jetzt noch ganz munter
ind. Gewiß sind Zucht und Pflege hier nicht ohne Einfluß, in⸗

dem man solche Resultate nur äußerst selten erzielt.

F Folgender interessante Vorfall wird dem „T. f. d. S.“
pon der Blies berichtet. Der Metzger Sch. aus E. kaufte neu⸗
lich bei dem Gutsbesißer H. einen Ochsen. Der Gutsbesitzer wollte
auch ein Stückchen Ochsenfleisch haben und bestellte sich 20 Pfund
on seinem Ochsen. Der Metzger übersandte ihm das bestellte
Fleisch, doch fand der Hofbesitzer das Fleisch von seinem Ochsen
zanz miserabel, gerade als habe es sich in Kuhfleisch verwandelt.
Finige Tage darauf hatte uͤnser guter Metzger den Ochsen am
Strick und wanderte mit demselben zur nächsten Stadt. Derselbe
war nämlich viel zu gut für die Bewöhner Eis. und sollte städtische
Gaumen kitzeln. Der Weg zur Stadt führte nicht weit von der

früheren Heimath des Ochsen vorbei und der Ochse überlegte sich's,
ob es nicht besser sei, dieselbe wieder aufzusuchen, und dem Knechte
ein Lebewohl zu wünschen, der bei seiner Entführung nicht zu Hause
war. Auf einmal fing unser Ochse an, tolle Spruͤnge zu machen,
varf den Metzger zu Boden und rannte den Berg hinan, seiner
rüheren Heimaih zu. Wuth, Verzweiflung, kurz alle Gefühle wog⸗
en in des Metzgers Brust, händeringend und fluchend ging er nach
dause seinen Metzgerburschen zu holen, —F Ochsen nach⸗
agen sollte. Des Morgens, als der Knecht de Hofes die Stall⸗
hüre öffnen wollte, stand der Ochse davor, von welchem er schon
Fleisch gegessen zu haben glaubte. Am meisten verwunderte sich
die Köchin, welche nicht entdecken konnte, wo der kluge Metzger die
20 Pfund Fleisch herausgeschnitten hatte.

F Am 8. März werden zu Kaiserslautern im großen
Fruchthallsaale aus Staats⸗, Gemeinde- und Privatwaldungen der
Pfalz pro 1881 anfallende Lohrinden von ca. 81,500 Zentner
zur Versteigerung gebracht.

Dem Schuhleistenfabrikant J. P. Heist in K aiser s⸗
Lauttern wurde auf seine Erfindung zur Fabrikation von Holz⸗
ohlen ein Patent ertheilt.

.Die Bergzaberner Volksbank hatte im Jahre
880 einen Gesammtumschlag von 4,156,229 M. 38 pfE

Ausland.

Aufsehen erregt in England eine dam Montag von dem
Beneral Roberts, dem Sieger von Kabul gegen das jetzige englische
Armeesystem gehaltene Rede. Derselbe erklärte, daß die aus Eng—
and nach Indien kommenden Truppen wegen der knabenhaften
Jugend ihrer Soldaten erst nach dreijährigem Aufenthalt zum
wirklichen Dienst verwendbar seien, weßhalb man von den jeweilig
in Indien vorhandenen 45 Regimentern stets 15 als unbrauchbar
abrechnen müsse. Eine Fortdauer der jetzigen kurzen Dienstzeit
müsse die Armee vollständig ruiniren. Nit Recht ist man über
ziese von einem anerkannt küchtigen Soldaten gezogene Perspektive
einigermaßen bestürzt. Es stellt sich eben mehr uͤnd mehr heraus:
England wird sein soziales System durch Einführung der allge⸗—
meinen Wehrpflicht alteriren, oder aber die von ihin in allen fünf
Welttheilen ausgeübte Weltherrschaft beschränken müssen.
Vermischtes.

St. Ingbert. Einsender möchte mit diesem die Auf—
merksamkeit der hiesigen Leser auf einen Punkt hinlenken, der nach
einer Ansicht die ernstlichste Beachtung verdient. — Anderwäris
ucht man heute schon die Wünsche, welche man bezüglich des
Sommerfahrplanes der Eisenbahn auf dem Herzen hat, an der zu—
tändigen Stelle vorzubringen. Man geht da von der gewiß sehr
richtigen Ansicht aus, daß es leichter ist, denselben vor Feststellung
—
wie nach dem Erscheinen desselben. Was thut man hier? Der
Winterfahrplan brachte uns nach der pfälzischen Seite eine Ver—
bindung, wie sie unpraktischer für uns wohl nicht mehr gut mög⸗
lich war. Geht doch, um nur eines zu erwähnen, der letzte Zug
von hier nach Zweibrücken schon um 4 Uhr 56 Min. hier ab.
Es klingt fast wie Ironie! Wer heute auch nur kurz in der Vor—
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        wurde ein Reingewinn von 8963 M. 88 Pf. erzielt, es gelangen
d pCct. Dividende zur Vertheilung an die Mitglieder.

4 Die diesjährige Wanderversammlung der bayerischen Land⸗
wirthe soll im Anschluß an die vom 28. -80. Mai in Speyer
ttattfindende zweite pfälzische Kreisthierschau abgehalten werden.
Auf der Tagesordnung steht bis jetzt die Steuerreformfrage, so⸗
wie die Frage: Welches sind die zweckmäßigsten Mittel zu weiterer
Ausdehnung und Vervollktommnung der Obstbaumzucht im König⸗
reiche Bayern?

4 Wie die „Saarbr. Ztg.“ aus guter Quelle erfährt, hat
der preuß. Minister des Handels, zu der im Sommer d. J. zu
Sit. Jo hann stattfindenden Handwerker- Gewerbe-Ausstellung
einen Staatszuschuß von 3000 Mark verwilligt.

x Als ein Zeichen der Zeit erwähnt die „F. Z.“, daß sich
um eine vakante Zäpflerstelle in einer Mannheimer Wirthschaft nur
152 Personen gemeldet haben, von denen einige sich bereit er⸗
claͤrten, die 100 Liter für 1 Mark Zäpflerlohn zu verzapfen, wãh⸗
rend bisher dafür 3 Mk. vergütet wurden.

Aus München lommt die Nachricht von einem furcht⸗
haren Unglück. Bei der am Freitag statigehabten, von 2000 Per⸗
sonen besuchten, im Colosseum glänzend arrangirten „Künstlerkneipe“
ntstand ein plötzliches Feuer in einer von maskirten Künstlern ge⸗
füllten Eskimohütte, deren Bewohner mit Werg bekleidet, und in
jJellen Flammen stehend, das Feuer, um sich zu retten, durch den
janzen Saal verbreiteten. Die Loschung gelang, dem —AD
zufoige, nach einiger Zeit. Zwölf Personen aus der Bildhauer⸗
cchule trugen schreckliche Brandwunden davon, acht der Unglücklichen
ind bereits todi, die übrigen schwer verletzt.

Vom Landgerichte Münschen wurde ein Bierbrauereibe⸗
itzer und dessen Braumeister wegen Uebertretung des Nahrungs⸗
muttelgesetzes zu 100 bezw. 60 M. Geldstrafe verurtheilt. Beide
waren überwiesen und geständig, dem Biere, ehe es an die Wirthe
oerschleißt wurde, zur Erzielung einer dunkleren Farbe flüfsigen
gebrannten Zucker beigemischt zu haben.

Die Strafkammer des k. Landgerichts Dortmund
Westfalen) hat einen dortigen Butterhändler wegen Verkaufs ge⸗
sälschter Vutter, den er im Großen betrieh und wegen dessen er
hereils mehrfach bestraft wurde, zu 4 Monaten Gefängniß und
500 Mark Geldbuße verurtheilt; auch wurde die Veröffentlichung
des Urtheils in 6 Zeitungen angeordnet.

F Der in Leipzig erscheinende „Reichsbürger“ warnt in
Folge ihm zugegangener Mittheilungen eindringlichst vor weiterer
Auswanderung nach Amerika. Die Geschäfte gingen dort schlecht
ind es stehe in nicht allzuferner Zeit eine wirthschaftliche Krisis
zevor. Jetzt schon sei es schwierig, irgend Jemand zu placiren
ind wenn die Einwanderung nicht bald aufhöre, so sei ein furcht⸗
zarer Nothstand unausbleiblich. Der Artikel schließt mit den
Worten: „Wer nicht durchaus nach Amerika kommen muß, der
bleibe lieber daheim.

In Königsberg (Ostpreußen) haben in den letzten
Tagen wiederholt vor dem Rathhaus Ansammlungen von Arbeitern
Statt gefunden, welche Arbeit verlangten.

4Das Dorf Brebieres im Arrondissement Montiers in
Savohen ist durch eine Lawine verschüttet worden. Drei und
wanzig Häuser wurden zerstört, die Zahl der Todten ist noch
unbekannt, doch sollen 30 Einwohner im Schnee begraben sein.

4 Eine originelle Mode ist in den letzten Tagen in den
Pariser Salons in die Oeffentlichkeit getreten: es sind dies die
Veilchenkrausen. Viele junge Damen trugen zwischen zwei Wellen
weißer Spitzen eine Guirlande natürlicher Veilchen, welche vom
Halse bis zur Taille herabhängt.

Gemein*Rtiges.

(GGegen aufgesprungene Hände.) J. Ein Wasch⸗
wasser mit Honig und Glyzerin (1J Eßlbffel voll von jedem zu 1
Liter Wasser) ist ein vorzügliches Mittel, die Haut zart und ge—
chmeidig zu erhalten, sowie das Aufspringen zu verhüten. II. Das
Einreiben der Hände nur mit Glyzerin ist nicht sehr zu empfehlen;
man gebe Abends vor dem Schlafengehen, sowie auch Morgens in
die frischgewaschenen Hände einige Tropfen Wasser und dazu einige
Tropfen Glyzerin, reibe die Hände damit ein und trockne sie voll⸗
tändig durch Betupfen mit dem Handtuche. Die Hände, so be—
handeit, bleiben zart und fein, auch bei Beschäftigung in der Kälte;
zieht man über Nacht Handschuhe an, so ist die Wirkung noch
besser. Auch die Lippen damit betupft, verhütet das unangenehme
Aufspringen derselben.

Schuhwerk wird durch Einschmieren mit Ricinusöl wasser⸗
dicht und so weich und geschmeidig wie Handschuhe von Wildleder.
Fut die Nedaction verantwortlich: F. X. Demes8. F—
Einladung.
An alle Freunde und Bekannte des Herrn Decan Krieger
ergeht hiermit, (und zwar nur auf diesem Wege,) die freundliche
Einladung, zu dessen am nächsten Donnerstag den 24.
dss. Abends 8 Uhr im Saale des Herrn Oberhauser
hier stattsindenden allgemeinen Abschiedsfeier.
Im Namen des Comits für die Feier
J. Weyland.
Fastnacht Sonntag:
Freimusik
astnacht Montag:
X *— *
Zürgerbab⸗
Ferd. Oberhausen

Güter⸗ 10. Plan-Nr. 2589, 20 4 40
Im Acker unter der Saar⸗
V erste igerung. oͤrückerstraße, in 4 Parzellen
Montag, den 28. Februar zu Bauplätzen geeignet;
nächsthin Nachmittags 2 Uhr bei Plan⸗Nr. 8708 u. 3709,
Heinrich Schmitt Wwe. lassen 42 a 30 qm Wiese in
die Wittwe und Kinder des den Pottaschwiesen in sechs
dahier verstorbenen ne Beeten;
Herrn Carl Ehrhardt die Plan-Nr. 1266, 25 a 60
Jachbezeichneten Liegenschaften im qm Wiese in der Mäus—
Banne von St. Ingbert bach;
zffentlich an die Meistbietenden Plan⸗Nr, 1268, 35 a 80
n Eigenthum versteigern als: Im Wiese allda, in 2
1. Plan-Nr. 2123, 16 a ZJeeten;
Acker auf'm Ader; Plan⸗Nr. 1270, 35 a 40
3. Plan⸗Nr. 2124, 16 a 40 Im Wiese allda;
qm Acker allda;
Plan⸗Nr. 878.11 2,20 ene detn
qim Acdker im Dilmesflur; suüͤhr;
58 *
Plan-⸗Nr. 4561 33 250 PlaniNr. 2815, 12 a 80
Acker im Wohmbacher qm Acker auf der Meß.
Weiher; —
—2 4585, 46 a St. Ingbert, 5. Febr. 1881.
Acker allda; K. Auffschneider,
* 340 —*
qm Acker allda;
Hlan gir, 3288, 8 a 20
gm Acker in den Seyen⸗
gärten;
Plan⸗Nr. 2899, 9490 Gegen Gicht, Rheamatismus ze. felbst in
ee Seyenreh e
e ,.
154 30 qm Acker im ne —6 een 8
muttleren Waslerfeld, in z. itng uchn dene dnebh
Parzellen 3 senerai⸗Devot: J2. N. Dietzaer in Wainz.
Tabak und Cigarren
der Straßburger TabakNanufactur
ꝛmpfiehlt — J. Friedrich.
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Inabert.

Unwiderruflich
2 6
Ziehung 28. FJebruar 1881.
Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Ludwigshafener
Kai holisehe Icirehenbau-Gield-Lotterie.
E 240,000 A Geldgewinne!
11950 Gewinne werden ohne den 1000 Stenerabzug
baar ausbezahlt.
U! Zei keiner anderen Lotterie
gleich günstig U
Die General⸗Agentur: A. &amp;F B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à 2 Mark versendet: Joh. Friedrich, F.
Woll, Buchhandlg. und Joh. Weirich, Friseur in
Sa. Inabert.
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        8
5882
S 232 a.
— —
24 35
— 53 858
53 8 —— 5553 58835583
„ 228 2 2 5535 2
8538* 5*3* 8 —— 3
3 — 212 — —— 53 —3338336
8 — 8 8 * 522 147 4—4— 583 2*
55 253233872 3 2228 3 — ——— 2258
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2 2 — — —5 5 5 F 5386
—— 52 588 75 377 A — — 78
385* 3* —— — 68 J——
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— 5 538 B A —A
—— JJ 38 — —A 358387 385 382 5
—F 33 352 —53338 533 55535 8 3535*55 8
S 2 — 3336** 3385 2558 3 —A 2 3332
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— 65 5258538 38337 23
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2 — 5353883 5 —A 5 55335 8* 3
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53—356385—55— 35— 33 823 5 5 377*324 5
——— 53* — — z2572 83*
553338 253 838 * —— * 2 52 533 *
* 552858 5*2 32· z *2 —38 —28 32 * * —A————
— 3*5553536— 3 5 —55 88 —8338 833 —55358 2553
55 86— —— 563 —538 2*4 —
— —532— 2 — —
55 * — —— 55 — 64 3——
55 383 5 5— 36 35 555 82 335337 38
3* — — 85S8 — 228 —A
35* —— M38 —⏑— 55 53— 5583
3 32255 55
3* 5255 58 3238* 2 —— 58 5 233 —3—*555
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2 —— 222 * — 8 — *
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—55 8 33 33 2 533 —— ——
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73322 333338 533327 —A * 58* 23338
2 ——A 2 5*28 — 5333855— —A * —
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22323 238 58 8255 35 —— — ———
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*335533245 5 z385383* 2c 385 25 —28833533 32 3583
552355 52 228 83583 * 535 38335 —
5 53353357 35535 28 —S 5238
338 —5 * 55 — 32383 23.5 — —2233E77 87. * 2— 8
EE— 553 8 — 2 53* 5557 2 z3522 27* — —
8 33583 ——— —— 20 283 5 53* 52 323*8 328 3 *
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheini wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementspreis betragt vierieljährlich

aAoO Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 , einschließlich 40 ⸗ Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet. 4
M 3.

Donnerstag, den 24. Februar 1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Abg eordnetenkammer
nahm das ganze Einkommensteuergesetz mit geringen Modifikationen
nit 122 gegen 25 Stimmen nach den Ausschußanträgen an.

In den zustehenden Ausschüssen des Bundesraths sezzt
man die Berathung über das Arbeiter-Versicherungsgesetz fort und
jat jene über das Innungswesen begonnen. Bezüglich des Ver—
iicherungsgesetzes wickeln sich, außerem Vernehmen nach, die Dinge
zar nicht so rasch ab als man anfänglich annahm. Es liegt eine
sehr große Reihe von Verbesserungsanträgen vor und scheint die
Annahme gerechtfertigt, daß schon im Bundesrath der Gesetzentwurf
zrhebliche Abänderungen erfahren wird.

Daͤs Unfallversicherungsgesetz wird in der Form,
mn welcher es jetzt vorliegt, bei den Vertretern der Mittelstaaten
m Bundesrathe eine ernsihafte Opposition finden. Das ist schon
etzt trotz der vorsichtigen und konzilianten Erklärung des Ministerg
. Lutz auf die Interpellation des Abgeordneten Jörg absolut sicher.
Die saͤchsische Regierung zum Beispiel bleibt dabei, daß die Wirk—
ing des Gesetzes, wenn es so, wie im Entwurfe vorliegt, zu Stande
tame, keine andere sein würde, als die, die Einzelstaaten und ihr
deben eines wesentlichen und werthvollen Theils ihres Inhaltes
und ihrer Zuständigkeit zu entkleiden.

Auslaud.

Der hochkonservative „Reichsbote“ bringt einen Artikel, der
nuf die großen Rüstungen Fraukreichs unter Gambetta's Leit—
ung hinweist, namentlich auf die starke Vermehrung des Eisenbahn
malerials. Der „Reichsbote“ schreibt: „Da nun in dieser Bezieh—
ung das deutsche Eisenbahnnetz dem französischen an Güte und
Menge des Rollmaterials überlegen ist, wurden die Direktionen
»er Ost-, Nord- und Orleansbahn veranlaßt, 860 neue Lokomo—
tiven zu bestellen. Diese gewaltige Zahl von Maschinen wurde
an einheimische und österreichische Fabriken mit dem Lieferungster⸗
min zum 1. April 1881 vergeben. Zu gleicher Zeit mußte die
paris-⸗, Lyon- und Mittelmeerbahn von den gleichfalls unter fran—
osischer Bevormundung stehenden österreichischen Bahnen viele hundert
Wagen auf ein, sage ein Jahr miethen. Diese Wagen wurden
Janz ruhig über die dayerischen Staatsbahnen nach Frankreich be—
ordert, bis endlich eine energische Anfrage der „Augsburger Post-
zeitung“, welcher das Verdienst der Aufdeckung dieser Machenschaften
ukommt, der weiteren Ausfuhr des österreichischen Eisenbahnparkes
ein Ziel setzte.“

In der französischen Deputirtenkammer hat Gambetta
eine Rede gehalten, die allerwärts Aufsehen erregte. Von einem
Mitglied war an die Regierung die Anfrage gestellt, ob dieselbe
das Versprechen gegeben habe, an Griechenland Waffen zu liefern.
Der Ministerpräsident bestritt dies ganz enschieden. Gambetta nahm
Veranlassung, die Gerüchte zu widerlegen, als spiele er hinter den
Toulissen und suche der Revancheidee Boden zu bereiten. Er sagte:
Ich werde meine Reserve nicht aufgeben, bis mein Land mich auf
einen thätigeren und größerer Verantwortlichkeit verbundenen Posten
zeruft. Gambetta rechnet also zuversichtlich darauf, Grevy's Nach—
tolger zu werden.

Dem „Standard“ zufolge ist bald ein Waffenstillstand zwi—
chen Engländern und Boeren zu erwarten.

allgemeine Abschiedsfeier zu Ehren des Herrn Decan Krieger zu
rinnern. Die Feier ist eine öffentliche, zu der Jedermann freien
Zutritt hat. Möge die freundliche Einladung zu derselben die
derdiente Beachtung finden!/

Der „Bayer. Kur.“ schreibt: „Ueber die fernere Stellung
des Staates zu den Pfälzischen Bahnen haben kürzlich
zei der kgl. bayerischen Staatsregierung sehr eingehende Berath—
ungen stattgefunden, welche aber noch nicht zum Äbschluß gelangt
jein sollen; demungeachtet hält man es nicht für unwahrscheinlich,
daß eine hierauf bezügliche Vorlage noch an den gegenwärtigen
Landtag gelangt.“

F Im Jahre 1879 betrug der Briefpostverkehr an den kgl.
bayer. Posten 73,484,516 Brief ꝛc., um 3,589, 466 mehr als
im Vorjahre. Zeitungsnummern wurden im genannten Jahre
31,845,704 befördert, um 164,029 weniger als 1879. Von ven
jeförderten Zeitungen und Zeitschriften trifft 1I Exemplar auf 14
Einwohner.

F Die „Zw. Ztg.“ berichtet: Sicherem Vernehmen nach hat
der Landesausschuß von Elsaß-Lothringen in seiner letzten Sitzung
äch dahin geeinigt, die Fortsetzung der Eisenbahn bis an die
hayerische Grenze (Zweibrücken-Bitsch) unter der Beding—
ung zu bauen, daß die pfälzische Ludwigsbahn die Anschlußstrede
bis nach Zweibrücken weiterführt.

Im Laufe des Winters 1879)180 sind im Bezirksamt
Zweibrücken 62,463 tragbare Obstbäume erfroren, darunter
14,412 Apfelbäume, 28,369 Zwetschenbäume, 7899 Kirschbäume,
5448 Birnbäume, 5031 Pflaumenbäume, 1757 Wallnußbäume
und 47 Edelkastanien. An Obstbäumen, welche noch nicht im
Ertrage standen, sind von den verschiedenen Sorten 8909 Stück
erfroren.

Die Hamm'sche Glockengießerei in Kaiserslautern
welche dieser Tage versteigert werden sollte, wurde wegen Minder—
gebot nicht zugeschlagen.

Der Schwindler Hentzzel von Waldfischbach, der kürzlich
in der Druckerei von J. Kayser in Kaiseslautern Druck—
'achen anfertigen ließ, die er dazu benutzen wollte, um unter falschen
Vorspiegelungen, namentlich unter Angabe, ein Glied der Jamilie
Jentzer in Waldfischbach zu sein, verschiedenen Personen Geldsummen
herauszulocken, wurde vom kgl. Landgericht zu 2 Jahren Zuchthaus
und djährigem Ehrverlust verurtheilt.

F.Die Steingutfabrik Kaiserslautern vertheilt pro
1880 800 Dividende. Seit zwei Jahren hat das Etablissement
inter einer neuen Direktion sich derart emporgearbeitet, daß eine
Vergrößerung ins Auge gefaßt werden kann.

. Dem Geflügelzuchtverein in Kaiserslautern ist be—
hufs Verleihung eines Staatspreises für ausgezeichnete Leistungen
ꝛines bayerischen Geflügelzüchters bei der im April dort Siatt
iindenden allgemeinen Geflügelausstellung ein Zuschuß von 200
Mark bewilligt worden.

— Die am Sonntag in Rülzheim abgehaltene Versamm—
ung der Centrumspartei war nach der „Pf. Zig.“ gut besucht.
Diejenige der Konservativen in Enkenbach nach einer Mittheilung
»er „Pf. Pr.“ dagegen nur schwach. In letzterer führte Herr
Professor Dr. W. Medicus-Kaiserslautern den Vorsitz. Er sprach
eine Befriedigung darüber aus, daß sich in der Pfalz bezüglich der
Bewerbe⸗Innungen immer mehr die Prinzipien der konservativen
Partei geltend machten. Tanach dürfte es auf dem nächsten
Sonniag in Kaiserslautern abzuhaltenden Delegirtentage des pfälz—
ischen Gewerbevereins-Verbandes wohl zu eingehenderen Debatten
nach dieser Seite hin kommen.

F In Iggelheim hat der Gemeinderath Antrag auf Ab—
stellung der Abendschulen gestellt.

F Gegenüber den immer auf's Neue wieder auftauchenden
Berüchten von der Entvölkerung Elsaß-Lothringens ist
es nicht uninteressant, das provisorische Resultat der Volkszählung
bom 1. Dez. 1880 kennen zu lernen. Hiernach beträgt die Ge—
ammtbevölkerung 1,571,971 Seelen gegen 1,831,804 im Jahre
1875, was eine Zunahme von 40,167 Seelen bekundet.

* (Militärjustiz. Der Mühlenbesitzer und Bäcker⸗

Vermischtes.

* St. Ingbert, 24. Febr. In der gestrigen Sitzung
»es hiesigen Schöffengerichts kamen folgende Verurtheilungen vor:
Zwei Frauenspersonen von hier erhielten wegen Dienstbeleidigung
eẽ 2 Tage Gefängniß und ein Mann von Sulzbach wegen Ge—
werbsteuer⸗ Contrabention 1 M. Geldstrafe; wegen Körperverletzung
wurden verurtheilt: Zwei Männer von hier, der eine zu 20 der
andere zu 10 Tagen Gefängniß, und ein Dritter von Schnappbach
erhielt ebenfalls 10 Tage Gefängniß; wegen Mißhandlung wurde
ein Mann von Schnappbach mit 3 M. Geldstrafe belegt und zwei
des Bettels überführte Stromer wurden zu 80 und 21 Tagen
Haft verurtheilt.

* St. Ingbert, 24. Febr. Wir erlauben uns, die Leser
auf die heute Abend im großen Saale bei Oberhauser stattfindende
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        meister Heinrich Westerlamp in Osßnabrüc gerieth mit dem
Sekondeseutenant v. Schimmelmann vom 78. Infanterie-Regiment
wegen einer Grenzdifferenz auf den beiderseitigen Grundstücken an
der Muhlenstraße in Wortwechsel, welcher bald in Schimpfen aus⸗
artete, bei dem man sich gegenseitig nichts schuldig blieb und der
damit endete, daß der Sekondelieutenant sich dazu hinreißen ließ,
den 68 Jahre alten Bäckermeister mit der Reitpeitsche derartig zu
schlagen, daß dieser sich genöthigt sah, gegen den Lieutenant klag⸗
haͤr zu werden. Der Fall ist vor dem Divisionsgericht zu Han—
nober verhandelt und von diesem unterm 8. Febr. an den Anwalt
des Bäckermeisters folgendes Schreiben gerichtet worden: „Ew.
Wohlgeboren benachrichtigen wir hierdurch ganz ergebenst, daß gegen
den Sekondelieutenant v. Schimmelmann des Ostfriesischen In—
fanterie⸗Regiments Nr. 78 kriegsgerichtlich am 7. Januar d. J.
dahin erkannt worden ist, daß derselbe zwar der vorsätzlichen Kör⸗
— ————
bnigliches Gericht der 18. Division. gez. v. Drigalski, General⸗
sieutenant und Divisionskommandeur. Lothe, Justizrath und Divi⸗
fions⸗Auditeur.“ Die „Osnabrücker Anzeigen“ bemerken dazu:
Wir haben diesem Erkenntniß nichts hinzufügen als die Frage:
ob das Zivilgericht wohl ebenso erkannt hätte, wenn der Bäcker⸗
meister den Kteutenant mit einer Reitpeitsche mißhandelt hätte.

4 Delikates Hochzeitsmahl. In Huͤls machte jüngst ein
Pärchen Hochzeit, welches sich demnächst wegen der eigenthümlichen
herichte, welche die Hochzeitstafel zierten, zu verantworten haben
wird. Ein Hund und eine Kaätze und drei Hühner, sämmtlich ge⸗
fiohlen, waren zu festlichem Braten verarbeitet worden.

4Jedenfails Vielen willkommen. In Lippstadt trat ein
fechtender Handwerksbursche gegen halb 12 Uhr Mittags in das
Bymnasialgebäude. Nachdem er an verschiedenen Thüren vergeolich
angeklopft hat, erblickte er die Schulglode und beschließt, sich durch
diese bemerkbar zu machen. Er läutet sie mit kräftigem Schwunge.
Die Folge ist, daß in allen Klassen sich die Thüren öffnen und
die lernsatte Jugend fröhlich in die Gänge stürzt und nach Hause
eilt. Umsonst waren die Contre⸗Ordres der Lehrer. Die Glocke
hatte geläutet, also mußte es 12 Uhr sein. Der Handwerksbursche
herzog sich geräuschlos bei Zeiten; so viele Menschen hatte er durch
sein Kommen sicher noch nie erfreut.

— Die sozialdemokratischen Abgeordneten des deutscchen
Reichstags haben auf dem Grabe Lessing's in Braunschweig
am 15. Februar, dem hundertjährigen Todestage des berühmten
Dichters, einen Lorberkranz mit einer Widmung niederlegen lassen,
worin sie diese Ovation als „bescheidenes Zeichen verehrungsvoller
Dankbarkeit der deutschen Sozialdemokratie“ bezeichnen. Davon,
daß die Sozialdemokralie durch ihre extremen Bestrebungen und
hre verwerflichen Kampfmittel die Hauptschuld daran trägt, daß
die Lessing'sche Erbschaft freiheitlicher, weltbürgerlicher Anschauungen
in weiten Kreisen des geängstigten und nur zu leicht engherzigen
Bestrebungen zugänglichen Bürgerthums an Einfluß verloren hat,
tteht in der Widmung natürlich nichts.

Aus Zboro, in Ungarn, wird dem Wiener „Frobl.“
herichiet: „In hiesiger Gegend, wo seit einiger Zeit die Diphthe—

itis stark grassirt, werden in Bauernfamilien, wo die Mittel zur
Bezahlung des Arztes und der Apotheke fehlen, bei den ersten Än—
eichen der Erkrankung und sogar als Präservativmittel Einreib—
ingen mit reinem Bienenhonig am Halse und auf starkes Lösch—
papier dick aufgestrichener Honig als Umschläge am Halse mit so
zutem Erfolge verwendet, das in Folge dessen seither in Dörfern,
vohin die Berufung eines Arztes wegen der zu großen Entfernung
oder wegen Armuth der Familie nicht möglich ist, fast keine Kinder
nehr an dieser bösen Krankheit sterben, währenddem dieser arge
Würgengel der Kinder den Aerzten die meisten der von ihnen be—
jandelten Kleinen hinwegrafft.“ Wir glauben, sagt das „Frobl.“,
dieses uns von glaubwürdigster Seite mitgetheilte Factum aus dem
Brunde veröffentlichen zu müssen, damit Fachkreise vielleicht Ver—
mlassung nehmen, über die Wirkung des Honigs, der bekanntlich
sehr zugkräftig ist, behufs Anwendung desselben bei Diphtheritis—
kranken nachzudenken und Versuche anzustellen.

4 Ein neuer gewaltiger Schneesturz hat 14 bei dem vorig en
n Brevieres, Savohen, verschont gebliebene Häuser ver⸗
schüttet. Ein Raum von 10,000 Meter ist mit einer Schneemasse
yon 15 bis 20 Meter Höhe bedeckt. 27 Personen wurden lebend
ind 9 todt herausgegraben, 3 sind noch nicht aufgefunden. Der
ingerichtete Schaden wird auf 300,000 Francs geschätzt. Von
den bei dem ersten Lawinenfall verschütteten 22 Personen find 11
gerettet worden, 4 blieben todt, 5 werden noch vermißt.

Eine Eisenbahn auf Eis. Am 13. ds. wurde der Betrieb
der auf dem Eise der Newa angelegten Eisenbahn Oranienbaum⸗
ronstadt bei Petersburg mit Gottesdienst, einem besonderen
Festzuge und Festessen eröffnet. Am 14. ds. begann der Waaren⸗
verkehr. Täglich sollen fünf Züge zu 10 Waggons laufen; die
Ldokomotive wiegt 800 Pud, jeder beladene Waggon 850 Pud.
Das Gesammtgewicht des auf dem Newaeise dahinrollenden Eisen—
‚ahnzuges beträgt also 9300 Pud. Etwas unsicher bleibt die
Beschichte doch.

— Die schrecklichen Folgen des schlagenden Wetters in den
Bergwerken haben einen Herrn Latimer Clark zu dem Vorschlage
beranlaßt, in den Minen Zufluchtsstätten einzurichten, wohin die
deute sich beim Ausbruch des Wetters retten könnten. Jeder dieser
Schutzorte soll durch eine vollkommen schließende Thür abgeschlossen
verden und durch Röhren mit der frischen Luft in Verbindung
tehen. Ferner müßten Zwieback, Wasser und Licht vorräthig sein,
amit die Bergleute die Hilfe ruhig abzuwarten im Stande wären.

Dienstesnachrichten.

Sicherem Vernehmen nach wurde der kgl. Bezirksamtmann Geib von
Frankenthal zum Regierungsrath in Speyer, der Regierungsassessor Frhr. v.
Löffelholz zum Bezirktamtmann in Frankenthal und der Bezirksamts⸗
assessor Frhr. v. Tu cher zum Regierungsassessor in Speyer befördert.

Der kgl. Kreisbauassessor Hohmann wurde als Bauamtmann an das
kgl. Strißen⸗ und Flußbauamt Kaiserslautern berufen und an dessen Stelle
der bei der obersten Baubehörde in München verwendete Bauamtsajse ssor
Richard Reverdiy zum Kreisbauassessor befördert.

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.
Güter⸗ 18. Pplan⸗Nr, 2899, 9 a 90 aglich frisch gewässerte
qm Acker am Sehyenrech; *4
Versteigerung. ———— Stockfische
15a 30 qm Acker im hei Michael Klug vormals
Montag/ den 28, Februar mitleren Walerfeld, in 8üng ch s
nächsthin Nachmittags 2 Uhr bei parzellen; ü—
dründ, Somin wr, asen ideaso, 20 440 Prima Weismehl.
die Wittwe und ue des jm Acker unter der Saar— Bei Abnahme von 10 Pfd
zahier verstorbenen ere zrückerstraße, in 4 Parzellen 18 Pfge. per Pfd.;
herrn Catl Ehrhardt di⸗ zu Bauplätzen geeignet; A Backöl
aachbezeichneten Liegenschaften im Hlam Rn 3708 u 3709 ꝑ 40—
Banne von St. Ingbert 42 4 30 qm Wiefe ñ per Liter 60 Pfennig bei
zffentlich an die Meistbietenden Ponaschviesen in sech⸗ E. Gottlieb.
in Eigenthum versteigern als: Heeten; Bei Unlerzeichnetem können je⸗
1. Plan-Nr. 2123, 16 a4 Plan⸗Rr 1266, 25 3 60 den Tag noch 70 bis 80 Schop⸗
Acker auf'm Acker; m Wiese iu der Maus. ven Milch abgegeben werden.
2. Plan⸗Nr. 2124, 16 a 40 *— M. Thiery.
¶m Acker allda; PlancNr, 1268, 83 a 80 Roöblirte und nicht möblirte
— JV Im Wiese allba, in 2 Jimmer, Familienwoh⸗
qm Ader im Dilmesflur; Heeten; nungen, nmeinem alten
Plan⸗Nr. 4561, 53 a4 50 Plan-⸗Rr. 1270, 85 a 40 und neuen Hause, sind zu ver⸗
gIm Acer im Wohmbacher qIm Wiese allda; miethen. Auch ist mein älte⸗
Weiher; Plan⸗Nru 2985, 18 4 10 res Haus raäuflich abzu⸗
Fin 4585, 46 a qIm Acker in der Krumm⸗ geben. Georg KHlein.
er allda, uhr; Fastnacht Sonntag und
pᷣlan⸗Nr. 4588, 88 24016. Plincr. 2815, 12 4 80 Mönlag bon NRachmittag 8
qm Acker allda; im Ader auf der Meß. Uhr ab
Plan⸗Nr. 3285, 8 4 20 St. Ingbert, 5. Febr. 1881. F 3
Im Acker in den Seyen⸗ K. Auffschneider, reimusik
gärten; Amtsverweser. bei P. Schweitzer Wirth—
Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.

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Geld-Lotterie
für die katholische Kirche
in Ludwigshafen a. Rh.
Mit
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auft man ein Coos
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422222222222222222222233
ziehung am 28. Fobr. 1881
berechtigt 2u einem Gewinne von
. 48. 000.0 24. 12, 000. - . 6, 000.-
ZEA. 4,000. - M. 3, 000. - ete.

Eu vortheilen sieh:
240,000 Maursæe
baar Golòâ auf I2,000 Gewinno, ao das
auf 25 SLoose
boroits soin Treffer kKommt.
Die alleinige Generalagentur:
A. u. B. Schuler in Zweibrücken.

Loose sind zu haben in St.
Ingbert bei: J. Friedrich.
J. Woll, Buchhandlg. Joh.
Weirich, Friseur.
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357 553 82 53555 —5—5 — 56 8 3 3— 5
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— — 5. · 3 2 S 3 2 25 7 S2 —
— 28— *532 S 3. 2327555 *3,33 *8 —A——
* —A — 35336755 G —M
—— — — — —A * * —A * *
8 5 * 3 3 8 . 2 283 55*G8 *32
335 2 2360 2 —5382. *2582 A
—— —34 332533333 2333238 3* 2 S
— 52 2 *8 83. 32 — — —— : —
3 3* 5 38552
——— 53 * 3 —A — 3288 5 *
* 822* S 85 285358 * 8 3 28 ——
———— —A— 333533*58 *68 — 2*22
—53. 5.* 8 —— 2553. 3 8 —RI 523 * 8. — * 2.
33 G 9323375 53 23 2 8 — 3
—83. 5 52858. ——— R 2532*55 *38* 2 22
52 52.53 32 —532 *3 2.3 *538 3 35 7 2N2 * 2.
* 53538333 — — *252. S3 2232 — S —52232
5 2. 3 *— 5 33 — F * 533
23 2325 5.8 52352 —785535 5*3*8 E 7 * —
223 825. 7 *273 2 7.3 383c 5 —A 3.5 59
755 — 353 368* 583 5*
2 5 52— *582 B2 —— * * 2.27
—3 5 2* * — — — * *55 — ——
2538 — 532 2 53 * — —3
I3555 2
25 ** 2533. ——23523— 82 5 3 4 —2 2
3383 22 3823 3
557— 3. 3 33338 3438 *
2 231 — 5538 5. 5*3
— 2 **
8335 3585337
887

2 8272
2 * 2 mú5883323233. —3
83 33 ——8
* * 3. 2. 2 22 — * —
36* 327
* *— 8 — — — — 25 3 8 . 2
8 — 3 8 — 2 2 816 —2
— »—5.7553 —A— 2
—— — 3 2*87 — 3 8 *33. 5. 5. 3 5— * 2 22
665
— — 87 — 522 5 22 2 —— — 2.
—— * 8 8 2 —— — 2— — 8 —A——— 2 7
*2. 3. 52 —A— 3 S — * —— —38
—8* * 2 — 22 2* 828. 2 * 2 * 27 —E
3 357 32 733833383 2*232 —
—x— 28 232 7 —— 23 2
—2 E *8 2 2 — — — 3 St 8 — 533 * 22
85833533 53 58 3325 3 223 7
33 3 237523 38 —— 2.2 X8 * — 7— —
7 3—88 8 3333—5 32
—* 3.
2 — 52.* 7. *2 32 —— — *2*
— — 33333 22*
* — *8 A 2 8
333 —333 33387
78 38 S 332388 77 25 33*3 753 *
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— 25 * — — 3 — *
s5832385 253 33835 38. * 322
3 — —8—— 232 3. 22 3*8 23. 25 2
95 8373 * * 8 83355 3
5238— F s 333 883 5
* —— —8 — 2 22— — J
323*—85 8— 8 88 5—57*
*55 7535 — 5383*5 5 5 —8 5
—— —2252 353328— 3335328 2*
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3 33333 3333 5* *
* 8*6 * * 2 32 32 6 v Sc* — *
F 7 5 53 8 253. * — xq * — 7. * 8 *
33 3 — —3 33 5 3252æ 83307
52— 388 338„88— 3*8 33 328 3
—— — * 2 * 22 J 3 5
—3 —
5335— 3332233 —A 33
—A 253335 2533 33 —8833
83 8 33 8 *
5233 2 5 *388 52* 335 288
J3 633 S855 53 3525 *7 8*
3528.3.. 2. . 2.* 7523 8 A
* 23. 5 2. 3 —8 2 ——— — 8 *
2333583 —— 5 32333 33 353 *
* 238 558 23 * 3 *
3388755333 557557 — —
33883.*33 23323323 — 385
533333335 25338* 25— —338338
— *
58 8 283
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333 335 83 8323
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3 338 3838 385533553 32 338
38 33553 —* 2355 — *
5 335 55 53.35* 532 88 8 538
*33353 53 22.8 5. . 2. 2. 55 238 —8
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        Hf. Ingberler Anzeiger.
der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich vlermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementspreis betragt vierieliährlich

A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 ⸗, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit odet deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
388

Samstag, den 26. Februar 1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Abgeordnetenkammer nahm
im 23. ds. den Gesetzentwurf über die Kapitalrentensteuer mit ge⸗
ngen Modifikationen der Ausschußanträge mit 129 gegen 15
Ztimmen an.

Bei Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Ein⸗
ommensteuer wurde von den pfälzischen Abgeordneten
Fter und Kuby ein Antrag eingebracht, wonach in Distrikts⸗
emeinden, welche zum Theil aus städtischer und zum Theil aus
andlicher Bevölkerung bestehen, soferne die städtische Bevölkerung
ndestens ein Fünflel der Seelenzahl der Distriktsgemeinde be—
rägt, von der Regierung, Kammer des Innern, vor der Wahl je
ach Verhältniß der Einwohnerzahl der städtischen und ländlichen
sebolkerung eine Ausscheidung dahin vorzunehmen ist, wie viele
lusschußmůtglieder nebst Ersatzmännern aus den Städten zu wählen
nd. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Die schon mehrfach verzögerte Berathung des vielbesprochenen
untrages des Abg. Frhrn. v. Hafenbrädl betreffs der Aufhebung
eg siebenten Schuljahres wird nun so lange ausgesetzt bleiben,
is der Kultusminister v. Lutz von Berlin zurückgekehrt sein wird.
gei der im Ausschuß für die Wahlgesetznovelle statigehabten zweiten
esung ist der wichtige Artikel 22 die Bildung der Wahlkreise
etrefsend — in der von der Subkommission vorgeschlagenen, vor
migen Tagen mitgetheilten Fassung zur einstimmigen Annahme
elangt. Ist es sonach gelungen, über diesen wichtigen Punkt eine
zerständigung zu erzielen, so wird zu erwarten sein, daß eine
zereinbarung uͤber den ganzen Gesetzentwurf möglich sein wird.
derselbe dürfte bis Ende kommender Woche in der Kammer zur
zerathungen gelangen können.

Der besondere 15. Ausschuß der Kammer der Abgeordneten
atte in Bezug auf den Gesetzeniwurf, die Kapitalrentensteuer
etr. Gerichierstatter Frhr. v. Stauffenbergh den Antrag gestellt:
die Kammet wolle beschließen, dem Gesetzentwurfe nach den Be—
hlüssen des Ausschusses die Zustimmung zu ertheilen. Nach Art.
Gerfolgt die Anlage der Kapitalrentensteuer in nachstehenden Sätzen:
nit 12 pCt. bei einer Jahresrente von 420— 100 M., mit 2pCt.
ei einer Jahresrente von mehr als 100 - 400 M., mit 2! pCt.
ei einer Jahresrente von mehr als 400- 700 M., mit 3 pCt.
ei einer Jahresrente von mehr als 700 - 1000 M., mit 312 pCt.
ei einer Jahresrentẽ von mehr als 1000 M.

Zur Sitzung des Bundesrathes vom 19. ist noch nach⸗
utragen, daß sie unter Vorsitz des bayerischen Staatsministers
irhru. v. Luntz stattfand. Ein Gesuch um Erlaß eines Verbotes
er Weinfabrikation wurde dem Reichskanzler überwiesen, einer
mderen Eingabe wegen zwangsweiser Einführung des Gewichts
eim Handel mit Eiern, Gemüsen ꝛc. keine Folge gegeben. Bei
er Beschlußfassung über die Frage, ob die neue Ausgabe der
harmacopoea germanica in lateinischer oder deutscher Sprache
ibzufassen sei, uͤber welche der Ausschuß für Handel und Verkehr
38 erstatiete, entschied sich die Mehrheit für die lateinische
S„prache.

Trotz der Thronrede ist man nach wie vor im Unklaren,
velchen Weg die Steuerpolitik des Reichskanzlers einschlagen
pird. Frälich hat er selbst neulich gesagt, daß der Tabak noch
aehr blulen muͤsse, und Herr Bitter hat ihm früher schon vorge—
cbeitet, indem er den Tabak für ein sehr steuerfähiges Object
cklärte, aber in der Thronrede fehlt auch die kleinste Andeutung,
oie man es anfangen will, der Tabaksindustrie und dem Tabaks⸗
onsum noch mehr“Lasten aufzuerlegen. Und doch bleibt, wenn
aan nennenswerthe Erträge erzielen will, nichts Anderes übrig,
ils dem Tabak noch schärfer 'zu Leibe zu gehen und die Brannt—
oeinbesteuerung auf einer ganz anderen Basis einzurichten. Wehr⸗
teuer, Stempelsteuer und erhoͤhte Brausteuer, mit denen sich der
steichsstag ja wieder beschäftigen soll, werden schwerlich genug ab—
verfen, um auch nur die Mehrausgabe in Folge der Militärgefetze
novelle zu decken. Die großen Summen zu liefern, welche der
seichskanzler zu seiner Sieuerreform in den Einzelstaaten bedarf,
»azu sind sie absolut außer Stande. Bei der ersten Lesung des
Ftats wird nun das Bestreben aller Parteien des Reichstages

darauf gerichtet sein, über die Steuerpläne der Regierungen oder
dielmeht des Kanzlers — denn jene sind schwerlich schon in seine
Ideen eingeweiht — etwas Genaueres zu erfahren. Personen, die
—B—
zJeschehen soll, doch schließlich nur dahin führen würde, die Ein—
cichiung des Tabaksmonopols als unvermeidlich für das deutsche
Reich erscheinen lassen.
Ausland.

Die „Politische Korrespondenz“ meldet: Die griechische
Regierung hat die Einberufung der Reserven verfügt, nicht ohne
uvor den in Athen beglaubiglen Vertretern der Mächte von der
zeabsichtigten Maßregel Kenntniß gegeben und hieran beruhigende
xErklärungen geknüpft zu haben, die darin gipfelten, daß Dieß nur
ie Ausfuührung eines schon früher gefaßten Beschlusses sei. In
zleichem Sinne wurden die auswärsigen Vertreter Griechenlands
ingewiesen, beruhigende Aufklärungen zu geben.

Aus Washington, 283. Februar wird gemeldet: Gestern
raten 30 demokratische Kongreß⸗Mitglieder zusammen, um eine
Vereinigung zu organisiren mit der Aufgabe der Betreibung einer
ebhaften Aguation zu Gunsten des Freihandels aller Länder. Die
Redner erklaͤrten die Absicht, die Freihandelsfrage zum Hauptziel
der Politik der demokratischen Partei und zur Parteifrage bei der
Präsidentenwahl 1884 zu machen.

Vermischtes.

MO Sit. Ingbert, 14. Febr. Nach kurzem Kranksein
verschied am 28. dss. Abends bei seinen Kindern in Forb ach
der allgemein bekannte Fabrikant Herr F. J. Schwarz von
hier. vdas Ableben dieses wahrhaft verehrungswürdigen Mannes,
der es vom schlichten Handwerker zum Millionär brachte, erregt
weit und breit tiefe Trauer, denn in ihm trug man einen
Mann „eigner Kraft“ zu Grabe auf den St. Ingbert stolz blei—
ben darf.

Herr F. J. Schwarz, langiähriger Stadtrath, Mitbegründer
der hier bestandenen Coaksöfen-⸗Anlage, noch bestehenden aber
leider still liegenden Maschinenfabrik, Kesselschmiede und Gießerei,
Begründer der jetzt noch zum Wohle St. Ingbert's florirenden
Blashütte sowie Mitbesitzer anderer großen Werke in hiesiger Ge⸗—
gend und Lothringen ⁊c. war nicht allein ein äußerst genialer,
sondern auch ein wirklich wohlthätiger Mann an dem namentlich
‚die Armen unserer Stadt viel verloren haben.

„Dem Wunsche seiner Familie entsprechend, entschloß sich der
alte Herr vor mehreren Jahren in den Kreis der Seinen nach
Forbach zu ziehen, wohl haupisächlich um sich dort eher von dem
herben Schlage zu erholen, der nicht blos die Familie, sondern
ves Vaters ganzes Lebenswerk und Arbeitsgebäude getroffen, als
der Allmächtige seine beiden trefflichen im besten Mannesalter
stehenden Söhne rasch hinter einander abberief, mit denen er nun
für ewig vereint bleibt.

Auch“ von Forbach aus hörte der Verstorbene nicht auf ein
Wohlthäter hiesiger Armen zu sein. —

Sein Andenken wird hier unvergeßlich bleiben.

g St. Jugbert, 24. Febr. — Der pfälzische Gewerbe—
vereins-Verband richtet an den Reichstag eine Bittschrift des In—
Jaltes, die hohe Versammlung wolle den prinzipiellen Standpunkt
hes Verbandes bezügl. der Gewerbefreiheit wahren und sich gegen
zen Vorschlag des „Innungszwanges“ ablehnend verhalten. Der
Verband geht von der Erwägung aus, daß freiwillige Innungen
)en momentanen Mißständen im Gewerbegange schon entgegenzu—
tellen wären, daß aber ein Zwang namentlich den pfälzischen
Hewerben, die seit dem vorigen Jahrhundert schon volle Freiheit
genießen, nicht ersprießlich sein würde.

Die Pelition wird äuch den hiesigen Meistern zur Unterschrist
vorgelegt.

F'Aus Zweibrücken, 24. Febr. berichtet die „Zw. Z.“:
Nächsten Dienstag und Mittwoch werden wir wieder das Vergnügen
Jaben, das Künstlerpaar Jaco bi von Mannheim hier zu sehen,
pelches unter Mitwirkung der Mitglieder des Stadttheaters in
gießen, am Fastnachtdienstag in dem reizenden Lustspiel von
        <pb n="122" />
        Benedix „Die zärtlichen Verwandten“ und am Mittwoch in dem
neuen effektvollen Schauspiel von Wilbrandt: „Die Tochter des
Herrn Fabricius“, das überall mit sehr großem Beifall aufgenommen
wurde, hier auftreten wird. An beiden Tagen werden die Mann⸗
heimer Künstler die Hauptrollen innehaben. Dem Theaterbesuchenden
Hublikum stehen mithin zwei genußreiche Abende in Aussicht.

FKaiserslautern. Die zwei großen Lüstres im Tanz⸗
saal des Hotel Karlsberg, die seiner Zeit 1000 fl. kosteten, wurden
zusammen um 200 M. von Herrn Reiß ersteigert.

F In Neustadt a. H. wird am nächsten Sonntag der
Reichstagsabgeordnete Dr. Günther aus Nürnberg sprechen.
Die Einladung zur Versammlung geht von den Mitgliedern der
Fortschrittspartei in Neustadt aus.

FIn Frankfurt hat sich der Kassier Henning, der bei
der Kasse des „Hilfsvereins für Gewerbetreibende“ angestellt war,
nachdem eine Revision der Kasse schlimme Dinge an den Tag ge—
hracht hatte, erschossen. Gemeinsam mit einem gewissen Wallmann
(welcher verhaftet ist) machte Henning Wuchergeschäfte, deren Grtrag
sie unter sich theilten. Wallmann soll durch Henning einen be—
deutenden Kredit bei der Kasse in ganz unrechtmäßiger Weise ge⸗
habt haben. Außerdem scheint Henning noch ganz bedeutend in
die Kasse gegriffen zu haben, und zwar gehen die Veruntreuungen
bis über das Jahr 1874 zurück. Wie groß der Abgang in der
Kasse eigentlich ist, das muß die Untersuchung erst feststellen; es
laufen darüber allerhand Gerüchte um, die aber wohl sehr über—
rrieben sind; so wird behauptet, der Abgang betrage 700,000 M.
Mit der Beaufsichtigung des Kassiers scheint es gar nicht streng
denommen worden zu sein. Der Verein war i. J. 1844 von
Handwerkern zu dem Zweck gegründet ,worden, kapitalbedürftigen
Meistern unter die Arme zu greifen. — Durchgegangen ist auch
ein Kassier der Feuerversicherungsgesellschaft Probidentia mit 6000
M. Er ließ durch seine Frau ein Schreiben an die Direktion in
Frankfurt gelangen, worin er bat, man möge ihn nicht verfolgen,
weil er sich sonst todtschießen würde. Die Aniwort darauf war
ein Steckbrief.

Der traurige Vorfall in München ruft die Erinnerung
an ein ähnliches Ereigniß wach, welches sich im Jahre 1393 am
französischen Hofe zutrug. Zu Ehren der Wiedergenesung des ge⸗
müthskranken Königs Karl VI. wurde eine Fastnachtsfeier veran—
staltet, wobei sechs Cavaliere sich als Satyre verkleidet hatten.
Der ganze Anzug war mit Theer und Pech überzogen und statt
der Haare mit Hanf und Werg besetzt. Dem Könige gefiel diese
Maskirung so gut, daß er sich sofort einen gleichen Anzug fer—
tigen ließ und so die Zahl der Satyren auf Sieben erhöhte. Als
aber bei Einbruch der Nacht die Satyren einen Tanz aufführten,
hei welchem sich der König lebhaft betheiligte, kam derselbe einer
hrennenden Fackel zu nahe und brannte in wenigen Augenblicken
lichterloh. Die anderen Masken vergaßen sich selbst, bemühten
sich den König zu retten, aber Einer zündete dabei den Anderen
an, und vier davon verbrannten jämmerlich. Der König ward
gerettet, allein er wurde wieder gemüthskrank und blieb es bis an
sein Ende.

FMünchener Blätter erlassen einen Aufruf zur Sammlung
don Geldbeiträgen für jene Familien, welche durch die entsetzliche
Katastrophe auf dem Maskenfeste der Künstler theils ihre Ernährer,
theils die Hoffnung und Stütze für die Zukunft verlieren.“

Der zweite Haupitreffer der NUürnberger Liebfrauen—
kirchen⸗Lotterie im Betrage von 20,000 Mk. ist der Kirchenver⸗
waltung geblieben, resp. zugefallen.

Die Handels- und Gewerbekammer von NRiederbayern
ist gerade herausgegangen mit ihrem Gutachten über den Gesetzent⸗
wurf bezüglich der Innungen. Man weiß doch wenigstens, wie
man mit ihr daran ist; sie sagt, daß sie den Gesetzentwurf entspre—
hend den ihr zugegangenen Meinungsäußerungen der Gewerbever⸗
eine von Passau und Straubing wohl als Anfang einer Besserung
der gewerblichen Verhältnisse begrüße, daß sie aber nur von obli—
gatorischen Innungen ein wirksames Heil erwarte. Im übrigen

hat die Kammer den Antrag des Goldarbeiters Straub einstimmig
angenommen, welcher dahin geht: „Eine durchgreifende Rettung
aus der gewerblichen Misere ist nur von der gänzlichen Umarbeit—
ung unserer Gewerbeordnung zu erhoffen.“ Hierher will die Kam—
mer in erster Linnie auf Antrag des Kaufmannes Finsterwald die
Abschaffung des Hausirhandels verstanden wissen. Die Beschlüsse
wurden einstimmig gefaßt.

— Verschiedene konservative Berliner Zeitungen erzählen, der
—
habe vor, zur katholischen Kirche überzutreten. Ein Sohn des
Herrn v. Bleichröder will oder soll eine Tochter des (katholischen)
Grafen Hatzfeldt, des deutschen Botschafters in Konstantinopel,
heirathen, und Das soll mit jenem Schritt in Verbindung stehen.
Der Bräutigam bringt der Braut zwar einen sehr jungen Adel,
aber desto mehr Geld zu.

Was Berlin ißt, ergiebt sich in Ziffern aus den
neuesten Berechnungen des Berliner Magistrats. Berlin verzehrt

zanach jetzt alljährlich durchschnittlich an Lebensmitteln aller Ar—
twa 148,566,754 kg und zwar an Schlachtvieh allein 45,000, 00
. an Geflügel 5,000,000 kg, an Butter 10,001,248 kg, ar
Fischen aller Art ca. 10- 11,000, 000 Kg ꝛc. An jedem einzelnen
Tag des Jahres müssen demnach in Berlin 740,000 Kg Lebens.
mittel vorhanden sein.

F Ein schändlicher Heirathsschwindler, welcher —VV
Damen, die auf sein Gesuch antworteten, dadurch in Schrecken ge⸗
setzt hat, daß er ihnen mit dem Verkauf bezw. der Veröffentlichung
der auf seine Annonce eingesandten Briefe drohte, falls sie ihm
nicht dieselben mit 5 Mark abkauften, ist, wie die „Hannoversche
Post“ mittheilt, von der Hannoverschen Polizeibehörde in der Pet—
son des etwa 80 Jahre alten Kaufmanns Julius Damerar
uus Königsberg i. Pr. in dem Augenblicke verhaftet worden,
als er an der Postanstalt die von einer Berliner Dame geforderh⸗
Geldsumme in Empfang nehmen wollie.

FHaare und Augen. In diesem Jahre wird wieder
die vor fünf Jahren zu ethnologischen Zwecken stattgefundene Er—
mittelung über Farbe der Augen, Haut und Haare der Schület
nnerhalb Deutschlands stattfinden. Bei der letzten Zählung waren
760,000 Schüler untersucht, von welchen 224,000 blaue, 287,000
graue, 255,000 braune, 450 schwarze, 3 rothe und einer ein braune
und ein rothes Auge hatte. Hinsichtlich der Haare hatten 410, 000
Schüler blondes, 818,000 braunes, 3700 schwarzes, 192 rothes
74 weiße und 15 gelbe Haare

F Gegen die Kurzsichtigkeit. Durch Untersuchung von mehr
ils 30 Augenärzten an beiläufig 40,000 Schülern wurde festge
tellt, daß die Kurzsichtigkeit unter unserer Jugend fort und for
zunimmt, und zwar im Schulalter von Klasse zu Klasse. Dit
Flementarschulen weisen 5 bis 11 Prozent Kurzfichtige auf, die
Töchterschulen schon 10 bis 24, die Realschulen 20 bis 40, dite
Bymnasien 80 bis 55, die Sekunda und Prima 35 bis 88. Ein
Tübinger Arzt fand innerhalb 20 Jahren unter 600 Theologie⸗
tudierenden 79 Prozent Kurzsichtige. An diesem Uebel sind die
enggedruckten Schulbücher, namentlich die Woörterbücher, Schuld.
Man sollte auf die Schulbücher dieselbe Rücksicht nehmen wie auf
die Bibel, die man in Perlschrift für die Fernsichtigen, in Cicero—
chrift für die Normalsichtigen, in grober Mittelschrift für die Kurz—
ichtigen und in Reliefschrift für die Blinden druckt.

*F 314 Liebesbriefe. Pest, 21. Febr. Ein sonderbares
Akten-Faszikel gelangte dieser Tage an die Königliche Tafel. Eine
Dame aus der Provinz strengte gegen ihren Geliebten einen Pater—
nitätsprozeß an und als der Geklagte Alles hartnäckig leugnete,
egte die Klägerin in ihrer Gegenschrift als Beweis 314 Liebes—
zriefe bei, welche sie seiner Zeit von dem Verklagten erhalten hatte,
ind klebte auf jeden derselben den vom Gesetze vorgeschriebenen
15 Kr.-Stempel. Der Gerichtshof erster Instanz verurtheilte den
Beklagten, machte aber den Ausgang des Prozesses von einem Eide
abhängig, wogegen beide Parteien das Rechtsmittel der Appellation
ergriffen, und die Klägerin verlangte in ihrer Appellation, die
dönigliche Tafel möge, wenn der Prozeß referiert wird, alle 314
Liebesbriefe verlesen lassen.

In Paris liefern Theater-Unternehmungen, wenn sie
zut geleitet werden, glänzende Ergebnisse. Die Direktion des
Theaters Baudeville hat ihren Auctionären über das Geschäftsjahr
880 Rechnung abgelegt. Die Dividende beträgt 1125 Fres. für
cde Actie von 2500 Fres. Einzahlung, was einer Verzinsung von
15 pCt. des Actienkapitals gleichkommt.

FLeuchtende Buchstaben. Einem italienischen Che⸗
niker ist angeblich eine neue epochemachende Erfindung gelungen;
dieselbe besteht in der Behandlung des Buchdrucks mit gewissen
Materien, so daß die gedruckten Buchstaben im Dunkeln sichtbar
werden. Von nun wird man also im Dunkeln lesen können! Der
Erfinder will seine Entdecknng praktisch erproben und soll — wie
talienische Zeitungen in ernster Weise mittheilen — zu diesem
3wecke schon nächstens in Turin ein neues Tageblatt in großem
Formate unter dem Titel „Merlin Cocaja“ erscheinen.

4 Ein schreckliches Unglück hatte sich zu Rueda in der
Provinz Saragossa (Spanien) ereignet; der Glockenthurm der
irche ist eingestürzt. 10 Todte wurden bereits unter dem Schutte
jervorgezogen.

4 Wie groß der Viehreichthuum Rordamerikas und wie
hedeutend die Ausfuhr von Fleisch, Schmalz u. s. w. aus dem⸗
'elben ist, geht daraus hervor, daß im vergangenen Jahr nach
offiziellen Zusammenstellungen allein in Chicago 7,057,092
Schweine, 1,877,148 Stück Rindvieh und 334,5606 Schafe ge⸗
chlachtet wurden.

4 Amerikanisches. Wie aus Montreal gemeldet wird,
geht man mit dem Projekt um, unter den Niagara-Fällen einen
Eisenbahn-Tunnel anzulegen.

Ein Diamant von einem enormem Werth ist vom Cap
der guten Hoffnung nach Europa 'gebracht worden. Er hat ein
Bewicht von 500 Karat und besitzt ein Feuer, wie es bei den in
den Capminen gefundenen Diamanten sehr selten ist. Die Königin
        <pb n="123" />
        Victoria wollte den Stein für den englischen Kronschatz erwerben,
aber die Höhe des geforderten Preises machte den Ankauf unmöglich.
Ein vergessenes Land. Ein Versehen oder Vergessen, wie
es von allen zivilisierten Ländern nur in Amerika vorkommen
lann, so schreibt der „Cincinnati-Volksfreund“, ist jetzt durch den
dommissar des Landbureaus der Vereinigten Staaten zur öffent⸗
ichen Kenntniß gebracht. Dieses merkwürdige Land ist ein Paral-⸗
elogramm von 150 Meilen Länge und 46 Meilen Breite. Es
nthält 8,840,000 Akres Land, ist also um ein Viertel größer als
Fonnecticut, ungefähr drei Mal so groß wie Delaware und mehr
als 42/420 Mal so groß als Rhode Island. Es ist gelegen nördlich
»on Texas, südlich von Cansas und Colorado und zwischen dem
Indianer⸗Territorium und Neumexiko. Wie sich jetzt herausgestellt
jat, ist dieses Land bei der Vermessung der öffentlichen Domäne
aͤbersehen worden und verdankt seine Existenz einem Fehler in der
Bestimmung der Grenzlinien der benachbarten Territorien. Es ist
mn Folge dessen keinem Staate oder Territorium zugetheilt, ist ohne
Regierung in irgend welcher Form und der Jurisdiktion keines
Berichts unterworfen. Gesetz und Recht und — Steuern sind
darin unbekannte Begriffe. In dem Bericht des Kommissars wird
»ieses vergessene Land als eine der schönsten und fruchtbarsten
Segenden im ganzen Westen geschildert, vortrefflich geeignet für
Ackerbau und Viehzucht. Die paar Tausend „freie“ Amerikaner,
die diese Wildniß bewohnen, sind aber nicht etwa friedliche Hirten
und Ackerbauer, sondern Banden von zusammengelaufenem Gefindel,
Strolche uad Pferde diebe, Desperados und flüchtige Verbrecher, die
iich aus allen vier Weltgegenden dort zusammengefunden haben.
Sie sind der Schrecken der benachbarten Territorien, in denen
aamentlich die Viehzüchter durch die Räubereien dieser Söhne der
Wildniß zu leiden haben. Von diesen geplagten Nachbarn wird
denn auch dringend verlangt, daß die Regierung den „freien Räu—
berstaat“ baldigst einem der benachbarten Staate oder Territorien
inverleibe, damit durch Einführung einer Regierungs-Oberhoheit
dem gesetzlosen Treiben Einhalt gethan werden könne.

7 Ein „reinliches“ Geschäft, schreibt der „Herold' in Mil—
pautkee, ist die Fabrikation von Schmalz aus an der Schweine—
Tholera krepierten Schweinen. Dieses Geschäft wird zwar weder
nn Chicago, noch in Milwaukee noch in irgend einer der größeren
Städte des Landes, welche im Provisionen-Handel einen Namen
zu verlieren haben, betrieben, denn es scheut das Licht. Aber die
Farmer sind nicht geneigt, die hunderttausende von Schweinen, die
alljährlich an der Cholera sterben, als reinen Verlust zu betrachten
ind geben die Cadaver billig und gern weg, wenn sie nur einen
Qäufer finden. Nun erhält die „Davbenport Daily Gazette“ fol—
gende Notiz: „Eine Firma in einer unserer Landstädte hat in den
etzten 3 Monaten etwa 200 Ctr. Schmalz, das aus den Cadavern
jefallener Schweine gewonnen war, gekauft und verschifft. Sie
sat dafür ewa 500 Dollars bezahlt (nicht den zehnten Theil des
Marktwerthes von guter Waare) und wir hören, daß noch eine
indere Firma in demselben Artikel ein ziemlich bedeutendes Geschäft
nacht. Es ist deßhalb keine unbescheidene Frage mehr, sondern eine
ehr dringliche, zu erfahren, was aus den Cadavern gefallener
Zchweine wird?“ Diese Frage ist allerdings eine hochwichtige für
»en amerikanischen Handelsstand, denn schon der Verdacht, daß
Schmalz von crepierten Schweinen verkauft wird, kann die euro—
äischen zu einem Einfuhrverbot veranlassen und so eines der
oichtigsten amerikanischen Exportgeschäfte ruinieren. Der Frevel,
er in obiger Weise durch habsüchtige und gewissenlose Spekulanten
»egangen wird, ist so himmelschreiender Natur, daß keine Strafe
ür denselben zu gering sein kann. Die Handelskammern von
chicago und Milwaukee sollten eine Untersuchung über den Sach—
„erhalt anstellen und von der „Davenport Gazette“ die Nennung
zer angedeuteten Firmen oder Angabe der Quelle, aus der sie ihre
dotiz geschöpft, verlangen. — So lesen wir in der „New-PYorker
Staatszeitung.“ Das sind ja saubere Geschichten!

F Noch ein Jubiläum. Im Jahre 1881 werden es drei—
sundert Jahre, daß die ersten von Franz Drake mitgebrachten
dartoffeln gepflanzt worden sind. Dem Wohlthäter der Armen
st, irren wir nicht, in Offenburg bereits ein Denkmal gesetzt und
iele Schriften verkünden seinen Ruhm. Die Gelehrten behaupten
reilich, die Kartoffeln hätten durch die Verdrängung der nahrhaf—
eren Hülsenfrüchte und durch die Verbreitung des Kartoffelschnapses
nehr Schaden als Nutzen gestiftet.

FAus dem Gerichtssaal. Ein Einbrecher ist an⸗
zeklagt, ein Pfarrhaus an einem Sonntag bestohlen zu haben.
Angeklagter“, sagt der Präsident streng, „Sie haben die Gele—
jenheit benutzt, als der Pfarrer die Messe las, um in das Pfarr—
saus einzudringen!“ „Ach, mein Herr Präsident, das ist ein
zrrthum,“ entgegnet der Angeklagte mit feierlicher Miene, „Sie
ennen meine Grundsätze: Ich arbeite Sonntags niemals.“

4 Eine für Biertrinker interessante Mittheilung ist in folgen⸗
er Notiz der Zeitschrift , Gambrinus“ enthalten: „In manchen
ʒegenden gilt es noch heute als Erfahrungssatz, daß das Bier in
czeinernen Krügen sich besser halte als in Flaschen. In neuerer

Jeit ist die Sitte abgekommen, weil es von Vielen als Vorurtheil
jehalten wurde. Nun hat man durch Versuche nachgewiesen, daß
»as Bier in wasserhellen Flaschen, dem Lichte kurze Zeit ausge'etzi,
erdirbt und einen unangenehmen Geschmack annimmt. Dasselbe
zilt auch für hellgrüne Flaschen. Bier sollte deßhalb nur, in Fla⸗
chen von möglichst dunklem Glase aufbewahrt werden.
Gemeinnüutziges.

Eine neue Erfindung. Aus Amerika kommt die
stachricht von einer ganz merkwürdigen Erfindung und da das ge⸗
ichtete englische Blatt, der „Engineer“, Mittheilung davon macht,
o kann man derselben allen Glauben entgegenbringen. Das neue
Instrument ist „Reese fusing disc“ benannt und schneidet Stahl-
ylinder ohne sie zu berühren. Man weiß, daß eine Scheibe aus
veichem Eisen, wenn sie mit großer Schnelligkeit gedreht wird,
5„tahl durchschneidet. Dabei muß selbstverständlich die Scheibe an
»as Stahlstück angesetzt werden, es also berühren, wie ein gewöhn—
iches Messer und eine gewöhnliche Säge das Objekt berühren muß,
das sie zu durchschneiden haben. Der neue Apparat besorgt aber
»as Durchschneiden ohne Berührung. Mr. Reese in Pittsburg ist
arauf gekommen, daß eine zweihundertdreißigmal in der Minute
ich drehende Scheibe von zweiundzwanzig Zoll im Durchmesser
inen Stahlcylinder welcher sich zweihundertmal in der Minute
reht, in zwei Sekunden durchschneidet, wobei die Scheibe das
5—tahlstück nicht berührt. Die Stahlstücke sind im Momente des
durchschneidens heiß, die Temperatur der Scheibe steigt durchaus
nicht. So wie man den Stahlcylinder nicht in Bewegung setzt,
leibt er undurchschnitten. Wie diese merkwürdige Erscheinung
entsteht, dafür hat man weder drüben noch hüben eine Erklärung.
zerbrechen wir uns also die Köpfe, um dahinter zu kommen.

In Frankreich ist eine Spitzenmaschine erfunden worden—
velche die Arbeit von mehreren hundert Spitzenklöppletinnen du
rsetzen vermag. Die Maschine kostet 60,000 Francs und soll
ährlich ein Reinerträgniß von 44,000 Francs einzubringen im
Stande sein. Ob die Produkte dieser Spitzenmaschine von gleicher
ZQualitaͤt sind, wie die mit der Hand gekloͤppelten Spitzen, bleibt
izuwarten.

Dienstesnachrichten.
Die Funktion eines protestant. Distriktsschulinspektors für die Kanktone
5t. Ingbert, Hornbach und Blieskastel wurde dem protestant.
I3farrer Brandstettner in Großsteinhausen übertragen.

Marktberichte.

Zweibrücken, 24. Februar. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 35 Pf., Korn 10 M. 80 Pf., Gerste zweireihige d M. — Pe.
ierreihige 7 M. 70 Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 98 Pf.,
?rxbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 91 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf.,
»eu 2 M. 85 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 57 Pf,
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
zr. 6 Pf., Rindfleisch J Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 50 Pf., Schweinefleisch 60 Pf.; Butter /3 Kilogr. O M. 95 Pf.
Vein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 28. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
.1 M. 44 Ppf. Korn 10 M. 20 Ppf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
— Pf. Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
3 M. 91 Pf., Mischfrucht I0 M. 53 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
7 M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
hrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 —44 Pf., Kalbfleisch 36 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweine-⸗
leisch 56 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Pf., Kartoffeln per Ztr. 1M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 22. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 18 Pf., storn 10 M. 54 Pf., Spelzkern 10 M. 55 Pf., Spelz
7 M. 82 Pf., Gerste 9O M. — Pf. Hafer 6 M 97 Pf., Erbsen 9 M.
— Pf., Wicken 7 M. 15 Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg., Butter pro Pfund O M. 90 Pf. Eier 1 Stüuück 06 Pf.
dartoffeln pro Zentner 1 M. 80 Pf. Stroh 3 M. — Pf. Heu 2 M. 20
Pf., Kleeheu 3 M. 80 Pf.
Fur die Redaction veraniwortlich: F. XR. Deme tz.

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        *

Güter⸗
Versteigerung.
Montag, den 28. Februar

nächsthin Rachmittags 2 Uhr bei
Heinrich Schmitt Wwe. lassen
die Wittwe und Kinder des
dahier verstorbenen Kaufmannes
Herrn Carl Ehrhardt die
nachbezeichneten Liegenschaften im
Banne von St. Ingberi
oöffentlich an die Meistbietenden
in Eigenthum versteigern als:
1. Plan-Nr. 2123, 16 a
Acker auf'm Acker;
2. Plan-Nr. 2124, 16 a 40
qm Acker allda;
Plan⸗Nr. 875, 11 a 20
qm Acker im Dilmesflur;
Plan⸗Nr. 4561, 53 a 50
qjm Acker im Wohmbacher
Weiher;
Plan-Nr. 4585, 46 a
Acker allda;
Plan⸗Nr. 4588, 85 a 40
qm Acker allda;
Plan-Nr. 3285, 8 4 20
qm Acker in den Seyen⸗
gärten;
Plan⸗Nr. 2899, 9 a4 90
qm Acker am Sehyenrech;
Plan⸗Nr. 2746 u. 2747,
45 4 30 qm Acker im
mittleren Wallerfeld; in 8
Parzellen;
Plan-⸗Nr. 2589, 20 a 40
qm Acker unter der Saar—
brückerstraße, in 4 Parzellen
zu Bauplätzen geeignet;
Plan-Nr. 3708 u. 3709,
42 a 30 qm Wiese in
den Pottaschwiesen in sechs
Beeten;
Plan⸗Nr. 1266, 25 a4 60
Im Wiese in der Mäus—
bach;
Plan-Nr, 1268, 35 a 80
Im Wiese allda, in 2
Beeten;
Plan⸗Nr. 1270, 35 a 40
qm Wiese allda;
Plan-Nr. 2935, 18 a 10
qm Acker in der Krumm—
fuhr;
Plan-⸗Nr. 2815, 12 a 30
qm Acker auf- der Meß.
St. Ingbert, 5. Febr. 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

11.

12.

13.

14.
15.

Bei Durchsicht des il Lustrirten
Buches: „Dr. UAiry's Heilmethode“
werden sogar Schwerkranke die
Neberzeugung gewinnen, daß auch
sie, wenn nuͤr die richtigen Mittel
zur Anwendung gelaugen, noch
beilung erwarten duͤrfen, Es sollte
daher jeder Leidende, selbst wenn bei
ihm bislang alle Medicin erfolglos
XF fich vertrauensvoll dieser

wahrten Heilmethode zuwenden
und nicht säumen, obiges Werk an—
zuschaffen. Ein „Auszug“ daraus
wird gratiß und franco versandt

fu dem weir⸗— nf
verdreiteten Buche 5 Zil allul
finden Gicht- und Rheumatismus-⸗
Leidende die bewährteften Mittel
gegen ihre oft sehr schmerzhaften
Leiden angegeben, — Heilmittel,
welche selbst bei veralteten Fällen
noch die erfehute Heilung brachten.
— Prospect gratis u. franco. Gegen
Einsendung von 1Mk. 20 Pfg. wird
„Dr. Airy's Heilmethode“ und für
60 Pfz. das Buch Die Gicht“ frauco
Uberall hin versandt von Richter's
Derlaas-ZAustaält in Leipzig.

—
7

Für die so freundliche und
erfolgreiche Mitwirkung zur Ver—
chönerung der Abschiedsfeier für
Herrn Tecan Krieger, sprich
den verehrlichen activen Mit
gliedern des Musikvereins und
ewerbevereins, ganz besonders
Irn. Dir. Schadewitß und Hrn
Hrofessor Schlick sowie Hrn—
Seiter seinen innigsten Dant
us.

Das Comits für die Feier.

Täglich frisch gewässerte

—
Stockfisehe
bei Michael Klug vormals
Kling.

Samstag Abend
Wurstsuppe
bei R. Munzinger,

PHierbrauerei

Gestern Abend entschlief nach kurzem Leiden unser
innigst geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater und
Urgroßvater

Herr Fabrikant

Franz Jacob Schwarz
im 79. Lebensjahre.

Um stilles Beileid bitten

die trauernden Hinkerbliebenen.

Forbach, St. Johann a. Saar und Kaisers⸗
iautern, den 24. Februar 1881.

Die Beerdigung findet Samstag Nachmitlag 8 Uhr

in St. Ingbert statt.

uan s uvä

4.

Aun.

Labak und Cigarren
der Straßburger Tabak-Manufactur
empfiehlt — J. Friedrich.
—astnacht Sa8429
Freimusik
Astnacht Montag:
Bürgerbal
Ferd. Oberhauser

Fosere sonntag
Ball
Georg Jung.

dei

AL
AIIA LAI
AEAILAMI.
BALAMII:
IAILAEI!

»MRMLAIII

nftnacht Sonutaa

Fastnai Monta⸗
2 —X *8*
7 8 or J
Peter I.*

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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
iage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis betragt vierieljährlich
MA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 6C 60 H, einschließlich 40 A Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswaris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren RNRaum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
1881.

— —

Deutsches Neich.

Am Donnerstag begann in der bayerischen Kammer

der Abgeordneten die Berathung über den dritten der vier Steuer—
gesetzentwürfe, Abänderungen an den Gesetzen über die allgemeine
Grund⸗ und Haussteuer betr. An der Diskussion betheiligten sich
». Hörmann, Frhr. v. Soden, Minister v. Riedel, Sellner, Minister
y. Pfeufer. Dr. Frank. Am Freitag wurde die Berathung fort⸗
esetzt.
bwn der Donnerstag Sitzung des Reichstags theilte Schatz⸗
ekretäͤr Scholz mit, das Rechnungsjahr 1879/80 habe in der
steichskasse einen Ueberschuß von 28 Millionen Mark ergeben.
Man ging dann an die erste Berathung des Voranschlags des
Reichshaushalts für 1881/82, und hier kam es sofort zu einem
charfen Redekampf zwischen dem Abg. E. Richter und dem Fürsten
Bismarck. Richter rügte, daß, indem alles auf die zwei Augen
des allmächtigen Reichskanzlers gestellt sei, kein selbststäudiger Mann
nehr Minister sein wolle, daß in dieser Art das persönliche Regi⸗
nent immer mehr zunehme und alles in Verwirrung gerathe und
ntmuthigt werde. Der Reichskanzler erwiderte sehr gereizt, Richter
ergehe sich in Uebertreibungen; man solle sich nur in Europa um⸗—
ehen, ob irgend ein Land mehr Ruhe und Sicherheit genieße als
Deutschland. Richter möge sich doch nicht die Mühe geben, ihn
Bismarck, noch erziehen zu wollen; er, Bismarck, sei jetzt 66 Jahre
ilt, da sei nicht mehr viel an ihm zu bessern; man müsse ihn
iehmen, wie er sei, oder ihn beseitigen. So künstlicher Mittel,
um sich der Minister zu entledigen, wie ihm in der letzten Zeit
antergeschoben worden seien, habe er sich nie bedient. Die Reichs—
»erfassung kenne nur einen Reichskanzler als verantwortlichen
Minister, der aber nicht blos dem Reichstage, sondern vor allem
dem Kaiser verantwortlich sei. Ein schüchterner und zaghafter
Reichskanzler, der auf jeden Wink des Reichslages lausche und keine
ꝛigene Meinung habe, vielmehr solche von den Parteien einhole,
würde überflüssig sein. Dazu sei er, B., nicht gemacht. Wenn
er sich mit einem Minister nicht mehr habe verständigen können, so
habe er stets gesagt: Wir beide zusammen können nicht mehr im
Amte bleiben. Uebrigens sei es vornehmlich der wenig höfliche
Ton in den Parlamenten, welcher die Minister zum Gehen vberan⸗—
asse. Den Vorwurf, daß er oft seine Ansichten geändert habe,
nüsse er zurückweisen. Sein einziger Leitstern, seine erste Frage
ei: was frommt dem Vaterland, was dem Heile und Ruhme der
Nation, ihrer Selbstständigkeit nach Außen und ihrer Ruhe und
Wohlfahrt im Inneren? Ob das durch eine conservative, eine libe—
cale oder eine dictatorische Richtung zu erstreben sei, stehe in zweiter
Linie. Er greife zu dem einen wie zu dem anderen, wie es seinem
Ziel fromme. Von der Erreichung des Hauptz ieles aber sei er
aiemals abgewichen.

Nachdem Herr Subrektor Barnikel mit beredten Worten die
Verdienste des Herrn Dekan Krieger um seine Gemeinde geschildert
und unter lebhafter Zustimmung auf denselben toastet hatie, ergriff
Herr Bürgermeister Custer das Wort, um Dank und Anerkennung
dem Scheidenden, den er einen Ehrenmann in des Wortes bester
Bedeutung nannte, auszusprechen und ihn zu versichern, daß St.
Ingbert ihm ein bleibendes Andenken bewahren werde. Herr
Dekan Krieger dankte in längerer Rede mit bewegten Worten. Er
vünschte zum Schlusse seiner Ansprache den hier bertretenen Kon⸗
essionen einen festen Frieden unlier einander und der Stadt
Ingbert, der sein Hoch galt, ein fröhliches Blühen,
Wachsen und Gedeihen.

Noch manches treffliche Wort wurde gesprochen. Herr Pfar—⸗
rer Lichnock von Dudweiler feierte den Scheidenden als guten
Nachbar und treuen Freund, Herr Lehrer Drumm erinnerie an
eine Verdienste auf dem Gebiete des Volksschulwesens, Herr Vikar
März brachte ihm den Dank der Gemeinde Ensheim. Toaste
olgten noch auf das deutsche Vaterland, auf S. M. König Lud⸗
vig II. von Bayern, S. M. den deutschen Kaiser, auf unser
engeres Vaterland Bayern u. s. w. Der Vorstand des Comites,
herr Fabrikant Weyland, dankte für die zahlreiche Theilnahme,
amentlich den Nichtangehörigen der prot. Gemeinde und ließ die
Finigkeit unter den Confessionen hoch leben.

Den musikalischen Theil der Feier hatten die aktiven Mit⸗
zlieder des Musikvereins und der Sängerchor des Gewerbevereins
gemeinschaftlich unter ihren Dirigenten (den HH. Schade witz
und Güntheny), trefflich unterstützt von Hrn. Seiker, über⸗
nommen.

So verrannen unvermerkt die Stunden und erst nach Mit⸗
ternacht begann sich der Saal zu leeren. Den Wünschen aber,
die an diesem Abend für den, dem die Feier galt, laut wurden,
fügen wir noch den einen hinzu: Mögen jene alle in Er—
rüllung gehen!

*St. Ingbert, 26. Febr. Die Gesellschaft „Gemüth—
ichkeit“ hat für Fastnacht-Dienstag einen carnevalistischen Zug durch
die Stadt projektirt und dazu, wie wir hören. umfassende Vorbe—
reitungen getroffen.

F Nach der „K. Z.“ ereignete sich in Miesen bach kürz⸗
lich ein eben so komischer als seltener Vorfall. Dem wackeren
achtwächter und Polizeidiener dorten flog nämlich, als er die 10.
Stunde blies, ein Enterich, der in den monotonen Tönen wohl
»en Ruf des zarten Geschlechtes vermuthete, so stark an das Horn,
aß er (der Enterich) todt niederfiel, und das Horn dem zu Tode
erschrockenen Nachtwächter eine Strecke weit fortgeschleudert wurde.
Eine schöne Entel))

F Aus Hinterweidenthal schreibt man dem „A. W.“:
Arm, aber ehrlich! dachte ich, als ein Mitreisender im Omnibus
solgenden Vorfall erzählte, der sich vor einigen Tagen ereignete.
kin nach Dahn gehender Mann verlor in Busenberg den Betrag
hon 600 Mark und vermißte denselben erst, als er nach Dahn
am. Ein armer Schneider von Busenberg hatte den verlorenen
Betrag gefunden und eiligst dem Verlierer durch einen Burschen
iachgesandt. An einem guten Lohn für die Ehrlichkeit des Finders
oll es, wie versichert wird, der Verlierer nicht haben fehlen lassen.
Ddas Bewußtsein der guten That dürfte jedoch des ehrlichen Finders
chönster Lohn sein.

7 Von den Opfern des verhängnißvollen Künstlerfestes in
München ist um das neunte gestorben.

Der berühmte bayerische General von der Tann
ist seit mehreren Tagen nicht unbedeutend erkrankt.

F Vom 1. März ab kann im Verkehr zwischen Deutsch⸗
jand und den Niederlanden die Einziehung von Geldern
dis zum Betrag von 250 Mark bezw. 150 Gulden im Weg des
Postauftrags Statt finden. — Von demselben Termine ab kann
m Verkehr zwischen Deutschland und Rumänien die
inziehung von Geldern bis zum Betrag von 600 Mark bezw.
750 Franken im Weg des Postauftrags Statt finden.

Ausland.

„Morning-Post“ erführt, Peru habe die Vermittelung Eng—
ands, Frankreichs und Italiens bezüglich der chilenischen Friedens
dedingungen nachgesucht.

Die Nachrichten aus Afrika lauten für die Engländer höchst
ungünstig. Der Aufstand der Eingeborenen an der Goldküste nimmt
zroßen Umfang an. 90,000 Krieger sollen die Aschantis angeblich
ins Feld stellen können. — Auch in Indien gährt es bedenklich.
Neunzehn Theilnehmer an dem s. 3. von der Regierung abgeleug—
aeten Complotte in Kolapore find des Hochverraths schuldig be⸗
unden worden. Man scheut sich jedoch das Urtheil zu verkünden,
veil deßhalb eine Erhebung der Eingeborenen zu befsürchten steht.
Vermischtes.

St. Ingbert. Die von Freunden und Bekannten des
derrn Dekan Krieger diesem zu Ehren am Donnerstag Abend im
Oberhauser'schen Saale veranstalteie Abschiedsfeier war überaus
sahlreich besucht und verlief in der gehobensten Stimmung. Der
zroße Saal war mit Gästen dicht besetzt; auch aus der Umgegend
varen Kollegen und Freunde des Scheidenden herbeigeeilt. Aner—
ennend erwähnt zu werden verdient, daß nicht blos Angehörige
der protestantischen Kirchengemeinde erschienen waren, sondern daß
ie Feier auch von Katholiken und Israeliten zahlreich besucht war.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme

5.
        <pb n="126" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 8. März
1881 (nicht wie früher ange—
geben 24. Februar), Nachmittags
2 Uhr, zu St. Ingbert, in
der Wirthschaft von Ferdinand
Oberhauser,
auf Betreiben von Peter
Custer, Bürgermeister in St.
Ingbert wohnhaft, gegen Jacob
Ochs, weiland Bergmann da⸗
selbjt, beziehungsweise gegen dessen
Kinder und Erben,
wird durch Karl Auffschneider,
Rechtskandidat in St. Ingbert
wohnhaft, Amtsverweser des kgl.
Noiars Franz Sauer, im Amts⸗
sitze daselbst, im Wege der ver—
iragsmäßigen Wiederversteiger⸗
ung, wegen Nichtzahlung des
Erwerbspreises, folgende Liegen⸗
schaft, in der Steuergemeinde
St. Ingbert, öffentlich zu Ei—
genthum versteigert:
Plan-Nr. 29, 68 qm
Fläche, Wohnhaus mit
Hofraum, gelegen zu St.
Ingbert im Muͤhleneck.
St. Ingbert, 10. Febr. 1881
K. Aufschneider,
Amtsverweser.
Hausversteigerung.
Donnerstag, den 8. März
nächsthin, Nachmutags zu St.
JIugbert in der Wirthschaft
von Johann Schmelzer, Schrei⸗
ner, kurz nach der Wiederver⸗
——
läßt Franz Buser, Barbier in
St. Ingbert, die nachbe—
schriebenen Immobilien, in der
Steuergemeinde St. Ingbert,
umzugshalber öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum
versteigern, nämlich:

1. Pl.⸗Nr. 461, 2 a Fläche,
Wohnhaus mit Keller,
Hofraum und Stall und
Pl.⸗Nr. 462, 5 a 80 qm
ppflanzgarten dabei, das
Ganze gelegen in der
Stadt St. Ingbert an
der Pfarrgasse neben Wwe.
Scholl und Schneider Jost;
Plan⸗Nr. 3169, 18 2
70 qm Acker am Schaf—⸗
kopf neben Johann Feß.

St. Ingbert, 26. Febr. 1881.

Q. Auffschneider,
Amtsverweser.
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

Dienstag den 15. März

nächsthin, Vormittags 9 Uhr zu
Ensheitn im Bürgermeisterei⸗
locale werden durch den unter⸗
zeichneten, hiezu gerichtlich be—
auftragten Amtsverweser des kgl.
Notars Franz Sauer in St.
Ingbert, die nachhin beschriebe—
nen Liegenschaften in der Steuer⸗
gemeinde Ensheim, Amtsgerichts
St. Ingbert und Rentamts Blies⸗
kastel, — zur Gütergemeinschaft,
welche zwischen dem zu Ensheim
verlebten Fabrikanten und Bür—
germeister Franz Adt und dessen

,interbliebenen Wittwe Bertha
Sophie Eleonore Kautz be⸗—
tanden hat, gehörig, — des
ꝛvidenten Nutzens halber öffent⸗
iich an die Meistbietenden zu
Figenthum versteigert; nämlich:
15 Plan-Nr. 355, 18 2 70
qm Wiese im Bockfeld ne—
ben Nikolaus Untersteller
und Hermann Fries;
Aus Plan-Nr. 371, 6 a
Wiese allda;
Plan⸗Nr. 4504, 2 a 40
qIm Wiese im Binsengar—
len neben Mathilde Adt
ind der Kirche;
Plan⸗Nr. 4435, 0 2 70
im Wiese daselbst;
Plan⸗Nr. 4505, 4 a 40
¶jm Acker allda;
Plan⸗Nr. 835, 12 a 60
im Acker am Sterzrech
neben Nikolaus Huther und
irche;
Plan⸗Nr. 35728, 12 a
Acker in den Zehn⸗Morgen
neben Andreas Schnabel
und Peter Markowitz;
Eigenthümer sind:

Tie Wittwe, Kinder und Erben
des genannt verlebten Franz
Adt, als:

J. Frau Bertha Sophie Eleo⸗
iore Kautz ohne Gewerbe in
Zaarbrücken wohnhaft, Wittwe
des Verlebten, eigenen Namens
hetheiligt wegen der erwähnten
Zütergemeinschaft, sowie als ge—
etzliche Vormuünderin ihres mit
»em Verlebten erzeugten min—
»erjährigen Kindes Namens:
Bertha Franziska Adt;

II. Franz Eduard Adt, Fa—
zrikant und Bürgermeister in
Ensheim wohnhaft;

III. Anna Adt ohne Gewerbe,
khefrau von Herrn Karl Leich⸗
—
sen bayer. Jägerbataillon, beide
in Landshut wohnhaft; Letzterer
elbst der ehelichen Ermächtigung
und Gütergemeinschaft wegen
persönlich betheiligt;

1V. Fräulein Bertha Fran—
ziska Adt, minderjährige Toch—
ier der Eheleute Adt, welche ihre
genannte Mutter zur Hauptvor—
münderin und den Herrn Jo—
hann Baptist Adt, Fabrikant
in Forbach wohnhaft zum Ne—
henvormunde hat.

St. Ingbert, 26. Febr. 1881

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Täglich frisch gewässerte
Quy.
Stockfische
bhei Michael Klug vormals
dlin..
ein Haus im Steinbruch
M ist zu verkaufen oder zu
oermiethen.
Dre Gdhe antue Fastnachtjonntag
ine Grube Dung hat zu
E verkaufen. B X l l
Jae. Stief. bei Georg Jung.

Fastnacht Sonntag:
Bürgerball.
Montag:
Freimusik
bei Frau Julius Grewenig.

(Ü8uuibIbi

8

Fastnacht Montag im
Jung'schen Saale
Maskenba!
*
Anfang 8 Uhr.
die Masken haben sich beim II. Vorstand Herrn
J. Weirich, der Controlle halber Karten zu lösen.
Fastnachtdienstag:
Maskenzug.
Abfahrt punkt 2 Uhr ! vom Locale von C. Horst ab.
Der Vorstand.

—

Hotel Laur.
aftnacht Sonntag:
waskenba!
Anfang /28 Uhr Abends.
Eintritt 1 Mark.
Freundlichst ladet ein Fr. Lehn

2

.
Gewerbe⸗Verein.
Soeuntag, 27. Februar, 8 Uhr Abends,
Kappensthunc
im Gartensaale von Poller (Josephsthal).
Der Vorstand.

Montag den 28. Februar in meinem Hause
früher Carl Engel) in der Kohlenstraße
Eröffnung meiner
* *
Bier- u. Weinwirthschaft
wozu Freunde und Gönner höfl. einladet —
Ph. Paulus.
Der Geflügelzucht-Verein Neustadt a.H.
veranstaltet
verbunden mit
Prämiirung &amp; Verloosung
in den Räumen des Saalbaues.
Anmeldungen sind bis Zumm 10. Hära d. J. an den
Sekretär unseres Vereins, Herrn G. Stoewer, Weinhändler.
zu richten, von welchem die Anmeldebogen zu beziehen sind.

Bezüglich des Verkaufs der Loose beliebe man sich an Herrn
A. Beringer, Kaufmann, zu richten, von wo aus die Pro—
gramme versendet werden.

Die zur Ausstellung angemeldeten Thiere müssen spätestens
am Morgen des 19. März unter der Adresse „Ausstellungs—
381 Saalbau Neustadt a. Haardt“ franco ein—
treffen.

Neustadt, im Jannar 1881.

Der Vorstand des Geslügelzust-Vereins.
Druck und Verlag von F. X. Demetzz in St. Ingbert.
—
        <pb n="127" />
        S. Ingberler Anzeiger.
her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗—

age) erscheint wöͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

A0 einschl ießlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einjichließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 35. Dienstag, den 1. Maear 1881.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) In der Samstags⸗Sitzung
nahm die Äbgeordneten-Kammer das Haus- und Grundsteuergesetz
m Ganzen mit 128 gegen 2 Stinmen nach den Ausschußan—
rägen an.

Prinz Arnulf von Bayern überbrachte dem Prinzen Wil⸗

jelm von Preußen anläßlich dessen Vermählungsfeier mit dem
Zlückwunschschreiben des Königs Ludwig die Insignien des St.
hubertus⸗Ordens. J

Am Sonntag vermählte sich in Berlin des deutschen und
oreußischen Kronprinzen ältester Sohn, Prinz Wilhelm, mit Prin⸗
essin Augusta Viktoria von Schleswig-Holstein. Durch all den
Festeszubel, der durch die Straßen Berlin's dieser Tage braust —
jenn das loyale Volk der preußischen Hauptstadt hat stets die Fa⸗
nilienfeste seiner Fürsten auch ohne Befehl und Ordre von Herzen
nitgefeiert —, klingt unserem Ohre vernehmbar eine ernste Lehre
er Geschichte, die von der Vergeltung: Nicht in feindlichem Sinne
ine rächende Vergeltung, aber doch eine Sühne, eine Versöhnung.
zu Anfang des Jahres 1867 erklärte Preußen auf dem Schlosse
ju Kiel die Einverleibung der Herzogthümer Schleswig-Holstein,
ind 14 Jahre später zieht die älteste Tochter des Mannes, dessen
rechtmäßiges Erbe, das eines Volkes Liebe ihm auf's Neue zuge—
prochen hatte, durch einen Federzug des preußischen Königs ge⸗
trichen worden, von dem Jubel Tausender umringt in Berlin ein,
um dem dermaleinstigen Erben der deutschen Kaiserkrone, in deren
steif Schleswig-⸗Holstein als östliches Kleinod glänzt, die Hand
zur Ehe zu reichen. Und sollte die junge Fürstin einst den deut—
chen Kaiserthron und den Thron Preußens besteigen, so wird auch
das Land sie seine Herrscherin nennen, über das ihr Vater zum
rechtmäßigen Fürsten bestellt war.

Herzog Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein hat diesen
tolzen Tag seines Kindes nicht mehr erlebt; ein früh gealterter,
zramgebeugter Mann ist er vor mehr als Jahresfrist gestorben.
die Schleswig⸗Holsteiner und die Freunde ihrer Sache haben die
Wendung der Dinge längst gutgeheißen, sie haben sich nicht nur
nn die Verhältnisse gefunden, sondern ihnen, wie sie seit 1870 sich
jestaltet, mit freudigem Herzen zugestimmt. Aber trotz allen Er—
'olges blieb ein Stachel in ihrer Brust: der Schmerz um erlittene
Unbill, die die Gewalt ihnen zugefügt. Nun hören sie und wir
»ie Mahnung an diesem Tage, daß wenn auch spät, nach wech—
elvollen Schicksalen und in ungeahnter Weise in der Geschichte
voch die Gewalt sich beugt dem Rechte.“ So bringt dieser Tag
zine endgiltige und versöhnende Lösung der „schleswig-holsteini—
chen Frage“.

Der Bundesrath hat in seiner Freitagssitzung den Wehr⸗
steuer⸗Gesetgzentwurf mit der Zusatzbestimmung angenommen,
zaß der zur Reichskasse fließende Steuerertrag den Bundesstaaten
nach dem Matrikularfuße überwiesen werden soll. Es wird sich
uun zeigen müssen, wie der Reichstag sich zu diesem Projekte stellt.
So weil sich nach den bis jetßzt hervorgetretenen Anzeichen schließen
äßt, kann man der Wehrsteuer nicht viel Aussicht auf Annahme
zröffnen. Die Liberalen sind bis in die mattesten Schattirungen
jegen das Projekt eingenommen, und die allerdings wohl zu zweifel—
ose Zustimmung der Konservativen allein vermag ihm keinen Erfolg
u sichern; Alles hängt also vom Zentrum ab, und dieses ist allem
Unschein nach nicht fuͤr die Wehrsteueridee begeistert.

Bei der Berathung des Unfallversicherungsgesetzes
n den Ausschüssen des Bundesraths ist, wie das „B. Tgbl.“ be—
richtet, der Widerspruch Sachsens und einiger anderen Regierungen

gegen die Errichtung einer Reichsversicherungsanstalt verhältnißmäßig
leicht überwunden worden. Um so nachhaltiger aber erwies sich
zdie Opposition gegen die Bestimmungen des 8 11 der Vorlage
über die Zahlung der Versicherungsprämien für die Arbeiter, deren
Jahresarbeitslohn nicht über 750 Mark beträgt. Die ursprüngliche
Vorlage verpflichtete den Arbeitgeber zur Zahlung von zwei Drittel
der Prämien, die Landarmenverbände, in deren Bezirk der Betrieb
iegt, zur Zahlung von einem Drittel der Prämien. Dieser Vor⸗
chlag wurde auch von Seiten Preußens beanstandet und beantragt,
zie Einzelstaaten zur Zahlung dieses Beitrags zu verpflichten. Die
        <pb n="128" />
        die zu einer Vorgerichistellung des Heiß nöthigen Beweise nicht
vollständig beigebracht werden. *

Den Verhandlungen des Kaiserslauterer Stadtraths
ist zu entnehmen, daß nach einer Entscheidung des Verwaltungs—
gerichtshofes, Gemeinderathssitzungen nur dann als öffentliche zu
hdetrachten seien, wenn Tag und Stunde, sowie die Gegenstände
der Verhandlungen mindestens zwei Tage vorher, und zwar durch
Anschlag am Gemeindehause öͤffentlich bekannt gemacht worden waren.

Die Aktionäre der Steingutfabrik Kaiserslautern
erhalten aus dem Erträgniß des Jahres 1880 eine Dividende von
8 Prozent.

FAus Kaiserslautern meldet die „K. Z.“: So viel
wir hören, soll die Weigerung des Stadtraths, einen Beitrag
zur Unterhaltung einer Zollniederlage zu leisten, zur Folge haben,
daß unserer Stadt auch das Nebenzollamt verloren gehen und nur
eine Abfertigungsstelle bleiben wird.

7 Der pfälzische Bader⸗Verein hielt am letzten Sonntag zu
Neustadi eine Generalvbersammlung ab, welche von etwa 40
Mitgliedern besucht war. Die Tagesordnung erstreckte sich auf den
Entwurf von die Eintracht und die gegenseitige Unterstützung sichern⸗
den Statuten, die Ausbildung und Prüfung der Lehrlinge und Ge⸗
hilfen, Festsetzung einheitlicher Preise ꝛc. Der Verein soll in Zu⸗
kunft in Zweigvereine getheilt werden, für welche sodann ein pfäl⸗
zischer Provinzialverband geschaffen werden soll. Ein Lehrling
wurde in der Versammlung „ausgeschrieben“, d. h. zum Gehilfen
gemacht, (Innung?) wobei der Vorsitzende mahnende Worte an
denselben richtete und das Versprechen des neuen Gehilfen entgegen⸗
nahm, immer fleißig und tüchtig zu bleiben.

7 Der Gewerbeverein in Neustadt hat sich in seiner letzten,
allerdings sehr spärlich besuchten Versammlung dagegen ausgesprochen,
die Petition des Verbandes der pfälz. Gewerbebereine, welche sich
gegen die Einführung von Innungen ꝛc, und für die Gewerbe—
freiheit ausspricht, zur Erlangung von Unterschriften in Umlauf
setzen zu lassen. Der Vorsitzende war in dieser Versammlung der
einzige Verfechter der Gewerbefreiheic.

F In Mechtersheim herrscht seit Wochen die Diphtherie.
Bereits sind daselbst 41 Kinder dieser furchtbaren Seuche erlegen.

7 In Edenkoben hat sich ein Kirchenbauverein gebildet
zu dem Zweck, die etwa 25,000 Mark aufzubringen, welche die
nothwendig gewordene Erweiterung der dortigen katholischen Kirche
noch erfordert. Ein Baukapital von etwa 10,000 Mark ist sjchon
bon längerer Zeit her angesammelt. Die katholische Kirche ist im
Jahr 1742 erbaut worden; seit jener Zeit hat sich die Zahl der
Katholiken in Edenkoben von 500 bis 600 auf über 1200 vermehrt.
7 Ein erschütterndes Familiendrama spielte sich vor einigen
Tagen in St. Johann ab. Eine dort in der Mainzerstraße
wohnende in den dreißiger Jahren stehende Frau, Mutter von füns
Kindern, konnte seit dem im vorigen Herbst erfolgten Tode ihre

Mannes nur mit großer Sorge und Mühe ihr und ihrer Kinder

Dasein fristen und war zuletzt durch Krankheit ihres jüngsten Kindes
von jeglichem Broderwerb abgehalten. Noth und Elend waren bei
den Aermsten täglicher Gast. Vor 6 Wochen starb das jüngste
Zind, und vor einigen Tagen ist die hierüber tiefbetrübte und von
Nahrungssorgen gepeinigte Mutter wahnsinnig geworden und mußte
nach Merzig abgeführt werden. Der Wahnsinn hatte sich zur
Tobsucht gesteigert, und unter erschütterndem Geschrei verlangt die
arme Frau Wein und Braten; sie habe lange genug darben müssen,
jagt sie. Möchten sich barmherzige Menschen finden, welche sich der
armen verlassenen Kinder der Unglücklichen annehmen!

FIn Mainz gelangte dieser Tage eine großartige Diebs—
geschichte zur Entdeckung. Die Bedienstete eines dortigen Hotels
hat während der Zeit ihres Aufenthalts in dem Hotel eine solche
Anzahl von Sachen aus demselben entwendet, daß ein Fuhrwerk
nothwendig war, um die gestohlenen Gegenstände auf die Polizei
zu fahren.

7 In Karlsruhe hat der dortige ärztliche Verein in seiner
letzten Generalversammlung den Ausschluß des praktischen Arztes
Dr. Mezz beschlossen, weil derselbe seit Jahren wucherische Geschäfte
getrieben hat. Desgleichen haben die Aerzte mit ihm jede Ver⸗
bindung abgebrochen.

F Aus Hanau, 25. Febr. schreibt der Han. Anzeiger“;
Soeben wird uns eine haarsträubende Geschichte mitgetheilt, die
sich gestern unweit Kerzell im Kreise Fulda ereignet haben soll.
Ein Mädchen, welches eine Baarschaft von 400 M. bei sich führte,
bat den Bürgermeister von Kerzell um einen Begleiter, weil sie
jich durch den Wald zu gehen fürchtete. Der Bürgermeister schlug
das Gesuch ab, bemerkend, im Walde seien keine Spitzbuben. Ein
Gendarm begegnete ihr und begleitete sie eine große Strecke durch
den Wald. Kaum hatte er das Mädchen verlassen, so hoͤrte er
einen durchdringenden Schrei, eilte darauf zu und fand die Un—
zlückliche mit einem Messer im Halse. (Das Mädchen soll bereits
gestorben sein.) Es lallte noch den Namen des Mörders. Letzterer
wurde verhaftet und wird die Untersuchung das Weitere ergeben.

Den ersten Haupttreffer der 2. Nurnberger Kirchen—
baulotterie im Betrage von 50,000 Mark hat ein Gerichtsvoll⸗
ziehersaospirant zu Grevenbroich bei Düsseldorf gewonnen.

FS. M. der König hat dem bayer. Veteranen-, Krieger⸗
und Kampfgenossen⸗Bunde auf Grund des revidirten Bundes⸗Sta⸗
futes vom J. Aug. 1880 die Rechte einer Korporation verliehen.

7 GSelbstmord.) Der französische General Ney, Herzog

von Elchingen, tödtete sich in Chatillon durch einen Revolverschuß

in den Kopf. J IJ

7 In East-Lüverpool im Staat Ohio (Nordamerika)

kamen am 23. Febr. gelegentlich einer Feuersbrunst acht Personen

in den Flammen um. —
ffür die Redaction veräanswortli«: 5 — h—eemeßtz.
Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Samstag, den 9. April
1881,Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert in der Wirih⸗
schaft von Johann Joseph Hein ⸗
rich, werden von Karl Auff⸗
jchneider, Rechtskandidat in St.
Ingbert wohnhaft, Amtsverweser
des kgl. Notar Franz Sauer,
im Amissitze daselbst, als ge⸗
richtlich ernannten Versteigerungs
beamten, im Zwangswege
gegen Johann Becker, Schmelz⸗
arbeiter und dessen mit seiner
verlebten. Ehefrau Caroline
Wolf, erzeugten noch minder⸗
zährigen Kinder 1) Karoline, 2)
Karl, 3) Anna und 4) Katha⸗
rina Becker, in St. Inabert
mohnhaft. ⸗
die nachstehend bezeichneten Be⸗
genschaften in der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert, Amtsgericht
St. Ingbert, Rentamt Blieskastel,
öffentlich zu Eigenthum versteigert:
i Plan⸗Nr. 286214, 14
50 qm Fläche, worauf ein
einstöckiges Wohnhaus, Hof⸗
raum,. Gärtchen und son—

— 22
J stige Zubehörden, gelegen
zu St. Ingbert auf der
Meß nebst Pl.⸗Nr. 2862 1,
7. ¶m Brunnenantheil;
Plan⸗Nr. 2860 14, 2 a
20 qm Bauplatz auf der
Meß, obigem Hause gegen⸗
über.

Plan⸗Nr. 3024, 19 a 90
q¶m Acker im Mühlenthal,
neben Peter Greß und Pe—
ter Berrang,
Plan⸗Nr. 2862 14 und
286211 werden zusam⸗
men, die beiden obigen
Plannummern einzeln ver⸗
steigert.

Die nähere Beschreibung der
Bersteigerungsobjekte, sowie die
Versteigerungsbedingungen kön⸗
nen bei dem Versteigerungsbe⸗
Imten eingesehen werden.

St. Ingbert, 27. Febr. 1881.

K. Auffschneider,

Amtsverweser.

Möbel⸗
Versteigerung.

Mittwoch, den 9. März
aächsthin, Nachmittags 2 Uhn
zu St. Inabert im Sterbe⸗
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

Danksagung.
Für den schönen Gesang zu
Ehren unseres Vaters bei seinem
Begräbnisse drücken wir den
Herren Sängern hiermit den

herzlichssen Dank aus.

Die Familie Schwarz.
Rechnungen
in allen Größen, mit blau
und rother Liniatur wer—
den billigst angefertigt bei
IJ F. X. Demetz.
Men Haus im Steinbruch
ist zu verkaufen oder zu
vermiethen. —
Mh. Paulus.
Er Grube Dung hat zu
verkaufen.
Jae. Stief.

rte VacketSiegelmarken
mit Firma, auf weiß oder farbig Papier in jeder be—
liebigen Farbe des Druckes, auch in Golddruch, fertigt
s. J. Jemeh,
„Buchdruckerei und Lithographische Anstalt.
        <pb n="129" />
        573582

2228 88 25.223*

* 22 —A— 8 * ——
⁊ —A 5s33333 33 —5
55833 528 3385—*—85 38 — 55552533

252 3833 3853388 5 55 353 —— ——

— 58 522 * 52 — — 38B8 2.— e —
557 —3*55 —— 2
5*28 22. 223 — — — 83 —z 5——— 28238
* — — — — 2 * 2* EIEBRS * BS 3 —A — 8 — ẽ
555 S— 52 2 58 2 53 — 2553 ð8 2 5S 583— 56 3
—*æ— — — —38 255857 —A— — 8 5323833 — 15*5 585—8 2253
5 — 25 23 * * 8 3255 — —— 55 52 83 ——— 3853
52322 — 582 28 s*5 —— 5352 2 — —
*8 8.55 — —— — 235 * — 2* ——— 5 23833

— 275 — 5 25 S 52* 2 * 2 8 — 5

55 5 — 38553 — ——— —A —52538 338
55 — 2 225 5358. 2.5 — * 5W 83 *8528 275 2 3 —
523 3 » E —A — 5835 5* 5525 — 55*82 8
*2.5 —A 2422 3 3 — 5 —A—— 528* —— —— 2 8 8 3 —

22 —S—5 — 88—5325 —3S55558 —
2* 2 —85 — — —A D58 — 353 — *382
*25* 8285585 52—35355 — — ———— —A——
58 —2 —— 23335 — 2 *832— — 32 — 2 52
87 * ** —2 — —— 5 —— ; 5555553355* 532 2 8 —X 255
— 3253533 333 —38555*5332353 7 5535 53382
552 55383 *2325 28 55— *385355322 —— — 8 5555
—5 —55 522 2EIE 22558237 825* 585* 7 —
5325 —z5** 98*2 288 532;358 27 5* S——25 —— 5235

— — — — ———— 2 32825 — 738538232 2 52V 538
225 87* — — — 5338 535 5 25585 285 —A 52 832.5
25 — — 533 355 — —2 228587* *z 25332* ic*838
535 55 32238 5 5353 — S z823 53z3—33—375 55 25 48
— 3— 55—2653 35 —5——8533 38 52— 3 58
— ——————— R55* * — 2

755 8— 22 * 5258 —A 555* — 3*55 ———— 82

— 282 — — — 8 * c32 2 — 3 —— x 0 — 2* —A * ẽ
— 55 —2c8— —52 2 * B 5.*5 5*83 26 — —I 2 5

—7 —A — —— —A — 22—* — 5833 8 85*3525
* e a——
—W 2—2236 ——8 28* 32 32 —A — EE 2 5
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2 59

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*55 —— ——
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2* —

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3 53833
2553337 527277— 33
*
35525 IABR * —— 523 333
353.5 2*5 ——— ẽ 532— 8
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—8 —— FF 2* — — 3 a
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2* 25 523 3852 — —— 78 7
2* * 3 3 * — 73
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28 —— ——— 555* ——— 5382 531337
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        Sl. Ingberler Anzei
Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierieljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
A 36.

— —
Donnerstag, den 3. März 1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Laudtag.) Die wichtigsten Paragraphen
des Haussteuergesetzes, wie sie nach den Beschlüssen der Abgeord—
aetenkammer nunmehr lauten sollen, sind die folgenden:

8 8. Bei Villen und anderen Luxusgebäuden in Gemeinden,
in welchen die Arealsteuer zur Erhebung kommt, kann die Verhält—
nißzahl bis zum Doppelten oder Dreifachen des regelmäßigen Be—
—
neinden befindlichen Gebäuden von Fabriketablissements soweit sich
letztere in wirklichem Betriebe befinden. Nebengebäude, welche
risschließend landwirthschaftlichen Zwecken dienen, bleiben von der
Frhöhung der Verhältnißzahl unberührt. Für diese Feststellungen
jann vom Rentamte die Mitwirkung der Gemeindebehörde, sowie
»er Organe der Brandversicherungskammer in Anspruch genommen
verden. Gegen die rentamtliche Berechnung ist Beschwerde zur
Regierung, Kammer der Finanzen, zulässig, welche hierüber nach
Finvernahme der Diftriktsverwaltungsbehörde und eines unbetheiligten
Sachverständigen in kollegialer Berathung endgiltig entscheidet. Die
näheren Vollzugsanordnungen werden von der Staatsregierung
erlassen.

8 14. Zu Musterhäusern werden solche gewählt, welche ganz

»der zum größeren Theile wirklich vermiethet sind. Gebäude, bei
velchen außergewöhnlich günstige oder ungünstige Verhältnisse be—
tehen und auf die Höhe der Miethzinse Einfluß haben, sind von
der Aufnahme unter die Musterhäuser ausgeschlossen. Als Muster-
häuser können übrigens nur solche Gebäude benützt werden, bei
welchen der vom Eigenthümer und von den Miethbewohnern
uingegebene Miethertrag von sämmtlichen Taratoren anerkannt
und gegen deren Wahl, Geltungsbereich und Mielhsätze von
leinem anderen Hauseigenthümer innerhalb einer unerstrecklichen
Frist von 14 Tagen, von der öffentlichen Bekanntmachung der
Musterhäuser, ihres Geltungsbereiches und ihrer Miethsätze an, ein
begründeter Einspruch erhoben worden ist. Ueber die Einsprüche
der Hauseigenthümer entscheidet, soferne dieselben nicht von dem
ibgeordneten Kommissar für bebründet anerkannt werden, die Re—
gierung, Kammer der Finanzen, in kollegialer Berathung.

8 24. Eine Reklamation gegen die regulirte Häusersteuer kann
nit Erfolg überhaupt nur dann ergriffen werden, wenn eine Prä—
gravation von mindestens 9 Mark Miethertrag gegeben ist.

8 37. Für neu aufgeführte Gebäude beginnt die Steuerpflicht
mit Ablauf des dem Jahre, in welchem der Neubau vollendet wurde,
folgenden Kalenderjahres. Die Gemeindebehörden sind verpflichtet,
nach Maßgabe der vom Stactsministerium der Finanzen ergehenden
Anordnungen über alle in ihrer Gemeinde Statt gefundenen Neu—
zauten periodische Anzeigen zu erstatten und im Betreffe der Kataster⸗
'ortführung die verlangten Aufschlüsse zu ertheilen.

Die Aenderungen am Grundsteuergesetz, sowie sie die Steuer⸗
flichtigen berühren, sind ganz unbedeutend. Ansprüche auf Nück—
xrsatz bezahlter Grund und Haussteuer erlöschen, wenn sie während
dreier auf einander folgender Jahre, von dem Zahltag an gerechnet,
zei der Behörde, an welche die Zahlung erfolat ist. nicht geltend
gemacht worden sind.

(Bayerischer Landtag.) Der Ausschuß der Abgeord⸗
netenkammer für die Novelle zum Landtagswahlgesetz hat den
Besetzentwurf, wie er aus den bisherigen Berathungen hervorge—
zangen und von dem Regierungskommissär im Benehmen mit den
eidert Schriftführern des Ausschusses redigirt worden war, ein—
fimmig angenommen. Mit der mündlichen Berichterstattung in der

Kammer wurde Herr Abg. Dr. Daller beauftragt. Der Streit⸗
punkt über die Diäten wurde dahin entschieden, daß nur die nicht
in München wohnenden Abgeordneten eine Entschädigung von 10
M. pro Tag beziehen sollen. Außerdem soll jeder Abgeordnete
für die Landtagsdauer eine Freikarte für die Staatsbahn erhalten
und die von den Bahnen entfernt wohnenden Abgeordneten für die
reffende Strecke eine einmalige Vergütung von 50 Pf. für je einen
Kilometer der Zu⸗ und Abreise.

Der Petitionsausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer
»af die Vetition der Vosthoötfen um Entschädigung für ihre Mühe

in Besorgung der sogenannten Zustellungsurkunden dem Finanzaus⸗
schusse zur Berücksichtigung beim nächsten Budget zugewiesen.

Der Bundesrath wird bei den Verhandlungen über den In—
nungsentweurf nicht umhin können die zahlreichen Petitionen
u berücksichtigen, welche aus allen Theilen Deutschlands gerade zu
dieser Vorlage eingelaufen sind. Im Allgemeinen läßt sich nicht
verkennen, daß in gewerblichen Kreisen die Tendenz, das Hand⸗
verk durch positive Berechtigungen zu stärken, Billigung findet.
Doch steht man mit entschiedenem Mißtrauen denjenigen Punkten
der Vorlage gegenüber, welche den Innungsverwallungen gestatten,
mit ihren Reglements über den Bereich der Innung hinauszu⸗
zreifen und durch die eine zu weitgehende Einmischung der Be—
hörden in das gewerbliche Corporationswesen ermöglicht wird.

Nach der „Nationalzeilung“ wird Varnbüler demnächst im
Reichstag einen zahlreich unterstützten Antrag einbringen, wo—⸗
nach unter Aufhebung des Prinzips des Unterstützungswohnsitzes
die Heimathberechtigung (wie in Bahern kraft dessen Reservatrechts)
wieder zur Grundlage der Beziehungen zur Gemeinde gemacht wird.
Der Antrag will Freizügigkeit und Gewerbefreiheit unangetastet
assen und die Erwerbung der Heimrathberechtigung an einen
ünfjährigen Aufenthalt knüpfen. Die jetzigen Landarmenverbände
ollen zur Uebernahme der Kosten für Irre, Unheilbare und ähn—
liche Fälle aufrecht erhalten bleiben.

Eine Reihe deutscher Versicherungsgesellschaften hat an den
Bundesrath und Reichstag eine Petition gerichtet, worin ersucht
vird, das Unfallversicherungsgesetz abzulehnen, dagegen
die Erreichung des Zweckes desselben durch Verbesserung und Er—⸗
zänzung des Reichshaftpflichtgesetzes sicher zu stellen. Die Petenten
zegründen ihr Gesuch hauptsächlich damit, daß die Errichtung einer
nonopolisirten Reichsunfall-Versicherungsanstalt in die berechtigten
Interessen, in den Geschäftsbetrieb, die Leistungsfähigkeit und die
Fxistenzbedingungen der Privatversicherungsgeschaften schädigend und
zerstörend eingreifen werde.

Der deutsche Kaiser derlieh dem französischen Botschafter
St. Vallier den schwarzen Adlerorden — eine ganz hervorragende
Auszeichnung.

Die „Nat.«Ztg.“ schreibt, die Thatsache von Unterhandlungen
Preußens mit Rom werde ihr besstätigt: es handle sich um
Verhandlungen von Fall zu Fall und scheine augenblicklich die
Verwaltung des erledigten Bisthums Fulda in Frage zu stehen.

Auslaud.

Im österreichischen Abgeordnetenhaus wurde der Antrag
dienbacher's auf Verkürzung der achtjährigen Schulpflichtdauer
nach stürmischer Debatte in dritter Lesung mit 113 gegen 79
Stimmen angenommen.

Der Zusammentritt der internationalen Münzkonferenz zu
Paris ist nunmehr für den 18. resp. 19. April ausgesetzt. Die
Verhandlungen sollen in drei Sprachen, französisch, deutsch und
nglisch geführt werden; ebenso sollen die Protokolle in diesen drei
Sprachen redigiert werden.

„Independance Roumäine“ behauptet bestimmt, RNumänien
verde am 10. Mai zum Königreich proklamirt.

Serbien hat bei der Gewehr- und Waffen-Fabrik Gebrüder
MNauser und Co. in Oberdorf (Württemberg) eine Lieferung von
120.000 Gewehren aufgegeben. Friedensaussichten!

Vermischtes.

Im Jahre 1880 sind in der Pfalz 15 altive und 13
densionirte Lehrer gestorben. Das Durchschnittsalter der aktiven ist
14,6 Jahre, das der pensionirten 61 Jahre.

Aus dem Jahresbericht des landwirthschaftlichen Konsum—
bereins für den Bezirk Homburg geht herbvor, daß der Verein
m letzten Jahr ca. 50,000 M. umschlug, und zwor wurden be—
ogen an künstlichen Düngemitteln ca. 4820 Ztr., welche kosteten
32,000 M., an Oelkuchen ca. 2000 Ztr. fuͤr 14,000 M. und
dleie ca. 1000 Zir. für 5000 M.

F Die am Sonntag in Kaiserslautern abgehaltene
Bersammlung von Vertretern pfälzischer Gewerbevereine war be—
schickt von Frankenthal. Grünstadt. Kaiserslautern. Kirchheimbolanden.
        <pb n="132" />
        Kusel, Ludwigshafen, Speher und Zweibrücken. Der Sekretär der
pfälzijchen Handels- und Gewerbekammer, Hr. Fügen, wohnte den
Verhandlungen auch an. Diese betrafen zuerst den zur Zeit dem
Bundesrath vorliegenden Gefetzentwurf uͤber Abänderung des Tit. VI.
der Gewerbeordnungen (Innuͤngen.) Die Debatten waren lebhaft,
und es zeigte sich, daß über die Frage der Innungen die Ansichten
unter den Gewerbetreibenden der Pfalz ziemlich weit auseinander—⸗
—— Man machte sich
dahin schlüssig, im allgemeinen dem Gesetzentwurf zuzustimmen, aber
gegen Veeinträchtigung der Gewerbefreiheit, namentlich durch einen
ndirekten Innungszwang, wie man ihn in den 88 972, XC
100 e fand, zu protestiren. Die Frage der Lehrlingsprüfungen
wurde einer Kommission zur weiteren Erötterung und Berichter⸗
stattung überwiesen. — Ueber den Gesetzentwurf bezüglich der
Arbeiter⸗ Unfallversicherung sprach man sich , und das gewiß mit
Recht, dahin aus, daß eine so wichtige, tief eingreifende Maß⸗
regel nicht übereilt, sondern daß erst noch genauere Untersuchungen
uber alles Einschlägige angestellt werden sollten. Es wurden der
Bedenken gar manche sowohl über einzelne Bestimmungen des Ent⸗
wurfs, wie über die Räthlichkeit der projektirten Anstalt überhaupt
kundgegeben. Es wurde zu weiterer Berathung des Entwurfs auch
eine Kommission gewählt, die sich noch zwei Arbeiter kooptiren soll.

F Bei der Ziehung der Lud wigshafener kathol. Kir⸗
chenbaulotterie fiel der zweite Haupttreffer mit 12,000 Mark auf
Soos Nr. 229,711, welches sich im Besitze eines Konsortiums, be⸗
stehend aus dem Restaurateur, dem Portier und den Bahnhofar⸗
heilern der Eisenbahnstation Biebermühle befindet.

Gom LTode erstanden.) Bei St. Wendel wurde ein
Handwerksbursche in bewußtlosem Zustande aufgefunden und nach
pholizeilichet Anordnung von Leuten mittelst Tragkorbes in das
Hospital nach St. Wendel transportiert, weil man glaubte, man
hatte eine Leiche vor sich. Dem war jedoch anders. Kaum im
Hofe des Hospitals angelangt, schlug der Bursche die Augen auf
uͤnd sagte: „Sapperlot, wie war ich so voll.“ Ein schallendes
Gelächter der Umstehenden und die zahlreich herbeigelaufene Menge
berzog fich.

F Ein Defizit, das der vermißte Oberschreiber Hahn in
Bamberg in der von ihm verwalteten Kasse des Vorschußver⸗
eins des Bezirks Bamberg II. hinterließ, bezifferte man bis jetzi
auf 90,000 M.

p'Der „Dortm. Ztg.“ zufolge brach in einer der letzten Nächte
auf Zeche Tremonia bei Dortmund ein bedeutender Brand aus.
Die Arbeiter sind gerettet; 167 Pferde wahrscheinlich verloren. Der
entstandene Schaden ist noch nicht zu übersehen. 500 Bergleute
sind arbeitslos geworden.

FWelch' seltsame Erwerbszweige das vielgestaltige Leben der
Großsiadt produziri, kam bei einer Verhandlung zur Sprache, welche
dieser Tage vor dem Charlottenburger Schöffengericht aeführt wurde.

—sꝛ

—s, — —
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des k. Forst⸗
reviers St. Ingbert.

Montag: den 14. März,
Vormittags 10 Uhr im Saale
des Herrn Oberhauser zu St.
Ingbert.

Schlage: Stafflerhang u. Platte.
14 Ster buchen Misselholz
3828, „Scheitholz 1.
u. 2. Cl. anbr. n.

Klotzholz.

7 , eichen Scheitholz 2. C.

6, aspen u. birken knorrig
332 8, buchen Prügelholz 1.

u. 2. Cl.

17 9, eichen Prugelholz
225, buchen Krappen
5,00 buch. Reiserwellen.

St. Ingbert, 28. Febr. 1881.

Graf
k. Oberförster.
Wohnungen.
Der untere Stock meines
Hauses an der Haupt-Straße,
bestehend aus drei großen Zim—
mern, Küche, Speicherkammer,
Speicher, Keller, Stallungen mit
Scheuer, Waschküche ꝛc. Ferner
zwei Zimmer im oberen Stoch
find auf längere Zeit zu ver—
miethen.
Carsl GHof mannu.

JGratis. — Gratis.
Ein
hohes Alter
können selbst schwächliche Personen
erlangen.

Niemand verfäume deshalb sich
vfort das neu erschienene Buch
Tisceecn. wesche⸗ dieu-
igfien aufsrctenden Kranlkheiten,
— — ————⏑ 77 7 —
vie: Abmagerung, Schwäche,
Nagenleiden, Nervenleiden
Leberbeschwerden, Blutar⸗
muth, Hämorrhoiden Baud⸗
wurm u. s. w. genau beschreibt
ind dagegen die wirksamsten
Hausmittel angiebt. Dies Buch
st gratis zu haben in St.
Jugbert bei Herrn J. Fried⸗
rich.

—

Rechnungen
in allen Größen, mit blau
und rother Linkatur wer—
den billigst angefertigt bei

F. X. Demetz.
Ein⸗ Grube Dung hat zu
verkaufen.

Jac. Stief
Friik Morso —*

Fin Mann, welcher beschuldigt war, Leimruthen für den Vogel-
ang ausgelegt zu haben, behauptetej, daß er nicht Vögel, sondern
Frösche habe fangen wollen, und entpuppte sich unter Berufung
zuf das Zeugniß des Dr. Hermes als Haupti⸗Froschlieferant des
Berliner Aquariums. Derselbe lebt ausschließlich vom Froschfang
uind hat im Winter ein wohlassortirtes Lager von etwa 10,000
Fröschen, welche zum Füttern der Schlangen an das Berliner
Aquarium abgeliefert und im Durchschnitt das Stück mit beinahe
3 Pf., 18 Dutzend mit 6 M. bezahlt werden. Ein anderer Liefe—
rant hat, wie weiter zur Sprache kam, dem Aquarium nichts als
Regenwürmer zu liefern, welche pfundweise bezahlt werden.

Die Straßen von Paris werden gegenwärtig durch
11,286 Gasflammen beleuchtet, dies ergiebt eine Gasflamme für
18 Bewohner. In einigen abgelegenen Gäßchen brennen noch 89
Petroleum-⸗Lampen und 361 Oellampen. Die Kosten für eine
Dellampe belaufen sich auf etwa 170 Francs das Jahr, während
eine Gasflamme blos 104 Frans erfordert.

4 Ueber Lissabon wird ein starkes Erdbeben auf den
Azoren gemeldet. Eine Kirche und zweihundert Häuser sind zerstört.

4 Fisenbahnunglück. Bei Dalston (England) ereignete sich
am Samstag Morgen ein Zusammenstoß zwischen einem fahrenden
und einem fiehenden Zuge, die beide mit Passagieren gefüllt werden.
25 Verletzte wurden in das nahegelegene deutsche Hospital gebracht.

Frauen-Emanzipation. Zum ersten Male in
Kalifornien und vielleicht auch in den Vereinigten Staaten stehen
sich in einem Prozesse, und zwar in dem, der gegen den Würger
Wheeler angestrengt ist, zwei Frauen als Anwälte gegenüber, näm—
ich Laura de Force Gordon, die Weiberrechtlerin, und Klara Foltz.
— Bei dem Obergericht von Kansas wurde kürzlich die erste
Frau, G. N. Kellog miti Namen, zur Praxis zugelassen.

4 Ein bewährles Mittel gegen Kopfweh und Migräne ist der
Schwefelkohlenstoff. Man halte die Oeffnung eines Glases, in dem
sich ein mit Schwefelkohlenstoff getränktes Stück Watte befindet,
an die Schläfe oder hinter das Ohr an die schmerzende Stelle;
es tritt danach ein prickelndes Gefühl und dann rasch Nachlaß
des Schmerzes ein, besonders wo es sich um nervöses Kopfweh
handelt. n

— Einen weisen Ausspruch thut ein Schriftgelehrter der Dorf—
zeitung. Er schreibt in einem Humoristikum über Steuerverhält—
aisse betreffs der indirekten Steuer: „Die indirekte Steuer beruht
auf der Kunst, ein Huhn zu rupfen, ohne daß es schreit.“ De—
Mann kann recht haben.
Dienstesnachrichten.
Die kath. Pfarrei Labach, Bez.⸗A. Zweibrücken, wurde dem dermaliger
Administraior dieser Pfarrei, Vriester Jakob Boßle, übertragen,

— Mu————

Flir die Nedaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Borgmannꝰ?s ein Haus im Steinbrucd
Sommersprossen⸗veife M ist zu verkaufen oder zu
zur vollstäudigen Entsernung der vermiethen.
vVe. vaulus.

Seit Montag den 28. Februar in meinem Hause (frühe
Carl Engel) in der Kohlenstraße ist meine

Bier- u. Weinwirthschaft
ersffnet lade Freunde und Gönner zu fleißigem
Befsuche hön. ein

Ph. VPaulus.
—
—
In allen renommirten Musikalienhandlungen ist
zu haben:
Berens Hoerm. Op. 76.
Laideröslein.
Klaaierstück.

Preis: MI. 1. 25.

Durch das Spielen solcher Salonmusik wird der
Vortrag geadelt, die Auffassung poetisch gebildet und
die tecunische Ausführung verfeinort. Es isb kein Salon-
stück von der gewöhnlichen Mache, sondern voll poe-
tischen und feinsinnigen Gedankenstoffes, aus welchem
eine Fülle geistiger Anregung zu schöpfen ist.

Das vorzügliche Opusculum ist von mittlerer
dehwierigkeit.

Gegen vorherige Tinsendung des Betrages ver-
sende ich franco.

P. J. Tonger in Köln aRh.

8 3— —* * *4
3 1 gho⸗
——
* IXI
        <pb n="133" />
        2 22
* ———
* 5537333573—6383 *
3 3337637323355 —
2 55355555 8* 25 533353355 572 —2598
235 e — 5 * — — 22
53*5* —2—5 5235 z538—2 5— 383
33—3 538 3533535* 3333*38
8* —A 3355352563 8
55 J 35 3356—5 — *
J —— — 2 bg 8 5 35 5* S 3 F
— 535 55 84 —— SX 22 2 —
* 2532 — 2 * —7 5 33288 — 33
A —— 5— 53368 s
53383 — 2 555
— 22 — 2252 22 —
—A— — — 23 —5*8 73 3 553362 3337
383833483 „58*
3 — 5 333835333 235252— 255 553
3 3533325 —233355
— —*52 — 28 — 8 —5 — 58 2 2 ——
—3 8287 — * — 25* 25235383 —— 85 —A
338335532733 3383335*883* 33—86*4 3*553563 3
8353325 —A — 58 53 — 5353233553 3333* 2
233234 3538353555 8 2858
373323 33338 — 338
3 * t —523 F —
—————
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3355 353228 33835 2* —A — 7— s 2 2
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—— 28 —— ——7** 232 A 22z3363 2 *
s 2 33337357 — —28 38283* 8 55 53*5 2*8
333 77 22 800 333 5387
— 2 — — p 8 * *
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F —288 382—8 —85382
8 —— 2553 5 8* 2583 353*58 ——
25 55 853 533 6* — 5 87
283 * 2 *235 58 —* 8 ——A — 552* — —— —
— 2 —12 288 555 E 5323 2 82 5
—A — 235 —AA ———— —27 53323 3 —
5 13 —83533 —58—— 2 3 8584
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245 —AA *556 S
335 5 6 08
28 J 32 8 * *8 ——— 3235585 * 8
325 ——8 33835 3 38
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355 5—23 3733323—3333—66 3235 833
J — 3 * — — * — —
— 53 s z33 3 533333—25035358 — E —V—353
88 —X —D— GS — —— —5238 — — 55—3833355
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2* * —R— * 5382 2 52 2 555335
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8 5 3 —53* 3
* — * — —*— 8 5* 2
———— — 33833
55385 26 5 83 53 583353 73 2838
55533 e836
3 38—5383 5333—* 53
5— 8 8— s35333 —3338
2 *— S 232 2 53 —— 52 —
22 2 2 — 2 * 2 8 — 57 8 22325
3838 28

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s— —z5— ——32332 2555 ————— 2
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* * — —2 ——— —33 *5 5988 —
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333 7 58332 333—83
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33 33538
E ⸗ 8 — 525 — 8 3321 — —— ——— —8
—55582 53 ,33 —333—3—3 —58
—3 — — . 532 * 2 —3 5
25— 835855 3
3 7—38338 —— 33538335
8555 AeA—— —538 5 8338 3338 3 33
5 37 3 27535
35 —— — —* —5253 SüS6 — 55 S2 3
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Haupt blatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntogs mit illustrirter Bei—
age) ericheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Dounerstäg, Samstag und Sonutag. Der Abonnementsvpreis betragt vierieljährlich
aA40 Z einschließl ich Trägerlohn; durch die Post, bezogen 1 A 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaͤris
mit 13 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
3.

Samstag, den 5. März

1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Interpellation des Abg.
Heiger: ob die Staatsregierung gewillt ist, Gemeindeg erichte
zuch in Bahern einzuführen, grundet fich auf 8 14 des Reichsge⸗
ichisverfassungsgesetzes vom 27. Jan. 1877. nach welchem als
hesondere Gerichte auch zugelassen werden: „Gemeindegerichte, inso⸗
weit denselben die Entscheidung über vermögensrechtliche Ansprůche
bliegt, deren Gegenstand in Geld und Geldeswerth die Summe
hon 80 M. nicht übersteigt, jedoch mit der Maßgabe, daß gegen
die Entscheidung der Gemeindegerichte innerhalb einer gesetzlich zu
vpestimmenden Frist sowohl dem Kläger als dem Beklagten die Be⸗
ufung auf dem ordentlichen Rechtsweg zusteht, und daß der Ge⸗
ichtsbarkeit des Gemeindegerichts, als Kläger oder Beklagter, nur
Personen unterworfen werden dürfen, welche in der Gemeinde den
Vohnsitz, eine Niederlassung, oder im Sinn der 88 18, 21 der
Zivilprozeßordnung den Aufenthalt haben.“ So viel uns bekannt,
ind solche Gemeindegerichte in Sachsen und Württemberg eingeführt.

(Seutscher Reichsstag.) Im Laufe der Debatte bei der
2. Lesung des Etats äußerste Staatssekretär Schelling sich zustim—
nend in Betreff der gewünschten Reform der Altiengesetzgebung
ind sicherte noch im Laufe dieser Session eine Vorlage wegen Ab—
inderung des Gerichtskostengesetzes zu. v. Mennigerode, v. Kardorff,
Zonnemann und Bamberger kuͤndigen eine Debatte über die Gold—
ind die Doppelwährung bei Gelegenheit der Berathung der Denk—
chrift über die Durchführung der Münzreform an.

Im Vorstand und in den Kommissionen des Reichstages
ind die bayerischen Abgeordneten dermalen folgendermaßen ver—
reten: Frhr. zu Frauckenstein ist 1. Vizepräsident, Dr. Buhl (Pfalz)
ind Frhr. v. Soden sind Schriftführer; in der Wahlprüfungs-
ommission sitzen Prof. Dr. Marquardsen und Oberlandesgerichts—
rath Dr. M Th. Mayer; in der Budgetkommission sind Graf
Zchönborn und Frhr. v. Pfetten, in der Petitionskommission Graf
5. Papius und Dr. Westermayer, in der Geschäftsordnungskom⸗
nission Frhr. v. Lerchenfeld, Frhr. v. Soden und Frhr. v. Zurhein.

Enigegen anderweitigen Nachrichten erfährt die „Frkf. Ztg.“
mus guter Quelle, daß das Unfallversicherungsgesetz an⸗
angs nächster Woche an den Reichstag gelangen wird.

Die 'offiziöse „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: „Ganz müßig
ind aus der Luft gegriffen ist die Behauptung, daß das Gesetz
iber die Unfallverficherung der Arbeiter im Bundes⸗
rathe Schwierigkeiten begegne. So viel wir hören, sind solche
don keiner Seile erhoben worden und es darf daher die Annahme
vesentlich in der Gestalt, in der der Gesetzentwurf vorgelegt wor⸗
»en, erwartet werden.“

Der „Nat.«Ztg.“ zufolge handelt es sich bei den Verhand—
ungen der preußischen Regierung mit Rom um die Diöcesen
Paderborn und Osnabrück, in welchen solche Perfsönlichkeiten zu
Domcapitularen bestellt werden sollen, von denen man erwartet,
aß sie der Pflicht, der Regierung die neu anzustellenden Geistlichen
mnzuzeigen, in aczeptabeler Weise genügen werden.

Der Bericht des deutschen Reichskommissärs für das Aus—
vanderungswesen ist erschienen und daraus ersichtlich, daß die über—
eeische Auswanderung in dem verflosienen Jahre sich fast vervierfacht
und sogar die Auswanderungsziffer des Jahres 1878 übertroffen
‚at. Im Jahre 1872 sind ausgewandert 125,000 Personen, im
Jahre 1873 103,000, im Jahre 1880 106, 190 Personen, nach—
jem die Zahl der Ausgewanderten in den Jahren 1874 bis 1879
—
veise hat das Bekanntwerden des Berichtes den Freunden der
neuen Wirthschaftspolitik Veranlassung zu der Mahnung gegeben,
muus der Zunahme der Auswanderung nicht den Schluß zu ziehen,
zaß dieselbe die Folge jener Politik, eine der segensreichen Früchte
des neuen Zolltarifs, sei. Die Warnung war in der That nicht
aͤberflüssig, indessen ist dieselbe nicht an die rechte Adresse gerichtet
vorden. Wie die „Lib. Corr.“ richtig bemerkt, waren es nicht
die Gegner der Zollpolitik des Jahres 1879, sondern gerade die
Freunde und vor allem der Urheber derselben war es, der zuerst
den Versuch machte, Auswanderung und Wirihschaftspolitik in einen
nneren Zuͤsammenhang zu bringen. Es war Fürst Bismarck, der

am 3. März 1879 auf den Umstand hinwies, daß die Auswan⸗
derung am stärksten sei in denjenigen Provinzen, welche hauptsäch—
lich auf den Betrieb der Landwirthschaft hingewiesen seien, und
daraus den Schluß zog, daß einerseits das landwirthschaftliche
gewerbe bei uns durch unser Abgaben- und Steuerwesen und ver—
chiedene andere Einrichtungen (u. a. Aufhebung der Erbpacht)
ingleich beschwert sei, und daß es also für die rein landwirth⸗
chaftlichen Gegenden ein Segen sein würde, wenn sie in ihrem
Umfange eine entwickeltere Industrie fänden, welche sich weiter bilden
vnnte, so daß Beide sich gegenseitig unterstützen. Als Fürst Bis—
narck diese merkwürdige Theorie aufstellte, lag der Bericht des
Reichskommissärs vor, demzufolge die Zahl der Ausgewanderten im
Jahre 1878 24,000 Personen betragen hatte. Im Jahre 1879
fieg dieselbe auf 83,000 Personen, obgleich in diesem Jahre die
Linführung der landwirthschaftl. Zölle beschlossen wurde, welche nach
der Auffassung des Fürsten Bismarck die Lage des landwirthschaftl.
Bewerbes in so fuͤhlbarer Weise verbessern sollten. Daß dieses
ziel nicht erreicht worden ist, bedarf kaum noch der Darlegung.
Dem kleinen Grundbesitzer, der ein so großes Contingent zur Aus⸗
vanderung stellt, haben die Zölle viel mehr geschadet als genützt.
Wäre das neue Wirthschaftssystem richtig gewesen, so hätte die neu⸗
entfaltete Blüthe der Landwirihschaft den Anreiz zur Auswanderung
»ermindern müssen; thatsächlich ist der Anreiz sehr viel stärker ge⸗—
vorden, da die Zahl der Ausgewanderten von 833,000 im Jahre
1879 auf 106,000 im Jahre 1880 gestiegen ist. Damit ist also
ewiesen, daß der Schutz der Landwirthschaft durch Getreide, Holz⸗,
Fleisch⸗? u. s. w. Zolle nicht das geignete Mittel ist, der Auswan—
erung enigegenzutreten. In den Jahren 1876 - 1880 sind im
ganzen 214,067 Personen ausgewandert, während die Bevölkerung
ich um 2,950,601 Personen vermehrt hat. Es bleibt also nach
Abzug der Auswanderung eine Steigerung um 2,745,534 Per⸗
'onen in fünf Jahren.

Seit Beginn der Münzreform bis Ende 1880 sind den deut—
cchen Münzgstätten zur Ausprägung von Reichsgoldmünzen
246,8313,62908 Pfund Feingold auf Reichsrechnung, 809, 724 6880
Pfund Feingold auf Privatrechnung, zusammen 1,256,238 2888
gfund Feingold zugegangen. Die für Reichsrechnung überwiesenen
346, 313,62188 Pfund Feingold ergaben einen Münzertrag von
320,386,611' M. 11 pf., wogegen ihr Anschaffungswerth
11312 155,776 M. 82 Pf. betragen hat. Es ist sonach bei der
Holdausprägung für Reichsrechnung bis Ende 1880 ein Brutto—
Münzgewinn von 8,280,834 M. 209 Pf. entstanden.

Ausland.

Die Verleihung des Schwarzen Adlerordens seitens des
deutschen Kaisers Wilhelm an den französischen Botschafter Graf
St. Vallier beim Berliner Hofe wird in Paris als Zeichen
soher Achtung des Berliner Hofes für den Vertreter Frankreichs,
owie als ein Ausdruck der freundschaftlichen Beziehungen zwischen
Berlin und Paris aufgefaßt.

(England und die Transvaal⸗Bauern.) Das
vaffenklirrende Jahrzehnt, welches wir durchlebten, der Sturm auf
Ddüppel, die Schlachten von Königgrätz, Mars la Tour und Se—
zan, haben uns mit einer Kriegfihrung vertraut gemacht, bei
velcher die Verluste nach zehntausenden von Menschenleben zähl⸗
en. Es ist kein Wunder, daß unter diesen Umständen, die Ge—
echte im Transvaal-Lande im ersten Augenblick klein und unbe—
»eutend erscheinen. Aber man darf nicht vergessen, daß hier in
Furopa Millionen gerüsteter Streiter gegenüberstanden, während
m Süden Afrikas ein dünnbevölkertes Land, wie die Transvaal⸗
republik, alles in Allem nur 8000 kriegstüchtige Männer in das
Feld stellen kann, während in Folge der großen Transportschwie⸗
aigkeiten ꝛc. auch die Engländer nur eine sehr begrenzte Zahl
Soͤldaten ins Treffen führen koͤnnen. Aber es handelt sich bei
—00
and sind, und eine Fülle natürlicher Reichthümer besitzen. Indeß
nicht nur dies allein. Der Kampf im Transvaal-Lande kaun für
die koloniale Machtstellung Englands von ungeheuerster Tragweite
verden. Nordamerika ist der britischen Herrschaft verloren ge—
Jangen, Indien ist infolge der aussaugenden Wirthschaft schon
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        lange nicht mehr jene Goldgrube für den englischen Schatz, welche
es einst war, und die britischen Kolonialpolitiker haben sich seit
Jahrzehnten bereits daran gewöhnt, in Afrika, dem schwarzen Kon⸗
tinente, ein „zweites Indien“ zu erblicken, dessen Erschließung und
Unterwerfung zu Gunsten Großbritanniens mit aller Macht zu
betreiben sei. Im Süden war es die Kapkolonie, im Westen die
Goldküste, im Osten Natal und Transvaal und im Norden Egyp⸗
ten, welches dem englischen Vordringen in Afrika als feste Basis
dienen soll. Die sichersten Ausgangspunkte und die civilisirtesten
waren die südafrikanischen Kolonien. Gelingt es nun den Trans⸗
vaal⸗ Bauern, den Befreiungskampf durchzukämpfen und gar noch
die übrigen niedersächsischen Siedler zur Abschüttelung der britischen
Oberherrschast zu bewegen, dann verliert die englische Kolonial⸗
politik in Afrika die Aussichten für eine erfolgreiche Zukunft und
die Hoffnung auf eine Ausschlachtung der Schätze Afrikas in all⸗
einigem britischen Interesse. Von welcher Wichtigkeit aber eine
Rückdrängung des britischen Einflusses aus Südafrika auf die
ganze Welthandelspolitik des britischen Reiches sein müßte, läßt
sich aus dem Vorgesagten annähernd ermessen. Unter diesem Ge—
sichtspunkte ist der Kampf in Transvaal aufzufassen und seine
zroße Bedeutung zu beurtheilen. Der nordamerikanische Freiheits⸗
kampf ist mit nicht größeren Streitkräften und nicht blutigeren
Gefechten eröffnet worden und Südafrika wird in der Entwickel⸗
ungsgeschichte der Menschheit dereinst sicherlich keine kleinere Rolle
spielen, als zur Zeit bereits Nordamerika. Darum ist es erklär⸗
lich, daß die gesammte gebildete Welt mit groͤßter Spannung dem
ampfe folgt, welchen England zur Befestigung seiner beabsichtig⸗
ben künftigen Herrschaft über Afrika mit den Transvaalern führt.
Seit der Losreißung der nordamerikanischen Kolonien haben die
Engländer in ihren Kolonialkriegen nicht mehr gegen eine weiße
Bevölkerung gefochten. Die eroberungslustigen Nachkommen der
Rormannen und Angelsachsen messen sich jetzt in Afrika mit dem
zähen, an Freiheit und Besitz hängenden Nachwuchs der Nieder⸗
sachsen, mit den Abkömmlingen jener stolzen und todesmuthigen
Race, welche in ihrem alten Heimathlande, in Holland, den selbst⸗
hewußten Spruch führen: „Gott schuf das Meer — wir die
küsten“, und welche lieber ihr Land durch Durchstich der schützen⸗
den Dämme den Meereswogen wieder preisgaben, als sich fremden,
willkürlichen Eroberern zu unterwerfen.

In der griechisch-türkischen Sireitfrage scheinen sich die
Dinge immer mehr zuzuspitzen. Während die beiden Gegner ihre
Waffenrüstungen ergänzen, ist auch die Diplomatie nicht müßig,
noch den letzten Versuch eines friedlichen Ausgleiches zu machen.
Bedeutsam ist es hierbei, daß Deutschlands großem Kanzler un—
gesucht die Führerschaft zugefallen ist. Den schadenfrohen Berich—
ten englischer und französischer Blätter, unter letztern namentlich
das „Journal des Debats“, gegenüber, daß die Mission des Gra—
fen Hatzfeld in Konstantinopel vollständig gescheitert sei,
schreibt jetzt die „Nordd. Allg. Zeitung“ offiziös: Man könne
nicht von einer Mission des Grafen Hatzfeldt (deutscher Botschaf⸗
ter in Konstantinopel) reden. Die deutschen Interessen im Orient
beschränkten sich auf die Erhatlung des Friedens, namentlich aber
unter den Mächten. Die deutsche Politik bringe keine Versuchung
mit sich, die Führerrolle zu erstreben. Hatzfeldts Instructionen
hinderten nicht, jedem anderen Vorschlag zur Erhaltung des Frie—
dens zuzustimmen. Bismarck habe, von anderen Cabineten aaf—⸗
gefordert, seine Ansicht über das zweckentsprechende Verfahren für
die Konstantinopler Botschafter geäußert. Diese Aeußerung trug
ediglich den Charakter des Gutachtens eines Sachverständigen.
Dieses Gutachten erhielt ausnahmlos die prinzipielle Zustimmung
der Cabinete Ob die Botschafter die Uebereinstimmung der Ca⸗—
binete zu einem praktischen Ergebnisse entwickeln würden, bleibe
Aabzuwarten; jedenfalls werde Deutschland dabon zuletzt berührt.

Vermischteh.

Der Staatszuschuß für die Pfälzischen Eisen—
bahnen pro 1880 hat sich auf rund 1,748,000 M. vermin⸗
dert, während derselbe pro 1879 noch 2,608,000 M. betragen hatte;
es ergibt sich daher eine Besserung von 8355,000 M.

Der Bestand des Pensionsfonds für die Angestellten der
Pfälzischen Eisenbahnen war am 1. Januar 1880
M. 2,405, 636,60. Die Einnahme pro 1880 betrug M.
109,278.93, darunter Beitrag der Pfälzischen Eisenbahnen M.
97,848.49 Pf., der Speyer⸗Heidelberger Bahn und Kons. M.
1533. 71, diverse Einnahmen M. 4189. 15, Zinsen M. 110,010.60.
Totalbestand M. 2,814,915.62. Die Ausgaben entziffern M.
271,700.84, darunter M. 268,630. 18 für Pensionen, M. 1570. —
für Unterstützungen, M. 1500.71 für diverse Ausgaben. Verbleibt
demnach Aktivrest M. 2,543,214.78. Der Bestand der Lebens—
vbersicherungsbasse für die Angestellten der Pfälzischen Eisenbahnen
var am 1. Januar 1880 M. 308,921.47. Die Einnahme pro
1880 betrug M. 58,532. 26. die Ausgabe M. 23,990. 09. Sohin
Stand der Lebensversicherungskasse am 31. Dezember 1880 M.
343, 463. 64.

Von Seiten des Neustadter Kriegerbereins ergeht ein
Aufruf an die pfälzischen Kameraden, sowie an die Bewohner der
Pfalz, innerhalb der einzelnen Vereine bez. Ortschaften Samm.
ungen zur Errichtung eines Denkmals auf dem Schlachtfelde
von Wörth für die dort gefallenen Bayern vorzunehmen. Von
der kgl. Regierung wurde, nach der „N. Zig.“ die Erlaubniß zur
Veranstaltung dieser Sammlungen bereits ertheilt.

FIn Kaiserslautern ist in einem Stalle die Maul—
und Klauenseuche, eine sehr ansteckende, auch durch Menschen über—
rragbare Krankheit, aufgetreten.

F Der diesjährige Fastenhirtenbrief des Herrn Bischofes in
A ——
amkeit der Gläubigen darauf, daß mitten in der christlichen Welt
ein neues Heidenthum emporwächst mit seinen Lastern und grauen—
jaften Zügen. Dem könne nur entgegengewirkt werden, wenn der
ortschreitende Niedergang des christlichen Familienlebens aufgehalten
vird. Die Ursachen des Niedergangs findet der Oberhirte in der
nuflösenden Zeitrichtung, besonders aber in dem Mangel höheren
Ernstes beim Eintritt in die Ehe. Die Hausväter und Hausmütter
verden aufgefordert, die höhere Würde zu erfassen, mit welcher
hre ganze Stellung von der Religion umgeben ist. Familien, in
denen christliche Sitie und Zucht herrsche, seien der Schutzdamm
moran die Fluthen des Umsturzes sich brechen.

F In Saarlouis hat ein von der dortigen Karnevals⸗
zesellschaft veranstaltete Massskenzug einen traurigen Abschluß
zefunden. Einer der Wagen überfuhr ein Kind, das, wie die
„Saar⸗Ztg.“ meldet, während der folgenden Nacht seinen Ver—
letzungen erlag.

F In Saargemünd erschoß sich in der neuen Kaserne
ein Unteroffizier des 5. bayer. Chevaulegers-Regiments. Derfelbe,
ein geborener Preuße, hatte den Feldzug von 1870 - 1871 mit⸗
jemacht und war vor mehreren Jahren als Kapvitulant in das
Regiment übergetreten.

Der Handelsgärtner E. Buchner in München, in
weiteren Kreisen durch seine Reise in den Tropenländern bekannt,
hat vor mehreren Wochen bei Erkrankung an Diphterie an sich
jelbst und später mit Genehmigung des behandelnden Arztes auch
hei erkrankten Familienmitgliedern den Versuch gemacht, diese Krank—
heit mit Bucalyptus globulus (blauer Gummibaum) zu bekämpfen,
und es ist ihm dieser Versuch auch vollständig gelungen. Die
Blätter dieses Baumes wurden je nach dem Bedarfsfall leichter
oder stärker eingekocht und damit inhalirt und gegurgelt. Der Ge—
hrauch dieses Decotums fand jeweils schon bei beginnender Diph—
therie statt. E. Buchner hat die Resultate seines Versuches dem
Großherzog von Hessen, dessen Tochter bekanntlich von dieser schreck-
lichen Krankheit im zartesten Alter dahingerafft wurde, unterbreitet
uind dieser Tage ein äußerst schmeichelhaftes Schreiben aus dem
dortigen Kabinet erhalten. Auch hat derselbe die Äbsicht, seine Er—
'ahrungen der Königin von England und der Kronprinzessin von
Preußen mitzutheilen, welche einen Preis für die Auffindung eines
diese Krankheit erfolgreich bekämpfenden Mittels ausgesetzt haben.
ẽEs wird an den Männern der ärztlichen Wissenschaft sein, die
Bedeutung dieses Heilmittels zu würdigen.

In München ist Emil Stöhr, Mitglied der provisorischen
Regierung der Rheinpfalz im Jahr 1849, plötzlich in Folge eines
dirnschlages im 61. Lebensjahr gestorben. Vormals kgl. Salinen⸗
»eamter in Dürkheim a. d. H., wurde er 1849 in die provisorische
Regierung berufen; nach Niederwerfung der Bewegung zu lang⸗
ähriger Zuchthausstrafe verurtheilt, wanderte er in das Exil und
var längere Jahre Direktor von Schwefelbergwerken in Sicilien.
Die letzten Lebensjahre verbrachte er in München, in seinem Fach
eifrig beschäftigt, wie auch bis zu seinem Tod politisch thätig füt
die Ziele der Demokratie.

— Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich dem „Rosenh. Anz.“
zufolge, in Laufen (Oberbayern) ereignet. Vor einigen Tagen,
Abends, fand man nämlich im Lokale der dortigen Grenzwache die
heiden Grenzaufseher Böll aus Klingen in der Rheinpfalz und
dappach aus Landshut erschossen vor. Wahrscheinlich liegt unvor⸗
ichtige Handhabung des Revolbvers vor. Böll hat einen Schuß
urch die Schläfe, Happach mitten durch die Brust und bei letzterem
ag auch der Revolver. Es ist anzunehmen, daß Happach den
Revolver auf Böll richtete und als dieser tödtlich getroffen nieder⸗
'ank, sich selbst entleibte. Immerhin wäre es auch möglich, daß
in Tags zuvor zwischen den beiden Kollegen stattgehabter Wort-
vechsel das Motiv der That gewesen wäre. Das Verhältniß der
Beiden zu einander wird übrigens als ein freundschaftliches bezeichnet.
Böll war vollständig angekleidet und sollte um 5 Uhr Abends in
Dienst gehen. Untersuchung wurde sofort eingeleitet.

x Eine komische Geschichte, schreibt man aus Sang er—⸗
hausen, ist kürzlich in einem nahen Dorfe passirt. Der Sohn
eines Vollbauern, sog. Vierspänners, ist im Begriff, die Tochter
ines Einwohners zu freien. Wird auch die ägentliche Hochzeit
im Hause der Braut abgehalten, so bringt es doch die Sitte mil
ich, daß auch im Hause der Bräutigams besonders reichlich Kuchen
        <pb n="137" />
        jebacken wird. Das Mehl von zwei Scheffeln Weizen wird mit
zen nothigen Zuthaten in einem großen, langen Troge des Abends
eingemengt und von der unvorsichtigen Hausfrau mit einigen Bett⸗
zücken zugedeckt, damit der Teig auch gut gehe. Am selben Abend
ind die jungen Brautleute in der „letzten Spinustube“, da sie
ils Verheirathete fortan ausgeschlossen sind; der besonderen Feier
jalber werden ein paar Gläser mehr getrunken, der Bräutigam
nuß nach Hause gebracht werden — kaum findet er das Bett
ind sinkt halb ausgekleidet in den tiefsten Schlaf. Gegen Mor—⸗
jen findet ihn die Mutter, die im Begriffe ist, die Kuchen auf⸗
umachen, statt im Bette, in dem in der Nähe stehenden Troge
nit Teich liegen, warm und weich, mit den Bettstücken zuge—
deckt. — Tableau!

Ein im industriellen Lehben wahrscheinlich einzig dastehender
Fall ist in Gent Gelgien) vorgekommen. Die 750 Arbeiter einer
großen Fabrik, deren Eigenthümer zur Zahlungseinstellung ge⸗
wungen war, schlagen vor, daß er mit der Leitung der Fabrik
vieder betraut werde, wogegen sie sich verpflichten wollen, die
Hläubiger nach und nach durch eine Stunde Mehrarbeit täglich zu
ntschädigen. Da die Stunde Arbeit durchschnittlich 15 Centimes
verth ist, so könnten sie auf diese Weise 33,750 Francs ijährlich
zur Tilgung der Passiven beitragen.

F Dr. Bouley, Mitglied der medizinischen Akademie in
Paris, macht auf eine in Anam einheimische Pflanze aufmerk—
am, von den Eingeborenen Hoangnan genannt, die als Mittel
jegen die Hundswuth bei allen Aerzten Hinterindiens in großem
ilnsehen steht.

* 42,000 falsche Nasen. In der Nacht vom Samstag auf
Sonntag wurden in Paris 42,000 falsche Nasen verkauft.
das harmlose Vergnügen, eine unförmliche, falsche Nase zu tragen
ind das viel weniger harmlose, weil ohrenzerreißende des Hörner⸗
lasens, sind eigentlich die einzigen Ueberreste der früher so reich—
zaltigen Repertoirs von Volksbelustigungen in Frankreich.

F(Ein furchtbares Verbrechen. In der Pariser Vorstadt
ta Villette hat sich am 26. Febr. das Entsetzliche ereignet,
zaß ein sechsjähriger Knabe, als er aus der Schule kam, von
inem noch nicht füunfzehnjährigen Burschen Namens Lemaltre in
essen Wohnung gelockt, geknebelt und auf das Grausamste mit Messer⸗
tichen in den Unterleib und die Gurgel getödtet wurde. Des
Abends stellte sich der entartete Verbrecher selbst den Behörden und
jestand seine That mit allen ihren haarsträubenden Einzelheiten.
das Opfer, Namens Schaonenn, war das einzige Kind armer
umpensammler. Auf die Frage, was ihn zu dieser entsetzlichen
that bestimmt haben könnte, erwiderte Lemastre: „Am 15. Febr
zabe ich meinem Brodherrn, dem Kistenmacher Sirout, 200 Francs
jestohlen und das Geld in Theatern und Vergnügungen durchge—
‚racht. Gestern kam mir plötzlich, ich weiß nicht wie, die Idee,
in Kind umzubringen. Zufällig begegnete ich dem armen Jungen.
lm ihn in mein Zimmer zu locken, versprach ich ihm eine kleine
Uhrkeite von Stahl, die ich trug, und er folgte mir gern. Kaum
jatte ich ihn bei mir, so band ich ihm die Hände über den Rücken,
ntblößte ihm den Leib, damit mein Messer an seinen Kleiduugsstücken

einen Widerstand fände und stieß ihm das Messer zweimal in den
hauch. Da er schrie, schnitt ich ihm die Gurgel ab. Ich habe
diele Romane gelesen und in einem solchen die Beschreibung einer
janz ähnlichen Szene gefunden.“ Lemaitre ist am 2. März 1866
n Paris geboren, schlank, bartlos und von jungendlichem Ansehen.

F Vermißte Luftschiffer. Am vorigen Dienstag wurde zu
rindhoven in Holland ein Zettel zweier franzoösischer Luft—
hiffer aufgefunden mit folgenden Zeilen: „In Eile. Veröffentlichen!
6. Februar 1881. Ballon „PAigle“ den 52. Grad nördlicher
Zreite passirt, verzweifeln daran, Frankreich wieder zu sehen, wegen
er Sturmwinde, die uns vorwärts treiben. Daher dieser Zettel
ur Nachricht unseres Zugrundegehens. Jules Gerard und Francois
zamin.“ Von dem Ballon ist seither nichts mehr vernommen
vorden. So hatten auch während der Belagerung von Paris zwei
hariser Luftschiffer Namens Price und Leomine bei Cherbourg ihre
depeschen und einen Zettel mit einem letzten Lebewohl auf die
eErde herabgeworfen, als der Sturm ihren Ballon auf Nimmer⸗
viedersehen gegen das Meer hintrieb.

Das klatholische Waisenstift zn Scranton, Phila—
»elphia, ist durch eine Feuersbrunst zerstört worden; leider
aben 17 Kinder dabei das Leben eingebüßt.

Ein Zeitungs-Adreßbuch der Welt. Herr Hubbard in
dew-Haven, Amerika, bereitet für das kommende Jahr ein
zeitungs-Adreßbuch der Welt vor, welches für die Buchdruckerkunst
ewiß kein geringes Interesse haben wird. Nach Hubbard erscheinen
jegenwärtig beiläufig 830,000 Zeitungen, über welche das Buch
ähere Miltheilungen enthalten wird; außerdem sollen dem Buche
ne Landkarten eines jeden Welttheils beigegeben werden. Für
Alustratisnen wird natürlich reichlich gesorgt sein, und zwar durch
Abbildung der bedeutendsten Druckerei⸗Palläste, durch Porträts der
ervorragendsten Chef-Redakteure und Inserenten, ferner durch ver⸗
leinerte Reproduktion der meist verbreiteten Zeitungen. Um sich

jas nöthige Material zu verschaffen, versendete Herr Hubbard an
ämmtliche 30,000 Zeitungen nicht weniger als drei Zirkulare, ein
nit seiner Adresse bedrucktes Couvert und eine Zeitungsschleife.
dann es bei einer solchen Geschäftspraxis Wunder nehmen, daß
die Buchdruckerei in Amerika so florirt?

F Ganz besonderes Pech haite ein Australier, ein aus
»eutscher Familie stammender 24 Jahre alter Handwerker aus
S3idney, der sich in Berlin vorübergehend aufhielt, um die
derrlichkeiten der Einholung und Bermählungsfeier zu schauen.
derselbe hatte am Freitag Nachmittag Unter den Linden einer ihm
ntgegenkommenden jungen hübschen Dame einen Kuß gegeben.
AUls einzige Entschuldigung führte er an, daß die Miß ihm so
außerordentlich gefallen habe. Der Attentäter erhielt fünf Tage
Hdaft, die er sofort antreten mußte, und war so um den Anblick
»er ganzen Festlichkeiten gekommen, um derentwillen er seinen
Aufenthalt in Berlin genommen hatte. (Die Küsse scheinen aber
uch sehr theuer in Berlin zu sein)

xOb ein Auge kurzsichtig sei, läßt sich durch eine sehr ein⸗
ache Prüfung ermiͤtteln, welche die Eltern so gewissenhaft als
nöglich an ihren Kindern vornehmen sollten: denn in der Kindheit
llein ist die Kurzsichtigkeit heilbar. Man klebe auf ein Stückchen
bapier ein 10-Pfennigstück und einen Fünfer. Ein gutes Auͤge
nuß noch lauf 10— 12 Meter Entfernung unterscheiden können,
velches das große oder kleine Geldstück sei. Ein Auge, das auf
; Meter den Unterschted nicht mehr wahrnimmt, bedarf ärztlicher
zehandlung. Professor Virchow versichert, daß von 100 seiner
Studenten kaum 80 erkennen können, was vor ihnen auf dem
tische liegt. Das gefährlichste Heilmittel wird leider allzu oft von
»en jungen Leuten unter 20 Jahren versucht, die auf eigene Hand
um Optikus gehen, eine Brille zu kaufen. Das noch jugendliche
luge gewöhnt sich auch an eine falsche Brille, wird aber dadurch
inheilbar verdorben. Der Staat, welcher Apotheker nicht ohne
zrüfung arbeiten läßt, sollte es ausdrücklich den Optikern verbieten,
in junge Leute Brillen ohne ärztliche Vorschrift zu verkaufen. Die
alsche Brille ruft Muskelkrampf hervor. Erwachsenen schadet sie
nicht so sehr, denn dieselben werden sie bald verwerfen, weil sie
zurch das unrichtige Glas nicht sehen können. Also die erste Brille
niemals beim Optikus kaufen ohne Vorschrift des Arztes!

wer TFrichte.

Zweibrücken, 3. März. (IFruchtmiitelpreis und Viktualienmarkt.
Weizen 11 M. 26 Pf., Korn 10 M. 28 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 50 Pf.
ierreihige O M. — Pf., Spelz O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dintet M. — pfrvischfruchht — M. — Pfrn Hafer 7 WMe. 11 5
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 61 pf., Kartoffein 0 M. — Pff.
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 8 M. 06 Pf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 57 Pf,
ornbrod 3 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf., Rindsleisch J. Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 ppf. Kalbfleisch 80 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter /2 Kilogr. 1I M. 05 pj.
Vein 1 Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 2. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 41 Pf. Korn 10 M. 33 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz o M.
—, Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4Kreihige d M. — Pf. Hafer
3 WM. 88 Pfy, Mischtrucht 10 M. 46 Ppf. Erbsen MmepfWiaen
; M. 50 Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 88 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
sNindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1M. — Pf. Kattoffeln per Ztr. 1 M. 8ö pPf.

Maiserslautern, J. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 07 Pf., Rorn 10 M. 52 Pf., Spelztern 10 M. 70 Pf., Spelz
7., M. 89 Pf., Gerste dO M. Os Pf., Hafer 7 M 01 Pf., Erbsen 8 M.
10 Pf., Wicken 7 M. 32 Pf. Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pig., Butter pro Pfund 0O M. 95 Pf. -Eier 1 Stück 06 Pf
dartoffein pro Zentner 1 M. 90 Pf. Stroh 83 MN. — Pf. Heu 2 M. 66
pf. Kleeheu 8 M. 30 Pf.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
eA

Pben erschien in meinem Verlage:

*
Pste Liebe
—XÆfÆX
von
EERM. NEOXE
Op. 127. Preis IMaric.

Obige reizende Composition ist, weil sie von den
meisten Militärcapellen gespielt wird, so bekannt, dass
éde weitero Fmpfehlung dieser Ausgabe für Klavier
iberflũssig.

Gegen vorherige Einsendungdes Betrages sende franoo.

Allen Bestellungen wird eine Probe-Nummer der
„Neuen Musikzeitung“ gratis beigesfügt.

P. J. Tonger's Verlag
Coiua a. R.

n

AIF

— ——
        <pb n="138" />
        Widerruf.

Die unterschriebene Maria
Eich, Wiitwe von Jakob
Schwarz, in St. Ingberi
wohnhaft, nimmt hiermit die⸗
jenigen boshaften beleidigenden
Aeußerungen, welche sie gegen
Franziska Eberhard,
Tochter von Michael Eberhard,
Wirth, in St. Ingbert, sowohl
in Privatkreisen, wie vor dem
Bürgermeisteramt St. Ingbert
gemacht hat, als auf Unwahrheit
beruhend, zurück.

Frau Schwarz.

RILALAMI
FIIAIAM
FIAILAMI
IALAM,
rAAB
RRALAIII

g Eenedictinevr
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nedictinerkloster stammenden Recep
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5

Probe⸗Nummern gratis und franco.
Abonnements⸗Hreis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig. P
        <pb n="139" />
        —
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatie verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierieljahrlich
A Ao0 Zeinschließl ich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A60 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaãris
mit 15 Bfur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, NRecklamen mit 30 5 pro Zeile berechnet.
AM 38.

Sonntag, den 6. März

1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Laudtag.) Die Abgeordnetenkammer hat
— Spezial⸗Diskussion mit ge⸗
ingen Aenderungen nach den Ausschußanträgen mit 125 gegen 10
Stimmen angenommen. Nächste Sitzung am 8. März zur Be⸗
rathung der Novelle zum Landiagswahlgesetz.

In der Donnerslag⸗Sitzung der bayerischen Abgeordneten⸗
tammer richtete der Abg. Geiger die Anfrage an die Staatsregier⸗
ing, ob fie nicht geneigt sei, auch in Bayern das Institut der
Bemeindegerichte einzuführeu. Justizminister v. Fäustle antwortete
sofort, die Regierung habe die Ueberzeugung nicht gewinnen können,
daß es sich empfehle, Gemeindegerichte in Vayern einzuführen, und
er sei deshalb nicht in der Lage, einen darauf abzielenden Gesetzentwurf
in Aussicht zu stellen.

(Reichstag.) Bei dem Kapitel „Reichsjustizamt“ entspann
sich eine lebhafte Diskussion, welche Zeugniß für die tiefgehende
Verstimmung ablegt, welche die neue Gerichtsgebührenordnung überall
hervorgerufen hat. Obgleich der Bundeskommissär v. Schelling
Zem Abg. Kayser auf seine Klagen die Antwort ertheilte, daß schon
in der gegenwärtigen Session dem Reichstag eine Abänderungsvor⸗
lage zugehen werde, und Abg. Lipke demzufolge den beabsichtigten
Antrag unterließ, traten noch verschiedene Redner mit scharfen Aus-
ꝛinandersetzungen und der Forderung einer schleunige Abhilfe hervor.
Abg. Wolffson nannte den gegenwärtigen Zustand geradezu uner⸗
träglich, Abg. Witte wies auf die Entrüstung hin, welche die Art
der Gebührensummirung, die wie eine „Apothekerrechnung“ sich aus
einzelnen Pösichen „zusammenläppere“, im Publikum erwecke, und
Abg. Reichensperger (Crefeld) wünschte die vorzunehmende Revision
ganz besonders auch auf die Advokatengebühren ausgedehnt zu sehen.

Die Berathung der Wahlgesetzuovelle im Plenum der
Nammer beginnt nach neuesten Abmachungen erst kommenden Dienstag.
Der bez. Ausschußbericht ist heute zur Vertheilung gelangt. Freitag,
Samstag und Montag sollen für die zweite Lesung des Gewerbe—
steuergesetzes im Ausschuß frei bleiben. — Das Direktorium der
Kammer schätzt die Dauer der Session auf noch 5—26 Wochen,
also etwa bis Palmsonntag. — Der Reichsrath Graf zu Ortenburg
hat seinen Bericht über das Ausführungsgesetz zum Reichsbiehseuchen⸗
gesetz abgegebeu; derselbe beantragt Zustimmung zu den Beschlüssen
der Kammer der Abgeordneten, namentlich vertheidigt er warm die
llebernahme sämmtlicher Entschädigungen an die Viehbesitzer auf die
Staatskassa, indem er darauf hinweist, daß die Erhebung von
Beiträgen der Viehbesitzer ungeheure Arbeit erfordern und, soferne
äe nach der Stückzahl des Viehstandes geschähe, zu großen Unge⸗
rechtigkeiten führen würde. —

Nicht durch ein Gesetz, wie es bisher hieß, sondern auf dem
Verordnungswege soll die Umwandlung des preußischen Volks⸗
wirthschafts rathes in einen deuischen erfolgen. Der Ent⸗
wurf der betreffenden Verordnung ist dem Bundesrathe bereits zu⸗
gegangen. Der deutsche Volkswirthschaftsrath soll aus 125 Mit⸗
zliedern bestehen. Von den zu Präfentirenden entfallen u. A. auf
Zreußen 75, Bayern 15, Baden 4, Hessen 3 Mitglieder. Der
ßolkswirthschaftsrath zerfällt in drei Sektionen: des Handels, des
Bewerbes, der Landwirthschaft.

Zmmwurgericht der Pfalz.
1. Quartal 1881.

Bei den am 14. Marz nächsthin in Zweibrüchen beginnenden Schwur⸗
erichtsfitzungen für das 1. Quattal 1881 werden unter dem Vorsitze des
Sberlandesgerichtsrathes Noj sel solgende Fälle zur Verhandlungen kommen:
h) Am 14. März, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Val. Sattig, 38
Jahre alt, Küfer aus Freinsheim, wegen Mords (Siaatsanwalt Petri, Rechts⸗
ainwalt Gebhari). 2) Am 16. März, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen
Georg Magin V., 32 Jahre alt, Bahnwart aus Schifferstadt, wegen vor⸗
ahlicher Inbrandsetzung seines Wohnhauses (Staatsanwalt Dr. Krell, Rechts⸗
anwalt Schmidt). 8) Am 18. März, Vormittass 8 Uhr: Antlage gegen
Zal. Reichert, 37 Jahre alt, Maurer aus Freinsheim, wegen Münzver⸗
zrechens (Staatsauwalt Dr. Krell, Vertheidiger noch unbestimmt). 4) Am
1. Maärz, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Andreas Ssch ä fer, Redackeur
n Kirchheimbolanden, wegen Beleidigung durch die Presse (Staatsanwalt
Petri, Rechtsanwalt König). 5) Am 21. Maärz, Vormittags 11 Uhr: Anklage
Jegen Theobald Haffner, 80 Jahre alt, Tagner aus Erlenbach, wegen vor⸗
ablcher Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg (Staalsanwalt Kieffer, Rechts⸗
talant Schuber 6) Tag der Verhandlung noch unbestimmt: Anklage

gegen 2. Walbburga Hartmann, 42 Jahre alt, Näherin aus Weißenburg

ind b. Joseph Hartmann, 41 Jahre alt, Wirth aus Straßburg, beide

v eide (Staatsanwalt Petri, Rechtsanwali Gink und Rechtsanwalt
—W&amp;
Vermischtes.

Bei Zweibrücken wurden schon zwei Waldschnepfen
erlegt, die erste bereits am 28. Februar.

F Pfälzischer Dampftessel-Revisions ⸗Verein. Am Sonntag
Nachmittag sand in der Brauerei „Jaenisch“ zu Kaiserslautern die
iesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins statt. Aus
Hem durch den Vorsitzenden erstatteten Bericht entnehmen wir, daß
zer Verein in stetem Wachsthum begriffen und die Zahl der Kessel
nit Schluß des Jahres 1880 auf 9609 gestiegen ist, während solche
xrinde 1879, nur 881 betragen und jetzt schon die Zahl 1000
aberschritten hat. Die Einnahmen pro 1880 betrugen 22,997 M.
11 ppff. Die Ausgaben 21,938 M. 51 Pf., so daß ein Ueber⸗
chuß von 1058 M. 90 Pf. verbleibt, durch welchen sich der Re⸗
ervefond auf 7886 M. 8 Pf. erhöht. Für Heizerprämien wurden
die im vorigen Jahre 250 M. ausgesetzt, und lassen wir nach—
tehend die Ramen der prämiierten Heizer aus hiesiger Gegend
olgen. Maschinenwärter: C. Günther und Maschinenwärter Hrch.
hunther, beide bei der Königl. Grube in St. Ingbert für
uüchtige Leistungen bei dem Maschinenbetriebe. Heizer: M. Schu,
zei Herrn E. Vopelius in Sulzbach, für 16jährige Dienstzeit
ind hute Instandhaliung. Wärter: N. Mary, bei Herren Lamarche
u. Schwarz in Dech en, für guse Instandhaltung. Maschinist:
9. Hoffmann, bei Herrn Ir. Pabst in St. Johann, für gute
Instandhaltung und IGjährige Dienstzeit.

Eine der bedeutendsten Einnahmequellen der Stadt Paris
ind die Gebühren, welche ihr die öffentlichen Lohnfuhrwerke ent⸗
ichten. Diese Gebühren belaufen sich auf mehr als 4 Millionen
Francs jährlich.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme b.
*
Widerruf.

Die unterschriebene Maria
FEich, Witiwe von Jakob
Zchwarz, in St. Ingbert
wohnhaft, nimmt hiermit die—
jenigen boshaften beleidigenden
Neußerungen, welche sie gegen
Franziska Eberhard,
Zochter von Michael Eberhard,
Wirth, in St. Ingbert, sowohl
in Privatkreisen, wie vor dem
Bürgermeisteramt St. Ingbert
gemacht hat, als auf Unwahrheit
beruhend, zurück.

Rrau Schwarz.

Fin⸗ Grube Dung hat zu
verkaufen.
Rac. Stief.
Nur echt, weun die beige⸗
druckte Schutzmarke auf den
Etiaueiten steht.
——n
Malz⸗Extracet und Eara⸗
mellen von L. H. Pletse
OGOo. Breslau.*
Caramellen.

Unsere Fabrilate ver danken ihre
wunderbaren Erfolge der naturge ⸗
maßen Wirkung ihrer kräftigen
Besiandtheile und sind die aner⸗
sannl voͤrzüglichsten diätetischen
daus⸗Genuß⸗ Mittel bei Husten,
Zatarrh. Heiserkeit, Verschleimung
der Athmuͤngs⸗Organe und ent⸗
üadlichen Zuständen der Schleim⸗
häute der Lungen, Luftröhren und
Jes Kehlkopfes und bei allgemeiner
Schwäche. Jeder Husten kann
zöchst geführlich werden. Ein ver⸗
Aqlaßigter Husten kann der Keim
von Uebeln werden, welche in ihrer
Entwickelung das Leben bedrohen

Wir machen darauf aufmerksam,
daß unsere Fabrikate ärztlich ge—
průft und empfohlen sfind.

Zu haben in St. Ingbert be
J. Friedrich.

à Zlasche 1, 1.75, 2.50.

xBeutel 30 und 50 Pf.

—F

ig u. alleitz este Alineralquelt·
ne nfaramets und Kakas⸗ Tbee
ii enn Ponat, Faris, 1021.
urch Kaiserl. Berordnung v. ¶ Jan-⸗
m genzen beutschen Reiche auch für
richt· Apotheler zum jreien Verkanfe ge⸗
tattet. Von Sr. Majestãt dem —
hon denischland besitzt Maria Benno
don vonai allein drei ruhmreiche An⸗
Aennangen und von Sr. Seitigseit
dem Rapft —— jspendende Auerkenn⸗
ung, Ordens-Verleihumng. und Diplom.
die Karamels sind die sacherste Hãtse
zei felbst schon vexalteten aagr,
Foaree n Krufceiden. In itzigfter
——5 ireffen „ste fortwaͤhrend

ia en m Kartons und Flaichen bei

Jean Peters in St.
Ingabert.
        <pb n="140" />
        22 12
Licitation.

Dienstag den 22. März
nächsthin, Nachmittags 8 Uhr
zu Rohrbach in der Wirth⸗
schaft von Johann Abel, Wwe.,
werden durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
die nachhin beschriebenen Liegen⸗
schaften, in der Steuergemeinde
Rohrbach, Amtsgerichts St. Ing⸗
beri, Rentamts Blieskastel, ab⸗
theilungshalber öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum
versteigert, nämlich:
L Plan⸗Nr. 177, 2 a 40

qm Fläche, Wohnhaus,
Stall und Hofraum, ge—⸗
meinschaftlichem Brunnen
mit den Häusern Plan⸗Nr.
179 und 180 und mit der
Dienstbarkeit für das Haus
Plan⸗Nr. 179 das Fahr⸗
recht zu dessen Keller zu
dulden und Plan⸗Nr. 178.
2 a 20 qm Garten dabei,
das Ganze gelegen zu Rohr⸗
bach neben Georg Abel und
Anton Fickinger;

Pl.⸗Nr. 667, 8a 90 qm
Acker auf dem Hochrech ne—
ben Peier Gehring und
Witiwe Valentin Bohnert;
Plan⸗Nr. 1585, 2 a 40
qm Wiese im Loch neben
Peter Hauck und Johann
Hornberger;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der
in Rohrbach verlebten Ehe⸗
leute Johann Gehring wei⸗
land Schmelzarbeiter und Maria
Wagner, als:

J. Kaiharina Gehring,
ohne Gewerbe, Ehefrau von An⸗
ion Fickinger, Bergmann,
letzterer zugleich Nebenbormund
der nachgenannten Minderijäh—⸗
rigen;

II. Karolina Gehring ohne
Gewerbe, Ehefrau von Nikolaus
Bund, Bergmann;

III. Margaretha Gehring,
ohne Gewerbe, Ehefrau von
Heinrich Huy, Kesselschmied;

IV. Georg Gehring, Berg⸗
mann;

V. Anna Gehring, ohne Ge⸗
werbe, Ehefrau von Jacob
Schwarz, Bergmann;

VI. Maria Katharina Geh—⸗
ring, ledig, großjährig, Dienst⸗
magd; —

VU. Katharina Magdalena
Gehring, minderjähriges Kind
der verlebten Eheleute Gehring,
welches den Peter Wagner,
Schuhmacher zum Hauptvor⸗
munde und genannten Anton
Fickinger zum Beivormunde hat.

Alle in Rohrbach wohnhaft.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
lichen Ermächtigung und Güter—
gemeinschaft wegen persönlich be—
theiligt.

St. Ingbert, 5. März 1881.

K. Auffschneider,
Amisverweser.

22 *
Licitation.

Dienstag den 22. März
ꝛächsthin, Nachmittags unmit
elbar nach der Licitation der
5erben Gehring, zu Rohr⸗
hach in der Wirthschaft von
dohann Abel Wittwe,
werden durch den unterzeich⸗
ieten, hiezu gerichtlich beauf—
ragten Amtsverweser des kgl.
stotars Franz Sauer in St.
Ingbert. die nachhin beschriebenen
Riegenschaften, in der Steuer⸗
jemeinde Rohrbach, Amtsge-
chts St. Ingbert, und Rent⸗
mnis Blieskastel, der Abtheilung
wegen öffentlich an die Meist—
bielenden zu Eigenthum verstei⸗
gert, nämlich:

1. Plan⸗Nr. 6682, 17 a

Acker auf Hochrech neben

Walentin Weirich und Wwe—
Bohnert;

2. Plan⸗Nr. 787, 42 80 qm
Acker in der kurzen Gewann
hinterm Stegbruch, neben
Peter Würtzz und Jakob
Wagner;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der zu
Rohrbach verlebten Eheleute
georg Weiland senior Huf⸗
chmied und Katharina Stolz,
heziehungsweise deren Repräsen—
tanten und Stellvertreter als:

J. Peter Weiland, Schmied
n Niederwürzbach wohnhaft;

IVI. Katharina Weiland,
Jewerblose Ehefrau von Joseph
Bund, Metzger, beide in Rohr⸗
dach wohnhaft;

III. Die Kinder und Reprä—
entanten des zu Hasel verleb⸗
en Schmiedes Jakob Weiland,
als:

a) Maria Weiland, ledig

großjährig in Hasel wohn⸗

haft;

P) Magdalena, e) Jakob

d) Georg, e) Peter und

f) Catharina Weiland;
diese fünf noch minderjährig und
oertreien durch ihre Mutter Elisa⸗
hetha Haberer, ohne Gewerbe
in Hasel wohnhaft, Wittwe des
genannten Jakob Weiland als
hauptvormünderin und genann⸗
sen Peter Weiland als Neben—
vormund;

IV. Die Kinder und Reprä⸗—⸗
sentanten des zu Burbach in
Rheinpreußen verlebten Arbei—
3— Georg Weiland, näm—
lich:

a) Magdalena Weiland,
ohne Gewerbe, minderjäh—
rige, durch die Ehe eman⸗
ripirte Ehefrau von Peter
Jacobi, Hüttenarbeiter,
deide in Burbach wohnhaft;
b) Conrad, c) Anna und
d) Catharina Weiland, letz⸗
tere drei ebenfalls minder⸗
ährig und vertreten durch
ihre Mutter Dorothea Keß⸗
ler, ohne Gewerbe in Bur⸗
bach wohnhaft, Wittwe des
gedacht verlebten Georg
Weiland als Hauptvor⸗
Druck und Verlag von F X. Deme ßzz in St. Ingbert .
Hiezu „Illuftrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 10.

münderin und den mehr⸗
genannten Peter Weiland
als Nebenvormund;

VY. Maria Weiland, gewerb⸗
lose Ehefrau von Peter Gehring,
Holzhauer, beide in Rohrbach
wohnhaft;

VI. Johannes Weiland,
Schmied allda wohnhaft;

VII. Joseph Weiland, Schmied
daselbst wohnhaft;

VilI. Nikolaus Weiland,
—D
Hammer Gemeinde Rentrisch,
wohnhaft;

XI. Magdalena Weiland, ge—
werblose Ehefrau von Marr
Würtz, Schmelzarbeiter, beide in
Rohrbach wohnhaft.

Die Ehemaͤnner alle der ehe—
lichen Ermächtigung und Güter—
geineinschaft wegen persönlich be—
heißigt.

Si. Ingbert, b. März 1881.

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

dessen Concursmasse, Alle, wo
nicht anders angegeben in St.
Ingbert wohnhaft.
St. Ingbert, 8. März 1881.
K. Auffschneider
Amtsverweser.

— 5 —
Confirmanden—
Anzüge

von Mark 16 an empfiehlt

M. Haas, Kohlenstraße.
Hu verkaufen 9 Stück schöne
5 dreijährige Aho rn bãum⸗
chen, sowie verschiedene Tische
zum Aufschlagen in einer Gar—
lenwirthschaft, nebst Ein⸗
schenke. Wo? zu erfragen in
der Expedition.
9 * 5
Für Bräute!
Zur Lieferung ganzer Aus⸗
stallungen, als: Hemden, Ho⸗
sen, Jacken, Leintücher, Tisch—
lücher u. s. w. halte ich mich
bestens empfohlen.
JI. KausIMan-
Wöschefabrik,
Straßburg i. E.
Wohuhaus
einstöckig, ganz neu er⸗
baut, vestehend aus 7
Zimmern, Küche, ge⸗
wsolbten Keller re., neben
einem dabei gelegenen
Grundstücke geeignet zu
z Bauplätzen aus freier
Hand zu verkaufen.

Näheres bei

F. A. Etrich
Geschäftsmann.
Wohnungen.
Der untere Stock meines
Hauses an der Haupt-Straße,
bestehend aus drei großen Zim⸗
mern, Küche, Speicherkammer,
Speicher, Keller, Stallungen mit
Scheuer, Waschküche ꝛc.; ferner
zwei Zimmer im oberen Stotck
sind auf längere Zeit zu ver—
miethen.
Carl Hoffmann.
—I

Lungenschwindsucht gegeitt

Ducch meln Mittel gegen Husten⸗
frantheiten und Lungenschwindfucht
chon Tausende geheilt, Es beruht auf
chneller Vernarbung d. Tuberkeln u.
—8 rascheste ien d. Aus⸗
wurfs. Jeder Husten wird durch Ge⸗
hrauch meines Mittels vollständig be⸗
jeitigt. Alleiniges echtes Recept. Ga⸗
cantie. Vor Faͤlschung wird gewarnt.
VMariaBenno v. Donat, Paris1671

Ich besitze Anerkennung von Sr.
Majestät d. Kaiser v. ced und
Sr. Heiligkeit dem Papst. Von der
sochsten Medicin al ⸗ Behorde des deut⸗
schen Reiches wurde mein Mittel begut-
achtet u. zum Verkaufe inganz Deuisch⸗
land —8 Gerichtlich geschuͤßzt.
Fortwahrend frisch mit Gebrauchsan.
weisung in billigster Packung b. Herrn
Jean Poters in St. Ingbert.
        <pb n="141" />
        Sf. Ingberler Anꝛeiger —
Dder St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich

M 40 2 einschließl ich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 ACGO H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤrts
mit 15 fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 388.

Sonntag, den 6. Marz 1881.
Deutiches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Abgeordnetenkammer hat
die Koͤrordnung in der General⸗ und Spezial-Diskussion mit ge—
ingen Aenderungen nuch den Ausschußanträgen mit 125 gegen 10
Stimmen angenommen: Nächste Sitzung am 8. März zur Be—
cathung der Rovelle zum Landtagswahlgesetz.

In der Donnerslag⸗Sitzung der bayerischen Abgeordneten⸗
ammer richtete der Ahg. Geiger die Anfrage an die Staatsregier⸗
ing, ob sie nicht geneigt sei, auch in Bayern das Institut der
Hemeindegerichte einzuführeu. Justizminister v. Fäustle antwortete
ofort, die Regierung habe die Ueberzeugung nicht gewinnen können,
aß es sich empfehle, Gemeindegerichte in Bayern einzuführen, und
er sei deshalb nicht in der Lage, einen darauf abzielenden Gesetzentwurf
in Aussicht zu stellen.

(GReichstag.) Bei dem Kapitel „Reichsjustizamt“ entspann
ich ane lebhafte Diskussion, welche Zeugniß für die tiefgehende
Berstimmung ablegt, welche die neue Gerichtsgebührenordnung überall
jervorgerufen hat. Obgleich der Bundeskommissär v. Schelling
zem Abg. Kayser auf seine Klagen die Antwort ertheilte, daß schon
n der gegenwärtigen Session dem Reichstag eine Abänderungsvor⸗
age zugehen werde, und Abg. Lipke demzufolge den beabsichtigten
Antrag umterließ, traten noch verschiedene Redner mit scharfen Aus⸗
inandersetzungen und der Forderung einer schleunige Abhilfe hervor.
Abg. Wolffson nannte den gegenwärtigen Zustand geradezu uner⸗
räglich, Abg. Witte wies auf die Entrüstung hin, welche die Art
»er Gebührensummirung, die wie eine „Apothekerrechnung“ sich aus
inzelnen Pöstchen „jusammenläppere“, im Publikum erwecke, und
Abg. Reichensperger (Crefeld) wünschte die vorzunehmende Revision
zanz besonders auch auf die Advokatengebühren ausgedehnt zu sehen.

Die Berathung der Wahlgesetznovelle im Plenum der
Zammer beginnt nach neuesten Abmachungen erst kommenden Dienstag.
Der bez. Ausschußbericht ist heute zur Vertheilung gelangt. Freitag,
Samstag und Montag sollen für die zweite Lesung des Gewerbe⸗
steuergesetzes im Ausschuß frei bleiben. — Das Direktorium der
Zammer schätzt die Dauer der Session auf noch 5—26 Wochen,
ilso etwa bis Palmsonntag. — Der Reichsrath Graf zu Ortenburg
—V—— Ausführungsgesetz zum Reichsviehseuchen⸗
jesetz abgegebeu; derselbe beantragt Zustimmung zu den Beschlüssen
Zer Kammer der Abgeordneten, namentlich vertheidigt er warm die
lebernahme sämmtlicher Entschädigungen an die Viehbesitzer auf die
Staatskassa, indem er darauf hinweist, daß die Erhebung von
Beiträgen der Viehbesitzer ungeheure Arbeit erfordern und, soferne
sie nach der Stückzahldes Viehstandes geschähe. zu großen Unge⸗
cechtigkeiten führen würde.

Richt durch ein Gesetz, wie es bisher hieß, sondern auf dem
VBerordnungswege soll die Umwandlung des preußischen Volks⸗
wirthschaftsrathes in einen deutschen erfolgen. Der Ent⸗
wurf der betreffenden Verordnung ist dem Bundesrathe bereits zu⸗
gegangen. Der deutsche Volkswirthschaftsrath soll aus 125 Mit⸗
zliedern bestehen. Von den zu Präsentirenden entfallen u. A. auf
Preußen 75, Bayern 15, Baden 4, Hessen 3 Mitglieder. Der
Holkswirthschaftsrath zerfällt in drei Sektionen: des Handels. des
Bewerbes, der Landwirthschaft.

Ssamnw urgericht der Pfalz.
1. Quartal 1881.

Bei den am 14. März nächsthin in Zweibrüscken beginnenden Schwur⸗
zerichtsfitzungen für das 1. Quartal 1j881 werden unter dem Vorsitze des
berlandesgerichtsrathes Noöfse! solgende Fälle zur Verhandlungen kommen:
) Am 14. März, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Val. Sattig, 38
Jahre alt, Küfer aus Freinsheim, wegen Mords (Siaatsanwalt Petri, Rechts⸗
nwalt Gebhart). Am 16. März, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen
Beorg Magin V., 82 Jahre alt, Bahnwart aus Schifferstadt, wegen vor⸗
ãtzlicher Inbrandseßung seines Wohnhauses (Staatsanwalt Dr. Krell, Rechts⸗
inwalt Schmidi). 8) Am 18. März, Vormittass 8 Uhr: Anklage gegen
val. Reichert, 37 Jahre alt, Maurer aus Freinsheim, wegen Münzver⸗
rechens (Staatsanwall Or. Krell, Vertheidiger noch unbestimmt). 4) Am
21. Marz, Vormittags 8 Uhr: Anklage gegen Andreas Sschäfer, Redacteur
n Kirchheimbolanden, wegen Beleidigung durch die Presse (Staatsanwalt
petri, Kechtsanwalt König). 5) Am 21. März, Vormittags 11 Uhr: Anklage
gegen Theobald Haffner, 80 Jahre alt, Tagner aus Erlenbach, wegen vor⸗
ablicher Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg (Staatsanwalt Kieffer, Rechts⸗
rülitant Schuber“ 6) Tag der Verhandlung noch unbestimmt: Unklege

gegen a. Walburga Hartmann, 42 Jahre alt, Näherin aus Weißenburg
und b. Joseph Harimann, 41 Jahre alt, Wirth aus Straßburg, beide
v7 Meineideß (Staatsanwalt Petri, Rechtsanwalt Gink und Rechtsanwalt
Bebhart).
Vermischtes. I
Bei Zweibrücken wurden schon zwei Waldschnepfen
erlegt, die erste bereits am 28. Februar. —W
F Pfälzischer Dampfkessel-Revisions⸗Verein. Am Sonntag
Nachmittag sand in der Brauerei „Jaenisch“ zu Kaiserslautern die
diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins statt. Aus
dem durch den Vorsitzenden erstatteten Bericht entnehmen wir, daß
der Verein in stetem Wachsthum begriffen und die Zahl der Kessel
nit Schluß des Jahres 1880 auf 969 gestiegen ist, während solche
ẽnde 1879, nur 881 betragen und jetzt schon die Zahl 1000
iberschritten hat. Die Einnahmen pro 1880 betrugen 22,997 M.
41 Pf. Die Ausgaben 21,938 M. 51 Pf., so daß ein Ueber—
chuß von 1058 M. 90 Pf. verbleibt, durch welchen sich der Re—
erbefond auf 7886 M. 8 Pf. erhöht. Für Heizerprämien wurden
vie im vorigen Jahre 250 M. sausgesetzt, und lassen wir nach—
tehend die Ramen der prämiierten Heizer aus hiesiger Gegend
olgen. Maschinenwärter: C. Günther und Maschinenwärter Hreh.
zünther, beide bei der Königl. Grube in St. Intgbert für
üchtige Leistungen bei dem Maschinenbetriebe. Heizer: M. Schu,
zei Herrn E. Vopelius in Sulzübach, für 16jährige Dienstzeit
ind gute Instandhaltung. Wärter: N. Mary, bei Herren Lamarche
u. Schwarz in Dech en, für gute Instandhaltung. Maschinist:
B. Hoffmann, beiHerrn Fr. Pabst in St. Johann, für gute
Instandhaltung und 16jährige Dienstzetie..
Eine der bedeutendsten Einnahmequellen der Stadt Paris
ind die Gebühren, welche ihr die öffentlichen Lohnfuhrwerke ent⸗
ichten. Diese Gebühren belaufen sich auf mehr als 4 Millionen
Francs jährlih..
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. De me tz.—
Widerruf.
Die unterschriebene Maria
Fich, Wittwe von Jakob
Schwarz, in St. Ingbert
wohnhaft, nimmt hiermit die—
jenigen boshaften beleidigenden
eußerungen, welche sie gegen
Franziska Eberhard,
Tochter von Michael Eberhard,
Wirth, in St. Ingbert, sowohl
in Privatkreisen, wie vor dem
Bürgermeisteramt St. Ingbert
gemacht hat, als auf Unwahrheit
zeruhend, zurück. *5
XRrau Schwarz.

Malz⸗Extract und Gara⸗

mellen von L. H. Pietn
«COo. Breslau.“
Caramellen.

Unsere Fabrikate ver danken ihre
wunderbaren Erfolge der naturge⸗
mäßen Wirkung ihrer kräftigen'
Bestandtheile und sind die aner—
annt vorzüglichsten diätetischen
daus⸗Genuß⸗Mittel bei Husten,
Fatarrh, Heiserkeit, Verschleimung
der Athmungs⸗Organe und ent—
ündlichen Zustäänden der Schleim⸗
)äute der Lungen, Luftröhren und
zes Kehlkopfes und bei allgemeiner
Schwäche. Jeder Husten kann
yöchst gefährlich werden. Ein ver⸗
———
von Uebeln werden, welche in ihrer
Entwickelung das Leben bedrohen

Wir machen darauf aufmerksam,
daß unsere Fabrikate ärztlich ge—
pruͤft und empfohlen find.

Zu haben in St. Ingbert bei
J. Friedrich.
à Zlasche A 1, 1.75, 2.50.
z Beutel 30 und 50 Pf.

raiaiy
ximig u. allein echte Nincralquell ·
fenfaramels und Kaßao-Thee
laria Zennod Donat, Faris, 8631.
nurch Kaulerl. Verordnung v. 4. Jan.
m ganzen deutschen Reiche auch für
icht⸗ Apotheler zum freien Verkaufe ge⸗
allet Von Sr. Aaijestãt dem ne
pon deutschland besitzt Maria Benno
on Ddonat allein drei ruhmreiche An⸗
fennungen und von Sr. Heiliglleit
em FYapst Segen spendende Auerkenn⸗
ng, Ordens-⸗Verleihung und Diplom.
ie garamels sind die arta Sãtfe
ei felbst schon veraltetem uec,
gat⸗a. n. Bruftleiden. Zu ittigster
——5— treffet Iste fortwãhrend

Iid ein im Kartous und Flaschen bei

Jean Peters in St.
Inabert.
        <pb n="142" />
        82
Licitation.

Dienstag den 22. März
nächsthin, Nachmittags 8 Uhr
zu Rohrbach in der Wirth⸗
schaft von Johann Abel, Wwe.,
werden durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
—VDV
schaften, in der Steuergemeinde
Rohrbach, Amtsgerichts St. Ing⸗
beri, Rentamts Blieskastel, ab⸗
theilungshalber öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum
dersteigert, nämlich:

Plan⸗Nr. 177, 2 2 40
ijm Fläche, Wohnhaus,
Stall und Hofraum, ge⸗
meinschaftlichen Brunnen
mit den Häusern Plan⸗Nr.
179 und 180 und mit der
Dienstbarkeit für das Haus
Plan⸗Nr. 179 das Fahr⸗
recht zu dessen Keller zu
duiden und Plan⸗Nr. 178,
2 a 20 qm Garten dabei,
das Ganze gelegen zu Rohr⸗
bach neben Georg Abel und
Anton Fickinger;

Pl.⸗Nr. 667, 8 a 90 qm
Acker auf dem Hochrech ne⸗
ben Peier Gehring und
Wittwe Valentin Bohnert;
Plan⸗Nr. 158885. 2 440
qim Wiese im Loch neben
Peter Hauck und Johann
Hornberger;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der
in Rohrbach verlebten Ehe⸗
leute Johann Gehring wei⸗
land Schmelzarbeiter und Maria
Wagner, als:

IJ. Katharina Gehring,
ohne Gewerbe, Ehefrau von An⸗
tion Fickinger, Bergmann,
letzterer zugleich Nebenvormund
der nachgenannten Minderjäh—
rigen;

I. Karolina Gehring ohne
Gewerbe, Ehefrau von Nikolaus
Bund, Bergmann;

III. Margaretha Gehring,
ohne Gewerbe, CEhefrau von
Heinrich Huy, Kesselschmied;

IV. Georg Gehring, Berg—⸗
mann;

V. Anna Gehring, ohne Ge⸗
werbe, Ehefrau von Jacob
Schwarz, Bergmann;

VI. Maria Latharina Geh⸗
ring, ledig, großjaͤhrig,. Dienst⸗
magd;

VA. Katharina Magdalena
Gehring, minderjähriges Kind
der verlebten Eheleute Gehring,
welches den Peter Wagner,
Schuhmacher zum Hauptvor⸗
munde und genannten Anton
Fickinger zum Beivormunde hat.

Alle in Rohrbach wohnhaft.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
lichen Ermächtigung und Güter⸗
gemeinschaft wegen perfönlich be⸗
theiligt.

St. Ingbert, 5. März 1881.

K. Auffschneider,
Amisverweser.

222 *
Licitation.

Dienstag den 22. März
nächsthin, Nachmittags unmit⸗
elbar nach der Licitation der
Erben Gehring, zu Rohr⸗
hach in der Wirthschaft von
Johann Abel Wittwe,

werden durch den unterzeich⸗
neten, hiezu gerichtlich beauf—
ragten Amtsverweser des kgl.
Notars Franz Sauer in St.
Ingbert die nachhin beschriebenen
diegenschaften, in der Steuer⸗
jemeinde Rohrbach, Amtsge⸗
ichts St. Ingbert, und Rent⸗
mits Blieskastel, der Abtheilung
vegen öffentlich an die Meist⸗
dielenden zu Eigenlhum verstei⸗
gert, nämlich:

1. Plan⸗Nr. 6682, 17 a
Adcer auf Hochrech neben
Valentin Weirich und Wwe.
Bohnert;

Plan⸗Nr. 787, 44 80 qm
Acker in der kurzen Gewann
hinterm Stegbruch, neben
Peter Würtzz und Jakob
Wagner;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der zu
Rohrbach verlebten Eheleute
ßeorg Weiland senior Huf—⸗
chmied und Katharina Stolz,
zeziehungsweise deren Repräsen⸗
lanten und Stellvertreter als:

J. Peter Weiland, Schmied
in Niederwürzbach wohnhaft;

HV. Katharina Weiland,
Jewerblose Ehefrau von Joseph
Bund, Mezger, beide in Rohr⸗
hach wohnhaft;

III. Die Kinder und Reprä—
entanten des zu Hasel verleb⸗
ꝛen Schmiedes Jakob Weiland,
als:

a) Maria Weiland, ledig

großjährig in Hasel wobhn⸗

haft;

b) Magdalena, c) Jakob

d) Georg, e) Peter und

) Catharina Weiland;
diese fünf noch minderjährig und
ertreien durch ihre Mutter Elisa⸗
zetha Haberer, ohne Gewerbe

n Hasel wohnhaft, Wittwe des

zenannten Jakob Weiland als

auptvormünderin und genann⸗
en Peter Weiland als Neben⸗
ormund;

IV. Die Kinder und Reprä—
entanten des zu Burbach in
Rheinpreußen verlebten Arbei—
ers Georg Weiland, näm—⸗
lich:

a) Magdalena Weiland,
ohne Gewerbe, minderjäh—
rige, durch die Ehe eman⸗
cipirte Ehefrau von Peter
Jacobi, Hüttenarbeiter,
Feide in Burbach wohnhaft;
b) Conrad, e) Anna und
d) Catharina Weiland, letz⸗
jere drei ebenfalls minder⸗
ährig und vertreten durch
hre Mutter Dorothea Keß⸗
ler, ohne Gewerbe in Bur⸗
hdach wohnhaft, Wittwe des
gjedacht verlebten Georg
Weiland als Haupivor⸗

Druck und Verlog von F XF.

münderin und den mehr⸗
genannten Peter Weiland
als Nebenvormund;

V. Maria Weiland, gewerb⸗
ose Ehefrau von Peter Gehring
Holzhauer, beide in Rohrbach
vohnhaft;

VI. Johannes Weiland,
Schmied allda wohnhaft;

VII. Joseph Weiland, Schmied
daselbst wohnhaft;

VIII. Nikolaus Weiland,
desselschmied auf dem Rentrischer
Ddammer Gemeinde Rentrisch,
wohnhaft;

XI. Magdalena Weiland, ge⸗
werblose Ehefrau von Marr
Würtz, Schmelzarbeiter, beide in
Rohrbach wohnhaft.

Die Ehemänner alle der ehe—
lichen Ermächtigung und Güter—
geineinschaft wegen persönlich be—
theiligt.

Sti. Ingbert, 5. März 1881.
NK. Auffschneider,
Amisverweser.

* * *
Licitation.

dessen Concursmasse, Alle, wo
nicht anders angegeben in St.
Ingbert wohnhaft.

St. Ingbert, 5. März 1881.
s*t. Auffschneider
Amtsverweser.
Confirmanden⸗

*
Anzüge

von Mark 16 an empfiehlt

M. Haas, Kohlenstraße.
(CHhu verkaufen 9 Stück schöne
Vdreijahrige Ahornbãum⸗
chen, sowie verschiedene Tische
zuͤm Aufschlagen in einer Gar—
lenwirthschaft, nebst Ein⸗
schenke. Wo? zu erfragen in
der Expedition.
*
Für Bräute!
Zur Lieferung ganzer Aus⸗
stallungen, als: Hemden, Ho⸗
en, Jacken, Leintuücher, Tisch—
jücher u. s. w. halte ich mich
bestens empfohlen.

JI. KausIMArin-
Wäschefabrik,
Straßburg i. /E.
Wohuhaus
einstöckig, ganz neu er⸗
baut, bestehend aus 7
Zimmern, Küche, ge⸗
wölbten Keller re., neben
einem dabei gelegenen
Grundstücke geeignet zu
3 Bauplätzen aus freier

Hand zu verkaufen.
Näheres bei
F. A. Etrich
Geschäftsmann.

Mittwoch, den 23. März
aächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Julius Grewenig
Witiwe werden durch den unter⸗
zeichneten Amtsverweser des kgl
Noiars Franz Sauer in St.
Ingbert, hiezu gerichtlich Beauf⸗
ragt, die nachbeschriebenen Lie—
genschaften in der Steuergemeinde
St. Ingbert, Amtisgericht St
Ingbert und Rentamt Blieskastel—
zur Gutergemeinschaft zwischen
dem in Si. Ingbert verlebten
Rentner Karl Michael Laur
und dessen hinterbliebenen Wittwe
Louise Eindemann, sowie
zum Nachlasse des Ersteren ge—
hoͤrig, abiheilungshalber öffentlich
zu Eigenthum versteigert:

1. pᷣlan⸗Nr. 2819, 6 a 80

qm Acker auf der Meß und

2. Plan⸗Nr. 2824, 20 a 80

qm Acker daselbst;
Eigenthümer sind:

1. Genannie Wittwe Louise
Lindemann;

2. Heinrich Laur, Wein⸗
händler;

3. die Kinder und Repräsen⸗
tanten der verlebten Maria Laur,
Ehefrau des gleichfalls verstor—
benen Kaufmannes Johann
Woll, Namens: a. Maria Louise
und b. Henriette Elisabetha Woll,
die den genannten Heinrich Laur
zum Vormunde und den Franz
Woll, Kaufmann und Organist
zum Nebenvormunde haben;

4. Das einzige Kind und Re⸗
präsentantin der verlebten Anna
Laur, Ehefrau von Ludwig
Drappier, Kaufmann in Tirle
mont in Belgien, Namens Leonie
Felicie Drappier, welche ihren
jenannten Vater Ludwig Drap⸗
bier zum Vormunde und den
Franz Eyletton ohne Stand da—
selbst zum Nebenvormunde hat;

5. Hermann Laur, Gerber,
hertreten durch Philipp Fitz, Ge⸗
schäftsmann. als Vermalter von

Dementz in St. Ingbert.

i⸗2u Ilustriries Sonntaafkblatt Nr. 10.

Wohnungen.

Der untere Stock meines
Hauses an der Haupt-⸗-Straße,
bestehend aus drei großen Zim—
mern, Küche, Speicherkammer,
Speicher, Keller, Stallungen mit
Scheuer, Waschküche 2c.; ferner
zwei Zimmer im oberen Stock
sind auf längere Zeit zu ver⸗
miethen.

GCarl Hoffmann.

Lungenschwindsucht geheilt.

Durch mein Mittel gegen Husten⸗
krankheiten und ——
chon Tausende geheilt. Es beruht aus
chneller Vernarbung d. Tuberkeln u.
badurch rascheste Beseitigung d. Aus⸗
wurfs. Jeder Husten wird durch Ge⸗
brauch meines Mittels vollständig be⸗
seitigt. Alleiniges echtes Recept. Ga⸗
rantie. Vor Faͤlschung wird gewarnt.
MariaBenno v. Donat, Paris1671

Ich desihe Änerfennung von Sr.
Majestät b. Kaiser v. cd und
Sr. Heiligkeit dem Papst. Von der
vchsien Medieinal ⸗ Behörde des deut⸗
chen Reiches wurde mein Mittel begut⸗
achtet u. zum Verkaufe in ganz Deuisch⸗
land Innee Gerichtlich geschützt.
Fortwährend frisch mit Gebrauchsan⸗
weifung in billigster Padung b. Herrn
Jean Ao⸗t⸗ra in St. Anabert.
        <pb n="143" />
        8* —. Ingberler Acnzeiger.
der St. JIngberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsépreis betragt vierteljährlich
A 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 2, einschließlich 40 B Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärits
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
Dieustag, den 8. März 1881.
M 399.

Deutsches Reich.

Aus München, 6. März wird dem „Pf. K.“ geschrieben:
die Minister Dr. v. Lutz und Irhr. v. Crailsheim sind von Ber—
uͤn zurück heute wieder hier eingetroffen. Die wegen der Ahwesen⸗
jeit des Ministers v. Lutz bisher ausgesetzte Ausschuß⸗ Berathung
jber den Antrag des Abg. Frhrn. v. Hafenbrädh, die Aufhebung
zes siebenten Schuljahres betr., wird nun an einem der nächsten
Tage stattfinden.

Dem Bundesrath ist vom Reichskanzler im Auftrage des
daisers der nachstehende Entwurf eines Gesetzes, betr. Abänderung
er Gewerbeordnung, vorgelegt worden:

„An die Stelle des 8 835 der Gewerbeordnungen treten fol⸗
sende Bestimmungen: Die Ertheilung von Tanz—, Turn⸗ und
Schwimmunterricht als Gewerbe, sowie die gewerbsmäßige Besorg-
mng fremder Rechtsangelegenheiten und bei Behörden wahrzuneh—
nender Geschäfte, insbesondere die Abfassung der darauf bezüglichen
chriftlichen Auffätze (Geschäfte eines Concipienten, Rechtsconsulen⸗
ien, Volksanwalts u. s. w.) kann untersagt werden, wenn That⸗
achen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit des Gewerbetreibenden
in Bezug auf diesen Gewerbebetrieb darthun. Unter denselben
Voraussetzungen kann untersagt werden der Handel mit gebrauchten
dleidern, gebrauchten Betten oder gebrauchter Wäsche, der Klein—
jandel mit altem Metallgeräth und Metallbruch (Trödel) oder mit
Harnabfällen oder Dräumen von Seide, Wolle, Baumwolle oder
deinen. Das nämliche gilt von dem Geschäfte eines Gesindever—
niethers und von dem Geschäft eines Auctionators. Personen,
velche die in diesem Paragraphen bezeichneten Gewerbe beginnen,
jaben bei Eröffnung ihres Gewerbebetriebes der zuständischen Be—
jörde hiervon Anzeige zu machen.“

In einem weiteren an ein Mitglied des Vereins für Reform
und Codificirung des Völkerrechts gerichteten Schreiben hält
Beneralfeldmarschall Moltke seine neuliche, viel ange—
rriffene Ansicht fest, das der Krieg das wirksamste Mittel sei, das
Wohlergehen, die Unabhängigkeit und Ehre eines Landes zu'be—
estigen ꝛc. Unser Schlachtenlenker schließt wörtlich: „Deutschland
jat das Ziel seiner Einigung erreicht und nicht mehr nöthig, sich
n neue Kriege zu stürzen; aber es muß stets zur Vertheidigung
ichlagfertig sen. Ich wünsche mit Ihnen, daß diese Nothwendig-—
eit sich nemals bemerkbar machen werde.“ So sehr wir auch die
Schlußworte des Grafen v. Moltke billigen, so schwer wird es
zagegen, uns zu dem Gedanken aufzuschwingen, daß der Krieg
ein nationales Unglück sei.

Die Finanzkommission der würtembergischen Abgeord⸗
aetenkammer beantragte, die Reglerung zu bitten, im Bundesrath
uf die Einführung des Tabakmonopols hinzuwirken.

Ausland.

Aus Wien, 5. März, meldet man der „Frkf. Z.“: Die
eutsche Reichsregierung 'erklärte, in Beantwortung der jüngsten
Rote Oesterreich-Ungarns, ihre Bereitwilligkeit, die Verhandlungen
iber den Handelsvertrag wieder aufzunehmen. Dieselben dürften
n der zweiten Hälfte dieses Monats in Berlin beginnen.

Eine amtliche französische Verfügung untersagt für Frank—
eich die Ein- und Durchfuhr von aus „Deutschland und Elsaß—
Ldothringen kommendem Vieh, ausgenommen Stücke, von denen
onstatirt ist, daß sie aus Orten kommen, wo keine ansteckende
drankheit herrscht. (Das Verbot ist veranlaßt durch den Ausbruch
der Maul- und Klauenseuche an verschiedenen Orten, namentlich
nuch in Ober-Elsaß. Uebrigens machen sich, scheint es, die Fran⸗
osen für amtliche Erlasse eine eigene Geographie zurecht: „Deutsch⸗
iand und Elsaß-Lothringen!!“

In Irland wurden für acht Grafschaften und zehn Distrikte
)er Grafschaft Cork die vom Parlament genehmigten Ausnahme—
gesetze proklamirt.

zurch Hr. Pfarrer Rütter dortselbst sowie der von ihm gehaltene
Vortrag über das Reinigen der Obstbäume gab Zeugniß von den
dlen Bestrebungen des Hr. Vorstandes und ermunterte zur wei⸗
eren Pflege der Obstbäͤume. Zum Schluß fand die Verloosung
yon Bäumen, Obstbaugeräthen und Schriften über Obstbaukunde
tatt. Mit Freuden muß anerkannt werden daß in der Bevölker⸗
ing die Erkenntniß der Nutzbarkeit der Obstbäume sich mehr und
mehr Bahn bricht. Wünschen wir der Thätigkeit des Obstbaum⸗
dereines den schönsten Erfolg!

Ich erhalte soeben die angekündigte Schrift über O b st⸗
zaukunde von Pf. Rütter in Erfweiler. Ich staune
iber den reichen Inhalt des Werkchens. In 30 Abschnitten ist
das Wissensnöthige aus der Obstbaukunde so praktisch und allge—
nein verständlich behandelt, daß kein Obstbaumzüchter es versäumen
ollte, dieses Werkchen anzuschaffen. Zudem ist der Vreis von 50
Bf. ein ganz geringer.

Wie der „Pfälz. Post“ berichtet wird, hat sich die Familie
des Polizeiadjuncten Wilhelm V. in Kirkel-Neuhäusel
seimlich und mit Hinterlassung vieler Schulden entfernt. Wie es
jeißt, will sie sich in Belgien ein Domicil suchen.

In der Sitzung der Strafkammer des kgl. Landgerichts
Zweibrücken vom 2. März wurde Joseph Delage, 24 Jahre
ilt, ledig, früher Schulverweser in Leimen, zuletzt Fabrikschuster in
bBirmasens, der Vornahme unzüchtiger Handlungen, begangen als
rehrer an Schulkindern, überführt erklärt und zu einer Gesammt—⸗
uchthausstrafe von 10 Jahren verurtheilt und der bürgerlichen
Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren verlustig erklärt.

In Homburg haben vom 21. Januar bis 28. Febr.
. J. 480 Handwerksbursche von dem dortigen „Vereine für frei—
villige Armenpflege“ Unterstützungen erhalten, davon 8382 eine
Anweisung auf freies Nachtquartier und Abendessen, 73 ein Mit⸗
agessen. Die Kosten hiefür belaufen sich auf 129 M. 20 Ppf.

In den Doͤrfern Oberberbach, Mittelberbach
ind Altstadt herrscht seit einigen Wochen die Halsbräune mit
Scharlach, und diese mörderische Krankheit hat namentlich in den
eiden ersten Orten schon eine ziemliche Anzahl von Kindern hin⸗
gerafft.

In Folge Blutvergiftung starb vor einigen Tagen in
hengsberg der Müller Schopfer von der Pelzmühle. Der—
elbe stürzte, dem „P. A.“ zufolge, vor einigen Wochen mit dem
ßzferde und zog sich eine schwere Verletzung des Kniees zu, die sich
;on Tag zu Tag verschlimmerte und endlich Blutvergiftung her⸗
ʒeiführte.

Die Notiz, daß einem Konsortium in Biebermühle
zer zweite Haupttreffer der Ludwigshafener Lotterie mit 12,000
M. zugefallen sei, ist unbegründet. Die Nachricht entstand durch
inen schlechten Witz.

In der Gemeinde Steinweiler (Kanton Kandel), die
m Ganzen etwas über 1500 Seelen zählt, sind gegenwärtig nicht
veniger als 4 christliche Religionsgenossenschaften vertreten, und
ede hat ihren eigenen Seelsorger; so die sog. „Mucker“ den Herrn
Zfarrer Ewald, die Anhänger der freien Diasporagemeinde den
ekannten‘ Wißwässer (einen Sektirer, der früher Feldwebel war und
ich später „berufen“ fühlte), die Protestanten den Herrn Pfarrer
deinz und die Katholiken den Herrn Pfarrer Wiehn; Israeliten
vohnen keine dort.

Das vor einigen Wochen schon angekündigt gewesene und
vieder verschobene Konzert des kgl. bayerischen Hofopern⸗ und
dammersängers Franz Nachbauer und des Frl. Senta Schmidt
ius München wird nun, ganz bestimmtien Nachrichten zufolge, am
13. März im Saalbau zu Neustadt Statt finden. Wie schon
emerkt war, ist Frl. Schmidt ein pfälzer Kind und hat wegen
hrer ungewöhnlichen musikalischen Begabung als der bevorzugte
iebling des weltberühmten Meisters in der Gesangskunst, Prof.
damperti, im vorigen Jahr dessen Anstalt verlassen. Daß Nachbauer
es ist, der unsere pfälzische Kunstnovize auf ihrem ersten Gang in
die Oeffenttichkeit begleitet, darf uns gewiß als die beste Garantie
erscheinen für die zu erwartenden Leistungen.

Ein Hühnerzüchter von Winnweiler ist schon seit

Vermischtes.

O Aus dem Bliesgau, 7. März. Gestern fand in
Frfweiler die jährliche Generalversammlung des Obstbaum—
ereines an der Blies statt. Trotz der ungünstigen Witterung
hatten sich 60 Mitglieder eingefunden. Der erstattete Jahresbericht
        <pb n="144" />
        einigen Tagen im Besitze von Küchlein, welche eine Brahmahenne
ausgebrütet. Gewiß eine Rarität bei der jetzigen Witterung.

4 Der Gesammtumschlag der Volksbank Landau im Jahre
1880 betrug 17,236,2168 M. 26 Pf. gegen 14,326,407 M. 16
Pf. im Vorjahre. Der Reingewinn beziffert sich auf 68,693 M.
48 Pf. Es soll eine Dividende von 7 pCt. zur Vertheilung kommen.

4 Der Kriegerverein Steinfeld erhielt von dem deutschen
Fronprinzen als Beitrag zur Beschaffung einer Vereinsfahne 50 M.

Dem Vernehmen der „Fr. Ztg.“ nach, ist bei der soeben
gezogenen Lud wigshafener Kirchenbau⸗Lotterie ein Haupt⸗
seinn von 12,000 M. der Kirchenbauverwaltung selbst zuge—
fallen.

Auf dem Hemshofe bei Ludwigshafen brannte am
Freitag ein von der Wittwe Rudolph bewohntes Haus ab. Für
4000 M. Mehlvorräthe und 800 M. in Papiergeld sind mit
berbrannt.

4 In der Fabrik von Hoffmann und Schoetensack auf dem
Hem's hof bei Ludwigshafen wurde eine Küche errichtet, in welcher
der Arbeiter Morgens für 58 Pfennige einen 9 Liter Kaffee,
Mittags aber für nur 20 Pfennige ein gutes und nahrhaftes
Miltagessen, bestehend in Na Liter Fleischsuppe, circa 400 Gramm
Kartoffel und 128 Gramm Fleisch erhält.

Die Lokal⸗ und Distriktshilfskassen der Pfalz haben nach
Ablauf des Rechnungsjahres 1880 ein Grundstockvermögen von
1,781.707 M. 27 Pf. Die Schuldner derselben belaufen sich auf
8967. In allen Bezirksämtern, mit Ausnahme von Kusel, bestehen
derartige Kassen. Die Zahl der Kafsen in der ganzen Pfala be—
trägt 90.

Der Kreisrath von Fried ber g GHessen) hat ausgerechnet,
daß der dortige Kreis jährlich von etwa 60,000 Bettlern und
Landstreichern durchschwärmt wird, daß jeder derselben täglich 1M.
50 Pf. zusammenbeitelt, daß also dem einen Kreise durch das
Betilerunwesen eine jährliche Zwangssteuer von 90.000 Mark
auferlegt wird.

FEine höchst drastische Verwarnung vor dem Meineide, welche
größere Wirkung that als alle Mahnungen des Richters, theilt die
„Fr. Presse“ mit: Vor einem Justizamte der ehemaligen kurhessi⸗
schen Probinz Oberhessen sollte ein Landmann in einem Zivilpro⸗
zeß den ausschlaggebenden Eid leisten. Trotzdem der Richter die
moralische Ueberzeugung hatte, der Mann werde falsch schwören,
und ihm eindringlich von dem Schwur abrieth, bestand dieser hart⸗

näckig darauf, daß ihm der Eid abgenommen werde. Da, algs
chon die Rechte erhoben war, näherte sich der das Protokoll füh—
rende alte Actuar, ein Original und eine Respectsperson bei den
Amtsangehörigen, langsam und feierlich dem Fenster der Gerichts
tube und öffnete bedächtig die beiden Flügel desselben. Der Land⸗
nann stutzte, ließ die Rechte sinken und fragte erstaunt, was das
zu bedeuten habe. „Meint Ihr,“ antwortete der Actuar barsch,
„der Teufel solle mir, wenn er hereinfährt, Euch den Hals umzu—
drehen, auch das Fenster zertrümmern?! Lieber will ich's ihm
zleich öffnen!“ Die sonderbare Meinungsverwarnung that ihre
Schuldigkeit und der Schwur unterblieb.

F In Schweinfurt wurde auf dem Markte eine Partie
Butter konfiscirt, welche in der Art gefälscht war, doß nur die
iußere Umhüllung aus Butter, das Innere aber aus geriebenen
sartoffeln bestand.

Von den „friedlichen“ Aussichten in Europa profitirt ent⸗
schieden der Kanonenkönig Krupp in Essen am meisten. Tag
und Nacht wird in seinen Werken gearbeitet. Die Aufträge find
aber auch darnach: Griechenland bestellte 700, Italien 400, Holland
120, Rumänien 100, Schweden 50 Geschütze u. s. w. Natürlich
ind alle diese Bestellungen mit Rücksicht auf den — ewigen
Frieden sehr pressirt.

F Aus Ber hin wird gerüchtweise gemeldet, der Kronprinz
don Schweden, welcher der Vermählungsfeier des Prinzen Wilhelm
don Preußen zugleich mit dem Großherzog und der Großherzogin
von Baden anwohnte, habe sich um die Hand der Prinzessin
Bictoria von Baden (Enkelin des deutschen Kaisers) beworben.

Am Dienstag starb in Paris der frühere, napoleonische
Minister Drouin de Lhuys, seiner Zeit einer der erbittersten Geg—
ner Deutschlands. Er war es, der im Jahre 1866 nach der Schlacht
von Sadowa zu Gunsten Oesterreichs 125,000 Mann an den Rhein
werfen wollte, was aber Rouher verhinderte, worauf Drouin sein
Amt niederlegte. Das Jahr 1870 hat auch ihn politisch zu den
Todten geworfen.

Am 4. März wurde Casamicciola (auf der italie—
nischen Insel Ischia) von einem großen Erdbeben heimgesucht,
welches nahezu die Hälfte des ganzen Landstrichs bei Casamicciola
verherrte. Es haben dabei viele Personen, wie es heißt 70, den
Tod gefunden.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. De me .
—— — —————— —— —————⏑⏑ü — ——
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 26. März
1881 Nachmittags 8 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Julius Grewenig
Wittwe, wird durch den unter⸗
zeichneten Amtsberweser des kgl.
Notär Franz Sauer in St.
Ingbert auf Betreiben von Jo⸗
hann Josephh Grewenig,
Kaufmann daselbst und den Er⸗
ben von dessen verlebten Ehe⸗
frau Elisabetha Zimmer, ge⸗
gen Christian Marr, Fuhr⸗
mann in St. Ingbert, die nach—
stehend beschriebene Liegenschaft
in der Steuergemeinde St. Ing⸗
bert im Wege der vertragsmä⸗
ßigen Wiederversteigerung öffent⸗
lich zu Eigenthum versteigert.
nämlich:
Plan⸗Nr. 3117 und 3118,
20 4 44 qm Acker am
Schafkopf.

St. Ingbert, 8. März 1881.
K. Aufffschneider,
Amtsverweser.

Unierzeichneter empfiehlt
nNaãhmaschinen
aller Systeme zu sehr billigen
Preisen. Monatliche Ratenzah—⸗
Iung und langjährige Garantie
wird zugesichert. Singer⸗ und
Fidelitas⸗Maschinen ste⸗
hen zur Ansicht.
M. Meiæe⸗erher

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag den 26. März
1881 Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
chaft von Julius Grewenig
Wittwe,
wird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
auf Betreiben von Johann Jo—
sehh Grewenig, Kaufmann
daselbst und den Erben von
dessen verlebten Ehefrau Elisa⸗
hetha Zimmer gegen Peter
Klein, Schmelzarbeiler in St.
Ingbert, die nachstehend beschrie⸗
dene Liegenschaft in der Steuer⸗
gemeinde St. Ingbert im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
teigerung öffentlich zu Eigen⸗
chum versteigert, nämlich:
Plan-Nr. 2688, 88 a 16
gqm Acker auf'm hintersten
Wallerfeld, hievon die Hälfte
neben Erben Peter Schmel⸗
zer.
St. Ingbert, 8. März 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

l
Wohuhaus
einstöckig, ganz neu er⸗
baut, bestehend aus 7
Zimmern, Küche, ge⸗
wölbten Keller rꝛe., neben
einem dabei gelegenen
Grundstücke geeignet zu
3 Bauplätzen aus freier
Hand zu verkaufen.
Näheres bei
F. J. Esrich
Geschäftsmann.

Wohnungen.

Der untere Stock meines
Hauses an der Haupt⸗-Straße,
bestehend aus drei großen Zim—
mern, Küche, Speicherkammer,
Speicher, Keller, Stallungen mit
Scheuer, Waschküche ꝛc.; ferner
zwei Zimmer im oberen Stod
sind auf längere Zeit zu ver—⸗
miethen.

Carl Hoñfmann.
Annahwstéllo

vnn

*
für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen befindet sich be'
Rudolt Mosso,
Fpankfurt a. M.

Von heute an:

v *
Piliner Bier
vom Faß

in der Bierbrauerei von
M. M ν

gegenũber 7 gegenũber
ꝛr Hauptpost Ze 45 der Hauptpost
Gileiche Proise wie bei den Zeitungs-Pxpeditionen selbst.
- Bei gröôsseren Aufträgen hierron nooh entsprechende Rabati-
beWilliguuug.

ut in modernen S riflen bili tbei
Visitenkarten ——
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        —QÄR
155353
* 2232 232
*3553283 3835
283228 —R—— 53 —5 3
53233355355* 3 z3533223 755 55
—332—— 2232 52 S88 38 22
5354 35333831735 83 55 S 2585 352353567
—85355335 — 8 3 26
55 53 — 8 3 * —— — 282 22 —5536 577 *
13553 8 z23 * —5 5— — —28 8 72 82
* 32885 582 —3535 — 8—83 255 ——— 35 A8 —
2 2 22 232383 * — —— 5* * — — 5—5 —*553c56
552335 2533 2 25575383—8 25828 * 2 —237 32323285
A 5278 —— 5353—858 — —1 —27*— z2783 22
s323888 —2258 —33333—83 253357 — 37838
38 1552 —— ——— 35583232 —58 8 8 23833 28 —572
—— 323—8 5825385 — ——— —— 55—3 3z3557
55*z352583 255 3382—33—55 223338 75 32535 — 3* 33823
— ——— 78436 388
8 82 . S 2 52 ——— * *
83 3355227 38 55232532 2 538
*853355 383 ————
522 z25— 2— 2* 3 5* 535 — 22 58232 —A 22822 8 5 58
* 255338 3—38 3272323558 2 2B2 35*8 5 2.2
—— 252 — 38 — — D 23* 2 — * 53*
—— 2055 252232 —XIXAE 5 —AA — * —— ——— *.
2352— — — 382 3 524 — 882 R —8*338338323 —X
25558 5—z2383-25385 —z88335832535 —53 585 —53887 —— —
3235 355 555—53535 558* —— 55 13585 —
—x 222 233 2— I2 2323285 2 — — 2 .2
— 323
—AA 564 * 28 52583 3* 22 2 8 2
—*— * 8 522 2 * — — — — 224
8 838 2* z88323 * * —————— —— 6— 2 c2.383* 8
2ꝛ E — — 588— —A— 5 —— — 55 — 33
— — * 235— 56 —55— 3 — 55 5 23*
5355 5373355 8—
532* —— 385.* 7553—832* 25755 A
— —5557 — ——— 28 25
A — — —332 — 2
5588.53 J ———
—57335355 —
—— — — — — —233
3535 SBE S.
25535 E
222 —XV * 22 8 2 — J— 538 3
538835383832z553 355—5353 33335385 *—333 3282
585 *855 535 —
— 55* 558 —22 228 2 532533
2 —535 2 * 25* 53*—— 2
—;582 * * * —— 3— * * *
3 23 — —23 53—8 ——— —4 34
3. 25377s 823
—&amp;ö 383 83383858 —
535 s——2z——3 —2— 5 —555— — 3 25832
—22 532 3555 5 33 83 3—5
* —I3333 — 832528— z258 25382 3 32 352
—A 538882 3— 2 A 538.2 — 57 — —25235355
3 83853* s 3320653
4 F —— 22 * ⸗
3 555335375385358
253 333— —3 3 83*
33 — —
25 2 83 387
—25 8 ———— 3 * A — 22323 2 7 9
5* 3 3 8 38 738323
3 —2————— 5225 — 2335 ——83 * 35253
52—383225 32c5 1535 — — — —
5z383383553 — 2*2 22228 * — S —
— 5522 3 — — 8 j
538 — 7* — 328
3 33 7— 3338 5553583558
* 22* 8 2 2 —82 2 —28 55 55— 2 — —— 2
53 7 —2 — 2 5
3 3 3 33 ——
F— 22 8 —3 83 — 833—8
X 8 —
3 3 8 38

2.22 8
58 35—3356
33238 238
—— 258 5 —25 32
—3588 32
— 53 2887 25382838
—— 555— * 322 E28 ——— — 533
— 358 5cB 28338353 55333.
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* — 83352—58 353133 3532838 8 —
— — 58 3; 3 — * 2
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533 232.42 53 2— 34 * z32 853. — *
33 ——— D 38 —535555 35 53228 5* — ———
— 5* —A —— 22 — 523 2 328 — 537 22—4 —z3*
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* — 5* * 23 522 — 3 2 2 — 535,533 *
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3333387 — 555 325 8588 55
— 5385 — 5z538323 2* 2 38 S
5553532 — 33535 — 5 —E — 2* 238 82 5**
* 233358 78* 55235 — 7322322—8 — —35 55 — —A ——
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2* 27 — —55333555. 3 —325 z38
* s8 8 2388 —6
* 2558 —572* 25 2c28 5573*5 * 83 — —A— 3335 73
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* * — 2* 52 — — —325 — * 2 —z333383
8* 385 83*85 255 E8 255* — —A — —
2 —* 2 — 25—5 533. 3 3*55 224 53853—55 —A
— 53327 —— ——— ———— 2 33 e — V * —c
2 —A — — — 2* — —— 22 —— — 2*4
5 535* 5553 55 —8 2B8 55 *
— 235333 — 22— —— — 88 — — 5238 m —
* 223353535 335 *3z3 2320535 55 53 335 —z2
53 55383 — — — 5 — * — S — — 8 8— —5s357 * 3 3
* —— —3 — 2B2 2 —22353 *— 2 — 2284 —* 2
8 z68833538 — z38* 6
* —— 3353z25 8 — — 2* 8 3335 82* 32 3 825
8 *23 — —— — — 58333338555
8 25523 537 8 * 555355 555 3532
* —z23ES2 z5355 533 EB35 ———— — 25 22
22 333231357 5 2 3 —e 5 —z33283 52
232*2* * 25352 —A —* — —— 2 —A
25325 * 35*3835335* 5588 — 23
583—53 —533333 33335 532353 —*
—A — 7 2 23 753 —8
— 2 — — *
33357333
* — —A 83323
* 53333* —
2 5236
222
83 52
24.2 53535 55*
—35*5355532 32 24
33 625335* 55353557 —X F
— 8 27 553325 — 323 * * —* —
. 5252 3 8 5* s55 —e — 83
— * 8 — — 3 S —8 25 71 — —
328223 —53 22* ** 5835888* —238 22* —
—A 333385 23338 *33 5 25 5832333 * 73 35*
5 82 25 52735 23288 553328 —— 335 535
357 *528 — — ——— AA 2388

2 E5* ** 8 * 8 —2 258 * —*.22 5355 28
* 583 388 7 8 —8 5 25c3 2 3222 —— * b —.22 * *
—A ——— 5038 33 353* ——— 5385
s 638 5 5533 35688 —s53 67 338*

7 e * 2* 3 — —552 533533 58 553 2
* — 536 3337 8375 5533 23327
* 33553—535 —— —E —55357 5322 ———— 55 57 J*24
5833357 — — 2233 882 — 12588 5858
2 * —3 2* — —2 * — 2 2 2 3
2 332 52 XE — * 3 383353 —25 382 8
2335 —2353 — 8 58 2z235— 32B853525 — —— 25
22 * 2 —3— 58 2 3 * 55 2 — 2 — 85
—A— 753 3332353 532 22888 53888 5 —5333 5338
37388 535 5538 — — — —38E38 * 38s 355
A58 —52525 27535 — 2555 — 2 5338 385 —x
2852 3 58* 552 5833 z2525583—555 2 25 —*
. — 5 5S * 8 2 2 — — NA k5 —
28605* 535 2 258 —XX 23383 58 —— — ẽ 25553
33 —. 352258 —8 I7355857 *2535 — ʒ8 JS —s— —35c586
— S — —** — — J
383525 2586 358 8 5385
23 53355230 53 2 * — 2525 — 7 2 S5 522
385 3853358 33558 * 5755286 8 —— — —
2538388 333— 335 * 232385
2*— * — * —2 —

3555353232*

—4— * 2 —
5535537— 3333 ———
*528533 —— — 5336— 68
753838 —5555 — 28 8
2 5368 536 — —
— 3685 —
2

2
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        2* 2 . 2232. 2 z32 38 223 0
3 2 — 3223 —c ⁊ 2 GG 2 35., 3 —— — — —
5. 2—345 * * —385. —5 2. * —A 72. X ***
2 33 ⏑— 353333*
57 3 —83. 7 —Ex— 53 353*8 2 23 5 22 35323*
632.3327 52.5 561 53538 253 —8— 3 2
3333. S33 23 2.23 32.323 253 255. 58 3238 2
358 5338333833733 3226488 3 3838338 553 35
28 — 8 3 2 82822 — — 83 — — — —2 * — c 2 —
253 25 2* * 8*8 23
— ⏑ 3 —353338 23353
— — ——2 : * 7 8 —
28 333332533 23 2583 3 *53353 —233 —e
353 25. 23 * . X 2: * 28.8 2 2 283 2 ————— *85
—3 — —— 3 ——333 3—2 83 7883
— — 28 32 * — 5.8 *23 —— 52 *
5333823* — —— 27 **2 — F — 255*
A 2 — 52 2 2. 5 — 5 253 8 528 8*85 38 5823*
3— 6 378 554 272 3255 —22 —* 222
—* * ** — * 2 8 —5—
3 3 33 33 3
2 —3 32 2. 2
253* 8 — 55—8BBSA BIS 8 8 * 2 2.3. 0 *5 8
55 »— 2 — — *2525 ——2* 58 *53 — 22 25 52. 2.5
— 2 2* S*** 323 8* —28 77 — E 8 — 8 *8* 3 7 —— —
— — —* EIX 5 222 — —6
J 528 2328 5z5—5 338 3322 8532* *233 33*6 *
53553 53 3 53 *38 48* A 2. 53377 — *5353 8 —A
8 25 222 2 83.3 53355 *23 322S.3 3 8* 233. 353 3232.22
2355 —553 —*—853535 3233 2 * 2* 5 —2503 53
8 —— 5 — 25 8 27226— 2 8 58 2 532
2 * 5255.5 523 33 — — 2553 25 83 323 2*
22 — — *?83 3 8 3. S 2 — 857 2322
3258 52 55838* 3533 — 55. 5833
— teä * 9 28 —— 8 —
* 5* —348 8 52 2. 8 2 — — 73
23338 328 2 2332 2z22z —55. à* 3 55352 333553 753 35523
2558 55 * *35 25 —— 8 c 33— * 2*
5
— 538
—— 2 2
533. 2332
2 8 5
5332 8388
72 8 35 583 24.
98 ———
83 8 — — —528
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3 * A — —— 522*3 223 *33
3 38 8333228 853358 53323 553
23533 5333 A —
— . 2.28 — * 2 553585 J ð S Z — ——— 223
8 5333 — —A * 2737 ꝛ 8
5 2529338 — ———— 8 36 5. *8
28 z32 —— 2 8 *253 23 2 5 *—5
————— —— — — 6 8* 3327 538353 — 53. 2
— 338 —V 3 * 27 — 2525 — ⁊ 22* 2532*
F * a 25 — 28 35
64 J 3383337 R223 332 335*838353 3838 523
*31 327 35 332335 3 23355 * 3 3. 23 3
8 3238 8 33 535 7
— 28* 37* — 527537 *2 * * —X e 8 2 3 —A—
— 32 2 2. 335 2 * 2*34 3. 22 2 22 —A 2
* —2 35 2 2*73 A— * 6 —2 22 — — 2 * 23
25358 2 — 8 —XR ——— 22 2* 7133 — 23 —
5538375 2 3338323395 22 5* 22* * 2* —2 2 J — c
2 8 3. 2** 33. —*8 5* * * S2 — — 8
2 3 25 238333 * 5 88 —— S* 2 — * — ——— * 8.
58 52 23535 22 —— — 232 5. 52238 85 2553 *
*2 —A 258 22333 23 35 S *255338 8 58 3 8
— — 5383 3*583 —A — * 28383 3 55757
8 35 3B. 2583 * 2 32382 — 3 — * 2 — *2
a 2.2 S 2 25355 3 ——* —M 2 * 2. 32 8* 557 —* *
5385 —— 53 —— S⁊* — 285 228 3382
3 2 b 23. 32 3 — * S. * 2 — — *
2 — — 23355 * — 3 58 —e2* *88 *
*2 6G 2 2 8 * * — *52
I83 5335585 5388 5865 55 3883
* — 58 5 22 — * — — 23*
— 2* 2 * — — ⁊ 22 — 3 38 28 3 *
&amp; * 23 — Sc —2 —3 2 3. 232*5
35 5 A—
2835 3 XZ2 — 3. —3
—— 58 8358 3
n 332 323 22
* 2 3 7
55353

2*
22 53123
35352 ——
2.2 G 3333 —2 —
2723 *53383 —28 22
5 23338 3 23 22
*5* S85 5385377— 235
g . I8. — 332857 *8
—A 3 1238* 552—3835* co 5 2238 * **
383385 S 58 5 836 3. 7
5333 3*233857 —— 53
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— — * — — 23533 9 — 3 3 53
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— 73 I — *32 35355 333
2 8 J * 7
5338 3 — 38 T3 3378 3 —
— 2* F —— 3312 23
—332757 — 38 37 22
* 2 v *8 *8 * *
287. I 82 83* 25 ——
— 22 525 5385 575* 153— 1
78835 — 55 25 —— * 238 15336
— 53 —— 2*38* 3325 5288
—X — 183 233833 2.
3358535 »5 53 2523 535338 322
*383262 5 22e28 332333 852
2 —8* —— 2
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332. T57* J — 2 2. 58 538 5
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53 7 —3 23358 *2* 33285
28— 2. * 23 * 32 2353332
— 9 S.5 533 — 3235. 22*—
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3 233.5 355 —
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——— 2 33 —7 33 2 3 53 28 3 558
53 83.* —* * 5222 8 — 3 3332233 228
853 .83. 25S8* 3282 3. 5 2 8
387 —36825 z*8333383
3 53. 8 2cz3..136 2. 353— 33323
35333 33388383 g83838235
33335.533833 5355 8 DZ8 3 — 3 —8 2352 52.
— —— 552835*33 53838
5* 80852 ——S—— ä 58858 2 ——
3— — 88 2 — * 22* *37 335 8 237
3 E —— 3345 S* 2* 222 — 8
* — * 5312 2 3 23 — 5* 3. 5 *
5 S 83 33
*8 — — .* 533353. * 28 — 33. *
53383 — 2 —— 5 8* 537 7 8
223 533 838538 — 332* D * 32 8
8818 Svo 2 8 —5 Os 8 38 23 3 35 5853
25 3 33333 232.328 2 ü838 6332328
53 32383388 J 1335283 2 F
*
253333833 3533333 7 332 —
8* 2.8 1222 —A 2 2 32* 3. 2 58 255 22
ã87 333338—3283
3 * * 582 2
—— 37353335
25 23.8 * 533533 3330503
3 33
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7 3 3 3 F 53 3. 333 2
2 3 2* E * —
— —— 72. 7⁊ 535722

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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlcheint woͤchentlich viermalr Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaͤrtß
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
M 40.

Donnerstag, den 10. März
1881.

Deutsches Reich.

Jedes der beiden bayerischen Armeecorps hat im nächsten
Spätsommer innerhalb der für die Divisionsübungen bestimmten
Zeit ein Mannöver des versammelten Armeecorps gegen einen mar⸗
uͤrten oder supponirten Feind, sowie einige Feldmanöver der Divi⸗
fionen gegen einander vorzunehmen. Saͤmmtliche Truppen sollen
hot dem 28. September wieder in ihre Garnisonen einrücken. Zur
Verstärkung der an den größeren Uebungen theilnehmenden Truppen
sind die erforderlichen Mannschaften des Beurlaubtenstandes einzu⸗
berufen, so z. B. beim 1. Armeecorps 2230, beim 2. Armeecorps
2040 Mann Infanterie.

Die baherische Abgeordnetenlammer nahm den Gesetzent⸗
wurf uber die Wahlreform in der General⸗ und Specialdebatte mit
147 gegen 1 Stimme (Kopp, von der Rechten) an.

Gegenstand eines Gesetzentwurfs sollen (Nachrichten aus Berlin
zufolge) werden: Abänderungen der Gewerbeordnung in Bezug auf
den Hausirhandel, die Wanderlager und Auktionen derselben; zur
Zeit ͤt aber noch nicht abzusehen, ob derselbe dem Reichstage noch
in dieser Session vorgelegt wird.

Im Bundesrath gelangten zur Annahme nach den Aus—
schußanträgen das Arbeiter⸗Unfallversicherungsgesetz, das Innungs⸗
gesetz und die Wehrsteuervorlage.

Im Reichskag begann am Dienstag die Debatte über den
Vorschlag der Reichsregierung, daß der Haushalt des Reichs künftig
immet auf 2 Jahre (statt, wie jetzt, auf 1 Jahr) festgestellt und
daß die Reichstagsmitglieder auf 4 Jahre (etzt auf 3 Jahre) ge⸗
wahlt werden souen. Lasker und v. Bennigsen sprachen sich ent⸗
schieden gegen, der konservative Abg. v. Marschall sowie Abg. Stumm
aber für den Vorschlag aus, von welchem der Minister v. Bötticher
ausdrucklich sagte, eine politische Bedeutung habe er nicht, wohl
aber seien die Bundesregierungen durch die Erfahrungen der letzten
Jahre in der Ueberzeugung bestärkt worden, daß die beantragte
Einrichtung nothwendig sei, um dem Mißstand aus dem Weg zu
gehen, daß Landtage und der Reichstag gleichzeitig tagen müssen;
die Rechte des Reichstags schmälern zu wollen, liege den Regier⸗
ungen fern.

Wie die „National⸗-Feitung“ mittheilt, hat der Bischof von
Mejgz gleich dem Bischof von Straßburg, der päpstlichen Anord⸗
nung entsprechend, das Kirchengebet für den Kaiser und die kaiser⸗
liche Familie vorgeschrieben.

Ausland.

England soll unter gewissen Einschränkungen die Unab.
hangigleit Transvaals respeltiren wollen. Diese Nachricht wird
falls degründet, in ganz Europa eine lebhafte Befriedigung hervor⸗
rufen. Dieselbe ist freilich recht unklar, es kann darunter sehr viel
und sehr wenig verstanden sein, eine Stellung ähnlich derjenigen
der australischen Kolonieen (d. h. vollste Selbstverwaltung innerhalb
des englischen Kolonialverbandes), oder auch ein Verhältniß wie
das frühere Serbiens, das gegenwärtige Bulgariens zur Türkei
(d. h. vollkommenste staatliche Unabhängigkeit und bloß dem Namen
nach bestehende Unterordnung unter einen fremden Souverän). Da
dii Boeren selbst sich zur Annahme der britischen Schutzherrschaft
dereit erklärt haben, so ist wohl an die gänzliche, uneingeschränkte
Unabhängigkeit kaum zu denken.

Aus Südrußland kommt die Nachricht von Hungersnoth un⸗
ter den deutschen Wolgakolonisten. Speziell im Gou⸗
dernement Saratow leben 250,000 Deutsche, namentlich Würt⸗
temberger. Mehrere Mißernten haben das Volk in jene traurige
Lage gebracht. Aber wie eine Zuschrift auseinandersetzt, in Deutsch⸗
land hat man zwar Tausende für die Bekehrung irgend eines
Hottentottenknaben übrig; um die Kirche, den Glauben und die
ristenz Hunderttausender von Stammes- und Konfessionsgenossen
n Auslande kümmert sich bei uns Niemand. Es ist nicht fremd⸗
landisch genug.

auf bis jetzt unerklärliche Weise Feuer ausgebrochen. Die
Mannschafien retteten soviel wie möglich ihre Habseligkeiten, allein
hon dem Mobiliar und den in den Montirungskammern und den
Werkstätten der Sattler, Schneider, Schuster, Büchsenmacher ꝛc.
ich befindenden Gegenständen, und Kleidungsstücken, Schuhen,
Zliefeln, Leder und Lederwaaren, Waffenröcken, Sätiel ꝛc. konnie
uichts gerettet werden, und soll der Schaden ein sehr beträchtlicher
ein. Das Gebaude selbst wird wohl bis auf den Grund ab⸗
jebraunt sein, da das viele Holzk des in Fachwerk aufgeführten Ge⸗
zäudes dem Feuer Vorschub leistete, die Mannschaften werden des⸗
jalb in der Stadt einquartirt werden müssen. —

Das pfälzische Lehrerwaisenstift hatte pro
1880 eine Gesammteinnahme von 31045 M. eine Gesammtausgabe
von 30172 M. und einen Vermögensstand von 62,666 Mark.

4 In den Einlauf unserer Abgeordnetenkammer gelangte eine
Petition von dem Distriktsrath des Kantons Waldmohr, die
Beiziehung des Bergwerksbetriebes zur Gewerbsteuer, sowie die
Besteuerung der pfälzischen Eisenbahnen betreffend.

4 (Wie der Bauer um sein' Sach kommt.) In dem Dörf⸗
hen Falkenstein bei Winnweiler braucht ein Bauersmann
dringend Geld. Er ist kränklich, hat deßhalb seine Aecker auf 9
Jahre für den jährlichen Pachtzins von M. 122,50 vermiethet,
oslte demnach für 9 Jahre M. 1102,50 erhalten. Da kommt er
auf die glückliche Idee, seinen Pachtzins zu verhandeln. Der stets
gefällige Handelsmann ist bereit, das Geschäft zu machen unter
der Bedingung, daß er sich für Zins incl. Provision im ersten
Jahre 13 PCt., für die folgenden 8 Jahre 7 pCt. abziehen darf.
der Bauer geht auf den Vorschlag ein und bekommt für die
102,50 baare M. 508 ausbezahlt. Dabei klagt man über hohe
Z„teuern. (Pf. V.)

7 Aus Wald see schreibt man der „Pf. Ztg.“; Der hie—
ige Gemeinderath hat den Beschluß gefaßt, etwa 30 der ärmsten
Familien auf Gemeindekosten nach Amerika zu befördern.

4 Ein Hauptgewinn der Lüudwigshafener Kirchenbau—
otterie von 12,000 M. ist dem Gerbermeister Holzemer in Ge⸗
münden (Unterfranken) zugefallen. Nach der „Fr. Ztg.“ wurde
her Haupttreffer von einem Dienstknecht in Seckenheim bei Mann—
heim gewonnen, während der glückliche Gewinner eines Treffers
don 6000 M. ein Landmann in Freudenheim bei Mannheim ist.

F In Speyer hat am Samstag Abend eine Versammlung
bon 250 bis 800 Handwerkern Statt gefunden, welche sich gegen
die Gewerbefreiheit und für Zwangsinnungen erklärte. Nur etwa
15 Anwesende machten den Vorbehalt, daß sich durch freie Inn—
ungen mit korporativen Rechten Dasselbe erreichen ließe.

Von der Strafkammer zu Saarbrücken wurde ein 60
Jahre alter Taglöhner aus Ormesheim wegen Jagddiebstahls und
Widerstandsleistung gegen den ihn festnehmenden Gendarmen zu
einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Es ist dies derselbe, der im
Januar abhin auf dem Wege nach Saarbrücken erwischt wurde,
als er in einem Sacke ein Reh trug, das er mittelst Schlingen in
den Waldungen der HH. Gebr. Krämer gefangen hatte.

Wie wenig der Pfälzer Heimath und Landsleute vergißt,
heweisst wieder der Umstand, daß sich in Frankfurt a. M.
neuerlich ein landsmannschaftlicher Verein „Pfälzer Club“ gebildet
jat, der den löblichen Zwec verfolgt, in seinen Mitgliedern durch
jfteres Zusammensein das Andenken an die Heimath wach zu halten,
owie nothleidenden Landsleuten in Frankfurt eine Unterstützung zu
‚ewähren. Als Motto wählte sich der Verein das alte Stoßgebet
ines jeden Pfälzers: „Fröhlich Pfalz, Gott erhalts!“ Dem löb—
ichen Vorhaben und edlen Zweck ein herzliches Glück auaͤftft

In Caub am Rhein scheinen die seit längerer Zeit zum
Stillsiande gekommenen Erdrutschungen wieder beginnen zu wolln.
Am unteren Theile der Siadt hat sich eine Fläche von ca. 40,000
Quadratfuß in Bewegung gesetzt, in Folge dessen einzelne Häuser⸗
gruppen gegen den Rhein zu vorgerückt sind.

Die Lehrkurse zu Wuͤrzburg und Erlangen für pfälzische
hebammen werden am 15. Jul wieder beginnen. Gesuche um
Zulassung zu demselben sind bis zum 15. April l. J. bei den kgl.
dezirkzamtern einzureichen.

X
Vermischtes.
* Vorgestern ist in der neuen Kaserne in dem von den
—T Schleswig⸗ Holst. Dra⸗
goner⸗Regimentis Nr. 18 belegten Wohnhaus zu St. Av olnd

8
        <pb n="148" />
        In München wurde in der Nacht vom 4. März eine
standaloöse Büberei an der wohl jedem Fremden, der die Stadt
besucht hat, bekannten Reiterstaiue König Ludwigs J. in der Lud—
wigsstraße verübt. Das Gesicht des Fürsten nämlich, sowie sein
Hals und die rechte Hand, welche den Szepter hält, ferner das
Fesicht des Pagen auf der linken Seite zeigten sich schon von fern
zinnoberroth angesttichen. Ueberdies hatte der Page zur rechten
Seite des Fürsten im Arm den zurückgelassenen Farbentopf. Wer
der Thäter war, dürfte nur schwer zu eruiren sein. Mit einer
Leiter kann bei der Nähe zweier Schildwachen, zumal die Nacht
mondhell war, kaum manipulirt worden sein; folglich mußte der
Betreffende ein guter Turner sein, um hinaufklettern zu köͤnnen.

Folgendes Rekrutenstückchen wird auus München berichtet:
Den jungen Soldaten der dortigen Garnison wird beim theoretischen
Unterricht u. A. anbefohlen, daß vor den zwei Generälen M. und
D., welche direkt vorgesetzt sind, bei Abgabe des militärischen
Grußes auch Front zu machen sei. Nun begegnet dieser Tage ein
biederer Sohn des Gebirgs, der in der Uniform zum ersten Mal den
Anblick der Hauptstadt genoß, dem General M. auf der Straße,
machte seine Honneurs und ging vorüber. Der General rief ihm
zu: „Wissen Sie nicht, was Sie zu thun haben?“ Der Rekrut
kehrte um, trat dicht zu dem General und fragte: „Seid's ös eppa
der General D.?“ — „Nein, der bin ich nicht.“ — „Nacha seid's
der M.“ Sprach's, machte mit halber Wendung seitwärts Front
und legte die Hand an die Hosennaht.

FUeber eine wichtige medicinische Erfindung wird aus Besr⸗
kin berichtet. Es hätte darnach ein Dr. Zacharias nach jahre⸗
langen Versuchen eine Methode ausfindig gemacht, durch welche
auf medicamentärem Wege alle Stein-, Gries- etc. Bildungen im
Körper gelost und nach außen fortgeschaft würden. Dadurch wür⸗
den die bekannten und ungemein gefährlichen Steinoperationen
überflüssig.

— Ver Bundesrath hat, entgegen vielfach geäußerten Erwart⸗
ungen, beschlossen, daß die neue Ausgabe der „Pharmacopoea
germanica“ (Deutsches Arzneibuch) in lateinischer Sprache abzu—
fassen sei. Bayern, Sachsen, Württemberg, Hessen, Sachsen-Wei—
mar, Coburg⸗Gotha, beide Reuß waren für Abfassung in deutscher
Sprache.

4Berliner Witz. Am Brandenburger Thor war für
die Einzugsfeierlichteiten u. a. die Inschrift angebracht: „Juste et
lementer.“ Ein Dienstmann bemerkte dabei: „Juste heeßt Se,
det wußte ick; aber ick jlobte doch, Er hieße Willem.“

Die Pariser Fabrikanten für Damen- und Kinderbekleidung
haben gewaltige Furcht vor der deutssheenn Concurrenz,
bie ihnen in dieser Branche besonders von Berlin aus gemacht wird.
In der That macht Deutschland in dieser Beziehung recht erfreuliche
Fortschritie, die hoffentlich zum Aerger der Pariser noch mehr und
mehr zunehmen. Warum soll denn das deutsche Geld fort und
fori in's Ausland wandern; die heimische Industrie verdient vor
Allem Unterstützung. Möchte man sich deßhalb in den betreffenden

dreisen immer mehr von jener Ansicht emancipiren, daß nur Das—
enige, was von Paris kommt, wirklich gut sei!

F In Beuthen (berschlesien) ergreift die städtische Be—
hörde energische Maßnahmen' gegen Trunkenbolde. Der Oberbür—
zermeister Küper zu Beuthen bezeichnet in der „Beuthener Zeitung“
unter Namensnennung 10 Personen (darunter zwei weibliche) als
Trunkenbolde und knuüpft an diese Namensliste folgende Warnung:
„Gaste und Schankwirthen ist es nach 8 4 der Verordnung der
igl. Regierung vom 27. November 18857. (Amtsblatt Seite 349)
verboten, diesen Personen geistige Getränke irgend welcher Art zu
derabreichen oder auch nur ihnen den Aufenthalt in den Gaststuben
zu gestatten. Wer vorstehender Anordnung zuwiderhaudelt, hat
Heldstrafe bis zu 30 M. und evbentuell auch Entziehung der Con—
ressiin zu gewärtigen.“ Unter den 8 als Trunkenbolde bezeich-
neten Männer sind vier — Schneider; neben einem der letzteren
ist seine Ehefrau auf dieser Liste verzeichnet!

F Die öͤster reich ische und die Ungarische Regierung
inigten sich, die Einfuhr von amerikanischem Schweinefleisch und
Speck zu verbieten.

Aus Ungarn. In Tapio⸗Szele fand am 26. Febr.
ein Ball der Gewerbegenossenschaft statt. Zu diesem war auch die
Tochter des Wirthes, ein achtzehnjähriges Mädchen aus Szegled,
wo sie in Diensten stand, augelangt. Das Mädchen tanzte bis
Mitternacht in bester Laune, dann ging sie in den Hof hinab, lieh
sich vom Kutscher einen Strick, ging auf den Boden und erhängte
sich. In einem an ihren Vater zurückgelassen Schreiben sagt sie:
„Weil meine Geschwister auch nur achtzehn Jahre alt geworden
sind, will ich auch nicht länger leben.“ Zwei Brüder des Mäd—
chens waren nämlich auf dieselße Weise Selbstmörder geworden.

Die Anzahl der in GCasamicciola (Insel Ifchia) bis
zum 7. ds. aufgefundenen Todten beträgt 102, die der Berwun—
deten 83, von welchen 37 schwer verletzt sind. Der eingestürzten
häuser sind es 300. . Die Ursache des Unglüds liegt nach Ansicht
des Geologen Palmieri in Bodensenkungen, hervorgerufen durch die
Arbeit der Thermen (warmen OQuellen); sie sind rein örtlich (also
kein Erdbeben).

Aus London, 7. März kommt die Nachricht, daß der
Hamburger Dampfer Sultan, mit über 100 deutschen Auswanderern
an Bord, am Freitag Abend auf dem Humberfluß von einem un—
bekannten Dampfer angerannt wurde, worauf der erstere zu sinken
begann. Die meisten Auswanderer retteten sich auf einem benach⸗
barten Schlammbagger; ob Alle gerettet sind, konnte bei der
herrschenden Verwirrung nicht ermittelt werden.

F (Eigenthümliches Zusammentreffen von Daten.) Am 16.
Februar starb in Dors heim die Wittwe M. Schömehl; dieselbe
war geboren am 16. Febrnar 1807, wurde getraut am 16. Februar
1835, gab ihrem ersten Sohne das Leben am 16. Febraur 1836.
und ihr Todestag war der 16. Februar 1881.
Fur die Redaction —5, x. 75 ßz. J
Vorschuss-Verein St. Ingbert

Versteigerung
der
Marktbudenplätze
in St. Johann.

Wohuhans
einstöckig, ganz neu er—⸗
baut, bestehend aus 7
Zimmern, Küche, ge—⸗
wölbten Keller ꝛe., nebsi
einem dabei gelegenen
Grundstücke, geeignet zu
z3 Bauplätzen, aus freier
Hand zu verkaufen.

Nãäheres bei

J. A. Eckrich
Goschettamann.

seingetragene Genossenschast.)
Die Mitglieder werden hiermit zu der am
Montag, 14. Marz 1881, Abends 8 Uhr.
inn „ödeß 2un Posbe
atattfindenden
General-versammlung
eingeladen.
Tages⸗Ordnung:
Vorlage des Geschaftsberichts pro 1880 Decbharge—
ortheilung.
Fostsetzung der Dividende und Vertheilung des Restrein-
gewinnes.
DI. Ausloosung und Wabl dreéier Ausschusswitglieder 8 24.
IV. Wahl der Prüfungscommission der nächsten 2 Bilanzen.
ST. INGBERT, den 20. Pebruar 1881.
Der Vervwvualtungsratii des Vorschuss-Vereins
oing. CGon. Bt. Ingbort. —
EHhrDAFASI. OChuM,. Vorsitrender.

Am Montag, den 14.
ds. Mis. Nachmittags 1
Uhr püunktlich an Ort und Stelle
werden die Budenplätze für
die Jahrmärkte des 15. März
und des 28. Juni d. Is. öffent⸗
lich versteigert werden.

St. Johann a/S.,8. März 1881.
Der Bürgermeister
Falkenhagen.

Alle Sorten Kleesamen,
Saathafer,

Saatwicken,
Saatgerste
bei M. Thiery.
Vohnhaus

Wohnungen.

Der untere Stock meines
Hauses an der Haupt-Straße,
hestehend aus drei großen Zim⸗
mern, Küche, Speicherkammer,
Speicher, Keller, Stallungen mit
Scheuer, Waschküche ꝛc.; ferner
zwei Zimmer im oberen Stochk
ind auf längere Zeit zu ver—
wieen sof

l Hoffmenu.
echuungen sharbielei
in allen Größen, mit blau bst an * ein
Nd lher Liniatur wer. von Pfr. Rütter AS fs.
den billigst angefertigt bei nimmt Carl Custer dahier
Fex. Demetz. entgegen.

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Druck und Verlaavon F. XF. Demes in St. Inabert.

bestehend aus 53 Fimmern,
Qüche, gewölbtem Keller
ec., Hof gering, Garten vor dem
Haus aus freier Hand zu ver—
kaufen.
F. A. Eckrich,
Geschäftsmann.

Der vntere Stock nebst
Garten in meinem Hause
in der Oberstadt ist zu vermie⸗
then und kann bis zum ersten
April bezogen werden.
Bernhard Augufi.
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        —2—2 22 2

8 —8 *8

2 8 822 2

— 587 82

23335s5—633 23535 —5 —83322
55—33 55 Sm5538* —— 8* .92 22

58 35 c — ——— 535,83 55 2

8 —— 38 3555— —— 855538 J 3353
8222* — 5. 225 * 53327 535 B8 —28 *

—— ——— — 5 — —— * — 25 53 * 80* *
2533725353382 5333 338538 8 *35 *5 57 J
z557 — 7838.7 55 3337—
* ——A 2525 82* 2 8 — — 5253532 ;338 2

* * — — * — —335 — * 5 23232 8
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5*8 8 — 22 — R 255 * — 2 5 — J

2E 2 2 2—285232 * 2 — *5 525 —22244 —58 8
z 737 372 55353 —3853 ——— — —A

ẽ 3— 2 —2* * 8 25— 5355
—— 552 22288S 5 — — 2 2z32* 3 5 —
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55. 358 55*8528 5 S S7— — 5—1288 X58

555*35 s3 5 2 8 —8 —2* 58 5
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55528 — 23336388 352—7
2 2 2* — ———— — ——522 38 8 388 —8—12* 8 5*
— 3*— 32 —— * — 52 53 * 25* 3838 5*388
—— 3535835
— 3 8 53 555* sW — 25 2 * 53 582
— — 255 —2 —555*3 5 5 8 2 * * 38 8
282 2 z285833 235325 33— ———— S3* ——
3235 —5328— 8 252 —— 8 —5 * 8 28
—338357

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        <pb n="150" />
        2323332
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33 83—2—2 28 52.3 2 582 23272.8
2233 278322333— 3523 35. —30—33 * B5BSIF
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55 153383253 3 35 55— 22233—33338
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55 3233. 33333538 523333——883833 323337
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        Hl. Ingberler AAnzeiger.
er Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

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—

Samstag, den 12. März
1881.

Deutsches Reich.

Ueber die Sitzung der bayerischen Abgeordnetenkammer
om 8. März, in welcher der Gesetzentwurf über die Wahlreform
r Annahme gelangte, schreibt ein Korrespondent des „Pf. K.“:
die heutige Sihung der Abgeordnetenkammer war eine hoch bedeut⸗
me, nicht blos um deswillen, weil in ihr die durch 11 Jahre
ndurchgeschleppten Verhandlungen über die Reform unseres Land⸗
agswahlgesetzes endlich zu einem, zwar nicht großen, immerhin aber
och anerkennenswerthen Ergebniß geführt haben, auf welches man
or noch nicht langer Zeit kaum mehr zu hoffen wagte; sondern
uch um deßwillen, weil dieses Ergebniß gewissermaßen als das
este greifbare Symptom gelten kann, daß der eben so lang oder
igentlich noch etwas länger dauernde Kampf der „Patrioten“ gegen
ie Regierung abgeschlossen ist. In der heutigen Sitzung haben
ir aus dem Munde der Abgg. Rittler und Jorg die sozusagen
stzielle Auseinandersetzung zwischen der kleinen Anzahl der
Fetremen“, welche jenen Kampf fortsetzen wollen, und dem Gros
t Patrioten“, weiches die prinzipielle Opposition aufgibt, ver⸗
ominen. Mit Recht betonte Abg. Jörg, daß diese prinzipielle
ppofltion, welche die „Patrioten“ eine Zeit lang durchzuführen
ersuchten, mit der sie aber bekanntlich kein Glück hatten, nur dazu
ente/ eine bedauerliche Erbitterung zwischen der Rechten und der
inten der Kammer zu erzeugen, durch welche derselben die Mög—
chkeit furchtbarer Arbeit vielfach beeinträchtigt wurde. Seien wir
vh, daß die große Mehrzahl der „Patrioten“ endlich zu der Ein⸗
chi gekommen ist, es konne auf diesem Weg ohne den größten
-chaden für das Land nicht mehr fortgehen. Der Linken wird
amit speziell noch ein Stein vom Herzen genommen; sie war
nurch die prinzipielle Opposition der Rechten gar manchmal in die
zwangslage gebracht worden, dem Ministerium, auch wo es ihr
igentuͤch nicht darum zu thun war, sekundiren zu müssen, um nur
acht den gemeinsamen Gegner triumphiren zu lassen. Sie wird
ünftig ihr Ermessen freier walten lassen können.

Berlin, 8. März. Der Reichskanzler ist thatsächlich un—
zäßlich und erkültet und wird auch morgen dem Reichstag fern
leiben. Die Unterhaltung bei einem heute von dem Reichskanzler
eranstalteten parlamentarischen Diner war ganz unpolitisch.

x Eine neue Aeußerung des Grafen Mol tke über die Noth⸗
dendigkeit der Kriege. Aus Paris wird gemeldet, daß die dorti⸗
igen Blätter ein Schreiben des Grafen Moltke an den in Nizza
cbenden Russen Gobarow, Komitémitglied des Vereins für Reform
ind Kodifikation des internationalen Rechts, veröffentlichen. Der
Feldmarschall halt in diesem Schreiben die in dem bekannten Briefe
n den Geh. Rath Bluntschli bereits ausgesprochenen Ansichten über
ie Nothwendigkeit und Ünvermeidlichkeit der Kriege vollkommen
iufrecht. Der Krieg — so führt Graf Moltke aus — sei ein ge—
vochtes, ja oft das einzige Mittel, das Wohl, die Unabhängigkeit
ind die Ehre eines Landes zu sichern. Der Fortschritt der Kultur
zune die Unwendung, dieses Mittels seltener, aber wohl nie ganz
nibehrlich machen. Das Leben der Völker sei, wie das der ein⸗
elnen Menichen, ein immerwährender Kampf. Ein von den Par—⸗
amenten gewählter internationaler Gerichtshof würde auch nicht
nehr ausrichten, als die Weisheit der Kabinete; Kabinetskriege seien
hhnehin in unserem Jahrhundert ausgeschlossen. Heutzutage drohe
deit mehr Gefahr von den Völkern selbst und von deren Leiden⸗
haften; Aufgabe der Regierungen sei es, diese Leidenschaften zu
uͤgeln und auf diese Weise leichtfertige Kriege zu vermeiden. Von
olcher Kriegslust sei die deutsche Nanion gluͤcklicherweise frei; die
heschichte unseres Jahrhunderts lehre, daß Deutschland niemals aus
rivolen Gründen den Krieg erklärt habe. Nachdem es seine Ein—
jeit erkämpft, habe es seinen Zwecd erreicht; es habe kein Bedürf—
iß nach neuen Kriegsabenteuern, wenn es auch immer zur Ver⸗
heidigung bereit stehen werde. Graf Moltke schließt mit dem
Wunsche, daß Deutschland nie in die Nothwendigkeit versetzt werden
adge, von dieser Kriegsbereitschaft Gebrauch zu machen.

Wyrenher Verkaͤuuf der Hawaii⸗Inseln an
Deutschland.) In der zu Singapore erscheinenden „The
Ztraits Times“ vom 31. Januar findet die „Fr. Ztg.“ nach—

lehende Notiz: „Ein Agent des Koͤnigs Kalakana befindet sich

rugenblicklich in Berlin, um mit der deutschen Regierung die Be⸗
— FF
st eine bekannte Thatsache, daß Deutschlaud vor allen Dingen
dolonien zu erhalten wünscht. Es hat mit Samoa und auch mit
Zawaii einen Vertrag, seinen Handel mit jenen Inseln blüht und
eine Burger werden von den Behörden der Inseln mit Gunst be⸗
andelt. Fürst Bismarck soll lebhaft wünschen, den vorgeschlagenen
handel abzuschließen und er wird darin sicher von der Hofpartei,
in deren Spihe (1) Prinz Heinrich, der zukünftige Oberbefehls—
aber der deuischen Flotte steht, unterstützt werden. Widerstand
vird wahrscheiniich von den deutschen Liberalen kommen und von
zen rivalisikenden Nationen, insbesondere von den Verei—
igten Staaten, welche ebenfalls Verträge mit den Inseln abge⸗
Hlossen haben und deren Bürger dort sehr zahlreich sind.“ Die
Fr. Zig.“ bemerkt dazu: Wir geben die Notiz so, wie wir sie in
‚em genannten Blatte finden, meinen aber, wenn die Sache auf
Wahcheit beruht, so sollten wir darüber doch eher von Berlin als
jon Singapore her unterrichtet werden.

Ausland.

Laut einer Wiener Depesche des „Temps“ beantragt Deuisch-
and bei der Pforte, an Griechenland Kreta statt Epirus abzuge⸗
en. Dieser Vorschkag wird jetzt von den Mächten berathen.
Wenn die Verhandlungen zum Ziele führen, so werden die
Mächte durch einen internationalen Alt die Beschlüsse der Verliner
Fonferenz aufheben.

Paris, 8. März. Das „Journal offiziel“ publizirt das
Dekret, welches die Emission einer Milliarde 8-proc. amortisirbarer
fente zum Cours von 83,25 auf den 17. März festsetzt. Es
ollen dadurch die von der Kammer bewilligten Mittel für große
Bauten ꝛc. beschafft werden.

Paris, 8. März. Der Kriegsminister wird, der „K. Z.“
ufolge, bereits in nächster Zeit die Rundreise durch die Befestig—
ingen des östlichen Frankreichs antreten. Es handelt sich jetzt zu⸗
nörderst um die Schleifung einer Anzahl von Forts um Mezieres
ind um den Bau verschiedener Forts um Charleville, da aus
x5harlebille ein verschanztes Lager zum Schutz der Maas gemacht
verden soll. Charleville liegt im Arrondissement Mezidres am
inken Ufer der Maas und ist eine Stadt von 12,000 Einwohnern.

Dublin, 9. März. Zwei weitere Mitglieder der Landliga
vurden verhaftet, darunter ist der Hauptorganisator der Liga
Nichael Boylon, welcher Namens der amerikanischen Republik gegen
ie Verhaftung protestirte.

Nach der , Nordd. Allg. Ztg.“ schweben in Konstantino⸗
pel Verhandlungen, um den Levantischen Handel, der seinen Weg
iach Rußland über die Ostseehäfen nimmt, von diesem Wege ab—
ulenken und den südrussischen Eisenbahnen zuzuführen.

Die Nachrichten über die orientalische Frage lauten in
zen letzten Tagen ungünstig. Die sechs Botschafter in Konstan⸗
inopel sollen nicht einmal unter fich einig sein über das, was sie
ordern wollen. Die türkischen Staatsmänner sollen drei verschie—
zene Grenzlinien ausgearbeitet haben, zwischen denen Sultan Abdul
Zamid schwankt. Die Türken suchen nach gewohnter Weise Zeit
u gewinnen und die Ernennung zweier besonderer Kommissare für
die Grenzangelegenheit wird in diesem Sinne gedeutet.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 9. März. In heutiger Schöffengerichts-
itzung wurden verurtheilt: Ein Bursche von Obermohr und ein
Mann von Spiesen, beide wegen Hausirens ohne Legimationsschein
ind Besteuerungsnachweis, jeder zu 18 Mk. Geldstrafe; ein Frauen⸗
immer von Rohrbach, wegen Beleidigung angeklagt, wurde als
nicht genügend überführt, freigesprochen und ein Mann von Hecken⸗
zalheim wegen Diensibeleidigüung unter Annahme mildernder Um⸗—
tände zu 5 Mtk. Geldstrafe.

Dem von dem Vorschußvereine Zweibrücken ausge⸗
jebenen Geschaͤftsberichte pro 1880 entnehmen wir, daß dieser
Ferein am 1. Januar 341 Mitglieder zählte (7 traten im Laufe
es vorigen Jahres aus, der Zugang betrug 11). Der Gesammi⸗
imnschlag pro 1880 betrug M. 9,348.497. 84 (gegen 8,919.,991. 31
        <pb n="152" />
        im Jahre 1879). Der Reingewinn beträgt, nach Abzug der M.
7812. 18 betragenden Unkosten, M. 19,521. 083. Der Reservefonds
heträgt M. 17,070. 53; der Delkredere⸗ Conto M. 36,000.

F Auch in Alsenz hat man einen Bergruisch zu verzeichnen.
In einer der letzten Nächte rutschte der fest ans Ort angrenzende
Hammelsberg und drüdte die Seitenwand einer Scheune ein. Ein
Weiterrutschen dieses Berges steht bevor und bedroht eine ganze
Hauferfroni, die an diesen Berg grenzt.

4 Eine Anzahl Aktien der „Aktienbrauerei Kaiser s lau⸗
bern“ wurde durch einmaliges Inserat zum Verkaufe ausgeboten.
An dem ersten Tage schon waren sämmtliche Objekte zu guten
Preisen abgesetzt. Es ist dies, sagt die „K. Z.“, ein Zeichen, daß
diese Papiere wieder recht beliebt sind und genanntes Unternehmen
biel zu thun hat.

In Waldsee haben sich für die Auswanderung nach
Amerika auf Kosten der dortigen Gemeindekasse bereits 19 Familien
mit 74 Kindern und 8 erwachsenen ledigen Personen angemeldet.
Anter den 19 Familien befindet sich eine Wittwe. Die Gesammt⸗
zahl der Angemeldeten beträgt 119 Personen.

Aus Speyer meldet die „Speierer Ztg.“: „Die hier

erscheinenden llerikal-konservativen Blätter möchten auf Grund der
jamstäglichen Zwangsinnungsversammlung gerne glauben machen,
daß der ganze Gewerbestand Speiers mit Sack und
pack in das freiheitsfeindliche Lager übergegangen sei. Dem ge—
genüber ist einfach zu konstatiren, daß die von dem hiesigen Ge—
verbeverein am 24. Februar in Umlauf gesetzte Liste zur Samm⸗
lung von Unterschriften für die Gewerbefreiheit am 26. Fe—
bruar, Abends 6 Uhr, mit 176 Unterschriften von nur Ge⸗
werbetreibenden versehen war. Die Liste konnte nicht
länger zirkuliren, da sie am 27. Februar von den hiesigen Dele—
girien dem Vororte überbracht werden mußte.“ Dagegen berichtet
die „Pfälzer Ztg.“ „Die Petition der hiesigen Handwerker und
Bewerbetreibenden um Abschaffung der Gewerbefrei—
heit und Einführung von Zwangsinnungen ist,
mit 312 Unterschriften bedeckt, an ihren Bestimmungsort abge—
angen.“
Eine Gesellschaft englischer Kapitalisten trägt sich mit dem
Plan, einige pfälzische Städte (Landau, Speier, Ludwigshafen.,
Frankenthal) sowie Mannheim und Worms mit gutem Trink—
wasser zu versorgen, das denselben mittelst großartiger Leitung
zus einer starken Quelle im Tunnel bei Münchweiler,
Kanton Pirmasens, zugeführt werden soll. Angeregt wurde die
Sache von Hrn. Ingenieur Adolph Lindemann, dem Erbauer der
Pirmasenser Wasserleitung.

FSaarbrücken, 7. März. (Der Fahnenring des 29.
Infanterieregiments.) Wie die „Saarbr. Ztg.“ meldet, ist kürzlich
im Spichernwalde vom Kommunalförster Herrn Weißmüller der
Fahnenring des 8. Bataillons des niederrheinischen Füsilierregiments
Rr. 39 aufgefunden worden, welches bei dem von ihm so tapfer
aröffneten Siurm auf die Spicherer Höhen so schwere Verluste er—
litt. Der Ring, von dem Finder dem hiesigen Bürgermeisteramt
abgeliefert, wird an das Regiment zurückgelangen.

4 Als Ursache des Kasernbraindes in St. Avold wird

Brandstiftung vermuthet, was allerdings nicht unwahrscheinlich ist,
da das Feuer an mehreren Stellen zugleich hervorbrach und in
kurzer Zeit das ganze Dach in Flammen stand. Der Schaden
läßt sich jetzt noch nicht genau angeben, bemißt sich aber nach
Hunderttausenden.
7 Nach neuester Anordnung der hessischen Ludwigs—
bahn müssen nunmehr für alle Kinder über 8 Jahre zur Eisen—
dahnfahrt Billete gelöst werden. Hat ein Kind kein Billet, so soll
eine Strafe von 6 Mark angesetzt werden.

4Einen Eisenbahn⸗-Unfall recht eigenthümlicher Art, der sich
am Sonnabend auf der Main⸗Weserbahn zugetragen hat, berichtet
die „Hess. Morgenzeitung“. Als der nach 4 Uhr in Kassel
abgehende durchgehende Tagesschnellzug Berlin-Frankfurt auf Station
Kirchhain anlangte, entstieg einem Wagen 2. Klasse ein Offizier
mit dem Bemerken, daß er keinesfalls in dem verlassenen Wagen,
der über alle Gebühr heftig hin- und herschaukele und nicht zum
Aushalten stoße und rumpele, weiter fahren werde, man möge ihm
ein anderes Coupé anweisen. Das Fahrpersonal bedauerte, kein
anderes Coupo disponibel zu haben, und war über die Ausstellungen
des Passagiers sehr verwundert, dieser jedoch beharrte energisch auf
seinem Verlangen — und da entdeckte man denn, daß der (zum
Blück auf drei Axen laufende Wagen) ein Rad verloren hatte, das
auf irgend eine Weise defect geworden war, ohne daß dieses bis
dahin das Fahrpersonal oder die Aufsichtsbeamten bemerkt hatten,
da der betreffende Wagen auf 5 Rädern noch leidlich im Zug
nitgelaufen war. Die Gefahr, in der der Schnellzug geschwebt
hatie, war übrigens größer gewesen, als man zuerst nachdem man
ie glüdlich üaerstanden, angenommen, indem auf einer Strecke von
ö Kilometern das andere Rad sämmiliche Bolzen, Schrauben ꝛc.
an den Schienen geschädigt und gelockert hatte, von der Stelle an,
wo das Rad defect geworden war.

F Dieser Tage ereignete sich in Mestz folgender lustige Vor.
all. Aus dem Fenster des zweiten Stockes eines Hauses daselbft
vinkte eine Frau ängstlich einem vorübergehenden Polizeibeamten
ind rief ihm zu, er möchte doch an der Hausthüre stehen bleiben.
kaum hatte der Schutzmann diesem Wunsche entsprochen, als die
Frau bestürzt und die Hände ringend unten ankam mit den Wor.
en: Gott sei Dank, jetzt bin ich gerettet; mein Mann hat einen
Nordversuch gegen mich begangen!“ Der angeklagte Ehemann kam
einer Ehehalfte alsbald nachgestürzt, erklärte mit großer Ruhe
»eren Aussage als der Wahrheit gemäß und zog gleichzeitig den
Revolver aus der Tasche. Der Schrecken über diese Kaltblüligkeit
nachte jedoch schnell großer Heiterkeit Platz, als dieses Mordin
trument sich bei näherer Besichtigung als eine Cervdelatwurst er—
vies, welche genau die Form eines Revolvers hatte und von der
Ferne aus auch als ein solcher erscheinen mußte. Vollständig aus—
jesohnt folgte die Frau lachend ihrem Manne zurück in die Wohnung.

F München, 9. März. Der Abgeordnete Domkapitulat
Dr. Anton Schmid ist heute Morgen um 1 Uhr gestorben.

F Das „Attentat“ auf die Ludwigsstatue. Wie man schreibt,
st man den Thätern der an der Münchener König Ludwigsstatu⸗
erübten Büberei auf der Spur; es sollen drei Polytechniker sein—
Dder von ihnen im Arm des Pagen zurückgelassene Farbentopf
vurde, wie es heißt, ihr Verräther, da man durch ihn die Käuferin
er rothen Farbe, ein kleines Mädchen, ermittelte. Sie werden
hren Thorenstreich theuer zu büßen haben.

F Weiteste Verbreitung verdient eine an die „Tribüne“ ge—
ichtete Zuschrift, welche für die Schadloshaltung unschuldig Ver—
irtheilter eintritt. Ein gewisser Lembach aus Göltingen wurde
im 22. Juni 1878 wegen Majestätsbeleidigung zu 30 Jahren
vefängniß verurtheilt. Heute, nachdem der Unglückliche langer als
wei Jahre in der Gefangenschaft gelitten hat, stellt sich heraus,
haß er auf das falsche Zengniß zweier Personen hin veruͤrtheili
vorden ist. Der eine dieser Zeugen war vorbestraft, der andere
aß wegen Brandstiftung im Zuchthause. Dies ist, wenn wir nicht
rren, der fünfte oder sechste Fall, in welchem nachträglich entdeät
vurde, daß aus gemeiner Rachsucht abgelegte falsche Zeugnisse in
ener Periode schweres Unglück über Unschuldige gebracht haben
Kürzlich ist in Essen ein ganz ähnlicher Fall vorgekommen.) Jetzt
vo man damit umgeht, der Gesellschaft die Verpflichtung zuzuer
ennen, den ohne Schuld im Fabrikbetrieb beschädigten Ärbeiter
hadlos zu halten, scheint der Gedanke sehr nahe liegend, daß man
ich due des ohne Schuld durch Richterspruch so schwer Getroffenen
annehme.

Hamburg, 6. März. (Falschmünzer.) In diesen
Tagen hat unsere Polizei durch die Verhaftung zweier Falschmünzer
inen prächtigen Fang gemachi. In letzter Zeit machten in unsern
einsten Restaurants ein Herr von Sierra, spanischer Grande, und
in Herr Baron von Worneck, dessen Güter feiner Versicherung
jemäß in Schlesien liegen, durch ganz fabelhafte Ausgaben ein ge⸗
wisses Aufsehen. Da die beiden Herren im Ganzen auch noble
Manieren zur Schau trugen, gelang es ihnen bald, mit Herren
der hiesigen Aristokratie Umgang zu pflegen, ja selbst in der Ge—
ellschaft eine gewisse Rolle zu spielen. Verschiedene Wahrnehm⸗
ingen machten jedoch die Polizei aufmerksam und schließlich wuͤrde
)aussuchung gehalten. Das Resultat war ein überraschendes: man
and in dem Zimmer des angeblichen Barons von Sierra, der
ohne alle Papiere betroffen wurde, nicht allein eine große Menge
pöchst werthvoller Schmucksachen, sondern vor Allem eine große
Unzahl von Apparaten zur Herstellung von Münzen, einen vor⸗
üglich gebauten Schmelzofen und eine Menge der erforderlichen
ohen Metalle. Bisher leugnet sowohl Baron don Siera als auch
Zaron von Worneck. Der 'letztere kam übrigens vor kaum einem
Jahre hier mittellos an und hat innerhalb dieser Zeit so viel Geld
jemacht, daß er nach Genf übersiedeln wollte, wo er den Kauf
ines größeren Besitzthums beabsichtigte. Man vermuthet, daß—
Zierra ein Glied der großen spanischen Fälscherbande ist, welch⸗
üngst zum großen Theil eingesperri wurde.

Eine Anzahl Notabilitäten von Berlin und andern Orter
erlassen einen Aufruf zu Gunsten von Geldsammlungen für die
Boeren, um ihnen die Wohlthaten geordneter militärischer Sani⸗
ätseinrichtungen zu verschaffen. Fließen die Gaben reichlich, so
sollen deutsche Aerzte und Krankenpfleger nach Transvaal gesandt
werden. Auch die demnächst vermuthlich bevotstehende Beendigung
des Krieges macht diese Maßregel nicht überflüssig, da die Boeren

vohl noch längere Zeii von den Folgen des Krieges zu leiden haben
verden. — Sendungen sind an Herrn Konsul C. Gärtner, Pots⸗
damerstraße 86 4, Berlin, zu adressiren.

fUngeheure Heiterkeit herrschte am Montag Vor—
mittag in dem Audienzzimmer des Einzelrichters auf dem Molken⸗
narkte in Berlin, welche selbst den Richter, den Amtsanwali
ind den Gerichtsschreiber mit ergriff. Mit noch 19 Schichsalsge⸗
iossen wurde ein kleiner, schwächlicher, noch nicht 20jähriger Mensch
em Einzelrichter vorgeführt, der wie die übrigen Arrestaͤnten beim
Betteln atrappirt worden war. Es entspann sich mit ihm nun
        <pb n="153" />
        olgendes Verhör: Richter: Thierbändiger Wittleb, geboren

n Königsberg i. Pr. — 19 Jahr alt! Angeklagter (mit

ünner Stimme)!: Hier! Richter: Was bändigen Sie denn

ür Thiere? Angeklagter (ich stolz aufrichtend: Löwen!

— Die übrigen Pennbrüder brechen bei dieser Auskunft in große

heiterkeit aus, der sich, wie gesagt, auch der Richter, der Anwalt

ind der Gerichtsschreiber nicht erwehren können. — „Der Sper⸗
ing,“ schallt es aus den Reihen seiner Schicksalsgenossen heraus,

„der kann ja keenen Hund vom Badofen iocken!“ — „Der hat

uiff'n Windmühlenberg Mäuse gefangen! Mühsam stellt der Rich⸗

er die Ordnung wieder her und fährt dann in seinem Inquisi—
orium fort: „Sie sehen mir gar nicht aus, als ob Sie schon
inen Löwen gebändigt hätten. Wo haben Sie denn welche ge—
bändigt?“ Angeklagter: „Bei Batty in der Hasenhaide!“

— Erneute stürmische Heiterkeit, Rufe aus den Reihen der Bettler:

Der hat ja keene Löwen, der hat ja blos Affen!“ — Richter:

Ruhe, oder ich lasse die ganze Gesellschaft abführen.“ Zu dem

Angeklagten: „Sie haben am Sonniag gebeitelt. Ist dos rich—

a22“ Angeklagter: „Ja, ich hatte Durst!“ Richter:

scheint mir auch so, denn aus dem Einlieferungsschein geht
daß Sie bei einem Destillateur gebettelt haben. — Dder
t beantragt fünf Tage Haft, da der „Löwenbändiger“ schon

il drei Tage wegen Bettelns abgemacht hat. — Als man die

Schicksalsgenossen nach der Detentionszelle zurückführle, in der

ienem Tage 131 Mann zusammengepfercht waren, erschallte es

ihren Reihen: „Platz da! Hier kommt der Löwenbändiger

»er beißt!“ — Das Amüsement war am Montag auf dem

kenmarkt ein ungeheures.

. Reichsgerichts-Entscheidung. Die Einrei—

Ang einer Klage bei Gericht, welche als Klageanmeldung nach
en Bestimmungen des Preußischen Allgemeinen Landrechts eine
Interbrechung der Verjährung des eingeklagten Anspruchs bewirkt,
at nach einem Erkenntniß des Reichsgerichis, V. Civilsenats, vom
). Februar 1881 seit dem Inkrafttreten der deutschen Civilprozeß-
xdnung nicht mehr diese Wirkung. Vielmehr wird eine Unter—
rechung der Verjährung seit dem Bestehen der neuen Civilprozeß⸗
dnung nur durch Zustellung der Klage an den Beklagten herbei—
eführt.

Gie zweite Magenresektion.) Frau Johanna Schön⸗—
te in, bei welcher Professor Billroth am 28. vor. Mis. seine
weite Magenresektion ausgeführt hat, ist gestern am achten Tage
nach der Operation, gegen Abend, an Enikraͤftung gestorben. Diese
Todesursache wurde an der Leiche konstatirt, denn der Krebs war
radikal entfernt worden. Die ganz außergewöhnliche bedeutende
krweiterung und Senkung des Magens nach unten ließ keine Pas—
age der Nährungsmittel nach dem Darm hin zu und so steigerte
ich wegen Mangels an genügender Ernährung der Kräfteverfall.

FParis, 4. März. Die Panama-Kanal-Gesellschaft hielt
jestern im Winterzirkus wieder eine Generalversammlung. Ferdinand
.. Lesseps erwähnte in seiner Berichterstattung gelegentlich der That⸗
ache, daß sich unter den Aktionären der Gefeüschaft nicht weniger
ils 16,000 Frauenspersonen befänden. Bei dem, wie man wäß,
ußerordentlich entwickelten Ahnungsvermögen des weiblichen Ge—
hlechtes, sagte Herr v. Lesseps scherzhaft, sei diese Theilnahme der
este Beweis für die große Zukunft des Unternehmens.

F In Paris wurde das „Magazin au printemps durch
jeuer zerstört. Dasselbe griff so rasch um sich, daß der Geschäfts
inhaber mit Familie und seine Leute kaum Zeit hatten das Leben
retten. Mehrere Personen wurden bei dem Brande verletzt.
)er Schaden, der zum Theil durch Versicherung gedeckt ist, wird
uf 15 Millionen Francs geschätzt. Waaren im Werthe von 2
rillionen waren erst tags vorher eingetroffen und nicht versichert.
„er „Printemps“ war das Pariser Haus für neue Modeartikel,
»elches mit dem Auslande, besonders mit Deutschland, mehr Ge—
häfte machte, als jede andere Pariser Firma.

7 Ein Bettel-Virtuos. Ein Beitler wandert die
oulevards in Paris auf und ab, einen Pudel hinter sich her—
ehend und in wehmüthigem Tone vor sich hin singend: , Für
nen armen Blinden — haben Sie die Güte!....“ NB.
er Blinde war der Hund!

F. In Avignon (rankreich) läßt sich gegenwärtig in einer
ingspielhalle eine Sängerin hören, die schon aus dem Grunde
el Zuspruch hat, weil sie einen Namen trägt, dem in Frankreich
vute eine so große Bedeutung innewohnt. Die Tingel⸗Tangel—
ängerin heißt nämlich Mademoiselle Gambetta. Der Departe—
ntspräfekt hat nun die Dame ersucht, sie möge doch aus Rücksicht

den französischen Kammerpräsidenten gefälligst einen anderen
amen annehmen. Die Dame soll aber erwidert haben, daß, wenn
err Gambetta sich dieser Namensgleichheit schame, er doch gefälligst
ost seinen Ramen ändern möge. „Gaulois“ will übrigens wifsen,
ß die Tingel⸗-Tangel-Sängerin von Avignon sogar mit Gambetta
rwandt sei, und behauptet, der Großoheim des französischen Kam—
rpruͤsidenten sei der Großvater jener Dame gewesen.

*In Casamiccionfa (Insel Ischias bat ein zweiter

Erdstoß alle Häuser, welche durch den ersten beschädigt, aber noch
nicht eingestürzt waren, vollends zum Einsturz gebracht. Es sind
zis jetzt 140 Todte und 177 Verwundete aufgefunden.
* Im August v. J. wurde der Paulinermönch Adryan Nycz
n Czenstochanu in seiner Zelle verbrannt aufgefunden. Man
iahm an, daß er seinen Tod durch eigene Unvorsichugkeit verschuldet
sabe. Jetzt hat ein junger Mann vor Gericht ausgesagt, daß er
n Gemeinschaft mit noch sechs anderen Altersgenossen den Pater
erdrosselt, beraubt, dann mit Petroleum begossen und angezuͤndet
abe. Gewissensbisse hätten ihn zu dieser Selbstanklage getrieben.
die sechs Komplicen sind ebenfalls geständig.
F An der englischen Ostküste sollen während des letzten
Sturmes nicht weniger als 200 Menschen ihren Tod gefunden haden.

xF Einer der letzten Ueberlebenden der Schlacht bei Waterloo
1815), der englische General Butther, ein Mann von 82
Jahren, ist das Opfer eines schrecklichen Unfalles geworden. Der
Beneral war am Mittwoch Morgen 'vor 6 Uhr aufgestanden und
jatte eine Kerze an seiner Nachtlampe angezündet. Seine Hand
aitterte, die Flamme der Kerze streifte den Betivorhang, der alsbald
jeuer fing. Der General stieg in das Bett, um den Brand zu
oschen, aber das Feuer ergriff die Bettiücher, die Decke und bald
»arauf die Moͤbel, während er selbst an Händen und Füßen Brand—
vunden davon trug. Auf seine Hilferufe eilte man herbei und
onnte nach einiger Zeit des Feuers Herr werden; aber der General
tarb einige Stunden darauf in Folge der Verletzungen, die er er—
itten hatte. In der Schlacht von Waterloo haute General Buttler
die Fahne seines Regiments getragen.

F In mehreren Orten der asiatischen Türkei ist die
Best ausgebrochen.

Wohl der alteste Baum der Erde wurde kürzlich in der Umgegend
Sßan Francisco's wegen Altersschwäche umgehauen. Der
Zaum hatte eine merkwürdige Lebenskrafi bewiesen, da die Alters⸗
inge eine Lebensdauer von 4840 Jahren berechnen lassen. In der
döhlung des Stammes konnten sich bequem 300 (2) Personen
ewegen.

T.In Cincinnati starb am 8. Februar Rechtsanwalt
Jakob Wolf, ein Pfäl zer. Geboren am 8. Januar 1827
n Friedelsheim bei Dürkheim, kam er, wie der „Pf.
Holksztg.“ berichtet wird, im Alter von 14 Jahren nach Amerika.
Anfangs Kaufmann, studirte er später die Rechtswissenschaften und
zestand im Jahre 1845 vor dem Supreme-Gericht in Columbus
ein glänzendes Examen. Herr Wolf nahm regen Antheil am
ffentlichen Leben, und im Jahre 1867 wurde er von der repu⸗
zlikanischen Partei zum Repräsentanten in die Legislatur erwählt.

F. Ein Antrag auf Einführung der Prügelstrafe ist soeben in
»er Gesetzgebung des Staates OhTo in Nordamerika eingebracht
vorden. Nach dem Wortlaute follen Männer, die wegen Miß⸗
Jjandlung ihrer Frau verurtheilt werden, 25 wohlgezählte, wuch⸗
ige Peitschenhiebe auf den nackten Rücken erhalten.“Der Antrag
ürfte indessen abgelebhnt werden.
Maro Aberichte.

Zweibrücken, 10. Marz. (xFruchimittelpreis und Viktualienmarlt.)
PVeizen — M. — Pf., Korn 10 M. 81 Pf., Gerste zweireihige s M. 44 Pf.
ierreihige O M. — Pf., Spelz d M. Pf. Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mijschtrucht — M. — Pfo Hafer 6 M. 86 Pf.
ẽrbsen — M. — Pf., Widen 6 M. 79 Pf., Kartoffeln 1. M. 80 pf.
deu 2 M, 85 Pf., Stroh 83 M. O6 Pf., Weißbrod Ii, Kilogr. 37 Pf,
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf. Gemischibrodes Kilogr. 87 Pf. paar Weck 1006
Ir. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 86 Pf. II. Qual. do pf. Kulbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butler 2/3 Kiloqr. 1I M. — pPf.
Wein 1 Liter 80 Pf. Vier J Liter 24 Pf.

Homburg, 9. März. (Fruchtmitteipreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 51 Pf. Korn 10 M. 28 pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz7 M.
7. Pfi. Gerste Meihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf., Hafer
M. 38 Pf., Mischfrucht 10 M. 86 Pf., ErbsenMm. Pf., Wicken
d M. — Pf., Bohnen dO M. — ppf.AQleesamen — Me. — Pf., Korn⸗
zrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod'6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
530 Pf., Butter J Pfund 1 M. — Pf. Karioffeln per Ztr. 1 M. 80pf.

Kaiserslautern, 8. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 05 pf., Korn 10 R. 586 pf. Spetztern 10 M. 92 Pf., Spelz
J M. 80 Pf., Gerste 8 M. 98 Pf., Hafer 7 Rdos Pf., Erbsen 10 M.
Bi Widen 7 M. v8 Pf. Linsen 14 M. — Pf, Kleesamen 18 M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pibd.40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg.

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Filr die Redaction verantwortlich: F. X. Demen. —
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ertheilung.
V. PFestsetzuug der Dividende und Vortheilung des Restren-
gewinnes.
III. Ausloosung und Wanhl dreier Ausschussmitglieder *
iF. Wali der Prüfungscommission der nächsten 2 Bin

8ꝑ. INGBERT, den 20. Februar 1881.

Der Verudltunngsroutia des Porschuss-Vereint

eing. Gon. S8t. Ingbort.

EhrhArt IOochum, Vorsitrender.
Anler dem Protekiorale vr. Maj. des königs Fudwig
Bayrische Landes-Industrie- Gewer

und Kunst-Ausstellung
in Nüũürnberg 1883.
Bekanntmachung.

Mit dem 15. d. M. lauft der vom Landeskomite fesigefetzte Anmeln
termin ab. In Folge der bereits zahlreich eingegangenen Anmeldungen
eine Verlangerung dieses Termins auf keinen Fall zulässig.

Eine Ausnahme hievon findet statt:

1. sur Anmeldungen für Gruppe XII.: „Bildende Kunst un
graphische Fünste“ soweit letztere die Werke der Radirung, de
Kupferstichs und des Holzschnitts detreffen. Für diese Anmeldungen
derden in den naͤchsten Tagen befondere Bestimmungen ausgegeben
Fur Anmeldungen für Gruppe XVII.: „Gartenbau, soweit der
selbe zur Verschönerung des Ausstellungsplatzes ausgestellt werde⸗
lann.“ In Bezug auf diese Anmeldungen wird im Laufe des Mo
nals Mas ein besonderes Programm vervifenilicht.

Nürnberg, 4. März 1881.

Zer Direktor des Bayrischen Gewerbemuseums
Stegmann
M. Rosenmüller's
JIJ 1—
WMitgabe
für das ganze Leben
beim Ausgange aus der Smn Eintritt in das bürgeru
eben
am Tage der Confirmation der Jugend geheiligt.
24. Aussage.
mit Widmungsblatt und vielen Stahlslichen.
Preis eleg. gebunden 4 Mk.

Dies nun schon in 24. Auflage vorliegende und als geeignetste Festga
für Confirmanden und Confirmandinnen seit Langem eingeführte und wer
verbreitele ausgezeichnete Buch hat gegenwärtig eine prachtvolle neue Aut
stattung erfahren. Ueber den Inhali desselben heißt es im Vorworte selbft
Wer den Wunsch so vieler Ellern und Lehrer kennt, ihren Kiudern un
Zoͤglingen beim Eintritt in das bürgerliche Leben ein Buch in die Hände
geben, durch dessen fortwährenden Gebrauch der in früheren Jahren genosser
Religionsunterricht dem Geiste und Herzen stets gegenwärtig erhalten, imm⸗
tiefer begründet und auf das praktijche Leben angewendet werde, wirde
Derausgabe dieser Schrift gerechtfertigt finden. Die meisten schon vorhand⸗
nen und zum Theil trefflichen Arbeiten dieser Art waren Junglingen un
Jungfrauen aus den höheren Sianden geweiht. Hier findet man gesa.
vaßs Alle, weß Standes sie auch seien und welche Erziehung sie gehabt
cn monen, brousben und was von Allen verstanden werden kann u. d.

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sialisten F. C. Bauer in, Wertheim
am Main bezeuge ich mit Vergnü—
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mit dem besten Erfolge angewendet
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Sonntag, den 13. März 1881.

Deutsches Reich.

Gerüchtweise wird aus München gemeldet, daß der Kriegs⸗
mir?er datauf beharrt, sein diesjähriges Budget noch durch die
.Westehende Kammer berathen zu iassen, und zwar entweder
— D0—— im Juni nochmals statt⸗

ewlende Einberufung der Abgeordneten. Das Mandat derselben
Aijcht mit dem 15. Juli. Das Gerücht gewinnt dadurch an

ein.ijcheinlichkeit, daß die betreffenden Geniedirektionen schon vor

20 gen Wochen strengste Weisung erhalten haben sollen, in kür—

au Aer Zeit Kostenvoranschläge und Pläne für Erbauung zweier

aus xnen in Bayreuth und Amberg für zwei aus der Pfalz zurück⸗

F hnde Bataillone anzufertigen. Das Militaäͤrbudget soll auch ein

Mo nzit von einigen hunderttausend Mark ausweisen. Angenehme

icht!

»nn vDie Ausarbeitung einer Verordnung über die Einführung eines
Eisenbahnrathes im jenseitigen Bahern, wurde vom König
genehmigt.

In den Ausschuüssen des Bundesraths hat man die Be⸗
calhung des Gesetzes üͤber die Bestrafung der Trunksucht nahezu
heeudet. Der Eniwurf wird trotz der von einzelnen Seiten ange—
regten Bedenken ziemlich unverändert im Bundesrath angenommen
werden. Damit durfte denn die Reihe der Vorlagen für den
Reichsstag im Wesentlichen abgeschlossen sein.

Das Wehrfteuergesetz ist, wie schon erwähnt im Bundes—
rath angenommen worden, und zwar mit einer Zusatzbestimmung,
wonach der aus der Wehrsteuer der Reichskasse zufließende Ertrag
den Buͤndesstaaten nach dem Matrikularfuße überwiesen werden soll.

WBom Reichstag wurde der Antrag Stumm auf Ueber⸗
weisung der Vorlage betreffs Einführung zweijähriger Etatsperioden
in eine Kommission mit 127 gegen 111 Stimmen angenommen.

Es wird nach der „Voss. Zig.“ beabsichtigt, den Reichstag
m Mai aufzulösen. Die Neuwahlen fallen dann in den Juli und
s liegt dabei die Berechnung zu Grunde, daß das die ungünstigste
Zeit für die liberalen Parteien sei. — Bei dem letzten parlamen⸗
arischen Diner erklärte Bismarck, daß er auf das Zustandekommen
des Ünfallversicherungs-Gesetzes noch in dieser Session das aller⸗
zrößte Gewicht lege.

Die wuͤrtembergische Abgeordnetenkammer hat nach kurzer
Debatte den Antrag ihrer Finanzkommission, die Regierung zu er⸗
uuchen, sie möge im Bundesrath auf Einführung des Tabakmonopols
—V0

Ausland.

Die Unannehmlichkeit eines kriegerischen Conflikts zwischen
den Engländern und den Aschanti's scheint beseitigt, nach—
hem der König der Aschanti's hat erklären lassen, sein Abgesandter
habe seine Befugnisse überschritten. Der König bemerkte, er sei
ein Freund der Engländer und denke nicht daran, ihnen den Krieg
zu erklären. (Da wird es den Engländern wieder etwas leichter zu
Muthe werden.)

4 Die „S. Pr.“ brachte die Mittheilung von einer bevor⸗
stehenden Convertirung des 4/2 procentigen Anlehens der pfäl⸗
zischen Eisenbahnen in ein 4procentiges. Wie der „Pf. K.“ nun
demerkt, ist die Sache zwar angeregt, aber bisher kein Bescheid
der Regierung darüber ergangen.

p'In Reckarau Waden) hat sich dieser Tage ein gräß⸗

liches Unglück zugetragen. Eine dortige Wittwe hat die Gewohn⸗
heit, mit einem 14 Jahre alten Nachbarskinde mit einem unge⸗
adenen Gewehr zu spielen, welches von ihrem Manne her in ihrem
Besitze war. Vor einiger Zeit hatte die Frau das Gewehr verliehen
und es geladen zurück erhalten, von welchem Umstand ihr indeß
nichts bektannt war. Es setzte nun die Frau ein Zundhütchen auf
das Gewehr und drückte es, in der Meinung, es sei nicht geladen,
los und ver Schuß fuhr dem Kinde durch Kinn und Hals, so: daß
sofort dessen Tod eingetreten ist.

4ꝓ Aufsehen erregte jüngst ein in Offen burg Gaden)
verhandelter Schwurgerichtsfall, in welchem ein 17jähriges Mäd—
chen, Sophie Ernst, eine 74jährige Verwandte, deren Pflege sie zu
rühren hatte, aus Unlust an dem gebundenen Leben erschlug. Wegen
hrer Jugend erhielt die Mörderin nur eine Strafe von 14 Jahren
Zuchthaus.

4In Hessen hat das Ministerium in einem Zirkular an
ämmiliche Bürgermeistereien des Landes anempfohlen, mit Tanzer⸗
aubnißscheinen sehr sparsam zu sein, und namentlich nicht zu dulden,
daß junge Leute unter 17 Jahren auf den Tanzboden erscheinen.

uIn Würzburg humpelte dieser Tage, auf eine Krücke
gestützt, in hohem Grade Mitleid erregend ein Mann in einer gut
»esuchten Wirihschaft herum, mit klaͤglichen Worten eine Gabe
Jeischend und erhielt reiche Spenden. Ein Gast, der sonst sich ge⸗
rade nicht gern buͤckt, war sogar so gutherzig ihm ein Geldstück vom
Voden aufzuheben. Als der Bettler die Thür hinter sich hatte,
nahm er die Krücke auf die Schulter und ging laut lachend, eiligen
Z„chrittes davon.

In verschiedenen Gegenden Deutschlands haben in
Folge des anhaltenden Regenwetters Ueberschwemmungen stattge⸗
umden. — Aus Ungarn werden mehrfache Dammbrüche in Folge
Zochwassers, sowie der Einsturz einer Eisenbahnbrücke der Südbahn
gemeldet.

4Eine interessante Kopulation fand vor einigen Tagen vor
inem Siandesbeamten in Berlin statt. Die Herren Wilhelm
ind Max W., Zwillingsbrüder, heiratheten die Damen Anna und
Martha H., Zwillingsschwestern und nebenbei Kousinen ihrer Gat⸗
en. Die Aehnlichkeit der Paare ist eine so auffallende, daß im
Vorzimmer des Standesbeamten für einen Augenblick die unrichtige
Zraud an den Arm des unrichtigen Bräutigams kam. Erhöht
vird die außerordentliche Aehnlichkeit noch dadurch, daß die beiden
HZraute von Kindheit an ganz gleich gekleidet gingen; nur den
aächsten Bekannten war es möglich, die Personen von einander
zu unterscheiden. Max W. geht mit'der Gattin nach außerhalb,
d daß weitere Verwechslungen vorläufig vermieden werden.

F Unter den Schiffen, welche dieser Tage in Folge der heftigen
Ztürme an der schottischen Küste gescheitert sind, befindet sich auch
je VBremer Bark „Friedrich Pethes“. Zehn Mann von der
Besatzung sind ertrunken.

(Mittel gegen Zahnschmerzen.) Dr. Spörer hat nach
Wiener med. Bl“ gegen Zahnschmerzen das folgende Verfahren
rprobt: Man nimmt 3 bis 4 Kornchen (circa 5 Centigr.) Chloral⸗
yydrat, wickelt diese in ein kleines Tröpfchen Watte (nur um die
dörnchen beisammenzuhalten), legt diesen Tampon mit seinem In⸗
jalte in die Höhlung des kariösen Zahnes und läßt ihn da liegen,
bis das Chloralhydrat aufgelößt ist, wo dann auch jedesmal nach
wenigen Minuten der heftige Zahnschmerz komplet geschwunden war.

4 Eine umfangreiche Persönlichkeit. Vergangenen Montag
präsentirte sich im Bahnhofe von Orleans ein Reisender von
phänomenaler Korpulenz und nahm ein Billet dritter Klasse nach
hordeaux. Als es sich darum handelte einzusteigen, stellte sich die
Unmöglichkeit heraus, die Fettmasse in den Waggon zu bringen.
der Maun ist erst 22 Jahre alt, wiegt 210 Kilogramm und hat
inen Umfang von 3 Metern. Der Stationschef sah sich ge—

Vermischtes.

St. Ingbert. Der hiefige Vorschuß-Verein zählte am
Schlusse des Vorjahres 485 Mitglieder, 57 mehr als 1879. Dem
Rechenschaftsberichte pro 1880 entnehmen wir, daß der Verein im
letzten Geschäftsjahre einen Gesammtumschlag von 7,617,183 M.
hatte, und einen Reingewinn von 14,907 M. erzielte. Aus dem
Reingewinne sollen nach dem Vorschlage des Verwaltungsrathes zur
Vertheilung kommen: 7 96 Dividende auf hierzu berechtigte Stamm⸗
antheile im Betrage von 9808 M., ein Beitrag zum deutschen und
ofälzischen Verband mit 120 M., 10 0 Abschreibung auf Mobilien
mit 32 M., Stipendien an Fortbildungsschüler mit 50 M., 1761M.
zum Delcrederefond und 3120 M. zum Reservefond, wodurch dieser
die Höhe von 24,000 M. erreicht. Die Verwaltungskosten betrugen
im verflossenen Jahre 6480 M. Die Stammantheile beliefen sich
auf 163,415 M. Der Reservefond stand am Schlusse des Ge⸗
schaͤftszahres auf 20,880 M., der Delerederefond auf 5799 M.
däs Spärkassen⸗Conto betrug 315,877 M.

* Die Verwesung der prot. Pfarrei St. Ingbert wurde
bom 11. März ab dem ständigen Vikare Herrn Olto März in
FInsheim übertragen.
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        zwungen, den umfangreichen Reisenden in einem Bagagewagen
unterzubringen. —

Persischeq Weltausgstellung. In einem am 5. Februar
unter Porsih des Schah's von Persien abgehaltenen Ministerrathe
wurde beschlossen, im Monate März 1883 eine Weltausstellung in
Teheran abzuhalten.

x Ein ganzes Dorf verbrannt. Pierrefitte, das schönste
und reichste Dorf im Departement Coröze ist von den Flammen
zollständig zerstört worden. In weniger als einer Stunde hatte
das verheerende Element Häuser, Scheunen und Stallungen, kurz
alles, was nieth⸗ und nagelfest war, vernichtet. —

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme .

0 0 —V — * *
Gesldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 136.000 Geldgewinne. Meist hzohe Treffer. Sortlaufende Rummern
Keine Serienziehung.
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibencken.
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Joh.eFriedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ju gbert. —
7* F— 2.Georg Wellner, Be⸗ TDer untere Stock nebst
Licitation. DoracWe —— e D Garten in meinem Hause
Montag den 28. März 8. Johann; Welluer, Berg in der Oberstadt ist zu vermie—
nchsihin Nachmitlags 2. Ahr mann; hen und kann bis zum ersten
zu St. Ingbert in der Wirthte 4. Magdalena. Wellner, ge April bezogen werden.
schaft. der Wittwe Poller im owerblose Ehefrau von Jo⸗ Bernhard August
Josephsthale, hann Busch, Bergmann Bestellungen auf das
werden· durch den. unterzeich ⸗ IV. Barbara Wellner/ Obstbaubüchlein
neten,— hiezu— gerichtlich beauf; ninderjährige, Tochter zweitet ——
ragten: Amtsverweser des kgl. ẽhe des genannt Verlebten, von Pfr⸗ —— dge
Nolars Franz Sauer in St. pelche ihre genannte Mutter uimmt. Carl Custer dahier
Ingbert, die nachstehend we Maria Steinseld zur — entgegen.
benen theils zum persönlichen vormünderin und den Johann 8
Rachlasse des zu St. 3— Morlo, Sandgießer zum Bei— Geschäfts-Verlegung.
verlebten Bergmannes Christoph vormunde hat. 2 ⸗ äft befindet sich
Wellner, theils zur Güterge⸗ Alle deu Ingbert wohnhaft. bon — 8 — * e eee
meinschaft ¶zwischen demselben Die Ehemanner Uhl und Busch Zause. — GEG., Grewenig,
und dessen hinterbliebenen Wwe. der ehelichen Ermächtigung und Sattler und Tapezier.
e eeee Bütergemeinschaft wegen per⸗ Der Geflugelzucht⸗Verein Reustadt a.
gehörigen Liegenschaften der Ab⸗ önlich betheiligt. ü *
theilung wegen vffentlich an die eeee ss Der GeflügelzuchtVerein eissu :b
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oersteigert, nämlich: Amtsverweser. aum 20., 2. und 22. Mürz d. J3. seint
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en een im Jo⸗ des guiten Sitzens d in den Räumen des Saalbaues.
ephsthale neben Heinrich errenhemden Anmeldungen sind bis zum 10. März d. J. an den
—— 448, 6 4 10 in e Stoffen: Sekretär unseres Vereins, Herrn C. Stoewer- Weinhändler,
5 n Zhel 2 Knabenhemden, u richten, von welchem die Anmeldebogen zu beziehen sind.
De er — hen ne⸗ unterhosen, Vezüglich des Verkaufs der Loose beliebe man sich an Herrn
e ee ue.. uaub. Beringer- Wansmann, zu richten, von wo aus die Vro⸗
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80 vs Acker in der Drei⸗ eager 8 en sie s Die zur Ausstellung angemeldeten Thiere müssen spätestens
die Nr. 991, 19 2 40 bden gerne franco zur Verfügung. am Morgen des 19. März unter der Adresse „Ausstellungs⸗
—S —8 F Comité Saalbau Neuitadt a. Haardt““ franco ein⸗
D ehemiadchen ehhtihiensindt, im Januat 18831
4 Neustadt, im Januar J
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Weg (2. Antheil) ganze
Fläche 1436 qm.
Eigenthümer sind:
Die Wittwe zweiter Ehe, die
stinder und Erben erster und
zweiter. Ehe des genannt ver—
lebten Christophh Welluer,
nämlich:
I.. Maria Steinfeld, ohne
Gewerbe, Wittwe zweiter Ehe
des Verlebten;
II. Anna Wellner, gewerb⸗
lose Ehefrau von Johann Uhl,
Bergmann; Ehefrau Uhl, ein⸗
ziges Kind. des Verlebten aus
dessen ersten Ehe mit Katharina
Leonhard;
Ul Die großjährigen Kinder
zweiter Ehe des Verlebten, als:
1. Nicolaus Wellner, Schmela⸗
arbeiter:
Druck und Verlaaga von F V.

Demetz in St. Inabert.
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Sonntag, den 13. März 1881.

Deutsches Reich.

Gerüchtweise wird aus München gemeldet, daß der Kriegs⸗
minister darauf beharrt, sein diesjähriges Budget noch durch die
jetzt bestehende Kammer berathen zuͤ lassen, und zwar entweder
in der jetzigen Session oder durch eine im Juni nochmals statt
findende Einberufung der Abgeordneten.“ Das Mandat derselben
erlischt mit dem 15. Juli. Das Gerücht gewinnt dadurch au
Wahrscheinlichkeit, daß die betreffenden Geniedirektionen schon vor
einigen Wochen strengste Weisung erhalten haben sollen, in kür
zester Zeit Kostenvoranschläge und Pläne für Erbauung zweiet
Kasernen in Bayreuth und Amberg für zwei aus der Pfalz zurück;
kehtende Bataillone anzufertigen. Das Militärbudget soll auch ein
Defizit von einigen hunderttausend Mark ausweisen. Angenehm
Aussicht!
Die Ausarbeitung einer Verordnung über die Einführung eines
Eisenbahnrathes im jenseitigen Bahern, wurde vom —X
genehmigt.

Imn den Ausschüssen des Bundesraths hat man die Be—
rathung des Gesehes über die Bestrafung der Trunksucht nahezu
heendet. Der Eniwurf wird trotz der von einzelnen Seiten ange—
regten Bedenken ziemlich unverändert im Bundesrath angenommen
werden. Damit duürfte denn die Reihe der Vorlagen für den
Reichstag im Wesentlichen abgeschlossen sin.

Das Wehrsteuergesetz ist, wie schon erwähnt im Bundes⸗
rath angenommen worden, und zwar mit einer Zusatzbestimmung,
wonach der aus der Wehrsteuer der Reichskasse zufließende Ertrag
den Bundesstaalen nach dem Matrikularfuße überwiesen werden soll.
Vom Reichstag wurde der Antrag Stt u m m auf Ueber⸗
weisung der Vorlage betreffs Einführung zweijähriger Etatsperioden
an eine Kommission mit 127 gegen 111 Stimmen angenommen.

Es wird nach der „Voss. Zig.“ beabsichtigt, deun Reichstag
im Mai aufzulösen. Die Neuwahlen fallen dann in den Juli und
es liegt dabei die Berechnung zu Grunde, daß das die ungünstigste
Zeit fur die liberalen Parteien sei. — Bei dem letzten parlamen⸗
arischen Diner erklärte Bismarck, daß er auf das Zustandekommen
des Unfallversicherungs-Gesetzes noch in dieser Session das aller⸗
größte Gewicht lege.

Die wüͤrtembergische Abgeordnetenkammer hat nach kurzer
Debatte den Antrag ihrer Finanzkommission, die Regierung zu er—⸗
suchen, sie möge im Bundesrath auf Einführung des Tabakmonopols
hinwirken, mit 366 gegen 16 Stimmen angenommen.

Ausland.

Die Unannehmlichkeit eines kriegerischen Conflikts zwischen
den Engländern und den Aschauti's scheint beseitigt, nach—
dem der König der Aschanti's hat erklären lassen, sein Abgesandter
habe seine Befugnisse überschritten. Der König bemerkte, er sei
ein Freund der Engländer und denke nicht daran, ihnen den Krieg
zu erklären. (Da wird es den Engländern wieder etwas leichter zu
Muthe werden.)

— Die „S. Pr.“ brachte die Mittheilung von einer bevor⸗
stehenden Convertirung des 4/0 procentigen Anlehens der pfäl⸗
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emerkt, ist die Sache zwar angeregt, aber bisher kein Bescheid
der Regierung darüber ergangen.

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liches Unglück zugetragen. Eine dortige Wittwe hat die Gewohn⸗
Jeit, mit einem 14 Jahre‘ alten Nachbarskinde mit einem unge⸗
adenen Gewehr zu spielen, welches von ihrem Manne her in ihrem
Besitze war. Vor einiger Zeit hatte die Frau das Gewehr verliehen
und es geladen zurück erhalten, von welchem Umstand ihr indeß
nichts betannt war. Es setzte nun die Frau ein Zundhütchen auf
das Gewehr und drückte es, in der Meinung, es sei nicht geladen,
sos und der Schuß fuhr dem Kinde durch Kinn und Hals, so daß
sofort dessen Tod eingetreten ist.

p Aufsehen erregte jüngst ein in Offenburg Baden)
verhandelter Schwurgerichtsfall, in welchem ein 17jähriges Mäd⸗
hen, Sophie Ernst, eine 74jährige Verwandte, deren Pflege sie zu
ruͤhren hatte, aus Unlust an dem gebundenen Leben erschlug. Wegen
hrer Jugend erhielt die Mörderin nur eine Strafe von 14 Jahren
Zuchthaus.

FIn Hessen hat das Ministerium in einem Zirkular an
ämmiliche Bürgermeistereien des Landes anempfohlen, mit Tanzer⸗
aubnißscheinen sehr sparsam zu sein, und namentlich nicht zu dulden,
daß junge Leute unter 17 Jahren auf den Tanzböden erscheinen.

FeIn Würzburg humpelie dieser Tage, auf eine Krücke
gestützt, in hohem Grade Mitleid erregend ein Mann in einer gut
desuchten Wirthschaft herum, mit klaͤglichen Worten eine Gabe
Jeischend und erhielt reiche Spenden. Ein Gast, der sonst sich ge—
ade nicht gern buͤckt, war sogax so gutherzig ihm ein Geldstück vom
Hoden auszuheben. Als der Bettler die Thür hinter sich hatte,
jahm er die Krücke auf die Schulter und ging laut lachend, eiligen
Schrittes davon. n

In verschiedenen Gegenden Deutschlands haben in
Folge des anhaltenden Regenwetters Ueberschwemmungen stattge⸗
Aumden. — Aus Ungarn werden mehrfache Dammbrüche in. Folge
dochwassers, sowie der Einsturz einer Eisenbahnbrücke der Südbahn
gemeldet.

Eine interessante Kopulation fand vor einigen Tagen vor
einem Siandesbeamien in Berlin statt. Die Herren Wilhelm
ind Max W., Zwillingsbrüder, heiratheten die Damen Anna und
Martha H., Zwillingsschwestern und nebenbei Kousinen ihrer Gat⸗
m. Die Aehnlichkeit der Paare ist eine so auffallende, daß im
Vorzimmer des Standesbeamten für einen Augenblick die unrichtige
Braut an. den, Arm des unrichtigen Bräutigams kam. Erhöht
vird die außerordentliche Aehnlichkeit noch dadurch, daß die beiden
Bräute von Kindheit an ganz gleich gekleidet gingen; nur den
nächsten Bekannten war es möglich, die Personen von einander
su Lnierscheiden. Max W. geht mitder Gattin nach außerhalb,
o daß weitere Verwechslungen vorläufig vermieden werden.

F— Unter den Schiffen, welche dieser Tage in Folge der heftigen
Stürme an der schottischen Küste gescheitert sind, befindet sich auch
die Bremer Bark „Friedrich Pethes“. Zehü Mann von der
Besatzung sind ertrunken. 5

7 (Mittel gegen deene Dr. Spörer hat nach
„Wiener med. Bl.“ gegen Zahnschmerzen das folgende Verfahren
rprobt: Man nimmt Z bis 4 Kornchen (circa 5 Centigr.) Chloral⸗
oydrat, wickelt diese in ein kleines Tröpfchen Watte (nur um die
Körnchen beisammenzuhalten), legt diesen Tampon mit seinem In⸗
halte in die Höhlung des kariösen Zahnes und läßt ihn da liegen,
bis das Chloralhydrat aufgelößt ist, wo dann auch jedesmal nach
wenigen Minuten der heftige Zahnschmerz komplet geschwunden war.

F Eine umfangreiche Personlichkeit. Vergangenen Montag
— ein Reisender von
phänomenaler Korpulenz und nahm ein Billet dritter Klasse nach
Rordeaur. Als es sich darum handelte einzusteigen, stellte sich die
Unmöglichkeit heraus, die Fettmasse in den Waggon zu bringen.
Der Mann ist erst 22 Jahre alt, wiegt 210 Kilogramm und hat
Fken Unfang von 3 Metern. Der Stiationschef sab sich ge⸗

Vermischtes.
St. Ingbert. Der hiesige Vorschuß-Verein zählte am
Schlusse des Vorjaͤhres 485 Mitglieder, 57 mehr als 1879. Dem
Rechenschaftsberichte pro 1880 entnehmen wir, daß der Verein im
letzten Geschäftsjahre einen Gesammtumschlag von 7,617, 183 M.
hatte, und einen Reingewinn von 14,907 M. erzielte. Aus dem
RKeingewinne sollen nach dem Vorschlage des Verwaltungsrathes zur
Vertheilung kommen: 7 90 Dividende auf hierzu berechtigte Stamm⸗
antheile im Betrage von 9803 M., ein Beitrag zum deutschen und
pfäizischen Verband mit 120 M., 10 00 Abschreibung auf Mobilien
mit 52 M., Slipendien an Forkbildungsschüler mit 50 M., 1761 M.
zum Delcrederefond und 3120 M. zum Reservefond, wodurch dieser
die Höhe von 24,000 M. erreicht. Die Verwaltungskosten betrugen
im verflossenen Jahre 6480 M. Die Stammantheile beliefen sich
anuf 163,413 M. Der Reservefond stand am Schlusse des Ge⸗
schäftszahres auf 20,880 M., der Delcrederefond auf 5799 M.
das Sparkassen⸗Conto beirug 315,877 M.
* Die Verwesung der prot. Pfarrei St. Ingbext wurde
vom 11. März ab dem ständigen Vikare Herrn Otto März in
Ensheim übertragen
        <pb n="158" />
        zwungen, den umfangreichen Reisenden in einem Bagagewagen
unterzubringen. 2

4F Persische Weltausstellung. In einem am 85. Februar
unter Vorsiz des Schah's von Persien abgehaltenen Ministerrathe
wurde beschlossen, im Monate März 1883 eine Weltausstellung in
Teheran abzuhalten.

Ein ganzes Dorf verbrannt. Pierrefitte, das schönste
ind reichste Vorf im Departement Corèze ist von den Flammen
hollstündig zerstört worden. In weniger als einer Stunde hatte
zas derheerende Element Häuser, Scheunen und Stallungen, kurz
alles, was nieth⸗ und nagelfest war, vernichtet.

Fur die Redaction verantwortlich: z. X. Demes.
Geldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130.000 Geldgewinne. Meislt hohe Treffer. Fortlaufende Rummern.
Keine Serienziehung. .7
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibrden.
Loose a1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert.
2. Georg Wellner, Berg—⸗ O untere Stock nebst
mann; Garten in meinem Hause
Johann Wellner, Berg⸗ in der Oberstadt ist zu vermie—
mann;; — then und kann bis zum ersten
Magdalena Wellner, ge⸗ April bezogen werden.
werblose Ehefrau von Jo⸗ Bernhard August.
—— n Vessellungen auf, das
minderjahrige Tochter ocuet Obstbaubüchlein
Fhe des genannti Verlebten, von Pfr. Rütter à 50 Pfs.
wvelche ihre genannte Mutter nimmt Carl Custer dahier
Maria Steinfeld zur Haupt⸗ entgegen. —
—QW d den Joh 2 *
—— 0 Geschäfts-Verlegung.
dormunde hat· Mein Sattler⸗ und Tapezier⸗Geschäft befindet
r in St. Ingbert wohnhaft. „on —* in dem von — 8 ate
Die Ehemänner Uhl und Busch dau⸗ E. Grewenig
der ehelichen Ermächtigung und Sattler und Zobeer
eece egen“ pr· —
önlich betheiligt. g
esr Der Geslügelzucht⸗ Berein Neustadt a. G
uscnetwes am 20., A. und arz d. J. srinue
J. Kenfsmann JIbseb AlgelbehügelIuzelhlEl
Wäschefabrik
in Strass ur iE
liefert billigst unter Garantie
des guten Sitzens
Herrenhemden
in allen möglichen Stoffen:
Knabenhemden,
Unterhosen,
Unterjacken,
Kragen KuManschetten,
Muster und Preiscourant ste⸗
hen gerne franco zur Verfügung.

* * 2
Licitation.
Montag den 28. März
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr
zu St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft der Wittwe Poller im

Josephsthale,

werden durch den unterzeich⸗
neten, hiezu gerichtlich beauf⸗
tragten Amtsverweser des kgl.
Notlars Franz Sauer in St.
Ingbert, die nachstehend beschrie⸗
benen theils zum persönlichen
Nachlasse des zu St. Ingbert
verlebten Bergmannes Christoph
Wellner, theils zur Güterge⸗
meinschaft zwischen demselben
und dessen hinterbliebenen Wwe.
weiter Ehe Maria Steinfeld,
gehörigen Liegenschaften der Ab⸗
theilung wegen öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum
nersteigert, nämlich:

Plan⸗Nr. 669, 2 a Fläche,

Wohnhaus, Stall, Schwein⸗
ttall und Hofraum und
Plan⸗Nr. 670, 3 a 70 qm
Pflanzgarten am Etzelchen⸗
garten, das Ganze gelegen
zu St. Ingbert im Jo—
jephsthale neben Heinrich
Wagner;
Plan⸗Nr. 1442, 6 a 10
Im Acker am Etzelchen ne⸗
hen vorigem Wohnhause;
Plan⸗Nr. 27063, 8 a
60 qm Acker in der Drei⸗
spitz;
Plan⸗Nr. 991, 19 a 40
Im Acker auf'm rothen
Flur;
Plan-Nr. 4423, 16 a
Wiese im Allmend;
Plan⸗Nr. 438313* 7 qm
Weg (23 Antheil) ganze
Fläche J 4 36 qm.
Eigenthümer sindd:

Die Wittwe zweiter Ehe, die
Kinder und Erben erster und
zweiter Ehe des genannt ver⸗
lebten Christohh Wellner,
nämlich:

1. Maria Steinfeld, ohne
Gewerbe, Wittwe zweiter Ehe
des Verlebten;

II. Anna Wellner, gewerb⸗
lose Ehefrau von Johann Uhl,
Bergmann; Ehefrau Uhl, ein⸗
ziges Kind des Verlebten aus
dessen ersten Ehe mit Katharina
Leonhard;

UUI. Die großjährigen Kinder
zweiter Ehe des Verlebten, als:

1. Nicolaus Wellner, Schmelz⸗

arbeiter:

verbunden mit
Prämiirung K Verloesung
in den Räumen des Saalbaues.
Anmeldungen sind bis Tum 10. März d. J. an den
Sekretiär unseres Vereins, Herrn C. Stoewer, Weinhändler,
zu richten, von welchem die Anmeldebogen zu beziehen sind.
Bezüglich des Verkaufs der Loose beliebe man sich an Herrn
A. Beringer, Kaufmann, zu richten, von wo aus die Pro—
zramme versendet werden.

Die zur Ausstellung angemeldeten Thiere müssen spätestens
am Morgen des 19. Marz unter der Adresse „Ausstellungs⸗
sFomits Saalbau RNeustadt a. Haardt“ franco ein—
treffen.

Neustadt, im Januar 1881.
Der Vorsland des Gesflügelzucht-Vereins.

UVUMSGI
Pastillen
ieht - in plombirten Schachteln
Vorrãthig in St. Tnbert bei
AIbrT. Zorn, Apoth. u. Ph.
IcIi nolx.
KRõonigꝗ Wilhelms Felsen-

quellen in Ems.

Anpahmestello

vm
J

—F
Fut. ig u. allein echte Rincralquet-
Fuͤsi?nharamets und, Fakao-Ihee
Aaria Zenuo p.Donat, PNaris, 1671.
zurch arkeri. Verorduung v. 4 Jan.
m ganzen dentichen eiche auch füͤr
dichn Apotbeker zum freien Verlaufe ge⸗
atet Von Sr. Zalestaͤt dem Kaiser
on deuschland besitzt Maria Benno
‚on Donai allein drei ruhmreiche An
rtennnngen und von Sr. Heitigsteit
dem Rapfl gen spendende Auerkenn⸗
aing, Ordens Verleihung und Diplom.
dir naramels sind die Acherste Külse
hei selbst schon veraltetem 357

als· u. Bruftceiden. Zn illigster

adung rg X fortwatzrend

A i in nartons und Flalchen bei

Jean Veters in St.

Ingbert.

fũr alle hiesigen und auswaärtigen Zeitungen befindet sich bei
Rudolt Mosso,
Prankfurt a. M.
gegenüber 83 gegenüber
er Hauptpost —— 46 der HAauptpost
Gueiche Préise vie bei den Zeitungs-Pxpeditionen selbst.
Bei grösseren Auftrügen hiervon nooh entsprechende Rabatt-
hewilligung.

— —— — — — —— — — — — — — — — “ , ——
Druck und Verloaa van — xx Demedtz in St. Inabert.
I.— XR

—A

1444Mæ 11
        <pb n="159" />
        Sl. Ingberler Nnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit deim Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal:? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich
M 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen M 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärits
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren NRaum, Neclamen mit 30 A vro Zeile berechnet.
Dienstag, den 15. März 1881.

—000
Deutsches Reich.

Die bayerische Abgeordnetenkammer berieth am Freitag
über den Antrag des Abg. Sauerbrey, welcher eine Abänderung
des Art. 31 des Distriktsrathsgesetzes in der Art bezweckt, daß
zum Maßstab der Vertheilung der Distriktsumlagen auch die Ein—
ommensteuer miteinzubeziehen sei. Nach längerer Debatte wurde
dem Antrag in erster Lesung beigestimmt und derselbe sofort auch
in zweiter Lesung mit 101 gegen 28 Stimmen angenommen.

Man spricht davon, daß der deutsche Kaiser im nächsten Mo—
aat Wiesbaden aufsuchen werde.

In Karlsruhe hat am 12. März, wie amtlich kund ge⸗
geben wird, die Verlobung des Kronprinzen Gustav von Schweden
(geb. 16. Juni 1858) mit der Prinzessin Viktoria von Baden
geb. 7. August 1862) im engsten Familienkreis stattgefunden.

Ausland.

Das Touloner Vlatt „Le petit Var“ macht folgende Bemerkung:;
Seit fünf Jahren hat die französische Mittelmeer⸗Flotte in Folge
von verschiedenen Unfällen mehr Verluste erlitten, als sie bei einem
neuen Trafalgar hätte erleiden können. Der „Seignelay“ verbrannt
während der Auftakelung; der „Magenta“ in die Luft gesprengt;
die „Revanche“ Explosion des Dampfkessels; die „Reine Blanche“
gescheitert; der , Janus“ dienstuntauglich geworden; die „Arrogante“
antergesunken und mit, ihren Werth übersteigenden Kosten gehoben;
der „Forbin“ zwei Mal verunglückt und wieder hergestellt; diese
traurige Reihe schließt mit dem kürzlich stattgehabten Brande des
„Richelieu“, welcher über 20 Mill. Francs gekostet hatte.

Petersburg, 14. März. Der „Russ. Regierungsbote“
publizirt eine Proklamation an das russische Volk betr. den Re—
gierungsantritt des Kaisers Alexander III., in welcher er das vor
seinem Vater abgelegte heilige Gelübde wiederholt, nach dem Ver—⸗
mächtnisse seiner Vorfahren sein ganzes Leben der Fürsorge um die
Wohlfahrt, die Ehre und die Macht Rußlands zu weihen.

Unsern Lesern haben wir schon gestern durch Extra-Blati
Nachricht von dem Attentat auf den Kaiser Alexander von
Rußland gegeben. Es war am Sonntag zum fünften Mal,
daß sich Mörderhände gegen denselben erhoben, diesmal leider mit
dem beabsichtigten Erfolg. Die meuchlerischen Angriffen vom 4.
April 1864 im Sommergarten von Petersburg, vom 14. April
1879 am Winterpalaste, vom 1. Dezember 1879 mittelst einer
Explosion auf der Bahnstrecke in der Nähe von Moskau und am
17. Februar 1880, durch welch letzteres ein Theil des Winterpalastes
in die Luft gesprengt und der Kaiser nebst Familie nur durch einen
Zufall, durch verspätetes Erscheinen beim Souper, vor dem Unter—⸗
gang bewahrt geblieben ist, während 35 Soldaten von der Palast⸗
wache unter den Trümmern begraben wurden, diesen grauenhaften
Anschlägen ist nun der vom 18. März 1881 gefolgt. Das von
den Nihilisten seit geraumer Zeit beobachtete Schweigen hat sich
sonach gezeigt als die Ruhe vor einem furchtbaren Gewitter. Als
der Kaiser am Sonntag Nachmittag von einer Parade aus der
Michaels-Reitbahn nach dem Winterpalaste zurückkehrte, wurden zwei
Spreng⸗Bomben geworfen, wodurch er an den Beinen schwer ver⸗

wundet wurde. Er wurde bewußtlos in den Palast gebracht, wo
er am Nachmittag der Verwundung erlag. Nähere Nachrichten
jehlen noch.

Ueber den durch Mörderhand herbeigeführten Tod des Kaisers
Alexander II. sagt ein Telegramm des „Reuter'schen Bureau's“
nachträglich: Die erste Bombe habe zwei Tscherkessen getroffen, welche
den Wagen des Kaisers begleiteten; darauf sei die zweite Bombe
zeplatzt und habe dem Kaiser beide Beine dicht am Unterleib weg⸗
gerissen. (Vom ersten Berichte abweichend.) Derjenige, welcher die
erste Bombe geworfen hatte, soll auf dem Fleck verhaftet worden
sein; sein Name wäre Dowrojetzki; der andere hätte sich in der
Volksmenge verloren. Großfürst Michael, welcher hinter
dem Kaiser fuhr, leistete demselben die erste Hilfe; das
Attentat ereignete sich nächst dem Park, welcher zu dem Palast des
Großfürsten Michael gehört. —

Vermischtes.

* St. Ingbert, 15. März. Zu der gestern Abend im

„Hotel zur Vost— ftattgehabten Generalversammlung des hiefigen

Vorschußvereins hatten sich von den 485 Mitgliedern gegen 40
ꝛingefunden. Herr Cassier J. Beer erstattete den Geschäftsbericht
pro 1880. Sodann wurden die Vorschläge des Verwaltungs—
rathes bezüglich der Vertheilung des im abgelaufenen Jahre er—
zielten Reingewinnes berathen, und beschlossen, von der dem Del⸗
rederefond zu überweisenden Summe 50 Mk. in Abzug zu brin⸗
zen, die zu einem Stipendium für Schüler der k. Lateinschule
dahier bestimmt sind. Die übrigen Vorschläge des Verwaltungs⸗
rathes wurden unverändert aczeptirt. Die statutengemäß aus dem

Verwaltungsrath ausgeloosten drei Mitglieder (die HH. S. Kahn,

J. Hellenthal und H. Fischer) wurden wieder gewählt.

Die von der Generalversammlung zu wählende Revisions-Commission,

die bisher 2 Mitglieder zählte, wurde um 1 Mitglied verstärkt.

Derselben gehören für die zwei nächsten Bilanzen an die HH. J.

Fiack, H. Martin und J. B. Martin. Herr Realien—

lehrer Schlick lehnte eine Wiederwahl in dieselbe entschieden ab.

— In hiesiger Lateinschule scheint man mit scharfen
Besen zu kehren. Denn, wie wir erfahren, wurde heute bereits
der dritte Schüler für dieses Jahr aus der Anstalt entlassen.
Recht so! Wer nicht hören will muß fühlen.

Wie die Motive zur Novelle zum Gerichtskosten⸗
gesetz entnehmen lassen, ist zunächst nur eine Aenderung bezüg—
lich der sogenannten Nebenkosten, nämlich: 1) der gerichtlichen
Schreibgebühren und 2) der Gerichtsvollziehergebühren im Sinne
ꝛiner Verminderung dieser Kosten beabsichtigt.

Gegenüber den im „Fr. T.“ enthaltenen Klagen über an⸗
zebliche Unregelmäßigkeiten bei der Ziehung der Ludwigs—
hafener Kirchenbau-Lotterie erklären die Herren A. und B.
Schuler in Zweibrücken, daß dieselben vollständig grundlos
eien. Namentlich sei die Behauptung vollständig unrichtig, daß
die Nummern 1 bis 1000 von den Gewinnen voillständig ausge-
chlossen gewesen seien. Es geht dies daraus hervor, daß auf
sene Nummern nicht weniger als fünf Gewinne gefallen sind.

F Militärpferde werden angekauft in Langenkandel
im 23. März, in Offenbach bei Landau am 24., in Pirmasens
im 26., in Zweibrücken am 28., in Homburg am 29., in Land⸗
tuhl am 80., in Frankenthal am 31. März. Die Pferde müssen
m Alter von 3 bis einschließlich 6 Jahren stehen; die Größe für
Reitpferde m 57 cm und 1m 62 em, für Zugpferde 1m
30 em bis 1m 65 em.

Am 8. ds. Abends wurde ein Geschäftsmann aus Roden
hei Saarlhouis zwischen Nalbach und Diflen mit zerschmetter—
tem Schädel aufgefunden. Kurz darauf verschied er. Gegen 8
ühr war er von Piesbach, wohin er zu einer Güterversteigerung
geritten war, aufgebrochen. «Da Portemonnaie und Geld nicht bei
ihm vorgefunden wurden, vermuthet man einen Raubmord.

F In Mannheim haben die Wittwe und die Erben des
derstorbenen Raph. Hirsch zum Andenken an denselben eine Stiftung
bvon 30,000 Mark Kapital errichtet, aus welcher bedürftige hiesige
Wittwen und Waisen unterstützt werden sollen.

F In Passau erregte die in einer dortigen Tabakfabrik
erfolgte Beschlagnahme einer Sorte Tabak, welche angeblich zum
zrößten Theile pures Holz enthalten soll, großes Aufsehen. Auch
in einzelnen Kaufläden hat die Palizeimannschaft Umschau gehalteu,
ob nicht von der fraglichen Sorte Tabak auf Lager liegt und ver—
kauft wird.

F Zur Zeit wird in München die Mannschaft des Leib-Re—
ziments auch in dem Gebrauch von Feuerspritzen und anderen
Feuerwehroperationen eingeübt; gewiß eine recht praktische Arbeit,
velche die Leute auch noch als nicht mehr waffenpflichtige Bürger
zereinst zum Schutze der Person und der Habe ihrer Mitbürger
derwerthen können.

7 Die anhaltend nasse Witterung der letzten Wochen hat an
zielen Orten Deutschlands Erdrutsche veranlaßt, den bedeu—
endsten ganz in der Nähe von Dienheim in Rheinhessen, bei
Dppenheim, wo nicht weniger als 500 Morgen guten Landes,
darunter 150 Morgen vorzügliche Weinberge, derart zerstört wur⸗
den, daß ihre Wiederherstellung enorme Kosten beanspruchen wird.

* In einer Braunkohlengrube bei Hamersleben (preuß.
        <pb n="160" />
        Vrovinz Sachsen) wurden in der Nacht vom 10. Maͤrz 11 Berg⸗
seute verschüttet. Man bezweifelt, daß eine Rettung derselben
möglich sein wird, obwohl sofort die dazu erforderlichen Arbeiten
in Angriff genommen sind. Es ist dies dieselbe Grube, in welcher
im vergangenen Jahre auf gleiche Weise vier Bergleute verunglückt sind.

FPariser Bläiter haben Geldzeichnungen für die 1200
Familien eröffnet, die durch die Feuersbrunst des „Printemps“
augenblicklich ohne Arbeit sind. Bis jetzt ist nur ein Todesfall zu
beklagen; schwer verwundet wurden 12, leicht 18 Personen; man
fürchlet jedoch, daß noch mehrere Beamte des Geschäftes unter den
Trümmern begraben seien. Die Ursache des Brandes ist noch
zweifelhaft; man glaubt jetzt, daß ein Gasarbeiter eine Lampe auf
leicht entzündliche Stoffe habe fallen lassen. In der Presse wird
über die Verwaltung der Stadt Paris geklagt, da die Löschmittel
sich als nicht zureichend erwiesen hätten; besonders wird hervorge⸗
hoben, daß Paris bloß vier Dampfspritzen besitze, obgleich der Ge⸗
meinderath bereits vor geraumer Zeit die Gelder für weitere Dampf⸗
spritzen bewilligt habe.

Ein Alrobat, Namens Salnetti, gab kürzlich mit seiner
Gesellschaft in Belfays (im Departement Doubs, Frankreich)
eine Vorstellung, zu der sich die Bewohner des Ortes und der Um—
gebung zahlreich eingefunden hatten. Unter anderem steckte er
mehrere Degen mit nach aufwärts gekehrten Spitzen in die Erde
ind kündigie an, daß er mehrere dalti mortali über dieselben
ausführen werde. Das erstemal gelang der Sprung, das zweite⸗
mal jedoch, sei es in Folge einer plötzlichen Schwäche, sei es. daß

er die Entfernung unrichtig berechnet hatte, sprang Salnetti zu
rurz, fiel gerade auf die Degenspitzen und spießte sich buchstäblich
nuf. Man eilte ihm zu Hilfe, aber es war schon zu spät; nach
venigen Minuten gab der Unglückliche seinen Geist auf.

F Der Herzog von Aumale hat sein großes Haus in der
ue St. Honoréin Paris um 2,400,000 Francs an den Bau⸗
uinternehmer Masselin verkauft. Das Haus wird niedergerissen und
uuf dem freigewordenen Platz werden dann Miethhäuser aufgeführt
verden. Bekanntlich ist der Herzog von Aumale einer der größten
Brundbesitzer von Frankreich. Sein Vermögen, das auf 200 Mill.
zeschätzt wird, geht, da er kinderlos ist, auf seinen Neffen, den
Grafen von Paris, über.

Newyorker Leblen. Die vom Newyorker siädtischen
Amt soeben herausgegebene Statistik enthält einige interessante
Daten. Die Zahl der sogenannten ‚oating-population,“ d. h.
der täglichen Gäste in Hotels, Kost- und Logierhäusern beträgt
30,000. Für Vergnügungen wie Theater, Opern u. s. w. wurden
m Jahre 1880 sieben Millionen, in den Kneipen 60 Millionen
ind von den Wohlthätigkeitsanstalten 4 Millionen Dollars ver—
rusgabt. 48,191 Personen wurden betrunken auf der Straße
ʒerhaftet. 20,000 Hochzeiten und 31,866 Leichenbegängnisse fanden
tatt. 213,469 Familien wohnen in 67,126 Häusern. Die Zahl
der sogenannten „Straßen⸗Araber“, Zeitungsjungen, Schuhputzer ꝛc.,
die keine andere Schule als die des Verbrechens besuchen, beträgt
a. 12,000.

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
Mittwoch, den 30. März
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Michael Paul,
werden durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten
Amisverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert
die nachhin beschriebenen, theils
zur Gütergemeinschaft, welche
zwischen dem in St. Ingbert ver⸗
lebten Bäcker Johann Schmel⸗
zer und dessen hinterbliebenen
Wittwe Caroline Peters be⸗
standen hat, theils zum persön⸗
lichen Nachlasse des Verlebten
gehörigen Liegenschaften in der
Sieuergemeinde St. Ingbert,
offentlich an die Meistbietenden
Mishalhe versteigert, näm⸗
lich:
Pplan⸗Nr. 3861, 10 a 90
Im Acker auf Schiffelland
im Rothenkopf hievon die
dälfte;
Plan-⸗Nr. 774, 5 a 40
Im Wiese in den Groß—⸗
wiesen;
Plan⸗Nr. 2805, 6 a 60
Im Acker in der untersten
Flur;
Plan⸗Nr. 3773, 16 a 40
qIm Acker auf Schiffelland;
Plan⸗Nr. 3246, 16 270
Im Acker rechts in den
Seyen;
Plan⸗Nr. 3861, 10 a 90
qIm Acker auf Schiffelland;
Plan⸗Nr. 22523, 9 a
Wiese in der untersten
Schankwiese;
Plan⸗Nr. 1928a, 13 a
70 qm Acker in der Risch⸗
bach;
Plan⸗Nr. 19282 b, 9 a
20 qm Wiese daselbst;
Plan-Nr. 3989, 11 a4 60
Im Acker hinter Hobels;
Eigenthümer sind:
Caroline Peters, Wirthin
n St. Ingbert wohnhaft,
Wittwe des Verlebten und de—

ren mit demselben erzeugten min⸗
derjährigen Kinder Namens:
Taroline und Maria Schmel⸗
zer, welche ihre genannte Mut⸗
ser zur gesetzlichen Vormünderin
und den Michael Schmelzer,
Essigfabrikant daselbst zum Ne—
»envormunde haben.

St. Ingbert, 14. März 1881.

K. Auffschneider
Amtsverweser.

4

——
Vorschuß-Verein St. Ingbert
eingetragene Genossenschaft.

Die in der gestrigen Generalversammlung festgesetzte Divi⸗
dende von 780 kann von den Mitgliedern mit vollgezahltem
A
Casse in Empfang genommen werden.

St. Ingbert, den 15. Marz 1881.

Der Vorstand.
Geschäfts-Verlegung.

Mein Sattler⸗ und Tapezier-⸗-Geschäft befindet sich
von heute an in dem von Herrn Jos. Beer früher bewohnten
Hause. E. Grewenig,

Sattler und Tapezier.

eden Alters, die an Blasen⸗
sichwäche insbesondere
Bettnässen
zelitten, verdanken ihre vollständige
deilung meinem anerkannt unüber⸗
roffenen Spezialverfahren, wel⸗
hes in jeder Beziehung uuschädlich
ind mit wenigen Umständen ver⸗
unden ist. Arme finden stets Be—⸗
rücksichtigung, Prospect, sowie eine
zroße Anzahl amtlich beglaubigter
Zeugnisse slehen gratis zu Diensten.
Brieflich zu wenden an
F. C. Bauer, Wertheim aM.

L. A. Albert's
—

Englischer Dolmelscher.
Anweisung, die englische Sprache binnen kurzer Zeit leicht und
yhne Lehrer zu erlernen. Nebst einem Wörterbuche der deutschen
ind englischen Sprache, worin die Aussprache und richtige Be—

tonung der englischen Worte angegeben ist ꝛc.
10. Aussage.
Preis eleg. gbhoun. 2 M. 40 Pf.

Die neue Bearbeitung dieses gleichfalls bereits sehr weit verbreiteten und
Heliebten Werkes hat durchaus Nichts an der so bewährten bisherigen Methode
geändert, sondern nur vielfache einzelne Verbesserungen durchgeführt. Da im
lebrigen die Ausstattung vortrefflich und der Preis ein ungewöhnlich niedriger
st, so wird auch diese neue Auflage ganz gewiß sich in immer weiteren Kreisen
inbürgern. (Zu beziebenin Baumagriner's Nerlags⸗Buchhandlunag in Leivzig.)

Zeugniß Nro. 2. Der Unterzeich⸗
iete sieht sich hiermit dankend veran⸗
aßi, durch die betr. Gemeindever⸗
valtung zu bestätigen daß Ihr Mittel
zei meinem Sohne von bestem Er⸗
lge war und ist es im Interesse der
eidenden Menschheit nur zu wünschen,
daß dieses vortreffliche Verfahren
aAllenthalben bekannt und in Anwen⸗
ung gebracht werden kann.

Raindorf, 19. Febr.

J. Arbinger.
Die Gem.⸗Verwaltung:
Jenn, Bamstr.

RRHARDI's
.
Berliner Modenblatt

memont. Vier Ausgaben. IA

—MNeu? V Pracht-Ausgabe

114 Mark-Aus gab e auf foinstom Papior gedrubt ·
— — 5 JTährliceh:
Wohnungen. 21Lieh: 24 Arbeitsnummorn,

Der untere Stock meines 34 —— 3 8 ———
dauses an der Haupt-Straße, 12 Zobaittmustorbogen, iιια
estehend aus drei großen Zim⸗ oolorirto NModenkupfor, color. — —
nern, Küche, Speicherkammer, — —
-peicher, Keller, Stallungen mit »reis vierteljahrlich hniltene Fe-
Scheuer, Waschküche ꝛc.; ferner aur 1 Mark 50 Peę dreis viertelj. 6G M.
wei Zimmer im oberen Stock —
ind auf längere Zeit zu ver— Probenummern bei allen Buchhandlungen. Abonnemonts ebondaselbet vo-
niethen. vie bei allen Postanstalten und gegen Finsendung des Betrages bei der

Carl H offm ann Vorlagshandlang 240, Potsdumerstrasse, Berlin W.
es— 4 — ⸗ ⸗— — — — — — — —

Ane geraumige Wohnung, D ck 8

dermiethen werden rasch und billig angefertigt in der
Wilh. Weiler. F. X. Demetz'schen Buch- und Steindruckerei.
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
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E 53323355525 5338 82 33 —— 33338 7577 —— —
s 25 233 55 7* 88 — IXEXSEAS. 55
— 322355 8 8 2 8 2 — 538 535*
—57—23 523 53 —55* 2352238 —3368 333387 5“53257 3573
33 477
*55 —— — S5S —53 5* — 3 2* 8 5 3 ——4 454
— 53538 2463 S3 —8——333—38 25
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—— 52 222 — 533 322 — 5258— —0 — 2 —* 88588
— 5 —5 55 5 28 — — 838 — 2* 2 —252 28* *
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—A —28 38—— 428 328 538* — —— 233 5 55555
55755 3335—55* 435 20354 325 — 5—3 88—— 557585
5528 —228 —A— 2 2 — —X — 2 3 27 587
— 3 — 586* —E — 222SEIFIA — 5 *52 — 5 22,2 85 5 525
5 3 3 . . — 3 5— 5382322 — 52 32 5—585 ——A
—575322 5832 85* 522, 2 5 — 3 —— 8 3
—A —5 —5222 —— B —2 52 53238 58 388 — 83 *
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— J——— 55385 337 5223
—— — 8523 — 55 *535 82 3 8538
—8 ————— —23 * — —2 — .2 57 SV 2. —— —X 3
33337 8 3525*883 2588 522 88. 55583 3883
2 I * — 2 53 5832 2— 2232 J — 328 —3
5388583 5225 —33 — 25628 333334 25
3553588 — 552 28 235853 3— 555
z3 83533
23 5 — —
3333 5533535325 338 322838 32383 83573528
63 533 32 35255 z3534 55323562*
2 Z 2 3 *
— — — 523 53*32—28
3375335 3 z35585—7875 835 752538 3253 3333
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— — 533 37385 5*8 335328* 583 333828137
—— 2 8 2 8 — —2 —2 — * 2
5258234 »333 333 —2533323
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335555 33835 3 3 55358
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28 383535 5555 3 —57 O 3
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2 8 ——5828 — — 35 * 323255 286 342 *2582
—22* —5 2585 — 5 * 82 25825 *
— 38. 35
2— 2 * 572 — 8 2 5
3 * 7 2 ——3 — * 38 — — x.bJ 2533 S
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3333 338 2342 38333 3838 9s 3 33 —3355 —
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2* F 2 * 2* 33 * —— 2
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— 3235333 37 8333—352535853 338 3222
— 53353533233583 — 2* 22 —535—23 — —A — —2 535527
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5122 235 253 52. 3 5. 5360 — 2228 8 —A — ————
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9* —55— 37* 2—55 33: —A— 52 —6 —
383 *833328 33 83833*3 237 —5 8* —252 2525
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35 523339 25 582358553 3 5323332* 22 33 3—
522 —3 23*332332* 2:53 3333 0625 2* 8. 577
— —* 55232332388 — 72 3288 3 55 83288335 49 SSfSt85
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38 385575 5323 2353 02 — — 255.53*35
12 232335.,5528* 2* 532 2.* 22* — — 2 3 2 5332675
8 33*283 35 55337 533 2522 3283
—*5 CO3 258 . * 233 — 52 3 — 225 257
— 283 2522 2 33 5323 32532. 2*c *
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7* 257* 32353 2 255.5 3522323 5327735
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* 335523:3.5 253383 333
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28 35833 2223233 3 *55535
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—2 * 5 22 * 2 — 3. —3—
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2 — — B —7 —
223533* 55357s5533 32833553335
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25 — — 2 —A — — 85
335533*3335 25387
58 33 323 3538
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—253. 738 * —3333538533 58 3385 —32* 53

3335 5328 5 *2 —E— 225S87 3*5

3333 —87 20 5375233 3337 832
ou —307 —3 22 22 88 23288*

2552 — —— 3533353 833833 75385 5*238

*3 53 8 3* 535 83,9 5*32

358 22 2832 .3 35823 —

5. 5.8 F2 —3883 253 2823 78
823 58 8 —8575 r 7723 539
5*23 3* 3*3 —25342728 53333 — 55*
552 78 — — — 578233 233 E228
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85806. 58090 25* 258*3 * 3. 2.2
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8 A —A —573 —— .56 835
—⸗ 2 5* 2 — — — 7322 53237
— 5852 7 —— 33 a *5 3221
3 A — 3353 *5 — 28 32
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33 * * — —— 8 8* — —HR ẽ 53552 5 *5
53353 3 35 — 353. 6833 5 * —A — —
S 35 * 323. * 2 * * 2. 53 2 8* ———
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— Sñ. 532 2535 8 533 232 *
3233 2339 —28 *5 2 27575

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        SIl. Ingberler Anzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. GSonntags mit illustrirter Bei—

age) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonuntag. Der Abonunementspreis betragt vierteljahrlich

AM 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1AM 60 A, einschließlich 40 Zustellgebüͤhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
* 44

Donnerstag, den 17. März 1881.

Deutsches Reich.

Se. Maj. der König Ludwig . von Bayern hat noch
im Sonntag Abend nach erlangter Mittheilung von dem Attentat
— Erregung ein Kondolenztelegramm an den
euen Kaiser Alexander LI. abgesandt.

Im Auftrag Sr. Maj. des Konigs von Bayern begiebt
ach Prinz Arnulph zur Begraͤbnißfeier nach Petersburg. In der
tegleitung des Prinzen Arnulph befinden sich der Commandeur des
. Thevaurlegers-Regiments, dessen Oberstinhaber Kaiser Alexander U.
var Oberstueutenant Passavant, und der Hauptmann vom In⸗
anterie⸗Leibregiment Frhr. v. Zobel.

Die bayerische Reichsrathskammer hat in ihrer Montags⸗
itzung die Vorlagen belr. das Richterdisciplinargesetz, die Korord⸗
auͤng die Ausführung des Reichsviehseuchengeseßes und die Revi⸗
ion. des Landiagwahlgesetzes einstimmig angenommen. Es liegt
omit Gesammtbeschluß beider Kammern vor. J

As dem baierischen Heere treten in neuerer Zeit vielfach
Officiere aus, um in sächsische Dienste zu treten. Wegen der
Hildung neuer Regimenter im Bereiche des 12. Armee- Corps
Konigreich Sachsen) ist dort großer Mangel an Officieren und
ind deßhalb die Abancementsaussichten günstiger als bei uns.

Die „A. A. Z.“ schreibt, daß man im Auswärtigen Amt zu
Berlin leineswegs sich eines Wechsels der rujsischen auswärtigen
Bolitik versehe.

Der veutsche Kaiser ist von den Vorgängen in
Petersburg tief gebeugt, indessen wie man hört, und wie sich
Dies auch bei dem am Dienstag Siatt gehabten Empfange der
Hräsidenten des Reichstages wahrnehmen ließ, körperlich durchaus
üstig und ungebrochen. Anfangs war der greise Monarch willens,
dersoͤnlich zur Beisetzungsfeierlichkeit nach Pelersburg zu reisen und
nur auf den dringenden Wunsch der Aerzte hat er sich bestimmen
lassen, diesen Plan aufzugeben. In Vertretung des Kaisers wird
zer Kronprinz in Begleitung seiner drei persoͤnlichen Adjutanten
aach Petersburg abreisen; ob auch der Feldmarschall Graf Moltke
dahin folgen wird, ist noch ungewiß. In der Begleitung des Kron⸗
prinzen wird sich u. A. noch befinden der kommandirende General
des 11. Armeekorps, General der Kadallerie Frhr. v. Schlottheim.

Es verlautet, daß Wärlemberg die Initiative zur Ein—
ührung des Tabakmonopols im Bundesrath ergreifen werde.
Ausland.

Die englische Zeitung „Daily News“ meldet aus Durban
dom 14. Maͤrz die Verlängerung des Waffenstillstandes der Eng⸗
Ander mit den Boeren um vier Tage. — Einer Meldung aus
Rewcastle zufolge verließen 1000 Farmer den Oranje⸗Freistaat
der sich bis jetzt neutral verhalten hat) auf eigene Faust als Frei⸗
schdrler, um sich den Transvaal⸗Boeren anzuschließen.

Nach einer Petersburger Meldung des „Tageblatt“ erhielt
der bderstorbene Kaiser in der vorigen Woche aus Paris ein
sistchen mit Pillen gegen Asthma und Rheumatismus. Der Kaiser
abergab dem Leibarzt Voltin das Kästchen zur Begutachtung. Dieser
zemerkte beim Oeffnen einen zufällig hingekommenen Bindfaden und
wollte diesen herausziehen, ploͤtzlich erfolgte eine leichte Detonation.
die Untersuchung ergab, daß die Sendung eine Menge Dynamit
enthielt, die genügt hätte, um mehrere Menschen zu zerschmettern.

Nach der „Kationalzeitung“ liegen aus letzter Zeit Aeußer—
angen des ehemaligen Thronfolgers und jetzigen russischen Kaisers
bor, die eine Deutschland freundliche Gesinnung bekunden.

Von den auswärtigen Beziehungen des neuen Zaren ist
seine Schwägerschaft mit dem Prinzen von Wales wie mit dem
welfischen Prätendenten Herzog von Cumberland durch die dänischen
Vermahlungen dieser Füuͤrsten zu verzeichnen. Der wohl unter⸗
richtete und befähigte neue Monarch gilt für einen entschiedenen
Begner Deutschlands. Die betreffenden Hofanekdoten u. s. w. sind
oft erzählt worden. Um England vorläufig aus dem Spiel zu
lassen: das dänisch⸗russische Verhältniß wird jetzt wohl ziemlich eng
gezogen werden; auch der Konig von Griechenland koͤnnte von dem

oliůschen Einflusse seiner kaiserlichen Schwester Nutzen ziehen.
Durch ein eigenthümliches Zusammentreffen hat nach dem im ver⸗
dichenen Sommer verzeichneten Scheitern einer russischen Annäherung

an Schweden durch den Besuch des jetzigen Zaren in Stockholm
die jüngste Berliner Vermählung zu einem seltsamen dynastischen
Begenüber geführt. Der der jetzigen Prinzessin Wilhelm von
Preußen verwandte dänische Hof oͤlieb der Feier als solcher fern
ind hatte nur glücksburgische Seitenverwandie gesendet; der gleich
nach jenem Stockholmer Besuch des jetzigen Zaren demonstrativ zu
en deutschen Kaisermanövern nach Metz gesandte Kronprinz von
Zvchweden aber erschien bei der Berliner Vermaählung, um sich wenige
Tage nachher mit der Prinzessin Viktoria von Baden, Enkelin des
deuischen Kaisers, zu verloben. Man hat derartige Verhältnisse
hielfach überschätzt; neuerdings ist man wohl im Allgemeinen in
der Gefahr, sie zu unterschätzen. Selbst der jetzige Souverän von
xẽingland hat z. B. 1864 in der schleswig⸗holsteinischen Angelegen⸗
seit persönlich einen bedeutenden Einfluß ausgeübt. Es könnte
ein, daß sich in dieser russisch-⸗dänischen und deutsch⸗schwedischen
Berbindung eine einflußreiche Konstellation speziell für die nord⸗
europäische Politik vorbereitete. Sehr werden natürlich daneben
die inneren Zustände Frankreichs, die nächste Entwicklung der
orientalischen Krise, die englische Politik in Zentralasien u. s. w.
in das Gewicht fällen. Ein friedliches Moment ist der russische
Thronwechsel entschieden nicht, obgleich oder weil den Zaren zunächst
nuere Fragen übermäßig beschäftigen werden. Hoffentlich wird er
fur dieselben keine Ablenkung nach außen, durch einen Krieg suchen.

Der russische Minister des Inneren macht bekannt, einer
der Hauptanstifter des letzten Altemates, der schon am vorigen
Freitag verhaftet worden war, habe seine Betheiligung an der Vor⸗
bereitung des Verbrechens eingestanden und den Russakoff ebenfalls
als Anjtifter bezeichnet. Russakoff erkannte den Leichnam jenes
Mannes welcher augenscheinlich die zweite Bombe warf und dabei
dtlich verwundet wurde, als den seines Mitschuldigen an. Die
Wohnung, aus welcher die Bomben geholt worden waren, wurde
in der Nacht vom 14. auf 15. März entdeckt; der Inhaber der
Wohnung erschoß sich bei'm Erscheinen der Polizei; ein bei ihm
vohnendes Frauenzimmer wurde verhaftet. In der Wohnung wurden
Zprenggeschosse gefunden, sowie der Entwurf einer Proclamation,
velche besagte, daß das Attentat von zwei Personen ausgeführt
vorden sei. Vormittags 11 Uhr erschien in derselben Wohnung
in junger Mann, der sofort verhaftet wurde und bei der Ver⸗
haftung sechs Revolverschüsse abfeuerte; ein Polizist wurde dabei
verwundet.

Ueber das Attentat anf den Kaiser Alexander I. tragen wir
aus verschiedenen Berichten noch Folgendes nach. Im Ganzen
sollen durch die zwei Explosionen etwa 20 Personen theils getödet,
heils verwundet worden sein. Unter den Verwundeten ist auch
der Großfürst Michael, den ein Vombensplitter traf sowie der Po⸗
sizeimeister Dworschitzti, der den Kaiser begleitete. Der Kaiser
konnte, als man ihn in den Winterpalast gebracht und auf's Bett
gelegt hatte, nicht mehr zusammenhängend sprechen; er war in
Folge des starken Blutverlustes fast fortwährend ohnmächtig. Die
hZeine hingen an den zerschmetterten Stellen nur noch durch einige
halbzerrissene Muskeln mit dem uͤbrigen Körper zusammen; auch
die rechte Hand des Kaisers war verwundet und der Trauring tief
ins Fleisch hineingepreßt. Als man Eis und Belebungsmittel an—
vendete, oͤffnete er mehrmals die Augen; einen dieser Zeitpunkte
benützte der Geistliche, um ihm das Abendmahl zu spenden. Bald
ber stockten Herzschlag und Athem. — „Der verhaftete Attentäter
heißt Russakoff“ ist ein kleiner blonder Mensch. Er war seit zwei
Fahren im Genuß eines Stipendiums an der Bergakademie, hatte
ach aber seit etlichen Monaten nicht mehr in der Anstalt sehen
iassen. Der Polizei war er schon seit einiger Zeit verdaͤchtig, und
sie fahndete auf ihn, ohne ihn aber finden zu können.

Der Regierungswechsel · in Rußland und dessen mögliche
Folgen für das Verhältniß jenes Staates steht begreiflicherweise
iim Vordergrunde der öffentlichen Diskussion. Wenn auch die neue
russische Regierung voraussichtlich noch längere Zeit Beschäftigung
im Junern finden wird, so läßt sich doch nicht bestreiten, daß die
MNoöglichkeit einer Aktion nach Außen bedeuiend näher gerückt ist
und daß in den Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland
ne gewisse Unsicherheit eingetreten ist, die sich nicht so bald wird
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        überwinden lassen. Daß dieser Personenwechsel auf dem russischen
Throne hinreichen wird, gewissen Bestrebungen in Frankreich neues
Leben zu verleihen, wird gleichfalls nicht bestritten werden lönnen.
Wir begegnen in der gesammten deutschon Presse nur einer Stimme,
welche diese Besorgnisse nicht zu theilen scheint; es ist dies die
„Kreuzzeitung“. Dieselbe schreibt: „Ein banges Gefühl, welche
politische Folge das beklagenswerthe Ereigniß in Peiersburg für
den Frieden Europas haben könnte, bewegl die Herzen der Men—
hn und macht sich im Volke vielfach vLuft. Wir halten diese
esorgnisse für übertrieben und glauben nach der gesammten po—
litischen Situation, daß auch der neue russische Kniser den Frieden
würdigen und erhalten wird.“ Hoffentlich behält die „Kreuz- Zei⸗
tung“ Recht.

Vermischtes.

»Die Frühjahrs-Kontrol-Versammlung fin—
det statt zu St. Ingbert im Oberhauser'schen Saale am 183.
April, zu Ensheim im Fries'schen Saale am 12. April, zu
Blieskaste! auf dem Marktplaßze am 11. April, zu Hoo m⸗
burg in der Allee am Reitacker am 7. April, zu Mittebex—
bach in der Wirthschaft zur Krone am 9. April.

f Zu Zweibrücken begannen am Montag die Schwur—⸗
gerichtsberhandlungen der Pfal z für das J. Quartal 1881. Auf
der Anklagebank saß an den beiden ersten Tagen Valentin Sat—
tig, 88 Jahre alt, Küfer aus Freinsheim, angeklagt des Mordes.
Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Siaatsanwält Petri; Verthei-
diger: Rechtsanwalt Gebhart. Der Angeklagte sollte am 27. Sept.
vor. Is. seinen 88jährigen Schwiegervater Nikolaus Weibert iIl.
bor dessen Wohnung mit einem Schlage betäubt und dann in das
Pfuhlloch geworfen haben. Belastend wird gegen ihn vorgebracht
daß er mit seinem Schwiegervater zerfallen war und schon öfters
Drohungen gegen ihn ausgestoßen habe, wobei er das verhängniß⸗
volle Pfuhlloch erwähnte. Die Anklage bezeichnet als Motiv des
dem Angeklagten zur Last liegenden schweren Verbrechens die Ge—
winnsucht; er habe sich nach der Erbschaft seines Schwiegervaters
gesehnt und dessen natürlichen Tod nicht erwarten können. Die
Geschworenen schlossen sich jedoch der Anschauung der Vertheidigung
an, welche geltend machte, daß der alte Weibert nicht durch fremde
Hand den Tod gefunden habe, daß vielmehr ein Unglücksfall und
kein Verbrechen vorliege, und sprachen demgemäß den Ange⸗
klagten frei.

7 Als Kanditat der konservativen Partei im Wahlkreis
Kaiserslautern-Kirchheimbolanden wird wiederum
Freiherr Karl von Gienanth auf Hochstein aufgestellt.

Der Westindier Fredik, welcher als Zulukaffer gezeigt warde
und dann einige Zeit im Spital zu Kaiserslautern war,
wurde durch Vermittlung des englischen Konsuls in Frankfurt auf
Kosten der englischen Regierung in seine Heimath befördert.

F In Karlsruhe haben dieser Tage zwei Polytechniker
„Fasten⸗
Firtenbrief“
des hochw. Bischofs Ehrler
bon Speyer.

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Per Stück 50 Pfg. bei

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Ueberzeugung gewinnen, daß aud
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zur Anwendung Pangen, noch
beilung erwarten důrfen. Es sollte
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ewabrten Seilmethode zuwenden
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zuichaffen. Ein Auszug“ daraus
wird aratie“ unn frange

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ofort dae neu erschienene Vuch
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Druck und Verlag von F. X.

ihr Leben eingebüßt: der eine, ein Sohn des Professors Kußmaul
in Straßburg, ertrank beim Fahren auf dem Rhein, indem der
stachen umschlug; der andere, Namens Kasten aus Hamburg erhiel
zon einem Betrunkenen einen tödtlichen Messerstich.

FIn München beginnt künftigen Samstag auf dem
Zacherlkeller der Ausschank des Salvatorbieres. Guten Morgen,
herr Fischer!

Unter den Opfern des Brandunglücks im Colosseum zu
München befand sich bekannilich auch der Bildhauer Adam
CEh rist von Bamberg, welcher zu den vorzüglichsten Schülern der
Akademie gehörte und die einzige Stütze seiner Mutter und seiner
beiden Geschwister war. König Ludwig II. hat nun dieser schwer
geprüften Frau einen ständigen Bezug aus der kgl. Cabineiskasse
angewiesen.

F Zufolge einer Regierungs-Entschließung vom 7. ds. Mis.
darf aus Anlaß der Passionsgottesdienste der Schulunterricht in
der Folge keine Unterbrechung mehr erleiden.

Homburg v. d. H. (Reiner Provit für den Staat.)
Vorigen Monat empfing die Effektenbank in Frankfurt vou der
hiesigen Gewerbekasse einen mit 7000 Mark deklarirten Geldbrief,
in welchem sich nur 5000 Mark beim Oeffnen vorfanden. Wie
jetzt ermittelt ist, hat der Lehrling des Geschaͤfts die fehlenden 2000
Mark, welche verpackt waren, aus dem Bureau gestohlen. — Großen
Bewinn hat der Dieb nicht gehabt, nur 100 Mark hat derselbe
derbraucht, den Rest von 1900 Mark in neunzehn Einhundert⸗
markscheinen aber verbrannt, weil er glaubte, enideckt zu werden.

F Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist in neuerer Zeit wieder
eine erhebliche Zunahme des Zuströmens mittelloser Deutschen nach
Paris und zwar nicht allein aus dem Arbeiterstande, sondern
auch von Lehrern, Lehrerinnen und anderen den höher gebildeten
lassen angehörigen Personen bemerkbar geworden, von welchen die
Wenigsten irgend einen Anhalt zur Begründung ihres Fortkoinmens
in Paris haben. Es wird daher dringend gewarnt, sich zur Er⸗
tangung eines nicht zum Voraus gesicherten Arbeitsverdieuͤstes nach
Paris zu begeben.

F In Petersburg begann am 11. März der erste Schritt
in dem großen Millionenprozeß, der jedenfalls viel Sensation
machen wird. Der Advocat der Verpflegungsgesellschaft Greger⸗
Horwitz⸗ Cohan, hat beim dortigen Bezirksgericht gegen das russische

Kriegsministerium eine Forderung von 34,379,510 Rubel Papier
anhängig gemacht, in Erstattung der Auslagen für Verproviantirung
—
diesen 34 Millionen sollen dann, dem Gesuch der Kläger zufolge,
noch die Zinsen und die Gerichtskosten hinzukommen. Das Gericht
hat in diesem Prozeß über 200,009 Rechnungen und Quittungen
zu prüfen. Jedenfalls dürfte noch viel Zeit vergehen, bis die Sache
zum Austrag kommt. Hat doch die Abrechnungskommission drei
Jahre gebraucht, um die Sache zu untersuchen.

Fur die edaction verantwortlich: F. x. Demex. J

—

*8

X—

——

—E——

1

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⸗
In allen renommirten Musikalienhandlungen ist

zu haben:
Berens Herm. Op. 76.
Laideröslein.
Klaaierstũck.
Preis: MI. 1.25.

Durch das Spielen solcher Salonmusik wird der
Vortrag goadelt, die Aufsassung poetisch gebildet imd
dis technische Ausführung vorfeinert. DEs ist kein Salon-
stũck von der gewöhnlichen Mache, sondern voll poe·
tischen und feinsinnigen Gedankenstoffes, aus welchem
eine Fũlle geistiger Anregung zu schöpfen ist

Das vorzügliche Opusculum ist von mittlerer
Schwierigkeit

Gegen vorherige VFinsendung des Betrages ver-
sgende ich franco.

P. J. Tonger in Köln aRh.

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        — E 22
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A 8 5585 58355*
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8 83538*— 3 —* —525383585 5385 88
538* 5 2 —E —— — 2 5— 5* 338 32 2283
—— ——— 2 255 — z525 2 55 —A —55 S 35. 283
5538*6 5337 —— 8 »5528 586 238* 53538
555 — 32 — — 47378 — —*
2827— 53 —X — 3323 55385 2* —A * 2 * 3258 — 535353
—— — — 32— — — —— —— 228 —2 *
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        — O —2
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter —A
lage) erscheint wöchentlich vSlermalz Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierieljahrlich
M 40 Zeinschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 —, einschließlich 4a0 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 45. — Samstag, den 19. März 1881.

Deutsches Reich.

Se. Maj. der König Ludwig II. von Bayern hat in
Folge Hinscheidens des Kaisers Alexanders II. von Rußland eine
Hoftrauer von vier Wochen anzuordnen geruht.

Das revidirte Landtagswahlgesetz für Bayern bedarf zu
seiner Ausführung einer sehr eingehenden Vollzugsinstruktion. Die⸗
ielbe ist, wie die „S. Pr.“ vernimmt im Staatsministerium des
Innern auch bereits entworfen und wird deßhalb alsbald nach der
Bekanntmachung des neuen Gesetzes veröffentlicht werden können.

Die Zeichen einer Annäherung der Curie an die preußische
Regierung mehren sich. Auch das Dompkapitel in Osnabrück hat
vor einiger Zeit einen gemäßigten Prälaten zum Bisthumsverweser
Jewählt, welcher der Staatsregierung genehm ist und von der
Fidesleistung auf Grund des Gesetzes vom 14. Juni 1880 ent⸗
unden werden wird.

Nachdem der Ausschuß des Bundesraths für Justizwesen, dem
jer Entwurf eines Gesetzes über die Bestrafung der Trun⸗
kenheit zur Vorberathung überwiesen war, seine Arbeit beendet
zat, wird der Entwurf das Plenum des Bundesraths in der
aächsten Sitzung beschäftigen. Der Entwurf hat in 8 3 in Bezug
zuf die Kost auf Wasser und Brod eine Aenderung erfahren.
Außerdem hat der Entwurf einen neuen 8 6 erhalten: „Mit Geld—
itrafe bis zu 100 Mark oder mit Haft wird bestraft, wer bei Ver⸗
richtungen, welche zur Verhütung von Gefahr für Leben und Ge—
undheit Anderer vder vor Feuersgefahr besondere Aufmerksamkeit
erfordern, sich betrinkt oder solche Verrichtungen betrunken vornimmt.“

Aus Berlin ist der „Köln. Z.“ folgendes Telegramm zu—⸗
zegangenen, dessen officiöser Ursprung außer Zweifel stehen dürfte:
„An einer Stelle, deren Ansichten und Ansprüchen in auswärtigen
Angelegenheiten das deutsche Volk unbedingtes Vertrauen zu schenken
flegt, herrscht, wie wir zuverlässig wissen, die Ueberzeugung, daß
ie politischen Folgen der entsetzlichen Unthat in Petersburg nicht
ie —— haben werden, welche man früher wohl bei einem
nortigen Regierungswechsel zu erwarten geneigt war. Es gilt dies
nicht blos für die Beziehungen Rußlands zum Ausland, sondern
s sind auch für die inneren Verhältnisse Anzeichen vorhanden, daß
chroffe Wandlungen wenigstens zunächst nicht in Aussicht zu nehmen
ind. Da die Einwirkung innerer Umgestaltungen und Umwälz-⸗
ingen in einem Großstaat von den eigenthümlichen Verhältnissen
wie Rußland nothwendig auch dessen auswärtige Politik mitbe—
jerrschen, hat die Annahme, daß der russische Thronwechsel das
verhältniß des Reiches nach außen unberührt läßt, eine um so
zrößere Bürgschaft für sich. Und bekannt ist außerdem, daß die
dem jetzigen Kaiser vielfach nachgesagte Abneigung gegen deutsches
Wesen in neuerer Zeit, soweit Thatsachen mitsprechen, ohne Belege
zeblieben ist.“ (Mit anderen Worten heißt das: Der neue Czar
indet in seinem Reich so viel Schäden zu heilen, einen solchen

Augiasstall zu leeren, daß er damit allein vollauf zu thun hat und,
wenn er vernünftig ist, keine Händel auswärts sucht.)

Wegen der tiefen Trauer, in welche der Tod des Kaisers
Alexander den Berliner Hof versetzte, wird auf Befehl des Kai sers
von jeder äußern Feier seines bevorstehenden Geburtstages bei Hofe
iin Berlin) abgesehen.

Kaiser Wilhelm hat aus Anlaß des Todes des Kaisers von
kußland bestimmt, daß die preußische Armee für vier Wochen
und die Regimenter, deren Chef der Verstorbene war, auf fünf
Wochen Trauer anlege.

Während man allgemein der Ansicht war, in der Peters⸗
vurger schreckensvollen Greuelthat eine Aktion lediglich russischer
stihilisten erblicken zu müssen, scheint man in gewissen Berliner
sttegionen anderer Ueberzeugung zu sein. Da behauptet man, das
Verbrechen gehe nicht nur von russischen Nihilisten, sondern von
einer internationalen Bande aus, welche den Mord der Monarchen
ind den Umsturz der Staaten auf ihre Fahne geschrieben. Unsere
ziesige Polizei, schreibt man konservativen Zeitungen aus Berlin,
ist in reger Thätigkeit und glaubt gewissen Affiliationen auf der
Spur zu sein, welche auf eine Verbindung mit den Petersburger
Verbrechern hindeuten. Es ist klar, daß unter solchen Umständen
die Gefahr, welche qous dem neuesten Attentat für alle gekrönten

Häupter erwächst, als eine große und ernste betrachtet wird, und
daß alle Sichexheitsorgane zu eifriger Pflichterfüllung angespornt
verden. Unter diesen Umständen wird auch sehr bald eine defi⸗
nitive Besetzung des Ministeriums des Innern eintreten müssen:
denn unter solchen Zeitumständen schickt sich eine interimistische
deitung dieses Ministeriums nicht.

Etwas Wahres mag insofern, an dieser Ausstreuung sein, als
die im Auslande zerstreuten russishen Flüchtlinge ersichtlich um die
That vorher gewußt haben. Namentlich in Genf, Paris und
London scheinen Eingeweihte vorhanden gewesen zu sein.

Die ministerielle Verliner „Provinzial- Correspondenz⸗
chließt einen längeren Artikel über den Thronwechsel in Rußland
nach einem warmen Nachruf auf Alexander IU. mit folgenden
Söätzen:

„Möge es seinem Nachfolger, der den Thron seiner Väter als
Zaiser Alexander III. bestiegen hat, in gleicher Weise beschieden
sein, den ungezähmten Kräften, welche Rußland auf aben-
euerliche Weise führen wollen, mit dauerndem Erfolg ent⸗
Jegenzutreten, möge es ihm aber auch gelingen, die guten
rüfte der Nation um sich zu scharen, um Rußland auch vor
hen Gefahren zu schützen, die ihm im Innern drohen Deuischland
wird dem heimgegangenen edlen Fürsten ein herzliches, ehrendes
Andenken widmen; es begrüßt seinen Sohn, den jetzigen Kaiser,
nit dem aufrichtigen Vertrauen, daß auch er die Ueberlieferungen
einer Ahnen treu pflegen und den Werth einer ernsten Freund⸗
schaft mit Deutschland wahrhaft würdigen werde.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ behauptet gegenüber der „Tribüne“,
daß der Nhilis mus mcht im vierten Stande, nicht unter dem
armen Manne entstanden, und zu Hause ist. Von 198 Angeklag⸗
ten im Petersburger Nihilistenbrozeß vom Jahre 1877 gehörten
32 dem Adelstand, 19 dem Beamtenstand, 8 dem Militär, 33 dem
dlerus, 11 dem höheren Kaufmannsstand, 23 dem Bürgerstand,
17, dem Bauernstand an. Der Nihilismus sei eine Doktrin, die
mit der Doktrin der radikalen Freihändler die allergrößte Aehnlich⸗
eit hat, ja bis auf gewissen Punkt identisch ist. Beide Doklrinen
lehnen sich gegen den historischen Staat und seine mit dem wach⸗
senden Bedürfniß wachsenden sittliche Aufgabe auf.

Es heißt, daß zum Geburtskag des Kaisers auch der Groß⸗
jerzog von Hessen mit seinen beiden ältesten Töchtern nach Ber⸗
in kommen wird, und man bringt damit in Zusammenhang die
angeblich bevorstehende Verlobung der ältesten hessischen Prinzessin
mit dem Erbgroßherzog von Baden (dem Enkel des Kaisers).

Ausland.

Die französische Regierung hat sich veranlaßt gesehen,
zegen einige radikale Pariser Journale wegen der Art und Weise,
vie dieselben das Attentat gegen den Kaiser von Rußland be—
prochen vorzugehen. Rochefort brachte im „Intrantsigeant, einen
Artikel in welchem er sich ganz auf die Seite der Nihilisten stellt.
In der „Marseillaise“ heißt es: „Mit vollkommener Ruhe, mit
kalter Gleichgültigkeit verzeichnen wir das Ereigniß. Ueberlassen
vir es den pseudo⸗republikanischen und den reactionären Organen,
hrer „Entrüstung“ Ausdruck zu geben über das „scheußliche At—
entat“. Wir sind keinegwegs entrüstet. Wir sparen unsere
Thränen für die gemordeten Völker und unsere Entrüstung für
hre Mörder“. Aehnlich schreiben „Rappel“ und „Laterne“;
der „Mot d'ordre“ spricht gelassen von diesem so vorhergesehenen,
o erwarteten Tode“ und der „Citoyen“ verallgemeinert die in
Petersburg gemachten Erfahrungen in einer Weise, die in einem
nonarchischen Lande nicht wiedergegeben werden kann. Nament⸗
ich gegen das letztere Journal soll Anklage wegen Verherrlichung
des Meuchelmordes erhoben werden. J

In Petersburg versendete am 16. März das revolutio⸗
aäre Executiv⸗Comite mittelst der Post an die Redactionen der dor⸗
igen Zeitungen und verschiedene hervorragende Personen eine vom
183. März datirte und am 14. ausgegebene Proclamation, die auf
zutem Papier in der geheimen Druckerei der „Narodnaja Wolja“
jedruckt ist und an Cynismus alles bisher dagewesene überbie et.
Nach zwei Jahren der Anstrengung und schweren Opfern ist die
Befreiungsthat endlich gelungen“ heikt es darin. Aleronder u
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        wird davor gewarnt, dem Beispiel seines Vaters zu folgen und
ein „Tyrannẽ zu werden. Zum Schluß wendet sich das Comite
nit der Biute an alle Gesinnungsgenossen, die Sache der Revo—
lution auch fexner zu unterstützen, falls der Kampf auch gegen den
jetzigen Kaiser aufgenommen werden müsse. Im Eingang der Pro—
gamation heißt es, Alexander II. sei gefallen in Folge eines Todes⸗
Ittheils, das am 7. September 1879 uͤber ihn verhängt worden sei.

Der eigentliche Kaisermörder, nämlich derjenige, welcher die
zmeite Bombe, die dem Czaren den Tod brachle, geworfen hatte
Ind darauf aim Ort der That — ob von der erregten Menge oder
in Folge der Erplosion, ist noch nicht festgestellt — eine schwere
Versetzung des Rückgrats erlitt, ist am 15. März im Stallhof⸗
hospiial perstorben. Die amiliche. Bekanntmachung besagt, daß der
Verbrecher an den Folgen der erhaltenen Wunden aus dem Leben
geschieden sei; von anderer Seite wird behauptet, es sei ihm ge⸗
jungen, sich mittelst bereit gehaltenen Giftes der irdischen Strafe
zu entziehen.

ei der Katastrophe am 13. d. M. wurden im Ganzen 18
Personen verwundet, zwei starben.

Gerüchtweiso verlautet, die Umhüllung der Bomben, mit denen
der Czar Alexander getödtet wurde, sei vergiftet gewesen. Bei dem
Wusillehrer, welcher bei dem Attentat verwundet wurde und eine
enge Splitter in das Gesicht erhielt, soll die Vergiftung kon⸗
sigtirt sein.

Es bedarf wohl kaum der ausdrücklichen Erwähnung, daß dem
neuen Kaiser von Rußland aus Anlaß der Katastrophe vom
23. März von allen Souveränen und Regierungen Europas Bei—
idabezeigungen zugegangen find. Ebenso haben verschiedene gesetz⸗
gebende Körperschaften, welche zur Zeit versammelt sind, ihrer
Entrüstung über die unerhörte Frevelthat und ihrem tiefen Bedauern
uͤher deren Erfolg Ausdruck verliehen. Ein Gleiches hat auch der
Senqt der Vereinigten Staaten von Nordamerika gethan.

zefindliche Seinsl übergoß die Frau, und sofort standen deren
Zleider in Flammen, die hoch über ihr zusammenschlugen, als sie
im Hilfe flehend auf die Straße eilte. Herzueilenden Nachbars⸗
euten gelang es, das Feuer zu ersticken, worauf sie die Arme,
chrecklich verbrannt, in ein Nachbarhaus verbrachten. Für die
Erhaltung des Lebens der Verunglückten, welche Mutter von sechs
dindern ist, besteht wenig Hoffnung.

F Wie jeßt gemeldet wird, hal sich die konservative Partei im
Wahlkreis Karserslautern-Kirchheimbolandenm in
der Kandidatenfrage noch nicht schlüssig gemacht. Die Nachricht
hon der Kandidatür des Frhrn. v. Gienanth ist also verfrüht.

4Der Stadrath von Kaiserslautern beschäftigte sich
n selner letzten Sitzung wieder mit der oft ventilirten Frage wegen
Frrichtung einer Haltestelle der Lauterthalbahn an der Westseite der
Stadi. Es lag ein Referat des Herrn Stadbaumeisters Binde-
vald vor, aus welchem hervorgeht, daß die Stadt nicht, wie
früher angenommen wurde. 40,000 M. zu dem besagten Zwecke
beizutragen hat, sondern nur 10,000 M. und das erforderliche,
nicht werthvolle Land. Die Kammgarnspinnerei wird hingegen
30,000 M. beisteuern.

4 Der Vorschuß⸗Verein Kaiserslautern E. G. zählie
ju Ende des Jahres 1880 602 Mitglieder. Die Stammantheile
helaufen sich auf 196,818 M. 20 Pf., der Reservefond beziffert
ich auf 21,642 M. Die Bilanz weist 1,912,323 M. auf. Der
Reingewinn beträgt 14,880 M., von welchem 1500 M. dem
Reserbefonds zugeschrieben werden sollen. Die Dividende ist auf
7 pCct. geheft Im Zuni oder Jult wird der pfalzische Ge⸗
nossenschaftsverband in Kaiserslautern tagen.

Eine in der Unger'jchen Papietfabrik zu Gleisweiler
beschäftigte Lumpensortiterin fand beim Zertrennen einer Westen⸗
sasche ein zusammengewickeltes Papier, das fich als ein vollgiltiger
Hundertmarkschein erwies.

— Bei dem Kasernenbrand in St. Avold sind, wie die
Mezzer Ztg.“ schreibt, für circa 3 bis 400, 000 Mark an Bestän⸗
zen uͤnd Untensilien zu Grunde gegangen. Der Wiederaufbau des
HBebäudes soll, nachdem über die Gewölbe des Souterrains ein
aus Schutt und Kalk bestehendes Schutzdach zu legen bereits ange⸗
angen wurde, schleunigst wieder in Angriff genommen werden, so
daß Hoffnung vorhanden ist, die über die lange Einquartirung der
obdachlos gewordenen Dragoner durchaus nicht erbaute Bürgerschaft
his zuͤm Herbste befreien zu können. Die Entstehungsursache des
Feuers ist noch immer unbekannt; obwohl viel von Brandstiftung
emunkelt wird, wagt Niemand in dieser Beziehung sich aus-
usprechen. —

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme ß. —
„Fasten⸗
ßirtenbrief“
des hochw. Bischofs Ehrler
von Speyer.
Per Stück 20 Pfg. bei
Frz. Woll.

Vermischtes.

x Si. Ingbort, 16. März. In heutiger Schöffen—
i zung werden nur solgende 2 Fälle abgeurtheilt: Ein Bursche
hen Schnappbach wurde wegen Hausfriedensbruchs mit vierzehn
Tage Geföngniß bestraft, von der weitern Anschuldigung der Kör—
perberlezung Mangels ungenügenden Beweises freigesprochen und
ein Mann von hier wegen Berufsbeleidigung zu einer Haftstrafe
von drei Tagen verurtheilt.
r7 In Pirmasens verunglüdte am Dienstag Abend die
Frau eines Schusters in schrecklicher Weise. Dieselbe saß arbeitend
am Tische, als ein Theil des Deckenverputzes herabfiel und die auf
dem Tisch stehande Steinöllambe zertrümmerte. Das in derselben
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag den 26. März
6881 Nachmuttags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Julius Grewenig
Witwe,
wird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz. Sauer in St. Ingbert,
—
seph. Grewenig, Kaufmann
daselbst und den Erben von
dessen verlebten Ehefrau Elisa⸗
behha Fimmer gegen Peter
Klein, Schmelzarbeiter in St.
Ingbert, die nachstehend beschrie⸗
hene Liegenschaft in der Steuer⸗
gemeinde St. Ingbert im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver—
steigerung öffentlich zu Eigen—
hum versteigert, nämlich:
Plan⸗RNr. 2688, 38 a 16
qim Acker auf'm hintersten
Wallerfeld, hievon die Hälfte
neben Erben Peter Schmel⸗
zer.
St. Ingbert, 8. März 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Samstag, den 26. März
1881 Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth—
chaft von Julius Grewenig
Wittwe, wird durch den unter⸗
zeichneten Amtsverweser des kgl.
stotär Franz Sauer in St.
Ingbert auf Betreiben von Jo—
zann Josehh Grewenig,
Kaufmann daselbst und den. Er⸗
ben von dessen verlebten Ehe—
frau Elisabetha Zimmer ge—
gen Christien Marx Fuhr⸗
mann in St. Ingbert, die nach—
stehend beschriebene Liegenschaft
in der Steuecgemeinde St. Ing⸗
bert im Wege der ver!ragsmä⸗—
zigen Wiederversteigerang öffent⸗

lich zu Eigenthum versteigert,
nämlich:
Plan⸗Nr. 3117 und 3118,
20 à 44 qm Acker am
Schafkopf.

St. Ingbert, 8. März 1881.
E. Auffichneider,
Amtsverw ser.

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„Ein eigenes parlamentarisches Burecanu liefert dem Blatte schnell⸗
und zuverlässige Berichte.
AUmfassende Handelszeitung und Courszettel der Berliner Bdrse
Bolistaͤndige Ziehungsliften der Preußischen u. Sächsischen
Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere.
Ausgedehnte Anwendung des Telegraphendraths und in Folge
dessen frühzeitigste Meldung von allen wichtigen Ereignissen.
DBeichhaltige und wohlgesichtete Eiges dereiten aus der
Reichshauptstadt und den Provpinzen.
Sorgfaltig gepflegtes Feuilleton unter Mitarbeiterschaft der erften
Schriftsteller. Has Roman⸗Feuilleton des 2. Quartals wird folgente
)erborragende Dichtungen bringen, welche in keinem anderen Blatte Deusjch—
lands erjscheinen.

ALA

IALAV
PELALALI
FAALAII
ALAMI
AIALAMI
Neuer überaus fesselnder Romar
aus der Feder eines hervorragen⸗
den Gelehrten, beginnt mit Neu—
jahr im
Deutschen
Familienblatt.
Redigirt von Julius Lohmeyer.
Ferner von: Levin Schücking
has Fräulein von Thorek.
Preis Vierieljährlich nur
Mk. 1.60
oder in Heften zu 30 oder
50 Pf.

Eine Probe⸗Nummer oder ⸗Heft
ist durch alle Buchhandlungen,
sowie auch direkt von der Verlags⸗
handlung J. H. Schorer in
Berlin, W. Vutzowstraße b gratis
zu beziehen.
—Man abonnirt in allen

Buchhandlungen und Post⸗
amtern. ¶·

Die Ein Kind
nornehme Schwester.“ des Meeres.“
Erzählung Roman
von von
LErnet Wichort. Kieronymus Lorm.
A AIn
Ermuntert durch die bereits erreichten großen Erfolge ist das „Berline
Tageblatt“ bestrebt seinen Inhalt stets zu erweitern und zu vervollkommnen
um seinen Lesern die thunlichst beste Zeilungsleltüre zu bieten trotz des euorn
billigen Abonnementspreises von nur
5 Mark 25 Pfennig
fur das Vierteljahr für alle vier Blätter zusammen.
Man beliebe die Abonnements-Besteüung schleunigst bei dem nächsten
Postamt zu bewirken, damit die Uebersendung vom Beginn des Quartals ab
aünktlich erfolge.

e7
Süddeutsche Presse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genanniegrößte, reichhaltigste und ange—
sehenste Blatt von Munchen wird bei den in diesem Jahre
bevorflehenden Wahlen für den bayerischen Landtag, den deutschen
Reichstag und das Munchener Gemeindekollegium in Berichterstat⸗
lung wie in politischem Einfluß erhoͤhte Bedeutung gewinnen.
Seine gut bayerische, entschieden nationale und gemäßigt lieberale
Haltung darf als bekannt vorausgesetzt werden. In den städtischen
Angelegenheiten vertritt dasselbe den Standpunkt des Ausgleiches
und der Versöhnung der Parteien behufs gemeinsamer Arbeit an
dem Wohle der Stadt Munchen. — Der lokale und provinzielle
der Sudd. Pr.“ ist der reichhaltigste irgend eines baverischen
Blattes.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Bereiche des Theaters
und der Musik werden in dem Blatte von allgemein anerkannter
Feder besprochen. Sportsberichte, wie namentlich die Nachrichten
aus bayerischen Garnisonen haben die „Süddeutsche Presse“ in den
militärischen Kreisen weit verbreitet und helfen derselhen dort stets
neue Freunde zuführen.

Die Suddeuische Presse“ ist das einzige Münchener Blatt,
welches den offiziellen Courssszettel der Münchener Börse
unvertürzt zum Abdrucke bringt. Ihr Handelstheil gibt
dem Leser einen sichern Ueberblick uͤber alle Bewegungen des Ef⸗
fekten⸗ und Produktenhandels u. s. w.

Der Auffschwung des Inserateentheils beweist die
Wirksamkeit der uns anvertrauten Inserate in den kauffähigsten
Schichten des Publikums. Wucherinserate ader solche
bedenklichen Charakters sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das
VBlaut auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in die
Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20 Pf
pro Zeile berechnet.

Die allgemein beliebte belletristische und wissenschaftliche Bei⸗
age

„Bayerische Literalurblätter“
enthaält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bilder aus der
hayerischen wie der deutschen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte März ab der interessante
Kriegsroman

„Um Paris“.
Neu eintretende Abonnenten erhalten denselben gratis
nachgeliefert. A
Der Abonnementspreis beträgt pro Quartal S Mark.

München, im Marz 1881.

Die Expedition,
Furstenfelderstraße 13.

Die Verbreitung des „Berliner Tageblatt“ erstredt sich nicht allein über
ganz Deuischland, wo es in mehr als 1400 Städten vertreten ist, sondern
dassfelbe genießt auch im Auslande als große deutsche politische Zeitung
eine besondere Beachtuagg. Das „K. TF.“ dient der in⸗ und auslän-
dischen Presse als ergiebige Quelle für wichtige politische und sonstige Nach⸗-
richten, mit denen es den meisten anderen Zeitungen voraneilt.

— — — —
Der Hausfreund.
Begründet von Hauns Wachenhusen.
24. Jahrgang.

Dieses beliebte illustrirte Unterhaltungsblatt bringt in seinem neuen
Jahrgange wieder eine Menge spannender Romane und Erzählungea, so⸗
wie eine reiche Auswahl von Auffätzen belehrenden Inhalts aus allen
Gebieten des menschlichen Wissens. Wir heben aus dem ungemein manniga⸗
faltigen Inhalt dieses Jahrganges besonders hervor:

Der Sohn der Gräfiu. Von Clara Pause (Verfasserin
von „Die Erbschleicherin“, „Das Drama im alten Schlosse“, „War
sie schuldig?“ u. s. w. — Das Geheimniß von Maloczyn.
Novelle von E. Mario Vacano. — Gräfin Delila. Novelle von
Caroline Bruch-Seim. — Das anonyme C. Criminalgeschichte
von Dr. Julius Hermann. — Die Depesche. Humoreske von
O. Redenhall. — Ein merkwürdiger Prozeß. Von Dr. Bern⸗
hard Stabenow. — Ein Rundreisebillet. Novellette von W
höffer. — Eine Cirke der Revolution. Von Hans Sundelin.
— Der Farbensinn von Menschen und Thieren. Von
Prof. Friedrich Körner. — Die Bedeutung des Wassers im
menschlichen Haushalt. Von Dr. J. Vogt. — Die my—
stischen Erscheinungen unserer Zeit. Von W. Berger. —
Ein französischer Hof in Deutschland. Von Hermann Ros⸗
koschny. — Aus dem alten Leipzig. Von O. von Corvin. —
Die Lungeuschwindsucht und ihre Heilung. Von Dr.
Heinrich Böhnke-Reich. — Musikalifche Plaudereien. Von
hans Hoffmann u. s. w.

Der Hausfreund erscheint in 14tägigen Heften à 80 Pf. und in2
Bogen starken Wochennummern zum Preise von M. 1,50 vierteljährlich.

Alle Buchhandlungen und Vostanstalten nehmen Bestellungen an.

144 i modernen S riften billi sthe
Visitenkarten ————
Druck und Verlag von J. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="171" />
        J h t
e —
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Eei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljährlich
A 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blatitschrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
246. ĩ 5
M 46 Sonntag, den 20. Bärz 1881.

Deutsches Reich.

In der Donnerstag⸗Sitzung der bayerischen Abgeordneten⸗
tammer verkündete der Minister des Innern eine kgl. Botschaft,
vodurch die Dauer der Landtagssession bis zum 9. April ver—⸗
iängert wird.

Der Reichstag setzte in seiner Sitzung vom Donnerstag
die im Jahr 1881/82 aus der Tabakste uer zu erwartenden
kinnahmen fest. Sonnemann brachte dabei das Verfahren der
Straßburger Tabakmanufaktur zur Sprache und tadelte es scharf.
Staatssekretär Bötticher erwiderte: „Die, welche sich darüber be—
chweren, hatten den vorgeschriebenen Instanzenzug noch nicht er⸗
chöpft, als sie sich an den Bundesrath wendeten. Dieser überwies
daher die Beschwerden an den Stadihalter von Elsaß-Lothringen
zu weiterer Veranlassung und befaßte sich seitdem nicht wieder mit
der Frage.“ Ueber das Tabakmonopal, fügte er bei, sei er nicht
in der Lage eine Erklärung abzugeben; seit dem Jahr 1879 habe
die Frage, wie aus dem Tabak höhere Steuererträge zu erzielen seien,
den Bundesrath nicht wieder beschäftigt; auch gegenwärtig liege
kein Anlaß vor, dieser Frage näher zu treten.

Ausland.

Am Abend des 16. März wurde zu London in einer
Mauernische des Mansionhouses, der Residenz des Lord-Mayors,
eine Kiste mit 40 Pfund Pulver und einer angezündeten Lunte
gefunden. Die Lunte wurde durch einen Polizeioffizianten gelöscht
und hiedurch die Explosion verhindert. Der Anstifter des ver—⸗
zrecherischen Planes ist nicht enideckt worden. („Lordmayor“ ist
der Titel des ersten Bürgermeisters der Stadt ee

Vom auswärtigen Amte zu Petersburg ist an die Ver—⸗
treter Rußlands bei den fremden Regierungen am 17. ds. ein
Zirkular versandt worden. Dasselbe beirachtel als erste Pflicht des
daisers, die Erbschaft festzuhalten, welche lange Zeit alle Akte seiner
Vorfahren bestimmte und nachdem Rußland jetzt zu vollständiger
Entwickelung nach Außen gelangt sei, handle es sich nunmehr um innere
Konsolidierung und um die Entwickelung der Zustände auf bürger⸗
ichem, ökonomischem und sozialem Gebiete. Die Vollendung dieser
AMufgabe sei das einzige Ziel der russischen Politik, welche friedlich
sein und den traditionellen Freundschaften und Sympathien treu
bleiben werde. Rußland verzichte nicht auf den ihm gebührenden
Platz im Konzerte der europäischen Mächte, und werde, indem es
olidarisch bleibe für den allgemeinen auf Recht und Verträge be—
ruhenden Frieden von inneren Arbeiten sich nicht abziehen lassen,
rußer um deren Sicherheit zu schützen. Das Ziel der Politik des
daisers sei die Macht und Wohlfahrt Rußlands, zum eigenen
Besten und Niemands Schaden.

Ein Erlaß des russischen Kaisers fordert auch die Bauern
uuf, dem Herrscherhause den Eid der Treue zu leisten. Dies geschieht
nn Folge eines Manifestes des Kaisers Alexander I. vom 8. März
1861, wonach am 17. desselben Monats ca. 1,3500, 000 leibeigene
Dienstleute und über 20,000, 000 an die Scholle gebundene Bauern
rei wurden. Dieser Akt des entschlafenen Kaisers hat seinen
Namen unauslöschlich in die Geschichte eingetragen.

In New-NYork fand vor einigen Tagen ein großes Sozi⸗—
zlisten-Meeting Statt. Es wurden die übuchen Brandreden ge—
hJalten und Resolutionen angenommen, welche die Petersburger
Kreuelthat billigen.
LDermischtes.

F Auch die Verhandlung der gegenwärtigen Schwurg e—⸗
richtssession endete mit Freisprechung. Angeklagt war Georg
Magin, 32 Jahre alt, Bahnwart in Schifferstadt, wegen Brand—
tiftung. Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Staatsanwalt Scherrer;
Vertheidiger: Rechtsanwalt Schmidt. In der Nacht vom 17. zum
8. Okt. obhin entstand in dem Hause des Angeklagten, der in
er letzten Zeit etwas in Vermögensrückgang gekommen war, Feuer.
Am Abend vorher hatte er sich mit feiner Frau und seinen vier
dindern nach Rheingönnheim auf die Kirchweih begeben zu einer
Schwägerin, war dort bis 12 Uhr auch in verschiedenen Wirthschaften
zesehen worden; dann aber bis 4 Uhr verschwunden. Da es in
einem Hause an mehreren getrennien Stellen zugleich brannte, und
n der Nachbarschaft hinterlassene Fußspuren als von ihm herrührend

erkannt wurden, so lenkte sich der Verdacht der Brandstiftung bald
uf ihn, umsomehr da er sein Mob iliar auch bedeutend über den
vahren Werth versichert haite und mit der Versicherungssumme alle
eine Gläubiger hätte befriedigen können. Der Angeklagte wird
ibrigens als ein braver und unbescholtener Mann geschildert und
sa sichere Beweise seiner Schuld nicht erbracht werden konnten, so
erfolgte Freisprechung.

In Waldsee haben sich zur Auswanderung nach Amerika
m Ganzen 144 Personen gemeldet. Hievon sind 42 unter 5
dahren, 39 von 3 bis zu 12 und 69 über 12 Jahre alt. Der
Hemeinderath hat beschlossen, daß von diesen 144 Personen 14
zestrichen werden, weil dies sämmilich ledige, kräftige Leute sind,
zie auch in Deutschland bei gutem Willen ihr Brod verdienen können.
die Gemeinde hat für die Fahrt allein 10,800 M. aufzubringen.

Aus Wachenheim schreibt der „D. Anz.“: Daß unsere
Wingerte ein ansehnliches Capital repräsentiren und ihr Werth eher
teigt als sinkt, zeigte sich wieder bei der Versteigerung der Gebrüder
deidschuh. Es wurden u. a. erlöst für 33 Decimalen Wingert
m Belz 8000 M., für 38 Decimalen Wingert in der unteren
Altenburg 3800 M. und für 17 Decimalen Wingert im Gerüm⸗
»el 2000 M.

In Ludwigshafen hat sich am 16. ds. eine Anzahl
Zewerbsleute dahin geeinigt, fortan vierleljährlich ihre Rechnungen
uuszustellen, da die seitherige Uebung der jährlichen Hinausgabe
ich als dem Gewerbsmann nachtheilig erwiesen habe. — Eben
aselbst haben 32 Handwerker, welche den Innungen der Metall⸗,
dolze und Bäckergewerbe angehören, ihre volle Uebereinstimmung
rklaͤrt mit der Abäͤnderung der Gewerbeordnung, betr. die Innungen,
vie die bekannte Gesetzesvorlage sie enthält.

4 Zu folge eines soeben veröffentlichten Ausweises sind aus
gaiérin in den Jahren 1877 bis 1880 16,129 Personen nach
ven Vereinigten Staaten ausgewandert. Das Auswanderungs-
erhältniß in den einzelnen Jahren der angegebenen Periode ist ein
iußerst beachtenswerthes. Es kehrten dem Vaterlande den Rücken
m Jahre 1877 1559, 1878 1748, 1879 2693 und 1880
0,129 Personen. Auch in diesem Jahre hat die Aus wanderung
viederum bedeutende Dimensionen angenommen.

4Dem Einzelrichter auf dem Molkenmarkte zu Berlin
vurden am Montag früh 276 Personen männlichen und weiblichen
geschlechtes vorgefuͤhrt, die wegen Bettelns, Unfugs oder Umher⸗
reibens während des Sonnabends und Sonntags aufgegriffen
vorden waren. Da der eine der beiden Richter erkrankt war, so
nußte der andere allein sämmtliche Arrestanten aburtheilen, was
zis zum Abend währte.

4 Die dritte Magenresektion Bil Iroth's. Am vergangenen
Zonniag führte Hofrath Professor Billroth in seiner Klinik die dritte
Magenresektion aus, und zwar an einer seit ungefähr einem Jahre
nit Magenkrebs und den daraus resultirenden Beschwerden behaf⸗
eten 36 Jahre alten Frau. Der Ausgang der Operation war
in ungünstiger; die Kranke starb nach etwa 12 Stunden an Er—⸗
chöpfung.

Schnelle Fahrt. Eine der schnellsten Reisen zwischen
xngland und den Vereinigten Staaten hat kürzlich der Dampfer
Britannic“ von der White Star Linie zurückgelegt. Dieser Dampfer,
ines der schönsten Schiffe des atlantischen Dienstes, verließ Queens-
own am 18. Februar 423 Uhr Nachmittags und langte am 28.
*ebruar 2113 Uhr Morgens in New-HYork an. Er hat somit diese
ahrt in 6 Tagen und 10 Stunden zurückgelegt.
Fcar derichte.

Zweibrücken, 17. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 15 pf, Korn 10M. 34 pf., Gerste zweireihige d M. — Pf.
erreihige d M. — Pf. Spelz d M. — Pf. Spelzkern — M. — Pf-
Hinkele M. ppf. Mischfrucht 10 M. 28 Pf., Hafer 6 M. 71 Pf.,
erbsen — M. — Pf., Widen 6 M. 95 Pf., Kartoffeln 1 M. 90 Pf.,
deun2z M. 8385 Pf., Stroh 8 M. 06 ppf., Weißbrod 1?/2 Kilogr. 57 Pf.
tornbrod 3 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrods Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
zr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
ammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.z Butter 1/3 Kilogr. 1 M. 085 Pf.,
Vein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Fuür die Redaction verantwortlich: F. xX. Deme
        <pb n="172" />
        Je größer der Leserkreis einer Zeitung ist,
desto eher ist dieselbe im Stande, den vielfeitigen Wunschen der Abonnenten
zerecht zu werden. Die stabile Höhe der Auflage einer Zeitung liefert gleich—
seitig den Beweis, daß Letztere durch ihren Inhalt die Bedürfnisse des Publi⸗
ums vollkommen zu befriedigen weiß. Diese beiden wichtigen Faktoren treffen
bei dem „Berliner Tageblatt“ in seltener Weise zusammen; es hat sich
dasselbe bereits seit mehreren Jahren einen festen treuen Stamm von weit
über 70 Tausend Abonneunten bewahrt und den Ruf einer geistig
frischen und ungemein reichhaltigen Zeitung erworben. Die Vorzüge des
Berliner Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem: „Täglich zwei—
naliges Erscheinen als Abend- und Morgenblait, wodurch es in der Lage
st, seinen Lesern alle Nachrichten stets 12 Stunden früher als jede nur ein—
mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen. — Gänzlich unabhängige, frei—
innige, politische Haltung. — Spezial⸗Korrespondenien an allen wichtigen
Pletzen und in Folge dessen rascheste und zuverlässige Nachrichten; bei bedeu⸗
enden Ereignissen umfassende Spezial-⸗Telegramme. — Ein eigenes parla⸗
mentarisches Büreau liefert dem Blatte schnelle und zuverlässige Berichte. —
Vollständige Handelszeitung nebst Courszeitel der Berliner Börse (im Abend⸗
n — Ausgedehnte Anwendung des Telegraphendrahtes und in Folge
dessen frühzeitigste Meldung von allen wichtigen Ereignissen. — Reichhaltige
doial⸗ und Gerichtszeitung. — Sorgfältig gepflegtes Feuilleton unter Mit⸗
awpbeiterschaft der ersien Schriftsteller. Im nächsten Quartal erscheinen: „Ehre
über Ailes“ Novelle von Paul Heyse. „Eine vornehme Schwester“, Er—⸗
zKählung von Eenst Wichert. Ein Kind des Meeres“, Novelle von Hiero⸗

numus Lorm. Das „vBerliner Tageblatt“ hat in dem Bestreben, neben
— DD
Zerrn Georg Buchholz einen inuthigen Weltreisenden gewonnen, welcher von
ciner Reise um die Welt Spezialberichte liefert, die das Interesse der Leser
ingemein fesseln.

Außerdem empfangen die Abonnenten des „Berliner Tageblatt? die drei
verthvollen Separat⸗Beiblätter: das illustrirte Witzblatt VLICcec, das bel—
etristische Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle““, sowie die Mittheilungen
iber Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“. — Diese
Fülle anregenden und unterralienden Lesestoffs bietet das „Berliner Tageblatt“
u dem enorm billigen Abonnements-Preise von nur ß5 Mk. 28 Pf. (incl.
Jostprovision) pro Quartal für alle 4 Blätter zusammen. — Im eigenen
Fnieresse beliebe man die Abonnemens-Bestellung schleunigst bei dem nächsten
dostamt zu bewirken, damit die Uebersendung des Blattes vom Beginn des
Quartals ab punktlich erfolge — Probe-⸗Nummern werden auf Wunsch gratis
und franco übersendet. — Die Verbreitung des „Berliner Tageblatt“ er⸗
creckt sich nicht allein über ganz Deutschland, wo es in mehr als 1400
Städten vertreten ist, sondern genießt auch im Auslande als große deutsche
politische Zeitung eine besondere Beachtung Das ‚Berliner Tageblatt“ dient
der ausländischen Presse als ergiebige Quelle für wichtige politische Nachrichten,
mit denen es den meisten anderen Zeitungen voraneilt.

— —
Geldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130,000 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Sortlaufende Rummern.
Keine Serienziehung.

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der Tiebnabee dron Einem verehrlichen hiesigen 8 auswartigen Publikum die
reitag den 25. März trifft amen-Jacken ergebene. Anzeige, daß ich unterm heutigen ein J
Diüon an Falnzun m allen möglichen Stoffen, sSpezerei⸗ &amp; Colonialwaaren- Geschäft
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Iue weimd bhwer Leintücher, ———— 8 Dn emenstree ——
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iterarischepolitische Wochenschrift zählt die ersten Autoren
Deutschlands zu ihren siändigen Mitarbeitern, sie interessirt
chre Leser durch eine Fülle von Mittheilungen und Anregungen
aus allen Regionen des geistigen Lebens der Nation. Die Zu—
verlässigkeit der politischen Informationen des „Deutschen Mon⸗
tags⸗Blattes“, die Frifche seiner literarischen und künstlerischen
Mittheilungen und Kritiken, sowie überhaupt die Mannigfaltig⸗
keit seines Inhalts, machten es bald zum

Lieblingsorgan der geistigen Arislokratie
und der billige Abonnementspreis von 2 Mk. 50 Pf. pro
Vierteljahr erleichterte seine Verbreitung in den gebildeten Krei⸗
sen deuͤtscher Zunge. Alle Buchhandlungen und Postanstalten
Nr. 1251 der Post-Zeitungs-Preisliste) nehmen Bestellungen
ntgegen.

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Lungenleiden.

Auch an mir hat sich Ihr
Huste⸗Nicht prächtig be⸗—
währt, denn schon nach dem Ge—
brauch von 8 kleinen Fläschchen
war mein Husten beseitigt. Da
ich aber herz⸗ und lungenleidend,
bin und auch in dieser Hinsicht
Erleichterung verspüre, so setze ich
den Gebrauch Ihres Extractes fort.

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J versendet auf gefl. Verlangen die Erxpe—
robe-NKummern dition des „Deutschen Montags-Blattes“,
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Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 12.
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* St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und SZonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich
40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 4A 60 J, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 47.

Dienstag, den 22. März

1881.

Zum Geburtstage des Kaisers.*)

Es ist eine seltene Gunst des Schicksals für das neue deutsche
Keich, daß der erste Herrscher, unter dem es seine Geburt feierte und
nach den fetten Jahren auch sieben recht magere Unglücksjahre zu
urchleben hat, ein gottbegnadetes Greisenalter erreicht. So hat
ich das deutsche Volk in seinem Glück wie in den Tagen bitterer
Trübsal daran gewöhnt, nach oben, nach seinem Kaiser zu schauen,
zen es wie seinen Vater verehrt, und seit vielen Jahren ist es
as Geburtsfest des siegreichen Hohenzollern, an welchem die dauern⸗
den Gefühle der Volksliebe und Treue naturgemäß zu lauter Aeußer⸗
uing drängen. Da tönt in der Hütte bis zum Palast ein aufrich⸗
iges Gebet für den Kaiser zum Himmel empor; da quillen aus
zerufener und unberufener Dichter⸗ und Sängerbrust freudige und
chöne Lieder hervor; da klingen im ganzen Vaterlande in festlichen
creisen die Gläser zusammen; die Höchstgestellten, wie die Besten
er Nation feiern mit begeisterter Rede des Kaisers arbeitsvollen,
hren⸗ und freudenreichen, aber auch oft schwergeprüften Lebens—
auf, und all der Jubel und die Lust eines liebenden Volkes macht
ich in dem donnernden Rufe Luft: Ein Hoch dem Kaiser und dem
heldengreise! Gott schütze und erhalte ihn noch lange Jahre dem
eutschen Vaterlande und dem deutschen Volke!

Es wirken viele Umstände zusammen, welche diesen Aeußer⸗
ingen der Volksseele nicht nur einen weihevollen Charakter, sondern
ine so tiefinnerliche Aufrichtigkeit, eine wahre Herzensfreudigkeit
erleihen. So lange es civilisirte Völker gab, war die Ehrfurcht
»or dem hohen Alter eine edle Tugend. Kaiser Wilhelm hai das
Alter, welches der Psalmist für das Menschenleben mit den herr⸗
ichen Worten bezeichnete „und wenn es hoch kommt, währt es
ichtzig Jahre“ — längst überschritten. Geprüft durch harte Schick⸗
alsfügungen steht der Kaiser dennoch vor unseren Augen mit hoher
ingebeugter Gestalt und seltener Frische des Körpers und Geistes,
nit einem Antlitz, aus dem trotz aller bitteren Erfahrungen die
tiebe zu seinem Volke, die Milde und die Leutseligkeit spricht. Sein
derz ist offen und seine Hand freigebig, wo es Noih zu lindern
iilt, es lebt und webt bis zu seinem letzten Athemzuge mit seinem
dolke und für sein Volk.

Die irenische Weisheit des Alters läßt den Kaiser oft das
tichtige treffen, wo eine Nation in ihrem Urtheil schwankt. Seine
Vorte tragen ein helles und klares Gepräge und oft schon war
ein Wort, geredet zu seiner Zeit, gleich goldenen Aepfeln in filbernen
zchalen. Man ist versucht, gerade darin, daß dem ersten deutschen
daiser an seinem Lebensabend von einer harien, materiell und gei—
tig bedrängten Zeit das entscheidende Wort in einer zu gleicher
jeit machtvoll ihrer Lösung entgegendrängenden Fülle von Zeit⸗
zagen zugeschoben wird, sichtbar das gütige Walten einer weisen
horsehung zu erkennen.

Auch seine „Zeit ist in Unruhe“. Gewaltiger als zu den
zeiten des großen Kurfürsten und des großen Friedrich ist die Lösung
er politischen Zeitfragen an den Kaiser Wilhelm, den die Rach—
oelt den Großen und allzeit Siegreichen nennen kann, herange⸗
ceten. Auf blutig gedüngtem Saatfelde ist der Frieden und mit
jm das deutsche Kaiserthum erblüht. Berlin ist zum Centrum
er europaischen Politik geworden, das deutsche Reich ist zur Macht,
ein Volk ist zur Nation geworden. Unter der festen politischen
ührung Kaiser Wilhelm's hat sich das Reich consolidirt, welches
eute trotz aller großen schwebenden Fragen nur noch den Ausbau
eines stolzen Gebäudes zu besorgen hat. Aber neue und große
lufgaben sind ihm vorbehalten und wenn unsere Hoffnungen auf
ie Zukunft nicht gesunken, wenn die Sittlichkeit des Volkes nicht

järtere Einbußen erlitten, wenn die ehrliche Arbeit, wenn auch hart
jebeugt, wieder emporstrebt und das deutsche Volk seinen Muth
nicht verloren hat, so ist das Alles in hohem Maße dem edlen
Beispiel zu danken', welches in jeder Beziehung der Kaiser seinem
dolke gegeben hat.

—A

eine greise und dabei fast jugendfrische Arbeitskraft nicht erlahmen,

Witlhelm J. deuischer Kaiser und König von Preußen, ist geboren am
Närtz 1797.

'd lange wir ihn weiterwirken sehen in steter Lust und Opferfreu
aigkeit, in wahrhaft rastloser Thätigkeit, so lange kann das deutsch
Lolk sich selbst und seinen hohen Zielen als Nation treu bleiben.

Es blickt empor zu seinem Kaiser wie zu einem Leitstern, der es

nie getäuscht. Und in diesem felsenfesten Vertrauen, in seiner un—

rschůtterlichen Treue liegt der Schlüssel zu der Liebe seines Kaisers

ind zu der hohen Freude, mit der es alljährlich die Feier seines

Beburtstages ale isch einem Volksfeéste begeht!
eeutsches Reich.

Die Verm̃ehrung der bayer. Armee um ein Infanterie⸗
segiment und vier Batterieen macht für den Friedenssiand die
hermehrung der Zahl der Offiziere um 70 bis 80 erforderlich.
Durch die am 19. März publizirte kgl. Entschließung wurden aber
2 Portepeefähnriche zu Sekondelieutenants befördert, so daß eine
zrößere Anzahl Offiziersstellen vorerst noch unbesetzt bleibt.

In Berliner Regierungskreisen und am Hofe ist man voll
Zuversicht, daß Rußland an dem Verhältniß zu Preußen und
Ddeutschland Nichts ändern wolle.

Dem Bundesrath liegt außer der dem Reichstag bereits
zugegangenen Novelle noch ein zweiter Abänderungsantrag zur Ge—
verbeordnung vor. Zu dem letzteren hat die sächsische Regierung
inen Zusatz beantragt, der die obligatorische Einführung von
Arbeitsbüchern für alle gewerblichen Arbeiter bezweckt. Bekanntlich
sat schon die Novelle zur Gewerbeordnung vom 17. Juli 1878
ie Arbeitsbücher für Personen unter 21 Jahren angeordnet; es ist
ber seither vielfach die Forderung erhoben worden, diese Ver⸗
flichtung auch auf ältere Arbeiter auszudehnen. So wurde u. A.
eulich in der württembergischen Kammer gelegentlich einer Ver⸗—
andlung über das zunehmende Vagabundenwesen darauf hinge—

oiesen, daß mangels irgend welcher Arbeitsnachweisungen wirkliche
HZagabunden von Arbeitsuchenden gar nicht zu unterscheiden seien.
lehnlichen Erwägungen mag jetzt der sachsische Antrag entspringen.

Dem Reichstag sind jetzt die Gesetzentwürfe uͤber die Brau—
teuer (geht Bayern nicht an), uͤber die Wehrsteuer und über Reichs—
Stempelabgaben zugegangen, dazu eine Denkschrift, in welcher aus
inander gesetzt wird, daß man darauf denken müsse, die wachsen⸗
)en Bedürfnisse des Reiches und der Einzelstaaten lieber durch in—
irekte Abgaben zu befriedigen, als durch Vermehrung der direkten
Zteuern, und das vor allem schon aus dem Grund, well ein stärkeres
Anspannen der direkten Steuern in den meisten Staaten unmög—
ich sei.

Mit ungetheilter Befriedigung wird man überall, wo Deutsche
vohnen, begrüßen, wie unsere Flotte neuerdings an einer fernen
Züste gezeigt hat, daß ungestraft deutsches Eigenthum nirgends
nehr in der Welt angetastet werden darf. Die Zeiten sind vorüber,
vo die deutsche Flotte für eine Piratenflotte erklärt wurde und
Deutschland selbst so wenig Sorge zeigte, seine Unterthanen in der
Fremde zu schützen, daß es seine Flotte, wenigstens die bescheidenen
Anfänge dazu an den Meistbietenden öffentlich versteigein ließ.
Wie offiziel bekannt gegeben wurde, hat das deutsche Schiff Victoria
das Seeräubernest Liberia an der westafrikanischen Küste, dessen
Bewohner ein dort gestrandetes deutsches Schiff geplündert hatten,
erstört, neun Geiseln an Bord genommen und die liberische
Kegierung veranlaßt, in 3 Monaten 2000, in einem halben Jahte
3400 Dollars zu bezahlen.

Ausland.

In Frankreich spitzt sich der Gegensatz zwischen Gambetta
ind dem Präsidenten Grevy immer mehr zu. Eine Ministerkrisis
st zwar nicht erklärt, Jedermann aber fühlt ihr Herankommen.

Vermischtes.

* Sit. Ingbert. Am letzten Samstag Abend wurde von
derrn Professor Luremburger in Zweibruͤcken als Prüfungs-
ommissär im Beisein des kgl. Bezirksamtmannes Herrn Dr. Schla g⸗
nweit die Prüfung in der gewerblichen Fortbildungsschule dahier
bgehalten. Das Resultat derselben war ein recht befriedigendes.
Die gewerbliche Fortbildungsschule wird gegenwärtig in zwei Cursen
von 127 Schülern besucht. Der untere Cours zaͤhlt 62 und der
bere 65 Schüler. Von diesen nahmen an dem Unterrichte in der
rachabtheilung 23 theil.)

— *

—*
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        * In der verflossenen Nacht stellte sich ganz unerwartet der
Winter wieder bei uns ein und ließ als Zeichen seiner Anwesenheit
eine leichte Schneedecke zurück. Hoffentlich wird er sich bald wieder
und zwaͤr auf langere Zeit empfehlen.

* Die Pfälzischen Eissen bahnen vereinnahmten im
Februar dieses Jahres 119,377 M. weniger wie im gleichen
Hronal des Vorjahres. Für die beiden Monate Januar und Februar
heuer stellt sich die Weniger⸗Einnahme gegen denselben Zeitraum
des verflossenen Jahres auf 290,591 M. 22 Pf.

Vor dem pfäl;. Schwurgerichte wurde am —18.
and 19. ds. gegen Walburga Hartmann, 42 Jahre alt,
Kleidermacherin aus Weißenburg und deren Bruder Peter Har t⸗
mann, 44 Jahre alt, Wirth von Straßburg verhandelt. Die
beiden Angeklagten waren des wissentlichen Meineides beschuldigt,
wurden desselben auch überführt und in eine Zuchthausstrafe von
je drei Jahren verurtheilt, der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte
auf die Dauer von 5 Jahren gegen sie ausgesprochen und dieselben
dauernd unfähig erklärt, als Zeugen oder Sachverständige eidlich
bernommen zu werden. — Als nächster Fall beschäftigte die Ge—
schworenen ein Preßvergehen. Andreas S chäfer, 33 Jahre alt.
derzeit Redakteur der in Kirchheimbolanden erscheinenden „Donners⸗

herger Zeitung“, war angellagt, in dem im vorigen Jahre von
hm in Speyer redigirten „Pfaͤlzer Volksblatt“ den Reichskanzler
Fürsten Bismarck durch einen Artikel beleidigt zu haben. Der An⸗
Jellagte wurde im Sinne der Anklage für schuldig erklärt und zu
siner Gefängnißstrafe von 14 Tagen, sowie zu sämmtlichen Kosten
vderurtheilt und die Publikation des ergangenen Urtheils, sowie die
Konfiskation sämmtlicher den fraglichen Artikel enthaltenden noch
vorhandenen Nummern verordnet.

pIn St. Johann brannte in der Nacht von Samstag
auf Sonntag die bekannte J. Deesz'sche Pianofortefabrik voll—
stäändig nieder. Eine Menge angefangener, halb oder ganz fertiger
der in Reparaiur befindlicher Instrumente, große Vorräthe trockenen
fremden und einheimischen Holzes, Werkzeuge, eine Dampffäge,
eine Dampfmaschine u. s. w. gingen zu Grunde. 30 Arbeiter
wurden brodlos.

*Berichtigung. In der in letzten Samstagsnummer veröffentlicher
Schöffensitzung vom 16. März soll es in der 2. Zeilen heißen statt werden
wurden und in der 5. Zeile statt ungenügenden: genügenden.“

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme ß. n
— — i—

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Don nerstag den 7. April
nächsthin Vormittags 10 Uhr zu
Dmimersheim, in der Wirth⸗
schaft von Andreas Lang,
Wittwe
Nvwird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
duf Anstehen von Margaretha
LZinz gewerblosen Ehefrau von
Josepyh Schneider, Maurer⸗
meisier beide in Bebelsheiu
und Letzterem selbst der ehelichen
Ermaächtigung und Gütergemein⸗
schaft wegen, gegen Michael
Uth, Steinhauer in Ommers-
heim, die nachhin beschriebene
diegenschaft in der Steuerge⸗
neinde Ommersheim wegen Nicht⸗
bezahlung des Erwerbspreises
vͤffentlich an den Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, nämlich:
Plan⸗Nr. 1970, 15 a 39
qm Acker auf der Puwick
neben Peter Hartz und An⸗
dreas Wachall.
St. Ingbert, 17. März 1881.
K. Auffschneider,
Amisverweser.
Licitation.
Freitag den 8. April nüchst⸗
hin Nachmittags 3 Uhr zu St.
Ingbert, im nachbeschriebenen
Wohnhause wird durch den un—
terzeichneten, hiezu gerichtlich be⸗
quftragten Amtsverweser des kgl
Notars Franz Sauer in St.
Ingbert, die nachbeschriebene,
theus zur Gütergemeinschaft zwi⸗
schen Julius Grewenig wei—
land Wirth und dessen hinter—
bliebenen Wittwe zweiter Ehe
Marie Antonie Neuerbourg,
theils zum personlichen Nachlaß
des Verlebten, gehörige Liegen⸗
schaft, in der Steuergemeinde
St. Ingbert der Abtheilung we—
gen öffentlich an die Meistbie⸗
senden zu Eigenthum versteigert,
nämlich:
Plan⸗Nr. 2833, 8 a 90
qm Fläche, Wirthschafts-
gebäude mit Kegelbahn und
Wirthsgarten, Plan-⸗Nr.
283813 10 a* 18 qm
Acker auf der Meß, und

Plan⸗Nr. 2834, 8 a 28
qm Acker allda, alles ein
Ganzes gelegen in der
Stadt St. Ingbert an der
alten Bahnhofstraße neben
Jakob Best und Adolf
Wagner;
Eigenthümer sind:
I. Marie Antonie Neuer⸗
bourg, Wirthin, Wittwe zwei⸗
ter Ehe des Verlebten, wegen
der zwischen ihr und ihrem ver—⸗
sebten Ehemanne bestandenen
Bütergemeinschaft;

L. Katharina Elisabetha Gre⸗
wenig, ohne Gewerbe, min⸗
derjährige, durch die Ehe eman—
ripirte Ehefrau von Herrn Jo—
hannes Alt, Stadt-Einnehmer,
uͤnd Letzterer selbst als Curator
seiner Ehefrau sowie der ehe⸗
lichen Ermächtigung und Güter—
Jemeinschaft wegen; Ehefrau
Alt, Tochter erster Ehe des Ver—⸗
lebten mit der gleichfalls ver⸗
ttorbenen Catharina Graffion;

III. Die Kinder zweiter Ehe
des Verlebten als: a) Catha—
ina, b) Julius, e) Louise, d)
Josephine und e) Maria Gre⸗
wenig, alle fünf minderjährig,
welche ihre genannte Mutter zur
Jesetzlichen Vormünderin und den
herrn Louis Grewenig, Kauf⸗
nann zum Nebenvormunde haben.

Alle in St. Ingbert wohnhaft.

St. Ingbert, 21. März 1881.

K. Auffschneider,

Mmtaporweser.

1

SXAn V as Haus welches Frl. Fink
Stadtrathssitzung D bisher bewohnte, * bis
um 28. März l. Is. Nachmit 18. Aprübeziehbar, durch den
ags um 4 Uhr. Unterzeichneten zu vermiethen.
Tagesordnung: V. Greß. Bacer
Abhör der Rechnungen pro
1880: a) des Hospitals,
b) des Armenfonds.
Aufstellung der Voranschläge
der Einnahmen und Aus—
gaben pro 1881: a) des
Hospitals, b) des Armen⸗
sonds, c) der Gasanstalt.
Bürgeraufnahme. I
Erhebung einer Cultus⸗
umlage. ——
5. Schulwesen. ——
St. Ingbert, 22. März 1881.
Tas Bürgermeisteramt:
Custer.
Ein⸗ Wieße am Walzwerk
und ein Acker am Wohm⸗
bacher Weiher sind zu verpach—
ten durch
Kaiser-Abend:
SaIvatfto

Sch. Laur.

bei'm Sei ter.

d 1.22
Die Nihilisten.

Der entsetzliche Tod Alexander V. erschüttert die civilifirte Welt, und
mit Greuen blickt man auf jene fast unfichtbare Umsturzpartei, deren
Hrogramm den Königsmord trägt. Die Berliner Gerichts⸗Zeitung
begium im Laufe der nächsten Tage mit dem Abdruck des Romans „Die
Rihiliften“ von Wilh. Grothe, eines Werkes, welches durch lebendig
Schilderungen dem Leser einen Einblich in den geheimen Kampf der rus
sischen Regierung mit den Nihilisten gewährt. An diesen hochinter⸗
essanten Noman wird sich ein anderer, ein ebenfalls sozialistischer Ro⸗
man, der gegenwärtig in England Epoche macht, „Die Zeit der
Prüfung“ von J. Fothergill, anschließen. Die soziale Frage, die un
sere Zeit deherrscht, wird in beiden Romanen an der Hand der span⸗
nendssen Begebenheiten beleuchtet, und jedermann, der den Pulsschlag der
politischen Weltlage empfindet, wird sein vollstes Interesse der Lektüre,
die ihm hier dargeboten wird, zuwenden. — Ein, ueues Abonnement der
Verliner Gerichts⸗Zeitung, die, vollständig objektiv und
parteilos gehalten, bei ihrem bewährten Inhalt und niedrigen Abon-
sementspreis in keinem deutschen Haushalt fehlen sollte, beginni
mit dem 1. April. Das Blatt wird im übrigen fortfahren, eine Fülle
des Belehrenden und Unterhaltenden zu bringen, und unausgesetzt bestrebi
sein, sich den stets sich mehrenden Leserkreis, den es seit Jahren an sidh
fesselte, zu erhalten. — Man abonnirt bei allen Post⸗Aemtern Deutsch⸗
la nds, Oesterreichs, der Schweiz ꝛc. für 2 Mark 50 Pf. für das Viertel⸗
jahr; in Berlin bei allen Zeitüngs-Spediteuren für 2 Mark 40 Pf. vier—
ejatrrlich, fuür 80 Pf. monatlich einschließlich des Bringerlohnes. — Fur
Inserate ist die Berliner Gerichts⸗Zeitung bei ihrer großen Verbreitung
den wohlhabenden Kreisen der Bevölkerung ganz Deutschlands von be
deutender Wirksamkeit.

Wir empfehlen bei Bedarf
diesjähriger Aussaat:
Saal⸗Hafer,
„Gerste,
Wicken,
rothen u. blauen Kleesamen,
Saradella-⸗
schwedischen
Grassamen,
Lupinen,
Alles von vorzüglichster Güte
und bei billigster Bedienung.
Franz Grell's Nachfolger
Wir empfehlen als Dünger⸗
mittel:
Peru⸗Guano,
Knochenmehl, roh und ge⸗
dämpft, in jeder beliebigen Quan⸗
ität. Franz Grell's
Nachfolger.
Druck und Verlag von F. X. Deme zz in St. Ingbert.

Visitenkarten wedernen Zqriften vungbe
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        X —E 24 — ——
*2222 * e 382 — 222 — *
5 —53— —5 3355 33338
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5s 58 2555 — —— s38355—55
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25— 2— 33— — —33——— 5 3—
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— — — 288 —— —25* 3S9 — * 2* 23 —X —
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2 3 3 — —52 S — 388 ——— — — —— 53B3B353 5 8 335
——— — — 3235* 5225353 —8c—2—82535 — —— —
— 558835— ——— — 88552 5— 2525 538
383559235 ———— 5535 52333355 236 5* 25388*
———————— —38 — ——23 — ——— 5568
3 —222 2 —— * 5 5* 2 5z8
3 3 5352773 3
— 2538*58 2522 8 *8 —* — 523 33 æ
*2 * — 333 5 — — 33—825 7 — — —25533283525*
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3 3 838
* 55 — * S —A * — 2 —
53— * 22 5—2338—2—— SS 3 8z8385 5— 325* — —— 533
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5 5 —5 ——080 — 8 2 8

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— 55 — 3884 —88 2 52 522 35 2 ——
—52 35335 258332—5 * 32 —5382 2 528
* —35— . — —60 *825 8555— 5 *22*
220225 55 2352 *22 — 3*

* —38— —3 — —33 Av 27 — 2 * 2
—5 353335—58 557 A
* 2 22 552532. 225 324 2, 22
2—2 —2 —— —3 3— S28 ———— ———
3535—583353 5*528 5 —A — —
282 5—8 — 208 2 8E5

7 38 5338 33 —53357 255 35353 —————
— —2885 — S 575 838 —

——83 53 — — ⏑ . —3 5352*
— —2— 5352—— 2—82385 2 7 ——
885. 2555 — 32235 — 2 8 — — 335
———3* — 25 255 3B3—2228 2535358 3. 5
———85 2883 *52 3* O —.28
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— * —* * — 8— ⁊
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— — — — ——25358. ———5 33553
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5882 ——— —2 —— — —33353553535

222 — 2 25.2 *c552883555 5 2. 2 — — 52
33 3 53
— —e —
55 23228* 55. . 8 5.24 53 3 5, 8.
555 55338528 5z3235 5 55 55 533535 8 ———
32 — — 28

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523 33383828
5238 —233 23335
55 5553 —— —*3

2 533535 583 5252 72 7533*2*3 52587

5 — 8 5. — 5 8 2

555 38 2 —7 888 J—— 3355258

* * —A 5 — —25—2 5322 2 5—
5 5. 533 533 A 2525 —— 833
59 253* *28 52 3 5322 —*— 852 52 3 33 *2 522
— 4 — 23—* 5 —x —. 342 7 2 8 8 38583832
72 5 wE 55 — —— 5333 38 8* —A—— 5325838
— 2 8 ——— — 3 5* 253035 523 225 2 8S —
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—5 — 8. * — *77 — — — 28 28— 22*
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2 552 378 23 238285 — 322* — —5588 4 —25535338
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7835 33538 5 S2
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5333 3387— 232 33 —— 2353 50 3523.3 —
3 2 8 33 5 3 222 — O 3
523883 — 5 — 2z288 —— 285 8. — 2 8 52 F
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8 285 * 5*32323 E 2 * 33 23 .7
33333233888 3565* 3333283 5383
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155*2333 38—5
2* 83 2 — B55* 527 253 —582223 —
322 A 3535 — 2 * 3 — 3 2. — * 2 — 3 22 —3
83 2 2535355 33253 — — 25232355 3333 53233
5333 3 — —— —53 5—553869 58383
1 * 5 * 2 2 — — 22 — 7222 — * 2 ——
44 8538 3332353 — 5. 3532 2685* 28 25 —5 252. —2 5325 * 260
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32238 33 8 —— 3* * 23
A * — 385 533 222
23. 53 2 3 338 338 8 3.
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22
        <pb n="177" />
        Slt. Ingberler NMnzeiger.
Her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchenllich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

AM 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswäarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrisit oder deren Naum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
—8

Donnerstana, d , März

—ç ZBꝛBꝛBZR
1881.

Abonnements⸗Einladung.

Beim bevorstehenden Quartalswechsel erlauben wir uns zum

Abonnement auf den F
2

„St. Ingberker Anzeiger“,
amtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert,
ergebenst einzuladen.

Der „Anzeiger“ wird auch im neuen Quartale fortfahren,
eine Leser über die politischen Tagesereignisse in kurzen,
zrientirenden Zusammenstellungen auf dem Laufenden zu erhalten;
zaneben wird auch ferner lokalen und provinzietlens
Vorgängen unsere Beachtung zugewendet bleiben. Auch mit inter⸗
essanten Fällen aus dem Gebiete der Rechtspflege, sowie mit den
wichtigsten Handels⸗ und Verkehrsnachrichten wird der „Anz.“
eine Leser bekannt machen.

Das „Unterhaltungsblatt“ und die illustrirte Sonniagsbeilage
verden in spannenden Erzählungen, heiteren Anekdoten und Räth—
eln, eine unterhaltende und anregende Lektüre bieten.

Nenbestellungen nehmen auswärts alle k. Postanstalten, hier
zie Expedition und die Träger entgegen. Die bisherigen hiesigen
Abonnenten erhalten den Anzeiger“ auch im neuen Quartale
ortgeliefert, wenn sie nicht vor Ende dss. Monats aus⸗
drücklich abbestellen.

Der Abonnementspreis und das Erscheinen des Blattes
erleiden keine Aenderung.

Inserate werden in den „Anzeiger“ zu dem bekannten Preise
nifgenommen, und sei derselbe einem geehrten Publikum zu Ver⸗
ffentlichungen aller Art geziemendst empfohlen.

Die Redaktion und Expedition.

Der neue Kaiser von Rußland hat die Würdenträger
„erufen und erklärt, er wünsche von seiner Umgebung vor Allem
Wahrheit. Es läge ihm weniger am Jasagen, als an unbedingter
Aufrichtigkeit und freier Sprache.

Die Blätter melden von zahlreichen Verhaftungen, die in

zen letzten Tagen in Petersburg vorgenommen wurden. Bei
inem der Verhafteten soll eine große Geldsumme, gegen 700,000
sttubel, in zwei Koffern gefunden worden sein. Der „Herold“
neldet, daß zwei nenue Dynamit-Lager entdeckt seien.
GEs finden in Petersburg noch immer Haussuchungen statt;
ie Nihilisten haben eine neue Proklamation ausgegeben. Dem
daiser Alcgander III. soll darin eine Frist von drei Monaten ge⸗
etzt sein, um dem Land eine Verfassung und freie Einrichtungen
u geben, auch warnen ihn die Nihilisten vor der Unterzeichnung
»es Todesurtheils gegen die ergriffenen Staatsverbrecher. Er wird
ich freilich dadurch nicht beirren lassen.!

Der Gemeinderath von Petersburg hat den vom Minister
doris⸗-Melikoff in einem Schreiben an den Stadthauptmann ge⸗
nachten Vorschlag, eine Kirche an der Stelle des Attentats zu er—
ichten, angenommen. Außerdem soll eine auf die Katastrophe be⸗
ügliche Medaille geschlagen werden.

Man weiß jetzt den Namen des eigentlichen Zarenmörders,
der die zweite Bombe warf. Er hieß Stefanowitsch und
var bereits bei früheren nihilistischen Bewegungen, wie namentlich
zei dem zu Tschigiri bei Kiew von dem hingerichteten Deutsch im
Fdahre 1879 angestifteten Aufruhr, betheiliqt.

Vermischtes.

In Thaleischweiler stieß das vierjährige Töchterchen

)es Feldschützen die auf dem Tisch stehende Petroleumlampe um
ind wurde durch das ausströmende, brennende Petroleum so zu⸗
zerichtet, daß es bald darauf starb.
7 Die Stadt Kaiserslautkern hat mit der Direktion
)er Pfälzer Eisenbahnen einen Vertrag abgeschlossen, wonach erstere,
im bei Erbauung der Lauterthalbahn in der Nähe der Kammgarn⸗
pinnerei zu bekommen, 80,000 Mark dazu gibt. Hievon geht ab
er Werthanschlag des städtischen Terrains, welches zum Bahnbau
mentgeltlich überlassen wird, mit 40,000 M., verbleibt demnach
in Baarzuschuß von 40,000 M., wovon die Kammgarnspinnerei
30,000 M. leistet. Es verbleibt demnach für die Stadt eine
deistung in Baar von 10,000 M.

Die „Ultramarinfabrik Kaiserslautern“ zahlt für
zas abgelaufene Betriebsjahr pro 800-fl.-Aktie 43 M. Dividende.

FIn Landau entwickelte am Sonntag Hr. Senatspräsi⸗
»ent Petersen von Colmar vor einer Versammlung von etwa
500 üüberalen Wählern als Reichstagswahlkandidat sein Programm.
dasselbe fand lebhafte Zustimmung. Von fortschrittlicher Seite
raten als Redner auf Sartorius (Mußbach) und Anwalt
Scholler (CLandau), ohne jedoch Eindruck zu machen. — Ver⸗
rauensmänner aus dem Reichstags-Wahlkreis Bergzabern⸗Germers⸗
jeim stellten am Sonntag in Landau einstimmig wieder Hrn.
Moritz Bolza als Kandidaten für den Reichstag und die HH.
Llwens, Louis und Theyson als Kandidaten für die
nächste Landtagswahl auf.

In Aschaffenburg sind gleich zwei Ehefrauen ihren
Männern durchgebrannt und zwar jede mit einem anderen Ehemann.
den Verlassenen wird wegen des Verlustes wohl weniger zu condo⸗
iren, als zu gratuliren sein.

Das Militärbezirksgericht zu Würzburg verurtheilte den
Bizefeldwebel Ludwig Marz vom 4. Infanterieregiment wegen 25
terbrechen der Soldatenmißhandlung zu 1*/13 Jahren Gefängniß.
Der Verurtheilte ist aus Rheinzabern, Pfalz, gebürtig.)

Das Schwurgericht für NRiederbayern hat ein drei⸗
aches Todesurtheil gesprochen:? gegen eine Bäuerin, welche ihren
MNann durch Gift aus der Welt schaffie, und gegen deren Eltern,
oelche im Einverständniß mit ihr die That geplant und zur Aus⸗
ührung mitgewirkt hatten.

FDurch allerhöchste Bestimmung erhalten die Offiziere der
Reserbe und Laudwehr, sowie die Mannschaften sämmtlicher bay⸗

Deutsches Reich.

Se. Maj. der König von Bayern hat dem Staaissekretär
mm Reichsamte des Inneren, Staatsminister v. Bötticher in Berlin,
»as Großkreuz des Verdienstordens vomuhl. Michael, dann dem
Staatssekretär im Reichsschatzamt, Wirkl. Geh. Rath Scholz, das
Broßcomthurkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone ver—⸗
iehen. (A. Z3.)

Berlin, 22. März. Der Kronprinz wird nach nunmehrigen
Bestimmungen heute Abend gemeinsam mit dem hier eintreffenden
Prinzen von Wales die Reise nach Petersburg antreten.

Die Berliner „Post“ will erfahren haben, daß im preuß⸗
ischen Kultusministerium wichtige Entscheidungen getroffen seien,
deren Folgen zur Beilegung des staatlich-kirchlichen Konfliktes mög⸗
ücherweise von hervorragender Bedeutung sein dürften.

Die diesjährigen Osterferien des Reichstages werden etwa
drei Wochen umfassen. Die Plenarberathungen sollen am 2. oder
3. April bereits geschlossen werden. Die Kommissionen, welche die
Steuervorlage, das Innungs⸗ und Trunksuchtsgesetz, sowie die
übrigen wichtigen Vorlagen berathen, sollen ihre Sitzungen jedoch
noch acht Tage länger fortsetzen.

Unter den ersten dem deutschen Kaiser am 22. März
zugegangenen Glückwunschdepeschen befand sich diejenige
des Kaisers Alexander III. von Rußland.

Ausland.

Wie aus Frankreich gemeldet wird unterstützt Deutschland
die von Paris aus in Tunis (Nordafrika) erhobenen Ansprüche
und Beschwerden. Man soll dabei von dem Gesichtspunkte aus⸗
gehen, daß es im Interesse Deutschlands und des Friedens liege
die Ausbreitungsbedürfnisse Frankreichs zu unterstützen, wo dieselben
iich nicht auf die Ostgrenze richten; man werde dadurch die Re—
zancheidee am besten ableiten können. Für die deutsche Politik
st daneben der Gedanke an eine Verfeindung zwischen Frankreich
und Italien wohl nichts unangenehmes.

Die Sozialisten beabsichtigen in diesem Herbste einen
Weltkongreß in Zürich abzuhalten. Derselbe ist auf den 2.
September anberaumt und soll eine Woche dauern.

Aus London wird gemeldet, daß der Frieden mit den
Zoers unter thatsächlicher Zugestehung deren Unabhängigkeit ge⸗
chlofsen worden ist.
        <pb n="178" />
        erischen Landwehrtruppentheile folgende Abzeichen; an dem
Helm oder Tschapka einen messingenen, bezw. weißmetallenen Stern
mit aufgeprägtem Königlichen Namenszug und Krone, an der Mütze
eine weiß und blaue Kokarde mit aufgeprägtem Kreuz und der
Inschrift: „In Treue fest“. Im Uebrigen erhalten dieselben die
nämlichen Waffenröcke und Abzeichen wie die korrespondirenden
Linieniruppentheile. Es fallen also die bisherigen Abzeichen (kurze
Patten, bezw. schwarze Vorstöße) weg.

7 Ueber die Geschäftslage in der süddeutschen Industrie theilt
der „Fränk. Kurier“ eine Reihe wenig erfreulicher Daten mit.
Aus Nürnberg berichtete derselbe z. B. kürzlich: Fast täglich
zeigt sich, daß die Vertröstungen der Schutzzöllner auf bessere Ge⸗
jchaftsgestaltung eitel Dunst waren und während wir den Herren
Schutzzöllnern Vertheuerung der Lebensmittel verdanken, ist auf der
anderen Seite von einer Verbesserung der Lohnverhältnisse bei dem
gegenwärtigen schlechten Geschäftsgange keine Rede. Um so trau⸗
riger wirkt es aber, wenn ein Etablissement, wie die Kecksche Ma—
schinenfabrik, sich jetzt gezwungen sieht, eine Lohnreduktion eintreten
zu lassen. Dem Vernehmen nach sind die Arbeiter nicht geneigt,
bie Propositionen anzunehmen, doch wollen sie auf eine kleinere
Lohnreduktion eingehen.“ Ebenfalls aus Nürnberg wird unter
dem 18. d. Mts. gemeldet: „Wieder ein trauriges Gegenstück zu
den verheißenen Segnungen der Schutzzollpolitik! Die faͤmmtlichen
Arbeiter der Häberlein'schen Maschinenfabrik sind am Samstag

·ntlassen worden!“ Aus Münch en schreibt man demselben Blatte:
„Trotz aller Verheißungen der Schutzzöllner kann die Tertilindustrie
nur wenig von den Segnungen des Schutzzolles verspüren. So
tann die „Baumwollspinnerei Kolbermoor“, welche schon manche
fette Dividende während der viel gelästerten Freihandelsperiode ver⸗
iheilte, pro 1880 nur LUs pCt. zur Vertheilung bringen.“ Und
ein Bericht aus Augsburg besagt: „Die Herren Schutzzöllner
können sich, wie sich aus den Rechenschaftsberichten mehrerer in—
dustrieller Etablissements ergibt, durchaus noch keiner Segnungen
der neuen Aera erfreuen. So kann auch die „Mechanische Weberei
am Fichtelbach“‘“ pro 1880 nur 2/2 pCt. Dividende vertheilen,
während 1879 gerade das Doppelte zur Vertheilung kam.“

F Nicht weniger als zehn goldene Hochzeiten wurden am
Faschingsdienstag in Krassso va (Ungarn) gefeiert. Die Paare
wurden unter Böllerschüssen in's Gemeindehaus und von dort in
die Kirche geleitet. Der jüngste „Bräutigam“ ist 67, die jüngste
„Braut“ 68 Jahre alt. Der älteste „Bräutigam“ ist 83, die
älteste „Braut“ 86 Jahre alt. Eines der Paare lebt 59, zwei
Paare 57, ein Paar 55, drei Paare 53, zwei Paare 51 und ein
Paar 60 Jahre mit einandet. Die zehn „Bräutigame“ sind zu—⸗
ammen 754, die zehn „Bräute“ zusammen 758 Jahre alt, und
gaben dieselben mit einander bereits 539 Jahre verlebt.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Deme v.

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Vertragsmäßige
Wiederversteigeiung.
Montag,/ den 11. April
1881, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Peter Heusser, wird
duͤrch Karl Auffschneider, Rechts⸗
kandidat in St. Ingbert wohn⸗
haft, Amtsverweser des kgl. No⸗
iär Franz Sauer daselbst, auf
Anstehen von Karl Ambos,
Beschäftsmann in Zweibrücken,
als Massenverwalter der Concurs⸗
masse des verlebten Geschäfts-
mannes Ludwig Bechtold,
gegen Peter Schiehl, Eisen⸗
walzer und dessen Ehefrau Ka⸗
roline Kußz, in St. Ingbert,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, folgende Lie⸗
genschaft in der Steuergemeinde
St. Ingbert, zu Eigenthum ver—
steigert:
Aus Plan-Nr. 178 und
179, 10 a 90 qm dvlache
in den Hobelsgärten, der—
jenige Theil mit Wohnhaus
neben Peter Heusser, sowie
aus Plan⸗Nr. 180, Garten
hinter diesem Hause in der
Breite, wie das Haus selbst,
ziehend bis an den Pfad,
wie er durch Plan⸗Nr. 180
zieht.

St. Ingbert, 19. März 1881.
K. Auffschneider,
Amisverweser.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Montag, den 11. April
1881, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Peter Heusser, wer⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, auf An⸗
stehen von Karl Ambos, Ge⸗
schäftsmann in Zweibrücken, als
Verwalter der Concursmasse des
verlebten Geschäftsagenten Lud⸗
wig Bechtold, gegen Peter
Schmelzer, Bergmann und
dessen Ehefrau Katharina Jung,
—
beschriebenen Liegenschaften, in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
im Wege der vertragsmäßigen

Wiederversteigerung, öffentlich zu
Eigenthum versteigert, nämlich:
Plan⸗Nr. 2844, 142
qm Fläche, Wohnhaus, Hof⸗
raum und Gärtchen und
Plan-Nr. 39298, 8 a
55 qm Acker in der Au,
ein Ganzes bildend gelegen
in der Blieskasteler Straße
zu St. Ingbert neben Franz
Weber und Franz Schnei⸗
der.
St. Ingbert, 19. März 1881.
Ka. Auffschneider
Amitsverweser.

„Fasten⸗
ßirtenbrief“
des hochw. Bischofs Ehrler
von Speyer.

Per Stück 20 Pfg. bei
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bacher Weiher sind zu verpach—
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J. Kaussfmann,
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15. April beziehbar, durch den
Unterzeichneten zu vermiethen.
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78 25 — — 3337 2. 32535335 2
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—— ee3 2. 2353 5 288 —— ——
J 722.3 2 * 525335353 3 3228 —25 25 5272 ——
53605 * 2. 2 53 277 — 22 — — —— —325 23
393 3235 3233 7533338 3 3.3 32 5— * 3553355 2.*
*27 5228 88 53533333
3 — 33833 1253833* —533332 558
3 *523
— —— 35 — 33 *5 — 232352 * 3 ———— 2. 8
——A 2333 * — —— 523 —
38 —— 23533357 Se 36 285 35 2*85533 —
36 232338*883 25328* 5383 327 25352 333
232 72 25*. —z 5535333353 233
—2 —A 3 z38232—* 32 2 *258323 22 52*
555 c3 5 33253 323* 52533 25538 23
*5 25 ? 2253 — 53238538 533353288 Eg 85
3 2 3 — J I333
* 2353 235 533 2223 * 333
22338 3333 2 33360
8 — 3z 3 —
—— ——— 53228 23
323 535322338 ——— —*52
523* 23383328 52 8238*
73 3 33332 857
32 *8 2 323 3 2 — —
5 35*2 S2 3
2323 323763 583 5538
38333133383853 5335
—2 2. 2 2*

A
A— — 57 Z 87 —2
— —*
—— A
—283527 8 33688 35838
233 28 333* 53538 G2 3 —— S
2*ꝛ 82 3 3833 2 8. 233 —— 532
521226 3 533332355 — 233355 58
25 I3 68* 353333 52557 AB 38 2.
—— 5 27 — 52352328 223 2 :
33*3 32 8373 ** 25 3383385752 85 2 2 3
*33832 — 2835 33
3 S5ñ 3223 23338* 3535535332 3 5277 —A
38388 522353 *3 32* 28 8 *
— — — 2* 323 33 383533*57 3358
. 553 ⸗ 2 —— 2* 5353 5 2558
532 2 553 G 23353 *32552 — 222 2. 3 —
538 33 5 E— A 227 222 ——
583 3 A— 2228 238 3 5332
253333* s — — — 2375*7 2338
8 3 838 58 — 333238 553. 375* 2713
528 3* 238 — 23528 2255 22257 25 2
22 —52 3. 3853 533 XAM 55 83 557 2432
33 3 — 233 —33 ** ẽ — 1*23
1335 3 583 35 552 335*33 —A *32—
3 23 S 3 33 —— 32 F —E ——
23323 z23 87 3833 z253 85 —z35588414
— * 233 33 222 53 — 3 — —R8 * 9*
25335 A 823 — 2 22 * 3
o 339 —52 — 3353 — * * * R * *
371833 * — ———— 332 388*
5823 232 2553 25—3353 3* 233
*27 —A ⁊ — 522 2 2 8 2 8
8 557* * 22 —* 2.2 8 236
2 7 2* 33393 8 —
32 253227 22
— 2* 2 32 * 2
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58 53 *323372. 3.382 5030 52 2238 35835
3. 3 32.83. 2. æ2 . I — 33, —, —83 24
3232335 —— — —— — 333838
*53 353 33283 598*3 533532 858* —73825
3 3 — 33—38 2—333388
58835 3—3 5 2323 3232.28 3252 227
553238833 — 533856 5 *28
* 2*X 22
253*8 I5532 22 — — 22.23 5 —33 3535
83 3 33 2233228 3328333328
z 333333838 * 2* 55323 23
833 33 53 238 2883 3333 53233338
23552 533 5833 —8 353.3333533393
3333 3—3 438 35— 333 333 — 33 5333338
33305 22* 2 — 5. 8 —3802 25225. —
333 —3. 2533 2— 3— 3 3233533 28258
8323 3 33 856 2 —8 32325333
83 33 33 85533298 338328 338
* —35— 3322 3 22322* —A 55333
3 53388 23 833 33 *
233333238 * *58 —— * 238328 322
3 2* **

237 3 382 22 — 25322323 25238 284 — 27*
253 3326 3 78 5253338 — —— —A —*
3 83222—3. —* 32 2 2352 2 —

5837* *23* 8258 323* 8 — —— —
22 —3528 *8* 8. 52 5. 33 55852 — 528353
535883287 553 3555355 533 33353 3383331
3252253 53 353—5,8 2 3333 353
222232335258. 2. 659 —A 238 22 2553

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4
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*
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        e
Pee St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstaäg, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierteljährlich
M 40 D einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 49. ——— Samstag,- den 26. März —1881.

* J J

Abonnements⸗Einladung.

Beim bevorstehenden Quartalswechsel erlauben wir uns zum
Abonnement auf den

Ht. Ingberter Anzeiger“,

„Ol. Ing Anzeiger,
mntliches Organ des kgl. Amtsgerichls St. Ingbert,
ergebenst einzuladen.

Der „Anzeiger“ wird auch im neuen Quartale fortfahren,
seine Leser über die politischen Tagesereignisse in kurzen,
zrientirenden Zusammenstellungen auf dem Laufenden zu erhalten;
zaneben wird auch ferner lokalen und provinziellen
Vorgängen unsere Beachtung zugewendet bleiben. Auch mit inter—
ssanten Fällen aus dem Gebiete der Rechtspflege, sowie mit den
vichtigsten Handels- und Verkehrsnachrichten wird der „Anz.“
eine Leser bekannt machen.

Das „Unterhaltungsblatt“ und die illustrirte Sonntagsbeilage
verden in spannenden Erzählungen, heiteren Anekdoten und Räth—
eln, eine unterhaltende und anregende Lektüre bieten.

Neubestellungen nehmen auswärts alle k. Postanstalten, hier
die Expedition und die Träger entgegen. Die bisherigen hiesigen
Abonnenten erhalten den „Anzeiger“ auch im neuen Quartale
fortgeliefert, wenn sie nicht vor Ende dsss. Monats aus—
xrücklich abbestellen. —

VDer Abonnementspreis und das Erscheinen des Blattes
rleiden keine Aenderung.

Inserate werden in den „Anzeiger“ zu dem bekannten Preise
nufgenommen, und sei derselbe einem geehrten Publikum zu Ver⸗
zffentlichungen aller Art geziemendst empfohlen.

Die Redaktion und Expedition.
Deutsches Reich. F

Se. Maj. der König von Bayern hatte den Deutschen
Kaiser zu dessen Geburtstag telegraphisch beglückwünscht.

Die von beiden Kammern des bayerischen Landtags be—⸗
chlossenen Aenderungen des Randtagswahlgesetzes haben
die Genehmigung Sr. Maj. des Königs erhalten und wurden
hereits in Nr. 10 des Gesetze und Verordnungsblattes bekannt
gemacht. Zugleich gibt das Ministerium des Innern bekannt, daß
die nach dem neuen Gesetz erforderliche erstmalige Herstellunn der
Wählerlisten bis 8. Mai ds. Is. geschehen muß und daß dieselben
jom 9. bis 23. Mai öffentlich aufzulegen sind.

Aus Berlin wird unterm 23. ds. berichtet: Es wird mit
Bestimmtheit und mit erklärlicher Genugthuung behauptet, Kaiser
Alexander IU. habe den Kronprinzen behufs vertraulicher
Besprechungen zu möglichst baldigem Eintreffen in Petersburg ein⸗
zeladen und es sei deshalb die Abreise des Kronprinzen schon
jestern Nachmittag erfolgt. Uebereinstimmend hiermit meldet die
Post“: „Der Kronprinz ist bekanntlich gestern Nachmittag nach
hetersburg abgereist, es war ursprünglich in Aussicht genommen,
die Reise mit dem Prinzen und der Prinzessin von Wales gemein⸗
am zu machen. Kaiser Alexander III. drückte indessen telegra⸗
hisch den Wunsch aus, daß der deutsche Kronprinz einige Stunden

bor dem englischen Fürstenpaare in Petersburg eintreffen möchte,
um Gelegenheit zu vertraulichen Besprechungen zu haben. Der
cronprinz ist infoige dessen allein von hier abgereist. Die Kund—
gebung des russischen Monarchen wird hier als ein äußerst gün—
liges Zeichen für die unverändert freundschaftliche Gesinnung Ruß⸗
lands angesehen.

Die Berliner „Provinzial-Korrespondenz“ schreibt anläßlich
der Reproduktion des vom 16. März datirten Rundschreibens an
die Vertreter Rußlands im Auslande: Dasselbe habe durch seinen
Inhalt und Ton überall einen sehr günstigen Eindruck hervor⸗
gerufen.

Der erste Glückwunsch, der dem deutschen Kaiser
nom Auslande dargebracht worden, war, wie die „N. A. Z.“
nittheilt, diejenige des Sultans von Zanzibar in Afrika.

Im Reichstag erklärte Minister Bötticher, daß in nächster
Session ein Gesetz wegen Regelung des Auswanderungswesens vor⸗
gelegt werden solle.

Die Innungsvorlage kommt im Reichstag vor dem Ver⸗
icherungsgesetz zur Verhandlung, weil man den Parteien Zeit zur
lärung der Ansichten über das letztere lassen will. Augenblicklich
ind die Differenzen noch so groß, daß das Zustandekommen der
Lorlage zweifelhaft ist.

Der im Druck erschienene Gesetzentwurf, betr. die Erhebung
on Reichsstempelabgaben, lautet bis auf den Paragraphen,
velcher die Ueberweisung des Ertrages an die Bundesstaaten „nach
»em Maßstabe der Bevölkerung, mit welcher sie zu den Matricular⸗
eiträgen herangezogen werden,“ bestimmt, ganz so wie die Vorlage
der verflossenen Session. Wir wiederholen daher hier nur den
Tarif in seinen wesentlichen Bestimmungen. Inländische Actien
ind Antheilsscheine zahlen 5 vom Tausend, und zwar vom Nenn⸗
verth. Ausländische Actien und Antheilsscheine ebenso. Schluß-⸗
noten, Schlußzettel ꝛc. über den Abschluß oder die Pronlongation
zines Kaufe, Tausch- oder Differenzgeschäftes, welches zum Gegen⸗
tand hat 1) Wechsel, inländische Actien, Werthpapiere oder Waaren,
zei einem Werthe des Gegenstands des Geschäfts von 8300 bis
1000 M. zahlen 10 Pf.; 1000 bis 3000 M.: 25 Pf.; von mehr
ils 3000 M.: 50 Pf.; 2) ausländische Actien, Staats- oder Werth⸗
zapiere bei einem Werthe des Geschäftsgegenstandes von 300 bis
1000 M.: 25 Pf., 1001 bis 5000 M.: 50 Pf., von mehr als
5000 M.: 1 M. Rechnungen, Noten, Verzeichnisse, Geschäfts⸗
»ücherauszüge ꝛc. 300 bis 1000 M.: 10 Pf., mehr als 1000,
edoch nicht mehr als 5000 M.: 25 Pf, mehr als 5000 M.:
50 Pf. Hat das Geschäft ausländische Actien, Staats oder Werth⸗
dapiere zum Gegenstand, so sind für die obigen Summen zu ent⸗
richten 26 Pf., 50 Pf., 1 M. Quittungen über einen Betrag
yon méhr als 20 M. zahlen 10 Pf. Checks und Giroanweisungen

von über 20 M. ebenfalls 10. Pf. Loose öffentlicher Lotterieen sowie
Ausweise über Spieleinlagen bei öffentlich veranstalteten Ausspiel⸗
ungen von Geld⸗ oder anderen Gewinnen bezahlen 5 vom Hundert.
Befreit sind Loose inländischer Lotterieen oder Ausspielungen, wenn
der Gesammtpreis der Loose den Betrag von 1000 Mark nicht
übersteigt.

Der Oberpräsident von Westphalen zeigte dem Domkapitel
zu Paderborn an, daß der Domkapitular Drobe als Bisthums⸗
Herweser anerkannt worden ist. Der Eid ist demselben erlassen.
Die kommissarische Vermögensverwaltung hört sofort auf. Die ge—
sperrten Gehälter in der Diözese werden vom Januar dieses Jahres
ab nachgezalt.
Ausland.

Aus Petersburg wird der „Köln. Ztg.“ Folgendes über
die Sprenggeschosse, durch welche der Kaiser Alexander ermordet
worden ist, mitgetheilt. Es waren Cylinder aus Weißblech, 4/2
Zoll im Durchmesser haltend und 9 Zoll Höhe, die mit Dynamit
und mit Sprengöl (Nitroglycerin), mit Kohle vermengt, gefüllt
varen. In den Cylindern befanden sich zwei Glasröhren, eine
enkrecht, eine wagrecht angebracht, die auf jeden Fall brechen
nußten, wie auch immer das Geschoß geworfen wurde und fiel.
Die Glasröhren waren mit chlorsaurem Kali gefüllt, umgeben von
oncentriter Schwefelsäure, in dem Cylinderboden befand sich ein
nit Knallquecksilber gefülltes Piston. Wurde das Geschoß geworfen,
o mußte wenigstens eine Röhre zerbrechen, wodurch der chlorsaure
dali in Verbindung mit der Schwefelsäure trat. Der Sauerstoff
wurde frei und in diesem Moment ging folglich die Verbrennung
der Explosionsstoffe, welche schon durch das explodirende Knallqueck-
ilber entzündet waren, mit großer Heftigkeit vor sich; die Explosions⸗
toffe besaßen 120fache Pulverkraft.“

In Petersburg werden nach ihrer Ankunft daselbst der
deutsche Kronprinz und der Prinz von Wales im
Anitschkowpalast (der Wohnung des Thronfolgers), wo der Kaiser
gegenwärtig auch noch wohnt, absteigen. Es sind umfassende Maß—
egeln für die Sicherheit der fremden Gäste getroffen.

Dem „Figaro“ wird aus Petersburg geschrieben: Um sich
einen Begriff von der hier herrschenden Aufregung zu machen, will
ich Ihnen nur sagen, daß die Klinik für Geisteskrankheiten seit
dem Attentat 12 von plötzlichem Wahnsinn befallene Frauensper—
onen in Behandlung genommen hat. Diese Unglücklichen bilden
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        sich ein, daß das Ende Rußlands bevorstehe. Und jeder Tag
bringt neue Zͤlfe.

Aus New⸗York, wird gemelbet, daß Prästdent Garfield
dem Gouverneur erklark habe, er sei entschlossen, alles aufzubieten,
um der Vielweiberei ein Ende zu machen. — Ein Schneesturm,
der heftigste bis jetzt in diesem Jahre, hat im Nordwesten der Ver—
riniglken Staaten sämmiliche Eisenbahnverbindungen wieder unter.
brochen. Für die Weltausstellung im Jahre 1883 (in New-York)
ist bis jetzt eine Million Dollars gezeichnet.

In Suͤd⸗West⸗Texas (Nord⸗Amerika) soll eine deutsche
Sozialistenkolonie gegründel werden. Ein dortiges Blatt berichtet
woͤrtlich: Eine Schaar deutscher Sozialisten kam mit ihren Familien
in Denison an. Sie wollen den südwestlichen Theil des Staates
hesuchen / das Land ankaufen und eine Colonie gtründen. Andere
deutsche Sozialisten aus St. Louis, Chicago und New⸗York werden
nachfolgen.
rmischtes.

*Sit. Ingbert. In der Schöffensitzung vom
23. März wurde ein Mann von Schnappbach wegen Mißhandlung
zu 1 Tag Gefängniß und ein Bursche von Ommersheim wegen
HMißhandlung zweier Metzgerhunde und verübtem groben Unfug
durch Schreien und Schimpfen zu Z Tagen Haft und ein Hand⸗
werlsbursche wegen Bettels zu 18 Tage Haft verurtheilt.

Sit. Ingbert. der Gewerbeverein beschloß in seiner
letzen Versammlung, an die Direktion der pfätzischen Eisenhahnen
rine Petition zu richten in der für unsere Stadt bei Feststellung
des Sommerfahrplanes eine bessere Verbindung nach Außen, be—
jonders nach der pfälzischen Seite hin, erbeten werden foll. Wir
machen hiermit die interessirenden Kreise unserer Bevölkerung auf
dee Vorhaben aufmerkjam und wünschen demselben den besten

rfolg.

76Gchwurgericht der Pfalz,). In der Sitzung vom
21. Prärz wurde der Tagner Theobald Haffrner H. von Erlen⸗
bach bei ——— wegen Korperverletzung mit tödtlichem Erfolge
unler Annahme mildernder Umstände zu einer Gefangnißstrafe von
4 Jahren verurtheilk. Der Verurtheilte hatte in der Nacht vom
J. auf den 2. Januar ds. Is. auf der Dorsstraße zu Erlenbach
in Folge eines einfachen dummen Wirthshausdiputes den Bahn⸗
warlserfatzmann Jatkob Heinrich V. durch einen Messerstich so ge⸗
fährlicz verletzt, daß der Tod desselben durch Verbluten schon
wenige Minuten nach der That eintrat. Der Getödtete hinterläßt
eine Fran und 4 Kinder, von denen das älteste erst 7 Jahre alt
ist. In der Gerichtsverhandlung gesteht Haffner die That zu,
entschadigt sich aber mit Trunkenheit und Gereiztheit. „Wenn ihm
aber auch Einer 4000 Mark gäbe,“ so würde er es nicht mehr
thun. Die Ausführungen der Vertheidigung führten schließlich bei
der Verurtheilung zur Annahme mildernder Umstände. — In der
nüchsten Sitzung wurde gegen Valentin Reichert, 37 Jahre
alt, früher Maurer, zuletzt Schießbudenbesitzer von Freinsheim,
wegen Münzvberbrechen verhandelt. Der Angeklagte ist der Schwager
des bei der ersten diesmaligen Verhandlung wegen Ermordung
seines Schwiegervaters angeklagten, vom Schwurgericht aber frei—
gesprochenen Küfers Sattig von Freinsheim. Er lebte früher in
sehr guten Vermögensverhältnissen, brachte aber sein ganzes Ver—
mögen durch und genießt den Ruf eines der öffentlichen Sicherheit
und fremdem Eigenthum gefährlichen Menschen, dem die Gefänz—
nißräume durchaus nicht unbekannt sind. Mehrmals versuchte er
auch, falsches Geld in den Verkehr zu bringen und wurde schließ
lich bei einem solchen Versuch im Juli v. Is. in Oberbayern ver—
haftet. Vom Schwurgericht wurde er, trotz den Versicherungen
jeiner Unschuld, zu 5 Jahren Zuchthaus und Verlust der bürger—
tichen Ehrenrechte auf 10 Jahre verurtheilt, auch die Stellung
unter Polizeiaufsicht für zulässig erklärt.

'Zu Zweibrüden im Fruchthallsaake findet nächsten
Samstag (26. ds.), Abends zu Ehren des von dort scheidenden
2. Jägerbaiaillons eine Abschiedsfeier statt, zu welcher der Bürger—
meister die ganze Bürgerschaft durch Zeitungsinserat einlädt. An
der Feier nehmen theil das ganze Offizierkorps, dann Deputationen
der Unteroffiziere und Mannschaften.

F In Kaiserslautern fanden am 21. ds. Arbeiter
beim Graben des Fundamentes zu einem Neubau am Rittersberg
ungefähr 40 Gokdmünzen, meist spanischen und portugiesischen Ge—
präges aus dem 15. und 16. Jahrhundert, alle herrlich erhalten.
Dieselben dürften wahrscheinlich während des 30jährigen Krieges
hier verstekt worden sein und zwar um das Jahr 1835, nach
Einnahme der Stadt durch die Kaiserlichen und gänzlicher Ver⸗
nichtung der schwedischen Besatzung. Vier Jahre zuvor hatten
Letztere die Stadt von einer zehnjährigen schweren, fast unerträglich
gewordenen spanischen Occupation erloͤst.

p Ein in Reustadu gebildetes Comite erläßt einen Aufruf
an die Bewohner der Pfalz zur Leistung von Beiträgen für die
Errichtung eines Denkmals für die in der Schlacht von Wörth ge—
fallenen bayerischen Krieger. Derselbe lautet: „Als im vorigen

Herbst, am Gedenktage der Schlacht bei Wörth, eine Anzahl deut—
cher Kriegervereine die dortigen Schlachtfelder besuchte, um die
Denkmäles der Gefallenen mit Kränzen, dem Zeichen kameradschaft.
icher Erinnerung, zu schmücken, da suchten auch wir nach einem
Denkmal der Bayern, um unserer gefallenen Waffengenossen des
engeren Vaterlandes in gleicher Weise zu gedenken. Für sämmt-
liche Armeecorpo, die an jenem heißen Tage bei Wörth-Frösch—
veiler mitstritten, gibt ein Denkmal Kunde von deren Mitwirken,
ehrt ein Denkstein die gefallenen Todten, nur eine Erinnerung an
bayerische Waffenthaten fanden wir nicht. Pfälzer! Sind die
Bayern zu Hause geblieben, als Deutschlands Ehre und Freiheit
auf dem Spiele stand? Haben die Bayern nicht mitgekämpft bei
Wörth⸗Fröschweiler? Haben nicht Viele unter Euch im französischen
Kugelregen gestanden und rechts und links treue Kameraden, von
welschen Geschossen getroffen, verblutet sehen? Sollen die Namen
derselben vergessen sein? Soll es den Anschein gewinnen, daß uns
die mächtigen Ereignisse jener Tage gleichgültig geworden seien,
als ob wir uns nicht als Kinder der einen großen Mutter Ger—
mania fühlten, als ob wir unserer Todten nicht gedächten? Nein
Ein Denkstein soll auf dem blutgetränkten Boden von Worth⸗Frösch-
weiler erstehen, würdig der daselbst gefallenen Bayern,, ebenbürtig
den übrigen Monumenten, welche jene Stätte schmücken. An dir
pfälzische Bevölkerung ergeht unser Aufruf zunächst. Nicht als ob
wir ein Sonderwerk im Auge hätten, nein, wir Pfälzer wollen nich
zurückstehen jetzt, wo im jenseitigen Theile unseres engeren Vater⸗
iandes das gleiche Streben sich kräftig bemerkbar macht.“

F Die vor einigen Monaten in Hainfeld geschloffenen
Weinkeller einiger dortiger Weinhändler wurden wieder geöffnet,
vohl ein Beweis, daß eine Fälschung des Weines nicht nachge
wiesen werden konnte.

F In Landau erfolgte am Donnerstag die Vergebung von
Arbeiten für die Hochgebäude des Hauptzollamts, welche im Ganzen
auf 126,346 M. 57 Pf. veranschlagt waren. Unter 80 Be—
werbern wurden die Arbeiten an neun, darunter acht von Landau—
mit einem Gesammtabgebot von 9480 M. vergeben.
7In Regensburg ereignete fich ein feltenes Unglück
Einem jungen Mädchen gerieth beim Essen ein Stückchen Ei in die
duftröhre, welches trotz aller Anftrengung nicht mehr herauszubringen
war; nach kurzer Zeit trat der Erstickunpstod ein.

F In der Nacht vom 20. auf 21. März brannten in dem
Markte Plech, k. Bezirksamtes Pegnitz, 21 Häufer ab. Die
große Armuth der von dem Brandunglück Beiroffenen und der
aächsten Umgebung wird die Inanfpruchnahme der Privatwohl-
thätigkeit nothwendig machen.

F Schwungrad gesprungen. In der Nacht zum 19. März
sprang in der Nietenfabrik von Flender in Oberbilk unter
urchtbarer Detonation ein Schwungrad im Gewicht von 64,000
Pfund. Ein Arbeiter wurde von einem eisernen Balken so un⸗
zlücklich getroffen, daß er sofort iodt war. Der Verunglückte
dinterläßt eine Frau und fünf unmündige Kinder. Mit welcher
Gewalt das Schwungrad in Stücke ging, beweist, daß zentnerschwere
Fisentheile durch das Dach flogen und auf dem freien Felde her—
interfielen. Ein Glück ist es noch, daß von den 100 Arbeitern
nur ein einziger verletzt resp. getödtet wurde.

Berlin genießt den unzweifelhaften Ruhm, gegenwärtig
zwei völlig bebaute Straßen von beträchtlicher Länge zu besitzen.
in denen nicht ein einziges Haus zu finden ist, welches von dem
Subhastationshammer verschont geblieben. Die beiden Straßen
sind die Friedrichsfelder⸗ und die Rügenerstraße.

Im letzlen franzöfischen Ministerrath ging es recht lebhaft zu; ein
Minister soll ausgerufen haben: „Es muß sich zeigen, ob wir die
Minister Herrn Grevys oder Herrn Gambettas sind!“ Der Kampi
wischen den Blättern Grevys und Gambettas hat bereits einen
itteren, persönlichen Charakter angenommen. Das Publikum hat
daher nicht Unrecht, wenn es scherzt, es handle sich darum, wer
Aoeonig der Republikseinsolle.

HNizza, 24. März. Bei Beginn der gestrigen Vorstellung
Lucia“ im üialienischen Opernhause brach durch eine Gaserplosion
Feuer aus, welches irotz aller Anstrengungen nicht gelöscht werden
sonnte. Das Theater ist niedergebrannt. Bis heute Morgen 10
Uhr waren 59 Leichen unter den Trümmern hervorgeschafft. Man
Jlaubt, daß gegen 100 Personen um's Leben gekommen seien
Gegen 10 Uhr Nachts war das Feuer bewältigt.

— Eine große Feuersbrunst hat die Stadt Inebolht am
üdlichen Ufer des Schwarzen Meeres gänzlich zerstört. 815
Häuser, darunter die Steuer⸗ und Confsulatsgebäude sowie die
Schifffahrtsagenuren, find nur Trümmer.

FDeuischland in Süd⸗Afrika. Die sogenannten Boers find
keineswegs nur Holländer, sondern zu einem beträchtlichen Theile
Deutsche und Abkoͤmmlinge deutscher Familien. Der Präsident
Marlin Pretorius stammt aus Naumburg am Bober. In der
Regel kommen die Deutschen in dem fruchtbaten, gesunden Lande
sehr gut fort; es fehlt aber an guten Aerzten, an Lehrern und
an Bergknappen.
        <pb n="183" />
        Marktberichte.

Zweibrücken, 24. Marz. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkl.)
Weizen — M. — Pl., Korn 10 M. 44 Pf., Gerste zweireihige S M. 83 Pf.
nerreihige ⸗ M. — Pf. Spelz O M. — Pf. Spelzkenn — M. — Xf.
Ainkel — M. — BfWMifchfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 85 pf.
irbsen — Mi — Pf., Wicen 7 M. 24 Ppf., Kartoffein 1 M. 88 pf.
Zeu2 M. 85 Plf., Stroh 8 M. Oß Pf. Weißbrod Lis Kilogr. 57 5
ornbrod 8 Kilogr. 78 Pfy Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
qe Pf. Rindeo J. Qual. ve Pf. i. Qualdo f alsehche pe
Jammelfleisch 6o Pf. Schweinefteisch 60 Pf.z Butter i/ Kilogr. 1 M. Oos p̃f,
SZein 1 Liter 80 Pf. Bier] Liter 24 Pf.

erntworsi — —

biefeg hochst sonde Instikuk in hohem Grade zu leiden hatio, verzeichnob der
Bericht einen recht erfreulichen Abschluß. Vas System der Emschaͤdigung,
die prompte und coulante Regulirung der Schäden, die Angemessen heit ver
Prämiensaͤtze und die lohale Geschäftsführung finden in immer weiteren Kreisen
Anerkennung und Verirauen. Der Zugang an neuen Versicherungen, die
Zrãmien⸗ Einnahmen sowie der Effekten⸗Besiand haben fich wieder gegen daß
Vorjahr um ein Beträchtliches vergrößert. Ebenso bonnte wieder eine höhere,
vollständig intacte Prämien⸗Reserve vorgetragen werden. Sämmtliche be⸗
zründete — chäden sind wie bisher auf das Prompteste und Coulantefte regu⸗
lirt und ist keiner in das neue Jahr übernommen. Die in sialutenmäßiger
Höhe ausgeloosten Bankschuldscheine sind Jahr und die Zinkcoupons einen
Monat vor Verfall eingelost. Mit Recht kann dieses Instinut mit Vefriedigung
auf die gedeihliche Fortentwiclelung des Geichäfts und seine besonders günsge
Finanzlage zurückblicken.

2Pische ieh⸗Tersecherungs⸗Vank
Der wie immer übersichtlich und detaillirt gehaltene Rechnungsabschluß
pro 1880 ist erschienen. Trotz der elementaren Kalamitäten, under denen
Holzversteigerungen
zus Staatswaldungen des Igl.
Forstrevierss Reuhaäufßel.

24 Ster Buchen Scheit 1. El.,
1,20 milg.
6108, „Scheit 2. Cl.
u. Anbruch;
148, Eichen Scheit 2. Cl.
u. Anbruch;
311, Eichen und Buchen
Klotzholz;
13 1, Kiefern und Fichten
Scheit 2. Cl.;
53 Aspen Scheit 2. Ci.,
1,20 melg.;
505, versch. Prügel 2. &amp;I.
u. Krappen, hierunter 48
Ster Aspen Prügel 1.20
m lang.

Die Schlagregister liegen bei
dem Unterfertigten zur Einsicht
und Abschriftnahme auf.

Neuhänsel, 22. März 1881.

Der kgl. Oberfoörster:
Moͤrschel.
anmn
BSommersprossen⸗veift
ur vollstäudigen Entfernung der
Sommersprossen empf. à Stück 6o pf.
Nobert Schmitt.

1 28
Giesinger Kirchenbau-Lotterie.

Die Ziehung findet am 8. Mail. J. — als ur⸗
sprünglich festgesetzten Termin — unwider⸗
ruflich siatt.

Die Wohlthätigkeits⸗Lotterie „für die armen
Wittwen und Waisen unserer braven Veteranen
und fiegreichen Kämpfer“ ist in Cireulation.

Ludwigshafen a. N., im März 1881.

Die Hauptagentur:
Julius Goldschmitt.
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Täglicher Zinsberechner
von 3212 Procent unter Annahme des Jahres sowohl zu 800 als zu 865
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Lapitalzinsen auf jede Zeit, zu jedem Zinsfuß und von jedem Capital ohne
Unterschied des Münzfußes, ist das vorflehende Werkchen fürr Compioirs und
Bureaus der verschiedensien Art fast unenibehrlich.

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Druckarbecten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
F. Fx. Demetk'schen Buch- und Steindruckerei.

Donnerstag, den 831. März

s881, Nachmittags 2 Uhr zu

Bierbach bei Wirth Weber.

Schläge: Hochwald und Sau⸗

garten.

11 Buchen Stämme 3. Cl.;

16 Kiefern u. Lerchen Stämme
5. Cl. und Sparren;

36 Eichen Wagnerstangen 2.

Cl.;

86630 Buchen Bohnenstangen;

510 Ster Buchen. Eichen, Ler⸗

chen und Aspen, Scheit,
Prügel und Krappen;
Montag,/ den 4. April 1881.
Vormittags 10 Uhr zu Limbach
bei Wirth Lehmann.
Schläge: Birkengarten, Vor—⸗
behalt u. Kohllopf.

4 Eichen Stämme 3. bis
5. El.;
4 Buchen Stämme 3. Cl.;
137 Kiefern 4. u. 5.
Cl. und Sparren;
38 Birlken Nutzabschnitte 2. Cl
192 Eichen Wagnerstangen 2.
Classe:
28 Birken Wagnerstangen;
12 Fichten Gerüststangen;
86, Baumstützen 1.
bis 3. Cl.;
635 Ster Eichen Nutze) 1,30
prügel 1. u. 2. Cl.; —3
Ster Kiefern Nutz
prügel I. u. 2. Ch) lang.
306 Ster Buchen, Eichen, Bir⸗
ten. Kieftern und Aspen
Scheit;
328 Ster Buchen, Eichen, Bir⸗
ken, Kiefen und Aspen
Prügel 1. und 2. Clafse
und Krappen;

Murgciue

Anstrirkle Wochenschrift
ersten Kanges.

Jeber Abonnent erhält

grati⸗ nach Bereinbarung der

erlagshandlung mit der Deut⸗

chen Gesellschaft zur Rettung

Schiff brüchiger: „Aus Sturm

und Noth⸗«.Selbstschriften⸗

Album des Deutschen Reiches.

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300 Autographen und Zeich⸗

aungen herdorragender lebender

deutscher Männer und Frauen,

sowie Oesterreichs und der Schweiz. Herausgegeben im Auftrag und zum Besten der Deutschen Gesellschaft
zur Rettung Schiffbrüchiger von der Verlagshandlung des Deutschen Faunulienblates
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881, Vormitiags 10 Uhr zu
Neuhäusel bei Wirth
Hussong.
Schläge: Alt⸗Eschweilerschläge,
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wald, Oberer Buchwald, Fuchs⸗
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7 Eichen Stämme 4. und
5. El.;
7 Kiefern Stämme 4. und
5. Cl.;
50 Buchen Stämme 3. Cl.;
15 Birken Abschnitte 2. Cl.
8 Aspen und Pappeln Ab—⸗
schuitte 2. Cl.;
305 Eichen Wagnerstangen 1J
und 2. Cl.;
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Pfaff-Maähmaschinen
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Dieselben wurden in neuester Zeit praämiirt auf dem internationalen Naähmaschinen⸗Wettstreit
in Arnheim 18379, auf der Weltausflellung in Sudney 1379 und erchielten die goldene Medaille auf
der Mannheimer Ausstellung 1880. J
dDie Pfaff⸗Nähmaschinen besitzen bedeutende Vorzüge vor den amerikanischen Nähmaschinen, sind
viel solider gearbeitet, besser ausgestattet und haben ganz neue, praktische Verbesserungen, wie Span⸗
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⸗ 8—

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Einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum die
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in meinem elterlichen Hause, Kohlenstraßze, eröffnet habe, und
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Monatlieh ein Heft in clegantem Monatlich ein Heft in elegantem
Omechiag mit einer coloxirten Dop- Umsehlag mit einer Kleinen colo-
pel-Tafol, cmnhaltend 425 Stieke- tirten Tafel, enthaltend 3-5
eimuster, sowie einer Beilage mit dtickereimuster, sowie einer Bei-
teraitendem Texte und Hand. age mit unterlialtendem Texto und
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Kapital in allen Fällen, selbst bei Verlorengehen der
Anweisungen. Die Auszahlung derselben in Amerika erfolgt
meist bei deutschen Bankhäusern⸗ die bereit sind, den Be—

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E GHlaSsel, St. Johann a. d. Saar.

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Die Verlagghandlung: FRANZ EBBARDT
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Der Hausfreund.
Begründet von Hans Wachenhbusen.
24. Jahrgang.

Dieses beliebte illustrirte Unterhaltungsblatt beingt in seinem neuen
Jahrgange wieder eine Menge spannender Romane und Erzählungea, so⸗
die eine reiche Auswahl von Auffätzen belehrenden Inhalts aus allen
Zebielen des menschlichen Wissens. Wir heben aus dem ungemein mannig⸗
faltigen Inhalt dieses Jahrganget besonders hervor:

Ser Sohn der Gräfin. Von Clara Pause (Verfafserin
von „Die Erbschleicherin“, „Das Drama im alten Schlosse“, „War
fie schuldig?“ u s. w.)— Das Geheimniß von Maloczyn.
Norelle von E. Mario Vacano. — Gräfin Delila. Novelle von
Farcline Bruch⸗Seim. — Das anonyme 6. Criminalgeschichte
on Hr. Julius Hexmann. — Die Depesche, Humoreske von
S.Redenhall. — Ein merkwürdiger Prozest. Von Dr. Bern⸗
hard Stavenow. —, Eiu Nundreisebillet. Novellette von W.
doffer. — Eine Cirke der Nevolution. Von Haus Sundelin.
Der Farbensinn von Menschen und Thieren. Voa
Brof. Friedrich Körner. — Die Bedentung des Wassers im
menschlichen Haushalt. Von Dr. J. Vogt. — Die my⸗
slischen Erscheinungen unserer Zeit. Von W. Berger. —
Ein französifcher Hof in Deutschland. Von Hermann Ros⸗
ichny. — Aus dem alten Leipzig. Von O. von Corvin. —
Die Lungeuschwindsucht und hre Heilung. Von Dr.
Hdeinrich Bohnke⸗Reich. — Musikalifsche Vlaudereien. Von
Hans Hoffmann u. s. w.

Der Haucfreund erscheint in 14tägigen Heften à 30 Pf. und in 2
Bogen starken Wochennummern zum Preise von M. 1,50 vierteljährlich.

Alle Buchbandliungen und Vostanstalten nehmen Bestellungen an.

* * v
Die Nihilisten.

Der entsetzliche Tod Alexander N. erschüttert die civilisirte Welt, und
mit Greuen blidi man auf jene fast unsichtbare Umsturzpartei, deren
programm den Konigsmord irägt. Die Berliner Gerichts⸗Zeitung
beginn im Laufe der nächsten Tage mau dem Abdruck des Romans „Die
Nihilisten“ von Wilh. Grothe, eines Werkes, welches durch lebendige
Schilderungen dem Leser einen WEinblick in den geheimen Kampf der rus⸗
sischen Regierung mit den Nihilisten gewährt. An diesen hochinter⸗
effanten Noman wird sich ein anderer, ein ebenfalls sozialistischer Ro-
man, der gegenwärtig in England Epoche macht, „Die Zeit der
Prüfung“ von J. Folhergill, anschließen. Die soziale Frage, die un⸗
sere Zeit deherrscht, wird in beibden Komanen an der Hand der span⸗
nendsten Begebenheiten beleuchtet, und jedermann, der den Pulsschlag der
politischen Weltlage empfindet, wird sein vollstes Interesse der Lekltüre,
die ihm hier dargeboten wird, zuwenden. — Ein ueues Abonnement der
Verliner Gerichts⸗Zeitung, die, vollständig objektiv und
parteilos gehalten, bei ihrem bewährten Inhalt und niedrigen Abon⸗
emenispreis in keinem deutschen Haushaͤlt jehlen sollte, beginnt
mit dem 1. April. Das Blatt wird im übrigen fortfahren, eine Fülle
des Belehrenden und Unterhaltenden zu bringen, und unausgesetzt bestrebt
sein, sich den stets sich mehrenden Leserkreis, den es seit Jahren an sfich
fesselte, zu erhalten. — Man abonnirt bei allen Post⸗Aemtern Deutsch⸗
lands, Oesterteichs, der Schweiz ꝛc. ffur 2 Mark 50 Pf. für das Viertel⸗
ahr; in Berlin bei allen Zeitungs⸗Spediteuren fur 2 Mark 40 Pf. vier⸗
eljährlich, für 80 Pf. monatlich einschließlich des Bringerlohnes. — Für
Juse rate ist die Berliner Gerichts⸗Zeitung bei ihrer großen Verbreitung
Jeden wohlhabenden Kreisen der Bevolkerung ganz Deutschlands von be⸗
deutender Wirksamkeit.

in modernen Schrẽften billigstbei
VNiñtenkarten Zornteen
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
— Sieruu für nusere Wo st-Abonnenten „Iullustrirtes Sonutagsblatt⸗⸗ Nr. 18. —
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

MA 40 B einschließlich Tragerlohnn; durch die Post bezogen 140 60 H, einschließlich 420 4 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Sonntag, den 27. M34
1881.
Deutsches Reich.

Für 1881/82 hat Bayern 20,149,588 M. an Matri—
tfularbeiträgen zu zahlen; für 1880/81 betrugen dieselben
naur 18,403, 839 M. Hierzu werden diejenigen Beiträge hinzu—
jerechnet, welche Bayern als Averse für die von den übrigen
Staaten in die Reichskafse abzuführenden, von ihm aber für eigene
Fechnung vereinnahmten Steuer- ꝛc. Erträge zu zahlen hat. Diese
Aversen berechnen sich: Für die Brausteuer auf 2372,4148, für
die Branntweinsteuer auf 5,227, 153, Ueberschuß der Post- und
Telegraphenverwaltung auf 2,217,6083, eigene Einnahmen der
Heeresberwaltung 449, 068, in Summa auf 10, 266,264 M.

Unter dem neuerdings dem Reichstage zugegangenen
Petitionen finden sich auch Dutzende, welche die Aufhebung
der obligatorischen Civilehe fordern. Auch die Standes
amter sollen, so verlangen diese Eingaben, aufgehoben werden.

Ausland.

Dem „Bureau Reuter“ wird aus Mount Prospect gemeldet:
Bestern (28. Marz) nahmen die Boeren die englischen
Friedensbedingungen an.

Die Pforte ließ am 23. März unter Entfaltung einer be⸗
deutenden Truppenmacht die albanesische Ligg in Ueskuep auf⸗
sösen; 11 hervorragende Mitglieder der Liga wurden unter starker
Eslkorte gefangen nach Salonichi gebracht.

Der deutsche Kronprinz und der Prinz von Wales sind
vohlbehalten in Petersburg eingetroffen. Bald nach seiner
Ankunft besuchte der deutsche Kronprinz die jetzt prächtig ge⸗
chmückte Unglücksstätte, wo zwischen Kränzen und Blumen eine
Capelle mit einem Heiligenbild steht.

Petersburg, 24. März. Die Feier zur Beisetzung der
Leiche Alexander H. ist jetzt auf nächsten Sonntag (heute) festge—
jetzt worden.

Kaiser Alexander III. von Rußland soll kürzlich auf dem
dopfkissen seines Bettes ein nihilistisches Urtheil vorgefunden haben,
mit dem Siegel des Exekutivkomites versehen. Dieses Urtheil ver⸗
hängt über den neuen Zaren die Todesfirafe, falls er nicht inner⸗
halb sechs Wochen dem Lande freie Einrichtungen zu geben anschickt.
— Rach der Art und Weise der Vorbereitungen zu den Attenaten
auf den gemordeten Kaiser kann Einen Nichis mehr in Erstaunen
etzen, und deßhalb kann man es gewiß Niemandem verargen, wenn
x die vorstehende Nachricht, so seltsam sie im Ganzen klingt, für
ichtig hält. Nach Dem, was in Rußland seit ein paar Jahren
geschehen, ist dort eben Alles möglich

xIn Heidelberg hat fich vor einigen Tagen der Stu—⸗

)ent Seydlitz aus Köln in Folge eines sog. amerilanischen Duells
rschossen, nachdem er Abends vorher noch das Thealer besucht hatte.
Dder auf so traurige Weise Dahingeraffte war hier seines ehren⸗
jaften Charalters halber sehr beliebt; nebenbei ist noch zu erwähnen,
aß derselbe vor einigen Monaten in einer Lotterie einen Treffer
von 200,000 Mark gemacht hat.

Das Münchener Bayerische Vaterland“ schreibt: „Die
Antisemiten⸗Adresse an Bismarc hat in Muün chen 5386 Unter⸗
chriften erhalten; darunter sind 362 Studenten, 8 Generäle, 240
Offiziere und Militärbeamte, 56 höhere Beamte, 195 Verwaltungs⸗
eamte, 14 Mitglieder der städtischen Gemeindekollegien, 418 Sub⸗
ilternbeamte, 3652 Gewerbs- und Handwerksmeister.“

F Dem K. f. N. zufolge hat den Haupttreffer von 45,000
Mk. der Ludwigshafener Lotterie ein Fabrikarbeuer in Efsen
zewonnen.

F Explosion. Vor einigen Tagen flog die Pulvermühle
»ei dem einige Stunden von Siegen belegenen Kreisorte
Waldbröl in die Luft. Die durch Unvorsichtigken herbeigeführte
ẽxplosion forderte, wie man dem „W. M.“ meldet, zwei Men⸗
chenleben, mehrere Arbeiter wurden verwundet.

F.Aus Verscze, bei Waitzen (Ungarn), wird dem
Egyetortoss“ folgende Schreckensthat gemeldet: Am 19 d. M.
vurde in dem gegen Waitzen liegenden Dorf⸗Ende in einem Trag⸗
orb ein abgeschniltener Frauenkopf, in weiße Unterkleider gewickelt
ind von einer blauen Schürze umwunden, aufgefunden. An dem
Irt war nicht die geringste Spur eines Kampfes, noch Blut zu
ehen. Der Kopf war der eines 36 bis 38 Jahre alten hübschen
Veibes, von langen, kastanienbraunen Haaren umrahmt. der
Mund war mit Gewalt zugedrückt. Der Korb kam, nach seiner
zlechtart zu urtheilen, aus dem eine Stunde entfernten Dorfe
Zzokola, wo solche Körbe in Gebrauch sind. Der Dorfrichter fuhr
ilends nach Szokola, um dem Verbrechen nachzuspüren, während
er Notar nach allen Seiten hin telegraphirte. Unterdessen kam
in Szokolger Insasse, namens Michael Kata, nach Veröcze, sein
Weib zu suchen, das, seiner Angabe nach, Freitag den 18. ds.
aach Waitzen ging, um daselbst cinkäufe zu machen und seither
aicht zurückkehrte. Der Mann erkannte den abgeschnittenen Kopf
als den seiner Gattin. Da aber sein Benehmen Verdacht erregte,
wurde er an den Ort geführt, wo man den Kopf fand, und man
untersuchte, ob seine Stiefel in die zurückgebliebenen Fußspuren
paßten. Dies traf zu. Aber auch andere Verdachtsgründe traten
auf. In seiner Stiefelröhre wurde ein einen halben Schuh langes
Messer mit scharf geschliffener Klinge gefunden, dessen Heft von
rischem Blute triefte, auch waren seine Fußsohlen blulig. Hierauf
vpurde der Mann in das Gemeindehaus gebracht und gefesselt.
stun bekannte Michael Kata, daß er Freitag Nachts seine Gattin
xmordet habe. Kata gestand auch, daß er den Rumpf der Er—
nordeten im Stall vergrub und den Kopf in der nächsien Nacht
n die Veröczer Gemeinde trug, um den Verdacht von sich abzu⸗
enken und glauben zu machen, daß seine Frau auf dem Wege
von Waitzen nach Veröcze ermordet worden wäre.

F. Die Kinder in den Pariser Gemeindeschulen werden jetzt
— bewaffnet; die militäri⸗
chen Uebungen sollen zweimal wöchentlich stattfinden. Officiere und
Unterofficiere der Reserve sollen diese jugendlichen Truppen com—
nandiren. Die Uniform besteht aus einer kurzen Jacke, militärisch
verschnürtem Beinkleid und Käpi. Als Waffe ist eine Flinte nach
dem System Gras in Aussicht genommen. Zur Anschaffung der
Ausrüstungsstücke wird der Gemeinderath eine Summe von 289, 000
Frcs. bewilligen.

F Aus Nizza wird gemeldet, daß bis gestern Mittag 63
Todte aus den Trümmern des Theaters hervorgezogen waren.

Wie das Wiener „T. C. B.“ meldet, ist die Fürstin
Dolgoruky, Wittwe des Kaisers Alexander U. von Ruß⸗
sand in Venedig (Italien) eingetroffen.

Fur die Redaction verantworttich F.x D cnNt.

Vermijschtes.

* Sit. Ingbert. Mit dem Eintritt der besseren Witterung
cheint auch hier und in der Umgegend die Auswanderungslufi
tärker zu erwachen. So hören wir, daß zwei hiesige Familien
Vorbereitungen treffen, um die Reise über den Ozean anzutreten.
Aus Hassel und den anderen umliegenden Ortschaften wollen eben⸗
ralls mehrere Personen, verheirathete und ledige. nach Amerika
auswandern.

— Von dem Schwurgerichte der Pfalz wurde am 28. d. M.
der des Meineids angeklagte Steinhauer Friedrich Ebel von Gim—
neldingen freigesprochen. Damit endete die erste Schwurgerichis⸗
periode dieses Jahres.

F, Wie sehr die Hühnerzucht bei richtiger Pflege allerorts zu
empfehlen ist, zeigt folgendes Beispiel in Kusel: Ein hiesiger
Hastwirth hat seit dem 7. Januar ds. Is. bis 10. März von 7
hühnern sog. Spanier-Race mit Unterbrechung von 8 Tagen Legezeit
320 Eier erhalten, welche an Größe sowohl als auch an Geschmag
nichts zu wünschen übrig lassen.

F Die nächste Ganversammlung Westricher T hi e r⸗
ir ztte wurde mit Rücksicht auf die am 83., 4. und 5. April d. J.
zu Kaiserslautern Statt findende Geflügel-Ausstellung vom 7. auf
den 4. April (Montag) verlegt.

. In Neustadt a. S. (Unterfranken) konnte wegen des
Schneesturmes vom 22. März, welcher das ganze Saalthal mit
ußhohem Schnee bedeckte, der auf diesen Tag angesetzte Jahrmark!

aicht abgehalten werden.
        <pb n="186" />
        X
*

Amerika'“
Bilder und Skizzen (mit Illustrationen) aus dem geistigen, gesellschaftlichen und
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Probe⸗Nummern werden gratis und franco an Jedermann versendet, der seine Adresse ber Korrespondenzkarte deutlich
geschrieben einschickt.
Haus⸗ und
Möbelversteigerung
Dienstag, den 5. April
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Philipp Emrich,
lassen der Wittwer, die Kinder
und Erben der zu St. Ingbert
verlebten Maria Kreiter, im
Leben Ehefrau von Johann Pe—⸗
ter Klein, pensionirter Berg⸗
mann allda die nachbeschriebene
Liegenschaft in der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert öffentlich
an den Meistbietenden zu Ei—
genthum versteigern, nämlich:
Plan⸗Nr. 691, 70 qm
Fläche, Wohnhaus und Hof⸗
raum und
Plan⸗Nr. 692, 2 a 90 qm
Garten dabei, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert im
Josephsthal neben Peter
Hoos und Witiwe Johann
Danzer.
Unmittelbar nach dieser Ver⸗
steigerung lassen dieselben im
vorgeschriebenen Wohnhause die
zur Gütergemeinschaft der Ehe⸗
leute Johann Peter Klein und
Maria Kreiter gehörigen Mo—
biliargegenstände öffentlich an die
Meistbietenden in Eigenthum
versteigern darunter namentlich:
J Bett, 2 Bettladen, 1
Nleiderschrank, 1 Küchen⸗
schrank, 1 Ofen, Tisch und
Stühle, 1 Hausuhr, einige
Bilder, 1 Spiegel und son⸗
stige Haus⸗ und Küchen⸗
geräthe.

St. Ingbert, 26. März 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Ein Hund, weiß und braun

gefleckt, ist zugelaufen und
kann gegen Zahlung der Insera⸗
tionsgebühren abgeholt werden
bei Geschäftsmann Fitz.
Ein⸗ Wiese am Walzwerk

und ein Acker am Wohm⸗
bacher Weiher sind zu verpach⸗
ben durch
Hch. Laur.

Mtn Logis neben der kath.

L Kirche, welches bisher

P. Beck bewohnte ist ander⸗
weitig zu vermiethen.

Auch hat Unterzeichneter noch
einige Aecker für Kartoffeln
und eine Wiese in der Risch—
bach zu verpachten.

M. Schmidt.

Eine gute frische
Kuh mit Kalb
steht zum Verkauf bei
Georg Michaeli,
Schuhmacher in Rohrbach.

— —————
3 6
—A ——
2232 55 —3 332 572390
— —
— 555552 8 58533356 —525
3. 8337 — 38
* — 3 2 85
— 5—
5 —33 55535353 56
3 233
*
* 13 8
323 33338* 28
—7 32 253833*
3
—* J —E—
3* ——— D
83 5333 —
— 25 2—38
— —

—A
— 22
* 28535
DXBSBSS
75*5338
—M——
835 3**—
aa 223 *
— 25322
33328
3572
28 58 .
382 83*
5*5
—————
S
—
*
68
J —22

Ein an der Hauptstraße in
hiesiger Stadt gelegenes
Wohnhaus, zu jedem Ge⸗
schäfte geeignet wird verkauft.

Näheres zu erfragen in der
Frpedition.

—E—
* —S

2
jeden Alters, die an Blasen⸗
schwäche insbesondere
Gettnässen
gelitten, verdanken ihre vollständige
deilung meinem anerkannt unüber⸗
roffenen Spezialverfahren, wel⸗
hes in jeder Beziehung uuschädlich
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hunden ist. Arme finden stets Be⸗
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F. C. Bauer, Wertheim aM.

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Mittheilungen und Kritiken, sowie überhaupt die Mannigfaltig-
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Brob e⸗ Nummern 58— des n e d,
Berl in⸗8W.

Zeugniß Nro. 2. Der Unterzeich—
nete fiehtzsich hiermit dankend veran—
laßt, durch die beir. Gemeindever—
waltung zu bestätigen daß Ihr Mittel
hei meinem Sohne von bestem Er—
Alge war und ist es im Interesse der
eidenden Menschheit nur zu wünschen,
daß dieses vortreffliche Verfahren
allenthalben bekannt und in Anwen⸗
dung gebracht werden kann.

Raindorf, 19. Febr.

J. Arbinger.
Die Gem.⸗Verwaltung:
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Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 13.
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Her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstaa, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljäh-lich

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M 51.

Dieustag, den 29. Marz 1881.
Deutsches Reich.

Dem Reichstag ist am 25. ds. das Trunksuchtgesetz zuge⸗
—
dat noch einen 86 hinzugefügt, welcher lautet: „Mit Geldbuße
bͤis zu einhundert Mark, oder mit Haft bis zu zwei Wochen wird
bestraft, wer bei Verrichtungen, welche zur Verhütung von Gefahr
für Leben oder Gesundheit Anderer oder von Feuersgefahr besondere
Aufmerksamkeit erfordern, sich betrinkt oder betrunken in anderen
als in Nothfällen solche Verrichtungen vornimmt“.

Nach der Wehrsteuer⸗Vorlage haben Wehrpflichtige, die
vom Dienste ausgeschlossen oder ausgemustert sind, oder der Ersatz⸗
reserve erster oder zweiter Klasse oder der Seewehr zweiter Klasse
überwiesen werden, oder endlich vor erfüllter Dienstpflicht aus jedem
Militärverhältniß ausscheiden, längstens zwölf Jahre hindurch jähr⸗
lich 4 M. Wehrsteuer zu entrichten. So lange diese jungen Leute
unselbstständig sind, haben ihre Eltern diese Steuer zu bezahlen.
Aber es ist mit den 4 R. jährlich noch nicht abgethan. Die Steuer⸗
aflichtigen, deren steuerpflichtiges Einkommen den Betrag von 6000
M. übersteigt, haben eine Jahressteuer von 83 Prozent zu entrichten,
velche bei einem Jahreseinkommen von mehr als 6000 - 7000 M.
180 M. und von mehr als 7000-8000 M. 210 M. und so
fort für jedes weitere Einkommen von 1000 M. 30 M. Steuer
mehr beträgt. Es haben ferner Steuerpflichtige, deren steuerpflich—
ciges Einkommen den Betrag von 6000 M. nicht übersteigt, eine
Jahressteuer nach folgenden Sätzen zu entrichten: bei einem Jahres⸗
einkommen von mehr als 5400 bis intl. 6000 M. — 148 M.,
oon mehr als 4800 bis inkl. 53400 — 120 M., von mehr als
1200 bis inkl. 4800 — 96 M., von mehr als 3600 bis inkl.
4200 — 72 M., von mehr als 3000 bis inkl. 3600 — 52 M.,
bdon mehr als 2400 bis inkl. 3000 — 36 M., von mehr als
1800 bis inkl. 2400 2 24 M., von mehr als 1500 bis inkl.
1800 — 18 M., von mehr als 1200 bis inkl. 1300 — 12 M.,

von mehr als 1000 bis inkl. 1200 - 10 M. Sofern an Stelle
)er wehrsteuerpflichtigen jnngen Leute die Eltern derselben die Steuer
jahlen müssen, wird die Hälfte ihres jährlichen Einkommens in
Ansatz gebracht und, wenn mehrere Kinder vorhanden sind, noch
durch die Kopfzahl derselben getheilt. Besondere ausnahmsweise
Steuernachlässe sind vorgesehen. Das Gesetz soll am 1. Oktober
zieses Jahres in Kraft treten. Der Jahresertrag der festen Steuer
wird auf 9,600,000 M., das Gesammtergebniß auf 16,090, 000
M. veranschlagt, wobei sich spätere Steigerungen natürlich von
elbst verstehen.

Der deutsche Kaiser hat die ihm zum letzten Geburis⸗
este dargebrachten Glückwünsche des Königs Ludwig II. von Bavern
nit herzlichen Dankesworten erwidert.

Ausland.

Die „Gazzetta Italia“ meldet mit Vorbehalt aus Genf,
daß dort gleichzeitig mit dem russischen auch Attentate auf den
Deutschen Kaiser und den König Humpert geplant wurden. Das
Blatt verlangt von den Regierungen, sie sollten die Schweiz auf—⸗
'ordern (ohne ihre Freiheit anzutasten), wachsamere Polizei auszu⸗
üben, widrigenfalls die Grenzländer genöthigt seien, einen Grenz⸗
ordon gegen die Importirung der Umstürzler zu ziehen.

Troß der Verhaftungen in Irland gehen dort die Agita⸗
ionen der Landliga ruhig weiter. Die Pächter werden in öffent⸗
lichen Versammlungen fortgesetzt aufgefordert, keinen Pachtzins zu
entrichten ꝛc. Einer der Inhaftirten äußerte bei seiner Verhaftung
„Für Jeden von uns, der eingesperrt wird, muß ein Guisbesitzer
das Leben lassen. Auge um Auge!“ Dazu die Pulbver-Verschwoͤr⸗
ung gegen den Londoner Oberbürgermeister — Alles zusammen
in fast gleiches Bild wie im — heiligen Rußland!

Die Transvaalbauern haben mit den Engländern
Frieden geschlossen. Durch den Friedensschluß erkennen sie die Ober⸗
derrlichleit der Königin von England über Transvaal an, behalten
aber die Verwaltung ihres Landes vollständig in den eigenen

händen. In ihrer Haupistadt wird ein englischer Commissär woh—
nen, welcher den Verkehr zwischen den englischen Behörden der Cap⸗
Tolonie und der Boeren⸗Regierung zu vermitteln hat.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Am Sonntag Abend hatte der „Musik—
derein“ seinen Mitgliedern im Oberhauser'schen Saale eine recht
gelungene musikalische Unterhaltung veranstaltet. Die einzelnen
Nummern des Programms wurden zum größten Theil recht trefflich
zum Vortrage gebracht. Besonders dankbar aufgenommen wurden
die von Hrn. Schadewitz in bekannter meisterhafter Weise gespielten
lavier⸗ und Flötenpioͤcen.

F Nach der „Zw. Zig.“ wird unser Reichstagsabgeordneter
Herr Oberstlandesgerichtsrath K. H. Schmidt in München,
velcher schon im verflossenen Sommer aus Gesundheitsrücksichten
nus dem Reichstage ausscheiden wollte, jedoch auf dringendes Er—⸗
uchen seiner Freunde bis zum Schlusse der Session auszuharren
rllärte, für die nächste Session nicht mehr als Kandidat auftreten,
nndessen nach Schluß des Reichstags zur Berichterstattung in den
Wahlkreis kommen. — Zehn Jahre lang hat Hr. Schmidt den
Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens im deutschen Reichstag vertreten
und für die mit dieser Vertretung verbundenen großen Opfer An—
pruch erworben auf die lebhafteste Dankbarkeit seiner Wähler, welche
dieselben ihm auch sicher nicht versagen werden.

FWie die „Ksrsl. Ztg.“ hört, haben die Fibel, sowie der
1. und 2. Theil des von pfälzischen Lehrern bearbeiteten Le se—
buchs die Genehmigung des Ministeriums zur Einführung in den
ofälzischen Volksschulen erhalten. Schon in den nächsten Tagen
verden dieselben im Buchhandel erscheinen. Das Lesebuch für
Oberklassen liegt dem Ministerium noch zur Genehmigung vor.

Die vom Verband pfälzischer Gewerbevereine beschlossenen
Petitionen bezüglich der Innungen und der Arbeiterunfallversicherung
ind an den Reichstag u. s. w. abgegangen. Zu ihrer Unterstütz⸗
ung hat sich Direktor Euler von Kaiserslautern nach
Berlin begeben.

F Am 21. April d. J., findet in Lud wigshafen eine
Aufnahmsprüfung für den Betriebsdienst der pfälz. Bahnen Statt.
dandidaten haben ihre Gesuche bis einschließlich 16. April an die
Direktion der pfälz. Bahnen einzusenden.

F In Lampertheim feierte der dortige Bürger Johannes
Diehl seinen hundertsten Geburtstag.

F Am Freitag Morgen stießen zwischen Langensalza
und Ballenstedt zwei Personenzüge zusammen. Todt sind
ein Zugführer und ein Geistlicher (aus Gotha), schwer verwundet
ein Bahnmeister; mehrere Eisenbahnbedienstete und Vassagiere sind
leicht verwundet.

F Zur Nachahmung empfohlen. Der französische Minister
des Innern, Herr Constans, hat vom Maire von Born Dordogne)
eine Petition empfangen, welche dahin geht, allen öffentlichen Funk⸗
tionären, die ihre Unterschrift unleserlich schreiben, ihre Gehalts—
bezüge während zweier Monate zu entziehen. Der Mann ist strenge
aber gerecht; in welchem Lande beklagt man sich nicht über der—
gleichen Unfug?

Unter den bei dem Theaterbrand in Ni z za Umgekommenen
ist bisher nur ein Deutscher, Dr. Arendti-Schilling von Cannstadt
aus Eberswalde ermittelt. (Die Zahl der Todten wird jetzt auf
ca. 150 angegeben.)

F Aus St. Louis Mordamerika) wird der Tod Fried⸗
rich Hecker's, des bekannten Führers der badischen Revolution
gemeldet. Hecker war am 28. September 1811 zu Eichtersheim
in Baden geboren. Er war seiner Zeit einer der gefeiertsten und
populärsten Männer in ganz Deutschland.

„Was hat man bei einer Feuers brunst zuerst zu retten?“
Der „Figaro“ gibt auf diese brennende Frage folgende Antwort:
„Die Kinder, sie sind die Zukunft; die Frauen, sie sind die Ge—
genwart; die Greise, sie sind die Erfahrung. Dann die Möbel.
Und hat man etwa noch Zeit, die Basen und die Schwie—
germütter.“
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demetßz.
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        2* * *
Licitation.

Mittwoch, den 13. April
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr
zu St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft des Requirenten Georg
tlein
werden durch den unterzeichneten
hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer, in St. Ingbert
die nachhin beschriebenen Liegen⸗
schaften in der Steuergemeinde
St. Ingbert, zur Gütergemein—
schaft, welche zwischen Georg
FKlein, Wirth und dessen ver—
lebten Ehefrau Wilhelmine
Martin bestanden hat, gehörig,
der Abtheilung wegen öffentlich
an die Meistbietenden zu Eigen—
chum versteigert, nämlich:

1. Plan⸗Nxr. 914, 12 und

Plan⸗Nr. 91839, 1 a 40
qm Garten in den Groß⸗
gärten;
Plan-Nr. 1157, 13 a 20
qm Acker an der Kapelle;
Plan⸗Nr. 852, 21 a 10
qm Acker in der Dilmes—
flur;
Plan⸗Nr. 639, 2 4 40
Im Fläche, worauf ein
Wohnhaus mit Hofraum,
Plan-Nr. 643 2, 1 a 20
q4m Stall, Schoppen mit
Durchfahrt, und Plan⸗Nr.
2386, 2 a Garten in den
Bruchrechgärten, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert
an der Kohlenstraße;
Plan⸗-Nr. 640, 12 70
qm Fläche, worauf ein
Wohnhaus mit Stall, Hin⸗
tergebäude und Hofraum,
gelegen zu St. Ingbert
an der Kohlenstraße neben
vorigem Wohnhause.
Eigenthümer sind:

I. Georg Klein genannt,
Wittwer II., Ehe der zu St.
Ingbert verlebten Wilhelmine
Martin gewesene Wittwe des
zu Elversberg verlebten Berg⸗
mannes Georg Heusner, we⸗
gen der zwischen ihm und sei—
ner verlebten Ehefrau bestande⸗
nen Gütergemeinschaft, sowie als
Testamentserbe derselben.

II. Caroline Heusner, ge⸗
werblose Ehefrau von Joseph
Fiack, Schreiner und dieser
selbst der ehelichen Ermächtigung
und Gütergemeinschaft wegen;
Ehefrau Fiack, Tochter erster
Ehe der Wilhelmine Martin
mit Georg Heusner;

III. Elisabetha Klein, min—
derjährige Tochter der Eheleute
Klein, welche ihren Vater zum
gesetzlichen Vormund und den
Franz Lauer, Nagelschmied
zum Nebenvormunde hat.

Alle in St. Ingbert wohnend.

St. Ingbert, 29. März 1881.

K. Auffschneider,
Amtsverweser.
Ein junger Mann mit
guter Schulbildung findet
Stelle als Lehrling bei
E. Wies, Kaufmann,
Blieskaßtel.

Stadtrathsbeschluß.

Der Stadtraih von St. Ing—
bert hat in seiner Sitzung vom
23. März Al. Is. folgende Be—
scchlüsse gefaßt:
L. Die Erhebung einer außer⸗
ordentlichen Umlage für Repa—
xaturen an der Kapelle und An—
schaffung von Paramenten für
die k. Kirche genehmigt.

2. Das Budget der Gasan⸗

stalt pro 1881 geprüft und
festgestellt.
8. Die Rechnung des Hos—
pitals pro 1880, welche sich
abschließt mit einer Einnahme
von 6085,79 Mk. und mit
einer Ausgabe von 6030,96 Mk.
und den Voranschlag der Ein—
nahmen und Ausgaben für das
Jahr 1881 festgestellt.

4. Die Rechnung des Armen⸗
fonds pro 1880 hat eine Ein—
nahme von 4146,08 Mk. und
zeine Ausgabe von 4010,27 M.,
aufgewiesen und wurde diese so⸗
vie das Budgets der Armen⸗
flege pro 1881 verprüft.

5. Die Taxe des Restes des
pro 1880 81 anerfallenen Be—
rechtigungsholzes herabgesetzt.

6. Die Ueberbringung des
J. Michel Menges in die
reis⸗ Armen⸗ und Krankenan⸗
stalt Frankenthal beantragt.

7. Die Ueberdachung des Brun—
iens im Ort an die Brunnen—
ommission verwiesen.

8. Ein Unterstützungsgesuch
abgewiesen.

9. Zur Verbriefung der Akten
bezüglich des Bauplatzes zur Er—
bauung eines Amtsgerichtsge—
fängnisses die Genehmigung er—
heilt.

10. Das Gesuch der Theater⸗
direktorin Frau Schroth um in
St. Ingbert Vorstellungen geben
zu dürfen, abgewiesen.

II. Für die Zeit vom 1. April
bis 1. November l. J. wurde
ein Feldschütz für die Distrikte
Ruhbach, Schürerziegelhütte und
-vechseicherfeld angestellt.

12. Für die Aufsicht und
Reinigung des Schulhauses in
der Unterstadt den Friedrich
Kihm hier aufgestellt.

13. Die Bezahlung der Hei—
mathgebühren in der Art fest—
Jestellt, daß 100 M. sofort und
der Rest mit 71,48 M. in 4
Jahresterminen zu entrichten sind
der unter ad 2, 3 und 4 ge—
nannten Budgets uud Rechnungen
liegen zu Jedermanns Einsicht
14 Tage lang auf dem unter⸗
fertigten Amte offen.

St. Ingbert, 28. März 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Vew
Anhängezettel
mit Oesen, auf weißen und far—⸗
bigen Cartons, beim Versandt
von Stückgütern sehr praktisch,
liefert rasch und billig die Buch—
und Steindruckerei von
F. X. Demektz.

Gecstern Abend entschlief nach kurzem Leiden, versehen mit
den Sterbsacramenten unser innigstgeliebter Vater, Schwieger⸗
vater, Großvater und Urgroßvater

Herr Gutsbesitzer
Felix Ambroise Villeroy
Ritter des Ordens vom heiligen Michael J. Cl., Offizier
de la legion d'honneur im 89. Lebensjahr.
Um stilles Beileid bitten.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Rittershof, den 29. März 1881.
Die Beerdigung findet Donnerstag den 31. März
Morgens 10 Uhr vom Ritteshof aus Statt.

Pilsner
Exportbier
bei Heufser. J
nar m

Vein⸗Etiquetts
Weinkarten

zu haben in der Buchdruckerei von
F.. X. Demetz.

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ur vollständigen Entfernung der
Sommersprossen empf. a Stück 60 Pf

Nobert Schmitt.

beseitigt gefahrlos und sicher (auch
brieflich in 2 Std. Dr. mecdl.
PErust“s WVw. in Leipæeig.
——
Gurnnmirte Packet-Siegelmarken
mit Firma, auf weiß oder farbig Papier in jeder be

liebigen Farbe des Druckes, auch in Golddruck, fertigt
F. XI. Demehz,
Buchdruckerei und Lithographische Anstalt.
202 000ec.

ch
Süddeutsche Yresse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genannte größte, reichhaltigste und ange—
sehenste Blatt von München wird bei den in diesem Jahre
bevorstehenden Wahlen für den bayerischen Landtag, den deulschen
Reichstag und das Münchener Gemeindekollegium in Berichterstat—
tung wie in politischem Einfluß erhoͤhte Bedeutung gewinnen.
Seine gut bayerische, entschieden nationale und gemäßigt lieberale
Hallung darf als bekannt vorausgesetzt werden. In den städtischen
Angelegenheiten vertritt dasseibe den Standpunkt des Ausgleiches
und der Versöhnung der Parteien behufs gemeinsamer Arbeit an
dem Wohle der Stadt München. — Der lokale und provinzielle
Theil der „Sadd. Pr.“ ist der reichhaltigste irgend eines bayerischen
Blattes.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Bereiche des Theaters
und der Musil werden in dem Blatte von allgemein anerkannter
Feder besprochen. Sportsberichte, wie namentlich die Nachrichten
aus bayerischen Garnisonen haben die „Süddeutsche Presse“ in den
militärischen Kreisen weit verbreitet und helfen derselben dort stets
neue Freunde zuführen.

Die „Süddeutsche Presse“ ist das einzige Münchener Blatt,
welches den offiziellen Courssszettel'vder Munchener Börse
unverkürzt zum Abdrucke bringt. Ihr Handelstheil gibt
dem Leser einen sichern Ueberblick über alle Bewegungen des Ef—
jseltene und Produktenhandels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die
Wirksamkeit der uns anvertrauten Inserate in den kauffähigsten
Schichten des Publikunms. Wucherinserate oder solche
bedenkl ichen Charakters sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das
Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in die
Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20 Pf.
pro Zeile berechnet.

Die allgemein beliebte belletristische und wissenschaftliche Bei⸗
lage

„Bayerische Lileraturblütter“
enthält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bilder aus der
bayerischen wie der deutschen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte März ab der interessante
Kriegsroman

„Um Paris“.
Neu eintretende Abonnenten erhalten denselben gratis
nachgeliefert. ABA
Der Abonnementspreis beträgt pro Quartal 8 Mark.
München, im Marz 1881. J
Die Expedition,
Fürstenfelderstraße 13.

— ——
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        2
* 558
29 —— ——
—353838 5 5355
2 588 — 8* —— 28 —
28.2 52 527 32
33536 —— 2323
37 236 2 84
——— —xX 25538
558388 —— ——— 3
* 8 —— — —— * 5*
88 25 ——— 5 z55 35 5883 55553 — 583 * 5537
2 535 5 * — —54 58 —25278 72z2 55 5538
535532233 535 4 ——
0 22 — — * 8 DN
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535 3555 zSc 5 5 2 2 22 13355*7 8 223 —2 38
53—*8 2 22 — * —— —2. —A 8 — —2 2
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3 —A — 8 8 528 — 8 ———
38 5 35 9 55 5 3— 2538* 338 86
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* * 8 — S— 2 528 * 8—
5 5z3 26 55 *8 ————— — —— 55825353
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3 535 235 * 55 * *385 53553553 O E 8— ———
—28 8 2233347— . 83 52 28 — 3 8 252 —
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53z53 3535332333333 253335. 23
* 2 2 —— * — ———— 8 —2 — —

58 5353 36322 85.3 5 53335—53237

2* —52 5385* —3 3 33325 3333
33 — “553 — * 5 28328 2532 —E —
2 23533 583—2— 23283553323—8 3335 85
*253 — *S2. 238*8333333 377838353— 22 S.c
22 222 — — 2 7—2 * 8 *32 *ü82 — 33 ——
253 * 25 2353 83 753 3 8 3 3
3* 2 52 *53 — 2 R—2— —8 —352 3
2 2 23323 —8 32. — ————— S3 2
2328 35233 584 — —— 57*538 233
353 33 23382 5532. 53 5235 23

R53 3332 2 33 233 2 75 2232 2323225 2353

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        St. Ingberler Anzeiger.
Her St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal?: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljährlich

MA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J 46 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 F, von Auswäris
mit 15 S für die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren NRaum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.

M 52. Donnerstag, den 31. März 1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Verlängerung des gegen⸗
wärtigen Landtages jedenfalls bis 80. April, möglicherweise aber
noch darüber hinaus, ist nunmehr, da es unmöglich erscheint, daß
bis 9. April die noch zu erledigenden Geschäfte beendet sein werden,
außer Zweifel.

Der Kulturkampf in Preußen scheint mit raschen Schritten
einem Ende entgegen zugehen. So hat nun auch das bischöfliche
Domcapitel zu Trier in der Person des Generalvicars Lorenzi
einen Capitularvicar gewählt.

Das Innungsgesezz ist bekanntlich vom Reichstage
un eine Kommission verwiesen worden. Welcher Art ihre Ent—
scheidung sein wird, ist nach dem Votum, welches eben derselbe
steichstag am 5. Mai 1880 abgegeben hat, kaum zweifelhaft;
zamals bereits einigte sich die Majorität der Konservativen und
der Klerikalen zu der Resolution, nach welcher nur Innungsmeistern
das Halten von Lehrlingen erlaubt sein solle und der Gesetzentwurf
zer Reichsregierung ist nur die legislative Konsequenz hiervon.
In einem Punkte geht derselbe noch allerdings über den Inhalt
—F Resolution hinaus; das ist in der Bestimmung, daß besonders
ewährten Innungen, — über die Bewährung entscheidet die zu—
tändige Behörde, — das Recht gegeben werden soll, durch ihr Schieds⸗
gericht auch über Streitigkeiten von Innungsmeistern mit Nicht-
Innungsmeistern zu entscheiden.

Der deutsche Kronprinz wurde am Mittwoch aus
Petersburg zurückerwartet. Alle Nachrichten, die von Petersburg
m kaiserlichen und kronprinzlichen Palais eingetroffen sind, lauten
sehr befriedigend. Es hat sich, so schreibt die „Köln. Ztg.“,
wischen dem Kaiser Alexander III. und dem deutschen Kronprinzen
eine erfreuliche Uebereinstimmung der Ansichten ergeben. Beide
ind ernste, ruhige, wohlgesinnte Männer, welche auch an Jahren
nicht allzu weit auseinander stehen. Schon jetzt ist in Berlin alle
Besorgniß geschwunden, daß sich Alexander III. den Panslawisten
n die Arme werfen und eine abenteuerliche, Europa beunruhigende
Politik befolgen könnte. Kaiser Wilhelm spricht von seinem Groß—
neffen in den Ausdrücken einer aufrichtigen großen Freundschaft
und Achtung.

Ausland.

Bezüglich des griechisch-türkischen Grenzstreites wird jetzt aus
Wien gemeldet, daß eine Einigung über die Grenzberichtigung
unter ⁊den Botschaftern in Konstantinopel erzielkl worden sei und
die Türkei ihre Zustimmung dazu ertheilt habe. Ta voraussichtlich
ämmtliche Mächte dem Vorschlage zustimmen werden, so ist eine
Zurückweisung von Seiten Griechenlands unwahrscheinlich.

Der schweizerische Bundesrath hat eine Untersuchung
wegen der Genfer Nihilisten und ihres Treibens angeordnet.

Während seines Aufenthaltes in Petersburg empfing der
deutsche Kronprinz Friedrich Wilhelm eine Deputation von Deutschen
zus Moskau und sagte Folgendes: „Ich hätte freilich gewünscht,
daß die Veranlassung meiner Reise eine fröhlichere gewesen wäre,
ils dem armen Kaiser die letzte Ehse zu erweisen. Sie können
Sich wohl denken, welchen Eindruck das Verbrechen auf meinen
bater und mich hervorgerufen; aber ich gestehe, es war mir sehr
ieb, daß mein Vater mich hierher geschickt hat. Ich habe persön⸗
ich stets die intimsten Beziehungen zu dem jetzigen Kaiser unter—
jalten; nun aber können Sie Ihren Landsleuten in Moskau sagen,
daß die alten freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen beiden
Staaten zur Tradition geworden, fernerhin fortbestehen und die

Freundschaft der heutigen Generation eben so dauerhaft sein wird,
vie die der alten; und diese Freundschaft ist nicht blos für beide
Nachbarstaaten, sondern für den Frieden von ganz Europa wichtig!“

Die Tragik der Petersburger Katastrophe wird noch
dadurch erhöht, daß Czar Alexander II., wie jetzt bestätigt wird,
wirklich kurz vor seinem Tode den ersten Schritt zu der von seinen
Moͤrdern angestrebten inneren Reform sanctionirt hatte. Er unter⸗
eichnete fünf Stunden vor seinem Tode den Ukas, durch welchen
deputirte der Kreisversammlungen nach Petersburg berufen werden
ollen, um über Reformvorschläge der Regierung, die innere Ver⸗
valtung des Reiches betreffend. zu berathen.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Am Dienstag Nachmittag gegen 28
Uhr wurden wir hier von einem Gewitter überrascht.

*— Die Zunahme der Bevölkerung unserer Stadt hat eine
Ueberfüllung der Volksschulen, zunächst der unteren Klassen derselben,
zur Folge. Um derselben in den unteren kath. Knabenklassen ab⸗
zuhelfen, soll nun demnächst eine neue kath. Knabenschule (die achte)
errichtet werden.

*— In Folge der Erkrankung des kgl. Oberamätsrichters
Herrn König dahier wurde Herr Amtsanwalt Zahm in Lud⸗
wigshafen zum Amisrichter außer Status bei dem hiesigen kgl.
Amtsgerichte ernannt.

FWie Bayern durch sein Branntweinsteuergesetz sich den
bezüglichen Bestimmungen der Branntweinsteuer⸗-Gemeinschafi ge—
nähert hat, so verfolgt der gegenwärtig dem Reichstag vorliegende
Brausteuer-Gesetzentwurf die Absicht, sich mit dem
hayerischen Malzaufschlaggesetz nach Thunlichkeit in Uebereinstimm⸗
ung zu setzen. Von dem gleichen Steuersatz ist zwar zunächst noch
Abstand genommen, da nur 4 M. vom Hektoliter ungebrochenen
Malzes erhoben werden sollen. Dagegen werden unsere Brauer
nit Genugthuung vernehmen, daß die nach dem gegenwärtig giltigen
Besetz in der Brausteuergemeinschaft zulässige Verwendung von
Surrogaten fernerhin nicht mehr gestattet werden soll.

Die Aneignung von Fallwild in einem fremden Jagdrevier
st nach einem Urtheil des Reichsgerichts als unberechtigte Jagd⸗
ausübung nach 8 292 des Strafgesetzbuchs zu bestrafen.

F In Blieskastel haben Handwerker nach dem Vorgange
Zpeyers gleichfalls eine Petition an den Reichstag um Einführ—⸗
aung von Zwangsinnungen gerichtet und einen Verein zum Schutze
des Handwerks gegründet.

Das diesjährige Musterungsgeschäft für das Be—
zirksamt Zweibrücken findet in nachstehender Weise in
Zzweibrücken statt: am 11., 12., 13., 19. und 20. April
Musterung, am 21. April Verbescheidung der Reklamationsgesuche,
am 22. April Loosung. — Es wird nicht überflüssig sein, noch
darauf aufmerksam zu machen, daß nach den neu erschienenen
Ergänzungen des Reichs-Militär-Gesetzes die Landwehrleute nicht
bei den Herbst⸗, sondern schon bei den Frühiahrs-Kontrolversamm⸗
lungen zu erscheinen haben.

F Der Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Kaisers⸗
lautern-Kirchheimbolanden, Frhr. v. Stauffenberg,
vird nächstens nach Kaiserslautern kommen und voraussichtlich am
12. April seinen Wählern über seine bisherige Thätigkeit im bayer.
Landtag Bericht erstatten.

F Aus Kirchheimbolanden meldet die „Pf. Pr.“:
Herr Einnehmer Sattler dahier und sein Zwillingsbruder Herr
Fohann Adam Sattler, kgl. Steuer⸗ und Gemeinde-Einnehmer zu
Bergzabern feierten am 25. März ihren 81. Geburtstag. Beide
sind dekorirt mit der goldenen Ehrenmünze des k. Ludwigsordens
für ehrenvolle 50 Dienftjahre und dürften solche Fälle zu den
seltenen gehören, daß zwei Zwillingsbrüder in gleicher Lebensstellung
mit einander ein solches Alter erreichen.

Die Gewerbebank Speyer hatte i. J. 1880 einen Ge⸗
'ammtumsatz von 18,397,300 M. bei einer Mitgliederzahl von
1052. Die Stammantheile haben sich auf 310,100 M. erhöht.
Die Depositengelder belaufen sich auf 722,226 M. Die Geschäfts-
und Verwaltungskosten betragen 9513 M. 90 Pf. Aus dem er—
zielten Reingewinn von 35,6547 M. beschloß die Generalversamm-⸗
lung eine Dividende von 9 pCt. zu geben (wie im verflossenen Jahr.)

F Zu der am 28. März in Spey er begonnenen Prüfung
ür den einjährig-freiwilligen Militärdienst haben sich 18 junge
Leute eingefunden. Für den deutschen Aufsatz wurden ihnen fol—
gende drei Themata gestellt: 1. Welche Wechselbeziehungen bestehen
‚wischen Arbeit und Vergnügen? 2. Welche Vorzüge bieten Fuß—⸗
reisen? 3. Begründung des Wortes: „Friede ernährt, Unfriede

verzehrt“.

F Das niederbaherische Schwurgericht hat in der
gegenwärtigen Schwurgerichtssession bereits das fünfte Todesurtheil
gefällt.
        <pb n="192" />
        4 Die Volkszählung in den Vereinigten Staaten
hat ergehen, daß die Anzaͤhl der Weißen in den Vereinigten Staaten
13,440 876 und die der Farbigen 6,577, 151 beträgt.

Schlagfertig. Ein Unteroffizier hört einen Gefreiten

gotteslästerlich fluchen und fährt auf ihn los mit den Wortken
Warum fluchst du so, verdammter Kerl?“ — „Ich bereite mich
aͤuf das Unteroffizierexamen vor,“ entgegnete schlagferlig der Gefreite.

Fi die Ndcacuon veranworilich: F. x. Demeß.

Bekanntmachung.

Der Metzger August Jost von St. Ingbert beabsichtigt
in dem in der Hasseler Straße gelegenen Wohnhause des Seifen⸗
fabrikanten Kahn neben dem Eingang zum Wollbach und dem
Tüncher Nikolaus Woll eine Schläͤchterei zu errichten.

Dies wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht mit der
Aufforderung etwaige Einwendungen dagegen in einer ausschlie⸗
ßenden Frist von 14 Tagen beim Bürgermeisteramte St.
Ingbert, wo Plan und Beschreibung eingesehen werden können,
mündlich oder schriftlich anzubringen.

Zweibrücken, 27. März 1881.

Kgl. Bezirksamt:
Dr. Schlagiutweit.
Bekanntmachung.

Der Metzger August Müller von St. Jugbert beab⸗
fichtigt in dem Hause der Wwe. Schwarz Plan⸗Nr. 750. an
der Grubenstraße neben der Knappschaft St. Ingbert⸗Mittelbexbach
und der Gebr. Schuster eine Schlachterei zu errichten.
Etwaige Einwendungen dagegen sind binnen 14 Tagen
ausschließender Frist beim Vürgermeisteramte St. Ingbert,
wo Beschreibung und Plan zur Einsicht offen liegt mündlich oder
schriftlich anzubringen.

Zweibruͤcken, 27. März 1881.
Kgl. Bezirksamt:
Dr. Schlagintweit.
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porzůgliche Qualität, halten stets auf Lager

ESt. Johaun ad. Saar.

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5 irtenbrie fe ich jetzt in meinem (fruher Guck—
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„Berliner Tageblatt“
nebst seinen drei werthvollen Separat-Beiblättern:
Illustrirtes Witzblatt »GDLe,
Belletrist. Sonutagsblatt „Deutsche Lesehalle“,
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st in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und Gediegenheit seines
Inhalts die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlande
jeworden, indem es sich seit mehreren Jahren einen festen Stamm
hon weil uber 70 Tausend Abonnenten dauernd erhalten hat. Die Vorzüge
des Verliner Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem;
„Taͤglich zweimaliges Erscheinen als Abend⸗ und Morgenplatt.
wodourch das „B. T.«“ i der Lage ist, alle Nachrichten stets 12 Stunder
srnher als jede nur ein Mal täglich erscheinende Zeitung zu b ringen.
Gaänzlich nnabhängige, freisinuge, politische Haltuug .
Spezial⸗Korrespondenten an allen wichtigen Plätzen und in
Folge dessen rascheste und zuverlässige Nachrichten; bei bedeutenden Ereignifser
umsaͤssende Spezial⸗Telegramme.
Ein eigenes parlamentarisches Burean liefert dem Blatte schnell⸗
und zuverlässige Berichte.
Amfafsende Handelszeitung und Courszettel der Berliner Borse
Boliftaͤndige Ziehungslisten der Preußischen u. Sächsischot
otterie, sowie Äusloosungen der wichtigsten Loospapiere.
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dessen frühzeitigste Meldung von allen wichtigen Ereignissen.
Dteichhaltige und wohlgesichtete Tages-Neuigkeiten aus der
Reichshauptstadt und den Provinzen.
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Schriftsteller. Das RomaneF euilleton des 2. Quartals wird folgeno
servorragend: Dichtungen bringen, welche in keinem anderen Blatie Deuüch
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Tageblatt“ bestrebt jeinen Inhalt stets zu erweitern und zu vervollkommnen
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Die Verbreitung des „Berliner Tageblatt? erstreckt sich nicht allein über
ganz Teutschland, wo es in mehr als 1400 Städten vertreten ist, sondern
dasselbe genießt auch im Auslande als große deutsche politische Zeitung
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        Hl. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

MA 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 , einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
M 53

Samstag, den 2. April
1881.
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— —

Deutsches Neich.

In den nächsten Tagen werden folgende Veränderungen in
»en höheren bayerischen militärischen Kreisen ver öffentlicht werden:
general v. d. Tann tritt in den Ruhestand, die Führung des 1.
Urmeekorps übernimmt Kriegsminister v. Maillinger und an dessen
Ztelle tritt General v. Fries. Der Stadtkommandant von München
—
Iberst des Leibregiments v. Parseval wird Flügeladjutant des
dönigs und Prinz Arnulf übernimmt als Oberst das Leibregiment.

Die bayerische Abgeordnetenkammer nahm den Artikel 24
des Gewerbesteuergesetzes in der Ausschuß⸗Fassung mit geringen
Modifikationen an, wodurch das Zustandekommen des Gesetzes ge⸗
ichert ist. (Art. 24 handelt von den Fällen, in welchen irgend
in Geschäft wegen seines besonders ausgedehnten oder günstigen
Betriebes höher als nach den regelmäßigen Bestimmungen des
Tarifs eingesteuert werden kann.)

Der deutsche Kronprinz Friedrich Wilhelm ist am 30. März
vohlbehalten aus Petersburg in Berlin wieder eingetroffen.

In Berliner politischen Kreisen gilt es als zweifellos, daß
nie Anwesenheit des Kronprinzen in Petersburg zu sehr wichtigen
»olitischen Abmachungen geführt habe, die sich keineswegs nur auf
die Asylfrage beschränken.

Die „National⸗Zeitung“ schreibt: „Zwischen den Cabineten
»on Berlin und Petersburg sind Erwägungen darüber im
Hange, ob und welche Schritte gegen die Nihilisten im Auslande
anternommen werden können. Diese Thatsachen halten wir für
eststehend. Es kann dieselbe zum Ausgangspunkte einer großen
europäischen Aktion und eines neuen Verhältnisses der Mächte zu
inander werden, es kann sich möglicherweise nur um Durchsetzung
einiger verstärkten Polizeimaßregeln handeln. Wir müssen abwarten,
wie sich die Sache auswächst. Zunächst halten wir es für wenig
glaublich, daß Deutschland über die Grenze der Mäßigung in seinen
nternationalen Beziehungen irgendwie hinausgehen wird.“

(Reichsstag.) Bei der Berathung der Denkschrift über die
Ausführung des Sozialistengesetzes erklärte am Schluß einer langen
Rede über die Gefahrlichkeit der sozialistischen Agitation, wie sie
aeuestens bei der Ermordung des Kaisers von Rußland und nach
dem Wiener Kongreß zu Tag getreten sei, Minister v. Puttkamer,
die preußische Regierung werde Anregung dazu geben, den sogen.
leinen Belagerungszustand auch auf Leipzing auszudehnen.

Der sichtlich wenig unternehmungslustige Reichstag kam
im 28. März an die erste Lesung der neuen Steuergesetze und der
ie begleitenden recht mittelmäßigen Denkschrift. Der Reichskanzler
ertheidigte seine Sache selbst und hielt, wie er erklärte, eine Rede
ür und an die Wähler draußen, um ihnen zu zeigen, was alles
erleichtert, beseitigt werden soll durch den Ertrag der neuen Steuern;
reilich kämen noch mehrere hinzu und werde er nicht müde werden,
eine Pläne dem nächsten, nöthigenfalls dem zweiten und dem
ritten Reichstag zur Annahme und Ausführung vorzulegen. An
Reichstagsauflösungen würde es da wohl nicht fehlen. Was mit
den hunderten neuer Millionen gemacht werden soll, wüßte man
also. Aber wie sollen wir sie aufbringen, wer soll sie zahlen?
Das mobile Kapital ist die Antwort. Wer sie zahlen soll, bleibt
rotzdem die Frage, und Abg. Lasker meinte, warum statt der Bier⸗
teuer⸗Verdoppelung nicht die Verstärkung der (norddeutschen) Brannt⸗
wveinsteuer und die schon vom Minister Camphausen gewollte
keichs⸗Erbschaftssteuer, welche z. B. in Preußen heute nur etwa
5,000,000 Mark jährlich einbringen? Und was die Hauptsache
väre, wozu denn neue Steuern auflegen, wenn man mit den
aufenden Einkünften mehr als gededt sei? Vom Sparen ist
dabei noch gar nicht die Rede. Mit neuen Steuern soll, so führte
Fürst Bismarck aus, dem armen Mann geholfen, sollen Alters⸗
ersorgungs⸗ und Invalididätskassen gegründet werden. Wo kämen
vir denn hin mit der Privatwohlthätigkeit und der Selbsthilfe,
zie in sittlicher Kraftbethätigung den Menschen aus dem sonst ent⸗
ttehenden eigenen Sumpf herausheben müssen? Offenbar sieht der
steichskanzler jetzt in jeder Wider- und Einrede Gegnerschaft und
Opposition, der er mit persönlichen Angriffen zu begegnen glaubt.
der Redner der Deutschkonservativen, v. Maltzahn, trat dem Kanzler

qI

bei, aber, wie man heraushörte, mit halbem Herzen, und Abg.
». Benda sagte namens der Nationalliberalen: die Wehrsteuer
vollen wir einstimmig nicht, die Brausteuer ohne Branntweinsteuer
uch nicht, und von der vorgeschlagenen Reichsstempelsteuer ver⸗
verfen wir die darin begriffene Quittungssteuer. Zu Reformen
vird dann freilich wenig Geld gemacht und — wenn das Zentrum
uicht „abmacht“ oder abgemacht hat, fallen, allem Anschein nach,
die drei Steuervorlagen wieder unter den Tisch. Hernach wird die
steichstagssession bald alle sein.

Die „Südd. Presse“ schreibt: „Auf große Schwierigkeiten
toßen Progressisten und Sezessionisten bei ihren Versuchen, die
getreideproduzenten glauben zu machen, daß „Bismarck fort“ müsse,
veil — er die Einführung von Getreidezöllen verschuldet!
—A
Bestrich wohl unterrichteter Mann, daß die dortigen Bauern hart⸗
äckig bei der Meinung bleiben, der Getreidezoll sei ihnen nicht
chädlich, denn er gewähre, wenn er ihnen auch nicht unter allen
donjunkturen den gehofften direkten Nutzen voll bringe, doch immer
ꝛen indirekten Vortheil, daß in die Reichskasse Geld fließt, das
wußerdem in anderer Weise zu beschaffen wäre. Die Westricher
Bauern vermögen daher nicht einzusehen, daß sie Ursache haben,
em Reichskanzler wegen seiner Rücksichtnahme auf den heimischen
Hetreidebau zu grollen und in den Reichstag einen Vertreter zu
nisenden, dessen Anschauungen zwar auch auf der Berliner Getreide—⸗
börse verdienten Beifall finden, mit den landwirthschaftlichen
Interessen aber schlecht harmoniren.“

Ausland.

Tie französische Regierung beräth jetzt Mitlel und Wege zu
sepressalien gegen die deutschen Versicherungsgesellschaften, welche
S„ukkursalen in Frankreich haben. Diese sollen, wofern die deutsche
segierung das Verbot gegen die französischen Versicherungsgesell⸗
chaften in Elsaß-Lothringen nicht zurücknimmt, verboten werden.

London, 31. März. Mo st wurde verhaftet, seine Druckerei
olizeilich geschlossen. Heute war sein erstes Verhör vor dem Poli—
eirichter. Die Anklage lautet auf Aufwiegelung der Bevölkerung
remder Staaten zur Empörung. Die hier wohnenden deutschen
Zocialdemokraten beabsichtigen, gegen Most's Verhaftung und gegen
zie Unterdrückung seiner Zeitung „Freiheit“ zu protestiren.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel:
die Botschafter unterzeichneten ein Protokoll, worin sie anerkennen,
»aß die von der Pforte vorgeschlagene Grenzlinie aufrichtiges Ver—
angen nach Frieden bekunde. Die Abtretung von Epirus sei faft
inmöglich. Die Botschafter rathen ihren Regierungen, die Annahme
ieser Linie Griechenland anzuempfehlen.
Vermischtes.

* St. Ingbert. Das Budget unserer Stadt für das Jahr
1881 beläuft sich in den Gesammteinnahmen auf 81,480 M., in
ven Gesammtausgaben auf 68,709 M. Ordentliche Einnahmen
ind es 63,909 M., ordentliche Ausgaben 63,902 M.

* Der im hohen Alter von 89 Jahren auf dem Ritters—
jo f verstorbene Gutsbesitzer Hr. Felix Ambroise Villeroy
var seiner Geburt nach Franzose. Als französischer Offizier kämpfte
r im Jahre 1812 unter Napoleon J. iu dem Feldzug gegen
stußland und 1813 bis 1814 in den deutschen Freiheitskriegen.
Ils Gutsbesitzer machte er sich durch seine Verdienste auf dem Ge—
ziete der Landwirthschaft, speziell um die Hebung der Pferdezucht,
nuch in weiteren Kreisen bekannt.

Zur Beerdigung des Hrn. Felix Ambr. Villeroy auf
stittershof bei Würzbach hatte nach der „Zw. 3.“ der Hr.
Regierungspräsident der Pfalz einen Vertreter abgeordnet, und
war in der Person des Sekretärs des landwirthsch. Kreiskomités,
Ir. v. Böcklin; derselbe überbrachte nach dem genannten Blatte
inen Lorbeerkranz, um ihn auf das Grab des um die Landwirth⸗
haft verdienten Entschlafenen niederzulegen.

F Die Mannheimer Pferdeloose sind im Preise gesunken,
»a ein „Landauer“ bereits nach „Bruchsal“ gekommen ist. Dieser
inmuthige Witz wurde auf der letzten Mannheimer Fruchtbörse
ausgeheckt. Bekanntlich ist ein Ladeninhaber, Namens Landauer,
        <pb n="196" />
        wegen Verdachtes der Brandstiftung verhaftet und nach Bruchsal
abgeführt worden.

FAus Würzburg schreibt die „W. 3.“: Unteroffizier
Pud'e, derselbe, welcher den Studenten Sicken erschoß, soll seit
rinigen Tagen vermißt werden. Es wird an dieses Gerücht die
abenleuerliche Combination geknüpft, als ob Pude ein Opfer
verspäteter Lynchjustiz geworden sei.

Die „Suͤddeuische Presse“ in München nimmt von der
Mittheilung, daß unser seitheriger Reichstagsabgeordneter Herr
Oberstlandesgerichtsraih Schmidit, aus Gesundheitsrücksichten
rine abermalige Aufstellung abgelehnt hat, Notiz und bemerk!
dazu: „Der Rücktritt dieses begabten und hochgesinnten Poli⸗
sters wird weit über die Grenzen Bayerns hinaus Bedauern
erregen.“

* Aus Muünchen wird dem „Pf. K.“ geschrieben: In den
Kreisen unserer Abgeordneten bereitet ein Brief ungemeine Heiter⸗
keit, welchen ein Ersatzmann an einen Abgeordneten seines Wahl⸗
freises gerichtet hat. Aus diesem Wahlkreise sind alle Ersatzmänner
hbexeits als Abgeordnete eingetreten bis auf den einen letzten. Der⸗
selbe wendet sich nun mit seinem Anliegen an den betr. Abgeord⸗
neten; er wolle nun auch in die Kammer, wenn auch nur auf 14
Tage, eintreten, theils um das parlamentarische Leben, theils und
haupisächlich um München kennen zu lernen, da ihm beides unbe⸗
iannt sei; der Adressat wolle daher zunächst einen der schon einge⸗
lreleneu Ersatzmänner zum Austrilt bewegen, damit dem Briefschreiber
Platz gemacht werde; für den Fall aber, daß keiner sich bereit erkläre
dem naiven Ansinnen zu entsprechen, stelle er an den — nebenbe
bemerkt, einen unserer besten — Abgeordneten die Aufforderung
dieser solle selbst austreten, seine Wiederwahl sei ja ohnedies gesichert.
Diese nette Epistel und die Befähigung des Schreibens wird noch
illustrirt durch seine Orthographie. Um nur Eines hervorzuheben,
jpricht er von einem VBienanzminister“. (Und solche Leute halten
die Wähler für gut genug, Ersatzmänner und allenfalls Abgeordnete
zu werden! Ein schönes Armuthszeugniß für die Wähler!)

pEingemauert und,lebendig — gebraten.
In der Papierfabrik der Herren Geilerth und Fürth in Pilsen
hat sich am Montag ein schauererregender Unglücksfall zugetragen.
an diesem Tage erhielten mehrere Arbeiter den Auftrag, den Ofen
und Dampftessel zu reinigen, welche Arbeit mehrere Stunden un⸗
unlerbrochen ihre Kräfte in Anspruch nahm. Von der anstrengenden
Arbeit ermüdei, legte sich der 19 Jahre alte Fabrikarbeiter Anton
Kaczander unbemerkt in den Kanal, welcher sich unter dem Heiz⸗
ofen befindet, hinein, um hier einige Augenblicke ungestört ausruhen
zu können. Er verfiel bald in einen tiefen Schlaf und alsbald
erschienen an der Oeffnung des Kanals Maurer und fingen an die⸗
selbe zu vermauern. Als sie nun mit ihrer Arbeit fertig geworden
erschien der Heizer und zündete im Ofen Feuer an. Welch schreck
liche Schmerzen der Eingemauerte bei seinem Erwachen ertrug, läß!
fich leicht denken; Ein Entweichen aus dieser furchtbaren Situation
war nicht möglich. — In der Fabrik hatte man den Kaczander
unterdessen vermißt, man suchte ihn aber vergeblich. Endlich hatten
sich mehrere Arbeiter an die Oeffnung des Kanals erinnert, sie
drangen hinein und fanden den Kaczander, aber als Leichnam —
als schrecklich verbranntes Skelett.

Die Zahl der deutschen Beamten, welche durch das Ver—
trauen des Sulians dazu berufen sind, behufs Einführung zweck⸗
entsprechender Verbesserungen vorübergehend hervorragende Stell—
ungen im türkischen Staatsdienst zu bekleiden, hat wiederum eine
Vermehrung erfahren: der Steuerinspektor Bertram aus Saar⸗
burg in Lothringen reiste nach Konstantinopel ab, um dort als
Beiraih des Generaldirektors des türkischen Zollwesens zu wirken.
Die Aufgabe Bertram's wird zunächst darin bestehen, die türkischen
Zollvorschriften auf ihre Zweckmäßigkeit zu prüfen, bezw. die nöthig
etscheinenden Abänderungen ꝛc. vorzuschlagen und diejenigen Maß⸗
regeln zu treffen, welche geeignet sind, eine bessere Controle zu
fichern. Nur wer sich von der unglaublichen Zerfahrenheit, Ver⸗
wirrung und Unredlichkeit, die gerade auf diesem Gebiete der
türkischen Verwaltung herrscht, persönlich hat überzeugen können,
dermag die Größe und Schwierigkeit des ihm anvertrauten refor⸗
matorischen Werkes in vollem Umfange zu würdigen.“

Wie letzthin in Speyer, so hat sich am vorigen Sonntag
auch in Köln eine beträchtliche Anzahl von Handwerkern aus der
preußischen Rheinprovinz und Westphalen zusammengethan, um die
Innungsfrage zu besprechen. Hauptwortführer war der Schneider-
meister Faßbauer von Köln, der, sowie auch die anderen Redner,
für Innungs- und Prüfungszwang sprach. Von den anwesenden
Gegnern seiner Vorschluge ergriff keiner das Wort. Die hieraui
angenommene Resolution erkennt, ganz nach Art der Speyerer,
den von der Reichsregierung ausgearbeiteten Gesetzentwurf über die
Innungen als ein Zeichen ihrer, den Handwerkern wohlwollenden
Gesinnung an und fügt dann bei, daß Das aber nicht genug sei,
daß vielmehr die Zwangsinnung und die Zwangsprüfung das ein⸗
zige Heilmittel sei, um dem Handwerkerstand die ihm in der bür⸗
gerlichen Gesellschaft gebührende Stellung zu sichern. In der Re—

olution selbst wird die Zahl Derer, welche derselben beistimmten,
mit 83000 angegeben.

F Eine inleressante Wette, die auch in medicinischen Kreisen
Aufsehen erregt, ist seit Samstag, den 53. d. M., von einem
Beriiner Referendar eingegangen und bisher auch gewissenhaft
innegehalten worden. Derselbe hat sich nämlich, veranlaßt durch
das Beispiel einer in Breslau lebenden Frau v. T., dazu bereit
erklärt, zunächst auf die Dauer von einem Jahre von nichts Anderem
als von Milch und Brod zu leben. Alle anderen Nahrungsmittel
sind ausgeschlossen. Als einziges Zugeständniß ist ihm gestattel
worden, 'ab und zu bei passender Gelegenheit ein Glas Bier zu
trinken. Bisher ist dem Wettenden, der sich körperlich wohl be—
findet, seine Kur außerordentlich gut bekommen; er hat an Umfang
und Gewicht eher zu⸗ als abgenommen. Von ärztlicher Seite wird
der Patient genau beobachtet, um die Folgen der Kur zu konstatiren.

4 Ein Monstreprozeß im wahrsten Sinn des Wortes, der für
einen der blühendsten deutschen Industriezweige von weittragendsier
prinzipieller Bedeutung ist, hat soeben vor dem Londoner
Appeliationsgericht sein Ende erreicht, und zwar mit dem Sieg der
deutschen Firma. Die „Singer Manufakturing Company“ in London
hatte mit Unbehagen bemerkt, daß ihr von deutschen Nahmaschinen
jabrikanten in England erfolgreiche Konkurrenz gemacht werde
Zie beschloß daher, gegen den Vertreter der Frifter und Roßmann
schen Rähmaschinenfabrik Hermann Loog in London, klagend vor
nigehen unser dem Vorgeben, daß diese Firma, welche nach dem
System „Singer“ und „Wheeler und Wilfson“ fabrizirt, dadurch
eine Täuschung des Publikums herbeiführe, daß fie auf allen Zir⸗
fularen, Preislisten ꝛc. den Ausdruck „Frister und Roßmann'sche
Singer⸗Maschine gebrauche. Die Verhandlung erster Instanz währte
17 Tage. 45 Zeugen, Händler, Käufer ꝛc. wurden vernommen.
Das Urtheil lautete gegen Frister und Roßtiann, resp. deren
Agenten. Die Gerichtskosten betrugen 6000 Pfund Sterling oder
130,000 M. Die unterlegene Firma appellirte an die höhere
Instanz und diese hat nach viertägigen Verhandlungen die Anklage
zurückgewiesen und der Singer Manufakturing Company die in—
zwischen auf 200,000 M. angewachsenen Kosten auferlegt. In
den Entscheidungsgründen sagt der Lord Justice James, daß die
Zirkulare die Moͤglichkeit einer Täuschung absolut ausschließen und
daß die Bezeichnung „System Singer“ nicht den Eindruck machen
könne, als handle es sich um eine in Amerika fsabrizirte Singer'sch⸗
Maschine.

4Ein interessantes Geschenk. Karl Schurz, der frühere
Minister des Innern in Washington, erhielt vor Kurzem ein
interessantes Geschenk von der Indianer⸗Fürstin Chipeta, der Wittwe
des verstorbenen Ute-Häuptlings Ouray. In einer Herrn Schurz
zugegangenen Kiste lagen ein aus Bockshaut gefertigter, hübsch be—
tickter Rock, die Beinkleider, das Pulverhorn und der Tabaksbeutel
des zu seinen Vätern versammelten Häuptlings. Die Wittwe be—
gleitete diese Reliquien mit einem Schreiben, worin sie den „Mann
mit den vier Augen“ (Herr Schurz trägt bekanntlich eine Brille)
dat, er möge die Gegenstände als ein Zeichen der Freundschaft und
Achtung von ihr und ihrem Volke annehmen. Sie habe die Artikel
selbst angefertigt und übersende sie dem Manne, der, wie ihr ver⸗
torbener Gatte sagte, „der beste Freund ihrer Nation sei und so
biel für sie gethan habe.“ Herr Schurz hat das Geschenk ange—
nommen und ließ an Chipeta seinen Dank aussprechen.

7 Illustrirte russische Zeitungen bringen die getreuen Ab—
bildungen des Wagens, in dem Zar Alexander U. am 18.
März ausgefahren und der durch die Bombe zertrümmert wurde
Man sieht ganz deutlich bei Betrachtung der Bilder, daß es sehr
vohl möglich gewesen wäre, den Kaiser zu retten, wenn nicht eben
alles den Kopf verloren hätte. Man brauchte nur, als die erste
Bombe geschleudert worden war, in scharfem Galopp nach dem
Winterpalast weiterzufahren und alles war sicher. Die erste Bombe
war nämlich, wie die Bilder deutlich zeigen, viel zu kurz geworfen
worden; sie verletzte nur die hintersten Theile des mit großer Eile
dahinsausenden Wagens, ohne indessen die Achse u. s. w. zu zer—
trümmern.
Marktberichte.

Zweibrücken, 831. März. (JFruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.
Weizen 11 M. 42 pf., Korn 10 M. 57 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pj.
bierreihige 8 M. 56 Pf., Spelz 0O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf—.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 90 Pf.,
Erbsen — M. — Pf., Wicken 7 M. 54 Pf., Kartoffeln 1 M. 90 Pf.
r 2 M. 90 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 57 Pf,

ornbrod 3 Kilogr. 74 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Gr. 6 Pf., Kindfieisch J. Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.
Hammelfleisch 61 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter */2 Rilogr. 1I M. — Pi.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 30. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizer
11 M. 66 pf. Korn — M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
7 M. 21 Pf., Mischfrucht 10 M. 72 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicen
d M. — Ppf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf
Rindfleisch 50 Pf. Kalbßleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
50 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 10 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.
        <pb n="197" />
        Kaiserslautern, 29. Marz. (Fructmiii lpreis und Viktualienmark
Veizen 11M. 09 Pf., Korn 10 M. 35 Pf. Spelzkern 11 M. 05 Ppf. Spelz
IM. 16 Pf., Gerste 8 M. 99 Pf., Hafer 7M22 Ppf., Erbsen 00 M.
iz Pf. Wichen 8 M. 10 pf., Linsen — M. Pf. — Kleesamen 46 M. 50
,Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf. Gemischtbrod
gfund 45 Pfg. Butter pro Pfund 1M. 10 Pf. Eier 1 Stud os pf.
ttoffeln pro Zeniner ! M. 80 Pf. Stroh O M. — Pf. Heu M. —
oj, Kleeheu 2 M. 80 Pf.

— Fur die Redaction verante lich: zd. emenr.

— — — J —ñ Ni — —

„⸗us Glück der Ehe
angt von einem gut beforgten Tisch ab; wenn unsere jungen Frauen dies
och mehr behetzigen wollten!“ höcten wir einmal von einer welterfahrenea
ten Dame. Die junge Welt lehnt sich vielleicht gegen eine solche maierielle
aschnuung vom Glücke der Ehe energisch auf, es stedt jedoch immerhin Wahr⸗
eit in dem Satze; unbedingt zutreffend aber dürfte er lauten: An einem
Aecht besorgten Tisch ist das Glück so mancher jungen Ehe gescheitert!“ Darin
uird jede sorgsame Hausfrau uns Recht geben. Die schinafhafte Zubereitung
er Speisen, die mit Zierlichkeit besorgte Herrichtung des gedeckten Tisches
ragen nicht wenig zum häuslichen Behagen und darum auch zur Erhöhung
es ehelichen Glückes bei. Ein Werk nun, das in allen einschlägigen Fragen
ich als ein kompetenter Ratgeber erweist, kann demgemaß von unseren Haus⸗
auen und Allen, die es werden wollen, mit Freuden aufgenommen werden.
ls ein derartiger unfehlbarer Ratgeber in diesen nützlichen und nothwendigen
zingen erscheint uns das soeben im Verlag von J. J. Weber in Leipzig in
weiter, vermehrter Auflage ausgegebene

„Universal⸗Lexikon der Kochkunst“,

essen erste Auflage vor gerade jwei Jahren veröffentlicht wurde. Gegen⸗
zürtig tritt dieses Unternehmen in 12 Monatslieferungen (a 1 Wik. 20 ppf.)
einen zweiten Rundgang an. Die erste Lieferung liegt uns vor. — Ein
lick in dieselbe belehrt uns, daß die Herausgeber bemühl gewesen sind, mannig-
ich verbessernd und ergänzend Hand an das Werk zu legen, mancherlei Zu—⸗
he zu machen, neue Rezepte einzuschalten, die inzwischen gemachten Erfahr⸗
ugen und etwa laut gewordene Wünsche des Publikums möglichst zu berück⸗
qtigen. Das Ganze wird in der zweiten Auflage eine noch vollkommenere
zestalt erlangen und somit den angestrebten Zwedt: ein Nachschlagebuch zu
uerden, welches
uuf alle Fragen im Gebiete der Kochkunst eine Antwort bereit hält,
uf die Geschichte und Naturgeschichte der verwendeten Stoffe, sowie auf ihre
birlung in gesundheitlicher Beziehung eingeht und alle Bezeichnungen der
chensprache erklärt, in noch höherem Grade erreichen. als früher. Wir be—

en ja eine Menge mehr oder weniger guter Kochbücher, aber die meisten
derfelben leiden unter der Einseitigkeit, mit welcher die betreffenden Verfesser-
innen dem speziellen Kuchengeschmack ihres resp. Heimathlandes vorzugsweife
erecht werden. Damit ist diesen Büchern von vornherein ein beschränlter Zir⸗
ulationstreis angewiesen. Weit uüber allen diesen der Gastronomie gewibe⸗
meten litterarischen Erzeugnissen steht das „Universal⸗Lerikon der Kochkunfe,
velches uns gewissermaßen
eine Quintessenz der Kochbücher
der Hauptkulturvolker giebt und zugleich den Inhali gastronomisch-⸗wissenschaft⸗
icher Werke in seinen Kreis gezogen hat, so weit dies fur den praklischen
Wert des Werkes angemessen war. Es ist sowohl für den gewiegleften Fein⸗
chmecker, wie für die einfach buürgerliche Kuche berechnet, und wird auch aller⸗
and Sonderansprüchen gerecht, indem es nicht nur die Zubereitungsart der
Zpeisen bei den verschiedensten Nationen, sondern auch die Krankenkuüche, die
fraelitische und die Vegetarianerküche in seinen
weit über 10 000 Rezepten
ʒꝛerudsichtigt. Die erste Lieferung bietet zunächst eine elegant geschriebene Ein⸗
eitung über den „Geist der Kochlunst“, welche sich mit den derschiedentlichen
Warunis“, die der unerfahrenen, aber wißbegierigen Hausfrau oder
kochin so viel zu schaffen machen, beschäftigt und auf alle du erhebenden Frogen
efriedigende Auskunft ertheilt. In den Rezeptea führt die erfle Lieferung
'on Aal bis Biersuppe. Sodann folgen Küchenzettel für alle Tage im Februar,
und zwar in dreif ach er Auswahl fur hoͤhere und geringere Ansprüche
velche den Besitzerinnen des Kochlexikons so manches Kopfzerbrechen era
paren, hierauf
Küchenzettel für besondere Gelegenheiten
Damenfrühstuck, größeres und kleineres Diner, größeres und kleineres Souper,
Büffet bei einem Familienball), endlich der Beginn einer Reihe von Hists⸗
rischen Menus“, diesmal das TDiner für Feinschmecker“, welches gelegentlich
der ersten Berliner Kochkunstausstellung am 6. Februar 1877 veranstallei
vurde. Im Feuilleton finden wir den Anfang einer geistreich geschriebenen
zastrosophifchen 31 *
Novelle „Bei Tische“ von Otto Noquette.
In Drud und Papier ist das Werk, dem auch der künstlerische Schmuck hüb⸗
cher Vignetten nicht fehlt, vom Verleger mustergültig ausgestattet. In seiner
chier unerschopflichen Fulle gastronomischer Anweisungen, kulinarischer Efsays x.
»ürfte es bald alle anderen Kochbüchetr aus der Küche und den Haubsfrauen-
ibliotheken verdrängen.

Für Auswanderer

Anweisungen und Auszahlunngen nach Imerika
ind stets sofort bei uns zu festen, billigsten Coursen zu haben;
ieselben sichern dem Beteiligten oder seinen Angehörigen das
Zapital in allen Fällen, selbst be Verloreugehen der
Anweisungen. Die Auszahlung derselben in Amerila erfolgt
meist bei deutschen Bankhäusern, die bereit sind, den Be⸗
treffenden nach Möglichkeit mit Rath beizustehen.
GDr. ICiIESSeI. St. Johann a. d. Saac..

Bekanntmachung.

Der Betrieb der Werksschlosserei der k. Steinkohlengrube
xet. Ingbert soll vom 1. Mai 1331 ab auf 4 beziehungs⸗
ise 8 Jahre im Submissionswege an einen tüchtigen
zchlosser⸗ und Schmiedemeister vergeben werden.

Bewerber um diesen Betrieb können die Tarife und Be—
mgungen hierorts oder auf dem Bureau des k. Obereinfahrers
1 St. Ingberter⸗Grube einsehen und haben ihre Anerbieten
is zum 12. April 1831, Nachmittags 2 Uhr, bei

unterzeichneten Amte einzureichen.

St. Ingbert, am 81. März 1881.

Kgl. Vergamt 5t. Ingbert:
J. Namann.

32à——n
Sommersprossen⸗veife
ur vollstäudigen Entfernung der
zommersprossen empf. a Stück 60 Pf.
Mobert Schmitt.

WVon der Bier⸗
J brauerei Gebr. Becker
nach der Blieskasteler Straße
zing eine silb. Cylinder⸗
Uhr nebst Haarkette mit
BGoldbeschlag verloren. Der
redliche Finder wolle dieselbe ge—
gen Belohnung in der Erped.
d. Bl. abgeben.

ckuͤr Familien und Lesecirkel, Bibliotheken, Hotels. Cafes und Restaurationen.
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Meirn geehrten Kunden
IU hiermit zur Nachricht, daß
ich jetzt in meinem (fruher Guck⸗
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erscheint am JI., 10. und 20. jeden Monates. — Abonnement: ganzijährig 4 fl. — 8 Mk., halbjährig 2 fl.4Mk.
Herausgegeben von Oks Maaß in Wien, J., Wallfischgasse Nr. 10.
robe- Nummern werden gratis und francs an Jedermann versendet, der seine Adresse per Korrespondenzkarte deutl ich
geschrieben einschickt.
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Eeet⸗v lich

Pfaff⸗-Mähmaschinen *
aus der renommirten Fabrik

hon
q. M. Pfaff in Kaiserslautorn

——
—*
sind jetzt die vollkommensten Familien · Nahmaschinen, die existiren. — *

Dieselben wurden in neuestet Zeit prämiirt auf dem internationalen Nähmaschinen⸗Wettstreit
in Arnheim 1879, auf der Weltausstellung in Sydney 1379 und erhielten die goldene Medaille auf
der Mannheimer Ausstellung 1880.

Die Pfaff⸗ Nahmaschinen besitzen bedenutende Vorzüge vor den amerikanischen Nähmaschinen, sind
viel solider gearbeitet, befser ausgesiattet und haben ganz neue, praktische Verbesserungen, wie Span—⸗
nungsausrücker, Selbstspuler, Fadenabschneider ꝛc.
Für jede echte Pfaff⸗Nähmaschine, die auf dem Arm das obenstehende Fabrikzeichen kragen muß, garanlirt die
Fabrik für größte Güte und Leistungsfähigkeit.

Die alleinige Fabrik⸗Niederlage für Zweibrücken und Umgegend bei

Rudolph Franceia, Mechaniker, Zweibrücken,
empfiehlt ihr großes Lager echter, feinst ausgestatteter Pfaff⸗Nähmaschinen, sowie die dazu verwendbaren, gan—
neuen Apparale, wie Stopfapparat, Kräusler, Faltenmarkirer, Rollwagen xꝛxc. ꝛ⁊c.
IFRepyaraturen aller RNähmaschinen-Systeme rusch und bissig.
—— — — —— 2320757
n

X

3 An
EOffener Brief.
Herrn Wallrad Ottmar Bernhard in München.
Mit Freuden kann ich Ihnen mittheilen, daß Ihr ächter Bern⸗
hardiner⸗Magenbitter. welchen ich von Herrn Gust. Fingado in Kehl
bezogen habe, mich von meinem Leiden
poltommen befreit hat. Eine einzige
Flasche à 2 Mark war im Stande, mich
von meinem füufjährigen Magen⸗
leiden zu befreien. Mit Staunen
verspuͤrte ich schon am ersten
Tage dessen wunderbare Wirk⸗
ung. Ich bitte um eine zweite Flasche,
da mein Vater auch an Magenleiden
seit zwei Jahren leidet. Einem jeden
Magenleidenden rathe ich den allein ächten Bernhardiuer von
Herrn Walirad Ottmar Bernhard zu gebrauchen und diesen
Weg zur schnellen Heilung nicht zu versäumen.
Muckenschopf (Baden), den 15. Juli 1880.
Hochachtungsvoll Karl Wahl, Bürgermeister.
Der ächte Bernhardiner ist allein zu beziehen in Flaschen
à Mt. 1.05 Pfg. Mk. 2 und Mk. 4.
in St. Jugbert bei Herrn Jean Peters; Blies⸗
kastel: DV. Hussong; Saarbrücken: Rud. Schellen—
berger; St. Johann: Chr. Walter.

* * RüReænedicti ner
Wissenschaftlich geprüft u. bequtachtet. — 77
8 DVoppelkrüntermagenbikler
mach einem alten aus einem Bi
nedictinerkloster stammenden Recep
zabrizirt und nur en gros ver—
jandt von
C. PINGVEL in Goöttiugeu
Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bi
etzt das kostharste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie belieb
geworden. Ver Benedictinen
ist aus den feinften, auser
lesensten Kräutern zusa mmengejeßzt
welche die Eigenschaften befitzen.
'wohithätig und erwärmend aui
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner sind
die unzähligen Auerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wirrd
sich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
überzeugen und geru das Absatzfeld durch Weiterempfehlun⸗
vergrößern.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel .C. Pingel in Göttinger
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.
Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt S M. 30 pf.
33 5 660. 6m. 78 pi.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Il. freie Verpakung u. 1 Fl. gr
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gro
Versandt durch die Fabril. Attest:

Der Benedictiner Doppelkraͤutere Magenbitter von C. Pingel in Gö
tingen hat mir gegen mein schweres Magenleiden nicht nur rasche, so—
dern auch dauernde Hilfe geschaffen, was ich hiemit wahrheitsgetreu ay
voller Ueberzeugung bestätige.

Weiding, Gemeinde Heiligkreuz, den 1. August 1878.

AÄnna Heigermoser
Die Aechtheit der Unterschrift bestätigt
Heiligkreuz, den 1. August 1878.
Der Bürgermeister,
Franz Schmidhuber.
Samcet— ero aa prel
Magenbitter.
Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelle
u. s. w.
Préis à FI. ea. I50 Gr. In. IM
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mi
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräute
Magenbitter und Sanct Fewe eree von C. Pingel
Hotlingen ist zu haben in St. Jugbert bei Herrn 9
Friedrich.

J'Dücpeitde The VWéppeitpe LIhPDehl
franzosisches Journal, englisches Journal für italiecnisches Journal
für Deutsche, Deutsche, für Deoutsche,
mit eérlauternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire und
vervoelommneter Musprachebezeichnung des Englischen unä Italienischen.
Heérausgegeben und redigirt von Pil Sommer.

Vorzꝛũuglichsto ùnd wirksamsto Hilfsmittel bei Erlernung obiger drei
Sprachen. nament. ich fur das Selbststudium und bei Vorbereitung auf
— und erfolgreichste
franz., engl. und ital. Lectüre 2ur Uebung und Unterhaltung, durch die
denonaere Binrichtung dieser Journale schon bei den bescheidensten
Kenotnissen in erspriessliehster Weise verwendbar. Gründung des
TERERGIE, 1. Jum 1877; des INPFERPRETEE, I. Jan. 1878 und
des itasienischen INVERPREPE, I. Jan. 1880, und sei daher letæterer
ie neueste Erscheinung auf diesem Gebiete ganz besonderer Aufmerk.
ramkeit empfohlen. Dureh ihren praktisehen und wissenschaftlichen Werth
reuen vich Smmtliche drei Journale einer ganz ausserordentlichen, die
usverten Grenzen Deutschlands und Oesterreich-Ongarns umfassenden
und im Suslando sich bis Ostindien und Amerika erstreckenden Ver-
breitung. Inhalt der drei Journale völlig verschieden: Tagesgeschichte,
populurvissenschaftliche und vermischte Aufsütre, gediegeno Novellen,
nteæressanto Processo ete.ʒ forner enthält jede Nummer einen deutschen
Atixel M Debersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber-
tragung hiorauf zur Selbsteorractur in der nächsten Nummer folgt.
Föchentlien eine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
der Post, dem Buchhaundel oder direct, nur 1 M. 75 Pf. (1I. 5 Xr. ö.
V. 2 fr. 50). Preis eines oinzelnen Monates direct 60 Pf. Probenum-
mern GRAIS. Inserate (à 25 Pf. die 48paltige Petitzeile) von er
folgreichster Wirkung.

EdemKoben i. d. bayer. Rheinpfalz. —W

Die Expeèdition.

Visitenkarten vrodernen gusrntennu

S

Druck und Verlag von F. X. Deme z in St. Ingbert.
ASe Sierzu für unsere Vo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonutaasblatt“ Nr. 14.
        <pb n="199" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1AN 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 , einschließlich 40 Zustellgebuühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 Bpro Zeile berechnet.
M 54

Sonntag, den 3. April

—
1881.
Deutsches Reich.

München, 1. April. Die Abgeordnetenkammer nahm heute
in der Schlußabstimmung das Gewerbesteuergesetz und den dazu ge⸗—
hörigen Tarif mit unwesentlichen Modifikationen nach den Ausschuͤß—
anträgen an mit 120 gegen 28 Stimmen.

Die „Südd. Presse.“ bemerkt anläßlich der Wehrsteuer⸗
Vorlage: „Kaum könnten wir uns eine gerechtere Steuer denten,
als die Wehrsteuer, welche unter billiger Berücksichtigung der Ver⸗
mögensverhältnisse jedes Einzelnen jene erwerbsfähigen Wehrpflich⸗
ligen treffen soll, die aus irgend einem Grunde zur Dienstleistung
im Heere nicht herangezogen werden. Und doch scheint es, daß
vom gegenwärtigen Reichstage eine Genehmigung der so wohl mo—
tivirten Wehrsteuer-Vorlage nicht zu erwarten uͤnd daß überhaupt
eine aus den verschiedenartigsten Elementen komponirie, dabei von
den widersprechendsten Erwaͤgungen geleitete Mehrheit entschlossen
ist, alle vom Reichskanzler vertrelenen wesentlichen Vorlagen abzu⸗
lehnen. Daß der Reichskanzler sich nicht geneigt zeigt, vor dieser
Mehrheit die Segel zu streichen, finden wir begreiflich. Er hat
eben nicht vergessen, daß er auch die Vorbereitungen zur Gründung
des deutschen Reiches dereinst nur im heftigen Kampfe gegen eine
Mehrheit durchführen konnte, und das deutsche Volk wird sich eines
Tages noch darauf besinnen, daß wir heute weder ein Reich, noch
zinen Reichsstag haben würden, wenn der Reichskanzler nicht zur
Zeit des preußischen Konfliktes den Muth gehabi hätte, gegen den
Willen der momentanen Mehrheit für des Vaterlandes Wohl zu
handeln. Der Reichskanzler hat am Montag deutlich angekündigt,
daß er von der schlecht informirten Volksbertretungsmehrheit nöthigen⸗
falls an das besser zu informirende Volk appelliten werde und wir
permuthen, daß der Appellant schließlich ein obsiegliches Urtheil
erwirken wird.“

Die Erhebung Rumäniens zum Königreiche wird in Berlin
durchaus günstig angesehen. Der Vorgang kam hier natürlich nicht
überraschend, und man wird nicht irren, wenn man annimmt, daß
bei der letzten Anwesenheit des Fürsten und jetzigen Königs Karl,
bei welcher bekanntlich die rumänische Erbfolgefrage geordnei wurde,
auch bereits diese Absicht zur Besprechung gelangte. Bezüglich der
Anerkennung des neuen Koͤnigreichs wird man Oesterreich den Vor⸗
tritt lassen.

Zönig Joseph in Spanien einsetzen und betheiligte sich bei der
Belagerung von Saragossa, wo er das berühmte „heldenhafte Mäd⸗
hen von Saragossa“ gesehen haben will. 1812 begab er sich nach
Rußland, wo er die Schlachten an der Beresina, bei Smolensk unb
uin der Moskwa mitmachte. Er sah den Brand Moskau's und
den traurigen Untergang der großen Armee und nur mit großer
Mühe gelang es ihm, aus Rußland zu entkommen, um in den
Schlachten bei Leipzig und Hanau zu fechten, worauf er nach
Frankreich zurückkehrte und im Jahre 1814, nach dem Frieden,
ntlafsen wurde. Mit ihm hat wohl der letzte der napoleonischen
Veteranen in unserer Gegend, vielleicht in der ganzen Pfalz, die
Finberufungsordre ins Jenseits erhalten.

F. Aus Zweibrüden, J. April berichtet die „Zw. Z.“:
Um 6 Uhr heute früh versammelte sich das 2. Jägerbataillon auf
dem Exerzirplatz, wo es Aufstellung nahm und dann abmarschirte.
Um Marktplatze wurde es von einer Anzahl Stadtrathsmitglieder,
Ir. Bürgermeister Märcker an der Spitze, zum offiziellen Abschied
»egrüßt. Hr. Märder überreichte dem Kommandeur Hrn. Oberst⸗
ieutenant v. Ziegler, Namens der Stadt einen Lorbeerkranz und
Blumensträuße mit folgenden Worten: Als vor zehn Jahren das
uhmbedeckte Jägerbataulon seinen Einzug in unsere Stadt hielt,
vurde demselben von uns in dankbarer Anerkennung seiner Tapfer⸗
eit ein Lorbeerkranz überreicht. Gestatten Sie mir, hochverehrter
Ir. Oberstlieutenant, Ihnen, dem Repräsentanten des scheidenden
Fägerbataillons, als Ausdruck unserer Verehrung als Anerkennung
ür die musterhafte Führung Ihrer Mannschaften, als sichtbaren
Beweis der Gesinnung unserer Bürgerschaft, die Sie nie vergessen
vird, diesen Kranz zu überreichen. Ihnen Allen rufe ich ein herz⸗
iches, tiefgefühltes Lebewohl zu! Sichtlich tiefbewegt dankte der
derr Kommandeur und umarmte den Herrn Bürgermeister. —
Unter den Klängen der Musik marschirte das Bataillon zum Bahn⸗
zof, wohin ihm ein beträchtlicher Theil der großen und kleinen
Bevölkerung unserer Stadt das Geleite gab. Punkl 7 10 setzte sich
her Zug, der das uns liebgewordene Bataillon nach Aschaffenburg
zu bringen bestimmt ist, in Bewegung. (Fuͤr das 2 Jägerbataillon
tommt bekanntlich ein Bataillon des neu gebildeten 18. Infanterie⸗
cegiments nach Zweibrücken in Garnison)

Der „Kais. Z.“ wird aus dem Lau terthale geschrie—
ꝛen: Vor einigen Tagen kam ein schlichter Bauersmann don der
Lauter nach dem Dorfe R. und verlangte vom Lehrer den Schlüssel
zur Kirche. Auf Befragen, was er damit wolle gab er die ge⸗
eimnißvolle Antwort, „daß sein 16jähriger Sohn an— Bettnässen
eide. Es sei ihm nun gerathen worden,Her solle in einer prote⸗
tantischen Kirche, in der 8 Glocken seien, von jedem Glockenseil ein
venig abschneiden, in einen Kuchen backen und dem Leidenden zu
ssen geben.“ Der Wunsch des Bauern wurde erfüllt — er schnitt
von jedem Glodenseil drei Fäden ab, wickelte sie ein und ging ver⸗
mügt von dannen. Hoffentlich blieb die Wirkung nicht? aus.
dieses Recept verschrieb jedenfalls ein sog. „Wunderdoctor“, die
eider in unserer Gegend ihr Geschäft in frivoler Weise betreiben.
Wann werden diese abergläubischen Kranken geheilt werden! Schon
Thristus machte die Blinden sehend und die Lahmen gehend, aber
nit den Dummen konnte er nichts anfangen.

Als Kuriosum verdient erwähnt zů werden, daß Herr Karl
damarche in Saarbrücken bereits am 30. März d. Is.
nn den Bienenständen auf seinem Weinberge zu Kleinblittersdorf
)en ersten Schwarm junger Bienen bekommen hat.

F Am Mittwoch ereignete sich in Saarbrüsccke n der trau—
iige Fall, daß ein 18jähriger Schulknabe einem ebenso alten Mit—
chüler ein Messer in die Vrust stieß, und denselben nicht unbe—
yenklich verletzte. Der gestochene Knabe hatte dem kleinen Unhold,
ine demselben am Morgen in der Schule gewordene kleine Züch⸗
igung vorgehalten, worüber der Junge so ergrimmte, daß er in
obenbeschriebener Weise Rache nahm.

In St. Avold wurden, wohl im Verfolg der wegen
des dortigen Kasernenbrandes eingeleiteten militärgerichlichen Umer—
uuchung, ein Quartiermeister und Sergeant des daselbst in Garni⸗
on liegenden Dragonerregiments arreliert und in Untersuchungs⸗
saft abgeführt.

Ausland.

Der „Koͤln. Zig.“ wird aus London berichtet, die Anklage
zjegen Most (deutscher Sozialdemokrat aus Augsburg, jetzt in
London) sei von der englischen Regierung aus eigenem Antrieb er—
hoben worden; weder von Rußland noch von Deutschland seien
offizielle Schritte in dieser Beziehung geschehen; Gladstone sei auf—
zebracht über das Treiben der Rihilisten und über den Mißbrauch
der Gastfreundschaft Englands durch Most, welcher in seiner „Frei—
heit“ neulich ziemlich deutlich auf die Ermordung des Kaisers
Wilhelm angespielt habe.

Bei der nihilistischen Verschwörung in Rußland sind auch
diesmal Offiziere betheiligt. Im Generalstabsgebäude zu Petersburg
wurden vier Offiziere verhaftet, die der Theilnahme an nihilistischen
Bestrebungen verdächtig waren; die angestellten Haussuchungen
ergaben die Richtigkeit des Verdachtes.

*In Saarbrücken wurden vom 1. April ab die Post-
schalter schon um 7 Uhr Morgens geöffnet und um 8 Uhr Abends
geschlossen.

FIn Ommersheim verschied am 29. März Peter
Walle im Leben Ackerer, ein Veteran aus der Zeit Napoleons J.,
in dem hohen Alter von 91 Jahren; derselbe war geboren am 2.
Oktober 1789, wurde im Jahre 1807, also in seinem 18. Lebens⸗
jahre, zu den 21. Chasseurs à cheval (Jägern zu Pferd) einge⸗
reiht, wo er zuerst in Bar⸗ele⸗ duc ausgebildet wurde und dann aͤb—
wechselnd in Bordeaux, Rheims, Chalons und Mainz in Garnison
lag. Alsdann kam er nach Rom und dem südlichen Italien.
1809 focht er in der Schlacht bei Wagram gegen Oesterreich.
Nach Beendigung dieses Feldzuges kam er zu der Ehren-Eskorte,
welche die zweite Gemahlin Napoͤleons in Wien in Empfang nahm
und auf ihrem Zuge noch Naris hegleitete. 1810 half'er 54
        <pb n="200" />
        f In Manchester (England) brach am 29. März eine
Feuersbrunst aus, durch welche ein Schaden von ca 1,200,00 M.
entstand. Ein Feuerwehrmann büßte dabei das Leben ein und
zwei wurden schwer verletzt.

F gur die Redaction veranwortlich: F. x. D * e z. J—

ind rechts und links treue Kameraden, von welschen Geschossen ge—
troffen, verbluten sehen? 3

Sollen die Nainen derselben vergessen sein?
Soll es den Anschein gewinnen, daß uns die mächtigen Er⸗
eignisse jener Tage gleichgüllig geworden seien, als ob wir uns
nicht als Kinder der einen großen Mutter Germania fühlten, als
ob wir unserer Todten nicht gedächten?

Nein!

Ein Denkstein soll auf dem blutgetränkten Boden bon
Wörth⸗Fröschweiler erstehen, würdig der daselbst gefallenen Bayern,
ebenbuͤrlig den übrigen Monumenten, welche jene Stätte schmücken.

An die pfälzische Bevölkerung ergeht unser Aufruf zunächst.
Nicht als ob wir ein Sonderwerk im Auge hätten, nein, wir Pfalzer
wolien nicht zurückstehen jetzt, wo im jenseitigen Theile unseres engern
Vaterlandes das gleiche Streben sich kräftig bemerkbar macht.

Jas Comits für die Pfatt
Zakob Exter, Landtagsabgeordneter. Fried. Fliesen, Vor⸗
tand des Kriegerbereins Neustadt, Adolph Beringer, Vorstände.
darl Heidschuch, H. Helmus, Kassirer. Jul. Hauck, Joh. Steuer
G. Knochel, Schriftführer.
Von hoher königl. Regierung wurde uns die Erlaubniß einer
Sammlung zu diesem Zwede ertheilt, und richten wir an Sie die
ergebene Bitte, diese Ehrenschuld sühnen zu helfen, indem Sie
nnerhalb Ihrer Gemeinde eine Sammlung veranstalten.
Briefe sind an einen der beiden Vorstände, Gelder dagegen
an einen der Kassirer zu adressiren.

Reustadt a. d. Haardt, den 1. März 188653.

M 2
Frühjahr
*
und Sommer-Saison 1881.

die verehrlichen Bewohner der Pfalz.
Errichtung eines Lenkmals für gefallene bayerische Krieger

rei Wörth-Fröschmeiler hetr.

Als im vorigen Herbst, am Gedenktage der Schlacht bei Wörth,
eine Anzahl deusscher Kriegervereine die dortigen Schlachtfelder be⸗
suchte, um die Denkmäler der Gefallenen mit Kränzen, dem Zeichen
kameradschaftlicher Erinnerung zu schmücken, da suchten auch wir
nach einem Denkmal der Bahern, um unsern gefallenen Waffenge—
nossen des engeren Vaterlandes in gleicher Weise zu gedenken. Für
sämmtliche Armeekorps, die an jenem heißen Tage bei Wörth—
Fröschweiler mitstritten, gibt ein Denkmal Kunde von deren
Mitwirken, ehrt ein Denkstein die gefallenen Todten, nur eine Er—
nnernng an baäyerische Waffenthaten fanden wir nicht.
Ppäalzer! Sind die Bahern zu Hause geblieben, als Deutsch-
lands Ehre und Freiheit auf dem Spiele stand?

Haben die Bayern nicht mitgekämpft bei Wörth-Fröschweiler?
Haben nicht Viele unter Euch im französischen Kugelregen gestanden
Vertragsmäßige

Wiederversteigeiung.
Montag, den 11. April
1881, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth—
schaft von Peter Heusser, wird
durch Karl Auffschneider, Rechts⸗
kandidat in St. Ingbert wohn⸗
haft, Amtsverweser des kgl. No—
tiär Franz Sauer daselbst, auf
Anstehen von Karl Ambos,
Geschäftsmann in Zweibrücken,
als Massenverwalter der Concurs⸗
masse des verlebten Geschäfts-
mannes Ludwig Bechtold,
gegen Peter Schiehl, Eisen⸗
walzer und dessen Ehefrau Ka⸗
roline Kuß, in St. Ingbert,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, folgende Lie⸗
genschaft in der Steuergemeinde
St. Ingbert, zu Eigenthum ver⸗
steiger

Aus Plan-Nr. 178 und

179, 10 à 90 qm Fläche

in den Hobelsgärten, der—

jenige Theil mit Wohnhaus
neben Peter Heusser, sowie
aus Plan-Nr. 180, Garten
hinter diesem Hause in der

Breite, wie das Haus selbst,

ziehend bis an den Pfad,

wie er durch Plan⸗Nr. 180

zieht.

St. Ingbert, 19. März 1881.
sd. Auffschneider,
Amtsverweser.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Montag, den 11. April
1881, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth—
schaft von Peter Heusser, wer⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, auf An⸗
stehen von Karl Ambos, Ge—⸗
schäftsmann in Zweibrücken, als
Verwalter der Concursmasse des

verlebten Geschäftsagenten Lud⸗
wig. Bechtold, gegen Peter
Schmelzer, Bergmann und
dessen Ehefrau Katharina Jung,
in St. Ingbert, die nachstehend
beschriebenen Liegenschaften, in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
m Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, öffentlich zu
Figenthum versteigert, nämlich:
Plan⸗Nr. 28494, 142
qm Fläche, Wohnhaus, Hof⸗
raum und Gärichen und
Plan-Nr. 392918, 8 2
55 qm Acker in der Au,
ein Ganzes bildend gelegen
in der Blieskasteler Straße
zu St. Ingbert neben Franz
Weber und Franz Schnei⸗
der. J—
St. Ingbert, 19. März 1881.
cee*. Auffschneider
Amtsverweser.

Zur
Benachrichtigung
der Herren Handwerksmeister,

daß der Verein gegen Bette⸗
lei vom 1. April ac. ab in
Thätigkeit getreten ist, wodurch
die Herren Meister unserer Stadt
in der Lage sind bei Bedarf
eines Gesellen dem Städtischen
Polizei⸗Bureau davon Anzeige
erstatten zu können, von wo aus
den Burschen die gewünschte
Directive ertheilt werden wird.
Dementgegen wird der Wunsch
ausgesprochen, daß die Herren
Meister bei eintretendem Bedarfe
von Gesellen es nicht unterlassen
möchten, das oben beregte Bu—
reau davon zu benachrichtigen,
indem dadurch eine genauere
Controllirung der Handwerks⸗
bursche um so besser und leichter
»rmöglicht werden wird.

Der Vorstaud

des Vereins gegen Bettelei.

Druck und Verlag von F. X. Deme ßz in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 14.

Wir beehren uns, den Eingang unserer sämmtlichen
Reuheiten anzuzeigen und empfehlen namentlich in großer
Auswahl: J
Damen⸗-Mäntel, Umhänge- und Regenmäntel

für jedes Alter und in jeder modernen Facon.
Damen-Kleiderstoffe, sowohl reinwollene Fan⸗
tasie-⸗ als Waschstoffe.
Sonnenschirme und Entouteas
in den neuesten, geschmackvollsten und elegantesten Erschein—
ungen der Saison.
Außerdem sämmtliche Artikel der Mannfaktur⸗ und
Modemaaren-Brauche. 3.
St. Johann a. d. Saar. —
Gebrüder Brach.
Von der Bier⸗
brauerei Gebr. Becker
nach der Blieskasteler Straße
ging eine silb. Cylinder—
Uhr nebst Haarkette mit
Goldbeschlag verloren. Der
redliche Finder wolle dieselbe ge—
gen Belohnung in der Exped.
d. Bl. abgeben.

—
—
5 ach Hilfe suchend,

.Tdurchfliegt mancher Kranke die

Zeitiungen, sich fragend, welcher

der vielen Heilmittel-Annoncen

ann man vertrauen? Diese oder

jene Anzeige imponirt durch ihre

Größe; er wählt und wohl in den

meisten Fällen gerade das — Un⸗

richtige! Wer — Enttäuschun⸗

gen vermeiden und sein Geld nicht

uͤnnutz ausgeben will, dem rathen

wir, sich von Richter's une

Ansialt in Leipzig die Broschuͤre

Feaet atig kommen zu las⸗

sen, denn in diesem Schriftchen

werden die bewährtesten Heilmittel

weheun und sachgemäß be⸗

prochen, so daß jeder Kranke in

aller Ruhe prüfen und das Beste

für sich auswählen kann. Die

obige, bereits in 450. Auflage er⸗

schienene Broschüre wird gratis

und franco versandt. es entstehen also

dem Besteller weiter keine Kosten, als 6 Pfa.
für seine Vostkarte
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag „Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A 60 B, einschließlich 40 Zustellgebuühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist ober deren Raum, Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
Sonntag, den 3. April
1881.
I J Deutsches Reich. J

Muͤnchen, 1. April. Die Abgeordnetenkammer nahm heute
in der Schlußabstimmung das Gewerbesteuergesetz und den dazu ge⸗
hörigen Taärif mit unwesentlichen Modifikationen nach den Ausschuůß—⸗
anträgen an mit 120 gegen 25 Stimmen.

Die „Südd. Presse.“ bemerkt anläßlich der Wehrsteuer⸗
Vorlage: „Kaum konnten wir uns ein⸗ gerechtere Steuer denken,
als die Wehrsteuer, welche unter billiger Berücksichtigung der Ver—
mögensverhältnisse jedes Einzelnen jene erwerbsfähigen Wehrpflich⸗
tigen treffen soll, die aus irgend einem Grunde zur Dienstleistung
im Heere nicht herangezogen werden. Und doch scheint es, daß
bom gegenwärtigen Reichstage eine Genehmigung der so wohl mo—
ivirten Wehrsteuer-Vorlage nicht zu erwarten und daß überhaupt
eine aus den verschiedenartigsten Elementen komponirte, dabei von
den widersprechendsten Erwägungen geleitete Mehrheit entschlossen
ist, alle vom Reichskanzler vertrelenen wesentlichen Vorlagen abzu⸗
lehnen. Daß der Reichskanzler sich nicht geneigt zeigt, vor dieser
Mehrheit die Segel zu streichen, finden wir begreiflich. Er hat
eben nicht vergessen, daß er auch die Vorbereitungen zur Gründung
des deutschen Reiches dereinst nur im heftigen Kampfe gegen eine
Mehrheit durchführen konnte, und das deutsche Volk wird sich eines
Tages noch darauf besinnen daß wir heute weder ein Reich, noch
zinen Reichstag haben würden, wenn der Reichskanzler nicht zut
Zeit des preußischen Konfliktes den Muth gehabt hätte, gegen den
Willen der momentanen Mehrheit für des Vaterlandes Wohl zu
handeln. Der Reichskanzler hat am Montag deutlich angekündigt,
daß er von der schlecht informirten Volksvertretungsmehrheit nöthigen⸗
falls an das besser zu informirende Volk appelliren werde und wir
»ermuthen, daß der Appellant schließlich ein obsiegliches Urtheil
ꝛrwirken wird.“

Die Erhebung Rumäniens zum Königreiche wird in Berlin
ourchaus günstig angesehen. Der Vorgang kam hier natürlich nicht
überraschend, und man wird nicht irren, wenn man annimmi, daß
hei der letzten Anwesenheit des Fürsten und jetzigen Königs Karl,
bei welcher bekanntlich die rumänische Erbfolgefrage geordnet wurde,
zuch bereits diese Absicht zur Besprechung gelangte. Bezüglich der
— des neuen Koͤnigreichs wird man Oesterreich den Vor⸗
tritt lassen.

König Joseph in Spanien einsetzen und beitheiligte sich bei der
Belagerung von Saragossa, wo er das berühmte „heldenhafte Mäd⸗
hen von Saragossa“ gesehen haben will. 1812 begab er sich nach
Rußland, wo er die Schlachten an der Beresina, bei Smolensk und
an der Moskwa mitmachte. Er sah den Brand Moskau's und
den traurigen Untergang der großen Armee und nur mit großer
Mühe gelang es ihm, aus Rußland zu entkommen, um in den
Schlachten bei Leipzjig und Hanau zu fechten, worauf er nach
Frankreich zurückkehrie und im Jahre 1814, nach dem Frieden.
entlassen wurde. Mit ihm hat wohl der letzte der napoleonischen
Veteranen in unserer Gegend, vielleicht in der ganzen Pfalz, die
xinberufungsordre ins Jenseits erhalten.
F. Aus Zweibrücken, J. April berichtet die „Zw. 3.“:
Um 6 Uhr heute früh versammelte sich das 2. Jagerbataillon auf
dem Exerzirplatz, wo es Aufstellung nahm und dann abmarschirte.
Am Marktplatze wurde es von einer Anzahl Stadtrathsmitglieder,
It. Bürgermeister Märcker an der Spitze, zum offiziellen Abschied
egrüßt. Hr. Märcker überreichte dem Kommandeur, Hrn. Oberst⸗
ieutenant v. Ziegler, Ramens der Stadt einen Lorbeerkranz und
Blumensträuße mit folgenden Worten: Als vor zehn Jahren das
uhmbedeckte Jagerbataulon seinen Einzug in unsere Staͤdt hielt,
vurde demselben von uns in dankbarer Anerkennung seiner Tapfer⸗
eit ein Lorbeerkranz überreicht. Gestatten Sie mir, hochverehrter
Ir. Oberstlieutenani, Ihnen, dem Repräsentanten des scheidenden
Fägerbataillons, als Ausdruck unserer Verehrung als Anerkennung
ür die musterhafte Führung Ihrer Mannschaften, als sichtbaren
ßeweis der Gesinnung unserer Bürgerschaft, die Sie nie vergessen
vird, diesen Kranz zu überreichen. Ihnen Allen rufe ich ein herz⸗
liches, tiefgefühltes Lebewohl zu! Sichtlich tiefbewegt dankte der
herr Kommandeur und uͤmarmte den Herrn Bürgermeister. —
Anter den Klängen der Musik marschirte das Bataillon zum Bahn⸗
hof, wohin ihm ein beträchtlicher Theil der großen und kleinen
Bevölkerung unserer Stadt das Geleite gab. Punkt 7!re setzte sich
der Zug, der das uns liebgewordene Baaillon nach Aschaffenourg
zu bringen bestimmt ist, in Bewegung. (Für das 2. Jägerbataillon
'ommt bekanntlich ein Bataillon des neu gebildeten 18. Infanterie⸗
cegiments nach Zweibrücken in Garnison).

F.Der „Kais. 3.“ wird aus den Laute: thale geschrie⸗
den: Vor einigen Tagen kam ein schlichter Bauersmann von der
dauter nach dem Dorfe R. und verlangte vom Lehrer den Schlüssel
ur Kirche. Auf Befragen, was er damit wolse gab er die ge⸗
jeimnißvolle Antwort, daß sein 16jähriger Sohn an Bettnässen
eide. Es sei ihm nun gerathen worden, er solle in einer prote⸗
tantischen Kirche, in der 3 Glocken seien, von jedem Glockenseil ein
venig abschneiden, in einen Kuchen bacen und dem Leidenden zu
essen geben.“ Der Wunsch des Bauern wurde erfüllt — er schnitt
von jedem Glockenseil drei Fäden ab, wigelte sie ein und ging ver⸗
mügt von dannen. Hoffentlich blieb die Wirkung nicht aus.
Dieses Recept verschrieb jedenfalls ein sog. „Wunderdoctor“, die
leider in unserer Gegend ihr Geschäft in frivoler Weise betreiben.
Wann werden diese abergläubischen Kranken geheilt werden! Schon
Christus machte die Blinden sehend und die Lahmen gehend., aber
mit den Dummen konnte er nichts anfangen.

F Als Kuriosum verdient erwähnt zu werden, daß Herr Karl
Ldamarche in Sgaarbrüdcken bereils am 30. März d. Is.
in den Bienenständen auf seinem Weinberge zu Kleinblittersdorf
den ersten Schwarm junger Bienen bekommen hat. —

FAm Mittwoch ereignete sich in Sa arbr ü cken der trau⸗
cige Fall, daß ein 18jähriger Schulknabe einem ebenso alten Mit⸗
chüler ein Messer in die Brust stieß, und denselben nicht unbe⸗
denklich verletzte. Der gestochene Knabe hatte dem kleinen Unhold,
eine demselben am Morgen in der Schule gewordene kleine Züch—
igung vorgehalten, worüber der Junge so ergrimmte, daß er in
obenbeschricrbener Weise Rache nahm.

F In St. Avold wurden, wohl im Verfolg der wegen
des dortigen Kasernenbrandes eingeleiteten militärgerichtlichen Unte re
suchung, ein Quartiermeister und Sergeant des daselbst in Garni⸗
on liegenden Dragonerregiments arreliert und in Untersuchungs⸗
jast abgeführt.

Ausland.

Der „Köln. Zig.“ wird aus London berichtet, die Anklage
zegen Most (dentscher Sozialdemokrat aus Augsburg, jetzt in
London) sei von der englischen Regierung aus eigenem Antrieh er—
hoben worden; weder von Rußland noch von Deutschland seien
offizielle Schritte in dieser Beziehung geschehen; Gladslone sei auf⸗
zebracht über das Treiben der Nihilisten und über den Mißbrauch
»er Gaftffreundschaft Englands durch Most, welcher in seiner „Frei—
zeit“ neulich ziemlich deutlich auf die Ermordung des Kaisers
Wilhelm angespielt habe.“

Bei der nihilistischen Verschwörung in Rußland sind auch
diesmal Offiziere betheiligt. Jm Generalstabsgebäude zu Petersburg
wurden vier Offiziere verhaftel, die der Theilnahme an nihilistischen
Bestrebungen verdächtig waren; die angestellten Hausfuchungen
rgaben die Richtigkeit des Verdachtes.

Vermischtes.

* In Saarbrücken wurden vom J. April ab die Post⸗
chalter schon um 7 Uhr Morgens geöffnet und um 8 Uhr Abends
neschlossen

FIn Ommersheim verschied am 29. März Peter
Walle im Leben Ackerer, ein Veteran aus der Zeit Napoleons IJ.,
n dem hohen Alter von 91 Jahren; derselbe war geboren am 2.
Oktober 1789, wurde im Jahre 1807, aiso in seinem 18. Lebens—
ahre, zu den 21. Chasseurs à cheval (Jägern zu Pferd) einge⸗

reiht, wo er zuerst in Bar⸗les duc ausgebildet wurde und dann ab—
vechselnd in Bordeaurx, Rheims, Chalons und Mainz in Garnison
ag. Alsdann kam er nach Rom und dem sübdlichen Italien
1809 focht er in der Schlacht bei Wagram gegen Oesterreich.
Nach Beendigung dieses Feldzuges kam er zu der Ehren-Eskorte,
velche die zweite Gemahlin Naͤpoleons in Wien in Empfang nahm
ind auf ihrem Zuge nach Varis begleitete, 1810 half er den
        <pb n="202" />
        In Manchester (England) brach am 29. Maͤrz eine
Feueroͤbrunst aus, durch welche ein Schaden von ca 1,200,00 M.
enistand. Ein Feuerwehrmann büßte dabei das Leben ein und
zwei wurden schwer verletzt.

F xrur die Nedaction vereniwerfe·n* S⸗ me tz.

ind rechts und links treue Kameraden, von welschen Geschossen ge⸗
troffen, verbluten sehen?

Sollen die Namen derselben vergessen sein?

Soll es den Anschein gewinnen, daß uns die mächtigen Er⸗
eignisse jener Tage gleichgültig geworden seien, als ob wir uns
mecht als Kinder der einen großen Mutter Germania fühlten, als
ob wir unserer Todten nicht gedächten?

Nein!

Ein Denkstein soll auf dem blutgeträukten Boden von
Wörth⸗Fröschweiler erstehen, würdig der daselbst gefallenen Bayern,
benburlig den übrigen Monumenten, welche jene Stätte schmücken.

An die pfälzische Bevölkerung ergeht unser Aufruf zunächst.
Nicht als ob wir ein Sonderwerk im Auge hätten, nein, wir Pfälzer
volien nicht zurückstehen jetzt, wo im jenseitigen Theile unseres engern
Valerlandes das gleiche Streben sich kräftig bemerkbar macht.

Das Comils für die Pfalz:

Jakob Exter, Landtagsabgeordneter. Fried. Fliesen, Vor⸗
tand des Kriegerbereins Neustadt, Adolph Beringer, Vorstände.
darl Heidschuh, H. Helmus, Kassirer. Jul. Hauck, Joh. Steuer,
G. Knochel, Schriftführer.

Von hoher königl. Regierung wurde uns die Erlaubniß einer
Sammlung zu diesem Zwecke ertheilt, und richten wir an Sie die
ergebene Bitle, diese Ehrenschuld suͤhnen zu helfen, indem Sie
nerhalb Ihrer Gemeinde eine Sammlung ver anstalten.

Briefe sind an einen der beiden Vorstände, Gelder dagegen
an einen der Kassirer zu adressiren.

Reustadt a. d. Haardt, den 1. März 1881.

— — — —
Frühjah
und Sommer-Saison 1881.
Wir beehren uns, den Eingang unserer sämmtlichen
Reuheiten anzuzeigen und empfehlen namentlich in großer
Auswahl:
Damen-Mäntel, Umhänge- und Regenmäntel
für jedes Alter und in jeder modernen Facon.
Damen⸗Kleiderstoffe, sowohl ceinwollene Fan⸗
tasie- als Waschstoffe.
Sonnenschirme und Entouteas
in den neuesten, geschmackvollsten und elegantesten Erschein⸗
ungen der Saison.
Außerdem sämmtliche Artikel der Mannfaklur- und
Modewmgnaren⸗Braucht.
St. Johann a. d. Saar.
Gebrüder Brach.
Von der Bier⸗
brauerei Gebr. Becker
nach der Blieskasteler Straße
ging eine silb. Cylinder⸗
Uhr nebst Haarkette mit
Goldbeschlag verloren. Der
redliche Finder wolle dieselbe ge⸗
gen Belohnung in der Erxped.
d. Bl. abgeben.

Aufri—

1
an

die verehrlichen Bewohner der Pfalz.
Errichtung rines Denkmals für gefallene bayerische Krieger

bei Wörth-Früschweiler belr.

Als im vorigen Herbst, am Gedenktage der Schlacht bei Wörth,
eine Anzahl deuischer Kriegervereine die dortigen Schlachtfelder be⸗
suchte, um die Denkmäler der Gefallenen mit Kränzen, dem Zeichen
kameradschaftlicher Erinnerung zu schmücken, da suchten auch wir
nach einem Denkmal der Bahern, um unsern gefallenen Waffenge⸗
nossen des engeren Vaterlandes in gleicher Weise zu gedenken. Für
saͤmmtliche Armeekorps, die an jenem heißen Tage bei Wörth—
Fröschweiler mitstritten, gibt ein Denkmal Kunde von deren
Miwirken, ehrt ein Denkstein die gefallenen Todten, nur eine Er⸗
innernng an bayerissche Waffenthaten fanden wir nicht.

Pfalzer! Sind die Bahern zu Hause geblieben, als Deutsch⸗
lands Ehre und Freiheit auf dem Spiele stand?

Haben die Bayern nicht mitgekämpft bei Wörth⸗Fröschweiler?
Haben nicht Viele unter Euch im französischen Kugelregen gestanden
Vertragsmäßige
Wiederversteigeiung.
Montag, den 11. April
1881, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von y Heusser, wird
duͤrch Karl Auffschneider, Rechts⸗
kandidat in St. Ingbert wohn⸗
haft, Amtsverweser des kgl. No⸗
sär Franz Sauer daselbst, auf
Anstehen von Karl Ambos,
Geschäftsmann in Zweibrücken,
als Massenverwalter der Concurs⸗
masse des verlebten Geschäfts—
mannes Ludwig Bechtold,
gegen Peier Schiehl, Eisen⸗
walzer und dessen Ehefrau Ka—
roline Kuß, in St. Ingbert,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederbersteigerung, folgende Lie⸗
genschaft in der Steuergemeinde
St. Ingbert, zu Eigenthum ver⸗
steigert:
Aus Plan-Nr. 178 und
179, 10 a 90 qm Fläche
in den Hobelsgärten, der⸗
jenige Theil mit Wohnhaus
neben Peter Heusser, sowie
aus Plan⸗Nr. 180, Garten
hinter diesem Hause in der
Breite, wie das Haus selbst,
ziehend bis an den Pfad,
wie er durch Plan⸗Nr. 180
zieht.
St. Ingbert, 19. März 1881.
K. Aufischneider,
Amtsverweser.

verlebten Geschäftsagenten Lud—
wig Bechtold, gegen Peter
ZSchmelzer, Bergmann und
dessen Ehefrau Katharina Jung,
in St. Ingbert, die nachstehend
beschriebenen Liegenschaften, in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, öffentlich zu
Figenthum versteigert, nämlich:
Plan⸗Nr. 2844, 122
qm Fläche, Wohnhaus, Hof⸗
raum und Gärtchen und
Plan-Nr. 39298, 8 2
55 qm Acker in der Au,
ein Ganzes bildend gelegen
in der Blieskasteler Straße
zu St. Ingbert neben Franz
Weber und Franz Schnei—
der.
St. Ingbert, 19. März 1881.
K. Auffschneider
Amisverweser.

Lohrinden-Verkauf.
Die Gemeinde Rohrbach
bei St. Ingbert verkauft circa
180 Eir. Eichen-Loh⸗
rinde, theils Reidel⸗ theils
Flanzrinde. Bedingungen und
diebsart wolle auf dem Bürger—
meisteramte erfragt werden.
Rohrbach, den 1. April 1881
Das Bürgermeisteramt:
Urban Jacob.

Zur
Benachrichtigung
der Herren Handwerksmeister,

daß der Verein gegen Bette⸗
lei vom 1. April ac. ab in
Thätigkeit getrelen ist, wodurch
die Herren Meister unserer Stadt
in der Lage sind bei Bedarf
eines Gesellen dem Städtischen
Polizei⸗ Bureau davon Anzeige
erstatten zu können, von wo aus
den Burschen die gewünschte
Directive ertheilt werden wird.
Dementgegen wird der Wunsch
ausgesprochen, daß die Herren
Meister bei eintretendem Bedarfe
»on Gesellen es nicht unterlassen
nöchten, das oben beregte Bu⸗
reau davon zu benachrichtigen,
ndem dadurch eine genauere
Fontrollirung der Handwerks⸗
hursche um so besser und leichter
ermöglicht werden wird.

Der Vorstand
des Vereins gegen Bette⸗

*
ach Hilfe suchend,
Irchstiegt mancher Kranke die
— heitungen, sich fragend, welcher
der vielen Heilmittel⸗Annoncen
jann man vertrauen? Diese oder
jene Anzeige imponirt durch ihre
Zroße; er wöhlt und wohl in den
meiften Jaüllen gerade das — Un⸗
richuge! Wer acg Entläuschun⸗
gen vermeiden und sein Geld nicht
uinnuh ausgeben will, dem rathen
wir, sich von Richter's
rinsialt in Leipzig die Broschuͤre
Gratis⸗Auszug“ kommen z las⸗
en, denn in diesem Schriftchen
verden die bewährtesten Heilmittel
e i und sachgemäß be⸗
prochen, so daß jedet Kranke in
Ner Ruhe prüfen und das Beste
ür sich auswählen kann. Die
bige, bereits in 450. Auflage er⸗
schienene Broschüre wird gratis
und franco versandt, es entstehen also
dem Besieller weiter keine Kosten, als b Pfgs.

fur seine Postkarte.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Montag, den 11. April
1881, Nachmittags 83 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth—
schaft von Peter Heusser, wer⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, auf An—
stehen von Karl Ambos, Ge⸗
schäftsmann in Zweibrücken, als
Perwalter der Concursmasse des

Meinn geehrten Kunden
hiermit zur Nachricht, daf
ich jetzt in meinem (früher Guck⸗
eisen'schen) Hause neben Herrr
Schreiner Wolf wohne.
Jakob Huber,
Schuhmacher.

Rechnungen
in allen Größen, mit blau
uind rother Liniatur wer
den billigst angefertigt bei
— *R. &amp;x. Demetz.
Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 14.
        <pb n="203" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis betragt vierieljährlich
40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 —, einschließlich 420 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
jJ mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren NRaum, Reclamen mit 830 A pro Zeile berechnet.
M55.

— — —

Dienstag, den 5. April

1881.

Deutsches Reich.

Se. Maj. der König von Bayern hat den Kanzler des
Deutschen Reiches Fürsten Bismarck am 1. April zu seinem 67.
geburtsfeste beglückwünscht.

Die Meldungen über bevorstehende Veränderungen im bay⸗
erischen Kriegsministerium und im Kommanvo des l.
Armeekorps sind Münchener Nachrichten zufolge völlig unbegründet.

Am 1. April hat der Reichstag die erste Berathung des
Besetzentwurfs über die Unfallversicherung der Arbeiter
„egoͤnen, aber noch nicht zu Ende gebracht. Unbedingt für den
Gesetzentwurf in der Fassung in welcher er dem Reichstag jetzt
vorliegt, sprach sich keiner der Redner aus; jeder derselben aber
rkannte bereitwillig den großen Gedanken an, welcher demselben
zu grunde liegt. Insbesondere namens der nationalliberalen Partei
prach der Abg. Oechelhäuser Zustimmung zu den großen Grund⸗
zügen desselben aus und versprach freudiges Mitarbeiten, damit
auf dieser Grundlage ein Gesetz zu Gunsten der Arbeiter zu stande
tomme; er wünscht aber Ausdehnung desselben auch auf die Land⸗
und Forstwirthschaft, auf die Binnenwirthschaft und auf das Hand—
werk. Der konservative Abgeordnete v. Marschall bekannte, daß
seine Parteigenossen erhebliche praktische Bedenken haben, namentlich
ob die Arbeiter nicht dadurch daran gewöhnt werden, sich auf den
Staat statt auf die eigene Kraft zu verlassen.

Der Reichstag setzte am 2. April die erste Berathung des
Hesetzentwurfs über die Unfallversicherung der Arbeiter fort, be—
endigte dieselbe aber noch nicht. Auf gegen den Entwurf, be—
ziehungsweise gegen die Betheiligung des Reichs erhobene Einwände
rklärte Fürst Bismarck, er sehe nicht ein, wie der Zwang zur Ver⸗
icherung ohne Betheiligung des Reiches an der Versicherung durch—
zuführen sei; bei den nächsten Wahlen würden die Arbeiter fich
darüber zu entscheiden haben, ob sie seine Pläne billigen oder nicht.
Abg. Lasker bekämpfte den Gesetzentwurf, er ist für Verbesserung
»es Haftpflichtgesetzes.

Der „Köln. Ztg.“ wird aus Berlin gemeldet: „Das Ar⸗
„eiter⸗ Unfallversicherungsgesetz hat keine Aussicht, noch in dieser
Session zur Annahme zu gelangen. Das hat der Reichskanzler im
Reichstage selbst angedeutet, indem er hinzufügte, sein Interesse an
der Sache würde schwinden, wenn der Gedanke der staatlichen Ver—
sicherung und des Versicherungszwanges beseitigt werde. Das
ind aber gerade die beiden Punkte, welche den meisten Anstoß er⸗
regen. Den Grundgedanken aber, daß die Haftpflicht zu erweitern
ei. haben alle Parteien angenommen.“

In einer Besprechung von Reichstagsmitgliedern aller Frak—
ionen mit Ausnahme der Sozialdemokraten wurde beschlossen, den
Antrag Windthorst's über die Beschränkung des Ashlrechtes unver⸗
üglich im Reichstag einzubringen, mit der Modiffcation, daß
in Ausländer, der einen Mord oder Mordversuch begangen hat,
auf Ansuchen der Regierung des Staates, in dem das Verbrechen
erübt worden ist, an diesen auszuliefern sei.

Das Londoner Blatt „Standard“ sagt, es sei für den Sommer
ine Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland,
Desterreich und Rußland in Ems beabsichtigt.

Ausland.

Die Vermählung des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich
mit Prinzessin Stephanie von Belgien, ist auf den 10. Mai
festgesetzt.

Gambetta führt den Frieden im Munde, aber die mili—⸗
ärischen Vorbereitungen werden in Frankreich deßhalb nicht
dergessen. Die „France“ kann mit Befriedigung konstatiren, daß
die Mobilmachung der französischen Armee jetzt in allen ihren
Theilen und in einer Weise, die jeden Vergleich herausfordern kann,
geregelt ist.

In Clocher, Grafschaft Mahyo in Irland, fand am
Samstag ein Zusammenstoß zwischen dem Volk und der Polizei
statt; letztere feuerie scharf, wobei 8 rdan getödtet und 32
derwundet wurden, darunter 4 Personen gefährlich.

Spanien steht vor einer schweren Krise, ja man will be⸗
haupten, daß ein Buürgerkrieg, resp. eine ernste Erhebung gegen
das Königthum, gegen den Thron Alfonso's XII. nicht zu den

Eventualitäten gehören, die man auch nur für eine längere Zeit
als unbedingt ausgeschlossen betrachten könnte. Eine Bewegung,
die sich schon jetzt ziemlich bedenklich anläßt, ist in Spanien that⸗
ächlich vorhanden, und zwar sollen bei derselben die Republikaner
uind die Sozialisten zusammenwirken.

Die Wiener Presse“ liefert zur Charakteristik des Kaisers
Alexander UI. von Rußland folgende, angeblich authentische
Aeußerung dieses Monarchen: „Hat mein Vater die Leiber befreit,
so werde ich das Gewissen meines Volkes befreien und das Land
—X

Vermischtes.

* St. Ingbert. In der Nacht von Samstag auf Sonn⸗
ag wurde in dem Tuchladen des Schneidermeisters Märker ein⸗
zebrochen. Am Morgen zeigte es sich, daß aus demselben mehrere
ertige Bukskin⸗Anzüge entwendet waren. Die Diebe hatten eine
Fensterscheibe herausgeschnitten und dann die Thüre von innen
Jjeöffnet. Zur Ausführung ihres Geschäftes hatten dieselben vor⸗
ichtig eine Stunde gewählt, in der sie weder von der Polizei und
Rachtwache, noch von sonst Jemand belästigt wurden. Ihre Ermitt⸗
ung ist bis jetzt noch nicht gelungen.

x Eine Erleichterung für Vormünder wurde infolge Verfügung
er kgl. Kreisregierung seitens der kgl. Hypothekenämter der Pfalz
jeschaffen, indem die Kosten der Vormundschaftseinschreibungen nicht
nehr an diese direkt eingesendet werden müssen, sondern bei den
einschlägigen Rentämtern bezahlt werden können.

F In Zweibrücken ist am J. April die neue Infantrie—
harnison, das 2. Bataillon des 18. Regiments, abtheilungsweise
ingetroffen. Die städtische Vertretung hieß die Truppentheile bei
hrer Ankunft am Bahnhofe willkommen. Das Stadthaus war
dem Tag zu Ehren beflaggt.

Wie die „Zw. Zig.“ aus glaubwürdiger Quelle vernimmt,
jat ein in Nordamerika lebender, aber aus Zweibrücken stammender
derr Hil gard, auf dessen Kosten soeben zum Vortheil der
Stadtkasse ein Arbeiter-Musterwohnhaus an der Auerbacher Straße
u Zweibrüen erbaut wird, dem dortigen Diakonissen-Vereine
»ie Summe von 4000 M. und einen gleichen Betrag der Klein⸗
inder⸗Bewahranstalt daselbst überwiesen. — Die Bürgerschaft von
zweibrücken kann stolz auf ihren noblen Landsmann sein, der sich
einer Heimath in der Ferne nicht entfremdet, sondern ihr ein
varmes theilnahmvolles Herz bewahrt hat.

Die Remonte⸗Ankaufs⸗Kommission hat in Zweibrücken
wei und in Landstuhl drei Pferde angekauft. in Homburg
seines. Die Gesammtzahl der diesmal von der Kommission in der
Pfalz angekauften Pferde beträgt nur 6.

Die Maul⸗ und Klauenseuche ist in Pirmasens in
ieben Ställen, in Vinningen in einem Stall und in Trulben in
einem Stall amtlich konstatirt.

F In Steinfeld starb in Folge Erschreckens beim Ein⸗
schlagen des Blitzes in dortiger Gemarkung der Ackerer Josef Ott.

F Die nächste Wanderversammlung der „Pollichia“ soll zu
Kaiserslautern am 8. Mai abgehalten werden, wobei der
derzeitige erste Vorstand, Dr. Recknagel, einen Vortrag über die
Methode der wissenschaftlichen Forschung halten wird.

Der Madenburg- Verein, bekanntlich gegründet zur
Erhaltung des Eschbacher Schlosses, hat für seine Zwecke bis 1.
Januar 1881 die Summe von 12,873 M. aufgebracht.

F Die nächste ordentliche Generalversammlung der pfäl z⸗
ischenn Eisenbahngesellschaften ist auf Freitag den 29. April 1881,
Morgens 10 Uhr, ausgeschrieben; abgehalten wird dieselbe im
Direktorialgebäude zu Ludwigshafen.

.Von den 18 jungen Leuten, welche sich der in den letzten
Tagen in Speyer abgehaltenen Prüfung für den einjährig-frei⸗
villigen Militärdienst unterzogen, haben 11 dieselbe bestanden.

Dem „Allg. Anz.“ in St. Johann-Saarbrücken
vird Folgendes mitgetheilt: „Ein Reservist des 40. Regiments,
herheirathet, machte 1870 das Gefecht bei Spichern mit, von wo
ab er verschollen war. Seine Frau heirathete nach fünf Jahren

wieder und lebt jet in Forbach; aus der zweiten Ehe sind drei
        <pb n="204" />
        Zinder da. Vor einigen Tagen nun lam der Verschollene zurück.
Nach seiner Aussage wurde er von den Franzosen gefangen und
spater nach Neuseeland geschickt, wo er eine sehr harte Behandlung
gehabt und den Pflug ziehen mußte.“ Die französische Regierung
hal immer bestritien, daß sie deutsche Gefangene nach ihren Colonien
geschickt habe und bisher hat noch kein Fall festgestellt werden können,
daß dies dennoch geschehen und Gefangene in Sklaverei gehalten
— E

Aus Hanau, 30. März, schreibt man der „Frankf. Z.“:
Wie wir vernehmen, steht in aller Kürze die Verlobung der Prin⸗
zessin Elisabeth, Tochter des Landgrafen von Hessen, mit dem
weiten Sohne des deutschen Kronprinzen, Pripz Heinrich, bevor.
Der Kronprinz wird heute Abend in Schloß Philippsruhe erwartet.

4 Das 2. Jägerbataillon, bisher in Zweibrücken,
wurde bei seiner Ankunft in seiner neuen Garnison, Aschaffenburg.
hon der Bevölkerung aufs wärmste empfangen und begrüßt. Die
ganze Stadt prangte im Fahnenschmucke.

Todesurtheil. In Rottweil wurde ein Schreiner,
welcher sein 7 Wochen altes Kind durch fortgesetze grausame Be⸗
handlung zu Tode gemartert hat, von dem Schwurgerichte wegen
Hords zum Tode verurtheilt. Bei der gerichtlichen Leichenöffnung
ergaben sich nicht weniger als 15 Knochenbrüche.

7 Naͤch den von dem kaiserlich statistischen Amt zu Berlin
angefertigten Nachweisungen über die deutschen Auswanderer in den
letzien zehn Jahren wanderten im Jahre 1880 106, 190 Personen
iher See aus. Von diesen ‚gingen über Bremen 51,627, über
Hamburg 42,787, über Stettin 552, über Antwerpen 11,224.
Rach den Vereinigten Staaten von Nordameriku siedelten 103, 115,
nach Britisch Nordamerika 222, nach Centralamerika 19, nach
Westindien 100, nach Brasilien 2119, nach Südamerika 420, nach
Afrila 27, nach Asien 36, nach Aufstralien 132 über. Das Jahr
1880 hat die stärkste Auswanderung nächst dem Jahr 1872 gehabt.
Die Auswandererzahl dieses letzteren betrug gegen die vom Jahr
1877, wo die geringste Zahl verzeichnet wurde, beinahe das fünf⸗
fache.“ Im ganzen Zeitraum der letzten zehn Jahre, wie auch
schon früher, wendete sich nahezu der gesammte Strom der deutschen

Benachrichtigung
der Herren Handwerksmeister,

daß der Verein gegen Bette⸗
lei vom 1. April ac. ab in
Thätigkeit getreten ist, wodurch
die Herren Meister unserer Stadt
in der Lage sind bei Bedarf
eines Gesellen dem Städtischen
Polizei⸗Bureau davon Anzeige
erstalten zu können, von wo aus
den Burschen die gewünschte
Directive ertheilt werden wird.
Dementgegen wird der Wunsch
ausgesprochen, daß die Herren
Meuster bei eintretendem Bedarfe
von Gesellen es nicht unterlassen
möchten, das oben beregte Bu⸗
reau davon zu benachrichtigen,
indem dadurch eine genauere
Controllirung der Handwerks—
hursche um so besser und leichter
ermöglicht werden wird.

Der Vorstand
des Vereins gegen Bettelei.

Zur

Frisch gewässerte
— a⸗
Stockfische
empfiehlt per Pfund 15 Pf.
E. Gottlieb.
Ein junger Mann mit
guter Schulbildung findet
Stelle als Lehrling bei
L. Wies, Kaufmann,
Blieskastel.
1VWVIIIIII
eseitigt gefahrlos und sicher (auch
zrieflich, in 2 Std. Dr. 1ne.
Erustꝰ?s Ww. in Lei pzig.
55 —
Rechnungen
m allen Größen, mit blau
ind rother Liniatur wer—⸗
zen billigst angefertigt bei
F. X. Demetz.
—
3mmersprossen⸗Serift
ur vollständigen Entfernung der
Sommersprossen empf. à Stück 60 Pf

Robert Schmitt.
Wir zeigen hiermit ergebenst an, daß wir unser Geschäftslokal
hom 1. Mai an in unser eigenes Haus
Hauptstraße neben Frau Wib. Zorn
oerlegen, und bitten wir unter Zusicherung streng reeller Bedienung
auch in unserem neuen Lokale um geneigten Zuspruch.
Zweibrücken, im April 1881.
—,. ⸗ nnner.
Gummirten cket vreeelmarken
mit Firma, auf weiß oder farbig Vapier in jeder be⸗
liebigen Farbe des Druckes, auch in Golddruck, fertigt
J. J. Dench,
Buchdruckerei und Lithographische Anstalt.
Druck und Verlag von F. X.

Auswanderer nach den Vereinigten Staaten, die in diesem Jahr⸗
ent wohl an 600, 000 Deutsche aufgenommen haben mögen.

In Frankreich erhielt kürzlich ein ungetreuer Postbe—
uinter eine sehr schwere Bestrafung. Nach dem neuesten Amtsblatt
der französischen Post- und Telegraphenverwaltung wurde ein Post⸗
sommis zu Versailles, weicher telegraphische Postanweisungen
gefälscht hatte, zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und 400 Fres.
Zeldstrafe verurtheilt.

p(Wieder eine Blutthat der Rothhäute)
Fine von Santa Fé, Neu⸗Mexiko, eingetroffene Depesche meldet,
daß eine Bande Indianer in der Nähe von Puerto de Chocolate,
in genanntem Territorium, einen Wagentrain angriffen, dreißig der
denselben begleitenden weißen Männer tödteten und die Wagen
erbrannten.

4F Russische Polizei. In Petersburg wird folgender
laum glaubliche Fall als Beweis erzählt, daß ein Theil der Polizei
mit den nihilistischen Verschwörern unter einer Dede stecke: Vor
wenigen Tagen soilten gegen 10 Uhr Abends mehrere bei einem
der Ihren versammelte Nihilisten aufgehoben werden. Der be—
treffende Beamte ertheilte den ausführenden Polizeichargen die
idihigen Ordres und schärfte ihaen ganz besonders ein, Punkt
10 UÜhr, aber nicht früher, die Arretierung vorzunehmen und ihm
dann sofort Meldung zu erstatten. Durch irgend ein Mißberständ-
niß gingen die Polizisten aber dennoch fruͤher, bereits gegen 9 Uhr,
ins Werk und hoben denn auch das ganze Nihilistennest aus, wo⸗
dei ihnen zugleich eine Menge Papiere in die Hande fielen. Wer
zeschreibt aber das Erstaunen des die Verhaftung leitenden Be⸗
amten, als derselbe in einem obenauf liegenden Briefe Folgendes
as: „Spätestens halb 10 Uhr müßt ihr verschwunden sein, denn
Punkt 10 Uhr erscheint die Polizei, um euch aufzuheben!“ Das
ẽrstaunen machte aber schier dem Entsetzen Platz, als der Beamte
—DDD00——
eines Auftraggebers erkannte. Als darauf hin sofort gegen diesen
aingeschritien werden sollte, war der kompromittierende Brief auf
unerklärliche Weise verschwunden.

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme t.
——
Bekanntmachung.

Der Betrieb der Werksschlofsserei der k. Steinkohlengrube
St. Ingbert soll vom 1. Mai 1331 ab auf 4 beziehungs—
veise 8Jahre im Submissionswege an einen tüchtigen
Schlosser⸗ und Schmiedemeister vergeben werden.

Bewerber um diesen Betrieb können die Tarife und Be—
ingungen hierorts oder auf dem Bureau des k. Obereinfahrers
u St. Ingberter-Grube einsehen und haben ihre Anerbieten
bhis zum 12. April 1381, Nachmittags 2 Uhr, bei
dem unterzeichneten Amte einzureichen.

St. Ingbert, am 831. März 1881.

Kgl. Bergamt 5t. Ingbert:
J . Kamann.

Delfarben fertig zum Anstreichen,
hesonders rasch und hart trocknend für Fußböden;

Lacke und Firnisse bester Oualität;

Trockne Farben für Tuͤncher;

Pinsel für alle Gewerbe und

Fenfterglas zum Hüttenpreis empfiehlt

Joh. Woll,
Tüncher und Lackirer.
Annahmestolle
von
—0DGON
ur alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen befindet sich bei
Rudolt Mosse.
Prankfurt a. MIM.
gegenüber 7 egenüber
AÆæecti v ach Hæaupt post

Glésche Préise wie bei den Zeitungs-Expeditionen selbst.
- Bei grösseren Austrügen hiervon noch entsprechende Rabatt-
bewilligung.
Demetz in St. Ingbert.
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—A — — —— 86
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5. 533 2232 5 523 33
I3 3835533333 35
22 23 552

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* —2 2 222 3 — * — —A 2 —22
258 533 35833 22353353 255335333833353383537
IS 32* 363 — 5 — 23,8352 — 3 255 25
.3. 23. 2 3 —23. 37
3 — 7
* * * 3582** 2 272. 2 — 80
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— 3383 33335 333535
* * 5*333333836 23282 3 2
5* 5 8 * * 253 — *8 3 252. 58 2
—A——— 25323. 12 73 33535383 28337555 3*38
— 2338 S3. 2323383—5. 3-333———38*
523., 52.53 ——— 355 3 33 36 —25
2528* *83 333—2235** — —225533833*33
—— 322 523358533 285 32333
32— 5333 33233 3 338358 *5238333
383— 338 8 3333
—— * * * — — — * —* * —
S 8 —83 78 33. 2 23 5533. 38 22
—— —A 2.232 8 3 6602 &amp; 35 23*
2 /5 * — “ — *
— —— * 52—883225 — — 23. —8 A7233
237 2555 238 5253 83* 755 35333333
I 338333823 75338 2333 —8 *83*
————— 535 3233353355338 7753333—3358
* * 2 2* * * —
3 23 35. 5 —33 5,——62283* 3343. 3
3388 53582
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* * B. v — * —
S—s 88333333838 —3825 ——33*35868
23*8 3 2 — 3 33338333323 *
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352 38 32722 233 7857223 5 2*537332572 *5

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        St. Ingberler AAnzeiger.
Her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 20 H Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren NRaum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 56.

Donnerstag, den 7. April

1881.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Abgeordnetenkammer hat
am Montag eine Anzahl Eingaben von Gemeindeverwaltungen,
omités und Privatleuten aus Unterfranken, welche alle um Zu—
schüsse zum Bau von Sekundärbahnen bitten, der Staatsregierung
zur Würdigung hinüber gegeben, nachdem Minister Frhr. v. Crails—
seim darauf hingewiesen hatte, daß die Regierung den sich theilweise
reuzenden Wünschen gegenüber abwarten müsse, bis an sie bestimmte
Anträge gelangen und für die einzelnen Projekte gewisse Garantieen
geboten werden. — Sodann sprach die Kammer auf Antrag des
Abg. v. Hörmann und Genossen einstimmig den Wunsch aus,
Urt. 14 des Landrathsgesetzes vom 28. Mai 1852 sei dahin zu
assen, daß die Mitglieder des Landrathes, welche nicht am Sitze
desselben wohnen, eine Reisekostenentschädigung von 25 Pfg. fuͤr
jeeden Kilometer der Hin⸗ und Rückreise und 5 Mark Diäten er—⸗
zalten. Der Beschluß wurde mit 102 Stimmen gefaßt.

Der Reichstag verwies am 4. April den Gesetzentwurf über
ne Unfallversicherung an eine Kommission von 28 Mit—⸗
zliedern. Dann kam der Windthorst'sche Antrag (Verfolgung von
Fürstenmördern betr.) zur Berathung, welcher fast einstimmig an⸗
jenommen wurde, nachdem Hänel namens der Forftschrittspartei
erklärt hatte, der Antrag enthalte eigentlich nichts neues, sondern
ihnliches sei bereits in vielen Anträgen enthalten. Virchow und
Wöllmer (Fortschr.) stimmten gegen den Antrag; einige andere
Mitglieder der Fortschrittspartei und der Volkspartei hatten sich vor
»er Abstimmung aus dem Saal entfernt.

Anläßlich der Reichsstags-Debatte über den Gesetzentwurf betr.

Arbeiter⸗Unfallversicherung bemerkt die „Irkf. Pr.“ u.
1.. „Das hervorragendste Ergebniß der Debatte ist, daß in zwei
ehr wesentlichen Punkten der Gesetzentwurf auf eine Majorität
nicht zu rechnen hat, sondern vielmehr ziemlich von allen Seiten
urückgewiesen wird. Es ist Dies der Reichszuschuß und die Reichs—
ersicherungsanstalt. Das die Monopolisirung eines der wichtigsien
zweige des Versicherungswesens in sich schließende Reichsinstitut
vurde aus den verschiedensten praktischen und prinzipiellen Grün—
den bekämpft und wird ebensowenig durchzubringen sein wie die
irecte Reichsunterstützung an die untersten Arbeiterstufen, oder,
wie die Gegner sagen, thatsächlich an die Großindustriellen. Der
seichskanzler hat erklärt, daß diese beiden Vorschläge für ihn sehr
werthvoll, wenn nicht unentbehrlich seien; er hat einfließen lassen,
daß er sich schon darauf gefaßt mache, das Gesetz in dieser Session
cheitern zu sehen, daß er damit in einer solgenden Legislatur—
deriode wiederkehren werde und bei den Wahlen an das Urtheil
derer zu appelliren gedenke, deren Interessen damit befördert wer⸗
»en sollen. Es kämpfen hier zwei sozialpolitische Systeme einen
dampf, der für lange Zeit im Mittelpunkt unserer gesellschaftlichen
ind staatlichen Entwicklung stehen wird: auf der einen Seite
»as „freie Spiel der Kräfte“, auf der andern das staatliche Ein⸗
greifen in die Entwicklung des sozialen Lebens. In Einseitigkeit
und Uebertreibung sind beide Systeme zu verwerfen: sie lassen
ich aber bis zu einem gewissen Grad sehr wohl vereinigen, und
vir wollen nicht verzweifeln, daß es gelinge, den ersten großen
Schritt auf dem Wege der „Lösung der sozialen Frage“, wenn
uuch nicht gleich beim ersten Anlauf, so doch mit der Zeit zu
einem ersprießlichen Ende zu führen.“

Bei den diesjährigen Frühjahrsübungen des preußischen
Bvardekorps werden sich in Ansehung besonderer Wünsche des
önigl. bayerischen Kriegsministeriums 10 bayerische Offiziere bis
ur Charge der Regiments-Kommandeure zu betheiligen haben.
Iun früheren Jahren betheiligten sich vorzugsweise sächsische Offiziere
dei diesen Uebungen und es steht zu erwarten, daß auch jetzt die
zahl derselben sich nicht verringern wird.

Ausland.

Zwischen französischen Truppen und Tunesen kam es an
der Grenze von Algier zu blutigen Zusammenstößen. In Folge
dessen hat die französische Regierung die Kommandanten des 15.
und 16. Armeekorps angewiesen, Truppen bereit zu halten, um
ie nach Algier zu schicken zum Ersatz der nach der Grenze von
Tunis abgegangenen Truppen.

Die Lage des neuen Kaisers von Rußland ist eine keines⸗
vegs beneidenswerthe; er lebt in seinem Palast fast wie ein Ge⸗
fangener und das Schlimmste ist, daß er seiner ganzen Umgebung,
der hohen wie der niederen, kein Vertrauen schenken kann. Ba
den jüngsten Ereignissen ist namentlich die Unzuverlässigkeit der
Beamtenwelt klar zu Tage getreten, die für Geld zu Allem zu
haben ist. Nach einem Briesf der „Bad. Losztg.“ soll dem Zaren
Jauptsächlich das Vorgehen gegen die Schweiz und dann die Kalt—
tellung seiner Oheime Konstantin und Nikolaus am Herzen liegen.
Zegen die Schweiz ist der Zar namentlich nach den Genfer Vor⸗
ällen, den auf der Straße vorgenommenen Jubelumarmungen der
Reihilisten u. s. w. außerordentlich erbittert.

Bezüglich der Beschränkung des Asylrechts bemerken rus⸗
ische, der Regierung nahestehende Blätter, man wolle dabei Nie—
mand Zwang anthun. Die Gefahr sei jedoch eine allgemeine,
deshalb müsse es folgerichtig auch die Gegenseitigkeit zum Schutze
gegen dieselbe sein. In Frankreich, England, Italien ꝛc. findet
eine solche Beschränkung nur wenig Anhänger; doch ist man ziem⸗
lich allgemein der Ansicht, daß man dem Mörder — auch dem
sog. politischen — eine Freistätte nicht gewähren dürfe.

Vermischtes.

T. Der Abschied für den Landrath der Pfalz, über
dessen Verhandlungen in den Sitzungen vom 1. mit 14. Dezbr.
1880, ist veröffentlicht. Genehmigt werden: Die dem Landrathe
vorgelegten Rechnungen über die Kreisfonds und Kreisanstalten
für das Jahr 1879. Die Steuerprinzipialsumme der Pfalz, welche
beträgt für das Jahr 1881: 2,335,666 M., wobon ein Sieuer
prozent auf 23,356 M. sich berechnet. Ebenfo wird dem von dem
Landrathe geprüften Voranschlage der Kreis-Ausgaben und Kreis—
Einnahmen in den in der Beilage enthaltenen Sätzen die Genehmig⸗
ung ertheilt. Ferner wird genehmigt, aus Anlaß der Errichtung
iner eigenen Schule für die Kinder aus dem „Thal“ der Gemeinde
Karlsberg die Miethe für die Schullokalitäten und den Lehrergehalt
zus den Ueberschüssen der Kreisfonds für die Schulzwecke zu be—
treiten. Der Bitte des Landraths entsprechend wird die Kreis—
degierung beauftragt, behufs einer Revision der den Gemeinden
rus Kreisfonds fuͤr die Schulen gewährten Unterstützungen dem
ꝛandrathe bei seiner nächsten Versammlung über die finanzielle Lage
der betheiligten Gemeinden und über die Vertheilung der Kreis—
ondszuschüsse nühere Mittheilung zu machen. Der Bitte ves
Landraths, eine Aenderung der Strafbestimmungen wegen schuld⸗
darer Schulversäumnisse herbeizuführen, wird keine Berücksichtigung
nn Aussicht gestellt. Den Beschlüssen des Landraths bezüglich der
Taubstummen-Anstalt in Frankenthal und der vom Landrathe be⸗
dingungsweise beschlossenen Erhöhung der Ausgabeposition für die
landwirthichaftlichen Fortbildungsschuͤlen in Alsenz und Göllheim
wird die Genehmigung ertheilt. Bezüglich der vom Landrathe bei
Berathung des Voranschlages der Kreisbaugewerkschule in Kaisers⸗
lautern geäußerten Wünsche wird die Kreisregierung beauftragt,
denselben die Berücksichtigung zuzuwenden. Bezüglich der erneuten
Bitte des Landraths um Gewährung eines erhöhten Zuschusses aus
Staatsfonds für die bezeichnete Anstalt wird auf Ziffer Ul Nrs
des Landrathsabschiedes vom 20. April verwiesen. Die Bitte des
Landraths, den dermalen auf 34,286 M. festgesetzten Staatszuschuß
ur Gestütsanstalt Zweibrücken auf den Betrag von 4000 M. zu
erhöhen, wird bei Aufstellung des nächsten Staatsbudgets in Er—⸗
vägung gezogen werden. Für den Musikunterricht an der Kreis—
ateinschule zu Kaiserslautern wird entgegen dem Beschlusse des
Landrathes die Summe von 150 M. in das Kreisbudget für 1882
eingesetzt. Zum Schlusse wird in Aussicht gestellt, daß dem Land—
rath zur Gründung eines Pfälzischen Bodenkreditinftitutes sach⸗

dienliches Material vom Staatsministerium zur Verfügung gestellt
werden wird.

TGfälzische Eisenbahmen.) Wie man der „Frankf.
Ztg.“ versichert, ist dafür gesorgt, daß der Jahresbericht pro 1880
mindestens 14 Tage vor der Generalversammlung zur Ausgabe
gelangt. Die rechnerischen Hauptergebnisse des Jahres sind fol—
jende: Einnahmen von Personen und Gopäck Mk. 3,139 540;
        <pb n="208" />
        Güter und Vieh Mk. 6,649,189; Kohlen Mk. 3,8315,695; aus
sonstigen Quellen Mk. 781,89490; zusammen Mk. 13,886,383.
Hiervon ab Betriebsausgaben Mk. 7,812,807. Somit bleibt Al⸗
aͤvrest Mk. 6,073, 486. Nach den Fusionsbedingungen sind zu
decken: die Prioritätszinsen Mk. 4,000,950, Amortisationen Mk.
336,029, Aktienzinsen Mk. 2,068,926, Präzipuen Mk. 1,115,533;
zusammen Mk. 7,821,488. Der vom Staate zu leistende Zuschuß
delauft sich also (übereinstimmend mit den schon vor einigen Mo⸗
naten gemachten Mittheilungen) auf Mk. 1,747,952, während er
im Vorjahre noch Mk. 2,603,485 betragen hatte. Die beiden
ersten Monate des neuen Jahres ergeben übrigens, wie bereits
mitgetheilt, leider wieder eine Verminderung der Einnahmen.

P Die „Zw. Ztg.“ berichtet: Schon wieder befinden wir uns
in der angenehmen Lage, von einer in größerem Stil hierher er⸗
folglen Zuwendung berichten zu können, womit unser in den Ver⸗
inigten Staaten von Nordamerika lebender Landsmann Hr. Hil⸗
gard ein Institut seiner Vaterstadt bedacht hat, nämlich das
ymnasium, welchem ein Betrag von 10,000 Mt, zuge⸗
elit worden ist. In welcher Weise Hr. Hilgard diese Summe
— E Akt
des Hochsinns unseres Landsmanns spricht so laut für seinen Ur—
heber, daß wir uns füglich jeder anerkennenden Bemerkung ent⸗
halten dürfen.

Auf der Kaiserslauterer Geflügelaus-
stellung hat ein dortiger Brauer für einen gewaltigen englischen
Hahn, die Zierde eines Hühnerhofes, mit entlichen Hennen 120
Wark gezahlt.

'In Germers heim ist eine, Volksbank“ in der Bildung
zegriffen, welche in Kürze ihre Thätigkeit beginnen soll. Germers⸗
heim und Homburg sind die einzigen pfälzischen Städte, welche
noch keine Genossenschaftsbank haben.

— Die Petition einer Anzahl Loosebefitzer, die Ziehung der
Ludwigshafener Kirchenbaulotterie ungiltig zu erklären, ist,
wie vorauszufehen war, von der k. Regierung abgewiesen und die
Ziehung als unantastbar bezeichnet worden.

Freiwillig gerichtliche

Versteigerung.

Samstag, den 16. April
aüchsthin, Vormittags 10 Uhr
zu Ensheim, in der Wirth—
schaft von Heinrich Fries,
werden durch den unterzeichneten
hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer zu St. Ingbert,
die nachstehend beschriebenen Lie⸗
genschasten in der Steuerge—
meinde Ensheim öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
versteigert, nämlich:

1. Plan Nr. 53603, 11 2

20 qm Acker in den Espen;

2. Plan Nr. 115716, 16 4

50 qm Wiese im alten

Alment;

Plan Nr. 6733, 8 a Acker

in der Schößhecke;

Plan Nr. 13083, 114

30 qm Acker im Buttel⸗

dorn;

Plan Nr. 349392, 12 a

50 qm Acker unten am

Wildfang;

Plan Nr. 69254, 13 4

90 qm Acker und Wiese

in der Langwiese;

Plan Nr. 4406 und 4407,

5 a 62 qm Wiese in den

Brückengärten;

Plan Nr. 4391, 4 4 48

Im Wiese in den Bach—

jansengärten;

Plan Nr. 673, 8 a 86

Im Acker auf der Schöß⸗

hecke;

Plan Nr. 5532, 6 a 13

Im Acdcker in den Espen;

Ptan Nr. 37508, 8 a

Wiese in der Zinshecke;

7In Spehyer ist vorgestern (5. April) der kgl. Oberpost⸗
neister Weber gestorben.

p Herr Geh. Kommerzienrath St u m in und Gemahlin ver⸗
nffentlichn in der „Köln. Ztg.“ die Verlobung ihrer Tochter
Ida mit Herrn Conrad Schubert, Hauptmann und Adju—
ant der General⸗Inspektion des Ingenieur⸗-Korps und der Festungen.

—In St. Johann hat vor einigen Tagen ein Haus—
virth mit einem seiner Misether Streitigkeiten wegen Be—
zahlung des Miethzinses gehabt. Es kam zu Wortwechsel und
zann zu einer Rauferei, während welcher der Miether den ihm
im Halse haltenden Hauswirth in den Mittelfinger der einen Hand
ziß.“ Diese Bißwunde nahm einen so bösartigen Charakter an,
zaß dem Gebissenen der Finger amputirt werden mußte und er
in Blutvergiftung schwerkrank darniederliegt. Der Mie—
her behauptet, von dem Gebissenen und seiner Familie mißhandelt
vorden zu sein, und will nur aus Nothwehr, um nicht erwürgt
u werden, zum Beißen übergegangen sein.

4 Eine französische Eisenbahn-⸗Exrpedition wurde kürzlich in
Afrika von Eingeßorenen niedergemacht. Sie bestand
us ca. 100 Mann, darunter 83 eingeborene Turkos und Spahis.

Am Sonntag hat ein starkes Erdbeben die türkische Insel
Fhios im ägäischen Meere heimgesucht. Fast die ganze Stadt
Jleichen Namens ist zerstört, ebenso viele benachbarte Ortschaften,
Jamentlich die gegenüberliegende Stadt Tschesme. Die Zahl der
HZetödteten und Verwundeten ist sehr groß, die gerettete Bevölkerung
iagert im freien Felde. Auch auf Syra und in Smyrna wurden
FErderschüeterungen gespürt, richteten aber keinen Schaden an. Die
Insel Chios ist 19 uadratmeilen groß und hat 40,000 Einwohner.
Nach den neuesten Nachrichten sind 30 Ortschaften zerstört und
deläuft sich die Zahl der Opfer auf ungefaͤhr 4000. In der
Stadi Chios allein, die vor dem Erdbeben eiwa 15,000 Einwohner
zählte, hat man bis jetzt 1400 Leichen gefunden. Das Elend ist
unbeichreiblich.)

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme b.
— —22 — —
Tanz⸗
Unterricht.

Fasten⸗
Zßirtenbrief“e!:
des hochw. Bischofs Ehrler
von Speyer.

Per Stück 20 Pfg. bei
Fra. Woll.

Beehre mich ergebenst anzu⸗
zeigen, daß ich in St. Ing⸗
bert nach Ostern meine Kurse
für Contre-Rund⸗Tänze und
Präsentationslehre eröffne.

Achtungsvollst
Th. Bittler,
Institutstanzlehrer a. Speyer.

Frisch gewässerte

* J e⸗

Stockfische
ꝛmpfiehlt per Pfund 15 Pf.

L. Gos lieb.

Ein wohlerzogener
JIunge mit guter
Schulbildung (nur ein solcher)
zur Erlernung des Buchdruckerei—
geschäftes findet Aufnahme bei

R. X. Demet.

In Gemäßheit des 8 189 der
Foncurs-Ordn. für das deutsche
steich, mache ich hiermit öffent⸗
ich bekannt, daß ich in dem
ronkurse Heinrich Behr,
Zchlosser und Kaufmann und
essen Ehefrau Catharina
Weirich, beisammen in St.
Ingbert wohnhaft, demnächst
ie Vertheilung des Immobiliar⸗
rrlöses vornehmen werde.

Der zur Vertheilung verfüg—
zaxe Massebestand beträgt 3325
Mark und die Summe der be—
rücksichtigt werdenden Forder—
ingen beträgt 11,112 Mark
38 Pfg.

Ein Verzeichniß der bei dieser
Lertheilung Berücksichtigung fin⸗
denden Forderungen ist auf der
Berichtsschreiberei des kgl. Amts⸗
zerichts St. Ingbert, zur Ein⸗
int der Betheiligten niederge⸗
egt.

St. Ingbert, 7. April 1881.

Der Concursverwalter:
vh, Fit
Geschäftsmann.

ALAM.
—I
VIALAMI

IILAILAII!

MIALAMI
2IALAM

* *
Bæet Anacigen

rio Geschàfts-, Grundstüokcs-An- und Vor
xaufen, Stollen-Angeboton unäd Gosucheon.
Sovie in den sonstigen vielen Fällen, vo
inscrenten Bedenken tragon, ihren Namen
Gen Zeitungen zu nennen, nehmen Of-
vrten von hofloctanten an ihrer Stelle wu
ænteegen und stellen ihnen solehs am —X
jos PNngangs uneröffnet ꝛn. — Aut Grund
iangjahrigert und vielsoitiger EBrfahrungen
neilen vir Rath bei Abfassung von An-
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        Slt. Ingberker Avzeiger.
her St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

age) erscheint wöchentlich vlermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierteljährlich

M 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 , einschließlich 420 Zustellzebüuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, NReclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.

.

Samstag, den 9. April
1881.

X

—

Deutsches Reich.

Die „Neust. Zig.“ erfährt aus „bestunterrichteter Quelle“,
aß unserem Reichstagsabgeordneten Dr. Buhl vom Reichskanzler
ie Zusage gemacht worden sei, er werde einen Gesetzentwurf
iher das Verbot der Kunstweinfabrikation an den Reichstag
jelangen lassen.

Wie der „Fr. Ztg.“ aus München gemeldet wird, sollen
ie Wahlen für die bayerische Abgeordnetenkammer schon am An—
ang oder spätestens Mitte Juni Statt finden.

Aus dem Referat des Reichsraths Grafen v. Lerchenfeld
ber den Entwurf eines Gesetzes über die Einkommensteuer ersehen
oir, daß sich der Steuergesetzausschuß der bayerischen Reichs⸗
athskammer in Uebereinstimmung mit dem Beschlusse der Abge—
xdnetenkammer gegen das Princip der allgemeinen Einkommen⸗
teuer ausgesprochen hat.

Die bayerische Abgeordnetenkammer nahm am Mittwoch
en Antrag Hafenbrädl auf Abschaffung des siebenten Schuljahres
a namentlicher Abstimmung mit 77 gegen 62 Stimmen an. Die
tinke stimmte geschlossen gegen die Rechte. Bei der Berathung ver⸗
heidigte Ministerpräsident Dr. v. Lutz die Verordnung vom 5.
sovember 1880 und erklärte, daß die Regierung die Hand zur
lufhebung des 7. Schuljahres nicht bieten könne. Von 1831 bis
856 haben die Kammern des Landtages um das 7. Schuljahr
zetitionirt und zwar stammten die bezüglichen Anträge zumeist von
veistlichen. Nachdem jetzt die Opfer, welche die Einführung des

Schuljahres veranlaßte, gebracht seien, solle man zu den alten
zuständen zurückkehren, obwohl es der größere Theil des Landes
icht wolle? Die 156 Petitionen um Abschaffung des 7. Schuljahres
erschwänden gegen die 8000 Gemeinden Bayerns.

Der Reichstag ist am Mittwoch in die Ferien gegangen.
zin Rückblick auf seine Thätigkeit in der letzten Session ergibt ein
m Wesentlichen negatives Resultat. Von den Steuervorlagen ist
illein die Börsensteuer mit einiger Aussicht auf Annahme übrig
eblieben und mindestens ist es fraglich, ob das Unfallversicherungs-
ind das Trunksuchtsgesetz die Zustimmung des Reichstags finden
oerden. Der Reichskanzler soll übrigens mit dem Schicksal seiner
Steuervorlagen nicht unzufrieden sein, weil er dadurch im Stande
it, mit um so größerer Bexechtigung mit dem Tabaksmonopol vor
jen Reichstag zu treten. Man wird sich daher mit dem Gedanken
jertraut machen müssen, daß auf dem Programm des Reichskanz⸗
ers für die allernächste Zeit die Einführung des Tabaksmonopols
tehen wird.

Die Commission des Reichstags für das Unfallversicher⸗
uingsgesetz hat sich in folgender Weise constituirt: Frhr. zu
zranckenstein (Centrum), Vorsitzender; Stumm (conserv.), Stell—⸗
ertreter desselben; Holtzmann, Frhr. v. Soden, Freund, Schriftführer.

Die bei dem Reichstag eingelaufenen Petitionen (mit mehr
ds 130,000 zusammengepreßten Unterschriften) um Beseitigung
er obligatorischen Civilehe kommen, wenn überhaupt, ersf
ach Ostern zur Berathung im Reichstag. Trügt der Schein nicht,
qhaben diese Petitionen wenig Aussicht auf durchgreifende Be—
X

Die „Provinzial-Korresp.“ bezeichnet in einem Artikel über

Arbeiterreform als die Aufgabe des Staates dem Aus—
manderfallen der natürlichen Kräfte durch Zusammenfassen der
ttlichen Kraft zu steuern; dieselbe betont die Nothwendigkeit, daß
er Staat nicht geschehen lasse, was geschieht, sondern“ daß er
andelnd wirke. Darin sei die Arbeiterpolitik des Reichskanzlers
egründet. Die Mehrheit erkenne die Bedeutung der Reformvor⸗
hläge des Reichskanzlers an; doch fehle es im Einzelnen an der
zilligung und Aneignung seiner letzten Schlußfolgerungen. Es sei
hoffen, daß die parlamentarischen Parteien sich nicht in Wider⸗
tuch setzen werden mit der Bevölkerung, mit der sie jetzt wieder
anähere Berührung kommen. In der Bevölkerung, wo der
imschwung als vollzogen gelten dürfe, werde man für falsche Be⸗
enklichkeit und Unentschlossenheit auf diesem Gebiete ebensowenig
lerständniß haben, wie man sich für die Bemühungen der wirth—
haftlich liberalen Partei, ihre Grundsätze wieder zu Ehren zu
rringen, begeistern werde.

In bestunterrichteten Kreisen Berlins verlautet, daß der
enge Anschluß Rußlands an Deutschland als vollzogen zu betrach—
sen sei, der Plan einer Erneuerung des Drei-Kaiser-Bündnisses
äich perfektionire und deshalb ein reger Ideenaustausch zwischen
Wien und Berlin stattfinde.

Der russische Kaiser wird zum Besuch des preußischen
Hofes Ende Mai in Berlin erwartet.

Die Reise des deutschen Kaisers nach Wiesbaden
st der „Provinzial-Korrespondenz“ zufolge für die dritte Woche
im April in Aussicht geommen.

Ausland.

Paris, 6. April. Einer Meldung aus Algerien zufolge
vird die Absendung dreier tunesischer Generale in das französische
Lager erwartet.

Die afrikanischen Besitzungen haben Frankreich schon viel Blut

uind Geld gekostet und die neuesten Ereignisse an der kunesischen
Gerenze drohen aufs Neue große Opfer nothwendig zu machen.
Die Beduinenstämme gehen immer feindlicher gegen die französischen
Truppen in Algerien vor und vor einigen Tagen fiel der mächtige
Stamm der Krumir, welcher unter tunesischer Regentschaft steht, in
Algerien ein. Der Zusammenstoß zwischen den Wilden und den
ranzösischen Soldaten war sehr ernsthaft, er dauerte elf Stunden.
Sechs Tribus der Krumirs nahmen au dem Kampfe Theil, mehrere
Tribus zögern noch, sich mit den Angreifern zu verbinden, doch
Jeißt es, daß alle Grenzstämme geneigt find, sich beim ersten Signal
u erheben. Dazu kommt noch ein anderer Zwischenfall den wir
n der letzten Nr. des „Anz.“ schon kurz erwähnten. Von
Seiten der französischen Regierung war Oberst Flat iers entsendet
vorden, um die günstigste Linie für die Saharabahn, jene kühn
yrojectirte Eisenbahnstraße von Algerien mitten durch die unwirth-
ame Wüste hindurch nach Timbucktu, zu finden. Die Expedition
»rach Ende November vorigen Jahres auf. Sie war ziemlich stark
setwa 100 Mann) und unler den Mannschaften keine geringe An—
jahl von eingeborenen Freiwilligen aus den südlichen Districten
Algeriens. Es sind nun vier dieser Eingeborenen am 28. März
mit der Meldung nach der französischen Niederlassung Ouregla ge—
kommen, die Expedition sei fast vollständig vernichtet worden. —
Die französische Regierung hat sofort Maßregeln getroffen, um ihre
bedrohte Position zu schützen. Zwei Armeecorps werden mobilisirt.
Der Bey von Tunis soll aufgefordert werden, die räuberischen
Stämme zur Ocdnung zurückzuführen und durch die Züchtigung
der Schuldigen Frankreich Genugthuung zu geben. Für den Fau
der Weigerung oder der Unfähigkeit soll ihm mit der Besetzung
don Tunis gedroht werden. Die Italiener, die bekanntlich selbst
ein Auge auf Tunis geworfen haben, sehen diesen Vorgängen, die
Frankreich zum Herrn der Lage machen, mit wachsender Eifer—
ucht zu.

Gerüchtweise wird aus Madrid von einer republikanischen
Erhebung in Oporto (Portugal) gemeldet; die Aufständischen sollen
fich im Theater festgesetzt haben.

In Petersburg wurden abermals Proklamationen mit Be⸗
drohung des Kaisers gefunden. Es gab zweierlei Proklamationen,
eine große und eine kleine. Die zweite hatte folgenden Inhalt:
„Alexander U. hat 26 Jahre regiert. Alexander III. wird 26
Tage regieren.“

Was Gerüchte über nihilistische Attentats-Versuche erzählen,
ibersteigt alle Grenzen, unter Anderem, daß Kerzen, welche während
des Trauergottesdienstes von distinguirtesten Personen gehalten werden
ollten, mit Erxplosions-Stoffen gefüllt gefunden wurden. Zwei
Iffiziere hätten vor dem Gottesdienst ein verdächtiges Knistern an
»en Dochten wahrgenommen, die Kerzen rasch verlöscht, auf den
Schnee geworfen und dort gefahrlos zur Explosion gebracht.

Petersburg ist jetzt von einem Kosakenkordon umringt, Nie—
mand darf ohne strenge Kontrole hinein oder heraus.

Als vor Kurzem Rumäntien zum Königreich erhoben wurde,
hieß es, daß auch Serbien bald diesem Beispiele folgen werde,
da die Serben kaum hinter den Rumänen zurückstehen wollten.
sunmehr meldet man, die serbische Skuptischina beabsichtige die
Broclamirung Serbiens zum Köniareich
        <pb n="212" />
        Wie das „Verl. Tobl.“ durch eine telegraphische Privatmeld⸗
ung erfährt, sucht die griechische Regierung eine größere Anzahl
Feld- Aerzte und Chirurgen, unter besonderer Bevorzugung des
deutschen Elementes, zum Eintritt in die griechische Armee.

— —
Vermischtes.

Am 4. April feierte zu Schnappbach Herr Gerhard,
Direklor der Altenwalder Kolsofenanlage der Herren Gebr. Röch—
ling zu Saarbrücken, sein 285jähriges Dienstsubiläum. Abends
brachte demselben das auf der Anlage beschaͤftigte Personal unter
den Klängen eines Musikcorps einen Fackelzug. Schon vorher
waren dem Jubilar verschiedene Geschenke uͤberreicht worden; so
z. B. von den Arbeitern der Anlage eine Chaise longue, von den
Veamten ein kostbares Bierseidel und ein Schreibzeug, von den
Herren Prinzipalen ein Besteck von 18 silbernen Eßlöffel und eine
werthvolle Lampe. Zu Ehren des Jubilars fand später am Abend
im Eisel'schen Saale ein überaus zahlreich besuchtes Festessen statt,
bei dem Herr Carl Röchling den ersten Toast auf den Jubilar
ausbrachte.

4Das kgl. Bezirksamt Bergzabern wendet sich in einem
Zirkular an die Bürgermeisterämter gegen die abscheuliche Thier⸗
quälerei, welche mit der üblichen Methode bei der Gewinnung von
Froschschenkeln verbunden ist, und ordnet an, daß unter Hinweis
auf 8 360 Ziff. 13 des R.St.⸗G.⸗B. durch die Schelle und durch
Anschlag am Gemeindebrette bekanntgegeben werde, daß es verboten
ist, Fröschen, die nicht vorher getödiel wurden, die Schenkel abzu—
schneiden oder abzureißen. Der angeführte Gesetzesparagraph bedroht
jede Aergerniß erregende Thierquälerei mit Geldstrafe bis zu 150
Rark oder mit entsprechender Haftstrafe. Eine ähnliche Aufforder⸗
ung erging an die Schulinspektoren und die Lehrer des Bezirks.

FNach der „Pf. Ztg.“ soll die Prüfung für das Gerichts-
vollzieherami im Landgerichtsbezirk Frankenthal am 28. d.
M. in Frankenthal ihren Anfang nehmen.

Dem, wie in der letzten Nr. des „Anz.“ erwähnt, an
Blutvergiftung in Folge einer Bißwunde darniederliegenden
Manne in St. Johann, mußte auch der Arm amputirt
werden.

Ein kleiner, aber reger Ort ist nach dem „Allg. Anz.“
bp. St. Johann a. d. Saar“ Türkismühle. Dieser Ort ist
wohl einer der merkwürdigsten auf der ganzen Erde. Er enthäli
10 Häuser, darunter ein noch unbewohntes, und dennoch sind dort
borhanden: 1 Bürgermeisterei und Standesamt, 1 Bahnstation
nebjit Expedition, 1 Postamt, 1 Posthalterei, 1 Hotel, 4 Wirthe,
1 Mehlhandlung, 1 Bäcker, 8 Kohlenhandlungen, 2 Holzhand-
lungen, 1 Kramladen, 2 Eisenhandlungen, 1 Bierniederlage, 1
Agenturgeschäft, J1 Metzgerei, 1 Lohnfuhrwerksbesitzer, 1 Schusterei,
1Schmiedewerkstätte, J Schneiderei, 1 Friseurgeschäft, 1 Kegelclub
und, zur Vervollständigung des Ganzen, 1 Polizeidiener!

F Die „Mezzer Ztg.“ hatte anläßlich des Kasernenbrandes zu
Sit. Avold die Nachticht gebracht, daß das Feuer böswillig
angelegt worden sei und daß ein Sergeant nebst mehreren Dragonern
sich in Haft befünde. Letztere Thatsache ist, nach der „Lothr. Z.“,
richtig; es soll auf dem Quartiermeister der 1. Eskadron ein starker
Verdacht ruhen und, wie man hört, die Kaserne nicht allein durch
Zufall an dem Tage abgebrannt sein, wo die Kammerrevision Statt
finden sollte. Mehr ist nicht unter das Publikum gedrungen, und
über das Ergebniß des Verhörs ist Nichts bekannt.

— Die allgemeine bayerische Lehrerversammlung wird dieses
Jahr nicht in Kempten, wie projektirt war, sondern den 29., 30.
und 31. August in Bamberg abgehalten werden.

F'In Heilbronn und dessen Umgebung sind falsche
Reichskassenscheine in Verkehr gesetzt worden. Vorerst hat man
tuschend nachgemachte 50-M.-Scheine angehalten. Das Landge—
richt ist der Falschmünzerbande auf der Spur. Dieselbe hat auch
in Frankfurt a. M. und in Offenbach den Vertrieb des falschen
Papiergeldes vorgenommen. Es sind bereits Personen verhaftet,
darunter namentuͤch ein Bauunternehmer, bei dem man ganze
Paquete solchen falschen Geldes gefunden hat. Auch falsche
100.M.«Scheine sind im Umlauf. Man hat sogar tüchtige Ge—
schäftshäuser getäuscht. Da ist Vorsicht geboten.

F'In Folge der Unsitte so vieler Eltern und Dienst—
mädchen, kleinen Kindern beim Zubettgehen Furcht einzuflößen,
damii sie einschlafen, ist kürzlich in Berlhin Nachts ein 214jäh
— D
so weit verbreitete, eigenthümliche Erziehungsmethode aufhören?

— Eine gefährliche Liebkosung. Durch fortgesetzte, gefährliche,
wenn auch gut gemeinte Liebkosungen ist die 18 Jahre alte Tochter
eines Berliner Gerichtsbeamten in schweres Unglück gerathen. Der
1Hjährige Bruder hatte sein Vergnügen daran, die Schwester bei
jeder Gelegenheit in die Arme zu kneifen. Dadurch hatte sich aus
den häufiger wiederkehrenden blauen Flecken eine schwammartige
Verletzung gebildet, die lebensgefährlich wurde und nur durch eiñe
Amputatibn des Armes in ihren entseßzlichsten Folgen paralysiert
werden konnte. Das bedauernswerthe Mädchen ist zwar außer

debensgefahr, wird aber noch wenigstens 2 Monate im Kranken⸗
Jause zubringen müssen.

FBei dem Stiftungsfest der Berliner medizinischen Ge—
ellschaft, welches am 80. März gefeiert wurde, wurde von Prof.
Hirschberg ein Lied auf die „innere Chirurgie“ vorgetragen, in dem
ů. A. auf Billroth folgender Vers vorkam:

Herr Billroth schneidet ohne Harm,
Zurück bleiet kein Atom,

Aus Magen und Zwölfingerdarm

Ein Riesencarcinom;

Ganz Karlsbald wird vor Schreden starr:
Herr Gott, was wird daraus!

Bald kratzt er jeglichen Katarrh

Mit scharfem Löffel aus.“

4 Die wahrscheinliche Ablehnung der Wehrsteuer im
steichstage stößt auf manches Kopfschütteln. In der „Eis. Ztg.“
hersichert, Einer aus der Landwehr“: „Wenn man über diese Frage
ur Klarheit kommen will, so muß man Militärpflichtige fragen.
Linsender hat die Ueberzeugung, daß von 100 Reserve- und Land—
wehrleuten 90, vielleicht sogar 100 für die Wehrsteuer stimmen
pürden.“ (Ter Landwehrmann hat Recht. Man vergibt seiner
Freisinnigkeit ebensowenig etwas dadurch, daß man einer guten
borlage, wenn sie auch von einer konservativen Regierung kommt,
ustimmt, als dadurch, daß man seine Unwissenheit in einer Frage
ugesteht, welche kennen zu lernen das vraktische Leben keine Ge—
egenheit bot.)

F Kahlköpfige Kinder. Der „Dresd. Ztg.“ zufolge lebt in
Dres2den ein Ehepaar, dessen drei Kinder kahlköpfig sind. Schon
Pater und Mutter hälten einen sehr spärlichen Haarwuchs; die
dinder aber, unter ihnen ein Mädchen von 12 Jahren, könnten
auch nicht mit einem einzigen Härchen ihrer Häupter Blöße be—
decken. Der Anblick dieser lleinen Kahlköpfe sei recht überraschend.

4 Der bestrafte Vielfresser. Im Jahre 1595 wollte ein
Mensch, Namens Amman aus Draupach, seine Kunst im Vielessen
zeigen, indem er sich erbot, zwanzig Pfund Fleisch auf einmal zu
herzehren. Der Magistrat ließ ihn ohne Weiteres verhaften, die
Arfehde abschwören und unter ernstlichem Verweis seines Vorhabens
nit der Lehre zum Thore hinausweisen: „Man solle sich nicht vom
Fressen, sondern vom Arbeiten nähren.“

Grubenunglück. Der Ausbruch eines schlagenden
Wetters in der Kohlengrube Nr. 6 zu Marcinelle-Nord, bei Char—
eroi (Belgien), führte am 5. April eine furchtbare Katastrophe
—DV
hlosionen folgien aufeinander. Zweihundert Arbeiter waren in
der Grube, als der Ausbruch erfolgte.

Pferde-Brillen. In London sieht man jezt
vieder einen alten Schimmel herumtraben, der Augengläser trägt.
die arme Mähre war kurzsichtig geworden. Da man aber schon
inmal in London den Versuch gemacht hot, kurzsichtigen Pferden
zurch Brillen zu helfen, so that man es auch diesmal, und zwar
nit dem besten Erfolge. Der reiche Lord Denman, der größte
Thierfreund Englands, reitet den Schimmel täglich zum großen
Bergnügen der Pferdeliebhaber. (In Amerika hat man es noch
veiter gebracht. Dort wurde einem Pferde eine grüne Brille auf⸗
gesezt und ihm Hobelspäne als Futter aufgesteckt. Das Pferd
laubte Heu vor sich zu haben und verzehrte das hölzerne Futter
mnit größlem Appetit. Hobelspäne können also künftig als Pferde—
utter verwendet werden.)

4 Milch als Ansteckungs-Uebertrager von Scharlachfieber.
A
iger Mittheilungen, daß die Milch Ursache des Uebertragens an⸗
teckender Krankheiten sei. Früher ist schon mehrmals berichtet

vorden über Fälle, in welchen der Typhus in dieser Weise über—
ragen worden sein soll, und jetzt berichten die englischen Blätter
iber die Verbreitung von Scharlach durch Milch. Die betreffenden
Mittheilungen entstammen dem jährlichen Berichte der Medizinal
eamten für die Gesundheitsflege in New-Castle. Es ergab sich
»aß die in großer Anzahl an Scharlach Erkrankten alle Milch aus
derselben Farm, wo das Scharlachfieber geherrscht hatte, bezogen
oder indirekt erhielten.

4 Papierene Betidecken. Von einer englischen Popierfabrik
verden jetzt unter der Bezeichnung „Charlotine Blankets“ Decken
n den Handel gebracht, die aus zwei Blättern braunen Papiers,
einer Zwischenlage von Watte und einer Umhüllung von Kalike
zestehen. Das Papier muß stark und sehr geschmeidig sein, wird
»eshalb aus den Fasern der Adansonia (Adansonia digitata,
Affenbrodbaum, Baobab) fabrizirt und mittelst eines geheimen Ver—
ahrens biegsam gemacht. Die Decken werden an vielen Stellen
nit feinen Löchern versehen, welche die Ausdünstung gestatten, ohne
den Zweck der Decke, nämlich das Einhalten der Wärme, zu beein⸗
rächügen. Ob die Behauptung der Fabrikanten, daß die Decken
—
vicht das Paar, richtig ist, mag dahin gestellt bleiben. Sicher iß
iber, daß die Decken von solchen, welche darunter geschlafen haben,
varm' befunden wurden. Daß sie leichter und deshalb vielleicht
inagenehmer als wollene Decken find, ist möglich, daß sie aber billige'
        <pb n="213" />
        ind, ist zweifellos, weil das Paar von der kleineren Sorte nur drei,
son der größeren nur sechs Schilling oder Mark kostet.

4 VLaut einer Meldung aus Genua liegt Garib aldi

zuf Caprera im Sterben. Seit etwa 5 Wochen ist er vollständig
elähmt.
Die Erderschütterungen auf Chios dauern in großer
ztärke fort und vollenden das Zerstörungswerk. Viele Verwundete
jegen hilflos unter den Trümmern. Die Bevölkerung lagert auf
Friedhöfen. Die Schiffsmannschaften der türkischen und fran⸗
zfischen Stationsschiffe leisten Ausgezeichnetes; aber ihre Zahl ist
aͤcht ausreichend. Ein großer Theil der Garnison von Smyrna
reht zur Wegräumung der Trümmer nach Chios ab. Von allen
Fiten kommen Unierstützungen, aber mit Rücksicht auf die große
zahl der Hungernden in ungenügender Menge.

Mälitärische Sansculotten. Das Parlament
on Honolulu hat die vom Kriegsminister verlangte Bewilligung
ner Summe von 828, 000 Franken zur Anschaffung der bisher
icht in Gebrauch befindlichen Beinkleider für die Armee einstim⸗
nig abgelehnt. Diese Armee ist nicht die einzige, welche so
nangelhaft bekleidet ist. In Halti hielt Kaiser Soulouque eine
evue über seine Truppen, aber aus Rücksicht für zeinige anwesende
damen begann Se. Majestät sein Kommando folgendermaßen:
diejenigen, welche Röcke und Beinkleider haben, in die erste Reihel
diejenigen, welche blos Beinkleider haben, in die zweite Reihe!
diejenigen, die gar nichts anhaben, in den letzten Rang!

PEine Hecker-Anekdotee. Gelegentlich des Ablebens
Friedrich Heckers tauchen Erinnerungen an den alten Volkstribunen
uf. Das „Heckerlied“ war Anno 1848 und 1849 der eigentliche
ebolutionsgesang. Der 'erste Vers lautete: „Hedcker hoch! Dein
dame schalle an dem ganzen deutschen Rhein, Deine Treue, ja
dein Auge flößt uns all' Vertrauen ein. Hecker, der als deutscher
Nann, für die Freiheit sterben kann!“ Das Lied wurde bekanntlich
n der choralartig vorgetragenen Melodie von „Schleswig Holstein
neerumschlungen“ gesüngen, was den Effelt nicht sonderlich steigerte.
doch späi in die Jahre der Regction hinein machten sich unzu⸗
riedene Gemüther in Baden mit dem Ruf: „Der Hecker soll leben
soch!“ Luft. Die Gendarmerie war hinter solchen Verbrechern sehr
ifrig her. Ein Spaziergänger war in den Teich des Karlsruher
zchloßgartens gefallen und rief vergeblich um Hülfe. Zwei Gen⸗
armen spazierien vorüber, wollten sich aber die neuen Uniformen
aicht verderben und schauten gleichmüthig zu. In seiner Todes—
ingst stieß der Ertrinkende den schwer verpönten Ruf aus: „Hecker
ol leben!“ Und dieses Mittel wirkte sofort. Ohne alles Besinnen
prangen die Gendarmen in den Teich, zogen den Verbrecher auf
as Trockene und schleppten ihn auf die Wache.

P—Künst gegen Kunst. Der berühmte Taschenspieler
hermann bereist gegenwärtig Südamerika. Vor einiger Zeit
roduzirte er sich bei dem österreichischen Geschäftsträger in Buenos⸗
Ayres. Um die Gesellschaft zu unterhalten, hatte der Hausherr
ünf Patagonier eingeladen, welche naͤchstens unter Füh—⸗
ung eines Barnum in Europa ausgestellt werden sollen. Hermann
nachte sich den Spaß, den Patagoniern allerlei Gegenstände aus
en Haaren, Teller aus der Nase zu ziehen und ähnliche Scherze
u treiben. Die Wilden bewegten sich nicht und legten gar kein
Freiwillig gerichtliche J 6. Jan Nr. 692544.. 132
V 90 ꝗm Acker und Wiese
er⸗ eigerung. in der Langwiese;
Montag, den 25. April Plan Nr. 4406 und 4407,
sthin, Vormittags 10 Uhr 3 a 62 qm Wiese in den
u Ensheim, in der Wirth— Brückengärten;
chaft von Heinrich Fries, Plan Nr. 4891, 4 4 48
oerden durch den unterzeichneten Im Wiese in den Bach—
iezu gerichtlich beauftragten hansengärten;
Imtsverweser des kgl. Notars Plan Nr. 673, 8 a 86
zranz Sauer zu St. Ingbert, Im Acker auf der Schöß⸗
ie nachstehend beschriebenen Lie⸗ hecke;
jenschaften in der Steuerge⸗ Plan Nr. 3532, 6 a 13
neinde Ensheim öffentlich an qmm Acker in den Espen;
ie Meistbietenden zu Eigenthum pölan Nr. 37508, 8 4
eersteigert, nämlich: Wiese in der Zinshecke;
Plan RNr. 5363, 11 4 Eigenthümerin ist:
20 qm Acker in den Espen; Elisabetha MRargaretha Bauer
Plan Nr. 1157 p. 16 a hhne Gewerbe in Ensheim wohn⸗
0 4m Wiese im alten aft, minderjährige, durch die
Alment; zhe emancipirte Wiitwe des da⸗
Plan Nt. 6732, 8 à Acher elbst verlebten Fabrikschlossers
in der Schößhecke; hakob Ferdinand Quirin,
Plan Nr. 1308, 11 4 velche den Heinrich Fries,
80 qm Acker im Buttel- Wirih allda zum Curator hat.
dorn; 21 8
PihRer. 84982, 12 4 St. Ingbert, 7. April 1881.
0 qm Acker unten am Kt. Auffschneider,
Wildfang;: Amtsverweser.

——

Staunen an den Tag. Am nächsten Morgen erst konstatirte Her⸗
nann, daß, während er einem Patagonier Cigarren aus den Haa⸗
ten eskamotirte, der Patagonier — ihm die Taschenuhr gestoh⸗
zen hatte.

pGegen Verbrennungen wird jetzt von amerikanischen
Aerzten wiederholt eine Auflösung von Soda in Wasser empfohlen
und angewendet. Dieselbe sollte so stark sein, daß sich ein Theil
davon im Gefäße niederschiägt, einen Bodensatz bildend. Man
ollte stets eine Flasche von solcher Sodaflüssigkeit für vorkommende
Fälle vorräthig halten. Bei seiner Einfachheit und Billigkeit ver⸗
—DODD—
tohlensaures Natron) in der Seife verdankt offenbar auch der
Seifenbrei (geschabte Seife) seine Wirksamkeit gegen Ver—
brennungen.

— Eine Riesenfeuersbrunst. Es gibt wohl kaum eine Stadt
in der Welt, welche so vielen Feuersbrunsten ausgesetzt ist, als
Tokio, die Hauptstadt des japanesischen Reiches. Nachdem in
der letzten Zeit kaum ein Tag vergangen, der nicht an irgend einer
Stelle der weiten Hauptstadt den Horzzont in Rauch gehüllt, brachte
der 26. Januar 11 000 Familien um Obdach und Habe und legte
einen ganzen Bezirk in Asche, den blühendsten Theil des Geschäfts—
biertels der Stadt.

4Erhöhte Passagepreise nach Amerika. Die Hamburger
und Bremer Gesellichaften für die Beförderung von Auswanderern
nach Amerika haben dem Beispiele ihrer englischen Kollegen fol—
gend dieser Tage die Passagepreise um 40 Mtk. erhöht. Bekannt⸗
ch hatten sie vor einigen Monaten, um sich gegenseitig den Rang
abzulaufen, ihre Preise bedeutend herabgesetzt. Es sind aber so
viele Auswanderungslustige da, daß sämmtliche Linien mehr Leute
hefördern sollen, als sie im Stande sind zu thun; daher die Ver—
inbaruug mit folgender Preissteigerung.

Marktberichte.

Zweibrücken, 7. April. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlk
Weizen 11 M. 53 Pf., Korn 10 M. 40 Pf., Gerste zweireihige d M. —
erreihige 8 M. 53 Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzlern — M. — B.
Dinkel M. — Pf., üijschtrucht 10 M. 77 Pf., Hafer 6 M. 97 Pt.
Frbsen — M. — ppf., Widen 7 M. 20 Pf., Kartoffeln 1 M. 90 Pf.,
deu 2 M. 90 Pf., Stroh 8 M. Ob Ppf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 57 Pf.
tornbrod 8 Kilogr. 74 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.z Butter / ꝛ Kilogr. 1 M. 10 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 6. April. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 Mi 80 ppf.. Korn 10 M. 40 Pf. Spelzkern — M. — Pi., Spelz O M.
ßpf., Gerfie Lreihige — M. — Pf. Gerste Kreihige d M. — Pf. Hafer
7 M. i8 pf., Mischfrucht 10 M. 48 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wickeen
d M. — pf., Bohnen 0-.M. — pPf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf
Rindfleisch 850 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
60 Pf. Butter 1 Pfund 1 MR. 10 Pf., Kartoffeln per Itr. 1M. 80 Pf.

Kaiferslautern, 5. April. (KFruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 37 Pf., Korn 10 M. 28 Pf., Spelzkernm 11 M. 10 Pf., Spelz
8 Mod Pf., Gersted M. 04 Pf., Hafer 7 Me21 Pf., Erbsen 08 M.
10 ppf., Wicken 7 M. 72 Pf., Linsen — M. Pf. — Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 38Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 45 Pfg. Butter pro Pfund 1 M. 15 Pf. Eier 1Stuck Os Pf.
Kartoffeln pro Zentner 2 M. — Pf. Stroh 2 M. 80 Pf. Heu 2 M. 90
Pf. Kleeheu 8 M. 50 Pf.

Fur die dedaction verantwortlich: F. X. Demes.
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treffenden nach Möglichkeit mit Rath beizustehen.

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Pfaff-Mähmaschinen
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. M. Pfaff in Kaiserslautern

J

sind jetzt die vollkommensten Familien⸗Nähmaschinen, die existiren. —

Dieselben wurden in neuester Zeit prämiirt auf dem internationalen Nähmaschinen-Wettstreit
in Arnheim i879, auf der Weltausflellung in Sydnen 1879 und erhielten die goldene Medaille auf
der Mannheimer Ausstellung 1880.

Die Pfaff⸗Nähmaschinen besizen bedentende Vorzüge vor den amerikanischen Nähmaschinen, sind
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?*5Reparaturen aller Nähmaschinen-Systeme rasch und bislsig. F

7

Bekanntmachung.

Die Feldtauben sind wäh⸗
rend der Saatzeit einge—
schlossen zu halten und- zwar,
bom 9. April mit 9. Mai
nächsthin.

St. Ingbert, 8. April 1881.
Das Polizei-Commissariat:
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24 Arbeitsnummern,
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dem Besteller weiter keine Kosten, als 6 Pfg.
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Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Er Sierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sountagéblatt“ Nr. 158. —
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich
M« 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
8 58. J Sonntag, den 10. April 1881.

Deutsches Reich.

Die Session des bayerischen Landtags wurde von Sr.
Maj. dem König bis 30. April verlängert. Abg. v. Hafenbrädl
og in der Donnerstag⸗Sitzung der Abg.-K. seinen Antrag auf
Abänderung des Artikels 56 des Polizeistrafgesetzvuches Gesuch
oͤffentlicher Tanzunterhaltungen durch Sonntagsschulpflichtige, Lehr—
linge ꝛc.) zurück, nachdem der Kultusminister dagegen gesprochen
und erklärt hatte, er könne nur bei einer überwältigenden, nicht bloßen
Partei⸗Majorität ein Entgegenkommen der Regierung versprechen.

Im Amitsblatte des bayerischen Staatsministeriums wer—
den die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die Wahl der
dandtagsabgeordneten publicirt. Die Instruktion schließt sich an
zie Artikel des Gesetzes und gibt zu den Artikeln 24 -26 eine
vollständige Regelung des Wahlverfahrens. Dieses wird künftig—
jin in der Hauptsache, und soweit nicht durch das indirecte Wahl⸗
ystem Veränderungen geboten sind, dem Verfahren bei den Reichs—
agswahlen ziemlich gleich sein. Auch die seither bei den Land—
agswahlen hervorgetretene Ungleichheit in der Feststellung über die
Wahlvorgänge soll fortan vermieden werden, indem für die Pro—
tokolle, die Stimm- und Gegenlisten Formulare mit genauem Vor—
druck ausgegeben werden. Nicht minder ist eine einheitliche Auf⸗
ttellung der Wahlacten vorgesehen. Alle früher zum Vollzuge der
Landtagswahlen ergangenen Instructionen und Entschließungen sind
aufgehoben.

General⸗Feldmarschall Graf Moltke ist, wie die „Nat.«Z.“
erfährt, mit an die Spitze der Unterzeichner des vom Abgeordneten
Dr. Thilenius vorbereiteten Antrags, bezüglich einer Betheiligung
Deutschlands an der Erforschung der Polargegenden, getreten.
Anter dieser mächtigen Protektion dürfte das Unternehmen als ge—
ichert gelten.
Ausland.

Die französische Regierung hat beschlossen, von den Kam—
mern einen Kredit von fünf bis sechs Millionen zu der Expedition
zegen die Krumirs in Tunis zu verlangen. (Die Vorlage ist be—
ceits gemacht.)

Frankreich tritt mit seinem Vorgehen gegen die Tunesen
wieder in einen Waffengang, was es seit dem deutschen Kriege
und dem Pariser Kommuneaufstande nicht mehr gethan hat. Der
Enthusiasmus im Lande selbst wie bei den franzoͤsischen Kolonisten
in Algier soll den höchsten Grad erreicht haben, und die offizielle
Regierung wie vor Allen Gambetta, thun alles, den Enthusiasmus
zu steigern. Es ist zwar nur ein armseliger Feind, gegen den
man kämpft, immerhin aber ist es wieder ein auswäriiger Krieg
und der französische Ehrgeiz regt sich.

Der jetzt bedrohte Bey von Tunis heißt Mohammed es Sadol
und regiert seit 1889; seine Dynastie seit 1601. Seit 1578 steht
Tunis unter der Oberhoheit des Sultans. Das Land zählt reich—
lich 2100 Quadraimeilen und, bei der verhältnißmäßig starken
Bevölkerung von circa 1000 auf die Quadratmeile, über zwei
Millionen Einwohner. Unter den reichlich 70 000 Nichtmuham—
medanern bilden 45 000 Ifraeliten die Mehrheit. Die Haupistadt
zählt 125 000 Einwohner. Ob in ihr definitiv die französische
Trikolore wehen wird, wie in Algier, muß die Zukunft lehren.

Die „Köln. Ztg.“ veröffentlicht die Anklageakte bei dem
Fzarenmorde am 18. März betheiligten Nihilisten Russakoff,
Jeljaboff, Sophie Perowski, Michailloff und Jessika Helfmann.
Dieselbe ist sehr umfangreich (223000 Zeilen), enthält aber im
Wesentlichen in ihren 9 Abschnitten nur bereits Bekanntes. (Am
7. ds. M. begannen zu Petersburg die Prozeßverhandlungen gegen
die Genannten.)

Der Vollziehungsausschuß der nihilistischen Partei hat
uinterm 24. März dem Kaiser schriftlich diejenigen Bedingungen
mitgetheilt, unter welchen er den Kampf gegen die Regierung ein—
zustellen geneigt ist. Es sind dies: 1) Allgemeine Amnestie aller
oolitischen Verbrecher. 2) Einsetzung einer Vertretung des ganzen
russischen Volkes, um die jetzt bestehenden Staatsformen einer ge—
nauen Prüfung zu unterwerfen und den jetzigen Lebensbedürfnissen
anzupassen. Diese Vertretung soll aus Abgeordneten aller Klassen
uind Stände ohne Unterschied bestehen. Wahleinschränkungen soll

5

es nicht geben, und die Wahlagitation soll frei, ohne irgend eine
Einmischung der Regierung betrieben werden dürfen. „Deßhalb“,
so schließt der Erlaß, „volle Preßfreiheit, volle Redefreiheit, volles
Versammlungsrecht, volle Freiheit für die liberalen Wahlpro—
zramme — und wir schwören bei Allem, was uns heilig ist, falls
diese Bedingungen erfüllt werden, die Waffen niederzulegen und
uns vollständig der Regierung zu unterwerfen!“

Die von den Großmächten in Konstantinopel mit der
Pforte geführten Verhandlungen haben zu dem von sämmilichen
Broßmächten gutgeheißenen Ergebniß geführt, daß nunmehr eine an die
Stelle des von der Berliner Konferenz gefaßten Beschlusses tretende
neue Regulirung der griechisch-türkischen Grenze vereinbart ist.
Mittelst gleichlautender Noten werden die Gesandten der Großmächte
in Athen der griechischen Regierung ungesäumt anempfehlen, dieser
Vereinbarung beizutreten und beizufügen, daß, wenn Griechenland
auf diefe friedliche Erledigung nicht eingehen, sondern durch Krieg
zu seinem angeblichen Recht (Abtretung eines noch größeren Stückes
ürkischen Gebietes) gelangen wolle, es dies auf eigene Gefahr thun
und dabei von keiner der Großmächte eine Unterstützung erhalten würde.
————
Vermischtes.

* St. Ingbert, 9. April. Gestern Abend wurde in der
gewerblichen Foribildungsschule durch die Aufsichtscommission die
Kertheilung der 50 Mark vorgenommen, welche von dem Vorschuß⸗
LBerein der Schule zum Geschenk für würdige Schüler gewidmet
waren. Zu ihrer großen Freude wurden 10 Schüler bedacht und
zwar je einer mit 5 Mark.

*— Bei der gestern stattgehabten Versteigerung des Gree⸗
wenig' schen Anwesens in der alten Bahnhofstraße wurde das—
selbe, das seinen Besitzer vor noch nicht langer Zeit gut auf 40 000 M.
zu stehen kam, von Frau Wittwe J. Grewenig um die Summe
von 15 000 M. erstanden.

— Ein sehr ungleiches Brautpaar wurde am 53. ds. vor dem
Standesamt Bobenheim getraut. Die Braut zählt 64 Lenze,
während der Bräutigam 20 Jahre alt ist.

F In Hauenstein lebt, wie das „Annw. W.“ meldet,
noch ein Veteran aus der Zeit Napoleons J. mit Namen Franz
Joseph Hengen, der im letzten Herbst noch auf dem Felde Arbeiten
berrichtete; derselbe diente im 64. Linien-Infanterie-Regiment,
machte unter dem General Vendome die Schlachten bei Leipzig ꝛc.
mit und trug einige Verwundungen davon, indem er einen Schuß
in's Bein erhielt und zwei Finger an der Hand verlor.

Ein 92jähriger Veteran aus den Freiheitskriegen, Herr
Clemens in Köln, gehört unstreitig zu denjenigen, welche das
Joch der Ehe süß gefunden haben, sonst würde er nicht zum dritten,
»der wie sogar behauptet wird, zum vierten Male einer Vertreterin
des zarten Geschlechts, einer Witiwe von mehr als 70 Jahren, die
dand zum ehelichen Bunde gereicht haben. Die Brust mit vier
Irden geschmückt, fuhr der muthige Veteran, begleitet von den Hoch-
und Hurrahrufen seiner Nachbarschaft, nach dem Standesamte.

4 Der Berliner Polizei⸗Praͤsident unter den Propheten. In
der Knaben⸗Klasse einer Berliner Gemeindeschule wurden jüngst
um ersten Male die Namen der Propheten aus dem alten Testa—
nent aufgezählt! Jesaia, Jeremia u. s. w. Der Lehrer stellt die
Frage: „Wer hat schon von einem dieser Propheten etwas gehört ?“
Allgemeines Schweigen. Schließlich meldet sich aber der Jüngsten
einer und antwortet: „Haggai ist der stärkste Schutzmann. Ich
habe ihn beim Einzuge vor der Brautkutsche reiten sehen.“ Nach—
dem sich das allgemeine Gelächter gelegt, ermittelt der Lehrer, daß
das Büblein mit seinem Propheten Haggai keinen Geringeren ge—
meint hat, als den Berliner Polizeipräsidenten Herrn v. Madai.

— Aus Zürich ist Ende März ein Zug mit 200 Aus—
wanderern von dort abgegangen. 800 Auswanderer schlossen sich
in Basel an. Am 18. Äpruil abermals großer Wanderzug. (Aus
Deutschland treibt die Leute, wie die Demokraten rpee die
schreckliche Reaction; warum gehen denn aber auch so viele Schweizer
nach Amerika?)

Die große Jury zu London hat den deutschen Sozial—
demokraten Most nach der Vertheidiguna des Advokaten dem
        <pb n="216" />
        Schwurgericht überwiesen. Der Vertheidiger räth ihm, jetzt zu
schweigen, weil die Worte gegen ihn verwandt werden könnten.
Most sagie: „Allerdings ist es besser, das Pulver nicht vor der
Schlacht zu verschießen, besonders weil es sich nicht um mich allein,
sondern um einen Angriff gegen die Preßfreiheit in England handelt;
ich werde beim Prozeß das Leben des russischen Väterchens er—⸗
zühlen und des preußischen Königs, und ich hoffe, es finden sich
eine zwölf, Männer Englands, welche das Aitentat auf die Preß—
freiheit billigen.“

FAuns Moskanu wird gemeldet: In dem Dörfchen Sablino
an der Bahn nach Moskau ist am 58. ds. Nachts der älteste Sohn
des ältesten Bruders des ermordeten Czaren, Großfürst Nikolaus
Konstantinowitsch, von einem Hauptmann und zwei Lieutenants
festgenommen und alsbald nach Petersburg oder vielmehr auf ein
bei Petersburg gelegenes Schloß seines Vaters gebracht worden.
Der Gtoßfürst, der bekanntlich wegen eines Diamantendiebstahls
vor einigen. Jahren im argen Gerede war, ist politischer Umtriebe,
wie es heißt gu Gunsten. seines Vaters Großfürsten Konstantin,
verdächtig; ob letzterer Mitwisser ist, darüber ist nichts bekannt.
Daß lehterer dem jetzigen Czar nicht freundlich gesinnt ist, weiß
man. Ver verhaftete Großfürst war seit jenem Skandal nach dem
Gouvernement Twer verbannt und hatte vor kurzem vergeblich von
dem neuen Czar die Aufhebung der Verbannung zu erlangen gesucht.)

pu Ueber das · Erdbeben in⸗Chii o 8 wird aus Konstantinopel
umter'm 5. ds⸗ gemeldet: Die neusten Berichte aus Chios schildern
die Wirkungen noch schrecklicher, als anfänglich befürchtet wurde.
Die Anzahl der getödteten Personen wird nunmehr auf 5000 ge—
schätzt. Es werden, noch fortwährend Erdstöße verspürt und im
Innern der Erde hört man fortgesetztes dumpfes Rollen.

F.Heroud sin u s. Vor etwa acht Wochen — so berichtet
— Georg
ArnolEd- in Geschäften nach Dallas und hatte das Unglück, von
einem tollen Hunde gebissen zu werden. Trotzdem er sofort alle
erreichbaren Vorsichtsmaßregeln anwendete und die Wunde aus—
brennen ließ; konnte er das Gefühl nicht los werden, daß ihm ein
schreckliches Ende bevorstände. Er machte demnach sein Testament
und sprach darin aus, daß er fürchte. er würde, wenn die Krank—
22 —F
Licitation.

Dienstag, den 26. April
aächsthin, Nachmittags 3 Uhr
zu Schnappbach in der Gast⸗
wirthschaft von Ludwig Sise g⸗
wardi, werden durch den unter—
zeichneten Amtsverweser deskgl.
Notars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zum Nachlasse des
in Schnappbach, Stadtgemeinde
St. Ingbert verlebten Glashüt—
tenaufsehers Philipp Koch ge⸗
hoͤrigen Liegenschaften, im Banne
von St, Ingbert, abtheilungs⸗
halber an die Meistbietenden
öffentlich in Eigenthum verstei⸗
gert, nämlich:

1. Plan Nr. 4993, 972 20

qm Wiese auf“ der Ruß—
—
Plan Nr. 4997, 5 4 79
qIm Wiese allda, beide Stücke
ein Ganzes bildend', jetzt
Garten neben Gebr. Röch—
ling und dem Weg.
Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben, des
Verlebten beziehungsweise deren
Repräsentanten und Stellvertre⸗
ter als:

1. Sophie Koch, gewerb⸗
lose Wittwe von Friedrich Koch,
8 Glasmacher in Schnapp⸗

ach;

2. Margaretha Koch, ge⸗
werblose Ehefrau von Karl
Sch warz, früher Mezger jetzt
duminn beide aüde wohn

a 4 7 77*

HlPhilidp Koch, Glasmacher
alldaiz;

4. Wilhelmine Koch, ge⸗
werblose Ehefrau von Bernhard

Kosch, Glasmacher, beide daselbst
wohnhaft;

5. Henriette Schneider, ge⸗
werblos allda wohnhaft, Wittwe
des daselbst verlebten Glasmachers
dudwig Koch, als gesetzliche
Vormünderin ihrer mit demselben
exzeugten noch minderjährigen
Kinder: a. Alexis und b. Hen⸗
riette Koch;

6. Sophie Louise Koch, ge⸗
werblose Ehefrau von Jakob
Bischof, Lehrer am kaiserl.
dehrerseminar zu Oberehnheim
im Unterelsaß wohnhaft;

7. Elisabeth Charlotte Koch,
zewerblose Ehefrau von Ludwig
Zen tz, kgl. Grubensteiger, beide
n: Mittelbexbachergrube, Ge—
meinde Mittelberbach wohnhaft;

8. Karl Koch, Glasmacher
in Schnappbach wohnhaft.

9. Maria genannt Karolina
Koch, gewerblose Ehefrau von
Friedrich Gerhard, Tech—
niker, beide allda wohnhaft;

10. Georg Koch, Glasarbei⸗
ler und

11. Friedrich Wilhelm Koch,
Präparandenschüler, beide Letztere
noch minderjährig, welche den
zenannten Ludwig Zentz zum
hauptvormunde und genannten
Karl Koch zum Beivormunde
haben.

Die Ehemänner alle der ehe—
lichen Ermächtigung und Güter⸗
zgemeinschaft wegen selbst be—
theiligt.

St. Ingbert, 9. April 1881.

K. Auffschneider
Amtsverweser.
Druck und Verlag von 5. x.

jeit über ihn komme, seine über Alles geliebten Angehörigen ver⸗
Hhunden können, und daß er es demnach bei den ersten Anzeichen
vorziehen werde, dieser Möglichkeit vorzubeugen. Eines Tages war
er derschwunden. Nach langem Suchen — eine. Woche war dar⸗
uͤber vergangen — fand man seine Leiche durch eine schwere eiserne
ette, die in vielen Windungen sich um seinen Leib- und seine
Arme und Füße schlang, an einen Baum im Walde gefesselt. Er
jatte die Kette und ein schweres Schloß sich gekauft, sich dann
elbst an den Baum gekettet den Schlüssel zum Schlosse weit von
ich geworfen, so daß er ihn nicht wieder erreichen konnte. Der
Zuͤstand der Leiche ließ keinen Zweifel darüber, daß seine Be—
ürchtungen nur zu richtig waren. Er war an der Tollwuth elend
gestorben.

Eine Trichin-Epidemie am Jordan. Professor Viier ch o w
veröffentlicht in der neuesten Nummer seines „Archivs“ eine inte—
ressante Zuschrift des Dr. John Wortabet, Arzt am St. Johannes-
Zhospital in Beyrut über den Ausbruch einer von diesem beob⸗
ichteten großen Trichinen⸗Epidemie in dem Dorfe El-Khiam in der
Naähe der Jordanquellen, welche unzweifelhaft auf den Genuß des
Fleisches eines einzigen Wildschweines zurückzuführen war. Bei
aͤmmllichen Dorfbewohnern, welche davon gegessen hatten, traten
n der dritten bis vierten Woche darauf die Symptome der Trichinosis
in, und zwar erkrankten 124 Männer, 103 Frauen und 35 Kinder.
im Ganzen 262 Personen, von denen nur sechs starben. Ueber
ZRie naturlichen Gewohnheilen des in jenen Marschgegenden sehr
Jäufig vorkommenden Wildschweins ist zu erwähnen, daß es von
zen Wurzeln des Papyrus lebt und, mit seinem Rüssel den Boden
uufwühlend, auch allerlei kleine Thiere frißt, als Würmer, Schlangen
ind wilde Ratten, welche letzteren zuweilen Trichinen führen. —
Dazu bemerkt Professor Virchow, daß auch schon in Deutschland
zeim Wildschwein Trichinen aufgefunden wurden, daß jedoch. das
zier zum ersten Male konstatirte Vorkommen dieses Parasiten im
ZDrient für die Kulturgeschichte von großem Interesse sei, weil
Zarin die mosaischen Speisegesetze nunmebr ihre positive Be⸗
zründung finden.
Flir die Redaction verantwortlich: F. X. Deme s83.
—
Ein wohlerzogener
Junge mit guter
Schulbildung (nur ein solcher)
zur Erlernung des Buchdruckerei⸗
Geschäftes findet Aufnahme bei
F. X. Demetz.

Am Mittwoch, 13. April
*
Jahrmarkt

n St. Ingbert.
Die von mir im Eisen⸗
bahnzuge gegen Maurer
Pfleger gemachten Aeußer⸗
ingen nehme ich als un wahr
urück.
St. Ingbert, 9. April 1881.
Johann Riehl.

—
beseitigt gefahrlos und sicher (auch
brieflich, in 2 Std. Dr. med.
Erust's Wu. in Leinpzig.
Mein gut assortirtes Lager in
Herren⸗ K Knabenhüten
zur Frühjahrs-Saison
inge ich hiermit in empfehlende Erinnerung.
Hermann Fischer.
—JA
und Sommer-Saison 1881.
Wir beehren uns, den Eingang unserer sämmtlichen
Neuheiten anzuzeigen und empfehlen namentlich in großer
Auswahl:

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für jedes Alter und in jeder modernen Facon.
Damen⸗Kleiderstoffe, sowohl reinwollene Fan⸗
tasie⸗ als Waschstoffe.
Sonnenschirme und Entoutcas
in den neuesten, geschmackvollsten und elegantesten Erschein⸗
ungen der Saison.

Außerdem sämmtliche Artikel der— Maunfakltur⸗ und

ModemaarenBrauthe.
St. Johann a. d. Saar.
Gebrüder Krach.
Demetz in St. Ingbert. J
Siernu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 15.

—B23
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unierhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierteljahrlich

A A0 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 20 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswärts
mit 15 A fuür die viergespaltene Zeile Blaitschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
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M 58.

Sonntag, den 10. April 1881.
Deutsches Reich.

Die Session des bayerischen Landtags wurde von Sr.
Maj. dem König bis 30. April verlängert. Abg. v. Hafenbrädl
og in der Donnerstag⸗Sitzung der Abg.-K. seinen Antrag auf
Abänderung des Artikels 56 des Polizeistrafgesetzvuches (Besuch
jffentlicher Tanzunterhaltungen durch Sonntagsschulpflichtige, Lehr⸗
linge ꝛc.) zurück, nachdem der Kultusminister dagegen gesprochen
md erklärt hatte, er könne nur bei einer überwältigenden, nicht bloßen
hartei⸗Majorität ein Entgegenkommen der Regierung versprechen.

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dandtagsabgeordneten publicirt. Die Instruktion schließt sich an
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pollständige Regelung. des Wahlberfahrens. Dieses wird künftig—
hin in der Hauptsache, und soweit nicht durch das indirecte Wahl—
ystem. Veränderungen geboten sind, dem Verfahren bei den Reichs-
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agswahlen hervorgetretene Ungleichheit in der Feststellung über die
Wahlvorgänge soll fortan vermieden werden, indem für die Pro—
okolle, die Stimm⸗ und Gegenlisten Formulare mit genauem Vor⸗
zruck ausgegeben werden. Nicht minder ist eine einheitliche Auf⸗
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Landtagswahlen ergangenen Instructionen und Entschließungen sind
iufgehoben.

General⸗Feldmarschall Graf Moltke ist, wie die „Nat.«“Z.“
erfährt, mit an die Spitze der Unterzeichner des vom Abgeordneten
Dr. Thilenius vorbereiteten Antrags, bezüglich einer Betheiligung
Deutschlands an der Erforschung der Polargegenden, getreten.
Unter dieser mächtigen Protektion dürfte das Unternehmen als ge⸗—
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Ausland.

Die französische Regierung hat beschlossen, von den Kam⸗
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zegen die Krumirs in Tunis zu verlangen. (Die Vorlage ist be—
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Frankreich tritt mit seinem Vorgehen gegen die Tunesen
wieder in einen Waffengang, was es seit dem deutschen Kriege
ind dem Pariser Kommuneaufstande nicht mehr gethan hat. Der
ẽnthusiasmus im Lande selbst wie bei den franzoͤsischen Kolonisten
n Algier soll den höchsten Grad erreicht haben, und die offizielle
stegierung wie vor Allen Gambetta, thun alles, den Enthusiasmus
zu steigern. Es ist zwar nur ein armseliger Feind, gegen den
nan kämpft, immerhin aber ist es wieder ein auswärtiger Krieg
und der französische Ehrgeiz regt sich.

Der jetzt bedrohte Behy von Tunis heißt Mohammed es Sadol
ind regiert seit 1889; seine Dynastie seit 1091. Seit 1575 steht
Tunis unter der Oberhoheit des Sultans. Das Land zählt reich—
ich 2100 Quadratmeilen und, bei der: verhältnißmäßig starken
Bebvölkerung von circa 1000 auf die Quadratmeile, über zwei
Millionen Einwohner. Unter den reichlich 70 000 Nichtmuham⸗—
medanern bilden 45 000 Israeliten die Mehrheit. Die Hauptstadt
zählt 125 000 Einwohner. Ob in ihr definitiv die französische
Trikolore wehen wird, wie in Algier, muß die Zukunft lehren.

Die „Köln. Ztg.“ veröffentlicht die Auklageakte bei dem
Czarenmorde am 18. März betheiligten Nihilisten Russakoff,
Jeljaboff, Sophie Perowski, Michailloff und Jessika Helfmann.
Dieselbe ist sehr umfangreich (223000 Zeilen), enthält aber im
Wesentlichen in ihren 9 Abschnitten nur bereits Bekanntes. (Am
7. ds. M. begannen zu Petersburg die Prozeßverhandlungen gegen
die Genannten.)

Der Vollziehungsausschuß der nihilistischen Partei hat
unterm 24. März dem Kaiser schriftlich diejenigen Bedingungen
mitgetheilt, unter welchen er den Kampf gegen die Regierung ein⸗
zustellen geneigt ist. Es sind dies: 1) Allgemeine Amnestie aller
politischen Verbrecher. 2) Einsetzung einer Vertretung des ganzen
russischen Volkes, um die jetzt bestehenden Staatsformen einer ge—
aauen Prüfung zu unterwerfen und den jetzigen Lebensbedürfnissen
anzupassen. Diese Vertretung soll aus Abgeordneten aller Klassen
uind Stände ohne Unterschied bestehen. Wahleinschränkungen soll

es nicht geben, und die Wahlagitation soll frei, ohne irgend eine
Einmischung der Regierung betrieben werden dürfen. „Deßhalb“,
so schließt der Erlaß, „volle Preßfreiheit, volle Redefreiheit, volles
Versammlungsrecht, volle Freiheit für die liberalen Wahlpro—
gramme — und wir schwören bei Allem, was uns heilig ist, falls
diese Bedingungen erfüllt werden, die Waffen niederzulegen und
uns vollständig der Regierung zu unterwerfen!“ —

Die von den Großmächten in Konstantinopel mit der
Pforte geführten Verhandlungen haben zu dem von sämmilichen
Broßmächten gutgeheißenen Ergebniß geführt, daß nunmehr eine an die
Stelle des von der Berliner Konferenz gefaßten Beschlusses tretende
neue Regulirung der griechisch-türkischen Grenze vereinbart ist.
Mittelst gleichlaukender Noten werden die Gesandten der Großmächte
in Athen der griechischen Regierung ungesäumt anempfehlen, dieser
Vereinbarung beizutreten und beizufügen, daß, wenn Griechenland
auf diese friedliche Erledigung nicht eingehen, sondern durch Krieg
zu seinem angeblichen Recht (Abtretung eines noch größeren Stückes
ürkischen Gebietes) gelangen wolle, es dies auf eigene Gefahr thun
und dabei von keiner der Großmächte eine Unterstützung erhalten würde.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 9. April⸗ Gestern Abend wurde in der
zewerblichen Fortbildungsschule durch die Aufsichtscommission die
Vertheilung der 850 Mark vorgenommen, welche von dem Vorschuß⸗
Verein der Schule zum Geschenk für würdige Schüler gewidmet
waren. Zu ihrer großen Freude wurden 10 Schüler bedacht und
zwar je einer mit 5 Mark.

*— Bei der gestern stattgehabten Versteigerung des Gree⸗
venig'schen Anwesens in der alten Bahnhofstraße wurde das—
elbe, das seinen Besitzer vor noch nicht langer Zeit gut auf 420 000 M,
zu stehen kam, von Frau Wittwe J. Grewen ig um die Summe
oon 15.000. M. erstanden.

— Ein sehr ungleiches Brautpaar wurde am 5. ds. vor dem
Standesamt Bobenheim getraut. Die Braut zahlt 64 Lenze,
während der Bräutigam 20 Jahre alt ist.

In Hauenstein lebt, wie das „Aunw. W.“ meldet,
noch ein Veteran aus! der Zeit Napoleons J. mit Namen Franz
Joseph Hengen, der im letzten Herbst noch auf dem Felde Arbeiten
——
machte unter dem General Vendome die Schlachten bei Leipzig ꝛc.
mit und trug einige Verwundungen davon, indem er einen Schuß
in's Bein erhielt und zwei Finger an der Hand verlor.

7 Ein OV2jähriger Veteran aus den Freiheitskriegen, Herr
Clemens in Köhn, gehört unstreitig zu denjenigen, welche das
Joch der Ehe. süß gefunden haben, sonst würde er nicht zum dritten,
oder wie sogar behauptet wird, zum vierten Male einer Vertreterin
des zarten Geschlechts, einer Witiwe von mehr als 70 Jahren, die
Hand zum ehelichen Bunde gereicht haben. Die Brust mit vier
Orden geschmückt, fuhr der muthige Veteran, begleitet von den Hoch⸗
und Hurrahrufen seiner Nachbarschaft, nach dem Standesamte.

FDer Berliner Polizei⸗Praͤsident unter den Propheten. In
der Knaben-Klasse einer Berliner Gemeindeschule wurden jüngst
zum ersten Male die Namen der Propheten aus dem alten Testa—
ment. aufgezählt! Jesaia, Jeremia u. s. w. Der Lehrer stellt die
Frage: „Wer hat schon von einem dieser Propheten etwas gehört ?“
Allgemeines Schweigen. Schließlich meldet sich aber der Jüngsten
einer und antwortet: „Haggai ist der stärkste Schutzmann. Ich
habe ihn beim Einzuge vor der Brautkutsche reiten sehen.“ Nach—
dem sich das allgemeine Gelächter gelegt, ermittelt der Lehrer, daß
das Büblein mit seinem Propheten Haggai keinen Geringeren ge—
meint hat, als den Berliner Polizeipräsidenten Herrn v. Madai.

p'Aus Zürrich aist Ende März ein Zug mit 200 Aus—
wanderern von dort abgegangen. 800 Auswanderer schlossen sich
in Basel an. Am 13. April abermals großer Wanderzug. (Aus
Deutschland treibt die Leute, wie die Demokraten behaupten, die
schreckliche Reaction; warum gehen denn aber auch so viele Schweizer
nach Amerika?)

Die große Jury zu Lon döon hat den deutschen Sozial⸗
demokraten. Mosst nach der. Vertheidigung des Advokaten dem
        <pb n="218" />
        Schwurgericht überwiesen. Der Vertheidiger räth ihm, jetzt zu
chweigen, weil die Worte gegen ihn verwandt werden könnten.
Wost fagie: „Allerdings ist es besser, das Pulver nicht vor der
Schlacht zu verschießen, besonders weil es sich nicht um mich allein,
sondern um einen Angriff gegen die Preßfreiheit in England handelt;
sch werde beim Prozeß das Leben des russischen Vaterchens er⸗
ählen und des preußischen Königs, und ich hoffe, es finden sich
eine zwoͤlf Männer Englands, welche das Attentat auf die Preß—-
freiheit billigen.“

F Ans Moskau wird gemeldet: In dem Dörfchen Sablino
an der Bahn nach Moskau ist am 5. ds. Nachts der äuteste Sohn
des ältesten Bruders des ermordeten Czaren, Großfürst Nikolaus
Konstantinowitsch, von einem Hauptmann und zwei Lieutenants
estgenommen und alsbald nach Petersburg oder vielmehr auf ein
bei Petersburg gelegenes Schloß seines Vaters gebracht worden.
Der Großfürst, der bekanntlich wegen eines Diamantendiebstahls
bor einigen Jahren im argen Gerede war, ist politischer Umtriebe,
vie es heißt, zu Gunsten seines Vaters Großfürsten Konstantin,
verdächtig; ob letzterer Mitwisser ist, darüber ist nichts bhekannt.
Daß leylerer dem jetzigen Czar nicht freundlich gesinnt ist, weiß
nan. Ver verhaftete Großfürst war seit jenem Skandal nach dem
Gouvernement Twer verbannt und hatte vor kurzem vergeblich von
dem neuen Czar die Aufhebung der Verbannung zu erlangen gesucht.)

Ueber das Erdbeben in Chios wird aus Konstantinopel
unter'm 5. ds. gemeldet: Die neusten Berichte aus Chios schildern
die Wirkungen noch schrecklicher, als anfänglich befürchtet wurde.
Die Anzahl der getödteten Personen wird nunmehr auf 5000 ge—
schätzt. Es werden noch fortwährend Erdstöße verspürt und im
Innern der Erde hört man fortgesetztes dumpfes Rollen.

FHeroismus. Vor ewa acht Wochen — so bexrichtet
die in VDallas, Texas, erscheinende Zeitung — kam Herr Georg
Arnold in Geschäften nach Dallas und hatte das Unglück, von
einem tollen Hunde gebissen zu werden. Trozzdem er sofort alle
erreichbaren Vorsichtsmaßregeln anwendete und die Wunde aus—-
hrennen ließ, konnte er das Gefühl nicht los werden, daß ihm ein
schreckliches Ende bevorstände. Er machte demnach sein Testament
und sprach darin aus. daß er fürchte, er würde, wenn die Krank⸗

—7
* * * gl
Licitation.

Dienstag, den 26. April
aächsthin, Nachmittags 3 Uhr
zu Schnapphbach in der Gast⸗
wirthschaft von Ludwig Sie g⸗
vardt, werden durch den unter⸗
zeichneten Amtsverweser des kgl.
Notars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zum Nachlasse des
in Schnappbach, Stadtgemeinde
St. Ingbert verlebten Glashüt⸗
tenaufsehers Philipp Koch ge⸗
hörigen Liegenschaften, im Banne
don St. Ingbert, abtheilungs⸗
halber an die Meistbietenden
zffentlich in Eigenthum verstei⸗
gert, nämlich:

l. Plan Nr. 4993, 97a 20
qm Wiese auf der Ruß—⸗
hütte und
Plan Nr. 4997, 5 2,79
Im Wiese allda, beide Stücke
ein Ganzes bildend', jetzt
Garten neben Gebr. Röch—
ling und dem Weg.

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben des
Verlebten beziehungsweise deren
Repräsentanten und Stellvertre⸗
ler als:

1. Sophie Koch, gewerb⸗
lose Wittwe von Friedrich Koch,
end Glasmacher in Schnapp⸗
ach;

2. Margaretha Koch, ge⸗
werblose Ehefrau von Karl
Schwarz, früher Mezzger jetzt
Ipnann beide allda wohn⸗
Jaft;

3. Philipp Koch, Glasmacher
allda;

4. Wilhelmine Koch, ge—
werblose Ehefrau von Bernhard

Koch, Glasmacher, beide daselbst
vohnhaft;

5. Henriette Schneider, ge⸗
verblos allda wohnhaft, Wittwe
es daselbst verlebten Glasmachers
uudwig Koch, als gesetzliche
dormünderin ihrer mit demselben
rzeugten noch minderjährigen
dinder: a. Alexis und b. Hen⸗
iette Koch;

6. Sophie Louise Koch, ge⸗
verblose Ehefrau von Jakob
gischof, Lehrer am kaiserl.
dehrerseminar zu Oberehnheim
m Unterelsaß wohnhaft;

7. Elisabeth Charlotte Koch,
ewerblose Ehefrau von Ludwig
zentz, kgl. Grubensteiger, beide
n Mittelbexbachergrube, Ge⸗
neinde Mitlelberbach wohnhaft;

8. Karl Koch, Glasmacher
n Schnappbach wohnhaft.

9. Maria genannt Karolina
doch, gewerblose Ehefrau von
zriedrich Gerhard, Tech—
iiker, beide allda wohnhaft;

10. Georg Koch, Glasarbei⸗
er und

11. Friedrich Wilhelm Koch,
gräparandenschüler, beide Letztere
ioch minderjährig, welche den
enannten Ludwig Zen tz zum
dauptvormunde und genannten
darl Koch zum Beivormunde
jaben.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
iichen Ermächtigung und Güter⸗
zemeinschaft wegen selbst be⸗
heiligt.

St. Ingbert, 9. April 1881.

K. Auffschneider
Amisverweser.

jeit über ihn komme, seine über Alles geliebten Angehörigen ver⸗
hvunden können, und daß er es demnach bei den ersten Anzeichen
yorziehen werde, dieser Möglichkeit vorzubeugen. Eines Tages war
r berschwunden. Rach langem Suchen — eine Woche war dar⸗
iber vergangen — fand man seine Leiche durch eine schwere eiserne
dette, die in vielen Windungen sich um seinen Leib und seine
rme und Füße schlang, an einen Baum im Walde gefesselt. Er
satte die Keite und ein schweres Schloß sich gekauft, sich dann
elbst an den Baum gekettet den Schlüssel zum Schlosse weit von
ich geworfen, so daß er ihn nicht wieder erreichen konnte. Der
zustand der Leiche ließ keinen Zweifel darüber, daß seine Be—
ͤrchtungen nur zu richtig waren. Er war an der Tollwuth elend
estorben.

4 Eine Trichin-Epidemie am Jordan. Professor Virch o w
yeröffentlicht in der neuesten Nummer seines „Archivs“ eine inte—
essante Zuschrift des Dr. John Wortabet, Arzt am St. Johannes⸗
hospital in Beyrut über den Ausbruch einer von diesem beob⸗
chteten großen Trichinen⸗Epidemie in dem Dorfe El⸗Khiam in der
Naͤhe der Jordanquellen, welche unzweifelhaft auf den Genuß des
Fleisches eines einzigen Wildschweines zurückzuführen war. Bei
Immtlichen Dorfbewohnern, welche davon gegessen hatten, traten
n der dritten bis vierten Woche darauf die Symptome der Trichinosis
ꝛin, und zwar erkrankten 124 Männer, 108 Frauen und 38 Kinder,
im Ganzen 262 Personen, von denen nur sechs starben. Ueber
—D
jäufig vorkommenden Wildschweins ist zu erwähnen, daß es von
jen Wurzeln des Papyrus lebt und, mit seinem Rüssel den Boden
rufwühlend, auch allerlei kleine Thiere frißt, als Würmer, Schlangen
ind wilde Ratten, welche letzteren zuweilen Trichinen führen. —
dazu bemerkt Professor Virchow, daß auch schon in Deutschland
eim Wildschwein Trichinen aufgefunden wurden, daß jedoch das
sier zum ersten Male konstatirte Vorkommen dieses Parasiten im
Zrient für die Kulturgeschichte von großem Interesse sei, weil
zarin die mosaischen Speisegeseze nunmehr ihre vositive Be—
zründung finden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
Am Mittwoch, 13. April
*
Jahrmarkt

n St. Ingbert.
Di—e von mir im Eisen⸗
bahnzuge gegen Maurer
Pfleger gemachten Aeußer⸗
ingen nehme ich als un wahr
urück.
St. Ingbert, 9. April 1881.
Johann Riehl.

Ein wohlerzogener
Junge mit guter
Schulbildung (nur ein solcher)
zur Erlernung des Buchdruckerei⸗
Geschäftes findet Aufnahme bei
F. X. Demetz.

VIUIIM
eseitigt gefahrlos und sicher (auch
brieflich in 2 Std. Dr. med.
Ernst's Vwu. in Lei pzig.
Mein gut assortirtes Lager in
Herren- K Knabenhüten
zur Frühjahrs-Saison
bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung.
Hermann Fischer.
—XA
und Sommer-Saison 1881.
Wir beehren uns, den Eingang unserer sämmtlichen
Reuheiten anzuzeigen und empfehlen namentlich in großer
Auswahl:

Damen-Mäntel, Umhänge- und NRegenmäntel
für jedes Alter und in jeder modernen Facon.
Damen-Kleiderstoffe, sowohl reinwollene Fan⸗
tasie- als Waschstoffe.
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in den neuesten, geschmackvollsten und elegantesten Erschein⸗
ungen der Saison.

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Modewaaren⸗Brauche.

St. Johann a. d. Saar.
Gebrüder Krach.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Lir. 15.
        <pb n="219" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträagt vierteljahrlich

lM A0 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 60 H, einschließltch 40 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischrisit oder deren Raum, Meclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
M 59. Dienstag, den 12. Aprii

1881.

Deutsches Reich.

Die bayerische Abgeordnetenkammer hat nun auch ihre
Osterferien angetreten. Ihre nächste Sitzung kann erst dann statt—
finden, wenn die Beschlüsse der Kammer der Reichsräthe über die
Steuergesetzentwürfe zur Berathung vorliegen und dies wird kaum
bor dem 26. ds. Mis. der Fall sein können, zumal iene Beschlüsse
zuvor noch im Steuergesetz-⸗Ausschuß der Abgeordnetenkammer zur
Berathung kommen muͤssen. Unmittelbar nachdem eine Vereinbar—
ung über die Steuergesetze zwischen beiden Kammern erzielt ist,
wird der Schluß des Landtags erfolgen.

Von Berlin wird auswärtigen Blättern gemeldet: „Fürst
Bismarck soll sich bezüglich der griechisch-türkischen Grenzfrage dahin
gelußert haben, daß die Griechen genug an Gebiet erhalten haben
and sich damit werden bescheiden müssen. Im hiesigen auswär—
tigen Aite betonte man, Griechenland stehe isoliert und habe mehr
Territorium erhalten, als Deutschland nach dem französischen Kriege.“

Wie das „Mont.⸗Bl.“ von angesehener Seite erfährt, dürfte
die Vorlage, beireffend die Erweiterung des preußischen Volks-
wirthschafisraths zu einem deutschen, worüber die Ausschüsse des
Bundesrathes ihre Berathungen beendet haben, das Plenum des
letzteren bald beschäftigen, und vielleicht wird auch der Reichstag
noch in dieser Session mit der Angelegenheit befaßt werden, obschon
die Kreirung des Volkswirthschaftsrathes auf dem Wege der Ver—
ordnung erfolgen sollte.

Nach der „Magdb. Zig.“ ist davon die Rede, daß die deutschen
Fürsten dem Herzog von Braunschweig zu seinem Regierungs-
ubiläum die Wuͤrde eines Großherzogs antragen wollen.

Wie man der „Mgdb. Z.“ aus Weimar schreibt, hat der
Großherzog von Weimar nach seiner Rückkehr aus Petersburg
äch sehr bestimmt darüber ausgesprochen, daß der Czar Alexander II.
in der auswärtigen Politik Rußlands und namentlich in den Be—
ziehungen zu Deutschland nicht von der Haltung seines Vaters
abweichen werde und vielmehr großes Gewicht darauf lege, in einem
recht freundschaftlichen Verhältniß zum Berliner Hof zu bleiben. —
Mit seinem Oheim Konstantin soll der Czar, nachdem dessen Sohn
verhaftet worden war, eine sehr heftige Unterredung gehabt haben.

Wenn die griechisch-türkische Frage friedlich⸗ beigelegt wird, und
trotz aller neuhellenischen Rodomondaten hat es heute den Anschein,
aAls ob man sich in Athen dem europäischen Machtspruch fügen werde,
dann ist die Beseitigung einer ernsten Kriegsgefahr abermals der
—
zu danken. Das diplomatische Korps von Athen hat das Verdienst
Deutschland um den Erfolg der Friedensaktion denn auch anerkannt
und seiner Anerkennung bestimmten Ausdruck gegeben, indem es
den Vertreter Deutschlands, Herrn v. Radowitz, bei der Uebergabe
der identischen Note am 7. ds. Mis. zu seinem Wortführer wählte.
König Georgios wird die entschiedene Sprache der Mächte nicht
mißverstehen und innerlich darüber jubeln, daß der sanfte Zwang
hm einen schicklichen Vorwand gibt, abzustehen von einem aus⸗
ichtslosen Kriege, für den es ihm an Waffen, Truppen und Geld
jehlt und zu dem ihn nur der Terrorismus einer Rotte chauvini⸗
tischer Schreier drängen wollte.

Ausland.

Die Wiener „Presse“ bringt ein Gutachten Bluntschli's über
zas Asylrecht und die Auslieferungspflicht, worin
i1. A. ausgeführt wird, daß der Mord ein gemeines, kein poli—
sisches Verbrechen und es Wahnsinn sei, das Leben des Monarchen
weniger zu schützen, als wie dasjenige irgend eines Landstreichers.

In der französischen Kammer wurde die Kreditforderung
bon 5,695,000 Fr. zu der Expedition gegen die Krumirs (Tunis)
einstimmig genehmigt, ebenso im Senat.

Der französische Minister des Aeußern erklärte in der
Senatskommission auf eine Anfrage: Frankreich wünsche nicht die
Annexion von Tunis, aber es bezwecke, dort ein unbestrittenes
französisches Uebergewicht herbeizuführen.

Die Franzosen kennen, sobald es „losgeht“ keine Partei,
ind wer nicht zur herrschenden gehört, der schweigt klüglich, um
sich nicht als schlechten Patrioten zu verdächtigen. So auch jetzt.
Von der „Paix“ Grevys zur „Roͤpublique“ Gambettas. vom „Jour⸗

nal des Debats“ Barthelemy Saint-Hilaires bis zum „Temps“
und hinüber zu Dufaures „Parlament“ und weiter zum, Rappel“
1. s. w. sind sie alle ein Herz und eine Seele für Zerhauung des
unesischen Knotenzs. Die Theilung der Türkei, das Seitenstück
zur Theilung Polens, ist an der Tagesordnung, man muß sich
heeilen!

In dem Petersburger Alttentats-Prozeß Russakow und
BZenossen verkündete der Gerichtshof am 10. April morgens nach
reistündiger Berathung den Urtheilsspruch, wonach sämmtliche An⸗
zeklagten dem Tode durch den Strang unterliegen. Der Urkheils⸗
pruch gegen die Perowskaja als einer Adeligen wird einem aller⸗
höchsten Gutachten unterbreitet.

Die „Agence russe“ dementiert die Nachricht von einer Drei⸗
kaiserzusammenkunft im Monat Mai.

Aus Tunis wird gemeldet, die französischen Rüstungen
zätten auf den Bey einen tiefen Eindruck gemacht, und sei er an
ich wohl zu Zugeständnissen geneigt. Indeß übte der italienische
donsul eine starke Gegenwirkung auf ihn aus, und habe dieser
auch einen Protest eingereicht. Der Bey habe bemerkt, daß sich
er englische Konsul diesem Schritte des italienischen Konsuls an—
geschlossen hätte.

Vermischte⸗.

St. Ingbert, 11. April. Unsere Leserinnen finden
n dem Inseratentheil der heutigen Nummer eine Anzeige von Frl.
elbig, welche hier einen Zuschneide- und Näh-Unterricht für
Damen zu geben beabsichtigt. Wir machen unsere praktischen
Mütter und Hausfrauen auf diese Gelegenheit, ihre Töchter, Ver⸗
vandte ꝛ⁊c. etwas gründlich erlernen zu lassen, was im elterlichen
dause als auch später im eigenen Haushalt vom größten Nutzen
st, um so lieber aufmerksam, als Frl. Helbig gute Empfehlungen
zur Seite stehen. Ueber deren Unterricht in Saarbrücken wird u.
1. Folgendes berichtet: „Von den Damen, die dem Zuschneide⸗
Anterricht der Frl. Helbig beiwohnen, wird allgemein gerühmt,
daß der Unterricht ein durchaus klarer, verständlicher und nach⸗
jaltiger ist, so daß die Unterrichtnehmenden große Erfolge erzielen
ind der Lehrerin volle Anerkennung zollen u. s. w.“ — Aehn—
iche Urtheile hört man auch von andern Orten, in denen FIrl.
delbig Unterricht ertheilte.

*ä In der Nacht von Samstag auf Sonntag brannten in der
Bemeinde Ommersheim 6 Wohnhäuser und eine Scheuer
nieder. Das Feuer entstand in der Wohnung des Kalkbrenners
Adam Hartz und nahm alsbald große Dimensionen an, daß alle
röschversuche fruchtlos waren. Der Schaden ist um so empfind⸗
icher, als nur drei der Abgebrannten versichert haben.

— In der Sitzung des weiteren Ausschusses des pfälzischen
Feuerwehr-Verbandes vom 7. April wurde die Berath—
uing über den Entwurf des „Uebungsbuches“ fortgesetzt und zu
Ende geführt, so daß nun das Erscheinen dieses vielbegehrten
Schriftchens gegen Ende des Monats zu erwarten sein dürfte. —
Zuschüsse zur Mannschaftsausrüstung wurden an 20 Feuerwehren
m Gesammtbetrag von 2465 M. bewilligt; zwei im Dienste zu
Schaden gekommenen Feuerwehrleute erhielten Zuwendungen, der
Fine im Betrag von 200 M., der Andere von 7 M. 65 Pf.

Das Kreiskomite des landwirthschaftlichen Vereins der
Pfalz hat Preise ausgeschrieben für besondere Leistungen in Neu—
anpflanzung von Obstbäumen. Wie nöthig das sei, geht aus
NRachfolgendem hervor. Im Jahre 1879,80 sind in der Pfalz
erfroren: Birnbäume 34554, Apfelbäume 88290, Kirschbäume
34256, Zwetschgenbäume 265599, Pflaumenbäume 8663, Ka—
tanienbäume 419, Aprikosenbäume 2345, Maulbeerbäume 15,
Mandelbäume 178, Nußbäume 5975, Wallnußbäume 1828,
Quittenbäume 25, Pfirsichbänme 555, Mirabellenbäume 932,
Reineclaudes 330. Im Ganzen sind in der Pfalz erfroren
163,964 Obstbäume, welche nach der Schätzung der einzelnen Be—
sirkkkomites einen Werth von 5,0604,745 M. gehabt haben. (In
Anterfranken, wo aber die erfrorenen Weinstöcke noch miteingerechnet
ind, beträgt der durch den Winter 1379/80 verursachte Schaden
20 Millionen Mark.)
        <pb n="220" />
        — Die Petition des Fabrikrathes der katholischen Kirche zu
Mittelbexbach um Bewilligung eines Zuschusses zur Erbau—
ung einer kath. Kirche daselbst wurde von der Kammer der Abge⸗
ordneten, dein Ausschußantrag entsprechend, der Regierung zur
Würdigung hinübergegeben.

FIn der Nähe des Ortes Dielkirchen (Alsenzthal) war
am 8. d. ein Bauersmann und sein neunjähriger Sohn mit Pflügen
— 184 m
hohen, ziemlich umfangreichen auf dem Acker stehenden Stamm
eines Apfelbaumes und bemerkte in Folge des Stoßens am oberen
Ende des Stammes den Kopf eines Thieres. Sofort rief er seinem
Vater; dieser, in der Meinung, es sei ein Marder, wiederholte den
Stoß, und siehe da, der Marder entpuppte sich als — Meister
Reineke. Reineke zog sich sogleich wieder zurück, der Mann erstieg
den Baum, verschioß die Hoͤhlung desselben, die sich bis an die
Wurzeln erstreckte, mit Steinen und machte den hiesigen Waidmännern
Anzeige. Diese erschienen, einer derselben kletterte auf den Baum,
richtete den Lauf seines Gewehres in die Höhlung und beraubte
den Fuchs durch den Schuß seines Schwanzes. Da derselbe aber
auf diese?Weise nicht erlegt werden konnte, schlug man etwa 2 m
vom Boden ein Loch in den Stamm, zog Reineke mittelst eines
Hakens an das Loch heran und erschoß ihn dann glücklich. Mit
vieler Mühe wurde er zur oberen Oeffnung herausgeschafft. Aber
damit nicht genug; in der Höhlung befanden sich auch die
Kinder des Meisters, von denen drei lebend und zwei todt zu Tage
gefördett wurden. Also ein Fuchsnest in einem Apfelbaum! Wohl
noch nie dagewesen!

Einer Mittheilung in der „Pf. Pr.“ zufolge wurden am
Kaiferslauterer Gymnasium kürzlich wegen Zugehörigkeit
zu unerlaubten Studentenverbindungen zwei Schüler demittirt und
eine Anzohl Schüler wegen des gleichen Reates mit zusammen
1232 Stunden Carcer bestraft.

Einem Auszuge aus den Handelsregistern des Landgerichts
Frankenthal ist zu entnehmen, daß sich in NReustadt jetzt eine
Germanische Manufakturwaaren-Handlung“ befindet. Der Inbaber
derselben wird wohl ein Antisemite sein.

In Heidelberg soll am Sonntag ein Personenzug
mit einem Güterzug zusammengestoßen sein. Wie es heißt, sollen
mehrere Personen erheblich verletzt, eine todt sein.

p Nach einer Bekanntmachung des bayerischen Justiz⸗
ministeriums sind jetzt so viele geprüfte Bewerber um das Gerichts-
vollzieheramt vorhanden, daß dem Bedürfnisse auf lange Zeit ge⸗
nügi ist. Es sind daher vom 18. d. Mts. an nur noch Militär—
—e——⸗

Die Badeanstalt ist am
Donnerstag und Sams⸗
tag von 1 Uhr an geöffnet.
Michael Klug.
Frisch gewässerte
* —

Stockfische

empfiehlt per Pfund 15 Pf.
L. Gottlieb.

hewerber zu dem den Prüfungen vorangehenden Vorbereitungsdienste
uzulassen.

FZu Tode getanzt. In Mons (rankreich) findet
alljährlich am Faschingmontag im städtischen Redoutensaale ein
Preiswetttanzen statt. In diesem Jahre ist diesem Wettkampf ein
Menschenleben zum Opfer gefallen. Ein junges Mädchen von 24
Jahren, Fräulein Callet, walzte während voller drei Viertelstunden
ohne Unterbrechung und erhielt dafür den ersten Preis. Kaum hatte
sie jedoch den Kampf beendigt, als sie ohnmächtig zu Boden sank
ind mehrere Wochen in bewußtlosem Zustande verblieb. Dieser
Tage starb sie; ihre letzten Worte waren: „Kann denn das Ver—
qnügen auch tödten?“

(Spanisches.) Wie die Blätter Barcelonas melden,
jaben die Behörden in dieser Stadt vor einigen Tagen die Ent—
deckung gemacht, daß die Insassen der dortigen Strafanstalt schon
'eit längerer Zeit die Fabrikation spanischen Staats- und Werth—
zapieren recht schwunghaft betreiben, die sie dann durch Agenten
derkaufen ließen. Von dem erhaltenen Gelde verwendeten sie einen
Theil zur Aufbesserung ihrer Gefängnißkost, während sie den anderen
Theil als Sparpfennig bei Seite legten. Das Gefängniß wurde
zurchsucht und man fand daselbst Maschinen zur Erzeugung solcher
Papiere und dann falsche Werthpapiere im Betrage von circa dritt⸗
Jalb Millionen Francs. Mehrere Freunde und Gonner der Sträf⸗
linge wurden schon in Gewahrsam genommen.

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
Zu den Tactoren, welche wesentlich zur Fördernng unserer Industrie bei⸗
etragen und sich mii ihr entwickelt haben, gehört die deutsche Fachpresse.
Fedes Gewerbe, jeder Industrie⸗-⸗Zweig besitzt jetzt mindestens eines, häufig
mehrere seinen Zwecken gewidmete Blälter, von denen manche einen GErfolg
rnfjuweisen haben, um den sie von der politischen Presse beneidet werden
dürflen. Ein solches Fachblatt ist die uns vorliegende, von Carl Hofmann,
Berlin W. Poftdamer⸗Str. 1384, herausgegebene, Papier-Zeitung. No, 18,
„ieses erst im fechsten Jahrgang stehenden Unternehmens, ist ein förmliches
Buch, geheftet und beschnitten, mit 82 Quartseiten kleingedruckten Inhalts,
dessen steichthum an Original⸗Artikeln über praktische Fragen und an Holze
schnitten auch Kenner überraschen wird. Geradezu erstaunlich ist aber die an
z00 betragende Zahl der verschiedenartigsten, jedoch streng auf das Fach be⸗
schränkten Anzeigen, in welchen so ziemlich Alles, was die verschiedenen In⸗
zuͤstrien und Handelsgeschäste des Papierfaches brauchen, angeboten und ge⸗
ucht wird. Es ist eine Kuswahl von Bezugsquellen, die für jeden dem Fache
Angehörigen von Werth sein muß. Die Zeitung erscheint wöchentlich und
kostet iroß ihres Umfangs und der Fülle des gebotenen ebenfo interessanten
wie praktischen Lesestoffes nur 10 Mark jährlich. Probenummer versende
ger Verleger kostenfrei.

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nittag 3 Uhr ab
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für Damen.

Unterzeichnete, gegenwärtig in Saarbrücken, beabßsichtigt
demnächst auch in St. Ingbert einen Lehrkursus im Maß⸗
nehmen, Musterzeichnen und Zuschneiden von Da⸗
menkleidern und Weißwäjche jeder Art (insbesondere auch
Herrenhemden) zu eröffnen und ersucht, diejenigen Damen und
Maädchen, welche daran theilzunehmen wünschen, ihre Adressen gef.
bei der Expedilion ds. Blattes zu hinterlegen. In einigen Ta—
gen werde ich dann persönlich aufwarten.

Für den Erfolg wird garantirt und Vorausbezahlung nicht
verlangt. Die besten Empfehlungen von Homburg, Saarbrücken
und anderen Städten stehen mir zur Seite.

B. Helbig, Industrielehrerin.

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besonders rasch und hart trocknend für Fußböden;

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Tüncher und Lackirer.

Wir zeigen hiermit ergebenst an, daß wir unser Geschäftsloka)
vom 1. Mai an in unser eigenes Haus
Hauptstraße neben Frau Wtb. Zorn
berlegen, und bitten wir unter Zusicherung streng reeller Bedienung
auch in unserem neuen Lokale um geneigten Zuspruch.

Zweibrücken, im April 1881.

O. &amp; LBR. Danner.

IALABI!
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Axx:
MALAII

ANMA

Niemand sollte nach Amerika
gehen, ohne des „Deutsch⸗Ame⸗
rikanische Illustrirte Jahrbuch
für 1881“ gelesen zu haben.
Herausgeber Wm. Raich, Notar,
in New-VYork. Enthält viele
Information über Amerika, so—
wie Illustrationen und Beschrei⸗
bung des Castle Garden, wo
alle Einwanderer gelandet wer⸗
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mittlung u. s. w. Preis des
„Jahrbuchs“ v0 Pfg. Zu be—
ziehen durch R. Levi, 25 Calvoer
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Bell &amp; Westphal, 8 Kannen-
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teure verlangt.

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aus der Feder eines hervorragen⸗
den Gelehrten, beginnt mit Neu—
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Deutschen
Familienblatt.
Redigirt von Julius Lohmeyer.
Ferner von: Levin Schücking,
Jas Fräulein von Thoreck.
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Eine Probe⸗Nummer oder Heft
ist durch alle Buchhandlungen,
sowie auch direkt von der Verlags—
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Berlin, V. Luützowstraße b gratis
zu beziehen.

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Druck und Verlag von F. X. D emetz in St. Ingbert.
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52,3328 55 5535 —9358 222 232* —
1333353558 55323 5 *2 —— — 5
— 733 3 — 52383 3 23 33553 S· 52328 S 5
5222 —A 252 835 — * *
2253322 55 3 235335 5.33 33 —*35358 3 *
— *8 * * — 5235* —— 22*3 333 8 —2
523233 390952 8 * — 532 35 * — — —
233 85 232 — * —— 32 52525
2 53235 2. —2 —— * 2* 3 2* 35.
3333353*3 525333 338 * * 238 25833* —3
55 22555* 2—32323 2353 22233 52
2338 58 22533 52223 3 3
* 2337 523, 3 3238 —383
—*25322* 235

3
9
45387
22
—
S
3323
—7723.7
—— *
— — 22
—557
255
73
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*8. * J
2 —
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3
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2 7
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* — — — 2 2 2 —
s 5 3338 5. 55 28 —
2 *8 2 72
e g 23
* —— —— * *22 *
2—— 383— —33—532 568 53—3* 32 2227
3 3 3 133218
3 2. 572 — 23 3 2. 5 3222 *
2335 53 * . 55 72 25 35337 —83530
2575 — 2. 2 2 2. 8* * —8 *28 328222 25 —— 5528
— * 33— 2* 2* 2 32 2 —3— 2· 7 * — 3 9 2 26
28. 3.— —3 338 547 33
23733 35 3355 37 a 338* S58 * 2532 0
* 22228* 2232 * —A ——3 2783
*5835 383 3 3* 3233 233,3338*
EA — — * —22 32. 5. 2 3. E — 8 2 .3 .9 3 282
23552 825 353 22 c5 255 — —232122 —
3223535 235353 33638 3— 82 2267 8
* 23 *3 8 225 2 8 27 53 —X 527 —* 7
22 3 . 33 ——3 — 33— 53858 * u 2
— 223 338 3 — 33 35 5535. 53 22—
—A 55*75 —5
* — . 8
5553335358 385*33 —A F
3 23833 255 33 2 7 5 726827* —
2 5332383 53 * *832 3223 8
23 285335 E 28 * —E 3 2
* 8 8 — x 52 25 80
— 32 5 —8 54 8 — * 832 —
3. 8 — 5275232 5 — 4
3 ——A— 8 5232372826 —F 2
* 5225 2252 7 252 53 —— * 2
S. — 28 552 SA * — 2 23 * e 38 —&amp; —
2 — z858 5528 5 57— 2. * *
5 53523 6—5—3335— 32* 535 — 56 53 *
* 5 3353 538237 5 — 7—7*8 223 — 2 22 —A

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Dꝛꝛ
— 7 —
2533 23 55
2. 37 — 52 53 38323
z83533 2583 —* 252
A 23. 5 238 232
233 —F 38733382 „ 5333 2.
— 3 443 — *7 7 — 2.
3285385335 33335537 — 2323 53 3233553
38 ——— * A*8 2Ww — *92 33
S 8. 23385 —— 82338 * —— 22 755
128 —— 933 7 *38 2838* 3
2338 8389 55553 — 3 3. 2323
2* 8 8 — 2 — 1 3233 582
225 27 ã83 —— 7288 23532383 38 3 33 380
2 Eã — * * 2
258 ———— —

23 —2 — 7 ⁊ 2.8. * 3 * —*—— 35322 *

—— *57 33 * 2 * — * 22
233 33 556 8* —33.*3 2 —522 * 5*33 —

7 — *— 2 —— 3 T
275 * 28 —
— * —5 2358 * J— —A 8 * 233

58 33 333 327 28 353 3 23 2
2. .3 383333 383. 33..8 353*3353 5333 2

* * d —— * —*8
38 ——— A
— — —8 —7* .8 3.,* — S 52 7 3*
578 57* 22 88 ——— 3 5533768 —— 228 * j

22 2 * — * * — 2. * — —

333 8335 353233 5 23345 53 —A— 8

25 7 823 ————— 33 * 3283 3 3 2. 35. * S —*

2** 5338 — 23 3. 35 32 —8* 3 1*
—3 3 2 2. 23 52232— J —* 8

I 877 55 ——— 33 33338 — —

—— 255358 383* * 33 5*

256 —A 8 — —28 28

82 * * 28 22 228 2 2* 228

33 3353*8 282588 53 2*

—e 385. 8 3353533 * 8

2RX 3. 53 55 22—. ẽ33

5323 53535 —X&amp;ã*

3358 3587

7232. *

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        <pb n="223" />
        e 6
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit ullustrirter Bei
lage) erscheint wöchentlic viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Ver Abonuementspreis betragt vierieljährlich
1AA 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 B, einschließlich a0 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 von Auswari⸗
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
M 60. Donnerstag, den ia. April I 1881.

—————

Deutsches Reich.

(GBayerischer Landtag.) Der Abg. Fleischmann und 16

Genossen haben den Antrag eingebracht, die Abgeordnetenkammer
wolle an Se. Maj. die Bitte richten, das Gefsetz über die Be—
steuerung des Gewerbebetriebs im Umher—
zie hen im Landtagsabschied authentisch interpretiren zu wollen
dahin: „Auf den Viehhan del findet das Gesetz vom 10.
März 1879, die Besteuerung des Gewerbebetriebs im uͤmherziehen
ʒetr., keine Anwendung.“

Wie ein Münchener Correspondent des „Pf. K.“ ver—
nimmt, will die „patriotische“ Kammerfraction am Schluß des
dandtags eine öffentliche Erklärung über ihre Thätigkeit während
der nun bald abgelaufenen sechsjährigen Dauer des Mandats der
Abgeordneten, also eine Art Rechenschaftsbericht, erlassen und soll
der Entwurf derselben alsbald nach den Osterferien in der Fraction
zur Berathung kommen.

In der am 8. d. M. unter dem Vorsitze des Staatsministers
. Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde
zunächst dem Gesetzentwurfe betreffend die Fürsorge für die Witt—
ven und Waisen der Reichsbeamten der Zivilverwaltung in der
»om Reichstag beschlossenen Fassung die Zustimmung eriheilt und
der vom Vorsitzenden in der letzten Sitzung vorgelegte Entwurf
eines Gesetzes betreffend die Kontrole des Neichshaushalts und des
dandeshaushalts von Elsaß-Lothringen für 1880/81 genehmigt.
Auf den mündlichen Bericht des IV. Ausschusses wurde der Ent—
vurf eines Gesetzes wegen Abänderung der Gewerbeordnung (Tanz⸗,
Turn- und Schwimmlehrer, Rechtskonsulenten ꝛc.) in erster und
weiter Lesung nach der Präsidialvorlage genehmigt.

Seitens des betr. Ausschusses wird dem Bundesrath die
ẽrrichtung eines deutschen Volkswirthschaftsraths vorgeschlagen. Die
Zahl der Mitglieder soll auf 185 gestellt werden, so daß ieder
Bundesstaat mindestens einen Vertreter habe.

Wenn es sich bestätigt, daß der Herzog von Braunschweig
beabsichtigen soll, den zweiten Sohn des Großherzogs von Baden,
Prinz Ludwig Wilhelm, zu adoptiren, so würde hierdurch die
vraunschweigische Erfolgefrage aus der Welt geschafft, die seit
wanzig Jahren und laͤnger viel von sich reden gemacht. Prinz
dudwig Wilhelm steht im 16. Lebensjahre und ist ein Enkel des
daisers Wilhelm. Durch diese Adoption würden, so schreibt die
„Vossische Zeitung“, alle dynastischen Ansprüche der Welfen⸗Linie
sinfällig. (Nach andern Nachrichten soll der Herzog von Cumber—
iand zum Nachfolger des Herzogs von Braunschweig bestimmt sein)

Ausland.

In Frankreich ist es mit Rücksicht auf die Dinge in Tu—
nis zu einer interessanien Aeußerung seitens des „National“ gegen
den Kriegsminister Farre gekommen. Diesem wird notorische Un⸗
jähigkeit vorgeworfen, er habe, ohne an die Colonien zu denken,
nur das preußische System copirt, welches nicht mit solchen zu
cechnen, also auch nicht für dahingehende Fälle zu sorgen habe,
vie Frankreich. Die ganze französische Militär⸗Organisation sei
uur gegen Deutschland und Italien berechnet. Gewiß ein zu be⸗
ichtendes Geständniß aus französischem Munde!

Die „Agence Havas“ meldet aus Tunis, der französische
Fonsul habe gegen die Frankreich zugeschriebene Absicht, Tunis er—
bern und den Bey absetzen zu wollen, bei dem Bey Verwahrung
eingelegt und erklärt, Frankreich erstrebe lediglich wirksame Garam
nieen fuͤr die Sicherheit der Grenze.

Aus Tunis wird gemeldet: Der Bey erklärte, ein ge⸗

neinschaftliches Operiren mit französischen Truppen behufs Züch⸗
igung der Krumirs ablehnen zu müssen; er wolle auf seinem
derrain allein handeln. Die bezügliche Note des Bey's wurde
en fremden Konsuln mitgetheilt. Der Bey beschuldigt darin
Frankreich der Verletzung der Rechte Tunis', der Pforte und der
efreundeten Mächte.
In Sondon hielten die Socialisten eine von 8000 Menschen
besuchte Versammlung ab, welche den Zweck hatte, gegen die Ver—
haftung Most's und die gerichtliche Verfolgung der „Freiheit“ zu
protestiren. Sie wurde aber durch Antisocialisten gestört und durch
die Polizei aufgelöst, wobei ein Polizeimann schwer verwunde
wurde. Verhaftungen haben nicht stattagefunden.

Die Rationalzeitung“ kommt aus Petershurg auf in⸗
direktem Wege folgende Mittheilung zu: „Man unterlasse in Briefen,
die nach Petersburg gehen, jede politische Anspielung, da alle Briefe
geöffnet werden, die aus dem Auslande kommen. Irgend ein miß⸗
liebiges oder verdächtiges Wort kann den betreffenden Angehörigen,
Bekannten, Freunden, große Unannehmlichkeiten bereiten. Die
Briefe für das Ausland werden gleichfalls regelmäßig an der Grenze
gesichtet und geöffnet.“ (Recht gemüthliche Verhälinisse, das!)

Es heißt, die griechische Regierung habe beschlossen, den
Vorschlag der Gesandten der Großmächte nicht ganz zu verwerfen,
sondern weitere Bedingungen und Vorschläge aufzustellen, um neue
Verhandlungen herbeizuführen.
———

—AEE
Vermischtes.

Die Besucher der nächsten pfäl zischen Kreis⸗Thierschau
owie alle Viehzüchter und sonstige Interessenten machen wir jetzt
chon darauf aufmerksam, daß dem Verzeichniß der zur Ausstellung
gelangenden Thiere und Maschinen auf Anordnung Sr. Exz. des
herrn Regierungspräsidenten v. Braun auch eine Karte der Pfalz
beigegeben werden wird, auf welcher die Verbreitungsgebiete der
einzelnen Schläge und deren Kreuzungen durch Farben in äußerst
übersichtlicher Weise angegeben sind.

FIn Zweibrücken hat sich am Dienstag früh der Sol⸗
dat V. Sennefelder aus Wuüstenbuch (Bez. Bamberg) vom
2. Bataillon des 18. Infanterie-Regiments auf einem Vorplatz der
daserne erschossen, nachdem er ersi um 8 Uhr Morgens in be—
trunkenem Zustande in die Kaserne gekommen war. Derselbe
äußerte schon öfter, daß er sich erschießen müsse. Aller Wahrschein⸗
ichkeit nach haudelte er in einem Anfalle von Geistesstörung.

F In Zweibrücken in der unlern Stadt neben dem
Basthaus „zum Hirsch“ wird an Sielle eines niedergelegten alten
dauses ein neues gebaut. Bei den Fundirungsarbeiten stieß man,
wie der „Pf. Post“ berichtet wird, auf starkes, altes Mauerwerk
und aus diesem förderten die Mauͤrer heute früh eine geheimniß⸗
bosle Kiste zu Tage. Dieselbe ist ungefähr * Meter lang und

breit und halb so hoch, mit eisernen Reifen umbunden und 70
bis 80 Pfund schwer. Ueber ihren Inhalt verlautet bis jetzt noch
nichts.

Auf Anregung einer Versammlung von Landwirthen und
Gewerbtreibenden, welche in den letzten Tagen in Homburg
Statt fand, wird auf den zweiten Osterfeiertag eine allgemeine
Wählerversammlung des Walhlkreises Homburg⸗Kusel nach
Landstuhl ausgeschrieben werden zum Zweck der Verständigung
über die bei den demnächstigen Wahlen zu wählenden Abgeord-
neten, der Besprechung des e c und
der Verständigung über das demselben gegenüber zu beobachtende
Verhalten.

FDer Vorturnerkurs für den Bezirk „Westpfalz“
des „Turnerbundes“ wird am 2. Ostertage in Waldmohr
abgehalten.

F In Waldfischbach starb ein Knabe von9 Jahren
an einer Kopfpverletzung, welche er beim Spiele von einem seiner
Kameraden erhalten haite.

F Nicht eigentlich studentische Verbind ungen waren es, welche
kürzlich am Kaiserslautérer Gymnasium zur Be⸗
trafung von Schülern führten, sondern die Gründung einer „Ab⸗
olvia“ 1882, 1883, 1884, die unter sich in gewisse Berührung
traten, und die Veranstaltung von Kneipereien. Zwei Schüler
wurden, wie gemeldet, entlassen, 89 mit mehrlägigen Carcerstrafen
helegt.

Die Ludwigshafener Volksbank hat bei einer
Mitgliederzahl von 632 einen Umschlag von M. 32,522,095.44
und einen Reingewinn von M. 34 806.59 erzielt. Die Dibend
wurde auf 8. Proz. festgesetzt. IJ

Speyer, 18. April. Der in Amerika lebende Pfälzer
Herr Hilgard hat auch dem hiesigen Gymnasium 10,000 Maͤrk

geschenkt. (Sp. 3.)

F Bei der in Speyer im vor. Jahre abgehaltenen Prüfung
der Einnehmerei-Kandidaken haben von s84 FShbeit
rehmern 38 bestanden.
        <pb n="224" />
        4 Wie die „Sp. Z.“ erfährt, käme die in Weidenthal
projeclirte Holzessigfabrik nicht zu Stande; der dortige Bürger-
meister sei ersucht worden, die für die Fabrik angekauften Ländereien
wieder zu veräußern.

Wenn der „Allg. Anz.“ in St. Jo hann recht unter⸗
richtet ist, so ist eine Einigung zwischen den Vertretern des Bank⸗
dereins und der Kommandit-Gesellschaft zu St. Johann zustande
gekommen. Letztere übernimmt die Aktiva und Passiva des Bank⸗
Lereins und entläßt damit die Mitglieder desselben aus allen wei—
jeren Verbindlichkeiten. Die Mitglieder des Bankvereins haben
also danach nur (was freilich immerhin schwer genug wiegt!) den
Verlust ihrer Einlagen zu rragen. (Rach der „Saarbr. Z.“ ist
eine Einigung vorläufig noch frommer Wunsch.)

FBei dem (schon in b. Nr. gemeldeten) Zusammenstoß zweier
Züge der Mannheim-Heidelberger-Bahn wurden 8
Reisende verwundet, ein Passagier getbdtet.

F Vor der Strafkammer des Landgerichts zu Heilbronn
wurde jüngst ein Fall verhandelt, welcher in den Annalen der
Strafrechtspflege sicher ohne Gleichen ist. Der Taglöhner Chr. Mayer
von Lauffen a N., eines Vergehens wider das Leben seines Vaters
angeklagt, hatte seinen eigenen Vater auf dessen ausdrücklichen
Wuͤnsch erhängt. Dieser, der Vater, sollte wegen Betrugs und
Veruntreuung in Untersuchung gezogen werden, lag aber in Folge
cines Beinbruches zu Bett. Um der Schande zu entgehen, hatte
er seinem Sohn befohlen, ihn aufzuhängen. Der Sohn befolgte
den Befehl seines Vaters, trug ihn auf den Speicher und knüpfte
ihn dort auf. Die Heilbronner Straftammer verurtheilte den ge⸗
hoͤrsamen Sohn zu 3 Jahren und 9 Monaten Gefängniß.

Bochum GWestphalen), 11. April. Endlich ist es der
Behörde gelungen, einen der Mädchen-Mörder zu fassen. Derselbe
hat bereits ein Geständniß dahin abgelegt, daß er am 5. Juli 1879
zu Querenburg die Dienstmagd Lisette Riemenschneider ermordet habe.

F Angesehene Männer des Kantons Zürich (Schweiz) ha⸗
ben einen Äufruf zur Unterstützung einer Petition an die Züricher
Regierung erlassen um ein Verbot des Socialistencongresses im
nächsten September, damit nicht Zürich zum Sammelplatz von
Ausländern werde, welche Attentate verherrlichen oder neue vor—
bereiten.

PIn Rußland soll ein Monument errichtet werden zum
Andenken an die 13,000 Soldaten, die vor Erzerum im Feldzuge
1877 am Typhus starben. Die russische Regierung hat eine Kon⸗
————————

Holzversteigerung
zu Eusheim.

kurrenz für die Pläne ausgeschrieben; ein englisches Blatt schlägt
nun einen guten breiten Galgen vor, mit einem Dutzend der spitz—
bübischen Intendanten und Lieferanten verziert, deren Schurkere—
die meisten dieser Todesfälle zuzuschreiben sind.

Aus Chios wird gemeldet, daß in Folge der Verwesung
der unter den Trümmern der Stadt begrabenen Leichen die Weg—
chaffung derselben unmöglich ist. Midhat (türkischer Stadthalter)
heschloß, um eine Epidemie zu verhüten, die stehengebliebenen
Mauieerreste niederreißen und eine ausführige Desinfektion vornehmen
zu lassen. Die Zahl der in Folge des Erdbebens getödteten und
herwundeten Versonen soll sich auf 16.000 belaufen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. AJ. Deme ß.
Clheve, den 31. März 1881.

Die Internationale Jagdausstellung in Cleve schreilet in der besten Weise
„oraus. NRachdem vor einiger Zeit seilens des landwirthschaftlichen Minifte⸗
riums der Ausstellung Medaillen zugesagt worden sind, sind die Zollbehörden
rmächtigi worden, die der Ausstellung vom Zollvereins-Auslande eingehenden
Begenstaͤnde ec. ꝛc. zollfrei abzulassen und hat der Herr Minister der öffent⸗
ichen KArbeiten verfügt, daß

1) für die Dauer der Ausftellung für den Verkehr von Gngland aus-
nahmsweise Retourbillets zum einfachen daee mit achttagiger Gul⸗
tigkeit ausgegeben werden, während im rheinischewestfalischen vi,
den gewöhnlichen Retourbillets eine dreitägige Gültigkeit beizulegen sei,
fur diejenigen Gegenstände und Thiere, welche auf der Aussiellung aus-
gestellt werden und unverkauft bleiben, eine Transbortbegunstigun in
der Art gewährt werde, daß für den Hintransport die volle den
Fracht berechnet wird, der Rücktransport auf derselben Route an den
Aussteller aber frachtfresi erfolgen

Die Anmeldungen haben von Tag zu Tag zugenommen und sind die
Zruppen jetzt schon recht gat besetzt. Viele herrliche Delgemälde, reiche Samm⸗
sungen von Geweihen und Gehörnen, eine große Zahl Jagdwagen und Schlir
en, vor allem aber herrliche alte Waffen und zahlreiche Jagdgewehre find
bereits der Aussiellung gesichert, und zählt die Ausstellung unter ihren Aus⸗
tellern viele Namen von Besitzern bedeutender Privatsammlungen, sowie der
hervorragendsten Firmen der einschlägigen Industrie. Mancher Jäger hat
duch das schöne Unternehmen durch ein seltenes Eremplar unterstützt. Der
Borstand ist für eine weitere Beschickung unausgesetzt thätig und strebt die
zrößimdglichste Leistung an, die ihm durch das außerordentliche Entgegenkommen
owohl der hohen Behörden wie der Vereine und Privaten so sehr erleichtert
vird Thue darum Jeder sein Bestes, und wer es versaänmt, bis heute das
unternehmen zu beschiclen und hierzu in der Lage ist, möge das Versäumte
aoch schnell nachholen, damit durch einige und opferwillige Arbeit die erste
Inlernaͤtionale Jagd⸗Ausftellung so großartig gelinge, und so weiter beitrage
sur Hebung des Ansehens unseres geliebten Vaterlandes bei allen betheiligten
Nationen.

„Fasten⸗
Zhirtenbrief“
des hochw. Bischofs Ehrler
von Speyer.

Per Stück 20 Pfg. bei
Frz. Woll.
Die Badeanstalt ist am
Donnerstag und Sams⸗
tag von 1 Uhr an geöffnet.
Nichael Klug.
Einen tüchtigen Fuhrknecht
suche zum sofortigen Ein—⸗
tritt für meine Mühle.
Louis Beer.
Ostermontag von Nach⸗
mittag 3 Uhr ab F
Tanzmusik
bei Jakob Quirin.
Rentrisch.

Sommer-Corapantoffeln
mit genähter od. genagelter Sohle per Dtzd. 72, 813, u. 91 Mk
Philipp Warmbrunn, Nürn berg, Neue Gasse.
Is französisches Billardtuch,
vorzügliche Oualität, halten stets auf Lager
St. Johann ad. Saar.

Dienstag, den 19.
April nächsthin, Nachmit⸗
tags um 1 Uhr, werden im
Schulhause zu Ensheim nach⸗
stehende Holze Sortimente aus dem
Bemeindewald daselbst, Schlag
Breitenberg⸗ Trüben⸗
berg und zufällige Er⸗
gebnisse, auf Zahlungstermin
ffentlich versteigert:

11 Eichen-Stämme 3. 4. u.
5. Cl.,
6 Fichten, 5. Cl.,
1 Buchen⸗Stamm 3. Cl.,
87 eichen Wagnersiangen 2.
Cl.,
8 ahorn Wagnerstangen,
547 buchen, fichten und ge—
mischte Stempelstange.
(76 em.),
748 fichten, lärchen, kiefern u
eschen Sparren,
742 fichten u. lärchen Gerüst
stangen,
100 „Baumpfähle,
2275 eichen, birken und fichtent
Bohnenstangen,
40 Ster buchen, eichen und!
birken Scheitholz,
126 Ster buchen, eichen, kie⸗
fern u. aspen Prügel,
118 Ster buchen, eichen, kie
fern, fichten und aspen

Krappen.

Ensheim, 12. April 1881.

H. Karren, Adj.n3

— 83282u

—Gebrüũͤder Brach.
Finladung zum Abonnement auf das boliebte Journal
in Buntdruck:
Dio Arbeitsstube.
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Platistich. Sowis schwarze Vorlagen für Hakel-, Filet-, Strick-
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D „Grosse Ausgabeé't. 2) „Leine Ausgabe“.
Monatlich ein Heft in clegantem Monatlich ein Heft in elegantem
Umschlag mit einer colorirten Dop- UOmschlag mit einer kleinen colo-
pel-Fafol, enthaltend 425 Sticke- rirten Tafel, enthaltend 855
reimuster, sowie einer Beilage mit Stickereimuster, sowie einer Bei-
unterhaltendem Texte und Hand- lage mit unterhaltendem Texte und
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handlungen und Postämter entgegen.
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Die Verlagshandlung: FRANZz EBHARDI.
Des h. Charfrei—
tags wegen, wird die
Samstagsnummer des „Anzei—
ger“ erst am Samstag mit dem
illustrirten Sonntags⸗
blatte ausgegeben, da des h.
Osterfestes wegen am Sonntag
kein Blatt erscheint.
Die Expedition.

2
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durchsliegt mancher stranke die
Zeituugen, sich fragend, welcher
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meijten Fällen gerade das — Un⸗
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kür unfere Bo st. Ab⸗nuenten „Allustrirtes Sountagsblattu Nr. 18

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        Sl. Ingberler Anzeiger.

—
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagt mit illustrirter Vei

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

lMA 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 4 60 H, einschließlich 20 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
— 61.5 Samstag, den 16. April J 1881.

—

Eine Vergleichung der gegenwärtigen Zustände
Rußlands mit denen Frankreichs vor der Revolu⸗
tion bietet auf der einen Seite so viel analoge Erscheinungen,
auf der andern aber so viel charakteristische Abweichungen, daß
wir versuchen wollen, einen kurzen Ueberblick zu geben und einige
Bemerkungen daran zu knüpfen.

In Rußland ist zwar die Leibeigenschaft aufgehoben, dadurch
aber die materielle Lage der großen Masse des Volkes wenig ver⸗
bessert, weil durch den langen Druck jede Energie in letzterem er—
ttickt und die strengste Bevormundung durch die Dorfältesten und
die Behörden ausgeübt wird.

Nicht anders war es in Frankreich seit Ludwig XIV., wo
die Bauern in den kümmerlichsten Verhältnissen unter der drückend⸗
tten Steuerlast seufzten. Während aber in letzterem Lande der
Adel und die Geistlichkeit die alleinigen Stützen des Thrones wa—
en, sieht sich der Adel Rußlands durch die Befreiung der Bauern
in seinen Einkünften und seinem Ansehen geschädigt und vermehrt
die Zahl der Unzufriedenen. Beweis hierfür ist die verhältniß—
näßig große Menge von Personen, welche er zum Kontingent der
Nihilisten stellt.

Wie die Geschichte lehrt, erträgt ein Volk lange eine Miß—
egierung, wenn die Fehler derselben seinem Charakter entsprechen;
iber niemals auf die Dauer den Mangel einer geordneten Rechts⸗
oflege.

In Frankreich wurde die Revolution nicht zum geringsten
Cheil durch die leitres de cachet (Verhaftungsbefehle) vorbereitet,
zurch welche Personen jeden Standes ohne Weiteres in die Bastille
»der andere Gefängnisse wanderten. Was bedeuten aber diese
ettres de cachet gegen die Zahl der Verbannungen und Ein—
erkerunigen, welche in Rußland auf administrativem Wege vorge—
nommen wurden, ohne daß man die Betroffenen vor ihren ordent⸗
ichen Richter stellte? Unter Ludwig XVI. fand die Bewegung
der Geister Nahrung in der Uneinigkeit des königlichen Hauses,
n den Intriguen eines Herzogs von Orleans; die Nachrichten der
etzten Tage wissen von ernstlichen Zerwürfnissen des Kaisers
Alexander III. mit seinem Oheim Constantin und von der plötz-
ichen Abreise des Letzteren ins Ausland zu erzählen.

In Frankreich hatte das Königthum durch eine maßlose Geld—
oerschwendung, sowie durch auswärtige Kriege das Land erschöpft;
nan lebte am Hofe in den Tag hinein, daher das Wort Lud—⸗
wigs XV.: aprôs nous le déluge (nach uns die Sündfluth).
Rußland hat durch die Einfädelung des türkischen Krieges in den
letzten Jahren noch gezeigt, daß trotz des fortwährenden Defizits
in seinen Finanzen Ruhm und Vergroͤßerungssucht der herrschenden
dlasse mehr gelten, als Fortschritt im Innern.

Nimmt man dazu die sprichwörtliche Bestechlichkeit der Be⸗
amten, sowie den halbbarbarischen Charakter der Russen, so be⸗
zreift man, wie es möglich war, daß die nihilistische Partei solche
lusdehnung gewinnen und auch auf den Weg des raffinirtesten
berbrechens sich verirren konnte.

Ludwig XVI. suchte den drohenden Zusammenbruch des
Staatsgebäudes durch Zusammenberufung der Generalstaaten (états
zeneraux, gleich unserm ehemaligen „vereinigten Landtag“) zu
»erhüten; lange vorher aber hatten die ausgezeichnetsten Geister
zurch ihre Schriften den Boden vorbereitet, auf dem die Dis—
ussionen stattfinden mußten. Das nihilistische Exekutiv-Komitee
derlangt in seiner neuesten Proklamation ebenfalls einen gesetzgeben⸗
den Koͤrper, der aus allgemeinen und durchaus freien Wahlen her—⸗
orgehen soll. Der Unterschied gegen das französische Beispiel be—
teht aber darin, daß das russische Volk in seiner breiten Masse
aum eine Ahnung hat von den Forderungen und Zielen, welche

die geheime Propaganda hinstellt. Sodann besteht die russische
Bevölkerung aus einigen sechzig Nationen, die sich durch das Medium
ver russischen Sprache gewiß nur unvollkommen ohne Dolmetscher
n einem Parlamente verständlich machen können. Würde nicht eine
solche Kammer wahrscheinlich das Ebenbild der entschlafenen tür⸗
ischen werden? Oder aber, was noch schlimmer, sollte dieselbe nicht
den Tummelplatz für die extravagantesten Bestrebungen abgeben
onnen? Wird dagegen die Forderung der Milberathung des Volkes

um den Staatsgeschäften verweigert und glaubt man durch allge⸗
neine europäische Maßregeln gegen die Nihilisten die von denselben
ungedrohten Verbrechen zu verhülen, so bleibt der schreckliche Zustand
des Hangens und Bangens in schwebender Pein“, der doch nicht
ewig dauern kann.

Die Parallele zwischen dem Frankreich Ludwigz XVI. und
dem Rußland Alexanders III. ließe sich wohl noch weuer ausspinnen.
Aber wir wollen hoffen, daß dem 19. Jahrhundert jene Katastrophe
m Osten erspart bleibe, mit welcher das 18. Jahrhundert im
Westen zur Rüste ging. —
Deutsches Reich.

GBayerischer Landtag.) Wie man hört, ist nicht zu
rxwarten, daß die Kammer der Reichsräthe dem von der Mehrheit
Rechte) der Abgeordnetenkammer angenommenen Antrag des Abg.
Freiherrn v. Hafenbrädl, die Aufhebung des siebenten Schuljahres
zett., ihre Zustimmung geben werde. — Der Antrag des Reichs-
raths Grafen v. Ortenburg zu dem Gesetzentwurf über die Capital-
rentensteuer, wonach namentlich die Steueranlage bei einer Jahres-
tente von mehr als 1000 M. nicht 80, sondern 4 pCt. betragen
oll, findet, wie versichert wird, mehrfachen Widerspruch, und es ist
aoch zweifelhaft, ob er in der Kammer der Reichsräihe zur An—
aahme gelangen wird. — Der Steuergesetzausschuß der Kammer
der Reichsräthe hat die zweite Lesung des Gesetzeniwurfs über die
inkommensteuer beendet, so daß derselbe unmiitelbar nach Ostern
in der Kammer selbst berathen werden kann.

Der „Provinzial⸗Correspondenz“ zufolge ist die Abreise des
Kaisers von Berlin nach Wiesbaden für den 23. April in Aus—
icht genommen; der dortige Aufenthalt werde voraussichtlich bis in
das erste Drittel des Mai dauern, worauf in Berlin und Umgegend
militärische Vorstellungen und Uebungen stattfinden würden.

Wie man hört, hat der französische General Pittid auf
seiner Durchreise nach Petersburg zu den dortigen Leichenfeier⸗
ichkeiten, von Grevy den direkten Auftrag erhalten, in Berlin
»eim Kaiser und dem Reichskanzler vorzusprechen und dieselben der
Freundschaft Frankreichs zu Deutschland zu versichern.

Die „Kreuzztg.“ bringt folgenden beachteuswerthen Artikel
iber Deutschlaunds Verhalten in der Tunis⸗Frage:
„Wir halten dafür, daß die deutsche Regierung in der tunesischen
Angelegenheit, soviel als möglich, die Absichten Frankreichs fördere
und namentlich allen Versuchen, die afrikanische Stellung Franf—
reichs zu gefährden, mit moralischen Mitteln entgegentrete. Ueber⸗
Jaupt sehen wir keinen Grund, deßhalb, weil möglicherweise die
cranzösische Politik künftig einmal eine Wendang gegen das deui—
che Interesse nehme, ihren berechtigten Ansprüchen und in anderer
Beziehung entgegenzutreten, und in der iunesischen Angelegenheit
halten wir die französische Politik für wesentlich berechtigt.“

Das Gesetz, betreffend die Abänderung des Gerichts⸗
kostengesetzes und der Gebührenordnung fuͤr Gerichtsvollzieher,
ist dem Reichstage seitens des Reichskanzlers vorgelegt worden.

In Hamburg stimmte die Mehrzahl der Mitglieder der
Vertrauenskommission der Bürgerschaft der Eröffnung formeller
Verhandlungen über die Bedingungen des eventuellen Zollanschlusses
Hamburgs zu.
Ausͤland.

Das österreichische Herrenhaus hat das von der klerikal—
zechischen Majorität des Abgeordnetenhauses geplante Attentat gegen
die achtjährige Schulpflicht abgewehrt. Dieser Beschluß hat in den
Wiener liberalen Kreisen große Genugthuung hervorgerufen. Be⸗
onders Aufsehen erregt die bei dieser Gelegenheit gehaltene Rede
des früheren Ministers Unger. Die Organe der Rechien sind sehr
berstimmt. Die Czechenblätter zeigen sich mit der Regierung,
aamentlich mit dem Unterrichts-Minister, höchst unzufrieden.

Eines der interessantesten Ergebnisse der tunesischen Angele⸗
zenheit ist, daß die Schlagfertigkeit der franzssischen
Armee nunmehr ihre ernsthafte Probe zu bestehen hat. Die
chöngefärbten oder bissigen Manöverberichte der letzten Jahre
varen kaum geeignet, eine richtige Vorstellung von den Fortschrit⸗
en der französischen Heeresverwaltung zu gewähren. Die Voss.
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        Zig.“ meint: Was nach der mit so viel Selbstbewußtsein verkün⸗
deien großen Reorganisation der Armee jetzt im höchsten Grade
Aberraschen muß. Das ist die Verwirrung, welche sich bei der an
sich geringfügigen Mobilisation zur Erpedition gegen die Krumirs
an ullen Edeen uud Enden der militärischen Verwaltung zeigt.
Im großen Publikum hat sich die Verwunderung über die Schwer—
falligteit der Bewegung, über die an's Tageslicht gebrachten
Mangel bereits zur Entrüstung gesteigert. Fachmänner, die zu—
gleich Patrioten sind, sehen mit Unwillen, daß schon bei diesem
vergleichsweise ganz unbedeutenden Versuch, den Mobilisations⸗
apparat in Bewegung zu setzen, die Räder bedenklich knarren und
allerlei Schrauben nicht recht fungiren wollen.

Aus Genf gehi der „A. Z.“ die Nachricht zu, daß die fran⸗
zöfische Militärbehörde an sämmtliche Maires in Obersavohen die
Anfrage gerichtet hat, wie viel Mannschaften in jedem Orte im
Fall einer Truppenconcentration an der italienischen Grenze von
hnen untergebracht werden können. Da Obersavoyen neutralisirtes
Gebiet ist, würde diese Nachricht, wenn sie sich bestätigt (sie soll
aus guter Quelle sein), auch fur die Schweiz eine militärische Be⸗
deutung haben.

Vorige Woche eilte der Diktator General Loris-Meli—
koff in Petersburg gegen Abend in das Anitschkoff⸗ Palais
und in das Arbeitskabinet des Kaisers, ohne sich anmelden zu
lassen. Alexander III. saß bei Kerzenschein an seinem Schreibtisch
imnd arbeitele. Der General löschte sofort die Lichter auf dem
Tisch und sagte dem zornig aufspringenden Kaiser: Hier ist eine
Depesche aus London, darin steht, in den Kerzen, bei denen Sie
arbeiien, ist Dynamit, sie können jeden Augenblick explodiren. —
Der Kaiser erblaßte, die Kerzen wurden untersucht und ungewöhn⸗
ciche Dochte gefunden. Sie wurden Chemikern übergeben.

In Rußland hat die Verhaftung des Großfürsten Nikolaus
der im Volke vielfach verbreiteten Anschauung, daß hinter der revo—
lutionären Bewegung sehr hochgestellte Persoönlichkeiten stehen, neue
Nahrung gegeben. Rur hochgestellte Männer, so urtheilt das Volk,
sonuten den Nihilisten so sichere Winke geben, wie dies geschehen
ist. Sie waren es auch, die das Geld zu den theueren Attentats-
Vorbereitungen hergaben, nachdem sie fortgesetzt den Kaiser zu be⸗
wegen verstanden, keine Reformen einzuführen, um dadurch immer
mehr Unzufriedenheit im Lande hervorzurufen. So urtheilt das
zemeine Volk in Rußland und wohl nicht dieses allein. Bezüglich
zer Einführung liberaler Reformen verlautet in neuerer Zeit gar
nichts mehr und es hat den Anschein, als ob Alexander III. ganz
nach dem System seines Vaters weiter regieren wolle, und doch
thäten durchgreifende Aenderungen dringend Noth.

Ueber den Eindruck, welchen der Urtheilsspruch
gegen Ryssakoff und Genossen in der Petersburger Bevöl⸗
erung gemacht hat, berichtet das „Berl. Tgbl.“: Lebhafte Debatten
entspannen sich bereits in den letzten Tagen über den Ausfall des
Uriheils. Jetzt, nachdem sämmtliche Angeklagte zum Tode ver—
urtheilt worden sind, will ein großer Theil des Publikums nicht
in die Vollstreckung der Todesstrafe an den beiden Frauen glau—
zen. Einzelne sind sogar der Ansicht, auch Ryssakoff werde begna—
digt werden, weil er minderiährig ist. Man sagt, seit Peter dem
Großen sei in Rußland weder ein Frauenzimmer noch ein Minder—
jahriger gehängt worden. Der größere Theil des Publikums ver—
nuthet, beide Frauen würden (wie vor zwei Jahren die Sophie
Löschern-Herzfeld in Kiew) im letzten Moment unter dem Galgen
begnadigt werden. Vielleicht geschieht dasselbe auch mit Michailow,
der nicht so direkt betheiligt ist wie die andern. An einem der
letzten Abenden hielt im Saale der Kreditgesellschaft der Professor
m der Aniversität Solowiew einen Vortrag über die Tagesver—
Jälinisse, wobei er unter Hinweis auf die versöhnende Lehre des
Christentihums für die Begnadigung einzelner der Verurtheilten
plädirt haben soll. Man ist sehr gespannt, ob die Vollstreckung
des Urtheils öffentlich geschehen wird.

Die Pforte iheilte den Botschaftern eine Note mit, worin
sie erklärt, daß Frankreichs Einichreiten in Tunis unnöthig sei,
weil der Bey alle nöthigen Vorbereitungen getroffen habe, um den
Aufstand der Krumirs zu unterdrücken.

Griechenland hat den Vorschlag der Mächte angenommen,
aber die vorherige Versicherung seitens der Mächte verlangt, daß
Artei das Griechenland zugesprochene Gebiet auch wirklich

ergebe.

— —
Vermischtes.

* St. Ingbert. Bei der am Mittwoch stattgehabten Ver⸗
steigerung des Gasthauses „Zum goldenen Stern“ wurde dasselbe,
wie uns mitgetheilt wird, seinem bisherigen Besitzer Hrn. Georg
Klein um die Summe von 12000 Mark zugeschlagen. (Das—
selbe soll bei seiner Erbauung im Anfange der 70iger Jahre auf
circa 18 000 Gulden zu stehen gekommen sein.)

* Die Strafkammer des kgl. Landgerichts Zweibrücken verur—
heilte in der Sitzung vom 13. ds. Mts. den 18 Jahre alten
Schmelzarbeiter Georg Wachs von hier, der am 19. Dez. v. J.

in der Wirthschaft von Adolf Jungfleisch den Schmelzarbeiter
Joseph Brauer durch mehrere Messerstiche so schwer verletzt hatte,
‚aß er 19 Tage arbeitsunfähig blieb, wegen dieser That zu einer
Befängnißstrafe von 6 Monaten.

F Aus dem Jahresbericht der Pfälzischen Eisen—
zahnen für 1880. Die Betriebseinnahme des Jahres 1880
tellte sich auf 13,886,382 M. 91 Pf., die Betriebsausgabe auf
7,812,896 M. 86 Pf.; es blieb also ein Ueberschuß von 6,073, 486
. 5 Pf. Aus diesem waren zunächst die Zinsen und Tilgungs—
suoten fämmtlicher Prioritätsanlehen der vereinigten Gesellschaften,
m ganzen 4,636,979 M. 15 Ppf. zu bestreiten; es blieb dann
noch ein Activrest von 1,436,8060 M. 90 Pf. Nun waren aber
in garantirten Zinsen der Actien 2,068,925 M. 91 Pf. zu be⸗
ahlen und an garantirten Präcipuen der Actien 1, 115,3392 M. 98 Pf.
o daß also eine ungedeckte Summe von 1,747,951 M. 99 pf.
lieb, welche laut dem Fusionsvertrag der Staat darauflegen muß.
zm Jahr 1879 hatte die Summe, welche der Staat zuschießen
nußte, 2,603,434 M. 82 Pf. betragen. — Die Ausgaben für
Zzinsen und Amortisationen beliefen sich im Jahr 1880 im ganzen
iuf 6,705,905 M. 6 Pf.; im Jahr 1879 waren es nur 6,469, 150
M. 22 Ppff. gewesen. „Das rasche und starke Anwachsen der Zins⸗
ind Amortisationslast innerhalb der letzten fünf Jahre,“ sagt der
hericht, „während deren die mit der Fusion übernommenen neuen
gahnen mit 187 kmm zur Eröffnung gelangten, deren beträchtliches
Zaucapital auf Betriebsconto verzinst und amortisirt werden mußte,
st als die Hauptursache des Deficits zu bezeichnen. Während ZJin⸗
en und Amoriisationen im Jahr 1875 nur 8,9883,864 M. 46 Pf.
etrugen, belaufen sich dieselben im Jahr 1880 auf 6,708, 905 M.
3Pf., sohin mehr um 2,722,840 M. 60 Pf. oder um 6824 PCt.
hewiß ist, daß die Ertragsmehrung, welche die neu erbauten Linien
zur Zeit noch den Pfälzischen Bahnen zuführen, in keinem Verhält
aiß sieht zu der vermehrten Zins⸗ und Amortisationslast. Allein
vir dürfen wohl erwarten, daß bei Rückkehr normaler wirthschaft⸗
icher Verhältnisse Handel und Industrie auf den Gebieten der neuen
rinie einen lebendigeren Aufschwung nehmen und dadurch auch den
risenbahnverkehr mehr und nmehr beleben und den Ertrag erhöhen
verden. Unter diesen Umständen kann es nur fortdauernd die Auf—⸗
jabe der Verwaltung sein, auf die möglichste Hebung und Belebung
ʒes Verkehres und gleichzeitig auf die thunlichste Herabminderung
der Betriebskosten hinzuwirken. Wir glauben, daß das im gegen—
värtigen Bericht geschitderte Ergebniß des Jahres 1880 Zeugniß
iblegt von dem guten Erfolg dieses Strebens.“ — Sodann ent⸗
sält der Bericht an dieser Stelle noch folgende Bemerkung: „Gegen—
iber einer in verschiedenen Zeitungen verbreiteten Ansicht, als hätte
der Staat in Folge der Zinsgarantie auch an der Deckung der
Amortisationsquoten der Prioritäten sich betheiligt, constatiren wir
zier durch die obigen Rechnungsziffern, daß der Ertrag der Pfäl—
ischen Bahnen zur Deckung sämmtlicher Zinsen und Amortisation
zer Prioritätsschuld von ca. 90 Mill. Mark nicht nur ausgereicht,
ondern noch ein Ueberschuß zur theilweisen Deckung der Actien⸗
insen geliefert hat, so daß der Passivrest bezw. der Zuschuß des
Ztaates lediglich aus einem Theile der garantirten Actienzinsen
ind Präcipuen besteht. Auch bemerken wir hier, daß seit der Zeit,
vo die Deficite bezww. Staatszuschüsse begonnen haben, das Er—
rägniß der Bahn stets zur Deckung der Prioritätszinsen und Amor—
isationen überschießend ausreichte und der Fall, daß der Staats-
uschuß auch noch Prioritätszinsen oder Amortisationen in sich ge⸗
chlossen häite, bis jetzt noch nicht vorgekommen ist. Würde ein
olcher Fall in der Folge aber auch eintreten, so würde dies nach
»en Fufionsbestimmungen Art. IV. lit. a. nur als begründet er⸗
achtet werden können.“

- Laut einer Bekanntmachung des k. Staatsministeriums der
Justiz vom 4. April 1881 sind in dem gemüß 8 12 der Bekannt-
nachung vom 11. September 1879, die Ausführnng der Gerichts⸗
vollzieherordnung betreffend, bei dem k. Staatsministerium ange⸗
egten Hauptverzeichnisse bereits so viele geprüfte Bewerber um das
Herichtsvollzieheramt eingetragen, daß dem durch Erledigung von
Herichtsvollzieherstellen sich ergebenden Bedürfnisse auf lange
Zeit genügt ist. Es sind daher vom 16. April ds. Irs. an bis
iuf Weiteres nur mehr Militärbewerber, welche im Besitze eines
Zibilanstellungs- oder Zivilversorgungsscheins sich befinden, zu dem
dehufs Ablegung der Prüfung für das Gerichtsvollzieheramt vor—
— zuzulassen.
Zezüglich der zu dem bezeichneten Zeitpunkte bereits zum Vorbe⸗
reitungsdienst zugelassenen Bewerber hat es jedoch bei den bestehen⸗—
den Vorschriften sein Bewenden. Auf Grund dieser Bestimmung
st nun sämmtlichen auf Bureaur befindlichen jungen Leuten, welche
die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen Dienst nicht besitzen,
welch letziere zum Examen für das Gerichtsschreiberamt nach zwei⸗
ähriger Praxis berechtigt, jede Möglichkeit benommen, jemals in
deu Staaisdienst zu kommen, was zur Folge haben wird, daß auf
en Gerichtsvollzieher⸗Bureaux nur noch solche Militäcbewerber als
Schreiber verwendet werden, welche den obenerwähnten Versorgungs-
chein besitzen.
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        Aus verschiedenen Orten der Pfalz wird über großen von
ꝛen Conscribirten verursachten Skandal berichtet. In Ruͤlzheim
purden 14 Tumultuanten protokollirt und in Zweibrücken
nußte sogar eine Abtheilung Militär zur Unterstützung der Gen—
— —
mügen vergönnen und auch ein wenig Larm machen wird man
hnen verzeihen, aber sie sollten doch bedenken, daß auf grobe Excesse
ewöhnlich ein bitterer Katzenjammer folgt.

Der von der „Pf. Post“ neulich gemeldete Fund einer
roßen schweren Kiste auf einem Bauplatze zu Zweibrücken
educirt sich darauf, daß der Eigenthümer des Platzes einen Schleif⸗
iein von dort mit nach Hause nahm; da der Mann etwas rasch
sing, so glaubten die Arbeiter, er habe einen Schatz gehoben und
dentstand diese gewaltige Ente.

Die diesjährige Versammlung der Lehrer an den pfälzischen
gräparandenschulen findet am Pfingstdienstag in Kusel Statt.

In Obermoschel genehmigte eine Bürgerversammlung
as Bahn⸗Anlehen mit 154 gegen sechs Stimmen. GBekanntlich
zandelt es sich um Herstellung einer sog. Sekundärbahn von Alsenj
ach Obermoschel; dieselbe soll mit Pferden betrieben werden.)

In Landau wird sich, wie die „Pf. Pr.“ und der
Land. Anz.“ mittheilen, demnächst eine Stiefmutter wegen fort⸗
zesetzter unmenschlicher Mißhandlung ihres zehnjährigen Stieflöch—
erchens vor Gericht zu verantworten haben. Die Frau ist aus
godramstein gebürtig.

Auf Wunsch des Kaisers wird, wie man hört, die Hoch—
eit der Prinzessin Victoria von Baden mit dem Kron—
rinzen von Schweden nicht, wie ursprünglich geplant, in Stock⸗
olm, sondern in Karlsruhe stattfinden. Der greise kaiserliche
—DOD—
eer Enkelin persönlich beizuwohnen. Das schwedische Königspaar
oll diesem Wunsch gern stattgegeben haben; es heißt, daß die
germählung bereits Ende August oder Anfang September voll—⸗

ogen werdn und gleich darauf der feierliche Einzug in Stockholm
rfolgen soll.

bt v Würzburg wird gemeldet, daß der seiner Zeit viel—
enannte Unterofficier Pude, von welchem ein dortiges Blatt kürz⸗
ch meldete, er sei verschwunden, vielleicht nachträglich gelyncht
vorden, noch am Leben ist und nach wie vor Recruten in Würz⸗
urg drillt.

tDer diesmalige Frühjahrseintritt Einjährigfreiwilliger in die
aierische Armee ist ein außerordentlich starker; so sind beim Leib—
egimente 59, beim 1. Regimente 24 und 2. Regimente 27 Frei⸗
oillige eingetreten. Aehnlich wenn auch nicht ganz so hoch, aber
mumer bedeutend, ist die Zahl der bei den anderen Regimentern
zugegangenen; so sind beispielsweise beim 14 Infanterieregimente
u Nürnberg 30 eingetreten.

Die oberbayerische Handels- und Gewerbekammer
zrach sich für das von dem Aeltesten-Kollegium der Berliner Kauf—
nannschaft angeregte Projekt aus, im Jahr 1885 in Berlin eine
dlgemeine deutsche Gewerbeausstellung zu veranstalten; die Kammer
jofft von einer solchen Ausstellung bedeutende Vortheile für die
eutsche Industrie.

F Die kgl. württembergische Finanzverwaltung geht
jegenwärtig ganz energisch und in umfassender Weise gegen Dvie—
—
iren. In einzelnen Städten erscheinen plötzlich und völlig unver—
nuthet Gendarmen und Steuerwächter in großer Anzahl, besetzen
leichzeitig die Häuser der Verdächtigen, und dann nehmen Beamte
deren Geschäfts⸗ und Haushaltungsbücher, Skripturen ꝛc. in Beschlag,
um die nöthigen Erhebungen zu machen.

FHeirathsgesuch. Im Inseratentheil der „Dresdener
Nachrichten“ finden wir folgendes „Eiratsgesuch von das Nubier“:
Schwarz meine Guk, abr weiß meine Erz, mökt ein hibsch Sexerin
zu Weib, alt bis 23 Frilink. Gold haben selbst, aber gutt muß

ein inwendik. Zu spreken hier bis Sonnendak. Fotocraffen etsetra
inter diddy ben Aly Filial-Erped. d. Bl. große Klostergasse 58“.
Der Bochumer Lustmörder ergriffen. Der
öln. Z.“ schreibt man aus Essen vom 12. April: Soeben
erhalte ich aus sicherer Quelle die Nachricht, daß der Mörder der
blisabeth Riemenschneider — der 48jährige Besenbinder Peter Schiff,
ein in der ganzen Gegend gefürchtetes, verthiertes Subjekt — sich
uuch zur Thäterschaft anderer in der Nähe von Bochum begangenet
Norde bekannt und einen anderen Menschen als feinen Gehülfen
xzeichnet hat; der letztere ist auch bereits verhaftei worden. Die
eiden Scheusale haben ihre grausigen Verbrechen in so fern ge—
einsam begangen, als abwechselnd der eine das Opfer überfiel,
bührend der andere auf Wache stand. Nur dadurch ist es auch
rklärlich, daß die letzten Morde noch verübt werden konnten, als
hon der Laudkreis Vochum von Polizisten und der Gendarmerie
es ganzen Regierungsbezirks überwacht wurde. (Im ganzen sind
ünf Frauen in der Nähe von Bochum mißhandelt und ermordet
»orden: 1) Josephine Kost am 80. Dezember 1878, 2) Elisabeth
diemenschneider am 8. Juli 1879, 8) Lisetle Schulken am 8. August

879, 49 Wilhelmine Pott am 30. Juli 1880, 5) die Hebamme
Zecker am 1. November 1880.) nn —
7 Einem Telegramm des Gouverneurs von Algier zufolge ist
aur ein Theil der franzö sischen Expedition Flatters ermordet,
in anderer gefangen; man glaubt, unter letzieren befinde sich
Flatters unddes werde die Auswechselung mit den zu Algier be⸗
indlichen gefangenen Frauen und Kindern stattfinden

F Nach den letzten Schätzungen sind die Opfer des Erdbebens
nuf der ganzen Insel Chisos 8000 Todte und 10 000 Ver—
wundete. Die am meisten iheimgesuchte Ortschaft ist Nevita, in
velcher 1200 Menschen ihr Leben verloren haben. Der Stoß am
etzten Montag bewirkte eine Senkung der Insel um einen Meter.
Die Bedölkerung wandert massenhaft aus.

Am 1 1. April Abends fand ein neues Erdbeben statt, wo⸗
durch die beiden kleinasiatischen Küstenstädie Tsche s me und
Lutz ada vollständig vernichtet wurden; auch C hios hat wieder⸗
jolt stark gelitten. Es herrscht großer Schrecken.

Nar“ vberichte.

Zweibrücken, 18. April. (Fruchtmitlelpreis und Viktualienmarl
Weizen — M. — Pf.Korn 10 M. 80 ppf. Gerste zweireihige d M. —*
ierreihige dO M. — Pf. Spelz 0M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 40 Pf.
krbsen — M. — Pf., Wicken d M. — Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf.,
deu 9 M. — Pf., Stroh 0 M. — Pf., Weißbrod 1!/ Kilogr. 57 f
dornbrod 8 Kilogr. 74 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 56 Pf. II. Qual. 80 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Zdammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter i/. Kilogr. 1 M. 10 Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 18. April. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 88 Pf, Korn 10 M.27 pf., Spelzkern — M. Pf., Spelzo M.
— Pf. Gerste Zreihige — M. — Pf., Gerste 4reihige d M. — Pf., Hafer
7 M. 17 Pf., Mischfrucht 10 M. 67 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen
) M. — Pf., Bohnen 0 M. — Ppf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrode6 Pfund 883 pPf. Ochsenfleisch — Pf.
dindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch d Pff, Hammeinleisch — Ppf Schweinefleisch
30 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 15 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1M. 80 Ppf.

Kaiserslautern, 12. April. (Fruchtmitlelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 61 Pf., storn 10 M. 80 pf. Spelzkern — M. Pf., Spelz
3M. 24 Pf., Gerste 9 M. 07 Pf., Hafer 7 Me 22 Pf., Erbsen 69 M.
24 pff. Wicken 7 M. 69 Pf., Linsen — M. Pf. — Kleesamen — M. —
bf.Schwarzbrod 6 Pfund 80 Ppf., do. 8 pfö. 40 Pf., Gemischtbrod
; Pfund 45 Pfg. Butter pro Pfund 1 M. 16 Pf. Eier 1 Stüdos pf.
Zartoffeln pro Zentner 2 M. — ppf. Stroh 8 Mi25 Pf. Heu 2 M. 70
bf., Kleehen 8 M. 80 Ppf.

⸗etz.

Als -— orwa dsen noch in Nom lebse, lam eines Tagee junger
Däne zu ihm. Derselbe srug Thorwaldsen: Sagen Sie, Herr Professor,
vie viele Tage braucht man, um Rom kennen zu lernen?“ Letzterer
intwortete: „Mein lieber Freund, da müssen Sie sich an einen Andern wen—
en, ich bin erst zehn Jahre hier! — Dieser Ausspruch ist, wie Jeder⸗
nann weiß, sehr bezeichnend für Rom, denn keine Siadi der Welt hat so
iele großartige Bauten und Kunstschätze aufzuweisen. — Ueber dieses Rom
rscheint demnächst ein schönes Prachtwerk, betulelt: Mom in Wort und
nßild. Eine Schilderung der ewigen Stadt und der Campagna von Dr.
hil. Rud. Kleinpaul. Mit 368 Illustrationen. In ca. 86 Lieferungen
1Mk. Eeipzig, Schmidt u. Gunther) Nach den uns vor—
iegenden Blättern verspricht dieses ein dem großen Gegenstande wuürdiges
Frachtwerk zu werden, wir kommen später darauf zuruck.

„Jede Zeitung bestest, aus Faper emußst⸗ unwillkürlich unseren
rippen, als wir von einer Papier⸗Zeitung hoͤrten. Das uns vorliegende
Zlatt belehrte uns indessen, daß darunter ein Organ für die Interessen aller
zweize der Papier-Industrie und des Papierhandels berstanden ist, welches
einer Aufgabe in vollem Maaße gerecht wird. Wenn wir von einem Blatt
prachen, so hätten wir richtiger Buch oder Heft sagen sollen, denn die Zeitung
uthäut 32 große engbedruckte Quariseiten und ist regelrecht geheftet und be⸗
hnitten. Eine Durqhsicht belehrt uns, daß sie allen ihren Lesern, den Papier⸗
ändlern, wie den Papier- und Schreibwaaren⸗Fabrikanten dient, sie bringt
Zriginalartikel, die werthvolle, aus der Erfahrung geschöpfte Rathschläge und
Inweisungen enthalten und geht dabei mit Äbbildungen verschwenderisch um.
Zon den aumttichen Veroöffentlichungen des Patentamts finden wir diejenigen,
velche das Papierfach berühren und die einschlägigen patenlirten Erfindungen
ind, ausführlich mit den zugehörigen Zeichnungen wiedergegeben. Als nicht
veniger werthvoll dürfte sich die ungeheuere Zahl von Annoucen erweisen, die
ine reiche Auswahl von Bezugsquellen aller Art und von ersten Firmen
ieten. Wer sich für das Papierfach interessitt, kann sich leicht überzeugen,
b das Blatt den Abonnementspreis von M. 16 fur ihn werth ist, da der
erausgeber, Herr Carl Hofmann, Berlin W. Postdamer⸗Str.
84, Jedem, der sie verlangi, ioftenfrei eine Probenummer sendet.

548*

— —
Todes-Anzeige.

Bekannten, Freunden und Verwandten bringen wir die
schmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen
jat, unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Tante und
Schwägerin

Katharing Firkelbach
im 20. Lebensjahre, nach längerem Leiden gestern Abend 9 Uhr
zu sich abzurufen. 9
St. Ingbert, 16. April 1881.
Die tieftrauernden Eltern:
Ludwig Birkelhach, Elisabetha Birkelbach geb. Metz,
nebst sämmtlichen Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet morgen (Sonntag) Nachmittag um
33 Uhr statt.
        <pb n="230" />
        Zur bevorstehenden Zaison empfehle mein gut assortirtes Lager in:
Kleiderstoffen, Cattune, Tücher &amp; Buckskins, Vorhangstoffer
sowie das Neuese in Herren-⸗ &amp; Damen-Sonnenschirmen.

Frau Karl Schanck.

—A —
4
Pfaff-MNähmaschinen
aus der renommirben Fabrik

geschützt.

8
⸗
—*
34
von
6. M. Pfaff in Kaiserslautorn
sind jetzt die vollko mmensten FamilienNähmaschinen, die exiftiren. —

Dieselben wurden in neuester Zeit prämiirt auf dem internationalen Nähmaschinen⸗Wettstreit
in Arnheim 1379, auf der Weltausstellung in Sydney 1379 und erhielten die goldene Medaille au
der Mannheimer Ausstellung 1880.

Die Pfaff⸗Nähmaschinen besizen be deutende Vorzüge vor den amerikanischen Nähmaschinen, sind
viel solider gearbeitet, besser ausgesiatiet und haben ganz neue, praktische Verbesserungen, wie Span—⸗
nungsausrücker, Selbsispuler, Fadenabschneider ꝛe.

Für jede echte Pfaff⸗Nähmaschine, die auf, dem Arm das obenstehende Fabrikzeichen tragen muß, garanlirt die
Fabrik für größzte Güte und Leistungsfähigkeit.
Die alleinige Fabrik-Niederlage für Zweibrücken und Umgegend bei
Fzudolph Francle, Mechaniker, Zweibrücken,
empfiehlt ihr großes Lager echter, feinst ausgestatteter Pfaff⸗Rähmaschinen, sowie die dazu verwendbaren, gan
neuen Apparale, wie Stopfapparat, Kräusler, Faltenmarkirer, Rollwagen ꝛc. ⁊.
Reparaturen aller Nähmaschinen-Systeme rasch und bissig. J

—]

Für Auswanderer!

JAuweisungen und Juszahlungen nach Amuerika
find stets sofort bei uns zu festen, billigsten Coursen zu haben;
dieselben sichern dem Beteiligten oder seinen Angehörigen das
Kapital in allen Fallen, selbst be Verlorengehen der
Anweisungen. Die Auszahlung derselben in Amerika erfolgt
meist bei deuischen Bankhausfern, die bereit sind, den Be—
treffenden nach Moöͤglichkeit mit Rath beizustehen.

6GEDT. EiSeSSel. St. Johann a. d. Saar.

Danksagung.

Aus dem Feldzug zurück, litt ich mehrere Jahre an einem sehr
lästigen Magenlei den, alle angewandten Mittel waren vergeblich
Ich kaufte mir nun 1 Fläschchen des mir bestens empfohlenen Bern⸗
hardiner Alpenkräuter⸗Liqueur von Herrn Wallrad Ott—
mar Bernhard in München in der Niederlage bei Herrn

Weckerle in Scheer a / D. Schon
bei dem ersten Fläschchen spürte ich be—
deutende Besserung und bin nun wie—
der vollständig hergestellt und kann
wieder essen wie fruher.

Einem jeden Magenleidenden rathe
ich den allein ächten Bernhar—
diner von Wallrad Ottuar
Bernhard in München zu ge—
brauchen.

Ssche er a. D. (Wurttemb) 10. Nov. 18860
Karl Kienmle.

Der Bernhardiner ist nur ächt zu haben in Flaschen aä Mi

l. os Pfg. Mk. 2. — und Mt. 4. —

in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters; Blies
kastel: L. V. Hussong; Saarbrücken: Rud. Schellen—
berger; St. Johann: Chr. Walter.

Sommer-Corapantoffeln
mit genähter od. genagelter Sohle per Dizd. 79, 82, u. 93 Mt.
Philipyp Warmbrunn, Nürnberg, Neue Gasse.
Die Badeanssalt st am F
Donnerstag und Sams⸗
kag von 1 Uhr an geöffnet.
Michael Klug.
Einn suchtigen Fuhrknecht
suche zum sofortigen Ein⸗
tritt für meine Mühle.
Lonis Beer.
Osfsermontag von Nach⸗
nittag 3 Uhr ab
Tanzmusik
ʒei Jakob Quirin.
Rentrisch.
Anns
Sommersprossen⸗Vrift
ur vollständigen Entfernung der
Sommersprossen empf. à Stüch 60 Pf.
Robert Schmitt.
Ein wohlerzogener
Junge mit guter
chulbildung (nur ein solcher)
zur Erlernung des Buchdruderei⸗
eschäftes findet Aufnahme bei
F. X. Demetz.

Widerruf.

Unierzeichneter nimmt hiemit
zie unterm 10. März auf öffent⸗
icher Straße gegen den Stadt⸗
ath Peter Uhl im Ort ge⸗
machten beleidigenden Aeußer⸗
ungen zurück.

August Hager.

Druckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
*FR. X. Demetz'schen Buch- und Steindruckerei.
eũr Familien und Lesecirkel, Bibliotheken, Hotels, Cafés und Restaurationen.
Ity:

nst

Probe⸗Nummern gratis und franco.
AUbonnements⸗Preis vierteljãhrlich s Mark. — Zn beziehen durch Ale Buchhandlungen und Postanstalten
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig. 21
—
Druck und Verlag von F. xX. Demeß in St. Ingbert. —
Hiezu „Illustrirtes Sonutagsblatt“ Nr. 16.
        <pb n="231" />
        Sl. Ingberler Ameiger.

—
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagß mit illustrirter Vei
lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierieljahrlich
A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 420 — Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärtis
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
6.

Dienstag, den 19. April

1881

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Kammer der Reichsräthe
vird nächsten Donnerstag eine Sitzung halten, in welcher über die
geschäftliche Behandlung einiger von der Abgeordnetenkammer in
keyterer Jeit beschlossenen Anträge, insbesondere in Betreff Auf⸗
ybung des siebenten Schuljahres Beschluß gefaßt und dann der
Heseßzentwurf über die Einkommensteuer zur Berathung gelangen
wird. Am Mittwoch wird der Steuergesehausschuß dieser Kammer
iber den Gesetzentwurf bezüglich der Kapualrentensteuer in Berath—
ing treten und dieser sich die Berathung des Gesetzentwurfs be—
suglich der Gewerbesteuer anschließen, da Herr Reichsrath v. Neuffer
das bezügliche Referat nun ebenfalls vollendet hat. Die Erledigung
der vier Steuergesetze Seitens der Kammer der Reichsräthe bis
Ende dieses Monats ist indessen nicht mehr möglich.

Bayern hat im Bundesrath bei den im Bundesrath abge—
ehnten Anträgen die Revision der Gewerbeordnung betreffend für
die Einführung von Arbeitsbüchern gestimmt; ebenso auch für die
Frweiterung der Kompetenz der gewerblichen Schiedsgerichte.

Dem Bundesrathe ging ein Antrag des Reichskanzlers
zu, wonach mit Rücksicht auf die um fast 21 Millionen gestiegene
ziffer der Reichsbevölkerung die allmähliche Ausprägung von wei—
cren 15 Millionen silberner Einmarkstücke aus den im Reichsbesitz
defindlichen, aus 339 000 Pf. bestehenden Silberbarren erfolgen soll.

Es werden von Seiten der Reichsregierung alle Hebel in Be⸗
vegung gesetzt, die Unfallversicherungsvorlage in gegen⸗
wärtiger Reichstags⸗Session zu Stande zu bringen. Fürst Bis—
marck hat sich guiem Vernehmen nach, jüngst dahin ausgesprochen,
daß er sich schlimmsten Falles sogar ganz wesentliche Modificationen
Jefallen iassen wolle, nur von einer Erweiterung der Haftpflicht
wolle er unier keinen Umständen etwas wissen. Im konservativen
dager ist diese Auffassung sehr wohl bekannt. Es liegen auch be—
reiis Anzeichen vor, daß man derselben sogar im Gegensatz zu
früheren Erklärungen Rechnung zu tragen gewillt ist.

Der Kaiser wird, wenn nicht unvorhergesehene Hindernisse
eintreten, mit dem Kronprinzen, den Prinzen Friedrich Karl, Frie—
drich Leopold und August von Württemberg, mittelst Extrazuges.
am 24. d. Mis. zur Veglückwünschung des Herzogs von Braun—⸗
schweig zu seinem 50jährigen Regierungsjubiläum nach Braun—
schweig reisen, von dort aber noch am selben Tage wieder nach
Berlin zurückkehren.

Die ‚Nordd. Allg. Zig.“ und andere Zeitungen schreiben, ent⸗
jegen einer bezüglichen Meldung der „Prov.-Corr.“, über die Reise
zes Kaisers nach Wiesbaden sei noch keine Festsetzung getroffen.

Ausland.

Die französischen Operationen gegen Tunis sollten mit

18. April beginnen.

Die Eugländer haben mit der Räumung Kandahar's in

Afghanistan begonnen.
Aus Petersburg schreibt man der „Köln. Ztg.“: Tröst⸗
ich ist, daß die äußere Politik Rußlands eine friedliche zu sein
zerheißt. Der neue Czar ist in der Richtung fest entschlossen:
rein Krieg, keine Unternehmungen nach außen, keine Eroberungen,
reine Ausgaben über das Nothwendigste hinaus für die äußere
Stessung. Alexander III. ist nach langer Zeit der erste Czar, der
uüberhaupt den Werth des Geldes kennt. Seit hundert Jahren hat
ein Czar sich um Geld gekümmert, obwohl Rußland stets das
irmste Land Europas war. Auch Alexander II., der reichste Pri-
atmann Europas und zugleich Beherrscher des ärmsten Volkes,
jatte keinen Begriff vom Werthe des Geldes. Er warf Millionen
iort, ohne sich einen Augenblick zu besinnen, und doch konnte er
nief ergriffen werden von dem Elend in der Hütte. Dieser Wider⸗
pruch hat unendlich viel in den verschiedensten Richtungen hin
berderblich gewirlt, ohne ihn hätte es z. B— wahrscheinlich keinen
strieg von 1877 gegeben. Und es ist daher als ein Segen zu
derzeichnen, daß Alexander Ul. nicht diesem Widerspruch in solchem
Naße wenigstens underworfen ist. Die äußere Politik wird den
tinfluß dessen eben so gut verspuüren als die innere.

In Petersburg erfolgle am Morgen des 15. April die
Anrichtung der Kaisermörder. Sie starben alle gefaßt, waren aber

bis auf Sophie Perowska, die sogar geröthete Wangen hatte, sehr
hleich; sie hielten sich bis auf Russakow, der nachdem ihm der
Leinensack übergezogen war, oben auf der Treppe schwach wurde,
alle fest; vor der Hinrichtung küßten die Verurtheilten das Kreuz,
das ihnen der Pope enigegenhielt, und verneigten sich nach allen
Seiten. Auf dem Richtplatze und in den angrenzenden Straßen
jatten sich große Menschenmassen angesammelt, die Ordnung ist
nirgends gestört worden.

Aus Petersburg wird der, National⸗Zeitung“ telegraphirt:
„Im unteren Gerichtshaus, wo die verurtheilten Kaisermörder ver⸗
vahrt wurden, sind zwanzig Revolutionäre verhaftet worden. Einer
zrößeren Zahl gelang es, sich der Verhaftung durch gewaltsamen
Widerstand zu entziehen und zu entkommen. Den Verhafteten
vurden zwanzig Pfund Dynamit abgenommen. Ein dumpfe und
gedrückte Stimmung herrscht in der Stadt. Wer irgend in der
dage ist, verläßt dieselbe. In Moskanu ist der kleine Belager⸗
ingszustand erklätt worden. Der Verkehr aller Ein⸗ und Aus⸗
zassirenden wird unter strengste polizeiliche Ueberwachung gestellt.“

Russische Krondiamanten von bedeutender Größe sind wie die
„Russ. Corr.“ berichtet, bei dem Begräbniß des Kaisers Alexander II.
aus dem Reichsschild verschwunden und bisher noch nicht entdeckt
wvorden.
———mn
A

4 Die kgl. Kreisregierung der Pfalz hat verfügt, daß ver⸗
chiedene Hilfsbüchlein, „welche sich nach und nach in verschiedenen
Schulen Eingang verschafft haben, obgleich dieselben in dem Ver⸗
zeichniß der seitens des kgl. Staatsministeriums des Innern für
dirchen- und Schulangelegenheiten zur Einführung in den Volks⸗
chulen gebilligten Bücher nicht enthalten sind', vom Beginn des
Schuljahres 1881/82 an bei Vermeidung disciplinärer Einschrei—
tung außer Gebrauch zu setzen sind. Als solche Bücher benennt
die Verfügung namentlich Janton's Sprach⸗ und Aufgabebüchlein
für Volksschüler, Röhms Geographie für die Oberclassen der Volks⸗
schule ꝛc., Hussong's und Hähns Geschichtsbilder, dann die in
fathol. Schulen bisher hie und da noch gebrauchte biblische Ge⸗
schichte von Schuster. Was die Lesebücher betrifft, welche mit dem
nach Ostern beginnenden Schuljahr 1881/82 an Stelle der laut
Ministerialentschließung außer Gebrauch zu setzenden Haesters'schen
Lesebücher treten sollen, so wird in Aussicht gestellt, daß demnächst
hierüber weitere Entschließung ergehen wird.

— Die diesjährige Versammlung der Lehrer an den pfälzischen
Praͤparandenschulen findet am Pfingstdienstag in Kusel statt.

Dem Bezirksbauschaffner Schmeißer in Kusel wurde
für S50jahrige Dienstleistung die Ebrenmünze des Ludwigsordens
derliehen.

F Die Bürgermeisterversammlung in Obermoschel ge⸗
nehmigte das Sekundär⸗Bahn-Anlehen mit 154 gegen 6 Stimmen.

FKaiserslautern, 18. April. Das nach München
gerichtete Gesuch um Errichtung eines Nebenzollamtes mit erweiter⸗
sen Befugnissen in hiesiger Stadt nach der Verlegung des Haupt⸗
zollamtes ist dem Vernehmen nach genehmigt worden.

4 Ein Artikel der „Neustadtet Ztg.“ bezeichnet es als ein
Mißverstaändniß, daß der Reichskanzler Herrn Dr. Buhl seine
Beneigtheit ausgesprochen haben soll zum Verbot der Wein—
fabrikation die Hand zu bieten. Herr Dr. Buhl habe bei
einer letzten Anwesenheit in Berlin keine Gelegenheit gehabt, darüber
direlt mit dem Reichskanzler zu verhandeln; dagegen wurde dem
Herrn Reichstagsabgeordneten von anderer Seite die Geneigtheit
zusgesprochen, auf Grund des Nahrungsmittelfälschungs-Gesetzes
die Verwendung von Glyzerin und Weinsäure zur Fabrikation von
Wein zu verbieten. Ein allgemeines Verbot der Weinfabrikation
liege dagegen noch in weiter Ferne und werde wohl kaum durch⸗
zusetzen sein. (Leider!! Da wird denn die Weinfabrikation lustig
weiter floriren und den Weinbau immer mehr ruiniren?)

'In Landau hat nach der „Pfälz. P.“ eine Stiefmutter
hr 10.jähriges Mädchen durch Schläge, mangelhafte Nahrung und
Fleidung derart mißhandelt, daß die Polizei eingeschritten ist. Zwei
fleinere Kinder sollen von der Rabenmutter schon zu Tode geschun⸗
        <pb n="232" />
        den worden sein. Die Untersuchung wird das NRähere ergeben. Zu
bemerken ist noch, daß der leibliche Vater dem schändlichen Treiben
ruhig zu s.

Auch in diesem Jahr sind bei der Frühjahrsbestellung auf

den Schlachifeldern von Mett Leichen aufgefunden worden. Ein
Zauer aus Rezonville fand vor einigen Tagen beim Pflügen auf
einem Grundstück die Gebeine von Kriegern, welche am 18. Au⸗
zust 1870 dort nothdürftig beerdigt waren; die bei denselben vor⸗
Jjefundenen Ueberreste von Uniformen lassen darauf schließen, daß
die Gebeine zwei deutschen Soldaten, und zwar Cavalleristen an—
gehört haben; Genaueres hat sich nicht feststellen lassen. Die Ge—
meindebehörde von Rezonville ordnete sogleich die vollständige Aus⸗
grabung der Leichenüberreste an und ließ dieselben in der Nähe
anderer Kriegergräber wieder beerdigen.
Zurkneuen Prozeßordnung. Ein wegen seines
schlagenden Witzes bekaunter Maler wurde, wie das Deutsche
Reichs⸗Blatt“ erzählt, in einer Berliner Gesellschaft gefragt, wie
er wohl zwei Prozessirende darstellen würde, von denen der Eine
den Prozeß gewonnen, der Andere verloren habe. „Ich würde,“
widerle der Maler, „den Ersten im Hemde, den Andern aber
nackt malen.“

F Wie nothwendig die Anstrengungen sind, welch die belgische
Regierung macht, um den Elementar⸗Unterricht zu heben, geht aus
folgendem Vorfall, der sich vorigen Freitag in Havbay bei Mons
reignet hat hervor. Ein Bauer, dem sein Kind und seine Kuh
gestorben waren, glaubte sich behert. Eine „Somnambule,“ die er
ju Rathe zog, befahl ihm, diejenige Frau, die ihn nächsten Morgen
juerst besuchen würde, zu verbrennen. Er errichtete einen Scheiter⸗
haufen in einem Zimmer. Samstag früh brachte ihm eine Nach—
Zarin eine Nachricht aus Maubeuze, wo sie den Tag vorher gewesen

var. Er warf die Frau auf den Scheiterhaufen und zündete ihn
an. Das Opfer schrie nach dem Pfarrer. Da der Bauer glaubie,
daß die Frau sich wollte den bösen Geist austreiben lassen, so ließ
er den Pfarrer holen. Der letztere klam gerade noch zeitig genug
an, um die Frau von einem schrecklichen Tode zu retten. Glück—
icherweise sind die Brandwunden nicht sehr gefährlich. Der Bauer
vird natürlich der wohlverdienten Strafe nicht entgehen.

In Szegedin (ungarn) steht das Wasser einen Schuh
öher, als bei der letzten Katastrophe (April 1879.) Die Gefaht
st groß. An der Verstär kung des Dammes wird gearbeitet. In
zzongrad sind fünf Gassen mit 170 Häusern überschwemmt.

4 Ungeheueres Aufsehen macht in Stockhohm (—aupist.
vvn Schweden) die Entdeckung von Fälschungen (die sich bis zu
300,000 M. belaufen sollen), welche von einer in einem hohen
Amt stehenden Persönlichkeit begangen worden sein sollen. Der
Fälscher war Inhaber vieler, europäischer Orden. In einigen
Fällen sollen die Namen des Königs und der Königin mißbraucht
vorden sein.
För die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
1 — — ——

8 Das Technicum zu Mittweida in Sachsen, bekanntlich die älteste
naschinen⸗lechnische Fachschule in Deutschland, beginnt am 20. April das 15.
Schuljahr. Die Anftalt bildet für ihren Beruf aus: a) kunftige Maschinen⸗
yngenieure, Fabrikanten, die zur Ruslübung ihres Beruses maschinen⸗technische
ziidung bedürfen z. B. Besitzer von Maschinenfabriken, Webereien, Dampf—⸗
der Wassermühlen, Papierfabriken u. s. w., sowie künftige Fabrikdirectoren;
) tunftige Werkmeister, Zeichner, Auffeher ꝛc. für Mascinenfabriken, Mühlen,
-pinnereien u. s. f. sowie kunftige Besitzer kleiner mechanischer Werkftätten,
gauschlossereien, kleiner Mühlen ꝛc. Die Anstalt wird von jungen Leuten
ius allen Weltiheilen besucht, die den verschiedensten Lebensaltern, vom 16.
is 88. Jahre angehbren. Wegen Aufnahme giebt Herr Director Wei tzel
n Mittweida i. Sachsen, alle noͤthigen Aufschlüsse. —

E—
Versteigerung.
Donnerstag den 21.
April nächsthin, Nachmittags
z Uhr zu St. Jugbert, in
der Wirihschaft von Franz Ja⸗
tfob Henrich, laäßt Herr Max
Woll, früher Korkstopfenfabri—
fant in St. Ingbert, sein Wohn⸗
zaus mit Fabrikgebäude, frei⸗
willig öffentlich an den Meist⸗
zietenden zu Eigenthum verstei⸗
gern, nämlich:
b. Plan⸗Nr. 23682, 3 a 65

Im Fläche, enthaltend ein

u St. Ingbert in den

Bruchrechgärten an der Koh⸗

lenstraße gelegenes zwei—

töckiges Wohnhaus mit Zu⸗
zehör;

Plan⸗Nr. 2368b, 2 a 31

Im Garten mit darauf ste⸗

sjendem Fabrikgebäude mit

inem Flächenraum von

531 qm. *

Plan⸗Nr. 24782, 3 a

52 qm Wiese in den Steg⸗

viesen hinter dem vorbe—

scchriebenen Garien.

Aus Plan⸗Nr. 2367, eine

Fläche von ungefähr 45

qIm vorn an der Kohlen⸗

fraße mit darauf neu er⸗
bautem Lagerhaus;

An demselben Tage läßt Max
Poll ferner versteigern:

Fine Fabrikeinrichtung, be⸗

tehend aus Maschinen zur

Fabrikation von Korkstopfen

eden Kalibers, einer ste⸗

jenden 410 Pferdekraft
tarken Dampfmaschine nebst
liegendem Dampfkessel, Ab⸗

und Zuleitungsröhren ꝛc. ⁊c.

St. Ingbert, 19. April 1881.
gWt. Auffschneider
Amtsverweser.

4
Rechnungen
in allen Größen, mit blau
und rother Liniatur wer⸗
den billigst angefertigt bei

F. X. Demek.

Holzversteigerunge!
us Siaatswaldungen des kgl.
Forstreviers St. Ingbert,
Freitag den 29. April 1881
Vormittags 10 Uhr
m Saale des Herrn Ober—⸗
hauser zu St. Ingbert.
-chläge: Waldborn, Nes⸗
eldelle, Platte, Staffler⸗
hang, Eichen, Rehthal
und zuf. Ergebnisse.
77 eich. Stämme III. IV. u.
V. Kl.;
310 buch. Stämme J. II. und
III Kl.;
2 hbuch. Stämme II. Kl.;
6 kiefer Stämme IV. und
V. Kl.;
14 erlen Stämme II. Kl.;
1 aspen Stamm II. Kl.;
3 ahorn Stämme II Kl.;
145 eich. Wagnerstangen J. u. II.
340 Stück versch. Stempelhölzer;
9 Ster eich. Missel 1V. u. V.;
4 Sier buch. Missel II. Kl.;
362 Ster buch. Scheitholz J.
und II. Kl.;
547 Ster versch. Scheit, Prü—
gel und Krappenhölzer.
St. Ingbert, 16. April 1881.
Graf,
k. Oberförster.
Delsarben fertig zum Anstreichen,
zesonders rasch und hart trocknend für Fußböden;
Lacke und Firnisse bester Oualität;
Trockne Farben für Tuüncher;
83 alle Gewerbe und
Fensterglas zum Hüttenpreis empfiehlt
Joh. Woll,
Tüncher und Lackirer.
Wir zeigen hiermit ergebenst an, daß wir unser Geschäftslokal
»om 1. Mai an in unser eigenes Haus
Hauptstraße neben Frau Wtb. Zorn
erlegen, und bitien wir unter Zusicherung streng reeller Bedienung
zuch in unserem neuen Lokale um geneigten Zuspruch.
Zweibrücken, im April 1881
O. - Er.

Holzversteigerung.
Donnerstag den 21. April
. J. Mittags 2 Uhr im Schul⸗
ause zu Oberwürgbach,
verden aus dem dasigen Ge—
neindewald verschiedene Holzsor—
imente versteigert, als:
5 buchen Stämme II. Cl.;
80 eichen Wagnerstangen;
22 Ster buchen Scheit II. Cl.;
60 , verschiedene Prügel u.
Krappen.
Ommersheim, 16. April 1881.
Der Bürgermeister:
Wannenmacher.

—
MFFALAII!
—A
MIAILAIMI
EBALAaII
ALAII
FALAMII
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handlung J. H. Schorer in
Berlin, W. Lützowstraße 6gratis
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ine gute Belohnung.

VAIIMM
Doen·Etiquetts &amp;

Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei von
38. X. DemekK.

4

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Acsiiegt mancher Kranke die
— Jeitungen, sich fragend, welcher
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meisten Fällen gerade das — Un⸗
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gen vermeiden und sein Geld nicht
uͤnnůtß ausgeben will, dem rathen
vir, sich von Richter's Verlags⸗
uͤnsialt in Leipzig die Broschuͤre
Deanteusi fommen zu las⸗
en, denn in diesem Schriftchen
derden die bewährtesten Heilmittel
ee und sachgemäß be⸗
prochen, so daß jeder Kranke in
ailer Ruhe prüfen und das Beste
für sic auswaͤhlen kann. Die
obige, bereits in 460. Auflage er⸗
schienene Broschure wird gratis
und franco verfandt, es entstehen also
em Besieller weiter keine Losten, als b Pis.
für seine Vostkarte.

Druck Ind Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.
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* 23832223.* 5355 53 33383 8833
m3282. 5 S3525 3333 53333
8 2 ——— 2 532 —50 8 235
53 5 2233 —*3 55 55—832 —5 22 353223
5 3 —23 5 32*353 2283 2 —2 23222
* 8. 3 5 52.53 —2 85 222. 2 *
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343233 25 323533 3235333* 235536538638 58
2 2* 3322 532 333 338
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2 2* — * 2*
88 — 358 22832 5333. 7* 57 32.322 222.* *
772738 2 2 7388.3 3552835 535 3* 235 83
2333 3 2 2.3 525332*6 8*2885 538 23
293333 23 228233 2323 — 2 5 —*
22583* 2353 28532 — — E —A
* 388 3 * ——ã * 3532 258 833.2— —2
— 333238 233 253853 32 5.. 52 523. 3. 2
— 5 358333 2385 2.3 25353 57828 2
5552383 573 52752323 285253* 3555 533585 5356*
325*8 553 223535 5 5225 A
7583 —5 5335 23356 5553332 335233 52 35 *
2382 58337 —z53332 3735 53533 853512
— 2 72 3832 —
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        St. Ingberker AMyzeiger.
der St. Jugberrer Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei
age) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
A 40 Aeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 —, einschließlich 420 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 I pro Zeile berechnet.
Donnerstag, den 21. April 1881.

63

Deutsches Reich.

GBayerischer Landtag.) Die nunmehr vorliegenden
zeschlüsse, welche der Ausschuß der Kammer der Reichsräthe über
yen Gesetzentwurf bezüglich der Einkommensteuer in zweiter Lesung
gefaßt hat, zeigen gegenüber den Beschlüssen der Abgeordnetenkam-
ner folgende wesentliche Aenderungen: Zu Art. 4 wurde nach An—⸗
nrag des Reichsraths Grafen zu Ortenburg eine veränderte Steuer⸗
scala angenommen, deren Zwed sein soll, die Einkommengröße in
den einzelnen Classen gkeichheitlicher zu vertheilen und das Procent⸗
maß allmählich zu steigern; für das Anfangs-Einkommen bis zu
1000 M. bringt die Scala eine kleine Erniedrigung, dagegen bei
yen höheren Classen eine Erhöhung. Zu Art. 11 beantragte Frei⸗
serr zu Franckenstein, daß von der Einkommensteuer befreit sein
ollen „Jene, welche ein Einkommen von weniger als 400 M.
haben“. Diesem Antrag trat der Finanzminister entschieden ent—
jegen und erklärte, daß er es sich vorbehalten müßte, ernstlich zu
xwägen, ob die Steuergesetze Sr. Maj. dem König zur Sanction
orzulegen seien, wenn der Antrag Franckenstein angenommen würde;
s würde sich durch denselben ein ungedeckter Ausfall von 100,000
MN. ergeben und zudem eine große Anzahl von Personen des Land⸗
—
Antrag Franckenstein mit 4 gegen 8 Stimmen angenommen.

Die Vorarbeiten für die nächsten Landtagswahlen in Bayern
ind im Ministerium des Inneren, wie man vernimmt, in der
‚auptsache bereits beendet, so namentlich die Eintheilung der Wahl⸗
reise und die Festsetzung der Zahl der in jedem Wahlkreis zu
vählenden Abgeordneten. Mehrere bisherige Abgeordnete, und zwar
yon beiden Fractionen, haben bereits erklärt, daß sie eine Wieder—
vahl nicht annehmen werden, und andererseits ist es außer Zweifel,
daß verschiedene Wahlkreise an ihren bisherigen Vertretern im
Landtag nicht festhalten werden. Die neue Abgeordnetenkammer
wird deshalb, ganz abgesehen von einer etwaigen Veränderung durch
derschiebung der Parteiverhältnisse, zu einem vielleicht beträchtlichen
Theil aus neuen Männern bestehen und zwar auf beiden Seiten
des Hauses. Die Landtagswahlen werden erst in der ersten Hälfte
oder Mitte des Monats Juni Statt finden.

Bezüglich des Abschlusses des nächsten Budgets bemerkte der
hayerische Finanzminister v. Riedel in der Sißung des Steuer⸗
Ausschusses der Kammer der Reichsräthe, daß Ausfälle bei den
jotsten und den Zöllen eingetreten seien, andererseits bestehe die
gewißheit, um 4 Mill. mehr Matrikularbeiträge zahlen zu müssen.

Der am 10. Mai Statt findenden Hochzeilsfeier des Kron—
pcinzen Rudolph von Oesterreich und der Prinzessin Stephanie von
belgien wird im Auftrag Sr. Mai.' des Konias von Bauern
brinz Leopold beiwohnen.

Nach Berliner Nachrichten beruhen alle Angaben über den
Lermin der nächsten Reichstagswahlen vorläufig nur noch
uuf Vermuthungen, da Beschlüsse darüber vor Beendigung dei
—ED
u erwarten sein dürfen.

Die Nachricht von der Adoption des Prinzen Ludwig von
daden durch den Herzog von Braunschweig erweist sich als
Sensationsmacherei einer gewissen Berliner Schwindelpublizistif

Ausland.

Der schweizerische Bundesrath hat in Folge der Unan—
nchmlichkeiten, welche dem Lande durch das Treiben der Revolu—
onäre erwgchsen, eine strengere Controle der Fremden angeordnet.
Ider muß durch Paß oder Geburtsschein legitimirt sein. Das
vanze ist natürlich mehr als ein Zeichen der Aufmerksamkeit den
anderen Regierungen gegenüber zu betrachten; dürfte jedoch kaum
iner eigentlichen Beschränkung des Asylrechts gleichkommen.

Die irische Landbill, die vom englischen Unterhause be—
its angenommen ist, bestimmt u. A.: 1. Die 500,000 gänzlich
vm guten Willen des Eigners abhängigen Haushaltungen haben
don nun an eine gesicherte Existenz. 2. Sie bewilligt die soge—
annten 3 Pdes irischen Programms, nämlich die Firxirung der
Jacht durch die 18jährige Pachiperiode, die Freiheit des Verkaufes
yt an der Pacht erworbenen Rechte und die Regelung der Pacht-
lͤhe (kair rents durch einen eigenen Gerichsshof. 3. Sie ermög⸗

licht die Bildung eines freien Bauernstandes und den Uebergang
der Pachtung in freies Eigenthum. Die waichtigste Maßregel ist
die Einsetzung eines Bodengerichtshofes oder einer Landkommission
aus drei Personen, von denen ein Mitglied des obersten Gerichts⸗
hofes sein oder gewesen sein muß. Diese Kommission wird in
Dublin residiren und behufs Vornahme von Untersuchungen Unter⸗
Zommissionen in alle Theile des Landes entsenden dürfen. Unter
chren ausgedehnten Vollmachten ist die bemerkenswertheste der Bei⸗
stand, den sie den Pächtern zur Erwerbung ihrer Pachtländer durch
Vorschüsse bis zu drei Vierteln des Kauffchillings leisten darf.
Die nächstwichtige Maßregel ist die allgemeine Anerkennung des
Pächterrechtes. Der Pöächter kann in jedem Falle sein Pachtrecht
uind Ansprüche auf Entschädigung verkaufen und wird darin von
obigem Gerichtshofe geschützt; der Eigenthümer hat das Verkaufs⸗
recht. Der Verkauf des Pachtrechtes ist nur an zwei Bedingungen
zeknüpft. Er darf nur an Eine Person erfolgen, und der Pächter
muß dem Gutsherrn von seiner Absicht des Verkaufes seiner Pacht
Nachricht geben. (Diese Bestimmungen schließen einen werthvollen
Fortschritt für Irland ein.)

Nach der „Nat.⸗Zeitung“ brachte eine der während der Bei—
etzung Alexanders U. in Petersburg anwesenden fürstlichen
—V——— gebende Verfassung;
joch erstaunt darüber, brauste der Czar mit den Worlen auf:
Wozu bin ich denn da?“ Als ihm erwidert wurde, daß nur ein
Theil der auf ihn drückenden Last durch ein Parlament abgenommen
vürde, wurde der Czar unwillig, ließ sein Gegenüber siehen und
chlug die Thür zu. Außer dem englischen Botschafter Lord
Dufferin wünschen noch andere Diplomaten, Petersburg wegen der
ingemüthlichen Atmosphäre zu verlassen; der Czar sei entschlossen,
einen eigenen Weg zu gehen. Nach kiner Mittheilung desselben
Blattes beschloß der Czar, Ersparungen zu machen, die sich nament⸗
ich auch auf militärische Ausgaben wie auf die in Polen begonnenen
großen und höchst kostspieligen Befestigungsarbeiten erstrecken sollen (2).

Aus Petersburg wird der „Irkf. Ztg.“ gemeldet. Ein
Hauptmitglied des Exekutiv-Comites, Ramens Tschustk, ist verhaftet
worden. (Nach anderen Berichten ist aber zu vermuthen, daß die
Polizei da einen falschen Griff gethan hat, oder so ungeschickt zu⸗
zelangt habe, daß ihr die kompromittirenden Schriftstücke entgingen.)

Aus Petersburg schreibt man der „Tribüne“: Es ist

aicht bald zu erwarten, daß eine Strömung der Versöhnlichkeit in
den Maßnahmen der Regierung stattfinden wird; im Gegentheil
deuten mancherlei Anzeichen darauf hin, daß man in der Umgeb⸗
ang des Kaisers zur Abschreckungstheorie auch ferner hinneigt.
Bei einem unter dem Vorfiß des Kaifers stattgefundenen Minister⸗
rath, zu dem auch mehrere andere hohe Würdenträger zugezogen
varen, rief der bei dem Kaiser sehr eiuflußreiche, durch Heirath
nit der Getzt verstorbenen) Großfürstin Maria ihm sehr nahe ver—
vandte Graf Stroganoff aus: „Noch 200,000 Nihilisten müssen
zehenkt werden.“ Freilich entgegnete ihm Loris-⸗Melikoff, daß durch
olche Schreckensmaßregeln gewiß noch zwei Millionen Nihilisten
geschaffen werden würden; jedoch die Ansicht; Stroganoff's, daß vor⸗
äufig nur von einem unbedingten Schreckensregiment Rettung zu
exrwarten sei, fand die zahlreichere Zustimmung. Vor kurzem ist
der Kaiser nach dem von Petersburg weit abgelegenen, räumlich
ehr beschränkten Schlosse in Gatschino übergesiedelt, das seit dem
dergangenen Jahrhundert unbewohnt war. Kin sechsfacher Militär—
Cordon ist um das Schlößchen aufgestellt.

Die Franzosen gehen gegen die Krumirs in fünf Colonnen
vor, welche zusammen 82 Bataillone Infanterie, I6 Schwadronen
Reiterei, 9 Batterieen, 3 Compaanieen Geniesoldaten und 10 Com—
pagnieen Train zählen.

Vermischtes.

F Die pfälzischen Bahnen vereinnahmten im 1. Quartal 1881
Januar, Februar, März) um 313,767 M. 96 Pf. weniger, als
in dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

F Aus Zweibrücken berichtet die „Pfälz. Vzig.“: Einer
Wittwe, die mit ihrem jetzigen Geliebten das Weile suchen wollte,
tand ein Hinderniß im Wege, sie hatte nämlich lange vorber schon
        <pb n="236" />
        wei kleine Kinder angenommen. Um diese nun los zu werden,
ging sie zu einer Familie, bei welcher sie früher im Taglohn ar—
Zeitete, und lieh sich 16 Mark unter dem Vorwande, sie kaufte sich
mancherlei in die Haushaltung. So lange wollte sie auch die
beiden Kinder dort lassen. Sie ging aber nun, anstatt einzu⸗
kaufen, mit ihrem Geliebten nach Amerika. Der hintergangene
Familienvater sieht nun mit dem plötzlichen Zuwachs seiner Familie
uͤbel drein.

F Die am Ostermontag in Landstuhl Statt gehabte libe⸗

rale Wählerversammlung war von ca. 160-170 Personen be—⸗
sucht; Dr. Geiger von Landstuhl führte den Vorsitz. Nach
kurzet unwesentlicher Diskussion wurde beschlossen, den bisherigen
Wahlausschuß mit der Ausarbeitung von Statuten für einen zu
gründenden Wahlverein zu betrauen und demselben noch einige
Hitglieder aus jedem Kanton zuzugesellen. In einer später ein⸗
zuberufenden Versammlung wird sich dann der Wahlverein kon⸗
stituiren. Ueber das Reichsunfallbersicherungsgesetz wird in einer
späteren Versammlung diskutirt werden. Herr Reichstagsabgeord—
neter Dr. Buhl wird das Referat über diese Frage übernehmen.
Als Ort der nächsten Versammmlung wurde wiederum Landstuhl
bestimmt.
7 Aus dem Reichenbacherthal.. Vor mehreren
Monalten ließ in der Gemeinde Albersbach ein Budenbesitzer einige
ausländische Thiere, darunter auch ein kleines Krokodil sehen. Eines
Tages nun war das Thier plötzlich auf räthselhafte Weise ver—
schwunden, ohne daß bis jetzt weitere Spuren von ihm entdeckt
werden konnten. Gestern Abend nun wurde dasselbe von einem
Manne aus hiesiger Gegend, der es in der Dunkelheit für eine
Fischotter hielt, mit seinem Stachelstock erschlagen. Wie man hört,
foll das Thier, welches vom Kopf bis zum Schwanzende eine
Länge von nahezu 2 Fuß zeigt, dem Gewerbemuseum in Kaisers⸗
sautern zum Geschenk gemacht werden. (2)

4 738 Auswanderer von Lin genfeld, worunter ca. 20
stinder im zarten Alter von 227 Jahren, gingen auf Kosten dieser
Gemeinde nach Amerika; der Bürgermeister begleitete sie bis zum
Seehafen.

In Landanu wurde ein Schulkind wegen unreinlicher,
ͤbelriechender Kleidung von dem Lehrer nach Hause geschickt mit
der Mahnuug, zu Hause um sorgfältigere Behandlung zu bitten.
Der beireffende Lehrer erhielt nun einen Brief des Vaters (ein
früherer Wirth), in welchem ihm unter Anderem das Prädikat
Lump“ beigelegt wird, dem man in Rußland eine Dynamit-
patrone unter die Füße werfen würde u. s. w. Der Lehrer hat
Len nihilistelnden Schreibebrief der richtigen Stelle übergeben.

— Beim Niederlegen einer Scheune in Schifferstadt
vurde ein 26jähriger verheiratheter Zimmermann durch eine ein
türzende Mauer erschlagen.

'In Ludwigshafen traf dieser Tage ein Schuhmacher
„on Ruppertsberg mit Familie ein, welcher vor Jahresfrist nach
Amerika ausgewandert war. Der Mann und seine Angehörigen
onnten nicht genug von dem grenzenlosen und herzzerreißenden
xlende erzählen, welchem ein großer Theil der Einwanderer ver⸗
allen, die wegen Mangels an Beschäftigung sich hungernd und
zeltelnd in Rew⸗-PYork herumtreiben. Den Meisten fehlten die
Mintel, um weiter in das Innere des Landes zu gelangen und in
stew⸗York ist bei dem fortwährenden Zuzuge von Einwanderern
in lohnende Beschäftigung nicht zu denken. GG. 3.)

Der in der lehten Zeit viel genannte Herr Heinrich Hilgard
n New⸗Pork schenkte dem Waisenhause in Speyer gleichfalls
10,000 Mark mit der Bestimmung, daß deren Zinsen zur Be—
ohnung für verdienstvolle Handwerker bei Gründung ihres Geschäftes
derwendet werden sollen.

Im kleinen Saale des neuen Kasinos zu Saarbrücken
tagte gestern (Mittwoch) eine Versammlung der Besitzer und Leiter
der größeren industriellen Etablissements des Saargebietes. Gegen⸗
tand der Besprechung dieser durch Zirkular des Reichstagsabgeord—
Jeten Geh. Kommerzienrath Herrn Stum m einberufenen Versamm⸗
lung bildet eine Berathung über das Arbdeiterunfallver
sicherungs-Gesetz. Herr Stumm gedenkt nämlich zu der
zächsten Kommissions-Berathung desselben eine Reihe von Amen—
dements einzubringen, über welche er die Ansichten seiner Herren
Kollegen zu hören wünscht.

FIn Mainz entleibte sich ein Privatmann, welcher sich
einbildete, verhungern zu müssen, da sein Geld über welches er ver
ügte, zu seiner Unterhaltung nicht ausreiche. Dabei besaß er ein
Bermögen von ca. 800,000 Mark!

P'In Paris werden jetzt von jenen Damen, welche den
Fapricen der Mode zu fröhnen gewöhnt sind, zu dunklen Roben
sochrothe Handschuhe getragen!

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demev.
Briefkasten der Redaktion.

V. S. in Seh. Anonyme Zuschriften bleiben von uns grundsätzlio
inbeachtet. Können Sie sich nicht ‚zusammen reimen“, wie der Roman ‚Di
geopferte Hand gleichzeitig in drei verschiedenen Zeitungen als „einzige von
Zerfasser autorisirte deutsche Bearbeitung“ erscheinen kann, so wenden Sie sit
inmal — aber ja nicht anonym um „Aufschluß“ an die „Pfälz. Volkz
eitung“ oder an den Speyerer Anzeiger“; eine Postkarte nach Kaiserslau
ein oder Speyer kostet nicht mehr als eine solche nach St. Ingbert.

—
Freiwillig gerichtliche!

Versteigerung.

Samstag den 7. Mai
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft der Frau Wittwe Gre⸗
wenig,

wird durch den unierzeichne⸗
jen, hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsberweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
das nachbeschriebene, zu der zwi⸗
schen Johann Josephh Grewe⸗
nig, Kaufmann in St. Ing⸗
bert und dessen daselbst verlebten
Ehefrau Elisabetha FZimmer
bestandenen Gütergemeinschaft
gehörige Grundstück in der Steuer⸗
gemeinde St. Ingbert, des evi⸗
denten Nutzens halber öffentlich
an den Meistbietenden zu Ei⸗—
genthum versteigert, nämlich:

Plan Nummer 2841 und
2842, 17 a 60 qm Acker
auf der Meß neben Pfarr⸗
land und Peter Schwarz;
Eigenthümer sind:

i. Johann Joseph Grewe—
nig, Kaufmann, Wittwer der
Verlebten;

U. Die Erben der verlebten
Flisabetha Zimmer, als:

1. Die Kinder und Erben des
zu St. Ingbert verlebten
Wirthes Julius Grewe⸗
nig, nämlich:

a) Elisabetha Grewenig,
ohne Gewerbe, minderjäh—
rige, durch die Ehe eman⸗
ipirte Ehefrau von Jo⸗
hannes Alt, Stadteinneh—
mer, dieser zugleich Cura—
tor seiner Ehefrau;
b) Catharina, c) Julius,
ch Lonise, e) Josephine
undf) Maria Grewenig,
diese fünf noch minderjäh—
rig, welche ihre Mutter
Marie Antonie Neuer⸗
bourg, Wirthin zur ge⸗
setzlichhen Vormünderin und
den nachgenannten Louis
Grewenig zum Neben⸗
ormunde haben.
Das einzige Kind und Re⸗
rasentantin der in St.
Ingbert verlebten Caroline
BGrewenig, im Leben
Fhefrau von Franz Woll,
Kaufmann und Organist,
Ramens Maria Magdalena
Woll, welche ihren ge⸗
nannten Vater zum gesetz⸗
lichen Vormund und den
nachhin genannten Louis
Grewenig zum Beivor⸗
munde hat.
Louis Grewenig, Kauf⸗
mann, zugleich Nebenvor⸗
mund der vorgenannten
Minderjährigen;
Josephine Grewenig,
gewerblose Ehefrau von Ni⸗
Drud umd Verloaa von F V. Demek in St. Inabert.

kolaus Fichter, Kassier,
beide in Neunkirchen wohn⸗
haft.
Alle, wo nicht anders ange—
jeben in St. Ingbert wohnhaft.
Die Ehemänner Johannes Alt
ind Nikolaus Fichter zugleich
der ehelichen Ermächtigung und
Gütergemeinschaft wegen bethei—
ligt.
St. Ingbert, 21. April 1881.
st. Auffschneider
Amtsverweser.
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PP 68

Donnerstag, den 21. April 1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die nunmehr vorliegenden
heschlusse, welche der Ausschuß der Kammer der Reichsräthe über
den Gesetzentwurf bezüglich der Einkommensteuer in zweiter Lesung
gefaßt hat, zeigen gegenüber den Beschlüssen der Abgeordnetenkam-
der folgende wesentliche Aenderungen: Zu Art. 4 wurde nach An—⸗
ag des Reichsraths Grafen zu Ortenburg eine veränderte Steuer—
cala angenommen, deren Zweck sein soll, die Einkommengröße in
den einzelnen Classen gleichheitlicher zu vertheilen und das Procent-
naß allmählich zu steigern; für das Anfangs-Einkommen bis zu
(0oo M. bringt die Scala eine kleine Erniedrigung, dagegen bei
en höheren Classen eine Erhöhung. Zu Art. 11 beantragte Frei—
jert zu Franckenstein, daß von der Einkommensteuer befreit sein
llen „Jene, welche ein Einkommen von weniger als 400 M.
haben“. Diesem Antrag trat der Finanzminister entschieden ent⸗
egen und erklärte, daß er es sich vorbehalten müßte, ernstlich zu
agen, ob die Steuergesetze Sr. Maj. dem König zur Sanction
sorzulegen seien, wenn der Antrag Franckenstein angenommen würde;
„würde sich durch denselben ein ungedeckter Ausfall von 100,000
N. ergeben und zudem eine große Anzahl von Personen des Land⸗
agswahlrechtes beraubt werden. Der Ausschuß hat indessen den
Antrag Franckenstein mit 4 gegen 3 Stimmen angenommen.

Die Vorarbeiten für die naͤchsten Landtagswahlen in Bayern
ind im Ministerium des Inneren, wie man vernimmt, in der
dauptsache bereits beendet, so namentlich die Eintheilung der Wahl⸗
zeise und die Festsetzung der Zahl der in jedem Wahlkreis zu
vählenden Abgeordneten. Mehrere bisherige Abgeordnete, und zwar
son beiden Fractionen, haben bereits erklärt, daß sie eine Wieder⸗
wahl nicht annehmen werden, und andererseits ist es außer Zweifel,
daß verschiedene Wahlkreise an ihren bisherigen Vertretern im
dandtag nicht festhalten werden. Die neue Abgeordnetenkammer
wird deshalb, ganz abgesehen von einer etwaigen Veränderung durch
verschiebung der Parteiverhältnisse, zu einem vielleicht beträchtlichen
Theil aus neuen Männern bestehen und zwar auf beiden Seiten
es Hauses. Die Landtagswahlen werden erst in der ersten Hülfte
der Mitte des Monats Juni Statt finden.

Bezüglich des Abschlusses des nächsten Budgets bemerkte der
vayerische Finanzminister v. Riedel in der Sitzung des Steuer⸗
gusschusses der Kammer der Reichsräthe, daß Ausfälle bei den
Forsten und den Zöllen eingetreten seien, andererseits bestehe die
hewißheit, um 4 Mill. mehr Matrikularbeiträge zahlen zu müssen.

Der am 10. Mai Statt findenden Hochzeitsfeier des Kron—
zeinzen Rudolph von Oesterreich und der Prinzessin Stephanie von
delgien wird im Auftrag Sr. Maj. des Konigs von Bayern
Prinz Leopold beiwohnen.

Nach Berliner Nachrichten beruhen alle Angaben über den
dermin der nächsten Reichstagswahlen vorläufig nur noch
auf Vermuthungen, da Beschlüsse darüber vor Beendigung der
eßigen Session, die bis Pfingsten in Aussicht genommen ist, kaum
u erwarten sein dürfen.

Die Nachricht von der Adoption des Prinzen Ludwig von
daden durch den Herzog von Braunschweig erweist sich als
Zensationsmacherei einer gewissen Berliner Schwindelpublizistik.

Ausland.

Der schweizerische Bundesrath hat in Folge der Unan⸗
nehmlichteiten, welche dem Lande durch das Treiben der Revolu⸗
—E
geder muß durch Paß oder Geburtsschein legitimirt sein. Das
banze ist natürlich mehr als ein Zeichen der Aufmerksamkeit den
nderen Regierungen gegenüber zu betrachten; dürfte jedoch kaum
mer eigentlichen Beschränkung des Asylrechts gleichkommen.

Die irische Landbill, die vom englischen Unterhause be—

angenommen ist, bestimmt u. A.: 1. Die 500,000 gänzlich
zom guien Willen des Eigners abhängigen Haushaltungen haben
zon nun an eine gesicherte Existenz 2. Sie bewilligt die soge—
jnnten 3 P des irischen Programms, nämlich die Fixirung der
hacht durch die 15jährige Pachtperiode, die Freiheit des Verkaufes
bet an der Pacht erworbenen Rechte und die Regelung der Pacht—
Phe (fair rent) durch einen eigenen Gerichtshof. 3. Sie ermög—

lticht die Bildung eines freien Bauernstandes und den Uebergang
der Pachtung in freies Eigenthum. Die wichtigste Maßregel ist
die Einsetzung eines Bodengerichtshofes oder einer Landkommission
uus drei Personen, von denen ein Mitglied des obersten Gerichts⸗
jofes sein oder gewesen sein muß. Diese Kommission wird in
Dublin residiren und behufs Vornahme von Untersuchungen Unter⸗
dommissionen in alle Theile des Landes entsenden dürfen. Unter
hren ausgedehnten Vollmachten ist die bemerkenswertheste der Bei⸗
tand, den sie den Pächtern zur Erwerbung ihrer Pachtländer durch
Vorschüsse bis zu drei Vierteln des Kaufschillings leisten darf.
Die nächstwichtige Maßregel ist die allgemeine Anerkennung des
Pächterrechtes. Der Pächter kann in jedem Falle sein Pachtrecht
und Ansprüche auf Entschädigung verkaufen und wird darin von
obigem Gerichtshofe geschützt; der Eigenthümer hat das Verkaufs—
recht. Der Verkauf des Pachtrechtes ist nur an zwei Bedingungen
zeknüpft. Er darf nur an Eine Person erfolgen, und der Pächter
nuß dem Gutsherrn von seiner Absicht des Verkaufes seiner Pacht
Nachricht geben. (Diese Bestimmungen schließen einen werthvollen
Fortschritt für Irland ein.)

Nach der „Nat.⸗-Zeitung“ brachte eine der während der Bei⸗
etzung Alexanders U. in Petersburg anwesenden fürstlichen
Zersönlichkeiten die Rede auf eine Rußland zu gebende Verfassung;
soch erstaunt darüber, brauste der Czar mit den Worten auf:
Wozu bin ich denn da?“ Als ihm erwidert wurde, daß nur ein
Theil der auf ihn drückenden Last durch ein Parlament abgenommen
vürde, wurde der Czar unwillig, ließ sein Gegenüber stehen und
chlug die Thür zu. Außer dem englischen Botschafter Lord
Dufferin wünschen noch andere Diplomaten, Petersburg wegen der
ingemüthlichen Atmosphäre zu verlassen; der Czar sei entschlossen,
einen eigenen Weg zu gehen. Nach einer Mittheilung desselben
Zglattes beschloß der Czar, Ersparungen zu machen, die sich nament⸗
ich auch auf militärische Ausgaben wie auf die in Polen begonnenen
—VVV

Aus Petersburg wird der „Irkf. Ztg.“ gemeldet: Ein
Hauptmitglied des Exekutiv-Comites, Namens Tschusk, ist verhaftet
vorden. (Nach anderen Berichten ist aber zu vermuthen, daß die
Polizei da einen falschen Griff gethan hat, oder so ungeschickt zu—
zelangt habe, daß ihr die kompromittirenden Schriftstücke entgingen.)

Aus Petersburg schreibt man der „Tribüne“: Es ist
nicht bald zu erwarten, daß eine Strömung der Versöhnlichkeit in
den Maßnahmen der Regierung stattfinden wird; im Gegentheil
deuten mancherlei Anzeichen darauf hin, daß man in der Umgeb⸗
ung des Kaisers zur Abschreckungstheorie auch ferner hinneigt.
Bei einem unter dem Vorsitz des Kaisers stattgefundenen Minister—
rath, zu dem auch mehrere andere hohe Würdenträger zugezogen
varen, rief der bei dem Kaiser sehr einflußreiche, durch Heirath
mit der (jetzt verstorbenen) Großfürstin Maria ihm sehr nahe ver—
vandte Graf Stroganoff aus: „Noch 200,000 Nihilisten müssen
gehenkt werden.“ Freilich entgegnete ihm Loris⸗Melikoff, daß durch
olche Schreckensmaßregeln gewiß noch zwei Millionen Nihilisten
zeschaffen werden würden; jedoch die Ansicht. Stroganoff's, daß vor—
äufig nur von einem unbedingten Schreckensregiment Rettung zu
rwarten sei, fand die zahlreichere Zustimmung. Vor kurzem ist
ner Kaiser nach dem von Petersburg weit abgelegenen, räumlich
ehr beschränkten Schlosse in Gatschino übergesiedelt, das seit dem
ergangenen Jahrhundert unbewohnt war. Ein sechsfacher Militär—
Fordon ist um das Schlößchen aufgestellt.

Die Franzosen gehen gegen die Krumirs in fünf Colonnen
vor, welche zusammen 32 Bataillone Infanterie, 16 Schwadronen
seiterei, O Batterieen, 8 Compagnieen Geniesoldaten und 10 Com⸗
agnieen Train zählen.

Vermischtes.

4 Die pfälzischen Bahnen vereinnahmten im 1. Quartal 1881
Januar, Februar, März) um 313,767 M. 96 Pf. weniger, als
n dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

7 Aus Zweibrücken berichtet die „Pfälz. Vztg.“: Einer
Wittwe, die mit ihrem jetzigen Geliebten das Weite suchen wollte,
tand ein Hinderniß im Wege, sie hatte nämlich lange vorher schon
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        zwei kleine Kinder angenommen. Um diese nun los zu werden,
ging sie zu einer Familie, bei welcher sie früher im Taglohn ar—
deitete, und lieh sich 16 Mark unter dem Vorwande, sie kaufte sich
mancherlei in die Haushaltung. So lange wollte sie auch die
beiden Kinder dort lassen. Sie ging aber nun, anstatt einzu—
kaufen, mit ihrem Geliebten nach Amerika. Der hintergangene
Familienvater sieht nun mit dem plötzlichen Zuwachs seiner Familie
übel drein.

4 Die am Ostermontag in Landstuhl Statt gehabte libe—
rale, Wählerversammlung war von ca. 160 —-170 Personen be—
sucht; Dr. Geiger von Landstuhl führte den Vorsitz. Nach
kurzer unwesentlicher Diskussion wurde beschlossen, den bisherigen
Wahlausschuß mit der Ausarbeitung von Statuten für einen zu
gründenden Wahlverein zu betrauen und demselben noch einige
Mitglieder aus jedem Kanton zuzugesellen. In einer später ein—
zuberufenden Versammlung wird sich dann der Wahlverein kon⸗
ftituiren. Ueber das Reichsunfallversicherungsgesetz wird in einer
jpäteren Versammlung diskutirt werden. Herr Reichstagsabgeord—
neter Dr. Buhl wird das Referat üher diese Frage übernehmen.
Als Ort der nächsten Versammlung wurde wiederum Landstuhl
bestimmt.

Aus dem Reichenbacherthal. Vor mehreren
Monaten ließ in der Gemeinde Albersbach ein Budenbesitzer einige
ausländische Thiere, darunter auch ein kleines Krokodil sehen. Eines
Tages nuid war das Thier plößtzlich auf räthselhafte Weise ver—
schwunden, ohne daß bis jetzt weitere Spuren von ihm entdeckt
werden konnten. Gestern Abend nun wurde dasselbe von einem
Manne aus hiesiger Gegend, der es in der Dunkelheit für eine
Fischotter hieli, mit seinem Stachelstock erschlagen. Wie man hört,
soll das Thier, welches vom Kopf bis zum Schwanzende eine
Länge von nahezu 2 Fuß zeigt, dem Gewerbemuseum in Kaisers—
lautern zum Geschenk gemacht werden. (7)

73 Auswanderer von Liugenfeld, worunter ca. 20
Kinder im zarten Alter von 2—7 Jahren, gingen auf Kosten dieser
Gemeinde nach Amerika; der Bürgermeister begleitete sie bis zum
Seehafen.

FIn Landau wurde ein Schulkind wegen unreinlicher,
übelriechender Kleidung von dem Lehrer nach Hause geschickt mit
der Mahnuug, zu Hause um sorgfältigere Behandlung zu bitten.
Der beireffende Lehrer erhielt nun einen Brief des Vaters (ein
früherer Wirth), in welchem ihm unter Anderem das Prädikat
„Lump“ beigelegt wird, dem man in Rußland eine Dynamit⸗
patrone unter die Füße werfen würde u. s. w. Der Lehrer hat
den nihilistelnden Schreibebrief der richtigen Stelle übergeben.
J
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

Samstag den 7. Mai
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth—
schaft der Frau Wittwe Gre—⸗
wenig,

wird durch den unterzeichne⸗
ten, hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
das nachbeschriebene, zu der zwi—
schen Johann Joseph Grewe⸗
nig, Kaufmann in St. Ing—
bert und dessen daselbst verlebten
Ehefrau Elisabetha Zimmer
bestandenen Gütergemeinschaft
gehörige Grundstück in der Steuer⸗
gemeinde St. Ingbert, des evi—
denten Nutzens halber öffentlich
an den Meeistbietenden zu Ei—
genthum versteigert, nämlich: —

Plan Nummer 2841 und
2842, 17 a 60 qm Acker
auf der Meß neben Pfarr⸗
land und Peter Schwarz;
Eigenthümer sind:

J. Johann Joseph Grewe⸗
nig, Kaufmann, Wittwer der
Verlebten;

II. Die Erben der verlebten
Elisabetha Zimmer, als:

1U. Die Kinder und Erben des

zu St. Ingbert verlebten
Wirthes Julius Grewe⸗
nig, nämlich:

a) Elisabetha Grewenig,
ohne Gewerbe, minderjäh—
rige, durch die Ehe eman—
ripirte Ehefrau von Jo—
hannes Alt, Stadteinneh⸗
mer, dieser zugleich Cura—
tor seiner Ehefrau;
m) Catharina, e) Julius,
i) Louise, o) Josephine
undf) Maria Grewenig,
diese fünf noch minderjäh—
rig, welche ihre Mutter
Marie Antonie Netter⸗
zourg, Wirthin zur ge⸗
etzlichen Vormünderin und
den nachgenannten Louis
GBrewenig zum Neben—
zormunde haben.
Das einzige Kind und Re—
»rasentantin der in St.
Ingbert verlebten Caroline
Hrewenig, im Leben
Ehefrau von Franz Woll,
daufmann und Organist,
Namens Maria Magdalena
Woll, welche ihren ge—
nannten Vater zum gesetz⸗
lichen Vormund und den
aachhin genannten Louis
Grewenig zum Beivor⸗
munde hat.
Louis Grewenig, Kauf—⸗
mann, zugleich Nebenvor—
mund der vorgenannten
Minderjährigen;
Josephine Grewenig,
gewerblose Ehefran von Ni—
Druck und Nerlga von F. J.

Beim Niederlegen einer Scheune in Schifferstad.
vurde ein 26jähriger verheiratheter Zimmermann durch eine ein—
türzende Mauer erschlagen.

F In Lud wigshafen traf dieser Tage ein Schuhmache,
don Ruppertsberg mit Familie ein, welcher vor Jahresfrist nach
Amerika ausgewandert war. Der Mann und seine Angehörigen
onnten nicht genug von dem grenzenlosen und herzzerreißenden
Elende erzählen, welchem ein großer Theil der Einwanderer ver.
fallen, die wegen Mangels an Beschäftigung sich hungernd und
hettelnd in New-York herumtreiben. Den Meisten fehlten die
Mittel, um weiter in das Innere des Landes zu gelangen und in
Rew⸗PYork ist bei dem fortwährenden Zuzuge von Einwandererp
an lohnende Beschäftigung nicht zu denken. (F. Z.)

— Der in der letzten Zeit viel genannte Herr Heinrich Hilgard
in New-York schenkte dem Waisenhause in Speyer gleichfalls
0,000 Mark mit der Bestimmung, daß deren Zinsen zur Be—
ohnung für verdienstvolle Handwerker bei Gründung ihres Geschäftes
derwendet werden sollen.

Im kleinen Saale des neuen Kasinos zu Saarbrücken
agte gestern (Mittwoch) eine Versammlung der Besitzer und Leiter
der größeren industriellen Etablissements des Saargebietes. Gegen,
tand der Besprechung dieser durch Zirkular des Reichstagsabgeord
aeten Geh. Kommerzienrath Herrn Stunm m einberufenen Versamm
ung bildet eine Berathung über das Arbeiterunfallver
icherungs-Gesetz. Herr Stumm gedenkt nämlich zu der
aächsten Kommissions-Berathung desselben eine Reihe von Amen—
dements einzubringen, über welche er die Ansichten seiner Herren
Kollegen zu hören wünscht.

F In Mainz entleibte sich ein Privatmann, welcher sich
einbildete, verhungern zu müssen, da sein Geld über welches er ver
zügte, zu seiner Unterhaltung nicht ausreiche. Dabei besaß er ein
Vermögen von ca. 300,000 Mark!

FIn Paris werden jetzt von jenen Damen, welche der
Tapricen der Mode zu' fröhnen gewöhnt sind, zu dunklen Robep
hochrothe Handschuhe getragen!

Für die Nedaction nerantwortlich: F. X. Demen.
Briefkasten der Redaktion.

X. S. in Se, Anonyme Zuschriften bleiben von uns grundfsäzlis
unbeachtet. Können Sie sich nicht „jusammen reimen“, wie der Roman ,Di
Jeopferte Hand“ gleichzeitig in drei verschiedenen Zeitungen als „einzige vom
Zerfasser autorisirte deutsche Bearbeitung“ erscheinen kann, so wenden Sie sich
inmal — aber ja nicht anonym — um „Aufschluß“ an die „Pfälz. Volkz—
zeitung“ oder an den „Speyerer Anzeiger“; eine Posikarte nach Kaiserslar—
jern oder Speyver kostet nicht mehr als eine solche nach St. Ingbert.
kolaus Fichter, Kassier, Den verehrl. Ein
beide in Neunkirchen wohn⸗ 58 weohnern hiesige
haft. Stadt die ergebene Mittheilung
Alle, wo nicht anders ange⸗ daß ich mein Geschäfts
zeben in St. Ingbert wohnhaft. bureau von Lautzkaͤrchen
Die Ehemänner Johannes Alt nach St. Jugbert ver
and Nikolaus Fichter zugleich 'egen werde.
der ehelichen Ermächtigung und Meine Wohnung befindet sich in
Gütergemeinschaft wegen betheie 2. Stock des Hauses von Hern
igt. Bierbrauer Munzinger.
St. Ingbert, 21. April 1881. August Röhm,
. Aufssschneider Geschäftsmann.
Amisverweser. Ein wohlerzogene
Mein in der Kohlenstraße Junge mit gute
—* gelegenes Faus ist ge- Schulbildung (nur ein solcher
gen billigen Preis zu verkaufen zur Erlernung des Buchdruckere
oder zu vermiethen. Geschäftes findet Aufnahme be
v Aesen Uhrmacher. F. A. Demetz.
äheres bei Herrn Philipp34.
Hünther, hier. Nechnungen
en c vr
veseitigt gefahrl ind sicher (au —7
e gieheleg end ge den bidigt angefccuüct dei
Drusies vw. in Leipæig. F. X. Demetz
22
randerunas⸗Maentur
—

7
lk
empfiehlt sich zur Ausfertigung von Ueberfahrtsverträgen
via Hamburg, Bremen, Antwerpen, Rotterdam
Liverpool SF Havre

dermittelst den besten Postdampfschiffen, nach allen Theiler
Amerikas unter Zusicherung billigster Preisen.

Demest in St. Inabert.
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        555 33 4

25558 5.55 533285

—5 588* 53285—7z535355

5* 53 55 —333235

QA S. 8 5 — 55 —XS

I84 33 2323 — 5— 233535558

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— ß 8 53 75 522

— 33 ——2533 83 2 58 55*8638 — 558

5538353 323 38 377353 35

—* s —3 *255 —— — * — 3 82

3 * 28 —S 28 8 268 *8 2 2508 * 8

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3 —22352—8* 233 283535335 57 3232 — 2358 w

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— — ——— — 2 9 28 3388 —— 25 32

—75253 3328 3235357 52 5326242 33

83* 32835 —77 SZ833 5333

28 —
52 55 2 — 5258 8 5235 — 223 2 32

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—*52535 * — 2 5382338* — 2 23 —F 5S5552 &amp;
——82532* 3825533355 23335823357 — —A
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22 83225* — 8* 2552 3 55 85 ag 5 — 738535 25 5

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— — 582 — 2 — — — 5* 22 8 —⸗* . —352 as ,8

535732 — 53335

55 8 3* * 5838 52838 5 *

55525 53323—335 —3353385* 556383 3255357385

228 53 * — — — * * —e — —— — —

— —— — 53833 —E 5* 2282 322

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— —7583 3232 33385308
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31
4
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S83 * — 228
2 * 522358 — *— 87 8 * * 5*
—— 38 32335335 2585 ——
2 2 — — 52 —5 3 32533 538
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*5 25 53335357 3 2 8* 5335k32 227 53355
25 5535 — — 5 533 55 5328 * 28588* A— A
37 z3353—s533 —538 *3583 28383 33358 3255
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7 * — —2 5—522 2 22 — ** —* —æ g
3 58 237 2 3*8 ———— —— — 5 25 35—236
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        St. Ingberler Anzeiger.
der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei

age) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis beirägt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebluhr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Btattschrist oder deren Naum, NReclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
6 67

Samstag, den 23. April
18815
X

Dentsche Arbeit in fremden Erdtheilen. “

Es giebt kaum einen Punkt der bewohnten Länderräume unseres
Planeten, wo nicht der Gruß der deutschen Sprache einen Wider⸗
jall fände, wo nicht Deutsche sich angesiedelt hätten, wo nicht
Deutsche die Träger der vorhandenen Kultur, die Vermittler nütz-
icher Kenntnisse und Fertigkeiten, die Förderer des Gemeinwohles,
reiheitlicher Institutionen bereits geworden sind. Wie seit den
zeiten der Volkerwanderung in Europa kein epochemachendes Ereig⸗
niß, weder auf politischem, noch auf religiösem und allgemein gei—
tigem Gebiete, ohne die direkte oder indirekte Betheiligung des
eutschen Volkes eingetreten ist, so treten auch auf dem weiten Plan
er Festländer der Erde überall die Spuren deutscher Arbeit, deut⸗
chen Fleißes, deutschen Geistes uns entgegen. Wir mögen in der
ttichtung eines Längenkreises die Länder Amerikas von Queebecks
iberreisten Wäldern bis zu den Feuerlandsinseln durchwandern oder
en Breitenkreisen folgend die Küsten⸗, Binnen- und Inselländer
zer alten Welt und Australiens aufsuchen, überall werden uns Deutsche
die Hand zum Gruße reichen und uns mit berechtigtem Selbsibe⸗
oußtsein von ihrem Einflusse auf Verbesserung des Gemeinde- und
ztaatswesens, der Arbeit der natürlichen und künstlichen Pro—
uction u. s. w. erzählen. Mit Stolz können wir auf die Leist—
ing des deutschen Geistes in fernen Welttheilen hinweisen, mit
Stolz trotz der Thatsache, daß Deutschland allein unter den Groß⸗
nächte, welche in hervorragender Weise an dem Schiffahrts- und
zandels-Verkehr aller Ozeane betheiligt sind, kein selbständiges
ztaatswesen im fremden Lande hervorgebracht hat. Einzelne arme,
erlassene Auswanderer brachten ohne jegliche Staatshilfe durch
igne Kraft und Ausdauer deutschen Geist zu so hohen und allqge—
neinem Einflusse.

Selbstverständlich muß der Einfluß deutschen Geistes in den
ändern am deutlichsten hervortreten, in welche sich die stärksten
Ströme deutscher Auswanderer ergossen haben, nämlich in den ver—
inigten Staaten von Nord-⸗Amerika. Seit dem Ende des 17. Jahr⸗
nunderts haben diese Länder gegen 4 Millionen Deutsche aufge—
iommen, die von Anfang an sich als tüchtige Arbeiter und gute
taatsbürger erwiesen. Ein Deuischer, Namens Zenger, legte in
einem ums Jahr 1730 herausgegebenen Wochenblatte freimüthig
ie Mängel der englischen Verwaltungen dar und wurde so nach
em Zeugnisse des damaligen englischen Statthalters der eigentliche
borkämpfer für die Unabhängigkeit der Unionsstaaten, für ihre
reistige und religiöse Freiheit. Deutsche erhoben bereits 1688 ihre
ẽtimme gegen den schändlichen Sklavenhandel. Deutscher Fleiß
ind Verstand machte Pennsylvanien zu einem landwirthschaftlichen
Nusterstaate. Deutsche gründeten in Nordamerika die ersten Eisen⸗
ießereien, Papiermuͤhlen, Glasfabriken und Tuchwebereien. Un—⸗
ählig viele Bauwerke, welche der Industrie, dem Verkehr, dem
hergnügen wie der Gottesverehrung dienen und durch ihre Zweck⸗
näßigkeit, Schönheit und riesenhäfte Formen Anerkennung, Be—
punderung und Staunen hervorrufen, wurden durch deutsche Inge⸗
ieure und Baumeister entworfen. Der erste von den tausenden
on Dampfern, welche durch die Wasserstraßen des Missisippigebietes
ndas Herz Amerikas eindrangen und jetzt einen tausendfach ver—
weigten Handel vermitleln, war von Deutschen ausgerüstet und
emannt, wie überhaupt Deutsche zuerst von Pittsburg den Ohio
inab in das Bett des Missisippi einlenkten und so den villigen
dasserweg nach New-Orleans eroͤffneten. In allen nur denkbaren
zerufsarten, durch deren Thätigkeit der Mensch in den vereinigten
taaten von Nordamerika den Kampf ums Dasein zu bestehen sucht,
inden wir den Deutschen, wenugleich allerdings das Haupt⸗
ontingent der deutschen Einwanderer sich der Landwirthschaͤft zu—
zewendet hat.

Deutscher Arbeit begegnen wir aber nicht blos auf dem nörd—
ichen Theile des zweigetheilten amerikanischen Kontinentes; auch die
Staaten des isthmischen Centralamerika, dessen Klima durch die Nähe
xes Ozeans auf beiden Seiten und durch die nicht unbedeutende
enkrechte Erhebung des Bodens außerordentlich gemildert wird, be—
erbergen gegen 2000 Deutsche, welche als Landwirthe und Hand⸗
verker, Ingenieure, Aerzte, Apotheker und Kaufleute inländische
ind eurobäische Produkte anbanen und den Verkeht mit Enmnn

vermitteln. Ein Deutscher gab dem Staate Costo Rica ein Straf⸗
gesetzbuch. Unstreitig muß das deutsche Element hier noch ge⸗
vinnen, wenn die Durchstechung der Landenge von Panama vol⸗
endet sein wird. Unter den südamerikanischen Staaten, in welchen
eutsche Arbeit und Kraft eine Bedeutung gewonnen haben, tritt
n neuerer Zeit ganz besonders Südbrasilien hervor. Während in
dordamerika das Deutschthum nicht die zweile Generation erlebt,
ondern ganz im anglo⸗-amerikanischen Wesen aufgeht, erblüht in
ꝛen südlichen Provinzen Brasiliens das an 180, 000 Kopfen zählende
Deutschthum herrlicher, als irgendwo. Die Ueberzeugung, daß die
veutschen Kolonisten die besten, intelligentesten Unterlhanen des
Jroßen brasilischen Kaiserreiches sind, hat neuerdings seinen Aus—
druck darin gefunden, daß die Deutschen in allen Stücken den
ihrigen Staatsbürgern gleichgestellt worden sind. Das Verdienst,
»as deutsche Element zur endlichen gebührenden Anerkennung ge⸗
racht zu haben, gebührt dem unermüdlichen Redakteur der deutschen
Zeitung in Porto Allegre, Karl von Koseritz. Seiner Energie und
der Protektion einsichtlicher brafilischer Staatsmänner ist es zu danken,
daß in nächster Zeit eine deutfche brafilische Ausstellung in Porto
Allegre eröffnet wird, welche der deutschen Industrie dieses Land
ür immer als höchst willkommnes Absaßgebiet sichern wird. Be—
ceits ist die Schifffahrt an der Südoñküste Brasiliens ganz in
deutschen Hünden.

Richten wir unsern Blick auf den „schwarzen Erdtheil“, so
können wir uns mit Stolz rühmen, daß an der Entschleierung uud
Aufschließung dieses Erdtheils für europäische Kultur auch eine
Reihe deutscher Forscher in ruhmvollster Weise theilgenommen hat.
Als Ansiedler treten uns hier Deutsche namentlich im Kaplande
entgegen, wo sie theils als Missionäre den Segen christlicher Civi—
isation unter den Eingeborenen verbreiteten, theils als Landwirthe
die Schafzucht veredelten, die Straußenzucht förderten und die
heimische Weinrebe dauten.

Sporadischer, als in anderen Erdtheilen tritt uns in Asien die
Spur der deutschen Arbeit entgegen; aber kaum wird es einen größeren
dafenplatz geben, wo nicht Deutsche unter eigner oder fremder Flagge
Zandel trieben. In der Verwaltung Indiens stehen Deutsche an der
Spitze wichtiger Departements. Mehr als irgend ein Forscher einer
inderen Nation haben die Brüder Schlagintweit zur Erforschung des
Wunderlandes Indien und des erhabenen Himalaya gethan. Der
»eutsche Dr. Junghuhn pflanzte den für die kranke Menschheit so
vichtigen Chinarindenbaum in Java an, deutsche Forscher durch⸗
vanderten das kolossale Chinesenreich und brachten dem Abendlande
dunde vom Innern desselben. Im Dienste chinesischer Zollbehörden
tehen zahlreiche Deutsche. Große Erfolge hat die deutsche Arbeit
zereits in Japan, dem Lande „nach dem Aufgange der Sonne“,
rrungen. Der deutsche Dr. Wagner gründete die polytechnischen
Schulen in Kioto und Tokio, der deutsche Dr. Naumann sieht an

der Spitze der geologischen Landesunterfuchung; japanische Trub—
Den werden nach deutschem Reglement eingeübt.

In Australien treten uns die Spuren deutscher Arbeit am
»eutlichsten in Südaustralien entgegen, wo zwei Deuͤtsche im Par⸗
amente sitzen und der deutsche Dr. Schamburgk Direktor des bo⸗
anischen Gartens ist. Die deutschen Dörfer dieses Koloniestaates
jaben ganz das Ansehen unsrer schwäbischen Bauerngehöfte. Wein—
ultur, Feldbau und Schafzucht sind hier durch Deutsche zu hoher
Blüthe und Einträglichkeit gebracht worden. Ueber 1000 Deutsche
ind in Melbourne angesiedelt, wo der Direktor des botanischen
Hartens der deutsche Varon von Müller ein unermüdlicher Vor⸗
ämpfer des Deutschthums ist. Ohne Zweifel wird der unbedingte
„Sieg, welchen die dentsche Industrie in Sidney und Melboutne
rrungen hat, nicht wenig zur Kräftigung des Deutschthums in
Australien überhaupt beitragen. An der Spitze der Schulbehörden
verschiedener Distrikte stehen Deutsche. Der deutsche Forscher Leich⸗
zardt wird zu allen Zeiten als einer der verdientesten Männer in
den Annalen dieser Kolonialländer eingeschrieben sein. Die wissen⸗
chaftlichen, wirthschaftlichen und politischen Resultate seiner ersten
Entdeckungsreise, anf welcher er in 7 Monaten (1844 - 1845)
3000 englische Meilen zurücklegte, waren von solcher Bedeutung,
daß sich alle Stände heeifertenn ihm durch eine Ekrengöbße ein
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        sichtbaren Ausdrudk ihrer Dankbarkeit zu geben. Er hat im Dienste
der Erforschung Australiens sein Leben gelassen.

Auch unler unsern neuseeländischen Gegenfüßlern wandeln
zahlreiche Deutsche als Landwirthe, Handwerker, Kaufleute, Aerzte,
Heistliche, Photographen. Ein Deutscher war lange Zeit Premier⸗
minister in Wilington auf Neuseeland. Deutsche finden sich auch
auf den gesegneten Inseln der Südsee. Möchte endlich einmal die
Slunde kommen, da die deutsche Regierung eine ihrer Hauptauf—
zabe darin erblickt, den Segen, welcher bisher die Auswanderung
uͤber freimde Nationen brachte, auf das eigne Vaterland zu
leiten. (Tech. Gew. Correspondenz.)
Deutsches Reich.

GBayerischer Landtiag.) Der Steuergesetz⸗ Ausschuß
der Kammer der Reichsräthe hat in erster Lesung des Gesetzentwurfs
uͤber die Capitalrentensteuer den Antrag des Reichsraths Grafen
zu Ottenburg, die Capitalrentensteuer bei einer Jahresrente von
ber 1000 M. mit 4 pCt. (statt, wie die Kammer der Abgeord⸗
neten beschloß, mit 3* pCt.) zu erheben. mit 4 gegen 3 Stimmen
angenommen.

Im Auftrage Sr. Maj. des Königs von Bayern wird sich
herzog Karl Theodor nach Braunschweig zu der am 25. d. statt⸗
ͤndenden Feier des fünfzigjührigen Regierungsjubiläums des Her⸗
—— Wilheim begeben, um die Allerhöchsten Glückwünsche zu über⸗
ringen.

Nach den neuesten Nachrichten sollen di Reichsstagswahlen
im October stattfinden.

Ausland.

Aus Paris wird der „Köln. Zeitung“ gemeldet: In Folge
der erneuten Weigerung des Bey von Tunis, mit den Franzosen
gemeinsam gegen die Krumirs vorzugehen, beschloß die französische
Rtegierung, eine Flotte mit Landungstruppen vor Tunis zu senden.
Die Truppen werden gegenwärtig in und um Toulon concentrirt
und befiehen aus zwei Infanterie-Regimentern, einem Cavalerie⸗
Regiment, einem Jägerbataillon zu Fuß, zwei Batterieen und einer
Fenie⸗ und Train ⸗Abtheilung. Von der französisch- tunesischen
Grenze vernimmt man fast nichts. Die Behörden lassen fast nur
Depeschen durch, die ihnen gefallen.

In Paris wurde am 10. April die internationale Münz-
conferenz durch den französischen Minister des Auswärtigen Barthe⸗
emey St. Hilaire mit einer begrüßenden Ansprache eröffnet. Auf
der Münzeonferenz sind folgende fünfzehn Staaten vertreten:
Deutschland, Oesterreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Nordame⸗
ka, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Holland,
Portugal, Rußland, Schweden und die Schweiz. Die Vertreter
ẽnglands und Italiens sind noch nicht eingetroffen.

Der „Telegraphe“ bringt folgende offizioͤse Mittheilung: „Trotz
der feindseligen Haliung des Bey von Tunis bleibt die franzö⸗
sische Regierung daben nicht unmittelbar gegen Tunis einschreiten
zu wollen; aber das Touloner Geschwader hat Befehl, sich auf
das erste Zeichen zur Abfahrt bereit zu halten, wenn der Fanatis-
nus der Mohamedaner die europäischen Residenten ernstlich bedroht
oder wenn irgend eine andere erhebliche Ursache eintreten sollte.“

Der Kronprinz Oscar von Schweden beabsichtigt, sich in's
französische Hauptquartier nach Nordafrika zu begeben, um dort
den militärischen Operationen als Freiwilliger beizuwohnen.

Die Zustaͤnde in Petersburg werden von dverschiedenen
Seiten als außerordentlich düster geschildert. Der Zar kommt nicht
zum Aufathmen; er mißtraut seiner ganzen Umgebung und wohl
aicht ohne Grund; denn, so gut ihm die nihilistischen Proklamationen
in die Hände gespielt werden konnten, ebenso gut könnte ihn auch
die Hand eines Meuchelmörders erreichen. Am meisten leidet unter
diesen Verhältaissen die Zarin, welche sich in der furchtbarsten Auf⸗
regung befindet; sie soll es auch sein, welche ihren Gemahl dazu
drängt, gewisse Forderungen der Nihilisten zu bewilligen, bis jetzt
aAllerdings ohne Erfolg. Und doch wird sich Alexander III. dazu
òntschließen müssen, denn die Verschwörung findet immer größere
Sympathie beim Volke und die widerstreitendsten Elemente fangen
an, zur Erreichung ihrer Zwede sich mit dem Nihilismus zu ver⸗
hinden. In der Umgebung des Zaren sieht man mit fieberhafter
Spannung den Beschlüssen des Zaren entgegen, denn Jedermann
fühlt, daß es sich dabei um sein eigenes Leben wie um die Ruhe
des ganzen Landes handelt.

Ein Petersburger Correspondent der „Nat.«Ztg.“ be—
zauptet, die Verwahrung des Großfürsten Nikolaus Konstantino—⸗
vitsch in Pawlowsk habe mit Politik und Nihilismus nichts zu
scchaffen; Anlaß dazu habe ein unehrerbietiger Brief gegeben, wel⸗
hen er dem Kaiser geschrieben habe.

Am 20. April überreichten die Gesandten in Athen die
Antwort der Großmächte auf die griechische Note vom 13. April.
Die Antwort ist freundlich gehalten, nimmt Act von der Annahme
des Grenzvorschlages durch Griechenland, verspricht demnächst Aus⸗
sunft über die Räumungsfrist und sagt Griechenland wohlwollende
Anterstützung bei der Ausführung zu.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 22. April. Das in der Kohlenstraße
jelegene Anwesen des Korkstopfenfabrikanten Hrn. Max Woil
burde gestern von dem Vater desselben Hrn. Kaufmann Joh. Jos.
Woll“ um die Summe von 14,000 Mark ersteigert. Das An—
vesen besteht aus einem zweistöckigen Wohnhaus, Korkstopfenfabrik
nit Maschinen und Lagerhaus.

* St. Ingbert. Unter den 88 Kandidaten, welche die
m August vor. Jahres stattgehabte Prüfung für den Einnehmerei—
zienst besianden haben, befindet sich auch der Einnehmerei⸗ (jetzt
herichtsschreiber⸗) Gehilfe Hr. Joh. Jos. Glattfeld von hier.

*—Es wird uns mitgetheilt, daß dieser Tage von Seiten
ines großen Theiles der hiesigen Bürgerschaft eine Petition
in die Direktion der Pfälzischen Bahnen abging, in der fuͤr
insere Stadt bei Aufstellung des Sommerfahrplans eine bessere
Berbindung mit den Zügen über Homburg nach der Vorderpfalz
ind von da nach hier zurück gewünscht wird. Hoffentlich findet
ieser dem Interesse unserer Stadt dienende Wunsch geneigte Be—
ichtung.

x Wir machen darauf aufmerksam, daß am 285. ds. Mtis.,
lso nächsten Montag, für die Volksschulen das neuse Schuljahr
seginnt. An diesem Tage hat auch die Aufnahme aller der Kinder
n'die Schule zu erfolgen, welche das schulpflichtige Alter erreicht
saben. Ueber die Aufnahme in die Volksschule hat eine Königl.
Allerhöchste Verordnung folgendes bestimmt:

1.) Die Werktagsschulpflicht beginnt für Knaben und Mädchen
mit dem zurüchgelegten 6. Lebensjahre.

Die Aufnahme in die Werktagsschule erfolgt zu Anfang des

Schuljahres für alle Knaben und Mädchen, welche bei gehöriger

Entwickelung der geistigen und körperlichen Kräfte zu diesem

Zeiwpunkte das 6. Lebensiahr zurückgelegt haben.

Unter der gleichen Voraussetzung ist die Aufnahme auch jenen
dnaben und Mädchen zu gewähren, welche das 6. Lebensjahr inner⸗
alb der darauffolgenden drei Monate zurücklegen werden.

Das von pfälzischen Lehrern bearbeitete Lesebuch für
die Oberklasse der Volksschule ist nun gleichfalls ministeriell ge—
iehmigt, so daß nunmehr sämmtliche Theile des neuen pfälzischen
defebuches die amtliche Genehmigung zur Einführung in den
5chulen erhalten haben.

FF Dürkhei mist durch einen hochherzigen Akt bedacht worden.
derr F. Brune daselbst hat nämlich dem 6. Fond ein Kapital
on Mk. 2500 überwiesen — unter dem Titel „Friedrich Brund—⸗
ztiftung“ —, welches zum Besten armer Konfirmanden mit der
zestimmung verwendet werden soll, daß von den Zinsen alljährlich
M. 100 fuͤr solche protestantischer Konfession ausgesetzt werden.

— In der Sitzung des Petitionsausschusses der Abg.-Kammer
»om 8. April hat der Abg. Schmidt (Zweibrücken) die Beschwerde
es Herxheimer Gemeinderaths gegen Wiederaufhebung des
stotariats in Herxheim, welche abgewiesen worden war, zur Ver—
sjandlung im Plenum der Abg.Kammer reklamirt. Die Petition
st erfolgt, weil auf eine Beschwerde der Herrheimer in Zweibrücken
enselben erklärt worden sei, daß das Justizministerium sämmtliche
rand-Notariate der Pfalz aufheben wolle.

— Das Jahr 1881 ist ein Maikäfer-Flugjahr.
da nur gemeinsames Vorgehen im Stand ist, diese gefräßigen
däfer einigermaßen unschädlich zu machen, so hat das Bezirksamt
dandau das Einsammeln und Tödten der Maikäfer durch die
Zrundbesitzer angeordnet.

Am Samstag den 30. April wird vor der Strafkammer
)»es Landgerichts Saarbrücken die Prozeßverhandlung gegen
den früheren Bankvereinskassie Max Scheuch wegei Wechsel⸗
älschung beginnen.

Trier. Als Uebungsterrain für das diesjährige Manöver
der 16. Division ist in Aussicht genommen: 2) für die Detache⸗
nentsübungen der kombinierten 31. Infanteriebrigade die Gegend
in Hetzerath; b) für die Detachementsübungen der kombinierten
32. Infanteriebrigade das Gelände zwischen Saar und Mosel,
oestlich von Saarburg; 0) für die Divisionsmanöver die Gegend
ei Hetzerath und Wittlich. Wann das Manöver beginnen wird,
st noch nicht bestimmt, es ist indessen hierfür Mitte oder Ende des
Nonats August in Aussicht genommen.

F In Weiskirchen, Reg.Bez. Trier fand am 14. dsß.
ine verheerende Feuersbrunst statt, welche in kurzem Zeit⸗
aume 31 Häuser einäscherte Der Schaden ist um so empfind—⸗
icher, als hauptsächlich der ärmere Theil der Bevölkerung davon
zetroffen wurde. Die abgebrannten Häuser waren zwar meistens
zersichert; das mitverbrannte Mobiliar war dagegen durchweg nich'
ersichert.

F Wohlbekomms! Kürzlich gelangte eine Sendung Seegras
zach Mannheim, welches, wie vermuthet wurde, mit Hülfe
»on Tabaksjauche zu Tabak verarbeitet werden sollte. Da das Ge—
etz die Verarbeitung von Substituten zu Tabak verbietet, so wurde
ine Untersuchung angesiellt, welche ergab, daß das Seegras zur
»erstellung von Cigaretten dienen sollte.
        <pb n="245" />
        Granntweinproduktionin Bayern.) Nach
den statistischen Erhebungen beträgt die Branntweinproduktion in
zayern jährlich 171,256 Hektoliter à 50 0 Tr.; die Einfuhr an
vereinsländischem (Norddeutschland, Hessen-Darmstadt ꝛc.) und
fremdem Vranntwein nach Bayern 139,883 Hektoliter, zusammen
311,139 Hektoliter, hievon ab Ausfuhr 19,280 Hektoliter verbleibt
in Bayern jährlich zum Verbrauch 291,909 Hektoliter à 50 0/0 Tr.

Der Namen der Eisenbahnstation Homburg in Lothringen
st in Uebereinstimmung mit der von der Landesverwaltung an—
jenommenen Bezeichuung in Oberhomburg abgeaͤndert

orden.

v Das in Straßburg erscheinende illustrirte Wochenblatt
Das Elsaß“ bringt eine Oster-⸗Anekdote, die vielleicht der Wahr⸗
Jeit nicht ganz ferne stehen dürste. Zur Osterzeit 1871, als noch
hiele Soldaten bei den Bürgern im Quartier lagen, erzählte die
Vorsteherin einer der dortigen Kleinkinderschulen ihren Zöglingen
die Auferstehung Jesu und wählte hierzu das ihr geläufigere und
)en Kindern besser verständliche „Strosburjer Ditsch“, nur als die
Erzählerin den zu rechter Hand des Grabes sitzenden Engel spre⸗
hen ließ, sagte sie in hochdeutscher Sprache: „Fürchtet Euch nicht.
zhr suchet Jesu den Gekreuzigten? Er ist nicht hier, fondern
nuferstanden ꝛc.“ Ein kleines Mädchen fiel hierbei der Lehrerin
jerwundert in's Wort und sagte: „Ja höre se Mamsell, isch
denn der Engel e Preuß gesinn, wyl er e so geredt het?“

F In Sachsen wehrt man sich mit großen Anstrengungen
gegen die Ueberfluthung durch Vagabunden, wie sie das Unter⸗
dützungswohnsitzgesetz und auch das, wie der „Pol. Korr.“ ge⸗
chrieben wird, wenig freundnachbarliche Abschubsystem Bayerns mehr
und mehr fördern. Für freche Bettelei, namentlich solche mit
Drohung, würde der sächsische Minister des Innern, v. Nostitz
Wallwitz, nach eigenem öffentlichen Ausspruch dle Wiedereinführung
der Prügelstrafe nur befürworten.

F Wie der „Fr. Ztg.“ aus Berlin berichtet wird, gedenkt
der pfälzische Abg. Dr. Buhl bei Wiederaufnahme der parlamen⸗
tarischen Arbeiten im Reichstag einen Gesetzentwurf bezüglich des
Verbots der Weinfabrikation einzubringen, mit dem der Reichskanzler
ich prinzipiell einverstanden erklärt hat. Inzwischen gelangten von
handelskammern, die bei dieser Frage betheiligt sind, Petitionen
in den Reichskanzler, in welchen man sich gegen die beabsichtigte

Besteuerung und für ein Verbot der Weinfabrikation ausspricht und
eantragt, die Herstellung von Kunstweinen mittelst der durch die
Chemie nachweisbaren Beisätze von Weinstein- und anderen Säuren,
Glycerin und unvergährbaren Stoffen möge strafbar gemacht und
auch die Verwendung von Traubenzucker verboten werden. Tagegen
wvird befürwortet, daß eine rationelle Verbesserung von Weinen
ichlechter Jahrgänge durch Zusatz von reinem Zucker und durch
Reduktion übermäßiger Säuren gestattet werden möge und ein der—
rtiger Wein nicht als Kunstwein zu bezeichnen sei.

F Die vor einigen Tagen Bismarck übermittelte Antisse⸗
mitenpetition erhielt in ganz Deutschland 255 000 Unter⸗
chriften; in Berlin 12 000, in Wuͤrtemberg, Baden und Hohen⸗
ollern 7000, in Bayern 9000, in Westfalen 27 000, in der
Rheinprovinz 20 000.

Die Bevölkerung des deutschen Reiches hat in den 4 Jah⸗
rxen von 1871 bis 1875 um 1668 368 Seelen, und in den fol⸗
genden 5 Jahren um 2 466 812 Seelen zugenommen.

Aus Szegedin (Ungarn) wird gemeldet, daß die Ge⸗
fahr vorüber, die Theiß stetig im Fallen ist.

Vorige Woche wurde auf der Herberge „Zum Freischültz“
in Neusatz (Süd⸗-Ungarn) durch die Polizei Graf Max v. Tat⸗
senbach, gewesener bayerischer Premierlieutenant, als subsistenzlos
ermittelt. Derselbe gab an, in der Absicht nach Neusatz gekom⸗
nen zu sein, bei dem Tunnelbau eine entsprechende Anstellung zu
erhalten, welche ihm jedoch nicht zu Theil wurde. Die Stadt⸗
zauptmannschaft telegraphirte an das k. deutsche Generalconsulat
aach Pest und suchte daselbst um die Vermittelnng einer Unter⸗
tützung von Seite seiner in München lebenden wohlhabenden Ver⸗
vandten an, welche jedoch von diesen verweigert wurde. In Folge
dessen wurde dem subsistenzlosen Grafen angedeutet, binnen 24
Stunden die Stadt zu verlassen. Er erklärte, durch die Türkei
aach Griechenland reisen zu wollen. Sonst präsenürt sich der
Braf als gebildeter, weitgereister Mann in zwar dürftiger, aber
rꝛeiner Kleidung.

F Aus Bukarest wird unter dem 10. d. M. Folgendes
berichtet: Gestern war das dem hiesigen Postamte attachirte Zollamt
Jesperrt, da fast sämmtliche Beamte, der Theilnahme an einer großen
Stempelfälschung beschuldigt, verhaftet wurden. Die Aufnahme
des Thatbestandes ergab für die letzten vier Tage allein eine Ver⸗
untreuung von 48,000 Francs.

FEin Musterinserat. Die neueste „Bukarester Ztg.“
hringt folgende nette, kleine Anzeige: Vor vier Tagen ist mir meine
Frau, von welcher ich einen Sohn und vier Töchter habe, entführt
vorden, doch ist auch die Möglichkeit einer Flucht nicht ausge⸗
chlossen. Ich verspreche Jedermann, der mir sie zurüdbringt, oder
äe bestimmt, allein zurückzukehren, eine tüchtige Tracht Schläge.
Folgt Name und Adresse.
Mar berichte.

Zweibrücken, 21. April. (Fruchtmittelpreis und Viktuallenai
Weizen — M. — Pf. Korn — M. — pf., Gerste zweireihige d M. ——
vierreihige &amp; M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — W
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 71 ppff.,
Erbsen — M. — Pf., Widen 7 M. 70 Pf., Kartoffeln 2 M. — Pf.
Zeu 8 M. 85 Pf., Stroh 83 M. 55 Pf., Weißbrod I!/ Kilogr. 57 pf.
dornbrod 3 Kilogr. 74 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 1006
Br. 6 Pf., Rindfleisch J Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 ppf. Kulbfleisch 50 Pf.,
Zammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.z Butter!/3 Kilogr. 1 M. 25 pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J1 Liter 24 Pf.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
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052

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des Castle Garden, wo alle Einwanderer gelandet werden. Nie—
derlassung, Stellenvermittlung u. s. w. Preis des „Jahrbuchs“
60 Pfg. Zu beziehen durch R. Levi, 25 Calver Strasse, Stutt-
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IIIVIIV
—NVI —AILLIIIII
französisches Journal englisches Journal für italienisches Journal
für Deutsche, Deutsche, für Deutsche,
mit erläuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire und
rerrollkommneter Ausprachebezeichnung des Englischen und Italienischen.
Herausgegeben und redigirt von Emil Sommer.

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Sprachen, namentlich für das Selbststudium und bei Vorbereitung auf
Pramina (Binjuhrig- Freiwillige); z2ugleich anziehendste und erfolgreichste
franz., engl. und ital. Lectüre 2ur Uebung und Unterhaltung, dureh die
besondere Rinrichtung dieser Journale schon bei den bescheidensten
Kenntnissen in erspriessliehster Weise verwendbar. Gründung des
INFERPRTB, I. Jani 1877; des IXIPERPRETPEMII, l. Jan. 1878 und
des italicnischen INPERPRETE, I. Jan. 1880, und sei daher letæterer
als neueste Erscheinung auf diesem Gebiete ganz besonderer Aufmerk-
vamkeit empfohlen. Durch ihren praktischen und wissenschaftlichen Werth
erfreuen sich sümmtliche drei Journale einer ganz ausserordentlichen, die
iussersten Grenzen Deutschlands und Oesterreich- Ongarns umtassenden
und im Auslande sich bis Ostindien und Amerika erstreckenden Ver-
breitung. Inhalt der drei Journale völlig verschieden: Tagesgeschichte,
populũürwissenschaftliche und vermischte Aufsätze, gediegene Novellen,
nteressante Processe éte.ʒ ferner enthält jede Nummer einen deutschen
Artikel 2um Debersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Uebor-
tragung hiorauf zur Selhsteorractur in der nächsten Nummer folgt.
Wöõcheutlieh eine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
der Post, dem Buchhandel oder direct, nur 1M. 75 Pf. (1 H. 5 Kr. ö.
W., 2 fr. 50). Preéis eincs dinzelnen Monates direct 60 Pf. Probenum-
mern GRATIS. Inserate (à 25 Pf. die 48paltige Petitzeile) von er-
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Wissenschaftlich geprüft u. begutachtet. 97 ⸗
gep JVoppelkräutermagenbitter.
nach einem alten aus einem Be—
iedictinerkloster siammenden Recept
abrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
C. PINGFL in Gottingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bit
eyt das kostbarste Hausmittel und
aat sich deßhalb fast in jeder Familie
ingebürgert. Der Benedicti—

er ist aus den feinsten, auser⸗
esensten Kräutern zusammengesezzt,
Aelche die Eigenschaften besitzen,
wohlthätig und erwärmend *
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Benedietiner find
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermanu von der Vortrefflichkeit des Benedietiner
überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergroßern.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf.
e— — — 660 6M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Sr. Hochwürden Herr Pfarrer Bernhardt Haberkorn in
Leonberg bei Mitterteich in Bayern (Oberpfalz), berichtet: Wo alle Arz⸗
neimittel vergeblich waren, nahm mein Leiden: Sausen im Kopfe, Ver⸗
dunkelung des Augenlichts, Müdigkeit der Beine und Füße, stete Schlaf⸗-
losigkeit, sowie Geschwulst an den beiden Fußknöcheln bis an die Waden
schon nach Gebrauch von 2 kleinen Fl. Ihres Benedictiner bedeutend ab
und sind mit der dritten ganz verschwunden bis auf einige Spuren der
Geschwulst. Ich bitte um fernere Zusendung von 5 Flaschen Benedictiner
und werde mir die weitere Empfehlung dieses so heilsamen und gesunden
Miitels siets angelegen sein lassen ꝛc.
anet Beplaard
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel welches sich in Folge
ieiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.

Preis à FI. ca. I50 Gr. Inh. IM.

Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mk.

Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter⸗

Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in

Göttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
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mit 15 S fuür die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
—AR

Dienstag, den 26. April 2 1881.
Deutsches Neich. i
(Bayerischer Landtag.) Die Steuerstala, welche zu—
gleich mit der am Donnerstag in der Kammer der Reichsräthe er—
folgten Annahme des Einkommensteuer⸗Gesetzes angenommen worden
ist, lautet folgendermaßen:
Klasse Einkommen Steuerbetrag
1. bis zu 400 steuerfrei.
2. über 400 bis 550, —A
3., 550, 770, 2 80,
4. . 700, 850, 3 50,
5. 850, 1000, 30,
6. 1000, 1200, — ,
7. , 1200, 1400, „20,
8., 1400 , 1600, 40,
9. „1600 , 1800, „20,
10. , 1800, 2000, ,60
II., 2000, 2250, — „
12., 2250 , 2500, ———
13. , 2500, 2750, „50,
14., 2750 , 3000, „50,
15. , 3000, 3500, — ,
16., 83500, 4000, — „
17. , 4000, 4500, „— ,
18. , 4500 , 58000, 63, — ,
19., 5000, 6000, 75 —
und so fort in der Weise, daß jede weiteren 2000 M eine weitere
slasse mit einer Steuervermehrung von je 30 M. bilden.

Wie aus Hamburg berichtet wird, ist ein Uebereinkommen
wischen dem Hamburger Senat und der Reichsregierung über

den Anschluß Hamburgs an den Zollverein bis auf die nothwen—
digen Formalitäten zum Abschluß gebracht. Der Eintritt in den
Zollberband wird auf sechs Jahre hinausgeschoben. Der Staat
übernimmt auf seine Kosten die Anlage der erforderlich werdenden
Baulichkeiten, wie Docks und Entrepots. Hamburg verpflichtet sich
dagegen, während dieser sechs Jahre alljährlich 15,000,000 Mk.
als Pauschalsumme für diese Einrichtungen und die Zoll⸗Aversional-
jummen an die Reichsregierung zu zahlen.

Bismarck konferierte mit dem russischen Botschafter Saburow
in den letzten Tagen wiederholt wegen des internationalen Vorgehens
gegen die Nihilisten.

Der „Reichsanzeiger“ verössentlicht den Text einer schon im
borigen Jahre abgeschlossenen, jetzt aber erst ratifizierten Ueberein⸗
kunft zwischen Deutschland und Frankreich wegen Be⸗
willigung des Armenrechts. Diese Uebereinkunft tritt für Bayern
an Stelle des bayerisch⸗-französischen Vertrags vom 11. März 1870.
Ihr erster Artikel lautet:

Deutsche werden in Frankreich und Franzosen in Deutschland unter den⸗
selben Bedingungen und gesetzlichen Voraussezungen zum Ärmenrechte zuge⸗
lafsen, wie die Angehörigen des betreffenden Landes, in welchem die Bewillig⸗
ung des Armenrechts nachgesucht wird.“

Ausland.

Nach einer Meldung der „Nationalzeitung“ wird die Münz⸗
tonferenz zu Paris nach der jetzt vorliegenden Haltung der aus⸗
schlagenden Mächte als vollständig aussichtslos betrachtet und dürfte
in kürzester Frist vertagt oder geschlossen werden.

Rußland soll den Mächten zur Berathung über die Mit-
del wegen Bekämpfung der revolutionären Bestrebungen eine Con⸗
ferenz vorgeschlagen haben. Ob außer in Berlin und Wien diese
Absicht auch in Rom, London und Paris Zustimmung finden
dürfte, ist mit Rücksicht auf die Gesetzgebung und politischen Ver—
Jälimisse in Jialien, Großbritannien und Frankreich zweifelhaft.
Einstweilen will Rußland zunächst die Schweiz mürbe machen,
weil diese das Ashlrecht nicht beschränken will, bez. kann. Es
jollen nämlich auf schweizerische Waaren in Rußland so hohe Zölle
gelegt werden, daß deren Einfuhr kaum noch möglich ist. Edel
wäre dies freilich von Rußland gerade nicht gehandelt; doch Je—
e sich, wie er kann — Rußtand ist groß und die Schweiz
st klein.

nen petitionirt, aus Vertretern der Landwirthschaft, der Industrie
und des Handels bestehend. Durch Ministerialbescheid war aber
die nachgesuchte Einrichtung abschlägig beschieden worden. Neuer⸗
dings ist nun ein solcher Eisenbahnbeirath für die bayerischen Bahs
nen geschaffen worden. Nur die Pfalz wurde ausgenommen, weil
die geographische Lage, die Verschiedenheit des Verwaltungssystems
und der Verkehrsinteressen dies nöthig machten und außerdem die
Schaffung eines solchen Eisenbahnbeirathes nicht ohne Eingriff in
die satzungsmäßigen Rechte des Verwaltungsraihes der Pfälzischen
Fisenbahnen sich durchführen ließe. Die königi. Staatsregierung
mpfiehlt aber dem Verwaltungsrath, sich, wie bisher, in enger
Fühlung mit den Vertretungskoörpern des Handels, der Industrie,
der Gewerbe, sowie der Landwirthschaft zu haleen. —

F Zu der Prüfung fuür den Dienst der Pfälz. Bahnen, die

am Samstag zu Ende ging, hatten sich 116 Bewerber gemeldet,
von welchen aber 16 wegen mangelnden Alters ꝛc. zu derselben
nicht zugelassen wurden. J F
In den Einlauf der Abgeordnetenkammer gelangte neuer⸗
lich eine Petition des Gemeinderathes von Gershe im, Kan—
tons Blieskastel, betreffs Abgabe von Streumaterial aus der Ge⸗
neindewaldung. —

. Dem Vernehmen nach werden sich zu der wahrscheinlich
Mitte Mai Stati findenden Fahnenweihe des in Zwei—
brücken garnisonirenden 2. Bataillons des neuformirten 18.
Inf.⸗Regiments Hr. General v. Orff, Kommandeur des 2.
»ayer. Armeekorps, und Hr. Generallieutenant Frhr. v. Horn
einfinden. WM

. Die diesjährige unter großer Betheiligung Statt gehabte
Zeneralversammlung des Bezirkssängerbundes 8w eibrücken
eschloß, das Sängerfest am Pfingstmontag den 9. Juni in
dornbach abzuhalten. Der Bund zahlt gegenwärtig 18 Vereine
mit ca. 500 Sängern. Da sich der Festausschuß sowie die Ge—
neindevertretung der Stadt Hornbach der Sache sehr warm
ainnehmen, so stehen den Festbesuchern ein paar fröhliche Stunden
Hevor, vorausgesetzt, daß dem schönen Bündniß der Sänger sich
die Allianz eines freundlich gesinnten Himmels zugesellt. —

F Die Würzburger Dombau⸗Lotterie ist den HH. A. und B.
Schuler in Zweibrücken übertragen worden; die Ziehung soll noch
yor Ende dieses Jahres erfolgen.

F Wie die „S. Pr.“ wissen will, wäre im Wahlbezirk Zwe i⸗
brücken⸗Pirmasens an Stelle des eine Wiederwahl ab⸗
lehnenden Herr Oberstlandesgerichtsrathes Schmidt Herr Bürger⸗
meister Märker von Zweibrücken als Kandidat für den Reichsiag
ausersehen.

F Emil Glossier in Frankenthal erhielt ein Patent auf
einen Kohlensparer; es soll durch denselben das selbstthätige Aus—
chwemmen der Asche aus den Brennmaterial⸗Rückständen der Zim⸗
neröfen und die Wiedergewinnung der darin enthaltenen noch brenn⸗
haren Bestandtheile erreicht werden. Der Erfinder gibt die dadurch
zewirkte Ersparniß an Brennmaterial auf 15 pCt. an, abgesehen
davon, daß Zimmergarnituren, Vorhänge ꝛc. länger halten, weil fie
nicht inehr durch Aschen- und Kohlenstaub verdorben werden.

Die diesjährige Anstellungsprüfung für die protestant. Pfarr-
imts⸗Candidaten der Pfalz findt am 22. Juni Jl. J. und an den
darauf folgenden Tagen in Speyer statt. Außer Hrn. Con⸗
istorialrath Risch, welcher die Prüfung leitet, sind als Prüfungs-
ommissäre berufen, die k. Dekane Wündisch in Germersheim und
krieger in Kirchheimbolanden, dann Herr Stadtpfarrer Ney in Speyer.

— Als Kuriosum wird die Notiz von Interesse sein, daß von
den drei Mitgliedern des neuen badischen Ministeriums Turban
strenggläubiger Protestant, der Finanzminister Ellstätter Israelit
und der neue Justizminister Nokk Katholik ist.

In Uebereinstimmung mit dem kgl. Landgerichte München J,
und entgegen der Ansicht des Oberlandesgerichtes Bamberg hat das
Oberlandesgericht München ausgesprochen, daß in Baiern abge⸗
chlossene Verträge mit einer in Baiern nicht zugelassenen Versiche⸗
rungsgesellschaft giltig und klagbar seien. Die unterlegene Partei
Jat gegen diesen Ausspruch Revision ergriffen. In der legten
Sitzung des Reichsgerichts wurde aber die Revision zurückgewiesen,

ohin die Ansicht des Oberlandesgerichtes München für richtig erklärt.

Vermischtes.
F Die pfälzische Handels- und Gewerbekammer hatte bei
jer Regierung um einen Eisenbabnbeirath für die pfälzischen Bah⸗
        <pb n="248" />
        F In den bay erischen Steuerverhältnissen ist die Mit⸗
theilung interessant, daß in der Steuerperiode 1874-1879 in
ganz Bayern nur 140 Personen ein Jahreseinkommen von
uͤber 6000 Mark angegeben haben, obgleich in mehreren größeren
Städten des Landes allein sich je mehr Personen eines solchen
Einkommens befunden haben dürften.

4 Ein Fall von grauenerregender jugendlicher Verkommenheit
kam am 85. April vor der Strafkammer des Kölner Landgerichts
zur Verhandlung. Ein 14jähriger Junge mußte zu 5 Jahren
Befängniß verurlheilt werden, weil er seine eigene Mutter mit einem
Beil erschlagen hatte.

Ein großes Schwindelcomplott wird von Brüfssel aus
awisirt. Es haben sich daselbst seit Mitte März drei Personen
zusammengethan, um Fabrikanten in Deutschland, England und
Frankreich in großem Maßstabe zu beschwindeln. Zwei von den
Schwindlern sind Belgier, der Dritte im Bunde ist ein Ausländer.
Die beiden Belgier genießen, obschon ohne Grund, eines gewissen
Vertrauens. Der Eine von ihnen hat seinen ganzen Besitzz seiner
Frau verschrieben, der Andere hat blos Schulden. Immerhin wird
z23 ihnen in Folge eines unbegründeten Renommé's nicht schwer
halten gute Referenzen aufzugeben. An einem einzigen Tage gingen
zweihundert Briefe mit Bestellungen nach allen Himmelsrichtungen
ab. Man bestellt Kaffee, Schnaps, Wein, Leinen, Tücher bunt
durcheinander.

Ein Dieb im Parlament. Ein unerhörter Skandal
ist im italienischen Parlamente vorgekommen. Seit einiger Zeit
bemerkten mehrere Deputirte, daß, wenn sie ihre Brieftaschen
im Ueberrock stecken ließen, dieselben beim Anziehen ent—
weder ganz fehlten oder doch sehr erleichtert waren. Eine besondere
Ueberwachung wurde in Folge dessen in der Garderobe angeordnet.
Vor einigen Tagen erwischte man den Marder in der Person eines
Deputirten, als er soeben der Brieftasche eines Kollegen hundert
dire entnommen hatte.

* Die belkannten gräulichen Zwischenfülle bei der Hinrichtung
der 3 Kaisermörder am 15. April zu Petersburg waren durch
die russische Habgier entstanden. Der Henker Frolow hatte einige
Extrakopeken verdienen wollen und deßhalb alte Stricke gekauft.
Daß sie Niemand prüfte, ist allerdings sehr bezeichnend. Frolow
war zudem bei der Hinrichtung völlig betrunken und hat dafür zur

Strafe 250 Hiebe aufgezählt bekommen. Wahrscheinlich war aber
nuch hier wieder russischer Schwindel dabei.

Der Großfürst Nikolaus Konstantinowitsch, dessen jüngst
erfolgte Verhaftung so großes Aufsehen erregte, war seit seinem
amosen Abenteuer mit der franzöosischen Buhlerin Fanny Lear
yom russischen Hof. verbannt. Man erinnert sich, daß er jener
Frau zu Liebe die Diamanten seiner Mutter, der Großfürstin
Alexandra einer geborenen Prinzessin von Baden, verkaufte. In
ꝛiner kleinen Stadt des Gouvernements Orenburg internirt, ver⸗
mählte sich der Großfürst dann heimlich mit der Tochter eines su⸗
halternen Beamten. In Folge dieses neuen Streiches wurde er
nach dem südlichen Rußland geschickt, wo er sich an nihilistischen
Umtrieben (7) betheiligt haben soll.

F (Amerikanisch) Der „Courier von Louisville“ er—⸗
zählt: „Vor neun Jahren trat sich Miß Pauline Coblens, eine
reiche Erbin in Louisville, eine Nähnadel in den Fuß. Der Arzt,
der die Nadel herausziehen sollte, konnte sie nicht finden. Die
unge Dame litt Anfangs bald da, bald dort furchtbar, später
ließen die Schmerzen nach und wurden nur noch bei Witterungs-
wechsel fühlbar. Vor einigen Jahren heirathete Miß Coblens, die
ich wieder vollständig erholt hatte, einen Cigarrenfabrikanten Na⸗
mens Harry Isaacs. Kurze Zeit vor der Geburt ihres zweiten
Kindes hörten die durch die wandernde Nadel verursachten Schmer⸗
zen gänzlich auf. Das Kind, welches vor Kurzem ein Jahr alt
zeworden, gedieh prächtig; nur war es bei jeder Witterveränderung
ehr unruhig. Kürzlich badete Frau Isaacs ihr Söhnchen, und
da fiel ihr an dessen Bein ein schwarzer Punkt auf, der sich hart
anfühlte. Rasch wurde ein Arzt gerufen, und dieser zog aus dem
Beine des Knaben eine Nähnadel — dieselbe, welche seine Mutter
iich 9 Jahre früher in den Fuß getreten.“

F Urtheil einer Frau über die Frauen. Als
dady Montague gefragt wurde, ob sie es vorziehen würde, ein
Mann zu sein, antwortete sie: „Nein, ich bin sehr zufrieden, daß
ich eine Frau bin, wenn ich bedenke, daß ich der Gefahr nicht
ausgesetzt bin, eine zu nehmen.“
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Deme.

—ã
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des kgl.
Forstreviers Neuhäusel.

Donnerstag den 5. Mai
1881, Vormittags 10 Uhr zu
Nohrbach bei Wirth Glaser.

Schläge: Klebarbach,
Frankendell, Franken⸗
wald, Schleifweg, Klin⸗

gerhang u. Zuf. Ergebn.

2 Eichen Stämme 5. Cl.;
142 Buchen 3. u. 3. Cl.,
15 Birken „2. Cl.;

6 Kiefern „S5. Cl.;

123 Eichen Wagnerstangen;
97 Ster Eichen Nutzprügel 1.
u. 2. Cl.;
1 Ster Kiefern Nutzprügel
1. Cl;
306 Ster verschiedene Scheit
hölzer;
6358, Prügel
hölzer 1. u. 2. Cl.;
199 Ster verschiedene Krappen⸗
prügel.

Die Schlagregister liegen bei
dem Unterfertigten zur Einsicht
und Abschriftnahme auf.

Neuhäusel, 23. April 1881.

Der kgl. Oberfoörster:
Mörschel.

Sonntag, 8. Mai, Nachmit⸗
tags 4 Uhr
Generalversammlung
des Kirchen bauvereins im
Grewenig'schen Saale.

Der Vorstand.

4 Kaninchen sind zu ver⸗
kaufen. Wo? sagt die Exped.
ds. Bl.

Bewerbliche ortbildungsschule
St. Ingbert.

Der Unterricht an dieser Schule beginnt nächsten Mitt⸗
vwoch, den 27. April, Abends 7 Uhr, und wird die
Interrichtszeit festgesetzt auf:

—A—
Mittwoch Abend 7—9 Uhr;
Freitag Abend 759 Uhr.

Die Eltern und Lehrherrn der Forkbildungsschulpflichtigen
dnaben werden ermahnt, diese zum regelmäßigen und pünktlichen
Schulbesuche mit allem Ernste anzuhalten, da gegen Säumige
trengstens vorgegangen wird.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Spaten-⸗Bräu-Bock
im Café Seiter.

Den verehrl. Ein⸗
E wohnern hiesiger
Stadt die ergebene Mittheilung,
daß ich mein Geschäfts⸗
bureau von Lautzkirchen
nach St. Ingbert ver⸗
legen werde.
Meine Wohnung befindet sich im
2. Stock des Hauses von Herrn
Bierbrauer Munzinger.
August Röhm,
Geschäftsmann.

— — —
MfAILAII!
IAILAII!
IAIAII!
5—
1 MILAMI
ILALAIMI
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338 273 5 4 55 * — 5 A 2* S 8 — 2*
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5555338 53352— —X 33533858 53733585
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* 2853275 353 22— 553 57 2*2.34 5 —3
— —— 23 58—35533 ——3—3— 3 33
73 333 3 38 3 3 —
* RA 53 22*5 2 57 2 3* 22 NA 57 — 3 2.2, —5 2 2552 32235
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2.3 33235553 38525 * 25 2 AS ? 360 23 —533223228
3 345 —3 3—823 58 52 52383* —53353 —A ——
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2. 335 5—8328 833 3838 3—7 — — 5233333*33 758
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zer St. Ingberter Anzeißger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
3 65. I Sonntag, den 24. April

1881.
Deutsches Reich.

Die bayerische Kammer der Reichsräthe nahm das Ein—⸗
»mmensteuergesetz nach den Ausschußanträgen mit der
zteuerstala Ortenburgs (Artikel 4) und dem Antrag Franckenstein
Finkommen bis 400 M. steuerfrei) trotz lebhaften Widerspruches
es Finanzministers mit allen gegen 53 Stimmen an. Der Antrag
zafenbrädl, das siebente Schuljahr betreff, wurde an einen Aus—
quß verwiesen.

Von den zu den Frühjahrsübungen des Gardekorps nach
gerlin kommandirten bayerischen Offizieren hatten die Regiments-
zommandeure eine Audienz beim Kaiser, der von seinem neulichen
Inwohlsein völlig wieder genesen ist.

Ausland.

Französische Stimmen äußern sich bedenklich über den
drieg gegen die aufständischen Beduinenstämme; sie glauben, derselbe
verde sehr schwierig, gefährlich und langwierig werden, um so mehr,
ls die Franzosen das Land nicht genauer studirt hätten. Die Kosten
er Expedition werden auf 50,000,000 Fres. veranschlagt.

Die französische Panzerfregatte Surveillante und zwei franzö—
che Kanonenboote sind mit etwa 1600 Mann Landungstruppen
infanterie, Artillerie, Genie) an Bord abgegangen, um die
anesische Insel Tabarka zu besetzen, welche als theilweise Basis

Operationen gegen die Krumirs dienen soll. (Die Insel wurde
m Donnerstag von den Franzosen nach kurzer Beschießung ge—
ommen und besetzt. Von derselben war einige Tage vorher ein
ranzösisches Kriegsschiff von Tunesen beschossen worden.)

Die militärischen Operationen der Franzosen in Tunis sollten
estern oder heute (Samstag od. Sonntag) beginnen. Es ist Be—
ehl gegeben, die Truppen des Beys mit der äußersten Strenge zu
ehandeln, wenn sie sich dem Einmarsch der Franzosen zu wider—
ttzen oder in der Nähe der französischen Truppen zu verharren
ersuchten.

Dem „Telegraphe“ wird aus Rom gemeldet, mehrere italien⸗
sche Blätter erwähnten einer Vereinbarung zwischen Fraukreich
ind Italien, wonach Italien Frankreichs Ansprüche in Tunesien
merkennen und neutral bleiben werde, wogegen Frankreich versprochen
abe, eine gleiche Neutralität zu beobachten, wenn Italien in Tripoli
juß fassen wolle.

In Rußland scheint die Verfassungsfrage doch endlich in
luß kommen zu sollen. Der Petersburger Berichterstatter der
Dailh News“ theilt eine Reihe von Einzelnheiten über einen
Rinisterrath mit, welchen Alexander III. nach längerem Zögern
uf den Rath Loris Melikows berufen hatte, um über einen von
»em Vater des Kaisers gebilligten Reform-Plan, betreffend die
tinsetzung einer aus Vertretern des Adels, der Städte u. s. w.
estehenden Redaktions-Commission zu berathschlagen. Die Mehr—
ꝛeit des Ministerrathes (9 gegen 5) erklärte sich für die Einsetzung
er Commission und auch der Kaiser sprach sich mit folgenden
Borten zustimmend aus: „Die Mehrheit (0 gegen 5) hat sich
so für den Vorschlag, daß eine vorbereitende, durch alle Klassen
rwählte Commission im Interesse des Staates einberufen werden
ille, ausgesprochen und daß der Vorschlag ausgeführt werde. Ich
imme mit der Mehrheit überein und wünsche, daß das Volk
iese neue Reform dem Andenken unseres Vaters, welchem sie ge—
iörte, zuschreibe. Der Minister des Innern wird den Ukas ent—
Irechend unseren soeben gemachten Bemerkungen vorbereiten.“
dieser erste Schritt auf der Bahn zu einer Reform der russischen
zustände dürfte in erster Linie dem Drängen Loris Melikows zu—
uschreiben sein, der im Verlaufe des Ministerrathes den Einwand,
aß das russische Volk zu einer Verfassung nicht reif sei, mit dem
reffenden Hinweis auf England zurückwies, das vor 300 Jahren
ücht mehr als Rußland jetzt entwickelt war und sich trotzdem frei—
inniger Institutionen erfreute.

In den letzten Tagen sind in Petersburg wieder zahlreiche
Lerhaftungen vorgenommen worden; mehrere Nihilisten sollen sich
n den Händen der Behörde befinden. Auch einige Studentinnen
wurden festgenommen.

Zwischen den Streitkräften der „albanesischen Liga“
welche in letzter Zeit stark daran war, dem Sultan den Gehopsam

7
yollständig zu kündigen) und den von Derwisch Pascha befehligten
ürkischen Truppen ist es unweit Uesküb zu einem mehrstündigen
vefecht gekommen. Die- Albanesen wurden von den etwa 10,000
Nann starken Türken zum Rückzug genöthigt; doch telegraphirte
Derwisch Pascha unmittelbar nach seinem Sieg nach Konstantinopel,
nan möge ihm Verstärkungen schicken, damit er den errungenen
Hortheil weiter verfolgen koͤnne.

Aus Brasilien wird berichtet, daß die Regierung entschlossen
ei, die Indianer-Sklaverei zu unterdrücken und alle Diejenigen zu
estrafen, welche ferner noch am Amazonenstrome Sklaven halten.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Als Ergänzung zu der in voriger Nr.
ʒeröffentlichten Königl. Allerhöchsten Verordnung, die Aufnahme in
ie Volksschule betreff, theilen wir heute nach einem im Amisblatte
Nr. 25 erschienenen Erlasse der kgl. Regierung der Pfalz noch
dachstehendes mit: Da das Schuljahr 1881/82 am 25. April be—
‚innt, so ist allen Knaben und Mädchen, welche bis zum 24. Juli
. Js. einschließlich das 6. Lebensjahr zurücklegen werden und den
Jehörigen Grad der Entwickelung der geistigen und körperlichen
dräfte erlangt haben, die Aufnahme in die Volksschule zu gewähren.
Jüngeren Kindern kann und darf diese Aufnahme unter keiner Be—
ingung, auch nicht in Folge besonderer Dispense, gestattet werden.
Desgleichen sind mit größter Strenge jene Kinder von der Schul⸗
nufnahme auszuschließen, deren geistige und körperliche Kräfte nicht
ehörig entwickelt sind. In zweifelhaften Fällen haben die Orts⸗
hulkommissionen auf Grund ärztlicher Zeugnisse zu entscheiden.
Die Aufnahme in die Schule ist als eine provisorische zu betrachten.
ẽs sind daher Kinder, deren geistige und körperliche Kräfte nach
—
verden, unnachsichtlich sofort wieder zu entlassen.

M. Aus dem Kantone Waldmohr. Der Ackerer
Daniel Schleppi von Kübelberg fand am Donnerstag
eim Ausgraben eines Rebstockes einen eisernen Topf, der mit
Hold⸗ und Silbermünzen, aus der Zeit des 15. und 16. Jahr⸗
zunderts herrührend, gefüllt war.

HOGroßblittersdorf, 21. April. Heute Vormittag
raf S. Exc. General-Feldmarschall Freiherr von Manteuffel,
S„tatthalter von Elsaß-Lothringen, von Saargemünd kommend hier
in. Eine Schaar junger Leute, geschmückt mit schwarz⸗weiß-rothen
S„chärpen, war dem hohen Herrn eine Strecke Wegs entgegen ge—
itten. Glockengeläute und Böllerschüsse verkündeten seine Ankunft.
fFine Ehrenpforte war errichtet, die Schuljugend hatte sich zum
ẽmpfange aufgestellt und weißgekleidete Mädchen überreichten ihm,
iachdem er den Wagen verlassen, mit entsprechender Ansprache
Zlumensträuße. Auch einige Häuser waren mit schwarz⸗weiß-rothen
rahnen beflaggt. Nachdem sich S. Exc. im Gemeindehause die
Nitglieder des Gemeinderaths und die Geistlichkeit hatte vorstellen
assen, fuhr er nach etwa viertelstündigem Aufenthalte weiter nach
Forbach.

Der „Pf. Pr.“ wird aus der Vorderpfalz geschrieben:
„Der neuerdings durch verschiedene wohlthätige Schenkungen in
»en Zeitungen vielgenannte Herr Hilgard ist der Sohn des
erstorbenen Oberappellationsgerichtsrathes Gustav Hilgard, früher
n Zweibrücken und dann in München, und der Enkel
»es ehemaligen Besitzers vom Klosterhof bei Kirchheimbolanden,
veorg Friedrich Hilgard. Er ging in jungen Jahren nach Ame—
ika, erwarb sich dort ein bedeutendes Vermögen, lebt jetzt noch in
einem Adoptivvaterland, wo er unter dem Namen Henri Villard
eine Thätigkeit hauptsächlich dem Eisenbahnwesen zuwendet und
uuf verschiedene größere Eisenbahngesellschaften einen dominirenden
Finfluß hat.“

F Die verlebte Elisabetha Eichinger zu Gönnheim bei
Dürkheim hat der Gemeinde daselbst zum Zweck der Gründung einer
Tleinkinderschule ein Kapital von 2000 M. letztwillig zugewendet.

F Wie die „Neue Wormser Zeitung“ mittheilt, wird der fort⸗
chrittliche Reichstagsabgeordnete Eugen Richter am nächsten Sonn⸗—
ag (24. April) in Neustadt a. H. einer Parteikonferenz bei⸗
vohnen und bei dieser Gelegenheit einen Vortrag halten.

Zum Besuche der II. pfälz. Kreisthierschau.“ welsche im
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        Laufe ds. Is. in Speyer abgehalten wird, wird sich, wie man
dem „L. A.“ berichtet, auch S. k. H. Prinz Ludwig von Bayern,
der hohe Protektor der Landwirthschaft einfinden.

FIn Spey er ging ein Mädchen Namens Jann ärztlichem
Verbot zuwider tanzen; andern Morgens um 28 Uhr fiel dasselbe
bei der Arbeit plötzlich um und war todt.

F Die bereits erwähnte Versammlung der Besitzer und
Leiter der größeren Werke des Saargebietes betreffs des Unfall⸗
versicherungsgesetzes ergab nach der „S.- u. Bl.⸗Ztg.“
eine fast allseitige Uebereinstimmung mit den von Herrn Abg.
Stumm entwickelten Anschauungen und zahlreichen Abänderungs⸗
vorschlägen. In einzelnen, übrigens nicht wesentlichen Punkten,
versprach Herr Stumm seine Antraͤge zu modifizieren.

Vom Bahnhofe in Frankfurt ist ein Post-Unterbeamter
mit 19,000 Mk. durchgegangen, wurde aber bald darauf in Iser⸗
burg, wo er gut gegessen und getrunken hatte, von der Polizei
festgenommen.

FDer Münchener Hofopernsänger Theodor Reichmann,
Baritonist, welcher vor Kurzem mit großem Erfolg an der Wiener
Hofoper gastirt hat, ist für dieselbe mit einen Jahresgehalt von
19,000 oͤsterr. Gulden (38,000 M. engagirt worden. Da kann's
Hr. Reichmann bald zum reichen Mann gebracht haben!

F Aus Merschetz (Ungarn) wird berichtet, daß am 20. ds.
dort 52 Falschmünzer verhaftet und drei Bankpressen, mehrere fertige
Zehnguldennoten und zahlreiche mit Wasserdruck versehene Noten—
blankette unter dem Altar der Friedhofskapelle gefunden wurden.

F Die „Revue des Modes Parisiennes“ bringt die Mittheilung
von einer sehr heilsamen Reaktion in der Mode der Schuhe. Es
—IIee

—A nicht

interdrücken vermag, theile ich Ihnen mit, daß die hohen *9
inserer Schuhe endlich aus der Mode gekommen. Sie kehren dn
zurück, von wo sie ausgegangen, nämlich zu den Ueberschwergin
eiten des 18. Jahrhunderts. Die gegenwärtig modernen n
jaben die Form der englischen Schuhe, jedoch verbunden mit ꝛ
— scheg
iich nicht nach vorwärts unter den Fuß, sondern befinden sich genn
unter der Ferse als regelrechte Absätze. Ihre Höhe beträgi —*
wei und einen halben Centimeter. (Nachdem Paris mi guten
Beispiel vorangegangen, werden die guten Deutschen wohl nachfolgen
von selbst hätten sie's schwerlich gewagt.)

Der Großkanzler der schwedischen Universitäten und ig
dammerherr Graf Henning Hamilton in Stockholm, 673.
einer reichen Familie vom ältesten schwedischen Adel angehörig, i
aller seiner Würden entsetzt worden. Der Grund soll sein, daß
der Graf sich Fälschungen im Betrag von 1 Mill. Francs hab
zu Schulden kommen lassen.

Gn, der „Weinhalle“), Gast (er ein Zeitungs
blatt bei Seite legth: Die Franzose! Do fehlt's wieder üwerül
Was hänn die nor für Pech mit ihre Kriegsminister!e

Wirth (heiter nickend)?: Des is richtig. Anno 70 hawwe e
n Ochs zum Kriegsminister gehabt (Leboeut), und alleweile
Farr' (Farre). Se komme wahrhaftig aus der Ochserei nim
mer 'raus.

Gast: No, uns kann's recht sein. Un dodruff noch 'n Schoph⸗

Fur die Redaction verantworitlich: F. X. Demeß.

Geldlotlerie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130.800 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. FSortlaufende Nummern
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Hiezu „Illuftrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 17.
        <pb n="253" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Rc

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M 67.

Donnerstag, den 23. April

—1881.

Deutsches Reich.

Im deutschen Reichstag wurde ein Antrag eingebracht
uf Abänderung des Braugesetzes, wonach alles zur Bier- und
Essig-⸗Bereitung bestimmte Malz mit einer Abgabe von zwei Mark
»om Centner belegt werden soll und unter Malz alles künstlich
zuum Keimen gebrachte Getreide zu verstehen sein soll; die Ver—
vendung von Malzsurrogaten zur Bierbereitung soll mit Geld—
trafe bis zu 1000 Mk. und Confiskation geahndet werden. (Die
Sache berührt Bayern nicht, welches seinen eigenen Malzauf—
chlag hat.

Im Bundesrathe werden die Arbeiten jetzt wieder auf—⸗
jenommen, und zwar sollen sich dieselben zunächst solchen Gegen—
tänden zuwenden, deren Erledigung durch den Reichstag in dieser
Seffion noch erfolgen soll.

Aus Berlin meldet man der „Allgem. Ztg.“: Die deutschen
commissäre bei der Pariser Münzconferenz sind angewiesen, kei—
aerlei Verpflichtungen einzugehen. Die Reichsregierung will auch
serner in der Währungsfrage an ihrer bisherigen abwartenden
Stellung festhalten.

In Preußen ist von mehreren landwirthschaftlichen Cen—
ral⸗Vereinen an die Regierung der Wunsch ausgesprochen worden,
ie möge eine Commission nach Amerika entsenden, um einen Be—
icht über die gesammten landwirthschaftlichen Zustände dieses
ꝛandes zu erstatten. Es wird geltend gemacht, daß in Amerika
»ie Produktionskosten für das Getreide so gering seien, daß es
ür die europäischen Länder, namentlich für Deutschland unmöglich
väre, mit Amerika in Konkurrenz zu treten; es werde dort ein
olcher Raubbau getrieben, daß schon jetzt große Länder striche un—
yebaut liegen bleiben, weil sie Ertragsunfähig geworden sind. Es
ei deßhalb für die deutsche Landwirthschaft die Frage von großer
WBichtigkeit, wie viel Acker noch der Kultur in Amerika unter⸗
vorfen und angebaut werden könne, und darum sei es sehr er—
vünscht, wenn die Staatsregierung sich in der angedeuteten Weise
Bewißheit darüber verschaffte.

Am Hofe zu Berlin, in militärischen wie in weiteren po—
itischen Kreisen hat der gestern in Meran erfolgte Tod des Gene—
tals von der Tann überaus große Theilnahme hervorgerufen. Die
Verdienste des verewigten Heerführers in dem letzten Feldzug ha—
jen ihm ein bleibendes ehrenvolles Gedächtniß in der Geschichte
»eutscher Heerführer gesichert und namentlich die besondere Werih—
chätzung des Kaisers gewonnen.

Anläßlich des brauuschweigischen Regierungsjubiläums
tt zu erwähnen, daß der Herzog die ihm angetragene Ranger⸗
wohung definitiv abgelehnt hat.

Ausland.

Die Nachrichten vom französisch-⸗tunesischen Kriegsschau⸗
iatze fließen infolge der strengen Censur von Seiten des dortigen
ꝛommandos äußerst spärlich und sind wenig der Wahrheit gemäß.
po sollte bekanntlich die Insel Tabarca schon von den Franzosen
or mehreren Tagen besetzt sein ꝛc., dasselbe ist jedoch erst am
dienstag geschehen, nachdem die Tunesen die Insel geräumt hatten
vas bis jetzt jedoch noch nicht der Fall ist. Tas Expeditionscorps
cheint noch nicht mit und in fich selbst sertig zu sein, was gerade
icht sehr für die Schlagfertigkeit der franzoͤsischen Armee spricht
ind wodurch wohl mit am Besten die Meldung gerechtfertigt wird:
Von Tunis nichts Neues!“

Der Pariser „Telegraph“ meldet, die Pforte habe dem Beiy
von Tunmis angezeigt, daß sie seine Haltung vollkommen billige
ind zur Sicherung ihrer und seiner Rechte energische Schritte bei
)en Mächten gethan habe.

In Konstantinepel will man jetzt nachträglich noch her—
musgefunden haben, was früher die ganze Welt behauptet hatte,
aͤmlich, daß der frühere Sultan Abdul Äziz nicht freiwillig aus
ꝛer Welt gegangen war, daß vielmehr einige diensteifrige Freunde
eines Nachfolgers ihm diesen Liebesdienst erwiesen hätten. Es
vird von dort gemeldet, daß vier Personen gefänglich eingezogen
vurden, welche auch bereits gestanden hätten, den Sultan erdroffelt

ind ihm dann die Adern geöffnet zu haben, um dadurch den
wlauben an einem Selbstmord zu erwecken. Ein früherer Kriegs-

mi nister und zwei Palastbeamte sollen in die Geschichte, die übri⸗
gjens der Bestätigung bedarf, verwickelt sein.
— 2———
Vermischtes.

* St. Ingbert, 27. April. In heutiger Schöffen⸗
itzung kamen nur zwei Fälle zur Verhandlung. Der Erste
etraf einen hiesigen Burschen, welcher der vorsätzlichen Körperver⸗
etzung, wobei das Messer benutzt wurde, angeklagt war, weshalb
hn das Schöffengericht zu 2. Mouaten Gefängniß verurtheilte.
Der zweite Fall war gegen einen andern Bnrschen, ebenfalls von
zier, gerichtet, gegen welchen, der vorsätzlichen einfachen Körper—
zerletzung angeklagt, eine Geldstrafe von drei Mark, ebent. 1 Tag
Befängniß, ansgesprochen wurde.

Das Kreisamtsblatt der Pfalz Nro. 26 enthält eine
Bekanntmachung der königl. Kreisregierung betreffs der in den
afälzischen Volksschulen neu einzuführenden Lesebücher (vom Schul⸗
ahr 1881/82 an durfen bekanntlich die sämmtlichen Haesters'schen
Zesebücher nicht mehr gebraucht werden.) Es wird in dieser Be—
anntmachung als wünschenswerth bezeichnet, daß die bei Oldenburg
in München erschienenen, von mehreren pfälzischen Lehrern bear—
heiteten Lesebücher nicht nur sofori an Stelle der Haesters'schen,
ondern allmählich, jedoch unter Vermeidung jeglichen Zwangs nach
»em Aufbrauch auch an die Stelle der anderen dermalen noch in
Bebrauch befindlichen Lesebücher treten.

F Vor einigen Tagen trug sich nach der „Pf. V.“ in der
civilsitzung des kgl. Amtsgerichts Zweibrücken ein höchst ei—
Jenthümlicher Fall zu. Von zwei Prozeßparthien sollte ein Eid
iusgeschworen werden und zwar von einem älteren, corpulenten
Mann. Als der Akt der Eidesabnahme begann, sagte die Geg⸗
ierin des Mannes: „Der Schlag soll Dich rühren, wenn Du
alsch schwörest.“ Der Mann sieht die Frau an und stürzt plötz⸗
ich — vom Schlage getroffen zu Boden.

F Vorige Woche hat, wie die „Pf. Ztg.“ berichtet ein Maurer
n Herschberg, notorischer Schnapstrinker, den Unterrock
Frau um 11 Pfennige verkauft und das Geld in Schnaps
angelegt.

Man hat schon gehört, daß Conscribirte, vor Vergnügen
frei“ geworden zuͤ sein, Gläser und Siöcke zerschlugen, auf der
Straße getanzt haben und gehüpft sind, daß aber ein solcher aus
»emselben Anlaß bei dieser kühlen Witterung ins Wasser springt,
vie es in Bergzabern geschah, dürfte wohl zum ersten Male
agewesen sein.

F Zur Anhörung des „Vortrags“, welchen der Führer der
deutschen Fortschrittspartei, EuUgen Richter, am Sonntag
m Soalbau zu Neustadt hielt, hatten sich über 3000 Perso—
ien eingefunden. Der gewandte Redner erzielte mit vielen seiner
»esonders gegen die projektirten neuen Reichssteuern gerichteten
Ausführungen häufig großen Beifall. Von der bekannten Parole
des Berliner Fortschritts: „Fort mit Bismarck“ schwieg Herr
Richter weislich, wenn er auch gegen die „diktatorischen“ Gelüste
Bismarcks scharf losfuhr. Resolutionen wurden nicht gefaßt,

außer dem Vortragenden auch Niemand zum Wort zugelassen.

7Gur Statistik des bayerischen Lehrerstandes.) Die
Zahl der im Jahre 1880 in Bayern gestorbenen Lehrer beträgt
209, wovon 108 aktiv und 101 pensionirt waren. Das Durch—
chnittsalter der aktiven war 46,6, der pensionirten 67,8, der Ge⸗
ammtdurchschnitt 5758 Jahre. Auf die einzelnen Regierungsbe—
zirke treffen folgende Sterbefälle: Oberbayern 32: 13 aktive, 19
densionirte; Niederbayern 23: 9 aktive, 14 pensionirte; Pfalz 28:
15 aktive, 18 pensionirte; Oberpfalz 22: 12 altive, 10 pensionirte;
Iberfranken 19: 13 aktive, 6 penfionirte; Mittelfranken 34: 18
iktive, 16 pensionirte; Unterfranken 22: 17 aktive, 5 pensionirte;
Schwaben 29: 11 aktive, 18 pensionirte.

Samstag, 30 April, wird vor der Strafkammer des Land⸗
—
rüheren Bankvereinskassier Max Scheuch wegen Wechselfälschung
»eginnen. Derselbe ist angeklagt, Wechsel im Betrag von 52,000
Mrk. gefälscht und in Umlauf gesetzt zu haben. Von diesen
Wechscin sind einige im Betrag von 20,000 Mrk. nachträglich
        <pb n="254" />
        eingelöst worden, dagegen ist die Dedung der anderen nicht er—⸗
folgt. Ein gerichtliches Erkenntniß hat den Bankverein nicht für
oerpflichtet erachtet, für den Betrag dieser anderen Wechsel aufzu—
fommen, und haben somit die betreffenden Bankhäuser den be—
rächtlichen Verlust zu tragen.

Die am Donnerstag in Würzburg ausgegebene Pro—
—XV— judenfeindlichen Wochenblattes „Der Antisemit“
wurde sofort nach dem Erscheinen von der Polizei mit Beschlag belegt.

— Der bekannte bayerische Generalv. d. Tann ist am
Morgen des 26. April in Meran gestorben.

(Ludwig Freiherr von und zu der Tann⸗Rathsamhausen war
geboren am 18. Jani 1815. Er trat 1838 als Lieutenant in
Jie baherische Armee ein, zeichnete sich 1848 in Schleswig⸗Holstein
als Freischaarenführer gegen die Dänen aus, 1850 wurde er zum
Oberst und Stabschef der schleswig-holsteinischen Armee befördert.
Rach deren Auflösung trai er wieder in die bayerische Armee ein,
wurde 1860 Generauieutenant, 1866 Generalstabschef des bayer⸗
schen Heeres, befehligte, zum General der Infanterie befördert,
870 das 1. bayerische Armeecorps, eroberte am 11. October
Orleans, kümpfte am 9. Nodember bei Coulmiers und am 2.
Dezember bei Loigny. General v. d. Tann war einer der popu⸗
iürsten deutschen Heerführer.)

Die „Koln. Ztg.“ sagt in ihrem Nachruf, den sie dem
berstorbenen General d. d. Tann widmet: „Weißenburg, Wörth,
dann Beaumont und Sedan. die zweimalige Erstürmung von Or⸗
leans und die schwierigen Kämpfe an der Loire haben von der
Tann in die Reihe der ersten Heerführer aller Zeiten gestellt, ihn
und die bayerische Armee mit / unvergänglichem Ruhme geschmückt.“

In S Faßburg wurde in der Nacht von Sonntag
auf Montag ein Mann von dort, der von einer Patrouille ver⸗
haftet und dieser entsprungen war, von einem der escortirenden
Soldaten erschossen.

F Heirtathslußst. Nach einer Mittheilung der „B. B.
Z3.“ hat die „Direction“ eines Heirathsvermittelungsbureaus in
darmstadt ein Verzeichniß von Heirathskandidaten angelegt, welches
folgenden Lagerbestand aufweist; 3 Fürsten, 8 Grafen, 91 Ba—
rone, 240 Ritterguts⸗ und Großgrundbesitzer, 380 Offiziere, 800
Beamite und Lehrer, 120 Gelehrte, Aerzte und Künstler, 240
Großhändler und Fabrikanten, 1400 Kaufieute, 800 Landwirthe,
1700 Industrielle und Gewerbetreibende und 110 Private und
Rentiers. — Den Männern kann vielleicht geholfen werden.

FLeipzig, 26. April. Der Dichter Müller von der
Werra ist heute gestorben.

PGMarineung lück.) Auf dem deutschen Schulschiff
„Mars“ im Hafen von Wilhelmhaven krepierte gestern
zum Laden eine 21 Cm.-Granate im Rohr, wobei zwei Kadetten
ind vier Mann getödtet, neun Mann schwer und zwei Offiziere
ind sieben Mann leicht verwundet wurden.

Das folgende Erkeunimiß des Reichsgerichts, welches kürz⸗
lich publiziert wurde, erregt einiges Innteresse. Die Vorgeschichte
desselben ist kurz die: Der Fürst Ludwig zu Sayn⸗Wittgenstein⸗
Sayn hatte sich 1867 im Auslande mil einer Tochter des Ban—
quiers Lilienthal in Berlin vermählt. Der Fürst starb im Jahre
1876, und die hinterlassene Witiwe wurde dann vom Fürsten
Friedrich zu Sayn verklagt, weil sie den Titel einer Fürstin zu
Sayn⸗Wittgenstein⸗ Sayn führe und sich des fürstlichen Wappens
hediene. Das Reichsgericht vberurtheilte die Verklagte dem Antrage
gemäß und sprach vabei folgende Rechtsgrundsätze aus 4. die Ehe
nes Monnes von hohem Ädel mit einer dem Bürgerstande ange⸗
hörigen Frau ist als eine Mißheirath anzusehen, bei welcher also,
rotzdem sie eine vollkommene und wahre Ehe ist, die Frau nicht
in den Stand des Mannes eintritt, vielmehr ihren bisherigen
Stand beibehält; b. das Verlangen auf Aberkennung des Rechtes
Ie französisches Billardtuch,
vorzügliche Qualität, halten stets auf Lager
St. Johann ad. Saar.
Gebrüder Brach.
4 N—

Großer Ausverkauf von Hüten.

Nachdem der Gläubiger-Ausschuß den äétail- und en gros-
Verkauf des zur Concursmasse der Firma G. A. Couturier hier,
dertrelen durch deren Theilhaber A, Jansohn und Chr. Stierle
hier, gehörigen Lagers von 5500 Stück Seiden⸗, Stroh⸗, Filz⸗,
Woill⸗ und Stoff Hüten ec. ꝛc. beschlossen hat. werden dieselben
don heute an zu bedeutend herabgesetzten Vreisen gegen
Baarzahlung ausverkauft.

Fweibrücken, den 24. April 1881.

garl Ambos, Concursverwalter.
ö— —— — —
Druck und Verlag von F.

um Gebrauch des Titels und Wappens eines adeligen Hauses
ann im Wege der Civilklage geltend gemacht werden; c. zur An⸗
ve dieser Klage ist jedes Mitalied der Familie für befugt zu
rachten.

Das Werfen mit Steinen oder anderen harten
dörpern oder Unrath in der Richtung auf, einen Menschen, ohne
iesen zu treffen, ist, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, J.
Strafsenats, vom 31. Januar d. J. als Uebertretung aus 8 866
iir.7 des Strafgesetzbuches zu bestrafen. (Ist den Burschen,
velchen das Steinewerfen zur Gewohnheit geworden ist, besonders
inzuprägen.

FGraz, 27. April. Feldzeugmeister Benedek (der
Iberkommandaͤnt der österreichischen Armee i. J— 1866) ist heute
Morgen gesiorben.

F Ein Berichterstatter des „Standard“, welcher die Insel
Ih ids nach dem jüngsten Erdbeben besuchte, übermittelt jenem
Ilat den neuesten Ueberschlag über den dadurch verursachten Ver⸗
ust an Menschenleben und Schaden an Eigenthum. Danach
vurden 4189 Personen getödtet, 1015 ernstlich verletzt, 1400
Zäuser zerstört; der gesammte Eigenthumsschaden beläuft sich auf
vbis 4 Mill. Pfund Sterling (60 bis 80 Mill. Mark).

Ort hographisches. Ein österreichischer Soldat
ersprach seinem Vetter, am Freitag Abend ihn zu besuchen. Weil
raber starke Subordinationsfehler begangen hatte, empfing er
zreitag Nachmittag 25 aufgezählt. Er schrieb seinem Vetter ein
zriefle, worinnen stand: „Kann nit komme. binn heute verhin⸗
ert worden.“

Zucker aus Lumpen. Französische Blätter tischen
hren Lesern allen Ernstes das Märchen auf, daß in deutschen
rabriken in großem Maßstabe Zucker aus alten Lumpen hergestellt
ind in den Handel gebracht werde, und sprechen ihre sittliche Ent⸗
üstung darüber aus, daß die deuische Regierung dieses Schandge⸗
verbe nicht mit strengen Strafen belegt. Dieser „Zucker aus
umpen“ ͤst jedenfalls ein würdiges Gegenstück zu dem vor einiger
Jeit von Amerika aus angekündigten „Ruhm aus alten Stiefeln.“

— Angesichts des Umstandes, daß die Maikäfer heuer
vieder ein Flug'ahr haben und wohl in großer Zahl erscheinen
verden, entnehmen wir dem belgischen Blatie „Les Mondes“ fol⸗

jendes einfache Mittel, die braunen Verwüster unserer Gärten zu
angen: Eine alte Tonne inwendig mil Theer bestrichen, wird
in den Platz gestellt, welchen man von den schwärmenden Insekten
u schützen wünscht und Nachts eine brennende Laterne darin an⸗
Jebracht. Angezogen durch den Schein der Laterne bedecken fich
ie Kaͤfer mit dem Theer und fallen auf den Boden des Fasses.
Jemand, der das Verfahren probiert, versicherte dem belgischen
zlalle, daß er jeden Morgen auf solche Weise 5—6 doppel“
HekaLiter Maikaͤfer gefangen habe. Für 50 Pf. Theer, meint
r reiche hin, um die Maikäfer einer ganzen Gegend zu vernichten.

Eude 1880 waren in den Vereinigten Staaten von Nord—
merita 170,103 Meilen Telegraphenhin ien, ausschließ—
ich der nur für den Eisenbahnverkehr benützten Linien im Betriebe
ind die Zahl der während des Jahres auf denselben beförderten
depeschen betrug 33,155,991, Die Telegraphendrähte hatten eine
äuge von 300,000 Meilen. Nächst den Vereinigten Staaten hat
cußland die größte Länge von Telegraphenlinien, nämlich 56, 170
Neilen, dann folgen Deutschland mit 41,4831 Meilen, Frankreich
nit 36,970, Oesterreich-Ungarn mit 30.,403, Australien mit
26,842, Großbritannien mit 23.155, Britisch-Indien mit 18,209
ie Türkei mit 17,085 und Italien mit 15,864 Meilen.

eEin amerikanisches Blatt setzte über seinen In—

erathentheil die Worte: „Warum verarmte Hiob? Weil er nicht
nserieren ließ.“ —
— Fur die Redaction deramiwortlich: F. X. Denmtes.
—M— ——

Ich zeige hiermit

ergebenst an, daß ich

etzt im frühern Scherff'schen
hause an der Großbach wohne.
Frau Holzner, Hebamme.

54

2
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J

Demetz in St. Inabert
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        —
333 53 2.1 *
538 2 ð — —8 8 e
58 2 —— — 84
55 88 53 53 z3 3
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— 755 8 21 827 8 55355 53323 35323 O
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538 F — 2 — — —8 — —DE * 35*8
2823 2 — 38 2 —8 —“ 38 3 2 * 8 7 2
353258 Z235 H5 8. »— —* s 23 532* — 5283338
2282 —53*2 A * EE58 532533 83 ..8335*
——58— 3—25 352372 53 3283 5303 5 72835 833368
25 225 — —* —A — 528 2 533 33824 3837 28
523 —A *5 5ß —5 —55 —4 52*8 25835 833358
5s55238 * 3 —88 255 —* 2 3* —— — — — *8 53535
25 c2328 5 832**53 58 327 —5* 5 z2564635
5538357382 —— A ns
33 ß8 2 F
352238 53253 62233 FMM 2 5723358 ————— — 3552723
— S35 2 — — 238 232 — 325* — 3*33
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Samstag, den 30. April

1881.

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Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) In der Sitzung der Kammer

er Reichsräthe vom 27. April verkündete zunächst der Minister
»es Innern von Pfeufer eine königl. Botschaft, wodurch der Land—
ag bis 21. Mai verlängert wurde. Reichsrath Frhr. v. Pretz—
chner berichtete sodaenn über den von der Kammer der Abgeordne⸗
en beschlossenen Antrag, die Abänderung des Art. 31 des Di—
trictsraths⸗Gesetzes betreffend, und empfahl die Zustimmung mit
er Ergänzung, daß die Heranziehung der Einkommensteuer zu
immtlichen Districtsumlagen vom 1. Januar 1882 an eintreten
»lle. Die Kammer stimmte dem Antrag ohne Debatte zu und
ahm dann den Gesetzentwurf über den Ausbau des Centralbahn⸗
sofes in München ebenfalls ohne Debatte einstimmig an. Bei
zer hierauf folgenden Berathung des Gesetzentwurfs über die
Fapitalrentensteuer wurde, trotz der Bekämpfung durch den Finanz⸗
ninister, die in Art. 2 vom Ausschuß vorgeschlagene Steuerscala
nit geringer Mehrheit angenommen, insbesondere also auch die
wuf Antrag des Grafen zu Ortenburg beschlossene Erhöhung des
Prozentsatzes der Steuer bei einer Jahresrente von über 1000 M
zuf 4 pCt. (während dieser Procentsatz nach Beschluß der Kammer
der Abgeordneten blos 313 pCt. betragen sollte). Den übrigen
zie Beschlüsse der Abgeordentenkammer abändernden Ausschußan⸗
cägen wurde auch zugestimmt, und schließlich der ganze modificirte
zesetzentwurf mit 835 gegen 5 Stimmen angenommen. Den Be—
chlüssen der Kammer der Abgeordneten, welche die Abänderung
es Landrathsgesetzes und des Gesetzes über das Gebührenwesen
ezielen, wurde gleichfalls zugestimmt.

Im Ausschuß der Kammer der Reichsräthe wurde das Re—
erat über den von der Abgeordnetenkammer beschlossenen Antrag
zezüglich Aufheburg des siebenten Schuljahres Herrn Reichsrath
tischof von Dinkel von Augsburg übertragen.

Nach einem Erlaß der kgl. Generaldirection der bayer. Ver⸗
ehrsanstalten wird die unter'm 8. November 1880 zu Paris
wischen einer großen Anzahl Staaten abgeschlossene Uebereinkunft
iber den Austausch von Postpaqueten ohne Werthangabe zufolge
iner besonderen Vereinbarung vom 1. Mai l. J. ab im Verkehr
wischen Deutschland und Frankreich zur Ausführung kommen; die
heneraldirection erläßt gleichzeitig Bestimmungen zur Ausführung
er Uebereinkunft.

Aus München, 26. April wird dem „Pf. K.“ geschrieben:
die Rückäußerung der Kammer der Reichsräthe bezüglich des Ge—
etzentwurfs über die Einkommensteuer ist heute im Ausschuß der
Ubgeordnetenkammer zur Berathung gelangt, wobei die prinzipiell
vichtigsten Punkte — namentlich bezüglich der Steuerstala und
»er Steuerbefreiung des Einkommens unter 400 Mk. — ausge⸗
etzt blieben, bis die Beschlüsse der Kammer der Reichsräthe über
ie Capitalrentensteuer vorliegen. Es ist indessen, wie wir hören,
m Ausschuß keine Neigung vorhanden, bezüglich der beiden be—
eichneten wichtigsten Differenzpunkte der Reichsrathskammer beizu—⸗
timmen, wie denn auch verschiedene andere Beschlüsse derselben
zereits heute vom Ausschuß abgelehnt wurden.

Wie bei der Einkommensteuer, so bringt der Steuerausschuß
»er bayerischen Kammer der Reichsräthe auch beim Kapital⸗
entensteuergesetz eine neue Skala in Vorschlag. Hienach soll die
Anlage der Kapitalrentensteuer in nachstehenden Sätzen erfolgen:
nit 2 Proz. bei einer Jahresrente von 40- 250 M

—A „mehr als 250— 500 M

3 u — u x ⸗ 500- 750 M

3.5 7350-1000
* u u u i v u 1000 ——
die Skala, wie sie in der Abgeordnetenkammer beschlossen wurde,
»egann mit 192 Proz. und stieg bis zu 3942 Proz. bei 1000
tente. Im Ausschuß der Reichsrathskammer fand die neue,
rengere Skala einstimmige Annahme, obwohl sie vom Herrn
Finanzminister als zu weit gehend bekämpft wurde.

(Reichstag.) Das Gesetz über Bestrafung der Trunksucht
ourde einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen und der
hesetzentwurf betr. Oeffentlichkeit und Geschäftssprache der Ver—
jandlungen des elsaß-lothring. Landesausschusses unverändert in
Uund 2. Lesung angenommen. Dieses Gesetz lautet:

„8 1. Die Verhandlungen des Landesausschusses für Elsaß—
en sind öffentlich. Die Geschäftssprache defselben ist die
neutsche.

8 2 Mitgliedern des Landesausschusses, welche der deutschen
Sprache nicht mächtig sind, ist das Vorlesen schriftlich aufgesetzter
steden gestattet; die letzteren müssen in deutscher Sprache abgefaßt
ein.“ Nach 8 3 tritt das Gesetz am 1. März 1882 in Kraft.

Viel Arbeit und dennoch unfruchtbare Arbeit winkt bei Wieder⸗
zeginn der parlamentarischen Thätigkeit des Reichstages unseren
Abgeordneten. Sind im Plenum zunächst die Vorlagen über die
weijährige Etats-⸗ und vierjährige Legislaturperiode und über die
Brausteuer wie über die Wehrsteuer erledigt und, wie dies voraus—
zusehen ist, abgelehnt, dann wird das Interesse lediglich in Kom—
nissionsberathungen erregt, welche sich wahrscheinlich der Zeit nach
veit hinausdehnen werden. Es sind besonders drei Kommis—
ionen, welche die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, denn
ie Arbeit der weiteren drei Kommissionen, welchen das Trunksuchts-
jesetz, das Aichungsgesetz und aller Annahme zufolge auch die neue
sßewerbeordnungsnovelle unterwiesen werden wird, dürfte kaum von
esonderer Bedeutung sein. Dagegen kann es heiße Kämpfe geben,
he das Stempelsteuergese tz von denjenigen Bestimmungen
zereinigt ist, welche, wie die Besteuerung der Quittungen ꝛc., unter
den Tisch fallen sollen und werden, und namentlich wird das
Arbeiterunfallversicherungsgeset trotz des hypo⸗
ratischen Gesichtes, welches es jetzt bereits zur Schau trägt, viel
innöthige Mühe und Arbeit verursachen. Am bedenklichsten für
die liberale Opposition sind jedoch die Aussichten des Innungs—
Jesetzes. Es ist bezeichnend für dasselbe, daß zu ihm die konser⸗
»ativen Parteien, wie das Centrum stehen. Mit Mühe ist es ge—
ungen, die Verhandlungen der Kommission bisher hintanzuhalten,
zuch ist die eigentliche Entscheidung über den in direkten In—
nungszwang, wie ihn 8 10060 der Vorlage enthält, nicht
gefallen. Es ist jedoch vorauszusehen, daß diese in den nächsten
Tagen erfolgen wird und spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß
die Innungs vorlage in dieser Session doch noch Gesetz wird. Es
bleibt dem Urtheil der zukünftigen Erfahrung vorbehalten, ob der
deutsche Reichstag Grund haben wird, auf diese einzige bedeutende
Errungenschaft der zeitigen Session besonders stolz zu sin.

Die officiöse Berliner „Provinzial-Correspondenz“ sagt
am Schluß eines Artikels, welcher ,Der Anwalt des kleinen Man⸗
tes“ betitelt ist: „Fürst Bismarck hat sich mit Fürsorge für den
leinen Mann, den er gegen die Fortschritispartei und deren ver—⸗
erbliche wirthschaftliche Principien zu schützen unternomuen hat,
zie letzte große Lebensaufgabe gestellt. Die Meinnngen über die
non ihm vorgeschlagenen Mittel mögen noch vielfach unter, den
Parteien schwanken, aber durch diese Unsicherheit und Ungewißheit
vird sich der Kanzler nicht beirren lassen und sich auch nicht von
»em mit reiflicher Ueberlegung und innigster Ueberzeugung gesteck⸗
en Ziel abbringen lassen. Für ihn ist es eine unabweisliche
pflicht, die Interessen und Bedürfnisse des kleinen Mannes in die
hand zu nehmen und somit die Grundlagen des Staates vor
iner Erschütterung durch Stürme zu bewahren, welche nicht aus—⸗
bleiben können, wenn die Pflichten des praktischen Christenthums
zegenüber den Armen außer Acht gelassen werden.“

Ausland.

Paris, 27. April. Der gestrige Ministerrath beschäftigte
ich mit den aus verschiedenen Theilen Algeriens eingelaufenen Nach—
richten über daselbst ausgebochene Unruhen. Die Regierung hat
neschlossen, ein Corps von 30,000 Mann nach Algerien abgehen
zu lassen, welches an der tunesischen Exrpedition nicht theilnehmen
vird, sondern einzig und allein dazu bestimmt ist, aufständische
Belüste der einheimischen Bevölkerung Algeriens im Keim zu
ersticken.

Der französische General Logerol telegraphirt aus Kef
Tunis) vom 27. April: Der Gouverneur der Festung Kef übergab
Kef, als der Angriff bereits vollstündig vorbereitet war. Logerol
narschirt am 28. April in das Medscherdathal und läßt in Kef
in Besatzungskorps zurück. Die telegraphische Verbindung zwischen
Tunis und Algier ist wiederhergestellt. Eine Störung der Ordnung
pvird in Tunis nicht mehr befürchtet. — Der Bey von Tunis stellte

n
        <pb n="258" />
        dem französischen Geschäftsträger Toustan eine neue Protestnote zu,
worin das Vorgehen Frankreichs als völkerrechtswidrig bezeichnet
wird, und theilte diese Protestschrift den anderen Konsuln mit,
indem er hinzufügte, er sei bereit, die Angelegenheit der Entscheidung
der Mächte zu unterbreiten.

„Tuͤarets und Krumirs“, unter diesem Titel veröffentlicht
Rochefort in seiner Zeitung „Intransigeant“ einen fulminanten
Artikel gegen die „Réͤpublique frangaise (das Organ Gam⸗
bettas), die er beschuldigt, dem Lande die Wahrheit über die
von der Regierung in Afrika geplanten Unternehmen zu verbergen.
„Wir haben immer darauf bestanden,“ sagt er, „in der tunesischen
Expedition eine Finanzoperation zu sehen, an die man schon ge—
dacht hatte, ehe noch von den Krumirs die Rede war. Alle Welt
weiß, daß die Milliarden-Anleihe einzig und allein zu dem Zweck
zemacht wurde, um die Erfordernisse dieses Krieges zu bestreiten.
die Kammer bewilligte 6 Millionen Francs für einen Krieg, der
30 kosten wird. Woher wird das Ministerium die fehlenden 74
Millionen nehmen deren es bedarf und für die ihm kein Credit
eröffnet wurde? Woher sonst als aus dem Anlehen, das angeb—
lich für Canalbauten und dergl. gemacht wurde? Und da behaup—
et das Organ Gambettas, die Expedition gegen Tunis sei kein
Börsenmanoͤver. Sie ist ein Rachezug wegen der noch nicht ein⸗
mal erwiesenen Ermordung dreier Soldaten, und wegen ein paar
gestohlener Ochsen. Wenn es sich um den Schutz unserer Lands—
leute und ihres Eigenthums handelt, warum mobilisirt die Regier—
ung nicht vielmehr gegen' die Tuareks als gegen die Krumirs?
Wenn die letzteren, gegen die man 40,000 Mann aussendet, 83
Soldaten umbrachten, so haben jene den Obersten Flatters und
seine Begleiter, mehr als 30 Mann, erschlagen. Woher kommt
es, daß, während im Westen der Oberst Flatters ermordet wird,
man sich im Osten gegen den Bey von Tunis wendet, der, im
Brund genommen, an den von den Krumirs verübten Raubzügen
unschuldig ist? Seit einem Monat verlangt die „Ropublique
française“—die exemplarische Bestrafung der Krumirs. Von den
Tuareks aber, die weit strafbarer sind als jene, spricht Sie kein
Sterbenswörtchen. Man bringt Frankreich wegen gestohlener Och—
sen außer Rand und Band, und für 30 hingeschlachtete Opfer
derlangt man nicht 8 Francs Entschädigung? Weil man eben,“
schließt Rochefort, „bei den Tuareks nicht als Sonnenstiche, bei
den Krumirs dagegen Actionäre erwischen kann.“

Das von Alexander III. von Rußland vorläufig zurück—
zestellte Reformprojekt seines Vaters d. d. 10. März ist jetzt be—
anut geworden. Dasselbe hatte an dem ersteren Datum, als dem
Geburtstage des jetzigen Zaren und damaligen Thronfolgers ver—
öffentlicht werden sollen, war aber dann auf den 29. April als
den Geburtstag des damaligen Zaren zurückgestellt worden. Es
jetzte die Einberufung von 144 Volksvertretern, je vier aus 36
Gouvernements fest und zwar nach der Vertheilung in Vertreter
des Adels, der Städte, der Landgemeinden und der besonderen
Körperschaften, wobei jene 144 die „Reichsrath“ genannte oberste
Regierungsbehörde, eine aus den Großfürsten, den Ministern und
den höchsten Hof und Regierungsbeamten bestehende Körperschaft
don etwa 40 Personen verstärken sollte. Leider ist das Reskript
einstweilen zurückgestellt worden und scheinen die Dinge in Rußland
einen verhängnißvollen Weg zu wandeln.

Die neueste Proclamation des revolutionären Executivcomites
mn den russischen Kaiser beginnt: „Für den Unmündigen
Ryssakoff) der Mündige (Czar), für das gemordete Weib (Pe—
rowska) dein Weib. Auge um Auge, Zahn um Zahn.“
Vermischtes.

4 Nach dem Beschluß des Ausschlusses des Pfälzischen
Verschönerungs-Vereins findet die diesjährige Haupt—
dersammlung Sonntag den 8. Juli ds. Irs. zu Hochspeyer
bei Daniel Häberle statt.

F In der „Kais. Ztg.“ läßt sich ein Wähler aus dem Wahl—
—00
men: „Der für die nächste Reichstagswahl von der „Pf. Volks—
zeitung“ für unsern Wahlbezirk vorgeschlagene Candidat Julius
Kraft, Weinhändler in Neustadt, dürfte bei uns kaum eine Stimme
erhalten. Dagegen würde ich seinem Weinreisenden, Franz Krie—
ger, meine Stimme schon eher geben, da derselbe eine in unserer
Gegend bekannte Persönlichkeit ist und als Redner hervorragende
Leistungen verspricht. Schließlich möchte ich noch constatiren, daß
dei der letzten Versammlung am Ostermontag in Landstuhl, abge—
sehen von den auswärtigen Vertretern der „Volkspartei“, aus dem
Wahlkreise Homburg-Kusel selbst keine 10 Anhänger der Volks—
bartei waren.

— Die Baumwollspinnerei und Weberei Kaiserslautern,
Grohé Henrich (Lampertsmühle), welche seit einigen Jahren ihr
Etablissement bedeutend vergrößert hat, wird wiederum einen Neubau
aufführen. Mit den Grundarbeiten ist bereits begonnen.

F Vor einigen Tagen wurde an der Brauerei zum „Rhein⸗—
kreis“ in Kaiserslautern ein Kind ausgesetzt; nach der

„K. Z.“, war die Mutter desselben die 21jährige Elisabeth Eisen-
jerth von Kerzenheim, die in Kindsbach in Diensten stand.

— Es scheint, daß sich auch in Kaiserslautern eine
Atisemiten⸗ Liga zusammengefunden hat, welche Karten in nach—
tehendem Text massenhaft vertheilt: „Henrici⸗Bahn Berlin-Palästina
/ia Frankfurt a. M. hin und nicht zurück II. Classe Mk. 109.
70 Pf. Gute Reise. 5642.“

F In Landau haben sich am 26. d. etwa 30 Personen
ils Verschönerungsverein konstituirt.

— Zu der gestern (28. ds.) früh in Frankenthal be—
jonnenen Prüfung für das Gerichtsvollzieheramt haben sich 17
zewerber eingefunden; 3 der zugelassenen sind zurückgetreten. Die
Brüfungscommission ist dieselbe wie im vorigen Jahr: Landge—
ichtspraͤsident Uebel (Vorsitzender), 1. Staatsanwalt Fahr und
Oberamisrichter Kieffer.

In Flonheim (heinhessen) wurde dieser Tage durch
ꝛen Sandgräber Krämer ein. Skelett eines kolossalen Urwelt thieres
jefunden. Dem Skelett fehlte nicht ein Knochen, es ist in seiner
Form so gut erhalten, wie selten ein solcher Fund. Krämer hat
asselbe zur Besichtigung in seiner Wohnung aufgestellt.

CGBayerische Landes⸗, Industrie- Gewerbe⸗ und Kunst-Aus—
tellung von 1882 zu Nür nberg. Die Zahl der definitiven
Anmeldungen, welche rechtzeitig eingegangen sind, beträgt 1860.
Davon treffen auf Oberbayern 291, auf Niederbayern 88, auf die
Pfalz 94, auf die Oberpfalz 89, auf Oberfranken 173, auf
Mittelfranken 727, auf Unterfranken 228, auf Schwaben 170.

Nürnberg. Am Samstag ist der hiesigen Polizei, dem
„Nürnb. Anz.“ zufolge, ein glücklicher Fang gelungen, indem in
der oberen Etage einer Wirthschaft in der Vorstadt Wöhrd eine
inscheinend schon seit längerer Zeit in Betrieb gewesene Falsch—
nünzerwerkstätte entdeckt, die Falschmünzer, ein Arbeiter einer hie—
igen Fabrik und dessen Ehehälfte nebst einem Komplicen, festge—
iommen, die Münzapparate, wie man hört Kitzinger Fabrikat —
owie eine ziemliche Anzahl falschen Geldes, und zwar Zehn—
yfennigstücke in Beschlag genommen wurden. Gestern Sonntag
oll abermals eine Partie falscher Stücke aufgefunden worden sein.

F S. Maj. der König und J. M. die Königin-Mutter von
Bayern ließen der gegenwärtig noch in Meran weilenden Wtw.
des Generals v. d. Tann sofort nach dem Eintreffen der Trauer⸗
hotschaft mittels Telegramms ihr Beileid ausdrücken. Gleiches ge⸗
chah von den übrigen Mitgliedern des kgl. Hauses. Auch von
dem Deutschen Kaiser, der Kaiserin Augusta und von dem Kron⸗—
zrinzen Friedrich Wilhelm trafen Beileidsielegramme ein, eben so
yon dem General-Feldmarschall Grafen v. Moltke, von sämmtlichen
heneralen der deutschen Armee ꝛc.

Dem verstorbenen bayerischen General v. d. Tann
vidmen auch viele norddeutsche Blätter sympathische Artikel, in
velchem dessen hervorragende Bedeutung als Heerführer während
)es deutsch-franzoͤsischen Krieges rückhaltlos anerkannt wird. We—
jen seiner Thätigkeit während des Feldzuges im Jahre 1866
vurde v. d. Tann als „heimlicher Preuße“ vielfach angefeindet
und ihm namentlich zur Last gelegt, daß er den Hannoveranern
zei Langensalza nicht rechtzeitig zu Hülfe gekommen sei; auch für
den Mißerfolg bei Kissingen suchte man ihn verantwortlich zu
nachen. Richtig ist allerdings, daß sich v. d. Tann über den
Ausgang dieses Feldzugs keinen Illusionen hingegeben. Die An—⸗
chuldigungen hinderten aber bekanntlich weder den König von
Bayern, noch das Oberkommando des deutschen Heeres, ihm im
Feldzuge von 1870 die Führung des ersten bayerischen Armee⸗
orps anzuvertrauen.

— Ein Gaunerstück von seltener Art wurde dieser Tage in
»em Dorfe Mittelsbach bei Freising von einem Spitzbuben
gespielt. Die Geschichte ist folgende: Um 8 Uhr Abends kam in
ie Behausung des Krammerbauern eine Weibsperson, welche um
ein Nachtlager bat, was ihr auch gewährt wurde. Im Verlaufe
)es Gespräches stellte sich die Genannte unwohl und schützte vor,
zaß sie von Geburtswehen überrascht sei, weshalb man ihr ein
gett anbot, was sie aber verweigerte mit der Bitte, daß sie in
en Stall gebracht werden möchte. Es wurde ihr nun ietzt im
5tall auf dem Stroh ein Bett zurecht gerichtet und da eine Ge⸗
ahr nicht zu erblicken war, entfernten sich die Hausbewohner, nach⸗
em der Patientin noch Thee gereicht worden war. Am anderen
Morgen öffnete der Bewohner des Hauses ahnungslos die Stall⸗
hür und zu seinem nicht geringen Schrecken mußte er wahrneh⸗
nen, daß nicht nur die vermeintliche Kranke sich entfernt hatte,
ondern mit ihr einer der schönsten Ochsen verschwunden war.
bon dem Dieb, der sich jedenfalls als Weibsperson verkleidete, hat
nan noch keine Spur.

Eine humane Stiftung. Der in Hamburg verstorbene
Weinhändler Mathias Gädecke hat seine ganze Hinterlassenschaft,
irca 500,000 Mark, zu einer „Mathias-Stiftung“ bestimmt, aus
»er nothleidende Frauen und unverschuldet zurückgekommene Ar⸗
ꝛeiterfamilien unterstützt werden sollen. Der Kaiser-Wilhelm⸗
3tiftung sind 12,000 Mk. besonders vermacht worden.
        <pb n="259" />
        *Gie Fahne der 6ler.) Bekanntilich wurde in dem
Fefechte bei Pouilly (23. Januar 1871) die mit Blut geträukte
ind zerschossene Fahne des 2. Bataillons des Infanterieregiments
sr. 61 unter einem Haufen von Leichen durch Mannschaften der
Hrigade Ricciotti Garibaldi aufgefunden. Es ist die einzige Fahne,
die das deutsche Heer im Kriege von 1870 und 71 eingedüßt hat.
In Bezug darauf bemerkt die „Allg. Militär-Ztg.“: „Richt allge—
mein bekannt dürfte eine spätere Aeußerung des Generals Garibaldi
iber das Gefecht bei Poully sein. „Wir hatten (so erzählt derselbe
zuf Caprera dem Redakteur des „Corriere di Sardegna“) 36 Ge—
chütze, und dennoch, trotz des furchtbaren Kanonenfeuers, schritten
die Deutschen 4 passo di scuola vor. Die Deuischen sind die
ersten Soldaten der Welt. Ich habe niemals so viele Leichen ge—
sehen auf, so engem Raum zusammengedrängt, wie vor Dijon.
Siellen Sie sich vor, daß in einem Raume, wie in dieser Stube,
in welcher wir uns befinden, ich 53 Leichen gezählt habe.“

Fünffacher Mord. In Wien sermordete ein Schuh—
macher seine Frau und vier Kinder und verwundete sich selbst
chwer. Drückende Noth soll die Veranlassung zu der gräßlichen
That gewesen sei.

Die Reichthümer der Nationen. Wir ent—
nehmen einem Pariser Yachtblatt folgende statistische Notizen über
den Nationalreichthum nachgenannter Staaten. Man schätzt das
Rationalvermögen:

Englands (ohne Kolonien) auf 222,000 Mill. Francs.

Frankreichß .. „183,500 ,

der Vereinigten Staaten 160,000, F

Deutschlandd 10,000 , XP

Rußlandes.. 75,000,

Holland... 58,000
das jährliche Durchschnittseinkommen per Kopf der Bevölkerung
zeträgt in:
ae .. — 825 Fr. Vereinigten Staaten — 525 Fr
holland.. — 650 Fr. Engl. Kolonien. — 450 Fr
zrankreich. . — 625 Fr. Deutschland.. — 428 Fr.
In den standinavischen Ländernn.... * 4828 gr.
die Vermehrung des Nationalvermögens beträgt jährlich in:

den Vereinigten Staaten 4,225 Mill. Francs.
Frankreichh ...1,875, F
England.... 1,625,
Deutschland.... 1,000 F

f.In Buka rest war am 8. das dem Posiamte attachirte
zollamt gesperrt, da fast sämmtliche Beamte, der Theilnahme an
einer Stempelfälschung beschuldigt, verhaftet wurden. Die
Aufnahme des Thatbestandes ergab für 4 Tage allein eine Ver—
antreuung von 48,000 Francs.

Das Erdbebenauf Chios. Ein Berichterstatter
des „Standard,“ welcher Chios nach dem jüngsten Erdbeben besucht,
übermittelt seinem Blatte den neuesten Ueberschlag über den durch
die Katastrophe verursachte Lebensberlust und Eigenthumsschaden.
Darnach wurden 4189 Personen getödtet, 1015 ernstlich verletzt,
14,000 Häuser zerstört, und der gesammte Eigenthumsschaden be—
läuft sich auf 3—4 Millionen Lstr.

GWie der Kaiser von Rußland wohnt.)
daiser Alexander bewohnt das Schloß Gatschina an der Mogkauet
kisenbahn. Soldaten⸗Handwerker haben es in aller Eile herrichten
müssen. Den zu den Arbeiten bestimmten Soldaten-wurde ein
hoher Lohn versprochen, aber sie mußten vor Beginn der Arbeiten

Pachts in der Schloßkirche zu Gatschina schwören, keine Silbe über
die Arbeiten, die sie verrichten sollten, zu verrathen. Den Mein—
eidigen drohte man mit dem Tode und Sibirien. Dennoch sind über
jene Arbeiten und neuen Einrichtungen in Gatschina eine Reihe
Mittheilungen in das Publikum gedrungen. Es heißt unter anderm,
wn dem Schlafzimmer des Kaisers sei nach einem kaiserlichen
Stallgebäͤude, wo Tag und Nacht eine Anzahl Pferde, gesattelt steht,
ein unterirdischer Gang hergestellt worden. Unmittelbar neben dem
Stalle befindet sich ein Wachthaus, das täglich von einer Compagnie
bardetruppen bezogen wird, die man des Nachts noch bedeutend
derftärtt. Das Schlafzimmer des Kaisers hat nur zwei Fenster,
die während der Nacht mit eisernen Läden geschlossen werden. Man
selangt in dasselbe durch drei geräumige Vorzimmer, die mit Tep⸗
oichen ausgelegt sind. Vom Schlafgemache selbst führen keine
Thüren nach den anstoßenden Zimmern. In den drei Vorzimmern
uben jede Nacht 80 bewaffnele Gardekosaken Wache. Im letzten
borzimmer, unmittelbar vor dem Schlafkabinet des Kaisers, befindet
ich der Commandant der Wache, der im Schlosse dienstthuende
deneral du jour. Dieser und seine Kosaken dürfen selbstoverständlich
richt schlafen. Letztere sitzen lautlos die ganze Nacht auf einem
Roan, der um die Zimmerwände läuft. Der wachthabende
beneral sitzt in einem Lehnstuhl vor einem kleinen Tische. An
det Wand befindet sich der Knopf einer Klingel, die jedenfalls
mmtliche Schloßwachen alarmirt. Im Schlafzimmer des Kaisers
vacht niemand. Er schließt, wenn er sich zur Ruhe begibt, eigen⸗
andig die Thüre ab. die von außen nicht geöffnet werden kann.

Bei Tag wird eine andere Schloßvorrichtung angebracht, die das
Deffnen der Thüre auch von außen gestattet. Von einer Wache
im Schlafzimmer, wie sie bei dem verstorbenen Kaiser üblich ge⸗
wesen, wollte Alerander III. durchaus nichts wissen. „Wenn ich
iberhaupt schlafen kann,“ soll er gesagt haben, so kann ich nur
allein schlafen.“ — Im Schlafzimmer befinden fich zwei Klingel⸗
oorrichtungen. Die eine führt in das Vorzimmer, um den wacht⸗
habenden General zu rufen, dem der Kaiser personlich öffnet,
wvährend die andere sämmtliche Schloßwache alarmirt. Sobald in
den Schloßwachtzimmern die „Kaiserklingel“ ertönt, haben sämmt—
iche nicht auf Posten befindlichen Mannschaften nach dem großen
Sorridor zu eilen, um sich dort unter den persönlichen Befehl des
Taisers zu stellen.

F New-York, 20. April. Die Gesammtzahl der gestern
n New⸗ York angekommenen Einwanderer betrug 6417 Personen.
Es ist dies die größte Anzahl, die je an einem einzigen Tag
anlangte.

. Der uns vorliegende Jahresbericht der deutschen Gesell—
chaft in New-York für das Jahr 1880 enthält mancherlei
chätzbare Winke für den Auswanderer. Es heißt dort u. A.:
„Wir haben in allen früheren Berichten dem Auswanderer so aus⸗
ührliche Anweisungen betreffs seiner Herreise gegeben, daß es
aum nöthig erscheint, diese zu wiederholen, doch mahnen uns die
mmer wiederkehrenden Klagen über schlechte Behandlung auf eng⸗
ischen, französischen und belgischen Dampfern, über Gepäckverlusie,
Betrügereien beim Geldumtausch ꝛc., daß unsere Empfehlungen den
auswandernden Klassen in Deutschland noch nicht genügend unter⸗
dreitet worden sind. Unter allen Umständen sind die directen
»eutschen Dampfer zu benutzen und jede indirekte Beförderung
iber England, Havre und Antwerpen zu vermeiden. Man sou
eine englischen Arbeitskontrakte unterzeichnen, ohne über deren
Inhalt durch zuverlässige und unbetheiligte Leute genau unterrich—
et zu sein; Pafssagebillets sind nur von den gesetzlich dazu auto⸗
risirten Agenten zu kaufen, und möge man sich für alle Auskünfte
dei dem Eintreffen in New-York sofort an die deutsche Gesellschaft
der Stadt New-York, Broadway Nr. 13, wenden.

F Eisenbahnkatastrophe. Einem Zuge der
Denwer und Rio-Grande Eisenbahn ist in New⸗Mexiko ein Ünglück
ugestoßen, indem einer der Waggons in einen Abgrund von 150
Fuß Tiefe stürzte. Acht Personen wurden auf der Stelle getödtet,
ind viele andere trugen Verletzungen davon.

F Gtilblüthe) Ein preußischer Landbürgermeister
chrieb vor Kurzem wörtlich an den Schulvorstand: „Es wird
siermit ergebenst berichtet, daß vom 28. April 1874 bis dahin
75 kein schulpflichtiges Kind in hiesiger Gemeinde zur Welt ge⸗
ommen ist.“

CGegen Verbrennen.) Gegen oberflächliches Verbrennen
zilft fast gleich, wenn man die verbrannte Stelle sofort mit dop⸗
peltkohlensaurem Natrum Gullerich's Salz) bestreut und sollte die—
ses, da es den Schmerz fast im Augenblicke lindert, in keinem

Hause fehlen.
Gemeit utziges.

Rost bringt man von Stahl weg, wenn man den betreffenden
Theil in ein Gefäß legt, welches Kerosinöl' enthält, oder in ein mit
demselben getränktes Tuch einwickelt und 24 Stunden darin läßt.
Dann reibt man, nach dem „Wochenbl. f. Pap. Fabr.“, den Rost
nit Ziegeisteinmehl ab. Bei sehr starkem Roste nimmt man Salz
nit heißem Esfig zum Abreiben. Nachdem dies geschehen, spült
nan jedes Siäubchen Ziegelmehl oder Salz mit heißem, kochenden
Wasser ab, trocknet gründlich und polirt schließlich mit einem reinen
Flanell und ein wenig Baumöl.

Mac berichte.

Zweibrücken, 28. April. (Fruchtniitelpreis und Viktualienmarkt.
Weizen 11 M. 88 Pf., Korn 10 M. 71 pf., Gerste zweireihige O M. — Pe.
ierreihige O M. 90 Pf., Spelz O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pe.
dinkel — M. — Pf., Mischfruht — M. — Pf., Hafer 7 M. 29 P.,
rẽrbsen — M. — pf., Widen 0 M. — Pf., Kartoffeln 2 M. — pf.,
deu 8 M. 850 Pf., Stroh 8 M. 55 Pf., Weißbrod I! / Kilogr. 58 Pf
dornbrod 83 Rilogr. 74 Pf., Gemischtbrod 8 Ktilogr. 88 Pf., paar Weck 100
vr. 6 Pf., Rindfleisch L Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Zammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter !/3 Kilogr. 1 M. 15 Pf.
Pein 1 viter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 ppf.

Homburg, 27 April. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 Nt. 92 Pf, Korn 10 M. 48 Pf., Spelzkern — M. — pf., Spelz o M.
— Pf. Gerste Nreihige — M. — Pf., Gerste 4reihige d M. — Pf., Hafer
M. 31 Pf., Mtiischfrucht 10 M. 71 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — Pf., Bohnen 0 M. — ppf., Kleesainen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
ö0 Pf., Butter 1I Pfund 1 M. 20 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1Mes80 pf.

Kaiserolautern, 26. April. (Fruchtmittelpreis and Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 22 Pf., korn 10 M. 49 pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz
8 M. 59 Pf., Gerste 8 M. 80 3f., Hafer 7 M. 42 Pf., Erbsen — M.
— Pf. Wichken O M. — Pf., Linsen — M. Pf. — Kleesamen — M. —
pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 f., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg. Butter pro Pfund 1 M. 80 Pf. Eier 1 Stud 06 pf.
dartoffeln pro Zentner 2 M. 40 Pf. Stroh 2 M. 60 pf. Heu 3 M. 40
pf., Kleeheu 4 M. 30 pf. J

Haur die Redaction verantwortlich: F. xX.

zô D e àO-. ç „.
AU
        <pb n="260" />
        Vertragsmäßige

Wiederversteigerung.

Dienstag, den 17. Mai
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Philipp Emrich,

auf Betreiben der Erben der
in St. Ingbert verlebten Mag⸗
dalena Hellenthal gegen Jo⸗
hann Eatz, Fuhrmann daselbst,

werden durch den unterzeich⸗
neten Amisberweser des kgl. No⸗
—
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung öffentlich zu
Figenthum versteigert:

. Plan Nr. 675, 4 a9 qm

Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Stall, Scheuer
und Hofraum nebst Plan
Nr. 1438, 4 4 77 qm
Pflanzgarten dabei, gelegen
zu St. Ingbert auf dem
Etzelchengarten neben Hein⸗
rich Kaiser und Peter
Menges;
Plan Nr. 2019, 2020,
2021 und 2022, 88 a2
59 qm Acker und Wiese
m Rockenthal vordere Ah⸗
aung.

Die Liegenschaften liegen in
F Steuergemeinde St. Ing⸗
ert.

St. Ingbert, 27. April 1881.
K. Auffschneider
Amtsverweser.

Samstag, 30. Mai
Exportbier

vom Faß.

Anstich 5 Uhr Nachmittags
ʒei Lehnert.

AM
8Sommersprossen⸗veift
ur vollständigen Entfernung der
Sommersprossen empf. aä Stück 60 Pf.

Nohert Schmitt.
Ancdvvurun
eseitigt gefahrlos und sicher (auch
rieflich, in 2 Std. Dr. med.
Frn ahꝰ V. in Leiprig.

Ich zeige hiermit

ergebenst an, daß ich

etzt im frühern Scherff'schen

hause an der Großbach wohne.

Frau Holzner, Hebamme.

4 Kaninchen sind zu ver⸗

aufen. Wo? sagt die Exped.
5. Bl.

3
N ach Kilfe suchend,
durchfliegt mancher Kranke die
Zeitungen, fich fragend, welcher
er vielen Heilmittel⸗Annoncen
ann man vertrauen? Diese oder
ene Anzeige imponirt durch ihre
vröße; er wählt und wohl in den
neiften Fällen gerade das — Un⸗
ichtige Wer age Enttäuschuu⸗
en vermeiden und sein Geld nicht
inniltz ausgeben will, dem rathen
dir, sich von Richter's Verlags⸗
AInsialt in Leipzig die Broschure
— R kommen zu laf⸗
en, denn in diesem Schriftchen
derden die bewährtesten Heilniittel
nhrin und sachgemäß be⸗
prochen, so daß jeder Kranke in
aller Ruhe pritferi und das Beste
ür sicz auswaͤhlen kann. Die
bige, bereits in 460. Auflage er⸗
chienene Broschüre wird gratis
und franco versandt, es entstehen also
dem Besteller weiter Leine Kosten, als 5 Vfo.
für seine Vostkarte

Sounntag den 1. Mai von

stachmittags 3 Uhr
Tanuzmusik

hei P. Schweitzer.

Lrieger-

Véroédin.
Sonntag, den 1. Mai Nachmittags 4 Uhr
Generalversammlung
in der Becker'schen Brauerei (Unterstadt.)
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Fischer, IJ. Vorstand.
»wanderungs⸗Agentur
von
d·s —

Hotet Laur.
Zonntag, 1. Mai 1881
„Maimusik“
Anfang 3 Uhr Nachmittags.

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Amerikanische Illustrirte Jahrbuch für 1881“ gelesen zu haben
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des Castle Garden, wo alle Einwanderer gelandet werden. Nie—
derlassung, Stellenvermittlung u. s. w. Preis des „Jahrbuchs
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Abonnements⸗

Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
— Sierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonutagsblatt“ Nr. 18.
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        8* . Ingberker Axnzeiger.
Her St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Vei

lage) erscheint woöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

14 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswörts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

Sonntag, den 1. Mai
ise
Deutsches Reich.

Der deutsche Reichstag verwies die Vorlage über eine Ab—
inderung des Gerichtskostengesetzes an eine Kommission von 14
Mitgliedern. Alle Redner sprachen sich für über die Vorlage hin—
uusgehende weitere Ermäßigungen aus. Staatssekretär v. Schel—⸗
sing erklärte, die Bundesregierungen könnten eine Verringerung
der Einnahme aus den Justizgebuͤhren nicht akzeptiren. — Es
folgte hiernächst die erste Berathung der Gewerbeordnungs-Nobelle.
Der Reichstag verwies dieselbe an die Gewerbe-Kommission.

Die Stempelsteuer-Kommission des Reichssstags hat die
Quittungssteuer einstimmig abgelehnt.

Wie Nachrichten aus Berlin besagen, hat der pfälzische
RPeichstagsabgeordnete Herr Dr. Buhl vom Ausschuß des deutschen
Weinbauvereins den Auftrag erhalten, im Reichstage den Antrag
einzubringen, den Reichskanzler zu ersuchen, auf Grund des Ge—
etzes, betreffend die Fälschung von Nahrungsmitteln, eine Verord⸗
nung zu erlassen, wonach der Zusatz von Säuren, säurehaltigen
Körpern, so von Glycerin zu den Weinen verboten wird. Es
unterliegt keinem Zweifel, daß der Antrag vom Reichstage mit
zroßer Majorität angenommen werden wird.

Ausland.

Die französischen Truppen rücken mit unaufhaltsamen
Elan“ in Tunis vor; ihren siegreichen Waffen widersteht Nie—
mand, denn — auf Befehl des Bey enthalten sich die tunesischen
Trupen jeder Vertheidigung und die Gouverneure der befestigten
blätze räumen höflich unter dem üblichen Protest die Positionen.
das wird ein eigenartiger Feldzug, in welchem Niemand Feind
ein will, ausgenommen eine Hand voll fürwitziger herrenloser
Straßenräuber, welche einige Flintenschüsse auf die daherziehenden
Rolonnen abgeben und dann in ihre Schlupfwinkel verschwinden.

Da es fest beschlossene Sache ist, Tunesien unter Frank⸗
reichs Vormundschaft zu stellen, so wird ein Theil des Ecpeditions-
orps bis nach Tunis gehen und diese Stadt besetzen. Von einer
agentlichen Annexion ist noch nicht die Rede, doch soll das Land
zer Krumirs mit einigen Grenzdistrikten unter dem Vorgeben, daß
diese Völkerschaften sonst nicht zu bändigen seien, zuförderst zu
Frankreich geschlagen werden. Eine offene Einverleibung Tunesiens
st noch nicht im Werke, weil man befürchtet, daß England sonst
Ansprüche auf Aegypten machen werde. Frankreich hat seine Zu⸗
timmung dazu gegeben, daß Italien sich in Tripolis festsetze, und
dieses soll nicht abgeneigt sein, auf die ihm in dieser Beziehung
Jemachten Anträge einzugehen. Frankreich wird seine Pläne be⸗
reffs Tunesiens aber jedenfalls mit Vorsicht, doch mit aller Ent—
chlossenheit durchführen.

Die erste Kriegss und Siegesthat der Franzosen im Kriege
gegen die Tunesen ist mit dem gerade den Angehdrigen der
„großen Nation“ so überaus empfindtichen Makel der Lächerlichkeit
dehaftet. Man bombardirte das Fort der Insel Tabarka uͤnd schoß
dasselbe total zusammen, obwohl es auch nicht den geringsten Wi⸗
derstand unternahm und nicht einmal einen einzigen Schuß erwi⸗
derte. Als am Morgen des 26. April (letzten Dienstag) die Be—
sezung vor sich ging, fand man die Insel leer, die Tunesier wa⸗
ten in der Nacht abgezogen, wahrscheiulich über die zwischen der
Insel und dem Festlande liegende Sandbank.

Der Zustand der (erkrankten) Kaiserin von Rußland soll,
wie man aus guter Quelle vernimmt, infolge der beständigen
Angst, die ihr die Drohungen der Nihilisten verursachen, sich ver—⸗
chlimmert haben. Die netvöse Ueberreizung, an der sie leidet,
zabe, so verlautet in den letzten Tagen einen beängstigenden Cha—
rakter angenommen. Der Kaiser weilt nur ihretwegen in Gat⸗
hina und kam auch deßhalb zu den Osterfeierlichkeiten nicht nach
Petersburg, was sehr bemerti wurde, da zum ersten Male ein
russischer Zar dabei fehlte.

„Einem Petersburger Briefe an Rochefort's „Intran⸗
igeant· entnehmen wir folgende interessante Details über die Art
und Weise wie die Theilnehmerschaft des Großfürsten Nikolaus an
ꝛen nihilistischen Umtrieben entdeckt wurde. Der Polizeiminister ließ
ine Anzahl Photographien des Prinzen an seine Agenten vertheilen,
und diese zeigien das Bild den Dworniks (Hausmeister und Portiere)
aAller verdächtigen Häuser. In dieser Weise wurde konstatiert, daß

der Großfürst häufig mit den Häuptern der Revolutionspartei ver
tehrt habe. Der Hausbesorger in der Gartenstraße, wo von einer
Milchwirthschaft aus die große Mine nach dem Winterpalast führte,
erkannte das Bild ganz bestimmt als von einer Person herrührend,
wvelche zu den Intimen des Hauses zählte. Der Korrespondent
weldet, daß Großfürst Nikolaus auf den bloßen Ausspruch des
Kaisers, und ohne jede gerichtliche Prodzedur zu lebenslänglicher
Gefangenschaft verurtheilt wurde.

Vermischtes.

* Unsere Leser erinnern sich, daß am 14. Nov. v. Is. der
von Zweibrücken fahrplanmäßig Äbends 5 Uhr 56 Min. abgehende
Personenzug, der an jenem Abend sich aber bedeutend verspätet
jatte, auf der Station Bierbach in Folge falscher Weichenstellung
heilweise entgleiste. Obwohl zwei aus den Geleisen gesprungene
Wagen 1. u. 2. Classe von etwa 20 Personen besetzt waren, so
Jatte doch von diesen glücklicherweise Niemand Schaden genommen und
die Strafkammer des k. Landgerichts Zweibrücken verurtheilte darum
den Weichensteller Ehrmanntraut von Bierbach, der die Entgleisung
derursacht hatte, wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahn⸗
transportes nur zu einer Gefängnißstrafe von acht Tagen und zu
den Kosten. — In derselben Sitzung wurde wegen eines ähnlichen
Reates der Eisenbahnersatzmann Georg Degel von Oberwuͤrzbach,
der am 21. Dez. v. Is. Morgens auf der Haltestelle Hassel in
Folge zu früher Aenderung in der Weichenstellung die Entgleisung
der zwei letzten Wagen eines Personenzuges, eines Personenwagens
3. Classe und des Postwagens, herbeigeführt hatte, zu einer Gefaͤng⸗
nißstrafe von drei Tagen und zu den Kosten.

F Für das Fest der Fahnenweihe des in Zweibrücken
Jarnisonirenden 2. Bataillons des 18. Inf.«Regts. sind vorerst
der 11. und 12. Mai nächsthin in Aussicht genommen; definitive
Bestimmung über die Zeit, wann das Fest abgehalten werden soll,
st jedoch seitens der maßgebenden Militärbehörde bis jetzt nicht
getroffen.

FIn Pirmasens haben innerhalb zwei Tagen drei Selbst⸗
morde Statt gefunden.

F In verschiedenen Ställen von Dirmstein bei Franken⸗
hal hat sich in Folge von Fütterung mit gekeimten Kartof—
feln bei dem Rindvieh „Solaninvergiftung“ gezeigt. Thierarzt
Zunger daselbst fühlt sich nach Konstatirung der Krankheit veron—
aßt, öffentlich auf dieses Vorkommniß hinzuweisen und beizufugen,
daß nach schleunigst angeordneter Heufütterung und Verabreichung
nnerlich reizender restaurirender Mittel die betr. Thiere im Ver—
auf von 6 Tagen wieder hergestellt waren. Der Landwirth hüte
siich also, gekei mte Kartoffeln füttern zu lassen!

F. Von der meteorologischen Centralstation in München ist
das Minoritenkloster zu Og gersheim als Filialstation (zur
Berichterstattung über Beginn und Verlauf der Gewitter) bestellt
vorden.

F. In dem Pfarrdorfe Pölling in der Oberpfalz wurde
einem sechzehnjährigen Mädchen von ihrer fünfjährigen Schwester,
mit der sie spielte, eine Haarnadel auf bisher ungeklärte Weise in
den Hinterkopf eingedrückt. Obwohl die Beschädigung keine erheb⸗
iche war, verspürte das Mädchen doch des anderen Tages Schmerzen,
uind es mußte ein Arzt zu Hilfe gerufen werden, welcher Blutver—
ziftung konstatirte. Die angewendeten Mittel waren vergebens
und das Mädchen dem Tode unrettbar verfallen.

. Gon einem Eber getödtet) Wie man der „Tr. Z.“
nittheilt, wurde dieser Tage im Condelwald die Leiche eines
Försters unmittelbar neben einem verendeten Eber gefunden. Da
die Leiche entsetzlich zugerichtet, eigentlich förmlich ausgeweidet war,
o liegt es nahe, anzunehmen, daß der Förster den Eber ange—
chossen hat, dann von dem wüthenden Thier angegriffen worden
ind dabei erlegen ist.

GMord und Selbstmord aus Rache.) Ein Waldwärter in
Dobrzyca, der kürzlich wegen Mißhandiung einer Frau infolge
Feldkontravention von dem Amisgericht zu 4 Wochen Gefängniß
erurtheilt Hurde, hat darauf die Denunciantin erschossen, der
dauptzeugin beide Augen ausgeschossen und nachdem er sich ver⸗
olgt sah, sein Leben durch einen Schuß beendet.
        <pb n="262" />
        Auf der Weichsel⸗Bahn in Russisch-Polen ist bei
NRowydwor ein Personenzug mit elf Waggons entgleist; mehrere
Waggons wurden zertrümmert, viele Personen schwer verwundet.

FIn Moskan hat sich Pfarrer Kibaltschisch, Va⸗
ler des gehenkten Attentäters, wegen der Schande, die ihm sein
Sohn gebräacht, selbst erhängt.

FꝰDie an der Ost⸗Küste des Stillen Ozeans liegende Stadt

zuena⸗Venturo wurde fast vollständig durch eine Feuers⸗
runst zerstört. Der Verlust an Eigenthum wird auf 1 Million
dollaͤrs geschätzt und 1600 Personen wurden dadurch obdachlos.
Fur die Nedaction verantwortlich: FJ. X. Deme tz.

— — — —

Geldlotlerie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130. 600 Gesdgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende Rummern.
Keine Serienziehung.
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert.
— 2
Licitation.

Montag, den 16. Mai
aächsthin, Nachmittags 5 Uhr zu
Hajel, in der Wirthschaft von
Fohann Keßler,

werden durch den unterzeich⸗
geten, hiezu gerichtlich beauftrag⸗
hen Amtsverweser des kagl. No⸗
ars Franz Sauer in St. Ing⸗
hert, die nachstehend beschriebenen,
zu der zwischen den in Hasel
derlebten Eheleuten Michael
Heib weiland, Holzschnitzer und
Elisabelha Schmitt bestande⸗
nen Gütergemeinschaft gehörigen
diegenschaften in der Steuerge⸗
neinde Hasel, abtheilungshalber
zffentlich an die Meisthietenden
— versteigert, nüm⸗
lich:

1. Plan Nr. 45682, 34 qm
Fläche mit Wohnhaus ne⸗
zen Jakob Heib;

Plan Nr. 458b, 23 4 20
jm Acker auf der Haide;
Plan Nr. 459, 20 2,770
ijm Acker und Garten
allda;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der
genannt verlebten Eheleute Heib,
als:

J. Maria Heib, gewerblose
Thefrau von Valentin Weirich,
Bergmann;

I. Louise Heib, gewerblose
Thefrau von Johann Hubertus,
Bergmann;

UI. Barbara Heib, gewerb⸗
lose Ehefrau von Johann Lang,
Bergmann;

IV. Gertraud Heib, gewerb⸗
lose Ehefrau von Jakob Huber⸗
tus, Bergmann;

V. Johann Heib, Bergmann
in Amerika und- VI. Heinrich
Heib, Holzarbeiter, diese beide
noch minderjährig, welche den
Johann Heib den Ersten, Bar⸗
hier, zum Hauptvormunde und
den Johann Keßler, Wirth, zum
Nebenvormunde haben.

Alle, wo nicht anders ange—⸗
zeben in Hasel wohnhaft.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
ichen Ermächtigung und Güter⸗
Jemeinschaft wegen persönlich
zetheiligt.

St. Ingbert, 30. April 1881.

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Stadtrathssitzung
im Montag den 2. Mai Nach⸗
mittags 4 Uhr.

Tagesordnung:

1. Errichtung zweier Schulen;
2. Die Leichenbeschau in St.
Ingbert;

3. Frrichtung einer Station
von Krankenschwestern. zu
Schnappbach;
Burgeraufnahme;

5. deimathsfrage;

3. Waldberechtigung.

St. Ingbert, 30. April 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Bekanntmachung.
In der landwirthschaftlichen
Fortbildungsschule beginnt der
interricht, Sonntag den,1.
Mainl. Is. Morgens um 928

zis 2 10 Uhr.

St. Ingbert, 830. April 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Geschäfts-Eröffnung.

Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich un—
ierm Heutigen im Hause der Frau Wittwe Hager eine
Conditorei und Mehlhandlung
rrichtet habe und lade zu recht zahlreichem Besuche ergebenst ein.

J. Rickel, Conditor.
Krieger-

Veérodin.

Sonntag, den 1. Mai Nachmittags 4 Uhr
Generalversammlung
n der Becker'schen Brauerei (Unterstadt.)
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Fischer, J. Vorstand.
Ie franzoͤsisches Billardtuch,
vorzügliche Qualität, halten stets auf Lager
St. Johann ald. Saar.
Gebrüder Brach.
Manila E Cocosläu⸗
ser sowie Matten in Manila,
Focos &amp; Hanf billigst.

Ebenso eine große Auswahl
n Sonnen⸗ und Regen⸗
schirmen in allen Qualitäten
u den billigsten Preisen.

Fr. Stutzmann.

Igels Kleesaat Prima
vieder eingetroffen bei

Franz Grell's Nachfolger.

„T 3 A
— GEffener Brief.
herrn Wallrad Ottmar Bernhard in München.
Mit Freuden kann ich Ihnen mittheilen, daß Ihr ächter Bern⸗
hardiner-Magenbitter, welchen ich von Herrn Gust. Fingado in Kehl
bezogen habe, mich von meinem Leiden
otommen befreit hat. Eine einzige
Flasche à 2 Mark wax im Stande, mich
vn meinem fünfjährigen Magen⸗
iden zu befreien. Mit Staunen
perspuͤrte ich schon am ersten
Tage dessen wunderbare Wirk⸗
ung. Ich bitte um eine zweite Flasche,
da Nein Vater auch an Magenleiden
jeit zwei Jahren leidet. Einem jeden
Magenl eidenden rathe ich den allein ächten Bernhardiner von
Herrn Wallrad Ottmar Bernhard ju gebrauchen und diesen
Geg zur schnellen Heilung nicht zu versaumen.
Vruckenschopf (Baͤden), den 15. Juli 1880.
Hochachtungsvoll Karl Wahl, Bürgermeister.
DDer ächte Bernhardiner ist allein zu beziehen in Flaschen
Mk, J.oh pfg., Mt. 2 und Mk. 4.
in St. Iugbert bei Herrn Jean Peters; Blies⸗
kastel: NBV. Hussong; Saarbrücken: Rud. Schellen⸗
herger;, St. Johann: Chr. Walter.

Icch zeige hiermi
ergebenst an, daß ich
etzt im frühern Scherff'schen
Hause an der Großbach wohne.
Frau Holzner, Hebamme.
Sonntag den 1. Mai von
Nachmittags 3 Uhr
⸗
Tanzmusik
M. Schweitker.
Sonntag, 1. Mai 1881
„Maimusik“

Anfang “27 Uhr Abends.

Frau Julius Grewenig.

Zonntag, 1. Mai

Tanzmusik
Entree 50 Pfg.
ei P. Jun⸗
Druck und Verlag von F. X. Deme zz in St. Ingbert.
Ciezm Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 18.

AFIEBERIICA.

Niemand sollte nach Amerika gehen, ohne des Deutsch
Amerikanische Illustrirte Jahrbuch für 1881* gelesen zu haber
Zerausgeber Wm. Raich, Notar, in New⸗York. Enthält viel
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zerlassung, Stellenvermittlung u. s. w. Preis des Jahrbuchẽ
30 Pfg.“ Zu beziehen durch R. Levi, 28 Calver Strusso, Sbutt
rarb, und Le Beil &amp; Westphal, 8 Ramengiesserort. Hambur'
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Sonntag, den 1. Mai

8801

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Der deutsche Reichslag verwies die Vorlage über eine Ab⸗
inderung des Gerichtskostengesetzes an eine Kommission von 14
Mitgliedern. Alle Redner sprachen sich für übet die Vorlage hin⸗
usgehende weitere Ermäßigungen aus. Staatssekretär v. Schel—
ling erklärte, die Bundesregierungen könnten eine Verringerung
er Einnahme aus den Justizgebühren nicht akzeptiren. — Es
olgte hiernächst die erste Berathung der Gewerbeordnungs⸗Novelle.
— DDD Gewerbe⸗Kommission.

Die ESumpelsteuer⸗Kommission des Reichst aas hat die
Zuittungssteuer einstimmig abgelehnt.

Wie Rachrichten aus Berlin besagen, hat der pfälzische
Reichstagsabgeordnete Herr Dr. Buhl vom Ausschuß des deutschen
PWeinbaubereins den Auftrag erhalten, im Reichstage den Antrag
inzubringen, den Reichskanzler zu ersuchen, auf Grund des Ge⸗
etzes, betreffend die Fälschung von Nahrungsmiiteln, eine Verord⸗
zung zu erlassen, wonach der Zusatz von Säuren, säurehaltigen
Zörpern, so von Glycerin zu den Weinen verboten wird. Es
interliegt keinem Zweifel, daß der Antrag vom Reichstage mit
Jroßer Maiorität angenommen werden wird.

Ausland.

Die französischen Truppen rücken mit unaufhaltsamen
Elan“ in Tunis vor; ihren siegreichen Waffen widersteht Nie⸗
nand, denn — auf Befehl des Bey enthalten sich die tunesischen
Trupen jeder Vertheidigung und die Gouverneure der befestigten
Blätze räumen höflich unter dem üblichen Protest die Positionen.
Das wird ein eigenartiger Feldzug, in welchem Niemand Feind
ein will, ausgenommen eine Hand voll fürwitziger herrenloser
Straßenräuber, welche einige Flintenschüsse auf die daherziehenden
Kolonnen abgeben und dann in ihre Schlupfwinkel verschwinden.

Da es fest beschlossene Sache ist, Tunesien unter Frank⸗
ceichs Vormundschaft zu stellen, so wird ein Theil des Expeditions⸗
zorps bis nach Tunis gehen und diese Stadt besetzen. Von einer
igentlichen Annexion ist noch nicht die Rede, doch soll das Land
der Krumirs mit einigen Grenzdistrikten unter dem Vorgeben, daß
Hiese Völkerschaften sonst nicht zu bändigen seien, zuförderst zu
Frankreich geschlagen werden. Eine offene Einverleibung Tunesiens
st noch nicht im Werke, weil man befürchtet, daß England sonst
Ansprüche auf Aegypten machen werde. Frankreich hat seine Zu—
timmung dazu gegeben, daß Italien sich in Tripolis festsetze, und
zieses soll nicht abgeneigt sein, auf die ihm in dieser Beziehung
Jemachten Anträge einzugehen. Ftankreich wird seine Pläne be—
reffs Tunesiens aber jedenfalls mit Vorsicht, doch mit aller Ent⸗
schlossenheit durchführen.

Die erste Kriegs- und Siegesthat der Franzosen im Kriege
zgegen die Tunesen ist mit dem gerade den Angehörigen der
großen Nation“ so überaus empfindlichen Makel der Lächerlichkeit
ʒehaftet. Man bombardirte das Fort der Insel Tabarka und schoß
dasselbe total zusammen, obwohl es auch nicht den geringsten Wi—
derstand unternahm und nicht einmal einen einzigen Schuß erwi—
derie. Als am Morgen des 26. April (letzten Dienstag) die Be⸗
setzung vor sich ging, fand man die Insel leer, die Tunesier wa⸗
den in der Nacht abgezogen, wahrscheinlich über die zwischen der
Insel und dem Festlande liegende Sandbank.

Der Zustand der (erkrankten) Kaiserin von Rußland soll,
wie man aus guter Quelle vernimmt, infolge der beständigen
Angst, die ihr die Drohungen der Nihilisten verursachen, sich ver—
schlͤmmert haben. Die nervöse Ueberreizung, an der sie leidet,
sabe, so verlautet in den letzten Tagen einen beängstigenden Cha⸗
rakter angenommen. Der Kaiser weilt nur ihretwegen in Gat⸗
schina und kam auch deßhalb zu den Osterfeierlichkeiten nicht nach
Petersburg, was sehr bemerkt wurde, da zum ersten Male ein
cussischer Zar dabei fehlte.

Einem Petersburger Briefe an Rochefort's „Intran⸗
sigeant“ entnehmen wir folgende interessante Details über die Art
und Weise wie die Theilnehmerschaft des Großfürsten Nikolaus an
den nihilistischen Umtrieben entdeckt wurde. Der Polizeiminister ließ
eine Auzahl Photographien des Prinzen an seine Agenten vertheilen,
und diese zeigien das Bild den Dworniks —
sller verdächügen Häuser. In dieser Weise wurde konstatiert, daß

der Großfürst häufig mit den Häuptern der Revolutionspartei ver

ehrt habe. Der Hausbesorger in der Gartenstraße, wo von einer
Milchwirthschaft aus die große Mine nach dem Winterpalast führte,
annle das Bild ganz bestimmt als von einer Person herrührend,
velche zu den Inlimen des Hauses zählte. Der Korrespondent
neldet, daß Großfürst Nikolaus auf den bloßen Ausspruch des
daisers, und ohne jede gerichtliche Prodzedur zu lebenslänglicher
gefangenschaft verurtheilt wurde.
Vermischtes.

x Unsere Leser erinnern sich, daß am 14. Nov. v. Is. der
von Zweibrücken fahrplanmäßig Abends 5 Uhr 56 Min. abgehende
zersonenzug, der an jenem Abend sich aber bedeutend verspätet
atte, auf der Station Bierbach in Folge falscher Weichenstellung
heilweise entgleiste. Obwohl zwei aus den Geleisen gesprungene
Vagen 1. u. 2. Classe von etwa 20 Personen besetzt waren, so
satte doch von diesen glücklicherweise Niemand Schaden genommen und
ie Strafkammer des k. Landgerichts Zwei brücken verurtheilte darum
en Weichensteller Ehrmanntraut von Bierbach, der die Entgleisung
verursacht hatte, wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahn⸗
ransportes nur zu einer Gefängnißstrafe von acht Tagen und zu
den Kosten. — In derselben Sitzung wurde wegen eines ähnlichen
seates der Eisenbahnersatzmann Georg Degel von Oberwuͤrzbach,
der am 21. Dez. v. Is. Morgens auf der Haltestelle Hassel in
Folge zu früher Aenderung in der Weichenstellung die Entgleisung
‚er zwei letzten Wagen eines Personenzuges, eines Personenwagens
Z.CGasse und des Postwagens, herbeigeführt hatte, zu einer Gefüng⸗
ußstrafe von drei Tagen und zu den Kosten. *

F Für das Fest der Fahnenweihe des in Zweibrücken
jarnisonirenden 2. Bataillons des 18. Inf.⸗Regts. sind vorerst
II. und 12. Mai nächsthin in Aussicht genommen; definitive
zestimmung über die Zeit, wann das Fest abgehalten werden soll,—
st jedoch seitens der maßgebenden Militärbehörde bis jetzt nicht
etroffen. F

In Pirmasens haben innerhalb zwei Tagen drei Selbst⸗
norde Statt gefunden.

7 In verschiedenen Ställen von D irmstein bei Franken⸗
hal hat fich in Folge von Fütterung mit gekeimten Karto f⸗
Akn bei dem Rindvieh „Solaninvergiftung“ gezeigt. Thierarzt
zunger daselbst fühlt sich nach Konstatirung der Krankheit veron⸗
aßt, öffentlich auf dieses Vorkommniß hinzuweisen und beizufuͤgen,
aß nach schleunigst angeordneter Heufütterung und Verabreichung
nnerlich reizender restaurirender Mittel die betr. Thiere im Ver⸗
auf von 6 Tagen wieder hergestellt waren. Der Landwirth hüte
ich also, geke iemte Kartoffeln füttern zu lassen!

4 Von der meieorologischen Centralstation in München ist
as Minoritenkloster zu Oggersheim als Filialstation (zur
Berichterstattung über Beginn und Verlauf der Gewitter) bestellt
vorden.

F In dem Pfarrdorfe Pölling in, der Oberpfalz wurde
inem sechzehnjährigen Maͤdchen von ihrer fünfjährigen Schwester,
nit der sie spielie, eine Haarnadel auf bisher ungeklaͤrte Weise in
zen Hinterkopf eingedrüdt. Obwohl die Beschädigung keine erheb⸗
iche war, verspürte das Mädchen doch des anderen Tages Schmerzen,
ind es mußte ein Arzt zu Hilfe gerufen werden, welcher Blutver⸗
iftung konstatirte. Die angewendeten Mittel waren vergebens
ind das Maädchen dem Tode unrettbar verfallen.

Gon einem Eber getödtet.) Wie man der „Tr. Z.“
nittheilt wurde dieser Tage im Condelwald die Leiche eines
försters unmittelbar neben einem verendeten Eber gefunden. Da
ie Leiche entsetzlich zugerichtet, eigentlich förmlich ausgeweidet war,
o liegt es nahe, anzunehmen, daß der Förster den Eber ange—
chossen hat, dann von dem wüthenden Thier angegriffen worden
ind dabei erlegen ist.

CMord“und Selbstmord aus Rache.) Ein Waldwãrter in
dobrzyca, der kürzlich wegen Mißhandlung einer Frau infolge
Feldkontravention von dem Amisgericht zu 4 Wochen Gefängniß
jerurtheilt wurde, hat darauf die Denunciantin erschossen, der
dauptzeugin beide Augen ausgeschossen und nachdem er sich ver⸗
olgt sah, sein Leben durch einen Schuß beendet.
        <pb n="264" />
        F Auf der Weichsel-Bahn in Russisch-Polen ist bei
Nowydwor ein Personenzug mit elf Waggons entgleist; mehrere
Waggons wurden zertrümmert, viele Personen schwer verwundet.

F In Moskau hat sich Pfarrer Kibaltschisch, Va—
tler des gehenkten Attentäters, wegen der Schande, die ihm sein
Sohn gebracht, selbst erhängt.

F Die an der Ost-Küste des Stillen Ozeans liegende Stadt

Bucna-⸗Venturo wurde fast vollständig durch eine Feuers—
brunst zerstört. Der Verlust an Eigenthum wird auf 1 Million
Dollars geschätzt und 1500 Personen wurden dadurch obdachlos.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.
— ——

umν
Geldlolterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130. 800 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende Nummern.
Reine Serienziehung.
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à 1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert.
Geschäfts-Eröffnung.

Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich un⸗

term Heutigen im Hause der Frau Wittwe Hager eine
Conditorei und Mehlhandlung
errichtet habe und lade zu recht zahlreichem Besuche ergebenst ein.

J. Nickel, Conditor.

— XICLL
Licitation.
Montag, den 16. Mai

nächsthin, Nachmittags 5 Uhr zu

Hasel, in der Wirthschaft von

Johann Keßler,

werden durch den unterzeich⸗
neten, hiezu gerichtlich beauftrag⸗
ten Amtsverweser des kgl. No⸗
tars Franz Sauer in St. Ing⸗
bert, die nachstehend beschriebenen,
zu der zwischen den in Hasel
verlebten Eheleuten Michael
Heib weiland, Holzschnitzer und
Elisabeiha Schmitt bestande⸗
nen Gütergemeinschaft gehörigen
Liegenschaften in der Steuerge⸗
meinde Hasel, abtheilungshalber
öffentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, näm⸗
sich:

1. Plan Nr. 4582, 34 qm
Fläche mit Wohnhaus ne⸗
ben Jakob Heib;

Plan Nr. 458b, 23 a 20
qm Acker auf der Haide;
Plan Nr. 459, 20 a 70
qm Acker und Garten
allda;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der
genannt verlebten Eheleute Heib.
als:

J. Maria Heib, gewerblose
Ehefrau von Valentin Weirich,
Bergmann;

II. Louise Heib, gewerblose
Ehefrau von Johann Hubertus,
Bergmann;

LDI. Barbara Heib, gewerb⸗
lose Ehefrau von Johann Lang,
Bergmann;

IV. Gertraud Heib, gewerb⸗
lose Ehefrau von Jakob Huber⸗
tus, Bergmann;

V. Johann Heib, Bergmann
in Amerika und VI. Heinrich
Heib, Holzarbeiter, diese beide
noch minderjährig, welche den
Johann Heib den Ersten, Bar⸗
bier, zum Hauptvormunde und
den Johann Keßler, Wirth, zum
Nebenvormunde haben.

Alle, wo nicht anders ange⸗
geben in Hasel wohnhaft.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
lichen Ermächtigung und Güter⸗
gemeinschaft wegen persönlich
betheiligt.

St. Ingbert, 30. April 1881.

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

—

Stadtrathssitzung
am Montag den 2. Mai Nach⸗
mittags 4 Uhr.

Tagesordnung:

1. Errichtung zweier Schulen;

2. Die Leichenbeschau in St.
Ingbert;

Errichtung einer Station
von Krankenschwestern zu
Schnappbach;

.Buürgeraufnahme;

*. Heimathsfrage;

ßz. Waldberechtigung.

St. Ingbert, 30. April 1881.
Das Bürgermeisteramt:

Custer.

Bekanntmachung.

In der landwirthschaftlichen
Fortbildungsschule beginnt der
Unterricht, Sonntag den 1.
Mainl. Is. Morgens um 28
bis 12310 Uhr.

St. Ingbert, 80. April 1881.

Das Bürgermeisteramt:
ECuster.

Manila E Gocosläu⸗
fer sowie Matten in Manila,
Cocos &amp; Haunf billigst.

Ebenso eine große Auswahl
in Sonnen⸗ und Regen—⸗
schirmen in allen Qualitäten
zu den billigsten Preisen.

Fr. Stutzmann.

Lrieger⸗

Véroin.

Sonntag, den 1. Mai Nachmittags 4 Uhr
Generalversammlung
in der Becker'schen Brauerei (Unterstadt.)
Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.
Fischer, J. Vorstand.
18 französisches Billardtuch,
vorzügliche Oualität, halten stets auf Lager
St. Jobann ad. Saar.
Gebrüder Brach.

E VOffener Brief. 55
Herrn Wallrad Ottmar Bernhard in München.
Mit Freuden lann ich Ihnen mittheilen, daß Ihr ächter Bern⸗
hardiner⸗Magenbitier. welchen ich von Herrn Gust. Fingado in Kehl
bezogen habe, mich von meinem Leiden
vollkommen befreit hat. Eine einzige
Flasche à 2 Mark war im Stande, mich
von meinem fünfjährigen Magen⸗
leiden zu befrrien Mit Staunen
verspurte ich schon am ersten
Tage dessen wunderbare Wirk⸗
ung. Ich bitte um eine zweite Flasche,
da mein Vater auch an Magenleiden
seit zwei Jahren leidet. Einem jeden
Magenl eidenden rathe ich den allein ächten Bernhardiner von
Herrn Wallrad Ottmar Bernhard zu gebrauchen und diesen
Beg zur schnellen Heilung nicht zu versäumen.
Muckenschopf (Baͤden), den 15. Juli 1880.
Hochachtungsvol Karl Wahl, Bürgermeister.
DDer ächte Bernhardiner ist allein zu beziehen in Flaschen
à Mi J. os pig, Mi. und Mi. 4.
in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters; Blies⸗
kastel: L. V. Hussong; Saarbrücken: Rud. Schellen⸗
berger; St. Johann:? Chr. Wolter.

Igels Kleesaat Prima
wieder eingetroffen bei
Franz Grell's Nachfolger.
Ich zeige hiermit
ergebenst an, daß ich
etzt im frühern Scherff'schen
dause an der Großbach wohne.
Frau Holzner, Hebamme.
Sonntag den J. Mai von
Nachmittags 3 Uhr
Tanzmusik
bei P. Schweitzer.
Sonntag, 1. Mai 1881
2 ⸗
Maimusik“
Anfang *27 Uhr Abends.
Frau Julius Grewenig.

A.

Niemand sollte nach Amerika gehen, ohne des „Deutsch—

Amerikanische Illustrirte Jahrbuch für 1881“ gelesen zu haben.

Herausgeber Wm. Raich, Notar, in New-York. Enthält viele

24 Information über Amerika, sowie Illustrationen und Beschreibung

Sonntag, 1. Mai des Castle Garden, wo alle Einwanderer gelandet werden. Nie—

Tanzmusik derlassung, Stellenvermittlung u. s. w. Preis des „Jahrbuchs“

60 Pfg. Zu beziehen durch R. Levi, 25 Calver Strasse, Stutt-

J Entree 50 Pfg. zart, üund Le Beil &amp; Westphal, 8 Kannengiesserort. Hamburg.

ꝛei B. Juna⸗ Folporteure verlangt.
Druch und Verlag von F. X. Deme zz in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 18.
        <pb n="265" />
        St. Ingberler Znzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 A fur die vierzespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 70.

Dieunstag, den 3. Mai
1881.
Deutsches Reich.

GBayerischer Landtag.) Die Abgeordnetenkammer be—
chloß sich bei'm Begräbniß v. d. Tann's durch eine Deputation
„on 8. Mitgliedern vertreten zu lassen. Dem Antrag des Abg.
. H. Schmidt zur Petition des Gemeinderathes Herxheim (Pfalz)
um Wiedererrichtung des eingezogenen Notariats entsprechend, über⸗
wies die Abgeordnetenkammer die Petition der Regierung zur
Würdigung. Der Justizminister erklärte, eine prinzipielle Absicht,
zie Landnotariate in der Pfalz aufzuheben, bestehe nicht; es werde
n jedem einzelnen Fall geprüft werden, ob ein Landnoiariat lebens⸗
ahig sei; nach den Gutachten der pfälzischen Behörden sei das
derxheimer Notariat nicht lebensfähig, daher könne die Regierung
der Petition keine Folge geben.

Die dem bayerischen Landtage vorliegenden Steuser⸗
zesetz⸗? Entwürfe werden dem Anscheine nach trotz der vor⸗
sandenen Schwierigkeiten doch noch zur Annahme in den beiden
ammern gelangen. Von beiden Häusern ist ernstlich die Geneigt⸗
jeit vorhanden in der Sache etwas fertig zu machen. Auch darüber
ist man einig, daß das Großkapital mehr zur Steuer herangezogen
verden muß; darüber, ob die von der Reichsrathskammer ange—
nommene Skala bei der Kapitalrentenstener besser ist, als die von
der Abgeoednetenkammer aufgestellte, dürfte sich wohl auch eine
Verständigung erzielen lassen.

Im Amtsblatt des Ministeriums des Innern wird eine Zu—
ammenstellung des Schuldenstandes der sämmtlichen Gemeinden
»es Königreiches Bayern nach den Rechnungsabschlüssen für das
Jahr 1879 veröffentlicht. Wir entnehmen derfelben, daß der
Schuldenzugang sämmtlicher Gemeinden im Jahr 1879 die Summe
von 16,748, 278 Ac 74 betrug, und, nach Abzug der auf
Schuldentilgung verwendeten Beträge, der Gefammtschuldenstand
hei'm Rechnungsabschluß 1879 sich auf 116,227,676. 80
vdeläuft, gegen 109,723, 106 AM. 62 nach dem desinitiven Rech—
zungsabschluß für 1878. An dem Schuldenzugang im Jahr 1879
st Oberbayern am stärksten betheiligt, mit 8,485, O082 AC 42 H,
wovon wieder auf die unmittelbaren Städte dieses Kreises der
Nehrbetrag, 7,247,924 A. 73 4 entfällt. Eine Vergleichung der
dechnungsabschlüsse der letzten 10 Jahre ergiebt, daß der Gesammt⸗
chuldenstand der bayerischen Gemeinden in runden Summen betrug:
1869 44, 385, 000 A, 1870 46,747, 000 A, 187150, 298, 000t,
1872 55, 481, 000 AC, 18738 64, 266, 000 AM., 1874 71,934, 000M.
875 80,8354, 000 Aß, 1876 86,581, 000 AM0. 1877 99,997, 00040.
1878 108,242, 000 A, 1879 116,227, 000 JA. (A. 3.)

(Bayerischer Armeebefehl.) S. M. der Könia hat
olgenden Armeebefehl erlassen:

Tief bewegt durch das überraschend eingetretene Ableben mei—
nes in aufopfernder Treue und Hingebung für König und Vater—
and bewährten General-Adjutanten, Generals der Infanterie Lud—
vig Freiherr von der Tann-⸗Rathsamhausen, habe ich
estimmt, daß die Offiziere der Armee drei Tage, die Offiziere des
IJ. Infanterie-Regiments sieben Tage Trauer anlegen und das
kegiment seinen Namen unverändert führt. Mit mir verliert in
em Verblichenen meine Armee einen heldenmüthigen, in zahlrei—
hen Schlachten und Gefechten erprobten General, dessen Andenken
anlöslich verknüpft ist mit den ruhmvollen Thaten des 1. Armee—
orps. — Um ihn und den im Tode ihm vorausgegangenen kom⸗
nandirenden General meines 2. Armeekorps, General Jakob Frei⸗
err von Hartmann, und in diesen beiden hervorragenden
baherischen Heerführern zugleich meine treue, tapfere Armee dau⸗
end zu ehren, behalte ich weitere Anordnungen mir vor.

Ludwig.

Der deutsche Reichstag hat am Samstag den Gesetz⸗
entwurf betr. die Besteuerung der Dienstwohnungen der Reichsbe—
anten in 2. Lesung und jenen beir. die Oeffentlichkeit der Ver—⸗
sandlungen des elsaß⸗lothr. Landesausschusses sowie die Einführung
ꝛer deutschen Sprache als Geschäftssprache dieser Körperschäft in
3. (letzter Lesung) angenommen.

In der Reichstagssitzung vom 29. v. Mts. erregte die
Dohung des Reichskanzlers, die deutsche und selbst die preußische
egierung, und zwar schon in der nächsten Session, von Berlin
veq zu verlegen, peinliches Aufsehen. Diese Aeußerung des Reichs—

fanzlers wird vorläufig nur als ein Ausdruck seiner Unzufrieden⸗
jeit mit Berlin betrachtet und für einen bloßen Schreckschuß an⸗
gesehen.

Kaiser Wilhelm hat sofort nach Empfang der Nach⸗
icht vom Tode des Generals v. d. Tann befohlen, daß die Büste
esselben in Marmor ausgeführt werde. Im Auftrage des Kron⸗
rinzen Friedrich Wilhelm hat der Chef des Stabes der 4. Armee⸗
znspektion, Generalmajor Mischke, dem Begräbnisse des verstorbenen
Benerals beigewohnt und auf dessen Sarg einen Kranz mit den
Farben des Ordens pour le mérite und im Namen Ihrer kaiserl.
und königl. Hoheit der Kronprinzessin einen zweiten Kranz mit den
deutschen Farben niedergelegt. Bei der Leichenfeier war die preuß.
Armee durch Offiziere aller Grade vertreten.

Der dentsche Kaiser ist am Freitag in Wiesbaden ange⸗
kommen.

Nach einer Kieler Meldung des „Deutschen Montagsblattes“
ollen in nächster Zeit mehrere Schiffe der deutschen Kriegs⸗
marine nach Tunis beordert werden.

Ausland.

Die Franzosen ergriffen im Tunesischen einen Kurier mit
zinem Brief des Tuarek-Häuptlings, worin dem Sullan in Kon—
tantinopel die Ermordung der Expedition Flatters angezeigt und
hierfür eine Belohnung erbeten wird. (Sonst kümmern sich diese
Stämme um den Sultan nicht; da aber kennen sie ihn.)

Eine Proklamation des Vicekönigs erklärt die Stadt Dublin
Hauptstadt von Irland) für im Zustande der Ruhestörung befind⸗
ich und verfügt für Dublin die Suspendierung der Habeaskorpus⸗
Akte. Die Verhaftung Dillons und anderer Häupter der Agrar⸗
iga gilt als unmittelbar bevorstehend.

Einem Berichte des „Czas“ zufolge, ist in der Ukraine
Rußland) der Nihilismus unter dem Landvolke im Zunehmen be⸗
zriffen. Die Bauern vergreifen sich an dem Eigenthum der Groß⸗
zrundbesitzer, in Folge dessen es in Ziwnogrod zum offenen Kampfe
kam. wobei mehrere Personen verwundet und zwei getödtet wurden.
Vermißschtes.

FGfälzisches Schwurgericht. Die Eröffnung
der nächsten Sitzungsperiode des Schwurgerichts wurde auf Mom
ag den 20. ds. Irs. festgesetzt, Oberlandesgerichtsrath Wolff zum
Porsitzenden des Schwurgerichtshofes und Landgerichtsdirectot Her⸗
eldt zu dessen Stellvertreter ernaunt.

Die Generalversammlung der Aktionäre der Pf äl z⸗
schen Eisenbahnen hat den Antrag der Verwaltung,
ämmtliche 492 prozentige Anleihen der drei pfälzischen Eisenbahn⸗
zesellschaften in 4prozentige zu konvertiren, gutgeheißen.

.. Das pfälzische Kreisamtsblatt Nr. 27 enthält das
Reichs-Gesetz über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen
»om 23. Juni 1880.

m. Aus dem Kantone Waldmohr. Am verflosse⸗
nen Samstag (80. April) wurde der Beschälwärter Karl Hertel
iuf dem Eichelscheiterhof von einem Hengst derart nieder⸗
zeworfen, daß er sofort eine Leiche war. Der Verunglückte hinter⸗
äßt eine Wittwe mit 5, größtentheils noch unerzogenen Kindern.

F Im verflossenen Betriebsjahr erzielte die Kammgarnspinnerei
daiserslautern einen Bruttoverdienst von » 1,898,379.
15. wovon, nach Abzug der statutenmäßigen Abschreibungen ⁊c. ein
Nettogewinn von A I, O24, 021. 47 verbleibt. Der Antrag des
Aufsichtsrathes, eine Extra⸗Abschreibung von AK. 120, 000 vorzu—
gehmen und auf die Aktie eine Dividende von M300 zur
Vertheilung gelangen zu lassen, wurde von der Generalbersamm-
ung angenommen.

Das landwirthschaftliche Bezirks-Comite Edenkoben—
dandau beschloß in der am letzten Montag stattgehabten Sitzung
einstimmig, ebenso wie das Bezirks⸗Comite Reustadt⸗Dürkheim an
die Reichsrathskammer die Bitte zu richten, dem von der Abgeord⸗
netenkammer betreffs Besteuerung der fabricirten Weine gefaßten
Beschluß zustimmen zu wollen.

In Ludwigshafen waurde während des dortigen
Jahrmarktes von einem älteren Manne eine Gaunerei sonder

gleichen verüuht. Als am Körper gelähmt sich ausgebend, ließ er
        <pb n="266" />
        sich auf einem dreiräderigen Wägelchen in der Stadt herumfahren,
um das Mitleid seiner Mitmenschen in Anspruch zu nehmen; aber
noch nicht zufrieden damit, ließ er sich ferner in liegender Stellung,
nur mit den Händen sich mühsam fortbewegend, photographiren
und sandte dann dieses Bildniß mit einem Bettelschreiben an ver—
schiedene angesehene Personen. Dies verfehlte seinen Zweck nicht,
er wurde vielfach mit Geldspenden bedacht. Wie sich jedoch später
herausstellte, war an der ganzen Gebrechlichkeit nichts, sondern
mipuppte sich der kranke Mann als ein geriebener Gauner, dem
hoffentiich seitens des Gerichts eine exemplarische Strafe zutheil
wird. Man sieht hieraus, wie oft Mildthätigkeit am unrechten
Platze ausgeübt wird.

4Wenn jemals von einem ehrlichen und reellen Diebe die
Rede sein kann, so ist es von demjenigen, der am Ostersonntage
bei Kaufmann L. A. Vogt in Wolfstein 280 Mark gestohlen
hat; denn dieser Tage Morgens früh fand Herr Vogt beim Er—
wachen auf dem Fenster seines Schlafzimmers die gestohlene Summe
in einem grauen Papierchen nebst einigen Pfennigen mit bein Be⸗
merken, daß letztere als Zins dienen sollen für die Zeit von Ostern
bis dato.

Am 9. Mai beginnt in Speyh er die praktische Konkurs-
prüfung der zum Staatsdienst aspirirenden Rechtskandidaten, wozu
ich 21 angemeldet haben.

* Der Wechselfälscher Scheuch, früher Cassier des Bankver—
eins zu St. Johann, wurde von der Strafkammer des Land⸗
gerichis Saarbrücken zu einer Zuchthausstrafe von 270 Jahren und
zur Zahlung der Kosten verurtheilt.

FDer 10. deutsche Turnkreis, welcher die Turnvereine Ba—
dens, der Pfalz, sowie die Vereine im Elsaß umfaßt, wird sein
diesjähriges gemeinschaftliches Turnfest in den Tagen vom 6. bis
3. August zu Lahr abhalten.

Am 10. Mai ds. JIs. sind zehn Jahre verflossen, seit der
denkwürdige Friede zu Frankfurt a. M. geschlossen wurde,
durch den der deutschefranzösische Krieg beendet wurde. Frankfurt
begeht an diesem Tage eine Gedenkfeier und wird an dem historischen
Hotel „Zum Schwanen“ eine Gedenktafel enthüllt werden, welche
Fie Inschrift trägt: „In diesem Hause wurde am 10. Mai 1871
der Friede zwischen Frankreich und Deutschland abgeschlossen.“

4 In der Nacht von Freitag auf Samstag ist im bah er⸗
ischen Gebirge fast fußhoher Schnee gefallen.

— Die meteorologische Centralstation in Münsch en versendet
vom 1. Mai an ihre Wetterberichte nebst Prognose für den folgen—
den Tag zum Preise von drei Mark per Ouartal auf telegraph—
ischem Wege.

ꝓ Aus Neuburg a. Rh. sind in diesem Jahre bereits 60,

»er Ackerbau treibenden Bevölkerung angehörige Personen nach
Amerika ausgewandert. Weitere Aaswanderungen stehen bevor.

— Ueber den Unglücksfall auf dem Schulschiff „Mars“ bei
Wilhelmshaven wird gemeldet: Die Langgranate, welche
vorschriftsmäßig untersucht und gut eingesetzt war, krepirte in dem
Nomente, als die Catouche eingesetzt werden sollte, wodurch auch
iese explodirte. Das Zusammenwirken der nach hinten herausge—
chleuderten Sprengstücke der Granate mit der Pulbverflamme der
atouche hat die schweren Verluste herbeigeführt. Gerichtliche Unter—⸗
uchung isi sofort angeordnet worden. Es läßt sich aber schon
etzi die sofort nach der Katastrophe protokollirten Aussagen der
ugenzeugen bestimmt behaupten, daß das Unglück nicht auf ein
gersehen bei der Bedienung des Geschützes zurückzuführen ist. An
er Aufsicht fehlte es nicht. Unter Anderm gab Lieutenant Reincke
zu Protokoll, daß das Geschütz vorschriftsmäßig bedient worden sei.

4 Dr. Arendt Baron Schilling von Cannstadt aus Ebers—
valde, der einzige Deutsche, welcher bei dem Theaterbrande in
stizza sein Leben verloren hat, ist ein Opfer seiner muthigen Ret—
ungsthätigkeit geworden. Er selbst hatte sich glücklich einen Aus—
veg aus dem Theater gebahnt, arbeitete dann aber drei Stunden
in dem Rettungswerke und drang zu wiederholten Malen in daßs
rennende Theater ein, aus dem er Ohnmächtige hinaustrug. Als
er das dritte Mal in das Theater eindringen wollte, umgaben ihn
zie Pompiers und baten ihn, nunmehr sein gefahrvolles Unter⸗
iehmen aufzugeben. Vergeblich, unser Landsmann unternahm
einen Rettungsgang aufs neue. Dr. Arendt kehrte nicht mehr
urück. Die Unglücklichen, von der Hitze und dem Rauch halb
Rasenden, hatten ihn an Armen und Beinen umklammert. Seine
errissenen Kleider, seine zerkratzten Arme, Hände und Beine zeigten
on dem furchtbaren Kampf, den er mit den Opfern des Brandes
jekämpft hatte. Man fand ihn, ganz bedeckt mit dem Blute der
ẽrstikten üund Verbrannten, unter einem Haufen derselben liegen.
50 opferte ein braver Deutscher sein Leben in heroischer Weise
ür seine Mitmenschen.

Vom L. Mai d. J. an tritt im Verkehr zwischen Deutsh—
and und Frankreich, wie schon erwähnt ein einheitlichen
Hort otarif für Postpaquete ohne Werthangabe bis zum Gewicht
,on 3kg in Wirksamkeit. Danach kostet ein Paquet bis zum
Zewicht von 8 kg 80 Pf. oder eine Franc. Das Porto ist vom
Absender im Voraus zu entrichten. Die Postpaquete dürfen in
einer Ausdehnung 60 em überschreiten; ihr Volumen ist auf 20
dubikdecimeter begrenzt.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

Licitati
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J hnung: eserflur, g. A ct, 2. Mai
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misverweser.

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Bekanntmachung.
Samstag am 7. Mai 1881,
Norgens neun Uhr, in der Bier—
tube zum „Hotel Laur“ da—
sier, läßt der Unterzeichnete als
herwalter der Concursmasse
)einrich Behr, Kaufmann und
-chlosser und Catharina Wei⸗
eich
eine größere Parthie
SItrohhüte
jegen Baarzahlung öffentlich ver⸗
teigern.
St. Ingbert, 3. Mai 1881.
Ph. Fitz,
Gescheft mann.
Igels Kleesaat Prima
vieder eingetroffen bei
Franz Grell's Nachfolger.
„Tüchtige
Kesselschmiede,
Nieter und Stemmer ge—⸗
ucht von Gebrüder Lüttgens,
Wa51 hei Sonrhrücken,“

Mei Wohnhaus mit

Keller und Stallung in

der Pfarrgasse ist zu vermiethen.

Johann Schmitt,
Zeugschmied.

Näheres bei Joseph Schwarz

ALAM
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QBHALAMI!
MIALAMI!
IALAM
CRALAMI
Neuer überaus fesselnder Roman
aus der Feder eines hervorragen⸗
den Gelehrten, beginnt mit Neu⸗
jahr im
Deutschen
Familienblatt.
Kedigirt von Julius Lohmeyer.
Ferner von: Levin Schücking,
das Frünlein von Thoreck.
Preis Vierteljährlich nur
Vit. 4. 60
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Eine Probe⸗Nummer oder ⸗Heft
ist durch alle Buchhandlungen,
owie auch direkt von der Verlags
handlung J H. Schorer n
Berlin, W. Jutzowstraße b gratis
zuunziehen.
Man abonnirt in allen
Buchhandlungen und Post
amtern. D

Rch warne hiemit Jedermann,
meiner Frau Katharina
Bechtel auf meinen Namen
etwas zu leihen oder zu
borgen da ich für dieselbe keine
Zahlung leiste.
Peter Jung,
Bergmann.
Druck und Verlag von F. X. Demestz in St. Inabert.
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— —— — * . . 5 5533338832 38 6 533833655
3 — 53 — B 553 3 2— 32* 582 ———— *32222
52 * — 253 7 *B3353 225 2 55 2 — 325 — 23 2 —
——— —— gse 3 5
* 2 —2 * —2* F — 2
2*35 553233832— —A —Ee 33 233 78 55
333338—3383 — —— 283 *25 283 3335835
5 25 * 58 ——A 2. S238 253232825 3535 8
—A *233 3383338 55 3238 25 3 *5 *5 3753 3585 78538
3— 83 3333 * S·. —A—— 2 2558823233 88 «
13 **332 223326 ⁊ AS 25553 — —z—*48
*217 — —— — 8 13 5—2532553
— — — 2. 8 * 8 * * *2 —4 — — 323 * 2 22 —*
* 8 3836 * 7 ——s285 3 * *525 —— 7 — — S
213 2. 273 88 323 333*83 z3323 3 22 *3353338 * 5z33276* *
* 2* * 3 *0 8 33 — 2. F 7 —2 ** — 3233 3
* * 2523383385857 3. 2 *53 — ———— — S* * x32 —
—21 —832 8. 2860383 595 **8 * SS 5*
53 32. 2 628* 8 — —— —75 22 7— —9
sp 8 — 523 83 53 r 2 232 8 38 523 232 * 5 —
5 353 535 8 —3 3 — 38.8 — — * 232
— *55355 ———— 2 222 *3 5*2 8* 72233 3
— — — 88* 535. 3 22583 *
—A—— 2 * ——e—— 3 537 — * 2
15535335 7 2353538 3 — — 35 5 — 22* 7
—35888 257 2522 — — 543 *. * 52323025 * — —
—E ——— x 323 *8 3252 5:3 2 * 2 I5.23355
38338338* 8 53533 355 — 33 ——
23385533383 38 23.5 3 3538523 —
*7 253 32 55 2378*
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32* 8. —333333— 2 3271660
8 — 35 — * 7
337 33333 —5*28
8* 2588*37 —2 —823* 235 352 832
8— 323025833 383 253357333 —23 23576
* 83 8 —A — 5 * 225.* 3 557 335
5*52 328333— 23283 — — — 3.3
* 523 5383883 882646 2 *3 —5— —3 *2
5383 533 2 23 38333 533
z35368 *33— 333
3.6233 2258 2 273393 25*25658
33 23325 —
7 8 322 35 XA 9 . —A —62
A— 2 128
2 5 2 u 2 33— 902 3 ã
—A *8328 *35237 533535383333533 —E
88 283* 32* 33333623 — —6
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3833 2955 *3 55 5Z383383 3 232
23 3333333 98 583353 8 283
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3353388 2 3. 2 — — 8 * . 2 2 —
—12253 82 — 383 27* 5358 38 *
836 5* 35*
28 53 — 2* ——— 52 5 —EA — 2 * 563 8 4
33335553533 2 *32 5*33333 3 28 255 *
323 53333355233 2 o8 —23 2. 5553 *
* 32 . 3 —25.8 782 22 33 3* — —— 3 334
333232.5 27 353*288 2* A 23 533 53
— — 5285
—— —— 3 835 3353 3.
2 5. 8** 832653 3323— 2333. — 388
*33 868 383393—3355 253224
5838 33 32533359 533558
52888688 3352 23382 — 23283656
* *8 25*5 ⁊ — — — k — .8 3257 8
—H * 8 22733 —— * 2. 3228 3
23 — * * * —X 52 .8 — —
— 23333355 —— A
—SE8 28 * 223 * 5* 3.86
— * 2 — —*
25 32855.3 35333 38 8338. 33 5338 3
3 5533S 2335 333 A — 3—3583
832 J— 3338 — ———— 5233. 75 7 59 ——
2 2 . 8 3. —5*— —A— 5z333533223
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1G6 3233 588 5277*
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiteer und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Beit

age) erscheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
3755

Donnerstag, den 5. Mai 1881.

Deutsches Reich.

Der Petitionsausschuß der bayerischen Abgeordnetenkani—
zer hat die in Betreff des Brannwweinsteuergesetzes aus der Pfalz,
uug Unterfranken und aus Schwaben eingegangenen Petitionen
iin 28. April in Berathung gezogen und mit 14 gegen 4 Stim—
sien sich dahin ausgesprochen, daß dieselben, soweit sie den Voll—
uug des Brannwweinaufschlaggesetzes vom 25. November 1880 be—
refen, zur Erörterung in der Kammer geeignet seien, und daß
zie Kammer sie in dieser Beziehung der Regierung zu möglichster
gerücksichtigung empfehlen möge. Von einer Abänderung des Ge⸗
ehes wollte weder die Mehrheit des Ausschusses noch die Regie—
cung etwas wissen, obwohl Abg. Dr. Groß eine solche zur Scho—
zung des Kleinbetriebes empfahl.

Bei der Abstimmung über den 81 des Unfallversicher⸗
ingsgesetzes und die dazu gestellten Amendements wurde (nach
sblehnung mehrerer Anträge) von der betreffenden Spezialkommis⸗
jon des Reichssstags der Antrag Ackermann mit 16 gegen 10
Ztimmen angenommen. Derselbe schließt die Reichsversicherungs-
mstalt ebenso aus, wie die Privatversicherung, indem er vorschreibt:
Die Versicherung hat bei der von dem Bundesstaate, in welchem
xr Betrieb gelegen ist, zu errichtenden und für Rechnung desselben
u verwaltenden Versicherungsanstalt zu erfolgen. Mehrere Bun—⸗
ostaaten können zur Errichtung einer für ihre gemeinsame Rechnung
u verwaltenden Versicherungsanstalt sich vereinigen.“ Selbstver⸗
zändlich stimmten die national-liberalen Mitglieder der Kommission
jegen diesen, den krassesten Partikularismus zum Ausdruck bringen⸗
en Antrag. Nachdem der so gestaltete Absatz mit 16 gegen 10
Zztimmen angenommen war, wurde zum Absatz 4 nur noch das
Amendement Servaes, welches eine Undeutlichkeit der Vorlage be—⸗
eitigt, angenommen: „Alle Eisenbahnen und Schifffahrisbetriebe,
welche integrirende Theile eines Werkes oder nur für den speziellen
Betrieb desselben und nicht für den öffentlichen Verkehr bestimmt
jind, fallen unter die Bestimmungen dieses Gesetzes.“ Ebenso zu
Artikel 6G eine auf die Berechnung des Jahresverdienstes sich be—
jehende Amendirung der Abgeordneten Stumm und Graf Franken⸗
derg. Die Schlußabstimmung über den ganzen Paragraphen ergab
wieder 16 gegen 10 Stimmen. Die von den national⸗liberalen
Mitgliedern ausgearbeiteten Anträge über Privatversicherungsgesell⸗
chaften und deren Kontrole können nach der Oekonomie des Gesetzes
und dem vorläufigen Siege des Partikularismus erst bei 8 36
det Vorlage zur Berathung gelangen.

Die Reichssstagskommissson für das Gerichtskosten—
besetz empfiehlt die Herabsetzung der Gebühren in amtsgerichtlichen
und schöffengerichtlichen Angelegenheiten, sowie den Wegfall der
deqlaubigungsgebühren.

Die Gewerbeordnungs⸗Kommission des Reichstags
sat den F 100 6, welcher die Zwangsinnung halb und halb zu—
läüt. mit 11 gegen 10 Stimmen angenommen.

Ausland.

Das Executivcomite der russischen Nihilisten hat eine
qhon vom 17. April datirte Proklamation jetzt veröffentlicht, wo⸗
in der Regierung Alexanders IIl. vorgeworfen wird, durch die
hinrichtungen vom 15. April den Thron mit dem Blute der
tümpfer für das Recht des Volkes bespritzt zu haben. Die Nihi—
iten würden sich dadurch nicht abschrecken lassen, in der Sache der
dollsbefreiung fortzufahren. Die Abschätzung der allgemeinen Po—
iit Alexanders III. verlege das Execunvcomite auf die nächste
Zukunft, die Reactionspolitik nach der Tradition Alexanders II.
cher werde unumgänglich zu Folgen führen, die für die Regierung
och bedeutend schwerer fallen sollen, als die vom 13. März ds.
Its. Schließlich wendet sich das Executivcomite mit seinem Auf—
if an „Alle, die nicht in sclavischen Gefühlen sich winden“, mit
vt Bitte, „zjum bevorstehenden Kampf für die Freiheit und das
Wohl des ruͤssischen Landes“ beizutragen.

Die Pforte notificirte den Botschaftern, daß sie die von
en Mächten vorgeschlagene, von Griechenland inzwischen ange—
ommene Grenzlinie ebenfalls angenommen habe.

Vermischtes.
V St. Jnahert. 8 Mai. Am 10 dieses Monais

werden es 10 Jahre, daß zu Frankfurt a. M. zwischen dem Für⸗
ten Bismarck faär das deutsche Reich einerseits und Ju les
Favre für die französische Republik anderseits der Friede unter—
zeichnet wurde.

Friede! Welch ein erhabenes Wort! Sollte es sich bei die—
'em Gedanken nicht in den Herzen Aller freudig regen, besonders
aber derer, die die Strapatzen des langen Feldzuges mitgemacht
und derer, die von den Mühseligkeiten des Krieges indirect zu lei⸗
den hatten, wie z. B. unsere Vaterstadt.

Von diesem Gedanken ausgehend, hat der hiesige Krieger⸗
oerein in seiner vorgestrigen Generalversammlung den Beschluß
zefaßt, am Sonntag nach dem 10. Mai, also am 15. ds. im
Oberhauser'schen Saale eine Réunmnion zu veranstalten, um bei
den Klängen von Musik und Gesang und durch passende Toaste
den Ehrentag würdig zu begehen und wozu alle Bürger und Cor—⸗
porationen hiesiger Stadt eingeladen werden sollen.

F In Saargemünd erschoß sich am Abend des 1. Mai
ein im ersten Jahre dienender Chevauxlegers mittels seines Karabiners,
der mit einer Platzpatrone geladen war. Die Motive dieser gräß⸗
ichen That sind nicht bekannt, nur so viel verlautet, daß der
Unglücliche vorher eine Anzahl Briefe verbrannt haben soll.

f. In Kaiserslautern fand am 1. ds. die diesjährige
ordentliche Generalversammlung der Actionäre des „Eisenwertks
Kaiserslautern“ statt, nach deren Beschlüssen 10 pCt. Dividende
zur Vertheilung gelangen und außer den statutenmäßigen Abschrei—
bungen von 32,644 Mk. noch 18,000 Mk. für Extra⸗Abschreibung
zur Verwendung kommen; auch wurden die Werksunterstützungs-
kassen und die städtischen Wohlthätigkeitsanstalten mit entsprechenden
Beträgen bedacht.

— Wie sich ein flinker Schneider zu helfen weiß“. So könnte
nan das folgende Geschichtchen, für dessen Richtigkeit der „Eilb.“
insteht, betiteln. Zu einer dieser Tage in Annweiler voll⸗
jogenen Hochzeit war auch ein junger Herr von Spehyer geladen,
der seinem Schneider aufgetragen hatte, ihm doch ja zum Frühzug
den seit 8 Tagen in der Arbeit befindlichen Frack abzuliefern.
Der Bekleidungskünstler verpfändete sein Wort, daß er vor 6 Uhr
das unentbehrliche Festgewand abliefern werde. Doch, der Mensch
denkt und der — Schoppen lenkt. Der Meister war Abends
idel, dachte aber doch an den Frack und meintie zu seiner Ehe—
jälfte; „Na, ich stehe um 8 Uhr auf, in 29 Siunden ist der
Frack fertig“. Unser Meister aber verfiel in den Schlaf des Ge—
echten und als er aufwachte, war es halb 6 Uhr. Welcher
Zchrecken! Aber der wackere Meister wußte sich zu helfen. Er
zefahl einem Gesellen den unvollendeten Frack und verschiedene Re—
quisiten einzupacken, bestieg dann mit seinem Kunden den Bahn⸗
zug und vollendet auf der zweistündigen Fahrt im Eisenbahnwag⸗
jon den Frack bis auf's letzte Stichelchen. Als die Station Lan⸗
dau passirt war, hatte der Meister nur noch die Knöpfe anzunähen.
In Annweiler angekommen stürzte der flinke Schneider zu einem
„Collegen,“ um das Festgewand zu bügeln, und eine halbe Stunde
später saß der Frack, wie angegossen, auf dem Leib des Kunden.
Mündliche und klingende Anerkennung wurde unter großer Heiter-
keit dem flinken Meister zu Theil.

Auf dem Standesamt zu Alsenborn fand die Trau⸗
ung eines „jungen“ Ehepaares statt. Die Brautleute zählen nicht
weniger als 119 Jahre. nämlich der Bräutigam 61., die Braut
58 Jahre.

Garmloser Zweikampf.) In Trier forderte ein Hand⸗
verker bei Gelegenheit eines Wortwechsels einen andern zum Zwei—
ampf auf Revolver, welchen letzterer auch annahm. Es wurden
Sekundanten bestellt und auch ein Heildiener als Arzt. Als
Lampfplatz wurde das Schützenhaus gewählt, wohin die Gesell⸗
schaft sich zu Droschke begab. Nachdem die Schritte abgezählt
waren, wurden die Revolver geladen und (nachdem inzwischen ohne
Wissen des Herausfordernden die Kugeln aus den Patronen ge—
zgen worden waren) nach Zählen Feuer kommandirt; beim drit⸗
en Schuß ließ der Herausgeforderte fich fallen, als sei er ge—
rroffen, worauf der Herausfordernde Reißaus nahm und vor Angst
nicht wußte. wohin er sich wenden sollte. Er erzäblte seiner Mus-
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        ter sein ganzes Elend, daß er jetzt Strafe bekomme, daher hier
keine Ruhe inehr finde und fortwandern müsse. Unterdessen kam
der „todtlich Getroffene“ gesund und munter aus der entgegenge⸗
setzten Hausthür heraus und lachte seinen „Mörder“ aus.

FFur die Besucher der um Schönau liegenden Burg⸗
ruinen und herrlichen Aussichtspunkte dürfte es von Interesse sein,
zu erfahren, daß vom 1. Mai ab statt der bisherigen Kariolpost
nach Dahn nun ein größerer Omuibus mit ermäßigten Fahrpreisen
eingeführt ist.

Vom Offizierkorps des 4. baye rischen Infanterie⸗
Regiments in Mertz wurde anläßlich der Feier des 175jährigen
Bestehens dieses Regimentes eine Stiftung von 1200 Mk. zu
Gunsien der länger dienenden Unteroffiziere dieses Truppentheils errichtet.

pMene Mene Tekel Üüpharsin. Du bist gewo—
gen worden und wurdest zu leicht befunden! Dieses Schicksal
diderfuhr bei der diesjͤhrigen Recrutenmusterung einem militär⸗
pflichiig gewordenen Schneider in dem an der Iller gelegenen
würitembergischen Orte Dietenheim, O.«“A. Ulm. Dieser
Nadelheld wog nur 61 Pfund, schreibe mit Worten einundsechzig
Pfund. Deshalb wurde der Jüngling in die Zahl derjenigen ver—
setzt, welche der Reichskanzler mit der Wehrsteuer bedroht. Na—
jurlich werden in Württemberg über den Dietenheimer Fall die
grausamsten Witze gerissen.

F Ein in Lesiippzig lebender vormaliger Offizier der säch⸗
sischen Artillerie hat sich mit der Frage beschäftigt, ob es nicht
möglich sei, durch eine angemessen leichte Metallvorrichtung die
Bruͤst des Soldaien, so namentlich die Lunge und Herz vor der
jetzt so ungemein kräftig wirkenden Kugel der Handfeuerwaffe zu
schützen. Er setzte sich deßhalb, wie das „Leipz. Tgbl.“ erzählt,
min inem der namhaftesten Mechaniker Leipzigs in Benehmen, und
ez wurde von diesem eine Stahlplatte hergestellt, welche IUa mim
stark, 35 em breit, 25 em hoch und 178 xg schwer, die innere
Seile mit einer leichten Wollschicht gefüttert ist und zu welcher
englischer Huntmannsstahl, federhart, verwendet wurde. Letzten
Freitag wurde diese Stahlplatte, an einer Holzscheibe befestigt, im
neuen Schützenhaus zu Leipzig auf eine Entfernung von 175 m
einer Probe unterworfen. Einer der tüchtigsten Schützen gab auf
dieselbe acht Schuß und ein nicht minder bewährter Schütze drei
Schuß sämmtlich aus Martini⸗Hinterladern, ab. Von sämmtlichen
Schüssen trafen acht. Eine Kugel streifte den Rand, schlug ein
Stuͤck Meltall heraus und prallte zurück. Zwei Kugel trafen die⸗
elbe Sielle und während die erste nur eine Beule verursacht, ging

die zweite durch und durch. Eine vierte Kugel traf den unteren
Rand und durchbrach die Platte ebenfalls. Die durchgegangenen
Projektile wurden zwischen Wattirung und Holzscheibe ganz flach
jedrückt aufgefunden. Die übrigen Kugeln, welche die Platte vol
zuftrafen, ließen nur Beulen auf dem Stahl zurück. Dieser ersie
Versuch ist so viel versprechend ausgefallen, daß eine Verbesserung
in der Platte vorgenommen und ein zweiter Versuch mit dereh
Widerstandsfähigkeit vorgenommen werden soll.

In Nerac (rankreich) wurde ein Briefträger umge⸗
zracht, der einen Sack Briefe mit Geldsendungen im Betrag von
10,600 Francs auf den Bahnhof trug. Morgens fand man ihn
mii 18 Dolchstichen durchbohrt. Der Mörder ist nicht bekannt.

F Nach der englischen Admiralität aus Montevideo zuge—
gangenen Depeschen ist die englij che Korvette „Doterel⸗
im 26. April in der Magellanstraße (zwischen Patagonien und
Feuerland, Südspitze des amerikanischen Kontinents) in die Luft
Jeflogen. Der Kommandant und 10 Personen sind gerettet. Die
orvette „Doterel“ verließ Chatam zu Anfang des Jahres, un
zu dem Pacific⸗Geschwader zu stoßen. Die Anzahl der Umgekom—
nenen wird auf mindestens 140 geschätzt. Man vermuthet, daß
Anglück sei durch das Erplodiren der Pulverkammer herbeigeführ
worden.

pDie Chinesen in Europa. In London ist als Filidl
einer der mehreren in Rew⸗NYork bestehenden eine chinesische Wasch
anstalt errichtet worden. Bekanntlich fungiren die Chinesen überal
n Amerika und namenilich auch in Kalifornien in dieser nützlichen
Thätigkeit; jetzt hat man sie nach dem Grundsatz der möglicht
illigen Arbeii auch nach Europa verpflanzt. Vielleicht kommen
ie nächstens auch nach Deutschland.

PNeuere Berichte aus Elisabethgrad (Rußland) be
sagen, daß bei einem Judenkrawall daselbst etwa 100 Häuse
jerstört wurden, darunter auch die Synagoge. Die Zahl der ver
etzten und mißhandelten Personen beläuft sich auf 200; todt soh
nicht blos ein Jude sein, wie es anfangs hieß, sondern mehrer
Es sind etwa 400 Personen dort verhaftet worden. Der Anlu
zu dem Krawall war eine ganz ordinäre Schlägerei.

Am 30. April Nachts entstand ein großer Bran'
in Krasnojarsk (Stadt im Gouv. Jeniseisk im asiatische
Rußland, 12,000 Einwohner), durch welchen in Folge eines sta
ken Sturmes die Hälfte der Stadt vernichtet wurde.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demesß.

Bekanntmachung.
Samstag am 7. Mai 1881
Morgens neun Uhr, in der Bier⸗
stube zum „Hotel Laur“ da—
hier, laͤßt der Unterzeichnete als
Verwalter der Concursmasse
heinrich Behr, Kaufmann und
Schlosser und Catharina Wei⸗
rich 1 v* *
eine größere Parthie
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zgegen Baarzahlung öffentlich ver⸗
steigern.
St. Ingbert, 3. Mai 1881.
Ph. Fitz,
Geschäftsmann. J
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⸗ —
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V „Orosso Ausgabet. 9) „Kloino Ausgabo
Monatlich ein Heft in clegantem —
Omscuiag mit einer colorirtn Dop-· Umschlag mit einer Xeinen c
pel-Tafel, ent haltend 4-5 Sticke- tirten Fafel, enthaltend 3
eimuster, sowie einer Beilage mit Stickereimuster, sowie einer 3
temaltenaem Texto und Hand- age mit unterhaltendem Texter
irbeits Illustrationen. andarbeits- Illustrationen.
Zrois vierteljabrlich 90 Pf. Sreis vierteljährlich 46
Achtungsvollst — —— li6
andlungen und Postümter entgegen.
Helene Leist. Berlin W., 140, Potsdamerstrasse.
St. Ingbert im Mai 1881. hie Verlagchanalung: FRANZ FBBAR
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

Geschäfts-Empfehlung.

Den geehrten Damen, beehre ich mich ganz er—
gebenst anzuzeigen, daß ich mein Geschäft als
GKleidermacherin
im Bernhardt Jugust'schen Hause in der Oberstadt er—
oͤffnet habe.

Gute und reelle Bedienung zusichernd, bittet um ge—
neigten Zuspruch

—
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2 222 538 — E ———
—AIX 3.222 352 8 ——
22 A *7 — 558
22552 * 2 ——— — 232 *. 32 8 —— 8
2*5E — 58,535 2 5 55 252 52 55 58 832 2
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2 52 X ,553 — — —— 324 3 2 — 7
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5 — —EV—— 2 * —25 2
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— —523553 5 25 33— — —— — 56
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3253355535338 3 3 5223 S—. 32
3 55 55 33 —3 35385
* 337287 2 7* 23 2 252 2. 5 3 2. 5 ——
23 333—3355 3 23 383 38383 28 3333 53—33
— 2*53—33 28323 — 762. 55327 * *

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        <pb n="273" />
        Sf. Ingberler Ameiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 60 —, einschließlich 420 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren NRaum, NReclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
BR 72.

Samstag, den 7. Mai
Issi
B. T. Schulsparkassen und Postsparkassen.

Arbeitsam und Sparsamkeit, das sind die Grundlagen der
anzen Existenz des Einzelnen, wie der Gesammtheit. Deshalb

iegt es im Interesse eines jeden Staates, daß er den Sparsinun
einer Bevölkerung möglichst auszubilden sich angelegen sein lasse.
daß dieses zunächst durch Errichtung von Sparanstalten, durch
interstützung derselben vermittelst einer zweckmäßigen Gesetzgebung
reschehen kann, ist längst überall eingesehen und ausgeführt wor—
»en. Die Früchte sind auch nicht überall ausgeblieben. So haben
ich z. B. in Preußen die Ersparnisse pro 100,000 Einwohner
n dem zehnjährigen Zeitraume von 18605 bis 1875 von 1,720,091
uf 5, 410,282 Mark gehoben. Der französische Schriftsteller Herr
. Malarce weist darauf hin, daß von 210 Millionen Europaͤern
nur 14 Millionen bisher die öffentlichen Sparanstalten benutzt
saben und daß diese trotzdem bereits 8 Milliarden Francs er—
zart haben.

Vergegenwärtigen wir uns, was das Sparen eigentlich will.
her Sparende gewöhnt sich daran, einem augenblicklichen Genusse
u entsagen, um in der Zukunft etwas Besseres zu haben und mit
em gleichen Werthe einer dereinst drohenden Sorge begegnen zu
onnen. Er häuft also nicht Geldmassen auf, weil die Anhäufung
hm Genugthuung gewährt, sondern er thut es in der Hoffnung,
oäter einmal für die Entbehrungen, die er sich auferlegt, entschä—
„igt zu werden. Er lernt sich selbst bezwingen, er lernt in weiser
zoraussicht die Wechselfälle des Lebens in der Zukunft in Betracht
sehen und dafür sorgen, daß er aus eigener Kraft würdig und
mabhängig deren verderbliche Wirkungen abzuwenden oder zu mil—
ern vermöge. Das ist der sittliche Werth des Sparens.

Die Sparkassen suchen dieses Ziel bei den ärmeren Bevöl—
erungsklassen dadurch zu erreichen, daß sie die kleinen ersparten
capitaltheile derselben sofort dem augenblicklichen Anreiz zur un—
ützen Verausgab ung entziehen und dieselben durch Vereinigung
jeler zu einem größeren Kapitale alsbald fruchtbringend verwer—
jen. Sie wollen die arbeitenden Klassen wirthschaftlich seloͤst⸗
ändiger, kreditfähiger machen, in ihnen den Sinn für Eigenthum
vecken und pflegen und somit die wirthschaftliche und sittliche Wei—
rbildung des Volkes fördern. Die Sparkassen bilden nur einen
Irt für die allmälige Ansammlung und die einstweilige produk⸗
we Aufbewahruug kleiner Kapitaltheile und deren Verwerthung
ur die Gesammtwirthschaft der Nation, bis sie zu einem größeren
dapital herangewachsen und anderweitig definitiv fruchtbringend
ingelegt werden können. Deshalb müssen die Sparkassen im gan—
en Lande die ausgedehnteste Verbreitung haben, sie müssen auch
vie kleinsten Summen zur Anzahlung annehmen, sie müssen der
Arbeiterkllasse so viel wie möglich zur Benutzung offen stehen und

»er großen Menge die Ueberzengung absoluter Sicherheit ge—
oahren.

Die Sparkassen in Deutschland entsprechen diesen Anforderungen
ais jetzt noch nicht ganz. Die Gesammtzahl der Annahmestehen
verselben beläuft sich im deutschen Reiche mit Ausnahme Bayerns
und Württembergs auf 2479, so daß auf je 179 Quadrat-Kilo—
neter und 14,450 Einwohner immer erst eine kommt, deren Be⸗
autzung häufig in Bezug auf die Zeit des Geschäftsverkehrs und
uuf den Minimalbetrag der Spareinlagen eine sehr beschränkte ist
ind deren lokale Organisation weiteren Kreisen die Benußung nicht
ehr selten erschwert.

Eine Reform ist hier dringend nöthig und die deutschen Re—
gerungen erstreben sie in anerkennenswerther Weise nach dem Vor—⸗
ange anderer Länder auf dem Gebiete der Poste und Schulspar⸗

assen.

Die Schulsparkassen gehen von dem Grundsatze aus, daß schon
e Jugend möglichst früh an das Sparen gewöhnt werden müsse,
aß namentlich der Volksschule die Aufgabe zufalle und daß die—
elbe auf diesem Wege auch rückwirkend eine erziehliche Einwirkung
uuf das Haus ausüben könne. Diese Einrichtuüngen haben in an⸗
ꝛeren Lündern bedeutende materielle Erfolge erzielt. Wie Herr
von Malarce mittheilt, ist in Frankreich die Zahl der Einzahlenden
ei den Schulsparkassen von 2,170,000 im Jahre 1874 auf
3300,300 im Jahre 1878 gestiegen, und von den Sparpfennigen,

welche die Kinder ihrem Lehrer übergaben, sind 378 Millionen
Franks im Jahre 1874 und 1012 Millionen im Jahre 1878
usammengebracht worden, die sicher in Zeiten der Noth manches
flend in den Arbeiterfamilien abgewendet oder gemildert haben.
Man macht gegen diese Institute hauptsächlich pädagogische
Bedenken geltend, welche zum großen Theil allerdings nicht stich⸗
zaltig sind. Die Schule soll dem Kinde nicht nur eine Summe
don Wissen und Fertigkeiten beibringen, sondern es nach Kräften
ür das praktische Leben befähigen. Wirthschaftlich ist hierzu in
jervorragendem Maße nöthig und diese Tugend darf nicht blos
»en Kindern, welche wirthschaftliche Eltern haden, im Hause, son⸗
dern sie muß noch viel mehr den Kindern, welche ein solches Vor⸗
bild im Hause nicht vor sich sehen, in der Schuͤle anerzogen wer⸗
den. Die Idealität der Jugend wird durch Geldsparen in ge⸗
vissen Grenzen nicht beeinträchtigt, denn auch im Sparen liegt,
vie wir Eingangs nachwiesen, ein idealer Inhalt. Etwaigen bö⸗
en Wirkungen, wie dem Hang zu Geiz und Habsucht, dem prah⸗
lerischen Hervorthun der besser Situirten vor den Aermeren, der
unrechtmäßigen Aneignung der Sparpfennige wird die erziehliche
Finwirkung des aufmerksamen Lehrers rechtzeitig vorzubeugen ver⸗
nögen. Technische Schwierigkeiten sind allerdings dabei zu über—
winden. Der eigentliche Schulzweck darf nicht gefährdet, der Leh—
rer nicht allzu überlastet werden. Diese Schwierigkeiten sind in—
deß nicht unüberwindlich, wie andere Länder zeigen, und wir hal⸗
en deshalb die Einrichtung von kostenfreien Sparbüchern in Volks—
chulen für Beträge bis zu einer Mark und deren spätere Ueber⸗
ührung in öffentliche Sparkassen für durchaus empfehlenswerth.

Was die Schulsparkassen für Kinder, sind die Postsparkassen
rür Erwachsene. Gleich günstige Resultate liegen in anderen Län—
)ern in Betreff ihrer vor. Im Gegensatz zu unseren jetzigen Spar⸗
assen, ja sogar zu den besser organisirten englischen Pennybanken,
gewähren sie namentlich der wandernden Arbeiterbevölkerung durch
hre einheitliche Organisation über das ganze Land alle Vortheile
iner guten Sparkasse: leichte Ein- und Auszahlung kleiner Be—
räge, ausgedehnte und stetige Zugänglichkeit, verbunden mit abso⸗
uter Sicherheit. Dieselben müssen nur durch geeignete Vorschrifien
iber Verzinsung und Belegung der Spargelder, sowie über die
Zündigungsfristen vor jeder Zahlungsstodung gesichert werden.
Nach dem Vorgange der Niederlande, Frankreichs und Englands
nüßte den Einzahlern, wenn die Sparsumme einen gewissen Mari⸗
nalbetrag erreicht hat, kostenfrei dafür ein zinstragendes Siggis-
papier zur Verfügung gestellt werden — eine Maßregel von weit⸗
ragender sozialpolitischer Bedeutung.

Ohne auf die technischen Organisationsfragen näher einzu⸗
zehen, schließen wir mit deim Wunsche, daß die Pläne in dieser
Beziehung im wirthschaftlichen und politischen Interesse unse—
tes an Selbsthilfe gewohnten Volkes bald verwirklicht werden
nögen.
Deutsches Reich.

München, 5. Mai. Die Kammer der Reichsräthe nahm
das Gewerbesteuergesez einschließlich des Steuertarifs nt
jeringen Aenderungen der von der Abgeordnetenkammer beschlosse—
nen Fassung an.

Berlin, 4. Mai. Die Kommission des Reichstags hat
jestern den 8 1 des Gesetzes betr. die Vestrafung der Trunkenheit
n folgender Fassung angenommen: „Mit Geldstrafe bis zu 60 M.
anstatt 100) oder mit Haft bis zu 14 Tagen wird bestraft, wer
n einem selbstverschuldeten Zustande ärgernißerregender Trunkenheit
m einem öffentlichen Orte betroffen wird.“

(Reichstag.) Die Innungs-Kommission nahm eine Re—
olution an: Den Reichskanzler aufzufordern, einen Gesetzentwurf
ur Regelung der Bildung von Gewerbekammern für alle Gewerbe—
reibende vorzulegen. Die Kommission beendete die Berathung im
Wesentlichen der Vorlage zustimmend.

Die Stempelsteuer-Kommission- setzte den Stempelbetrag fol⸗
gendermaßen fest: Für in⸗ und ausländische Aktien 5 pro Mille,
ür in⸗ und ausländische Renten und Schuldenverschreibungen 2
»ro Mille, für Anleihen von Provinzen, Kreisen, Gemeinden,
ändlichem und städtischem Grundbesitz und einheimische Bahnpriori—
        <pb n="274" />
        lälen 1 pro Mille, für Schlußnoten auf Zeitgeschäfte 1 Mark, für
andere Schlußnoten und Rechnungen 10 Pf.

Die Reichstagskommission über das Unfall versicherungs⸗
gesetz nahm zum 8 18 den Antrag von Stumm, die Versicher⸗
uͤngsprämie zu * den Arbeitgebern, zu 1/8 den Arbeitern aufzu⸗
erlegen mit 19 gegen 4 Stimmen an. Damit ist der Reichszu⸗
schuß beseitigt.

Fürst Bismarck hat die Vorlage wegen Errichtung eines Reichs-
lagsgebäudes zu Berlin zurückgezogen, obwohl der Magistrat der
Regierung Beireffs des Terrains entgegengekommen war. Erster
Schritt zur Verlegung des Reichstags von Berlin 7)]

Ter Bundesrath hat am Mittwoch die Vorlage, betref⸗
fend die Errichtung eines deutschen Volkswirthschafts—
rathes nach dem Antrage der Regierung angenommen und die
Ausschußanträge verworfen. Darnach soll der Vol kswirthschafts⸗
rath aus 128 Mitgliedern bestehen. Davon entsendet Preußen 75.
Balern 18, Sachsen 8, Württemberg 6, Elsaß⸗Lothringen 4, Ba⸗
den 4, Hessen 83, beide Mecklenburg zusammen 2, Oldenburg 1,
die sächuͤschen Herzogthümer, die beiden Schwarzburg und Reuß
zusammen 8, Anhalt, Braunschweig, Waldeck, die beiden Lippe
zusammen 2, die drei Hansestädte zusammen 2 Mitglieder. Nach
dem Ausschußantrage sollte die Zahl 185 betragen und die Klein⸗
flaaten je cin Mitglied erhalten, so z. B. die Hanfestädte 3. Ge⸗
rade diese Bestimmung soll an leitender Stelle entschieden bekämpft
worden sein und deshalb ist der Beschluß nicht ohne politisches
Interesse.

Die Handelsvertragsverhandlungen Oesterreich-Ungarns
mit Deutschland sind bis zum formalen Abschluß des Vertrages
gediehen. (Ir. 3.)

Ein am 3. Mai gehaltener frauzösischer Ministerrath
beschäfligte sich mit den tunesischen Angelegenheiten. Der Kriegs—
minister Farre sprach die Hoffnung aus, daß, vorbehaltlich neuer
atmosphärischer Veränderungen, der Feind vor dem 12. Mai voll—⸗
ständig gezwungen sein werde, sich auf Gnade und Ungnade zu
ergeben. Der Ministerrath stellte noch nicht entgiltig die Bürg—
schaften fest, welche dem Bey von Tunis zum Schutze der Grenze
umd zur Sicherstellung der französischen Interessen in Tunesien
auferlegt werden sollen; die französischen Truppen werden jedoch
die besetzten Stellungen nicht eher verlassen, als bis die verlangten
Bürgschaften gegeben wurden. Die Minister sind der Ansicht, daß
wirkliche Bürgschaften nur durch eine bleibende theilweise Besetzung
Tunesiens und durch das Protectorat erzielt werden. Der Fall,
daß französische Truppen nach der Hauptstadt Tunis gehen werden,
gilt noch immer für wahrscheinlich.

In der tunesischen Angelegenheit ist die Besetzung von
Biserta durch die Franzosen von nicht zu unterschätzender politischer
Bedeutung. Die jetzt nun mehr 5000 Einwohner zählende Stadt
war früher einer der größten afrikanischen Handelsplätze und kann
dies durch geeignete Maßregeln wieder werden. Daneben besitzt
der 60 Kilometer nordöstlich von Tunis an einem Vorgebirge be—
legene Ort durch einen südlich von ihm belegenen mit dem Meere
perbundenen See die Möglichkeit zur Anlage eines der festesten
sriegshäfen des gesammten Mittelmeeres. Es ist leicht begreiflich,
daß jene Besetzung trotz aller versöhnlichen Parlamentserklärungen
in Italien wie in England mit scheelen Augen angesehen wird.

Aus Tunis wird berichtet: Mehrere Scheiks, welche den
„heiligen Krieg“ gepredigt haben, sind verhaftet und hierher ge—
bracht worden. Der Bey hat seine gewöhnliche Residenz, wo er
sich nicht für sicher genug hält, verlassen und sich in den Bardo
begeben. — Beja wurde von den Franzosen ohne Widerstand be—
seßt. — Die englische Fregatte „Monarch“ mit 580 Mann ist
im Hafen von Goletta (Tunis) eingelaufen. Es gehen Gerüchte
oon Liner beabsichtigten französischen Landung in Goletta.

Die rumänische Krönungsfeier beginnt am 22. Mai und
dauert drei Tage. Die Behörden, die Truppen und alle Körper—
schaften nehmen daran theil. Sämmtliche Distrikte des Landes
werden durch zahlreiche Abordnungen vertreten sein. Das diplo—
matische Corps ist eingeladen. Die strone wird, nachdem sie von
beiden Metropoliten geweiht ist, von den Präsidenten beider
Kammer überreicht werden.

Nachrichten aus Seutari zufolge schlug Derwisch Pascha
die albanesischen Insurgenten zum zweiten Mal und zwar voll⸗
ständig.

Ddas besondere Tribunal, welches den an der Ermordung des
Sultans Abdul Aziz betheiligten Personen den Proceß machen soll,
wird nach einer Meldung der „Agence Reuter“ aus 30 Richtern
zusammengesetzt sein, denen mehrere Staatsräthe als Beisitzer zur
Seite stehen werden. Im Laufe der Untersuchung wurden Ent⸗
hüllungen gemacht, aus denen die ausgedehnte Verzweigung der
Verschwörer hervorgeht, welche, wie es heißt, die Ermordung sämmt⸗
licher kaiserlichen hPrinzen und die Ausrufung eines neuen Khalifen
im Schilde führten.

Vermiischtes.

F Im Jahr 1880 hatte die „Pensions- und Unterstützungs—
kasse für die Angestellten der Pfälz. Eisenbahnen“ eine Einnahme
»on 409, 278 M. 93 Pf. und eine Ausgabe von 271,700 M.
34 Pf., so daß einschließlich des am J1. Januar 1880 vorhanden
— Pf. am Schluß des
Jahres ein Activstand von 2,343, 214 M. 78 Pf. vorhanden war
— Die Lebensversicherungskasse für dieselben Angestellten hatte,
ꝛinschließlich des am 1. Januar 1880 vorhanden gewesenen Be—
tandes von 308,921 M. 47 Pf., eine Einnahme von 367,453 M.
73 Pf. und eine Ausgabe von 28,990 Mtk. 09 Pf., so daß am
Schluß des Jahres ein Activstand von 3483, 463 M. 64 Pf. blieb,

Aus Webenheim wird der „Zweib. Ztg.“ nachstehende Er—
nnerung an das Jahr 1870 mitgetheilt: Daß die erste Action
in deutsch-französischen Kriege 1870 seitens der Deutschen auf fran—
zösischem Boden die Sprengung des Eisenbahn-Viadukts bei der
sogenannten Kappel war, wodurch die Verbindung zwischen Bitsch
ind Saargemünd aufgehoben wurde, ist allgemein bekannt. Wie
aber dem Wirthe Jacob Schunk III. in Böckweiler bei dem
Helingen dieses Unternehmens damals ein sehr ehrendes Verdienst
zufiel, blieb der Oeffentlichkeit bisher vorenthalten. Wenige Tage
aach der Kriegserklärung traf eine Abtheilung preuß. Ulanen mi
Technikern, Arbeitern und allerlei Werkzeugen im Walde bei Böck—
weiler ein, von wo aus dieselben nächtliche Streifzüge unternah;
men, die man anfangs nicht zu deuten wußte. Eines Morgens
sam der Führer jener Abtheilung in die Wirthschaft des Jacob
Schunk III. zu Böckweiler. Von ihm vernahm Schunk, daß die
eetzie nächtliche Expedition nach obigem Viadukte dadurch verun⸗
Jlückt sei, daß man sich verirrt habe und deßhalb unverrichteter
Sache wieder umkehren mußte. Der Wirth, aller Wege und Stege
in jener Gegend genau kundig, erbot sich für die nächste Nacht als
freiwilligen Führer, indem er sie so füheen wolle, daß sie vor
Böckweiler zur gesuchten Stelle gelangen würden, ohne eine Ort—
schaft berühren zu müssen. Nach den hierauf getroffenen Verab—
redungen wurde der Plan in der folgenden Nacht unter Schunk'
Leitung glücklich ausgeführt. Damals lagerten die Franzosen be—
ceits in Brücken und hatten ihre Vorposten schon über Rheinheim
nach Herbitzheim vorgeschoben. An diesen Ortschaften und Vor
posten mußte die Erpedition vorbeigeleitet werden. Bedenkt man,
in welch' gefährlicher Situation der Wegweiser als Civilist sich be—
fand, so ist es gewiß am Plahe, diesem wackern Manne hiermit
nachträchlich die wohlverdiente Anerkennung auszusprechen.

F. In Dürkheim fand am 2. Mai die Uebergabe des
Bades und der Saline an Herrn v. Feral statt Gleichzeitic
wurden die Pläne der vorerst in Angriff zu nehmenden Bauten
auf dem Stadthaus aufgelegt.

— Laut einer an den Generalagenten Julius Goldschmit in

Ldudwigshafen gelangten Depesche wurden bei der Verloosung der
Biesinger Kirchenbaulotterie folgende hohe Treffer
Jezogen:
Ret. 118527 gew. 60,000 Mk., Nr. 2231 gew. 4000 M., Nr
121875 gew. 3000 M., Nr. 74082 gew. 5000 M., Nr. 103570
gew. 3000 Mk., Nr. 131462 gew. 5000 Mk., Nr. 238320 gew
3000 Mk., Nr. 261499 gew. 4000 Mk, Nr. 293173 gew
3000 Mtk., Nr. 212259 gew. 5000 Mk., Nr. 274394 gew. 3000
Mk., Nr. 269099 gew. 25.000 Mk., Nr. 204753 gew. 4000
Mk., Nr. 35591 gew. 10,000 Mk., Nr. 92916 gew. 4000 M.
setr. 212724 gew. 10,000 Mk., Nr. 3863 gew. 3000 Mk. —
Die offizielle Ziehungsliste erscheint erst in einigen Tagen.

Von den 94 Candidaten, welche sich am 22. und 23. v
Mts. in Ludwigshafen der Prüfung für den Eisenbahn—
dienst unterzogen, haben 80 bestanden. Die übrigen 44 Personen
ind durchgefallen.

F Durch Entschließung des königl. bayerischen Staatsministe⸗
ciums der Finanzen vom 13. März 1881 wurde verfügt, wie folgt
Die Zahlungen an die k. Rentämter können mittelst der Postan—
veisungen geschehen. In diesem Falle ist jedoch auf dem soge—
nannten Coupon der Postanweisung nicht nur Name, Stand und
Wohnort des Absenders, sondern auch Betrag, Gattung und Jahr—
zang der Schuldigkeit genau anzugeben; z. B.:

„Johann Müller, Oekonom aus Waldenberg, zahlt:
1. 40 M. 37 Pf. Grundsteuer pro J. und II. Quartal 1881, oder
b. 79 M. — Pf. Holzgeldrückstände pro 1879, oder
c. 130 M. — Pf. Bodenzinse pro 1881, oder
d. 37 M. — Pf. Messungsgebühr für den Bexzirksgeomete
Huber in Burgau.“

Wenn der nämliche Pflichtige mehrere der vorstehend bei
pielsweise aufgeführten Zahlungen durch eine Postanweisung leister
vill, so dürfen diese Zahlungen nicht in eine Summe zusammen⸗
gezählt werden, sondern sind einzeln nach Betrag, Gattung und
Jahrgang ausgeschieden auf den Coupon vorzutragen, z. B.

„Johann Müller, Oekonom aus Waldenberg, zahlt:
a. 40 M. 37 Pf. Grundsteuer pro J. und II. Quartal 1881 und
d. 79 M. — Pf. Holzgeldrückstände pvro 1879*
        <pb n="275" />
        Bei Einzahlungen von Geldstrafen und Kosten in Strafsachen
nit Einschluß der Forstrügen sind die bezüglichen Anordnungen in
yen amtsrichterlichen Strafbefehlen genau zu beachten. Postein⸗
endungen, welche diesen Anforderungen nicht entsprechen, können
nberücksichtigt gelassen und der Post zurückgegeben werden.

F In Oberstein entdeckte der Gerichtsvollzieher neulich

eim Wegräumen von auf einem Speicher befindlichen Sachen einen
orb, in welchem er zu seinem nicht geringen Schrecken ein Kind
rhblickte, welches sich in einem erbarmungswürdigen Zustande befand.
ande und Füße waren gekrümmt und nicht zu bewegen, die
nzelnen Glieder verwachsen, das Gesichtchen abgezehrt. Die sofort
ingeleitete Untersuchung ergab, daß das arme Wesen, in dem man
in kaum jähriges Kind zu erblicken glaubt, schon fünf Jahre in
ieser entsetzlichen Weise sein kümmerliches Dasein gefristet hat.
zeine Bedürfnisse kann es in einigen Lauten zu erkennen geben;
eine Kost besteht vorläufig nur aus verdünnter Milch. Die Raben—⸗
zutter murde in der Person einer im Hause bediensteten Magd
uitdeckt.
n Aus Oberröslan (Gberfranken) wird gemeldet, daß
on Samstag Nachts halb 12 Uhr bis 3 Uhr Sonntags früh
2 Wohn⸗ und 60 Nebengebäude dort niederbrannten. Nach den
is jetzt eingelaufenen Rachrichten beschleunigte ein heftiger Süd—
vind das Werk der Zerstörung; 900 Menschen, die ohnehin nicht
iel hatten — es ist eine recht arme Gegend — haben Hab und
zut verloren; versichert ist nur wenig. Auch das Schulhaus ist
in Raub der Flammen geworden, Kirche und Pfarrhaus blieben
erschont. Der Schaden beträgt mindestens an 300,000 Mt.

In Schönebeck (Provinz Sachsen) erfolgte am 2. Mai
uuf der Zündhütchenfabrik eine Explosion, wobei 8 Personen, ein
unger, etwa 17jähriger Arbeiter und zwei in gleichem Alter stehende
srbeiterinnen, ums Leben gekommen sind. Wie man hört, hat
ener junge Mann einen mit 5000 Lancaster-Hütchen (von 750
zramm Sprengstoff) gefüllten Beutel in die im Garten befindliche
jackkammer tragen sollen; auf dem Wege dahin sind ihm die
eiden Mädchen begegnet und ist zwischen ihnen dreien, wie man
ermuthet, eine harmlose Neckerei entstanden. Hat nun der junge
Nensch mit dem Beutel geschlagen, oder ist derselbe heftig zur
zrde gefallen, darüber ist nichts bekannt, kurz: im selbigen Augen—
zlick ist die Explosion erfolgt, der alle drei zum Opfer gefallen
ind. Ein vierter Arbeiter, der zufällig dem Schauplatz dieses
zreignisses sich näherte, hat mehrere leichte Verwundungen an ver—
chiedenen Körperstellen davon getragen.

fZur Drohung der Wegverlegung der Reichsregierung aus
zgerlinn erzühlt das „Deutsche Montagsblatt“ folgende gut be—
laubigte, auch von Louis Schneider bestätigte Geschichte: Als im
jsahre 1870 in Versailles an König Wilhelm die ersten An—
egungen herantraten, die deutsche Kaiserkrone anzunehmen, da sagte
er König, dessen bescheidenen Sinn wenig nach der neuen Aus—
eichnung gelüstete, abwehrend: „Aber ich hibe Pflichten gegen
zreußen! Wenn ich Kaiser werde, so wird mein Sohn sicher noch
n Berlin residiren, vielleicht mein Enkel auch noch, aber ein
lrenkel wird sagen: was soll ich in der sandigen Mark, — in
deidelberg oder Frankfurt ist es viel schöner, schlagen wir dort die
aiserliche Residenz auf. Und da werden eines Tages die Preußen
wufstehen und werden fragen: „Wie ist uns denn, wir haben doch
einen König gehabt, der mit uns lebte und nuter uns wohnte?
ist er uns untreu geworden?“

— Das Beispiel höchster Unparteilichkeit liefert ein Berliner
destaurateur. Derselbe kündigt an, daß er, den Zeit- und Partei—
verhältnissen entsprechend, die Räume seines Restaurants, sowie
ie Bedienung und die Lektüre in denselben folgendermaßen geordnet
abe: Zimmer Nr. J für Semiten: „Berl. Tageblatt,“ „Börsen⸗
sourier,“ „Ulk“; Zimmer Nr. II für Philosemiten: „Vossische
zeitung,“ „National⸗Zeitung,“ Kladderadatsch'; Zimmer Nr. Ul
r Neutrale: „Inielligenzblatt,“ „Ueber Land und Meer,“
Fliegende Blätter“; endlich Zimmer Nr. IV für Antisemiten:
deutsches Tageblatt,“ „Kreuz⸗Zeitung,“ „Wahrheit.“ Ueber die
zedienung verlautet nur, daß sie „anständig“ sei. Wenn dieselbe
ber auch den Zeit- und Partei-Verhältnissen entsprechen soll, so
verden die betreffenden Personen sich wohl vor ihrer Anstellung
ücksichtlich ihrer Gesinnung einer strengeren Prüfung haben unter—⸗
verfen müssen.

Die Auswanderung über Hamburg betrug insgesammt
m April 21,117 Personen, eine Zahl, die noch in keinem Vor—
ihr errzicht wurde.

Die ärarische Magazinkatze. Ein angeblich
ürzlich aufgefundener humoristischer Erlaß von der mecklenburgischen
)berverwaltung an ein Verpflegungsmagazin in der Nähe von
-„chwerin aus dem Jahre 1808, lautet folgendermaßen: „Es ist
ehr traurig, daß die in dem Magazin aufbewahrten ärarischen
hetreide- Vorräthe durch Ratten und Mäuse zerfressen werden.
das Verpflegungsmagazin hat demnach die beifolgende Magazins-
ahze zur Pflicht anzuhalten, wenn solche aber durch Alter oder

kränklichkeit ihrem Berufe nicht nachkommen könnte, so ist sie dem

S—uperarbitrio vorzustellen und in das Invalidenhaus zu einstweiligen
eichteren Dienstleistungen im Holzgewölbe abzugeben. Es ist in
ziesem Falle eine mit allen erforderlichen Eigenschaften versehene
jeue Katze zu assentieren, derselben der Vortheil des allerhöchsten
lerars zu Gemüthe zu führen und allenfalls auch durch Prämien
ie in ihrem löblichen Berufe zu ermuntern. Uebrigens wird dem
öblichen Verpflegungsmagazins-Amte des eigenenen Vortheiles
villen anheimgestellt, gegen nächtliches Herumvagieren, Liebeshändel
—
nuf den Magazinsdächern die kräftigsten Maßregeln zu treffen
ind überhaupt der Magazins-Katze einzuprägen, daß der allerhöchste
dienst ihrer Gegenwart nicht auf den Daͤchern, sondern in den
Speichern. Gewölben ꝛc. erfordere. Von dem Erfolge wird die
Anzeige erwartet. Z. m. p. Verwalter.“

— Die Zahl der bei dem Erd beben in Chios und Tschesmé
Verunglückten beläuft sich nach neueren und sorgfältigeren Erhe—
zungen auf ungefähr 5000, die der Verwundeten auf etwa 1800,
von denen etwa noch sterben dürfte. Der durch den Einsturz
»on Gebäuden allein verursachte Schaden wird mit 15 Millionen
Pfund türkisch veranschlagt.

— Folgende charakteristische Anekdote wird in der Petersburger
Besellschaft erzählt: Die Scene spielt in dem engsten Familienkreise
»es Kaisers; anwesend ist unter Andern des Czaren Oheim, Groß⸗
ürst Constantin, der russische Großadmiral und Vater jenes berüch—
igten Diamanten-Großfürsten Constantin. Bereits läugere Zeit gibt
er älteste Sohn des Kaisers, der zwöljährige Zarewitsch Nicolaus,
u erkennen, daß er ein Gesuch an den Großoheim auf dem Herzen
jabe, und endlich fragt dieser den Knaben, was er denn wuͤnsche.
der Letztere bittet hierauf, der gute Onkel möge ihm etwas von
einer Flotte zeigen. Darauf der Großfürst: „Mein Kind, die
„lotte ist hier nicht zur Stelle, auf dem Meere und in den Kriegs-
‚äfen befinden sich alle unsere Kriegsschiffe, um unser großes
Baterland zu schützen.“ „Das ist nicht wahr, Onlel,“ entgegnet
Hnell der Knabe, „Papa sagt, Du hättest die Hälfte der Flotte
n die Tasche gesteckt.“

Vielseitig muß der Deutsch-⸗Amerikaner sein, wenn er vor—
värts kommen will. So war der unlängst in Cincinnati
erstorbene Landsmann V. Wettengel. In Steinweiler im Jahre
835 geboren, erlernte er in Maikammer die Kammmacherei, durch⸗
og als Handwerksbursche nahezu ganz Deutschland, ging 1853
iach Amerika und langte mit einem Vermögen von 8 Dollars
Schulden in Cincinnati an. Das war freilich kein großes Be—
riebs⸗Capital, allein unser Landsmann verband Muth und Spann—
raft mit den deutschen National-Tugenden Fleiß, Redlichkeit und
Sparsamkeit, und mit diesen ist man in Amerika geborgen. Als
W. keine Beschäftigung in seinem erlernten Handwerke fand, ging
er bei einem Schreiner in die Lehre und wurde später Barbierge-
elle, in welcher Stelle er bedeutende Ersparnifse machte. Mit die—
en kaufte er sich ein eigenes Barbiergeschäft, welches bald in Flor
am, so daß er nach wenigen Jahren eine große Ofenhandlung
aufen konnte und ein bedeutendes Vermögen erwarb. Mit dem—
elben ist ein braver biederer Pfälzer aus dem Leben geschieden.

Von Deutschen in Nord-Amerika ist der großartige Plan

jefaßt worden in den Vereinigten Staaten eine deuische Universität
nach deutschem Vorbilde zu gründen und derselben zum bleibenden
Andenken der glorreichen Erhebung Deutschlandd, den Namen
„Kaiser Wslhelms-Universität“ beizulegen. An dieser Universität
ollen ausschließlich Männer von wissenschaftlichem Ruf und Bedeu—
ung als Lehrer herangezogen, eine Fühlung mit den deutschen
lniversitäten und Hochschulen soll angestrebt und somit den in
lmerika lebenden Millionen Deutschen Gelegenheit geboten werden,
hren Söhnen heimathliche Bildung geben zu können. Als,Ort“
inh verschiedene Städte der Union in Vorschlag gebracht worden,
i. A. Chicago, Cincinnati, Broklyn, Albany ꝛc. vornehmlich aber
Milwaukee als nicht zu große, gesund gelegene und gewissermaßen
»eutscheste Stadt der Union. Mit dieser Stadt werden angeblich
LBerhandlungen angeknüpft und sollen nach Abschluß derselben Sam—
nelplütze in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Paris, London ꝛc. für die
in Europa lebenden und weilenden Deutsch-Amerikaner, dann noch
n allen größeren Städten Nord-Amerikas errichtet werden. Das
ünternehmen ist auf zwei Millionen Dollars vorläufig veranschlagt
vorden — so wird dem „Berl. Tagbl.“ von einem zur Zeit in
*tuttoart sich aufbaltenden Herrn Dr. Löwe mitgetheili.
Marktberichte.

Zweibrücken, 5. Mai. (ruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.
Beizen 11 M. 89 Pf., Korn 10 M. 82 Pf., Gerste zweireihige d M. — 33
ierreihige O M. — Pf., Spelz 0O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
dinkel — M. — Pf. Wischfrucht 10 M. 80 Pf., Hafer 7 M. 88 pf,
rbsen — M. — Pf., Widen 0O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. — pf.,
eu 8 M. 35 Pf., Stroh 3 M. 55 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 59 Ppf
ornbrod 8 Kilogr. 75 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 90 Pf., paar Weck 100
r. 6 Pf. Rindfleisch J Qual. 56 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.
„ammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter /3 Kilogr. 1I M. 12 wi
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier ! Liter 24 Pf.

Für die Redaction verantwortlich: F.X. Denme
        <pb n="276" />
        Geldlolterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mack 130. 000 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende Rummerr
Keine Serienziehung.

Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken

Loose à 1 Mark zu beziehen durch:
— Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert. —
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— NA. 2dvitt.
Geschaͤfts-Empfehlung.
Den geehrten Damen, beehre ich mich ganz er⸗
gebenst anzuzeigen, daß ich mein Geschäft als
Kleidermacherin
im . Auguhb'schen Hause in der Oberstadt er—
zffnet habe.
Gute und reelle Bedienung zusichernd, bittet um ge—
neigten Zuspruch

Wint 3 Benedictiner
Wissenschaftlich geprüft u. bequtachtet. 8 ⸗
Doppelkräutermagenbitter
nach einem alten aus einem Be
nedictinerkloster stammenden Recep
fabrizirt und nur en gros ver
sandt von
C. PINGEL in Gottingen
Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bi—
cht das kostbarste Hausmittel und
jat sich deßhalb fast in jeder Famili
ingebürgert. Der Venedieti
rer ist aus den feinsten, auser
esensten Kräutern zusammengeseßt
welche die Eigenschaften besitzen

XRVLV und erwärmend au
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Venedictiner sind
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
uberzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlun⸗
vergroßeru.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.
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Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabrik. Attest:

Sr. Hochwürden Herr Pfarrer Ludwig Schlichting lin Rein
hartshausen bei Augsburg berichtet: Ihr „Venediktiner“ hat mir scho—
gute Dienste geleistet, die schon 20 Jahre mich quälendenKrämpfe ip
Ünterleibe sind bedeutend gemindert und' der Appetit ist sehr verbesser
worden ꝛc. (Bestellung.)

Sanet Rorn laarel—

Magenbitter.
Billigstes Hausmittel welches sich in Folge
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.

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Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mt.

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Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingeli

Goötlingen ist zu haben in St. Jugbert bei Herrn J
Friedrich.

Achtungsvollst
Helene Leist.
St. Ingbert im Mai 1881. —
414 V 4 5 597 J .1 44
Di- Auswanderung? n
non
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in
ngbeoert

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empfiehlt sich zur Ausfertigung von Ueberfahrtsverträgen
vin Hamburg, Breinen, Antwerpen, Rotterdam,
Liverpool KeHavre

vermittelst den besten Pondampfjchiffen, nach allen Theilen
Amerikas unter Zusicherung bisliaster Preisen.

Sonntag, 8. Mai, Nachmit⸗
tags 4 Uhr
Generalbersammlung
des Kirchenbauvereins im
Grewenig'schen Saale.

Der Vorstand.
— —

Sommersprossen⸗veife
zur vollständigen Entfernung der
Sommersprossen empf. à Stück 60 Pf.

Robert Schmitt.
Be Unterzeichnetem ist eine
Wohnung bestehend aus

drei Zimmer, Küche, Keller und
Speicher zu dermiethen, auch
kann dieselbe getrennt abgegeben
werden.

Samstag,
Nachmittag von
4 Uhr ab
Nai⸗
Jo ck
von Jos. Sedel⸗
mayer, München,
mit extræaBockwürstle
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Keller und Stallung in
der Pfarrgasse ist zu vermiethen.
Johann Schmitt,
Zeugschmied.
Näheres bei Joseph Schwarz.

A Fu MαISA.

Niemand sollte nach Amerika gehen, ohne das „Deutsc
Amerikanische Illustrirte Jahrbuch für 1881“ gelesen zu haber
Herausgeber Wm. Raich, Notar, in New-York. Enthält vie
Information über Amerika, sowie Illustrationen und Beschreibun
des Castle Garden, wo alle Einwanderer gelandet werden. Ni
derlassung, Stellenvermitilung u. s. w. Preis des „Jahrbuchs
80 Pfg. Zu beziehen durch R. Levi, 25 Calver Strasso, Stutt
gart, und Lo Bell &amp; Waestphal, 8 Kannengiesserort, Hambur
Colporteure verlangt.
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ineinandergehende Zimmer,
im Hause von Mar Woll
ist sofort beziehbar zu ver—
miethen.

Näheres bei P. J. Woll.
ch warne hiemit Jedermann,
—J meiner Frau Katharinag
Bechtel auf meinen Namen
etwas zu leihen oder zu bor—
gen da ich für dieselbe keine
Zahlung leiste.

Peter Jung,
Bergmann.

fũr Familien und Lesecirkel. Bibliotheken. Hotels, Caféès und Restaurationen.
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“tungf

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Abonnements-Preis vierteliährlich s Mark. — u boziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten
Exrpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

— — — —
Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
ESierzu für unsere Vo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagéblatt“ Nr. 19.
        <pb n="277" />
        t h f
2 e J
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertelijahrlich
1 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 G60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswaͤrts
mit 153 2 fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
1881.
M 73.

Sonntag, den 8. Mai

Deutsches Reich.

Die Wahlen für den bayerischen Landtag werden
Münchener Nachrichten zufolge bereits in der zweiten Hälfte des
MRonals Juni Statt finden. Eine Verlängerung des gegenwärtig
lagenden Landtages über den 21. Mai hinaus dürfte demnach
kaum zu erwarten sein.

Die Gerichtskostengesetz-Kommis,sion des
Reichstags lehnte alle auf Herabsetzung der Pauschquanten im
prozesse abzielenden Anträge ab.

Die Stempelsteuer-Kommission des Reichstags nahm
den Stempel auf Lotterieloose nach der Vorlage an, jedoch unter
Aufhebung aller Befreiungen.

Ausland.

Die Herren Franzosen, welche seiner Zeit nicht genug über
den Barbatismus der „Prussiens“ schimpfen konnten, betreiben ihre
avilisatorische Thätigkeit in Tunis in einer eigenthümlichen Weise.
Was einer Hütie aͤhnlich sieht, wird angezündet, das ganze Ge⸗
sreide wird abgeschnitten, Feigenbäume werden abgehauen. Sidi
Ali schreibt dem Bey, seinem Bruder, die Franzosen tödten die
Frauen gerade so, wie die Männer. Allerdings erklärt Logerol
diese Meldungen für falsch, aber selbst der „Figaro“ giebt die
Verwüstung der Pflanzungen und die Brandstiftungen in einer
Depesche aus Calle vom 2. Mai zu, schiebt die Schuld davon aber
den algerischen Gums zu. Doch für diese irregulären Truppen ist
Frankreich verantwortlich, weil sie unter seinem Commando stehen.

Der russiche Vorschlag zur Abhaltung einer Konferenz wegen
Bekämpfung der internationalen Revolution ist von England,
Frankreich und Italien abgelehnt worden. Oesterreich hat hierauf
crtlärt, vaß es zwar bereil gewesen sei, an der Konferenz Theil
zu nehmen, daß aber ohne die Mitwirkung Englands und Frank⸗
eichs ein Ergebniß nicht zu erwarten und die Konferenz daher
gegenstandsloss sei. Welche Wirkung die Ablehnung Englands, Frank⸗
reichs, Italiens und Oesterreichs in Petersburg haben wird, ist
unschwer vorauszusehen; man wird an der Neva dadurch der fran⸗
zösischen Republitk nicht günstiger gestimmt, dem Kabinet Gladstone
her gegenüber ohne Zweifel küͤhler werden; man wird in Zukunf!
wohl weniger von russisch französischer Allianz und von Gladstone'⸗
schem Liebeswerben in Petersburg hören. Die Orientfrage mag
eher ewwas mehr zu Ruhe kommen. Dieser Mißerfolg weist, ab⸗
gesehen von anderen dabei mitspielenden Motiven. jedenfalls darauf
hin, welchen Stoß die Machtstellung Rußlands in den Augen der
in erster Linie ablehnenden Regierungen erhalten hat.

Die nihilistischen Rundgebungen in Rußland mehren sich
von Tag zu Tag in bedenklichem Umfange: aufrührerische Pro—
dlamationen werden im ganzen Reiche verbreitet, sogar in den bal⸗
tischen Provinzen, die früher davon verschont geblieben waren.
Es vergeht kein Tag, ohne daß in Moskau, in Kiew und Odessa,
aber auch in ganz kleinen Flecken und Städten Proklamationen
der „Narodnaja Wolja“ angeheftet oder gefunden werden; in den
Milüarcasernen hat man sie hinter den Defen entdeckt. Ferner
wurden sie in hölzernen Ostereiern, wie maun sonst zum Fest ver—
schenkt, sehr oft gefunden, in Jekaterinoslaff wurden sie in der
Osternacht während der Weihe des Osterbrodes im Kirchengarten
angeschlagen. In Petersburg haben die meisten hochstehenden Per⸗
sonen in äußerst frechem Ton gehaltene Proclamationen der Nihi⸗
listen erhalten, indessen wurde die Gesellschaft, die von Tag zu
Tag gleichgiltiger wird, nicht besonders dadurch errxegt, im Gegen⸗
theil, man scherzt darüber.

Die Gesandten der Mächte theilten der griechischen Regierung
mit, daß die Türkei die von den Großmächten vorgeschlagene
Grenzlinie annehme. Die griechische Regierung wiederholte ihre
Annahmeerklärung und sprach gleichzeitig den Wunsch aus, daß
die Abgrenzungs-Kommission bezüglich der Uebergabe der abgetrete—
nen Gebietstheile energisch vorgehen möge.

4

wurde in eine Geldstrafe von 3 Mk. event. 1 Tag Haft verurtheilt,
gegen einen Mann von hier, welcher wegen Hausfrieden s⸗
druch mit 10 Tage Gefängniß belegt und gegen ein anderes
Individium von hier, wegen Kärperverletzung, gegen wel⸗
hes eine Geldstrafe von 8 Mk. event. 1 Tag Gefaͤngniß ausge⸗
prochen wurde.

(GSecundärbahnen) Die „Pfälz. Ztg.“ brachte
unter dieser Rubrik eine Reihe von sehr sachgemäß geschriebenen
Artikeln, auf deren Inhalt wir jedoch mit Ruͤckssicht auf den uns
zu Gebote stehende Raum leider nicht näher eingehen können. In
dem Schlußartikel werden 21 Linien als die wichtigsten in der
Pfalz angeführt, welche mit Secundärbahnen zu versehen wären.
An fiebenter Sielle wird die Linie Homburg⸗ St. Ingbert
genannt. Die Anlage einer Secundärbahn auf dieser Linie mit
Schmalspur auf der Kaiserstraße (für Personen und Stückgüter)
důcde bei einer Länge von 16 Kilometer nach der „Pf. Zt.“ auf
wa 480,000 Mark zu stehen kommen. Die Kosten wären zu⸗
aächst von den betreffenden Gemeinden, durch welche die Bahn
geht, unter Zuschüssen vom Distrikt, Kreis und Staat, Industriellen
ind sonst Beiheiligten au fzubringen. Das gesammte Secundär⸗
hahnet für die Pfalz, wie es die „Pf. Zt.“ im Auge hat, umfaßt
350 Zilomeler mit einem Kostenaufwand von ungefähr 12 Mill.
Mark.

* Am 21. Februar l. Is. hatte der 54jährige Maschinen-
chmied Wilhelm Schmidt aus Ernstweiler, ein arbeits-
cheues, dem Müssiggange ergebenes und schon mehrfach bestraftes
Zubjekt, zum Nachtheile des Schreinermeisters Hrn. Mo rl o von
zier aus dem Hofe desselben ein zum Trocknen aufgehängtes farbiges
Mannshemd entwendet. Dafür diktirte die Strafkammer des kgl.
andgerichts Zweibrücken demfelben am 4. ds. M. eine Gefäng⸗
aißstrafe von 6 Monaten.

* Der dritte Haupttreffer der Giesinger Kirchenbaulotterie mit
10,000 Mark fiel in die Pfalz. Der glückliche Gewinner ist der
Tagner Carl Dessereck in Marnhe i m, ein fleißiger und
parsamer Mann.

4— uUnter den pfäl z. Hufbeschlag-Schmieden, welche von der
k. Hufbeschlaglehr-Anstalt Würzburg juͤngst mit Diplomen versehen
worden sind, befindet sich auch Jakob Hartz aus Ommersheim.

4 Die Stadt Annweiler beabsichtigt ein zu 4 pCt. ver⸗
insliches, innerhalb 0 Jahren rückzahlbares Anlehen von 49,000
Mark in Stücken zu 500 und 100 Mark aufzunehmen.

PIn Landau findet nächsten Dienstag die Fahnenweihe
des 18. Inf.⸗Regts. statt. Zu derselben wird eine beschränkte Zahl
Finladungskarten zu reservirten Plätzen ausgegeben.

4 Für die am 28., 29. und 30. Mai in Speyer Statt
findende II. pfälzische Kreisthierschau uud die am 30 und 31. Mai
ind 1. Juni abzuhaltende 28. Wanderversammlung bayerischer
Landwirthe ist folgendes Programm aufgestellt: Samstag, 28. Mai,
Morgens 10 Uhr Eröffnung der Ausstellung, Sonntag Abend
Hantett im Wiitelsbacherhof. Montag Vormittags Eröffnung der
Wanderversammlung, Nachmittags 3!2 Uhr Preisvertheilung,
Abends Kellerfest auf dem Schultz'schen Bierkeller, Dienstag, Vor⸗
mittags 9 Uhr Plenar⸗Versammlung der Landwirthe, Nachmittags
3 Uhr Ausflug nach Neustadt, Besuch der Haardt, Abends 6 Uhr
pfälzische Weinprobe im Saalbau. —XD

serslautern.

Der spanische Correspondent des „Parlement“ erzählt:
„In der Gegend von Malaga hatte sich in den letzten Tagen
mne Rauberbande in ein Pachthaus im Gebirg geflüchtet, um vor
dem schlechten Wetter Schutz zu finden. Ein Hauptmann der
Infanterie, von ihrer Anwesenheit unterrichtet, eilte mit dreizehn
Mann der Truppe, dem Bürgermeister des nächsten Ortes und
zwei Bauern herbei, ließ alle Ausgänge bewachen und forderte die
Zandilen auf, sich zu ergeben. Diese eröffneten jedoch das Feuer,
ind es wurden die ganze Nacht hindurch Flintenschüsse gewechselt.
Gegen vier Uhr Morgens begehrte der Eigenthümer des Pacht⸗
hauses zu parlamentiren und man ließ ihn und seine Familie ruhig
abziehen. Vor Wiederbeginn der Feindseligkeiten forderte der Haupt⸗

nann die Bandilen nohmals auf, sich zu ergeben, doch diese er⸗

Vermischtes.
*St. Ingbert, 4. Mai. In heutiger Schöffengerichts—
sitzung wurden folgende 3 Fälle verhandelt: Gegen einen Burschen
oon Dmnmersheim wegen Berufsbeleidigung, derselbe
        <pb n="278" />
        klärten, sich lieber in Stücke hauen lassen zu wollen. Angesichts

eines solchen Widerstandes versuchte man, Bresche in das Haus

zu legen, doch der erste Soldat, der fich näherte, stürzte von einer

Kugel getroffen, todt zu Boden. Es wurde nun beschlossen, das

Haus anzuzünden und man schickte einen Boten um Petroleum nach

Guadix. Endlich um 5 Uhr Abends erschien der Bürgermeister

eines nahen Ortes mit fünfzehn Mann und zwei Petroleumfäßchen.

Ein Soldat kletterte auf das Dach, benetzie dasselbe mit Petroleum

und bald brassellten die Flammen um das kleine Haus. Die
Bandidaten hielten Wort und ließen sich lieber lebendig verbrennen,
als daß sie sich ergeben hätten. Als das Feuer alles verzehrt hatte,
fand man ihre verkohlten Leichen mitten unter Asche und Schutt.“
Gas „schönste Mädchen“ Nordamerika's,)
Wir theilten vor einigen Wochen die Anzeige eines amerikanischen
Zirkusbesitzers mit, worin derselbe auf das schönste Mädchen“ der
Union einen Preis von 10,000 Doll. aussetze. Dieses „schönste
Mädchen ist denn auch, wie man aus New-Noͤrk mittheilt, wirklich
gefunden worden. Wir lassen den Berichterstatter selbst erzählen:
Luise Montague, welche von der Preisjury für ihre Schön—
— mnes Heinrich Spaniol, lebend
Licitation. Glasmacher in Schnappbach,
Montag, den 28. Mai Namens:
nächsthin Nachmittags 8 Uhr zu 4) Charlotte Spaniol, le—⸗
Schnappbach, Siadtgemeinde dig, großjährig und ohne Ge—
St. Ingbert in der Wirthschaft werbe in Schnappbach;
bon Karl Siegwardt, Adjunkt, b) Heinrich Epaniol, Glas⸗
wird durch den unterzeichneten, macher allda; ..
hiezu gerichtlich beauftragten c) Magdalena Spaniol,
Amtsverweser des kgl. Nolars zewerblose Ehefrau von Johann
Franz Sauer in Si. Ingbert, Palm, Bergmann, beide daselbsi
die nachhin bezeichnete, zu der vohnhaft;
Gütergemeinschaft, weiche zwi⸗ ch Carl Spaniol, Glas⸗
schen dem zu Schnappbach ver- macher allda;
lebten Glasgemenger Ludwig 0) Anna und 5) Wilhelmine
Heinrich Spaniol und dessen Spaniol, diese beide noch
hinterbliebenen Witiwe Barbara winderjährig, welche ihre Mutter
Schlickling bestanden hat, gee Wilhelmine Günther, ohne Ge—
hörige Liegenschaft in der Steuer · werbe in Schnappbach, Wittwe
gemeinde St. Ingbert, der Ab⸗ von Heinrich Spaniol, zur ge⸗
theilung wegen öffentlich an den ehzlichen Vormünderin und ge—
Meistbietenden zu Eigenthum nannten Friedrich Tittelbach
versteigert, nämlich: zum Beivormunde haben.
Plan Nr. 499862, 2 a Das Haus eignet sich seiner
45 qm Fläche, Wohnhaus, zünstigen Lage wegen zuͤm Be—
Keller, Stall und Hof und riebe jeden Geschäftes.
Plan Nr. 49988p, 3 a St. Ingbert, 7. Mai 1881.
34 qm Garten dabei, das K. Auffschneider,
Ganze gelegen an der Amtsverweser.
Haupistraße zu Schnapp⸗ *
te üngeee Gewerbe⸗Verein.
niol und Johann Hölz⸗ — 8. Mai, Abends
heber;
Cigenthumer sind Unterhaltung

. Sarbara Schlickling, m Saale don Echweitner
ohne Gewerbe in Schnappbach, Höfchen).

Wine des Verlebten; ol Der Vorstand.

. Magdalenn Spaniol
gewerblose Ehefrau von Friedrich Zute ESonntag) 8 Mai
Tittelbach, Bergmann, beide in Eröffnung meiner
Altenwald Gartenwirthschaft
macher in Altenwald, einziger vozu hofl wegeu ⸗

Sohn und Repräsentant der ver⸗ t hir lus
storbenen Tochter Sophie Spa⸗ l. Paulus.
niol, lebend Ehefrau von Mi⸗ Samstag,
chael Spaniol in Altenwald; Gerebe Nachmit⸗
4. Sophie — genannt Anna ag von 4 Ur ab
Spaniol, minderjähriges Kind Mai⸗
und Repräsentant des verstorbe⸗ 7
nen Sohnes Johann Spaniol, D¶ c
weiland Glasmacher in Schnapp⸗
bach, welche ihre Mutter Katha⸗ von Jos. Sedel⸗
rina Reischmann, ohne Ge mauer, München,
werbe, früher in Bruchmühlbach mit extr a Bockwürstle
jetzt in Williamsburg in Rord. bei Mich. Paul.
Amerika wohnhaft, Wittwe von Be Unterzeichnetem ist eine
Johann Spaniol, zur gesetzlichen Wohnung bestehend aus
Vormünderin und genannken drei Zimmer, Küche, Keller und
Friedrich Tittelbach zum Bei⸗ Speicher zu vexmiethen, auch
vormunde hat; lann dieselbe⸗gelrennt abgegeben
5. Die Kinder und Reprä« verden.
ientanten des verstorbenen Soh⸗ VCarl Best.
Druck und Verlag von F. J.

heit den ausgesetzten Preis von 10,000 Doll. erhielt, wurde in
New⸗-York geboren. Luise war noch jung, als sie auf einer Varieth⸗
Bühne deputirte, und zwar mit Erfolg. Später bereiste sie mit
ꝛiner Wandertruppe die Staaten der Union. Vor einigen Jahren
derheirathete sie sich mit einem Kollegen, Namens Paul Allen,
velcher Ehe ein Knäblein, das jetzt zwei Jahre alt ist, entsproß.
Im Jahre 1879 wurde die Ehe indeß auf eine sehr merkwürdige
und — ungewöhnliche Weise wieder geschieden. Allen verkaufie
nämlich seine Luise, da er mit der „Finanzen blassen Wehmuth
zu kämpfen hatte, für 60 Dollars an den berichtigten Spieler
Mike Marray! Ihre Gestalt ist schlank und graziös. Ihre reichen
chwarzen Haare, ihre tiefblauen Augen und ihr gelblich weißer
Teint sind von berückender Schönheit und ihre'dichten Augenbraunen
und langen Augenwimpern verleihen ihr einen schwärmerischen
Ausdruck. Sie ist in der That eine Schönheit ersten Ranges,
wenn auch ihre Reize bereits zu verwelken anfangen. denn sie siehs
im 27. Lebensiahre.“
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
Bekanntmachung. Stadtrathsbeschlüsse.
Für diejenigen Bewohner St. In der Stadtrathssitzung vom
Ingberts uͤnd Hassel, welche die 2. Mai l. J. wurden folgend⸗
Eigenschaft als Wähler bei der Beschlüsse gefaßt:
Wahl der Landtagsabgeordneten 1) Die Errichtung zwei kath.
besihzen und den Verfassungßseid Schulen — eine Mädchenschule
noch nicht geleistet haben, wer⸗ und eine Knabenschule beantragt.
den die Tage Freitag den 18 2) In der untern prot. Schule
und Samstag den 14. 88. Abtheilungsunterricht genehmigt.
Mts. Vormittags 10 Uhr zuu 3) Die Errichtung einer Fort—
Ableistung dieses Eides bestimmt. dildungsschule für die jugend⸗
St. Ingbert, 7. Mai 1881. lichen Arbeiter der Glashütte
Das Bürgermeisteramt: hier befürwortet.
Custer. 4) Die Errichtung einer Sta⸗
— — — iiaon von Krankenpflegschwestern
Bekanntmachung. zur ambulanten Krankenpflege zu
Die Wählerlisten für die Vahl Schnappbach begutachtet.
der Landtags-Abgeordneten lie⸗ 8) Der sogenannte Kirchen⸗
gen in der Zeit vom 9. bis pfad auf Hitzelsfels und zwar
sum 23. MegIs. einschließ oon der Kirche bis zur Heufahrt
lich auf dem unterfertigten Aimie Im Adjunkt Greß'schen Hause
offen und steht jedem Vetheilig oll theilweise verpachtet werden.
ten waͤhrend dieser Zeit daͤg 68) Die Berechtigung der Stadt
Recht der Einsprache zu. St. Ingbert am Weiher des
St. Ingberl. 7. Mai 1881. Posthalters Ja co b von Rohr⸗
Das Vurgermeisteramt bach soll mit der Gemeinde Rohr⸗
GCufier. bach erneuert resp. die Rechte
— —“ — — der Gemeinde St. Ingbert sollen
Och warne hiemit Jedermann, gewahrt werden.
J meiner Frau Katharina 7) Wegen des Fußpfades aus
Bechtel auf meinen Namen der Gasse an den Ortbrunnen
etwas zu leihen oder zu bor⸗ sind Recherche zu pflegen zur
gen da ich für dieselbe keine Aufrechthaltung dieses Pfades.
Zahlung leiste. St. Ingbert, 7. Mai 1881
Veter Jung, Das Bürgermeisteramt:
Beragmann. Custer.
* ey *
Singer-Nähmaschinen
Fabrikat Kaiserslautern⸗
G. M. Pfaff patentirten Rollwagen.
Beste existirende Nähmaschine zu billigsten Preisen.
Alle Reparaturen schnell und billigst.
A. Witt.
Geschäfts-Empfehlung.
Den geehrten Damen, beehre ich mich ganz er—⸗
gebenst anauzeigen. daß ich mein Geschäft als
* *
Kleidermacherin
im Brrhiarut Augnll'schen Hause in der Oberstaot er—
öffnet habe.
Gute und reelle Bedienung zusichernd, bittet um ge—
neigten Zuspruch

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Achtungsvollst
Helene Leist.

St. Ingbert im Mai 1881.
„Tüchtige Kefsselschmiede, Nieter und S“»wmer
gesucht von Gebrüder KLüttgens, Burbach bei Saarbrücken.“
Demetz in St. Ingbert.
GSieru RNußstrirfteo Sonntftaatsblatt⸗Myp. 19
        <pb n="279" />
        b
e
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauvtblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei
age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis betragt vierieliahrlich
MA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen IA 60 H, einichließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
* 74

Dienstag, den 10. Mai

—1881.

Deutsches Neich.

(Baierischer Landtag.) Bischof Dinkel von Augs—⸗
„urg, als Referent über die Frage des siebenten Schuljahres in
zer Reichssrathskammer, wird Ablehnung des Beschlusses der Ab⸗
‚eordnetenkammer (deren Mehrheit die Aufhebung des siebenten
-chuljahres verlangte) beantragen.

Der Reichstag lehnte in der zweiten Lesung des Wehr⸗
teuergesetzes den 8 1 einstimmig ab, womit das ganze Gesetz be⸗
eitigt ist. Ferner genehmigte der Reichstag einstimmig den Antrag
on Ackermann, betreffs Revision der internationalen Reblaus—
donvention.

Der Reichstag nahm den Antrag der Commission an,
ponach der Reichsstag alljährig im October einzuberufen sei, und
ehnte den Antrag der Conservativen auf zweijährige Etatsperioden
ib, nahm dagegen deren Antrag auf vierjährige Legislaturperioden
m. MDanoch soll in Zukunft ein Reichstagsmandat nicht mehr
3, sondern 4 Jahre dauern.)

Wie gemeldet wird, läßt Kaiser Wilhelm eine Mar—
norbüste des Generals v. d. Tann anfertigen, gleichwie auch früher
iejenige des Generals v. Hartmann. Es geschieht dies einestheils
n Anerkennung der großen Verdienste dieser beiden Generäle im
etzten Kriege, zugleich aber auch um der bayerischen Armee den
oarmen Antheil des Kaisers an dem Heimgange ihrer so hervor⸗
agenden Führer zu bezeugen.

Ausland.

Der französische Finanzminister veranscheg die Kosten
„er Tunis⸗Expedition auf 40 Millionen, die aus Ueberschüssen ge⸗
jedt werden sollen.

Der Bey von Tunis protestirt unaufhörlich gegen die Be—
etzung seines Landes durch die französischen Truppen; was soll er
uch Anderes thun, da er den Franzosen gegenüber der Kleine ist,
er zum Nachgeben durch die Macht gezwungen wird. So soll er
enn auch bereits mit den Franzosen unterhandeln und der „Krieg“,
jachdem natürlich vorher die Krumirs unterjocht sind, auf diplo—
natischem Wege zu Ende geführt werden.

seines zweijährigen Bestehens die erfreuliche Summe 9322 Mark
30 Pf. erzielt. Wenn man erwägt, daß diese Summe durch kleine
nonatliche Beiträge blos in hiesiger Stadt und Rentrissch er⸗
eicht wurde, daß bis jetzt weder Stiftungen noch testamentarische
Berfügungen dazu beigetragen haben, so kann man dieselbe gewiß
eine recht erfreuliche nennen. Das Bedürfniß eines würdigen
Botteshauses ist in unsere Bürgerschaft so tief eingedrungen, daß
elbst der ärmste Bürger seinen Beitrag zu demselben fast am
Munde abspart. Gewiß ein recht christlicher Sinn! Wie wir ver⸗
iommen, haben sich einige Geistlichen zum Vereine gemeldet, die
n früheren Jahren in hiesiger Stadt als Kapläne gewirkt haben;
dieselden sind daher mit goldenen Buchstaben in die Liste der Wohl⸗
häter unserer Gemeinde eingeschrieben und haben sich dadurch einen
invergeßlichen Denkstein errichtet. Alle Anerkennung verdienen die
Bezirks-Cassiere, welche keine Mühe scheuen, um die monatlichen
Beiträge in diesen geldarmen Zeiten aufzutreiben. Moge sie der
MNeister aller Meister für ihre Mühe reichlich belohnen!

F Laut Weisung des Konsistoriums. haben die Presbyterien
zer protest. Gemeinden der Pfalz die Wahlen für die Diöcösan⸗
ynoden für die Wahlperiode 1881/84 nächstens vorzunehmen.

— Die kgl. pfälzische Kreisregierung warnt wiederholt davor,
haß unbemittelte Leute nach Paris gehen in der Hoffnung, dort
juten Verdienst zu finden. Es fehlt dort vielmehr an Arbeits⸗
gelegenheit und die Leute kommen deßhalb leicht in große Noth.

Das Fest der Fahnenweihe des in Zweibrücken garni⸗
onirenden 2. Bataillons des k. b. 18. Infanterie-Regts. ist nun⸗
nehr definitiv auf nächsten Mittwoch und Donnerstag, 11. und
2. Mai anberaumt und dafür folgendes Programm festgetzt:

Am 11. Mai: Vormittags 11 Uhr: Einsegnung der Fahne
n der protestantischen Kirche. Nachmittags von 4-6 Uhr: Fest⸗
reunion, gegeben von der Stadt Zweibrücken im Schmidt'schen Park.
Abends 9 Uhr: Großer Zapfenstreich durch die Regiments-Musik.

Am 12. Mai: Morgens 6 Uhr: Tagreveille durch die Regi—
nents⸗Musik. Vormittags 11 Uhr: Einsegnung der Fahne durch
ie kath. Geistlichteit auf dem Exercirplatz. Am 12. findet ferner
Festdiner der Offiziere im „Zweibrücker-Hof“ Statt; an die Vor⸗
tände der politischen Behörden ergehen Einladungen.

Der Kaminkehrermeister Jakob Weller von Homburg
jat in der Giesinger Kirchenbau-Lotterie auf Nr. 12,259 5000 M.
zewonnen. An dem auf Nr. 72,768 entfallenen Gewinn von
2000 M. hat derselbe auch noch einen Antheil.

FIn Niedersimten starb am Abend des 5. Mai der
Berbertagner Ernst. Derselbe verletzte sich vor einigen Tagen
zanz unbedeutend an der Hand, ohne die kleine Wunde zu beach⸗
en, und arbeitete ruhig weiter. Kurz darauf schwoll die Hand
ind der Arm an, und der später herbeigerufene Arzt konnte nur
noch eine Blutvergiftung constatiren, ohne, weil zu spät, noch
jelfend eingreifen zu können. Der Unglückliche endete unter gräß—

lichen Schmerzen. Er hinterlätzt Frau und 3 unmündige Kinder.

F Die Eheleute Göckler von Winnweiler wurden von der
Strafkammer des Landgerichts Mannheim wegen Vergehens gegen

das Sozialistengesetz, und zwar der Mann zu 3 Monaten, die
Frau zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilt.

F Die Gemeindeverwaltung von Herxheim (bei Landau)
hjat sofort nach Bekanntwerden der Kammerverhandlungen bezüglich
der Wiedererrichtung des Notariats den Dank der Gemeinde den
Abgeordneten, die dafür sprachen, (Schmidt, Herr, Huber, Herz)
ausgesprochen.

F In Meckenheim geriethen zwei Burschen von dort in
Streit, wobei einer der Streitenden so unglücklich geworfen wurde,
daß er eine schwere Verletzung am Bein davon trug. Sein Gegner
nachte, während des Transportes des Verletzten in dessen Wohnung,
seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

FIn Frankenthal hat ein dortiger Bürger die Gefällig—
eit seinen Namen auf den von einem seiner Freunde ausgestellten
Wechsel zu setzen, um das Papier kursfähig zu machen, dieser Tage
heuer bezahlen müssen. Der Freund konnte den Wechsel nicht
einlösen, weßhalb der Betreffende das Vergnügen hatte, als Gerant
für 1200 Mark aufzukommen, obwohl seine Vermögensverhältnisse

Vermischtes.

* St. Ingbert, 10. Mai. Am heutigen Tage ist ein
zahrzehnt verflossen, seit im Hotel zum Schwanen zu Frankfurt
m Main der Friede geschlossen wurde, welcher dem deutsch⸗
ranzösischen Kriege ein Ende machte und die altdeutschen Pro—
inzen Elsaß und Lothringen dem Reiche zurückbrachte. In der
weiten Nachmittagsstunde des 10. Mai 1871 unterzeichneten Bis⸗
narck und Favre das Friedensinstrument. Auch bei dieser Ge—
egenheit offenbarte sich das staatsmännische Talent des Kanzlers
m hellsten Lichte. Die Verhandlungen waren in's Stocken ge⸗
athen und drohten, wenn nicht zu scheitern, so doch sich in die
länge zu ziehen; aber Bismarcks Energie besiegte die Schwierig—
eiten und sicherte Deutschland die Vortheile, welche es aus dem
lorreich bestandenen Kriege ziehen mußte. Nicht wieder sollte,
vie schon so oft vorher, durch Diplomatenränke verloren gehen,
oas das deutsche Schwert im siegreichen Kampfe errungen. Die
Stadt, in deren Mauern das große Ereigniß sich vollzog, rüstete
ich zu einer glänzenden Gedenkfeier. Aber nicht allein Frankfurt
at Ursache, die Bedeutung des Tages in dieser Weise zu würdigen,
dllüberall im deutschen Vaterlande sollte das welthistorische Ereigniß,
as sich an ihm vollzog, seinem Werthe gemäß gefeiert werden.
Vo es nicht geschieht, da fehlte wohl die nöthige äußere Anregung.
jn unserer Stadt ergriff der Kriegerverein die Initiative.
die verschiedenen Gesangvereine haben ihre Mitwirkung zugesagt.
ind so wird am nächsten Sonntag wohl unter allseitiger Bethei⸗
igung der Bevölkerung unsere Stadt in einfacher aber würdiger
zeier des zehnjährigen Erinnerungstages des Frankfurter Friedens
zedenken.

M St. Ingbert. Die am verflossenen Sonntage Statt
sehabte General-Versammlung des Kirchenbau⸗Vereins war außer—⸗
zdentlich zahlreich besucht; ein Zeichen, daß die Bevölkerung hiesiger
Stadt von dem Zwecke des Vereins recht begeistert ist. Trotz der
ingünstigen Zeitverhältnisse haben die Beiträge in dem Verein seit
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        nicht derart sind, einen solchen Verlust leicht verschmerzen zu können.
Daher sei man vorsichtig bei Niederschreiben seines Namens auf
Wechsel und lasse sich nicht durch schöne Redensarten bethören.

4 Die „Pfälz. Ztg.“ meldet, daß ihr Redacteur Dr. E.
Jäger wegen Zuwiderhandelns gegen das Socialisten gesetz (durch
theüweisen Abdruck eines Artikes der verbotenen Zeitschrift „So—
tialdemokrat“) vor das nächste Schwurgericht verwiesen ist.

F Zufolge an Reichstagsabgeordnete gerichteten Privatbriefen
soll ein Anwachsen der socialdemokratischen Bewegung auch in der
Pfalz in Aussicht zu nehmen sein. Zugleich wird daraäf hinge—
wiesen, sich nicht durch die infolge des Socialistengesetzes geschaf—
fene äußerliche Ruhe in der Wachsamkeit gegen die Socialdemo—
kratie einschläfern zu lassen. Daß die Socialisten trotz der Aus—
nahmegesetze vor wie nach in ernste Berücksichtigung zu nehmen
sind, ist sicher; um so mehr, als der Zank der Liberalen unier sich
jagtäglich größer zu werden scheint; was natürlich außer von an—
deren Leuten, auch von den Socialisten mit Behagen betrachtet und
benutzt werden dürfte.

Der 61pfündige Schneider von Dietenheim ist unter.
zoten worden: Im Bezirk Ravensburg hat sich ein Rekrut von 60,
m Bezirk Tettnang ein solcher von 58, in Weil der Stadt aber
in solcher von gar nur 48 Pfund gestellt. Ob diese gleichfalls
dem Schneidergewerbe angehören, darüber hat bis jetzt noch nichtz
»erlautet. Die Tradition gibt jedoch ein gewisses Recht, dies einst—
veilen anzunehmen, was zum höheren Ruhm der ehrsamen Zunft
nicht unterlassen werden soll. (Wenn's in Schwaben so forigehl,
ommt gar noch einer mit O Pfund. Am Ende sind die Gewichte
nicht richtig, mit denen diese Größen gewogen wurden!)

Die Kanonenfabrikation blüht. Aus Essen schreibt man
»er „Elbf. Ztg.“: Von der fieberhaften Thätigkeit, die jetzt auf
der Krupp'schen Gußstahlfabrik herrscht, kann man sich am besten
zinen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß im letzten halben
Jahre ca. 4000 neue Arbeiter angenommen worden sind, so daß
das Werk jetzt annährend 13000 Mann beschäftigt.
Fur die RNedaction verantwortlich: F. X Demes.
——
Geldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130. 8090 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende Nummern.
Keine Serienziehung.
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. KE B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à 1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert. —
Zuschlag sofort an den Meist— De Peter Schiehl'sche
bietenden, wenn von anwesenden Haus auf dem Hobels ist
Steigerern kein höheres Gebot sofort zu vermiethen.
gelegt ist. Näheres bei Polizeidiener
Schläge und Soriimenten- Schaller.
detail besagen die Affichen.
Neuhäusel, 7. Mai 1881.
Der kgl. Oberförster:
Mörschel.
De Laden, welchen Metz⸗
ger Müller inne hatie,
mit Schlachthaus oder Magazin,
ist sofort anderweit zu ver—
niethen.
Auch sind mehrere freundliche
Zimmer, mit oder ohne Moͤ—
hel, im 2. u. 3. Stock zu ver⸗
niethen.
Georg Klein,
zum goldenen Stern.
Späte Setzkartoffel
bei Lorenz Offner.

Bekanntmachung.
Die Wählerlisten für die Wahl
der Landtags⸗Abgeordneten lie⸗
gen in der Zeit vom 9. bis
jum 23. Mai J. Is. einschließ⸗
lich auf dem unterfertigten Amte
offen und steht jedem Betheilig⸗
jen während' dieser Zeit das
Recht der Einsprache zu.
St. Ingbert, 7. Mai 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer. J
Bekanntmachung.
Für diejenigen Bewohner St.
Ingberts und Hassel, welche die
Eigenschaft als Wähler bei der
Wahl der Landtagsabgeordneten
desitzen und den Verfassungseid
noch nicht geleistet haben, wer⸗
den die Tage Freitag den 18.
und Samstag den 14. do.
Mts., Vormittags 10 Uhr zur
Ableistung dieses Eides bestimmt.
St. Ingbert, 7. Mai 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 18. Mai
1881, Morgens 9 Uhr, in der
Bierstube zum „Hotel Laur“
dahier, läßt der Unterzeichnete,
As Verwalter der Concursmasse
Friedr. Hermann Laur,
Ferber, in St. Ingbert, 353777
Mark 76 Pf. Ausstände,
gegen gleich baare Zahlung, öf⸗
fentlich versteigern.
St. Ingbert, 10. Mai 1881.
Ph. Fitz,
Geschäftsmann.
Bekanntmachung.
Gemäß 8 139 der Concurs-
ordnung für das deutsche Reich,
mache ich hiermit öffentlich be—
kannt, daß ich demnächst die
Vertheilung des Immobiliar⸗
Erlöses in dem Concurse Peter
Seufser, Bierbrauer, in St.
Ingbert wohnhaft, vorneh⸗
men werde.

Ein Verzeichniz der bei dieser
Vertheilung berücksichtigt werden⸗
den Forderungen, ist auf der
Berichtsschreiberei des kgl. Amts⸗
zerichts St. Ingbert, zur Ein⸗
icht der Betheiligten niederge—
egt.
Die zur Berücksichtigung kom⸗
nenden Forderungen betragen
76,979 M. 87 und der ver⸗
ügbare Massebestand 50,290 A
St. Ingbert, 6. Mai 1881.
Der Concursverwalter:
vb. din
Geschäftsmann.
Letzte
Holzversteigerung
ius Staatswaldungen des kgl.
Forstrevies Neuhäusel
pro 188081.
Monlag den23. Mai 1881,
Vormittags 10 Uhr zu Neu—
häusel bei Gastwirth Hussong.
151 Buchen u. Kiefern Stämme
und Abschnitte 3. und
5. Cl.;
167 Kiefern u. Lerchen Spar⸗
ren;
200 Eichen u. Birken Wag⸗
nerstangen;
57 Ster Eichen u. Kiefern
Nutzprügel 1,50 milg.
3000 Buchen Bohnenstangen;
324 Ster Buchen, Eichen, Kie—
fern u. Aspen Scheit 2.
Cl. u. Anbruch, das Eichen⸗
holz 1,50 milg.;
64 Ster Buchen u. Kiefern
Prügel 1. u. 2. Cl.;
66 Ster Buchen u—. Kiefern
Krappenprügel.
Hiebei wird bemerkt, daß auch
ch riftliche Offerte angenom⸗
nen werden, welche, den ange—
»otenen Preis nach Prozenten
her Taxe sowie das Erforderliche
wvegen Bürgschaftsbestellung ent—
ze b eteene 22. — — —— — ——
. bei dem Unterfertigten
ingereicht sein müssen. Im Druckarbeiten aller Art
Zersteigerungstermine werden die werden rasch und billig angefertigt in der
Aferte geöffnet und erfolat der R. XÆ. Demetz'schen Buch- und Steindruckerei.
Druck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert. —

Bekanntmachung.

Der Metzger Ludwig Dietrich von Vogelbach ha—
zei der unterfertigten Behörde um die Genehmigung zur Errich—
ung einer Schlächterei in seinem an der Kohlenstraße in St.
Ingbert, neben Gastwirth Georg Klein und Schlosser Kittelberger
gelegenen Hause nachgesucht.

Dies wird gemäß 8 16 und 17 der Gew.—Ordn. zur allge⸗
neinen Kenntniß gebracht mit der Aufforderung, etwaige Ein⸗
vendungen innerhalb längstens 14 Tagen bei dem Bürgermeister⸗
imte St. Ingbert anzubringen, woselbst Plan und Beschreibung
zur Einsicht offen liegen.

Zweibrücken, 4. Mai 1881.

Kgl. Bezirksamt:
Vr. Schlagintweit.
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        228
2 *
3335688*
522 235 323*
— —A ——
355535 — — 558 ——
z3355355 ——— 75385
—— z38
* —
723338 5838 7 285 85* 3285*3 255
3—335533 3335285 5758 * 3
2 8 —53— 2 — 323 — 8 8 ** F d
7 13s833 ——
3
5283 p 8 5 2 — — — 322 J 258
57 35587 575 52 Stze 5 525* 2335 2838328
— —355 —— ——
5 53535 5 55233 23535 2358538 C BS8382
75 —— ——— 2 8 5 * —55553357 — 2 2233 78 58
8 — 56 77 2 B 333355355* —z24
8 BESSR ——— 8 3532 * * 38 — — 288 3533332 *
— ——— ——AA — 8— —F3 2.4 —— 25 —— 2 — —z338 5 —
333352 —3 * — — 83835 2* E553 33 2
—5 — — —A— D 233335 — 352333 * —
8* 22 2 —355 8 23388528 38833 — 2* 8 3 s323328
————— A 3* — — 32 * * 2 — — ——
2 k — — 3325335 —A —— * 8 — 22
* 558* E 8 —2 — ——— —A 32 35 533 — ** —— —
532 8823325*— 25 A 2 5* z — — — 3
8 2 — * * — *2 385 2 — 5523385 22 32328*
—J—— — 3553 5285533 33357
2 258 —— 23235* —225 588 — 5 2.5 —* 22 3
58* 2 5323337 A 3* —2 —3 — 32— * D 8
5 5235 6
* 2 — —— —— —
2 75* 5355353333 —— 5322 223 3*2 *5355 5
— — 2 — 327 —A *
— k
2 2837 ——— * * —A 2338 *23 38 —— —
2353533 2* 32 338328 5355 —2Z
38 8388* 3 — 28 52
——— J
2355 37323275 33355
J—
5 52 —

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4
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—

2*.53 8
3353 3355385
—2225 3283535352255
58 22 23 — —*5232 — 333525 5
— — 32 —A 28853332*
2 —A 25553 * 33 533372373 3
53 — 3275233 58 555
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5 *— 2 —558* — 3538333533*
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5* 58 B53 2 — 52 a * —5 3238 28
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55851 22 S 5 —5 8*52235 228225 32 328322 58 2 2
38232 — 383 — 838355333 55 3335583 2, 5 —
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*5 *2828 2523 —8 2* 2 3 23225 8* 52325 2325— 2
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2588 8 3 3 55535 5532 5332 50 2 —
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2323333 52333 3 782 25833 z353 53353373
— 32838——23—— 23. 52 * —— 2
33 353 332353 * 8 25 282— 27* —ãS —— 58* 12 G233
228 5323 *3 60 — 56532.2 — 22553 3233 2. 2 —
32 3 *3283 323525 3553 238 *57
* 22 32 22 22 253 * 9—25. 3353 2 .*
53 2 — 2 2 — —1 J * * 55*5553 2 23 205
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353 —38 6 53 525883383 32 2533 3355—38
353 33533 32383 7 53353 335533 33 5282 333553 655335*
855383 335 S 535* 35353535333 .5. * 2. 525353325*
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35323338 3877382 3.*233 73333 35
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5 535 3552 8 2533535 3. 23847 332
5 * — 7 22 2255 33—
— 3335537 — ——
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* 23333 83 325358 2 755
2 0 7 * — 81235. 322875 — 537 * 25
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12 — * 327 — *5 3 * * * * —Z
5355 755388 3 33583555 —
5539 55332* 35338328 33833835 —135
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberrer Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bet

lage) erlcheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertellahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

Donnerstag, den 12. Mai 1881.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Laudtag.) Der Steuerausschuß
der Kammer der Abgeordneten hat die Modifikationen der ersten
Kammer über die Skala in Art. 4 des Einkommen⸗ und Art. 2
des Kapitalrentensteuerentwurfes abgelehnt. Die Majorität gab
wiederholt dem Gedanken Ausdruck, daß durch die Erhöhung die
sapitalrentensteuer zu den anderen Steuergattungen außer Ver⸗
hältniß komme, der Rückgang des Hypothekenzinsfußes und die
Konvertirung von Staats- und industriellen Papieren den Kapital—
ertrag gemindert habe, die Gefahr der Hinterziehung durch allzu
hohe Besteuerung sich steigere und die Verhälinisse in unserem
engeren Vaterland in dieser Beziehung etwas anders gelagert seien,
als auswäris.

Der Reichstag hat es angezeigt gefunden, sich eine ganze
Woche zu vertagen und wird infolge dessen seine nächste Sißung
erst am 16. dieses Mts. abhalten. Die Kommissionen können das
nassenhafte Material nicht schnell genug durcharbeiten, um dasselbe
iür die Berathung im Reichstage fertig zu machen. Ununterbrochen
arbeiten sie am Unfall-Versicherungsgesetz, an der Abänderung des
Berichtskostengesetzes und an der Resorm des Innungswesens.
Außerdem bringt die Reichsregierung noch immer neue Vorlagen ein,
o daß das Ende der jetzigen Session noch gar nicht abzusehen ist.

Die Gerichtskostenkommission des Reichstags in Ber—
un beschloß, die Ermäßigung der Gerichtskosten in den Injurien-
sachen zu befürworten, und einigte sich über eine Resolution,
welche die Reichsregierung zur Abänderung der Anwaltsge—
zührenordnung dringend auffordert.

In den letzten Tagen konferirte Fürst Bismarck mit dem
französischen Botschafter Grafen St. Vallier. Dem Vernehmen
nach hat Fürst Bismarck wiederholt die Zusicherung ertheilt, daß
deutschland dem französischen Vorgehen in Tunis in keiner Weise
rgend ein Hinderniß in den Weg zu legen gedenke.

Ausland.

In Oesterreich nimmt die Vermählung des Kronprinzen,
deren feierlichster Act am Dienstag vor sich gegangen isi, die auge—
jemeine Aufmerksamkeit vollständig in Anspruch. Auch Deutsch⸗
and begleitet dieselbe mit seiner lebhaftesften Theilnahme. Seine
zeiden ersten Fürstenhäuser sind bei derselben durch den Vetter
Sr. Maj. des Koönigs Ludwig II., den Schwager des Bräutigams,
Prinzen Leopold von Baiern, wie durch den Enkel und praͤsum⸗
tiven zweiten Nachfolger des deutschen Kaisers Prinzen Wilhelm
von Preußen, nebst deren Gemahlinen vertreten.

Der gambettistische „Voltaire“ erklärt, daß Frankreich
Tunesien nicht angreifen werde; die Lösung werde eine Art von
Schutzherrschaft, ein etwas vollständigerer modus vivendi sein,
us der für Egypten angenommene; Frankreich werde, nachdem es
seine Kriegskosten zurückerhalten, sich mit der Verwaltung des Lan⸗
des beschäftigen, um den Ackerbau und den Handel zu eniwickeln
und den Güteraustausch sicher zu stellen; die persönliche Stellung,
velche man dem Bey bereiten werde, hängt von dessen Haltung ab.
der „Voltaire“ verlangt aber, daß Tunesien sich sofort in die ürme
Frankreichs werfe; Dies sei das einzige Mittel, wie der Bey sich
m Augenbkick, wo die französischen Truppen vor den Thoren vor
Tunis ankommen, seine Stellung sichern könne.

Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus“ aus
stonstantinopel begab sich der französische Gesandte Tissot am
. Mai zur Pforte und erklärte: „Die französische Regierung er—
ielt Kenntniß von der Absendung türkischer Panzerfahrzeuge nach
ꝛem Mittelmeer und legt, falls dieselben nach Tunis gingen,
brotest ein. Die Schiffe würden, wenn sie vor Tunis anliefen,
ranzösischerseits mit Geschützfeuer empfangen werden.“ Die Pforte
vird wegen der französischen Drohung eine Zirkularnote an die
Nächte richten.

Fürst Alexander von Bulgarien erließ eine Proklamation,
worin er unter Hinweis auf den gegenwärtigen Zustand Bulga⸗
niens, das nach Außen diskreditirt, im Innern desorganisirt sei,
aklart, daß er, da dieser Zustand die Erfüllung seiner Aufgabe,
ꝛas Glück des Landes zu fördern, unmöglich mache, auf Grund
er Konstitution beschlossen habe, die Nationalversammlung, das

Organ des höchsten nationalen Willens, einzuberufen und ihr die
Krone mitsammt der Verantwortlichkeit für die Geschicke Bulga⸗
ciens zurückzustellen. Wenn — so sagt die Proklamation — der
gegenwärtige Zustand sich nicht ändert, so bin ich entschlossen, den
Thron zu verlassen; ich werde es mit Bedauern thun, aber mit
dem Bewußisein, meine Pflicht bis ans Ende erfülli zu haben.

(Fürst Alexander von Bulgarien ist ein geborener Prinz von
hessen (Prinz von Battenberg), Sohn des Prinzen Alexander von
dessen, der Fürst ist also ein Cousin des letzteren; er ist geboren
am 5. April 1857 und seit 29. Aug. 1879 Hertscher von Bul⸗
garien. Dieses der Türkei tributpflichtige Fürstenihum, als sol—
hes eine Schöpfung Rußlands nach dessen letztem Sieg über die
Türkei, zählt 1,859.000 Seelen.)

Vermischtes.

*St. Ingbert, 12. Mai. In gestriger Schöffengerichts-
situng kamen 3 Fälle zur Verhandlung und wurden verurtheilt:
Fin Mann von Schnappbach wegen vorsätzlicher Körperverlehßung
zu einer Geldstrafe von 3 M., ev. 1Tag Gefängniß, ein
Mann von hier wegen desselben Reates zu einer Geldsirafe von
5 M., ebd. 1 Tag Gefängniß und ein Mann von Spiefen wegen
bier Vergehen des wissentlichen Verkaufs von verdorbenem Fleisch
unter Verschweigung dieses Umstandes zu einer Gesammtgefängniß—
trafe von 3 Monaten und 14 Tag, ferner zu einer Geldstrafe von
150 M., ev. 35 Tag Gefängniß; auch wurde Publikation des er⸗
gangenen Urtheils, durch Einrückung in zwei Blätter, angeordnet.

Am Himmelfahrisfest nächsthin wird in den protestantischen
Kirchen der Pfalz eine Kollekte für die deutschen Kirchen—
gemeinden in Paris erhoben werden. Dieselben bestehen großentheils
aus hessischen, bayerischen, also auch pfälzischen Zugewanderten,
weßhalb ein Erlaß des protestantischen Konsistoriums diese Kollekte
den Gemeinden dringend empfiehlt.

An Brandkassebeiträgen für das Jahr 1880 kommen im
Ganzen 18 Pf. für je 100 M. Versicherungskapital zur Erhebung
und zwar 8 Pf. als Rest für 1880 und 10 Pf. als Vorschuß
für 1881.

0 Aus dem Bliesgau. Mit Eintritt der besseren
Jahreszeit mehren sich die Klagen der Landwirthe über den Scha—
den, den die Wildschweine an Feldfrüchten anrichten! In Erf—
weiler wurden mehreren Bürgern Weizen- und Haferäcker von die—
sem Schwarzwilde so aufgewuͤhlt, daß eine Ernte kaum mehr mög—
iich ist. Um diesen Mißständen zu begegnen, veranstalteten die
Jagdbesitzer von Erfweiler und Ballweiler Treibjagden vergangene
Woche, die jedoch zu keinem Resultate führten. Wie ich höre, will
das kgl. Bezirksamt die Sache regeln und mehrere Gemeinden
auffordern, gleichzeitig Schwarzwildjagden abzuhalten. Für
die Folge dürfte es dienlicher sein, im Winter fleißig nach—
zuspüren.

ꝙ Aus dem Bliesthale. Kürzlich brach in Wolfers⸗
heim ein Dieb bei einem Krämer ein und entwendete ca. 20 Mk.,
jowie Kaffee und Zucker u. s. w., ohne erwischt zu werden. Bis jetzt
zat man keine Spur von dem Thäaͤter.

F In Zweibrücken sind zur Fahnenweihe des 2. Ba⸗
taillons des kgl. b. 18. Inf'-Rgts. eingetroffen: Se. Exz. General
der Infanterie v. Orff, des 2. b. Armeekorps. Se. Erz. General⸗
ieutenant Freiherr v. Horn, Gommandeur der 4. Division, Herr
Generalmajor Freiherr v. Gumpenberg, Commandenr der 8. Inf.
Brigade, und Herr Oberst Lindhamer, Commandeur des 18. Inf.⸗
Regts., sämmtliche mit Adjutanten.

F Die neulich abgehaltene Prüfung für den Eintritt in den
pfälz. Bahndienst haben aus dem Bezirksamt Zweibrücken
bdestanden die Herren: Ballwein Einj.«Freiw. in Zweibrücken,
Bayer von Sschifflic. Hornung und Kraus von Zwei—
brücken, Eud wig von Webenheim und Briam von Blieskastel.

An der neulichen Sensationsgeschichte der „Pf. V.“, wonach
bei einer Eidesleistung vor dem Schöffengerichte zu Zweibrücken
ꝛine Frau dem Schwörenden zugerufen haben soll: „Der Schlag
oll dich rühren, wenn du falsch schwörst‘', worauf derselbe vom
S„chlag getroffen worden sei, ist nur so viel richtig, daß ein als
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        Erperte zu beeidigender Mann während der Verhandlung vom
Schlag getroffen wurde; die übrige Ausschmücung ist lediglich die
Ausgeburt einer allzu le bhaften Correspondenten Phantasie.

In Eisenberg kam am 9. Mai die Friedrich'sche Pa⸗
pierfabrik zur Versteigerung und wurde dieselbe dem Papierfabri⸗
danten Nöthlichs aus Schwarzenacker (Schwager der Gebrüder Adt
in Ensheim) um die Summe von 70,000 Mark zugeschlagen. (Sie
soll mit der jetzigen Einrichtung 200, 000 Mark gekostet haben.)

— Den Haupttreffer der Mannheimer Maimarkt—
Lotkerie gewann dem „Fr. Tobl.“ zufolge Herr Wirth Blaul
dus Gönnheim bei Dürkheim. Das gewonnene Viergespann
ec. hat derselbe in Mannheim zurückgelassen und die Entgegen—
nahme von 5625 M. demselben borgezogen. Die arme Frau von
Lubwigshafen, die ihm das Loos verkauft, erhielt von dem Ge⸗
winner ein Geschenk von 100 Mk.

7 In Würzburg ist der bayerische Reichsrathspräsident
Graf Stauffenberg, 82 J. alt, nach längerem Kranksein
gestorben.

Auf dem Congreß der deutschen Kriegerbereine zu Frank—
3 ri waren 1527 Vereine vertreten, welche 167,000 Mitalieder
zählen.

4 Die Anmeldungen zur Theilnahme an den Verhandlungen
der allgemeinen deutschen Lehrer⸗ Versammlung zu Karlsruhe mehren
fich von Tag zu Tag. Nicht nur der ferne Rord und Ost Deutsch⸗
ands und Hesterreichs wird vertreten sein, auch Frankriech schickt
seinen Abgeordneten in der Person des Herrn Jost, Inspector des
Schulwesens für das Seine⸗Depariement. Der Anmeldetermin
säuft mit dem 15. Mai ab.

In Freising macht die gerichtliche Beschlagnahme des
Anwesens des Liquerfabrikanten L. Geißler, der als Millionär ge—
golten, peinliches Aufsehen. Hunderte von Geschäftsleuten, Bauern
Ind arme Dienstboten ringen verzweifelnd die Hände über den
Verlust ihrer Habe; viele Familien werden ruinirt sein. — Folgen
allzugroßer Vertrauensseligkeit!

IIn Altenburg hat es ein Militär fertig gebracht. das

— Zeilen mit 708
Worten auf eine Postkarte zu schreiben.

Der letzte der Grenadiere des Battaillons das Napoleon J.
nach dessen erster Abdankung von Fontainebleau nach Elba begleitete,
sst in Paris im Alter von 96 Jahren gestorben. Der Kapitain
Raymond (so hieß der Veteran) war damals Unteroffizier in der
kaiserlichen Garde und war während der 11 Monate, die der
Aufenthalt auf Elba dauerte, der Schloßwache in Porto Ferraja
zugetheilt. Am 1. März 1815 landete er mit dem Kaiser in
Frejus und erhielt von ihm den Auftrag, Antibes zur Uebergabe
ufzufordern. Er wurde jedoch bei dieser Gelegenheit von den
Rohalisten zum Gefangenen gemacht, und es würde ihm schlecht
ergangen sein, wenn die kaiserliche Sache nicht triumphirt hätte.
Rach den Schlachten von Ligny und Waterloo von den Bourbonen
auf Halbsold gesetzt, zog er sich in sein Geburtsdorf in der Nor⸗
mandie zurück. Die Juliregierung ernannte ihn zum Kapitain und
Inspektor des Hotel des Invalides in welcher Stellung er bis an
iein Lebensende verblieb.

F Aus Algier wird gemeldet, daß die Ueberlebenden der
französischen Erpedition Flatters entsetzliche Schicksale ge⸗
habt haͤtten. Sie flüchteten in eine Höhle, wo 15 derselben, da⸗
runmer der Unteroffizier Pobeguin, theils vor Hunger starben, theils
bon den Ueberlebenden aufgezehrt wurden.

4 Die drei „Sterne“ Sarah Bernhardt, Salvini und Marie
Beistinger, die jüngst das dollargesegnete Amerika durchgezogen,
aben folgende Summen eingeheimst: Sahra Bernhardt 421,205
Dosl.. Tommaso Salvini 1856.000 Doll., Marie Geistinger
78,000 Doll.

Die Ziehungçeiste der Giesinger Kirchen bau—⸗
lolterie ist eingetroffen und kann in der Exped. des St. Inab
Anzeigers eingesehen werden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme z.
ö—— — —
Bekanntmachung.
Am Montag, den 28. d.

Mis. Nachmittags um 2 Uhr

a Etadthause zu St. Ingbert,

wird die Herstellung und Lie—

ferung von, cixca 300 Meter

Rinnenpflaster von Me⸗

laphirsteinen öffentlich ver⸗

geben.

Ei. Ingbert, 11. Mai 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Bekanntmachung.

Mittwoch, den 18. Mai

1881, Morgens 9 Uhr, in der

Viersilube zum „Hotel Laur“

dahier, läßt der Unterzeichnete,

As Verwalter der Concursmasse
Friedr. Hermann Laur,

Herber, in St. Ingbert, 5777
Mart 76 Pf. Ausstände,
gegen gleich baare Zahlung, öf⸗

sentlich versteigern.

Et. Ingberi, 10. Mai 1881.
Ph. Fitz,
Geschäftsmann.
Geschäfts⸗
Empfehlung.
Einem geehrten Publikum zur
Nachricht, daß ich mein Geschäft
aAs Bäcker hier angefangen
habe und halte mich zur ge—⸗—
uͤeigten Abnahme aller Bäckerei⸗

waaren bestens empfohlen.

Josevh Neuhäusel,
Pfarrgasse.
Mtg werthen Freunden und
Gönner zur gefl. Nach⸗
richt, daß ich meine Wirth—⸗
schaft wieder selbst führe.
Mit Hochachtung
Meter Boök—

AnnmoelMcubäÄKαOuur
2 43 2444
FIriedensfeier.

Am Sonntag den 15. Mai, Abends 8 Uhr findet zur
Frinnerung an den, am 10. Mai 1871 zu Frankfurt a. M. un⸗
erzeichneten Frieden im Oberhauser'schen Saale eine

RGhĩo m
statt, wozu hiermit die gesammte Einwohnerschaft von St. Ing⸗
hert und Schnappbach freundlichst eingeladen wird.
Das Comité.

Der Laden, welchen Mezz—
ger Müller inne hatte,
mit Schlachthaus oder Magazin,
ist sofort anderweit zu ver—
miethen.

Auch sind mehrere freundliche
Zimmer, mit oder ohne Moͤ—
bel, im 2. u. 3. Stock zu ver—
miethen.

Georg Klein,
zum goldenen Stern.
— ——— ⸗ x
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Geehrtem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste
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chaͤft ess

—Iü
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errichtet habe und halte mein Fabrikat in Hufnägel, Band—
und Schloßnägel, alle Sorten Sohlnägel ꝛc. in guter
Qualität zu den billigsten Vreisen, zu geneigter Abnahme bestens
mMofohlen.

—A
—A—
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EREBRALAB

Peter Seel.
Zweibrücken.
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St. Inabert, den 13. Mai 1881.
Michael Klug.
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
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33,25*32 38*
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22 2.2. — 2258 2833 z25385 32 8
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3388 5ñ 5 —— — 8533 357
553552* 33 33 833573 3 3
2355 7 333858 23*352 52 ——— —— —A— 8 5
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835385 —28583857 —— s335
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3 5538 585 57353 A55k —— —*8* 53
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3—355 —5—3538355383 — 52 5— * — — 28* —
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2 3 2.3 23 *335*5335 835 2 5——3 23— 23532. 37 228 38
135 ——73335* *523 QG833. 5352 5335.28* *2338
5 »7 8833 83553 335 53335583335
3 3 82 2355 382. 3. 785552 53332 3523 632
2 5328 25 *5353. ẽ 33538338 533333833 5888 2
z 8 335835* 38333 5 5
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* —3 * — —3 — * b 25 2. 32* — — —— 33 5
A—— 58 8 3333 —33 38
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A 52628 — *5 *5 3* 3* 282333 — 53 35
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—— 3 *23 —55, *32. 83333 84— —557— —85—8— 33
— 2335—33 555 2— 5 —8 —235— 523 35
333 —33533322332.3 * ——55. 32,5— 53 535 728375 55 35
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555 3523 55 25232 —533 2588.2 5. —35 7253
5 333 3353633
228.3 33532 3 353833353 3833 *583 283
5533 —23886 2.23 777 —355333——73 5
533 33323555 88—33 758
383535 —73553 38288 23 5 3 —3 3—3 2 5—3 55
3283*8333 535*53535 —3 —8
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
der Et. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Rei

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich

4 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen⸗ 1I 46 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
—

Samstag, den 14. Mai
1881
πια
Deutsches Reich. —

(Bayerischer Laudtag.) In der 198. Sitzung der
Abgeordnetenkammer widmete der Präsident Frhr. v. Ow dem ver—⸗
ebien J. Präsidenten der Kammer der Reichsräthe Grafen v.
Ztauffenberg einen warmen Nachruf und die ganze Kammer erhob
ich zum Zeichen des ehrenden Andenkens. An Stelle des durch
luwohlsein am Erscheinen verhinderten Ministers v. Pfeufer beant⸗
vortele der Finanzminister v. Riedel die Interpellation des Abg.
F. X. Frhrn. v. Hafenbrädl, die Auslegung des Art. 5 des revi—
irten Landtagswahlgesetzes betr. dahin, daß die Zuständigkeit der
inzelnen Stellen in dieser Frage im Gesetze vollständig geregelt sei;
dei Reklamationen habe das Ministerium und bei Wahlprüfungen
n letzter Instanz die Kammer zu entscheiden. Wenn Steuerruͤck⸗
fände an und für sich auch kein Grund seien, die Aufnahme in
ie Waͤhlerliste zu verweigern, so können diese Rückstände doch in
inzelnen Fällen derart sein, daß das Wahlrecht als aufgehoben
ich erachten läßt. Zur Tagesordnung übergehend refervirt Abg.
dopp über die Rückäußerung der Kammer der Reichsräthe vom
21. April 1881 zum Entwurfe eines Gesetzes über die Einkommen—
teuer. Die Kammer beschließt, in Art. 2 auf ihrem früheren
zeschlusse zu beharren, wonach das Einkommen aus erpachteten
Dekonomiegütern und Gewerben zu besteuern ist; die in Art.4
jon den Reichsräthen beschlossene Erhöhung der Steuerskala wird
ibgelehnt. In Art. 11 hat die Kammer der Reichsräthe die
Zieuerfreiheit aller Jener beschlossen, welche ein Einkommen von
oeniger als 400 Mark haben. »Der Ausschuß beantragt die Ab—
ehnung dieses Beschlusses. Abgeordneter Strauß erklärte, daß der
zeranlasser dieses Beschlusses der Reichsräthe, Frhr. zu Francken⸗
tein kein Recht habe, sich als Anwalt des armen Mannes zu
jeriren, nachdem derselbe im Reichstage für die den armen Mann
d sehr bedrückenden indirekten Steuern gestimmt habe. Der Aus—
chußantrag wurde angenommen; auch bezüglich der in Art. 13
nthaltenen Besiimmungen bezüglich des Ortes, an welchem die
Zteuerpflicht zu erfüllen ist, beharrt die Kammer mit einer einzigen
inbedeutenden Aenderung auf ihrem früheren Beschlusse. Bei Art.
7 entspann sich eine Debatte darüber, wer über die Haftung für
»em Staate entgangene Steuern zu entscheiden habe; Regierungs—
ommissär Seisser bezeichnete das Rentamt als die zuständige Stelle,
vähreud Abg. Dr. Franckenburger, v. Hörmann und Referent Kopp
ie Civilgerichte für zuständig erachten. Die Kammer sprach sich
ür Streichung des ganzen Art. 17 aus. Die übrigen Artikel des
hesetzes erreglen keinerlei Debatten und fandern nach den Vor—
chlägen des Ausschusses Annahme. Bei namentlicher Abstimmung
wurde das ganze Gesetz mit 124 gegen 16 Stimmen angenommen.

Aus einer der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses der
aierischen Abgeordnetenkammer ist zu erwähnen, daß bei Bera—
hung der Nachweisungen des Eisenbahnbetriebs für 1878 und
1879 auf eine Anfrage des Referenten, ob die Einfuhr oder die
Ausfuhr von baierischem Getreide größer sei, Herr Generaldirektor
. Hocheder erklärte, die Einfuhr sei größer. Es spricht diese
leußerung deutlich genug dafür, daß Baiern seinen Bedarf an
Getreide nicht allein decken kann, trotzdem aber hält man es für
geboten, einen angeblichen Schutzzoll auf die nothwendigsten Lebens—
mittel einzuführen.

Die Unfallversicherungskommission des Reichstags erledigte
Anfangs dieser Woche die erste Lesnng des Gesetzentwurfs und
zahm unter Ablehnung aller übrigen Anträge den Paragraphen 56
mit dem Stumm'schen Amendement an, wonach es einzelnen Unter⸗
nehmern von Betrieben gestattet werden kann, zwecks der Unfall—
oersicherung auf Gegenseitigkeit zusammenzutreten. Ferner wurde
vbeschlossen, nach Paragraph 56 einen neuen Paragraphen einzu—⸗
schiekten, wonach mit Genehmigung der Landesbehörden-Kassen,
denen gesetzlich die Invalidenversorgung obliegt, berechtigt sind, die
Unfallversicherung für eigene Rechnung zu übernehmen, jedoch mit
der Beschränkung, daß sie für die Hälfte der Unfallentschädigungen
bei der Landesversicherung rückversichern müssen.

Die einstimmige Ablehnung der Wehrsteuer-Vorlage
oll den Reichskanzler sehr verstimmt haben und man erzählt sich
n Berlin, daß er der conservativen Partei gegenüber von „Fah—

nenflucht“ gesprochen hätte. Die Konservativen aber sagen, sie
hätten nie königlicher sein wollen als der König selbst und sie er—
innern daran, daß König Wilhelm erst nach Ueberwindung schwe⸗
rer Bedenken seine Zustimmung zur Einbringung der Vorlage ge—
zeben habe. Auch der Kriegsminister hatte sich für das Gesetz
aicht sonderlich erwärmen können und so wird denn dieses Geseß
chwerlich zu den Vorlagen gehören, die dem Reichstag immer und
mmer wieder zur Berathung unterbreitet werden.

Von der Verlegung des Sitzes der Reichsregierung und
des Reichstages von Berlin ist es plötzlich ganz still gewor⸗
den. In unterrichteten Kreisen wird auf das Bestimmteste ver—
ichert, daß man an höchster Stelle durch die betreffende Rede des
Kseichskanzlers nicht wenig überrascht worden ist. Es wird in
naßgebenden Kreisen gewuͤnscht, daß die Diskussion über die Frage
der Verlegung des Sitzes der Reichsbehörden von Berlin nicht
vieder aufgenommen werden möge, und so wird wohl diese An—
zelegenheit bis auf Weiteres nicht mehr zur Svrache gebracht
verden.

Der Bundesrath verständigte sich über die bei der dritten
Berathung des Verfassungsgesetzes im Reichstag einzunehmende Stel⸗
lung. Die Verlängerung der Legislaturperiode (Mandatsdauer der
Abgeordneten 4 Jahre statt der bisherigen 8 Jahre) wird acceptirt,
die Berufung des Reichstags im October aber für unannehmbar
erklärt.

Wie das „Berl.⸗Tgbl.“ hört, hat der Bundesrath be⸗
chlossen, den vom Reichstag gefaßten Beschluß, wonach der Reichs—
ag alljährlich im Monat Oktober einzuberufen ist, abzulehnen.

Am 11. ds. Vormittags erfolgte die Abreise des Kaisers

Wiesbaden nach Berlin.

Ausland.

In Schweden hat der Militärausschuß des Landesverthei—
digungs⸗Comites seine auf die Neugestaltung des schwedischen Heeres
zezüglichen Arbeiten vollendet. Wie verlautet, sollen künftig die
Schüler der Gymnasien und anderer höherer Lehranstalten wie auch
der Schullehrerseminare an ihren Schulen zu Unterkorporälen,
Korporälen, Sergeanten und Unteroffizieren ausgebildet, demnach
in allen Schulen Exerciren und Schießen als Unterrichtsfächer ein—
zeführt werden, damit schon die Jugend die Fertigkeit im Gebrauch
der Waffen erhalte. Die Befähigung zum Unterkorporal ist in der
Abgangsprüfung festzustellen, so daß die jungen Leute, natürlich
wenn sie körperlich tauglich sind, gleich bei ihrem Eintritt in den
)0⸗tägigen Militärdienst (die Stammtruppen dienen länger, wenig—
tens wohl zwei Jahre) den Dienst der Unteroffiziere thun können.
An der Universität und an anderen Hochschulen sollen die Studenten
sich in ihren militärischen Kenntnissen und Fertigkeiten weiter ent—
vickeln, während sie ihre Fachstudien treiben, und nach ihren
Fähigkeiten vorrücken in der ganzen Dauer ihrer Militärpflicht.
IOb diese Bestimmungen allgemein bindend sein oder den Jünglingen
reie Wahl gelassen werden soll, die Militärlaufbahn als Unterbe—
ehlshaber zu betreten, ist noch nicht bekannt. Indessen scheint doch
aus dem von dem Militärausschusse in sein Gutachten aufgenommenen
Brundsatze, daß mit den Gymnasien und Seminaren Unter-Befehls⸗
yaberschulen verbunden werden sollen, hervor zu gehen, daß der
Militärdienst für diese Schüler in der Schule beginnt und dort
wie im Bataillon pflichtmäßig ist. Der Volksschullehrer, der zugleich
Unteroffizier ist, wird im vollsten Sinne des Wortes dem Vater—⸗
ande Vertheidiger erziehen können. Er wie der Akademiker ist in
einem Heere wie dem schwedischen vorzugsweise berufen, die Unter⸗
»efehlshaberstellen einzunehmen. (Die Sache verdient Beachtung.
Mancher Mißstand, über den bei uns zu klagen ist, würde bei
olcher Einrichtung wegfallen. Ein höherer Grad der Durchschnitts—
zildung der Unteroffiziere ist mit eine Gewähr für bessere Behand⸗
lung der Mannschaft.)

Der „Telegraphos“, die größte Zeitung Athens, gesteht heute
in, die Haltung Deutschlands Griechenland gegenüber
früher nicht ganz richtig beurtheilt zu haben; bei dieser Gelegenheit
chreibt das Blatt über Bismarck folgendes: „Er war im letzten
Stadium unserer nationalen Frage der wärmste Fürsprecher Grie—
henlands, und seine Stimme hat am meisten zur bevorstehenden
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        friedlichen Lösung der brennenden Frage beigetragen; seinem Ein⸗
uß ist haupisächlich auch die jetzige rückhaltlose Bereitwilligkeit der
Pforte zur Uebergabe des uns zugesprochenen Gebiets zuzuschreiben.“

In Sophia (der Hauptstadt Bulgariens) hat die Procla—
mation des Fürsten Alexander einen tiefen Eindruck gemacht; trotz
starken Regens sammelte sich am Montag Abend vor seinem Palast
eine große Menschenmenge, welche ihm begeisterte Hochrufe brachte.
Der Fürst erschien auf dem Balkon und dankte. Der Metropolit
von Sophia bat ihn nicht abzudanken und in Bulgarien zu bleiben.
Vermischtes.

* St. Ingbert. Mit dem 18. ds. Mis. tritt auf den
pfälzischen Bahnen der Fahrplan für den Sommerdienst in Kraft.
Im Inseratentheil der heutigen Nr. bringen wir einen Auszug
aus demselben, auf den wir die hiesigen Leser hiermit verweisen.
Die durch denselben bedingten Veränderungen in der Ankunfts—
und Abfahrtszeit der hier durchgehenden Züge sind nur unbedeutend.
Leider sind durch ihn auch die sehr berechtigten Wünsche der hiesigen
Bevölkerung, welche der Direktion in einer Petition zur geneigten
Berücksichtigung vorgelegen waren, unerfüllt geblieben.

F'In Pirmasens starb in der Nacht vom 10. auf den
11. ds. eine Frau in Folge von Mißhandlungen, die ihr von
zwei dortigen Schustern, Namens Karb und Armendinger,
2 Burschen, mit welchen sich das Polizeigericht schon oft zu be—
schäftigen hatte, wiederholt zugefügt wurden. Die beiden Helden,
welche mit Fäusten und Bleistock ihre That verübten, sind ver—
haftet.

Sonntag den 22. Mai hält die Pfälzische Kampf—
genossenschaft ihren 12. Verbandsstag in Kussel ab. Die
Tagesordnung ist folgende: 1. Bericht des Vorstandes über das
abgelaufene Verbandsjahr; 2. Kassenbericht erstattet vom Rechner;
3. der Vertrag mit der Feuerversicherungsgesellschaft „‚Providentia“;
4. Abänderung des 8 7 der Sazungen, die Wahl des J. und II.
Vorstandes betreffend; 5. die Kantonal-Hilfsvereine der Pfalz;
8. der bayerische Kriegertag in München; 7. der deutsche Krieger⸗
tag in Frankfurt a. Main 1881; 8. die Errichtung eines bayer⸗
ischen Kriegerdenkmales auf dem Schlachtfelde von Wörth; 9. das
Jubiläuum der 700jährigen Regierung des Hauses Wittelsbach;
10. Verhandlungen mit dem 23. Bezirk des „Kriegerbundes.“

F Der vor 14 Jahrrn in Ruhestand versetzte Landrichter
Damm von Otterberg, seither in Kempten, wohnhaft, wurde von
den Gemeindebevollmächtigten der Stadt Roth in Mittelfranken zum
rechtstnndigen Bürgermeister gewählt, und es hat diese Wahl die
Bestätigung der k. Kreisregierung von Mitlelfranken erhalten.

FAus dem Westrich wird der „Pf. Pr.“ geschrieben:
„Daß eine strammere Organisation und Handhabung der ortspoli⸗
zeilichen Vorschriften in unserm Feuerlöschwesen hie und
da noth thut, möge Ihnen folgender Vorfall à la Brand im
Hutzelwald, der sich vor einigen Tagen in einem Städtchen
unserer Gegend gelegentlich einer Feuerwehrvisitation zutrug, be—
weisen: Der Spritzenmeister kommt athemlos zum Bürgermeister
gelaufen, was er machen solle, er finde den Spritzenhausschlüssel
nichi. Auf die Entgegnung des Bürgermeisters, es müßten doch
drei Schlüssel zum Spritzenhaus da sein, erwiderte der Wächter:
„Ja, drei sind da, aber zwei hängen drin.“

Zur Erleichterung des Besuches der Kreisthierschau in
Speier werden auf den pfälzischen Bahnen einfache Billets aus—
gegeben, welche für die Zeit vom 28. Mai bis incl. 1. Juni zur
freien Rückfahrt berechtigen.

An der Universität Straßburg wurden im letzten Se—
mester mehrere Preisaufgaben gestellt, darunter eine für die theolo—
gische Fakultät. Am Wettkampfe betheiligte sich auch ein Franken⸗
shaler, Herr Jakob Müller, cand. th., und nicht umsonst,
denn derselbe ging in diesem Kampfe als Sieger mit einem nam—
haften Geldpreise hervor.

Wie wir hören, liegt es in der Absicht der Straßbur—
ger Tabaksmanufaktur, auch in denjenigen Städten, die noch
nicht eine Einwohnerzahl von 2000 erreicht haben, Verkaufsstellen
zu errichten.

F Aus Rottenburg (Württemberg) wird unterm 9. Mai
eine gräßliche That berichtet. An demselben Tage Abends zwischen
7 und 8 Uhr durchlief die Stadt die schauerliche Kunde, eine
Mutter habe ihre vier Kinder im Alter von 12, 8, 6 und 2
Jahren dadurch umzubringen gesucht, daß sie ihnen mit einem Beil
das Hinterhaupt einschlug. Um 11 Uhr Abends waren zwei davon
nicht mehr am Leben; von den beiden anderen erwartete man in
der Nacht noch den Tod. Nahrungssorgen und Zerwürfnisse im
Hause sollen die Rabenmutter zu dieser gräßlichen That gebracht
haben. Sie hat die That, die sie während der Abwesenheit ihres
Mannes vollführte, eingestanden. Sie, wie ihr Mann nach seiner
Heimkehr, sind in Haft genommen.

F.Unter dem Titel „Bier und Branntwein und ihre Bedeu—
tung für die Volksgesundheit“ ist soeben eine Schrift, deren Ver—
fasser der hervorragende Physiologe Professor Rosenthal in

krlangen ist, erschienen. Der Verfasser weist mittels eingehender
Antersuchung nach, daß die von dem Fürsten Bismarck ergangenen
Iussprüche über die Heilsamkeit des Branntweingenusses auf Irr
hum beruhen, daß das Kornchen Wahrheit, welches in der Em—
»fehlung des Branntweins gegen Erschlaffung bei harter Arbei
iege, verschwindend klein sei verglichen mit dem Uebel, welches der
Branntwein stifte. Er führt dann des Weiteren aus, wie auqh
als heilsames Reizmittel das Bier den Vorzug vor dem Brann
wein in höchstem Maße verdiene und wie selbst die Nachtheile über.
näßigen Genusses lange nicht so verderblich wirken, wie der Erzeß
m Branntwein. Wer Volksernährung und Volkskräftigung wolle,
dürfe am wenigsten den Branntwein empfehlcn. Daher sei eine
Brausteuer viel weniger anzurathen als eine Brauntweinsteuer.
fFine Bransteuer, welche zur Unterdrückung der kleinen, leichtes Bier
ereitenden Landbrauereien führe, wirke doppelt schädlich. Vor
Allem aber ständen Steuern und Zölle auf nothwendige Nahrungs-
nittel in Widerspruch zur Volksernährung, schafften Entbehrung
die dann mittels des Branntweins betäubt werde. Auch der Genuß
zon Kaffe und Thee sei namentlich zur Bekämpfung der Branni
veinsucht zu empfehlen. Der Verfasser ist nicht blos Theoretiker,
vie man heute zu sagen pflegt, er hat in mehreren Feldzügen mil
Auszeichnung als Militärarzt fungirt und bei der Loire-Armee sich
)urch seinen Muth und seinen Diensteifer, die ihn sogar in fran—
zösische Gefangenschaft führten, ihm aber auch das eiserne Kreuz
eintrugen, sich hervorgethan. Die bei diesem Feldzuge gesammelten
Zeobachtungen sind in der Schrift verwerthet.

In Passau hat der Maimarkt am vorigen Sonntag
Abend mit einem großen Unglück geendet: das Automatenmuseum
jon Wallenda gerieth durch das Platzen einer Petroleumlampe in
Brand und mit rasender Schnelligkeit verbreitete sich das Feuer
nicht blos über diese Bude, sondern auch über das anstoßende ana—
omische Kabinet von Walter; diese beiden brannten, obwohl die
Feuerwehr bald zur Stelle war, ganz nieder mit Allem, was darin
var. Wallenda konnte nicht einmal die Kasse retten; in nnförm—
ichen Klumpen lag das Silber im Schutte. Walter schätzt seinen
Verlust auf 50,000 Mk., Wallenda den seinigen auf 30,000 Mi
Fin Glück war es noch bei dem Unglück, daß der Wind, der den
zanzen Tag über aus Westen geweht hatte, gegen Abend in Ost—
vind umgeschlagen war; sonst hätte die Lufströmuug die brennenden
Fetzen über das ganze Netz der Buden und Hütten hitgetrieben.
die zweifelsohne allesammt in Feuer aufgegangen wäre.

fFIn Landshut hat der Stadtmagistrat einen Beschluß
Jjefaßt, wornach die höchste zulässiige Schülerzahl in einer Klasse
auf 70 Schüler festgesetzt ist. Die Verwaltung ging von dem
Brundsatze aus, daß in mit Kindern überfüllten-Schulen die
»ädagogische Einwirkung auf jedes einzelne Kind nur in be—
chränktem Maße stattfindet; daß die Handhabung der Disziplin
dadurch leidet und daß die Kraft und Gesundheit des Lehrers vor
der Zeit absorbirt wird.

„Aus München, 11. Mai wird berichtet: Gestern und
jeute hatien wir hier viel Schnee. Das Thermometer stand heut⸗
Morgen auf O. (In Zweibrücken fiel in der Nacht vom 10. ans
11. Mai das Thermometer sogar auf fast 1 Grad unter Null
In Ludwigshafen zeigte es am 11. Morgens — 50.)

FIn München wurden am 10. ds. die ersten diesjäh—
rigen Kirschen das Pfund zu 1 Mk. 50 Vf. verkauft. Dieselben
kamen aus Italien.

Aus dem Oberelsaß. In Geishausen, wo der
Ackerer Peter Luthringer, nachdem er seine Frau mit der Art er—⸗
schlagen und sich dann auf der Bühne seines Hauses erhängt hatte.
zat nun auch, um das Unglück voll zu machen, sich dessen Tochter,
»ine junge Frau und Mutter von zwei Kindern, im Belchensee er⸗
ränkt. Scham und vielleicht auch Gewissensbisse dürften die letztere
zu ihrer That bestimmt haben. Luthringer lebte nämlich in zweiter
She, und die Kinder aus erster Ehe hatten eine Vermögensaus-
ꝛinandersetzung beantragt. Der Vater war dafür, die Mutter und
die erwähnte Tochter aus zweiter Ehe dagegen. Dieser Familien—
treit endete schließlich mit einem Mord und zwei Selbstmorden.
Das in Frage stehende Vermögen ist sehr gering.

Aus der Eifel begeben sich noch immer viele Familien —
vor einigen Tagen 17 — nach Bosnien, um dort sich eine neut
deimath zu gründen. Dagegen kehrten einzelne Familien schon
enttäuscht von dort zurück in die Heimath, so kürzlich eine Familie
nach Kreuzberg. Die wieder einwandernden Auswanderer sind aus
dem Regen in die Traufe gekommen, indem sie vor ihrem Abzue
Haus und Hof billig verkauften, einen Theil des Erlöses veraus⸗
zgabten und jetzt, wenn ihnen etwas übrig blieb. wieder theuer
ankaufen müssen.

Eine vom 10. auf den 11. Mai große Feuersbrunst zet⸗
toͤrte in der Nacht einen Theil des Stahlwerkes Hösch bei
Dortmund.

F Jun Graz starb am 4. ds. Mts. der Stadtrathsbeant
Alois Hüpfl. Von demselbeu wird folgende Episode erzählt
Vor etwa 20 Jahren stand eines Nachmittäags unter dem Thore
        <pb n="289" />
        des k. k. Garnisons-Spitals ein Sarg in welchem die Leiche eines
Musikers von der Kapelle eines Infanterie-Regiments zu Grabe
zetragen werden sollte. Schon war die Einsegnung nahe, als zu⸗
fllig der auf kurze Zeit in Graz beurlaubte Nilitär⸗Oberarzt *n25
in das Thor trat und fragte, wen man hier zu Grabe trage.
„Den Baudisten Hüpfl vom ** Regiment“, war die Antwort.
Was, den Musiker Hüpfl? erwiderte der Oberarzt, „der ist nicht
lodt, dessen Leiden kenne ich!“ — Und wahrhaftig Hüpfl war
nicht todt, es gelang der Energie des tüchtigen Arzies, daß der
—A
Wiederbelebungsversuche an und hat so einen Mann vor dem
Lebendigbegrabenwerden gerettet, einen Mann, der erst nach zwanzig
Jahren dem Tode zum Opfer gefallen ist.

— Die Fortschritte der Meteorologie fangen an in Frank—
reich einen günstigen Einfluß auf den Ackerbau zu üben. Ueber
500 Gemeinden empfangen bereits tägliche meteorologische Berichte,
die sich in der Vornahme ländlicher Geschäfte als sehr dienlich er—
weisen.

F Der Pariser Polizei ist es gelungen, einer Diebsbande
habhaft zu werden, deren Operationsart und Organisation wahr—
jaft originell zu nennen sind. Die Bande hatte elegante Wagen,
Pferde, Kutscher und Bediente. Bei jeder Expedition bei Tag oder
Nacht wurde eine elegante Equipage mit Vollblutpferden bereit ge—
jalten; war der Einbruch geglückt oder war eine Gefahr in Sicht,
so erscholl ein Pfiff, die Diebe bestiegen ihren Wagen, fort ging
es im Galopp und die Polizisten hatten das Nachsehen. Dieser
Tage endlich fielen einige Mitglieder dieser Bande der Polizei in
die Hände. Um 8 Uhr Morgens traten zwei elegant gekleidete
herren in eine Weinstube. Ihr Wagen hielt vor der Thür, der
Kutscher in feiner Livreée. Die beiden Herren nahmen ein paar
Gläschen Liqueur und lobten die Güte des Getränkes. Hierauf
zog der Eine aus seinem mit Banknoten gefüllten Portefeuille eine
500 Francs⸗Note und warf sie auf den Schenktisch, um die Zeche,
die 1 Franc ausmachte, zu berichtigen. Der Wirth gab 499
Francs heraus, wobei er sich noch entschuldigte, daß er ihnen nur
ßold geben könne. Aber das Geld zusammenraffen und das 500
Francs-Billet dazu, war für die beiden Kerle nur das Werk eines
Augenblickes. Bevor noch der verblüffte Wirth recht zur Besinnung
kam, hatten die Diebe ihre Equipage bestiegen und fuhren eilends
davon. Diesmal sollten jedoch die Herren ihre Rechnung ohne
den Wirth gemacht haben. Der Letztere eilte dem Wagen nach
und schrie aus Leibeskräften: „Haltet die Diebe!“ Glücklicherweise
türzte das Pferd und herbeigeeilte Polizisten konnten sich der
sauberen Gesellschaft bemächtigen, die nicht ohne lebhaftes Wider—
ttreben sammt und sonders in die Polizeipräfektur befördert wurde,
und zwar in derselben Equipage, deren sich die Industrieritter bei
hren Heldenthaten bedient hatien.

F In verschiedenen Blättern werden gegenwärtig Prospekte
der Aktien-Commondit Gesellschaft „Printemps“ in Paris ver—
zffentlicht, in welchen zur Subscription auf ein Anlehen von 40
Millionen Fres. eingeladen wird. Vor einer Betheiligung an die—
em Unternehmen muß um so mehr gewarnt werden, als der Ei—
zenthümer des Printemps, ein Herr Jaluzot, auch nicht die ge—
ringste Garantie für eine dauernde Sicherstellung des ihm anver—
trauten Geldes bieten kann. Im Handelstheile der „Fr. Ztg.“
wird in Bezug auf diese Subscription bemerkt: „Herr Jaluzoi
»erlangt die runde Summe von 40,000,000 Fres. um damit
das Geschäft fortzusetzen, in welchem bis jetzt höchstens 4 dieses
dapitals gesteckt hat. Was wird er damit machen? Diese Frage
st um so gewichtiger, da nicht etwa irgend eine Finanzgruppe
nit ihrem Namen und Kredit für ordnungsmäßiges, den Actionä—
ten nützliches Gebahren verbürgt, sondern Herr Jaluzot selbst und
ex allein das Geld fordert, dieselbe Persönlichkeit also, welche als
vorbesitzer das Geschäft in die Gesellschaft einbringt, ohne den
Preis auch nur zu nennen, geschweige denn Garantieen zu geben,
daß der Preis ein angemessener ist.“ Das Geschäft ist also kei—
neswegs ein sicheres und man wird deßhalb in Deutschland gut
daran thun, die Finger davon zu lassen.

F Die Weltausstellung in Melbourne ist nunmehr ge⸗
chlossen und der Deutsche Reichs-Kommissär Geh. Regierungsrath
Reuleaux bereits von dort abgereist. Unier den prämirten bayer—
schen Ausstellern erhielt für ausgestellte Reißzeuge die höchste Aus⸗
eichnung, die in diesem Zweig überhaupt ertheilt wurde, die
Firmaa Clemens Riefler Fabrik mathematischer Instrumente, in
Maria-⸗Rain (bei Kempten) und München.

FGMagenresektiond) Nachdem in neuester Zeit so
viel über „Magenresektion“ geschrieben wird, dürfte nachstehende
Mittheilung von Interesse sein. Schon im Jahre 1521 wurde
die Gasteroraphie von einem bayerischen Arzte ausgeführt. Hierüber
gaben die Kirchenpröbste zu Regensburg im Jahre 1522 ein Büch—
lein heraus unter dem Titel: „Wunderbarliche czaychen vergangen
Jars beschehnhen in Regenspurg tzw der schönen Maria der mueter
zottes hye inbegriffen. Regenspurg 1522.“ Ein Auszug davon
defindet, sich in der „Guten alten Zeit. VI. Bd. des Klosters
von Scheible. 18347; S. 994 2c.“ — Bewußte Magennaht
wurde bei einem gewissen Kunz Seytz von Pfaffenreuth, weil—
her im Streite eine Stichverletzung des Magens erlitten
hatte, ausgeführt. Der Name des baherischen Arztes,
velcher diese Operation unternommen, ist unbekannt geblieben.
Derselbe erweiterte mit einem T-Schnitte die Bauchdeckenwunde,
og den Magen hervor, reinigte die Magenwunde und legte vier
Hefte an. Kunz Sehtz ꝛ⁊c. war in 14 Tagen geheilt.

FCarbolfsäure. Nichts ist den Insekten, Vögeln und
Nagethieren, gegen welche man Gewächse schützen muß, mehr zu—
vider als der Geruch der Carbolsäure. Legt man die Sämerein,
vie Erbsen, Bohnen, Linsen, Mais ꝛc. vor dem Säen 12 oder
24 Stunden laug in verdünnte Carbolsäure, so rührt kein Wurm,
eine Krähe, kein Maulwurf sie an. Die Samenkörner erleiden
durch die verdünnte Säure keinen Schaden. Einem mit dieser
Substanz bestrichenen Bäumchen kommt kein Hase nahe. Auch
Ratten und Mäuse werden durch den Geruch vertrieben.
ar? tberichte.

Zweibrücken, Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmar.
Weizen 12 M. 19 Pf. Korn 11 M. 01 Ppf., Gerste zweireihige d M. — Pf.
vierreihige O M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 64 Pf.
Erbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 20 Pf.
heu 3 M. 35 Pf., Stroh 3 M. 55 Pf., Weißbrod 1!/2 Kilogr. 59 Pf
dornbrod 3 Kilogr. 75 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 90 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 44 Pf.
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 86 Pf.; Butter !/3 Kilogr. 1I M. 20 pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 11 Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 25 Pf. Korn 10 M. 84 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
— Pi., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige M. — Pf., Hafer
7 M. 41 Pf., Mischfrucht 10 M. 99 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
9 M. — Pf., Bohnen 0O M. — ppf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 15 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 10. Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 81 Pf. Korn 10 M.76 Pf. Spelzkern 11 M. 60 Pf., Spelz
3 M. 46 Pf., Gerste O M. 08 Pf., Hafer 7 M. 52 Pf., Erbsen 09 M.
— Pf., Wicken 7 M. 74 Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 41 pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter pro Pfund O M. — Pf. Eier 1 Stück — pf.
tartoffeln pro Zentner O M. — Pf. Stroh O M. — Pf. Heu O M. —
Pf., Kleeheu d M. — Pf.

Fr die Redaction verantwortlich: F. X. Demesß.
Gummirte Packet⸗Siegelmarken
mit Firma, auf weiß oder farbig Papier in jeder be—
liebigen Farbe des Druckes, auch in Golddruck, fertigi
4. J. Demetz,
Buchdruckerei und Lithographische Anstalt.
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Meirn werthen Freunden und
Gönner zur gefl. Nach—
cicht, daß ich meine Wirth—
schaft wieder selbst führe.
Mit Hochachtung
Veter Bett.

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der 1000 Stück von 4. 50 Mk. an
u haben bei F. X. Demen.

Für Familien und Lesecirkel, Bibliotheken, Hotels, Cafes und Restaurationen.
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Probe-Nummern gratis und franco.
lbonnements-Preis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Poftanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzia.

——
        <pb n="290" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Dienstag, den 17. Mai
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Philipp Emrich,

auf Betreiben der Erben der
'n St. Ingbert verlebten Mag⸗
dalena Hellenthal gegen Jo⸗
jann Laͤtz, Fuhrmann daselbst,

werden durch den unterzeich⸗
neten Amtsverweser des kgl. No⸗
ar Sauer in St. Ingbert,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung öffentlich zu
rFigenthum versteiger:

Plan Nr. 675, 4 49 qm

Fläche, worauf ein Wohn⸗
daus mit Stall, Scheuer
uͤnd Hofraum nebst Plan
Nr. 1438, 4 2 77 qm
Pflanzgarten dabei, gelegen
zu Si. Ingbert auf dem
ẽtzelchengarlen neben Hein⸗
rich Kaiser und Peter
Menges;

Plan Nr. 2019, 2020,
3021 und 2022, 88 a4
59 qm Acker und Wiese
m Rockenthal vordere Ah⸗
naung.

Die Liegenschaften liegen in
der Steuergemeinde St. Ing⸗
bert.

St. Ingbert, 27. April 1881.
2. Auffschneider
Amtsverweser.
Bekanntmachung.

Am Montag, den 23. d.
Mis., Nachmittags um 2 Uhr
m Stadthause zu St. Ingbert,
vird die Herstellung und Lie—
ferung von circa 800 Meter
Rinnenpflaster von Me⸗
laphirsteinen öffentlich ver⸗
geben.

St. Ingbert, 11. Mai 1881.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Aufgepaßt!
Gruppenaufnahmen
his zu 25 Personen bei Prà-
umérando-Bezahlung pr. Stück
IL. — bei
B. Ollig.
Cafo Oberhauser.
Sonuntag, 15. Mai
Eröffnung der
Gartenwirthschaft
Mittags von 357 Uhr
XXXVE

Vergebung von Straßenbau—
Arbeiten.

Die Arbeiten zur Herstellung der Distriktsstraße von der St
Ingberter Grube nach Sulzbach mit einer Länge von 563 Meterp
vslen auf dem Wege der allgemeinen schriftlichen Submission ver
jeben werden, wie folgt:

1) Erdarbeiten, veranschlagt zu .. 1909,90 M

2) Versteinungsarbeiten, veranschlagt zu 3040,20 M

3) Rinnenpflaster, 770,00 Al.

4. Kunstbauten, 1423,32

Sa. 7143,42 Mä

Die Angeboie sind verschlossen mit der Aufschrift „Angebo—
auf den Straßenbau St. Ingberter⸗Grube-⸗Sulzbach“ bis längstent
Montag den 23. Maiel. Is., Vormittags 11 Uhr, hier
orts einzureichen.

Plaͤne, Kostenanschläge und Bedingnißheft liegen bis dahir
zur Einsicht offen.

Zweibrücken, den 9. Mai 1881.

KAgl. Bezirsksamt:
Vr. Schlagintweit. —

— ——
— 8ommersprossen⸗Vveift
aur vollständigen Entfernung der
dommersprossen empf. à Stüch 60 Pf.
Robert Schmitt.
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ger⸗Kaäse empfiehlt billigst
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iabrik St. Ingbert.
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für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen befindet sich be
Rudolft Mossoe,
FPrankfurt a. I.

Dem anony⸗
men Schreiber zur
Zeherzigung, daß es besser wäre,
zie Zeit, die er zum ann. Brief⸗
chreiben gebraucht, um Fremde
zamit zu belästigen, auf seine
Barderobe zu verwenden, da—
nit er nicht in den Fall kömmt.,
ür einen Handwerksburschen ge⸗
zalten werden zu müssen.

gegenüber 3 gegenõber

der Hauptpost Zeĩl 45 der Hauptpost

4. Gléeiche Préise wie bei den Zeitungs-Expeditionen selbst.
Bei grösseren Aufträgen hiervon noch entsprechende Rabati-
bewilligunug.
Pfalzische Eisenbahnen.
Fahrplan vom 15. Mai 1331 an.
St. Jugbert⸗Saarbrücken.

St. Ingbert ab . ... 732, 12 8, 150, 642, 10-
Saarbrucken (Ortszeit); an. 7 48, 1219, 222, 6 58, 10 30
Saarbrücken⸗St. Ingbert.

Saarbrücken (Ortszeith abe 644, 1115, 12 45, 427, 8 55
St. Ingbert an ... 710, 1141, 126, 453, 9 36
St. Ingbert⸗Zweibrücken⸗Pirmasens-Landau.

St. Ingbert ab .. 556, 7 13, 1144, 4 56.
Zweibrücken an 44 721, 756, 1227, 589.
Zweibrücken b 57, 758, 12 29, 5 48,8
Pirmasens an .. 25 855. 145.7 -10
Pirmasens ab. 328, 8 —-, 1250, 6 5.
Landau an ... 731, 941, 3 6, 822.
Landau⸗Pirmasens-gweibrücken· St. Ingbert.
dandau ab WRE 84, 1-, 351, 86.
Pirmasens an ... .1025, 320, 337, 10 15.
Zirmasens ab. 528, 928, 225, 440. 920
Zweibrücken an 640, 1052, 3 41, 5 48, 10 44
Zweibrücken ab 643, 1113, 1740, 5 56, 7 18
St. Ingbert ann.... 729, 12 —, 115, 689, 838
Zweibrücken⸗Homburg.

Zweibrücken ab 546,7 7, 1054, 12 28,4 5, 625, 880
Homburg ann. 611, 732, 1118, 1258, 480, 650, 8 55
Homburg⸗Zweihrücken.

Homburg ab. 624, 920, 1130, 110, 447, 7 —, 105
(gò 4, 81147, 1i 27, 834, 81717, 1022, in Einod
nach St. Ingbert umsteigen.)

Zweibrücken an 649. 939. 1155, 135. 512, 7 25, 1030

JIriedensfeier.
Am Sonntag den 15. Mai, Abends 8 Uhr findet zur
Frinnerung an den, am 10. Mai 1871 zu Frankfurt a. M. un—
erzeichneten Frieden im Oberhauser'schen Saale eine
[
ttatt, wozu hiermit die gesammte Einwohnerschaft von St. Ing⸗
hert und Schnappbach freundlichst eingeladen wird.
Das Comité6.
Die Badeanstalt
ist von heute an täglich geöffnet. —
St. Ingabert, den 13. Mai 1881.
RNichael Klug.
2* — — ——— — —
Geschäfts-Empfehlung.
Geehrtem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste
Anzeige, daß ich in meinem Hause in der Vfarrgasse mein Ge—
hHäft als
Magelschmied
rrichtet habe und halte mein Fabrikat in Hufnägel, Band⸗
ind Schloßnägel, alle Sorten Sohlnägel ꝛc. in guter
Qualität zu den billigsten Preisen, zu geneigter Abnahme bestens
mpfohlen.
Peter Seel.
dDrud und Berlag von F. X. De meß in St. Inabert.
— Hierru für nusere Po st-Abonnenten „Allustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 20. *

i
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühhr. Anzeigen werden mit 10 B, don Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Neclamen mit 80 4 vro Zeile berechnet.
R7.

Sonntag, den 15. Mai

I8sl.
Deutsches Neich.

GBayerischer Landtag.) In der AbgK. beantragte
n der Sitzung vom Donnerstag bei der Beraihung der Rüd—
iußerung der Kammer der Reichsräthe zum Kapitalrenten—
teuere Gesetzentwurf der Ausschuß die von dieser beschlossene
Erhöhung des Steuersatzes bei einer Jahresrente über 1000 Mk.
von 3*4 auf 4 pCt. abzulehnen. Abg. Strauß (inke) motivirt
und Abg. Walther (Rechte) unterstützt die Modifikation, denselben
Steuersatz von 4 pCt. bei einer Jahresrente von mehr als 5000
Mlk. eintreten zu lassen, um einen der Reichsrathskammer entgegen⸗
kommenden Gesammibeschluß über die Vorlage zu sichern. Louis,
p. Schlör, Daller und Brandenburg sprechen gegen den Antrag
des Abg. Strauß; die Kammer lehnt schließlich denselben und den
Beschluß der ersten Kammer ab, so daß der Steuersatz von 30 pCt.
für jede Jahresrente von mehr als 1000 Mk. wieder hergestellt ist.
Bei den übrigen wesentlichen Punkten wurden gleichfalls die früheren
Beschlüsse aufrecht erhalten und nur der Steuerbefreiung für die
den Behörden unterstellten Hilfs und Sparkassen zugestimmi. Der
zanze Gesetzentwurf wurde schließlich mit 125 gegen 15 Stimmen
angenommen.

München, 12. Mai. In den Einlauf der Kammer der
Keichsräthe gelangten Vorstellungen von dem Gemeinderath und
Bürgern der Gemeide Haardt, von Mitgliedern der Gemeinde
Winzingen, von dem Buͤrgermeisteramie Diedesfeld, von den Mit⸗
zliedern der Gemeinde Neustadt a/H., endlich von dem landwirth⸗
chaftlichen Bezirkskomite Landau, die Fabrikation bezw. Besteuer⸗
ung der Kunstweine betreffend.

Der 8. Ausschuß der Kammer der Reichsräthe hat den An⸗
rag bezüglich des siebenten Schuljahres berathen und ent—
prechend dem Antrag des Referenien, Reichsraths v. Dinkel, be⸗
chlossen, der Kammer zu empfehlen, dem Beschluß der Abgeord⸗
netenkammer nicht beizutreten. — Der Steuergesetzausschuß der
Reichsrathskammer hat bei der Berathung des Gesetzentwurfs über
zie Haus- und Grundsteuer den Antrag des Referenten Grafen zu
Irtenburg die höhere Besteuerung der Villen, Luxusbauten und
rFabriketablissements abzulehnen, angenommen.

Am Freitag sollte die zweite Lesung der Unfallversicher⸗
ungsvorlage in der betr. Reichstags-Kommission Sian finden.
Man hofft, die Wiederherstellung der Reichsversicherung durchzu⸗
etzen. Dr. Marquardsen behiell der nationalliberalen Partei die
kinbringung eines Antrages auf Wiederherstellung der Reichsver⸗
icherung ausdrüdlich vor. Derselbe bemerkle, daß durch die Lan⸗
)esversicherung den Einzelstaaten etwa mit Ausnahme von Preu⸗
zen eine unerträgliche Last aufgebürdet werden würbe. Man er—
nnert sich, daß Herr v. Lutz am 11. Februar d. J. bei Beant⸗
vortung der Interpellation Jörg die Frage der Reichs- oder Lan—
»esversicherung zwar unentschieden ließ, die letztere aber zugleich
als die ungleich kostspieligere bezeichnele.

Ausland.

Der „Temps“ bestätigt, daß dem Bey von Tunis am
12. ds. der Vertrag über die von Frankreich geforderten Bürg⸗
chaften vorgelegt werden sollte und fügt hinzu: „Wenn der Bey
iblehnt, so wird die Besetzung des Bardos und der —XXV
Tunis unverzüglich bewirkt werden.“

Die „Daily News“ bringen einen Privatbrief aus Rom,
emzufolge die dortige Polizei von einem geplanten Attentat auf
den König Humbert Kenntniß erhielt

Die Zustände in Irland gefialten sich mit jedem Tage be—⸗
denklicher, in Folge dessen hat die Regierung sich während der
etzten paar Tage nicht nur veranlaßt gesehen, über Dublin, sondern
uuch über Cork, Kilkenny und andere irische Städte und Ortschaften
»en Belagerungszustand zu verhängen. Dublin selbst war der
Schauplatz arger Skandale. Auf offener Straße wurden zwei junge
deute niedergeschossen, die im Verdacht standen, der Regierung eine
Waffen⸗Niederlage verrathen zu haben.

Mit den russischen Reformen wäre es also, wenn die
„Vat.«Zig.“ gut unterrichiet ist, wirklich nichts; Alexander LI.
oll sich vielmehr entschlossen haben, in der Weise seines Vaters
veiter zu regieren. Der Kaiser beweißt damu doß er in muthiger

Mann ist, der sich um die nihilistischen Drohungen nicht allzuviel
ümmert; ob er klug daran thut, ist allerdings eine andere Frage
ind die Zukunft wird lehren, ob sich die in einem am 12. dz.
erlassenen kaiserlichen Manifeste ausgedrückte Hoffnung verwirklichen
wvird. In dem Manifest erklärt der Kaiser, daß er die Regierung
übernommen habe im Glauben an die Kraft der Selbstherrschermacht,
velche der Kaiser für das Wohl des Volkes konsolidiren und
jegen alle Anfechtungen wahren werde. In dem Manifeste werden
ille treuen Unterthanen aufgefordert, treu und aufrichtig ihm und
dem Staate zu dienen, um dem Auslande gegenüber, den Rußland
nit Schande bedeckenden Rebellengeift auszurotien und den Glau⸗
ꝛen und die Sittlichkeit zu kräftigen und die Grundlage der Er—
iehung zu bessern.
Zermischtes.

x Bis zum 283. d. M. einschließlich liegen in jeder Gemeinde
die Wählerlisten für die Landtagswahl zur Einsicht auf.
Innerhalb der genannten Frist steht jedem Betheiligten das Recht
»er Einsprache zu. Volljährige Staatsangehörige, welche deim
Ztaate seit mindestens 6 Monalen eine direkte Steuer entrichten,
iber den Verfassungseid noch nicht leisteten, mögen nicht vergessen,
ich zur Ableistung dieses Eides vor dem Bürgermeisteramte ihres
Wohnortes einzufinden. Die Ableistung dieses Eides bildet die ge—
etzliche Voraussetzung der Zulassung zur Wahl als Urwähler; sie
vird bis einschlietzlich 23. d. M. durch Vermerk in der Wählerliste
irkundlich gemacht, und solcher Vermerk entbindet den Urwähler
im Tage einer Urwahl von der Beibringung eines besonderen
Nachweises der Eidesleistung.

F Diejenigen Angestellten der Pfälzischen Eisenbahnen,
velche bis 1. Juli 1881 25 Dienstjahre zurückgelegt haben und
Anspruch auf Auszeichnung erheben zu können glauben, werden
Seitens der Direktion aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um
Bermittelung ihrer Abtheilungsvorstände spätestens bis zum 15. Mai
bei der Direktion einzureichen.

F Mit Entschließung hoher kgl. Regierung vom 26. April
bhin ist der praktische Arzt Hr. Dr. Ost hoff in Zwei—
oörücken mit der Verwesung des Bezirksphysikates betraut wor⸗
)en, da der kgl. Landgerichtsarzt Ht. Dr. Rausch krankheitshal⸗
her seinen Dienst zur Zeit nicht versehen kann.

Am Donnerstag verunglückte der verheirathete Bergmann
dJakob Breit von Miftelbexbach in der preußischen Grube
König“ bei Neunkirchen, indem er waͤhrend der Arbeit von herab⸗
allenden Kohlenstücken erschlagen wurde. Derselbe hinterläßt eine
Bittwe mit 3 noch kleinen Kindern. In diesem Jahre ist Dies
chon der zweite Bergmann aus Mittelbexbach, der in derselben
Brube verunglückte.

Am 7. Mai l. Is. starb nach kurzem Krankenlager Pfarrer
zinn zu Speyerdorf, im Leben ein treuer Sohn der pfälz.
mirten Kirche und ein echter deutscher Mann. Daß sein Christen⸗
hum nicht in Worten bestand, sondern in der That, das bewiesen
zie Legate, die er letztwillig bestimmt, nämlich 20,000 Mtk. an die
Iniversität Straßburg (die Zinsen dieser Summe sollen zu Sti—
endien für pfälzische Theologie Studirende verwendet werden),
odann je 100 Mk. für die beiden pfälzischen Rettungshäuser, den
Justav⸗Adolph-⸗Verein, den Missionsverein, den Retscherverein und
die Pfarrtöchterkasse zu Speyer.

Vom 1. Juni ab werden die Orte Peppenkum, Riesweiler,
Seyweiler, Utweiler dem Postbestellbezirk von Medelsheim
ugetheilt.

F Ans München wird vom Donnerstag berichtet: In der
vergangenen Nacht trat hier wieder Schneefall ein, der bis Mittag anhielt.

F In Berlin hat sich am Mittwoch ein entsetzliches Fa⸗
miliendrama zugetragen. Eine Mutter hat sich und ihre drei Kinder
G, 4 und 2 J. alt) am Todtenbett ihres Mannes durch Kohlen⸗
unst getödtet.

F Bei den Hochzeits⸗-Festlichkeiten in Wien ist die Wittwe
des Hof⸗Baurathes Rösner, Frau Elise Rösner, eine Schwester des
hemaligen Botschafters Freiherrn v. Hübner, erdrückt worden. Es
ollen auch sonst noch Unglücksfälle vorgekommen sein.

—— Für die MNedactien veri ———
        <pb n="292" />
        v N 2
Geldlotlerie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
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o en
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zu Rohrbach werden nach⸗ Erinnerung an den, am 10. Mai 1871 zu Frankfurt a. M. un⸗
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei

age) erscheint woͤchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

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— J

Sonntag, den 135. Maaaa

1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) In der Abg⸗K. beantragte
in der Sitzung vom Donnerstag bei der Berathung der Rück—
iußerung der Kammer der Reichsräthe zum Kapitalreuten—
teu er-Gesetzentwurf der Ausschuß die von dieser beschlossene
Erhöhung des Steuersatzes bei einer Jahresrente über 1000 Mk.
„on 3*3 auf 4 pCt. abzulehnen. Abg. Strauß (Linke) motivirt

ind Abg. Walther (Rechte) unterstützt die Modifikation, denselben
Steuersatz von 4 pCt. bei einer Jahresrente von mehr als 5000
Mk. eintreten zu lassen, um einen der Reichsrathskammer entgegen—
ommenden Gesammtbeschluß über die Vorlage zu sichern. Louis,
o. Schlör, Daller und Brandenburg sprechen gegen den Antrag
des Abg. Strauß; die Kammer lehnt schließlich denselben und den
Beschluß der ecsten Kammer ab, so daß der Steuersatz von 3/ pCt.
ür jede Jahresrente von mehr als 1000 Mt. wieder hergestellt ist.
Bei den übrigen wesentlichen Punkten wurden gleichfalls die früheren
Beschlüsse aufrecht erhalten und nur der Sieuerbefreiung für die
den Behörden unterstellten Hilfs und Sparkassen zugestimmi. Der
zanze Gesetzentwurf wurde schließlich mit 125 gegen 15 Stimmen
angenommen.

München, 12. Mai. In den Einlauf der Kammer der
Keichsräthe gelangten Vorstellungen von dem Gemeinderath und
Bürgern der Gemeide Haardt, von Mitgliedern der Gemeinde
Winzingen, von dem Bürgermeisteramte Diedesfeld, von den Mit—
zliedern der Gemeinde Neustadt a/H., endlich von dem landwirth—
chaftlichen Bezirkskomite Landau, die Fabrikation bezw. Besteuer—
ing der Kunstweine betreffend.

Der 3. Ausschuß der Kammer der Reichsräthe hat den An—
rag bezüglich des siebenten Schuljahres berathen und ent⸗
prechend dem Antrag des Referenten, Reichsraths v. Dinkel, be—
chlossen, der Kammer zu empfehlen, dem Beschluß der Abgeord⸗
netenkammer nicht beizutreten. — Der Steuergesetzausschuß der
Reichsrathskammer hat bei der Berathung des Gesetzentwurfs über
die Haus- und Grundsteuer den Antrag des Referenten Grafen zu
Ortenburg die höhere Besteuerung der Villen, Luxusbauten und
Fabriketablissements abzulehnen, angenommen.

Am Freitag sollte die zweite Lesung der Unfallversicher⸗
ungsvorlage in der betr. Reichstags- Kommission Statt finden.
Man hofft, die Wiederherstellung der Reichsversicherung durchzu⸗
etzen. Dr. Marquardsen behielt der nationalliberalen Partei die
kinbringung eines Antrages auf Wiederherstellung der Reichsver⸗
icherung ausdrücklich vor. Derselbe bemerkte, daß durch die Lan—
)esversicherung den Einzelstaaten etwa mit Ausnahme von Preu⸗
zen eine unerträgliche Last aufgebürdet werden würde. Man er—
nnert sich, daß Herr v. Lutz am 11. Februar d. J. bei Beant—
wortung der Interpellation Jörg die Frage der Reichs- oder Lan—
desversicherung zwar unentschieden ließ, die letztere aber zugleich
als die ungleich kostspieligere bezeichnete.

Ausland.

Der „Temps“ bestätigt, daß dem Bey von Tunis am
2. ds. der Vertrag über die bon Frankreich geforderten Bürg⸗
chaften vorgelegt werden sollte und fügt hinzu: „Wenn der Bey
iblehnt, so wird die Besetzung des Bardos und' der Hauptstadi
Tunis unverzüglich bewirkt werden.“

Die „Daily News“ bringen einen Privatbrief aus Rom,
demzufolge die dortige Polizei von einem geplanten Attentat auf
»en König Humbert Kenntniß erhielt.

Die Zustände in Irland gestalten sich mit jedem Tage be—
nenklicher, in Folge dessen hat die Regierung sich während der
letzten paar Tage nicht nur veranlaßt gesehen, über Dublin, sondern
auch über Cork, Kilkenny und andere irische Städte und Ortschaften
»en Belagerungszustand zu verhängen. Dublin selbst war der
Schauplatz arger Skandale. Auf offener Straße wurden zwei junge
Leute niedergeschossen, die im Verdacht standen, der Regierung eine
Waffen⸗Niederlage verrathen zu haben.

Mit den russischen Reformen wäre es also, wenn die
Vat.«Ztg.“ gut unterrichtet ist, wirklich nichts; Alexander III.
oll sich vielmehr entschlossen haben, in der Weise seines Vaters
oeiter zu regieren. Der Kaiser beweist damit, daß er ein muthiger

Mann ist, der sich um die nihilistischen Drohungen nicht allzuviel
ümmert; ob er klug daran thut, ist allerdings eine andere Frage
ind die Zukunft wird lehren, ob sich die in einem am 12. ds.
rlassenen kaiserlichen Manifeste ausgedrückte Hoffnung verwirklichen
wird. In dem Manifest erklärt der Kaiser, daß er die Regierung
ibernommen habe im Glauben an die Kraft der Selbstherrschermacht,
velche der Kaiser für das Wohl des Volkes konfolidiren und
jegen alle Anfechtungen wahren werde. In dem Manifeste werden
ille treuen Unterthanen aufgefordert, treu und aufrichtig ihm und
»em Staate zu dienen, um dem Auslande gegenüber, den Rußland
nit Schande bedeckenden Rebellengeist auszurotten und den Glau—⸗
jen und die Sittlichkeit zu kräftigen und die Grundlage der Er—
iehung zu bessern.
Vermischtes. 575

F Bis zum 23. d. M. einschließlich liegen in jeder Gemeinde
zie Wählerlisten für die Landtagswahl zur Einsicht auf.
znnerhalb der genannten Frist steht jedem Betheiligten das Recht
er Einsprache zu. Volljährige Staatsangehörige, welche dem
7„taate seit mindestens 6 Monaten eine direkte Steuer entrichten,
iber den Verfassungseid noch nicht leisteten, mögen nicht vergefsen,
ich zur Ableistung dieses Eides vor dem Bürgermeisteramte ihres
Pohnortes einzufinden. Die Ableistung dieses Eides bildet die ge—
etzliche Voraussetzung der Zulassung zur Wahl als Urwähler; sie
vird bis einschlietzlich 28. d. M. durch Vermerk in der Wählerliste
irkundlich gemacht, und solcher Vermerk entbindet den Urwähler
im Tage einer Urwahl von der Beibringung eines besonderen
stachweises der Eidesleistung.

— Diejenigen Angestellten der Pfälzischen Eisenbahnen,
velche bis 1. Juli 1881 285 Dienstjahre zurückgelegt haben und
Unspruch auf Auszeichnung erheben zu können glauben, werden
Seitens der Direktion aufgefordert; ihre desfallsigen Gesuche um
ßermittelung ihrer Abtheilungsvorstände spätestens bis zum 15. Mai
»ei der Direktion einzureichen.

Mit Entschließung hoher kgl. Regierung vom 26. April
ibhin ist der praktische Arzt Hr. Dr. Ost hoff in Zwe i—s
»rücken mit der Verwesung des Bezirksphysikates betraut wor⸗
»en, da der kgl. Landgerichtsarzt Hr. Dr. Raussh krankheitshal⸗
jer seinen Dienst zur Zeit nicht versehen kann. e

Am Donnerstag verunglückte der verheirathete Bergmann
dakob Breit von Mittelberbach in der preußischen Grube
König“ bei Neunkirchen, indem er während der Arbeit von herab⸗
allenden Kohlenstücken erschlagen wurde. Derselbe hinterläßt eine
Vittwe mit 3 noch kleinen Kindern. In diesem Jahre ist Dies
chon der zweite Bergmann aus Mittelbexbach, der in derselben
ßrube verunglückte.

Am 7. Mai l. Is. starb nach kurzem Krankenlager Pfarrer
zinn zu Speyerdorf, im Leben ein treuer Sohn der pfälz.
mirten Kirche und ein echter deutscher Mann. Daß sein Christen⸗
hum nicht in Worten bestand, sondern in der That, das bewiesen
zie Legate, die er letztwillig bestimmt, nämlich 20,000 Mk. an die
lniversität Straßburg (die Zinsen dieser Summe sollen zu Sti—
endien für pfälzische Theologie Studirende verwendet werden),
odann je 100 Mt. für die beiden pfälzischen Rettungshäuser, den
hustav⸗Adolph-Verein, den Missionsverein, den Retscherverein und
zie Pfarrtöchterkasse zu Speyer.

F Vom 1. Juni ab werden die Orte Peppenkum, Riesweiler,
Seyweiler, Utweiler dem Postbestellbezirk von Medels heim
ugetheilt.

Ans München wird vom Donnerstag berichtet: In der
vergangenen Nacht trat hier wieder Schneefall ein, der bis Mittag anhielt.

In Berlin hat sich am Mittwoch ein entsetzliches Fa⸗
niliendrama zugetragen. Eine Mutter hat sich und ihre drei Kinder
6, 4 und J. alt) am Todtenbett ihres Mannes durch Kohlen⸗
unst getödtte.

FBei den Hochzeits⸗Festlichkeiten in Wien ist die Witwe
»es Hof-Baurathes Rösner, Frau Elise Rösner, eine Schwester des
hemaligen Botschafters Freiherrn v. Hübner, erdrückt worden. Es
ollen auch sonst noch Unglücksfälle vorgekommen sein.

Fuür die Redaction verantwortlich: F. X. Deme .

——2 —
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        9 8 0 0 v —
Geldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130.000 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Sortlaufende Nummern.
Keine Serienziehung.

Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. K B. Schuler in Zweibrücken.
Loose à 1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert.
J 7 * * 2 8
vsgzpersteigerung. Friedensfeier. Friedensfeier.
Mai 1881, Rahmitage 5 uͤßr Die Einwohner der Stadt Am Sonntag den 15. Mai, Abends 8 Uhr findet zur
zu Rohrbach werden nach⸗ verden hiermit aufgefordert, zur Frinnerung an den, am 10. Mai 1871 zu Frankfurt a. M. un—
folgende Holzer aus den Schlä⸗ 8 Friedensfeier ihre lerzeichneten Frieden im Oberhauser'schen Saale eine
—äDDD 24 43
chen meistbietend versteigert: Das Comits6. sakt M—— Sir mion St. J
142 gemischte Stempelstangen; — — 5 statt, wozu hiermit die gesammte Einwohnerschaft von St. Ing—⸗
— — deute ag, 15. Mai hert und Schnappbach freundlichst eingeladen wird.
ehang,/ Erb“nnna meiner — — — — 22wiäÄ·
9 Ster buchen und birken Poen neueste Muster, unglaublich billig; Musterkarten ver—
Scheit; senden auf Wunsch franco und umsonst; aber nicht an Tape⸗
28 Ster verschiedene Prügel; —D
38 „ Krappen ur an Prvasseute, da es uns absolut nicht moglich, auf diese
sowie den Schlagabraum unglaublich billigen Preise und ausgezeichnet schöne Waare noch
im Pfeiferwald. Rabatt bewilligen zu können.
Rohrbach, 18. Mai 1881. Bonner Fahnonfahrik, Bonn a. Rhein.
Tas Bürgermeisteramt:
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M 78. Dienstag, den 17. Mai —1881.
ĩ — :-;ò —
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) In der Abgeordnetenkammer
wurde am 13. ds. das Gewerbsteuergesetz mit 105 gegen 33 Stim⸗
nen angenommen, einschließlich der mit 74 gegen 63 Stimmen
ingenommenen Modifikation des Beschlusses der Reichsräthe, daß
zei großen Etablissements, Aktienunternehmungen und Fabriken bei
erheblichem Minderertrag eine Ermäßigung des Tarifs eintrete.

(Bayerischer Landtag.) Die Kammer der Reichsräthe
rahm die Abänderungen der Grund- und Haussteuer (nach Ableh—
iung der Erhöhung der Arealsteuer für Luxusbauten und Fabriken)
in der Fassung der Abgeordnetenkammer an. — Freiherr v. Lotz⸗
zeck berichtete dann an Stelle des Bischofs v. Dinkel über die
Frage des siebenten Schuljahres. Er beantragte Ablehnung des

Zeschlusses der Abgeordnetenkammer, und dieser Antrag wurde ein⸗
ttimmig ohne Debatte angenommen.

Die Rückäußerung der bayerischen Abgeordneten⸗
kammer zu den Gesetzentwürfen über die Einkommen-, Capital—
ꝛenten⸗ und Gewerbesteuer wurde im Steuergesetzausschuß der Kam—
ner der Reichsräthe bereits berathen. Der Ausschuß empfiehlt in
der Hauptsache: 1) auf der durchgängigen Befreiung des Ein—
tommens unter 400 Mk. von der Steuer nicht mehr zu beharren;
dagegen nach Art. 11 folgenden Art. 114 einzustellen: „Perso—
aen, welchen nicht ohnehin eine Befreiung von der Einkommen⸗
teuer nach Maßgabe des Art. 11 zusteht, ist eine solche auf An—
trag zu gewähren, wenn deren unter das gegenwärtige Gesetz fal⸗
ende Einkommensbezüge den Jahresbetrag von 400 Mk. nicht
aͤbersteigen und dieselben nicht nachweislich oder amtsbekannt au—
zer diesem Einkommen noch ein weiteres jährliches Einkommen
»on wenigstens 150 Mk. beziehen; 2) in dem Capitalrentenstener—
jesetz an dem Steuersatz von 4 pCt. (statt 312 pCt.) bei einer
Jahresrente von mehr als 1000 Mk. festzuhalten.

Dem bayerischen Staatsminister Dr. v. Lutz wurde das
Sroßkreuz des preußischen rothen Adleroördens verliehen.

Der Bundesrath hat die Vorlage, betreffend Einführung
zines Traubenzolls von 15 Mark und Erhöhung des Mehlzolls
»on 2 auf 3 Mark angenommen.

Berliner Nachrichten zufolge liegt es in der Absicht der
Reichsregierung, demnächst eine Commission von auf dem
Bebiete des Genossenschaftswesens praktisch erfahrenen Männern
ind von Beamten des Reichs-Justizamtes und des Reichsamts des
Innern einzuberufen, welche eine Revision des Genossenschaftsge—
etzes vorbereiten soll. Bereits im Jahre 1878 hat die Reichs-
ꝛegierung den Anträgen des Abg. Schulze⸗-Delitzsch gegenüber eine
»ahin gehende Erklärung abgegeben.

Auf ein von Bürgern in Barop (Westphalen) am Gedenk—
age des Frankfurter Friedens an den Fürsten Bismarck ge—
richtetes Huldigungstelegramm ging eine Antwort ein, in der es
nach dem Dank für die Begrüßung heißt: „Zu meiner Freude
jaben wir Aussicht auf weitere ungestörte Fortdauer des Friedens.
. Bismarck.“
Ausland.

Aus Paris, 185. Mai, berichtet das „Mont.⸗Bl.“: Die
Nachricht, daß Fürst Bismarck in Rom gegen den italienischen
Antrag: zur Regelung der Tunisfrage einen Kongreß einzuberufen,
nergisch Verwahrung eingelegt hat, macht hier außerordentlichen
kindruck. Zwar schweigen alle Journale bis jetzt diese Thatsache
odt, aber in maßgebenden französischen Kreisen macht man kein
dehl aus der Freude nund glaubt erst jetzt ganz sicher zu sein,
»aß keine Verwickelungen entstehen werden.

Der französische Minister des Auswärtigen erhielt Tele—
zcamme aus Wien, Petersburg und Berlin, worin von diesen drei
dabineten die gute Aufnahme des Vertrages zwischen Frankreich
ind Tunis bezeugt wird. Im Auswärtigen Amte erwartet man
⸗on Seiten Italiens und Englands eine gewisse diplomatische Aktion
ind glaubt, daß die Kabinete von Rom und London besonders
lufschlüsse über Biserta verlangen werden; Frankreich wird jedoch
eine Verpflichtung in Bezug auf diesen Hafen übernehmen, welcher
er Schlüssel Tunesiens sei.

3wischen Frankreich und dem Bey von Tauis ist

etzt die Abrechnung beendet. Der Letztere hat die französischen
Bedingungen acceptirt. Der von ihm unterzeichnete Vertrag sichert
Frankreich das Recht zu, diejenigen Stellungen zu besetzen, welche
die französischen Militärbehörden für nothwendig erachten zur Auf⸗
cechterhaltung der Ordnung und Sicherheit an den Grenzen und
in den Küsten. In politischer Beziehung garantirt die franzö—
ische Regierung dem Bey Sicherheit für seine Person, seine Staa—
en und seine Dynastie. In Bezug auf Europa betrachtet sich
die französische Regierung als Garanten der gegenwärtig zwischen
der Regentschaft Tunis und den anderen europäischen Mächten be—
tehenden Verträge. Der Bey verpflichtet sich, in Zukunft keine
nternationale Verträge ohne vorangegangenes Einverständniß mit
der französischen Regierung abzuschließen. Die diplomatischen
Agenten Frankreichs werden die Wahrnehmung der tunesischen In—
eressen nach Außen übernehmen. Das Finanzsystem der Regier—
ing des Bey wird von Frankreich im Einvernehmen mit dem Bey
zeregelt, um eine bessere Verwaltung der Regentschaft zu sichern.
kine weitere Convention wird die Ziffer und Art der Erhebung
zer Kriegs⸗Contributionen, welche auf die nicht unterworfenen
S„tämme entfallen, regeln, für welche sich die Regierung des Bey
ils Garanten betrachtet. Endlich verpflichtet sich der Bey, die
kinfuhr von Waffen und Munition, welche eine stete Gefahr für
Algier sei, von der tunesischen Küste aus zu verhindern. (Im
rund genommen ist der Bey damit mediatisirt.)

Petersburg, 16. Mai. Das Entlassungsgesuch des
grafen Loris Melikoff ist angenommen. Der bisherige Domainen—
ninister Ignatieff übernimmt das Ministerium des Innern.

In gewohnter Weise sucht jetzt die türkische Diplomatie mit
illerlei Winkelzügen die griechische Grenzfrage zu verschleppen. Es
cheint dies fast eine neue Auflage der Dulcigno⸗-Angelegenheit
eligen Angedenkens werden zu wollen. Hoffeutlich wird sich die
uropäische Diplomatie nicht noch einmal an der Nase herum—
ühren lassen.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 16. Mai. GGFrie densfeier) Die
wn dem Kriegerverein angeregte Gedenkfeier des Frankfurter
zriedensschlusses fand bei der hiesigen Bevölkerung eine sehr bei—
ällige Aufnahme. Das bewies uns gestern Abend der außer—
Identlich zahlreiche Besuch der Réunion. Gegen 500 Personen,
die allen Ständen der hiesigen Bevölkerung angehörten, wareu der
finladung gefolgt und fast fehlte es an Platz. Der Verlauf der
steunion war ein sehr würdiger. Instrumentalpiécen, recht gut
usgeführt von der hiesigen Stadtkapelle, Gesangvorträge (allge⸗
neine Chöre, Gesammt- und Einzel⸗-Chöre) Flötensolos und Toaste
vechselten in bunter Reihenfolge ab. Die Festrede hielt Herr
). Fischer, J. Vorstand des Kriegervereins. In kurzen Zügen
edachte er der Jahre 1870 u. 71 und der Errungenschaften des
rzrankfurter Friedens für Deutschland. Er schloß mit einem Hoch
uf S. M. Kaiser Wilhelm J. und S. M. König Ludwig U.,
enen nächst Gott der für Deutschland so ehrenvolle und glückliche
Abschluß jener denkwürdigen Periode zu danken sei. Toaste folgten
noch im Laufe des Abends auf das deutsche Herr, auf Reichskanzler
zismarck und Feldmarschall Moltke, auf die deutschen Frauen u. s. w.
zon imposanter Wirkung waren die Gesammtchöre, gesungen von
en aktiven Mitgliedern des Musikvereins, des Casino, der Gemüth—
ichkeit und des Gewerbevereins. Schon war Mitternacht vorüber,
ils die letzte Nr. des reichhaltigen Programms verklungen war
ind der Saal sich zu leeren begann. Noch lange aber werden die
kheilnehmer der angenehmen Stunden gedenken, zu denen sie diese
rriedensfeier zusammengeführt hatte.

* St. Ingdert, 16. Mai. Als Vertreter der hiesigen
rotestantischen Kirchengemeinde zur Diozesansynode wählte das
Zresbyterium in seiner gestrigen Sitzung den früheren Presbyter
derrn Thomas Koch von Schnappbach. — In Ens—
seim wurde als Vertreter Herr Kaufmann E. Orth von da
jewählt.

*— In einer Versammlung am Samstäg Abend nahm der
sier bestehende Zweigverein des Pensionsvereins „Badaria“ zu
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        mehreren Anträgen, mit denen sich die am Pfingsimontag nächsthin
in München siattfindende Generalversammlung des Hauptvereins
beschäftigen wird, Stellung und übertrug sodann durch Wahl das
Delegirtenmandat zur Generalversammlung Herrn Lehrer J. Sam—
ter von hier.

Das neue Anlehen der Stadt Annweiler im Betrage
von 49,000 Mark ist überzeichnet worden. Mit diesem Anlehen
zahlt die Stadt das fünfprozentige frühere Anlehen zurück und
jpart damit, da das neue nur zu 490 aufgenommen wurde, jähr—
tich 490 Mk.

4 Ein trauriger Vorfall ereignete sich in Edesheim.
Zwei Knaben im Alter von fünf und sechs Jahren spielten mit
einander das sogenannte Pferdsspiel, wobei dem einen Knaben ein
Seil um den Hals geschlungen und dasselbe an einem am Rand
eines Grabens stehenden Stein befestigt wurde. Zufällig glitt
nun der Knabe aus, rutschte den Graben hinunter und dabei zog
sich die Schlinge des Seiles zu. In der Nähe befindliche Kinder
glaubten, er schlafe, und riefen die Mutter des Knaben, um die—
sen nach Haus zu bringen; aber leider fand sie ihn bereits er—
starrt. Auf den Schrei der Mutter eilten Nochbarsleute hinzu und
gelang es sofort herbei geholter ärztlicher Hilfe, ihn nach 1*2
Stunden wieder zum Bewußtsein zu bringen, doch ist wenig Hoff⸗
nung vorhanden, ihn am Leben zu erhalten.

4In Speyer starb am 14. Mai ganz unerwartet Kreis—
hauraih Emil Morgens in Folge eines Schlaganfalls.

Vor ungefähr vier Wochen nahm der Bäcker Valentin Gropp
in Neckarhausen nach eingenommener Mahlzeit eine schon
gebrauchte Stahlfeder, um sich damit seine Zähne zu reinigen.
Dabei vberletzte er sich das Zahnfleisch, daß es zu bluten anfing
Es entstand nun eine Eiterung. Einige Zähne wurden gezogen,
sogar mußte ihm das Zahnfleisch aus dem Mund gelöst werden
Jeßt ist derselbe an Bluwwergiftung gestorben.

Das Gesetz für den vormaligen norddeutschen Bund über
die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsange-
hörigkeit vom 1. Juni 1870 wurde am 22. April 1871 als
Rteichsgesetz in Bayern eingeführt, woselbst es am 18. Mai
1871 in Kraft getreten ist. Der 8 21 dieses Gesehes bestimmt,
daß ein Deutscher, der sich 10 Jahre ununterbrochen im Auslande
aufhält, dadurch das deutsche Indigenat verliert. Mit dem 18.
ds. Mis. äußert nun diese Bestimmung für solche Bayern, welche
bor 10 Jahren das Reichsgebiet verlassen haben und seitdem in
dasselbe nicht wieder zurückgekehrt sind, zum ersten Male ihre
praktische Wirkung, was insoferne von Bedeutung ist, als mit dem
Verlust der Staatsangehörigkeit das Aufhören der Verpflichtung
zum Militärdienste verknüpft ist und demnach eine Bestrafung der—
senigen Individuen, welche ihrer Militärpflicht noch nicht Genüge

geleistet und auf Grund der oben bezeichneten gesetzlichen Bestimm⸗
ung von heute ab ihre deutsche bezw. bayr. Staatsangehoͤrigkeit
verloren haben, nicht mehr stattfinden kann.

Gchlit tenfahrt.) Es gehört gewiß zu den Selten-
heiten, wenn im „Wonnemonat Mai“ Schlittenfuhrwerke passiren
und der Weg für Fußgänger mittelst Schneepfluges gangbar ge—
macht wird, wie dies am 12. Mai heuer in Traunstein
Oberbayern) der Fall war. Der Schnee liegt an manchen Stel—
len L1U Meter tief und können sich die ältesten Leute an eine
derartige Schneemasse in der gegenwärtigen Jahreszeit nicht er—
innern.

Wie aus Wien berichtet wird, hat das Gericht in der
bekannten Ott'schen Millionen-Erbschaftsangelegenheit entschieden,
daß sämmtliche Erbschafts-Kandidaten — es sind deren mehr als
400 — einzeln zu vernehmen seien. Wir können dem mit dieser
Riesenaufgabe betrauten Beamten unser aufrichtiges Mitleid nicht
odersagen.

F (Weibliche Aerzte.) Aus dem nmedizinischen Frauen—
rollege in Philadelphia sind seit dessen 30jährigem Bestande
276 weibliche Aerzte auf die leidende Menschheit losgelassen worden,
von denen jetzt noch 244 am Leben sind. An diese hat die jetzige
Vorsteherin der Anstalt, Dr. Rachel Bradley, Fragebogen mit dem
Ersuchen geschickt, die Damen möchten ihr Auskunft über ihren
Erfolg, ihr Einkommen und den Einfluß ihres Berufszweiges auf
ihre Pflichten als Gattinen und Mütter ertheilen. 181 Doktorinen
haben die Anfragen entweder ganz oder theilweise beantwortet,
von denen 30 sehr bald ihrer Praxis den Rücken kehrten, während
von den übrigen 151 sich nur 98 fortwährend der Behandlung
don Frauenkrankheiten widmeten oder Beschäftigung in Frauenho—
pitälern fanden; zwei von ihnen erhielten Anstellungen, als städt⸗
ische Aerzte. Was das Einkommen anbetrifft, so haben von den
244 Doktorinen nur 76 Auskunft gegeben; 4 berichten, daß
sie eine Jahreseinnahme von 15— 20,000 Dollars hätten, 24
ichätzten sich auf 1000 -2000 Doll., 5 auf weniger als 1000 Doll.
und die übrigen auf 2000 -4000 Doll. ab; das Durchschnitts-
einkommen eines weiblichen Arztes würde sich demnach auf
2,900 Doll. beziffern. Die letzte Frage wurde von 53 Damen
zeantwortet; 83 erklärten, ihr Beruf sei ihnen ein Hinderniß zum
EFingehen einer Ehe gewesen, 43, sie seien gut verheirathet und ihre
Praxis habe eine günstige Einwirkung auf ihr Familienleben ge—
habt, 7, daß ihr Beruf ihnen die Annehmlichkeiten des Familien—
lebens vergällt habe, und eine Dumme gestand offenherzig, daß ihre
Ehe eine unglüclliche sei.

Flr die Redaction verautwortlich: F. X. Deme z8.

—— —— ————————— ———
Der Krieger⸗Verein St. Ing⸗
bert spricht den Vereinen,
welche bei der vorgestrigen Frie⸗
densfeier mitgewirkt haben,
hiermit seinen herzlichen Danl
aus. Fischer,
J. Vorstand.

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3 * — —2 —2 —
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535558 5523838 5235 *
25 ——— — 52532538 — 85 —A—

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35 A —5557 32535 233235 123
37 573338 7* .5.,5 5532* 325558 7334 J 25* A
2* — 25.3* 555 *25 55 53758 38 —A—
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2 55 —235 —— 3 — 8275 35 —A
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8 33 * 553 55 *53 8 — —? 2
5*5 3533 — — — Ss3 5*
55 ——— * —— — ——
8 * 8 —— 8 22 —3— EM —358 —— —F 58* — 2
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— S — —— —A 32z — 588 — 8 353587 O 2. —* —— —
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8 * * 2* 2* — 8 — 22 *
* — —A 8 2 880 2 *82 ——— — D 238
* E* ——— —7 ——— — XX —— 32 Z223 — E 5 2588
8To 2 8 55* 2 22 2 — 223 * 17*8 — 5522
— 52 335 * * d; * — —A — ———— —
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5 5 2 — Z35 25 — — * 5*2
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2 25— * 5;38 — —— 2 * —— — —— 2 —e—— 2 2 253537
2 255 — — — 2 2 5— 3*8 2 8 — —2
8 235 8208 5 53235 * z—z3357 —2 — — —
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        8* . Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlich

2 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschriset oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 79. Dounerstag, den 19. Mai

slevch khack outabi WatdMÄÄ ÛαQααôä!Mcm
1881

Deutsches Neich.

(Bayerischer Landtag.) Wie zur Zeit bestimmt, soll
ne feierliche Schließung des Landtages und zwar durch den Prin—
jen Luitpold als hierzu von Sr. Maj. dem König bevollmächtigt,
sommenden Samstag Nachmittag mit dem üblichen Ceremoniell im
Sitzungssaal der Abgeordnetenkammer stattfinden. Zur Berathung
des hierbei zu verkündenden Landtags-Abschiedes wird am Don—
zerstag (heute) eine Sitzung des Staatsrathes stattfinden.

Der Reichstag hat die Vorlage betr. Brausteuer,
jon der übrigens Bayern nicht berührt würde, abgelehnt.

Der Gesetzentwurf über Einführung zweijähriger Bud—
getperioden ꝛc. beschäftigte am Montag den Reichslag in drit—
er Lesung. Die zweijährigen Budgetperioden fanden wieder keine
gnade vor seinen Augen; dagegen wurde die von der Reichsre—
jerung beantragte Verlängerung der Legislaturperiode (Dauer des
Randats der Abgeordneten) von drei auf vier Jahre mit 155
jegen 122 Stimmen angenommen, und zwar bildete sich die Mehr—
seit aus den beiden conservativen Parteien und dem größeren
kheil des Centrums. Weiter wurde der neulich von Bennigsen
gestellte Antrag, daß der Reichstag alljährlich auf den October
einberufen werden solle, mit 147 gegen 132 Stimmen angenom—
men; hier setzte sich die Mehrheit zusammen aus den National⸗
iiberalen, den Secessionisten, der Fortschrittspartei, den Socialde—
nokraten und einem Theil des Centrums. Und als es nun zur
Abstimmung über den ganzen so construirten Gesetzentwurf kam,
wurde derselbe fast einstimmig abgelehnt, weil die eine Hälfte dem

Einen, die andere dem Andern nicht recht war. Angenommen
wurde dagegen der vom Abg., Rickert gestellte Antrag, den Reichs—
kanzler zu ersuchen, er wolle dahin wirken, daß in Zukunft der
Voranschlag des Reichshaushalts eher festgestellt werde, als die
boranschläge für den Haushalt der Einzelstanten. Aber wie das
machen, wenn weder der Reichstag frühzeitiger berufen wird (das
wvollen die Regierungen nicht), noch eine zweijährige Budgetperiode
ür den Reichshaushalt beliebt wird? Cetztere will die Reichs—
agsmehrheit nicht.)

Ueber den Regierungsbezirk Pfalz wird in dem Jahres—
hericht des kgl. Fabrikinspectors für 1880 Folgendes
nitgetheilt: „Von den revidirten 223 gewerblichen Anlagen hat—
en 46 Kranken⸗Unlerstützungs-Kassen, und zwar wurden solche
borzugsweise in den größeren Fabriken angetroffen, während die
rebidirten 85 gewerblichen Anlagen mit 1 bis 10 Arbeitern keine
olche Einrichtungen besaßen. Die vorhandenen Kranken⸗Unter—
tützungs⸗Kassen gewähren freie ärztliche Behandlung und freie Arz⸗
iei, sowie bis zur Dauer von 6 Monaten Unterstützungsgelder,
die gewöhnlich nach Klassen abgestuft sind. Die Beiträge der Ar—
beitgeber machen meistens 4 bis 2 des Gesammtbeitrags der
Arbeiter aus. Einige vorhandene Sparkassen werden wenig be—
nutzt, dagegen halten mehrere Fabriken, z. B. ein großer Theil
der Schuhfabriken in Pirmasens, ihren Arbeitern einen bestimmten
Theil des Lohnes ein, über den die Eigenthümer nach Bedarf von
Zeit zu Zeit verfügen können, falls sie ihn nicht bis zum Ende
des Jahres stehen lassen. Altersversorgungs- resp. Pensionskassen
inden sich namentlich in folgenden Elablissements: Zuckerfabrik
Frankenthul, Kammgarnspinnerei Kaiserslautern, Eisenwerk Kaisers—
autern — diese sämmtlich ohne Beitragspflicht der Arbeiter. In
den Eisenwerken der Gebrüder v. Gienanth in Kaiserslautern wer—
den alte Arbeiter in der Weise pensionirt, daß sie freie Wohnung
und Geldunterstützungen bis zu je 80 Mk. im Monat erhalten.
Fombinirte Hilfss und Krankenkassen mit einem s bezw. der
Sesammtleistung der Arbeiter erreichenden Beitrag der Arbeitgeber
bestehen auf dem Eisenhüttenwerk der Hrn. Gebr. Krämer in St.
Ingbert und der Draht-, Ketten- und Stiftenfabrik von Roth,
Zeck und Schwinn in Irheim bei Zweibrücken. Eine gleichartige
Sinrichtung der Papiermache-Waaren-Fabrik von Gebrüder Adten
Ensheim wird lediglich durch Beiträge der Arbeiter unterhalten,
dagegen zahlt die Hälfte des Jahresbeitrags der Arbeiter zu einer
derartigen Kasse die Actien-Glashütte St. Ingbert. Tie 4 letz⸗
ceren Kassen sind Zwangskassen. Vorübergehend wird der vorzüg⸗
ichen Wohlfahrtsanstalten der vom Fabrikinspector damals noch
nicht besuchten Anilin⸗ und Soda-Fabrik in Ludwigshafen (mit
1500 Arbeitern) gedacht. Alle oben genannten und noch andere
Fabriken besitzen auch noch meistens sonstige Einrichtungen zu
Bunsten ihrer Arbeiter, wie z. B. Consumvereine, Badeanstalten,
Familien-Wohnungen. Ein Hosgpital unterhalten die Hrn. Gebr.
trämer in St. Ingberi.“

Eine groößere Anzahl Gemeinderäthe der Pfalz hat die
Anschaffung der neuen Volksschul-Lesebücher auf Gemeindekosten
beschlossen.

Das diesjährige Aushebungsgeschäft wird in Zweibrü—

cken am 23., 24., 25. und 27. Juni vorgenommen.
7 Dem Vernehmen nach hat Se. Kgl. Hoheit Prinz Lu d—
wig von Bayern gelegentlich seiner demnähhstigen Anwesenheit
in der Pfalz auch Zweibrücken einen Besuch zugedacht, der
wahrscheinlich auf Dienstag 1. Juni fallen wird.

F In Kusel wird am nächsten Sonntag der 12. Verbands-
tag der pfälzischen Kampfgenossenschaft abgehalten. Laut der Ta⸗
gesordnung werden die Verhandlungen u. a. betreffen den Vertrag
mit der Feuerversicherungsgesellschaft (derselbe hat im letzten Jahr
dem Verband fast 370 Mk. eingetragen, welche nur zu Unter—
ttützungen verwendet werden), den letzthin in Frankfurt a. M. ab⸗
gehaltenen deutschen Kriegercongreß und die Errichtung eines Denk—
mals für die bei Wörth gefallenen Bayern.

Der Ausschuß des pfalzischen Schützenbundes, welcher vo—
rigen Sonntag in Neustadit versammelt war, hat beschlossen,
‚um 7. deutschen Bundesschießen in München zwei Threngaben,
ede im Werth von 150 Mk., zu spenden. Aus der Pfalz wer⸗
den etwa 150 Schützen zusammen nach München gehen.

F In Worms wurden drei Landstreicher verhaftet, die
außer einigem Silbergeld zusammen etwa 21 Pfund Nickel- und
Zupfermünzen besaßen.

In Heidelberg lebte der Besitzer des Gasthauses
„„um Engel“ ehelichen Zwistes wegen getrennt von seiner Frau,
Tochter eines Forstbeamten aus Ktirchheimbolanden. Am 16. Mai
var dieselbe mit ihrem Bruder dort. um auf qütlichem Wege eine

Ausland.

Der französische Senat nahm in zweiter Berathung das
hesetz über die vollständige Unentgeltlichkeit des Elementar-Unter—
achts mit 166 gegen 94 Stimmen an.

Der „Temps“ meldet aus Madrid: In politischen und
militärischen Kreisen hält man jetzt den Augenblick sür gekommen,
um Marocco unter das Protektorat Spaniens zu stellen.

Am Montag Abend um 5 Uhr fand zu Petersburg ein
Fähnrich unter der Steinbrüde, am Landungsplatze der Dampf—
chiffe in der Straße, welche zu dem Bahnhofe von Zarskoje-Selo
Lustschloß des Kaisers) führt, eine mit 57 Pfund Vulver gefüllte
Rine.

Die Judenverfolgungen im Süden von Rußland dauern
sort. Der Gouverneur von Odessa meldet den Ausbruch von Un—
cuhen aus Odessa, Losowa, Romm, Wolotschisk, Smela u. s. w.

—
Vermischtes.

* St. Ingbert, 18. Mai. In heutiger Schöffen—
iitzung kamen folgende 5 Fälle zur Verhandlung und Abur-⸗
heilung: Ein junger Mensch von Rohrbacher⸗Glashütte wurde
degen Betrugs und Unterschlagung zu einer Gesammtgefängniß—
srafe von drei Monaten und ein Bursche von hier wegen zweier
diebstähle zu einer Gesammtgefängnißstrafe von vierzehn Tagen
derurtheilt. Der Vater dieses Burschen, welcher wegen Nichtab—
haltens seines Sohnes vom Diebstahie angeklagt war, wurde als
nicht überführt freigesprochen. — Von drei der gemeinschaftlich ver⸗
ibten vorsäßlichen Koörperberletzung beschuldigten hiesigen Burschen
durden zwei unter Annahme mildernder Umstände zu je vierzehn
Tagen Gefängniß verurtheilt und einer als nicht überführt frei—
zesprochen. — Ein Fall wegen Diebstahls mußte, da die Vorla—
dung den Angeklagten nicht erreichte, ausgesetzt werden.

*St. Ingbert. Als Curiosum kann mitgetheilt werden,
daß bei der Ausständeversteigerung einer hiesigen Fallitmassi
5777b M. 76 Pf. zu 538 M. Rugeschlagen wurden,
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        Ehescheidung herbeizuführen. Zur Berathung ging man in den
zweiten Stock. Ploßlich knallte ein Schuß, und als man nachsah,
ag der Besitzer des Gasthauses „juum Engel“ mit durchschossenem
GBenick auf dem Boden. Erst später ergab sich, daß der Bruder
der Mörder ist.

4 Verflossene Woche sollte in Frankfurt einer Wittwe
gepfändet werden. Die Forderung betrug 40 Mk. Sie bot, um
den Verlauf aufzuhalten, zwei Mark als Abschlagszahlung, worauf
man nicht einging. Die damals schon kränkelnde Frau, welche die
größte Roth erheuchelte verstarb und hinterließ in Depositen auf
der Bank 80,000 Mtk. und in Baar 10,000 Mk.

4Vom General v. der Tann wird erzählt: Als in der
Schlacht von Wörth Jemand aus seiner Umgebung auf einen ge⸗
fallenen befreundeten Offizier hinwies, sagte ernst der Comman⸗
dirende: „Erst wollen wir siegen, dann unsere Todten beweinen!“
Bekannt sind die leidenschaftlichen Angriffe der französischen Presse
auf das Verhalten der Bayern bei Bazeilles; weniger bekannt
dürfte sein, daß General v. d. Tann am Tage nach der Schlacht
»inige zwanzig Einwohner, welche mit den Waffen in der Hand
ergriffen worden waren, mit den Worten begnadigte: „Nach einem
solchen Siege will ich nicht richten.“

4 Die Sitzung des VII. ordentlichen Delegirtentages des
Bayerischen Veteranen⸗, Krieger⸗ und Kampfgenossenbundes
ändei am 5. Juni in München Statt.

Am NMontag den 23. d. findet im Staatsministerium des
Innern zu München eine Stiftung des Landesstiftungsrathes
der Wittelsbacher Landesstiftung statt. Auf der Tagesordnung
stehen: die Konstituirung des Landesstiftungsrathes, dann die Be—
schlußfassung über eine provisorische Geschaftsordnung und über die
Anlage und Verwaltung des Vermögens.

4 (Absit omen!) Der „Gießener Anzeiger“ berichtet: Wenn
für den Aufschwung unserer aima mater Ludoviciana im nüchsten
Semester die besten Hoffnungen gehegt werden, so finden dieselben
hre ausreichende Begründung in dem Umstande, daß nunmehr zu
deren Gunsten Himmel und Hölle wieder in Bewegung gesetzt
werden. Daß Dies in der That geschieht, geht klar hervor aus
der in voriger Woche vorgenommenen Verpflichtung der neu be—
rufenen Prosessoren, der nicht nur ein Engel, sondern sogar ein
Teufel assistirte. Als Assistent an der Veterinärschule wurde näm—
lich Herr Dr. Engel und als Assistent an der Entbildungsanstalt
Herr Dr. Teufel verpflichtet. Nicht ganz human erscheint es uns,
daß, während sich um das Wohl der Thiere ein Engel bemüht,
die Kinder beim ersten Eintritt in die Welt ohne Erbarmen vom
Teufel geholt werden.

— Von seltener Energie und Willenskraft eines Mannes legt
der folgende Fall, welcher in Juristenkreisen von Berlin viel

besprochen wird, Zeugniß ab. Unter den Kandidaten nämlich
welche sich an einem der jüngsten Tage zur Ablegung des münd.
lichen Assessor« Examens im Justizministerium einstellten, befand sich
auch ein bisheriger Gutsbesitzet in dem nicht mehr jugendlichen
Alter von 54 Jahren. Der genannte Herr gehörte in seine—
Jugendjahren keineswegs in die Kategorie der „ewigen Studenten“
Jjatte vielmehr bereits als 22jähriger junger Mann sein Referen.
»ariats-Examen hinter sich, mußte aber sodann gegen seinen Willen
auf Wunsch seines Vaters dessen Gut zur Bewirthschaftung über
nehmen. Mißernte verbunden mit den in den letzten Jahren un—
zünstigen Konjunkturen im Getreidehandel führten indeß seinen
Ruin herbei. Das Gut kam unter den Hammer, und der so
hatkräftige Landwirth nahm nun zur Sicherung seiner Existenz den
arsprünglichen juristischen Beruf wieder auf. Mit welcher Energi⸗
er daran ging, beweist sein glücklich bestandenes Assessor-Examen
zewiß am besten.

4F Einebesorgte Gattin. Als der vielfach vorbe
trafte H. A. Möser in Berlin wegen Diebstahls eines Damen,
nantels eben sein auf ein Jahr Zuchthaus, Ehrenverlust und Zu—
ässigkeit der Polizeiaufsicht lautendes Urtheil vernommen hatte, rief
eine Frau im Zuschauerraume: „Viel zu wenig! viel zu wenig!“
Frstaunt blickte sie der Vorsitzende, ein zwar strenger aber äußers—
iebenswürdiger Herr, an. „Ja, ja, Herr Präsident, viel zu wenig!“
iuhr die Frau fort, „ich muß es doch wissen, es ist ja — mein
eigener Mann!“

— In das Hauptpolizeiamt zu Civerpool (England) wurde
am 16. ds. kurz vor Mitternacht eine mit Dynamit gefüllte Röhre
hineingeworfen, die bei'm Explodiren erheblichen Schaden anrichtet⸗
und namentlich viele Fenster zertrümmerte. Menschen sind nich
derletzt worden.

F Aus New-York wird gemeldet: Die große Jury der
New-NYorker Bezirksgerichts erhob Anklage gegen die Kapitain—
mehrerer deutschen und englischen Dampfer wegen Beförderung einer
zrößeren als der gesetzlich gestatteten Anzahl von Passagieren.

Wie die „Times“ melden, hat sich eine für Mai unge⸗
voͤhnlich starke Hitze in den östlichen Staaten der Union eingestellt.
Bereits wurden häufige Todesfälle am Sonnenstich gemeldet; in
sew-York und Brooklmn allein haben deren sieben Stan
gefunden.
Dienstesnachrichten.
Forsteleve Zoller in Burglengenfeld ist zum Forstgehilfen beim Revier—
St. Ingbert ernannt worden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
a * J. * 4 —— vr J — ——
Geldlotlerie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130. 800 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende Rummern.
Keine Serienziehung.

Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. K B. Schuler in Zweibrücken
* V EF d .
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Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert. —
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Mittwoch, den 8. Juni, Vip 353.1 70 odol ad ile IIISCEI.
— E Saison-Erö J. Juni
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2* 2. * 33. — —— 2 2* — 8*828 3 57
25552 41433 532333 * 3 2*2333 *8
338 8 333603* 2552 5 22
2. .* —8 —A 25 — 23 22 —333 2 * 2*. *
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35335 „53 S⸗ 3533*2 5
55233 *2 8 3 2535755 55
—— 533 58 ——— 2538 33523 5
—— —— 2. 6 —E 7* ———553 5 —— — . *
38 —A 5533835 3353288 238
— 8 2 — * —A— 33238*
— —— —8 223 2327 5s55383 25 Fx ——
2*3 —553 23 —2 8 ⁊ 23 3 8. 55 — 728
* 3 523
73. 235. * 2553 93 58 * 8* 53888 8
3883 —623533 z5 953z2323 15888
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
der Et Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) iit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—
age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierieljährlich
4 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 60 H, einichließlich 20 4 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit, 30 S pro Zeile berechnet.
—
80
— — — ——

Samstag, den 21. Mai
1881.
—*
Deutisches Reich.

(Bayerischer Landtag.) In der Mittwoch-Sitzung der
Abgeordnetenkammer verlas der Präsident Frhr. v. Ow ein Schreiben
z30k. Staatsministeriums des Innern, inhaltlich dessen die feier—
sche Schließung der gegenwärtigen Landtagsversammlung am Sams⸗
sag den 21. ds. Mis. (also heute) vorgenommen werden wird.

Die bayerische Kammer der Reichsräthe beschloß
n ihrer Mittwoch⸗Sitzung, dem Beschlusse der Kammer der Ab—
eordneten bezüglich des Einkommensteuergesetzes zuzustimmen, so
zaß nunmehr über alle vier Steuergesetze Gesammtbeschluß besteht.

Aus Anlaß der endlichen Abtragung der baierischen Schuld
sat S. M. der König von Baiern dem griechischen Minister—
— Verdienstordens der
aier. Krone verliehen. Den Michaelsorden in verschiedenen Ab—
zufungen erhielten der griechische Finanzminister und verschiedene
idere griechische Beamte, sowie der Professor St. v. Streit an
xer Universität zu Athen.

Der Reichssstag hat den bekannten gegen die Weinfabri—
ation gerichteten Antrag des Dr. A. Buhl (Deidesheim) an eine
Jommission von 14 Mitgliedern verwiesen.

Die Kommission des Reichstags für das Gesetz gegen die
crunkenheit hat das Maximum der Strafe für die in 8 2 mit
ztrafe bedrohten Handlungen auf 3 Jahre Gefängniß oder 900 M.
estgesetzt. Am 17. ds. trat die Kommission in die zweite Be—
athung der Vorlage ein. In 8 1 wurde die Strafe für Den⸗
enigen, der in einem selbstverschuldeten Zustand ärgernißerregender
crunkenheit an öffentlichen Orten betroffen wird, auf Haft bis zu
Wochen oder Geldstrafe bis zu 60 M. (anstatt 100 M.) fest⸗
esetzt. Bei der dritten Verurtheilung binnen 8 Jahren steigt die
heldstrafe auf 130 M. Ist derselbe dem Trunk gewohnheits-
näßig ergeben, so muß auf Haft erkannt werden (wie der Gesetz⸗
entwürf auch wollte). Nach der in der Kommission herrschenden
Stimmung zu urtheilen, wird in der zweiten Lesung die vorher
abgelehnte Strafschärfung durch Schmälerung der Kost wieder auf—
genommen werden.

Der schwache Besuch der Mittwochs-Sitzung des Reichtags (es
waten nur etwa 180 Milglieder anwesend) hat, wie es heißt, den
bräsidenten des Reichtags in der Absicht bestärkt, die Arbeiten so
u beschleunigen, daß der Schluß der Session bis Pfingsten er—
solgt. Bis dahin sollen erledigt werden: das Unfallversicherungs-
gesetz, das Innungsgesetz, das Gesetz gegen die Trunkenheit, die
Abänderung des Gerichtskostengesetzes, die zweite Novlle zur Ge—
werbeordnung und das noch nicht eingebrachte Gesetz wegen Ab⸗
inderung des Zolltarifs (Zoll auf Trauben und Mehl). „Die
votschaft hör' ich wohl, allein es fehlt der Glaube.“

In Berliner hohen Regierungskreisen wird der Entwicke⸗
ung der Dinge in Rußland die gespannteste Aufmerkfambkeit zu
heil. Die Quellen für die Darstellung der dortigen Zustände
ließen an maßgebender Stelle in reichstem Maß, aber mit der Zahl
det Nachrichten steht der Inhalt nicht im gleichen Verhältnisse.
dieser bietet wenig trostreiche Aussichten. Das schlimmste ist, daß
den Kaiser jene Willenskraft zu verlassen scheint, die man ihm hier
jor allen anderen Eigenschaften zugetraut hatte. Er schwankt, und
denn er unter den Männern, die ihn umgeben, Umschau hält,
nann weiß er noch lange nicht, auf wen er sich mit seinem vollen
dertrauen stützen soll. Die schlimmste Frucht des Wißtrauens in
undere ist das Mißtrauen in sich selbst. Die Schuld liegt weniger
m dem Monarchen als in den Verhältnissen. Die Umgebung des
daisers ist so arm an Männern von Kopf und Herz, daß es fast
cheint, als habe der Egoismus mit allen redlichen und uneige—
aützigen Charakteren in den obigen Regionen aufgeräumt. Bon
Zerliner maßgebender Seite soll ein Einfluß auf den Kaiser
sdahin geltend gemacht worden sein, daß er wenigstens ein einheit⸗
iches Ministerium bilde mit einem Chef und einem bestimmten
drogramm. Unter diesen Verhältnissen gewinnen die Beziehungen
deulschlands zu Oesterreich⸗ Ungarn von selbst an Consistenz
ag in nächster Zeit wird man davon greifbare Beispiele sehen.
luch darin hat die innige Verbindung der beiden Regierungen ihre
zarantie auf Bestand, daß diese sich als die Hüter des monarchi⸗

schen Princips in Europa betrachten, und damit unausgesprochen
aber thatsächlich einen Beruf erfüllen, der eigentlich nicht erst durch
die von Rußland ausgehenden Anträge in Bezug auf das Ein—
cchreiten gegen das revolutionäre Treiben in Europa formulirt zu
verden brauchte. Für das zukünftige Verhältniß der beiden Staa-
en war die äußerst herzliche Aufnahme des Prinzen und der Prin⸗
essin Wilhelm am Wiener Hof kein ganz unwesentliches Symptom.
Das junge Paar kam mit besten Eindrücken zurück uud erstattete,
vie man vernimmt, bei seiner Rückkunft bei'm Kaiser ebenso wie
die Umgebung in der Gesellschaft von der Aufnahme am Kaiserhof
den günstigsten Bericht.

Die Verhängung des „kleinen Belagerungszustandes“ über
Leipzig, welche bei den neulichen Verhandlungen über die Ver—
ängerung des Sozialistengesetzes bereits in Aussicht genommen
var, scheint der Verwirklichung nahe zu sein. Die betreffenden
Vorbereitungen werden bereits sehr lebhaft betrieben.

Ausland.

Seit dem Jahre 1840, als Palmerstone Frankreich be⸗
drohte, er werde dessen Protegé, den Pascha von Egypten, ins
Meer werfen lassen, falls Ein französischer Soldat sich rühre, war
die Sprache nicht so gereizt und die Spannung zwischen Frankreich
uind England nicht so hervortretend, wie jetzt. Nicht nur konser⸗
»ative Organe und Parlaments-Mitglieder Englands verurtheilen
Frankreichs Handlungsweise und sprechen von Erpressung, von
äuberischer Gewalt und von einem „Schlag in das Antlitz Euro—
pas,“ sondern selbst das Regierungsorgan, die „Daily News,“
pricht von Frankreich als von einem „voleur de muit“ (nächtlichen
Findrecher). Die englischen Blätter betonen dabei, gerade Deutsch—
and werde sehr nahe davon berührt, daß Frankreich wieder streits
ustig und leichtsinnig geworden, wie es vor Sedan war, und daß
die Abenteuerpolitik in Frankreich wieder vorherrsche. Das Vor—
gehen Frankreichs sei ärger cynischer als „Jeckers bekannter Bond⸗
krieg“ in Mexiko. Europa könne unter der jetzigen französischen
Regierung wieder ebenso bedroht und beunruhigt werden, wie
anter Napoleon. (Und dies Alles wegen der französischen Weige—
rung den neuen Zolltarif zu Gunsten Englands zu ändern! Uns
will scheinen, als ob Frankreich für uns ein um so freundlicherer
Rachbar sein muß, je mehr es sich in Nordafrika engagirt.)

Die Zustände in Irland sind noch immer höchst unbe⸗
triedigender Ratur, obwohl täglich Verhaftungen von Agitatoren
dorgenommen werden. Am Samstag wurden in der Grafschaft
dildare sieben und in Kerry vier Landligisten verhaftet. Es be—
finden sich jetzt nahezu 100 „Verdächtige“ hinter Schloß und
Riegel. Nichtsdestoweniger nehmen die Agrarverbrechen beständig
zu, und es scheint, als ob die Zwangsakte ihren Zweck ven
fehlt habe.

In Sachen der griechischen Grenzfrage scheint das über⸗
aus energische Auftreten des deutschen Botschafters Grafen Hatz⸗
eldt einige Wirkung gehabt zu haben; doch setzt die Pforte ihre
Verschleppungstaktik fort. Der auswärtige Minister derselben
Assym Pascha ließ durchblicken, daß er von der tunesischen Frage
ind der durch dieselbe unter die europäischen Mächte gebrachten
Ineinigkeit Vortheile für die Pforte in der griechischen Angelegen⸗
seit hoffe, allerdings eine äüußerst bezeichnende Aeußerung. Man
nuß Alles zum Besten nehmen sagte der Mann, als er sich in
einem brennenden Hause die Pfeife anzündete.

Die Ernennung des Grafen Ignatiew zum russischen Mi—⸗
aister des Innern und der Empfang des Generals Tschernajeff,
ines hervorragenden Führers der Panslavisten, durch den Kaiser,
vird allgemein als das Anzeichen einer neuen Aera in der rus⸗
ischen Politik betrachtet. Die panslavistische Partei, deren Endziel
ekanntlich die Vereinigung aller slavischen Stämme unter russi⸗
chem Scepter ist, erblickt darin nicht ohne Grund einen großen
Erfolg. Während der verstorbene Kaiser sich mehr der westeuro—
päischen Cultur zuneigte, scheint der jetzige Zar mehr auf dem
iltrufsischen Standpunkte zu stehen, der jene Cultur als ein Un—
zlück für das Land betrachte. Ob der Zar damit das drohende
Angewitter beschwichtigen wird, ist wohl zu bezweifeln, dagegen
äßt sich mit Sicherheit erwarten, daß den Fremden und besonders
        <pb n="304" />
        den Deutschen der Aufenthalt in Rußland bald gründlich verleidet
werden wird.

Ein Zirkular des russischen Ministers des Innern, Igna⸗
liew, wird jetzt veröffentlicht, welches die in dem kaiserlichen Mani—
feste hervorgehobenen Prinzipien erläutert und die Ansicht der Re⸗
gierung über die inneren Zustände in Rußland bekannt macht.
Dieses weist auf die dunkeln Seiten der gegenwärtigen Gesellschaft
hin, wie die irreligiöse Erziehung der Jugend, die Unthätigkeit der
Behörden, die Gleichgültigkeit mehrerer administrativer öffentlicher
Stellen, die dem allgemeinen Wohle gegenüber gewinnsüchtige Be—
handlung des Staats⸗Eigenthums. Darin sei die Erklärung der
iraurigen Thatsache zu suchen, daß die großen Reformen der vorigen
Regierung nicht den vollen Nutzen gebracht, welchen der selige
Kaiser erwarten durfte. Nur ein durch die Anhänglichkeit und
unbegrenzte Liebe eines großen Volkes starker Selbsthertscher könne
bei der aufgeklärten Mitwirkung der besten Söhne des Vaterlandes
das große UÜebel an dem Rußland leidet, mit Erfolg beseitigen.
Die erste Aufgabe sei die Ausrottung des rebellischen Geistes,
welchem die Gesellschaft aus eigener Initiative entgegentreten müsse.
Die Judenhetze in Süd-Rußland zeige, wie selbst dem Thron er—
gebene Personen sich dem Einflusse uͤbelgesinnter Leute fügten und
rebellischen Plänen dienten, ohne eine Ahnung davon zu haben.
Die weitere Aufgabe der Regierung sei eine Bekräftigung des
Glaubens und der Mora lität. Die Regierung werde besonders
dafür sorgen, daß Ordn ung und Gerechtigkeit in dem von dem
seligen Kaiser geschaffenen Institutionen eingeführt werde. Bei dem
Zusammenwirken der Regierung und Gesellschaft würden die gegen—
wärtigen Schwierigkeiten bald schwinden. Ohne Zweifel werde der
der Stimme der Wahrheit und der Ehre stets gehorchende Adel
auch dazu beitragen. Der Adel wie alle anderen Stände sollten
die Sicherheit besitzen, daß alle ihre Rechte unangetastet bleiben.
Der Bauernstand, heißt es dann, kann sicher sein, daß die Regier—
ung nicht blos alle ihm gewährten Rechte aufrecht erhalten, sondern
auch dafür sorgen werde, das Volk möglichst zu entlasten und seine
wirthschaftlichen Verhältnisse zu bessern. Dabei werde die Regier—
ung unverzüglich Maßregeln ergreifen, um den Modus festzustellen
behufs der Sicherung und Theilnahme lokaler Kräfte an der
Durchführung der allerhöchsten Pläne.

Die Judenverfolgungen wuͤthen im Innern von Rußland
fort. Wenn der „Regierungs-Anzeiger“ schon Telegramme hringt
über „fatale Affären,“ dann sind die Vorkommnisse meist solcher
Natur, daß sie ihres Umfanges wegen sich nicht mehr vertuschen
lassen. In den knappen Telegrammen der Regierungsblätter war
bisher immer nur von „Prügeleien“ und „Unordnungen“ die Rede,
frotzdem es jedesmal bekannt wurde, daß die Truppen eingeschritten
waren und von der Waffe Gebrauch gemacht hatten, daß es Ver—
wundete und Todte gegeben hatte u. s. w. Die besonderen Berichte
Petersburger Blätter, die im Allgemeinen der Zensur wegen äußerst
vorsichtig gefaßt sind, schildern aus mehr als einem halben Dutzend
Städien foöͤrmliche Gefechte in den Straßen, Stürme auf die Häuser,
Synagogen u. s. w. Auch die Jundenbewegung hat in Rußland
Anstifler, deren Namen man nicht kennen lernt; von einer gewissen
Mitschuld an der unerquicklichen Bewegung kann man übrigens
auch die „patriotische Partei“ nicht freisprechen; ihre Presse hehl
wenigstens seit Jahren schon dergestalt gegen Juden und Deutsche,
daß es Niemanden wundern sollte, wenn auch gegen die letzteren
einmal Gewalt angewandt würde. Die neuesten nihilistischen Prok—
lamationen machen sich in höhmischer Weise über die Bewegung
—V
der russischen Zustände.

Einer amtlichen Mittheilung aus Konstantinopel zufolge
ergab eine Untersuchung über die Ermordung des Sultans Abdul
Aziz die Theilnahme Midhat Pascha's (Statthalter in Kleinasien).
Derselbe flüchtete in das französische Konsulat zu Smyrna, wo er
sich nach Ermittelungen der Polizei noch aufhält. Midhat Pascha
wurde äbgesetzt. Eine Gerichtskommission begibt sich nach Smyrna,
um Midhat Pascha zu verhören.

Die Pforte richtete ein Rundschreiben an die Vertreter der
Mächte, in welchem sie den tunesischen Vertrag für null und nich—
tig erklärt; die Tunesier als ottomanische Unterthanen sind nicht
verpflichtet, sich diesem Vertrage zu unterwerfen. Ein Telegramm
der Pforte an den Bey von Tunis wahrt die Suzeränetätsrechte
und erklärt den tunesischen Vertrag für null und nichtig.
Vermischtes.

* St. In-gbert. S. Kgl. Hoheit Prinz Lud—
wig von Bayern werden bei Ihrer demnächstigen Anwesen—
heit in der Pfalz auch unsere Stadt mit einem Besuche beehren.
Nach den bis jetzi getroffenen Bestimmungen wird der hohe Herr
Donnerstag, den 2. Juni hier eintreffen.

* Aus Niederwürzbach erhalten wir die nachstehende
Schilderung einer heiteren Episode, die sich bei der Ankunft des
deutschen Kronprinzen im Herbst 1874 auf dem Bahnhofe daselbst
zutruͤ. Wir bringen dieselbe als „kleine Erinnerung“ zum Ab⸗

—— ——

—V

)rucke: „Es war am 7. September 1874, als der Kronprinz des
deutschen Reiches mit Extrazug in Niederwürzbach eintraf,
im den Truppenübungen auf dem nahen Hölzberge bei Biesinge⸗
zeizuwohnen. Da die Ankunft des Prinzen bekannt gegeben ward
o hatte sich, wer nur immer konnte, nach dem Würzbacher Bahm
jofe begeben. Der Prinz stieg mit der ihn begleitenden Genera—
ität aus, und ein dreifaches donnerndes Hoch! begrüßte ihn
Die Pferde wurden vorgeführt; ein Plankenzaun trennte sie von
den Reitern. Der Kronprinz, der besagten Zaun nicht kam,
ind wegen der sich drängenden Menschenmenge den Ausgang nich—
erblickte, ging geraden Weges auf sein Pferd zu. „Königliche —
aiserliche Hoheit!“ rief ihm der „St.«Verw. M. Hfm. zu, „hier
st der Ausgang.“ Fritz aber, gewohnt, vor⸗ und nicht rückwärk
uu gehen, läßt sich nicht beirren. Er schreitet vorwärts, kommt
zu dem Zaune, wo der ihm nacheilende St.-Verw., schnell beson—
ien, einige Pfähle ausreißt, so daß der Prinz, die Generäle und
anderen Offiziere bequem zu ihren Pferden gelangen konnten. Of
dieses durch den St.-Verw. gezeigten hofmännischen Taktes wurde
»emselben am Abende desselben Tages in lustiger Gesellschaft eine
Dvation durch ein dreimaliges Hoch! der Gesellschaft darqge—
zracht.

4 Der Erbauer der Pirmasenser Wasserleitung, Ingenieur
Adolf Lindemann, hat das Projekt einer großartigen Waß—
erleitung ausgearbeitet, wodurch den in der Rheinebene liegenden
Städten Fandau, Speyer, Ludwigshafen, Mann
deim, Frankenthal und Worms, die durch ihr schlechte
Wasser berühmt sind, gutes, frisches Wasser zugeführt werden soll
Die Quellen, welche er dazu benützen will, liegen in dem soge
nannten Münchweiler⸗Tunnel der Eisenbahn Landau-Zweibrücken;
das Wasser, aus Sandstein kommend, ist gut und frisch. Zunächs
sst Herr Lindemann mit den Stadträthen von Landau, Spehyer
ind Ludwigshafen in Verhandlung getreten; es dürfte aber woh
keinem Zweifel unterliegen, daß auch die anderen Städte, kleinlich
Bedenken überwindend, zugreifen. Der Vortheil für sie liegt au'
»latter Hand, da Herr Lindemann keine Geldunterstützung verlangt
ondern das Projekt auf eigenes Risiko mit Hilfe einer Aktienge
ellschaft ausführen will und von den Städten nur die Konzession
jür die Anlage und die Zusicherung verlangt, daß sie das Wasser
ür den Bedarf der Gemeindekorporation (z. B. Straßenspritzen
Wasser in Schulhäusern u. dgl.) gegen mäßigen Entgelt aus de
Wasserleitung nehmen. Privaten würde er 1000 Liter zu 15 M
liefern, Fabriken billiger.

Von dem germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg wurd
in der Person des Herrn Rentbeamten Hilger in Kaisers
autern ein Bevollmächtigter für die Vertretung und Besor
zung seiner Angelegenheiten in Kaiserslautern und Umgebung auf
zestellt, im Vertrauen, daß auch in der Pfalz dem vaterländischer
Unternehmen, dem von so vielen Seiten schon die erfreulichster
Beweise der Anerkennung geworden, diese nicht fehlen werden
venn nur die Gelegenheit, nähere Kunde davon zu erhalten, dar
gzeboten wird.

In Germersheim haben sich am Samstag 6n—
Personen zu einer „Volksbank“ vereinigt. Dieselbe tritt mit dem
1. Juli nächsthin in Thätigkeit.

F Unter Bezugnahme auf den bekannten Beschluß des Ge
neinderaths von Wald see bei Speyer, 30 der ärmsten Familien
nuf Gemeindekosten nach Amerika zu spediren, welcher Beschluf
nuch mit Aufwand von ca. 11,000 Mark ausgeführt wurde, be—
merkt ein amerikanisches Blatt, daß jener Beschluß sich unter Um—
tänden für Waldsee als unpriktisch erweisen könnte, insofern näm—
iich, als die New-Yorker Einwanderungskommission die nicht ar—
heitsfähigen Leute nach Deutschland zurückschicken, dürfte, „wie si
es bisher noch stets mit allen importirten „Ortsarmen“ gethan hat.

F Der bayerische Fischerverein nahm einstimmi
den Antrag der Herren Professor Dr. May und Dr. Staudinge
in, daß bei dem k. Staatsministerium des Innern für Kirchen
and Schulangelegenheiten die Einführung eines regelmäßigen Unter
ichts über natürliche und künstliche Fischzucht an der landwirth
chaftlichen Abtheilung der technischen Hochschule, an den Landwirth
chafts⸗ und Ackerbauschulen, sowie an den landwirthschaftlicher
Winterschulen zu erbitten sei.

F Die deutsche Regierung hat wiederum eines der Massen—
zräber auf dem Schlachtfelde von Gravelotte angekauft. E
iegt in der Absicht, nach und nach den gesammten Grund und
Boden käuflich zu erwerben, auf welchem solche Massengräber am
gelegt sind.

F In Berlin hat der Schnellläufer Fritz Käpernie
am 15. Mai das Rennpferd „Alice“ in einem Wettlauf glänzend
desiegt. Es war eine Bahn 30mal zu umlaufen; die zurüchzu—
legende Strecke betrug ca. 23 deutsche Meilen. Beim 16. Um—
sauf scheute das Pferd und beim 24. stürzte es, erhob sich aber
wieder und setzte den Lauf fort. Beide Zwischenfälle kamer
Käpernick zu Statten; er gewann mit einem Vorsprung von 4*
Umlauf. Die ganze Strecke durchlief er in nicht qanz 23 Minute
        <pb n="305" />
        4 Nach Mittheilungen aus Neunburg v. W. ist das Dorf
zullenried (Oberpfalz) in der vergangenen Nacht von einem furcht
ren Brandungluͤck betroffen worden; nahezu das ganze Dorf,
elches 259 Häuͤser zählt, liegt in Asche. Jammer und Noth der
heboͤllerung sind grenzenlos.

Ern snelter Anwalt. Beim Amtsgericht Münsingen
zuf der Rauhen Alp) stellte sich dieser Tage ein Anwalt von
sum ein, der so stark betrunken war, daß er von der Tagfahrt
seggewiesen und in eine Strafe von 40 M. genommen wurde.

FOriginelle Grabschrift. Auf dem Friedhofe
u We in Tirol findet man auf einem Grabstein ein Käst—
hen befestigt mit einer kleinen Thür, auf der ist zu lesen: „Wan⸗
er, mach's Thürle auf!“ — und innen: „Hier liegt Herr
thomas Hasenauf — Gott schenke ihm die ew'ge Ruh'! — Jetzt
nach' das Thürle wieder zu!“

— Neben dem schon seit längerer Zeit schwebenden Projekt
ines Tunnels durch den Simplon werden jetzt auch die Vor—
uübeiten zu einem Montblanc⸗Tunnel gemacht, welcher die Ver—
indung zwischen Frankreich und Italien noch um 40 km abkürzen
oil. Der Vortheil gegen die Route durch den Gotthard würde
ich auf rund 53 km, gegen die durch den Mont Cenis auf etwa
36 km stellen.

4 CFür einen soliden Herrn.). In Wien auf einem der
elebtesten Plätze der inneren Stadt erregt die an einem Haus⸗
hore verzeichnete Wohnungsanzeige allgemeine Heiterkeit. Sie lau—
4: „gHier ist für einen soliden Herrn ein Wochenbett zu ver⸗
zeben.“ — Auf ein folches scheint jedoch von soliden Herren nicht
eeflectirt zu werden, denn der Zettel klebt schon seit mehr als acht
Wochen an dem Hausthore.

Zwei Brüder aus der Umgegend von Abbeville (Frank⸗
eich) sollten sich in kurzem zu gleicher Zeit verheirathen; die
zräute, die sie heimführen wollten, waren Schwestern. Schon war
le Welt bei'm Notar versammelt, um den Heirathscontract zu
mterzerchnen, da stellte der ältere Bruder, als guter Sohn, die
hedingung, daß seine Mutter in seinem Haus verbleiben müsse.
harob nun enlbrannte zwischen ihm und dem jnngen Mädchen,
as seine Frau werden sollte, ein heftiger Wortwechsel, die Braut
vollte sich durchaus nicht zu einem Zusammenleben mit ihrer
zchwiegermutter verstehen und erklärte, daß sie es vorziehe, von
er Heirath zurückzutreten. Vergebens bot ihre Schwester, außer
ich uͤber diese Wendung, alles auf, sie anderen Sinnes zu machen.
zie blieb fest bei dem einmal gefaßten Entschluß. Kurz, man war
hen daran, den Notar unverrichteter Dinge zu verlassen, als die
inzufriedene sich mit den Worten an ihre Schwester wandte:
Wenn Du das Leben mit einer Schwiegermntter so leicht hältst,
o trete ich Dir meinen Platz ab. Wohne Du mit ihr!“ Diese
intwort machte dem Streit ein Ende. Stehenden Fußes wurde
er Austausch vollzogen, der Contract unterzeichnet und einige Tage
päter fand die Doppelhochzeit statt. Jeder heirathete jene, die
eine Schwägerin hätte werden sollen.

.Der neue französische Parifgénéral, wie
hn die Kammer kürzlich votirt hat, setzt für Sprit einen Ein—
uͤhrzoll von 30 Fres. pro Hektoliter fest. Die bisherige Steuer
eirug 15 Fres. pro Hektoliter, was bei einem Durchschnittswerth
von 66 Fres. einer Protektion der französischen Sprite um 23
zrozent des Werthes entspricht. So drückend diese Steuer auch
var, so war dennoch bei der vorzüglichen Qualität des deutschen
zprits ein bedeutender Export möglich; bei dem jetzt in das Auge
efaßten Zollsatz würde derselbe aber, nach der Ansicht der „Tri⸗
üne“, wohl unmöglich werden. Unsere deutsche Sprit⸗Industrie,
velche für ihre vorzüglichste Qualität (Bordeaux⸗Waare) Frankreich
um fast alleinigen Abnehmer hat, würde dadurch schwer geschä—
igt, und es kann nicht ausbleiben, daß auch die Spiritusbrenner
nMitleidenschaft gezogen werden.

Falsche Ohren find jetzt ein neuer Toilettenfabrika⸗
jonsgegenstand in Paris. Damen, welche unschöne Ohren zu
jaben glauben, verstecken diese unter uůͤppigem falschem Haar und
nefestigen an den natürlichen Ohren die künstlich nachgemachten,
pelche sie zur Schau tragen! Falsche Haare, falsche Zähne, falsche
Ohren — 'wohin soll das noch führen d Es bleibt schließlich blos
nehr — die falsche Zunge.

Der älteste Mensch, der gegenwärtig auf Erden lebt, soll
ach einem französischen Missionsblatt Josef Martinho Coutinho
im Kap Frio in der Provinz Rio de Janeiro in Brasilien sein.
derselbe soll im Jahre 1694 geboren sein, wäre also nahe 190
jahre alt und soll 42 Kinder, 123 Enkel, 86 Urenkel und 20
lrurenkel haben. Er soll körperlich ganz gesund sein, nur in
inem Fuß sei die Leichtigkeit der Bewegungen etwas gehemmt.
dagegen soll er sich des vollkommenen Gebrauchs aller geistigen
Fähigkeiten erfreuen.

F (Ein Verfahren um Fische rasch abzuschuppen,) theilt
ne „Deuische Fischerzeitung“ mit. Dasselbe soll es möglich machen,
aein paar Minuten jeden Schuppenfisch mit einem gewöhnlichen
tüchenmesser rein zu schuppen, ohne die Haut des Fisches zu ver⸗

etzen. Das Verfahren besteht darin, daß der Fisch durch Tren⸗
ning des Rückenmarkes vom Gehirn mitiels eines Stiches hinter
ie Kiemendeckel getödtet, dann mit einem Tuche abgerieben und
o von allem Schleim befreit wird. Darauf taucht man ihn zwei
zis fünf Sekunden in heißes, beinahe kochendes Wasser von 50
bis 600 R. Das Schuppen ist dann in ein bis zwei Minuten geschehen.
Adhaäsionsfett für Lederriemen. Als sol—
hes verwenden die Gebrüder Schuckart in Oberursel bei Frank⸗
'urt a. M. Ricinusöl, dem 10 Prozent Talg zugesetzt ist (Reichs—
»atent). Die Riemen sollen dadurch geschmeidig gehalten und
onservirt und ihr Rutschen auf den Riemenscheiben verhindert
verden. Der Talg, dessen Zusatzmenge von der Temperaiur des
zokals abhängt, in dem sich die Riemen befinden, soll namentlich
zei wenig gefetteten Riemen das schnelle Einziehen verhindern.
Wie Felsen beseitigt werden. Die Beseitigung
der Hindernisse, welche den Zugang zum New-Horker Hafen er⸗
chweren, schreitet rüstig fort. Die Leser erinnern sich sicherlich,
vie die Sprengung des einen Felsens Hall Gate mit 50,000
gfund Pulver vor einigen Jahren in Scene gesetzt wurde, und
vie ein kleines Kind durch den Druck auf den Knopf den gewal—
igen Knalleffekt hervorbrachte. Jetzt gilt es, einen weit größeren
Felsen, den Flood Rock, mit nicht weniger als 200,000 Pfund
zulver zu sprengen. Es wird wie früher verfahren. Von dem
öchsten Punkt des Felsens aus werden Schächte nach allen Sei—
en hineingebrochen, welche später mit Sprengstoff gefüllt werden.
die Schächte sind bereits 600 Fuß lang und man hat 783,000
ctubikfuß Gestein entfernt. Im Jahre 1883 wird das große
Feuerwerk abgebrannt. Wer gesunde Nerven hat, möge hinreisen.
FDasGeldistnur Chimäre. Was gilt nicht alles
n der Welt als Tauschvermittelung, als Geld! Außer Gold, Sil—⸗
her, Nickel, Kupfer (und Papier!) bei den Culturvölkern, gilt am
Niger und Cambodja ein Eisengeld, am Benue Kupfer- und Mes—⸗
inggeld in Ringen, in vielen Theilen Afrikas und in Arkansas
in Glasperlengeld, auf der Südseeinsel Yap ein Steingeld (aus
Arragonit) und auf den Palaosinseln ein Emaillegeld, welch letz⸗
eres nur in ganz bestimmter Menge existirt und deßhalb auch nicht
rusgeführt werden darf. An Pflanzenstoffen dienen in Südchili
Zolzbretter, bei den Mongolen Ziegelthee in ganzen Steinen und
Zruchtheilen, in Peru Calabassen mit schwarzem Pfeffer, in Mexiko,
Zonduras und Nicaragua noch heute Cakaobohnen als Scheide—
nünzen; bekannter ist das Geld als Zeug in Stücken oder Strei⸗—
en in Ost⸗ und Westafrika, am Congo und auf Celebes, während
in der Loangoküste ein Mattengeld gefunden wird. Von Thier—
toffen finden sich Muscheln (eigentlich Schnecken) verschiedenster Art,
. B. Cypraea, Olivella, Dentalime ⁊c., bei den Indianern von
Massachusets, Alaska, Panama und in Westafrika, Muschelringe—
ind Schnüre auf verschiedenen Südseeinseln, der Stockfisch auf
Island und in einzelnen Theilen Chinas, die Kopfhaut des rothen
Spechtes bei den Indianern Californiens, Sägethierschädel bei den
Mischmisch in Assam, Pelzwerk bei vielen nordischen Stämmen als
Heldwerthzeichen. — Ja, das Geld ist nur Chimäre!
Tartsbericte. 5
Zweibrücken, 19. Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.)
Beizen 12 M. 08 Pf., Korn 11 M. 04 Pf., Gerste zweireihige O M. — P..
„ierreihige O M. — Pf., Spelz 0O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pi.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 11 M. 80 Pf., Hafer 7 M. 66 Pf.,
ẽẽrbsen — M. — Pf., Wicken 0O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 10 Pf.
deu 8 M 353 Pf., Stroh 8 M. 55 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 59 Pf,
dornbrod 3 Kilogr. 75 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 90 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 PPf. Kaldfleisch 44 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter /s Kilogr. 1 M. 10 Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.
Homburg, 18 Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
12 M. 10 Ppf. Korn 10 M. 73 pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
— ppf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
7 M.'ä0 pfr, Mischfrucht id M. 95 Pf, Erbsen — M. — pfr, Wigen
) M. — ppf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinesleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 15 Pf., Kartoffeln per Ztr. 1M. 80 Pf.
Kaiserslautern, 17. Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 83 Pf., Korn 10 M. 92 Pf., Spelzkern 11 M. 65 Pf., Spelz
3 M. 52 Pf., Gerste dO M. 23 Pf. Hafer 7 M. 60 Pf., Erbsen — M.
— ppf., Wicken 8 M. — Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter pro Pfund 1M. 06 Pf. Eier 1 Stück os Pf.
kartoffeln pro Zentner 2 M. 80 Pf. Stroh O M. — Pf. Heu 2 M. 80
pf., Kleeheu ß M. — Pf.
Faur die Redacnion ver
cñ
Niemand sollte nach Amerika gehen, ohne das „Deutsch—
Amerikanische Illustrirte Jahrbuch für 1881“ gelesen zu haben.
herausgeber Wm. Raich, Notar, in New-York. Enthält viele
Information über Amerika, sowie Illustrationen und Beschreibung
des Castle Garden, wo alle Einwanderer gelandet werden. Nie—
derlassung, Stellenvermittlung u. s. w. Preis des „Jahrbuchs“
30 Pfg. Zu beziehen durch R. Levi, 25 Calver Strasse, Stutt-
zart, und Le Bell &amp; Westphal, 8 Kannengiesserort, Hamb'idan
solporteure verlangt.
        <pb n="306" />
        Freiwillig⸗gerichtliche
Versteigerung.
Samstag, den 11. Juni
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
chaft von Philipp Emrich,
wird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notär
Franz Sauer in St. Ingbert,
‚ufolge eines gehörig homolo—
zirten Familienrathsbeschlusses
des kgl. Amisgerichtes St. Ing⸗
hert, die nachstehend beschriebene
diegenschaft, in. der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert öffentlich zu
Figenthum versteigert:
Plan Nr. 1482, 5 a 80
qIm Fläche, worauf ein
Anzeige Ce Empfehlung.
Einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste Nach—
richt, daß ich mich als Geschäftsagent dahier etablirt habe.
Alle Arten Verträge und Gesuche werden angefertigt, Capitalien
werden eingetrieben, und nehme Vertretungen vor Gericht an.
Prompte und billigste Bedienung wird zugesichert, und überhaupt
ille in dieses Fach einschlagenden Geschäfte werden pünktlichst be—
orgt.
St. Ingbert, den 20. Mai 1881.
A. Röhm, Geschäftsagent.

Wohnhaus mit Hofraum

und Garten, gelegen zu

St. Ingbert im Etzelchen.

Figenthümer sind:

1) Agnes Neckerauer,
Bittwe des in St. Ingbert ver⸗
ebten Bergmannes Karl Jakob
Wagner;

2) Die minderjährigen Kin—
zer dieser Eheleute a. Karl und
d. Karoline Wagner, welche ihre
Mutter als Vormünderin und
)en Jakob Wagner, Schmelz⸗
arbeiter in St. Ingbert zum
Rebenvormunde haben. —

St. Ingbert, 19. Mai 1881.

K. Auffschneider,

Amtsverweser.

Wicsenschaftlich geprüft u. beautactket, Rensiotinor,
doppelkräutermagenbitter
nach einem alten aus einem Be
iedictinerkloster stammenden Recep

brizirt und nur en gros ver
sandt von

D. PIXGEL in Gottingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
at sich deßhalb fast in jeder Familie
ingebürgert. Der Benediecti—
er ist aus den feinsten, auser—
sensten Kräutern zusammengesetzt

welche die Eigenschaften besitzen,
wohithätig und erwaärmend *
den Organismus einzuwirken.

Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner find
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
üich Jedermanu von der Vortrefflichkeit des Beuedictiner
überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergroͤßern.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel sin Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiqueit versehen.

Vreis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 Ppf.
—M — 660 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandi gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabril. Attest:

Sr. Hochw. Hr. Coop. Vir. Pantenburg in Kastl b. Kemnath
in Bayern, Oberpfalz, berichtet: Senden Sie mir gesl. 10 Flaschen Ih—
res Benedictiner, denn derselbe hat mein früheres Mistrauen, womit man
in unseren Tagen Allem was in öffentlichen Anzeigen empfohlen wird
zu begegnen berechtigt ist, vollständig überwunden und meiner an ihr
gestellten Erwartung estjprochen ꝛc.

Sancet BRern lazare

Magenbitter.
Billigstes Hausmittel welches sich in Folge
einer Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.

Preis à FI. ca. IGO Gr. InIn. IM.

Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mk.

Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter

Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in

Göttingen ist zu haben in St. Jugbert bei Herrn J.
Friedrich.

Krioger-

Véroin.

Sonntaa Morgen halb 5 Uhr bei günstiger Witterung
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greveille durch die Signalisten um 4 Uhr.
Untreten. an der Wohnung des Unterzeichneten um halb 5 Uhr.
Fischer, J. Vorstand.
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lage) erscheint woöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljahrlich

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mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
—A

Sonntag, den 22. Mai

1881.5

Deutsches Reich.

Die Petitionskommission des Reichssstags beschloß mit 13
Liberale und Freikonservative) gegen 11 Stimmen, über die Peti⸗
sonen gegen die obligatorische Tivilehe zur Tagesordnung überzu—
ehen.
ech Der Reichssstag genehmigte das Anleihegesetz für Elsaß—
dothringen. Bei der zweiten Leseung der Nobelle zur Gewerbe⸗
ODrdnung wurden die Paragraphen 97, 972, 98, 982, b und e
ind 99 nach den Anträgen der Kommission, der 85 100 mit dem
zusatze Antrag Böttchers, — wonach die vor einer Innung be—
landene Meister⸗-Prüfung vor einer anderen Innung nicht wieder⸗
holt zu werden braucht — angenommen.

Ausland.

Der Meistbegünstigungsvertrag Oesterreichs mit Deutsch⸗

land ist noch nicht abgeschlossen, doch zweifelt man nicht daran,
daß die bezüglichen Berhandlungen nächster Tage zum Abschluß
elangen.
—*— französische Deputirtenkammer beschloß am Donners⸗
ag mit 243 gegen 235 Stimmen, auf die Einzelberathung des
Antrags Bardoux über die Listenwahl einzugehen. Als hierauf die
Einzelberathung beginnen sollte, wurde die Vertagung auf morgen
verlangt. Gambetta widersprach der Vertagung, worauf die Kam—
mer mit 245 gegen 205 Stimmen beschloß, die Berathung heute
fortzusetzen und genehmigte die einzelnen Artikel des Antrags Bar⸗
doux sowie den ganzen Antrag mit großer Majorität. (Dieses
Ergebniß entspricht einem heißen Wunsch Gambetia's, der mit der
Einführung der sog. Listen⸗Abstimmung bezweckt, seiner Partei in
der nächsten Kammer eine starke und absolut zuverlässige Majorität
u verschaffen. Unter Listen⸗Abstimmung ist zu verstehen: es sollen
jämmtliche Deputirte eines Departements mittelst einer Stimmliste
auf einmal gewählt werden.)

Tunis, 16. Mai. In der Bevölkerung des Distriktes Mater
serrscht große Aufregung; man erzählt, daß mehr als 3000 bis
m die Zähne bewaffnete Araber in den Gebirgen stehen, und nur
das Signal zum Angriff auf die Franzosen erwarten. Auch die
Stämme der Uld-Aya sollen wieder eine kriegerische Haltung an⸗
jenommen haben. Larbi-Baruch, Gouverneur von Tunis, soll es
jauptsächlich sein, der zum Widerstand auffordert; er soll auch
en Sheik-⸗ül⸗Islam bewogen haben, den heiligen Krieg zu pre—
zigen. Auf Befehl des Vey wurde er deshalb arretiri, später
aber wieder freigelassen.

Tunis, 17. Mai. Gestern hat ein Gefecht bei Sukhara
wischen den Franzofen und den Eingebornen staitgefunden, in
welchem beide Theile starke Verluste erlinen haben. Die Franzosen
marschiren auf Mater. Verwundete Franzosen wurden nach Tunis
gebracht.

In einer soeben erlassenen Verkündigung beantwortet die revo⸗
uutionäre Partei in Rußland die Kundgebung des Czaren in
folgenden Ausdrücken: „Wir nehmen den uns von Ew. Majestät
aufgedrungenen Krieg an. Wir werden ausdauern und sind von
der Zuversicht beseelt, den Sieg zu erringen; je größer der Druck,
desto standhafter wird das Volk werden und wenn Einer von uns
zetödtet wird, sind Zehn begierig, seinen Platz einzunehmen. Wir
haben uns bisher nicht vor Ihrer Macht gefürchtet und werden
dieselbe auch in der Zukunft nicht fürchten.“ Den von der rebo—
utionären Partei in der russischen Haüptstadt in Umlauf gesetzten
Gerüchten zufolge beabsichtigt dieselde, sich künftighin des Dynamits
nicht mehr zu bedienen, und vorläufig nur zu solchen Mitteln ihre
Zuflucht zu nehmen, welche lediglich jene Personen beschädigen,
gegen die das Attentat gerichtet ist.

Midhat Pascha stellte sich am 18. Mai Abends den türkischen
Behörden unter der Bedinaung eines gerechten Urtheilsspruches.

ner Begleitung werden sich befinden der kgl. Staatsminister des
Innern, Exc. von Pfeufer, der kgl. Regierungspräsident der
Pfalz, Exe. von Braun,; und der Adjutant des Prinzen, Graf
Holnstein. Für die Herrschaften sind im „Zweibrücker Hof“
bereits Zimmer bestellt. Am nächsten Morgen, also Donnerstag
den 2. Jimi, um 8 Uhr 30 Min. wird S. Kgl. Hoheit mit Erx—
crazug hier ankommen und um 12 Uhr 10 Min. wieder die Rück⸗
s'ahrt nach Zweibrücken antreten, von wo nach kurzem Aufenthalte
die Weiterreise über Biebermühle erfolgt. — Den Bewohnern un⸗
serer Stadt wird hoffentlich bald das für den Empfang Sr.
Kigl. Hoheit festgesetzte Programm zur Kenntniß gebracht
werden.

*Die Pfälzischen Eisenbahnen vereinnahmten im
April ds. Is. 5730 M. 65 Pf. weniger als im gleichen Monate
des Vorjahres. Tie Weniger-Einnahme in den 4 ersten Monaten
des J. Is. gegenüber dem gleichen Zeitraume des verflossenen Jahres
beträgt 319,498 M. 61 Pf.

F Zur Erleichterung des Besuches des Gewerbemuseums in
Kaiserslautern wird den Mitgliedern der pfälzischrn Ge—
verbevereine 30 pCt. Fahrtaxermäßigung auf den pfälzischen Bahnen
ꝛingeräumt, sofern sich mindestens 20 Personen auf einmal an
der Fahrt betheiligen. Gleiche Vergünstigung wird auch den Ge—
werbetreibenden solcher Orte eingeräumt, an welchen keine Gewerbe—⸗
vereine bestehen, falls 20 derselben die Reise gleichzeitig antreten.

In Dürkheim und der Umgegend (Deidesheim, Wachen⸗
heim, Forst) wurden für die neue Bad⸗Aktien-Gesellschaft eiwa
250 Aktien — 100,000 Mark gezeichnet.

F In Landau wurden 43 Altien der Aktienbrauerei Ann⸗
weiler im Nominalwerthe von 12900 M. um 3890 M. und 9 Aktien
der Frankenthaler Aktienbrauerei im Nominalwerthe von 5400 M.
zu 378 M. versteigert. Sic transit gloria mundi!

Die Conservativen der Pfalz berufen auf Christi-Himmel⸗
Fahrtstag eine große Bauernversammlung nach Winden, zu
welcher der bekannte Frhr. v. Thüngen aus Unterfranken als
Redner verschrieben ist.

fF Tattenhausen Gaden), 12. Mai. Heute Morgen
'and man, etwa 300 Schritte vom Wirthshause entfernt, den Tag⸗
löhner G. Sachs erfroren. Er hatte sich gestern Abends um
9 Uhr in angetrunkenem Zustande auf den Heimweg begeben,
scheint sich niedergelegt zu haben und eingeschlafen zu sein und
*and so den Tod. (Bad. Landesztg.)

F München, 19. Mai. Einem hiesigen Briefträger ist
vährend des Bestellgangs ein rekommandirtes Paket mit Diaman⸗
ten, am 5. Mai in Frankfurt a. M. an Ant. Schuhmann iu
München zur Post gegeben, abhanden gekommen; zur Wiederer⸗
langung dieses Pakets wurde eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt.

* Treue im Kleinen. In Berlin besteht ein
Verein, welcher die abgeschnittenen Cigarrenspitzen sammelt und
zum Besten der Armen verwertet. Mil dem Erlös werden all⸗
ährlich gegen 100 Kinder gekleidet. In Lahr will man gar mit
lauter Cigarrenspitzen ein Waisenhaus bauen und haben die 112
südwestdeutschen Sammelbüchsen bereits ein Kapital von 6389 M.
usammengebracht. Man bedenke, daß im deutschen Zollgebiete in
Jahresfrist 751,907 Centner Cigarren im Werthe von 249.269. 000
Mark verbraucht werden.

F Die deutsche Seewarte erklärt die durch viele
Blätter gegangene Nachricht, als habe sie mit Bestimmtheit einen
aassen Sommer vorhergesagt, für vollständig aus der Luft ge—
zriffen; sie habe sich bisher jedes Versuchs der Wetterprognose für
onge Zeiträume strenge enthalten, aus dem einfachen Grunde,
weil hiezu noch die Grundlagen fehlen.

F Es wurde ein abermaliger Versuch gemacht, die Polizei⸗
tation Hereford (London) in die Luft zu sprengen. Ein Ge—
heimpolizist wurde durch die Explosion verwundet.

fFEntdeckte Kohlenhkager. Eine Depesche aus
Nanaimo meldet bedeutende Kohlen-Entdeckungen auf der
Vancouvers⸗Insel.

— Eine interessante Neuerung sin in Amerika die Pa—⸗
biereimer. die sich hereits eines auten Ruses erfreuen. Dieselhen

Vermischtes.

*St. Ingbert. Wie aus einer Bekanntmachung des
gl. Bezirksamtes Zweibrücken ersichtlich, wird S. Kömigl.
boheit Prinz Ludwig von Bahyern am Mittwoch
den 1. Juni nächsthin, Abends 7 Uhr 6 Min. mittelst Extrazuges
dvon Kaiserslautern kommend, in Zweibrücken eint reffen. In fsei—
        <pb n="308" />
        werden namentlich von Kaufleuten benützt, die ihren Kunden flüssige
Waaren in das Haus senden, für die bisher kostspielige Gefäße
im Gebrauch waren. Diese Papiereimer halten die Flüssigkeiten
nehrere Tage sehr sicher; dabei sind sie äußerst leicht und vor
allem sehr billig, da sie wie das Umschlagpapier behandelt und den
Kunden nicht besonders berechnet werden.

F Die amerikanischen Patentlisten weisen öfters Erfindungen
auf, denen eine gewisse Naivetät nicht abgesprochen werden kann,
wie z. B. die von Richard Clinton in Portland erfundene Schab⸗
one zum Schwärzen der Augenbrauen beweist. Diese Vorrichtung

zesteht aus einer gläsernen, muschelförmigen Hülle, welche mit ei—
nem Ausschnitt versehen ist und derart an das Auge gehalten
wird, daß die Haare der Brauen durch die Oeffnung dringen
und geschwärzt werden können. Ein Seitenstück zu diesem Appa—
rat ist der Schnurrbarthalter, ein nadelbüchsenartiges Etui aus
Metall, in welches der Schnurrbart eingeklemmt wird, damit der—
elbe beim Essen und Trinken hübsch sauber bleibe.

J ⸗ — — —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

3 * 92 * M
Geldlotlerie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 130.000 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende Rummern.
Keine Serienziehung.
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. K B. Schuler in Zweibrücken.
*
Loose à 1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Jugbert.
teigerung. Am Montag den 28. Mai Das Peter Schiehl'sche
Is ß ng Mal Abends präcis 6 Uhr D Haus auf dem Hobels ĩ
aennta goneoz gr Feuerwehrübhung! boort u vermiethen—
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr. Das Bu Naheres bei Polizeidiener
u St. Ingbert, in der as Bürgermeisteramt: Schalcn
Birthschaft von Johann Schmel⸗ Custer. * —
er, Schreiner,
aßt Malhias Klemmer, Anzeige &amp; Empfehlung.
;uhrmann in St. Ingbeert, Einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste Nach
»urch den unterzeichneten Amts- icht, daß ich mich als Geschäftsagent dahier etablirt habe.
erweser des kgl. Notars Sauer Alle Arten Verträge und Gesuche werden angefertigt, Capitalien
aselbst die nachbeschriebenen Liez verden eingetrieben, und nehme Vertretungen vor Gericht an.
enschaften in der Steuergemeinde Prompie und billigste Bedienung wird zugesichert, und überhaupf
5t. Ingbert, öffentlich in Ei- llle in dieses Fach einschlagenden Geschäfte werden pünktlichst be—
enthum versteigern: orgt.
l. Plan Nr. 741, 1 a Wohn⸗ St. Ingbert, den 20. Mai 1881.
s pnd fraug A. NRöhm, Geschäftsagent.
un an Nr. S————
ibe · —oooooo000000000000
in der Pfarrgasse neben —Ib i I hi
itiwe Theobade 90164 1104110 8 cI.
Plan Nr. 781,923 90 F
* * F 0 *
da Rie den de. Saison-Eröffnung am 1. Juni.
—⏑ — ⏑⏑⏑⏑⏑⏑⏑⏑——
de Acker rechts in en Stellen⸗Ausschrerwungen kosten frei. —
Seyen;
Anzeiger für das deutsche Neich. Central⸗ g
Plan Nr. 3383, 14 2 reireng ofener Steuen des Handels
e Stellen⸗
Plan Nr. 3424, 16 a 8 schaft. Erscheint Mittwochs u. Samstags jeder Woche in großem Zei⸗7
scker in den obersten Seyen; ungeformat Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller—
—— 86 Braͤuchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Mark, füur
Plan Nr. 3422, 7 a 2 Nummern 5 Mark. Beirag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
Im Acker allda; dung erfolgt franco per Streifband. Beginn d Abonn. jederzeit.
Plan Nr. 3423, 15 a Deuliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig. *
Acker allda; Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkaufen 8
Plan N 30324 8 4 c. Insertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger —
Plan r. ↄä in Eberswalde, Pr. Brandenburg.
50 gm Acder auf dem Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗3
— eie die Verstei H men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf.
Sogleich nach dieser Verstei⸗ F
äß —— 2aluoʒtoꝗ uabungoaupon;: unaaꝰꝝ ⸗
uns daßt genanntec Mathias Einladune zun Abonnement auf das boeliobto Jourpa)
dlemmer, seine sämmtlichen n
Mobiliargegenstände im obenbe⸗ in Buntdruck:
chriebenen Wohnhause zu Eigen⸗ bp
hum versteigern, darunter na⸗ Dio Arbeitsstu 0.
nentlich:
1 Pferd, 1 frischmelkige
Kuh mit Kalb, 1 Wagen,
1 Pflug, 1Egge, Pferds-
zeschirr u. s. w.
St. Ingbert, 21. Mai 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Versteigerung.!
Samstag, den 28. Mai
1881, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Wittwe Poller,
lassen die Wittwe, Kinder und
Erben des in St. Ingbert ver⸗
ebten Bergmannes Karl Ripp⸗
linger, durch den unterzeich—
neten Amtsverweser des kgl. No⸗
tars Sauer daselbst, folgende
Liegenschaft in der Steuerge—
neinde St. Ingbert öffentlich
an die Meistbietenden zu Eigen⸗
hum versteigern:
Plan Nr. 14402, 142
Im Fläche, Wohnhaus mit
Stall und Hofraum und
Plan Nr. 1440b, 3 4 41
Im Pflanzgarten und Acker
dabei, das Ganze gelegen
zu St. Ingbert im Jo—
ephsthal neben Georg
Schmelzer und Heinrich
Kaiser.
S1t. Ingbert, 21. Mai 1881.
x⁊. Auffschneider,
Amtsperweser.
En guter Arbeiter wird
gesucht auf dauernde Be—
schäftigung bei
Vh. Ruppenthal,
Schneider.
Dum Abhalten von Par⸗

thien in der Waldan—⸗
age belieben sich die Herren
Wirthe ins Einvernehmen zu
etzen mit
dem Comit6.
Heute (Sonntag) 22. Mai

HFarmonie- Musik
)er Schadowitz'schen Stadtkapelle
in meiner Gartenwirtschaft

wozu höfl. einladet
Phil. Paulus.

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Hiezu „Illustrirtes Sonutagsblatt“ Nr. 21.

Waldparthie.

Heute (Sonntag) 22. Mai
hei günstiger Witterung in der
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nit Musik der Kapelle J. Rummel.

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Jak. Schmidt, Wirth.
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M 82. Dienstag, den 24. Mai 1881.
Deutsches Neich.

Der bayerische Landtag wurde am Samstag durch
den Prinzen, Luitpold, als Stellvertreter Sr. Maj. des Königs,
seierlich geschlossen. Der Landtagsabschied erwähnt, daß den mei—
ten der beschlossenen Gesetze und Anträge die kgl. Sanction er—
heilt worden ist. In Sachen der Großkarlbacher Simultanschulen
vird die Umwandlung derselben in confessionelle Schulen aus
RFücksicht auf die Unterrichtss und Gemeinde-Interessen abgelehnt.
Ebenso wird die Sanction des Antrags von Sauerbrey (Heran⸗
ziehung der Einkommensteuerpflichtigen zu den Districisumlagen)
abgelehnt. Der Abschied schließt mit den Worten: „Wir sehen
im Zurücktreten der Parteigegensätze gern ein Zeichen der Rückkehr
jenes inneren Friedens, welcher die gedeihliche Entwickelung be—
dingt. Von unserem treuen Volk, dessen Wohlfahrt alle unsere
Bestrebungen und Wünsche gelten, erwarten wir, daß seine in un—⸗
wandelbarer Anhänglichkeit gipfelnden Tugenden sich immerdar be—
währen werden zum Heile des Vaterlandes.“

Der Reichstag erledigte am Samstag zunächst das In—
aungsgesetz überall nach den Vorschlägen der Kommission. Bei der
—V—
Diskussion der Autrag von Payer angenommen, welcher die von
der Kommission befürwortete Ermäßigung der Neben-Prozeßkosten
auch für die Haupttosten ausgedehnt wissen will. Die Bundes—
tommissare Kurlbaum und Zenthe hatten aus vorwiegend finanziellen
Gründen den Antrag bekämpft.

Die Reichstags-⸗Kommisston für das Gesetz gegrn die
Trunkenheit hat in zweiter Lesung mit acht gegen 4 Stimmen den
33 der Voriage, „die Verschärfuüng der Haftstrafe durch Schmä—
crung der Kost für Gewohnheitstrinker und bei Solchen, welche
zum driten Male vor Ablauf von drei Jahren wegen ärgernißer—
regender Trunkenheit verurtheilt worden,“ angenommen. Bei der
ersien Lesung war diese Bestimmung mit sechs gegen 5 Stimmen
abgelehnt worden. Die Schmäalerung der Kost, bestehend in der
Beschränkung auf Wasser uud Brod, soll, wie die Kommission ab—
weichend von der Vorlage beschlossen hat, an jedem zweiten Tage
rintreten. Z 4 der Vorlage: „Auf die vorbezeichnete Strafschärfung
ann außer den Fällen dieses Gesetzes erkannt werden, wenn der
Verurtheilte die That, wegen welcher er bestraft wird, in einem
aicht unverschuldeten Zustande von Trunkenheit begangen hat,“
wurde von der Kommission abgelehnt.

Die offiziöse „Nordd. Alig. Z.“ erklärt ganz bestimmt, in
dem Unfallversicherungsgesetz, wie es aus den Ber ithungen
der Reichstagscommission hervorgegangen ist, sei ein Punkt, der
zasselbe für die verbündeten Regierungen unannehmbar machen
würde, wenn der Reichstag darauf bestaͤnde. Die Commission hat
sich dahin ausgesprochen, daß die Verficherungsprämie blos von
den Arbeitgebern und den Arbeitern entrichtet werden solle, wäh—
rend die verbündeten Regierungen darauf bestehen, daß die Reichs-
jasse oder die Kassen der Einzelstaaten den Beitrag des Arbeiters
leisten, wenn derseibe nicht über 780 Mk. Jahres-Einnahme hat.
Wenn der Reichstag sich den Beschluß der Commission aneignen
würde, würden die verbündeten Regierungen lieber mit einem künf—
tigen Reichstag das Gesetz zu Stande zu bringen suchen.

Ausland.

Die Absendung von Truppenverstärkungen aus Franukreich
nach Tunefien dauert fort. Von Lyon rückten zwei Regimenter
ab. Die Franzosen in Tunis unterzeichneten eine Petition um
Besetzung der Hauptstadt Tunis wegen ihrer Sicherheit.

Die Krumirs machen den Franzosen doch noch zu
schaffen: auch die Colonne des Obersten Innocent wurde von
ihnen angegriffen (,Aufständische“ nennt sie der franzöfische Bericht).
Die Franzosen blieben nach einem lebhaften Gefecht, welches ihren
einheimischen Hilfstruppen 40 Todte und Verwundete kostete, Sieger.
Im ganzen geben sie ihren Verlust auf 37 Todte und 46 Ver—
wundete an.“ Die einheimischen Truppen hatten sich schon zur
Flucht gewandt, und es bedurfte großer Anstrengungen. um die
rumirs zurückzutreiben.

Der Verttag über die Abtretung türkischen Gebietes an
Gricchenland ist endlich unterzeichnet worden. Die Räumung

beginnt nach Verlauf eines Monats nach der Unterzeichnung, de—
ꝛen Beendigung ist jedoch noch nicht definitiv festgesetzt; was je—
»enfalls der hohen Pforte noch Anlaß zur Verschleppung der An—
gelegenheit geben dürfte. Freilich hat die Türkei gewissermaßen
zuch Ursache, mit der Räumung nicht gar zu schnell bei der Hand
zu sein; geht es ihr doch ähnlich wie jenem Hunde, dem bekannt⸗
iich der Schwanz immer nur stückweise abgeschnitten wurde. Erst
holten sich Oesterreich und Rußland ihren Theil, dann Montenegro
und jetzt Griechenland. Wer kommt zunächst noch?

Aus Petersburg wird fast täglich von der Auffindung
kleinerer oder größerer Parthien Sprengmaterial berichtet. Unter
diesen Umständen wird man es dem Kaiser nicht verargen können,
daß er sich mit dem Gedanken trägt, einige Zeit in Moskau zu
residiren.
Vermischtes.

* St. Ingbert. In einer am Samstag stattgehabten
Sitzung wählte der Stadthrath aus seiner Mitte ein Comite, dem
unter Beiziehung des Herrn Bauschaffners die Dekoration unserer
Stadt zum Empfange S. Kgl. Hoheit des Prinzen Lud—
wig von Bayern obliegt. Gleichzeitig wurde beschlossen, die
daraus entstehenden Ausgaben aus der Stadtkasse zu decken. —
das Programm, nach dem die verschiedenen Vereine, Corporationen,
Schulen ꝛc. beim Empfange des Prinzen Aufstellung zu nehmen
haben, wird erst in einer am nächften Freitag stattfindenden Sitzung
des Empfangs-Comites definitiv festgesetzt. So viel bis jetzt be—
timmt, wird S. K. Hoheit bei seiner Ankunft am Bahnhofe hier,
von einem Comite, an dessen Spitze Herr Bürgermeister Custer,
empfangen, sich sodann durch die Haupt- und Kohlenstraße (Jo⸗
epsthal) in die Rischbach zur Besichtigung des Einfahrts-Stollens
in die Grube begeben, dann durch die Kohlenstraße zurückfahren,
Glashütte und Eisenhüttenwerk besuchen und vor seiner Rückfahrt
nach Zweibrücken bei Hrn. Eisenhüttenwerksbesitzer Oskar Krämer
das Dejcuner einnehmen.

* Am Samstag ertrank in dem benachbarten Rohrbach
ein 15 Monate altes Kind des Bergmannes Peter Badar.
Dasselbe stürzte in der elterlichen Wohnung in einen halb mit
Wasser gefüllten Zuber und wurde erst bemerkt und herausgezogen.
nachdem es schon todt war.

Das Ergebniß der am 2. Osterfeiertage d. J. in den prot.
sKirchen der Pfalz erhobenen Kollekte für das evang. Diakonissen⸗
haus in Speyer heläuft sich auf M. 2970 95 Pf. oder M. 20
89 Pf. mehr, als im Vorjahre.

WZweibrücken, 23. Mai. Unter den jungen Män—
nern, welche die am 22. und 23. April im Direktionssaale zu
Ludwigshafen abgehaltene Prüfung, bezüglich der Aufnahme im
pfälz. Bahnbetriebsdienste bestanden haben, befinden sich auch die
Herren: Jac. Remplein von Zweibrücken und Anton Hoff⸗
mann von Niederwürzbach.

Zum Direktor des pfälzischen Landgestüts in Zwei⸗
brücken wurde der Landgestütsthierarzt der Landgestütsanstalt rechts
des Rheins, Peter Adam, ernannt.

Das Centralwahlkomite der demokratischen Partei der Pfalz
hat auf nächsten Donnerstag, Christi-Himmelfahrt eine Volksver⸗
ammlung nach Landstuhl berufen, in welcher über die bevor—
tehenden Wahlen berathen, das heißt den Wählern die Wahl demo⸗
ratischer Kandidaten empfohlen werden soll. Zunächst ist es auf
den Wahlkreis Landstuhl-Kusel abgesehen. Die bisherigen Abge—
ordneten werden einstweilen in der „Pfälz. Volksztg.“ dem Miß—
trauen der Wähler empfohlen, während die unbekannten Größen
der „Volksztg.“ natürlich Alles viel besser machen werden, obwohl
sie auch keine Hexenmeister sein sollen.

Die Handels⸗ und Gewerbekammer in Ludwigshafen
hat auf Anregung der Mannheimer Handelskammer Schritte ge—
than, damit auch diese Stadt in das Netz der Telephon-Anlage,
die gegenwärtig in Mannheim eingerichtet wird, hereingezogen
werde.

Wie man die Aufmerksamkeit des Publikums auf seine
Waare lenkt. weiß der Kaufmaäann BVutzenberqer. der im
        <pb n="310" />
        „Bayer. Landboten“ folgendermaßen inserirt: Die Maß Bier zu
12 Pf. statt zu 24 Pf. wäre gewiß eine schöne Erfindung, da
ich aber auf diesem Gebiete nicht zu Hause bin, bitte ich die ver—
ehrlichen Leser mit meiner vorzüglichen Glanzwichse Vorlieb zu
nehmen. Sie ist ebenfalls aus dem besten „Stoff“, nährt das
Leder, macht schnell den schönsten Glanz und ist die billigste von
der Welt, indem die Schachtel zu 100 Gramm statt 10 Pf. nur
noch 5 Pf. kostet. Das muß Ihnen mein Fabrikat wünschenswerth
machen; Ihr Wunsch aber wird Befehl sein, wenn Sie in den
von Ihnen besuchten Läden darnach verlangen. Ludwig Putzen—
berger, Marsfeldweg 4b.

F In der Nähe von Stadtbergen, bayer. Schwaben
Bez. Augsburg, wurde kürzlich eine entsetzliche Mordthat verübt.
Im Walde fand man verschiedene weibliche Körpertheile, einen ab—
geschnittenen Frauenkopf, einen Rumpf mit aufgeschlitztem Leib ꝛc.
Jetzt ist ermittelt, daß die Ermordete die 27 Jahre alte Rosa
Stark, Ehefrau des Fabrikarbeiters Anton Stark, aus Killingen,
Oberamts Ellwangen, stammend, ist. Das Ehepaar war bis vor
Kurzem in der Spinnerei in Pfersee beschäftigt. Der Ehemann
soll der Mörder sein und die grauenhafte That aus Eifersucht
begangen haben.

— Auch Deutschland hatte in diesen Tagen seine Nevolution,
wenn auch schon nur eine lokale. Göttingen, die bekannte
Universitätsstadt an der Leine, befand sich im Aufstande, und das
ging so zu. Die dortige Gemeindebehörde sah sich infolge gewisser
Vorkommnisse genöthigt, eine Verfügung zu erlassen, wonach Nachts
bon 12 Uhr ab sämmtliche Restaurants und Cafés geschlossen
werden müssen. Darob großes Geschrei über Beschränkung der per—
sönlichen Freiheit seitens der Studenten und aller Derer, die von
ihren Kneipereien Vortheil haben. An die 2000 der Rebellen
zogen Nachts vor das Haus des Bürgermeisters und — warfen
sämmtliche Fenster ein. Das war der erste Theil der Revolte, dem
alsbald der zweite, die Einsperrung von 200 Studenten ꝛc., folgte.
Die Studentschaft soll sehr erbittert sein, so daß ein großer Theil
die Universität verlassen will; seit den Tagen der Austreibung der
„Göttinger Sieben“ hat man eine ähnliche Aufregung dort nicht
mehr gesehen. Die akademische Jugend wird sich trotz alledem
wohl schließlich beruhigen, vorzüglich wenn sich dieselbe daran er—
innert, daß ihrerseits die Hochschnle doch eigentlich wegen des
Studiums und nicht nur wegen — des Trinkens ꝛc. bezogen wurde.

Dies dürfte zwar von so manchem Studiosus, der schon biele,
viele Semester hinter sich hat, für sehr philisterhaft angesehen werden,
hat aber doch so Manches für sich. Manchen Eltern würde da—
durch die trübe Erfahrung erspart, zu spät einsehen zu müssen, daß
ihr „theueres“ Söhnchen nur bis an den Hals studirt hat, wo—
gegen der Kopf aller nützlichen Wissenschaft mehr oder weniger
har geblieben ist.

F Den Magnetiseuren àIa Hansen ist jetzt das Ver—
anstalten von Schaustellungen in Preußen gänzlich verboten. Der
Minister des Innern hat nämlich, nachdem er das Gutachten der
„wissenschaftlichen Deputativnen für das Medicinalwesen“ eingeholt
hat, eine Verfügung erlassen, durch welche die Polizeibehörden an—
gewiesen werden, dem Hansen und Genossen die Veranstaltung
zffentlicher Vorstellungen nicht mehr zu gestatten.

F In Nizza starb der frühere deutsche Botschafter Graf
Harry Arnim im Alter von 57 Jahren.

— In hellen Schaaren flüchten sich diei Süd-Rußland
verfolgten Juden über die Grenze nach Galizien, um das Leben
und was sie an Eigenthum mit sich führen, zu retten. Die gali—
zischen Blätter geben nach ihren Erzählungen grauenvolle Schil—
derungen der gegen sie verübten Gewaltthaten, und in allen diesen
Berichten wiederholt sich die Klage, daß die russischen Behörden
nichts oder so gut wie nichts zum Schutz der Verfolgten gethan
haben, sei es nun, daß ihnen der Muth' dazu fehlte, sei es, daß
sie aus Abneigung gegen die Juden sich gerne passid verhielten.

F Nachrichten aus Amerika besagen, daß man dort kräftige,
jesunde Leute, insbesondere Handwerker, die noch einiges Kapiial
ibrig haben, sehr gern kommen sieht. Wer aber kommt, wie er
geht und steht, den erwartet sehr oft ein trauriges Loos, denn in
den vorderen Staaten um New-York ist Alles überfüllt und die
Möglichkeit des Erwerbes viel schwieriger, als bei uns. Besser
wird's, wenn man einige hundert Meilen in's Innere reisen kann.
Wem die Mittel hierzu fehlen, der besehe sich die Sache erst noch
wweimal, ehe er leichtsinnig fortwandert.

Für die Redaction verantwortlich: X. X. Demek.
Des Christihimmelfahrtsfestes wegen wird die Don—
nerstagsnummer schon morgen (Mittwoch) Nachmittag
ausgegeben und müssen Inserate deshalb schon Vormittags in
unsern Händen sein. Die Expedition.
———t„————
Dirg den Schmelzer Wald
nach der neuen Anlage
ging am Sonntag eine silberne
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worfen hat, kann von dem Ei—
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8* S 2 2 533 — —
235 3 *533
528 8 353 35355
—558 — 28 2 ——3363555 8. . 835
— — 2c52 55 53835—53535
—A— . . 5 6
—3z337565*

272
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524

28

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28

—7 355353 358
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1553833573 8 3537
25 23 854 *336
2555333 5257 Z 5

835 2 5 554* 3 *

78 373*

755 53 53

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—X — 35

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58 2 8 8928 3 ——— 283 27 535633— 227 *
58 —— 523 5 2 3278 25 5 * 25.2 35. 532 *5 1*
— 23 — — — 3572772727 3233* * 2 377 7 756275 —

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2.
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        Hl. Ingberker Anzeiger.
der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 4, einschließlich 420 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaris
mit 15 S für die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 83. —

Donnerstag, den 26. Mai
1881.
Deutsches Reich.

Die Kommission des Reichstags hat beschlossen, es seien
zei Bereitung des Bieres alle Malzsurrogate auszuschließen, und
zugleich hat sie den Begriff Bier dahin definirt: „Vier ist ein durch
Haͤhrung gewonnenes Getränk, welches aus Malz, Hopfen, Hefe
ind Wasser gewonnen wird.“ (Von der deutschen Brausteuer
pürde Bayern bekanntlich nicht berührt werden.)

Die Reichsstaägscommission über den Antrag Buhl
„etreffs der Bestrafung der Weinfälschung erweiterte dessen Gesetz
zahin, daß die Strafe auch eintriit für Herstellung weinähnlicher
getränke durch ätherische Essenzen oder für Verwendung von Farb⸗
toffen, um Weißwein in Rothwein umzuwandeln; ferner soll die
Fonfiscation dieser Getränke in allen Fällen vorgeschrieben werden.

Die Kommission des Reichssstags für das Gesetz betreffend
ie Bestrafung der Weinfälschung hat sich über die Fassung des
sntwurfs schlüssig gemacht. Danach lautet 8 1: Mit Gefängniß
is zu drei Monaten und mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark oder
nit einer dieser Strafen wird bestraft: 1) wer zum Zwecke des
herkaufs weinähnliche Getränke unter Verwendung von Säuren
dder säurehaltigen Substanzen, insbesondere Weinstein, Weinsäure
der Tamarinden oder Glycerin oder ätherischen Substanzen herstellt,
owie wer zum gleichen Zwecke Weinmost oder Wein mit einer der
orbezeichneten Substanzen mischt oder durch Verwendung von Farb⸗
toffen Weißwein in Rothwein umwandelt. 2) Wer Getränke, von
enen er weiß, daß dieselben den Bestimmungen unter Nr. 1 zu⸗
dider hergestellt, gemischt oder umgewandelt sind, berkauft oder
eilhält.

Am 23. Mai wurde der deutsch-österreichische
MNeistbegünstigungsvertrag abgeschlossen. Derselbe enthält keine Be—
timmung über den Appreturzoll und den Rohleinenverkehr. —
der Handelsvertrag Deutschlands mit der Schweiz wurde am
Abend vorher abgeschlossen.

Ausland.

Der Gedanke Napoleons III., daß für Frankreich nur eine
Allianz mit Deutschland heilsam sein könne, findet jetzt in Frank⸗
reich wie es scheint, vielfachen Anklang. Die Haltung Deutschlands
n der tunesischen Angelegenheit hat dieses Wunder zu Stande ge—
racht. Nur die clerikalen Blätter jammern darüber, daß man
zelsaß⸗Lothringen bereits vergessen habe. Eine ehrliche Allianz mit
deutschland, die beiden Ländern gestattete, ihre drückenden Rüst—
ingen abzulegen, wäre allerdings eine schöne Sache, doch wird ihre
zerwirklichung noch lange auf sich warten lassen.

Es scheint, als ob im russischen Officiercorps die Pest des
dihilismus weit um sich gegriffen habe. Es sind kürzlich aber—
nals zwei Officiere verhaftet worden, die der Theilnahme an
rihilistischen Bestrebungen verdächtig waren. Sie heißen v. Strom—
erg und Gustad Glasgoff. Wie wenig der Kaiser sich auf seine
mgebung verlassen kann, beweist fernerhin die Thatsache, daß der
chef der Sicherheitswache von Gatschina, Oberst Antonoff, Knall
nd Fall entlassen werden mußte, weil durch eine vor einigen
cagen in Gatschina, eingetroffene hohe Persönlichteit, die Antonoff's
jergangenheit zufällig kannte, festgestellt wurde, daß dieser Oberst
1s Polizeimeister von Odessa sehr unsaubere Geschichten getrieben
atte. Man hatte Woronzoff Daschkoff, der ebenso wie der Kaiser
elbst von der Vergangenheit Antonoffs nichts wußte, zu bewegen
ermocht, diesem Mann den Posten zu übertragen. Als die Sache
nekannt wurde, befahl der Kaiser, Antonoff sofort zu entlassen.

Die zwischen den europäischen Mächten und der
ürkischen Regierung vereinbarte Konvention bestimmt im
Besentlichen die Abtretung der bereits gemeldeten Gebietstheile an
zriechenland, die Abrüstung von Punta und Prevesa innerhalb dreier
NRonate nach der Genehmigung des Vertrages sowie die Freiheit
er Schifffahrt im Golfe von Arta. Das Eigenthum und die
teligion der Einwohner in den abzutretenden Gebieten soll geachtet
verden, ebenso die Rechte der Vakuf- (kirchlichen) Güter. Der
Sultan verfügt nach wie vor über die kaiserlichen Besitzthümer.
Ztreitigkeiten werden durch eine besondere Kommission eventuell
urch die europäischen Mächte entschieden. Eine türkisch-griechische

Kommission wird zwei Jahre lang die staats⸗ und privatrechtlichen

Fragen regeln, wobei der Rekurs an die vermitielnden Mächte
gestattet ist. Griechenland übernimmt einen noch zu vereinbarenden
Theil der türkischen Staatsschuld. Eine dreijährige Frist ist fest⸗
jesetzt für die Abgabe einer Erklärung der Einwohner, welche olto—
nanische Staatsangehörige bleiben wollen. Die erwähnte Kom⸗—
nission wird die rückständigen Steuern regeln. Die Mächte haben
as Recht, die Kommission zur Ueberwachung der Räumung und
lebergabe der Gebietstheile zu erneuern. Eine vollständige gegen⸗
eitige Amnestie ist gewährt. Der gegenwätigen Konvention folgt
nmittelbar eine die gleichen Bestimmungen enthaltene Konbention
wischen der Türkei und Griechenland. Die Genehmigung der
konvention erfolgt innerhalb drei Wochen. Die Uebergabe erfolgt
ektionsweise innerhalbe 5 Monaten.

Vermischtes.

x Ueber die Reise Sr. kgl. Hoheit des Prinzen Ludwig von
Baiern durch die Pfalz wurde folgendes Programm officiell kund-
Jegeben. Hochstderselbe trifft Sonntag 29. Mai mit Zug 101 in
vermersheim ein. Von dort geht derselbe 83,14 Nachmittags nach
Speier weiter, wo er 3,44 anlangt. Am Dienstag reist derselbe
»er Extrazug um 3 Uhr Nachmittags von Speier weg und trifft
um 3,89 in Neustadt ein. Die Rückfahrt wird 10 ühr Abends
ingetreten. Ankunft in Speier 10,89. Am Mittwoch fährt der
ßrinz in Speier ab 8,52, um sich nach Kaiserslautern zu begeben,
vo er 10,40 anlangt. Von hier setzt derselbe seine Reise Mittags
5 Uhr mit Extrazug nach Zweibruͤcken fort, wo er 7,6 eintrifft.
Am Donnerstag besucht der Prinz St. Ingbert, indem er um'8
Uhr in Zweibrücken abfährt, um 8,30 in St. Ingbert eintrifft,
im 12 Uhr von da wegfährt und 12,43 in Zweibrücken ankommt.
bon hier reist derselbe 12,54 ab, trifft 1,25 in Biebermühle ein,
»enutzt von dort einen Extrazug, mit dem er 2,48 in Annweiler
inlangt. Die Abreise von da erfolgt 7,20 Abends, in Landau
ährt der Zug 7,47, in Germersheim 8,25 ab, und langt in
Speier 8,44 an. Am Freitag 3 Juni verläßt Se. k. Hoheit um
3.42 Speier, um aus der Pfalz zu scheiden. Officieller Empfang
st verbeten, die Beamten haben in Civilkleidung zu erscheinen.

F Der Oberstaatsanwalt beim Oberlandesgerichte Zwe i⸗
brücken hat an die ihm untergebenen Staatsanwaltschaften die
trengste Weisung ergehen lassen, gegen die Weinverfälscher und
vesonders die Fabrikanten und Händler von sogenannten Kunst⸗
veinen auf Grund des Reichsgesetzes vom 14. Mai 1879, be—
reffend den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Ge—
rauchsgegenständen, energisch vorzugehen. Die kgl. Regierung
der Pfalz hat mittelst Entschließung vom 3. Mai von diesem Er—
asse des Oberstaatsanwaltes den Districtspolizeibehörden Kenntniß
zegeben und dieselben beauftragt, die Staatsanwalischaft beim
kinschreiten gegen Weinfälscher thatkräftigst zu unterstützen und
nsbesondere auch die Namen der wegen Weinfälschung Bestraften
uur weiteren Verwerthung bei der kql. Regierung zur Anzeige zu
»ringen. (Pf. Post.)

F In Kaiserslautern wurde am Sonntag Morgen
m Hausgang eines Geschäftsmannes ein drei Wochen altes Kind
n einem Kästchen wohlerhalten lebend aufgefunden. Die Mutter,
zine arme ledige Taglöhnerin, wurde, wie es scheint, in ihrer sehr
»edrüngten Lage zu diesem Schritte veranlaßt. Die Mutter wurde
von der Gendarmerie festgenommen, von der kgl. Staatsanwalt-
chaft aber wieder freigegeben.

F Neustadt. Eaalbau-Aktiengesellschaft. Die Gesammt-
innahme pro 1880 beträgt 21,089 M. 86 Pf., die Gefammt—
ausgabe 20,925 M. 53 Pf. sonach der Ueberschuß 931 M. 31Ppf.
— Die Jahresmiethe des Restaurateurs beträgt 000 M.

F In der Nacht vom 22. Mai wurde in der Actienbrauerei
u Frankent hal ein frecher Diebstahl verübt. Aus einer im
Somptoir stehenden Geldkiste wurden 754 Mk. 50 Pf. entwendet
uind außerdem die in dem Wirthschaftslocat aufgestellte Sammel⸗
züchse für das Waisenhaus ihres Inhalts beraubt.

F In Baalborn feierte am 28. Mai Lehrer Schäfer
von dort zu gleicher Zeit sein fünfzigjähriges Dienstiubiläum und
eine goldene Hochzeit.
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        Der Nachtwächter zu JLlbeshe im bei Kirchheimbolanden
hat der „Pf. Pr.“ zufolge seinen Dienst kürzlich hoch zu Roß
berrichtet. Ein reitender Nachtwächter dürfte wohl noch nicht da⸗
gewesen sein.

F In St. Johann ist in Folge kreisthierärztlich konsta⸗
irter Tödtung eines wuthkranken Hundes, welcher 2 andere Hunde
gebissen hat, die ebenfalls getödtet wurden, die Hundesperre auf
3 Monate verordnet worden.

F Herrn Heinrich Lanzz, Maschinenfabrikant in Mann⸗
heim, ist bei jüngster Ziehung der österre ischen Staats-Loose ein
Bewinn von 300,000 Mark zugefallen.

FMainz, 23. Mai. Ein Passagier des Salonbootes
Deutscher Kaiser“, das heute Vormittag 9 Uhr von hier abfuhr,
vollte vorher noch das Schiff verlassen. Er machte, trotzdem die
Planken schon entfernt waren, einen Sprung nach der Landungs⸗
hrücke, stürzte dabei in den Rhein und ertrank.

— Ein Pferd durch Oleander vergiftet. Ein dem Schmied
Lichtmannegger in Ettendorf bei Traunstein gehöriges werth—
volles Pferd riß kürzlich von einem Oleanderstrauche, welcher sich
als Zierde vor einem Hause befand, einige Zweige ab und fraß
dieselben. Schon nach wenigen Stunden traten bei dem Pferde
rankheitserscheinungen auf und trotz sofort eingeleiteter ärztlicher
Behandlung erlag das Thier schon am anderen Tage der Vergiftung.

F In Paris haben die Fachblätter angefangen, Bericht
über die Thätigkeit des auf der Polizeipräfektur eingerichteteten
Laboratoriums zur Untersuchung der Fälschungen von Lebensmitteln
zu erstatten. Die Fälschungen übersteigen alle Befürchtungen.
So wurden von 12 Milchproben 11 als gefälscht, eine als gut
befunden, von 9 Proben Confituren eine gut, 8 schlecht. Auch
Bier und Essig liefern viele schlechte Proben; noch schlimmer steht
es mit dem Weine: Von 133 Proben waren nur 3 gut, der Rest
gefälscht. Der „Figaro“ macht zu diesen Erfahrungen folgende
Bemerkung: „Man wird unwillkürlich an die Bemerkung Alfons
Karr's erinnert: „Wenn ich meinen Krämer vergifte, bekomme ich
mindestens Zwangsarbeit; wenn mein Krämer mich vergiftet, zahlt
er 40 fr Geldbuße.“ Das Schlimmste ist, daß diese Fälschungen
wissenschaftlich sind. Es handelt sich nicht mehr um Versetzung
der Milch mit Wasser und Kalk, des Weines mit gefärbtem Wasser;
es sind gelehrte Chemiker nöthig, um Fuchsin, Strychnin uud
Billige Strohhüte.

Um mit meinem Lager möglichst zu räumen, verkaufe ich von
Jeute ab sümmtliche Strohhüte zu äußerst billigen
Preisen. Hermann Fischer.

Geschaͤfts-Empfehlung.

Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß er sich
m Hause seiner Tante, Frau Wwe. Stupp, alte Bahnhof⸗
tret⁊ kier als .—

Blechschmied4
nedergelassen hat und übernimmt alle in dieses Geschäft einschla⸗
gjenden Arbeiten, bei Zusicherung billiger und prompter Bedienung.

alle Reparaturarbeiten werden bestens ausgeführt.

Einer geneigten Kundschaft entgegensehend, zeichnet

Achtungsvollst
Peter Stupp.
òSCCAALM8 AMM
Die Holzwaaren-Fabrik von
— *
Georg Houssong
in Neuhäusel.
ꝛmpfiehlt: Schaufeln, Brod- und Weckschießen, Hack⸗
bretter, Narden, Schüsseln &amp; Platten, sowie viele
andere in dieses Fach einschlagenden Artikel in schöner und guter
Waare.

Aud sind schöne Ha- und Wieg⸗Hlötze zu habe—
000cCc.C c cC20000000000
Soolbad Rilchingen.

⸗ v⸗ — —
Saison-Eröffnung am 1. Juni.
——
in modernen Schriften billigstbei
Visitenkarten be

Druck und Berlag von F. xXx.

indere Stoffe zu finden, die leider nicht bloß den Magen angreifen,
ondern auch das Gehirn und zum Wahnsinn führen.

FGMaturerscheinung.) Bei Ssotschi am schwarzen
Meere erhob sich am 29. v. M. in der Nacht eine plötzliche Wasser⸗
inschwellung. Bei ganz stiller Luft erhob sich plötzlich eine mächtige
Woge und ergoß sich weit hin über das Land, Bäume knickend und
häuser zerstörend. Die Matrosenkaserne wurde hierbei ganz zerstört,
in Kronsschiff sank, viele Felukken wurden an's Ufer geworfen
ind scheiterten und mehrere Menschen kamen um's Leben. Man
atte es allem Anscheine nach mit einem Erdbeben, welches den
Meeresgrund in Bewegung gesetzt hatte, zu thun.

FDeutsche Wissenschaft in Japan. Ueber die
apanesischen Universitäten und ihre Besetzung mit deutschen Pro—
essoren läßt sich die „St. James' Gazette“ folgendes berichten:
„Als die japanische Regierung fand, daß die Reisen der japa—
nischen Studenten nach Europa zu kostspielig seien, und daß außer⸗
em die Studenten in Europa der Aufsicht entbehrten, beschloß
ie, eine eigene Universität zu gründen mit deutschen, englischen
ind französchen Professoren, die in ihren betreffenden Sprachen
ehrten. Ob nun die Sprachenverwirrung zu groß war oder ob
zie Deutschen in Zucht und Lehre tüchtiger waren, genug, die Eng—
änder und Franzosen wurden entlassen, und nun sind alle Lehrer
in der Universität von Yeddo Deutsche. Mit Ausnahme
»er Theologen sind alle Studienzweige so vertreten wie
n Berlin oder Heidelberg; die Universität zählt über 1000 Stu—
enten, die vorher einen sechsjährigen Kursus auf dem deutschen
hymnasium durchmachen müssen. Die Prüfungen sind schwieriger
ils in Deutschland; doch werden sie von den meisten bestanden.
die Mehrzahl der Studenten entscheidet sich für das Studium der
NRedizin, weil sich dieselbe besser zahlt als ein anderes Fach; die
Zezahlung der Professoren ist freigebig; Reisekosten nach Yeddo
ind zurück; ein Haus mit Garten und ungefähr 1200 L. jährlich.
der japanische Unterrichtsminister ist gleichfalls ein deutscher Pro—
essor von der Universität Rostock. Auch die Chinesen sollen in
Veking eine deutsche Universität gründen.“

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

Bierbrauereôi Gebr. Beckor.
Donnerstag (Christi Himmelfahrtstag) im Garten
Harmonie-Musik
der Schadewitz'schen Kapelle.
Bei ungünstiger Witterung im Haus.
0
Lagerbier vom Faß!
Vor dem Hause der Frau Pet. Hager Wittwe
Blieskasteler Straße.
Die berühmte Stuttgarter Schnell⸗
2 *
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In diesem Atelier werden die Bilder nicht auf Glas *
sondern auf Ferotyp⸗Patent-Papier in 4 Minuten
unverwüftlich, und ewig haltbar gleich zum mit⸗8
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2 Die Zeit des Sitzens dauert 2 Sekunden, sowohl für 8
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Ste J F e? N· ci⸗u z. Ausschreibung offener Stellen des Handels-
—* u. Gewerbestandes, der Industrie und Landwirth-
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dung erfolgt franco per Streifband. VBeginn d Abonn, jederzeit. *
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Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen S
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men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf. *
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Demetz in St. Ingbert.
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28 — ——— 223*
35 535 53537
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierieljahrlich
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Samstag, den 28. Mai 1881.

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Deutsches Reich.

Der Antrag des Abg. Dr. Buhl bezüglich der Bestrafung
der Weinfabrikation wurde von der Commission des Reichs—
ags bei der Schlußabstimmung einstimmig angenommen.

Zu erledigen hat der Reichstag hauptsächlich noch: in drei
desuugen den Nachtragsetat, die Zollerhöhungen für Mehl, Trauben
nd Wollwaaren nach dem im Bundesrathe angenommenen Antrage
Zachsens, die Handelsverträge mit Oesterreich und der Schweiz;
n zweiter und dritter Lesung das Unfallversicherungsgesetz, die
hesetze über die Reichsstempelabgaben und die Bestrafung der Trunk⸗
ucht; in dritter Lesung den Vertrag mit China, das Gewerbe—
vnungsgesetz und das Gerichtskostengesetz. Außerdem liegen noch
inige Anträge und Petitionen vor. Es ist dies ein Arbeitspensum
velches sich in der Zeit bis Pfingsten keinesfalls erledigen lassen
ürfie. Wahrscheinlich wird sich der Reichstag am 2. Juni bis
um 9. Juni vertagen; der Schluß der Session wird gegen den
2. Juni hin erwartet.

Um ben Mitgliedern des deutschen Volkswirthschaftsrathes
tagegelder und Fahrgeld zahlen zu können, soll der Reichstag
34 000 Mk. bewilligen. Diese Forderung kam am 24. ds. im
sieichstag zur ersten Berathung und wurde schließlich an eine
vommission zur Vorprüfung verwiesen. Günstig ist derselben die
Stimmung im Reichstag nicht, da viele von seinen Mitgliedern
ven Volkswirthschaftsrath als eine Art Nebenparlament ansehen,
hurch welches Fürst Bismarck. wie sie meinen, den Reichstag in
„chatten stellen wolle. Das sprach z. B. Sonnemann heute un—
nwunden aus. Abg. Löwe von Berlin (Fortschr.) äußerte die
Befücchtung, der Volkswirthschaftsrath werde nur ein williges
Werkzeug für die Pläne des Reichskanzlers sein, und dazu noch
Geld herzugeben, solle sich der Reichsstag hüten. Von besonderem
Interesse waren auch die Ausführungen des Abg. Windthorfi
Centrum), welcher lebhaften Bedenken gegen die neue Institution
Ausdruck gab. Tas Anhören von Sachverständigen wäre seiner
Ansicht nach in den einzelnen Fällen vorzuziehen; er vermißt Be⸗
weise für die ersprießliche Thätigkeit des bisherigen preußischen
Volkswirthschaftsrathes.

Das Innungsgesetz, wie es aus der zweiten Lesung

Reichstags hervorgeht, hat die Verbesserung erfahren, daß
die bedenklichsten Bestimmungen, welche den „indirekten Innungs-
wang“ begrundeten, gestrichen sind. Der vielangefochtene 8S 100 e.
inthält nunmehr nur noch die Bestimmung, daß Streitigkeiten aus
— — von
er zusiändigen Innungsbehörde auch dann zu entscheiden sind, wenn
der Ärbeitgeber der Innung nicht angehört, sowie daß die von der In⸗
nung erlassenen Vorschriften über die Regelung des Lehrverhältnisses,
iber Ausbildung und Prüfung der Lehrlinge auch für Lehrherren au—
zerhalb der Innung bindend sind. Dagegen ist der entscheidendste
haragraph von dem Verbot der Annahme von Lehrlingen für
dichuüͤnnungsmitglieder ebenso wie der von der Kommission hinzu—
gefügte Paragraph über die Heranziehung der außerhalb der Innung
dehenden Meister zu Kranken-⸗, Wittwens u. dgl. Kassen abgelehnt
dorden. Das Lehrlingsverbot ist mit einer geringen Majorität
132 gegen 127 Stimmen) abgelehnt worden, die dadurch zu
Slande kam, daß sich ein Theil der deutschen Reichspartei und die
holen den Liberalen anschlossen. Ob diese geringe Majorität bei
der dritten Lesung vorhalten wird, muß dahingestellt bleiben. Ge—
angt das Gesetz ohne die in zweiter Lesung gestrichenen bedenk⸗
ichsten Bestimmungen zur Annahme, so wird es noch mehr, als
ie Bundesrathsvorlage gethan haben würde, die Wirkung haben,
nach keiner Seite zu befriedigen; es wird den Anhängern der Ge⸗
werbefreiheit noch immer zu viel Befugnisse enthalten, welche eine
Nöthigung zum Eintritt in die Innung in sich schließen; es wird
hnen noch viel zu viel, den Freunden obligatorischer Innungen
nel zu wenig bieten. Es wird ein verunglückter und praktisch
janz unwirksamer Versuch sein, zwischen zwei undereinbaren Gegen⸗
ützen einen Mittelweg zu finden. Immerhin kann man vom
iberalen Standpunkt aus nur wünschen, daß wenigstens die Er—
olge zweiter Lesung nicht wieder verloren gehen.

Ir vperdiente Anwalt und Leiter des großen deutschen

Genossenschaftswesens, Schulze-Delitzsch, dringt seit
ünf Jahren im Reichstag auf eine Revision des Genossenschafts-
gesetzes von 1868 in verschiedenen Richtungen. So hbrachte er
auch jetzt wieder seine Anträge ein, welchen der konservative Abg.
v. Mirbach Anträge auf Einführung der beschränkten Haftbarkeit
und Beseitigung der Solidarhaft, der Sachse Ackermann solche auf
polizeiliche Kontrole und Beschränkung zur Seite oder — gegenüber
tellte. Am 18. Mai wurde im Reichstag in erster Lesung darüber
herhandelt, und wurden die drei Anträge einträchtig einer Kom⸗
nission überwiesen. Staatssekretär v. Schellung meinte: Wir
werden bei den Verhandlungen Etwas lernen, wir werden sehen,
was man im Reichstag will und — später darauf zurückkommen.
Dabei sprach er von dem „fruchtbaren“ v. Mirbach'schen Gedanken.
Schulze will, wie er als Antragsteller ausführte, die Solidarhaft
für seine Genossenschaften, die den Kleinbetrieb und dessen Kredit
vie Leistungsfähigkeit vor Allem eingerichtet seien, beibehalten, da⸗
zegen das einzelne Miglied im Fall der Liquidation oder gar des
Konkurses der Genossenschaft schützen, vor der Möglichkeit, dann
von dem oder den Gläubigern ausschließlich auf das Ganze belangt
zu werden. Ein Ausschlag auf alle zahlfähigen Genofssenschafter
mit exekutorischer Beitreibung soll hier Sicherheit und Gleichheit
hringen. Dabei ist Schulze nicht dagegen, daß man auch Genossen⸗
scchaften mit beschränkter Haftbarkeit zulasse. Nur will er die
Brundlagen des bestehenden, groß und segensreich entwickelten Ge—
nossenschaftswesens nicht verändert, nicht nach dem Gebiet der
Aktiengesellschaften hin verschoben haben, oder als eine von reichen
Beschäftsantheilern mit beschränkter Haftbarkeit gewährte Wohl—
hätigkeit an die „kleinen Leute“ behandelt wissen. Das ifi der
HGrundunterschied zwischen liberaler und konservativer Anschauung
und Beurtheilung des Genossenschaftswesens, das in Deuischland
ich thatsächlich am freiesten und größten seit 20 Jahren entwickelt
at. Klein und kläglich nehmen sich deßhalb die wider etwaige
Schäden von dem viel genannten Abg. Ackermann vorgeschlagenen
—A
Mirbach'schen Protektorgedanken nachgewiesen hatte, Richter (Hagen)
nit Recht daran erinnern konnte: Die sächsischen Konservativen
denken sich einen geordneten Staat in der Art eingerichtet, daß bei
und hinter jedem Menschen ein Polizeidiener steht, um in jedem
zinzelnen Fall ihm zu sagen, was er zu thun und was er zu lassen
sJabe. Abg. Schröder erinnerte mit Recht daran, daß sich nur dann
bei Genossenschaften die von den Konservativen gerügten Uebel und
drache zeigten, wenn dieselben in einzelnen Fällen über die Grenzen
hrer natürlichen Aufgaben hinausgegangen, wenn sie sich auf
außerhalb der Tendenz der Genossenschaften liegende Geschäfte ein—
zelassen hätten. (Mangelhafte Kontrole hat aber auch schon häufig
Vorschußvereine empfindlich benachtheiligt. Die Red.) Noch er—
vähnte er, daß zahlreiche südwestdeutsche Genossenschaften (ländliche
Darlehenskassenvereine und landwirthschaftliche Konsumvereine) sich
m vorigen Jahr auf einer Konferenz zu Darmstadt unter Zu—
timmung des anwesenden so verdienten Schulze⸗Delitzsch für die
Einführung, wenn auch ganz kleiner „Geschäftsantheile“ entschieden
hätten, weil sie eine wesentliche Grundlage der auf Selbsthilfe
cuhenden Genossenschaften bildeten.

Der Londoner „Standart“ schreibt: „Was würde Arnim
der verstorbene deutsche Botschafter in Paris) sagen, wenn er
lebte und Bismarck als eine fast populäre Person in Paris
ähe, nachdem er sich selbst zwischen Bismarck und die Franzosen
zu stellen versucht hat? Sobald Gambetta im Amte ist, muß er
direkte innige Beziehungen mit Bismarck anknüpfen. Europa wünscht,
daß die Klagen über Elsaß-Lothringtn verstummen, nachdem Frank—
ceich durch Bismarcks Hilfe Ersatz (in Tunis) erhalten“

Die Hochzeit der Prinzessin Vickoria mit dem Kronprinzen
von Schweden ist, wie die „Vost“ meldet, jetzt auf 1. Oktober
ds. Is. festgestellt.

Ausland.
Der französische Minister des Auswärtigen, Barthelemy
Saint⸗Hilaire, wird vom „Voltaire“ und von fast allen opportu—
nistischen (Gambetta ergebenen) Blättern wegen eines Schreibens
        <pb n="318" />
        an die „Deutsche Revue“ heftig angegriffen, in welchem er den
Satz ausspricht, „Frankreich musse der deutschen Regierung für
jhre Haltung in der tunesischen Frage dankbar sein.“

Infolge der in Ensida ausgebrochenen Unruhen werden die
Franzosen Tunis und die Umgegend der Haupistadt besetzen. Die
Hraber von Enfida sind in vollem Aufstande und haben mehrere
eingeborene Juden und einen Europäer verwundet. Um Einzelauf⸗
stände zu verhindern, werden die Franzosen mit Einwilligung des
Beys fast ganz Tunesien besetzen.

Aus Spanien kommt die Nachricht, daß der deutsche
Gesandte mit der spanischen Regierung wegen Ueberlassung des
Protektorats über den Sulu-Archipel unterhandle. Der Sulu⸗
orchipa ist nicht sehr umfangreich. Er enthält vielleicht Alles in
dllem circa 100 ktleine Inseln, die höchstens 300 Quadratmeilen
Land umfassen. Die Inseln find sehr fruchtbar und für die
Anlage von Plantagen vorzüglich geeignet. Aber die Bedeutung
dieser Insel liegt auf einem ganz anderen Gebiete, nämlich auf
dem maritimen und commerziellen. Bei der Ausdehnung des deut⸗
schen Handels in Ostasien uud in der Südsee ist es durchaus
nothwendig, rine Centralstation für unsere Marine zu gewinnen,
in weicher beständig eine kleine Flotte von mehreren Corvetten und
Kanonenbooten stationirt sein kann, um das Ansehen Deutschlands
dort aufrecht zu erhalten. Für eine solche Marinestation gibt es
wenig bessere Punkte in der ganzen Sudsee als den Sulu⸗Archipel.

Ein Decrel des Kaisers don Rußland vom 18. Mai ord⸗
net die förmliche Einverleibung des Tekke⸗Turkmenengebiets unter
dem Namen „Transkaspisches Gebiet“ an und unterftellt dasselbe
der kaukasischen Statthalterschaft.

Aus Petersburg schreibt man der N. Fr. Pr.“: „Zu
den vielen Anzeichen einer ganz Ruß!and durchziehenden revolutio⸗
nären Bewegung gehört auch das Auftreten eines Betrügers in
Rischnei⸗Nowgorod, der sich für den in Rizza verstorbenen Thron⸗
folger Nikolai Alexandrowitsch ausgibt. Den Behörden gelang es
bisher nicht, dieses Pseudo-Thronfolgers habhaft zu werden.“

4
Vermischtes.

* St. Ingbert. Nach neueren Bestimmungen wird
S. K. Hoheit Prinz Ludwig von Bayern nicht in
—V—— sondern blos den Stollen besichtigen.
Zur Beseitigung von Umständen, welche bezüglich der Be—⸗
handlung des Schubwesens in der Pfalz sich ergeben haben,
erging nachstehende Anordnung: Die Besorgung der Geschäfte
des Schubwesens wird an denjenigen Amisgerichtssitzen der Pfalz,
in welchen sich nicht zugleich ein Bezirksamt befindet, den dort
befindlichen Amtsanwälten und, soferne daselbst ein eigener Amts—
anwalt sich nicht befindet, den Gerichtsschreibern übertragen. Diese
Anordnung triit mit dem 1. Juni l. Is. in Wirksamkeit.

7 Fortmit dem ominösen Namen! Die „Zwei⸗
brücker Jeitung“ meldet unterm 24. Mai: Dem Königl. Zeichnen⸗
lehrer an der Realschule dahier, Hrn. Tod tschinder, ist auf
Ansuchen allerhöchst gestattet worden, an Stelle seines seitherigen
Familennamens den Namen Heinrich zu führen. (Heinrich.
das klingt gewiß viel sanfter als Todtschinder.)

7 Z3n Winnweiler wurden in der Nacht zum 22. Mai
Plakate mit der Aufforderung zur allgemeinen Vernichtung der
Juden unter Angabe der betr. Zeit angeschlagen. Hoffeutlich liegt
hier nur ein sogenannter schlechter Witz vor, dessen oöffentlicher
Anschlag seinem Urheber leicht zum Unheil ausschlagen könnte und
eigentlich auch sollte.

. Aus Weisen heim am Sand trafen am 24. die ersten
Kirschen ein.

Eine dankenswerthe Einrichtung hat der Stadtrath von
Speyer getroffen, indem er die Witterungsvoraussagung der
Muͤnchener Wetterwarte jeden Abend am Postgebäude zur allge—
meinen Kenntnißnahme anschlagen läßt. Verdient Nachahmungh

p In Riedselz (Anter-Elsaß) sind laut Mittheilung der
„Pf. Pr.“ die Blattern ausgebrochen; 3 Häuser sind geschlossen,
2 Personen bereits gestorben.

p Otto Koch;, der seinen Schwager in Heidelberg
erschossen hat, soll gegen eine Caution von 15,000 M. aus der
Untersuchungshaft entlassen werden.

P.In der zu München am 23. dso. stattgefundenen Sitzung
des Landesstiftungsraths der Wittelsbacherstiftung wurde zum
Vorsitzenden Minister v. Pfeufer gewählt, als dessen Stellvertreter
Erzgießereibefitzer v. Miller in Munchen, zum Schtiftführer Regier⸗
nugsassessor Landmann in München, zu dessen Stellvertreter Pro—
fessor Stoölzel daselbst. Ferner wurde der Entwurf einer Instruktion
für die Geschäftsbehandlung des Landesstiftungsraths festgestellt.
Eine ziemliche Anzahl von Gesuchen (worunter zwei aus Nuͤrnberg)
war schon eingelaufen, welche jedoch zurückgewiesen werden mußten.
weil sie alle auf Unterstützungen hinaduslaufen. In der Presse soll
dem Publikum bekannt gegeben werden, welchen Zweck die Stift⸗
ung verfolgt. Im Laufe des Jahres wird noch eine Sitzung des
dandesfliftungsraths stattfinden.

4 Die Enthüllung des Wieland-Denkmales zu Biberach
findet am Pfingstmontag, den 6. Juni d. J., Vormittags s 11
Ahr statt. Das Comitô ladet alle Freunde und Verehrer des
Dichters zu dieser Feier ein.

In Altona wurde eine ganze Mormonengesellschaft ent⸗
deckt; die hiesige Polizei hat dem Treiben derselben sofort ein Ende
gemacht. Als Vorsteher dieser Gesellschaft oder sog. Aeltester, auch
Zionsbruder genannt, fungirte der Porträtmaler Paul Hammer,
11 Jahre alt, aus Harburg; derselbe wurde verhaftet. Von Utak
gesendet, um für das Mormonenthum Anhänger zu gewinnen,
scheint er sich namentlich unter älteren Frauenzimmern in Altona
und in der Umgegend viele Anhängerinnen verschafft zu haben.

4 Zur Erleichterung des Besuchs von Berlin wird auch
in diesem Jahr, und zwar Donnerstag den 2. Juni, ein Extrazug
Vormittags 8 Uhr 16 Min. von Base!l abgelassen und Freitag
Vormittags 8 Uhr in Berlin eintreffen. (In Straßburg gehi
derselbe um 12 Uhr Mittags, in Weißenburg um 1 Uhr 50
Min. ab.)

4 In Berlin ist dieser Tage der Entscheidungskampf zwi⸗
schen Fritz Käpernick und dem Rennpferd Alice, der neulich in
Folge des Scheuens und Stürzens des Pferdes für unenischieden
Aklart war, zu Gunsten Käpernicks ausgefochten worden. Dat
Schauspiel hatte wiederum eine kolossale Menschenmenge angelodt.
Als Bedingung war diesmal festgesetzt worden, daß die etwa 200
Meter lange Vahn 60 mal zu durchlaufen sein sollte. Als Preis
waren 8000 Mt. gesetzt. Außerdem hatte der Berliner Sporteclub
dem Sieger einen silbernen Pocal als Ehrenpreis gestiftet. Punkt
Gin Uhr betraten Käpernick und „Alice“ die Bahn. Kädernick
erschien diesmal nicht wie sonst im Tricot, sondern in einem weiß⸗
blau⸗rothen Jockehanzug und Lederhosen, ein Kostüm, das ihn, wie
sich später zeigte, wesentlich am freien Gebrauch seiner Kräfte
hinderte. Veide durchschritten zunächst einmal langsam die Bahn,
dann 6 Uhr 40 Minuten nahm der Weittlauf seinen Anfang.
Die ersten zwei Umläufe wurden in je einer Minute zurückgelegt,
hei'm dritten setzte aber Käpernick erhöhte Kraft ein und gewaun
dadurch bedeutenden Vorsprung. Er hatte bereits 40 Secunden
horaus, als das Pferd bei'm 13. Umlauf einen unvermutheten
Anlauf nahm und seinen Concurrenten beim 17. Umlauf einzu⸗
jolen vermochte. Beide blieben nunmehr so ziemlich in gleicher
dinie und erst bei'm 89. Umlauf gelang es Käpernick, Vorsprung
zu gewinnen. Beide Concurrenten hatten sich inzwischen dahin
Jeeinigt, den Wettkampf nach dem 41. Umlauf als beendet anzu⸗
ehen, und nun vermochte Käpernick um7 Uhr 10 Min. 30 Sec.
ʒei diesem mit 10 Meter Vorsprung als Erster durchs Ziel zu
gjehen. Er hat somit 8200 Meter oder 51 englische Meilen in
30 Miin. 30 Sec. zurückgelegt. Abends lief Käpernick wie üblich
aochmals, und ging auch hier als Sieger hervor.

Der Haß der Franzosen gegen alles Deutsche macht sich
zuweilen in recht wunderlicher Weise geltend. Eine Berliner Fa⸗
zrit von Wassetleitungsgegenständen erfreut sich sehr ausgebreiteter
Verbindungen nach Belgien und Frankreich. Eine Anerkennung für
die gelieferten Waa.en wurde der Fabrik auch vor einigen Tagen
zu Theil, doch enthält der Brief die gewiß interessante Bitte des
Besteliers, in Zukunft doch die Waaren nicht in deutscher Zeitungs⸗
makulatur zu derpacken, da er mehrfach deßwegen Verdruß gehab⸗
und Anstoß damit erregt habe!

In Epernay ist Herr Most, Chef des bekannten
Champagnerhauses Most et Chandon, mit Hinterlassung eines
Vermögens von ca. 80. Millionen Fres. gestorben.

PZwischen Frankreich und England wird eine doppelte
Fisenbahnverbindung geplant. Abgesehen von dem Projekte einer
Tunnelanlage, für welche eifrige Vorstudien im Werke sind, if
nuch die Herstellung einer festen Eisenbahnbrücke über den Canal
viederume in den Vordergrund getreten. In einer von dem In⸗
zenieur Bbérard de Sainte-Anne, dem Praͤsidenten der französischen
Republik unter dem 18. December 1880 unterbreiteten Denkschrift,
wird die Ausführung dieses letzteren Unternehmens, auf Grund der
angestellten vorläufigen Ermittelungen für zweifellos erklärt. Die
Bruͤcke soll in der Richtung von Folkestone nach dem zwischen
Boulogne und Calais belegenen Cap Gris⸗Nez gebaut werden, eine
ꝛänge“ von 36 Kilometer erhalten und theils als Bogenviadukt
zunächst der Küsten), theils als Pfeilerbrücke mit eisernem Ueber—
Jau, theils und zwar über den beiden Hiupischiffsstraßen als Tu—
jelbrücke hergesteüt werden. Im mittleren Theile der Brücke würde
auf durchgehendem Fundament eine Art Zwischenstation mit Leucht⸗
hurm anzulegen sein. Durch — namentlich auf französischer Seite
eutende Bodenaufschültung soll die Wassertiefe auch in den
dauptfahrstraßen auf 30235 M. verringert und dadurch für die
Zrückenpfeiler ein genügend sicherer Untergrund geschaffen werden.
Die Hohe der die Hauptdurchlässe für die größten Seeschiffe über—
pannenden Tunnelbrücken ist auf 8358 M. uͤber dem Meeresspiegel.
die Weite dieser Brückenöffnungen auf 150 -200 M. angenom
men, welche Maße allen Bedürfnihen der Schiffahrt genügen sollen
An den Vrückencaden würden sich nach Bedürfniß auf beiden Ufer
        <pb n="319" />
        en größere Hafenanlagen anschließen. Bei der Gesammtlänge
Bruͤcke von 36 Kilometer könnte die Ueberfahrt von England
Frankretch in 35 bis 40 Minuten erfolgen. Nach Ansicht
Verfassers der Denkschrift würde der geplante Bau in jeder
aise gegen den Andrang der Meereswogen, wie auch gegen Sturm⸗
ud hinreichende Sicherhest bieten. Derselbe glaubt sein Project,
enn die nöthigen Geldmittel — über deren Höhe allerdings kei⸗—
Aei Schätzungen gemacht werde — zufammenkommen, in einer
aͤst von 8 Jahren ausführen zu können und verspricht sich von
m bestehenden und bestimmt zu erwartenden Berkehr schon vom
sten Jahre ab eine angemessene Verzinsung des Anlagekapitals.

Ein deutsch⸗amerikanischer Uhland hat einen neuen Hymnus
das Schwein gedichtet, in welchem folgende Verse vorkommen:

„Heil dir geborstetes, ewig geworstetes,

Dutzendgeborenes, niemals geschorenes,
Liebliches Schwein!

Dichter begeisterst du, Welschkorn bemeisterst du,

Gruͤnzer erzeugendes, Ferkelchen säugendes
Trefflliches Schwein!

D'rum Heil dir, ewiges, immerfort schäbiges,

Niemals gereinigtes, vierfach gebeinigtes,
Herrliches Schwein!

Eine brutale Blutthat durch Richter Lynch bestraft. Eine
epesche meldet aus Durango (Colorado): „Chos. Moorman,
Postkutscher aus Leadville, und zwei Kameraden begaben sich
ein Theater und Hazardspielhaus. Gleich, nachdem sie das
dtal betreien hatten, zog Moorman mit einem fürchterlichen Fluche
nen Revolver und feierle zwei Schüsse ab, deren einer einen fried⸗
hen Bürger, Namens Polk Prindle, welchen Moormann nie
orher gesehen hatte, tödtete, während der andere einen jungen
sann am Arm verwundete. Moorman entfloh nach dieser Helden⸗
jat, wurde jedoch später eingefangen und ins Gefängniß gebracht.
jn der Nacht nach seiner Verhaftung drangen mehrere nicht mas⸗
irte Personen in das Gefängniß ein, holten den Mörder heraus
— V0 Bürger an einem
dume auf. Sie machten bekannt, daß irgend Jemand, welcher

— &amp;Z—— —

dlt Ws ep MondedeVa

Todes⸗Anzeige.

Freunden und Verwandten die schmerzliche Nachricht,
daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat— meine innigst
geliebte Gattin

Maria Schweitzer geb. Rohr
im Alter von 23 Jahren, nach 6 monatl. Krankenlager,
versehen mit den heiligen Sterbsakramenten heute in ein
hbesseres Jenseits abzurufen.

Um stilles Beileid bitten

Großblittersdorf, 26. Mai 1881.

Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Samstagmorgen um 9 Uhr statt.
8
Billige Strohhüte.
Um mit meinem Lager möglichst zu räumen, verkaufe ich von
eute ab sämmtliche Strohhüte zu außerst billigen
zreisen. Hermann Fischer.
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die Leiche vor Tagesanbruch abnehme, ebenfalls dem Richter Lynch
(d. h. der Volksjuͤstiz) zum Opfer fallen werde.

Verlreibung von Holzwürmern aus Möbeln und Büchern.
Nach dem „Mechanics Magazin“ wird das den Möbeln und
ebenso den Bibliotheken so gefährliche Insect (genannt Anobium)
durch Benzin unschaͤdlich gemacht. Bücher bringt man in einen
derschließbaren Schrank und siellt ein Schälchen mit Benzin in
denselben. Die Thiere, sowie ihre Larven und Eier sterben bald
ab. Mobel und Schnitzereien bringt man in einen verschließbaren
Raum und läßt ebenfalls die Dämpfe von in einer Schale bhe—
indlichem Benzin einwirken. Es dauert einige Wochen oder Mo—
nate, ehe die Vernichtung der Thiere vollendet ist. — Neue Holz-
arbeiten kann man durch Ueberziehen mit Leim vor dem Ein—
dringen der Würmer schützen, da dieselben thierische Stoffe unbe⸗
rührt lassen, indem sie nur von Vegetabilien leben.

Dienstesnachrichten.

Der Landgestütsthierarzt Ad a m in München wurde zum Direktor am

Kreisgestüte der Pfalz in Zweibrücken ernannt.

Marktberichte.

Homburg, 25. Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
12 M.14 pf.“ Korn 10 Me86 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
Dpf., Gersie 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
7 Möh Pf., Mischfrucht 11 M. 25 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
d . — pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
zrode6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 30 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
30 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 15 Pf., Kartoffeln per Ztr. 2M.— Ppf.

Kaiserslautern, 24. Mai. (Fruchtmittelpreis und Biltualienmarkt.)
Weizen 11 M. 860 Pf., Rorn 11M. — Pf. Spelztern 11 M. 80 Pf., Spelz
3 M. 60 Pf. Gerste 9 M. 27 Pf., Hafer 7 M. 65,Pf., Erbsen — M.
— pf. Wicken 8 M. 89 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 pf., Gemischtbrod
z Pfund 46 Pfg. Butter pro Pfund 1M. — Pf. Eier 1Stud os pf.
dartoffein pro Zentner 2 M. 40 Pf. Stroh O M. — Pf. Heu 3 M. —
Pf., Kleeheu 3 M. 60 Pf.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.

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Zimmer, Kammer u. Küche

nebst Pflanzgarten hat zu ver—
miethen Balthasar Trier,
Blieskastelerstraße.

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der vielen Heilmittel⸗Annoncen

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dermann versendet, der seine Adresse per Correspondenzkarte deut⸗
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        Licitation.

vig Hussong, minderjährige

dinder des in öt. —— Auszug.
ebten Bergmannes Johann Krei⸗ AIII

cher und Maria Hussong, welche e en
hre genannte Mutter als Vor⸗ —

nünderin und den nachgenann⸗ 1. Der Landwehrmann An⸗
en Jakob Kreischer zum Neben- lon Marx, 30 Jahre alt
bormunde haben; Schmelzarbeiter,

IV. Jakob Kreischer, Schu⸗ 2. der Landwehrmann Jo—
ier; hann Karl Simon, 86

V. PhilippKreischer, Berg⸗ dJahre alt, Glasmacher,
mann; beide früher in St. Ingbert

VI. Peter Kreischer, Berg⸗ wohnhaft, nun ohne bekannten
mann; Wohnort abwesend,

VII. Heinrich Kreischer, werden hiemit vorgeladen, am
Bergmann; Mittwoch, den 20. Juli

alle in St. Ingbert wohnhaft, 18831, Vormittags 8 Uhr
darl Metz der ehelichen Ermäch-⸗ n der öffentlichen Sitzung des
igung und Gütergemeinschaft Schöffengerichts zu St. Ing—
wegen persönlich betheiligt. bert in dessen Sitzungssaale zu

St. Ingbert, 27. Mai 1881. xrscheinen, damit daselbst zur

xKe. Ausffschneider, Hauptverhandlung ůber die ge⸗
Amisverweser. gen Sie erhobene —5 we

Ziehung der ersten Dr. v. Jen Auswanderns ohne Erlaub.
haunerschen Kinderspilallotterie iß im October bezw, Nodember
indel unwiderruflich 81. 1880 geschritten werde.

Nai nachsthin zu Muuchen stalt Zugleich wird den Angeklag

Es folgen nun: len eroͤffnet, daß bei umentschul⸗
. Die 3weite Dr. v. Hau-⸗ digtem Ausbleiben ihre Verur—

ner'sche Kinderspitallotierie⸗ heilung auf Grund der vom
Ziehung am 12. Septem⸗ kgl. Landwehr « Bezirks ¶ Com
ber 1831. mando Zweibrücken am 18. Mai

Preis des Looses 1 Mark. 1881 nach Vorschrift des 8 472
2. Brückenauer Geldlotterie — ahdegebenen

u Gunsten der durch Brand rklärung ersolgen werde.

n Stadt. St. Ingbert, 25. Mai 1881

200,000 Loose à 2 Mark. Der kgl. Amtsanwalt
Ziehung am 8. November 1881. gez· Müller.

Bei beiden Lotterieen wird Zur Seglaubigung
aufend gezogen; also keine Ser Der kul, Amtsgerichtsschreiber
rienziehung. Glattfeld. Stellv.

Loose sind zu haben bei allen FHD¶ VvVurm
bekannten Verlaufstellen. aeseitige gefahrles und siher hbag

Generalagentur: inih, ee Sw Dr med

A. c B. Schuler. Erusis WW- in Leinzic.

EBRARDT's
8 IV——— —4— 4
EinIladung oO )UXNnement.,. Vier AuSsga DBn. .
Eino Mark-Ausgabe — Me— Pracht-Ausgabe
Jahrlich: u a auf feinstem Papier gedruekt
24 Arbeitsnummern, * ark· Ausgabe Jahrlich:
12 Sehnittmusterbogen F
Preis viorteliãahri nur J Mark. d hrlienr: J Arheitsnummern,
2 azgabe 212 41betsnnmmem, gterurte
2 Nark-dMusgabe 12 Sehnittmusterbogen, 8
lahrlich: 2 colorirte Modenkupfer. 4color. Handarbeitskupfer,
24 Ardeitsnummern, 24 Schnittmusterbogen,
colorirte Modenkupfer, 24 fertig ugesehnittene Papier
dehnittmusterbogen, muster.
— Praia viarteliührl. 6 Mark.

Montag, den 13. Juni
aächsthin Nachmittags 3 Uhr zu
Schnappbach, Stadtgemeinde
St. Ingbert in der Wirthschaft
von Karl Siegwardt, Adjunkt
wird durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten
Amisverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
die nachhin bezeichnete, zu der
Gütergemeinschaft, welche zwi⸗
schen dem zu Schnappbach ver⸗
lebten Glasgemenger Ludwig
heinrich Spaniol und dessen
hinterbliebenen Wittwe Barbara
Schlickling bestanden hat, ge⸗
hörige Liegenschaft in der Steuer⸗
zemeinde St. Ingbert, der Ab⸗
sheilung wegen öffentlich an den
Meistbietenden zu Eigenthum
versteigert, nämlich:

Plan Nr. 49988, 2 a
45 qm Fläche, Wohnhaus,
Keller, Stall und Hof und

—IL
34 qm Garten dabei, das
Ganze gelegen an der
Hauptstraße zu Schnapp⸗
bach neben Philipp Spa⸗
niol und Johann Hölz⸗
heber;

Eigenthümer sind:

1. Barbara Schlickling,
ohne Gewerbe in Schnappbach,
Wittwe des Verlebten;

2. Magdalena Spaniol,
gewerblose Ehefrau von Friedrich
Tittelbach, Bergmann, beide in
Altenwald;

3. Johann Spaniol, Glas⸗
macher in Altenwald, einziger
Sohn und Repräsentant der ver⸗
storbenen Tochter Sophie Spa⸗
niol, lebend Ehefrau von Mi⸗
chael Spaniol in Altenwald;
4. Sophie — genannt Anna
Spaniol, minderjähriges Kind
und Repräsentant des verstorbe⸗
nen Sohnes Johann Spaniol,
weiland Glasmacher in Schnapp⸗
bach, welche ihre Mutter Katha⸗
rina Reischmann, ohne Ge⸗
werbe, früher in Bruchmühlbach
jetzt in Williamsburg in Nord⸗
Amerika wohnhaft, Witwe von
Johann Spaniol, zur gesetzlichen
Vormünderin und genannten
Friedrich Tittelbach zum Bei⸗
bormunde hat;

5. Die Kinder und Reprä—
sentanten des verstorbenen Soh—
nes Heinrich Spaniol, lebend
Glasmacher in Schnappbach,
Namens:

a) Charlotie Spaniol, le⸗
dig, großjährig uund ohne Ge—
werbe in Schnappbach;

b) Heinrich Epaniol, Glas⸗
macher allda;

e) Magdalena Spaniol,
gewerblose Ehefrau von Johann
Palm, Bergmann, beide daselbst
wohnhaft;

qd) Carl Spaniol, Glas⸗
macher allda;

—AV
Spaniol, diese beide noch

minderjährig, welche ihre Mutter
Wilhelmine Günther, ohne Ge⸗
werbe in Schnappbach, Wittwe

—XEEEE hᷣucanungen. Abonnements ebenangestet vore,
—A
Potsdamerstrasse. Borlin W.
Für Familien und Eefreirkel. Biblicut

Holols, Cafés und Restaurationen.
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Probe⸗nmern gratis und franco.
Abonnemenis-Preis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchbandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
A—SHierzu für unsere Post⸗Abonnenten „Illustrirtes SonntaasblatrNr. 22. —
        <pb n="321" />
        * St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag,/ Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich
A 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.A 60 -, einschließlich 20 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
1881.
Deutsches Reich.

Abg. Reichensperger (Crefeld) hat zu dem Berichte der Peti—
fionskommission über den Impfungszwang folgenden verschärfenden
Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle die betreffenden Peti—
tionen dem Reichskanzler behufs Beseitigung des Impf⸗
zwanges zur Berücfsichtigung überweisen.

Ausland.

Ueber die Verhaftung des Marineoffiziers Suchanoff wird der
Wiener „Allgem. Ztg.“ unterm 14. ds. Mis. aus Petersburg
geschrieben: Die Auffindung Suchanoff's wurde dadurch herbeige⸗
kührt, daß man im Laden Kabozoff's (von dem aus der Minen⸗
gang in die kleine Gartenstraße gegraben war) einen „Metallschuh“
seine Dolchseite) fand, wie ihn hier die Marine⸗Offiziere tragen.
die Waffenmagazine wurden nun polizeilich beauftragt, jeden
Marineoffizier zu melden, welcher entweder eine Dolchreparatur be—
sorgen läßt oder einen neuen Dolch kaufen werde. In kurzer Zeit
wurden von sechs Marine⸗Offizieren neue Dolche gekauft, Repara⸗
turen kamen nicht vor. Alle sechs Ofsiziere wurden gleichzeitig in
derselben Nacht aus dem Schlafe geweckt, abgeholt und vernommen.
Fünf gingen vom Verdacht gereinigt wieder heim, der sechste,
Zuchanoff, konnte sich nicht ganz rechtfertigen und blieb als ver—⸗
dächtig in Haft. Man untersuchte seine Wohnung noch in der—⸗
selben Nacht und fand bei ihm eine Masse von Sprengpräparaten
und die gleichen Fachschriften, wie sie bei Kibaltschitsch gefunden
vorden waren. Man erinnerte sich erst jetzt, daß Suchanoff schon
in der Schule (1872) eine besondere Vorliebe für Chemie und
Mechanik zeigte, und daß er in Kreisen von Technikern und Offi⸗
zieren öfters Vorlesungen hielt. Diesen Vorlesungen wohnte mit—⸗
unter auch der im Prozeß als tüchtiger Spezialist anerkannte
aibaltschitsch bei. Suchanoff war also der Lehrer eines Schülers
wie Kibaltschitsch, Genosse der nihilistischen Verbrecher Perowska
und Sheljaboff, welche selbst im Angesicht des Todes nicht mit
einem Wort vrrriethen, daß ihr fähigster Mineur „zur Befreiung
der Gesellschaft“ unverhaftet zurückbleibe. Der Genosse von Sucha—
noff's Schwester, der vorgebliche Kabozoff, war ein ganz unterge—
xrdneter Gehilfe der Nihilisten, im „Rang“ Ryssakoff. Suchanoff
selbst war aber der Leiter der ganzen Minenoperation, wie er
zuch der Lieferant des Dynamits für die versuchte Sprengung des
Winterpalastes war.

Die Konvention über den türkisch-griechischen Grenz⸗
ttreit ist am 24. ds. unterzeichnet worden.
Vermischtes.

* St. In gbert. Herr Dekan Krieger in Kirch—
deimbolanden hat der hiesigen protestantischen Kirchenge—
meinde, in der er bis vor Kurzem durch eine lange Reihe von Jahren
als Geistlicher wirkte, als Andenken eine sehr schöne sil berne
Ranne zu dem vorhandenen Taufbecken verehrt.

*— 17 pfaälzische Abgeordneten haben am Schlusse der sechs⸗
ährigen Landtagsperiode ihren Wählern öffentlich einen Rechen—
schaftsbericht abgelegt über die Hauptmomente der Verhandlungen
ind über ihre Thätig keit herbei. Der Bericht schließt mit den
Worten: In nationalem und liberalem Sinne waren wir zu wirken
destrebt, dem materiellen und geistigen Wohle unserer Mitbürger
war unsere Sorge gewidmet; möge nun das, was wir mitgeschaffen,
dem Lande, wie wir gewollt, auch zum Segen gereichen!

*— Die demokratische Volksversammlung am Himmel⸗
ahrtstage in Landstuhl war nur von etwa 60 Personen besucht.
Dieser schwache Besuch wird den Herren Demokraten wohl zur
eberzeugung verholfen haben, daß ihr Weizen im Wahlbezirk
domburg⸗Kusel nicht zum Blühen kommi.

AMa. — Vom Kahlenberg, 26. Mai. Verwichenen
Sonntag, den 22. ds. Mts., abends zwischen 11 und 12 Uhr,
wurde ein Bursche von Altheim Namens Lambert von einem
Burschen aus Böckweiler, Freier mit Namen, dermaßen mit dem
Messer bearbeitet, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Freier ist bereits mit seinem Kameraden Konrad, der übrigens
nur bei der Paukerei thätig war, verhaftet, da man glaubte, die
Beschuldigten wollten sich durch Entfliehen der sie treffenden Strafe

entziehen. Freier hat seinem Gegner 4 nicht unbedeutende Messer—
stiche beigebracht und sollen 2 oder 3 die Lunge erreicht haben.

In Mimbach geriethen dieser Tage Mutter und Sohn
um das Eigenthumsrecht an einem Misthaufen in Streit. Der
Sohn ergriff, wahrscheinlich, weil die Mutter nicht nachgab, die
Mistgabel und durchstach ihr die Hand.

— Scheidt, 27. Mai. Hiermit die Mittheilung, daß mit
dem heutigen Tage hierselbst eine Posthülfstelle errichtet und die⸗
selbe dem Hauptlehrer Hrn. Minder übertragen wurde.

Die am Himmelfahrtistage in Win den abgehaltene Bau—
»rn⸗Versammlung erwies sich als nicht besonders zugkräftig; denn
dieselbe war nach dem „Eilb.“ nur von 100 bis 150 Personen
hesucht. Und so mögen durch die Rede des Herrn von Thüngen
zu dem ontiliberalen Programm gerade nicht Viele bekehrt worden sein.

FGayern in Berlin.) Die in der Berliner Bock—
hrauerei auf dem Tempelhofer Berge allabendlich konzertirende 58
Mann starke Kapelle des 1. bayerischen Infanterieregiments „König“
rechtfertigt, wie die „Nat.-Ztg.“ schreibt, durch ihre vortrefflichen
deistungen den vortheilhaften Ruf, welcher ihr voranging, vollkommen
mnd zieht ein zum Theil sehr distinguirtes und musikverständiges
Publikum an.

Der Bier⸗Verbrauch steigert sich in Frankreich von
Jahr zu Jahr in erheblichem Maße. 18853 verbrauchte Paris
kaum 7000 Hektoliter, 1864 schon 40,000 und gegenwärtig
300,000 Hektoliter. Der Bier⸗Import kostete Frankreich 1880
15 Millionen Franks. Die französischen Brauereien produziren
gegen 8 Millionen Hektoliter und zahlen 15 Millionen an Steuern.
Pro Kopf verbraucht Frankreich jährlich 21 Liter Bier. Es nimmt
inter den europäischen Ländern die drittletzte Stelle ein. Hinter
hm stehen nur noch Schweden und Norwegen (mit 15 Liter) und
Rußland (mit 2 Liter).

F In London haben am 28. ds. die Geschworenen ihren
Wahrspruch abgegeben in dem gegen Joh. Most (deutscher Sozial⸗
demokrat) wegen verschiedener von ihm in der „Freiheit“ veröffent⸗
ichter Artikel über die Ermordung des Kaisers Alexander U.; sie
jaben ihn der Aufreizung zum Mord, wie die Anklage lautete,
schuldig befunden. Die Verkündigung des Straferkenntnisses wurde
pertagt, weil, wie der „Frkf. 83.“ gemeldet wird, ein juristisch
weifelhafter Punkt noch in Erwägung zu ziehen war. (In dem
Bericht der „Frkf. Z.“ heißt es noch, die Geschworenen hätten
Bnade empfohlen.)

F Thränen. Bei einem ehelichen Streit versuchte die
Frau eines Apothekers ihren Gatten durch Thränen zu rühren. —
„Ach,“ sagte er, „höre auf zu weinen, Thränen find zu Nichts zu
zebrauchen. „Ich habe sie chemisch untersucht. Sie bestehen aus
einer Idee von phosphorsaurem Kalk und etwas Sodachlorid. das
Meiste aber ist unnützes Wasser.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme z.
Der Empfang
Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen
sudwig von Bayern
hei Seinem hohen Besuche in hiesiger Stadt wird sich zu einem
Feste gestalten, wie es unsere Stadt noch niemals sah.
—XD—
in Ausschmückung des Bahnhofes und der Straßen der Stadt,
mm deren Ein- und Ausgang große Ehrenpforten errichtet werden.

Die Knappschaft hat mit Arbeiter-Deputationen der Fabriken,
mit den Feuerwehren und Kriegervereinen von hier und aus
dem Bezirke die Ordnung übernommen; die Mannschaften nehmen
an den von den Festordnern angegebenen Plätzen Aufstellung.

Auch den Schülern der k. Lateinschule wie den Schülern
der Volksschulen sind Plätze in den Straßen angewiesen, welche
Seine Konigliche Hoheit bei der Fahrt vom Bahnhofe nach der
Grube, der Aklienglashütte und den Werken der Herren Krämer
derührt.
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        7 — — 0 —
Beldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mck 130, 800 Gesdgewinne. Meilt hohe Treffer. Sortlaufende Rummern
Keine Serienziehung.
Auf 10 Loose bereits ein Freiloos. Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
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Loose à1 Mark zu beziehen durch:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert.
—IMAAM. J —— Acker beim grünen — 34. 3— 1. Johann Bauer Maurer
Licitation. virnbaum neben Paul Hary; Licitatio n. allda;

Miliwoch, den 15. Juni 2. Plan Nr. 2233, 530 qm Freitag, den 17. Juni 2. Georg Bauer, Tagner
nächsthin, Vormittags 10 Uhr Flaͤche, Wohnhaus und 881, Mittags 12 Uhr, zu daselbst;
zu Heckendalheim, in der Hofraum und Plan Nr. Ommersheim, in der Wirth⸗ 3. Margaretha Nielos, ein⸗
Wirthfchaft von Rikolaus Becker 3234, 70 qm Pflanzgar- schaft von Andreas Lang, zige Tochter der verlebten Bar⸗
werden durch den unterzeichneten den dabei, das Ganze ge- Wittwe, bara Bauer, Ehefrau von Ja⸗
hiezu gerichtlich beauftragten legen im Orte Ommers⸗ werden von Karl Auffschnei kob Niclos, Schneider allda,
Amisverweser des kgl. Notars heim neben Michael Flätgen der, Rechtskandidat in St. Ing- welche ihren genannten Vater
Franz Sauer in St. Ingbert, und Straße. heri, Amisverweser des kgl. No- zum Vormunde und den Jo—
die nachstehend beschriebenen Lie— Eigenthümer sind: r Sauer daselbst, die nach⸗ hann Bauer zum Nebenvor
genschaften in der Steuerge⸗ Der Wuͤlwer, die Kinder und stehend beschriebenen Liegenschaf⸗ munde hat.
meinde Heckendalheim, der Ab⸗ xIrben der in Ommersheim ver⸗ en in der Steuergemeinde Om⸗ St. Ingbert, 27. Mai 1881
theilung wegen disentlich an die ebten Gertraude Flätgen, mersheim, der Abtheilung wegen, He Aufsch id
Heeistbirtenden zu Eigenthum als: öffentlich versteigert, nämlich; neider,
versteigert, nämlich: ih Ludwig Blatter, Mau-. 1. Plan Nr. 2133, 337 qw Amtsverweser.

1 Plan Nr. 2418, 34 qm rer in Ommersheim wohnhaft, Wiese in der Lach; —N
Flache. Wohnhaus unter Wittwer der Verlebten; 2. Plan Nr. 2051, 15 2 Sonntag den 29. Mai be
einem Dache mit Plan Ir. 2) Magdalena aetere Acker neben Osthofen; günstiger Witterung
24 und Plan Nr. 1638 dig, großjährig und ohne Ge— Eigenthümer sind:

IA 30 qm Garten dabei, vwerbe allda; IJ. Maihias Bauer, Maurer Waldparthie
das Ganze gelegen im Orte 3) Elisabetha und 4) Ludwig in Ommersheim, Wittwer der
Heckendalheimneben Ca⸗ Blatter, diese beide minder⸗ daselbst verlebten Maria Anna in der neuen Anlage⸗ Mu
Farina Blaumeiser Witiwe ührig, welche ihren genannten Walle; sik von der hiesigen Stadtkapelle
und Peter Lauer; daler zum Haupspormumde und II. Die Kinder und Reprä— Höflichst ladet dazu ein
Plan Nr. 1227, 13 2 30 den Johann Flätgen, Berg⸗ entanten dieser Eheleute als: V. ESceoisgerber.
ijm Acker im Allment ne- mann in Sulzbach zum Neben⸗ AX 7 «
b Nikolaus Buchheit bei⸗ vd ewme Mal 151 Geschäfts- Empsfehlung:
derseits; St. Ingbert. 27. Mai Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß er sic
Plan Nr. 1295, 21 2 K. Auffschneider, m Hause die eer eee ie —ã
4 q¶m Acker oben am Amisverweser. irche bier als
ment, neben Nikolaus * —
— Auszug. Blechschmied 4
Ven r 11 1220 Heffenlliche —X aiedergelassen hat und übernimmt alle in dieses Geschäft einschla⸗
im Garten im Ort neben veaAavan genden Arbeiten, bei Zusicherung billiger und prompier Bedienung
Gons Hurte sind: laduns ˖ i Neparalurakbeiten werden bestens ausgeführl
igenthümer sind 1. Der Landwehtmann An⸗ Finer geneigten Kundschaft entgegensehend, zeichnet
Der Wittwer, die Kinder und
ton Marx, 30 Jahre alt. Achtungsvollst
Erben der in Heckendalheim ver⸗ Schmelzarben
7 Schmelzarbeiter, Peter Stupp.
en — Blaumei⸗ de anbwehrmann Jo⸗ ,

er, als: *

—A— —— Holzwaaren-Fabrik von

agner in Hecdendalheim, jetzi —— 28 8
Hüttenarbeiter in Burbach, wohn⸗ — Georg Ho ussong
haft, Wittwer der Verlebten; Vehnou abwesend, in Neuhaäusel.

2), Margarttha, ) Johann Wwerden hiemit vorgeladen, am empfiehlt: Schaufeln, Brod⸗ und Wedschießen, Had
und 4 Katharina Lacroir, Mittwoch, den 20. Juli braer, Rarden, Schüsseln &amp; Platten, sowie viel—
diese drei noch minderjährig und 13831, Vormittags 8 Uhr andere in dieses Fach einschlagenden Artikel in schöner und guter
vertreten durch ihren genannten n der öffentlichen Sitzung des Waare.

Ante gze ne und 3 Schoffengerichts um Se Ing- A bud schöne Hack⸗ und Wieg⸗Klötze zu haben.

e agner im m⸗ 3 — — — 4
mersheim als Nebenvormund. de ee 000 αοοο 000000

5 e 27. Mai 1881. dauptverhandlung über die ge⸗ 9 o01b ad Ril chin 8 en

e enver⸗ —* Fe erhobene Ancge r ⸗

Am isde gen uswanderns ohne Erlaub⸗ — M 8 2

Licaioen. Saison-Eröffnung am 1. Juni.
geschritten werde. æ *

Freitag, den 17. Juni Zugleich wird den Angeklag⸗ 00000c OCOOC.OOOOO
nächsthin, Vormittags 10 Uhr len eroͤffnet, daß bei unentschli.8 Sitellen⸗Ausschreibungen kostenfrei. —
zu Ommersheim, in der digtem Ausbleiben ihre Verur-⸗ Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗ 6
Wirthschaft von Andreas Lang, theilung auf Grund der vom Stellen⸗ Nusschreibung offener Stellen des Handels
Wulle werden durch den un- tgl. Landwehr- Bezirls -Com⸗ x Eischeint —333 — * e
szachneten hiezu gerichllich bez ando Zweibrücken am 18. Mai — — — ———— — —B———
auftragten Amtsverweser des 1881 nach Vorschrift des 8472 iaene Abonnementspreis fut je 8 Vummern2 Mark, fur
igl. Rolars Franz Sauer zu der R.»St.⸗P. O. abgegebenen * deen Pent, Visaendeh Desen Wehr —8
Et. Ingbert, die nachstehend bee Erklärung erfolgen, werde. ung erfolgt sranco per Streifbanyd Seginn pun eee
e ee ete tn.
Steuergemeinde Ommersheim der Der igl. Amtsanwalt Isertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
Abtheilung wegen öffentlich an gez. Müller. Eberswalde, Pr. Brandenburg.
die Meistbietenden zu Eigenthum Zur Beglaubigung Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neb⸗
hersteigert, nämlich: Der ihl. Amlsgerichisshreibermen wir vollstnd tostenfrei in unser Blatt auf.

1. Plan Nr. 588, 18 a 30 Glattfeld, Stellv. i⸗aaluoaloai uoabunqꝛↄaꝙpsnꝙ;⸗ nↄno⸗

Drud und Verlag von F. . Demez in St. Ingbert.
Sien Illustrirtes Sonntagsblatt“ Ar. 22.

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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltung? blatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betraͤgt vierteljährlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 ⸗pro Zeile berechnet.

2
A 85.

Sonntag, den 29. Mai

1881.
Deutsches Reich.

Abg. Reichensperger (Crefeld) hat zu dem Berichte der Peti—
tionskommission über den Impfungszwang folgenden verschärfenden
Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle die betreffenden Peti⸗—
tionen dem Reichskanzler behufs Beseiti zung des Impf⸗
zwanges zur Berüchichtigung überweisen.

Ausland.

Ueber die Verhaftung des Marineoffiziers Suchanoff wird der
Wiener „Allgem. Ztg.“ unterm 14. ds. Mis. aus Petersburg
geschrieben: Die Auffindung Suchanoff's wurde dadurch herbeige-
führt, daß man im Laden Kabozoff's (von dem aus der Minen—
gang in die kleine Gartenstraße gegraben war) einen „Metallschuh“
(eine Dolchseite) fand, wie ihn hier die Marine⸗Offiziere tragen.
Die Waffenmagazine wurden nun polizeilich beauftragt, jeden
Marineoffizier zu melden, welcher entweder eine Dolchreparatur be—
sorgen läßt oder einen neuen Dolch kaufen werde. In kurzer Zeit
wurden von sechs Marine⸗Offizieren neue Dolche gekauft, Repara—
luren kamen nicht vor. Alle sechs Ofsiziere wurden gleichzeitig in
derselben Nacht aus dem Schlafe geweckt, abgeholt und vernommen.
Fünf gingen vom Verdacht gereinigt wieder heim, der sechste,
Suchanoff, konnte sich nicht ganz rechtfertigen und blieb als ver⸗
dächtig in Haft. Man untersuchte seine Wohnung noch in der⸗
selben Nacht und fand bei ihm eine Masse von Sprengpräparaten
und die gleichen Fachschriften, wie sie bei Kibaltschitsch gefunden
worden waren. Man erinnerte sich erst jetzt, daß Suchandff schon
in der Schule (1872) eine besondere Vorliebe für Chemie uͤnd
Mechanik zeigte, und daß er in Kreisen von Technikern und Offi⸗
zieren öfters Vorlesungen hielt. Diesen Vorlesungen wohnte mit⸗
unter auch der im Prozeß als tüchtiger Spezialist anerkannte
Kibaltschitsch bei. Suchanoff war also der Lehrer eines Schülers
wie Kibaltschitsch, Genosse der nihilistischen Verbrecher Perowska
und Sheljaboff, welche selbst im Angesicht des Todes nicht mit
einem Wort vrrriethen, daß ihr fähigster Mineur zur Befreiung
der Gesellschaft“ unverhaftet zurüdbleihe. Der Genofse von Sucha
noff's Schwester, der vorgebliche Kabozoff, war ein ganz unterge⸗
ordneter Gehilfe der Nihilisten, im „Rang“ Ryssakoff. Suchanoff
selbst war aber der Leiter der ganzen Minenoperation, wie er
auch der Lieferant des Dynamits für die versuchte Sprengung des
Winterpalastes war.

Die Konbention über den türkisch⸗griechischen Grenz⸗
streit ist am 24. ds. unterzeichnet worden.

entziehen. Freier hat seinem Gegner 4 nicht unbedeutende Messer⸗
tiche beigebracht und sollen 2 oder 3 die Lunge erreicht haben.

In Mimbach geriethen dieser Tage Mutter und Sohn
um das Eigenthumsrecht an einem Misthaufen in Streit. Der
Sohn ergriff, wahrscheinlich, weil die Mutter nicht nachgab, die
Mistgabel und durchstach ihr die Hand.

— Scheidt, 27. Mai. Hiermit die Mittheilung, daß mit
dem heutigen Tage hierselbst eine Posthülfstelle errichtet und die—
elbe dem Hauptlehrer Hrn. Minder übertragen wurde.

F.Die am Himmelfahrtstage in Win den abgehaltene Bau⸗
ern⸗Versammlung erwies sich als nicht besonders zugkräftig; denn
dieselbe war nach dem „Eilb.“ nur von 100 bis 150 Personen
Hesucht. Und so mögen durch die Rede des Herrn von Thüngen
u dem antiliberalen Programm gerade nicht Viele bekehrt worden sein.

FGayernin Berlin.) Die in der Berliner Bock—
brauerei auf dem Tempelhofer Berge allabendlich konzertirende 88
Mann starke Kapelle des 1. bayerischen Infanterieregiments König“
rechtfertigt, wie die „Nat.-Ztg.“ schreibt, durch ihre vortrefflichen
Zeistungen den vortheilhaften Ruf, welcher ihr voranging, vollkommen
und zieht ein zum Theil sehr distinguirtes und musikverständiges
Publikum an.

f Der Bier⸗Verbrauch steigert sich in Frankreich von
Jahr zu Jahr in erheblichem Maße. 1883 verbrauchte Paris
kaum 7000 Hektoliter, 1864 schon 40,000 und gegenwärtig
300,000 Hektoliter. Der Bier⸗Import kostete Frankreich 1880
15 Millionen Franks. Die französischen Brauereien produziren
gegen 8 Millionen Hektoliter und zahlen 15 Millionen an Steuern.
Pro Kopf verbraucht Frankreich jährlich 21 Liter Bier. Es nimmt
unter den europäischen Ländern die drittletzte Stelle ein. Hinter
hm stehen nur noch Schweden und Norwegen (mit 15 Liter) und
Rußland (mit 2 Liter).

F In London haben am 28. ds. die Geschworenen ihren
Wahrspruch abgegeben in dem gegen Joh. Most (deutscher Sozial⸗
demokrat) wegen verschiedener von ihm in der Freiheit“ veröffent—
ichter Artikel über die Ermordung des Kaisers Alexander LV.; sie
jaben ihn der Aufreizung zum Mord, wie die Anklage lautete,
chuldig befunden. Die Verkündigung des Straferkenntnisfes wurde
ertagt, weil, wie der „Frkf. Z.“ gemeldet wird, ein juristisch
weifelhafter Punkt noch in Erwägung zu ziehen war. (In dem
Bericht der „Frkf. Z.“ heißt es noch, die Geschworenen hätten
Bnade empfohlen.)

F. Thränen. Bei einem ehelichen Streit versuchte die
Frau eines Apothekers ihren Gatten durch Thränen zu rühren. —
„Ach,“ sagte er, „höre auf zu weinen, Thränen sind zu Nichts zu
zebrauchen. Ich habe sie chemisch unterfucht. Sie bestehen aus
einer Idee von phosphorsaurem Kalk und etwas Sodachlorid. das
Meiste aber ist unnützes Wasser.

Fuür die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.
Der Empfang
Zzeiner Königlichen Hoheit des Prinzen
cCudwig von Bayern
hei Seinem hohen Besuche in hiesiger Stadt wird sich zu einem
Feste gestalten, wie es unsere Stadt noch niemals sah.
Stadtrath, Distrikt und Festcomite wetteifern mit der Bürgerschaft
in Ausschmückung des Bahnhofes und der Straßen der Stadt,
mn deren Ein⸗ und Ausgang große Ehrenpforten errichtet werden.
Die Knappschaft hat mit Arbeiter-Deputationen der Fabriken,
nit den Feuerwehren und Kriegervereinen von hier und aus
dem Bezirke die Ordnung übernommen; die Mannschaften nehmen
an den von den Festordnern angegebenen Plätzen Aufstellung.
Auch den Schülern der k. Lateinschule wie den Schülern
der Volksschulen sind Plätze in den Straßen angewiesen, welche
Zeine Königliche Hoheit bei der Fahrt vom Bahnhofe nach der
ßrube, der Aktienglashütte und den Werken der Herren Krämer
derührt.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Herr Dekan Krieger in Kirch—
heimbolanden hat der hiesigen protestantischen Kirchenge⸗
meinde, in der er bis vor Kurzem durch eine lange Reihe von Jahren
als Geistlicher wirkte, als Andenken eine sehr schöne silberne
Ranne zu dem vorhandenen Taufbecken verehrt.

*— 17 pfälzische Abgeordneten haben am Schlusse der sechs⸗
jährigen Landtagsperiode ihren Wählern öffentlich einen Rechen⸗
schaftsbericht abgelegt über die Hauptmomente der Verhandlungen
und über ihre Thätig keit herbei. Der Bericht schließt mit den
Worten: In nationalem und liberalem Sinne waren wir zu wirken
bestrebt, dem materiellen und geistigen Wohle unserer Mitbürger
war unsere Sorge gewidmet; möge nun das, was wir mitgeschaffen,
dem Lande, wie wir gewollt, auch zum Segen gereichen!

*— Die demokratische Volksversammlung am Himmel⸗
fahrtstage in Land st uhl war nur von etwa 60 Personen besucht.
Dieser schwache Besuch wird den Herren Demokraten wohl zur
Ueberzeugung verholfen haben, daß ihr Weizen im Wahlbezirk
Homburg⸗Kusel nicht zum Blühen kommi.

A.- Vom Kahlenberg, 26. Mai. Verwichenen
Sonntag, den 22. ds. Mis., abends zwischen 11 und 12 Uhr,
wurde ein Bursche von Altheim Namens Lambert von einem
Burschen aus Böckweiler, Freier mit Namen, dermaßen mit dem
Messer bearbeitet, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
Freier ist bereits mit seinem Kameraden Konrad, der ůübrigens
nur bei der Paukerei thätig war, verhaftet, da man glaubte, die
Beschuldigten wollten sich durch Entfliehen der sie kreffceiden Etraf—
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Geldlotterie Ziehung Mai 1881 für arme kranke Kinder
Mark 1360.606 Geldgewinne. Meist hohe Treffer. Fortlaufende NRummern.

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Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert.
Tä 5— 6 RFCAAIEC FA MNure
qm Acker beim grünen 1. Johann Bauer, Maurer
Licitation. Zirnbaum neben Paul Hary; Licitation. allda;

Mittwoch, den 15. Juni Plan Nr. 2233, 50 qm Freitag, den 17. Jun' 2. Georg Bauer, Tagner
nächsthin, Vormittags 10 Uhr Fläche, Wohnhaus und 1881, Millags 12 Uhr, zu daselbst;
zu Heckendalheim, in der Hofraum und Plan Nr. Ommersheim, in der Wirth 3. Margaretha Niclos, ein⸗
Wirihschaft von Nikolaus Becker 2234, 70 qm Pflanzgar⸗ schaft von Andreas Lang ige Tochter der verlebten Bar⸗
werden durch den unterzeichneten len dabei, das Ganze ge- Wittwe, zara Bauer, Ehefrau von Ja⸗
hiezu gerichtlich beauftragten legen im Orte Ommers⸗ werden von Karl Auffschnei. kob Niclos, Schneider allda,
Amtsverweser des kgl. Notars haͤm neben Michael Flätgen der, Rechtskandidat in St. Inge welche ihren genannten Vater
Franz Sauer in St. Ingbert, und Straße. beri, Amisverweser des kgl. No. zum Vormunde und den Jo⸗
die nachstehend beschriebenen Lie⸗ Eigenthümer sfind: ar Sauer daselbst, die nach· hann Bauer zum Nebenvor-
genschaften in der Steuerge⸗ Der Wuͤtwer, die Kinder und stehend beschriebenen Liegenschaf · munde hat.
meinde Heckendalheim, der Ab— Frben der in Ommersheim ver⸗ en in der Steuergemeinde Om⸗ St. Ingbert, 27. Mai 1881
theilung wegen dfsentlich an die lebten Gertraude Flaͤtigen, mersheim, der Abtheilung wegen, 8 a — ip
Meistbietenden zu Eigenthum als: zffentlich versteigert, nämlich; Aufschneider,
versteigert, nämlich: H Ludwig Blatter, Mau. 1. Plan Nr. 2183, 347 qw Amtsverweser.

. Plan Nr. 2413, 34 qm ter in Ommersheim wohnhaft Wiese in der Lach; — NN
Fläche, Wohnhaus unter Wittwer der Verlebten; 2. Plan Nr. 2051, 168 a Sonntag den 29. Mai bei
einem Dache mit Plan Nr. 2) pre Natter Acker neben Osthofen; günstiger Witterung
24 und Plan Nr. 16 dig, großjährig und ohne Ge— Eigenthümer sind:

IAa 30 4m Garten dabei, werbe allda; J. Mathias Bauer, Maurer Waldparthie

das Ganze gelegen im Orte 3) Euisabetha und 4) Ludwig in Ommersheim, Wittwer der

heckendalheam neben Ca⸗ Blatter, diese beide minder⸗ daselbst verlebten Maria Anna in der neuen Aulage. Mu⸗

Harina vlaumeiser Witiwe ährig, welche ihren genannten Walle; sil von der hiesigen Stadtkapelle

und Peter Lauer; Vater zum Haupivormunde und i. Die Kinder und Reprä⸗ Höflichst ladet dazu ein

Plan Nr. 1227, 183 2 80 den IJdhann Flätgen, Berg- entanten dieser Eheleute als: P. Weis gerber.

Im Acker im Allment ne- mann in Sulzbach zum Neben⸗ 8 7

. Nikolaus Buchheit bei⸗ —R58 aten, P gi Geschäfts— Empfehlung.
erseitßß t. Ingbert, 27. Mai 1881 Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß er sich

Plan Nr. 1298, 21 4 K. Aufischneider — ,.

* ¶nAder aben am Anieberweser — w Zeuse n Neaule Frau Wwe. Stupp, alte Bahnhof
ment, neben Nikolaus X. T A

—— Auszug. Blechschmie.

2, übßerni in di xf ei

oe din
F 978 ßʒ ——6 Iille Reparaturarbeiten werden bestens ausgeführt.
igenthuümer sind: 1. Der Landwehrmann An—⸗ ẽiner geneigien Kundschaft entgegensehend, zeichnet

Der Wittwer, die Kinder und ton Marx, 80 Jahre alt Achtungsvollst
Erben der in Heckendalheim ver⸗ An herbena St
I marharcha Biaun mei⸗ —nne aardee wehrmann Jo⸗ — — — LxxI Sturr.
er, a 8: s 8
agetet eue n an Sen, Die Holzwaaren-⸗Fabrik von

agner in Heckendalheim, jetzt R— —E c6 *

Hüttenarbeiter in Burbach, wohn⸗ ee nr Iusen Georg H oussong

haft, Wittwer der Verlebten; Wohnort abwesend, in Neuhãaäusel.

2) Margaretha, 3) Johann werden hiemit vorgeladen, am empfiehlt: Schaufeln, Brod⸗ und Weckschießen, Hack⸗
und 4) Katharina Lacroir, mMittwoch, den 20. Juli eier, Rarden, Schusseln &amp; Platten, sowie viele
diese drei noch minderjährig und 1381, Bormittags 8 Uhr ce n dieses dach einschlagenden Artikel in schöner und guter
vertreten durch ihren genannten der öffentlichen Sitzung des Waare.

An ——— und —* Schoffengerichts zu St. Ing⸗ Ah sind schͤne Hack⸗ und Wieg⸗Klötze zu haben

„Tagner im Om⸗ e 666
hee ieterund dg VE ——ä

Si. Ingbert, 27. Mai 1881. Zauͤptverhandlung über die ge— 9 M— ad Rilchin en

K. Znsaeevor Jen Sie erhobene Anklage we⸗ 8 ⸗
msverweser. jen Auswanderns ohne Erlaub 22322 8 2
— Licanon. re Saison-Eröffnung am 1. Juni.
0 geschritten werde.

Zreilag den 17. Junne Zugleig wird den Angeklag. OoOOOOOCDOOODOCOOOOOOOCO
nächsihin. Vormittags 10 Uhr en eröffnet, daß bei unentschul⸗ * Stellen⸗ Aueschreibungen kostenfrei . ——
zu Ommersheim, in der digtem Ausbleiben ihre Verur ⸗· Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗
Wirthschaft von Andreas Lang, heilung auf. Grund der vom Stellen⸗ Vnusschreibung offener Stellen des Handeis &amp;
Winwe, werden durch den un ⸗ gl. Landwehr⸗Bezirks- Com⸗ n Enscheint irdenrehandee —— 5
terzeichneten, hiezu gerichtlich be⸗ ando Zweibrücken am 13. Mai eeforman Bor aguchstes Organ fur Stellesuchende aüte
auftragten Amisverweser des 1881 nach Vorschrift des 8472 veeee Abonnementspreis fur je 8 Nummern 2 Marl, für
igl. Rotars Franz Sauer zu der R.⸗St.⸗P.O. abgegebenen * —55 — IEh veth D eeee een ——
St. Ingbert, die nachstehend bee Erklärung erfolgen werde. ung, erfolgt sranto der Swreiftband eginn onn. Jederzeit.
richeten diehenschesten in der St. Ingbect. 25. Rai 1881. ean de — ————
Steuergemeinde Ommersheim der Der igl. Amtsanwalt Fsertions-Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
Abtheilung wegen öffentlich an gez. Müller. in Eberswalde, Pr. Brandenburg.
die Meistbietenden zu Eigenthum Zur Beglaubigung * Ausschreibungen offener Siellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗
oersteigert, nämlich: Der igl. Amisgerichtsschreiber S men dir voufiande kostenfrei in unser Blatt auf.

1. Plan Nr. 588. 18 2 30 Glattfeld, Stellv. paluoaʒloaa nabunquaaꝙp snx;⸗ uꝛ no

Drud umd Verlag von JF. X. Demetz in St. Ingbert.
diezu Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 22.
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        — h —
e e
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post begogen 146 60 , einschließlich 20 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 16 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
—B

Dienstag, den 31. Mai

— 2
18815

,

Deutsches Reich.

Der Reichstag hat am Samstag die zweite Berathung des
zesetzentwurfs über die Reichsstempelabgaben fort gesetzt. Der
ztenpel auf Quittungen wurde abgelehnt, eben so der Stempel
uf Cheks und Giro⸗Anweisungen; dagegen wurde der Stempel
on 5 pCt des Nominalwerthes auf Lotterieloose (inländische wie
usländische) angenommen. Abgelehnt wurde auch die Besteuerung,
er Lombard⸗Darlehen. Schlußnoten über Zeitgeschäfte sollen mit
10 vom Tausend, die anderen Schlußnoten fix mit 10 Pf. be—
euert werden; Effectengeschäfte bis zu 300 Mk. und Waaren—
eschäfte bis zu 1000 Mk. sind davon frei. — Zu bemerken ist,
aß der Quittungsstempel so zu sagen einstimmig abgelehnt wurde;
ur Graf Bismarck und Frhr. v. Ow (präsident der baierischen
boaeordnetenkammer) stimmten dafür. Die Conservativen gestanden
it erfreulicher Naivität zu, daß sie den Quittungsstempel eigent—
wollen, aber dermalen unmittelbar vor den Wahlen doch nicht
afür stimmen mögen — wegen des Wiedergewähltwerdens.

Auf der parlamentarischen Soirée vom 27. Mai
oll der Reichskanzler u. A. folgende Aeußerungen gethan haben;
Pan sollte im Reichstage wichtige Abstimmungen auf bestimmte
zage verlegen und dabei die Anwesenheit der großen Mehrheit,
ogar möglichst der vollen Zahl der Abgeordneten verlangen. Bei

yem Mehlzoll sei der Nachweis der Identität unerläßlich, weil sonst
er Ausfall zu groß sei. Die Müller sollten mit 3 Mark Zoll
ufrieden sein. Bei der Unfallversicherung sei der Reichs- oder
taatszuschuß unerläßlich. Das Reich müsse den Vorzug haben,
en Arbeitern die ersten Gaben gebracht zu haben. Mit der Un—
ullversicherung werde nur der erste Schritte gethan; weitere müßten
olgen, wie z. B. eine Altersversorgung. Ob Arbeitgeber oder
rbeiter die Prämie zahlen, sei gleichgiltig. Fraglich sei, ob die
ndustrie die erhöhten Leistungen aufbringen könne.

Ausland.

In Mitchelstown (Irland) fand am Freitag, als mit
ilfe von 250 Polizisten und einer Dragonerabtheilung Pächter,
enen gekündigt war, aus ihren Pachtungen ausgewiesen wurden,
n ernster Zusammenstoß zwischen der Bevölkerung einer⸗, den
ruppen und der Polizei andererseits statt. Die Volksmenge wuchs
is auf 12,000 Köpfe an; die Polizei wurde mit Steinwürfen
igegriffen; mehrere Personen wurden verwundet. Die Polizei
ad Reiterei trieben die Menge durch wiederholte Angriffe zurück.
Mus Gesetz gegen Zusammenrottungen wurde zweimal verlesen.
jon weiteren Ausweisungen wurde abgesehen.

Der „National“ erklürt die militärischen Operationen in
kunesien für beendet: in einigen Tagen würden die französischen
ruppen wieder nach Frankreich zurückkehren, in einem Monat aber
je Truppen der Besatzungen von Biserta, Matör, Besha und
zabes aus den Zuaven und algerischen Schützen ausgewählt und
u Zeutrum des Landes der Krumirs werde ein Fort gebaut werden.

angegeben hatte, gar nicht besessen habe. Diese Vorspiegelung
ꝛiner falschen Thatsache, bezw. Unterdrückung der wahren Thaisache,
n der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu ver—
ichaffen, hatte die Vorgerichtstellung des V. zur Folge.

Ein am Donnerstag über Rodalben und Umgegend
niedergegangener mit starkem Hagelschlag verbundener Wolkenbruch
Jat in der Gemarkung dieses Ortes wie auch in der von Thal⸗
ischweiler großen Schaden angerichtet. Viele Gärten, Aecker und
Wiesen sind verwüstet und in letzterem Orte haben die rasenden
Fluthen an Gebäuden, Gartenmauern u. s. w. arge Verwüstungen
angerichtet. Der gegen 5 Uhr von Landau kommende Schnellzug
zlieb vor der Station Biebermühle stecken und konnte erst weiter—
ahren, nachdem die Bahn von Schlamm und Gerölle frei gemacht war.

* Für Pfingstmontag ist eine Versammlung der liberalen
Partei im Wahlbezirkehom burg-Kusel und zwar in Lan d—⸗
tuhl in Aussicht genommen. Die Herren Dr. F. A. Buhl,
Keichstagsabgeordneter, und Eugen Buhl, Abgeordneter zum baye—
rischen Landtage, werden in derselben den Wählern Bericht über
ihre parlamentarische Thätigkeit erstatten.

F Die „K. Z.“ schreibt aus Kaiserslautern: Ein Akt
eltener Rohheit wurde uns mitgetheilt, der jedoch leider nicht ver⸗
einzelt steht. Vor einiger Zeit wurde dahier ein Individuum wegen
zroben Unfugs verurtheilt, das einen todten Angehörigen mißhan—⸗
delt hatte, und schon wieder sieht ein hiesiges Subjekt seiner Ab—
urtheilung wegen Beohrfeigung seiner verstorbenen Ehefrau ent⸗
gegen.

Dem Herrn k. Oberamtsrichter Alwens in Berg—
Jabern wurde von Sr. Maj. dem Köonige der Titel eines Ober—
andesgerichtsrathes verliehen.

Von dem letzten Viehmarkt in Landau berichtet das
„A. W.“ folgenden drolligen Kauf: Ein Handelsmann von Dahn
jatte ein tragendes Rind zum Verkauf ausgestellt. Da kam ein
randauer Kaufmann und bot für das Rind 4500 Cigarren. Der
dandelsmnunn nicht faul, schlug sofort zu und das Rind gehörte
dem Kaufmann. Der Handelsmann machte kein schlechtes Geschäft,
das Rind kostet ihm 90 Mark und die Cigarren, wollen wir die
zeringste Sorte annehmen, 100 Stück zu 3-Mark, so lößte der
Handelsmann also den Betrag von 135 Mark.

FIn Freinsheim wurden am 27. ds. M. die ersten
diesjährigen Kirschen, das Pfund zu achtzig Pfennig, verkauft.

— Das schon so oft gerügte Feueranfachen mit Petroleum hat,
wie dem „Pfälz. Kur.“ aus Speyer geschrieben wird, wieder
ein Unglück angerichtet. Ein Offiziersbedienter wollte das Herd—
feuer zu lebhafterem Brennen bringen und schüttete zu diesem Zweck
Petroleum hinein. Die Flamme schlug zurück und erfaßte die
Kleider des Unglücklichen, der lichterloh brennend und Hilfe rufend
in den Hof eilte, wo von der Straße Herkommende ihm einen da—
iegenden Teppich überwarfen und so das Feuer erstickten. Er hat
jedoch bedeutende Brandwunden erlitten.

Gerr Kommerzienrath Stumm und der
seichsskanzler.) Der Herr Reichstagsabgeordnete Stumm
zatte bekanntlich vor einiger Zeit in einer vielbesprochenen Ange—
egenheit (betreffend das Verbot einer kleinen Zeitung) im Reichs—
age ein ziemlich scharfes Rencontre mit dem Eisenbahnminister
Maybach. Kürzlich besuchte Herr Stumm den Reichskanzler, um
hm u. A. zu erklären, er gedenke bei den uächsten Wahlen die
Flinte in's Korn zu werfen und nicht wieder zu kandidiren. Ein

Vergnügen sei für ihn der Aufenthalt in Berlin nicht, sondern ein
großes Opfer; komme nun noch hinzu, daß man für seinen guten
Willen, gegen die sozialdemokratischen Hetzer zu wirken, statt Dank
und Unterstützung zu erhalten, vielmehr vom Regierungstische zu—
cechtgewiesen und faktisch im Stich gelassen werde, so sei es eben
nicht zu verwundern, daß das Rtsultat davon Ueberdruß an der
Abgeordnetenwirksamkeit und Aufgeben dieser Thätigkeit bedeute.
Der Kanzler erwiderte gelassen, er bedaure diesen Beschluß des
derrn Abgeordneten außerordentlich, da er (der Kanzler) hierdurch
um das Vergnügen mancher angenehmen Plauderstunde komme, —
»olitisch genommen sei es ihm aber völlig gleichgiltig, ob der Herr
ich wieder wählen lasse oder nicht, da der Reichstag ja doch keine

Vermischtes.

QSt. Ingbert, 31. Mai. Herr Louis Beer.
Nüller dahier, Israelit, hat anläßlich der Hochzeit seiner jüngsten
dochter dem Armenpflegschaftsrathe 300 Mark zur Verfügung ge—
ellt zur Vertheilung an Ortsarmen ohne Unterschied der Confession.
s verdient diese nobele Handlungsweise gewiß öffentlich aner—
ennende Erwähnung.

*Von der Strafkammer des kgl. Landgerichts Zweibrü—
en wurde am 25. ds. Mts. der Ackerer Peter Vogelge—
ag von Reichenbrunn wegen Betrugsversuchs zu einer
efängnißstrafe von 4 Monaten und zu den Kosten verurtheilt.
ei demselben hatte es in der Nacht vom 17. zum 18. Nov. vor.
o. gebrannt. Dem Inspektor der Gladbacher Feuerversicherungs-
jellschaft, bei der V. versichert hatte, hatte dieser den Werth der
erbrannten Mobilien und Früchte auf 9780 Mark angegeben,
bäter aber diese Summe, nachdem ihm Vorhalte über seine über—
nebenen Ansprüche gemacht worden waren, auf 3381 M. 10 Pf.
eduzirt unter dem Geständniß, daß ihm die von ihm zuerst ange⸗—
ebenen Gegenstände in der That nicht verbrannt seien, er über—

aupt einen solchen Vorrath von Früchten, den er als verbrannt
        <pb n="326" />
        zuverlässige Mehrheit liefere, mit der man politisch rechnen könne;
nan muͤsse sich also, so lange keine andere Zusammensensetzung zu
erzielen sei, auch ohne ihn zu behelfen suchen.

Ein Veteran von Leipzig. In Lugos (Ungarn)
darb dieser Tage der 105 Jahre alte Moses Csortan, der als
Fuhndrich im 16. Infanterieregiment den Feldzug gegen Napoleon J.
mitgemacht, mit den Aliirten iu Paris eingezogen und in der Leip⸗
jiget Schlacht mitgekämpft hat. Der Veteran hatte vor neun
Wochen seine Frau verloren; er war nie krank gewesen und ent⸗
schlummerte sanft.

4 In den Kreisen der Berliner Lebewelt unterhält man
sich viel von einem Spielverlust, wie er in solcher Höhe seit langer
Zeit nicht vorgekommen ist. In einem der fashionablen Klubs der
Stadt hat ein junger Offizier aus Süddeutschland, Mitglied einer
Adelsfamilie, die sich im Besitz einer der großen süddeutschen, seit
alter Zeit berühmten Verlagsfirmen befindet, in zwei Nächten die
Summe von 300,000 M. verloren. Die „glücklichen Gewinner“
sind, wie der Berliner „Börsen⸗Kourier“ wissen will, zwei als
Sporismen weit und breit bekannte Persönlichkeit. Der junge
Varon wurde sofort von einem älteren Bruder nach seiner süd⸗
deutschen Heimath zurückgeholt. Die Summe ist von der Familie,
die wman sich denken kann, nicht ohne ziemlich erhebliche Opfer
gedect worden.

— —

F In dem Keller einer Schankwirthschaft in St. Joseph
Missouri, explodirten am Montag Abend 18 Fässer mit einer leich
entzundbaren Flüssigkeit. Das Schanklokal war mit Negern ꝙ*.
üllt, die fast alle getödtet wurden Die Zahl der Getödteten ist
noch nicht genau ermitielt, da das Gebäude zerstört wurde und
die Opfer unter den Trümmern begraben sind. Fünf Leichen sind
zis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, geborgen worden. Elf Regei
rugen Verletzungen davon, konnten sich aber retten.

Das Pech im Biere ist nicht so völlig unschuldbarer
Natur, wie Viele vielleicht glauben, vielmehr kann es, in den
Berdauungsapparat gelangt, dort sehr störend wirken und die Ur—
ache langen Siechthums werden. In dem Zustande, wie die Pech—
tückchen im Biere schwimmen, sind sie von letzterem durchdrungen
erreiblich und nicht klebend. Der Magen aber entzieht ihnen die
rzeuchtigkeit und führt sie außerdem durch seine Wärme in den
rüheren Zustand zurück, sie werden wieder klebend und setzen sich
in irgend einem Theile der Verdauungsorgane fest, woselbst sie
ine mehr oder weniger große Störung hervorbringen und krank—
hafte Erscheinungen zuruͤcklassen können, deren Ursache Arzt und
ßatient vergebens nachforschen und die durch kein Mittel zu
Jeben ist.
Fur die Redaction verautwortlich: J. X. Demesß.

Auszug.
Hesfentlicht Zustellung.
Vorladung.

Bi dem am 2. Juni l. J.
stattfindenden hohen Besuche
Zeiner königlichen Ho
heit des Prinzen Ludwig
von Bayern wollen nach allen
Zräften die Häuser geschmückt
ind beflagt werden.
Der Bürgermeister
Custer.

*
Vergebung von Bauarbeiten.
Die Arbeiten zur Erweiterung des Schwesternhause⸗
in St. Ingbert sollen auf dem Wege der öffentlichen Submission
vergeben werden.
Dieselben sind veranschlagt:
a) Anbau
Erdarbeiten
Maurer⸗ u. Steinhauerarbeiten
Zimmermannsarbeiten
Dachdeckerarbeiten
Zchreinerarbeiten
Glaserarbeiten .
Schlosserarbeiten
Spenglerarbeiten
Gypserarbeiten
10. Tüncherarbeiten
11. Pflasterarbeiten

αIια

1. Der Landwehrmann An⸗
ton Marr, 380 Jahre alt,
Schmelzarbeiter,

2. der Landwehrmann Jo⸗
hann Karl Simon, 36
FJahre alt, Glasmacher,

beide früher in St. Ingbert
wohnhaft, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend,

werden hiemit vorgeladen, am
Mittwoch, den 20. Juli
s381, Vormittags 8 Uhr
der öffentlichen Sitzung des
Schoͤffengerichts zu St. Ing⸗
bert in dessen Sitzungssaale zu
erscheinen, damit daselbst zur
Hauptverhandlung über die ge⸗
gen sie erhobene Anklage we—
jen Auswanderns ohne Erlaub⸗
riß im October bezw. November
1880 geschritten werde.

Zugleich wird den Angeklag⸗
en eroͤffnet, daß bei unentschul⸗
digtem Ausbleiben ihre Verur⸗e
theilung auf Grund der vom
tl. Landwehr-Bezirks -Com⸗
ando Zweibrücken am 13. Mai
1881 nach Vorschrift des 8472
der R.St.«“P.⸗O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 25. Mai —1881.

Der kigl. Amtsanwalt
gez. Müller.
Zur Beglaubigung
Der kgl. Amlsgerichtsschreiber
Glattfeld, Siellv.

J
177
6366
2444
721
26
361
1347
260
4
477
4
sodn61

——

Weismehl Nr. 00 per Pfo.
is3
Waizengries per Pfo.24, *
Hersle per pfd. 15 bis 80,3
Erbsen gelbe 13,
grüne 15,
geschälte 20,0
kinsen 20,*
mpfiehlt in bester Waare
L. Gostli⸗hs;

zus.
Veränderungen im alten Bau.
Erdarbeiten
Maurer und Steinhauer⸗Arbeiten.
Zimmermannsarbeiten
Dachdeckerarbeiten
Schreinerarbeiten
Glaserarbeiten .
Schlosserarbeiten.
Spenglerarbeiten.
9. Gypserarbeiten .
10. Tüncherarbeiten.

p)
Cafe reinschmeckend von 80
bis 1,30 — per Pfund.
—XXVV
npfiehlt —AR
Weiße Glaqés
„Cravbvatten
866erund 18707 Ier Ordens⸗
band bei
Hermann Fischer.
Pfingstmo ntag
Tanzmusik
Jak. Quirin,
Rentrisch.

12
9683 2
50 0
105 06
474 6
48 00
26600
60 6
96 4
806
zus. 7äö—

Pläne Kostenanschläge und Bedingnißheft liegen auf dem Bau—
chaffner-Büreau zur Einsicht offen. Lusttragende Bau⸗ und Hand
verksmeister haben ihre Submissionen, nach Ab- oder Aufgeboten
n Procenten, längstens bis zum 8. Juni l. Irs. auf dem Bür—
jermeisteramte St. Ingbert portofrei einzusenden, und zwar mi—
her Aufschrift „Submission auf die Bauarbeiten zuw
Zchwesternhaus in St. Ingbert.“

Die Eröffnung der Submissionen findet durch eine Con
nission in geheimer Sitzung statt, und werden diejenigen Meisten
velchen die Arbeiten übertragen werden, behufs Unterzeichnung de⸗
Bergebungsactes besonders hiezu eingeladen.

St. Jugbert, den 29. Mai 1881.

Hausser Bauschaffner.

Morgen
Mittwoch)
»on 4 Uhr ab

dai⸗
ock.
von Jos. Sedel⸗
München,
Bockwürstle
Mich. Paul.

Aufforderung.

Wer an den Nachlaß des zu
St. Jugbert verlebten
sAV
ster eine Forderung zu machen,
wird andurch aufgefordert, die—
selbe bei dem unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert
einzureichen.

St. Ingbert, 31. Mai 1881.

K. Auffichneider,
Amisverweser.

Lrioger

Voroin.
— ⸗
mit eXxtr.
hei

Sämmtliche Mitglieder werden hiermit aufgefordert, an
Ddonnerstag den 2. Juni bei Gelegenheit des Besuche
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Ludwig vor
Bayern in schwarzer oder dunkler Kleidung, mit Muͤtze um
allen Abzeichen zu erscheinen.

Apell: um 7 Uhr.

Antreten an der Wohnung des Unterzeichneten: Punkt 8 Uh'

Fischer. J. Vorstand.

Rechnungen
nn allen Größen, mit blau
ind rother Liniatur wer⸗
zen billigst angefertigt bei
F. X. Demetk.
Druck und Verlag von F. FXF. Demest in St. Ingbert.
        <pb n="327" />
        2*
2
53538
38 85
5383 338 5* 35 7
2 33333528 2533537
—— —338* 2 3
—A— 388 532183 *5388 *
2 —A— 2 ——S * * * 3 —— —
333533 * 2* 325 —A —
— * *2* 32 5 * —2 2
—335 323 —— — 5 Is * 3838
2.22 335 38 2 —A — — 2 * 338
3255 235*8233 553 53283288 253535 *4 3
—— 202 * 25 * — 58358 8 52335 223828
— 28 236 282 32 ——— 222 282 25232 2
— 33— 323 A 8 58 — 5523 —5825528 8 5522
53 53 25 — 3 ———— * z27558 3282 3 S —8
258 7525 232 2 35*3 — ẽü ————— 75
— 2 22 * —— —A 2 * — st 5 2 2 — ;X
—— 2555 M ———— —— 355287 23355* 5 22
— z225 — 2 53566* 2 2 — —5—32 —— — 5—25 *588
258 258 — 8 —— 25 58 ——— 5 5533 25823
233 — 53535553 258 55 385 33 558 8*
33885 * *—s5*88 2 5235 35583338 — —6 S 8
*2 —8 55553 — 353835 2 —* * — *24 — 8
52 2 23335835 — *838 55303235
222 D555 2353538 —2 2 40 * 2852 222 —— 8
;25355 3252 258 333 535z2z578835 O6 —A
2. —22*27 —— 56 X * ———— 324 —— — 2 —““
2 2* — 2533358 243 *n22*555 3222 5353* — F
5353— 37 833* —7353337 35 52 28 7
35 3—253 32 225 —z833 2 5333535 332333 538—
2—8 S 5— 33 55 —* 8 35355* 2333 2* —35
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2 3228 2X. 257 322* 33 5.5 —252 2.3
* 2 — * — 2 8 25 8 5222
2 22 —— 2* —2 3 * 2* 8— — 5337
— 23 5*232 237 60 23 ——
13755 * 3. . 23 Le 255.,3 2 52553
23 * ————— 55 — ** 2
—2 * * 2 —* 82
533 S 53 29 34. —332 23 583553388 323*
553 8 22 727 22502 —2 — — *7 — 5*
3z255 55 33875 7 7*5 — — ———
I355 7 3 2—583*33 555558
3 3
R— *3352 *2 23 532282
— 82 2 2252
——

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        <pb n="329" />
        Hl. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age ericheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich
40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 6 60 —, einschließlich 40 ⸗ Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
1881.
ö]ν

Deutsches Reich.

Aus München schreibt man der „Allg. Ztg.“: „Der dies—
ahrige Geburtstag des Deutschen Kaisers hat, wie aus guter Quelle
vellautet, zu einem Briefwechsel zwischen dem Hl. Vater und dem
daiser Anlaß gegeben. Der Hl. Vater hat in warmen Worten
em Kaiser seine Glückwünsche dargebracht, zugleich von neuem der
Mission gedenkend, welche ihm — dem Pabst — zur Wiederher⸗
sellung des kirchlichen Friedens obliege. Kaiser Wilhelm hat in herz⸗
icher Weise diese Wünsche erwidert und seiner Freude darüber
usdruck gegeben, daß zunächst in den Diöcesen Paderborn und
Zznabrück eine geordnete Diöcesanverwaltung wieder hergestellt ist,
aran aber Vorschläge wegen einer analogen Regelung in den
diöcesen Trier und Fulda geknüpft. Welche Stellung die Curie zu
eser Anregung eingenommen hat, darüber ist noch nichts bekannt
eworden; wohl aber wird man darauf rechnen dürfen, daß diesem
irecten Meinungsaustausch zwischen den höchsten Tragern der welt⸗
ichen und der geistlichen Macht weitere Schritte einer gegenseitigen
hatsächlichen Annaͤherung zur Anbahnung friedlicher Beziehungen
wischen Staat und Kirche folgen werden.“

Das bayerische Gesetz⸗ und Verordnungsblatt publizirt das
om 9. v. M. datirte Gesetz, die Einkommensteuer betreffend. Das—
elbe hat am Tage der Publikation mit der Bestimmung in Kraft
u treien: daß die nach den seitherigen gesetzlichen Vorschriften ver⸗
mlagte Einkommensteuer für sämmtliche Steuerziele des Jahres
881 zur Erhebung zu kommen habe.

Die zweite Vorlage zur Abänderung des Zolltarifs, welche
em Reichstag zugegangen, will für die feineren Wollenstoffe,
usbesondere die Damenkleiderstoffe, einen höheren Schutzzoll (220
tatt 135 M. für 100 Kilogr) einführen.

Ter Reichstag genehmigte in einer Abend-Sitzung am
Montag den Mehlzoll nach der Vorlage der Regierung mit dem
Antrag von Heeremann betreffend den Nachweis der Identität bei
er Ausfuhr des Mehles. Die Berathung über den Zoll für
Jollengewebe (siehe weiter oben) wurde schließlich vertagt, weil
as Haus zu einem Beschluß nicht mehr vollzählig war.

Der Reichstag genehmigte am 831. Mai in zweiter Lesung
ꝛen 8 1 des Unfall⸗-Versicherungs-Gesetzes nach vierstündiger Debatte,
inter Ablehnung aller Amendements, nach den Anträgen der
dommission.

Der Reichskanzler hat dem Reichstag eine neue Denkschrift
om 27. Mai zugehen lassen, worin die Nothwendigkeit von Staats-
ubventionen für deutsche Dampferlinien nach China, Australien
ind der Südsee ausgeführt, zugleich aber in dem begleitenden
-„chreiben bemerkt wird, „daß die Reichsregierung aus der Auf—⸗
ahme der Samoavorlage entnommen hat, wie die Auffassungen
der Mehrheit der Volksvertretung der Gewährung von Subsidien
ucht in dem Maße geneigt ist, um die verbündeten Regierungen
etzi zu weiteren Anträgen in dieser Beziehung zu ermuthigen.“
die Denkschrift begnügt sich aber nicht damit, diese Thatsache ein⸗
ach zu registriren, sondern macht dem Reichstag direkt den Vor—
vurf, „durch Desavouirung der Südseepolitik der Regierung“ das
Sinken des deutschen Ansehens in der Südsee verschuldet zu haben.
luch auf die Ersprießlichkeit eines deutschen Landerwerbs in der
Züdsee weist die Denkschrift nicht undeutlich hin.

Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge leidet
fürst Bismarckkseit einigen Tagen an rheumatischen Schmer⸗
en. Er sei deßhalb genöthigt, das Zimmer zu hüten. Aus diesem
grunde konnte er auch an den Reichstagsverhandlungen der letzten
dage nicht Theil nehmen.

Ausland.

die frauzösische Deputirtenkammer lehnte es am Diens-
ag Abend mit 254 gegen 186 Stimmen ab, den Antrag Baro—⸗
el betreffs Verfassungsrevision in Erwägung zu ziehen. Im
zaufe der Debatten hatte Minister Ferry erklärt, ein Votum der
dammer für die Revision würde die Majorität trennen, und in
iesem Falle könne das Kabinet nicht mehr bleiben. (Der Minister
atte,, wie es scheint, förmlich die Vertrauensfrage gestellt. Die
bstimmung der Kammer kann daher als ein Vertranensvotum
ür das Ministerium betrachtet werden.)

Der Aktivstand der russischen Armee beträgt zur
Zeit einer unlängst erschienenen Broschüre des österreichischen Haupt⸗
nanns Weil zufolge 60,557 Offiziere, 1,954,038 Soldaten,
164,596 Pferde und 3986; Kanonen. Der Stand der irregulären
Truppen beträgt 160,000 Mann.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 2. Juni. Zur festgesetzten Stunde traf
jeute Morgen, mittelst Ertrazuges von Zweibrücken kommend,
5. K. Hoheit Prinz Ludwig von Bayern hier ein.
zu seinem Gefolge befanden sich S. Exz. der kgl. Staatsminister
. Pfeufer, S. Exz. der kgl. Regierungspcäsident von Braun,
er Adjutant Graf v. Holn stein und der kgl. Bezirksdamtmann
dr. Schlagintweit. Auf dem Perron des Bahnhofes hatten
ich zum Empfange S. K. Hoheit ein Theil der Knappschaft mit
Musik, die kgl. Beamten dahier und die Mitglieder des Festcomites
uufgestellt. Nach dem Aussteigen überreichten ihm weißgekleidete
Mädchen unter entsprechender Ansprache ein Bouquet, welches der
johe Herr freundlichst entgegen nahm. Nach der Vorstellung der
gl. Beamten und des Festcomites betrat derselbe den aufs schönste
ekorirten Wartesaal U. Cl., in dem der Stadtrath Aufstellung
enommen hatte und woselbst ihm Herr Bürgermeister Custer von
sier in kurzen Worten den Dank und Willkommen Namens der
Stadt entgegenbrachte. Vor dem Bahnhofe hatten Arbeitercorpo⸗
ationen von hier aus und dem Distrikte, Feuerwehren und Krieger⸗
ereine und die Schüler der Lateinschule sich aufgestellt. Hier
estieg S. K. Hoheit mit den Herren seines Gefolges, den Mit⸗
zliedern des Festcomites und den kgl. Bergbeamten die bereitstehen⸗
»en Wagen zur Fahrt durch die Stadt nach der kgl. Grube. Nach
urzem Aufenthalte daselbst ging es wieder durch das Josephsthal
urück nach der neuen Schmelze. Durch dieselbe machte der hohe
herr einen Gang, besuchte kurz die Glashütte, in der wie auch
m Eisenwerke die Arbeiter in voller Thätigkeit waren, und begab
ich sodann auf die alte Schmelz. Darauf wurde, wie schon be⸗
annt, bei Herrn Hüttenwerksbesitzer Oskar Krämer des Dejeuner
ingenommen.

Es war heute das erste Mal, daß ein Mitglied unseres er⸗
auchten Königshauses unsere Stadt betrat. Dieselbe hatte fich
zu Ehren dieses hohen Besuches aufs beste herausgeputzt. Im
reichsten Fahnenschmucke, größtentheils noch geziert mit Guirlanden
und Kränzen, prangten die Häuser. Prächtige Ehrenpforten mit
innigen Sprüchen überspannten die Straßen. Auf dem Wege,
»en der Prinz nahm, bildeten Krieger und Feuerwehrleute, die
Schüler der Lateinschule und diejenigen der Volksschulen Spalier.
Fine zahllose Menschenmenge hatte sich aufgestellt, um den hohen
Herrn zu sehen. Schallende Hochs empfingen ihn. Aber Viele
vollten nicht glauben, daß der freundliche, leutselig und liebens—
vürdig nach allen Seiten grüßende Herr im grauen Reiseanzuge
yer kgl. Prinz sei. Sie schauten noch nach ihm aus, nachdem er⸗
schon längst vorüber war.

Auch bei der Abfahrt des Prinzen, die kurz vor 12 und
Ahr erfolgte, hatte sich in der Umgebung des Bahnhofes eine große
Menschenmenge versammelt, um den hohen Herren noch einmal zu
zehen und ihm ihre Ovation darzubringen. Die ganze Knappschaft
nit Musik, die kgl. Beamten, das Festkomite, weißgekleidete Mäd⸗
hen, die Schüler der Lateinschule, der Stadtrath, Feuerwehren,
rriegervereine und Arbeitercorporationen hatten Aufstellung ge—
rommen. Unter donnernden Hochs, vermischt mit dem „Glück auf!“
»er Bergknappen bestieg der Prinz seinen Salonwagen, in dem
ruch S. Ecz. Staatsminister von Pfeufer und Regierungspräsident
von Braun Platz nahmen.“

Für unsere Stadt ist der heutige Tag ein Festtag im besten
Sinne des Wortes und der Besuch, mit dem der kgl. Prinz unsere
Stadt beehrte, wird in derselben unvergessen bleiben. Daß auch
der hohe Gast befriedigt von hier geschieden ist, das ließen uns
eine freundlichen Mienen beim Abschiede als sicher annehmen.

F Gleich wie bei den Bayerischen Staatsbahnen werden auch
zei den Pfälzischen Bahnen vom 1. Juni l. J. ab im
nternen Personenverkehre die Billetpreise im Betrage von mehr
        <pb n="330" />
        als einer Mark statt wie bisher auf fünf künftig auf zehn Pfennig
abgerundet. Bei Militärbilleten tritt keine Aenderung ein. Ein
Umdruck der vorhandenen Billete findet nicht Statt, bei Nachbe—
stellung wird jedoch den Billeten der erhöhte Preis aufgedruckt
werden. Die Fahrpreise in den auf den Stationen ausgehängten
Tarifen sind dem Vorstehenden entsprechend abzuändern.

F Durch Regierungsentschließung vom 29. v. Mis. sind die
tgl. Bezirksämter und Distriktsschulinspektionen der Pffalz ange—
wiesen worden, denjenigen Lehrern, welche die allgemeine deutsche
dehrerbersammlung in Karlsruhe besuchen wollen für den 7. und
Z. Juni Urlaub unter der Auflage zu bewilligen, daß der am
Vormittag des letzteren Tages ausfallende Unterricht an dem nächst-
folgenden Freinachmittag wieder eingebracht wird.
4 Dem kgl. Rentbeamten in Kaiserslautern ist, wie
die „K. Z.“ berichtet, folgendes Schreiben zugegangen: „Herr Rent⸗
meisier! — Der Plahn ist gemacht, erst werden die jutte wegge⸗
schafft, dan wert die Rentamiskas geholt hernach werden die Viele
beamte Weckgeschaft die viele unnöthige gerichtherrn hernach kommen
— weis
alles ich will aber nichts unrechts.“ Es hat fast den Anschein,
als ob itgend ein Spaßvogel die Kaiserslauterer Polizei mit seinen
Alerdings wenig geschmackvollen Späßen in Aufregung versetzen wollte.

FAus Kempten, 29. Mai wird berichtet: Gestern Nach—

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Freitag, den 17. Juni
zächsthin Nachmittags 2 Uhr zu
ODuimersheim in der Wirth—
chaft von Andreas Lang, Wittwe,
wird durch den unterzeichneten
Amtisverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert
auf Betreiben von Margaretha
Linz, gewerblosen Ehefrau von
Joseph Schneider, Maurer⸗
neister, beide in Bebelsheim
vohnhaft, gegen Michael Uth,
Steinhauer in Ommersheim
wohnhaft, die nachbeschriebene
Liegenschaft in der Steuerge—
meinde Ommersheim wegen Nicht⸗
hbezahlung des Erwerbspreises
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung öffentlich an
den Meistbietenden versteigert,
aämlich:
Plan Nr. 1970, 15 a 38
Im Acker auf der Puwick
neben Peter Hartz und An—
dreas Wachall.

St. Ingbert, 1. Juni 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.!
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 18. Juni
1881, Nachmittags, unmittelbar
aach der Wiedersteigerung gegen
peter Selzer, zu Schüren,
Stadtgemeinde St. Ingbert
in der Wirthschaft von Philipp
Emrich in St. Ingbert wird
zurch den unterzeichneten Amts⸗
erweser des kgl. Notar Sauer
daselbst auf Betreiben von Ge—
hrüder Fries in St. Ingbert
gegen die Eheleute Johann Eber⸗
hard Steinmetz, Tagner und
Maria Nau, in Eldversberg,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiedersteigerung, folgende Lie—
genschaft in der Steuergemeinde
St. Ingbert, öffentlich zu Eigen—

hum versteigert:
Plan Rr. 4864*3, 31 4
qm Acker im Schürer⸗
feld.
St. Ingbert, 16. Mai 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Vertragsmäßige

Wiederversteigerung.

Samstag, den 18. Juni

881, Nachmittags, 2 Uhr zu

St. Ingbert in der Wirth—

chaft von pͤhilipp Emrich werden

uͤrch den unterzeichneten Amts—
erweser des kgl. Notar Sauer

n St. Ingbert, im Wege der

vertragsmäßigen Wiederversteige⸗

ung, auf Betreiben von Ge—
rüder Fries iu St. Ingbert,
egen Peter Selzer, Ziegler in

Zchüren, die nachbezeichneten

Riegenschaften in der Steuerge—

neinde St. Ingbert, öffentlich

zu Eigenthum versteigert:

1. Plan Nr. 4901, 25 a 21
qm Wiese in Schürer
Wiese.

Plan Nr. 4877, 36 a 80
Ijm Acker im Schürer
Feld.
5t. Ingbert, 16. Mai 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
pingstmontag
Tanzmusik
ʒei Jak. Quirin,
Rentrisch.
Schwe'reschmalz
per Pfund 64 Pf.
mofiehlt E. Gottlieb.

Bei Turchsicht des il lustrirten
Buches: „IDr. Airy's Heilmethode“
werden sogar Schwerkrauke die
Ueberzengung gewinnen, daß auch
fie, wenn nur die richtigeun Mittel
zur Anwendung gelangen, noch
seilnug erwarten dürfen Es soulte
daher jeder Veidende, selbst wenn bei
hm bislang alle Medicin eriolalos
zewesen, sich pertrauensvoll dieier
odewnhrten Heilurthode zuwenden
und nicht säumen, obiges Werk an—
zuschaffen. Ein „Aussug“ daraus
wird gratißz und irnuro verinndft.

In dem weit⸗ —5s—4
verdreiteten Buche „Bll Gili
fluden Gicht- Und, Rheumatismns-
Leidende die bewährtesten Wittel
zegen ihre oft sehr jchnterzhaften
deiden angegeben, — Heilmitrel.
welche selbst bei veralteten Fällen
ioch die erlehnte Htilung brachten.
— Brojpect gratis u. franco. Gegen
tinsendung von 1Mk. 20 Pfg. wird
.Dr. Airvss Heilmethoder und für
O Pfg. das Buch, Die Gicht“ francod
iberall hin versandt von KZichters
Jerlags· Zustalt in Zeiprig.

Druck und Verlag von F.

nittiag sollten 13 Mann von unserem Jagerbataillon beim sogen.
Härlinagel“ auf der erst vor kurzem zur Benützung übergebenen
faͤhre (einer „Plätte') zum Schieß- und Exercierplatz über die
isler gesetzt werden als sich — die Fähre war etwa in der Mitte
es hochgehenden Flusses angekommen — der am rechten Ufer be—
indliche Ständer, woran das Drahtseil befestigt war, aus dem
grunde hob, was die Vernichtnng der Leitung und das Sinken
er Fähre zur Folge hatte. Die Soldaten suchten sich zu retten,
o gut es ging, was auch den meisten gelang. Drei unserer braven
zäger aber fanden den Tod in den Fluthen. Kein Rettungsmittel
lieb natürlich unversucht, doch unter den obwaltenden Umständen
var alles vergeblich. (S. Pr.)

4 Das konservative „Deutsche Tagblatt“ meldet, daß der
general Vogel v. Falckenste in auf Requisition der herzoglich
zraunschweigischen Gerichte, wegen Beträüge, zu denen er in Verfolg
zer bekannden Sozialisten-Verhaftungen des J. 1870 verurtheilt
vorden war und die zu bezahlen er sich geweigert hatte, am 25.
). Mts. gepfändet worden ist.

Vom Ontario-See MNordamerika) kommt die Nachricht:
der Dampfer „Viktoria“, auf welchem am 25. Mai 600 Personen
einen Ausflug unternahmen, ist auf der Rückfahrt gescheitert. Am
Abend waren bereits 238 Leichen an's Land gebracht.

J Fur die Aedaction veramwortlich: F. XF. Demes.
—
h
Statt besonderer Anzeige.
Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen unsern innigst⸗
geliebten Gatten und Vater
Herrn Carl Philipp Vopelius
im Alter von 51 Jahren nach längerem mit Geduld ge⸗
tragenen Leiden heute Morgen 4 Uhr in ein besseres
Leben abzuberufen.
Freunden und Bekannten widmen wir diese Trauer—
nachricht mit der Bitte um stille Theilnehme.
Sulzbach, den 1. Juni 1881.
Die Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 21
Uhr statt.

— n Stellen-Ausschreibungen kostenfrei —
30 Anzeiger für das deutsche Neich. Central⸗
—A— z.“ Ausschreibung offener Stellen des Handels-
— u. Gewerbestandes, der Industrie und Landwirth⸗—
schaft. Erscheint Mistwochs u. Samstags jeder Woche in großem Zei⸗
tungsformat. Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller
vranchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Mark, für
4 Nummern 5 Mark. Betrag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
dung erfolgt franco per Streifband. Beginn d Abonn. jederzeit.
Deutliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen
T. gInsertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
in Eberswalde, Pr. Brandenburg.
Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗3
q̊ men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf. 2*
—X — — i
— — — — — — —

COffener Brief.
Herrn Wallrad Ottmar Bernhard in München.
Mit Freuden kann ich Ihnen mittheilen, daß Ihr ächter Bern⸗
hardiner⸗Magenbitter, welchen ich von Herrn Gust. Fingado in Kehl
bezogen habe, mich von meinem Leiden
dollkommen befreit hat Eine einzige
Flasche à 2 Mark war im Stande, mich
don meinem fünfjährigen Magen—
leiden zu befreien. Mit Staunen
perspuͤrte ich schon am ersten
Tage dessen wunderbare Wirk⸗
aug. Ich bitte um eine zweite Flasche,
da mein Vater auch an Magenleiden
seit zwei Jahren leidet. Einem jeden
Magenleidenden rathe ich dena llein ächten Bernhardiner von
Herrn Wallrad Ottmar Bernhard zu gebrauchen und diesen
Weg zur schnellen Heilung nicht zu versäumen.
Muckenschopf (Baden), den 15. Juli 1880.
Hochachtungsvoll Karl Wahl, Bürgermeister.
Der ächte Bernhardiner ist allein zu beziehen in Flaschen
aàMl. 1.05 Pfg. Mk. 2 und Mk. 4.
in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters; Blies⸗
kastel: T V. Hussong; Saarbrücken: Rud. Schellen⸗
berger; St. Johann: Chr. Walter.

Demes in St. Znabert.
        <pb n="331" />
        22.
E — 22 * * —. 358 2. 53—
62558 —332z5 8 3 — 35*
38 ——355
7— — 5 —278 —— 2 8 38 2
—228522 * 59 * 2* 55 82 222 32 —39 35 —
*85 32— 27 —D * 2. 5 8. * — * 52 2 2 —3 3 ——
— 5825 — 25 *5323 S 8 5 8 5— 5,5—85 —— —2332 8 8 2
0 538 — —— E7z938 27r 22 —5 226 332 — 5 8
2275 — ⏑ 5 *3 5.3 — — —3 22*8
3z35 3— 235 5358
3 5* — 2 —2 * — * * — X 52328 23
*3 — DB 8 2 7 S — S— 28 * RB8 2
52 — —e S85 2 * —22—22 — 22355 3 —
2 — — — S9 —3 — ——— ———— 82 2*, — 2
22 — x 2 5 — * —* * * — * * 8
55833 —— — 5355 538 55 3335 —53388 53535 8 3
3 — 8 —A— 55 * —2 ——— — 55332 **
z5 — —238 553 35—3. 68535 —8—22 *325 2538 3833
58356 372322 7 35 55 338345 25360 33 35
* — — * * 2. 2 28 XA —22 22 — —
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33 22 5*53 — 35 — 3.82—
25335555 25 —55255858 — —— — —z27 ———
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F * — * 953 8— 2 7 —8
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3 — 4 * 8 — — — —A — —A —
3 — 55855 2225 2 . — —5— —8 —222223287
——— ——— —2 —55— —8—832 —3 ————
53 225 32588 — — 8 32 2 * S36 58535
— ——— —2 3 52 S —— 2 D 2 * — 5 —E S2
— — — 5238255 * 25 S2.8 »532 5 5 558*
2 — —— — Ss 2758235 ———
———— — ——
* —— * 8 55 — 2F— —— — 5 —2 ·* 3
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222 2622 33335355 5362 5 * —A

5 *8 2 55353 5 5S52 52 5 9

2 — 63 — * «A 7. 2 —
53 88— 52 53853832 5
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* A *35 3 — 258
35 —328 2 585 387 ——— 3 23553
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523 — 55333 — 23555555 5338383 555
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—* 3—886 3225352 ——
5* — — — 8 S3 8* —38 —

—537273285* —— 8335335 —3353825355 25338 327
8e 2* 5 — —z83323553 5253* 53 2 23 —2
2* 3 7

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—— 335s55583 555
2 —— 2 — — —z555
—— 225355 52 38 sE 5 — 353 232 — 35
35 —— ——— 22 3 — s —
—2 * 52 — —— 3—232358 * — — —228,8 ——

7283 8 — 2338
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333*7 4 3233358
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55.5 — 325534535 825

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— 55 —87* 52** *8*
222 58823— 23 333 528 2333 —
2285 8 88 5 J 2 —E —— 2
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 2 pro Zeile berechnet.
M 88. J F Samstag, den 4. Juni —1881.

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7T. G. C. Die Geheimnisse einer wohlbestellten
Wirthschaft.

Durch tausend Kanäle sucht der Mensch Verdienst, Erwerb,
aberhaupt alle Güter, welche seinen Wohlstand, sein gutes Aus—
sommen bedingen oder durch welche er sich die größtmögliche An—
ngehmlichkeit und Bequemlichkeit des Lebens verschaffen kann, herbei⸗—
zuleiten. Je vollkommner ihm dies gelingt, desto glücklicher wird
gepriesen, desto mehr wird sein Hausstand, seine Wirthschaft
nicht nur ein Gegenstand des Neides, sondern auch der eifrigsten
rrörterungen, Erwägungen und Nachforschungen, wie aus seiner
hdauswirthschaft heraus ein so ahnsehnlicher Wohlstand erblühen
HInnte? Bei der Flachheit und Seichtigkeit der Urtheile des gemeinen
Lebens ist man mit einer Antwort auf diese Frage schnell bei der
dand. Da ist es bald eine ansehnliche Erbschaft, bald ein hübscher
zewinn in der Loiterie, dann eine „gute Partie“ und endlich
berhaupt unbegreifliches Glück in Allem, was der in Rede Stehende
ingreift. Und um die eigene Mittellosigkeit, den Mangel an
zrüchten eigenen Erwerbs genügend zu entschuldigen und sich über
as quälende Bewußtsein hinwegzuhelfen, daß man in keiner Hand
twas habe und deßhalb weit entfernt vom frohen Genusse des
ebens sei, sucht man die Ursachen vom Wohlstande eines anderen
rur in Zufälligkeiten, die herbeizuführen in niemandes Vermögen
tehe. „Das Glück ist wie ein Ochse; wer sein Bruder ist, den
tößt es“, oder: „Dem Dummen glückt's“, sagt der Gedankenlose,
delß aber durch den Spott, der trotz allem seine Ueberlegenheit
ekunden soll, nur schlecht seinen Aerger zu verbergen. Und dieser
agt weiter in ihm fort, wenn er sich dem eignen stillen Nachdenken
jberlassen ist und treibt ihn zu der Frage: „Warum kommt nur
»er Nachbar so vorwärts und wird täglich wohlhabender?“ Und
so sehr er grübelt und sinnt, er kanns nicht finden, denn der Nach—
dar hat kein größeres Geschäft, kein einträglicheres Grundstück; man
lann ihm nicht nachsagen, daß er ein Pfennigfuchser wäre oder sich
und den Seinen gar kein Vergnügen gönnte, auch hat er eine
iemlich zahlreiche Familie zu versorgen. Da man doch zu aufge—
llärt ist, um an einen glückbringenden Drachen oder Kobold zu
lauben, so sieht man sich eben vor einem unbegreiflichen Geheimniß.

Suchen wir den Schleier dieses Geheimnisses etwas zu lüften.
dabei müssen wir uns der längst bekannten Thatsache erinnern,
daß die Entwicklung alles Großen meist mit kleinen Anfängen be—
zinnt und daß nichts so unbedeutend uns erscheinen sollte, daß wir
» der Beachtung überhaupt nicht für werth halten dürften. In
aͤnem Haushalte springt naturgemäß die Thätigkeit des Mannes
am meisten in die Augen, weil ihm ja vorzugsweise der Erwerb,
zie Sorge für die Existenz, der Kampf mit dem feindlichen Leben
ufällt. Die Thätigkeit des Weibes hat als Schauplatz die eng—
degrenzte Häuslichkeit. Ihre unzählig vielen kleinen Verrichtungen,
handgriffe, Besorgungen und Geschäfte, mit welchen sie nach innen
ir den Bestand und die Blüthe des Hauswesens sorgt, erscheinen
m Vergleich zum Wirken und Schaffen des Mannes vielfach un—
xdeutend und nichtig; und doch liegt gerade in dem stillen Schaffen
r Hausfrau eines der wichtigsten Geheimnisse in dem Gedeihen
iner Wirthschaft. Wir haben dabei nicht im geringsten die Fälle
m Sinne, wo die Frau den größten Theil der gewerblichen
chätigkeit des Mannes auf ihre Schultern genommen hat, wie z. B.
n Schankwirthschaften, Handlungsläden u. s. w.; denn in diesen
iüllen ist sie über die gewöhnlichen Grenzen weiblicher Thätigkeit
amausgerückt; sondern wir denken an die Hausfrau, die Mutter
er Kinder, welche „herrschet weise im häuslichen Kreise'“. Soll
in das Kind einer Familie gedeih'n, so muß zur kraftvollen
VBirksamkeit des Mannes das weise Regiment der Frau kommen.
der Mann baut das Haus, die Frau richtet das Innere mit ord—
leudem Sinn ein, indem sie unablässig für die Befriedigung der
mzelnen und kleinsten Bedürfnisse Sorge trägt. Mit zartem Sinn
ind liebevoller Hingebung ist sie unermüdlich, die Heimstätte des
dannes und der Familie wohnlich, bequem, freundlich, sauber und
uch Kräften schön zu machen, damit sie immer geeigneter werde,
en Eindruck wohlthuender Behaglichkeit und traulicher Freundlich—

zu machen. Eine echte Hausfrau sieht ihre Häuslichkeit als
us Heiligthum an, in welchem sie als Vriesterin zu walten, berufen

Jist. Mit emsiger Hand glättet und legt sie zurecht, was den Tag
über in Unordnung gerielh. Ihr Sinn für Sauberkeit und Nettig—
keit verfolgt mit Kehrbesen und Wischtuch Staub und Spinnen—
veben bis in die entlegenste Ecke, und klar, wie der Blick ihrer
reundlichen Augen, fällt der Strahl der Sonne durch die hellen
Fensterscheiben in das freundliche Stübchen. Nicht an ein Prunk—
zemach mit seidenen Portieren und goldenen Spiegeln sollst du bei
dieser Schilderung denken, sondern die Sauberkeit und Ordnung
ist die Folie für dieses Bild eines beglückenden Daheims. Die
fröhlichen Kinder, welche dasselbe beleben, sind alle sauber gekleidet,
und man hat seine helle Freude an ihnen, wenn auch die Alltags-
lleider manchen Flicken zeigen. Die sorgliche Hausfrau schneidet zu
und nähet emsig an der Maschine, um einem kleinen Söhnchen aus
Vaters altmodisch gewordenem Rocke einen Anzug herzustellen,
vährend die älteren Mädchen fleißig stricken. Da steigt der Vater
aus der rußigen Werkstatt herauf. Mit Wohlbehagen schweift sein
Blick von dem blankgeputzten Schloß nach der frischgescheuerten
Diele von der sauberen Gardine nach der fleißigen Familiengruppe.
Zufriedenheit würzt ihm das einfache Mahl, und mu frohem Muthe
Jeht er aus der stillen beglückenden Wohnung in das geräuschvolle,
orgenvolle Geschäftsleben. Hier hast Du das nothwendige Gleich—
Jewicht, dessen der Mann, soll das Hauswesen gedeihen, im Wechsel
)es täglichen Lebens bedarf, hier ist das Geheimniß einer wohlbe—
tellten Hauswirthschaft. Es läßt sich in ein Wort fassen: „Eine
üchtige Hausfrau“ oder auch in drei: „Ordnung, Sauberkeit und
Sparsamkeit im häuslichen Kreise. Das sind die Kobolde, welche
die Schätze bewahren und bei einander halten, die der Mann
durch Kopf und Hand erwirbt.

Deutsches Reich.

Wie ein Correspondent des „Pf. K.“ vernimmt, hat Se.
Maj. der deutsche Kaiser den bayer. Finanzminister v. Riedel
durch Verleihung des Großkreuzes des preuß. Kronenordens aus—
Jezeichnet und auch dem bayerischen Generaldirector der Zölle und
indirecten Steuern, v. May, einen hohen Orden verliehen.

Die Angabe, daß der Bundesrath für den Reichstag noch
zahlreiche Vorlagen vorbereite, ist irrthümlich. Auch von dem
angeblichen Project der Reichsregierung, die Erzeugung von Dyna—
mit zu monopolisiren, ist?an unterrichteter Stelle nichls bekannt.

Der Reichstag setzte am Miitwoch die Berathung des Un—
allversicherungsgesetzes fort. Staatssecretär v. Bötticher sagte, die
Keichsregierung sei in erster Linie für eine Reichsversicherungsan—
talt, die sie für die zweckmäßigste und billigste Einrichtung halte;
illenfalls würde sie sich aber auch Landesanstalten gefallen lassen.
Bei der Abstimmung wurde der Buhl'sche Antrag (Reichsanstalt)
abgelehnt und 8 2 nach dem Beschluß der Commission (Landes-
instalt) mit 145 gegen 100 Stimmen angenommen. Weiter wur—⸗
den 83 bis 11 nach den Commissionsbeschlüssen angenommen.
Verworfen wurden die Anträge auf Streichung der Carrenzzeit,
benso die Anträge der Socialdemokraten auf Erhöhung der Rente
und auf Einsetzung eines Schiedsgerichts für Streitigkeiten über
die Höhe der Rente.

Die deutsch-konservative Fraktion wird, wie die „Kreuzzeitung“
meldet, zur zweiten Lesung des Arbeiter-Unfallversicherungsgesetzes
im Reichstag, die am Dienstag begann, einen Antrag auf
Wiedereinfügung des in der Kommission abgelehnten Staatszu—
chusses einbringen.

Auslanud.

Für Frankreich und seinen augenblicklichen Gambetta—
Taumel giebt es nur eine Erklärung: die Franzosen haben ihre
Regierungsform gewechselt, nicht ihren Sinn; fie jauchsen der
Macht eines Einzigen zu, wenn sein Gestirn im Steigen ist, mag
dieser Einzige Napoleon oder Gambetta heißen. In Frankreich
handelt es sich nicht mehr um freiheitliche Grundsätze, um ein Pro—
gramm, um die Erreichung der höchsten Güter der Menschheit;
es handelt sich nur um die Festigung der Machtstellung Gambettas
und um seinen offenen, wenn auch nicht eingestandenen Kampf
mit Grevh. Was kommen wird, wenn er das Haupt der fran⸗
zösischen Republik geworden sein wird, kann Niemand sagen bei
dem Mangel an Grundsätzen in seiner Politik.
        <pb n="334" />
        Ueber die jüngste Friedensrede Gambetta's in seiner
Vaterstadt Cahors wird noch viel debattirt; mehrfach ist sie mit
der von Napoleon III. kurz vor der Kaiserkrönung 1852 in Bor—
deaux gehaltenen Friedensrede verglichen worden. Hier „das
Kaiferreich ist der Friede“, dort „die Republick ist der Friede“.
Nicht ganz zwei Jahre nach jener ersteren Rede standen die Fran⸗
zosen bei Varna. Es ist schwer zu glauben, daß Gambetta in
biesem Augenblick kriegerische Absichten hat. Es wäre unklug von
ihm, da die europäische Lage einem französischen Bündnisse nicht
entgegenkommt und nur Rußland allenfalls in Zukunft einmal den
Revanchebundesgenossen spielen kann. Gambetta sprach in Cahors
zu Bauern, die er dem Bonapartismus abjagen wollte; Bauern
aber sind überall friedliebend und sie haben dazu auch alle Ursache,
denn mit ihrer Haut werden die Kriege geführt und aus bekann⸗
ten Ursachen hat auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht
dies nur theilweise ändern können. In diesem Augenblick ist
Gambetta offenbar friedlich gesinnt; daß er indeß auch jetzt zwei
Sehnen auf dem Bogen hat, beweist das fortgesetzte Vorgehen
seiner Presse gegen Barthélsmy, den französischen Minister des
Aeußern, dem er für die wirklich geschickte Einfädelung der Cial—
dini und Cairoli in der tunesischen Frage doch dankbar sein könnte.
Das Verbrechen Barthéͤloͤmy's besteht darin, daß er in einem
Schreiben an den Herausgeber der „Deutschen Revue“ in Leipzig
seinem Danke für die Haltung Deutschtands in der tainesischen
Frage Ausdruck gegeben hatte.)

Deutschland jchlug vor, den belgischen Handelsvertrag
für unbestimmte Zeit zu verlängern unter Vorbehalt gegenseitiger
Qündigung. Der Abschluß wird bald erwartet, da Belgiens Ein⸗
willigung sicher zu erwarten ist.

DenDiritio“ meldet den Eingang einer Note des Fürsten
Bismard bei der italienischen Regierung, in welcher dieser
auffordert, die regelmäßige Wiederkehr der Weltausstellungen mit⸗
telst eines internationalen Abkommens festzusetzen, weil die häufigen
Wiederholungen sich als schädlich erwiesen haben. Der „Diritto“,
diesen Vorschlag billigend, verkündet, die italienische Regierung sei
der Weltausstellung in Rom im Jahre 1885 abhold, weil gegen⸗
wärtig die Ausgaben für die Armee vorgehen.

Die Verlegung der Residenz aus Petersburg nach einer
anderen russischen Stadt, wenn nicht für immer, so doch auf längere
Zeit, scheint immer doch in der Absicht des russischen Kaiserpaares
zu liegen. Die Petersburger Palasteigenthümer sind aus diesem
Grunde nicht wenig besorgt und haben wohl auch allen Grund,
fich bei Zeiten nach Käufern ihrer Besitzungen umzusehen. Die Wahl
der Residenz bildei noch eine offene Frage. Während die Kaiserin
nach Moskau übersiedein möchte, scheint der Kaiser für Kiew zu
schwärmen. Auf diese Neigung des Monarchen, welche gegenseitig
kein Palastgeheimniß mehr bildet, dürfte wohl auch das in Umlauf
gesetzte, unzweifelhaft absurde, aber der Kuriosität halber erwähnens⸗
werihe Gerücht zurückzuführen sein, man habe Kiew vom jüdischen
Flemente gereinigt, um diese Stadt der erhabenen Bestimmung
einer kaiserlichen Residenz würdig zu machen.

Die russischen RNihilisten haben abermals eine neue Proc—
lamation an den Kaiser gerichtet, in welcher sie demselben drohen,
daß sie ihre Kräfte nicht verschwenden, sondern „nur auf das in⸗
nernste Ceutrum der kranken Stelle richten werden. Die Prokla⸗
mation erklärt schließlich, daß nur der Erlaß einer Verfassung den
Herrscher vom unvermeidlichen Untergang retten könne.

Trotz alles französischen Abmahnens entsendet die Pforte
Truppen nach Tripolis; die Auslieferung Midhat Pascha's
durch den französischen Konsul in Smyrna hatte Abdul Hamid
nur für den Augenblick besänftigt. Der tunesische Erfolg der
Franzosen wird im Orient noch lange seine Wellenkreise ziehen
und hoffentlich die allgemeine vrientalische Auflösung beschleunigen.

Die „Neue freie Presse“ meldet: Der Fürst Mil an von
Serbien reist Anfangs Juni nach Berlin. Das Blatt vermuthet,
der Zweck der Reise stehe im Zusammenbang mit einer Erhebung
Serbiens zum Konigreich.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 3. Juni. Als Ergänzung zu unserem
gestrigen Berichte über den Besuch, mit dem S. K. Hoheit
Prinz Ludwigvon Bayern unsere Stadt beehrte, wollen
wir heute noch Einiges nachtragen. Die Worte, mit denen die
Sprecherin der weißgekleideten Mädchen dem hohen Herren bei
seiner Ankunft das Bouquet überreichte, lauten:

„So lang im Alpenschnee und Himmels Bläue

Der Heimath Farben uns entgegenseh'n,
So lange wird des Bayernvolkes Treue

Zum Hause Wittelsbach nicht untergeh'n!“

Huldvollst murde das Bouquet angenommen. An jeden der
ihm darauf vorgestellten Herren des Festkomites und der kgl. Be⸗
aten richiete S. K. Hoheit einige freundliche Worte. Die An—⸗
sprache mit der Herr Bürgermeister Custer den hohen Gast im
Wariesaal J. Classe Namens der Stadt und des Distriktes be—
grüßte, lauten:

„Als treue Unterthanen Sr. Maj. des Königs bringen wir

Stadtrath, Distriktsrath und Bürgermeister des Kantons St

Ingbert ECurer Kgl.Hoheit für den heldvollen Besus

unseren ehrerbietigsten Dank dar.

„In Treue fest schaaret sich an Bayerns westlicher Grenze die
Bevölkerung aller Stände jubelnd um Ew. Kgl. Hoheit und
ruft: Hoch Wittelsbach! Hoch Bayern! Hoch Pfalz!“

Nach dieser Ansprache des Vürgermeisters ließ sich der hohe
derr die Mitglieder des Stadtrathes, Distriktsrathes ꝛc. einzeln
horstellen; für Jeden der Vorgestellten hatte er wieder ein ver—
bindliches Wort.

Der Prinz schien sich für die hiesige Industrie sehr zu inte—
ressiren. Eine Fahrt in die Grube unternahm er nicht, sondern
hetrachtete sich nur vom Eingange aus die Ill umination des Stol—
lens Bei seiner Abfahrt nahm er auf dem offenen Theil des Sa—
sonwagens Platz, von wo aus er die anwesende Menschenmenge
juldvoilst grüßke. — Außer den schon in vor. Nr. genannten Her—
en befanden sich in Gefolge S. Hoheit noch die Herren kgl. Re⸗
zierungsrath Freiherr von Harol d, Eisenwerksbesitzer Freiherr
d. Grenansth sen. und Gendarmerie-Major Breier.

St. Ingbert, 3. Juni. Die Anwesenheit des Prinzen
dudwig von Baiern hatte am gestrigen Tage eine große Anzahl
Häste aus der pfälzischen und preußischen Nachbarschaft unserer
Stadt zugeführt. Auch am Nachmittage, nachdem S. K. Hohei
die Stadt schon wieder verlassen hatte, herrschte in derselben ein
hewegtes Leben. In verschiedenen Gärten conzertirten Musikcapellen
und vereinigten Hiesige und Auswärtige zu froher Unterhaltung

4 Auch der Landtagsabgeordnete Dr. Heuck ist der Erklär—
ung seiner pfälzischen Collegen beigetreten, so daß nunmehr dieselbe
bon allen Landtagsabgeordneten der Pfalz unterzeichnet ist.

4In den in München erscheinenden „Neuesten Nach,
richten“ wird eine Persönlichkeit gesucht, die einen „ganzen Ochsen
zraäͤten könne und Lust hätte, es gelegentlich des Schützenfestes
zurchzuführen“. In Augsburg soll dies einmal bewerkstelligt
vorden sein und der belreffende Bratspieß noch im Fleischhaus
aufbewahrt werden.

4 Gymnasien, Realgymnasien und isolirte Lateinschulen.
Rach dem unlängst erschienenen Personalstatut zählt Bay exrn
in 33 humanistischen Gymnasien, 5 Realgymnasien und 49 iso⸗
lirten Laͤteinschulen, 189 Gymnasialprofessoren, 363 Studienlehrer
ind 134 Assistenten. Von den Gymnasialprofessoren sind 88 zu—
Aeich mit der Führung der Rektorate betraut, unter den Studien⸗—
Shrern befinden sich 16 Subrektoren und 83 Subrektoratsverweser
als Vorstände der isolirten Lateinschulen (Progymnasien mit mei—
stens 5 Jahreskursen).

4 Der halbe Marktflecken Enchenreuth in Oberfranken
(750 Einw.) brannte in der Nacht vom 80. Mai ab, darunter
die Kirche, Pfarrhaus und Schulhaus. Entstehunasursache ist bie
jetzt unbekannt.

F In Hof ist der Gerichtsvollziehergehilfe Si mon vor
einigen Tagen flüchtig gegangen und mit ihm 17,000 bis 18,000
M.7 welche sich Simon von verschiedenen Personen in Beträger
»on 1530 bis 2100 M. herauszuschwindeln verstand. Simon
cheint eine Art Spitzedergeschäft betrieben zu haben; er hat hohe
Zinsen (9 bis 36 p6t.) seinen Darlehern versprochen und ent—
deder mit dem ihm anvertrauten Geld Wuchergeschäfte gemacht
nder es in seiner Privatcasse durch den Zuwachs weiterer Darlehen
so lange admassirt, bis es ihm zu einer überseeischen Reise aus—
reichend erschien.

F Nach dem soeben erschienenen Deutschen Universitätskalende—
für das Sommersemester 1881 beträgt die Zahl der Lehrer ar
den 23 Universitäten des deutschen Reiches 1970, die der Studi—
renden 23588. — Die Zahl der Mediziner und Pharmazeuten an
rämmtlichen Uuiversitäten beläuft sich auf 4415.

ꝓ (Ein armer Handwerksbursche.) Dem „W. V.“ wird ein⸗
nuthige, aufopfernde That eines „armen Handwerksburschen“ be⸗
nichtet. Ein dreijähriges Kind stürzte bei Wiedenbrück in die
Eims und sank unter, während ein von dem Kinde in der Hand
gehaltenes Butterbrod auf dem Wasser schwamm. Eine in der
Nähe befindliche Ftau sah das Kind untergehen und rief um
dilfe. Da springt schnell ein des Weges kommender junger Hand⸗
werksbursche hinzu, wirft seinen „Berliner“ vom Rücken und rettet
das dem Ertrinken nahe Kind. Als Lohn erbat er sich nur das
nitgerettete Butterbrod. Gierig verschlang er es und entzog sich
hann schleunigst mit seinen Kleidern den Blicken des hinzueilender
Publikums.

4 Die Stadt Bielefeld und Gemarkung empfing dieser
Tage den Besuch von Myriaden von Gästen, leider sehr uner⸗
vünschten. Ein langer, dichter Heuschreckenzug ist daselbst vorüber⸗
gekominen und hat sich zum Theil auf den Aeckern niedergelassen
Woher diese, für den Landbau so gefährlichen Gäste gekommen
sind, ist nicht sicher.

(Der Muͤller von Sanssouci in Elsaß.) Bei der kürzlic
in Köl mar stattgehabten Zusammenkunft der Elsaß-Lothringischen
        <pb n="335" />
        guristen erzählte einer, daß ein einfaches oberelsässisches Bauern⸗
saus im Münsterthale neben dem altherkömmlichen Müllerwappen
ie Aufschrift trage: „Zum Müller von Sanssouci“ und ver—
gegenwartige damit das Vertrauen des Volkes in die Rechtsprech⸗
ing der deutschen Gerichte.

— Die elektrische Eisenbahn in Lichterfelde bei Berlin,
welche die Verdindung zwischen dem Bahnhof Lichterfelde und der
Haupt⸗ Kadettenanstalt herstellt, soll sich während der nur kurzen
zeit ihres Betriebes doch schon so vortrefflich bewährt haben, daß
nan mit dem Projekt der Weiterführung dieser Bahn sich bereits
beschäftigt. Es ist der Plan vorhanden diese Bahnlinie bis nach
potsdam zu erweitern.

In Wien erregten am Sonntag Morgen nicht geringe
heiterkeit die Dienstmänner in einer Straße der Josephstadt. So
Fele von ihnen mit rothen Mützen und Blechnummern versehen
in den Ecken standen, jeder hatte, zum höchsten Gaudium der
derren Straßenbuben, ein Monocle im Auge. Festzustellen, ob
hnen das Glasstückchen durch lange Uebung im Auge blieb oder
obᷣ es blos mittelst einer „Lösung vom Gummi-Arabikum“ darin
zefestigt war, mag dem Forscher späͤterer Zeiten aufbewahrt bleiben;
genug sie sahen alle drein, als ob es ihre einzige-Aufgabe wäre,
ich uüͤber das „Ferd“ zu unterhalten und nicht als ob sie selbst
muüt vielem Vergnügen für „zwei Zehnerln“ bis zum Stephans⸗
hurm rennen würden. Die „Kurzsichtigkeit auf einem Auge“
sollte sich bald aufklären. Aus dem Thore eines Hauses trat ein
legant gekleideter junger Mann, der eben mit größter Noncha⸗
ance seine Monocle zum Auge führen wollte, als sich sämmtliche
bemonocleten“ Dienstmänner um ihn schaarten und ihm unisono
ainen „guten Morgen, Herr von Fall“ ... zuriefen. Der junge
Mann wurde roth wie Blut und stürzte zurück in die Einfahrt
des Hauses, aus welcher gleich darauf die laute Stimme des
Fleischermeisters F., des Valers des jungen Elegant, also heraus
Hule „Und wann di an jeden Dienstmann von der ganzen Wiener—
stadt so a Monokel kafen und extra no zwa Zehnerln geben
nuaß, i wir Dir's do abg'wöhnen, dös Grimassenschneiden mi
den Glasscherben, wann mei Zureden bei Dir scho durchans nix
nutzen will.“

F Wie das „Aerztliche Intelligenzblart“ berichtet, greift die
Blatternseuche in London mit reißender Schnelligkeit um sich,
Jauptsächlich in den südlichen Vorstädten. In dem Zeitraum vom
Januar bis Ende April sind der Krankheit dort 900 Versonen
erlegen.

F(in Tapferer.) Die Konigin von England hat
üngst einem Korporal Namens Joseph John Farmer, vom Armee—⸗
dospitalkorps, das Viktoriakreuz (die höchste Auszeichnung für
aͤpferes Verhalten im Felde) für eine muthvolle und selbstver⸗
leugnende That verliehen, die in weiteren Kreisen bekannt zu
decden verdient. Während eines Handgemenges in dem für die
hritischen Waffen so verhängnißvollen Treffen mit den Boeren auf
dem Kajubaberge am 27. Februar hielt Korporal Farmer eine
weiße Fahne über die Verwundeten, und als der Arm, welcher die
Fahne hochhielt, durchschossen wurde, rief er aus, daß er noch
nmer einen anderen Arm habe. Er nahm dann die Fahne mit
dem anderen Arm auf und hielt sie so lange, bis auch dieser von
einer Kugel durchbohrt wurde.

Eine Erplosion böser Wetter hat in den Bergwerken von
Fhampagnac stattgefuuden, wobei drei Personen, darnnter ein In⸗
genienr, getödtet und zwei verwundet widen.

Der Dampfer „Mary Hough“, von Liveverpool nach
Plymouih und London bestimmt, welcher eine Anzahl Passagiere
und ein gemischtes Cargo an Bord hatte, ist in Folge einer Colli⸗
sion mit dem Dampfer „Afrika“, welcher nach Afrika bestimmt
war, und dem Dampfer „Castilian“ von Lissabon gesunken. Der
Verlust an Menschenleben ist noch unbekannt.

GUnterbrochene Andacht) In einer kleinen
Baptistenkirche in einem Minenbezirk Colorados's (Californien) zog
ein Audächtiger, der in der benachbarten Red-Gulch-Mine arbeitete,
Zwanzigdoͤllars-Goldstück aus der Tasche, als der Aelteste die Runde
mit dem gefüllten Teller machte. „Was ist Eure Tare, Bruder ?“

„Jeder gibt nach Belieben.“ — „Gut, ich gebe einen Dollar
und nehme mir neunzehn zurück.“ Er hatte das Goldstück auf den
Teller gelegt und begann das Kleingeld dafür zu annektiren. „Halt,
zier wird nicht gewechselt! Was auf dem Teller liegt, gehört der
Zirche.“ — „Hol' Euch der Teufel!“ rief der Miner und sprang
dem Aeltesten an die Kehle. Im letzten Augenblick blitzte ein
Dutzend Bowiemesser, und die fromme Versammlung drohte über—
einander herzufallen. „Halt!“ donnerte ploͤtzlich die Stimme des
Heistlichen von der Kanzel, und der Lauf eines Revolvers, den er
unter der Kutte hervorgezogen, richtete sich auf die Gemeinde. „Die
Bruder wollen sich setzen und ihre Messer einstecken, wenn ihnen
ücht nach einer blauen Bohne gelüstet. Unser Freund von Red⸗—
Hhulch läht den Bruder Aeltesten los und rührt keinen Penny auf
diesem Teller an, sonst fährt er binnen drei Sekunden ohne Ver—
gebung seiner Sünden in die ewige Verdammniß!“ Flugs nahmen

Alle ihre Sitze ein, der sich hinter den Ohren kratzende Goldsucher
eineswegs als der Letzte, und der Aelteste brachte den gefüllten
Teller, aͤnschließlich des Goldstücks, in der Sakristei in Sicherheit.
Die Ändacht erzählt das amerikanische Blatt, dem wir obige
Beschichte entnehmen — nahm dann ihren ungestörten Fortgang.

FRecht angenehme Verhäktnisse herrschen im Staate Missouri.
Wir wollen, um nicht in den Verdacht der Uebertreibung zu kom⸗
nen, ein dortiges Blait, die „Westl. Post,“ sprechen lassen: „Die
Ztrolche des südlichen Missouri treiben immer noch denselben Sport,
velchem sich ihre Vater und Großväter hingaben; ein gelegentlicher
Strauß mit den Wächtern der öffentlichen Ordnung gehört dort
jeute noch zu den Vergnügungen, ohne die das Leben keinen Reiz
hat. In Sikeston hatten sich vier junge Gurgelabschneider,
Namens Rhodes, Meyers, Hamilton und Brown, zu irgend einem
angesetzlichen Zwecke, wahrscheinlich Raub und Mord, verbunden
und einen gewissen Wm. Knor eingeladen, ihrer Gesellschaft bei⸗
zutreten. Knox schien keinen Gefallen daran zu finden und ver⸗
nieth sie, weßhalb inan ihm Rache schwur. In der letzten Nacht
amen die Burschen nach seiner Wohnung und suchten ihn. Knox
ntschlüpfte jedoch durch eine Hinterihür. Die Strolche begannen
dann auf die Bewohner des Hauses zu schießen. Ein Mann trug
ein kranktes Kind in der Stube herum und das Kind erhielt drei
Schußwunden, während der Maun eine Kugel ins Bein erhielt
imb mit dem Kinde ins Freie entfloh. Die Weiber entflohen durch
den Obstgarten und es wurde gleichfalls auf fie geschossen. Die
Burschen umkreisten das Haus bis zum Morgen und machten sich
dann auf, um den entflohenen Knox im Gebüsch zu suchen. Sie
ztanden das verwundete Kind am Wege liegen, brachten es ins Haus
une verbanden es, später fanden sie auch den verwundeten Mann
ind brachten ihn nach seiner Wohnung zurück. Wm. Knor er⸗
virkte einen Haftbefehl gegen die Burschen und ein Constabler
uchte das Kleeblatt auf, konute die Kerle aber nicht festnehmen.
Dder Sheriff von New-Madrid, County, begab sich mit zehn bis
elf Mann nach der Gegend und als die vier merkten, daß sie ver—
olgt wurden, flohen sie in das Gebüsch. Die Sheriffs Mann⸗
chaft suchte den Wald ab und kam endlich an einen gefällten Baum,
hinter welchem sich die Verbrecher festgesetzt hatten und von wo ste
Alsbald ein moͤrderisches Feuer auf ihre Verfolger eröffneten. so
daß ein Sheriffs Gehülfe Namens La Forge sofort niederstürzte;
in anderer Namens Hunter erhielt schwere Wunden und die ganze
Mannschaft wurde in die Flucht getrieben. Der Sheriff sammelte
eine Leute wieder und verstärkie sich durch Aufgebot der Nachbarn.
Die Verbrecher hatten untrrdessen dem todten La Forge seine
Waffen und Werthsachen abgenommen. Am .Nachmittag fand man
einen von der Bande, schwer verwundet, in dem Hause einer
Wittwe, wo er von seinen Kameraden zurückgelassen worden war.
Man setzte eine Wache über ihn, aber es gelang ihm, zu entkom⸗
nen; doͤch er schien vom Regen in die Traufe gekommen zu sein,
denn einige Stunde später fand man ihn in einem Stalle, augen⸗
cheinlich von den „Vigilanten“ aufgeknüpft. — Aus Spring-
ield'berichtet man über eins weitere blutig⸗ That, welche sich
vor einigen Tagen dort abspielte. Ein hübscher junger Leichtfuß
am bis an die Zähne bewaffnet in die Wohnung der Wittwe
Thomas und verlangte, daß deren Tochter mit ihm durbrennen
nöge; als sich Frau Thomas gegen die Ehre, auf die Weise zur
Schwiegermutter gemacht zu werden, verwahrte, wollte der edle
Jüͤngling sie erschießen. Die entschlossene Frau wartete die Gele⸗
Jenheit aͤb, ergriff plötzlich das Jagdgewehr des Menschen und schoß
hn todt. Ihre That wurde von der Leichenschaubehörde als be⸗
rechtigt erkanni.

Marbktberichte.

Zweibrücken, 2. Juni. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienma rk—
Weizen 12 M. 80 Pf., Korn 11 M. 12 Pf., Gerste zweireihige d M. — 9
erreihige O M. — Pf., Spelz O M.F Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkele M. — pf. Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 52 Pf.,
Erbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 20 Pf.,
deuns M. 83 Pf., Stroh 8 M. 55 Pf. Weißbrod 1! / à Kilogr. 60 Pf,
orndrode3 Kilogr. 76 Pf., Gemischtbrod 83 Kilogr. 91 Pf., paar · Weck 100
vr.6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 pf. Kalbfleisch 44 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter!/ Kiloar. 1 M. Os Pf.,
Wein 1Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg,/ Il. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
2 Mvoo Pf srorn 11 M. 61 Pf. Spelzkern — M. — Plf., Spelz O M.
— pf., Gerste 2reihige — M. — Pif. Gerste Kreihige d M. — Pf. Hafer
7 M. 62 Pf., Mischfrucht 11 M. 10 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — ppf., Bohnen O M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rode6 Pfuund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsensleisch — Pf.
Rindfleisch 850 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelileisch — Pf. et
30 Pf. Butter 1 Pfund 1M. 10 Pf., Kartoffeln per Ztr. 2 M. 50 Pf.

Kaiserslautern, 81. Mai. (Fruchturittelpreis und Viktualienmarlt.)
Weizen 11 M. 82 Pf., Korn 10 M.o8 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
IM. 48 Pf., Gersterd M. 25 Pf., Hafer 7 M. 62 Pf., Erbsen — M.
ppf. Widen 8 M. 15 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzorode 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
zPfund 46 Pfg. Butter pro Pfund 1M. — Pf. Eier 1 Stück 05 pf.
dactoffein pro Zentner 2 M. 20 Pf. Stroh *æ M. — Pf. Heu 3 M. —
pf., Kleeheu 4 M. — Pf.

Für die Redaction verantwortlich: . X. Dema-
        <pb n="336" />
        Todes⸗Anzeige.

In Gottes unerforschlichem Rathschluß war es ge⸗
legen, heute Nacht unsern innigstgeliebten Gatten, Vater,
Bruder, Onkel, Schwiegervater und Schwager

Valentin Bohnerth
pensionirter Bergmann, Krämer und Bäckereibesitzer,
in Rohrbach
nach kurzem aber schwerem Leiden zu sich in das bessere

Jenseits abzurufen.
Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag statt.
Um stille Theilnahme bittet im Namen
der tieftrauernden Hinterbliebenen
2MM. Vohnerth. Sohn.

Rons F 3enedictiner
Wißenschaftlich geprüft u. begutachtet „* *
Wipnschafluich geprüft u. beg Doppelkräultermagendilter

nach einem alten aus einem Ve
nedictinerkloster stammenden Recepi
abrizirt und nur en gros ver
sandt von
O. PINGEL in Göttingen
Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
at sich deßhalb fast in jeder Famili⸗
ingebürgert. Der Benedicti,
er ist aus den feinsten, auser
sensten Kräutern zusammengeseht,
elche die Eigenschaften vGihin
wohlthätig und erwärmend auf
den Organismus einzuwirken.
Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner sind
die unzähligen Auerkennungen, welche fortwährend sn
Fabrikauten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermanu von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung

vergroͤßern.

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verschlossen und mit dem geschützten Etiqueit versehen.

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Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Simon Bachmaier, Krämer in Indersburg b. Baum⸗
garten in Niederbayern, berichtet: Bei mir und 3Freunden wirkt Ihr
Benediktiner vortrefflich. Der eine Freud, welcher schon 3 Monate beti—
lägerig ist, weder gehen, noch sitzen kann, keine Speise verträgt, an steter
Appetitlosigkeit, Schmerzen im Magen und der rechten Seite sowie an
schrecklicher Abmagerung leidet, hatte alle Arzneien vergebens gebraucht
und wurde doch, nur nach einer halben Flasche Benedictiner, trotz feines
Alters von hoch in 60 Jahren, so weit hergestellt, daß er Speise vertragen
kann, Appetit erhält und die Schmerzen gelindert sind, auch haben fich
die Kräste so gemehrt, daß er wieder sitzen kann. Senden Sie mir doch
rasch wieder 10 kleine Fl. Benedictiner.

R
Samcet Born baiard
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel welches sich in Folge
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.
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Zeitungen, sich fragend, welcher
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jene Auzeige imponirt durch ihre
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meisten Fällen gerade das — Un⸗
richtige Wer solche Enttäuschun—
gen vermeiden und sein Geld nicht
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit deu Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

— erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt viertellährlich

40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 830 pro Zeile berechnet.
—
R 89.

Sonntag, den 5. Juni

—1881.

— 0 — * 0
HSeiner Koeniglichen Hoheit Vrinz Cudwig von Vayern

jaben geruht, für den Höchstdemselben bereiteten herzlichen Willkomm in Zweibrückken und St. Ingbert, wie die
allseitige ehrerbietige Begrüßung Seine hohe Befriedigung auszusprechen und haben mir gestattet, Seinen huldvollen
dank an die Gesammtbevölkerung zum Ausdruck zu bringen.

Indem ich diese gnädige Anerkennung zur allgemeinen Kenntniß bringe, verbinde ich hiemit meinen wärmsten
Dank für das freudige Zusammenwirken der Bevölkerung zur Verherrlichung dieser Tage.

Die Jahrhunderte alte Zusammengehörigkeit von Zweibrücken mit unserem erhabenen Koönigshause ist um ein
weiteres werthvo lles Geschichtsblatt bereichert.

Zweibrücken, den 3. Juni 1881.

Der. Schlagintweit
kgl. Bezirksamtmann.
Deutsches Reich.

Wie man dem ‚„Bayer. Kur.“ versichert, wird dem nächsten
bayerischen Landtage gleichzeitig mit dem Budget auch ein
Gesetzentwurf vorgelegt, durch welchen das neue Malzaufschlaggesetz,
dessen Geltung mit dem Schlusse der laufenden Finanzperiode zu
Ende geht, des Weiteren verlängert werden soll, da bei dem Stande
der Staatsfinanzen das durch das betreffende Gesetz erhöhte Er⸗
trägniß des Malzaufschlages nicht entbehrt werden kann.

Der deutsche Kaiser verlieh dem bayerischen Staats⸗
minister Dr. v. Luttz das Großkreuz des rothen Adlerordens.

Sigl's „Vaterland“ berichtet, daß dem Klerus der Diöcese
Passau vom Bischof verboten worden sei, sich bei den Wahlagi—⸗
tationen und Wahlversammlungen zu betheiligen.

In Bezug auf das Tabaksmonopol ist es in neuerer Zeit still
geworden, dagegen wird jetzt aus Berlin gemeldet, daß der
Reichskanzler das Projekt einer Fabrikatsteuer nach amerikanischem
Muster wieder aufgenommen habe. Das Projekt hatte s. Z. in
der Tabak-Enquetekommission viele Anhänger gehabt und Herr v.
Bennigsen soll bei den vor einigen Jahren mit dem Reichskanzler
gepflogenen Verhandluugen zur Vermehrung der Reichseinnahmen
die Einführung der amerikanischen Fabrikatsteuer in Vorschlag ge—
bracht haben. Für die Landwirthe dürfte diese Art der Besteueruug
vorzuziehen sein, indem dadurch eine Menge lästiger Controlmaß⸗
regeln wegfielen. Die Tabakindustrie allerdings würde dafür mit
um so größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Der Schluß des Reichstags wird wahrscheinlich am 22.
oder 23. ds. Mis. erfolgen und die Neuwahlen Ende September
stattfinden. Die Letztereu werden voraussichtlich eine beträchtliche
Menge neuer Leute in den Reichstag führen, da eine große Anzahl
der bisherigen Abgeordneten eine Wiederwahl abgelehnt hat.

Ausland.

Wie verlautet, ist es auf der Insel Arran (Nordküste von
Irland) am 31. Mai zu einem Handgemenge zwischen den Ein⸗
vohnern und der Mannschaft eines Kanonenbootes gekommen.
Fünf Boote, welche zu dem dort zum Schutze der Gerichtsdiener
tationirten Kauonenboot „Goshawk“ gehörten, wurden von den
kinwohnern der Insel zerstört und der „Goshawk“ schoß deßhalb
auf die Insel.

Aus Rußland kommt über Berlin die erstaunliche Nach—
icht, daß der am 16. Juli 1798 geborene Fürst Gortschakow nach
jeinen auf der Durchreise nach Sti. Petersburg gegebenen Erklär—
ungen das auswärtige Amt wieder übernimmt. Der uralte Kanzler
hatte Audienz bei dem deutschen Kaiser und machte eine Art von
Versöhnungsbesuch bei dem Fürsten Bismarck. Auf seine St. Pe—
tersburger Wirksamkeit gegenüber den jetzt am Ruder befindlichen
Ignatjew und Pobedonoszew darf man billig gespannt sein.

Wenn man in Alhen recht berichtet ist, wird die Uebergabe
der von der Pforte an Griechenland abgetretenen Gebiete eiwa
am 24. d. M. beginnen. Bis sie vollendet sein wird, werden
rotz aller betreffenden Festsetzungen der Großmächte angesichts des
rürkischen Hinhaltungssystems die Nächte wohl schon wieder be—⸗
zeutend länger geworden sein.

So leicht wie sich die Dinge in Tunis für die Franzosen
machten, so schwer scheinen dagegen die Zustände in Algier imit
den aufständischen Arabern sich für sie zu gestalten. Die Einge⸗
jorenen erheben sich immer mehr gegen das Vordringen der fran⸗
zösischen Kolonisten. Da gibt's also für das thatendurstige Frank⸗
ꝛeich noch eine harte Nuß zu knacken, wobei es sich die Zähne
twas ausbeißen dürfte. Uebrigens kann es uns schon recht sein,
venn die Franzosen in Afrika beschäftigt sind.
Bermischtei.

* St. Ingbert, 1. Juni. In heutiger Schöffen⸗
sitzung kamen folgende 6 Fälle zur Verhandlung und wurden
nerurtheilt: Ein Mann von hier wegen Uebertretung gesundheits⸗
polizeilicher Vorschriften in eine Geldstrafe von 6 M. event. 2
Tage Haft; ein Mann von Hornbach wegen Thierquälerei in eine
daftst rafe von sechs Tagen; ein Mann von hier wegen Ueber⸗
retung der Gewerbeordnung in eine Geldstrafe von 6 M., eb. 2
Tage Haft; ein Mann von Oberwürzbach wegen unberechtigter
Jagdausübung zu einer Gefängnißstrafe von fünf Tagen; ein
andwerksbursche wegen Bettel und Landstreicherei zu einer
Hhaftstrafe von 42 Tagen und ein Mann von hier wurde
von der Anschuldigung der Uebertretung des Hundesieuergesetzes
als nicht überführt freigesprochen. Die Verhandlung gegen einen
Burschen von Rohrbach, welcher des Diebstahls beschuldigt ist,
wurde wegen Nichierscheinens des Angeklagten auf unbestimmte
Zeit vertagt.

F In St. Johann sollte heute (4. Juni) die Handwerker⸗
gewerbe⸗Ausstellung eröffnet werden.

Einem Geschäftsmann in Mergentheim, dessen Frau
dor einigen Monaten gestorben ist, brachte neulich der Agent einer
debensversicherungsanstalt 12,000 Mark, um welche Summe die
Frau ohne Wissen ihres Mannes ihr Leben hatte versichern lassen.
Bewiß ein seltenes Vorkommniß!

F Bei dem bevorstehenden XIII. deutschen Protestantentage
in Berlin wird der prot. Verein der Pfalz durch die Herren
Landtagsabgeordneten und Gutsbesitzer Herer von Harxheim und
Pfarrer Butters von Zweibrücken vertreten sein.

— Blutvergiftung. Der Koncipient W. in der Lilienstraße in
Berlin saß vor acht Tagen bei der Arbeit und verletzte sich bei
dem Versuch, die Feder in den etwas engen Halter zu klemmen,
scheinbar unerheblich am Daumen der linken Hand. Er beachtete
die Wunde wenig, mußte aber doch buld ärztliche Hülfe nachsuchen.
Leider hat sich die Sache so verschlimmert, daß bereits am Diens⸗
tag Nachmittag die Amputation der Hand in Aussicht genom⸗
men wurde.

F In Leitenbach Golledau) nahmen 1000 Gänse in frisch
gegypstem Klee ihr Souper ein, was sämmilichen das Leben lostete.

FBei einem Versuchsschießen am 2. Juni auf der Festung
Grauden;z wurden durch eine Granate, welche unter den am
Ziel mit der Aufnahme der Schußwirkung beschäftigten Mil itär⸗
personen platzte, getödtet: Hauptmann Bröcker vom 18. Feld⸗
artillerieregiment, Hauptmann Schmid vom 7. Fußartillerie⸗
Kegiment, beide Miiglieder der Artilslerievrüfungskommission, Haupt⸗
        <pb n="338" />
        nann Engel vom 1. bayerischen Feldartillerieregiment (derselbe
tarb eine Stunde nach der Verwundung), ferner 1 Oberfeuer⸗
herker und 1 Kanonier. Der Präses der Kommission, Oberst
Salbach, wurde nur leicht verwundet. (Stadt und Festung Grau⸗
Fenz in Westpreußen liegen am rechten Weichselufer.)

FWiedergefündene Leichen. Man schreibt aus
Teplitz vom 30. Mai: Von den am 11. Februar 1879 im
Dollinger⸗Schacht derunglückten Bergleuten sind 16 aufgefunden
worden, die im Beisein der Behörden und einer nach Tausenden
‚ählenden Menge heute bestattet wurden.

F In Wornoesch haben die Zöglinge des Priesterseminars
bersucht, die Wohnung ihres Rectors, mit dem sie in Streit lebten,
in die Luft zu sprengen. Der kranke Rector des Seminars lag
in seinem Schlafzimmer, der Explosionsstoff war vom großen Cor⸗
idor des Seminars aus, woselbst der Ofen des Schlafzimmers
eine Heizöffnung hatte, in den Ofen gelegt worden. Der ganze
Dfen zersprang in kleine Stücke, die Fenster im Corridor und in
den Sltuben wurden zertrümmert. Das Bett, auf dem der Kranke
lag, war ganz überschüttet mit Ziegeln und Ofenkacheln. Der
Rector war nur durch einen Zufall dem Tod entronnen.

Elektrische Eisenbahnen. Man beabsichtigt in
Paris eine permanente elektrische Eisenbahnlinie zu eröffnen, wie
ez deren schon in Brüssel und Berlin gibt. Dieselbe wird von
den Champs Plysées über die Place de la Cocorde nach dem
—
der Champs Llisées mit elektrischem Lichte zu erhellen und auf
den Boulevards sollen in der Distanz von 100 zu 100 Schritten
elektrische Kandelaber aufgestellt werden.

Preise für Fruchtbarkeit. Der französischen
Akademie ist von einem ungenannten Spender eine Summe zuge⸗
wiesen worden, deren Zinsen — 12,000 Fr. — alljährlich an die
zrei fruchtbarsten Mütter Frankreichs zu gleichen Theilen gegeben
werden jollen. Die gelehrte Gesellschaft hat nach langer Debatte
beschlossen, die Spende nicht anzunehmen.

p Wahrend die Judenkrawalle in den größeren Staädten Süd⸗
cußlands, dank dem endlich erfolgten energischen Einschreiten der
Behörden, im Abnehmen begriffen find, brechen sie nun in Dör⸗
ern und Marktflecken Südrußlands von neuem mit um so größerer
Am Dienstag den 7. Juni
Abends präcis 6 Uhr
Feuerwehr-UVebung.

Das Bürgermeisteramt
Guster.
Großes
Früh-Concert
in Neuweilerhof

Pfingstmontag von 4

Ahr ab wozu höfl. einladet
H. Russy.

Pfingst⸗ Sonntag und⸗
Montag
Harmoniemusik

in der Gartenwirthschaft
oon Jak. Schmitt
in Sengscheid.

Die für 80. Mai qpberaumt
gewesene Waldparthie findet
unmehr am Pfingstmon⸗
tag statt und ladet hiezu höf⸗
tichst ein

V. Weisgerber.
“Aberkßauser.

bon 5 uhrab
Kegelparthie.“
Mehrere Kegelfreunde.

u.

2

s
Annahmestollo

—

VOn
0T60D
für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen besindet sich bei
Rudolt Mosse,
Prankfurt a. M.
gegenüber 3 gegenũber
Hauptpost Zeiĩl 45 der Hauptpost

SCehe Preise wie bei den Zeitungs-Expeditionen gelbst.
-Bei grösseren Custrügen hiervon nooh entsprechende Ruhbnatt-
dewiuliguug.

Drud und Verlag von iwy.

heftigkeit aus. Die aus Südrußland eingetroffenen Blätter sind
oll don Mittheilungen über die neuen Krawalle zwischen den
ussischen Bauern und deren jüdischen Nachbarn.

FDas Neueste in der Temperenzfrage hat die
zegislatur des demokratischen Musterstaates Dela ware Ver⸗
inigte Staaten von Nordamerika) geleistet. Sie hat nämlich ein
zesetz erlassen, welches bestimmt, daß Hauseigenthümer, welche ihr
hrundstück ganz oder theilweise an Schankwirthe vermiethen, in
zukunft für alle Schadenersatzklagen haftbar sind, welche von Per⸗
onen angestrengt werden, die sich durch den Verkauf von geistigen
helrünken in Wirthschaften an ihre Angehörigen ꝛc. geschädigt be—
rachten. Da der Schadenersatz, welchen das Gesetz gleichzeitig
olchen geschädigten Personen bewilligt, ungemein hoch ist, sich, je
achdem, in die Tausende von Dollars beläuft, dürften sich in
zulunft wohl schwerlich Hauseigenthümer in jenem Staate dazu
erstehen, ihre Häuser an Wirthe zu vermiethen. Die Temperenz⸗
er, vulgo Wassimpel“, des besagten Duodezstaates jubeln deß⸗
alb schon aus voller Kehle und prahlen, daß, Dank diesem Coup
hrer Legislatur, in sechs Monaten kein Wirthshaus mehr inner⸗
alb der Grenzen Delawares zu finden sein werde.

In Tuͤnis gilt Formenfülle der Frauen als Schönheit,
ie üppigste ist die schönste. Diese Anschauung hat zur Folge, daß
orpuienie Damen überhaupt mehr Chancen haben, als die mageren.
Venn ein Wittwer ein zweites Mal heirathen will — auch in
Tunis soll Das vorkommen — und die Gluͤckliche ist minder üppig,
ils die erste Frau, so sendet der Freier den Eltern der Braut
inen Güriel, einen Ring und ein Armband aus dem Nachlasse
er Verstorbenen. Und nun beginnt die Ernährung der jungen
Tame par force, bis ihr die genannten Toilettengegenstände voll⸗
tändig passen. Sobald die — Mästung das bewußte Resultat
hat, wird Hochzeit gemacht. So berichtet der Pariser
Figaro“.

4 Als Mittel gegen Verrenkungen wird scharfe Lauge aus
zewöhnlicher Holzasche empfohlen, doch darf dieselbe nicht so scharf
in, daß die Haut davon springt. Die verrenkte Stelle muß in
zie Lauge getaucht und vermittels eines Tuches mit derselben ge⸗
hadet werden.

Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demes.
ααÄXÄαœαàαôä
Von heute ab jeden Sonn—
und Feiertag
194 82
in der Conditorei
von J. Rickel.

Luugenschwindsucht geheilt

Durch mein Genußmittel gegen
zustenkrankheiten u. Lungenschwind⸗
ucht schon Tausende geheilt. Es
zeruht auf schneller Bernarbung der
Tuberkeln und dadurch rascheste Be⸗
eitigung des Auswurfs. Jeder
zusten wird durch Gebrauch meines
henußmittels vollständig beseitigt.
Alleiniges echtes Recept. Garantie.
ßor Faͤlschung wird gewarnt.
Maria Beunov. Donat Paris 1671.

Ich besitze Auerkennung von
Zr. Majestät dem Kaiser von
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»em Papst. Von der höchsten
Nedicinal-Behörde des deutschen
Reiches wurde mein Genußmittel
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Jean Peters, St. Ingbert.

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demeß in Si. Ingbert.
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntaga mit illustrirter Bei⸗
age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsépreis beträgt vierteljahrlich
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Sonntag, den 5. Juni

1881.
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Seiner Koeniglichen Hoheit Yrinz Ludwig von Rayern
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Indem ich diese gnädige Anerkennung zur allgemeinen Kenntniß bringe, verbinde ich hiemit meinen wärmsten
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Zweibrücken, den 3. Juni 1881.
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Wie man dem „Bayer. Kur.“ versichert, wird dem nächsten
bayerischen Landtage gleichzeitig mit dem Budget auch ein
Gesetzentwurf vorgelegt, durch welchen das neue Malzaufschlaggesetz,
dessen Geltung mit dem Schlusse der laufenden Finanzperiode zu
Ende geht, des Weiteren verlängert werden soll, da bei dem Stande
der Staatsfinanzen das durch das betreffende Gesetz erhöhte Er—
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Der deutsche Kaiser verlieh dem bayerischen Staats-
minister Dr. v. Lutz das Großkreuz des rothen Adlerordens.

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Passau vom Bischof verboten worden sei, sich bei den Wahlagi—
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In Bezug auf das Tabaksmonopol ist es in neuerer Zeit still
zeworden, dagegen wird jetzt aus Berlin gemeldet, daß der
Rteichskanzler das Projekt einer Fabrikatsteuer nach amerikanischem
Muster wieder aufgenommen habe. Das Projekt hatte s. 3. in
der Tabak-Enquetekommission viele Anhänger gehabt und Herr v.
Bennigsen soll bei den vor einigen Jahren mit dem Reichskanzler
gepflogenen Verhandlungen zur Vermehrung der Reichseinnahmen
die Einführung der amerikanischen Fabrikatsteuer in Vorschlag ge—
bracht haben. Für die Landwirihe dürfte diese Art der Besteueruug
vorzuziehen sein, indem dadurch eine Menge lästiger Controlmaß—
regeln wegfielen. Die Tabakindustrie allerdings würde dafür mit
uim so groößeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Der Schluß des Reichstags wird wahrscheinlich am 22.
oder 28. ds. Mis. erfolgen und die Neuwahlen Ende September
tattfinden. Die Letzteren werden voraussichtlich eine beträchtliche
Menge neuer Leute in den Reichstag führen, da eine große Anzahl
der bisherigen Abgeordneten eine Wiederwahl abgelehnt hat.

Ausland.

Wie verlautet, ist es auf der Insel Arran (Nordküste von
Irland) am 31. Mai zu einem Handgemenge zwischen den Ein—
wohnern und der Mannschaft eines Kanonenbootes gekommen.
Fünf Boote, welche zu dem dort zum Schutze der Gerichtsdiener
ationirten Kanonenboot „Goshawk“ gehörten, wurden von den
Finwohnern der Insel zerstört und der „Goshawtk“ schoß deßhalb
auf die Insel.

Aus Rußland kommt über Berlin die erstaunliche Nach—
richt, daß der am 16. Juli 1798 geborene Fürst Gortschakow nach
seinen auf der Durchreise nach St. Petersburg gegebenen Erklär⸗
ungen das auswäaͤrtige Amt wieder übernimmt. Der uralte Kanzler
jatte Audienz bei dem deutschen Kaiser und machte eine Art von
Versöhnungsbesuch bei dem Fürsten Bismarck. Auf seine St. Pe—
ersburger Wirksamkeit gegenüber den jetzt am Ruder befindlichen
Ignatjew und Pobedonoszew darf man billig gespannt sein.

Wenn man in Alhen recht berichtet ist, wird die Uebergabe
der von der Pforte an Griechenland abgetretenen Gebiete etwa
am 24. d. M. beginnen. Bis sie vollendet sein wird, werden
rotz aller betreffenden Festsetzungen der Großmächte angesichts des
rürkischen Hinhaltungssystems die Nächte wohl schon wieder be—
deutend länger geworden sein

So leicht wie sich die Dinge in Tunis für die Franzosen
nachten, so schwer scheinen dagegen die Zustände in Algier mit
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ösischen Kolonisten. Da gibt's also für das thatendurstige Frank⸗
eich noch eine harte Nuß zu knacken, wobei es sich die Zähne
twas ausbeißen dürfte. Uebrigens kann es uns schon recht sein,
venn die Franzosen in Akrika beschäftigt sind.

Vermischteẽ.

* St. Ingbert, 1. Juni. In heutiger Schöffen⸗
itzung kamen folgende 6 Fälle zur Verhandlung und wurden
eruͤrtheiit; Ein Mann von hier wegen Uebertretung gesundheits⸗
‚olizeilicher Vorschriften in eine Geldstrafe von 6 M. event. 2
Tage Haft; ein Mann von Hornbach wegen Thierquälerei in eine
dastst rafe von sechs Tagen; ein Mann von hier wegen Ueber⸗
retung der Gewerbeordnung in eine Geldstrafe von 6 M., eb. 2
tage Haft; ein Mann von Oberwürzbach wegen unberechtigter
zagdausübung zu einer Gefängnißstrafe von fünf Tagen; ein
handwerksbursche wegen Bettel und Landstreicherei zu einer
Zaftstrafe von 42 Tagen und ein Mann von hier wurde
son der Anschuldigung der Uebertretung des Hundesteuergesetzes
uils nicht überführt freigesprochen. Die Verhandlung gegen einen
tzurschen von Rohrbach, welcher des Diebstahls beschuldigt ist,
vurde wegen Nichierscheinens des Angeklagten auf unbestimmie
Zeit vertagt.

7 In St. Johann sollte heute (4. Juni) die Handwerker⸗
zewerbe⸗Ausstellung eröffnet werden.

4 Einem Geschäftsmann in Mergentheim, dessen Frau
or einigen Monaten gestorben ist, brachte neulich der Agent einer
ꝛebensversicherungsanstalt 12,000 Mark, um welche Summe die
xrau ohne Wissen ihres Mannes ihr Leben hatte versichern lassen.
hewiß ein seltenes Vorkommniß! æ

F Bei dem bevorstehenden XIII. deuischen Protestantentage
ne Berlin wird der prot. Verein der Pfalz durch die Herren
andtagsabgeordneten und Gutsbesitzer Her r von Harxheim und
gfarrer Butters von Zweibrücken vertreten sein.

. Blutvergiftung. Der Koncipient W. in der Lilienstraße in
gerühin saß vor acht Tagen bei der Arbeit und verletzte sich bei
sem Versuch, die Feder in den etwas engen Halter zu klemmen,
heinbar unerheblich am Daumen der linken Hand. Er beachtete
ie Wunde wenig, mußte aber doch buld ärztliche Hülfe nachsuchen.
zeider hat sich die Sache so verschlimmert, daß bereits am Diens⸗
ag Nachmittag die Amputation der Hand in Aussicht genom⸗
nen wurde.

In Leitenbach Golledau) nahmen 1000 Gänse in frisch
jegypftem Klee ihr Souper ein, was sämmtlichen das Leben hostete.

- Bei einem Versuchsschießen am 2. Juni auf der Festung
graudenz wurden durch eine Granate, welche unter den am
ziel mit der Aufnahme der Schußwirkung beschäftigten Mil itär⸗
ersonen platzte, getödtet: Hauptmann Bröcker vom 18. Feld⸗
rrtillerieregiment / Hauptmann Schmid vom 7. Fußariillerie⸗
stegiment, beide Mitalieder der Artillerieyrüfungskommission. Haupt⸗
        <pb n="340" />
        mann Engel vom 1. bayerischen Feldartillerieregiment (derselbe
starb eine Stunde nach der Verwundung), ferner 1 Oberfeuer⸗
werker und 1 Kanonier. Der Präses der Kommission, Obersi—
Salbach, wurde nur leicht verwundet. (Stadt und Festung Grau⸗
denz in Westpreußen liegen am rechten Weichselufer.)

Wiedergefundene Leichen. Man schreibt aus
Teplitz vom 830. Mai: Von den am 11. Februar 1879 im
Döllinger⸗Schacht verunglückten Bergleuten sind 16 aufgefunden
worden, die im Beisein der Behörden und einer nach Tausenden
zählenden Menge heute bestattet wurden.

7 In Wornmnoesch haben die Zöglinge des Priesterseminars
versucht, die Wohnung ihres Rectors, mit dem sie in Streit lebten,
in die Luft zu sprengen. Der kranke Rector des Seminars lag
in seinem Schlafzimmer, der Explosionsstoff war vom großen Cor⸗
ridor des Seminars aus, woselbst der Ofen des Schlafzimmers
seine Heizöffnung hatte, in den Ofen gelegt worden. Der ganze
Ofen zersprang in kleine Stücke, die Fenster im Corridor und in
den Stuben wurden zertrümmert. Das Bett, auf dem der Kranke
lag, war ganz überschüttet mit Ziegeln und Ofenkacheln. Der
Rector war nur durch einen Zufall dem Tod entronnen.

Elektrische Eisenbahnen. Man beabsichtigt in
Paris eine permanente elektrische Eisenbahnlinie zu eröffnen, wie
es deren schon in Brüssel und Berlin gibt. Dieselde wird von
den Champs Plysées über die Place de la Cocorde nach dem
Jardin d'Acclimatation führen. Es ist auch die Rede, die Avenue
der Champs Flisées mit elektrischem Lichte zu erhellen und auf
den Boulevards sollen in der Distanz von 100 zu 100 Schritten
elektrische Kandelaber aufgestellt werden.

Preise für Fruchtbarkeit. Der französischen
Akademie ist von einem ungenannten Spender eine Summe zuge—
wiesen worden, deren Zinsen — 12,000 Fr. — alljährlich an die
drei fruchtbarsten Mütler Frankreichs zu gleichen Theilen gegeben
werden sollen. Die gelehrte Gesellschaft hat nach langer Debatte
beschlossen, die Spende nicht anzunehmen.

Während die Judenkrawalle in den größeren Städten Süd⸗
rußlands, dank dem endlich erfolgten energischen Einschreiten der
Behörden, im Abnehmen begriffen sind, brechen sie nun in Dör—
fern und Marktflecken Südrußlands von neuem mit um so größerer

deftigkeit aus. Die aus Südrußland eingetroffenen Blätter find
holl von Mittheilungen über die neuen Krawalle zwischen den
russischen Bauern und deren jüdischen Nachbarn.

Das Neueste in der Temperenzfrage hat die
degislatur des demokratischen Musterstaates Delaware (Ver⸗
einigte Staaten von Nordamerika) geleistet. Sie hat nämlich ein
Gesetz erlassen, welches bestimmt, daß Hauseigenthümer, welche ihr
Grundstück ganz oder theilweise an Schankwirthe vermiethen, in
Zukunft für alle Schadenersatzklagen haftbar sind, welche von Per—
sonen angestrengt werden, die sich durch den Verkauf von geistigen
Betränken in Wirthschaften an ihre Angehörigen ꝛc. geschädigt be—
rrachten. Da der Schadenersatz, welchen das Gesetz gleichzeitig
solchen geschädigten Personen bewilligt, ungemein hoch ist, sich, je
nachdem, in die Tausende von Dollars beläuft, dürften sich in
Zukunft wohl schwerlich Hauseigenthümer in jenem Staate dazu
derstehen, ihre Häuser an Wirthe zu vermiethen. Die Temperenz⸗
ler, vulgo „Wassimpel“, des besagten Duodezstaates jubeln deß⸗
halb schon aus voller Kehle und prahlen, daß, Dank diesem Coup
hrer Legislatur, in sechs Monaten kein Wirthshaus mehr inner—
halb der Grenzen Delawares zu finden sein werde.

In Tunis gilt Formenfülle der Frauen als Schönheit,
die üppigste ist die schönste. Diese Anschauung hat zur Folge, daß
korpulente Damen überhaupt mehr Chancen haben, als die mageren.
Wenn ein Wittwer ein zweites Mal heirathen will — auch in
Tunis soll Das vorkommen — und die Glückliche ist minder üppig,
als die erste Frau, so sendet der Freier den Eltern der Braut
zinen Gürtel, einen Ring und ein Armband aus dem Nachlasse
der Verstorbenen. Und nun beginnt die Ernährung der jungen
Tame par forco, bis ihr die genannten Toilettengegenstände voll-
ständig passen. Sobald die — Mästung das bewußte Resultat
hat, wird Hochzeit gemacht. So berichtet der Pariser
„Figaro“.

4 Als Mittel gegen Verrenkungen wird scharfe Lauge aus
gewöhnlicher Holzasche empfohlen, doch darf dieselbe nicht so scharf
sein, daß die Haut davon springt. Die verrenkte Stelle muß in
die Lauge getaucht und vermittels eines Tuches mit derselben ge⸗
badet werden.

Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme t.
—ücçç
Von heute ab jeden Sonn⸗
und Feiertag
EBIS?
in der Conditorei
von J. Rickel.

Am Dienstag den 7. Juni!
Abends präcis 6 Uhr
Feuerwehr-Uebung.

Das Bürgermeisteramt
Custer.

Die für 830. Mai anberaumt
gewesene Waldparthie findet
nunmehr am Pfingstmon⸗
tag siatt und ladet hiezu höf—
lichst ein

M. Weisgerber.
. —.

Großes
Früh⸗Concert
m Neuweilerhof
Pfingstmontag von

Uhr ab wozu höfl. einladet

H. Russy.

Pfingst⸗Sonntag und—

Montag

Harmoniemusik
in der Gartenwirthschaft

von Jat. Schmitt

in Sengscheid.

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Durch mein Genußmittel gegen
dustenkrankheiten u. Lungenschwind⸗
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90.

Dienstag, den 5—

1881.

Deutsches Reich.
Eine soeben veröffentlichte Erklärung der national—⸗
uberalen Abgeordneten aus dem Reich und den Einzel—
andern, welche am 29. v. Mts. in Berlin festgestellt wurde,
rägt 181 Unterschriften und darf wohl sicher sein, in nationalen
ind liberalen Kreisen Zustimmung zu finden. Diese Kundgebung
st u. A. auch von folgenden Reichs- und Landtagsabgeordneten
aus der Pfalz unterschrieben; nämlich von den Herren: Dr. A.
Buhl und Dr. E. Buhl, Exter, Dr. Groß, Grohe, Herr, Jordan,
Kuby, Wolf, Schmidt-Zweibrücken und Theyson. Die Erklärung
st ebenso maßvoll wie bestimmt; hält sich gleich entfernt von pessi—
mistischer Muthlosigkeit wie von unselbstständiger Resignation; zollt
dem Fürsten Bismarck was ihm gebührt; stellt aber höher als ihn
zas Reich und dessen freiheitliche Weiterentwicklung. Weit ent—
ernt, die Macht und Gefahr der reactionären Verbrüderung zwischen
Tonservativen und Centrum zu unterschätzen, stellen sich die Na—
rional⸗Liberalen ihr vielmehr mit der klaren Erkenntniß entgegen,
zaß es im Interesse der Stärke des Reiches nach Außen, wie der
freiheitlichen Weiterbildung seiner inneren Einrichtungen geboten sei,
zen Partikularismus, den Ultramontanismus, die Socialdemokratie
uind das feudale Herrenthum, wo sie sich zeigen, zu bekämpfen.
Sollte, wie es den Anschein hat, Fürst Bismarck in diesem Kampfe
ucht länger auf Seite der National-Liberalen stehen wollen —
vohlan denn, nicht dem Fürsten Bismarck zu Liebe haben die
ational-Liberalen bisher im Kampfe ausgeharrt; sie werden darum
nuch nicht fahnenflüchtig werden, wenn Fürst Bismarck im Lager
»er Gegner arbeitet. Höher als jedes andere Interesse und jede
indere Person steht ihnen das Reich und sein Kaiser. Was nach
hrer vorurtheilsfreien Ueberzeugung diesem nicht frommt, das wird
efehdet, vertheidige es, wer immer wolle. Diese von den national—
iberalen Abgeordneten neuerdings öffentlich ausgesprochenen Grund⸗
ätze sind iht Programm; sie bleiben ihm treu. Und dieses durch
ie veränderten Verhältnisse wünschenswerth gewordene unumwundene
gekenntniß, daß, was sich auch geändert haben möge, an ihrer
leberzeugung sich nichts geändert habe, ist der wesentliche Zweck
»er neuen Erklärung, die im Uebrigen bezüglich der Haltung der
sational⸗Liberalen zu allen schwebenden politischen Fragen irgend⸗
welche Undeutlichkeit oder Zweifel schlechterdings nicht; mehr zu—⸗
lassen dürfte.

Dem Vernehmen nach wird dem Bundesrath demnächst
ne Vorlage wegen der Einziehung der Fünfmark- und der
wanzigmarkscheine zugehen.

Durch die Niederlage der Regierung bei der Hauptfrage des
Unfallversicherungsgesetzes, dem Reichszuschuß, der
mit *6 aller Stimmen gegen die Sozialdemokraten und den grö—
zeren Theil der Deutschkonservativen (Präsident v. Goßler stimmte
mit Nein) abgelehnt wurde, ist das Schicksal der Vorlage für diese
Session entschieden; denn der Reichskanzler hat ebenso sich gegen
das Gesetz verwahrt, wenn es des Staatszuschusses entbehre, als
die Majorität durch die Ausführungen der verschiedenen Fraktions⸗
tedner ihre Abgeneigtheit, hier nachzugeben, bekundet hat. In
llerikalen Kreisen wird bestimmt versichert, daß das den Ausschlag
gebende Centrum auch in dritter Lesung die Staatshilfe ablehnen
verde. Wenn gleichwohl das Gesetz auch in dritter Lesung durch—
zerathen wird, so erhellt daraus mit Klarheit der Wunsch des
deichskanzlers, das Nichtzustandekommen des Gesetzes als Wahl⸗
igitationsmittel zu einer Anklage gegen den Reichstag zu verwen—
den. Und in diesem Sinne mag ihm die Thatsache der Ablehnung
des Staatszuschusses nicht einmal unlieb sein.

Nachdem die Hamburger Bürgerschaft den Beginn der mehr⸗
läͤgigen Berathungen über den Zollanschlußvertrag erst auf den 15.
Jum festgesetzt hat, eine Beschlußfähigkeit des Reichstages aber
teineswegs über den 24. Juni hinaus zu erzielen ist, so hat die
keichsregierung die Einbringung einer Vorlage über den Ham—
bnrger Zollanschluß in dieser Reichstagssession definitiv aufgegeben.
Fürst Milan von Serbien wollte am 7. ds. in Berlin
intreffen. Er steigt im königlichen Schloß ab und bleibt mehrere
Tage als Gast des Kaisers hier. Es heißt, die Reise des Fürsten
ilan bezwecke die Erhebung Serbiens zum Königreich; doch sollen

die Cabinete sich noch nicht mit dieser Frage beschäftigt haben,
welche bei Oesterreich entschiedenen Wiederstand finden dürfte. Die
Abreise des Kaisers nach Ems hängt nunmehr von der Ausdehnung
des serbischen Besuches ab.

Im Zusammenhange mit der Mittheilung der „Allg. Ztg.“
über einen Briefwechsel zwischen Kaiser und Pabst steht, daß üder
Paris die Meldung kommt, zwischen der römischen Kurie und der
preußischen Staatsregierung hätten Verhandlungen stattgefunden,
deren Ziel die Einsetzung eines Kapitularvikars in Trier
gewesen. Daß die Offiziösen diese Meldung dementiren, benimmt
ihr nichts von ihrer Glaubhaftigkeit.

Ausland.

Der französische Senat stellt sich Gambetta hindernd in
den Weg. Die Wahl des Senatsausschusses zur Prüfung des
distenwahlgesetzes hat ein Resultat ergeben, das dem Gesetz un—
zünstig ist. Der Unmuth über die demonstrative Reise Gambetta's
aach Cahors, die ihm in so überschwenglicher Weise dargebrachten
offiziellen und offiziösen Huldigungen werden auf die Stimmung
des Senates nicht unwesentlich eingewirkt haben. Man hat Proben
der Popularität des gewaltigen Kammerpräsidenten gefehen und
fürchtet, daß er trotz seiner so oft wiederholten Gegenversicherungen
die Listenwahl als eine Art von Plebiscii benutzen werde, um sich
zu unumschränkter Herrschaft aufzuschwingen. Und seltsamer Weise
fürchten sich die republikanischen Senatoren noch mehr als die
reaktionären vor dieser Möglichkeit.

Die beurlaubten Officiere der in Irland stationirten Re—
zimenter wurden beordert, sofort zu ihren Regimentern zurückzu⸗
kehren. 400 Mann Garde marschirten gestern von Dublin nach
New-Pallas ab, um das dortige Castell zu besetzen und die Ord—
nung wieder herzustellen. Die Truppen sind beordert zu schießen,
ialls Widerstand geleistet wird.

Die russischen Nachrichten sind von vollständiger Unsicher—
heit. Nach Mittheilungen vom 30. Mai hatte der Zar das Ver—
assen Gatschinas aufgegeben; nach solchen vom 1. Juni war er
olötzlich fluchtartig von dort nach Peterhof gefahren. Er soll eine
Rundreise durch Rußland antreten wollen und bereifs so weit
ein, daß er jede Nacht in einem anderen Zimmer schläft. Das
neue Terroristenkomits hat ihm seine Existenz in einem Schreiben
angezeigt, in welchem es ihm mitzutheilen „sich beehrt,“ daß unter
50 sich Mesdenden 18 „zur Verklärung des Volksiwillens“ auser—
vählt seien; die an der Spitze stehende Frau hat persönliche Rache
für Umgekommene und Deportirte Verwandte zu nehmen. Man
vill in Gatschina Spuren der Thätigkeit dieses Komité's gefunden
Jaben. Unterdeß will Ignatjew seinerseits eine Annäherung an
die Nihilisten versuchen. Wenn das wahr ist, allerdings ein Be—
weis vollendeter Verwirrung und Systemlosigkeit.

Im Mai sind in New-Yortk 76,655 Einwanderer gelandet,
darunter ungefähr 26,000 Deutsche, 17,000 Skandinavier, 15,000
Irländer, 7000 Engländer und 2000 Schotten. Die Einwanderer
enutzten 95 Dampfer. Im Ganzen sind bis jetzt in diesem Jahre
81,749 Personen gelandet, gegen 185,836 in dem entsprechenden
Zeitraum des Vorjahres. Die New-Yorker Volksvertretung hat ein
Besetz angenommen, nach welchem jeder Einwanderer, welcher durch
remde Schiffe hierher gebracht wird, einen Dollar zahlen soll zur
Bestreitung der Ausgaben des Einwanderungsbureaus, welche jetzt
om Staat New⸗VYork aufgebracht werden. Vor einigen Jahren
rklärte das höchste Vereinigte Staaten-Gericht ein ähnuches Gesetz

ür verfassungswidrig und es ist möglich, daß auch das gegenwärtige
Besetz kassirt wird, obgleich dasseibe nicht, wie das frühere die
Dampfschiff⸗Gesellschaften, sondern die einzelnen Einwanderer be—
teuern will.

Vermisjchtes.

F Auf dem Bahnhof von Homburg war, als Prinz Lud⸗
wig durchreiste, u. a. auch der dortige Krieger und Kampfgenossen—
Verein aufgestellt. Einem Kampfgenossen aus Bechofen, der im
Feldzug von 1870/71 ein Bein verloren hat, Namens Lelle, ließ
der Prinz ein Geschenk von 40 Mark überreichen.

* Aus Land au schreibt der „Eilb.““ Die Gebr. Sonnen⸗
        <pb n="342" />
        cheil in Gawestone (Texas), geborene Landauer, ließen der hiesigen
israelitischen Cultusgemeinde 400 Mk. als Geschenk'zum Synagogen⸗
—XX . **

FAm Freitag Vormittag verließ S. K. Hoheit Prinz
Ludwig von Bayern: Speyer und die Pfalz. Allerorten,
n Siadt und Laud, hatte die pfälzische Bevölkerung ihrer Freude
in lebhafter Weise Ausdruck gegeben, in ihrer Mitte einen Prinzen
unseres erlauchten Königshauses begrüßen zu dürfen.

Den 2. Gewinnst der Dr. Hauner'schen Kinderspital⸗
Lotterie mit 10,000 M. hat ein armer Taglöhner in Passau
emacht.

Ein Kuriosum der Schreibkunst ist dem „Schw. Merk.“
bon einem Herrn M. F. Bloch in Hamburg zugesendet worden,
aamlich eine Postkarte, auf deren Rückseite in fünf Spalten das
„Lied von der Glocke“ und noch 4 andere Schiller'sche Gedichte
wortlich abgeschrieben sind; im Ganzen 4062 Worte. Trotz der
winzigen Feinheit ist die Schrift so deutlich und scharf. daß sie
für das bloße Auge zu lesen bleibt.

4Gie Worschtvon derheeme.) Ein Soldat der
Garnison in Zwickau hat folgenden Brief nach seiner Heimath ge⸗
langen lassen: „Zwickau, den 20. April 1881. Innigstgeliebte
Fltern! Die große Worscht, die Ihr mir geschickt habt, ist eine
sehre scheene Worscht; hier in Zwickau hamse ooch Worscht, aber
die Zwick'sche Worscht ist doch lange nich so, wie Eire Worscht.
Innigstgeliebte Eltern, über Eure Worscht habe ich mich recht ge⸗
freut, und wenn ich derheeme wäre, da würde ich jetzt gewiß
manchen Happen Worscht essen. Wenn Ihr wieder Worscht macht,
da schickt mir doch wieder eene Worscht, um die Worschtsuppe komm'
ich eenmal, übrigens is's mir doch eegentlich Worscht, ob ich die
Worscht hier in Zwicke esse oder derheeme. Eier dankbarer Sohn.“

4FIn Mühlhausen (Elsaß) kommen jezzt viele Verur⸗
theilungen wegen Weinfälschungen vor, so erst vor einigen Tagen
wieder zwei, nach welchen die schuldig Befundenen je mit 300 M.
Beldbuße bestrafi wurden. Einer derselben hatte seinen Kunstwein
wieder aus Baden bezogen.

7 Die Landräthe Bayerns haben für das Jahr 1881
für das Feuerlöschwesen bewilligt die Summe von 27,350 M.:
Oberbayern 2880 M., Niederbayern 4000 M. Pfalz 1000 M.,
Oberpfalz 5000 M., Oberfranken 4000 M., Mittelfranken
3200 M., Unterfranken 1300 M., Schwaben 6000 M.

— Die Strafkammer des Landgerichts Main z peruriheilie
dieser Tage einen sich „Heilpraktikanten“ nennenden Kurpfuscher,
einen Ackersmann Namens Braun aus Wolfstein in der
bayherischen Pfalz, wegen fahrlässiger Tödtung zu sechs Monaten
Gefängniß. Der Genannte, der keinerlei ärztliche Kenntniß besitzt,
hatte bei einer Wöchnerin in Keitenheim Geburishülfe geleistet, in
Folge deren, wie der Kreisarzt konstatirte, die Wöchnerin nach
einigen Tagen verstarb.

4 Vor der Civilkammer des kgl. Landgerichts Ascchaffen—
burg fand jüngst eine Verhandlung statt, die, wenn sie auch
noch nicht zur Ausiragung gelangte, dennoch für weitere Kreise von
Inleresse ist. Ein junger Mann aus dem rechtsrheinischen Bayern
genügte in Pfalzbayern seiner Militärpflicht. Er lernte ein Mäd—
chen kennen, mit dem er ein Verhältniß anknüpfte, die Ringe

wechselte und — so behauptet die Klage — eine Verlobung in
ptima forma vor Zeugen feierte. Nach beendigter Dienstzeit
herließ der junge Mann die Pfalz, correspondirte aber noch einige
Zeit mit seiner Braut, bis er die Sache endlich ganz fallen ließ.
Anders aber dachte die Braut und erschien nun vor Gericht, um
auf Erfüllung des Eheversprechens, event. Zahlung einer Ent—
chüdigungssumme von 11,000 Mark zu klagen. Dieselbe behuuptet,
daß der Kräutigam von der eingeholten Einwilligung seiner Eltern
gesprochen habe, wovon dieser nichts wissen will. Auch die Briefe
Derden von klägerlicher Seite deponirt. Nach dem in Civilsachen
hier geltenden Mainzer Landrecht würde die Klage wohl abge—
viesen worden sein, da aber nach altem Brauch der Ort der Thai
zas Recht bestimmt, so trat der in Pfalzbayern geltende Code
airil in Kraft und der Gerichtshof ließ das Beweisverfahren, also
die Vernehmung der Verlobungsgäste ꝛc. zu. Man darf auf der
Ausgang dieser Sache gespannt sein.

F Ueber das Unglück bei Graudenz theilt man der
„Mgdb. Z.“ Folgendes mit. Von der Firma H. Gruson in
Fudau waren Granaten mit einer neuen Sprengmasse der
Hilitärbehörde zur Prüfung und zur Verfügung gestellt. Zur
Hrobe dieser Geschosse fanden bei Graudenz Schießversuche statt.
Zehn Schuß waren bereits zur allseitigen Zufriedenheit mit
efen neuen Granaten nach dem Ziel abgegeben und die am
Zcheibenstand befindliche Commission war eben im Begriff
angsam, unter Austausch der Meinungen über die Wirkung des
Schusses, abzutreten, als von dem Geschütz der elfte Schuß abge⸗
Jeben wurde, durch dessen Wirkung drei Offiziere getödtet und
‚erschiedene andere Personen verwundet wurden. Da nach jedem
—Schuß von dem Ziel aus ein Signal abgegeben wurde, wenn alle
hersonen in Sicherheit waren, und dieses vor dem elften Schusse
ioch nicht geschehen war, so ist nur anzunehmen, daß ein bekla⸗
jenswerther Irrthum von Seiten des das Geschütz commandirenden
Offiziers das Unglück herbeigeführt hat.

4 Es ist eine vielbetlagte Thatsache, daß die Wasserkräfte
unserer Flußläufe, welche die billigste Triebkraft bilden, unverhält⸗
nißmäßig gering ausgenutzt werden. Welche kolossalen Kraftmengen
n den Wassermengen geboten werden, zeigen folgende Zahlen:
Die Bruttowasserkraft des Rheins von Basel bis Emmerich beträgt
01,884 Pferdekräfte. Die Bruttowasserkraft der Weser von
Münden bis Bremen beträgt 106,408, die Bruttowasserkraft der
ẽUbe von Aussig bis Lauenburg beträgt 341,915, die Brutto—
vasserkraft der Weichsel von Montanerhaupt bis Danzigerhaupt be⸗
rägt 28,328, die Bruttowasserkraft der Donau von Regensburg
zis Passau beträgt 101,308, die Bruttowasserkraft der Ems vom
Rheine bis Leer deträgt 9,831, bei mittelem Niedrigwasser. Bayern
befitzt nach sehr mäßiger Schätzung 600,000 Wasserpferdekräfte,
hon denen mindestens js d. h. 200,000 disponibel gemacht wer.
den bönnten, während thatsächlich nur 30,772 Wasserpferdekräfte
in Bayern benutzt werden, und im ganzen deutschen Reich mit dewm
Reichslande nur 168,921.

4 Das Jahresfest des protestantischen Missionsvereines de
Pfalz wird am 15. d. M. in Frankenthal gefeiert.

— Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Demes.

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        8* . Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltung att. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementévpreis beträgt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 135 —für die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Reclamen mit 30 vro Zeile berechnet.
—8 91.

Donnerstag, den 9. Juni

18815

Deutsches Reich.

Der „Bayer. Kur.“ will wissen, die bayerischen Land⸗
agswahlen würden zu Anfang des Juli vorgenommen werden

Die diesjaͤhrige Reichstagssession gewinnt eine Aus-
dehnung, wie sie, abgesehen vom Jahre 1879 mit seiner ganz
ußergewöhnlichen Aufgabe, dem neuen Zolltarif, noch nicht erreicht
vorden ist. Wie oft hat man früher aus dem Uebermaß des Par—
amentarismus und der gesetzgeberischen Ueberproduktion dem Libe—
alismus einen Vorwurf gemacht, als ob er aus reiner Freude an
arlamentarischen Debatten die Gesetzgebungsmaschine ungebührlich
ang im Gang hielte! Jetzt sind Regierung und „geschäftsführende“
Najorität im Reichstag konservativ, und die Sessionen nehmen
inen noch viel längeren Zeitraum in Anspruch und sind dabei
veit' ärmer an positiven Ergebnissen, als in der sogenannten liberalen
lera. Das Wenige aber, was die konservativ⸗ultramontanen Köche
och zusammenbrauen, sieht nicht eben appetitlich aus, und das
zgolk wird es nicht leicht verdauen. Da ist jetzt wieder zu der
Innungsvorlage von Seiten der Konservativen und des Zentrums
ie Wiederaufnahme der bedenklichsten Bestimmung von dem Ver—
ot der Annahme von Lehrlingen beantragt worden. Auch sonst
vird es nicht an Versuchen fehlen, das bei der zweiten Lesung
acht Erreichie nachträglich wieder in das Gesetz zu bringen. Aehn⸗
cches ist jedenfalls auch bei der Stempelsteuervorlage und andern
ritten Lesungen zu erwarten. Es ist daraus für die liberale
älfte des Hauses die dringende Mahnung zu entnehmen, durch
echizeitiges und vollzähliges Erscheinen gegen Ueberrumpelungen
uf der Hut zu sein. Es wird sich bei wichtigen Entscheidungen
mur um wenige Stimmen handeln. (Heute, Donnerstag, nimmt
er Reichstag seine Sitzungen wieder auf.)

Aus Anlaß der bekannten nationalliberalen Erklärung be—
aertt die „Südd. Pr.“ u. A.: „Es ist gar keine Frage, daß wir
u Deutschland zu viele direkte und zu wenig indirekte Steuern
aben. In England hat man 183 Prozent direkte gegen 87 Pro—
ent indirekte Steuern; in Frankreich steht das Verhältniß wie 25
75, in Oesterreich wie 86 zu 64 und nur in Deutschland wie
4 zu 56. Ratürlich können und dürfen die direkten Steuern
—
iyne sie aus, was sie niemals thun werden, die direkten Steuern
oären nothwendig für die konstitutionelle Garantie und Kontrole,
ber die man nicht ernsthaft genug denken kann und welche die
grundlage jedes verfassungsmäßigen Lebens bildet.

Ausland.

In Frankreich beschäftigt man sich neben der Abänderung

Wahlgesetzes mit einem Antrag, betreffend die Verminderung
er aktiven Militär-Dienstzeit von fuünf auf drei Jahre, am meisten.
der größte Theil der gegenwärtigen Abgeordneten hat diese Ver⸗
ninderung in ihr Wahlprogramm aufgenommen und deren Durch—⸗
ührung versprochen. Die Wähler erwarten mit Bestimmtheit die
krfüllung dieses Versprechens. Nun behaupten aber Fachkenner,
aß eine Verminderung der aktiven Dienstzeit für die Armee ver—
Jäugnißvoll sein würde, und Gambetta hat sich so sehr zu dieser Mein⸗
ing bekehrt, daß er mehreren seiner Freunde erklärte, im Nothfalle
jegen den Antrag das Wort ergreifen zu wollen. Die gemäßigten
sepublikaner sind darob in großer Verwirrung. Sie müssen sich
ntweder nachsagen lassen, daß sie die Wehrkraft des Landes in
Frage stellen, oder sie müssen ihren Versprechungen untreu werden
ind die Erwartungen ihres Wähler täuschen.

Die englische Regierung hat beschlossen, die Truppen in
Irland bis auf 30,000 Mann zu verstärken.

Aus Petersburg wird der Wiener „Presse“ geschrieben,
⁊ sei dort eine Gesellschaft von 21 Personen, fast lauter sehr
unge Leute, darunter auch Zöglinge von Gymnasien, welche einen
Unschlag gegen das Leben des Kaisers gemacht hatten, von der
zolizei in dem Augenblick aufgehoben worden, als sie zu einer
zerathung versammelt waren. Die Geschichte klingt recht aben⸗
euerlich: ein Officier soll unter einem Bett verstedt, die Leute
ꝛelauscht haben ⁊c. ⁊c.

Russische Zeitungen berichten über die unter der Regierung
Uecanders iJ. erfolgie Vergrößerung des russsschen Reiches.

Bei der Thronbesteigung desselben betrug der Länderbesitz Rußlands
nn Europa 99,226, in Asien 266,171, in Amerika 24,050, zu⸗
ammen 389,447 Quadratmeilen. Bei dem Tode Alexanders II.
zagegen betrugen die Besitzungen in Europa 100,154, in Asien
302,824, zusammen 402,878 Quadratmeilen. Das amerikanische
Hebiet Rußlands ist bekanntlich an die Vereinigten Staaten gegen
ine Geldentschädigung abgetreten worden. Der der Regierung
daiser Alexanders I. zu verdankende Zuwachs beträgt demnach
13,531 Quadratmeilen. Katharina II., welche bisher als die im
ändererwerb glücklichste Beherrscherin Rußlands galt, hat ca. 2000
ZQuadratmeilen weniger für Rußland erorbert.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 8. Juni. In heutiger Schöffen⸗—
itzung wurden folgende 4 Fälle verhandelt: Eine Frau von
Oberwürzbach wurde wegen Berufsbeleidigung zu einer Geldstrafe
»on 6 M., ev. 2 Tagen Gefängniß, verurtheilt; eine Bursche von
ẽUversberg wegen gleichen Reates zu einer Haftstrafe von 2 Tagen
zerurtheilt und dem Beleidigten die Befugniß zugesprochen, die
gerurtheilung öffentlich bekannt zu machen durch einmaligen An—
chlag des Urtheilssatzes am Gemeindehause zu Schnappbach inner—
jalb 3 Wochen nach eingetretener Rechtskraft; eine durch einen Mann
jon Ensheim gegen ein Frauenzimmer von dort angestrengte Be—
eidigungsklage wurde nach Verhandlung zurückgezogen und ein
Mann von Rohrbach wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung,
erübt durch Schlagen mit der Hand und Faust, dann mit zwei
ils gefährliches Werkzeug zu betrachtenden Stöcken und Gebrauch
)es Messers, zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten verurtheilt.

* St. Ingbert. Eine Anzahl hiesiger Bürger hat eine
Zetition an die Direktion der pfälzischen Eisenbahnen vorbereitet,
n der dieselbe ersucht wird, am Billetschalter dahier Badebillets
iach Saarbrücken während der Sommermonate zur Ausgabe ge—
angen zu lassen. Eine ähnliche Vergünstigung ist den Städien
der Vorderpfalz gewährt, und steht darum zu hoffen, daß die er⸗
wähnte Petition nicht ohne Erfolg sein wird.

FAus der Pfalz schreibt man der „Allg. Ztg.“: Die
Neise des Prinzenn Ludwig von Bayern in die Pfalz hat
interderhand eine Bedeutung gewonnen, an die eigentlich von
Anfang an wohl Niemand gedacht hat, und die darum auch für
veitere Kreise hervorgehoben zu werden verdient. Es ist bekannt,
»aß König Ludwig IIJ. während seiner ganzen Regierungszeit die
Bfalz noch nicht gesehen hat, und auch von den andern Gliedern
)es königlichen Hauses war seit dem Jahr 1870, als Prinz Luit⸗
hold mit dem großen Hauptquartier in den Krieg gegen Frankreich
og, nur Prinz Ludwig ein einziges Mal, wenn ich nicht irre,
auch aus Anlaß einer landwirthschaftlichen Versammlung, in der
gfalz. Es ist wohl selbswerständlich, daß die Pfälzer es gern
ehen würden, wenn ihr schönes Ländchen ab und zu einmal von
inem Mitgliede der königlichen Familie besucht würde, und wir
ürfen nicht verhehlen, daß sie über die bisherige Vernachlässigung,
vie sie es nennen, ein wenig pikirt waren. Als Prinz Ludwig
am, beeiferten sich die Pfälzer ihm auf jede Weise zu zeigen, wie
ie sich durch seinen Besuch geehrt fühlen; durch diese Kundgebungen
er Freude wünscht man zugleich ihn oder andere Mitglieder des
öniglichen Hauses zu veranlassen den so glücklich angebahnten
yersönlichen Verkehr lebhafter zu pflegen. Prinz Ludwig ist aller⸗
ings durch sein freundliches, leutseliges, einfaches und ungezwungenes
Wesen der rechte Mann, um die Herzen zu gewinnen, wie andrer—
eits der Pfälzer leicht sich anschließt, wo er merkt, daß er auf
herständniß stößt, und dann gern heraussagt was ihm auf dem
herzen liegt. So sprach bei dem Bankett in Neustadt Joh. Hüll
n einem von ihm verfaßten und vorgetragenen Toast den Wunsch
rus: daß der Landesherr auch einmal die Pfalz besuchen möge.
dedenfalls wat es gut gemeint, was hier herausgesagt wurde, und
in gutes Wort findet einen guten Ort, pflegt man ja zu sagen.
Man weiß wie schon im gewoͤhnlichen Leben der persönliche Ver—⸗
ehr leicht Unebenheiten ausgleicht und Bande enger knüpft; um
o mehr ist dies der Fall, wenn die Glieder des regierenden Hauses
mit dem Volke in Berührung treten. Es ergibt sich daraus ein
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        elhischer Gewinn, den man, auch schon aus politischen Gründen,
gerade heutigen Tages nicht gering anschlagen sollte.

4. Auch auf Station Biebermühle wurde Se. k. Hoheit
Prinz Ludwig begrüßt. Als der Prinz in den Reihen der aufge—
stellten Kriegervereine einen Invaliden sah, der im Jahre 1870
einen Arm verloren hatte und mit dem eisernen Kreuze geschmückt
war, richtete er an ihn einige theilnehmende Worte und ließ dem—
selben, wie der „P. A.“ berichtet, ein hübsches Geldgeschenk über—
reichen.

F In Landstuhl hielt am Pfingstsonntag der im Wahl—
kreis Homburg-Kusel gewählte Reichstagsabgeordnete Dr. A. Buhl
einen Vortrag über das gegenwärtig der Berathung des Reichstags
unterstehende Gesetz über die Versicherung von Arbeitern gegen
Anfälle. Dr. Buhl ist zwar dafür, daß die Versicherungsanstalt
bom Staat gegründet und betrieben werde, meint aber, es könnten
Privatversicherungsanstalten daneben foribestehen und eine zweck—
mäßig ergänzende Wirksamkeit entfalten; er glaubt jedoch, nicht die
Finzelstaaten, sondern das Reich solle die erstere Anstalt gründen
und betreiben. Den Vorschlag des Fürsten Bismarck, daß der
Staat einen Theil der Versicherungsprämie zuschießen soll (wenn
die Arbeiter unter 750 Mark Jahresverdienst haben) hält er für
bedenklich; der wolle die Armenlast den Gemeinden abnehmen und
zine Staats-Armenpflege an deren Stelle setzen; aber das wäre
dann nur das Vorspiel zu einem viel gewagteren Manöver, zu der
hom Staat bewerkstelligenden Altersversorgung aller Arbeiter. Es
entspann sich dann noch eine Debatte über verschiedene Punkte des
Besetzes, die aber begreiflicherweise nicht zu einem bestimmten Ab—
schluß führen, sondern nur als Meinungsaustausch gelten konnte.

An den Veranlasser der Petitionen der pfälz. Brannt⸗
weinbrenner, J. P. Wagner, Kaiserslautern, ist unterm 28. v.
Mts. ein Schreiben des Bureaus der Kammer der Abgeordneten
gelangt, in welchem demselben mitgetheilt wird, daß die Petition
zur möglichsten Berücksichtigung der kgl. Staatsregierung hinüber⸗
zgegeben wurde.

Die von den ersten deutschen Juristen so verschiedenartig
heantwortete Frage, ob man auf Grund eines Vollstreckungsbefehls
eine giltige Inscription erlangen kann, wurde durch Urtheil der
Civilkammer des königlichen Landgerichts Kaiserslautern
bejahend entschieden.

F Vor der Station Dielkirchen bemerkte am Sonntag
Abend der Lokomotivführer des letzten Personenzuges nach Kaisers—
lautern, daß sich auf den Bahnkoͤrper ein etwa zweijähriges Kind
dicht an die Schienen hingesetzt hatte, woselbst eine etwa 10 m
sohe Böschung nach der Alsenz zu abfällt, so daß die Möglichkeit
vorlag, daß das Kind, wenn es nicht rechtzeitig bemerkt worden
wäre, überfahren, oder in den Bach hinabgeschleudert werden
konnte. Glücklicherweise gelang es, den Zug bei Zeiten zum
Stillstand zu bringen.

F In Neuleiningen stürzte am Sonntag ein Theil
der alten Festungsmauer ein und zertrümmerte eine Scheuer und
einen Stall; ein zweistöckiges Wohnhaus wurde derart beschädigt,
daß es von den Bewohnern geräumt werden mußte.

Vor einigen Tagen wurde in der Nähe des Rothen—
bacher Forsthauses bei Weilerbach ein Weiher von ungefähr
1600 Quadratmeter sichtbar. Das Wasser siieg zu solch' beträcht—
licher Hihe, daß Grubenstangen und kleinere Stämme auf dem—
selben herumschwammen. Wie verlautet, soll im Jahr 1846 auch
dieser Weiher vorhanden gewesen sein, von da aber nicht mehr.

F In Karlsruhe wurde am Dienstag die 24. allgemeine
deutsche Lehrerversammlung eröffnet. Dieselbe ist von etwa 1000

bis 1200 Personen, darunier auch Vertreter auswärtiger Regier
ingen, besucht. Auch der Großherzog von Baden wohnte den
Verhandlungen bei.

7 Im dJahr 1880 sind in Bayern 119 Brandfälle durd
glitzschlag entstanden.

F In München wurde am Pfingstsonntag der 7. ordent—
iche Delegirtentag des bayerischen Veteranen⸗, Krieger- und Kampf—
genossen-Bundes gehalten. Dieser Bund, welcher 886 Vereine
imfaßt, ist der größte Landesverband innerhalb des Deuischen
Reiches. Die Rechnung für 1880 gleicht sich mit 80,955 Marf
xinnahmen und eben so viel Ausgaben ab. Die zweite Haupt—
erie der von ihm veranstatteten Wohlthätigkeitslotterie liefert
32,810 Mk. Reinertrag, also 87,190 Mk. weniger als die erste
Zauptserie. Am 11. Oktober d. J. findet die Ziehung der dritten
Zauptserie statt, von deren 300,000 Loosen bis jetzt 135,000
ibgesetzt sind. Die Unterstützungsgesuche, welche an den Bund
tommen, mehren sich von Jahr zu Jahr: Im Jahr 1878 waren
28.157, im Jahr darauf 280 und im Jahr 1880 schon 487.
F In Berlin hatte man vorigen Mittwoch bei einem Ge—
vitier einen sogenannten Schwefelregen: alle Pfützen waren mit
einem gelben Rand eingesäumt oder trugen eine schwefelfarbene
Decke auf dem Wasserspiegel. Der Schwefelregen ist nichts alz
der Blüthenstaub von Sträuchern und Bäumen, die eben in
Blüthe stehen. Dieser Staub wird durch den Wind oft weit fort—
getragen, bis er durch die Regentropfen zur Erde uiedergeschlgaen
vird.
F Der von Hamburg nach Hull gehende Dampfer
Alster“ kollidirte bei dichtem Nebel an der Grafschaft Norfolk und
ank in der Rähe von Yarmouth. Die Mannschaft sowie sämmt—
liche an Bord befindlichen Passagiere, deren Zahl sich auf 50 be—
lief, sind gerettet.

(eichenverbrennung.) Durch den am 2. dz
in Gottha vorgenommenen Verbrennungsakt der Leiche des Pri—
vatiers Bertuch dorten hat die Zahl der bisherigen Feuerbestatt—
ingen ein halbes Hundert erreicht. Der Akt ist ziemlich kostspielig.
für 50 Zentner Holz 50 M., für Abnutzung des Apparates 30 M.,
ür den Sarg 10 M., Stolgebühren 80 M., Abholung der Leiche
vom Bahnhof 30 M., in Summa also etwa 150 M.!

F Auf der Flensburger Förde kenterte am Pfingst⸗
nontag ein Boot. Von den 16 Insassen, fast fämmtlich Familien—
päter, wurde keiner gerettet.

F In Wien hat sich der Feldmarschall-Lieutenant Franz
Frhr. v. Uchatius durch einen Revolverschuß getödtet. Er hatte
ich einen Namen gemacht als Erfinder der nach ihm' benannten
in der österreichischen Armee eingeführten Uchatiusgeschütze, bezw
der Stahlbronze, einer eigenen, geheim gehaltenen Metallmischung
aus welcher die Rohre hergestellt werden. Gerüchtweise verlautel
im Kriegsministerium seien ihm über die Verwendbarkeit seiner
Beschütze Bemerkungen gemacht worden, welche ihn verletzt hätten.
Ichatius hatte ein Alter von fast 70 Jahren erreicht.

F In Wien eingetroffene Meldungen geben der Vermuth
ing Raum, daß Midhat Pascha im Gefängniß zu Konstantinope
„plötzlich verstorben“ sei.

F London hat jetzt eine Bevölkerung von 8,814,5091
Köpfen; das sind 560,311 mehr als im Jahr 1871.

4Zwei Eisenbahnzüge entgleisten zwischen Oran uud
Algier nacheinander an derselben Stelle in Folge einer Boden⸗
—VV
Faur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme t.
— — — ——
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unsere liebe
Schwester
Sephie Günther
heute Morgen 4 Uhr in ein besseres Jenseits abzurufen.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 932 Uhr
von hier aus statt.
Schnappbach, den 8. Juni 1881. J
Die trauernden Hinterbliebenen

Im Kaisersaal
zu St. Johann a. S.
vährend der Ausstellung:

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Die von mir gegen die Wirth—
schaft des Joseph Wagner
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St. Ingbert, 9. Juni 1881.

Katharina Fichter.
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        Hf. Ingberler Anzeiger.
der Et. Jugberter Amzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) ericheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abounnementspreis beträgt vierteljährlich
A40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 4, einschließlich 40 4 Zustellgeblhr. Auzeigen werden mit 10 4, von Auswärts
mit 15 2 für die viergespattene Zeile Blattichrin oder deren Naum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
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43 92. Samstag, den 11. Juni
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Deutsches Reich.

Der „Südd. Pr.“ wird bestätigt, daß der Bischof von
Passau seinem Diözesanklerus die Betheiligung an der Wahl⸗
igitation untersagt hat. Die Betheiligung an der Wahl selbst ist
rlaubt; der Herr Bischof scheint aber dafür zu halten, daß die
Wahlagitation mit ihren verschiedenen Zwischenfällen das geistliche
Hewand nicht ziert.

Wie die „Trib.“ hört, ist erst in diesen Tagen ein zweiter
zrief des Papstes an Kaiser Wilhelm gelangt, der an die Vor—
chläge und Wünsche des letzteren bezüglich der Neubesetzung meh—
cerer (nicht aller) erledigter Preußischer Bisthümer anknuͤpft.

Der deutsche Kaiser empfing dieser Tage den russischen
Botschafter v. Saburow, der dem Kaiser im Namen des russischen
daisers das lebensgroße Portrait des Kaisers Alexander II.
iberreichte.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: „Wie wir hören, hat der
raiser geruht, dem Botschafter Grafen Hatzsfeld in Konstan⸗—
nopel in ausdrücklicher Anerkennung der Umsicht und des Eifers,
nit dem er den Abschluß der die griechische Frage regelnden
donvention herbeigeführt hat, den Rothen Adlerorden erster Klasse
nit Eichenlaub zu verleihen. — Verschiedene Blätter enthalten die
Nittheilung, daß sich das Befinden des Fürsten Bismarck
ebessert habe. Wir müssen leider dieser Nachricht widersprechen.
rine Verschlimmerung in dem Unwohlsein ist allerdings nicht ein—
—DDD
iahme der regelmäßigen Vorträge gehindert, er kann nur liegend
irbeiten und muß sich deßhalb auf die Erledigung der allerdrin—
gendsten Geschäfte beschränken.

Der beim Bundesrath eingebrachte Antrag des Reichs—
anzlers, den Umlauf der Reichskassenscheine dadurch zu verändern,
zaß je 30 Millionen Zwanzig- und Fünf-Markscheine eingezogen
ind durch Fünfzig-Markscheine ersetzt werden, ist nicht allein mit
yem in den Motiven gebrachten Argument det geringen Beliebtheit
er zu reduzirenden Markscheine zu begründen. Der Antrag ent—
'ammt vielmehr wesentlich der Absicht, den Verkehr zur stärkeren
zerwendung von Silbergeld namentlich der Silberthaler zu zwingen.
in der Erklärung, welche die Reichsregierung durch ihre Dele—
irten guf der Pariser internationalen Münzkonferenz in der Sitzung
vom 5. v. Mis. abgeben ließ, war schon die Bereitwilligkeit
deutschlands ausgesprochen worden, unter gewissen Voraussetzungen
zie ganzen 40 Millionen Fünf-Markscheine einzuziehen. Die da—
nalige Absicht ist in etwas veränderter Form in dem jetzt dem
JZundesrathe vorliegenden Antrage berdichtet. Dieser Antrag ist
uuch geeignet, dem früheren Beschlufse des Bundesraths, die Silber-
irkulation zu vermehren, Vorschub zu leisten. Durch die Ersetzung
er kleinen Kassenscheine durch größere, ist das Verkehrsgebiet des
ʒilbergeldes beträchtlich ausgedehnt. Die Behauptung der Motive,
aß der Verkehr die kleineren Scheine nicht sehr willig aufnahm,
st übrigens zweifellos zutreffend. Es ist dies eine Erscheinung,
velche sehr dafür spricht, daß die Einbürgerung der Goldwährung
zute Fortschritte gemacht hat, da zur Zeit unserer Silberwährung
iie kleineren Papiergeldzeichen durchaus beliebt gewesen sind.

Die offiziöse Berliner „Provinzial-Correspondenz“ bringt einen
aͤngeren, „soziale Verbesserungen und sozialdemokratische Träume“
etitelten Artikel über die bisherigen Reichstagsverhandlungen über
as Unfallversicherungsgesetz, insbesondere über den geforderten
ztaatszuschuß. Der Artikel schließt: „Die revolutionären Gefahren
derden nicht heraufbeschworen, wenn man den berechtigten Kern
er Forderungen der Arbeiter pflegt und hegt: nein, man bricht
renselben vielmehr die Spitze ab und leitet sie in geordnete, ebene
Jahnen, wenn der Staat den Willen zeigt, der wirklichen Noth
er arbeitenden Classen zu begegnen, und deßhalb. ist der Staats-
uschuß ein ebenso praktisches wie hochbedeutend politisch heilsames
Nittel, dessen Anwendung nicht mehr verhindert werden kann, aber
uuch als nothwendig anerkannt werden muß, wenn nicht von diesem
d von einem anderen Reichstage.

Das jüngst erschienene Heft der deutschen Reichsstatistik ent⸗
ält eine Berechnung des Ertrages der Zölle im Deutschen
Keich im Kalenderiahr 1880.Derselbe beläuft sich danach auf

166,801,606 M. Will man diese Zahl mit den Erträgen früherer
Jahre vergleichen, um ein Urtheil über die finanzielle Wirkung
des neuen Zolltarifs zu gewinnen, so wird man das Jahr 1879
außer Betracht lassen müssen, da in diesem Jahr, dem letzten des
ilten Zolltarifs, bei der Mehrzahl der von neuen oder erhöhten
Zollen betroffenen Artikel eine siarke Speculationseinfuhr eine außer⸗
ordentliche Steigerung des Zollertrages herbeigeführi hat. Eine
Vergleichung mit dem letzten normalen Jahr, mit dem Jahr 1878,
velches 111,385,475 M. Zolleinnahmen gebracht hatte, ergiebt
ür das erste Jahr der Geltung des neuen Tarifs einen Mehrertrag
on 55,216,1831 M. oder nahezu 50 pCt. Derselbe ist indessen
ast ausschließlich durch die neu eingeführien Zölle aufgebracht
vorden, deren Gesammtbetrag, so weit er aus der Zollstatistik über⸗
jaupt im einzelnen zu ersehen ist, sich auf 50,259,500 M. be⸗
iffert. Davon bringt Petroleum 15,998,000 M. „Getreide
4.024. 000 M., Schmalz 58,459,600 M., Eisen und Eisenwaaren
023,000 Martk, Holz 2,890,000 M., Vieh 1,596,000 M. und
Naschinen 908,000 M. Es liegt in der Natur der Sache, daß
n Folge der noch im Jahre 1879 bewirkten, ungewöͤhnlich starken
Zßezüge das Erträgniß des Jahres 1880 in den meisten Artikeln
jeringer ausgefallen ist, als es sich voraussichttich in späteren
Jahren gestalten wird. Doch sind bei einzelnen Arhkeln schon jetzt
ie erwarteten Einnahmen übertroffen. So haben z. B. die Ge⸗
reidezölle, deren Ertrag die Reichstagscommission seiner Zeit auf
2 Millionen Mark vexanschlagt hatie, schon im ersten Jahr 2
Millionen Mark mehr geliefert; Schmalz, von dem man eine Ein—
iahme von 8,784. 000 M. erwartete, hat diesen Betrag schon um
.Ua Millionen Mark überschritten. Im Gegensatz zu den neu
ingeführten Zöllen haben die erhöhten alten Zolle der Reichskasse
disher nur ein geringes Mehr abgeworfen. Hier liegt der Grund
vohl vorzugsweise in dem Hereinbringen großer Vorräthe in das
Zollgebiet vor dem Inkrafttreten der Zollerhöhung.

Die Hamburger Handelskammer sprach sich heute mit 20
zegen eine Stimme zu Gunsten des Zollanschluͤsses auf Grund des
iöͤgeschlossenen Vertrages aus.

Die auch von anderen Zeitungen übernommene Nachricht eines
Berliner Blattes, daß zur Zeit in Paris Verhandlungen zwischen
Spauien und Deutschland behufs Ablretung der spanischen
Besitzungen im Sulu⸗Archipel an Deutschland stattfänden, wird für
durchaus unbegründet erklärt.

Ausland.

Fürst Milan von Serbien ist gegenwärtig in Wien, von
vo er sich auch nach Berlin begeben will. Officiöse Federn er⸗
lären, es sei nicht wahr, daß er dafür wirken wolle, daß auch
Serbien zu einem Königreich erhoben werde.

Der französische Agitator Rochefort bereitet in Paris eine
zroße Volksversammlung zu gunsten Jrhands vor, welcher
nehrere Irländer beiwohnen werden.

Während die Franzosen „siegreich“' in Tunis eingezogen
ind den Bey dafür züchtigten, daß er die Krumirsstämme nicht
m Zaum zu haͤlten wisse, waren sie bisher selbst nicht im Stande,
n Algier die Ruhe vollständig aufrecht zu erhalten. Die letzten
dachrichten aus Algier beweisen vielmeht auf's Neue, daß dort der
lufstand in voller Kraft und die Lage sehr kritisch ist. Nachrichten
——
Telegraphenverbindungen, Bringand, mit den ihm zugetheilten Be—
»ꝛeckungsmannschaften durch Aufständische von Boumena zwischen
Frenda und Geryville überfallen und ermordet worden. Die Zahl
er Ermordeten beträgt 26. Vier französische Truppenkolonnen
ind abgegangen, um die Uebelthäter zu züchtigen. Trotz dieser
nedenklichen Zwischenfälle in Algerien wird, wie die Agence Havas
ernimmt, ein Theil des tunessischen Expeditionskorps binnen Kur—
em nach Frankreich zurückkehren. — Einer Meldung des „Daily
stews“ zufolge, sollen sämmtliche tunesische diplomatische Agenten
ind Konsulen in Europa angewiesen worden sein, ihre Archive und

die Leitung ihrer Büreaus den in denselben Siaaien residirenden
ranzösischen Konsuln zu übergeben.

Die Zustände im Westen Irlands gestalten sich täglich
anarchischer. Am 7. ds. rottete sich auf das Gerücht von der
        <pb n="350" />
        Verhaftung eines beliebten Püchters in Shull die Bevölkerung einer
ganzen Grafschaft zusammen, so, daß die Zahl der Unruhestifter
zu vielen Tausenden anschwoll. Diese zerstörten alle Telegraphen-
eitungen, verwüsteten Straßen und Brücken, so daß icede Ver—
bindung über Skibbereen (Grafschaft Cork, Munster) hinaus unter⸗
brochen war. Es wurden Ertrazüge mit großer Truppenmacht in
die Grafschaft geschickt und weitere drei Grafschaften in Kriegszu⸗
fland erklärt. — Das amtliche Blatt zu Dublin veröffentlicht
hinlerweile einen Erlaß, durch welchen die Abhaltung eines
agrarischen Meetings zu Mullingar, Grafschaft Westmeath, verboten
und besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen werden.

Der „Tribüne“ wird aus Petersburg telegraphirt: Bei
Gatschina wurde unweit der Bahnstation eine Äushölung zur Seite
des Eisenbahngeleises gefunden, in der sich zwei Blechkapseln be—
fanden. Das Loch war verdeckt durch Moos und Gras, vom
Telegraphenzimmer aus aber durch den Keller eine noch unfertige
Zeinung dahingelegt. Zwei Stunden vor Abfahrt des Zaren wurde
das Lotal besetzt, die Beamten wurden verhaftet. Die Thatsache
mußte also bei Hofe wohl vermuthet gewesen sein.

Nach der „Nat.-Zeitg.“ stehen die Sachen für den Fürsten
Alexander von Bulgarien schlecht und dürfte eventuell der
üngste Sohn des Königs von Dänemark, Prinz Waldemar, unter
⸗iner besonderen Protektion Rußlands die meisten Chancen für den
zulgarischen Fürstenthron haben.
Vermischtes.

4Aus verschiedenen Gegenden der Pfalz sowohl als auch
des übrigen südwestlichen Deutschland kommen Nachrichten von
Valdbränden, welche in der vorigen Woche stattfanden.
Meistens ist die Ursache davon leichtsinniges Umgehen mit dem
Feuer, insbesondere mit Zündhölzchen, was um so gefährlicher ist,
wenn, wie es in letzter Zeit der Fall, anhaltend warme Witterung,
die über den Waldboden gebreitete Laub- und Nadel⸗Decke recht
ausgedörrt hatte. In Miltenberger Stadtwald (Unterfranken) sind
am Pfingstsamstag 50 Tagwerk schönsten Nadelholzes zu grunde
gegangen. In einem Kiefernwald bei Homburg (Pfalz) brach am
Hfingstsonntag ein Brand aus, der sehr bedenklich hätte werden
sonnen, wenn ihn nicht plötzlich eintretender heftiger Gewitterregen
gründlich gelöscht hätte. Vierzehn Tage früher waren auch in der
Rähe von Homburg im Schloßbergerwald etwa 20 Tagwerk Wald
abgebrannt.

4 Wie amtlich mitgetheilt wird, ist in einer Schafherde des
Schafhändlers Neu zu Kaiserslautern die Räude (dermatoeoptes),
ne übertragbare Seuche, ausgebrochen.

Am Piingstsonntag Vormittag brach im Revier Hagelgrund
im Staatswalddistricte Gersweilerwald bei Kaiserslautern, einem
420jährigen, frohwüchsigen Kiefern und Fichtenbestand, Feuer aus
und wurde der Bestand durch Boden- und Gipfelfeuer zum Ab—
sterben gebracht. Die Fenerwehr von Erlenbach war sogleich auf
die Brandstelle geeilt und hat durch ihr thätiges Eingreifen wesent⸗
lich dazu beigetragen, daß das Feuer nicht größere Ausdehnung
annahm, denn der scharf wehende Westwind hatte mit rasender
Schnelle das Feuer nach Osten gejagt, so daß man einen Eisen—
hahnschnellzug zu hören wähnte, so brauste das verheerende
Element. Aus dem Feuermeer wurden zwei im höchsten Grade
betrunlene Fabrikarbeiter aus Moorlautern geschleift, welche sonst
elendiglich verbrannt wären.

In dem Meiningen'schen Dorf Rückertswind bei
Schaltau hat der dort ansässige Landwirth J. Müller seinen etwa
20jahrigen Sohn, mit dem er einen Wortwechsel gerathen war und
der in der Hitze des Streites seinem Vater eine Ohrfeige gegeben
hatte, mit einem Taschenmesser zwischen die Rippen gestochen, so
haß der Sohn nach wenigen Minuten starb. Der Vater ward
ofort verhaftet.

Aus Mörzheim meldet der „Land. Anz.“: Der Ackerer
Daniel Volz spielle vor Kurzem mit Freunden eine Partie Kegel.
deim Abwerfen der Kugel, indem er mit der Hand das Bord
frreifte, drang ihm ein Holzsplitter unter dem Nagel des großen
Fingers der rechten Hand drei Centimenter tief in's Fleisch. Sei
3, daß die Wunde zu schnell heilte und Reste des Splitters in
ihr zurückgeblieben waren, oder daß eine starke Erkältung hinzutrat
uind die Verletzung zu gering angeschlagen wurde, kurz, es stellte
sich der Starrkrampf ein, dem der starke, kräftige junge Mann im
Alter von 36 Jahren erlag. Der Verstorbene hinterläßt Frau und
5 Kinder in hilflosem Zustande und war der einzige Sohn und
die Stütze seiner betagten Eltern. Da er brad, gefaͤllig und nach—

harlich var, so wird er allgemein bedauert. Auf eine eben so
— E erste Frau,
welcher beim Abladen von Holz ein spitziger Wingertspfahl in die
Eingeweide drang.

F Der bei dem Graudenzer Unglücke tödilich verletzte und
nach wenigen Minuten gestorbene bayerische Artilleriehauptmann
Fugel war mit einer Pfäl zerin, Klara Munzinger aus
Zandau, verheirathet. Er hinterläßt zwei Kinder.

Ein Schuhmacher aus Frankfurt a. M. ist seiner
Frau und seinen Kindern durchgegangen und hat seiner Frau
Fousine nach Amerika mitgenommen. Aus Hohn schickte er der
Zuruͤckgelassenen in einem Cigarrenkistchen ein lebendiges Meer⸗
chweinchen.

Der Frankfurter Brieftaubenchkulb, einer
der bedeutendsten in Deutschland, ließ an Pfingstsonntag, Morgens
3844 Uhr, 100 Tauben in Mezz ausfliegen. Von da nach Frank-.
urt sind fast 290 Kilometer Entfernung. Die erste von den
Tauben kam in Frankfurt um 914 Uhr Vormittags an, die zweite
eine Minute später, die dritte um halb 10 Uhr. Der Eigenthümer
ieser drei schnellsten Luftsegler erhielten die vom Club und von
»er preußischen Regierung ausgesetzten Preise. Nächsten Sonntag
äßt der Elub in Bar le duc (486 Kilometer) und am 26. Juni
don Paris aus (690 Kilometer) Tauben fliegen.

Als am Sonntag Nachmittag um 5 Uhr ein Güterzug
»on Frankfurt nach Mainz fahren wollte, gewahrte der
rocomotivführer auf der Strecke zwischen Kelsterbach und Raun—
seim, daß zwei Leute auf den Eisenbahndamm kletterten und sich
iuf die Schienen warfen. Sofort gab er das Nothsignal ab, es
vurde Contredampf gegeben, und es gelang auch, den Zug, ehe
er die zwei Personen erreicht hatte, zum Stehen zu bringen. Kaum
var dies geschehen, als sich die zwei Leute von den Schienen er—
joben, das Zugpersonal verhöhnten und seitwärts in's Gehölz davon
iefen. Wie es heißt, sind dergleichen Bubenstreiche schon öfters
auf dieser Strecke verübt worden.

7 Die Rache der Blumen. Wie der Metzer „Cou—⸗
ier“ erzählt, hat ein Einwohner von Illingen am 27. Mai eine
zrößere Quantität Maiblumen gepflückt, um solche auf dem Mark
in Diedenhofen zu verkaufen. Er stellte dieselbe in sein Schlaf—
simmer und wurde am folgenden Morgen in seinem Bette leblos,
augenscheinlich durch den Blumenduft getötet aufgefunden.

Gisenbahnkonferenzd9 Heute (10. d. M.) fin⸗
det im k. Staatsministerium des Aeußern eine Konferenz zwischen
stommissären der bayerischen Staatsbahn, der preußischen Staats-
hahn und der Reichseisenbahnen statt behufs Regelung schwebender
Instradirungs- und Tariffragen.

(GEFrequenz der Universität München.) An der Univer—
ität München sind im gegenwärtigen Sommersemester 1825 Stu⸗
dirende immatrikulirt, von denen 1271 Bayern und 554 Nicht⸗
hayern sind. Theologie studiren 78: 58 Bayern, 20 Nichtbayern;
—
chaft 110: 81 Bayern, 29 Nichtbayern; Medizin 434: 260
Bayern, 174 Nichtbayern; Philosophie 499: 345 Bayern, 154
Richtbayern; Pharmazie 111: 76 Bayern, 35 Nichtbayern. Von
»en 554 Nichtbayern gehören an: 250 Preußen, 199 anderen
eutschen Ländern (darunter 66 Württemberg und 21 Sachsen),
12 der Schweiz, je 11 Rußland und Griechenland, 9 Oesterreich,
3 Luxemburg, 7 Amerika, 3 Ungarn, je 2 der Türkei, Rumänien
ind Serbien, je 1 Frankreich, Schweden und Norwegen, Irland,
Bulgarien, Dänemark, Italien, Armenien und Japan.

Aus München schreibt man dem „Nürnb. Corr.“: Für
zie erledigte Oberpostmneisterstelle in Speyer ist, wie man aus guten
Quelle vernimmt, der derzeitige Verweser derselben, Postinspector
Zator von Würzburg, in Aussicht genommen.

Erlangen, 8. Juni. GVelocipeds.) Drei Herren fuhren
jestern mittelst Velocipeds gleichzeitig mit dem um 2 Uhr 50
Min., von Nürnberg abgehenden Postzug hieher und kamen 3 Uhr
38 Min. sohin 2 Minuten vor dem Postzug hier an. (7) Die
cechtzeitige Ankunft wurde von einigen mit demselben Zuge ge
ommenen Herren konstatirt; es soll eine höchst bedeutende Wette
gegolten haben.

Venjenigen Lehrern, welche sich zu der am 29., 30. umd
31. August ds. Is. in Bamberg Statt findenden 8. Haupt⸗
bersammlung des bayerischen Volksschullehrervereins begeben wollen,
vird der erfocderliche Urlaub ertheilt und Fahrtaxermäßigung auf
den bayerischen Staatsbahnen bewilligt. Auch die Direktion der
3fälzischen Eisenbahnen hat sich bereit erklärt, den zu dieser Ver—
ammlung reisenden Schullehrern aus der Pfalz, welche sich durch
eine auf den Namen lautende Festkarte als Mitglieder des bahyer—
schen Lehrervereins legitimiren, eine Fahrvergünstigung auf ihren
Linien in der Weise zu gewähren, daß die vom 28. August ab
nach den Uebergangsstationen Ludwigshafen, Worms, Monsheim
Hhermersheim und Maximiliausau gelösten Retourbillete Giltigker
zis einschließlich 8. September erhalten.

P'ön Pappenheim iitelfranken) starb am 830. Ma
—AD
Hasthof von einer Suppe, deren Fleischbrühe schon mehrere Tagt
in einem messingenen Gefäß gestanden haben soll. In demselber
oll sich Grünspan angesetzt haben. Es erkrankten mehrere Gäste
»arunter auch Splittgerber, welcher bald starb, während die anderer
etzt außer Lebensgefahr sind.

F'In Stusltgart ist Emilie Uhland, die Wittwe dee
dichters Ludwig Uhland am 5. d. in ihrem 82. Jahre gestorben
        <pb n="351" />
        200j ähriges Regimentsjubiläum. Das 1.
ayerische Infanterrieregiment „König“ feiert bekanntlich vom 21.
ig 28. ds. Mis. sein 100jähriges Jubiläum; im nächsten Jahre
ber werden vier bayerische Regimenter das 200jährige Jubiläum
srer Errichtung feiern. Es sind dies das 2. Infanterieregiment
Zronprinz“, das 10. Infanterieregiment „Prinz Ludwig“ in In⸗
plstadt, das 1. Chevauxlegersregiment „Kaiser von Rußland“ in
dürnberg und das 2. Chevauxlegersregiment „Taxis“ in Dillingen.
diese vier Regimenter — und zwar die beiden letzteren zuerst als
zuirassire — wurden vom Kurfürsten Max Emanuel am 29.
juni 1862 errichtet.

Wie man aus Murnau schreibt, sind die Spitzen der baer.
upen seit 7. ds. mit frischem Schnee bedeckt. Die Temperatur
tbei anhaltendem ziemlich heftigem Regen äußerst kühl.

fRinderpest in Polen. Wie der „Pos. Ztg.“ aus
garschau mitgetheilt wird, ist wiederum in der 4 Km. von der
zreisstadt Gystinin entfernten Gemeinde Zaboromw die Rinder—
„est ausgebrochen. Es sollen daselbst gegen 100 Stück Rindvieh
er Seuche erlegen sein.

Der österreichische Feldmarschall-Lieut. Frhr. v. Uchatius,
»elcher am 4. ds. seinem Leben durch Erschießen ein Ende machte,
itt bereits seit langer Zeit an hochgradiger Nervosität; er war
ormlich menschenscheu geworden. Wahrscheinlich hat ihn schließlich
eine Melancholie übermannt und zu der That getrieben.

Von großartigen Unterschleifen zum Nachtheil des Hauses
dollfus, Mieg u. Comp. in Mülhausen und Paris wird
hom „Temps“ berichtet: „Vor etwa 14 Tagen bemerkten die In—
zaber des Geschäfts, daß die Bücher der Filialein Paris unordentlich
jeführt seien und daß Veruntreuungen müssen stattgefunden haben.
der Verdacht fiel sofort auf den Chef des Rechnungswesens und
mehrere andere Angestellte, ohne deren Beihilfe dem ersteren die
—
wären. Hr. Dollfuß machte bei der Polizei Anzeige und durch

das umsichtige Verfahren der zur Untersuchung ausgewählten Poli—
zeibeamten stellte es sich heraus, daß der Kassier Dörr, ein Stutt⸗
zarter von Geburt, sich der Fälschung von Schriften und der
Unterschlagung von Geldern schuldig gemacht hatte. Der Betrag
—VVV
peculationen verwendet.

Nach einer Mittheilung des kgl. Ministeriums des Inneren
s von Seite der französischen Regierung zum Schutze der Gesund—
seit der Kinder ein unbedingtes Verbot des Verkaufs von mit
giftigen Stoffen bemalten Kinderspielwaaren erlassen worden. Es
sind in dieser Hinsicht die bestimmtesten Weisungen an die Präfecten
ergangen und haben zugleich, da sich selbstverständlich die Verfüg—
ing auch auf Waaren ausländischer Herkunft erstreckt, die Zollbe—
sörden den Auftrag erhalten, derartige vom Ausland kommende
Zendungen zurückzuweisen.

F(GGambettianna.) Die Pariser Blätter füllen jetzt
hre Spalten mit Anekdoten über den Volkstribunen von Cahors
and den Besuch, den er seiner Heimath abgestattet. Zumal die
monarchistischen Publicisten strengen all' ihren Witz an, um „Ihn“
ammt seinen Erlebnissen und Jugend-Erinnerungen ins Lächerliche
zu ziehen. Der Eine legt der Amme Gambetta's das Wort in
den Mund: „Ich habe immer gesagt, daß dieser kleine — karceur
ꝛinst ein großer Spitzbube (fourbe) werden wird.“ Der Andere
üßt sich an ihren ehemaligen Milchsohn die Frage richten, „ob er
ie zu seiner Krönung einladen werde“, während der Dritte gar
zehauptet, er wurde mit dem Majestätstitel „Sire“ von ihr ange—
prochen. Ebensowenig Satire verräth der Ausspruch, den ein
solcher Berichterstatter dem „Vater“ Gambetta's zuschreibt: „Du
hast Recht gethan, mein Sohn, dich der politischen Carrière zuzu—
venden, da bist du wenigstens Etwas; ein ordentlicher Krämer
wäre ohnehin nie aus dir geworden.“ Gehässiger sind die Aus—
ülle der rothen Socialisten, von denen einer Gambetta — an den
ersten Napoleon, den ogre corse erinnernd — den „Cahorsischen
Wehrwolf“ neunt. Freilich tragen gerade solche Schnurren dazu
—
womöglich noch zu erhöhen.

FFranzösische Schildbürger. In Mamers
erfällt der Gemeinderath in zwei gleich starke Funktionen, eine
iberale und eine reaktionäre. Jüngst nun wurde der einhellige
beschluß gefaßt, einen Kiosk für die Militärkapelle zu erbauen.
Aber hier schürzte sich der Knoten. Die Republikaner hatten zur
Aufstellung des Kioskes einen Platz gewählt und die Reaktionären
einen anderen. Was thun, um diese schroffen Gegensätze zu ver—
söhnen? Da verfiel ein besonders geriebener Stadtvater auf eine
innreiche Idee, die allsogleich den Beifall der ganzen Versammlung
erlangte. Der Kiosk wurde mit Rädern versehen, und wird ab—
wechselnd einen Tag auf dem republikanischen und den nächsten
auf dem reaktionären Platze aufgestellt.

Ein hübscher Sparpfennig. Die General-
direction der Steuern in Frankreich berechnet die liegenden Güter
der gesetzlich anerkannten Ordensgesellschaften auf 380. 031. 184

Die gesetzlich nicht anerkannten Orden besitzen 14,448
dektar.

Wer willesprobiren? Ein französischer Arzt,
Frederic Gerard, gibt ein Verfahren an, welches auch giftige
Schwämme ohne Schaden genießbar macht. Man läßt ein Pfund
Schwämme in einem Liter Wasser, dem man drei Eßlöffel voll
Essig und zwei Eßlöffel voll Salz zusetzt, zwei Stunden lang ein⸗
weichen, wäscht die Schwämme in frischem Wasser aus, kocht sie
'm Wasser eine halbe Stunde und wäscht sie nochmals. In ähn⸗
icher Weise bereiten die Indianer Brod aus giftigen Wurzeln, aus
velchen sie den Giftsaft herauspressen. In einer ärztlichen Zeit—
chrift, den Köthener „Fliegenden Blättern“, wird übrigens berech—
net, ein Pfund Pilzsubstanz enthalte so viel Nährstoff als ein Pfund
dalbfleisch.

Dr. Hansjacob erzählt in seiner neuesten Schrift „In den
Niederlanden“ (zweiter Theil „Holland“ S. 558), daß der Drosch⸗
tenkutscher, welcher ihn in Frankfurt führte, beim Vorüberfahren
an Schillers Monument darauf hinwies, mit den Worten: „Schil⸗
ler, berühmter Glockengießer aus Wärtterberch!“ Und da er die
erheiternde Wirkung bemerkte, welche seine Erläuterung hervorrief,
so fügte er bei: „Herr, Sie derfe mir alles glawe, denn ich fahr
scho fünf Jahr dorch ganz Frankfort!“ — Das kömmt davon,
wenn man ein soö schönes Lied „von der Glocke“ dichtet.

Ein Stück Bauernromantik mit einem recht bedauerlichen
—Schlußact spielte sich vor einigen Tagen in dem Dorfe Pinmno w
m Oderbruch ab. Der 28 Jahre alte Bauernsohn Wilhem Frank
jatte sich in die 16 Jahre alte Tochter Bertha des Bauers Staats
herliebt und verfolgte sie mit seinen Liebesanträgen, ohne indessen
Frhörung zu finden. Als die Staats kürzlich des Abends gegen
10 Uhr mit einer Schwester des Frank die Dorfstraße entlang
zing, gesellte sich der verschmähte Liebhaber zu den beiden Mädchen.
Plötzlich umschlang er die Bertha Staats, schleppte sie an den in
zer Nähe befindlichen, sehr tiefen Teich und stürzte sich, sie fest an
ich drückend, mit ihr hinein, wo Beide ertranken, bevor die Schwester
duͤlfe herbeizurufen vermochte.

London hat einen Flächenraum von 78,080 Morgen
oder 122 Quadratmeilen. Die Straßen haben eine Gesammi—⸗
änge von 1500 (englischen) Meilen oder einen Flächenraum von
aahezu 13 Quadratmeilen. Cloakenröhren haben eine Länge von
2000 Meilen. Der Werth des Grundeigenthums in London wurde
m April 1881 auf 27,405,488 Lstrl. abgeschätzt. Auf jeden
Morgen Flächenraum Londons kommen 42, und auf jede Quad⸗
atmeile 26,674 Einwohner.

F Die griechische Räuberbande, deren Hauptmaun der
herüchtigte Niko ist, hat kürzlich wieder eine grauenvolle That auf
ürkischem Boden begangen. Sie entführte zwei junge Mädchen
m Alter von 17 Jahren, Töchter verschiedener Eltern, und ver—
langte eine große Summe Geldes als Lösegeld für dieselben.
Einer der Väter zahlte das Lösegeld und erhielt seine Tochter zurück.
Dem anderen aber, der das Lösegeld nicht rechtzeitig zahlte, wurde
die Leiche seines Kiudes in neun Theile zerstückelt zugesandt.

F Im April 1881 sind in die Vereinigten Staa—
ken von Nordamerika eingewandert aus
Deutschland 38,898 Italien 2,811
Desterreich 1842 Niederland 2,615
Ungarn 28 Norwegen 2,462
Schweiz 24 Polen 2,466
England und Wale Rußland 656
—A Schweden 6,305
Irland Tanada 12,306
Belgien China 1,528
dänemark Verschiedenen Ländern 418
Frankreich

146
Summa 95,890 Personen.

— In der Residenz der Zarenfamilie in Gatschina entlud
iich vor einigen Tagen ein furchtbares Gewitter. Der Blitz schlug
ein und zerstörte den 87 Arschin hohen, zwischen dem zu Palais
gehörenden und dem Prioratsparke gelegenen Obelisken, der von
Paul J. im Jahre 1792 an dieser Stelle errichtet wurde. Der
zaselbst stationirte Posten sowie eine zweite Persönlichkeit wurden
zrschlagen. Der Obelisk ist gänzlich zertrümmert. Im Palais
ind eine Menge Fensterscheiben zerschlagen. Daß dieses Gewitter
»ei dem abergläubischen russischen Volk nicht ohne Deutung bleiben
pürde, war vorauszusehen. So werden denn auch heute, nachdem
die durch das Gewitter angerichtete Zerstörung kaum erst bekannt
geworden, bereits die verschiedensten Schlüsse laut, die sämmtlich
darauf hinauslaufen, die Zerschmetterung des im Park von Gatschina
efindlichen Oblisken sei als „schlimmes Ohmen“ zu betrachten.

In Sidney (Australien) haben die im Verlaufe der letzten
14 Tage eingetroffenen 20,000 Chinesen, welche angeblich nur den
Vortrab einer noch bedeutend größeren Anzahl bilden, einige Be—
unruhigung, namentlich unter den einheimischen Arbeitern. her—
norgerufen.

— — — —
        <pb n="352" />
        Marktberichte.

Zweibrücken, 9. Juni. (Fruchtmitlelpreis und Viktualienmarte
Weizen 11 M, 90 Pf. Korn 11 M 08 Pf., Gerste zweireihige dO M. — Pf.
errahige õ W. — Pf. Spelz o M. — PfazSpelzkern — M. — Pf,
Dintel “M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 63 Pf.,
e — . — Pfr, Wigen d M. — Ph. Kartossein 2.M. 40 49—
deu 3 M. 833 Pf., Stroh 3 M, 58 Pf., Weißbrod 1!/3 Kilogr. 60 Pf
Zernbrode8 Kilogr. 76 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 91 Pf., puar Weck 100
Sr. 6 Pf. Rindfieisch J Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 ppf. Kalbfleisch 44 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 86 Pf.; Butter? / Kilogr. 1 M. 05 Pf.
Wein vLiter 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 8. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
12 Mio7 pf.Korn 10 M. 77 Pf. Spelztkern — M. - Pf., Spelz O M.
ppf., Gerste Areihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
7 M. 6ös3 Pf., Mischfrucht 11 M. 20 pf, Erbsen — M. — Pf., Wicken

0 M. — pf., Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn
bͤrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsenfleisch — v
Kindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelsleisch — Pf. Schweinefleise
30 Pf., Butter 1 Pfund 1 MR. 10 Pf. Kartoffeln per Zir. 2 M. 30Pf.

Kaiserslautern, 7. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt
Weizen 12 M. — pf. Korn 11 M. 04 Pf., Spelzlern — M. — Vf. Spii
z Mg38 Pf.. Gersiens M. 63 Pf., Hafer 7 M. 68 Pf., Erbsen — d
— pf., Wicken 7 M. 07 Pf., Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M.
if., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 4 pf., Gemischtbrod
z Pfund 46 Pfa. Buttier pro Pfund 1 M. 15 Pf. Eier 1 Stuck 05 y
Kartoffeln pro Zentner 2 M. 88 Pf. Stroh 4 M. — Pf. Heu 4 M.“
Pf. Kleeheu 4 M. 50 Pf.
Fur die Nedaction verantwortlich: J. X. Demes.

*8*
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Freitag, den 17. Juni
nächsthin Rachmittags 2 Uhr zu
ODmmersheim in der Wirth—
schaft von Andreas Lang, Wittwe,
wird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingber!
auf Betreiben von Margaretha
Linz, gewerblosen Ehefrau von
Joseph Schneider, Maurer⸗
meister, beide in Bebelsheim
wohnhaft, gegen Michael Uth,
Steinhauer in Ommersheim
wohnhaft, die nachbeschriebene
Liegenschaft in der Steuerge—
meinde Ommersheim wegen Nicht⸗
bezahlung des Erwerbspreises
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung öffentlich an
den Meistbietenden versteigert,
nämlich:
Plan Nr. 1970, 15 a 88
qm Acker auf der Puwick
neben Peter Hartz und An⸗
dreas Wachall.

St. Ingbert, 1. Juni 1881.
se. Auffschneider,
Amtsverweser.

ꝰ
vmersprossen⸗veift
uur vollständigen Entfernung der
Sommersprossen empf. à Stück 60 Pf
Robert Schmitt. 1

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Sonntag, den 12. Juni

—

ö——— — — —
iIses

Deutsches Reich.

Muͤnchen, 8. Juni. Bezüglich der Uebungen der Reserve
der Feld-Artillerie wurde bestimmt, daß 28 Offiziere, 102 Unter⸗
offiziere, 700 Gefreite und Kanoniere der Reserve einzuziehen sind,
aund zwar in der Art, daß jede Feld-Batterie 3 Unteroffiziere, 20
Befreite und Kanoniere, jede reitende Batterie 1 Unteroffizier, 10
Gefreite und Kanoniere auf 4 Wochen einberuft. Beim J. Feld⸗
Ari.“Regiment haben die Uebungen vom 27. Juni bis 24. Juli,
beim 8. Regiment vom 12. Juni bis 9. Juli stattzufinden. Auf
die Dauer von 6 Wochen sind beim 1. und 4. Regiment je 6,
beim 2. und 3. Regiment je 8 Offiziere einzuberufen.

Berlin, 9. Juni. Kaiser Wilhelm reist übermorgen nach
Ems, wo gegenwärtig auch der König von Schweden sich zur
Cur aufhält.

Fuͤrst Milan von Serbien ist am 8. ds. aus Wien in
Berlin eingetroffen und von Generaladjutanten und Flügeladju—
tanten des Kaisers und dem Gouverneur am Bahnhof empfangen
und nach dem königlichen Schlosse geleitet worden.

Dem Reichstage soll in diesen Tagen die Vorlage wegen
Errichtung eines monumentalen Reichstagsgebäudes in Berlin zu—
zehen. Demnach scheint es also mit der neulichen Drohung des
Reichskanzlers, den Reichstag von dort wegzuverlegen, doch nicht
so ganz ernst gemeint gewesen zu sein.

Am 9. ds nahm der Reichstag seine durch die Pfingst-
ferien unterbrochenen Sitzungen wieder auf. Das Innungsgesetz
wurde in dritter Lesung unverändert nach den Beschlüssen zweiter
Lesung angenommen. Zu 8 1006 beantragten Ackermann und
Genossen, es sollten in Zukunft nur Innungsmeister Lehrlinge
halten dürfen. Dieser Antrag wurde unter lautem Beifall der
Linken mit 125 gegen 122 Stimmen abgelehnt. Abgelehnt, frei—
lich, aber nur mit 83 Stimmen Mehrheit; das giebt für die Zukunft
zu denken. Die Zünftler werden den Ansturm schon erneue rn.

Dem neuen Handelsvertrag Deutschlands mit Oesterreich, der
dem Reichstag jetzt vorliegt, ist eine kurze Denkschrift beige—
geben, aus welcher zu ersehen ist, daß man über einen Meistbe—
zünstigungsvertrag um deßwillen nicht hinausgekommen, weil jeder
Theil es ablehnte, so viele Possitionen seines Zolltarifs, als der
andere Theil verlangte, zu binden, d. h. zuzusagen, daß sie wäh—
rend der Dauer des Vertrages nicht erhöht werden sollen.

Ausland.

Der französische Senat berieth am Donnerstag über den
Gesetzentwurf betr. die Listenwahl. Das Ministerium enthielt sich
jeder Meinungsäußerung. Mit 148 gegen 114 Stimmen beschloß
der Senat, auf die Berathung der einzelnen Artikel des Gesetzent—
wurfs nicht einzugehen. (Dieser Beschluß, der vorherzusehen war,
nachdem der Senat bis auf eine einzige Person lauter Gegner
der Listenwahl in den betr. Ausschuß gewählt hatte, bedeutet eine
Niederlage Gambetta's, dessen Lieblingsplan also vorerst an der
Widerspenstigkeit der Senatsmajorität gescheitert wäre. Unter
Listenwahl ist bekanntlich zu verstehen, daß die Deputirten eines
ganzen Departements (Regierungsbezirks) auf einmal mittelst Auf—
stellung auf einer Liste gewählt werden sollen; jetzt findet die De—
putirtenwahl noch einzeln, nach Arrondissements, Statt. Gambetta
ist der Meinung, daß seine Partkei mittelst der Listenwahl in die
absolut sichere Majorität gelangen werde. Nun muß er sich einst-
weilen noch gedulden.)

In der französischen Deputirtenkammer brachte Kriegs⸗
minister Farre eine Ergänzungs-Kreditforderung von 14 Millionen
Franken für die Expedition nach Tunis ein. (Der Spazirgang
nach Tunis wird demnach für die Franzosen ziemlich kostspielig.)

Wie aus London gemeldet wird, haben die Nihilisten wieder
ein Lebenszeichen von sich gegeben. Sie haben dem Zaren „in
höflichster Form“ die Anzeige erstattet, daß sie ihn „zjum Tode
berurtheilt haben.“

In Cork (Grland) fand infolge von Ruhestörungen, welche
auf der Rennbahn ausbrachen, am Donnerstag ein bis in die
Nacht hinein dauernder Straßenkampf zwischen Volk und Polizei
statt. Viele Verwundete auf beiden Seiten. Eine Menge Ver—⸗
haftungen wurden vorgenommen.

Vermischtes.

In Homburg wird für das Amtsgericht ein Neubau
aufgeführt auf dem sogen. Reitacker. Nach der „Zw. Ztg.“ wären
die Kosten auf etwa 800,000 Mark (9) veranschlagt.

Wie die „K. Ztg.“ berichtet, hat Hr. Oberförster Mühl⸗
eldin Waldmohr am 6. d. in der Nähe der Hengstwalder⸗
ziegelhütte einen Hirsch erlegt.

F Nach der „Pf. Z.“ geht man auch in Pirmasens den
Weinschmierern und den Verkäufern von gefälschtem Weine energisch
zu Leibe. Die Amtsanwaltschaft hat aus allen Kellern Proben
intnehmen lassen. Gesprächsweise verlautet, daß ein Wirth im
Besitze von „Wein“ gewesen, der im Ankauf 10 Pf. der Schoppen
jekostet und den er aber zu Naturwein zu 45 und 50 Pf. pro
S„choppen verkauft hätte.

Der bekannten Erklärung nationalliberaler Reichs und
Landtagsabgeordneter ist auch Ht. Sie bert, Bezirksamtmann
n Neustadt, beigetreten.

Der Quartiermeister, welcher wegen Anstiftung des Kaser⸗
tenbrandes zu St. Avold in Haft war, wurde zu 8 Jahren
Festung veruͤrtheilt und kürzlich nach Straßburg obgeführt.

FDie deutsche Lehrererversammlung in Karlsruhe wurde
im Donnerstag mit einem Hoch auf den Kaiser und den Groß⸗
jerzog von Baden geschlossen. Als nächster Versammlungsort
vurde Bremen gewählt, Zeit der Zusammenkunft ist das
Jahr 1881.

4 Die Einwohnerzahl Münchens beträgt nach der super—
evisorischen Feststellung auf Grund der Volkszähluug vom 1. Dez.
880: 230,028, hiervon 110,083 männlich und 119,990 weib—
ich; Hausnummern existiren 8791, Haushaltungen 583,457.

F In Habich (Niederbaiern) wurde von einem 13jährigen
dirtenknaben das Anwesen des Bauern Maushammer in Brand
sesteckt. Das Anwesen brannte gänzlich ab; es sind auch 73
Schafe und 2 Ochsen in den Flammen umgekommen.

4 Bei einer im Dorfe Alfalter bei Hersbruck am 31.
Mai gefeierten Hochzeit, zu welcher sehr viele Gäste geladen waren,
ind die meisten Theilnehmer in Folge des Genusses von Blut—
ind Leberwürsten schwer erkrankt. Die Zahl derselben soll 150
zetragen; unter den Erkrankten befindet sich auch das Brautpaar.

FIn Nordhausen (ßpreußen, Reg. Bezirk Erfurt) wurde
vor dem Schwurgerichte ein Gatten- und Vatermord verhandelt.
Auf der Anklagebank erschienen die 485jährige Wittwe Auguste
zudwig, geb. Rettig, und deren 14jähriger Sohn Ernst
Budwig von Nordhausen unter der Anklage, in der Nacht vom
5. zum 16. März ihren Ehemann resp. seinen Vater, den Arbeiter
Friedrich Ludwig, borfätzlich getödtet und diese Tödtung mit Ueber⸗
egung ausgeführt zu haben. Die Wittwe Ludwig war mit dem
ẽrmordeten seit 19 Jahren verheirathet. Die Ehe war nicht glück—
ich zu nennen; der Mann, sonst ein fleißiger und ordentlicher
Arbeiter, glauble Ursache zu haben, an der ehelichen Treue seiner
Frau zweifeln zu müssen; es kam darüber oft zu Streit und gegen⸗
eitigen thaͤtlichen Angriffen, so daß die Frau am 12. März d. J.,
ils sich wieder eine solche Scene abspielte, den Entschluß faßte,
der Sache durch Tödiung ihres Mannes ein Ende zu machen.
Sie theilte dieses Vorhaben ihrem 14jährigen Sohne Ernst mit,
velches der Junge auch billigte. Als am 15. März der Mann
im 9 Uhr Abends nach Hause kam, erhielt er außer seinem Abend⸗
zrod Punsch vorgesetzt. Es war die Henkersmahlzeit. Die Frau
aß währenddem am Tisch und strickte, der Sohn las in einem
guche. Um 11 Uhr eiwa wurde Ludwig müde, legte sich auf
ʒem Sopha nieder und schlief auch bald ein. Gegen 1 Uhr nahm
die Frauss nachdem sie einige Male unruhig auf- und abgegangen,
aus Linem Pappkasten das Rassirmesser und brachte damit ihrem
Mann einen langen tödtlichen Schnitt am Halse bei, der von einem
Ohr bis zum anderen ging. Der Mann richtete sich auf, sah
eine Frau, entwand ihr das Messer und rief dem Sohne zu:
„Ernsi, lieber Ernst, Hilfe!“ Die Frau ergriff rasch ein Tisch—
messer und rief ebenfalls dem Sohne zu, mit zu helfen; es entstand
ein schrecklicher Kampf zwischen Rann und Frau, beide stürzten
zuf den Fußboden nieder die Frau bekam die Oberhand und
        <pb n="354" />
        kniete auf ihrem Manne, dabei immerfort auf ihn einstechend, der
Sohn sprang hinzu, riß dem Vater das Messer, womit dieser wieder
die Frau verwundet hatte, aus der Hand und hielt nunmehr dem
Vater die Hände so lange fest, bis die Mutter ihn vollständig ge⸗
södtet, d. h. so lange geschnitten und gestochen hatte, und zwar
aine halbe Stunde lang, bis er endlich, mit 32 theils schweren,
södtlichen Wunden bedeckt, mit einem lauten röchelnden Gurgeltone
starb. Auf Grund des Spruches der Geschworenen wurde die
Frau Ludwig wegen Mordes zum Tode veruriheilt, der 14jährige
ẽrnst Ludwig wegen wissentlicher Beihilfe mii dem nach den 88
13, 45, 49 und 37 des St.«G.«B. zulässigen höchsten Strafmaße
von 7192 Jahren Gefängniß belegt.

p'Fürst Bismarck wird in der zweiten Hälfte dieses
Monais in Kissingen eintreffen und zum Curgebrauch längere Zeit
ort verweilen. So meldet die Korr. Hoffmann.

Seltene Hochzeit. Letzthin wurde in St. Nazaire
eine Hochzeit seltener Art gefeiert. Der Bräutigam, ein Bildhauer
aus Nantes, ist taubstumm, die Braut gleichfalls. Die gebräuch—
— E vorgelegt werden und ihre
Aulwocten? die in der Zeichensprache gegeben wurden, übersetzte
der Direklor der Taubstummenschule in Nantes. Brautjunker und
Brautjungfer waren gleichfalls taubstumm.

FEineneue Preisfragedes „Fig aro“. Das
Pariser Boulevardblatt hat jüngst die Frage aufgeworfen: „Welche
don zwei Wittwen in gleichem Alter und gleicher Lebensstellung
wird das größere Bedürfniß nach einer Wiederverehelichung em⸗
pfinden — die, welche glücklich, oder jene, welche unglücklich ver⸗
heirathet gewesen ?“ Von den zahlreichen Beantwortungen, welche
bem Blatte zugingen, hebt dasselbe folgende heraus: „Beide Wittwen
werden gleich gern sich wieder verheirathen; die eine, um sich für
den schlechten Ehegatten zu entschädigen, die andere, um ihr Glück
nochmals zu verfuchen.“ Unterzeichnet ist die Antwort: „Ein Witt⸗
wer, der seine Frau aufrichtig betrauert.“ — Eine Dame aus der
Provinz meint: „Die Wittwe die glücklich verheirathet war, wird
seber heirathen, denn diese wird die Vereinsamung viel schwerer
empfinden, als jene, welche sich von dem Ehe⸗Tyrannen erlöost fieht.“
Dieser Ansicht ist auch eine andere Dame, nur hält diese füraus—

chlaggebend, „daß diejenige, welche an ihre Ehe lieber zurückdenkt,
üglich auch zu einem neuen Leben zu Zweien geneigter sein muß.“
Ein chlechter Ehegatte“ schließt sich diesen Beiden an, denn
die, welche gluͤcklich verheirathet war, wird ihren Mann leichter
jergessen, als die andere.“ Aber auch die gegentheilige Ansicht
jat ihre Verfechter. So schreibt ein „zweiter Ehegemahl“: „Die,
velche schlecht verheirathet war, wird leber heirathen, denn deren
Singen und Trachten wird dahin gehen, an einem zweiten Manne
u rächen, was ihr der erste augethan.“ — Ein neutraler
Weltweiser“ endlich lehrt uns: „Niemals soll eine Wittwe den
Versuch machen, sich wieder zu —
vb fie wirklich würdig war — Wittwe zu werden.“

— Herr Heinrich Hilgard in New⸗York hat Hen. Lehrer
Flickinger in Zweibrücken fuͤr den dortigen Fröbel'schen Kinder⸗
jarten den Beirag von 500 Mk. zugehen lassen.

-— Unter der Ueberschrift; „Die Gefahr des engen Schnürens“
chreibt ein Londoner Blatt: Der Leichenschauer Dr. Hill erklärte,
aß er bei der betr. Sektion den Magen in der Mitte durch ein
estes Band bis auf ein Achtel der natürlichen Größe zusammen—⸗
ezogen gefunden habe, so daß fast ein doppelter Magen vorhanden
dar“ Der Einschnürung des Magens entsprach eine gleiche der
deber — beide an der Stelle, wo das Corset zu eng angezogen
par. Die Leber war abgeplattet und sehr tief in das Becken
sinabgetrieben, zweifellos ebenfalls durch das zu starke Schnüren.
der Ärzt konstatirte, daß kürzlich in einem ähnlichen Falle die
deber durch zu enges Schnüren im schlimmsten Grade beschädigt
jefunden wurde und fügte hinzu, er wuůnsche, daß diese beiden Fälle
is Warnung gegen zu enges Schnüren dienen möchten.

Eine Sachverständigen -Commission, welche Vorschläge
zetreffs Abwendung der schlagenden Wetter in den Bergwerken
nachen soll, trat am Donnerstag unter dem Vorsitze des Ministerial⸗
direktors Dr. Serlo zusammen.

F Füur die Redacion verantwortlich: F. X. Deme b. —
der nächste Zweibrücker Fruchtmarkt wird
h. Frohnleichnamsfestes wegen Freitag 17.

). ꝓä. abgehalten.

—
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 18. Juni
1881, Nachmittags, 2 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Philipp Emrich werden
duͤrch den unterzeichneten Amts-
berweser des kgl. Notar Sauer
in Si. Ingbert, im Wege der
bertragsmäßigen Wiederversteige⸗
rung, guf Betreiben von Ge⸗
brüder Fries iu St. Ingbert,
gegen Peter Selzer, Ziegler in
Schüren, die nachbezeichneten
diegenschaften in der Steuerge—
neinde St. Ingbert, öffentlich
u Eigenthum versteigert:
plan Nr. 4901, 258 a 21
Im Wiese in Schürer
Wiese.
Plan Nr. 4877, 36 a 80
Im Acker im Schürer
Feld.
St. Ingbert, 16. Mai 1881.
Kt. Auffschneider,
Amtsverweser.

hard Steinmetz, Tagner und
Naria Nau, in Elversberg,
m Wege der vertragsmäßigen
Wiedersteigerung, folgende Lie—
enschaft in der Steuergemeinde
zt. Ingbert, öffentlich zu Eigen—
hum versteigert:
Plan Rr. 486412 31 a2
1qm Acker im Schürer⸗
feld.
St. Ingbert, 16. Mai 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
daus⸗ u. Mobilien⸗
versteigerung.
Montag, den 21. Juni
ächsthin, Vormittags 10 Uhr zu
Zchnappbach in seiner Wohn⸗
ing
äßt Philipp Spaniol, Glas⸗
srecker daselbst, durch den unter—
eichneten Amtsverweser des kgl.
doiars Franz Sauer in St.
Ingbert folgende Mobiliar⸗
jegenstände öffentlich an die Meist⸗
icdenden versteigern, nämlich:
1 Wirthschaftsinventar, 8
Wirthstische, 36 Stühle, 1
Bierpumpe mit e
Wirthsuhr, mehrere Bil⸗
— 2 p vãnte den⸗ Vierter Neudruox
der aveiten Aufliuge — Iß0tes Tausend.
3 Oefen, 8 Schränke,1 Der ,Kleine Meyer“ gibt in oinem Band Auskunft, über jed
üchenschrank, 3 Bettladen Gegenstand menschlicher Kenntniss und auf jede Prage e
nit Mattatzen, I Commode, men, Begriff, Premdwort, Ereigniss, Datum, einer z baer Thatsachs
¶Pfeilerschränkchen, J run— zehe iekiehen Begeheid. Auf 2166 leinen Oetavseiten
enn üdzn
ung, Specereiwaaren, Wolle⸗ oder komplett, in 2 Teilen —— gebunãen, 4 z an
waaren u. s. w. Dureh iede Buebhandlung zu hᷣeziennen.
J den 23. W 5R. —⏑ — —
denfalls Vormittags 10 r si z;
i eie Visitenkarten emeremen gyarzauge
hruck und Berlag von F. X. Demeß in St. Ingbert. —
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblati“ Nr. 24.

ner Wirthschaft das nachbeschrie—
zene Wohnhaus, öffentlich an
den Meistbietenden zu Eigenthum
versteigern, nämlich:
Plan Nr. 499811, 8 a
80 qm Fläche, Wohnhaus
und Hofraum mit Wasch⸗
küche und Garten auf der
Rußhütte in Schnappbach.
St. Ingbert, 11. Juni 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Ladenlocal
und Wohnung
welche bis jetzt Nicolaus Redel
innegehabt, ist, bis Johanni be⸗

ziehbar, zu vermiethen
Jsh. Jos. Heinrich.
Zu verpachten
52 Decimalen Wiese im All⸗
ment, ebensoviel Wiese daselbst,
und 86 Decimalen Kleeacker
auf Hobelsahnung durch Ge—
schäftsmann Xitz in St. Inabert.
Pianinos

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Samstag, den 18. Juni
1881, Nachmittags, unmittelbar
nach der Wiedersteigerung gegen
Peier Selzer, zu Schüren,
Stadigemeinde St. Ingbert
in der Wirthschaft von Philipp
Emrich in St. Ingbert wird
durch den unterzeichneten Amts⸗
perweser des kgl. Notar Sauer
daselbst auf Betreiben von Ge—
hruͤder Fries in St. Ingbert
zegen die Ebeleute Johann Eber⸗
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        St Inaberler Anzeiger.
er St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptölatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonuntag. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤris
mit 15 für die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Naum, Neelamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
94.

——————
Dieustag, den 14. Juni 1881.

—— —— —ñ ————— ———

Deutsches Reich.

Der Reichstag lehnte am Freitag nach dreistündiger Be—
athung in namentlicher Abstimmung mit 153 gegen 102 Stimmen
»en für den Volkswirthschaftsrath geforderten Etatposten ab. Da—
ür stimmten beide konserdative Parteien geschlossen, dagegen die
rationalliberale, die Sezessionisten, die Fortschrittspartei und die
dolen ebenfalls geschlossen. Das Zentrum stimmte getheilt.

Wie das „Berl. Tagebl.“ aus sehr guter Quelle erfährt,
indet gegenwärtig ein Meinungsaustausch zwischen den Großmäch—
en statt über eine eventuelle Intervention zur Sicherung der Herr—
chaft des Bulgarenfürsten.

Ausland.

Die „Roépublique francaise“ (Gambetta's Blatt) räumt die
on Gambetta durch das Senatsvotum über die Listenwahl er—⸗
ahrene Niederlage ein und vergleicht den 9. Juni 1881 mit dem
6. Mai 1877. (An dem letzteren Tage machte Mac Mahon
en bekannten Halbstaatsstreich mit der Entlassung Jules Simon's.)
das Blatt erklärt: Die Beziehungen zwischen den beiden Ver—
ammlungen begännen eigenthümlich gespannte zu werden. Die
illgemeinen Wahlen, welchen eine lebhafte Agitation vorhergehe,
oürden gegen den Senat ausfallen, wenn sie dem Listenskrutinium
zsünstig seien. Die „Républ. franç.“ sagt weiter: Wir sind nicht
ntmuthigt, wir haben die Freiheit der Aktion wieder gewonnen
ind werden von derselben Gebrauch zu machen wissen.

Gambetta hatte, wie „Ordre“ behauptet, nach der Senats—
wung einen Nervenfall, befindet sich aber wieder außer Gefahr.

Gréoͤyy nahm das Ergebniß der Abstimmung des Senats über
ne Listenwahl sehr kühl auf und sagte bloß: „Ich bin sehr zu—
rieden, daß der Senat denkt wie ich.“ Ueber Gambetta ließ er
ich nicht vernehmen.

In Petersburg ist von den Nihilisten wieder eine Pro—
amation verbreitet worden, welche behauptet, die sechs Kaisermörder
eien vor ihrer Hinrichtung im Gefängniß gefoltert worden — eine
jehauptung, für welche bis jetzt kein Beweis erbracht ist. Der
zweck, Unwillen gegen die Regierung zu erregen, liegt auf der
dand. Weiter ist in Petersburg von den Nihilisten eine Procla—
aation angefertigt und von da nach dem Süden Rußlands in
ahlreichen Exemplaren verschickt worden. Man fordert darin das
andvolk auf, sich nur ruhig in Besitz des ihm vom Kaiser längst
ersprochenen Landes zu setzen, da dasselbe ihm nach dem Willen
es Czaren rechtmäßig zukomme und der Kaiser in der Sache jetzt
uchts thun könne, weil er von Edelleuten in Gatschina gefangen
rchalten werde. Man müsse also den Adeligen das dem Volke
ehörende Land gewaltsam wegnehmen. Das Gerücht, der Kaiser
verde in Gatschina gefangen gehalten, hatte sich schon früher im
Züden verbreitet, und deßhalb bildete sich auch ein Bund unter
ꝛen Bauern, der sich zum Zweck setzte, den Kaiser aus Gatschina
u befreien. Glücklicherweise kam die Sache noch rechtzeitig zur
kenntniß der Behörden. Nun versucht es das Petersburger Comite
von neuem, die in's Stocken gerathene Sache, die ihr ausgezeichnet
ur ihre Zwecke paßt, in Fluß zu bringen durch jene Proclamation.

Herr Präparandenlehrer Niethammer von Blieska stel
pendete als Sachverständiger dem Meister, unter dessen Leitung die
Slocken gegossen wurden, alles Lob. Die Töne der zu Metz ver⸗
ertigten Glocken zeigen im reinsten Klange fortlaufende Intervalle,
die Josephsglocke, auch Sterbeglocke, k, die Hubertusglocke, auch
Meßglocke, g. die Marien⸗, auch Aveglocke, a. Der melodische Zu—
ammenklang ist ein wahrhaft ergreifender. Donnerstag, dem hl.
Frohnleichnamsfeste, werden die Glocken ihrer Bestimmung über—
zeben und in lieblichster, die Herzen erwärmender Weise die Gläu—
aigen zur Andacht einladen.

Die Direktion der pfäl zischen Eisenbahnen gibt
hbekannt, daß der Präclusivtermin zur Convertirung der 4/2 pro⸗
zentigen Prioritätsobligationen bis einschließlich 15. d. M. währt.

F Eine Korrespondenz des „N. K.“ berechnet auf Gruͤnd
der letzten Volkszählung, daß die Pfalz mit ihren 641,254
cinw. auch bei den nächsten Landtagswahlen gleichwie bei den
etzten von 1878 wieder 20 Abgeordnete wird zu wählen haben.
Auf 31,500 Seelen trifft ein Abgeordneter. Der Ueberschuß von
11,254 Einw. kommt als unter der Hälfte von 31,500 nicht in
Zetracht. Oberbayern, Niederbayern und Oberfranken haben je
inen Abgeordneten mehr zu wählen als 1875, so daß die Ge—

ammtzahl der bayer. Landtagsabgeordneten sich das nächste Mal
uuf 159 (gegen 156) stellen wird.

* Während der Dauer der Handwerker-Gewerbe—
Russtellung in Saarbrücken, genehmigt die Pfälzer⸗
kisenbahn-Direktion den Besuchern dieser Ausstellung an Sonn⸗
ind Feiertagen, bei gleichzeitigem Lösen einer Eintrittskarte
150 Pf., halbe Fahrtaxe in der Weise, daß ein einfaches Fahr—
„illet nach Saarbrücken, nach erfolgter besonderer Abstemplung, zur
reien Rückfahrt am Tage der Ausgabe berechtigt.

F Wie die „Kais. Ztg.“ meldet, hat in Kübelberg ein
5 Jahre altes Bübchen seinem 4 Jahre alten Brüderchen nach
darausgegangenem Streit mit einem Beil den Zeige- und den
Mittelfinger der linken Hand vollständig abgehauen.

Auf den Bahnlinien Winden-Bergzabern, Speyer-Rheinbrücke,
Brünstadt-Eisenberg und Landstuhl-Kusel wird vom 15. Juni an
der Secundärbetrieb in Kraft treten.

S. k. H. Prinz Lud wig von Bahern hat Hrn. Regier⸗
uingspräsidenten v. Braun zur Erinnerung an seinen Aufenthalt
nn der Pfalz, von dem er sagt, daß er ihm unvergeßlich bleiben
verde, sein Portrait in großer Photographie übersendet. Dasselbe
ist in Speyer im Nunstvereinslocal ausgestellt.

F Zur Warnung für die Herren Bäckermeister theilt das
„F. T.“ mit, daß gegenwärtig amerikanisches Mehl massenhaft
mportirt würde, welches mit Schwerspat, gemahlenen Kleien uͤnd
Bohnen u. s. w. gefälscht ist. In Folge dessen kann dasselbe an
die Mehlgroßhändler um 6 bis 8M. billiger als reine Waare
ibgelassen werden. Das Mehl werde dann an die Bäcker um
heueres Geld als unverfälschter Brodstoff verkauft, doch sei es un—
nöglich, daraus ein ordentliches Brod zu backen, dasselbe sei viel⸗
nehr gesundheitsschädlich.

xGeichen der Zeit.) Vergangene Woche kam, so schreibt
die „Landeszeitung“ aus Trier eine Jungfrau von 18 Jahren
und ein Jüngling von 16 Jahren auf das Standesamt und er—
lärten, sich heirathen zu wollen. Dieselben wurden aber wegen
hres „vor eschrittenen“ Alters und in Anbetracht, daß die Eltern
her beiden Heirathskandidaten noch Unterstützungen erhalten, ab—
ewiesen.

. Die Gesammtausgaben für den Köhner Dom vom Jahre
1824 bis zum 1. April 1881 betrugen 19,624,253 M.

F Die Einfuhr von Pulver nach dem Großherzogthum
ZLuremburg ist hinfort ohne Beigabe eines besonderen Erlaub⸗
nißscheines unter den für die Beförderung von Sprengstoffen im
Allgemeinen bestehenden Bestimmungen gestattet.

F Am Abend des 10. Juni haben in München Stu⸗
denten⸗Exzesse stattgefunden, welche zu mehreren Verhaftungen Ver⸗
inlassung gaben.

— Die Regierung zu Bromberg hat den Auswanderungs⸗
agenten bei 30 Mark Strafe verboten, Geschäftsankündigungen

Vermischtes.

* St. Ingbert. Auf die Bauarbeiten zum Schwestern—
aus waren von hier und auswärts 28 Submissionen einge—
aufen. Sämmtliche Arbeiten wurden jedoch an hiesige Hand—
derksmeister und zwar in Angeboten von 5 bis 33 Prozent ver—

SNiederwürzbach, 13. Juni. Vom herrlichsten
Vetter begünstigt wurde gestern, um 31 Uhr des Nachmittags,
uvch den Herrn Definitor, Herrn Pfarrer Walle von Bebels—
eim, die Weihe der drei neuen hiesigen Kirchenglocken vorge—
ommen. Der Zulauf der Leute aus Nah und Fern war ein be—
ächtlicher. Herr Pfarrer Rütter von Erfweiler hielt die
Deihepredigt. Der sehr würdige Herr zeigte in schwungvoller
ilderreichen Rede die Bedeutung der Glocken. Die kleinste der
zlocken, 8 Ctr. schwer, wurde auf den Namen Maria, die mittlere,
Ctr., wurde auf den Namen Hubert, des Patrons der Kirche,
ud die größte Glocke, 16 Etr. auf den Namen Joseph geweiht.

eden.
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        durch Plakate, auf Straßen, in Gasthäusern, Dampfschiffen und
auf Eisenbahnstationen zu verbreiten. Auch die Inhaber von
Wirths⸗ und Gasthäusern werden mitbestraft, wenn sie die Aus—
hängung derartiger Plakate dulden. Wir zweifeln, ob das die
Jeeigneten Mittel sind, um der überhand nehmenden Auswander⸗
ung Schranken zu setzen,

4 Das galizische Städtchen Sieniawa ist abgebrannt,
300 Familien (ungefähr 1500 Einwohner) meistens Israeliten,
find obdachlos. Der Schaden beträgt über eine halbe Million
Gulden.

FEin vom 22. Sepiember 1807 bis 27. März 1808 be—⸗
obachteter Komet ist gegen Erwarten am 1. Juni Nachts vom
Astronomen Gould in Buenos-Ayres im Sternbilde Eridani wieder
idedt worden. Im mittleren Europa ist er vorläufig noch nicht
zu sehen, sondern etwa erst in einem Monate, zu welcher Zeit er
duch bei uns, und zwar für bloßes Auge, sichtbar werden wird.

F Bei der letzten Pariser Ausftellung war bekanntlich in
den ersten Tagen nach der Eröffnung noch nicht alles fertig, und
die Handwerker hatten alle Hände voll zu thun. Ein Glaser, der
ganz früh des Morgens gekommen war und mehrere Arbeiten verrichten
follie, hing sein Halstuch, seinen Stock und einen schäbigen alten
Hut, den er trug, bevor er an die Arbeit ging, in einen leeren
Schrank. Es war in dem Zimmer, in dem sich historische Gegen⸗
stände befanden. Als er gegen Mitlag seine Sachen abholen wollte,
fand er vor dem Schram eine Gruppe von Professoren, die dar⸗
über diskutirten, ob die Kleidungsstücke Eigenthum von Marat oder
Nobespierre gewesen seien. Im Schranke nebenan fanden sich
nämlich ähnliche Curiositäten von Danton und Lafayhette.

J Gtillleben In Italien wurden im Monat April
141 Mordthaten, 110 Mordversuche, 105 Raubanfälle, 30 Ent—
führungen von Personen, 3089 Diebstähle mit Einbruch und 1793
Diebstähle ohne einen solchen verübt. Gegen den gleichen Monat
des Vorjahres zeigt diese Verbrechensstatistik indessen eine erfreu—
liche Abnahme.

4 Der größte Bienenzüchter lebt in Kalifornien, ein
Herr Jones, der im Jahre 1880 bereits für 2000 Dollars Honig
Haus- u. Mobilien-

versteigerung.

Montag, den 20. Juni
nächsthin, Vormittags 10 Uhr zu
Schnappbach in seiner Wohn⸗
ung
laͤßt Philipp Spaniol, Glas⸗
bläser Wirth und Krämer da—
selbst, durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Iugbert
solgende Mobiliargegenstände zum
Theil auf Credit öffentlich an
die Meistbietenden versteigern,
nämlich:

1 Wirthschaftsinventar, 8

Wirthstische, 36 Stühle, 1

Bierpumpe wit Einrichtung,

Wirthsuhr, mehrere Bil—

der, 2 Spiegel, 6 Bänke,

3 Oefen, 3 Schränke, 1

Küchenschrank, 3 Bettladen

mit Matratzen, 1Commode,

1Pfeilerschränkchen, J run⸗

———

ung, Specereiwaaren, Wolle⸗

waaren u. s. w.

Dienftag, den 21. Juni,
ebenfalls Vormittags 10 Uhr
läͤßt Philipp Spatriol in sei⸗
ner Wirthschaft das nachbeschrie⸗
bene Wohnhaus, öffentlich an
den Meistbietenden zu Eigenthum
hersteigern, nämlich:

Plan Nr. 49981, 8 a

80 qm Fläche, Wohnhaus

und Hofraum mit Wasch⸗

küche und Garten auf der

Nußhütte in Schnappbach
St. Ingbert. 11. Juni 1881

K. Auffschneider,

U Amtsverweser.

»erkaufte; und das war ein besonders schlechtes Honigijahr! Herr
Jones hat seitdem 600 neue Bienenstöcke aufgestellt und erwartet
n diesem Jahre einen Ertrag von fast 10,000 Dollars zu er—⸗
jelen. Welche kolossale Masse von Blüthen dazu gehört, um eine
donigmasse zusammenzutragen, die den oben genannten Werth
cepräsentirt, mag man daraus entnehmen, daß nach der Berechnung
ines Vienenvaters erst 125 Kleeblüthenköpfe ein Gramm Zucker
geben. Da ein Blüthenkopf, etwa 60 einzelne Blüthen hat und
zer Honig 785 Prozent Zucker enthält, müssen die Bienen nicht
veniger als 47,000 Blüthenköpfe aussaugen, um das Material zu
lPfund Honig zu erlangen.

F Eine „theilweise“ Verurtheilung. Originellen Scharfsinn
zewies neulich eine Jury in Jacksonville (Florida.) Ein gewisser
Ldowdry stand wegen Einbruches vor den Schranken des Geschwor—
engerichtes. Die Anklage lautete dahin, daß der Delinquent ein
doch in ein Gummizelt geschnitten habe, gerade groß genug, um
Anen Theil seines Oberkörpers hindurch zu zwängen und dann
derschiedene Werthsachen daraus entwendet habe. Der Vertheidiger
nachte nun geltend, daß ein „Finbruch“ im technischen Sinne des
Wortes nicht stattgefunden, da eben der Angeklagte das Zelt gar
nicht betreten, sondern nur (um einen guten deutschen Ausdruck zu
jebrauchen) „hineingelangt“ habe. Demnach sei der Gesetzpara⸗
raph gegen Einbruch auf denselben nicht anwendbar. Der Richter
dent erwähnte in seinem Resumé mit malitiösem Lächeln diesen
Finwand des Vertheidigers und erklärte den Geschwornen, sie
möchten nur immerhin davon Notiz nehenen. Nach kurzer Berath⸗
ing kehrte die Jury in den Saal zurück und erklärte Thomas
osodry für schuldig des Einbruches — soweit Kopf, Schulter und
zer rechie Arm in Betracht kämen. Lächelnd erhob sich hierauf
Richter Kent und verurtheilte den Kopf, die Schulter und den
echten Arm des Delinquenten zu zwei Jahren Zuchthaus, aus—
drücklich hinzufügend, daß es dem Angeklagten, dem Ausspruche der
Jury gemäß, vollständig frei stände, mit seinen übrigen Gliedmaßen
su thun, was ihm beliebe!

Für die Redaction verantwortlich: J. X. Demet.

— — —— —
Im Kaisersaal

zu St. Johnnu a. S.
während der Ausstellung:

Ein großes Musikwerk
nach neuester Bauart, umfang⸗
reich wie eine vollständige Mili—
ärmusik, spielt jedden Tag, Sonn—
ags ausgewählle größere Musik—
uͤcke.

Eingang Hafenstraße Nr. 99

—— —
Zu verkaufen
s Morgen in bestem Stande
ich befindender
Acker
auf Schiffelland und mit Kar⸗
tosffeln eingepflanzt. Wo? sagt
die Expedition d. Bl.
Wein⸗Etiquetts &amp;
Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei von
F. X. Demetz.

Todes-Anzeige.

Freunden, Bekannten und Verwandten die Trauer⸗
Nachricht, daß unser lieber Gatte, Vater, Großvater Ur—
großvater und Schwiegervater

* x

Johann Scherff
im 73. Lebensjahre nach längerem Leiden gestern Vor—
mittag 11 Uhr in ein besseres Jenseits abberufen wurde

St. Ingbert, 14. Juni 1881.

Die trauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet morgen, Mittwoch, Nachmittag
3 Uhr. statt.

— 7

Sierbrauerei Gebr.Becker
Donnerstags, Frohnleichnamsfest.
bei guͤnstiger Witterung F

HFarmonie-Musik
im Garten.
*
ach Filfe suchend,
ιÇS—
bneceare mancher Kranke die
Jeituugen, sich fragend, welcher
der viclen Heilmittel-Anuoncen
tann man vertrauen? Diese oder
jene Anzeige imponirt durch ihre
Groͤße; er oählt und wohl in den
meisten Füllen gerade das — Nu⸗
richuge! Wer jolche Enttaäuschuz⸗
gen vermeiden und sein Geld nicht
mnut ausgeben will, dem rathen
wir, sich von Richter's Verlags⸗
Ansialt in Leipzig die Broschüre
Gratis⸗Auszug“ kommen zu las⸗
sen, denn in diesem Schrütchen
verden die bewährtesten Heilmittel
ausführlich und sachgemäß be—
prochen, so daß jeder Kranke in
aAer Ruhe prüsen und das Beste
fuͤr sich auswaͤhlen tann. Tie
obige, bereits in 450. Auflage er⸗
schienenc Broschüre wird gratis
und fraucsd versandtees eutstehen also
em Vesseller weiter keine Kosten, als 5 Via
für ieine Vostkarte.

OCS- α
Gummirte Packet-Siegelmarken
mit Firma, auf weiß oder sarbig Vapier in jeder v⸗
liebigen Farbe des Druckes. auch in Golddruck, fertigt
F. J. Demetz,
Buchdruckerei und Lithoaravphische Anstalt
ααααννα 2000
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ein gutes

AF Des hl. Frohnleich
naßisfefstes wegen wird da—
Donnerstagoblatt des Anzeiger—
chon morgen, Mittwoch, Nach—
mittag, ausgegeben.

Hie Exrvedition.

—
Leerd
AleErHhirr und Wagen
Wbvo! sagt die Expedition d. Bl.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        22
28 2522 —32358 832333523—333335 2—8 —335253 355 53358355 5
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22 —— 235 —58355 822 2* 528 — —
25—32 53 — — 8 —75 — 83* 22 538 236522 ———
5 —5 2323*5 —55 34 * — —— 3523 5325 — — 5 *—
—2 333— —35 328 355 22252353 8 5235 —— —
* 2328—z — 8 — * 585 * 5 8—5. 553 ———
—— 332 35 5 5 63
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535— 38— 3 —2256—38 332 83537
523533337—5 23255605333 3* 353353 38—25633
33 533333 833235 225. 5— — ñ552 — 233
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*357 230587 —5353333335525355 2383 3 523 2328
38282 5 3—3 83 333*35357 —235535— —53 —3*5 ——2335
338 33333332 3 8 5533353333. 2 —
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537 * —5 * — 3 33 52323 5 22 5 2. *3 3 ẽ
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5 ——22 S .** ú; 5. 2. 5 ——— 82 352825 2
255. 3 75—3—533 — 8285 233 35353535 23090
5 235 333538—553333 22533572 523553 3 352
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        Hl. Ingberler ANnzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Ve

age) erscheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierieljahrlich

M 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
—
—E 95. Donnerstag, den 16. Juni J

1881.

Deutsches Reich.

Als Termin für die Einstellung der Rekruten des heurigen
zahrganges zum Dienste mit der Waffe, Infanterie, Kavallerie,
Arlillerie und Pioniere, ist vom bayer. Generalkommando der
J. November l. J. festgesetzt worden.

Wie aus Berlin mitgetheilt wird, möchte der Reichskanzler,

achdem der Reichstag die Bewilligung der Kosten für den „Volks—
oirthschaftsrath“‘ abgelehnt hat, diese auf die einzelnen Bundes—
taaten ausschlagen, und zwar so, daß die Regierung jedes Bundes—
aates die auf sie entfallende, allerdings nicht große Quote aus
em Dispositionsfonds bestreiten sollte und sohin um die Zustimm—
ing ihres Landtags nicht sich zu bemühen brauchte. Ein solches
Auskunftsmittel“ mag vielleicht in Preußen angehen; in Bayern
iber ist es nicht praktikabel. Die wenigen tausend Mark, welche
unter dem Titel „Dispositionsfonds“ den bayerischen Ministern zur
herfügung stehen, reichen nicht einmal dazu aus, daß den gering
esoldeten Beamten und Bediensteten der betr. Ministerien ꝛc. in
rringenden Fällen stets Unterstützungen gewährt werden können;
zuus diesen Fonds auch noch die Kosten für den deutschen „Volks—
virthschaftsratz“ zu bestreiten, ist geradezu unmöglich, abgesehen
avon, daß eine derartige Verwendung von Staatsgeldern, ohne
orausgegangene Zustimmung des Landtags, in Bayern eben
m sich nicht möglich ist. (Wenn der Volkswirthsschaftsrath nicht
usammenkommen kann, ist's nicht schade. Wenn die Regierung
iber irgend eine Frage Sachverständige zu hören wünscht, rufe sie
olche nach Bedarf ein; aber dieser ständige Volkswirthschaftsrath
on 125 Mitgliedern aus ganz Deutschland ist ja nur dem Schein
ach eine Sachverständigen-Versammlung; die meisten Mitglieder
efsselben verstehen von einer speciellen Frage, die an sie gebracht
vird, auch nicht mehr als jeder Andere. Diese Versammlung ist
usammengewürfelt aus Landwirthen, Industriellen und Kaufleuten,
owie Beamten; der Landwirth ist wohl ein Sachverständiger für
andwirthschaftliche Fragen, aber doch sicher nicht für industrielle
ind Handels⸗Fragen!)

Berlin, 13. Juni. Es steht jetzt fest, daß Herr v. Putt⸗
amer das Ministerium des Inneren übernimmt. An seiner Stelle
oird aller Wahrscheinlichkeit nach Unterstaatssecretär v. Goßler
zultusminister werden.

Berlin, 13. Juni. In dritter Lesung hat der Reichstag
uch die Erhöhung des Mehlzolls von 2 auf 3 M. angenommen.

(Reichstag.) Der vom Abg. Dr. Buhl bei Beginn der
teichstagssession angeregte Traubenzoll wurde nach der Re—
gerungsvorlage (15 M. von 100 Kilo) am Montag definitiv an⸗
enommen.

Reichstag. Der Antrag Wedell auf einen Prozentual—
empel für Schlußscheine und Zeitgeschäfte wurde mit Stimmen⸗
ieichheit abgelehnt, dagegen der Antrag auf einen Fixstempel von
0 Pfennig für Schlußscheine und eine Mark für Zeitgeschäfte
mgenommen. Eine Resolution gegen die Staatslotterieen wurde
nit 123 gegen 101 Stimmen abgelehnt. Beim Fortgang
er Sitzung nahm der Reichstag das Stempel⸗Gesetz im Uebrigen
urchweg uach den Beschlüssen der zweiten Lesung an und ge—
iehmigte in der Schluß⸗Abstimmung das ganze Gesetz.

Im Reichstage sind die Bestimmungen nunmehr so ge—
roffen, daß mit Zuhilfenahme von Abendsitzungen die nothwendi—
en Arbeiten bis Ende der Woche erledigt sein können. Und da
—D
heschleunigung der Geschäfte in den Weg zu treten, so wird Sam⸗
iag den 18. d. M. als voraussichtlicher Schlußtermin der Session
etrachtet werden dürfen.

Kaiser Wilhelm ist am Vormittag des 12. ds. im
esten Wohlsein unter unendlichem Jubel der massenweise herbei—
strömten Bevölkerung in Emns eingetroffen. Auf dem Bahn—
f waren zu seinem Empfange der Schwedenkönig und
ie Spitzen der Behörden anwesend.

Ausland.

Der Regierungsrath in Zürich (Schweiz) hat das Abhalten
ed socialistischen Congresses (der auf September ds. Is. anberaumt
war) in Zürich verboten.

In Liverpool (England) wurde am Sonntag der Ver⸗
such gemacht, zwei Individuen, welche das Stadthaus in die Luft
u sprengen versucht hatten, aus dem Gefängnisse zu befreien.
ẽtwa 300 Männer marschirten nach dem Gefängniß, aber die
Behörden, rechtzeitig gewarnt, bewaffneten die Wärter und postir⸗
en dieselben vor dem Gefängnißgebäude. Die Männer zerstreuten
ich, als sie die zum Schutze des Gefängnisses getroffenen Anstalten
hemerkten.

TM
Vermischtes.

* In der Diöcesansynode zu Homburg wurden als Ver—
breter des Dekanats zur Generalsynode gewählt: Dekan Henn⸗
Homburg, Pfarrer Dahl-Wiesbach, Oekonom Pflu ger⸗Sand
ind Bürgermeister Christ mann-Katzenbach. Ersatzleute:
Pfarrer Jung-Waldmohr, Pfarrer Leonhardt Breitenbach,
Oberförster Sch ütz-Landstuhl, Oekonom Schneider-Gei—
Jardsbrunn. In den Synodalausschuß waurden gewählt:
Pfarrer Dahl-Wiesbach, Oberförster Schütz- Landstuhl, Oeko—
nom Pflütger-Sand und Steiger Zenmz-Bexbach.

Im, Vollzuge der Art. 13, 16 und 17 des Dis zi p—
inargesetzes für richterliche Beamte vom 26.
März 1881 wurden nachbenannte Richterbeamte zu Mitgliedern,
ꝛezw. stellvertretenden Mitgliedern der Disziplinargerichte vom 1.
Juli l. Is. an auf die Dauer des von ihnen zu diesem Zeitpunkte
jei den betreffenden Gerichtshöfen bekleideten Hauptamtes ernannt,
ind zwar: für die Disziplinarkammer Zweibrücken: a. als
Nitglieder die Räthe L. A. Molitor, J. Wolff, A. Schuler, K.
Pössel, b. als stellvertretende Mitglieder die Raͤthe H. Hessert und
F. Schmidt, sämmtlich bei dem Oberlandesgericht Zweidrücken.

F An die Postboten! Vom Bureau der Kammer
ꝛer Abgeordneten kam dem Unterzeichneten folgendes Schreiben zu:
Die eingereichte Petition der Postbolen im Oberpostamtsbezirke der
Pfalz um Einreihung in die Klasse der stabilen Verkehrsbediensteten
ind Bewilligung einer fortlaufenden Enischädigung für die neu er—
ichteten gerichtlichen Zustellungen wurde auf Grund des vom
Finanzausschusse abgegebenen Votums der kgl. Staatsregierung zur
enntnißnahme „hinuͤbergegeben.“ A. Speichel, Postbote,
Edesheim.

JVom mittleren Haardtgebirg. Das strenge
Artheil des obersten Gerichtshofes in Leipzig, wonach der Wein—
abrikant auch darüber zu wachen hat, daß sein Produͤct nicht als
„Wein“ verkauft wird, hat doch Schrecken unter die Weinfabrikanlen
jebracht. Eine der fleißigsten Firmen, junge Leute, die sich in
venigen Jahren ein schönes Vermögen verdient haben sollen, ließen
ich aus der Steuerliste streichen, d. h. wollen nicht mehr fabriciren.
Das Product unserer Fabrikanten soll auch sehr im Preise gesunken
ein; man spricht von 70 ja 50 Mark pro 1000 Liter.

FIn Lud wigshafen starb am Montag im Spital ein
dort in Arbeit gestandener Schustergeselle, welchem in der Nacht
vorher bei einer Rauferei der Leib aufgeschlitzt worden war. Zwei
indere Schustergesellen wurden bei dieser Geschichte minder schwer
nverwundet. Ursache, wie gewöhnlich: cherchez la femme!

7 Die Schwurgerichtsverhandlung, in der sich der Redacteur
der „Pfälz. Ztg.“ wegen ihm zur Last gelegter Uebertretung des
Socialistengesetzes verantworten soll, findet am 22. Juni statt. —
Die Einnahmen der II. pfälz. Kreisthierschau belaufen sich auf
und 5000 M., die Ausgaben für dieselbe werden auf etwa
3000 M. geschätzt. Der Erlös aus der Abriß-Versteigerung der
Ausstellungsgebäude u. s. w. dürft? sich auf 1600 M beziffern,
o daß also das Deficit, welches die Siadt Speyher zu tragen
jätte, sich auf rund 2500 M. belaufen würde.

Aus Speyer meldet man der „Pfälz. Post“ einstweilen,
daß im September ds. Irs. der Berliner Hofprediger Stöcker auf
Finladung des „Handwerkervereins“ dort einen Vorkcag halten will.

F Die Neunkirchner „Saar- und Blies-Zeituͤng“ schreibt:
Aus drei verschiedenen, der deutschen Reichspartei sicheren Wahl—
reisen ist der Herr Abg. Stu mm angegangen worden, das
Mandat anzunehmen, doch ist derselbe nach wie vor entschlossen,
sich vom politischen Leben zurückzuziehen. Dieser Entschluß wird
        <pb n="360" />
        auch von anderer als reichsparteilicher Seite um so mehr bedauert,
als bei Gelegenheit des Unfallversicherungsgesetzes wieder die un—
berwüstliche Arbeitskraft und die reiche Sachkenntniß des Abgeord—
neten allseitig anerkannt werden konnte. Das deutsche Reich steht
grade im gegenwärtigen Augenblicke vor so großen Aufgaben, doß
es sich den Luxus, eine solche Kraft wie die Stummsche feiern zu
lassen nicht gestatten darf. Wo sich mit Großartigkeit der Auf—
faffung und patriotischer Hingebung ein solch klares Urtheil selbft
in den kleinsten Dingen, ein solcher Schatz werthvoller Erfahrungen
und eine so seltene Willenskraft verbindet, hat unter allen Um—
ständen die väterländische Sache mitzusprechen, welche sich einen
der besten Förderer nicht lange entziehen lassen kann. Hoffentlich
klären sich die Verhältnisse bald derarlig, daß für Herrn Stumm
alle Ursachen, welche ihn zu seinem beklagenswerihen Entschlusse
peranlaßten, gehoben werden. Die Opfer, welche ihm die lange
Abwesenheit von seinen ausgedehnten privaten Arbeiten auferlegte,
ist er ja gegen die große Sache des Vaterlandes so gering anzu—
schlagen gewohnt, daß dieselben kein dauerndes Hinderniß seines
Wiedereintritis in den deutschen Reichsstag sein werden. Wir wür—
den unter allen Umständen den Nichtwiedereintritt des Herrn Stumm
in den Kreis der Berather des wirklichen Wohles unseres Vater—
landes als einen sehr schweren Verlust betrachten. Leider ist es
ein Zeichen der Zeit, daß man den fortschrittlichen Kritikern nach⸗
läuft, und den politischen Praktikern die Lust und Liebe an der
üͤbrigens interesselosen und aufopferungsvollen und darum doppelt
nerkennenswerihen Thätigkeit verleidet. Zur Durchführung des
Bismarcschen nationalen Wirthschaftsprogramms dürfte aber die
Thatkraft des Herrn Stumm unentbehrlich sein.“
Zur Fahri auf das VII. deutsche Bundesschießen in
Münscheen gewähren Ermäßigung von 5090: die Baverische
———— — — — — —

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Samstag, den 2. Juli,
1881, Nachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert in der
Wirthschaft von Gebr. Becker
Bierbrauerei St. Ingbert),
wird durch Karl Auffschneider,
Rechtskandidat, Amtsverweser
des kgl. Notars Franz Sauer
in St. Ingbert, auf Betreiben
der Kinder und Erben des in
St. Ingbert verlebten Hütten⸗
beamten Gustav Zir, gegen
die Kinder und Erben der da—
selbst verlebten Susanna
Horlemann, in Güter ge—
sennte Ehefrau von Nikolaus
Stief, Blechschmied daselbst,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung öffentlich zu
— —

Plan-Nr. 582, 14 2 4m.

Fläche, Wohnhaus und Hof.

Plan⸗Nr. 588, 14 2 qm.

Pflanzgarten dabei, das Ganze

gelegen zu St. Ingbert an

der Kaisersstraße neben Peter

Schmelzer und Peter Friedrich.

St. Jagbert, 14. Juni 1881.

H. Aufschneider,

Staatsbahn, die Hessische Ludwigsbahn, die Pfälzischen Bahnen
Verlängerung der Giltigkeitsdauer der Retourbillete gewähren: die
Badische Staatsbahn vom 21. Juli bis 3. August und die Württem.
zergische Staatsbahn vom 21. Juli bis 8. August.

4Einwohnerzahl von Berlin. Nach den im statistischen
Bureau der Stadi Berlin für das Königl. statistische Bureau
angefertigten Individnal-Zählkarten stellt sich nunmehr die ortsan—
vesende Bevölkerung Berlins nach der Zählung vom 1. Dezember
880 auf 1,122,360 Personen.

Das jüngste Gericht. Jrialienische Blätter ver—
ffentlichen eine Prophezeiung des Leonardo Aretino (gestorben im
14. Jahrhundert) die derselbe im fünften Bande seines Werkes
„Aquila Volante* niedergelegt hat und in der er den Weltunter⸗
jang für den 15. November 1881 vorhergesagt. Die Tagesord.
inng bei dem Weltuntergange, der übrigens volle fünfzehn Tage
indauern soll, wird folgende sein: Am ersten Tage überschreitet
das Meer seine Grenzen und am zweiten dringt es in das Innere
zer Erde ein; am dritten Tage sterben alle Fluß-, am vierten alle
Zeethiere und am fünften die Vögel; am sechsten Tage stürzen alle
häuser und am siebenten wieder die Felsen zusammen; am achten
Tage folgen Erdbeben, am neunten der Zusammenfturz der Berge,
am zehnten werden alle Menschen stumm, am elften öffnen sich
die Gräber, am zwölften regnet es Sterne (aber keine Ordens.
sterne), am dreizehnten sterben alle Menschen, am vierzehnten brennen
dmmel und Erde und am fünfzehnten erfolgt dann die Auferstehun⸗
und das jüngste Gericht.
Flr die Redaction verantwortlich: F. XR. Demet.

be
Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst auzuzeigeu, daß sein in
der Kohlenstraße auf dem Munziuger'schen Bauplatz aufgestellte
Velocipeden⸗Circus mit Panorama

morgen am h. Frohnleichnamsdeste, sowie am nächsten
Sonntag, von Rachmittags 3bis Abends 10 Uhr,

geöffnet ist und ladet zu fleißigem Besuche höflichst ein.
Joleph 5chwender

5

—78..

N

Sonntag den 19. Jun
m oberen Lokale de—
Wirthes J. Meyer, Nach—
mittags um 4 Uhr,
Generalversammlung
Betreff: Die Bestellun—
ꝛines
Grabdenkmals
für Lehrer Hettesheimer.
Die bis jetzt eingegangenen
Beträge mögen in der Versamm—
lung abgegeben werden.
m Gogelfreund⸗

Danksagung.

Aus dem Feldzug zurück, litt ich mehrere Jahre an einem sehr
läastigen Magenleisden, alle angewandten Mittel waren vergeblich.
Ich kaufte mir nun Flaschchen des mir bestens empfohlenen Beru⸗
hardiner AlpenkräuterLiqueur von Herrn Waͤllr ad Ott⸗
Rar Bernbard in München ig der Niederlage bei Herrn

Weckerhe in Scheer a /D. Schon
bei dem ersten Fläschchen spürte ich be—
deutende Besserung und bin nun wie⸗
der vollständig hergestellt und kann
wieder essen wie früher.

Einem jeden Magenleidenden rathe
ch den allein ächten Bernhar⸗
diner von Wallrad Ottmar
Bernhard in München zu ge—
brauchen.

Scche er a. D. (Würtiemb) 10. Nov. 1880.
Karl Kienle.
Der Bernhardiner ist nur ächt zu haben in Flaschen à Mk
.OohPfg., Mk. 2. — und Mk. 4. —
in St. Ingbert bei Herrn Jean Veters; Blies⸗
kastel: CB. Hussong; Saarbrücken: Rud. Schellen⸗
herger; St. Johann: Ehr. Walter.

FF

laden zur Parthie
Mittwochs und Samstags b.
Heusser.

Bier vom Faß.

Zu verkaufen
2 Morgen in bestem Stand⸗
äich befindender

Acker

auf Schiffelland und mit Kar⸗
offeln eingepflanzt. Wo? saat
die Exvedition d. Bl.
Bierbrauerei Gebr. Vecker
Donnerstags, Frohnleichnamsfest,
bei günstiger Witterung

Farmonie-Tusik

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Deutliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
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St. Ingbert.

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2 85 8.. * 25 — 2 — — 2 2
ss 55 553835 6 5 53 328 2355888
— —— — 25 2 —* *
4 3353 3 2 353 35338
S 755 55 5355 2 55235323 ——— 333253
* —** * * I
282535 58 8355 — 5 68 833 35338
— 28 8 —JGO8* —— * 5 5 *8 28 8 —27 — 208
—8 2.5 —2 222—22 ————— **, * 8 — 33 *
A 83255 5—823288 322 — 52335 2523 *—558 555352
8 . 55 5 338 3383 5 333 *88
5S65335—555 73528 3*835 —z5 —83— —4 3235—42
353 35 38343885 2855 ,83853 5 22383328
— 3335 —A — — — 531388 ———
—3 —— 22 —
—E —A——— 5* 83 —2 — * —D—
A 33 325 —5*
3 52 3 53
5s 33 855—5 533 s 383
3325 ——5 8 5 —3 3 55 58
3 38333
—2 — 3 32833 58 5— — — — 528 582 8 2
A 535 — * 5 55558
Ee 3—— 353 6 868556*8
2 228—82 N — 222, ð S¶.2. 2 2
—24 533555535 5325 6233533 — ———

23 ——— * — —— * 5— —5 —.
— ** 282322 8 5355 —* 2 . — 5*58
25 232 — 55323
* 22 2 —— 5m2 — 2.2528 ——— — 233 — 3
3 2 2zI 5— 5 32326— 3232 8 5*
28 335— 588 2 — 3— ——33— —2 3355555
53 2 *58* 83323*83 —8 — 534555 558833 —E— 225608 55

—A 25— —558* — 28 38 ;—
— 255 32—. 52 —S5 —5 58323 28 35353238 5* 5083834
3* T.S — 3322 —— ——— — 22232—
35 32 557—5 — 558 — —— —3 —2385 235383
— — 2 —— — —EA —

3 33 33 3

* 3 — —
5 32232 B2533—5 5 35332 —83822 23888 8.383385*
—2* — z285 —58565— — —5 —R————
5 —2—5 23 3337 533523
— —2 * — 33 272338 535 3 232 535558—
7 — 38 — 337
533 3 3383 336
8288 23 5— 8255 —65 53 288 . —e——

g 238 * 3 ———— 8 2 ——
74 5
38 223 — ——83365 — —35553 —55333232538 3528
28* 585—3535 258 2583383—523—8535 32— 5353 55
* — 5285 —— 553575 — ——
* z35 5——6 — 76 — 253
— s5——755 —5 — * 5 3 3—— 5
— —— 5583553835—553 38252333238

— — — XI * — 2 x3*8

555 88 —82 5 ⏑ 23 —86

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838
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35 *255 ẽ
22 — 2 22 —
—A— 25 A——
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38 2 *8
S 2 *525 —
35 35358 2358
—— 53 2 33
228 ———— A 3373 258 7
* e 8 —2 52 2 5888 *
2*8 — 283358 3833 23825533
* 2 · — 2*555 —⸗e 22 3 —A
—— —— 70 — *4 S ——— 5233
8* 2557 5 35325* — 7
2323 53 — F — A 25 555 *.2
3335455* 5 8 — — zxX3 23 —— 588 5323
* — 4 *25 * 3 8 558 —
* 23 2 8 —— —5282 33 55 35575 2
— 2 36 EF. 2 — 8 ——— 2538 *2
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A — 8 253 22 28558 28— —A 8 23 5*
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535335 8 *5 85 555 555 3555 33335 8 55* 58
55 5 335328 2 8 2 — 358 —E ———— 5 3285
— * S88 A 523334 ð — “ 7— 22* — 2
3255 * 23 2355335 *e8338 253 26 — * 5Z5 i
325 238* 28 323588 — 23 — — 2 *538 255
3* * 2 323 5 8* 7* 527 * — 533 E5
2 22 * 2. —32 2 * * * —— — —
2 8 2 5383 —e —8538 — S * r — —— —8 5
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2333 — — —— 2878 7
* 35 23825 — 4 5385 5 2 — 2 —;2
723* 3 258 —2 25555 5582 523 3522
385388 55835 —E —E 52 3333 J 3328
55 825 2 —— 575 633 3388 * 5338 28 — ——
535 * 3 53 323285 2* *—S D — 28 ———
23338 * 2535 — 33*27 2 8 22 — A —— e
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A 255355 25333 —328 32 3 52
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2538 3 —— — BB ——— *—
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23288 ——— 22 832
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873335 5 23595
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83B28 535 52
53383733 755 453
53558 — 525 —— 8
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—583858 —— —I z56 535 533
ẽ 2* 58* 55235537— —A 2 535 *823
22 —— 55 5277 55332 5535 5 —8 2 258—
32225 735 * 253 5*5 53 53 8 —A —
53535 S * 5358538 388525 253 35 3855 55 2
58 —8 * 55 * * 22 8 — 8B528
— 2 — *883c — *388 — — 2832 EO —&amp; * ———
*2 * 233558 — — * * 5 —
830 5 38335—I — 533 3383 538 858
F — — —* — 2 855* 2322 — — *
2** 25 — 23 3 758 37233 2333583 32323353 S 73
* — 2 22358 2 233—2325 2 553*2 —A * 237 D3.
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3 5 3 2554 z35858535 — 35585 —— 38
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58 338* 253* 53 ——
34 — — 55 ———— — 25 53 * — 552333383 — —
55228 *2 8* —25—7 A— 552—8 2335 —58
53352 ——2 328 5 2z58 3 538 55*3*58* 2 333858
23 253 — 8 —E 25 s38—8—557388 — —E— 2 8 *
A—— 8 —88S548 53 2 2 —3833 38 *
—3 —8 E 5288 S— —— 3 — 5—538 * 8358.2
— 553 3 * 2 ** ⸗ —— * .— — — — — 52353S86
55 — —558 — 2288 —* 38 — * — * —— 5.2 8 ———
—— — — —23 5255 25 — 5332* 2 . 2333 —
—— 2 —— 8* — — 3228252 B8 3*
8 — — 2 — 2 38 25 * * 55 5 —X —
2 *2 552 — 838 5 238 22 — 58— 8 5 —— 538588
538 0 —z3.* 2 — 32B383 * 33853388* ß 2628 55 2238
25 82 —— 2 —— — 355 ——— —8 —* 538 5329 283
32323 28 3 —EA 58 2.3 —5528 28 * 5 5—*5 ——— —
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—— 88 53323536093 253525 —
—— ———— S * *
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55 538 3 32
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        ⸗2 22 73 8 — 25. 53
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33
32232353 53. * —5 —— * 3 *2223 S5 * —3 25 2 55
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558
* * — 225. 53 —A — 3
33227 2 5533 323.2 —— — — *2 —. 2 —û —2 — 53 * 3*
*25 38 33353 233 228 3 325 583 *2 2 —52385 —A
1* * 51 22333833.3 6 — 5*357 *8 20 —A ————
2*333 * —* 2 256823 ——223 —3— * —A —
225237 5283. . X 3 — *23 53383 335 2 *
83 2 * EEE — —— — 22.. — — 323 2 z. * 2* 2538 2
— Z85. 38 2333 25258 828. * 7 * * EE 22* 4173 353235 *2* — —
— 53S. 23.2 53 53 35255 z.5. 578 383 60 57
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3 —3383338323 332 83353 3333383 358333525* S. 3 23 5283
* 2 28 — *3 3 G* 55 3 25 * 2* 73. 573 237
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2833* 2 2—38 * 282 C 558253 8 9 338 53282
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*5 25i53 3 * n ⁊5*2227 * 225 53
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32 205. 3 2253 — — 42533 385 5— 233 *
*35 883 335583 5333 38
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238 * 323 5523333 38645 235289* 333 55385* 8 3253388
F 2 — 2* — 1 2 * —84
22—3 3 3 5255 2336238 28 2* 23*338 53528 5*
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383 *258 — *32.53333 ———
7. — — 322323 823833
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38 —8333 33 353533
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258 — 2885 585—3333 23835 22333.33
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5 ** * 23353 333 533382 558 858 22.3 n 237
2353525 —5533353 8 3 —— 28 —— 333
22 —288 285 338 — 552338335
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38383—5 3333555 2353 2382 33 5
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22 3338 383—8 3232383 —
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a— 238338 285 *553
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— 2 2* 3 224 5
3. 23 * 555332 —3 — 53 85*323 85
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FX7 — 8 832 D 5 8 325
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25 2 — 5 — — *
— —— 333853 7536
— &amp; 8 — — 5255 * 525835
c55 523337 S * — 25. 35 225 —
—— —— 52852. 2337 —33—3 2333538
J35 7F8 28 233388 3223343 53323— 35 382 2*
2 — 8 1 — — — — J
23385 5303 333855 A—
—A 23633 —I
* * 8. 3.8 3 38 — —— 8 3ẽ
* * r 3 — 3 22 * 55553 F *5 38
28 52228 53* *3 838 28 554 35
— 7* * 2 3*28. * 353 52 33 58
— 2 S 35 — — * — 5 2 —AJ
* 3 7 320 —— 338336 7778 5
2 23553 53. 38 3833537323— 535353 3
2 3 5 322.3 58 ———— —A
—— — 5.5 5533 5283 53353527
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        J 0 J19 41
7
er St- Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöcheutlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mil illustrirter Wei⸗
age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Dounerstag, Samstag uund Sountag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich
A 40 einschließlich Trügerlohn; durch die Post bezojen 1 A 60 4, einichließlich 10 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 D, von Auswärits
mit 15. Bfür die viergesvaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
— — —
Samstag, den 18. Juni

ßg 96.
—

1881.
Abonnements-Einladung.

Ju Rückficht auf den bevorstehenden Quartalsschluß erlauben
ir uns, ein verehrtes Publikum zur Erucuerung des
AWennements, resp. zu zahlreiche Neubestellung auf den

7 —&amp; 40

„St. Ingberter Anzeiger“,
auiches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Jugbert,
gebenst einzuladen.

Der „Anzeiger“ wird rasch in kurzen und übersichtlichen Zu—
mnmenstellungen seine Leser mit den politischen Tagesereignissen
sannt machen; wichtigere Fragen werden ausführlicher besprochen
erden. Besondere Beachtung wird er den lokalen und provin⸗
iellen Angelegenheiten widmen. Daneben wird er auch über in—
eressante Fälle auf dem Gebiete der Rechtspflege und über wich—
ge Handels- und Verkehrs-Nachrichten referieren. Das „Unter⸗
zaltungsblatt“ und die illustrirte Sonntagsbeilagze werden in
yannenden Erzählungen, heiteren Anekdoten und Räthseln eine
nterhaltende und anregende Lektüre bieten. Es wird also der
Anzeiger“ allen billigen Anforderungen, die an ein Lokalblatt
estellt werden, möglichst zu genügen suchen.

das Erscheinen und der Preis desselben erleiden keine
ꝛenderung.

Neubestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“
ollen gefl. bald, noch vor dem 1. Juli, auswärts bei den kgl.
ostanstalten, hier bei der Expedition oder den Trägern, gemacht
etden. Bei unseren hiesfigen Abonnenten bedarf es einer beson⸗
xren Erneuerung des Abonnements nicht; dieselben erhalten auch
m neuen Quartale den „Anzeiger“ fortgeliefert, wenn sie nicht
usdrücklich noch vorr Ennde ds. Monaits abbestellen.

Schließlich erlauben wir uns noch, einem geehrten hiesigen
—
ffentlichungen aller Art geziemendst zu empfehlen. Inserate
uden zu den bekannten Preise Aufnahme; für häufig erscheinende
nserate entsprechender Rabatt nach Tarif oder besonderet Ueber—
inkunft. Hochachtungsvollst

Redaktion und Expediion
des „St. Inagberter Anzeiger“.

dieser bereits in der zweiten Berathung gestrichenen Bestimmung
erlangt, noch hat die Regierung, allem Anscheine nach, auf den
3 10042 überhaupt einen entscheidenden Werth gelegt. Der Bundes⸗
rath wird also wohl seine Zustimmung geben.

Der Reichstag genehmigte am dienstag in dritter Lesung
‚hne Debatte die Handelsverträge des Deutschen Reiches mit Oester⸗
reiche Ungarn, der Schweiz, Belgien und Rumänien.

Das Centrum lehnte einstuͤnmig den Compromißvorschlag von
—„tumm zum Unfallversicherungsgesetz ab, wonach Landesversicher⸗
ingsanstalten errichtet werden sollten mit Prämienzahlung lediglich
zurch die Betriebsunternehmer, bei vierwöchentlicher Carenzzeit ⁊tc.

In Hamburg nahm die Bürgerschaft den Vertrag betreffend
)en Zollanschluß an das Reich mit 106 gegen 46 Stimmen, also
nit der erforderlichen Zweidrittelmajorität, an.

Ausland.

Für Gambetta kommen jetzt schlimme Tage. Ein Unglück
ind eine Niederlage kommt selten allein. Waͤhrend die „Republique
rangaise“ im Auftrage Gambetta's mit größtem Nachdruck für die
afortige Auflösung der Kammern und die Anberaumung der
Vahlen auf Mitte Juni plaidirt, haben sich die Fraktionen der
einken nach eingehender und stellenweise recht heftiger Diskussion
nit überwiegender Mehrheit, nämlich mit 248 gegen 71 Stimmen,
n dem entgegengesetzten Sinne entschieden und die von Herrn
Bardoux eingebrachte Resolution verworfen. Diese Haltung der
einken läßt deutlich erkennen, wie befreiend das Votum des Senats
»om 9. Juni gewirkt und wie die Majorität plötzlich Herrn Gam—
»etta gegenüber eine Unabhängigkeit wiedergefunden hat, die sie in
en letzten Jahren nur allzu oft hatte vermissen lassen. J

Die seit der Verhaftung Most's in London von der eng⸗
ischen Section der „Socialdemokratie Working Men's Club⸗ her⸗
rusgegebene sozialdemokratische, Freiheit“ hat in Folge Geldmangels
zufgehört zu erscheinen. Die englischen Arbeiter wollen eben dann
nichts zu thun haben.

Die Vorbereitungen für die Abtretung eines Theiles von
Thessalien und Epirius an Griechenland sind so well gediehen,
zaß dieselbe alsbald erfolgen könnte, wenn nicht die Türket inder
etzten Stunde noch dem ganzen Unternehmen Schwierigkeiten in
den Weg legen wird. Daß dies aber geschehen wird, läßt sich
nach gewissen Anzeigen wohl erwarten. Besonders verdächtig ist
»abei der Umstand, daß gerade diejenigen Punkte, welche gegen
in aus Griechenland anrückendes Heer strategische Bedeutung haben,
etzt türkischerseits befestigt werden. Allerdings werden keine regu⸗
ären türkischen Truppen diese Befestigungen besetzen, aber die
Vorgänge bei der Occupation Bosniens durch die Oeste rreicher

jaben bewiesen, wie man sich in dieser Beziehung zu helfen weiß.
Es desertiren eben so und so viele tausend türkische Soldaten, die
dann mit den im Lande vorhandenen Unzufriedenen gemeinschaft⸗
iche Sache machen und dem eindringenden Feinde Wiederstand
eisten. Bei den Oesterreichern hatte eine beim Beginn der Occu—⸗
zation erlittene Schlappe nicht viel zu bedeuten, denn hinter den
Vortruppen stand ein starkes Heer; schlimmer stände es in einem
olchen Falle für Griechenland, das für die Besetzung des abzu⸗
retenden Gebietes seinen letzten Mann aufbieten muß und das
bei einer Niederlage in eine wahrhaft verzweifelte Lage kommen
vürde. Das griechische Ministerium scheint sich in dieser Beziehung
icherstellen und nicht eher zur Besetzung schreiten zu wollen, bevor
s durch die Kammern dazu ermächtigt ift. Daduͤrch wuͤrden alle
zei einem etwaigen ungünstigen Ausgange der Occupation mög⸗
ichen Vorwürfe beseitigt.

Serbien hat alle Aussicht demnächst, wie vor Kurzem erst
sdumänien, zum Königreiche zu avanciren. Sein „Beschützer“
Jesterreich soll endlich alle entgegenstehenden Bedenken übermunden
aben und den anderen Mächten wird die beabsichtigte Standeser—⸗
wͤhung wohl von vornherein kein allzu großes Kopfzerbrechen ver⸗
irsacht haben.

Am 15. ds. sollte die Rückeinschiffung der französischen Trup⸗
»en aus Tunis beginnen. Der Bey hat dem französischen Kon—
ul Roustan seinen hoͤchsten Orden verliehen und zwar ausdrücklich
als Vfand treuen Festhaltens an den neugeschaffenen Beziehungen.

Deutsches Reich.

S. M. der König von Bayern hat dem Boahyerischen
eteranenz⸗, Krieger⸗ und Kampfgenossen-Bunde die erbetene Be—
illigung zur Vornahme einer Sammlung im ganzen Königreiche
ittels Aufrufes in öffentlichen Blättern zum Zweck der Errichtung
mesß Denkmales für die auf dem Schlachtfelde zu Wörth gefal—
men baierischen Krieger ertheilt.

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat folgende Ent—
reidung publicirt: Die Zahlung des Schulgeldes für arme Kinder
urch die öffentliche Armenunterstützung im Sinne des Gesetzes
nuusehen.

Es wird von Personen die dem Reichskanzler nahe stehen,
lätigt, daß die Neuwahlen zum Reichstage Ende
xꝛptember oder in der ersten Hälfte des Monats Oktober Statt
iden sollen; der neue Reichsstag wird im November oder Dezbr.
uberufen werden.

Der Reichstag nahm am Mittwoch in einer Abendsitzung
n Rest des Unfallversicherungsgesetzes in dritter und letzter Lesung
so ohne den von Bismarck gewünschten Staatszuschuß zu den
ersicherungsprämien) an und genehmigte alsdann das ganze Ge—
Imit 145 gegen 108 Stimmen. Hierauf schloß der Staats—
retär von Bötticher die Session im Auftrag des Kaisers. (Der
undesrath akzeptirt diese Fassung, das Gesetz kommt also zu
iande.)

Ddas Innungsgesetz, wie es den Reichstag verlassen
enthält gegen die ursprüngliche Regierungsvorlage nur eine
entliche Abweichung, die Streichung der Bestimmung des 8 1000,
h welcher einem Nichtinnungsmeister unter gewissen Umständen
s Halten von Lehrlingen sollte untersagt werden können. Die
zertreter der Reichsregierung haben weder die Wiederherstellung
        <pb n="364" />
        Wie das Sprichwort sagt: „er mir eine —, ich ihm einen
Orden!“
— Vermisce⸗s.

St. Ingbert, 17. Juni. Die gestrige Frohnleich⸗
namsfeier war vom schönsten Weiter begünstigt und nahm einen
großartigen Verlauf. Die Theilnahme an der Prozession war eine
Außerordentlich starke. Die Straßen, durch welche dieselbe ihren
Weg nahm, waren mit frischem Grün bestreut, und die Häuser in
demfelben waren fast ausnahmslos mit Fahnen, Kränzen und
Bildern auf's festlichste geschmückt. Besonders zahlreich hatte sich
Besuch aus den benachbarten preußischen Gemeinden eingestellt und
es herrschte dadurch bis zum Abend in unserer Stadt außerge—
wvöhnliches Leben und Treiben. — Am Nachmittag wurde durch
herrn Photograph Ollig die Hauptstraße in der Unterstadt mit
der daselbst zu Ehren des Prinzen Ludwig von Bayern errichteten
Ehrenpforte photographisch aufgenommen. Wie bei der Anwesen⸗
jeit des Prinzen, so hatten an der Seite der Straße Kriegervereine
imd Feuerwehr Aufstellung genommen, die Ehrenpforte war wie
damals von Personen (einem Landmann, Bergknappen, Hüttenar—
Feiler und Glaͤsmacher) besetzt, zur Versinnbildlichung der hier ver—
Tetenen Gewerbe. Es kann also das anfgenommene Bild ein
hübsches Erinnerungszeichen an den Besuch des Prinzen Ludwig
in unserer Stadt abgeben.

4 Die Wahlen der Dibcesansynoden zur Genera lUsynode
sind in sieben Bezirken (Frankenthal, Neustadt, Bergzabern, Winn⸗
weiler, Obermoschel, Lauterecken und Kirchheimbolanden) freisinnig
uusgefallen; die gegnerische Richtung siegie in den fünf Bezirken
Speher, Kaiserslautern, Pirmasens, Kusel und Zweibrücken; ge—
nischt wurde gewählt in Dürkheim, Landau, Germersheim und
homburg.

Von der Diöcesansynode Zweibrücken wurden als
Abgeordnete zur Generalsynode gewählt: Dekan Sturtz, Pfarrer
Bluͤm, Oberlandesgerichtsrath Nössel von Zweibrücken und Lehrer
Vogelgesang von Breitfurt; als Ersatzleute: Pfr. Candidus von
Mimbach, Pfr. Helfenstein von Hornbach, Gerichtsschreiber Rettig
und Prof. Hahn von Zweibrücken. Die Gewählten gehören der
trengeren kirchlichen Richtung an. In den Synodalausschuß wurden
gewählt: Pfr. Candidus, Lehrer Vogelgesang, Notär Vasquay
und Prof. Krafft.

-Der Ausschuß des pfäl zischen Schützenbundes
jat für das 7. deutsche Bundesschießen in München zwei Preise
gekauft. Mein Dutzend silberne Löffel mit silbernem Vorleglöffel,
Werth 150 M.; 2) ein silbernes Kaffeeservice mit Brodkorb, gleich⸗
falls 150 M. werth.

4 Auch die Civilkammer des Landgerichts Kaiserslautern
hat in einem kürzlich gefällten Erkenntniß sich gleich dem Landge⸗
richt Landau dahin ausgesprochen, daß ein im Mahnverfahren der
Jeuen Civilproceßordnung erwirkter Vollstreckungsbefehl eine gericht⸗
liche Hypothek begründe. W

JDer 15. Verbandstag der pfälzischen Kreditgenossen⸗
schaften wird am 2. und 3. Juli zu Kaiserslautern im
nasino abgehalten.

FIn Kaiserslautern ist ein neues. Stadt⸗Orchester
uu der Bildung begriffen, welches seine Thätigkeit mit dem 1. Ok—
sober beginnen und 20 tüchtige Musiker umfassen soll.

— VLandtagsabgeordneter Freiherr von Stauffen berg
wird auf Einladung des Zentralkomites des freisinnig-nationalen
Wahldereins Kaiserslautern⸗Kirchheimbolanden Sonntag den 26.
Juni in Langmeil in Gemeinschaft mit seinen Kollegen Vail—
ant und Herr Vericht über die abgelaufene Session des bayerischen
Landtages erstatten.

p'Von 1061 Flaschen, welche dem Festcomite zu Neustadt
für die pfälzische Weinprobe bei der Anwesenheit des Prinzen
Ludwig zur Verfügung gestellt worden waren, sind, wie das Comite
hekanm giebt, 248 Flaschen übrig geblieben, die von den Spen⸗
dern nicht reclamirt wurden. Dieseiben kommen jetzt im Saalbau
zur Versteigerung.

4 Die neulich von der Neustadter „Bürgerztg.“ gemachte
Angabe, daß ein Einwohner von NReustadt in Verlin als Social⸗
demokrat verhaftet worden sei, erweist sich, wie vorauszusehen war,
als ein schlechter Witz.

— Die Vorarbeiten zur Verlegung des Hauptzollamts von
Naiserslautern nach Landanu sind soweit gediehen, daß dieselbe
Im 1. Rovember erfolgen kann. Kaiserslaulern erhält von diesem
Tag an bekanntlich ein Nebenzollamt.

Waldse'e. Im Laufe der letzten Woche sind die ersten
Briefe der hiesigen Auswanderer aus Amerika eingetroffen. Ihre
Briefe übertreffen alle Etwartungen. Nach einer Fahrt von 15
Tagen sind sie glücklich an ihrem Bestimmungsort gelandet, wosel bst
ihnen die Unterstützungsgelder für die ersten Tage ihres Dortseins
prompt ausbezahlt wurden. Es traf sogleich nach ihrer Ankunft
in Telegramm eines größeren Etablissements ein, des Inhalts,
daß diese Fabrik zwölf Familienväter mit Familien in Arbeit und
Wohnung nehmen würde. Es erklärte sich hierzu auch sogleich die

rforderliche Anzahl bereit, und wurden dieselben per Bahn auf
kechnung ihrer zukünftigen Herren an Ort und Stelle beförder
vofelbst ihnen zweistöckige Wohnhäuser angewiesen und sie mi
geitung und dem nothwendigen Küchen⸗ und Haushaltungsgeschitt
ersorgi wurden. Die Leute schildern wirklich in ergreifender Weise
sas steundliche Entgegenkommen und die gute Versorgung von
Zeite ihrer Fabrikherren. Es wohnen immer zwei Familien in
inem Hause, eine im untern, die andere im obern Stock. Der
lohn ist ein sehr hoher. So verdient z. B. ein Mann per Tag
ach unserem Gelde5 Mark und sein 15jähriger Sohn 83 M
0 Pf. für 10stündige Arbeit. Das Fleisch ist sehr billig, die
dartoffeln theuerer als die Aepfel. (Die betr. Auswanderer sind
lekanutlich auf Kosten der Gemeinde Waldsee über den Ozean
pedirt worden.)

Aus Dürkheim, 13. Juni wird berichtet: Die kgl.
Ztaatsbehörde ist noch immer bemüht, auf Grund des Nahrungs.
nittel-Gefetzes gegen die Weinverfälschung vorzugehen. So sim
)eute wieder in einem hiesigen Keller und vor einigen Tagen bei
ßroduzenten benachbarter Gemeinden aus verschiedenen Kellern
Hßroben abgeholt worden. (Man sollte nicht nur bei Produzenten
ind Händlern, sondern auch — und vielleicht wäre das für daz
zroße Publikum die Hauptsache — bei Wirthen recherchiren! so
neint die „gZw Ztg.“)

Der „pf. Ztg.“ erklärt die Mittheilung der „Pf. Post“,
daß Hofprediger Stöcker im September in Speyer einen Vor
rag zu halten beabfichtige, für unrichtig. Ein solcher Vortrag sei
veder beabsichtigt, noch sei derselbe beschlossene Thatsache.

Der Gemeinde Gravelotte bei Metz ist zur Herstellung
ines würdigen und stylvollen Mobiliars für die am ersten Pfingst-
ag eingeweihte Kirche die Summe von 6330 Mark aus dem
daiserlichen Disposit onsfonds bewilligt worden.

In Berlin ist, das Wett— und Schnell-Laufen sehr im
-„chwunge. Fritz Käpernik, ein früherer Soldat, ist der Held des
Tages, welcher in einem Wettlauf mit Kavallerie-Pferden von Pots—
am nach Berlin einen glänzenden Sieg davontrug, desgleichen
viederholt gegen ein Rennpferd.

Vergoldete Fünfzigpfennigstücke sind mehrfach (z. B. in
gerlin) 'im Geschäftsverkehr vorgekommen und sind dieselben,
d plump der Schwindel an sich ist, wenn sie mit der Adlerseite
ach oben liegen, doch sehr schwer von einem Zehnmarkstück zu
interscheiden und mögen besonders Frauen, wenn sie allein im
daden sind, die Augen offen halten.

Ein Glücksftall. Eine arme Handwerkerwittwe in
gerlin, die erst vor wenigen Tagen ihren Gatlen, der sie mit fünf
joch jungen Kindern in Noth und Elend zurückgelassen, zur letzten
ttuheftätte geleitete, erhielt am Sonnabend Nachmittag den Besuch
ines auswaͤrtigen Herrn, der ihr die Mittheilung machte, daß iht
hatte gegen eine monatliche Einzahlung von 10 Mark seit einiger
zeit sich bei seinem Hause das Anrecht und den Antheil verschie—
er Staatsloose geschert habe, in deren vollen Besitz er aber erst
ach Erlegung sämtlicher stipulirten Raten glangen kann. Eines
ieser Loose, woran ihr Gatte einen Antheil besitze, sei jedoch ge—
ogen und ein bedeutender Gewinn darauf gefallen, weßhalb er
ehufs Aushändigung des Geldes, etwa 24,000 Mt., um den
Untheilschein bitte. Die Frau, die keine Ahnung von dem „Spar⸗
zroschen“ ihres Mannes hatte, durchsuchte ihr ganzes Habe, bis fie
ndlich den für sie so verhängnißvollen Schein fand und das Geld
erhielt.

F In Rees ist ein Anstreichermeister auf eigenthümliche Art
ims Leben gekommen. Denselben fing, waͤhrend er damit beschãf⸗
igt war, Schweinfurter Grün zu reiben, die Nase an zu bluten.
Sewischte mit der Rückseite der Hand das Blut und dabei muß
hm etwas von dem giftigen Farbstoffe in eine kleine Wunde ge
Immen sein, die er an der Nase hatte. Nase und Gesicht schwollu
hm fruchtbar an und am anderen Tage war er eine Leiche.

- Heftige Gewitter mit Hagel suͤchten in den letzten Tagen
zas nördliche Frankre ich heim. In der Gegend von Etaples
ind Montreal fiel Schnee. Auch im Puy de Dome und in det
UImgegend von Clermont-Ferrand fiel am 8. Juni Schnee; in den
Deparlements der Indre, der Aube und der Landes richteten Hagel
veiter mehr oder minder beträchtlichen Schaden an.

Zuͤ Commentry im Alliere Departement, wo 1600
grubenacbeiter die Arbeit eingestellt haben, hat der socialistisch ge—
innte Gemeinderath des Ortes den Strikenden eine Unterstützung
jon 25,000 Fres. ausgesetzt. Man kann sich den Jubel vorstellen.
nit welchem dieser Beschluͤß von der radicalen Presse von Pari⸗
rufgenommen wird. Der Gemeinderath hat ferner verlangt, daz
ie“ auf Veranlassung des Präfecten nach Commentry enssandten
Truppen, nämlich 2 Compagnien Jafanterie und mehrere Brigaden
Fendarmerie, sofort aus der Stadt zurückgezogen werden, da sie
die friedliche Arbeiterbevölkerung nun herausfordern könnten. End⸗
lich hat der Gemeinderath eine Subscription für die Strikenden
cröffnet und sämmtliche Gemeinderäthe Frankreichs eingeladen, sich
in derselben zu betheiligen.
        <pb n="365" />
        Laut einer Meldung des „Golos“ sind bei Isjum im
goubernement Charkow die Heuschreden auf einer Fläche von
sünftausend Hektaren den Eiern entschlüpft. Zu ihrer Vertilgung,
so lange sie fich noch im ungeflügelten Zustande befinden, find
50,000 Menschen aufgeboten und deren Unterhalt während einer
idlägigen Arbeitszeit auf 26,000 Rubel veranschlagt worden.

P In der letzten Zeit haben in Nordamerika große Ueber⸗
chwemmungen in der Nachbarschaft von Pittsburg einen
Schaden von 2 Mill. Doll. verursacht. Es ist namenilich viel
—
hurg und Alleghany sind 1000 Häuser theilweise unter Wasser
ind' in anderen Gegenden des Ohio-Thales sind den Staaten große
Verluste zugefügt worden, welche auf 1 Mill. Doll. veranschlagt
werden.

FGin siebenfacher Bräutigam). Wie die
idischen Blätter melden, wird der Fürst von Gondal im Laufe
dieses Monats sein siebenfaches Hochzeitsfest begehen, indem er
m sieben nacheinanderfolgenden Tagen ebensoviele Mäͤdchen, Töch⸗
jer seiner Groͤßen zum Traualtare führt und wird so jede Tags
vorher angetraute Gattin am nächsten Tage dann zum Hochzeits-
jeste ihrer Nebenbuhlerin zugegen sein. Um jedoch unter seinen
sieben Bräuten keinen Neid zu erweden, hat der Fürst ihnen allen
Jleiche Schmucksachen und gleiche Kleider zum Geschenke gemacht.
Auch die Einrichtung der Gemächer dieser Frauen ist für alle die—

elbe. Von diesen sieben Bräuten hat indeß keine noch das fünf⸗
ehnte Lebensjahr überschritten. Es dürfte jedoch dem Fürsten keine
seringe Schwierigkeiten machen, mit sieben Fra uen zugleich die
Hochzeitsreise anzutreien.
ar' Atwberichte.

Homburg, 15. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
12 Mios PfKorn ĩd M. 70 Pf. Speiztern — M. — pf., Spelz M.
pf. Gersie Lreihige — M. — Pf. Gerste 4rei hige O M. — Pf, Hafer
7 M'zs8 Pf., Mischrucht 11 M. da Pf. Erbsen — M, — pf., Wichken
d M. — pf., Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
60 pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Ztr. 2 M. 50 Pf.

Kaiferslautern, 14. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viltualienmarkt.)
Weizen 11 M. 83 pf., Korn 10 M. 84 Pff., Spelztern — M. —, Pf. Spelz
IM2 Pf., Gerstes M. 78 Pf., Hafer 7 M. 66 Pf., Erbsen — M.
— pf., Wicken dO M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Buttler pro Pfund O M, 95 Pf. Eier 1Stück 05 Pf.
Kartoffein pro Zentner 2 M. 80 Pf. Stroh 8 M. 50 Pf. Heu 4 M. —
pf., Kleeheu 5 M. — Pf.
*GWerichtigung ·) In der in der Dienstags⸗ Nummer des „Anz.“
enthaltenen Notiz über die Vergebung der Bauarbeiten am Schwesternhaus soll
es statt „in An geboten“ heißen: „in Abgeboten“.
— — ——— —— — — —

wissenschaftlich geprüft u. begutachtet. n*,,
u Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be⸗—
nedictinerkloster stammenden Recept
ubrizirt und nur en gros ver—⸗
sandt von
D. PINCEL in Gottiugen
(Provinz Hannover.)
Der Benedictiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
at sich deßhalb fast in jeder Familie
ingebürgert. Der Benedict i⸗
er ist aus den feinsten, auser⸗
sensten Kräutern zusammengesetzt,
velche die Eigenschaften besitzen.
wohithätig und erwärmend auf
den Organismus einzuwirken.
Der ,‚beste Beweis für die Güte des Benediectiner sind
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
fich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
überzeugen und gern das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergrößern.

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verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

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Bei 8 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Il. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗

tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Albis Heiß, Tabakfabrikant in Aßling in Oberbayera,
berichtet: Meine Frau und ich fühlen uns nach dem Benediktiner ganz
frisch und munter, ebenso mein Freund Herr Jos. Dremel, welchem ich
zwei kleine Flaschen Benediktiner überließ, ist durch dessen Gebrauch von
seinem zweijährigen Leiden an Nierenverschleimung ꝛc. befreit und senden
wir alle unsern herzlichsten Wank ꝛc.

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Magenbitter.
Billigstes Hausmiltel welches sich in Folge
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.
Preĩs A II. ca. 1I50 Gir. IIa. LNMI.
Vortheilhafte Flasche von cu. 330 Gr. 2 Mk.
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Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel in
Hötlingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Friedrich.

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Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗ gO
J le N· ẽi z. Ausschreibung offener Stellen des Handels⸗
—2* . Gewerbeftandes, der Industrie und Landwirih- S
haft. Erscheint Mistwochs u. Samsiags jeder Woche in großem Zei⸗
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graͤnchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Marlk, für
24 Nummern 5 Mark. Beirag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
dung erfolgt franco per Streifband. Beginn d Abonn. jederzeit.
Deuiliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen
ec. Inserlions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
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Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung,
das unser Sohn und Bruder
Veter Joseph Woll.
im 21. Lebensjahre, nach langem schwerem Leiden sanft
im Herrn entschlafen ist.
Die trauernden Hinterblieben
P. J. Woll, und Familie.
Die Beerdigung findet Sonutag, Nachmittags
um halb 3 Uhr, statt.

5Süddeuffsche Presse

und Muͤnchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genannte größte, reichhaltigste und angese—
henste Biatt von Muncshen wird bei den in diesem Jahre
bevorftehenden Wahlen fur den bayerischen Landtag, den deutschen
Reichstag und das Münchener Gemeindekollegium in Berichter—
ttattuͤng wie in politischem Einfluß erhöhte Beseutung gewinnen.
Seine gut bayerische entschieden nationale und gemäßigt liberale
daltung darf als bekannt vorausgesetzt werden In den städtischen
Angelegenheiien vertritt dasselbe den Standpunkt des Ausgleiches
ind der Versöhnung der Parteien behufs gemeinsamer Arbeit an
Zem Wohle der Siadt München. — Der lokale und provinzielle
Theil der „Südd. Pr.“ ist der reichhaltigste irgend eines bayer⸗
schen Blattes.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Bereiche des Theaters
und der Musik werden in dem Blatte von allgemein anerkannter
Feder besprochen. Sportsberichte, wie namentlich die Nachrichten
zus bayerischen Garnisonen haben die „Suddeutsche Presse“ in den
nilitärischen Kreisen weit verbreitet und helien derselben dort stets
neue Freunde zuführen.

Die „Süddeuische Presse“ ist das einzige Münchener Blatt,
welches den offiziellen Rourszettel der Münchener Börse un⸗
verkürzt zum Äbdrucke bringt. Ihr Handelstheil gibt dem Leser
einen sichern Ueberblick über alle Bewegungen des Effekten- und
Produktenhandels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirk—
samkeit der uns anvertrauten Inserate in den lauffähigsten
Schichten des Publikums. Wucherinserate oder solche be⸗
denklichen Charakters sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das
Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in die
Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20 Ppfg.
pro Zeile berechnet.

Die allgemein beliebte belletristische und wissenschaftliche Beilage

„Bayerische Literakurblätter“
enthält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bil der aus der
bayerischen wie der deulschen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte Juni ab der interessante
englische Gesellschaftsroman

„Adelai de.
SNeu eintretende Abonnenten exhalten denselben gratis
nachgeliefert. A
Der Abonnementspreis beträgt vro Quartal 8 Mark.
München, im Juni 1881. J
Die Expedition,
Fürstenfelderstraße 183.
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mit seinen 3 werthvollen Beiblätiern:
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„Deutsche Lesehalle“ und „Mittheilungen über Land—⸗
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ist in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitiakeit u. Gediegenheit seines

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die geleseuste und verbreitelste Zeitung Deutschlands
geworden, indem eß mehreren Jahren einen festen Stamm
von weit über 70 Tausend Abonnenten dauernd erhalten hat. Die
Vorzüge des „Berliner Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgen⸗
dem: „Täglich zweimaliges Erscheinen als Abend- und Mor genblatt, wo⸗
durch das „B. T.“ in der Lage ist, alle Nachrichten stets I2 Stun⸗
den früher als jede nur ein Mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen.
Gänzlich unabhängige, freisinnige, politische Haltung. Spezial⸗Korrespon⸗
denten an allen wichtigen Plätzen u. daher rascheste und zuverlässige Nach—
richten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial⸗-Telegramme.
Ein eigenes parlameniarisches Bureau liefert dem „B. T.“ schnelle u.
zuverlässige Berichte. Umfassende Handelszeitung u. Courszettel der Ber⸗
liner Börse. Vollständige Ziehungslisten der Preußischen und Sächsischen
Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Ausgedehnte
Anwendung des Telegraphendrahts u. deßhalb frühzeitigste Meldung aller
wichtigen Ereignisse. Reichhaltige u. wohlgesichtele Tages-Neuigkeiten aus
der Reichshauptstadt u. den Provinzen. Sorgfältig gepflegtes Feuilleton
unter Mitarbeiterschaft der ersten Schriftsteller. Das Roman⸗Feuilleton
des III. Quartals bringt folgende 4 interessante u. spannende Erzählungen:

Otto Girndt, „Gao. L. Ziemssen,

„Die Preisbewerbung.“
„Luttra.“ Crim.⸗Nov. von Dr. Lortaing. „Ein Irrlicht“
Von L. Westorfeld.

Ermuntert durch die bereits erreichten großen Erfolge ist das
„Berliner Tageblatt“ bestrebt, seinen Inhalt stets zu erweitern u
zu vervollkommnen, um seinen Lesern die thunlichst beste Zeitungslektüre
zu bieten ungeachtet das
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Man abonnire schleunigst bei dem nächsten Postamt damit die Ueber—
sendung vom Beginn des Quartals ab punltlich erfolge.

Die Arboitsstube.
Zeitschrift für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit
farbigen Originalmustern für Canevassticherei, Application und
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und Stickarbeiten aller Art, erscheint in 2 Ausgaben:
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Monatlich ein Heft in elegantem Monatlich ein Heft in élegantem
Umschiag mit einer colorirten Dop- Umschlag mit einer kleinen eolo
pel-⸗Tafel, enthaltend 425 Sticke- rirten Tafel, enthaltend 8-6
imuster, vowie einer Beilage mit 3tickereiinuster, sowie einer Bei-
temaitenaem Texto und Hand- lage mit unterhaltendem Texte und
rbeits Iustrationen. Jandarbeits- Illastrationen.
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vonnemonts auf die „Arbeitsstube“ nehmen alle Buch-
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mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren NRaum, Reclamen mit 30 B pro Zeile berechnet.
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Sonntag, den 19. Juni
1881.
Deutsches Reich.

Die kgl. Entschließung in Betreff det Neuwahl der Landtags⸗
ibgeordneten in Bayern, nachdem das Mandat der im Jahre
1875 gewählten nahezu abgelaufen ist, wird, wie man glaubt, noch
m Lauf dieses Monats erscheinen.

Die dreijährige Militärdienstzeit genügt nicht. Wer
behauptet dies? Der Kriegsminister der französischen Republik. In
der Deputirtenkammer war der Antrag gestellt, die Dienstzeit nach
deutschem Muster von funf auf drei Jahre herabzumindern. Ein
Deputirter erklärte sich gegen diesen Antrag, da man „ebensowenig
die Militärdienstzeit zum Schaden der nationalen Sicherheit ver⸗
mindern könne, als die Steuern auf die Gefahr hin, die Staats⸗
dienste zu gefährden.“ Der Kriegsminister bezeichnet es als un⸗
noͤglich, innerhalb dreier Jahre Soldaten auszubilden, ohne die
Armee zu schwächen. Nur nach langer, mühevoller Vorbereitung
önne in Frankreich eine dreijährige Dienstzeit eingeführt werden.
da finden unsere Demokraten also Gelegenheit, die öeschränkten
Ansichten ihrer republikanischen Freunde jenseits der Vogesen auf⸗
uklären.

Die an Christi⸗Himmelfahrt in den prot. Kirchen der
Pfalz erhobene ColIecte zu Gunsten der protest. deutschen
tirchengemeinden in Paris lieferte das Erträgniß von M. 2298.58.

Am Mittwoch Morgen wurde bei Heckendal he i m
iuf einem Kalkofen eine Mannsperson todi aufgefunden. Da sich
degitimationen auf zwei verschiedene Namen bei dem Todten vor⸗
anden, so konnte seine Persönlichkeit nicht genau festgestellt werden.

F Morgen (Sonntag, 19 Juni) wird der Zweigverein der
gustav-Adolph-Stistung für den Dekanatsbezirk Hom⸗
hurg sein Jahresfest in Lim bach feiern.

F Auf dem letzten Wochenmarkie in Dürkheim wurden
jereits neue Kartoffeln aus der dortigen Gemarkung verkauft.

f. Die Firma L. A. Jordan in Deid es heim hat auf der
Ausstellung in Melbourne die erste Medaille für Weine erhallen.

Auch im Wahlkreise Speyer-Frankenthal soll die
Aufstellung eines demokratischen Reichstagscandidaten beabsichtigt
ein. Beĩ den diesjährigen Wahlen können sich, wie es scheint,
die pfälzischen Wähler gewiß nicht über die Auswahl unter den
Fandidaten beklagen.

Der Reichskanzler erläßt folgende Bekanntmachung: „Im
vroßherzogthum Ba den ist in Folge der stattgehabten Erhoöhung
er Biersteuer an Stelle der bisherigen Uebergangsabgabe von
tier eine solche im Betrage von 8M. 20 Pf. pro Helktoliter und
in Stelle der bisherigen Steuerrückvergütung bei der Ausfuhr vou
hier eine solche von 2 M. 50 Pf. für das Hekioliter geireten.“

F In Höchberg bei Würzburg erhängte sich ein Wittwer,
in vermögender Mann in den vierziger Jahren, angeblich deshalb,
weil er ein geleistetes Eheversprechen nicht halten mochte.

Aus Kissingen wird berichtet: Fürst Bismarck wird
hjereits nächsten Samstag (also heute, 13 Juni) zum Badegebrauch
)ahier eintreffen und wie in den Vorjahren auf der oberen Saline
Bohnung nehmen. Der Fürst sucht zum siebenten Mal an unseren
ZQuellen Ruhe und Erholung.

F Wie die „Abdztg.“ vernimmt, hat Se. Maj. der Koͤnig
von Bay ern der Wiltwe des in Graudenz bei den Schießübungen
»erunglücten Hauptmanns Engel à la suite des 1. Feld⸗Artillerie⸗
segiments seine Theilnahme aussprechen lassen. Dieselbe ist be—⸗
sanntlich eine gebbdrene Munzinger aus Landau.

Schöllkrippen (Spessart). Am hiesigen Amisgerichte
pielte sich in jüngster Zeit eine Verhandlung ab, die stark an mit⸗
elalterliche Zustände erinnert. Der Oekonom Sauerwein auf dem
hofgute Frohnbügel an der bayerisch⸗preußischen Grenze Geiselbach⸗
Z„omborn konnte sich seiner erdrückenden Schuldenlast nicht mehr
rwehren und beschloß, heimlich sein Anwesen zu verlassen und
enseits des Oceans ein neues „Heim“ zu gründen. Die Mittel

zur Flucht konnte er sich nur durch Veräußerung seines todten und
ebenden Inventars, das aber zu Gunsten einiger Handelsleute ge⸗
ofändet war, beschaffen. Ein Ortsnachbar von Geiselbach bot
zierzu die Hand. In einer Nacht wurde alles Transportabele
heils nach Geiselbach, theils über die Grenze geschafft und Sauer⸗
wein nahm „Reißaus“. Wer nun eine Forderung zu machen hatte,
war sein eigener Rechtsverhelfer. Die Gebäulichkeiten wurden förm⸗
lich geplündert, Thüren ausgehoben, Fenster ausgebrochen, kurz und
zut, selbst alles Niethe und Nagelfeste fortgeschleppt. Was von
einem Theil der Bewohner Geiselbachs zurückgelassen wurde, das
fiel als Beute anderen Langfingern zu. Das ganze Gebäude gleicht
auf's Haar einem Ueberbleibsel aus dem dreißigjährigen Kriege.
Nicht minder schauerlich zerstört sehen die Felder aus. Wer Futier
bedurfte, grasie einfach die Saatfelder ab. Diese Heldenthaten
wurden mit 10 Wochen bis herunter zu 1 Tag Arrest belohnt.
Der Romaneiner Ködin. Johanna Goldschmid,
Tochter eines armen Bäckers Namens Joseph Goldschmid, war vor
ꝛierzehn Jahren bei dem Chef einer Budapester Oeclfabrik als
döchin angestellt. Das Mädchen verschwand jedoch plötzlich, so daß
die Eltern trotz aller Anstrengungen den Aufenthaltsort ihrer Toch⸗
er nicht eruiren konnten. Vor zwei Wochen langte nun die schon
ängst vergessene und todt geglaubte Tochter in Papa an, wo ihre
ẽltern jetzt leben, und erregte mit hret glänzenden Toilette und
qrem kossbharen Schmuck wie quch nu sren Ge,

Ausland.

Der Nationalrath der Schweiz genehmigte einstimmig ohne
Debatte den Handelsvertrag mii Deutschland und die Uebereinkunft
iber den Schutz des literarischen und künstlerischen Eigenthums.

Einer Privatnachricht aus Konstantinopel zufolge ist der
Zultan erkrankt, und zwar in bedenklicher Weise.
Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

Bei der am 20. ds. Mis. in Zweibrücken unter dem Vorsitze des

errn Oberlandesgerichtsrathes W 1f1beginnenden Schwurgerichtssession
ro I. Quartal 1881 kommen an den nachverzeichneten Tagen folgende Fälle
ur Verhandlung: Am 20. Juni, Morgens 8 Uhr. Wilhelm Michel, 46
4. a., Bäcker, Krämer und Wirth, in Rodalben, wegen betrügerischen Bank-
utts: Vertreter der Staatsbehörbde: T. Staaisanwan Petri, Vertheidiger:
dechtsanwalt Gießen. Am 20. Juni, Nachmittags 4 Uhr. Lisscher Chri⸗
loph, 53 J. a., Tagner von Lachen, wegen Brandstiftung. Staatsanwalt:
detri, Vertheidiger: Rechtsanwalt König. Am 21. Juni, Vorm. 8 Uhr.
ßeorg Franz, 22 J. a, Aderer in Alsheim, wegen Meineid. Staatsan-
palt. Scherrer, Vertheidiger: Rechtzanwalt Schmidt. Am 22. Juni, Vorm.
3 Uhr. Tr. Eugen Jäger „38 J., Redakteur in Speyer, wegen Preß⸗
»ergehen. Staatsanw.: Petri. Vertheidiger: Rechtsauw. Gebhart. Am 28.
duni, Vorm. 11 Uhr. Anton S chwalb, 28 3. a., Erdgräber in Hetten⸗
eidelheim, wegen Meineid. Staaisanw. Petri, Rechtsanw. Schmidt als
Bertheidiger. Um 28. Juni, Vorm.s Uhr. Karl Knickel, 28 J. a.,
agner von Kindenheim, wegen Meineid. Vertreter der Staatsanwaltschaft:
J. Staatsanwalt Dr. Krell, Vertheidiger: Rechtsanw König. Am 28. Juni,
dachm. 8 Uhr. Stephan Gha ser, 40 J. a., Tagner von Deidesheim
vohnhaft in Winzingen, wegea Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Ge—
valt. Staatsanwalt: Hr. Krell, Vertheidiger: Rechisanwalt Gint. Am 24.
juni, Vorm. 8 Uhr. 1) Barbara Kno fFasky, 42 J. a., Ehefrau von
bilhelm Worster, Schuster in Zell. 2) Karl Peter Känoffsky,
5: J. a., früher Kappenmacher, jetzt Fuhrmann in Kirchheimbolanden, diefe
eiden wegen Meineid und vertheidigt durch Nechtsanw. Rosenberger. 8) Georg
deinrich Beckmann, 89 a Weinhändler in Reustaht a. H, wegen
jerleitung zum Meineid. Verireter ver Staatsbehörde: J. Staatsanwalt Scher⸗
er, Vertheidiger: Rechtsanw. Gießen. Am 27. Juni, Vorm. 8 uhr. Georg
—chaumlöffel, 89 J. a., Wagenwärier in Ludwigshafen, wegen
Neineid. Staatsanw. Petri, Vertheidiger: Rechtsanwali Gebhart. Am 28.
Inni, Vorm. 8 Uhr. Johann Ludwig Wailer, 51 3. 4. Winzer von
ainfeld, weren Müunzfälschung und Betrug. Staatsanwalt: Petri, Verthei⸗
iger: Rechtskandidat Schuler. Am 29. Inni, Nachm. 8 Uhr. Katharina
torck, 22 J. a., ledig und gewerblos in Mackenbach, wegen Kindsmord.
taatsanw. Dr. Krell, Vertheidiger: Rechtsanwalt Schmidt. Am 30. Juni,
zorm. 8 Uhr. Johannes Bre her, 35 J. a., Ackerer und Wagner in
wegen Meineid. Staatsanwalt: Scherrer, Vertheidiger: Rechtskandidat
hormann.

Vermischtes.

St. Ingbert, 18. Juni. Nächsten Montag Nachmit—
ag wird dahier unter der Leitung des Hrn. ik. Dekans Henn von
—5 durch das Presbyterium die Pfarrwahl vorgenommen
verden.

*— Nit Genehmigung der kgl. Regierung sind, einem An⸗
tage der Ortsschulkommission entsprechend, die Herbstferien für die
iesigen Volksschulen in die Zeit vom 1. Septewmber bis 15. Oll.
erlegt. Bisher dauerlen sie vom 15 August bis 1. Okt
        <pb n="368" />
        Joséè de Aranjo Machado aus Rio de Janeiro nicht geringes Auf⸗
ehen. Das Räthsel ihres Verschwindens und ihr jetziger Glanz
laͤrte sich auf, als sie erzählte, daß der Bruder ihres Gemahls vor
dierzehn Jahren in Geschäftsangelegenheiten in Budapest war und
durch ihren damaligen Chef zu Tische geladen wurde. Bei dieser
Belegenheit schmeckte ihm das Essen so gut, daß er die Köchin mit
einem Monatsgehalt von zehn Pfund Sterling engagirte und mit
sich nach Brafilien nahm. Dort erblickte sie ihr gegenwärtiger
Gatte, derselbe verliebie sich in das hübsche und brave Mädchen
ind die arme Köchin wurde die Frau eines mehrfachen Millionärs,
der in Rio de Janeiro eine Glasfabrik besitzt und Miteigenthümer
nehrerer Goldgruben ist. Nach langen Jahren bekam die Frau
deimweh und nun besuchte sie mit ihrem Gemahl ihre armen
Fltern, die der reiche Brasilianer aller Sorgen für immer ent⸗
hoben hat.

Begründete Angst. Schusterjunge (am Postschalter):
Herr Sckretär, kann man ok'n Kanarjenvogel mit de Post schicken ?
Setretär: Ja wohl, warum nicht?“ Schusterjunge: „Ich bin
hang, hei halt dat Stempeln nicht uht.“

»aß Letztere vurch ihren Inhalt die Bedürfnisse des Publikums vollkommen
u“ befriedigen weiß. Diese beiden wichtigen Faktoren treffen bei dem
Berliuer Tageblatt“ in seltener Weise zusjammen: es hat sich dasselbe
reils seit mehreren Jahren einen festen treuen Abonnenten⸗Stamm bewahrt
ind den Ruf einer geistig frischen, ungemein eeichhaltigen und interessanien
zeitung erhalren. Die Vorzulge des „Verliner Tageblatt“ bestehen vornehm⸗
ich in Folgendem: Täglich zweimaliges —
enblattt, wodurch es in der Lage ist, seinen Lesern alle Nachrichten stets
2 Siunden früher als jede nur einmal täglich ersch inende Zeitung zu bringen. —
hanzlich unabhängige, freisinnige, politische Haliung. — Spe zial⸗Ko r⸗
espondeuten an allen wichtigen Plaͤtzen nnd in Folge dessen rascheste
ind zuverlässize Nachrichten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende S p e⸗
al Telegram'me. — Ein eigenes purlamentarisches Büreau liefert
em Blatie schnelle und zuverlässige Berichte. — Vollständige Handels—
eitung nebst Courszette l der Berliner Börse (im Abendblatt)
Reichhaltige Lo kalb⸗ und Ger ichtszeitung. — Sorgfältig ge—
flegtes Feuilleton unter Milarbeiterschaft der ersten Schriststeller. Im Roman⸗
Feulleton des III. Quartals erscheinen Kinteressante und span—
ende Erzäühlungen: Otto Girndt „Cato“ — Ludvw. Ziemssen
Die Preisbewerbung“ — „Luttra“ Criminal⸗Rovelle von Dr. Lortzing —
Fin Irrlicht“ von I. Westerfeld. Das „Berliner Tageblatt
st nunmehr auch die einzige Berliner Zeitung, welche ein illustr. Witzblatt
ratis liefert und zwar den vortrefflichen ‚ UIicez außerdem empfangen
ie Abonnenlen des „Verliner Tageblatt“ noch die zwei werthvollen Separat⸗
Zeiblätter: das belletristische Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle“ sowie
ie „Mittheilungen über Landwirthschaft, Garteubau und Haus—
virihfchaͤft“. — Diese Fülle anregenden und unterhaltenden Lesestoffs
selet das Verliner Tageblatt zu dem enorm billigen Abonnements⸗Preise
on nur 3 Mk. 23 9Pf. (incl. Postprovifion) vierteljährlich für alle 4 Blät-
ex zusammen. — Im eigenen Inleresse beliebe man die Abonnements⸗Be⸗
ellung schleunigst bei dem nächsten Postamt zu bewirken, damit die Ueber⸗
endung des Bliattes vom Beginn des Quarials ab punktlich erfvlge. —
robe Nummern werden auf Wunsch gratis und franko übersendet. —
die Verbreitung des „Berliner Tageblatt erstreckt sich nicht allein über ganz
deutschland, wo es in mehr als 1400 Städten verireten ist, sondern genießi
uch im Auslande als große deutsche politische Zeitung eine besondere Be⸗
schiung. Das „Berliner Tageblatt“ dient der Zeitungs⸗Presse als ergiebige
Zuelle für wichlige politische Nachrichten, mit denen es den meisten an deren
Zeitungen voraneilt.

—— ——— ——

— BAsæe—æe 2
Dienstesnachrichten.
Der bisherige Postinspeltor und Oberpostamtsverweser Sator in
Speher wurde zum Oberpostmeister daselbst ernanut.

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme b.
Beachtenswerthe Notiz für Zeitungsleser.

Einen treffenden Beweis defür, wie sehr Gediegenheit, Reichhaltigkeit und
unparteiische Behandlung aller Zeitfragen geeignet sindi, einem jour nalist⸗
schen Unternehmen allgemeine Anerkennung zu erwerben und zu sichern, liefern
die außergewöhnlichen Erfolge des „Verliner Tageblatt“. — Die gegen⸗
vartige Äbonnentenzahl dieses Blattes deträgt weit über 70 Tausend,
ine Ziffer, welche bisher in Deutschland von keiner Zeitung auch nur an⸗
nahernd erreicht wurde. Je größer der Leserkreis einer Zeitung ist, desto eher
st dieselbe im Stande, den vielseitigen Wunschen der Äbonnenten gerecht zu
derden. Die gleichmaßige Höhe der Auflage einer Zeitung liefert den Beweis,

Creßenz⸗
Versteigerung.
Donnerstag den 23.

Juni nächsthin, Nachmittags
Uhr, zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft der Gebr. Becker
Oberstadt) wird durch den
interzeichneten Amisverweser des
igl. Rotars Franz Sauer in
St. Ingbert, das diesjährige
Hras und Klee von den Wiesen
und Aeckern im Wohmbacher
Weiher, der Katharina Peters,
ohne Gewerbe, in Blieskastel,
Wittwe des in St. Ingbert ver⸗
sebten Bierbrauers Karl Gros,
gehörig, öffentlich versteigert und
war das Gras in 5 und der
Klee in 2 Loosen.

St. Ingbert, 18. Juni 1881.
—AX
Amtsverweser.

Am Sonntag den 19.
Juni, bei günstiger Witterung

*

Waldparthie
in der neuen Anlage bei
Sengicheid, bei ungünstiger
wWitterung

Harmoniemusik
in dem Tanzsaale meines
Hauses.

Höflichst ladet ein

Veter Jung.

— —
Morgen Sonntag
Zarmoniemusik
n der
Heusser'schen
Gartenwirthschaft
ee Seit einigen Tagen sind
dem Unterzeichneten
2 Enten
ugelaufen und können von dem
Figenthümer gegen Bezahlung
don Futtergeld und Inserations-
gebühr abgeholt werden.
Veter Bernhard.
ο-
Den verehrl. Damen hiesiger
Zzt adt erlaubt sich als
Kleidermacherin,
unter Zusicherung guter Bedien⸗
ing, bestens zu empfehlen
Helene Mohrbach er
wohnhaft bei Frau Wb. Schäfer.
Frau Hager hat Wie⸗
sen und Kleeäcker zu ver—
pachten.

Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere ge—
liebte Mutter, Großmutter und Schwiegermutter
Margaretha Schmelzer,
geb. Rual,
im Alter von 79 Jahren und 4 Monaten zu sich in ein
besseres Jenseits abzurufen.
Die trauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag Morgens
Im 9i4 Uhr statt.

91
ufer

entet- Wochenschrift !!!
ontaas⸗ Wlatt
Meutsches ontags-Hla
—E r —2
Dieses beliebte und zu allgemeiner Anerkennung gelangte litera risch⸗
politische Wochenblatt zählt die ersten Autoren Deutschlands zu
einen ständigen Mitarbeitern, es inleressirt seine Leser durch eine Fülle
hon Mittheilungen und Anregungen aus allen Regionen des geistigen
Lebens der Kanon. Die Zuverlässigkeit der politischen Informationen des
„Deutschen Montags⸗Bl artes“, die Frische jeiner literarischen
und kunstlerischen Mittheilungen und Kriuiken, sowie überhaupt die Man—
— bald zum
Lieblingsorgan der geistigen Aristokratie
ind der billige Abonnemeniés preis von 2 Mk. 530 Pf. pro Vierteljahr
crleichterte seine Verbreitung in den gebildelen Kreisen deutscher Zunge.
Alle Buchhandlungen und Nostanstalten (Gr. 1251der Post⸗Zeitungs⸗
hreislistes nehmen Bestellungen entgegen.
MA—— — — ————— — —
F versendet auf gefl. Verlangen die Expe—⸗
Zrone Rummern dilion des Deutschen Mon tags⸗Blattes“,
er lin

*
ach Hilfe suchend,
durchfsiegt mancher Kranke die
Zeitungen, sich fragend welcher
ser vielen Heilmittel-Annoncen
ann man vertrauen? Diese oder
ene Anzeige imponirt durch ihre
hroöße; er wählt und wohl in den
neifien Fällen gerade das — Un⸗
richtige Wer — Enttãuschun⸗
zen vermeiden und sein Geld nicht
unnũß ausgeben will, dem rathen
vir, sich von Richter's Verlags⸗
unsialt in Leipzig die Broschuͤre
Gratis⸗Auszug“ kommen z las⸗
en, denn in diesem Schr ftchen
verden die bewährtesten Heilmittel
Fuansrti unb sachgemäß be⸗
prochen, so daß jeder Kranke in
Nler Ruhe prüfen und das Beste
sür sich auswählen kann. Die
obige, bereits in 480. Auflage er⸗
schienene Broschüre wird gratis
und franco versandted entftehen also
dem Befieller weiter keine Kosten, als 6 Pig.
für seine Postlarte.

Den Mitgliedern
er ztatrerwehr
ind des Kriccerveines Tie raeiam. bei
zringe ich für die gestrige Be⸗ vorden 4u fA4b24 Iung B
eeitwilligkeit bei Aufnahme des eingetauschs.
Bildes der Ehrenpforte am Ho⸗ TAITAI nach joder Bahnstation Kostenl os zur Probe,
pitale meinen Dank. Apsicht Hetert die überall gerühmte u. bestempfohlene —**
St. Ingbert, 17. Juni 1881. WVeidens Ia u sor.
Custer, Beérlin, Dorotheen-GSbtrasse 88.
Bürgermeister. Preiscourant sofort gratis und franco.
Drud und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
Hieuu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 25—

20 Mark
monatlich

Pianinos u
        <pb n="369" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

jage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnuementspreis beträgt vierieljahrlich

A 10 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattichriet oder deren Raum, Meclamen mit 30 Bpro Zeile berechnet.
α
B 98.

Dienstag, den 21. Juni
1881
Deutsches Neich.

Das bayerische Gesetz-⸗ und Verordnungsblatt publicirt eine

Allerh. Entschließung vom 16. Juni, wonach der dermalige Land—
ag aufgelöst und die Urwahlen auf den 14. Juli, die Abgeord—
jelenwahlen auf den 21. Juli festgesetzt werden. Gleichzeitig wird
uch die Eintheilung der Wahlkreise bekannt gegeben. Dieselben
leiben für die Pfalz unverändert, wie folgt: J. Speyer: die Amts⸗
erichte Frankenthal, Distriktsgemeinde Göllheim, die Amtisgerichte
zrünstadt, Ludwigshafen und Speyer 4 Abgeordnete. II. Neustadt:
ie Amtsgerichte Dürkheim, Edenkoben, Landau und Neustadt 4 Abg.
II. Kandel: die Amtsgerichte Annweiler, Bergzabern, Germersheim
ind Kandel 3 Abg. IV. Zweibrücken: Distriktsgemeinde Blies—
astel, Amtsgericht Dahn, Distriktsgemeinden Hornbach und St.
jngbert, Amtsgericht Pirmasens und Waldfischbach und die Distrikts—
emeinde Zweibrücken 3 Abg. V. Landstuhl: die Amisgerichte
omburg, Kusel, Landstuhl, Lauterecken, Waldmohr und Wolfstein
3 Abg. VI. Kaiserslautern: die Amtsgerichte Kaiserslautern, Ober⸗
noschel, Otterberg, Rockenhausen, Winnweiler und die Distriktsge—
aeinde Kirchheimbolanden 8 Abg.

Nach den Informationen der „National-Zeitung“ dürfte der
zundesrath trotz der Ablehnung der Checks-, Lombard-, und
NRuittungssteuer, das Stempelabgabengesetz, wie es aus den Be—
hlüssen des Reichssstages hervorgegangen ist, annehmen. Aus der
om Reichstag bewilligten Börsen- und Lotteriesteuer wird dem
teiche, wie man glaubt, eine Einnahme von 12 Millionen Mark
rwachsen. Auch die Annahme des Innungsgesetzes, wie es aus
en Berathungen des Reichstages hervorgegangen, durch Bundes—
rath und die Reichsregierung ist, wie das ritierte Blatt glaubt,
aunmehr sicher.

Dem Vernehmen nach hat der Vicepräsident des preußischen
5taatsministeriums und Generalstellvertreter des Reichskanzlers,
zraf Stolberg-Werningerode, sein Entlassungsgesuch eingereicht.

Der Kaiser ernannte den bisherigen preuß. Minister des
dultus v. Puttkamer zum Minister des Innern, den Unter—⸗
aatssekretär im Kultusministerium v. Goßler (den letzten Reichs—
g8⸗Präsidenten) zum Kultusminister, beurlaubte den Reichskanzler
ehufs Herstellung seiner Gesundheit und beauftragte den Staats—
ekretär und preußischen Staatsminister v. Böt kicher mit der
enerellen Vertretung des Reichskanzlers, soweit solche nicht durch
ie Departemenischefs geschieht.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt bereits das Unfallver⸗
icherungsgesetz in seiner jetzigen Gestalt für unannehmbar.

Ausland.

Am Sonntag Abend kam es in Marseille zwischen Fran⸗
osen und Italiener zu einer blutigen Schlägerei, welche die ganze
dacht hindurch dauerte. Man spricht von 8 Todten und 283 Ver⸗
vundeten. Im Hospitale allein sollen 2 Todte und 12 Verwundete
egen. Von den Excedenten sind 65 verhaftet.

In London entschied der Gerichtshof für reservirte Kron—
ille den bei der Schwurgerichts verhandlung gegen Most (deutscher
ʒozialdemokrat und Redakleur der „Freiheit“ vorbehaltenen Rechts⸗
inkt dahin, daß auch eine durch eine Zeitung gemachte Aufforder-
uug zum Mord unter das gegen die Mordaufsorderung gerichtete
sesetz falle. Das gegen Most ausgesprochene Schuldig besteht
cher zu Recht. Das Strafmaß wird Ende des Monais festgestelli.

Amilichen Telegrammen zufolge herrscht in Canada (Rord⸗
nerika) dringende Nachfrage nach Handwerkern, landwirthschaft⸗
chen und sonstigen Arbeitern.

*Von liberaler Seite sind, einer Mittheilung der „Pf. Pr.“
ufolge, im Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasensals
andtagsabgeordnete Hr. Buͤrgermerster Maerker in Zweibrücken
uind Hr. Bürgermeister und Fabrikant Ed. Adt in Ensheim
in Aussicht genommen. Dazu wird als Dritter ein Landwirih aus
der Gegend von Pirmasens ins Auge gefaßt. Als Candidat für
den Reichstag wird Herr Hüttenwerksbesißer Oskar Krusmer
ahier genannt. Sehr zu wünschen wäre im Interesse unseres
Wahlkreises, daß die genannten Herren zur Annahme des ihnen
zugedachten Mandates sich entschließen woliten.

F Die Pfälzischen Eisenbahnen trugen im Monat
Mai ds. Is. 80,190 M. 56 pf. weniger ein als im gleichen
Monat des Vorjahres. Damit ist die Weniger⸗Einnahme in den
ünf verflossenen Monaten ds. Is. gegenüber dem gleichen Zeitraume
des Is. 1880 auf 399,689 M. 17 Ppf. geftiegen.

Die neue Generalsynode der Pfall z wird aus 39 liberalen
und 25 orthodoxen Mitgliedern bestehen.“ Im Jahre 1873 zählte
ie 38, im Jahre 1877 48 liberale Abgeordnete. Nach der im
Jahre 1877 beschlossenen Geschäftsordnung ist in Zukunft für
Begenstände der Lehre, Lithurgie, Verfassung statt der bisherigen
einfachen eine Zweidrittelsmajoriiät zur giltigen Beschlußfassung
nöthig. Ueber eine solche wird also die liberale Partei in der

nächsten Generalsynode nicht verfügen.

F Vom Höcherberg schreibt man der „Pf. Post“: Die
Streunoth ist in unserer Gegend so groß, daß in den Gemeinden
Hries und Brücken die Viehbesitzer, nachdem ihre Wünsche von der
Forstbehörde nicht erfüllt werden konnten, am hellen Tage alle wie
ein Mann in den Wald zogen, um mit ihrem Bedarf für einige
Zeit sich zu versorgen. Die Gemeinderäthe von Brücken „welche
diese revolutionäre Maßregel angerathen hatten wurden in der
zestrigen Sitzung vor dem Amtsgericht Waldmohr jeder zu 80 M.
uind der Adjunct zu Gries, welcher allein alle Verantwortung für
die dortigen Gemeindebürger auf sich nahm, zu 200 M. verurtheilt.
Wie man hört, sollen die Betheiligten im voraus schon ausgemacht
jaben, daß die Kosten repartirt werden.“ (Für das Geld hätten
ich die Leute viel Stroh kaufen können.)

In Oberlustadt stützte sich kürzlich ein LIjähriger
dnabe Namens Ott, als er dem in seinem elterlichen Hause ar⸗
zeitenden Schneider zusah, auf ein Nadelkissen. Dabei drang ihm
ine Nadel tief in den Arm. Der andern Tags zugezogene Arzt
'onstatirte Blutvergiftung, und in der That starb der arne Junge
ald darauf.

In Saarbrücken ertrank am Samstag beim Baden
n der Saar ein junger Zimmermannslehrling von dort.

Nach einer Berliner Korrespondenz der „Frankfurter Ztg.“
würde Herr Geh. Kommerzienrath C. Stumim in Neuntür—
hen binnen kurzer Zeit in den Adelsstand erhoben werden.

F In diesen Tagen wird in Frankfurt a. M. ein Comité
usammentreten, um das bereits erwähnte Project der Errichtung
eiiner deutschen Universität in Amerika seiner Verwirklichung ent⸗
jegenführen zu helfen. Bedeutende Männer der Wissenschaft, her⸗
orragende Bankhäuser ꝛc. aus allen Theilen Deutschlands sind zur
Unterstützung dieses den deutschen Namen ehrenden und erhaltenden
AInternehmens gewonnen.

F. Der König von Württemberg hat auf die Einladung des
Fentralcomites sein Erscheinen zum Besuche des deutschen Bundes—
chießens in Mümnch en in Aussicht gestellt, sowie die Spendung
einer Ehrengabe zugesagt.

In der letzten Generalversammlung des bayerischen Ge⸗
werbemuseums wurden folgende Pfälzer in den Landesausschuß ge⸗
wählt: Hr. Rektor Dr. Keller in Speyer, He. Hüttenwerksde⸗
itzer G. Krämer in St. Ingbert und Ht. Fabrikbesitzer Wolff
n Zweibrücken.

GEindersegen) Zu der Impfung in Frauenzell
Allgäu) brachte eine Bäuerin 4 gesunde kräftige Sprößlinge und
‚war je ein Zwillingspaar, wovon das erstere zu Anfang, das
weite zu Ende nämlichen Jahres das Licht der Welt erbhickt hat.
raut Angabe der glücklichen Mutter brauchen die vier Vuben täg⸗
ich die Kleinigkeit von 13 Liter Milch. (In der Donau⸗Zeitung

Vermischtes.

St.. Ingbert, 20. Juni. Das hiesige Presbyterium
sich bei der heutigen Pfarrwahl nach kurzer Veraihung mit 9
immen für Herrn Pfarrer Ferckel in Tripp st a dit ausge⸗
rochen. 1Stimme fiel auf Herrn Pfarrer Lynker, gegen⸗
närtig Hauptlehrer an der hoöheren Töchterschule in Speyer.

St. Ingbert, 21. Juni. Unser gestriger Jahrmarkt
ar ziemlich stark von Verkäufern besucht. Sehr günstig war den⸗
ben das Wetter, weniger günstig ahber die Kauflus des Publikums.
        <pb n="370" />
        finden wir soeben noch folgendes Seitenstüch: „Kirchberg, 15. Juni.
Western ist in unserer Gemeinde der seltene Fall vorgekommen,
daß der Bauer Zos. Brein von Seining mit drei gesunden Mäd⸗
chen beschenkt wurde. Der glückliche Vater gelangte auf diese
Weise rasch zu einem vollen Dutzend.““—

Bei einem Brand, der in Bernbach Oberbayern) aus⸗
brach,; fanden die Feuerwehrleute beim Einreißen des brennenden
Ghebaudes etwa 20,000 M. Geld, bestehend in Gulden, Kronen⸗
thalern ꝛc. in einem Schweinstroge versteckt.

Gayerisches Militär) Der Commandeur der
vierten Dibision, Generallieutenant Frhr. v. Horn, ist zum com—
mandirenden General des ersten Armeecorps, Prinz Leopold,
Generalmajor und Commandeur der ersten Cavallerie-⸗Brigade, zum
Generallieutenant und Commandeur der ersten Division ernannt
worden. Deren bisheriger Commandeur, Generallieutenant v. Diehl,
ist zum General der Infanterie und zum Chef des Generalstabs

der Armee ernannt worden. Der bisherige Chef des Generalstabs
Zeneralmajor v. Heinleth, wurde mit der Führung der vierten
Ddivision beauftragt.

F Der amtliche Bericht über die furchtbare Feuersbrunst.
velche die Hauptstadt Canada's, Quebek, neulich heimsuchte
agt, daß 1211 Familien, aus 6028 Personen bestehend, obdachlos
jeworden. Mehr als zweei Drittel der zerstörten Häuser waren
nicht versichert.

F Ueber ein verheerendes Erdbeben in Armenien liegen
folgende Einzelheiten vor: Nicht weniger als 34 Dörfer ostlich von
Wan sind voͤllig zerstört worden; die angerichtete Verheerung ift
furchtbar, die am Leben gebliebenen Menschen flüchteten in das
Hebirge und es herrscht unter ihnen der bitterste Nothstand. Gegen
100 Personen sind getödtet.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demet.

α

— wꝰJ —— —
——— ———— ——— —

Herzogl. Braunzchweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100,000 Original⸗Loosen und 51,000.
Gewinnen:
Haupttreffer ev. 460,000, 2 Haupttreffer à 12,000.
à 300,000, 22 10,000,
150,000, 8000,
00,000, 6000,
75,000, 5000.
50,000, 4000,
O,000, 3000,
090, 2000
25,090, 1000.
20,000, 3500.
u .5,000, J
Reichs-Mark u. . w.
welche · in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganzes
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
anm 14. und 16. Juli 18681,
zu welcher ich Original⸗-Loose
Ganzoe Halbo Viortol Aohtol
16 Mk. 8Mt. 4Mk. 2 Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
Veere Silteas,
ObereinnehmerRer Braunschw. Landes-Lotterie
in Rraunschveig.

Abonnements⸗Einladung.
aus die
e
Berliner Gerichts-Zeitung
3. Quartal. 29. Jahrgang.
Die Berliner Gerichts-Zeitung
in Berlin wie im ganzen übriͤ
gen Deutschland vorzugsweis in
den gut situirten Kreisen de
Beamlen, Gutsbesitzer, Kaufleutt
zc. verbreitet, ist bei ihrer seh
großen Auflage für Inserate,
deren Preis mit 85 Pf. für di⸗
4gespaltene Zeile sehr niedig ge⸗
stellt ist, von ganz bedeutender
Wirksamkeit.

Wer sein Recht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen!
Wer sich vor solchem Schaden an Ehre, und Vermögen bewahren will
der abonnire auf die „Verliner Gerichts-Zeitung“, die von den her⸗
vorragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnements
preis, bei ihrem reichhaltigen belehrenden und nuterhaltenden Inhali
in keinem deutschen Haushalte fehlen sollte. Die beliebten jurist—
ischen Leitartikel über Reichs- und Landesgesetzgebung, sowie über Rechts—
fragen im Gediet des bürgerlichen und Straf⸗-Rechts, die für das praktische
Leben wichtigsten Entscheiduugen deutscher Gerichtshöfe, die Ver—
oͤffentlichug der interessantesten Prozesse des In- und Auslandes,
der reichhaltige, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kosten⸗
freien Rath ertheilenden Briefkasten, das anerkannt höchst gedie
gene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Romanue sowie
belehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller
enthält, führen der Berliner Gerichts-Zeilung unausgesetzt eine große Anzahl
neuer Äbonnenten zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten,
verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. Die ganz eigenartige, höchst
vitante politische Rundschau aus der Feder eines der beliebtesten
Berliuer Publizisten orientirt die Leser über alle wichtigen politischen
Ereignisse. Den neuen Abonnenten der „Berliner Gerichts-Zeitung wird
der Roman „Die Zeit der Prüfung“ von J. Fothergill, der in England
Epoche macht und das spannendste Interesse auch der deuischen Leserwelt er
weckt, vollständig gratis und franco nachgeliefert, joweit der Roman bis
Juli zum Abdruck gelangt.
Neue Musik-Zeitung

Zu der am 4. Juli a. E. stattfindenden Gewinnziehung der
Kurhessischen Thlr. 40-⸗Serien⸗Loose

nicht zu verwechseln mit halben sogenannten 20 Thlr.«Loosen.) Haupt
gewinn “6 420, 000, 24,000, 12, 000 ꝛc. ꝛc, niedrigster Gewin
M 240; erlassen wir Ganze Originalloose à ASO -. Halbe
à A. 240. — und nach Borauskürzung des niedrigsten Gewinnes vor
Thlr. 830, Ganze Loose à 240. — Halbe à MA 120 —
Viertel à 60 —, Achtel à A S. — und Sechszehnte!
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wofür 6 Nummern nebst 3 Klavierstücken, 8 Lieferungen des
Konservationslexikon's der Musik, 8 Porträts hervorragender
Tondichter und deren Biographien (von Elise Polko), Illu—
strationen zu Volksliedern von den renomirtesten Düssel⸗
dorfer und Münchener Künstlern, Feuilleton's, Novellen ꝛc.
geliefert werden.

Alle Postanstalten (Nr. 8107) Buch- und Musikalien
Handlungen nehmen Bestellungen an.

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Eine Wiese Dieustags und Freitag
m Allment für diesjährige Ernte,
st zu Wehr ebenso ist eine Kegelparthie
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mit 2 Zimmer, ang Keller bei Heusser.

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zesten Verkehrstheile gelegen, ist Oberstadt hat

zu verkaufen. Das Nähere zu *2 LEogis
rfragen in der Exped. d. Bl. zu vermiethen.

Druck und Verlag von F. X. Demest in St. Ingbert.

Danksagung.

Für die liebevolle Theilnahme
hei der Beerdigung unserer un—
vergeßlichen Mutter, Großmutter
und Schwiegermutter,
Margaretha Schmelzer,

Lehrerswittwe,
bringen wir allen Verwandten
Freunden und Bekannten, sowie
den Herrn Lehrern für den er—
hebenden Grabgesang unsern
innigsten Dank dar.
Die trauernd Hinterbliebenen.

Die vien tig vertangten gelben
Belgier Abziehsteine
rür Scheiner⸗ und Schusterwerk—
euge ꝛc. sind neu eingetroffen.
J. Zeitlinger, Messerschmied

in allen Größen, mit blar
und rother Liniatur wer
den billigst angefertigt bei

F. X. Demetz
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* —&amp;— 27 36838* ð 2 * 22 2. 76 2 3 57
—I 333 8 35 ——3 52 535836— Q8* 553 6
A 25.3532 — 7 0—75 78 —A — 5 23 2*
515 53 *z33833 558 3233 253ꝰ253 — —*545 25*
— ęv c* — — 7—5 8 * — — 8 — * 2
5553 2. 3. ——— — — — S3 *8532258 — 8 7* 2
F 93 355 —33. *33 353 —535 22653
s 33 865*5 23383
332 38 ——— * 2 2*5222
8 3 343 2234 * S3. ã
— ——— 233 2* * 588 22*
—A 5 . 68 ——— 7587 — 233*8 5—7 8
— —* 22 —*
3z 838 612 —857— A2387— 2 * * 535262 238
*5 „2790 233 *3. Se * 2239 3 33
E33 3 —2383 — * 2* *5 328 2
52 227 3258 23 23. 575 5 58 * 88 — 2253 3
AA—— . 755 — 3335
— —— — 3 2225 — 5335 — —

23 223 2287
S — 85 225 5 8553 37— 5327 2* —R
3 2 —
33823—83838 3 32 —38
— — c23 5253 33—*53 *6 2222 S2 —
5533353383333333* — 2323857838 ———
s *5555 75* 2288 *3S 32218
—2* 53 * — —
3335* 3 2288 S. J — * 7*
——353 23 3353333385 —5—z333 83 52
— 5285 —2 5350 5.2 528535— 2 22* *2.26 l
52 3 — 35 — 2 2 22 —— 2
223 843 8 3 2. 252 *. 33 222
25 — 25— 22 258 223 322 5*5 35 122
— 5*32 558 22
. 3 5383 —2 F —— 7
53255 7532 ——53 8333—333 2 7
A 5S. 3 5 335375* — — 18
—A 5535.33 52355 ? 322 2
36 27232 3 23.2 * 2.5 2
D * —** — 5 2 2 3275268 22 —
3 J— 2;, 28 3 52 8— 8532
F 22 *2 837 — 55 2242 s — e
—* 3* 2 328 2 7555 —A —E
3 55 * — 3 2
* — *22 *8* — —— 1 — —* *
57 7 2* 8 35 3733—8 — 3
5 838 3.3 257 28 3 3.258 238 22822
F 3 * 2 3555 325 *83 8
F — J 355 5368338 —
—Se 253 5383 55335 5 382 255 237 —
5 — — 57 * 2
33 3353 38 *
* 2 2. * *
5 z — 27* 5

2
8

*

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*
5 3
32338
5287
* —*
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0
58
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27 — —* — 652 2 2 220 2
. .. *. Anz *3
573— 38 . —2 — —5333328 8585*5 5333333,85 .
— 618 239 5 75s 83 5 320235* 225383
35 732 2 — —8 2— — —c 5 32* 235 * —
* 2223 83235 3.* * 5 3 *2
5.282 343 333553323 — 5533
⸗ —
—25 353 85E.3 5 * 2283 S s ——25 53
533533353738 . 333 3833 3353352.7 57
53323 3356582338 25535 5558532 2555333328
35 *338 —83* ———— 532758 555
— — ——
—— —A— 55 2 2* 5 *087 2. * —* —
2 85 238* 38 33
* 2 2 v 522* 535 * —— 2.
52 —* — — — 2 2* SEA
755 6* —A 23332263 25553 283
533 9 23 23 35;33833 2583382.8 8385 —
*3 a85. 5 7533535 833 323559 ↄ 70— 35
358 335 * 2383 38333 383 33 33335353258
—38 3868 ——J5333 53 33538 3 33835353—883
2 * 8. 3 —
** 33 ——5553 53 33 —3 833338388 7
253 — 5 —8 —24 13 5*853: 2
335* 255323 5 — 87 5383355
* 23553 533 —528 53333 3*3
—A 3535 —583 3533 5523 *535
5 3.5 5 12532 2. — 5355 837 — 52 —
8 *53 — 2* 2 * ⁊ —A —A —— *
—339 * s8 2335. 52 835 5 33553 58
—A — * 252253 23 — — 2623 — * 2
* — — — — 22* 2 * * —A—— 25232 2222 *
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        8* . Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age/ ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis beträgt vierieljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6060 S, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum. Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 99.

Donnerstag, den 23. Juni

— —
1881.

Deutsches Reich.

Wie in München versichert wird, wäre die bayerische
Ztaatsregierung nicht abgeneigt, sich im Bundesrathe für die
Sanctionirung des Unfallversicherungsgesetzes, wie es vom Reichs—
jage angenommen wurde, zu erklären, es wird aber bezweifelt, ob
zin deßfallsiger Antrag unserer Staatsregierung zum Ziele führen
vird, in solange nicht auch die preußische Staatsregierung, bezw.
er Reichskanzler der gleichen Ansicht ist, und das soll eben der
zall nicht sein.

In der die bayerischen Landtagswahlen auf 14. und resp.
1. Juli nächsthin anordnenden Allerhöchsten Entschließung heißt
3 am Schluß: „Wir erwarten hierbei von allen Behörden ge⸗
oissenhafte Erfüllung ihrer beschworenen Pflichten, Leitung der
Vahlverhandlungen mit rücksichtsloser Unbefangenheit, Beschirmung
er Freiheit der Wahlstimmen vor Einschüchterung oder Bestechung
ind pflichtgemäße Enthaltung von jeder Beschränkung der Wahl⸗
reiheit.“

Ueber demnächst bevorstehende Veränderungen im bayerischen
driegsministerium berichtet das in militärischen Angelegen—
jeiten gut bediente „M. Fr.“: „Wie wir vernehmen, bestäligt sich
as Gerücht, daß Kriegsminister v. Maillinger um Enthebung von
nesem Posten nachgesucht habe, und ist an dessen Stelle der Oberst
es 8. k. b. Infanterie-Regiments, Frhr. v. Godin, zum Kriegs-
ainister ausersehen.

Das vom Abg. Dr. Buhl eingebrachte Gesetz über das
jerbot der Weinfälschung ist im Reichslage nicht mehr zur
»erathung gelangt; in der Kommission war es unter ausdrücklicher
zustimmung des Direktors im Reichsgesundheitsamt, Dr. Struck,
instimmig angenommen worden. Wie die „Magd. Ztg.“ hört,
legt es in der Absicht der Regierung, ein derarüges Gesetz aus
igener Veranlassung in der naͤchsten Session einzubringen.

Ausland.

Die Vorgänge in Marfeille haben auch in Paris große
Aufregung hervorgerufen und mehrfach sind Mißhandlung einzelner
ztaliener durch wüthende Volksmengen vorgekommen. Vie beider—
eitigen Blätter, statt zur Ruhe zu mahnen, gießen noch Oel in
as Feuer und suchen die Vorgänge dem Gegner aufzubürden.
das große Publikum in Paris fordert ungestüm die Ausweisung
iller Italiener aus Frankreich.

Die Marseiller Unruhen haben einen Blick auf die
urch die tunesische Affäre entstandene auswärtige Polilik Frank-
richs werfen lassen. Eine Straßenschlägerei hat keine politische
Bedeutung, aber wo künftig für oder gegen Frankreich Stellung
u nehmen ist, wird Italien seiner Niederlage in dem tunesischen
dandel gedenken. Wie man erfährt, bot Frankreich in Rom
ripolis als Entschädigung; die Italiener verlangten Suͤdtirol, und
ieses durch Oesterreich und auch durch Deutschland gedeckte Stück
er Irredenta konnte Frankreich natürlich nicht gewähren. Wahr⸗
cheinlich wird sich die Irredentabewegung alliälich auf Nizza
vderfen; der tunesische Handel hat diesen Umschlag hervorgerufen.
zm Uebrigen erhelli das gegen die französische Politik überall ein—
etretene Mißtrauen unter Anderem auch daraus, daß die Times“
ch gegen einen Kanaltunnel als eine Gefährdung der englischen
icherheit ausgesprochen hat. Das gegenwärtige Frankreich ist
migermaßen isolirt, und seine inneren Zustände werden es in

er nächsten Zeit schwerlich bündnißfähiger machen.

In Marfeille dauern die Ruhestörungen theilweise fort.
ile Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Die Zahl der Verhafteten
tauf 200 gestiegen.

Die russischen Revolutionäͤre wandten sich dieser Tage neuer⸗
ings an den Kaiser Alexander III. mit einer schriftlichen Kund—
dung in welcher sie denselben ‚bei Allem, was ihm heilig, lieb
id sheuer ist“, beschwören, endlich mit der Verwirklichung
noch von dem verstorben Kaiser Älexander Il. in Aussicht
tellten und vom Kaiser Alexander III. in seinem Manifeste vom
*. April (11. Mai) ds. Is. erwähnten politischen, socialen und
momischen Reformen und der in diesem Manifeste versprochenen
isrottung der Lüge und des Raubes ernst zu machen und die
nge nicht auf das Aeußerste ankommen zu lassen.

Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

Am 20. Juni begann die Schwurgerichtssession unter dem Vorsitze des
.Oberlandesgerichtsrathes Wol f. 1) Verhandlung gegen Wilhelm Michel,
6 Jahre olt, Bäcker, Krämer uud Wirih von Rodalben wegen Ver⸗
rechens des betrügerischen Bankeroits. Vertreter der k. Staatsbehörde:
Staatsanwalt Petri. Vertreter des Angeklagten: Rechtsanwalt Giessen. Ter
Angeklagte trieb in Rodalben Bäckerei, Wirthschaft und ein Spezereigeschäft,
och gelang es ihm nicht, im Laufe der Zeit, feine Vermögensverhältnisse
‚ünstig zu gestalten. Bei Eingehung der Ehe dalle er kein Vermögen, eben⸗
o nicht seine Frau; dazu kam mit der Zeit eine zahlreiche Familie. Er
am immer mehr in Schulden und so kam es, daß ihn in den letzten Jahren
äufiger seine Gläubiger drängten. Im Februar ds. Is. wurden ihm seine
immtlichen pfändbaren Mobilien im Betrage von 1577 M. gepfändet. Da⸗
nals fiel schon auf, daß sich in seiner Wohnung so wenig Möbel und Weiß—
eug vorfand, obwohl eine Versich-rungspolice aus dem Jahre 1876 ergab,
»aß der Angeklagte seine Mobilien zu 10415 Gulden versichert hatte. Ani
Februar abhin wurde der Angeklagte in Concurs ertlärt. Am selben
age erklärte dieser dem provisorischen Concursverwalter, als derselbe sich über
ie geringe Zahl der Vermögensslücke wunderte, er hätte keine Vermögens-
fücke bei Seite geschefft oder verheimlicht. Jedoch sollte eine am 1. März
tattgehabte Haussuchung bei seinem Schwager, dem Wirth Dreirzehner in
odalben, die Ungabe des Angeklagten Lügen strafen. Man fand daselbsit
ine Menge Weißzeug, Mobiliar und sonstige Gegenstände; der Werth der
sier vorgefundenen und anderwärts verschleppten, inzwischen auch wieder her⸗
eigeschafften Gegenstände belief sich auf 1070 M.NAus alledein begründete

ie k.S laatsbehorde die Anklage; gestand jedoch selbst zu, daß die Noth in
ner sich der Angeklagte befunden habe, seine Thal in milderem Lichte erschei
ien lasse. Die Vertheidigung besiritt die Absicht des Angeklagten, seine Glau—
iger zu benachtheiligen. Schon unterm 7. Februar habe der Angeklagte
einen Gläubigern 25 pCt geboten, und nad ver Schätzung des Massever⸗
valtecs ergeben sich bei der Veräußerung des ganzen vorhaͤndenen Vermögens
eine 235 pCt. Wenn er also selbst mehr geboten habe, als vorhanden sei,
o könne man doch nicht annehmen, daß er eine Benachtheiligung seiner
vläubiger im Auge gehabt habe, UÜebrigens sei der Angeklagte ein Mann,
—————
erkrankheit gehabt habe und außerdem über keine hervorragenden geistigen
Fähigkeiten verfüge, so daß gewiß, wenn ihm eine Schuld angerechnet werden
ollte, dies doch nur im mildesten Sinue geschehen könne, umsomehr, als der
Angeklagte jetzt schon 4 Monate in Unterjuchungshaft sitze. Die Geschworenen
nejabten die Schuldfrage unter Annahme mildernder Umstände und wurde
»er Angeklagte zu einer Gefängnißstcafe von d Monaten und zu den Kosten
des Verfahrens verurtheilt.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 23. Juni. In einer am Dienstag
tattgehabten Sitzung beschloß der Stadtrath, mit dem kommenden
Wintersemester dahier zwei neue kath. Schulen, eine Knabens und
eine Mädchenschule, zu errichten. Wenn in einer Schulklasse, wie
in der unteren kath. Knabenschule, nahezu 140 Kinder sitzen, dann
st gewiß die Errichtung neuer Schulen kein Luxus wehr. — In
ꝛerselben Sitzung kam auch die Erbauung eines Schlachthauses zur
Sprache. Das Sprichwort sagt: Wenn man lange bon etwas
pricht, so kommt es. Hoffentlich erweist sich dasseibe in Bezug
nuf die Erbauung eines Schlachthauses auch wieder einmal als
„Wahrwort.“

*St. Ingbert, 23. Juni. Wir bringen im Annoncen⸗
heil dieser Nummer unseren Lesern die Aenderungen im Sommer—
ahrplan zur Kenntniß, welche durch Verfügung der Direktion der
Pfälzischen Eisenbahnen auf der Strecke Zweibrücken⸗St.
Ingbert-Saarbrücken von gestern ab eingetreten sind.
Es wird mit der neuen Anordnung zum Theil ein schon oft laut
Jewordener Wunsch der hiesigen Bevölkerung erfüllt, und gebührt
»arum der Direktion, deren Loyalität ja bekannt ist, von hier aus
der wärmste Dank.

*— Gestern Nachmittag machte der Verein „Harmonie“
nit der Kapelle des Hrn. Schadewitz einen Ausflug nach Neuweiler.
Wohl kostete es in der drückenden Hitze manchen Schweißtropfen,
is der Weg dahin zurückgelegt warr Aber die Stimmung wurde
»adurch nicht getrübt und zudem hatte Hr. Russyh, in dessen Lokalis
äten Einkehr gehalten wurde, vortrefflich für Erholung gesorgt.
Nach einem angenehmen und vergnügten Nachmittag ging es erst
nn der kühlen Abenddämmerung unter den Klängen der Musik
bergabwärts wieder der Stadt zu.

Am Dienstag Abend hat sich in der Kaserne zu Zwei—
rücken ein Soldat des 2. Bat. 18 Inf.«Reg., aus dem jen—
eitigen Bayern gebürtig, mit einer blinden Patrone erschossen.
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        Der Unglückliche, gegen den sonst bis jetzt Nichts vorlag, haite sich
dazu hinreißen lassen, einem Kameraden etwas Geld zu entwenden.
Sonach wird wohl in der Furcht vor der seiner wartenden Strafe
und in der Scham über seine Handlungsweise das Motiv der be⸗
tlagenswerthen That zu suchen sein.

4 Die Wanderausstellung des Pfälzischen Kunstver—
eins hat am 12. Juni in Speyer ihren Anfang genommen,
wird in Frankenthal, Ludwigshafen, Germersheim, Neustadt, Dürk—
heim, Landau, vom 28. August an in Pirmasens, vom 8. Sep⸗
*⸗*
Consum⸗Verein
zur Marianneuthaler
Glashütte E. G.

Die Mitglieder werden hier—
mit zu der am Mittwoch 29.
Juni“l. J., Abends 6 Uhr,
in kleinen Saale des Wirthes
M. Schneider stattfindenden

ordentlichen
Generalversammlung
eingeladen.
Tagesordnung;

Rechnungsablage pro 1880/81

Neuwahl des Verwaltungs⸗

rathes und Vorstandes.

Aenderung des 8 1 und 8

des Statuts.

Mariannenthaler Glashütte,

den 21. Juni 1881.
Der Vorsitzende
des Verwaltungsrathes

Einladung.
Wer sich für die neue Wald⸗
inlage bei Sengscheidt interessirt,
vird hiermit eingeladen, am
Samftag den 253. ds. Mis.,
Abends um 8 Uhr, im kleinen
Saale im Caffe Oberhauser
u erscheinen um die bisher ge—
nachten Einnahmen und Aus—
gaben zu prüfen
St. Ingbert, 22. Juni 1881
Das Comite.
Schreiner Echwarz in der
Oberstadt hat
2 Logis
vermiethen. F
Rechnungen
in allen Größen, mit blau
und rother Liniatur wer—
den billigst angefertigt bei
F. Xx. Demetz.
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im Hoffmann'schen Hause, gegenüber der protest. Kirche
hält beständig Lager in
Mehl, Hafer und Kleien,
sowie allen Huͤlsenfrüchten.
Eine größere Zahl guter Kühe,
für deren Güte garantirt wird, stehen immer zur Auswahl
da, und wird bemerkt, daß nur reelle Verkäufe abgeschlossen werden.
ISAuch werden täglich ca. 75 Liter BRilch, à 9 Pf.
per Schoppen an ständige Kunden abgegebbheeee.
Stellen⸗-Ausschreibungen kostenfrei E⸗
E N Anzeiger für das dentsche Neich. Central⸗ F
Ste e N· cieu z. Ausschreibung offener Stellen des Handels⸗ *
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schaft. Erscheint Mistwochs u. Samstags jeder Woche in großem Zei⸗
iungsformat. Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller
Branchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Mark, für
24 Nummern 5 Mark. Betrag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
dung erfolgt franco per Streifband. Veginn d Abonn. jederzeit.
Deulliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blatt eignet fich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen
. Inserlions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
in Eberswalde, Pr. Brandenburg.
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—8ö — ⏑⏑⏑ — —
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Eisenbahn-Fahrplan-Aenderungen.
Von Mittwoch den 22. Juui c. ab traten auf der Strecke Zwei⸗
brücken⸗St. Ingbert⸗ Saarbrücken im Somnierfabrplan folgende
Aenderungen ein:
Zu g 2422 beginnt schon in Zweibrücken; derselbe führt alle Wagen⸗
flassen und verkehrt läglich in nachstehender Weise:
Zweibrucken ab 5 Uhr 05 Min. Morgen
Vierbach an 5 16
ab 5
Laußzkirchen an 5
9 ab 5
Wurzbach an 5
ab 5
Hasel an 5
ab 5
Si. Ingbert an 5 70
Die Leerfahrt 2554 Morgens fällt aus und wird dafür ein Ver—
sonenzung 2854 mit 1.“2. Ind 3. Kl. — zum Anschluß an Zug 369 —
zefahcen, wie folt:
St. Ingbert ab
deñel au
ab

9 Uhr 40 Min. Abends

— ——

84 —
Druck und Verlag von F. X.

tember an in Zweibrücken und vom 22. September an in Kaiserz.
lautern zur Ansicht aufgestellt sein.
F— IFir die Nedaction verantwortlich: æ.. mer.
St. In gbe .Juni. Heute Abend wird im cass
Oberhauser ein Künstlerpaar konzertiren, dem ein guter Ruf vor
ausgeht. Die Berichte aus vorliegenden Zeitungen über dessen
Auftreten in anderen pfälzischen Städten lauten insgesammt recht
zünstig und machen wir darum, unter Hinweis auf den Inse—
atentheil, auf dies Conzert noch besonders aufmerksam.

Caffe Oberhauser
Heute Donuerstag, Abend 82 Uhr großes
Hesaugs-⸗CE
Gesangs-Concert
des Herrn Joseph Ziegler vom k. b Hof⸗ und Nationaltheats
in Iunsbruüfc umd der Soubretie Frl. Wilhelmine Michels
aus Cöln. EBProgramme im Lokale. BR
* —— —
——— —J —— — —
Herzogl Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100,000 Original⸗Loosen und 51,000,
Gewinnen:
Haupitreffer eb. 450,000, 2 Haupitreffer à 12,000
à 300,000, 22 10,000,
150,000, 8000,
100,000, 6000,8
75,000, 5000,
50,000, 4000, —
9,000, 3000,
9000. 2000.0
5000, „1000
20.000 5001
15,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganze⸗
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am 14. und 16. Juli 1881,
zu welcher ich Original-Loose
Ganzo HEHalbe Viertol Aohtel
16 Mk. 8 Mk. 4 Mk. 2 Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versendr
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
* — uen —— ——
ĩ. PE,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in BRrannsehweig.
— 00
α —
Zu der am J. Quli a. c. stattfindenden Gewinnziehung der
Kurhesstschen Thir. 490-Serien-Loose
nicht zu verwechseln mit halben so zenannten 20 Thlr.-Loosen.) Haupt
ewinn , OO0O, 24, 000, 12,000 ꝛc. ꝛc, niedrigster Gewinn
4οöο; erlosjen wir Ganze Originalloose A &amp; 480 —. Halbe
2460.und nach Borauskürzung des niedrigsten Oewinnes von
Thir. S0, Ganze Loose à O. - Halbe 120
Viertel à 60 —, Achtel à A SO. — und Sechszehnte
Antheile 6 15 —.
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Wurzbach an 9 Uhr Min. Abends
ab 9 56 2
Lauhlirchen an 10, 05 3
1 ab 10 1 96
Bierbach an 10 111, ,
ab 10, —12 n
Eindd an 10 „19 J
ab 10, 20 4
Zweibrücken an 10, 277
Gterzung 860 (ohne Personenbeförderuag) von St. Ingbert
Saarbrüden wird 10 Min. früher gelegt:
St. Ingbert ab 5 Uhr 54 Min. Morgens
Scheidt an 6, 10,
ab 6 4 12 9
Saarbrücken an 6 30,
Guüterzug 364 wird von Zweibrücken bis St. Ingbert 4 Minu⸗
später gefahren:
Zweibrücken ab 7 Uhr 22 Min. Abends
Bierbach an 7 , 43
F ab7 47
Lautzkirchen an 7— 67
n ab 8 2 2 9
Wurzbach an 8 18,
/3 ab 8 20 9
Si. Ingbert an 8. 42
Demes in St. Ingbert.
        <pb n="375" />
        v
88* 5318
22 74 532 33
723 55583252 33z 55
28 2 8
35 558 538583 333 25
3235323285 5355 3 25k 5365 »2B35c53 7
38863833338 5 58 8 2 58
28 2282 5—2335 — —5 — 2.5 *8 8 2 * —3
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* *2 387 F 52323 35 —2 — 2 * —17 —. 5 5. .2
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— 833 538* 822538*382 355—83835
58357 3553 *223.3 227 5 253 —A
* 22.328 8
de 888835 53357532335 —338 2
22. * 2552557 33 3538*
5525252 35* 332323 2* — 387 —
* 553.27 — — S 2D * — — 2 — 8
2 322 3 3 25* * 282 25 — * *2753 2*
A — — — * —2 * 2
3383238283 3 38
25 38828 3523 22353 833 — *8 9328 ——— 22
3. 532353 2 88335 35523333233
—E *3223 22 53 *8 —A — —— S 3 *
3360. 5853
13. 235 333 3 2582·⸗2— 27 2. 23 22835 —
33*.3. 2537 25335*9g53 238* 33
35* 7 — 2* 7 S.5 2 8 2 222 * 223 * 5* **
—— — 25535 28 — 82 237 3832333 5 *
238862* 83*8 3.3 3 z328 2 5332123 2
2⸗ —A — 33.35 325.33 5.37 33852353853* 2532
52 —5 23.,2 53 24 * 53 55233 — 7— X ——
—A 388 3238 328 535355827 —
—
2. 5 * — 552 53 22 * — — 2. * —*—
3 3 38 — —
3335335335755357 22 F 38 —333538*68
33 3 335 *S.
23 22.2 —
253S5322 *533

8*
3
—F
—

2
—7—
*
——
        <pb n="377" />
        5 . Inaberler Anzeiger.

—2—
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

age) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 F, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

—
Samstag, den 25. Juni

1881.

—

Abonnements⸗Einladung.

In Rückficht auf den bevorstehenden Quartalsschluß erlauben
bir uns, ein verehrtes Publikum zur Erneuerung des
Abonnements, resp. zu zahlreiche Neubestellung auf den

08 — 44

„St. Ingberter Anzeiger“,
miliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingdbert,
cgebenst einzuladen.

Der „Anzeiger“ wird rasch in kurzen und übersichtlichen Zu—
ammenstellungen seine Leser mit den politischen Tagesereignissen
ekannt machen; wichtigere Fragen werden ausführlicher besprochen
„erden. Besondere Beachtung wird er den lokalen und provin⸗
iellen Angelegenheiten widmen. Daneben wird er auch über in—
eressante Fälle auf dem Gebiete der Rechtspflege und über wich—
ge Handels⸗ und Verkehrs-Nachrichten referieren. Das „Unter⸗
altungsblatt“ und die illustrirte Sonntagsbeilage werden in
annenden Erzählungen, heiteren Anekdoten und Räthseln eine
nterhaltende und anregende Lektüre bieten. Es wird also der
Anzeiger“ allen billigen Anforderungen, die an ein Lokalblatt
estellt werden, möglichst zu genügen suchen.

Das Erscheinen und der Vreis desselben erleiden keine
lenderung.

Neubestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“
dollen gefl. bald, noch vor dem 1. Juli, auswärts bei den kgl.
dostanstalten, hier bei der Expedition oder den Trägern, gemacht
oerden. Bei unseren hiesigen Abonnenten bedarf es einer beson—

exen Erneuerung des Abonnements nicht; dieselben erhalten auch
meneuen Quartale den „Anzeiger“ fortgeliefert, wenn sie nicht
usdrücklich noch vor Ennde Ds. Monats abbestellen.

Schließlich erlauben wir uns noch, einem geehrten hiesigen
nd auswärtigen Publikum den „St. Ingberter Anzeiger“ zu Ver—

entlichungen aller Art geziemendst zu empfehlen. Inserate
nden zu den bekannten Preise Aufnahme; für häufig erscheinende
inserate entsprechender Rabatt nach Tarif oder besonderet Ueber—
nkunft. Hochachtungsvollst
Redaktion und Expedition
des „St. Ingberter Anzeiger“.

er durch seine Verhandlungen Allen zum Bewußtsein gebracht: für
die Zukunft bleibe in erster Linie als hervorragende Aufgaäbe be—
tehen die heilende Wirksamkeit, um die Tage der Arbeller wirk—
amer und weiser zu verbessern, wie auch das Wohl des Staates
iachdrücksicher zu fördern. An anderer Stelle bemerkt die „Pro—
inzial-Korrespondenz“ bezüglich der dritten Lesung des Unfall—
Besetzes: Das Gesetz sei in einer Weise umgestaltei, welche den
irsprünglichen Absichten und auch den bei der dritten Lesung ge⸗
iußerten Wünschen der Reichsregierung nicht entspreche. Der
BZundesrath werde demnächst darüber in Berathung treten, ob das
Hesetz in der Hoffnung auf eine spätere Ergänzung annehmbar
ei, oder ob dem zukünstigen Reichstage die Aufgabe bleiben soll,
»en ganzen Gegenstand noch einmal von Grund aus zu prüfen
ind von Neuem zu berathen.

Es bestätigt sich, daß die Neuwahlen zum Reichstage im
Monat September stattfinden und der neugewählte Reichslag im
raufe des Monats November zusammentreten soll. Im Oklober
oll dann der preußische Landtag einberufen werden, und zwar be—
jufs Abänderung des Artikel 76 der Verfassung.

Die Publikation des Innungsgeseges ist dem Ver—⸗
iehmen nach binnen Kurzem zu erwarten. Von Seiten des Reiches
zeschieht in Bezug darauf Nichts, die Ausführung des Geseßes
»leibt dem bei Reichsgesetzen üblichen Gebrauche enisprechend, den
randesregierungen überlassen.

Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Italien
»om 31. Dezember 1865 und die Schifffahrtsconvention vom 14.
Iltober 1867 werden zufolge Uebereinkoimmens zwischen beiden
stegierungen, durch welches die Wirkung der im Jaähre 1875 ita—
ienischerseits erfolgten Kündigung nochmals um 6 Monate hinaus—
Jeschoben worden ist, bis 31. Dezember 1881 in Kraft bleiben.

Ausland.

In Paris kam es am 21. ds. Mis. zu neuen Händeln
wischen Franzosen und Italienern Um 6 Uhr Abends
»rügelten sich in der Rue du Paradis in der Vorstadt Poissoniere
bitalienische Arbeiter mit einem französischen, der sehr schlecht
vegkam. Auch in Noish bei Paris hatten Franzosen Händel mit
Italienern. Mehrere große Fabrikanten haben annonyme Aufforder—
ingen erhalten, ihre italienischen Arbeiter zu entlassen.

Ein Rundschreiben des französischen Ministers des Aus⸗
värtigen Barthélemy St. Hilaire setzt die Politik Frankreichs in
er montenegrinischen, griechischen und tunesischen Frage auseinander
ind konstatirt die ununterbrochen auf Erhaltung des Friedens ge⸗
eichtete Politik Frankreichs. Dasselbe erklärt, Frankreich wolle alle
nternationalen Fragen freundschaftlich lösen, sobald ruhige Ver—
tändigung sich anstatt der Gewalt geltend machen könne. Der
BZey von Tunis verstand die wohlwollenden Intentionen Frank⸗
eichs und stimmte dem ihm vorgelegten Vertrage zu, welcher Tunis
zroße Vortheile zuführe. Frankreich werde der tunesischen Ver⸗
valtung beistehen, fich regelmäßiger zu gestalten und gleichzeitig
»en dortigen Unternehmungen aller Nationen seinen unparteiischen
Zchutz gewähren.

Am Abend des 21. Juni fanden zu Neapel, Turin,
BHenua Demonstrationen Statt, um gegen die Vorfälle von
PMarfeille zu protestiren. Die Truppen schritten ein, um wei⸗
ere Ruhestörungen zu verhüten.

Das Exekutivkomite der Nihilisten in Rußland hat Ale⸗
ander 11 d.d. 6. d. M. neue Eröffnungen gemacht. In den—
elben heißt es, der Zar brauche sich vor Attentaten nur zu fürchten,
oenn er die neu Verhafteten hinrichten lasse; dann werde es
eißen: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Aber im Uebrigen
ei ein Attentat gegen ihn überflüssig; seine Regierungsweise werde
chon von selbst eine Revolution hervorbringen. — Die neuerlich

vieder aufgefundenen Dynamitlegungen stimmen mit dieser höflichen
Anzeige leider nicht ganz überein.

Der Petersburger „Regierungsbote“ bringt einen aller—
röchsten Ukas, der die Auflösung des Anfangs März 1864 in
Z„achen des Königsreichs Polen gegründeten Comites anordnet. Er
efiehlt, die Acten des Comites dem Ministercomite zu übergeben
ind die Beamten des aufgehobeuen Comites zur Kanzlei des
Ninistercomites zu zählen.

Deutsches Reich.

Aus Muünchen schreibt man dem „Fränk. Kurier“: „Sehr
espannt ist man in hiesigen militärischen Kreisen auf die Conse—
uenzen, welche die jüngsten Veränderungen in der Generalität im
hefolge haben werden und die in kurzer Zeit zu Tage treten
ürften. Daß Prinz Leopold bei Erledigung der hiesigen Divisio—
närstelle auf diese befördert werde, war unschwer vorauszusehen;
eradezu überrascheud aber wirkte die Nachricht von der Berufung
»es Generalmajors v. Heinleth zur Führung der 4. Division mü
lebergehung von vier Vormännern, von denen nicht alle, wie be—
timmt versichert werden kann, mit Pensionsgedanken umgegangen
ind. Recht interessant dürfte der alljährliche große Armeebesehl
m Spätherbste werden, wenn die Ersetzung allenfalls vacant wer—
ꝛender Generalstellen entschieden wird. Gluͤckauf zum Sprung um
die Generalsecke!“

Bei der bevorstehenden bayerischen Landtagswahl
ind 159 Abgeordnete zu wählen, 8 mehr als das vorigemäl.
dach den Wahlergebnissen der Jahre 1869 und 1875 zu schüeßen,
dird die Zusammensetzung der Kammer mit Bezug auf die Mehr—
rit schwerlich eine große Veränderung erfahren. Die günstigsien
iberalen Berechnungen könnten auf 80 gegen 79 Stimmen führen;
vahrscheinlicher dürfte eine Zusammensetzung wie von 77 gegen 88
ztimmen werden. Großze klerikale Erfolge, wie ein Sieg in
München J und II, würden natürlich die Ziffer entsprechend verändern.

Die Berliner „Provinzial-Korrespondenz“ sagt in einem
irtikel mit der Aufschrift „Wirkliche Sorge für das Wohl der
lrbeiter:: Der Reichstag habe der Vorlage über das Unfall—
neßetz eine Gestalt gegeben, welche die Verwirklichung der ur—
rünglichen Absichten in Frage stelle. Wenn der Reichstag auf
ʒialistischem Gebiet Etwas geleistet, so sei es die Thatsache, daß
        <pb n="378" />
        Pfaälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

Verhandlung gegen Christoph Lischer, 53 Jahre alt, Tagner von
dachen, wegen vorsaͤtzlicher Brandstiftung. Vertreter der k. Staatsanwaltschaft:
Zlcatsanwalt Petri. Vertreter des Vertheidigers: Rechtsanwalt sKtönig. Der
Angeklagte ist ein arbeitsscheuer, dem Trunke ergebener Mensch. Im Jahre
sn49 wrat er freiwillig beim Militär ein, wurde jedoch im Oktober 1852
degenyn Diebstahls und Desertion vom Kriegsgericht Nürnberg verurtheilt und
Jus dem Heere ausgestoßen. Nach verbüßter Sirafzeit trieb ec sich bettelnd
und stehled im Lande umher und wurde häufig wegen Betitelei, Diebstahl,
Jaterschlagung, Unzucht ꝛc. 2c. bestraft. Im Jahre 1880 kam er wieder
inmal in seine Heimaihgemeinde Lachen und begehrte daselbst Unterstützung.
Auf Gemeindekosien wurde er bei einem Ackerer untergebracht, dem er bei
einer heimlichen Entfernung nach kurzer Zeit durch Miinehmen verschiedener
sleidungsfiücke und einer silbernen Täschenuhr lohnte. Wegen dieses Reates
vburde er vom Schöffengericht Neustadt zu 3, Monaten Gefängniß verurtheilt;
aach Verbüßung dieser Strafe arbeitete er einige Zeit in Landau und kehrte
Milte März nach Neustadt zurück, wo er sich, da er etwas bei Geld war,
teis in Branntwein betrank. Am 19. Maärz begab er sich Morgens nach
dachen, bat beim Adjunkten um Unterftützung, wurde aber von diesem zum
Bürgermeister gewiesen. Als dieser nicht zu Hause war, kam er wieder zum
Adjuünkten, der ihn mit seinem Begehren auf den Abend vertröstete. Unter
Drohungen, er werde den Gemeindewald anzünden, entfe rnte er sich, begab
sich sofort in den Gemeindew lddistrikt Langenloch und zündete diesen aus
ungen Eichen, Espen, Erlen bestehenden, von ho hem durrem Schilfgras be⸗
wachsenen Niederwildschlag an. Bei dem ziemlich heftig herrschenden Süd⸗
vefiwind wurde ein Thei der jungen Kultur fast vollständig vernichtet und
cin Schaden in der Höhe von etwa 2500 Mk. veru sacht. Der Ange⸗
klagte wurde für seine ruchlose That zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt und
ym die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 6 Jahren aberkannt.

21. Iwii. Anklage gegen Georg Franz,; 22 ZJehre alt, Sohn von
Johann Abam, Ackerer in Alsheim, wegen Meineid. Vertreter der k. Staats⸗
ehörde: Staatsanwalt Scherrex. Vertreter des Angeklagten: Rechtsan walt
Schmidt.

Dem Ackerer Heinrich Koob von Alsheim wurden im November v. Is.
zfters Tauben geschossen und hatte sich hiewegen der 17 Jahre alte Konrad
Renner, Sohn von Jakob Renner, vor dem Schöffengerichte in
dudwigeshafen zu verantworten. In der Sitzung vom 25. Januar
und in'“ vder darauf folgenden, Sitzung vom 4. März abhin gab
der von Renner als Enil stungszeuge produzirte Angeklagte seine
Aussagen unter eidlicher Erhärtung dahin ab, daß Zeuge Koob, als dieser
den suchen wollte, der seine Tauben geschossen, gar nicht in den Hof des
Schowalter'schen Anweseins, woher die Schüsse auf die Tauben fielen, gekom⸗
men sei. Diese Angaben standen im Widerspruch mit denen der übrigeu
Zeugen, weßhalb das Gericht die Inhastnahme des Angeklagten verfügte. Es
saben die anderen Zeugen mit aller Bestimmtheit ausgesagt, daß Zeuge Koob
den Schowalter'schen Hof gekommen und daß gleich darauf der junge
Renner aus dem 'offenen Laden eines Nebengebäudes des Schowalter'schen
Anwesen heraus in's Freie gestiegen sei. Angesichts dieser und der übrigen
Belastungsmo mente hat das Schöffengericht den jungen Renner wegen Sach—
beschüdiguüng zum Nachtheile des Koob verurtheilt. Die Anklage stellt demnach
mif, daß Franz wider besseres Wissen zu Gunsten des Renner einen Meineid
zeschworen habe. Der Angeklagte Franz wurde freigesprchen.

22. Juni. Verhandlung gegen Drra Eugen Jä,gér, 88 Jahre alt,
Redakteur der „Pfälzer Zeitung“ in Speyer, wegen eines Vergehens gegen
as Sozialistengejez. Vertreter der Anklage: Staatsanwalt Petri: Verthei⸗
diger: Rechtsanwalt Gehart.

Wie aus einem früheren Berichte unseres Blattes ersichtlich, wurde der
Angeklagte wegen eines Artikels in seiner Zeitung auf Grund des Sozialisten⸗
gesetzes in Anklage versetzt, jedoch durch Beschluz der Strafkammer des kgl.
Landgerichts Frankenthal außer Verfolgung gesetzt. Heute hat sich nun der
Angetlagte wegen eines weiteren in seiner Zeitung erschienenen Artikels „Die
rothe und schwarze Internationale“ (Abdruck aus dem Züricher „Sozialde⸗
notrat“) als einer Zuwiderhandlung gegen 8 19 des erwähnten Reichsgesetzes
vor dem Schwurgerichte zu verantworten.

Die I. Staalsbehörde führte aus, daß der Angeklagte sich subjektiv, da
er das Verbot des Zuricher „Sozialde mokrat“ kannte, wie objektiv, da ein
Verbreiten der sozialdemokralischen Tendenzen durch den betreffenden Artikel
Statt finden mußie, eines Vergehens gegen das Sozialistengesetz schuldig ge⸗
nacht habe, welche Aufstellungen die Vertheidigung als nicht zutreffend bestritt.

Die Geschworenen sprachen den Angeklagten nicht schuldig, und wurde
derselbe von dem Schwurgerichte freigesprochen; dem Antrag der Staatsbe⸗
hörde auf Konfiskation des inkriminiten Artikels der „Pfälzer Zeitung“
vurde nicht Statt gegeben.
Bermischtes.

Si. Ingbert, 24. Juni. Unseren Lesern können wir
die gewiß sehr angenehme Miteheilnng machen' daß Herr Hütten—
werksbesizer OsSktar Krämer hier sich entschlossen hat, die
Tandidatur für den Reichstag im Wahlbezirk Zweibrücken-Pirma—
ens nicht abzulehnen, resp. das Reichstags-Abgeordneten⸗ Mandat
inzunehmen. Mit diesem Entschlusse sieht die gesammte reichstreue
Bevölkerung unseres Wahlbezirks einen schon lange gehegten Wunsch
zxfüllt, und ist bei der Sympakthie, mit der die Candidatur des
Herrn Krämer im ganzen Wahlbezirk aufgenommen wird, die
Wahl desselben jetzt schon als eine gesicherte zu betrachten. Jeden—
jalls kann sich unser Wahlbezirk zu seinem künftigen Vertreter nur
gratulieren.

*— Heute Morgen hat sich endlich der längst ersehnte Regen
aingestellt und brachte die für die Vegetation im Garten und auf
dem Felde so nothwendige Erfrischung. Hoffentlich wird durch
denselben die Heuernte nicht geschädigt.

4 Eine für die Einkommensteuerpflichtigen wichtige und ge—
wiß nicht unangenehme Entscheidung des kgl. Verwaltungsgerichts⸗
hofes in München vom 3. Mai IJ. J. hat dem kgl. Bezirksamt
domburg zu nachstehendem Zirkular Veranlafsung gegeben:
Die Theilnahme der Einkommensteuerpflichtigen in der Gemeinde
Waldmohr an den Umlagen für den Straßenbau Waldmohr-Höchen
detreffend. Nachdem zufolge einer in vorbezeichneter Angelegenheit

mierin 3. Mai J. J. ergangenen Entscheidung des kgl. Verwalt.
ingsgerichtshofes die Einkommensteuern zu den betheiligten Ge.
neinden geinäß Artikel 32 des Distriktsrathsgesetzes auferlegten
ßräzipualleistungen für Distriktsstraßenbau nicht beigezogen werden
innen, so sind die zu diesem Zwecke in den Gemeinden zur Er—
sebung kommenden Üümlagen bei Vertheilung der Gemeindeumlagen
ußer Ansatz zu lassen. Demgemäß wird hiermit angeordnet, daß
ür die Folge sämmtliche auf den Bau von Distriktsstraßen Bezug
jabenden Einnahmen und Ausgaben, insbesondere die einzelnen
dapitalsabtragungsraten und Zinsen der aus Anlaß des Straßen-
zaues kontrahirten Anlehen und der hierdurch bedingten Umlagen,
in einer besonderen Nebenrechnung zu verrechnen und in den Ge—
meinde-Voranschlag einzustellen sind. Die für Straßenbauten auf⸗
genommenen Anlehen sind genau auszuscheiden und ist sich deßhalh
nit den betreffenden Einnehmern in's Benehmen zu setzen. Die
Pepartirung der für 1881 zur Erhebung kommenden Umlagen hat
hereits hiernach zu geschehen.“

In Breifenbach bei Waldmohr hat die 9ijährige
Tochter eines Bergmaunes beim Grasen mit der Sichel sich das
inke Auge vollständig ausgehauen und das rechte dermaßen ver⸗
etzt, daß sie erblindet ist.

- Eine Exrtrafahrt des Gewerbevereins Kaisers lautern
ur Patent⸗ und Musterschutzausstellung zu Frankfurt a. M.
st auf den 3. Juli festgesetzt. Abfahrtszeit Kaiserslautern 5 Uhr
3 Min. früh, Ankunft in Frankfurt 9 Uhr früh, Abfahrt von
‚ort 7 Uhr 6 Min. Abends, Ankunft hier gegen 11 Uhr Abends.
zei einer Betheiligung von 500 Personen kostet das Fahrbillet
3 M., bei 1000 Personen 2 M. 10 Pf. Mit den Direktionen
her Ausstellung, des Palmengartens, des zoologischen Gartens und
»es Panoramas (in der Nähe der Ausstellung) wird der Ausschuß
eß Gewerbevereins behufs Erlangung sehr mäßiger Eintrittspreise
n Unterhandlung treten. Die Route des Zuges ist Kaiserslautern
dauptbahnhof, Langmeil, Monsheim, Worms, Frankfurt und retour.

F Beim Abtragen eines Thorbogens in Ha mbach fiel der
Maurer Weigenand von Winzingen so unglücklich herab, daß er
— — hinterläßt eine Wittwe
mit 6 Kindern.

4Eine historische Merkwürdigkeit befindet sich im Besitze des
Wirthes Herrn Weyand in Rehborn, nämlich eine Uhr, die
rüher Eigenthum des berüchtigten Räuberhauptmannes Schinder⸗
sannes waͤr. Es ist eine einfache silberne Spindeluhr, die aller—
ings ziemlich dick ist. Obgleich dieselbe nur einen geringen Geld⸗
Werth hat, wurden dem jetzigen Besitzer doch von einem Engländer
240 M. dafür geboten, doch wollte sich der Erstere von der immer—
sin merkwürdigen Uhr nicht trennen.

Vom 22. ds. Mts. an wurde auf den Pfälzischen
Zahnen im Verkehr mit der Hessischen Ludwigsbahn zum Be⸗
uche der deutschen Patente und Musterschutz-⸗Ausstellung in Frank
urt a. M. an jedem Mittwoch eine Fahrtax-Ermäßigung vor
30 pCt. in der Weise gewährt, daß die an diesen Tagen gelösten
infachen Fahrbillete zur Hin⸗ und Rückfahrt berechtigen, wenn
zleichzeitig eine Eintrittskarte zur Ausstellung zum Preise von
25 Zhinzugelöst, beide in der Ausstellung vorgezeigt und da⸗
Fisenbahn⸗Fahrbillet daselbst behufs Abstempelung auf der Rückseite
borgelegt wird. Dergleichen Eintrittskarten werden auf den Sta⸗
jonen Albisheim a. d. Pfr. Albsheim a. d. Eis. Annweiler, Berg
abern, Blieskastel, Bobenheim, Deidesheim, Dürkheim, Edenkoben,
Frankenthal, Freinsheim, Germersheim, Göllheim, Grünstadt Harr⸗
seim⸗Zell, Homburg, Kaiserslautern, Hauptbahnh., Kaiserslautern
ordbahnh. Kirchheimbolanden, Kusel, Lambrecht, Lambsheim,
Marn heim, Morschheim, Neustadt, Oggersheim, Pirmasens. St.
Ingberk, Schifferstadt, Speier, Wachenheim, Winnweiler,
zweibrücken ausgegeben. Die in Ludwigshafen, Oggersheim, Franken
hal und Bobenheim ausgegebenen Fahrbillete müssen am gleichen Tag
uͤr Rückfahrt benutzt werden, während die von den übrigen genannten
Ztationen auch am nächstfolgenden Tage zur Rückfahrt Giltigketi haben.

In Tiefenthal bei Erfurt kam das einzige, anderthalb
Jahre alte Kind eines Einwohners auf folgende, wohl noch nie
sagewesene Weise ums Leben. Die Eltern hatten das Kind in det
Sube allein gelassen und waren ausgegangen; während dessen er
letterte das kleine Wesen einen durchbrochenen Rohrstuhl und
wängte das Köpfchen durch das den Hals umschließende Rohr.
Zeim Zurückziehen rutschte es aus, so daß der Körper in eine
hängende Lage kam und strampelte sich in dieser schrecklichen
Situation ab. Als die Eltern bald darauf zurückkehrten, war ibhr
armes Kind bereits eiũe Leiche.

SDienstos Nachrichten.

Die Stelle eines Kreisbauraths für das Ingenieurfach bei det
dreisregierung der Pfalz in Speyer ist dem Bauamtmann Joseph
darg in Bamberg verliehen, der Bauamtmann Friedrich H o h⸗
nanen in Kaiserslautern auf sein Ansuchen nach Bamberg ver—
etzt und die Stelle eines Bauamtmanns in Kaiserslautern det
Zaͤuamtmann Heinrich Höring in Neuburg auf sein Ansuchen
ibertragen worden.
        <pb n="379" />
        Marktberichte.

Zweibrücken, 23. Juni. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienmar
Weizen — M. — Pf., Korn I1M. 50 pf., Gerste zweireihige d M. — P
rreihige . M. — Pf. Spelz O M.F Pf., Spelzkern — M. — P..
dinkel — M. — Ppf. WMischfrucht M. — Pf., Hafer 8 M. — Ff.
FKbsen — M. — Pf., Widen o M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 90 Pf.,
deu 8 M. 833 Pf.. Stroh 8 M. 55 Pf. Weißbrod 12 Kilogr. 60 Pf,
Ernbrod 83 Kilogr. 78 Pf. Gemischtbrod 3 Kilogr. O3 Pf., paar Weck 100
ne f Rinduͤcisch J. Hugi, v2Pf. IL Qual. 46 pf. Kalofleisch 44 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 36 Pf.; Butter/ Kilogr. O M. 98 Pf.,
ein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 22. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
2 M20 ppf. Kotn 10 M. 86 pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 9 M.
pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer

M. 85 Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pjfj., Wicken
o n. f. Vohnen d M. — pf. Kleesamen — M. I.f.Korn-
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Riündfleistz 80 Pf., Kalblleisch 10 Pf, Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
50 Pf., Butter 1 Pfund O M. 95 Pf., Kartoffeln per Ztr.2 M; 80 Pf.
Kaiserslautern, 21. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarki.)
Weizen Ai M. 60 pf norn id N. oß Pf, Spelztern — M. — Pf. Spelz
8 M. 70 Pf.. Gerstes m. — Pff, Hafer M. 65 Pf., Erbsen — M.
— f., Widen d N. — pPf. Linsen — M. — pPf. Kleesamen —- M—
Pf. Schwarzbrode6 Pfunde82 Pf., do. 8 Pfdi 41 5f. , Gemischtbrod
zfund 40 Pfg. Buller pro Pfund d M, 90 Pf. Eier 1Stück oß Pf.
Kartoffeln pro Fentner 2 M. 40 Ps. Stroh 4 M. — Pf. Heu 8 M. 50
Pf., Kleeheu 4 M. — Pi.
Fuür die Redaction verrmwernrzn mee —

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 2. Juli,
881, Nachmittags 2Uhr,
u St. Ingbert in der
hirihschaft von Gebr. Becker
Bierbrauerei ·St. Ingbert),
vird durch Karl Auffschneider,
stechtskandidat, Amtsverweser
es kgl. Notars Franz Saner
n St. Jugbert, auf Betreiben
der Kinder und Erben des in
zt. Ingbert verlebten Hütten⸗
eamten Gustav Zir, gegen
die Kinder und Erben der da—
elbst verlebten Susanna
zorlemann, in Güter ge
rennte Ehefrau von Rikolaus
Ztief, Blechschmied daselbst,
m Wege der vertragsmäßigen
Wiederdersteigerung öffentlich zu
Figenthum versteigert, nämlich:
Plan-Nr. 582, 12 2 qm.
Fläche, Wohnhaus und Hof.
Plan⸗Nr. 583, 12 2 qm.
Pflanzgarten dabei, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert an
der Kaisersstraße neben Peter
Schmelzer und Peter Friedrich.
St. Ingbert, 14. Juni 1881.
K. Ausijchneider,
Amisverweser.
Das Heu⸗ und
V DOhmet⸗Gras
r die diesjährige Ernte hat zu
derkaufen.
W. Chandon, sen.

J1
41
t
Asga ben.
Praobt-⸗Ausgabo
aut feinstem Papier gedruckt.
Jährlich:
24 Arbeitsnummern,
24 Unterhaltungsnummern,
72 colorirte Modenkuptfer, darunter
12 in Querformat mit 6 Figuren.
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für die Jahrmärkte des 30. August und 15. November ds. Is.
zffentlich versteigert werden.
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Falkenhagen.
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Tauern, DPolomiten, Salzkammergut, Steiermark, Kärnten. Krain).
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„Deutsche Lesehalle““ und „Mittheilungen über Land⸗
wirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“
ist in Anerkennung der Reichhaltiakeit, Vielseitigkeit u. Gediegenheit seines

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die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands
geworden, indem es sich seit mehreren Jahren einen festen Stamm
don weit über 70 Tausend Abonnenten dauernd erhalten hat. Die
Vorzüge des „Berliner Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgen⸗
dem: „Täglich zweimaliges Erscheinen als Abend- und Morgenblatt, wo⸗
durch das „I3. T.“ in der Lage ist, alle Nachrichten stets 12 Stun⸗
den früher als jede nur ein Mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen.
Ganzlich unabhängige, freifinnige, politische Haltung. Spezial⸗Korrespon⸗
denten an allen wichtigen Plätzen u. daher rascheste und zuverlässige Nach—
richten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial⸗Telegramme.
Ein eigenes parlamentarisches Bureau liefert dem B. T.“ schnelle u.
zuverlässige Berichte. Umfassende Handelszeitung u. Courszettel der Ber⸗
üner Vörse. Vollständige Ziehungslisten der Preaßischen und Sächsischen
Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Ausgedehnte
Anwendung des Telegraphendrahts u. deßhalb frühzeitigste Meldung aller
wichtigen Ereignisse. Reichhaltige u. wohlgesichtete Tages-Neuigkeiten aus
der Reichsshauptstadt u. den Provinzen. Sorgfältig gepflegtes Feuilleton
unter Mitaͤrbeiterschaft der ersten Schriftsteller. Das Roman-Feuilleton
des DI. Quartals bringt folgende 4 interessante u. spannende Erzählungen:

Otto Cirndt, „cato. L. Ziemssen,

„Die Preisbewerbung.“
„Luttra.“ Crim.⸗Nov. von Dr. Lortaing. „Ein Irrlicht“
Von L. Westerfeld.

Ermuntert durch die bereits erreichten großen Erfolge ist das
„Berliner Tageblatt“ bestrebt, seinen Inhalt stets zu erweitern u
ju vervollkommnen, um seinen Lesern die thunlichst beste Zeitunaslektüre
zu bieten ungeachtet das
enorm billigen für das Vierteljahr
Abonnementepreifes 5) Mark 25 Vfg. für alle 4 Blaͤtter

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sendung vom Beginn des Quartals ab vünktlich erfolge.

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J
Illustrirte Wochenschrift ersten Ranges.

Jeder Abonnent erhält gratis nach Vereinbarung der Ver—
agshandlung mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff—
bruͤchige Aus Sturm und Noth““. Selbstschriften⸗
Album des Deutschen Reiches. Preis 5 Mark. Enthaltend ca.
300 Autographen und Zeichnungen hervorragender lebender deut⸗
cher Männer und Frauen, sowie Oesterreichs und der Schweiz.
herausgegeben im Auftrag und zum Besten der Deutschen Gesell—
chaft zur Rettung Schiffbrüchiger von der Verlagshandlung des
Deutschen Familienblatts.

Neue Romane und Novellen: Karl Heigel. „Der Sanges—
zruder“. Mit Illustrationen. — Theodor Fontane. „Eine
Frau in meinen Jahren“. — E. O. Hopp. „Der gelbe Tod.“
— Wilhelm Jenfsen. „Ein Traum.“ — Levin Schücking.
„Zwischen zwei Todsünden.“ — Fermer neue Erzählungen von
krnst Wichert, Emil Marriot und em neuer Roman von dem
Verfasser der mit so großem Beifall aufgenommenen Erzählung
„Mehalah““, sowie Etzählungen von Heinrich Seidel, Ferd
Groß und G. v. Amyntor.

Preis vierteljährlich nur J. —160. Oder in Heften zu 50 Pf.
Eine Probe⸗Nummer oder ⸗Heft ist durch alle Buchhandlungen, sowie auch
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Straße 6, gratis zu beziehen.
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Süddeutsche Presse
2 —
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genannte größte, reichhaltigste und angese—
henste Blatt von München wird bei den in diesem Jahre
evorstehenden Wahlen für den bayerischen Vandtag, den deutschen
Reichsstag und das Münchener Gemeiudelollegium in Berichter—
tattung wie in politischem Einsluß erhöhte Be eutumg gewinnen.
Seine gut bayerische entschieden nationale und gemäßigt liberale
Haltung darf als bekannt vorausgesetzt werden In den städtischen
Angelegenheiten vertritt dasselbe den Standpunkt des Ausgleiches
und der Versöhnung der Parteien behufs gemeinsamer Arbeit an
dem Wohle der Stadt München. — Der lokale und provinzielle
Theil der „Südd. Pr.“ ist der reichhaltigste irgend eines baver⸗
ijchen Blattes.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Bereiche des Theaters
und der Musik werden in dem Blatte von allgemein anerkannter
Feder besprochen. Sporisberichte, wie namentlich die Nachrichten
qus bayerischen Garnisonen haben die „Süddeutsche Presse“ in den
militärischen Kreisen weit verbreitet und belsen derselben dort stets
eue Freunde zuführen.

Die „Süddeutsche Presse“ ist das einzige Münchener Blatt,
welches den offiziellen Kourssszettel der Münchener Börse un⸗
verkürzt zum Abdrucke bringt. Ihr Handelstheil gibt dem Leser
einen sichern Ueberblick über alle Beweaungen des Effekten⸗ und
Produktenhandels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirk—
samkeit der uns anvertrauten Inserate in den lauffähigsten
Schichten des Publikums. Wucherinserate oder solche be—
denklichen Charakters sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das
Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in die
Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20 Pfg.
pro Zeile berechnet.

Vie allgemein beliebte belletristische und wissenschaftliche Beilage

„Bayerische Literaturblütter“
mthält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bilder aus der
bayerischen wie der deutschen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte Juni ab der interessante
englische Gesellschaftsroman

„Adesaide“.
7TT Neu eintretende Abonnenten erhalten denselben gratis
nachgeliefert. IV
Der Abonnementspreis beträgt vpro Quartal 8 Mark.

Munchen, im Juni 1881.

Die Expedition,
Fürstenfelderstraße 13.

Druck und Verlag von F. X. Deme z in St. Inabert.
FHierzu für unsere Post⸗-Abonnenten „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 26.
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        Hl. Ingberler Nnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierieljahrlich

MA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebüuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswäaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 830 pro Zeile berechnet.
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Sonntag, den 26. Juni 1881.
Deutsches Reich.

Bismarck legte dem Bundesrath den Hamburger Vertrag
nit einem Begleilschreiben vor. Es heißt in leßzterem: „Die durch
»en Eintritt Hamburgs in den Zollverein dem heimischen Verkehr
rwachsende Begunstigung wird das finanzielle Opfer eines Reichs—
‚uschusses von 40 Millionen reichlich aufwiegen, die Veränderung
her Stellung Hamburgs im heimischen wie im Welthandel wird
aicht minder zu Hamburgs Blüthe als zum Nutzen des übrigen
Deutschlands ausschlagen. In der Begrenzung von 40 Millionen
ind die finanziell erforderlichen Garantieen gegen die übermäßige
Inanspruchnahme von Reichsmitteln gegeben.“

Der Bundesrath hielt am 23. dv8. eine Plenarsitzung
unter Vorsitz des Staatsministers v. Bötticher. Die Beschlußnahme
uber das Unfallgesetz wurde für eine der nächsten Sitzungen vertagt.
Der Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung von Bestimmungen
—
ollzieher wurde angenommen.

Auf die vom Verein deutscher Tabaksfabrikanten und ⸗-Händlern
m den Bundesrath gerichtete Eingabe, betr. den Geschäftsbe—
rieb der Tabaksmanufaktur in Straßburg, ist an den Vorstand
des Vereins vom Reichskanzler die Antwort ertheilt worden, daß
der Bundesrath beschlossen hat, den Anträgen der Petenten keine
Folge zu geben.

zingen, daß Meister zuerst an den Zeugen Schattner gerieth, der ihn fragie,
vas er mit dem Schurhaken machen wolle, worauf Meister erwiderte:
Nichts, ich suche einen Anderen“, daß Meister alsdann auf den Zeugen
dahm zusprang, daß Nahm weder ein Messer noch sonst eine Waffe in der
zand hatte, daß derselbe nicht angriffsweise gegen Meister oder den Ange⸗
lagten vorging, vielmehr den Meister zu beruhigen suchte, daß aber Meisier
nit dem Schurhaken ausholte und dem Nahm einen Schlag an das rechte
Auge versetzte. Nach Aufstellung der Anklage kann daher wohl kein Zweifel
bestehen, daß Angeklagter den geleisteten Eid durch ein falsches Zeugniß ver⸗
etzte, indem es nicht denkbar ist, daß Angeklagter Vorgänge, welche nicht
tattfanden, erdichten konnte, ohne sich der Unwahrheit seiner Aufstellungen
ewußt zu sein. Der Angeklagte wurde fuür schuldig erklärt, zu einem Jahr
— verurtheilt und ihm für drei Jahre die burgerlichen Ehrenrechie
berkannt.

23. Juni. Das Schwurgericht hat heute den wegen Meineids ange⸗
lagten Tagner Karl Knisckel von Kindenheim dieses Verbrechens schuldig er⸗
tlärt und der Cerichtshof denselben zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt.

23. Juni. Verhandlung gegen Stephan Glafser, 40 Jahre alt,
kagner von Deidesheim, wohnhaft in Winzingen, wegen Vornahme unzuchtiger
dandlungen. Vertreter der Anklage: Staatsanwalt Dr. Krell, Vertheidiger:
Kechtsanwalt Geib.

Der Angeklagte wurde ohne Annahme mildernder Umstände zu drei
Fahren Zuchthaus verurtheilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte in der
Dauer von 5 Jahren aberkannt.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 24. Juni. In der vorgestrigen Sch ð f⸗
tensitzung wurden folgende 6 Fälle verhandelt: Ein Buͤrsche
„on Oberwürzbach wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit-
els eines als gefährliches Werkzeug zu beirachtenden Prügels unter
Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnißstrafe von 14
Tagen verurtheilt; eine Frau von Elbersberg wurde wegen Berufs⸗
zeleidigung mit zwei Tagen Haft bestraft; ein Ehepaars von St.
Ingbert wurde wegen gleichen Vergehens verurtheilt und zwar der
Mann zu 30 und die Frau zu 10 Tagen Haft und wegen eines
leichen Reates wurde ein Mann von Sengscheid zu einer Geld—
trafe von 3 Mk. event. 1 Tag Haft verurtheilt; der von 2 Ehe⸗
euten von St. Ingbert erhobene Einspruch gegen einen Straf⸗
efehl des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert, durch welchen sie wegen
ẽntwendens von Gras zu einer Geldstrafe von je 1 M., ev. 1
ag Haft, verurtheilt wurden, wurde als unbegründet abgewiesen;
chließlich wurde gegen einen Handwerksburschen wegen Betiels,
randstreicherei und groben Unfugs eine Gesammtstrafe von 42 Tagen
haft ausgesprochen.

F Vom oberen Gebirg wird dem „Pf. K.“ ge—
chrieben: Die Traubenblüthe ist da, die Sonne scheint warm,
s regnet nicht, man bemerkt weder Heuwurm, noch Oiĩdium, noch
chwarzen Brenner, nichts als zahlreiche, schön blühende, köstlichen
Duft verbreitende Traubenblüthen. Da wird's dem Winzer wie—
der wohl im Herzen, und im festen Vertrauen auf die bevorstehende
zute Weinlese verschmerzt er gerne seinen lästigen Durst oder sucht
denselben mit Wasser, oder mit wässerigem, die Glieder erschlaffen⸗
dem Biere zu stillen. Wohl die Hälfte aller Weinberge hat reich⸗
lich Samen, während die andere Hälfte durch den Frost mehr oder
ninder gelitten hat, so daß auch viele Weinberge gar keine Samen
ragen. Immerhin läßt sich noch ein mittelmäßiger Herbst er⸗
varten, wenn keine weiteren Beschädigungen eintreten. Nur schade,
daß der hohe Reichstag in Berlin keine Zeit gefunden oder wohl
iuch keine Lust verspürt hat, den vielgeplagten Weinproduzenten
ie so unheilvolle Konkurrenz der künstlichen Weinfabrikation vom
dalse zu halten, oder auf ein geringes Maß zu beschränken!

Die neulich erwähnte Mittheilung, daß der Geheime Kom⸗
nerzienrath Stumm der bekanntlich ein Abgeordnetenmandat
nicht wieder annehmen und sich vom politischen Leben vollständig
urückziehen will, in den Adelstand erhoben werden soll, isi
zenaueren Nachrichten zufolge dahin zu ergänzen, daß die Nobi—
itirung der ganzen Familie in naher Aussicht steht.

Am Dienstag beging zu München das k. b. J. Inf.⸗
stegiment in feierlicher Weise sein 100jähriges Jubiläum mit Feld⸗
jottesdienst, Parade und Festbankett. Se. Maj. der König spendete
rachtvolle Fahnenbänder, welche von der Prinzession Gisela ange—
eftet wurden. Nach diesem Akt brachte Prinz Arnulph ein
doch auf den König aus. Die Mannschaften des Regi—
nentes wurden am Nachmittag reichlich bewirthet: jeder Soldat

—

Ausland.

In Lyon (xFrankreich) wurden gleichfalls die Italiener an⸗
zegriffen und mußten polizeilich beschützt werden.

Die Fenier haben England bereits eine diplomatische Unter⸗
redung mit Amerika eingetragen. Der neue englische Gesandte in
Washington Sackville West ist aufgefordert worden, die Aufmerk—
samkeit der Unionsregierung auf die fenische Presse zu lenken.
Besonders namhaft gemacht sind zwei Artikel, von denen der eine
ein durch vier Personen zu vollstreckendes Todesurtheil für Glad—
tone, der andere eine Darlegung der Möglichkeiten für ein dem
Prinzen von Wales einmal ungestraft beizubringendes Eisenbahn⸗
inglück enthält. Bisher galt der englische Thronerbe wegen seines
hekannten, dem Ansehen des Königthums wenig förderlichen Cha—
alters immer für einen besonderen Günstling des englischen Radi⸗—
alismus.
Wfälzisches Schwurgericht.
I. Quartal 1881.

Verhandlung gegen Anton Schwalb, 28 Jahre alt, Erdgräber in
Hettenleidelheim wegen Meineids. Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Staats⸗
anwalt Petri. Vertheidiger: Rechtsanwalt Schmitt.

In einer gegen den Wilhelm Meister, Erdgräber von Hettenleidelheim
vegen Körperverletzung vor der Strafkammer des kgl. Landgerichts Franken⸗
chal stattgehabten Gerichtsverhandlung wurde der Angeklagte als Zeuge eidlich
»ernommen und gab in seiner Deposition folgendes an: „Ich wollte nach
dause gehen, vor der Wirthschaft traf ich den Zeugen Nahm mit einem
HResser an; er sagte dabei: ‚So kommst Du auch noch so frech heraus!“
Ddaraufhin ging ich wieder reiour in die Wirthschaft; Nahm und gleich hinter
hm Schattner verfolgten mich bis an die Hausthür. Ich schlug die Hausthür
u und flüchtete mich in das Wirthszimmer. Rach fünf Minuten sagte ich
u Meisier, der noch in der Wirthschaft war: „Ich gehe jetzt nach Hause, es
st Zeit, sonst macht uns die Polizei ein Uebersitzprotokoll.“ Ich forderte den
MNeister auf, mit mir zu gehen, und wir entfernten uns. Meister bewaffnete
ich beim Fortgehen mit einem eisernen Schürhaken und ich mit einer Kohlen⸗
chaufel, damit ich mich wehren könnte, wenn mir ungefähr etwas passiren
sollte. Als wir um die Ecke des Hauses herumgebogen waren, standen an
zinem engen Gäßchen Nahm und Schattner und in einer Entfernung von
etwa 25 bis 30 Schritten davon weg Ulrich. Nahm hatte ein Messer und
machte damit einen Angriff auf Meisier. Ich bin gleich retour und entfernte
mich. Als ich im Begriff war, mich zu entfernen, rief Nahm: „Ich bin ge—
chlogen worden.“ Den Meister hörie ich mehrmals sagen; „Franz, laß mich
ain Gotteswillen gehen, ich habe nichts mit Dir.“ Ich bin gleich fort nach
hause und habe nicht gesehen, wie Meister den Nahm mißhandelt hat, wohl
iber habe ich noch gesehen, daß er mit dem Schürhaken abparirt hat.“ Durch
die vollständig unverdächtigen und glaubwürdigen Zeugen Nahm und Schattner
ist festgestellt, daß der Angeklagte bei dem in Frage flehenden Vorfalle, am
i9. Dezember 1880 zu Hettenleidelheim, in dem Hofe der Maltry'schen
Wirthschaft das offene Messer in der Hand hatte und in die Wirthschaft
urückging, als Nahm zu ihm sagte: „Anton, Du stehst ja da wie ein Moörder,
was willst Du denn mit dem Messer?“ Dieselben Zeugen wie auch zwei
veitere noch geben in übereinstimmender Weise an, daß kurz darauf Wilhelm
Meister und der Angeklagte, jener mit einem Schürhaken, dieser mit einer
dohlenschaufel bewaffnet, aus der Wirthschaft heraus kamen und auf sie los⸗
        <pb n="382" />
        erhielt: Suppe mit 2 Leberkn ödeln, Rindfleisch mit Gemüse,
Schweinsbraten mit grünem Salat, 2 Liter Bier und 5 Cigarren;
die Unteroffiziere: Suppe mit Knödel, geräuchertes Fleisch, Rind⸗
fleisch mit Gemüse, Gansviertel mit Salat, Bier, Champagner u nd
Ligarren.

4 In Kissingen sind bereits am 21. ds. die Hofwagen
eingetroffen, welche der König dem Fürsten Bismarck auch während
seines diesjährigen Aufenthaltes zur Verfügung gestellt hat.
Au'm Hofchen gibts
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aunmehr die Genehmigung seiner Eltern erhalten, die Fürstin
Carolath heirathen zu dürfen. Es wäre in diesem Falle nicht
ausgeschlossen, daß er fuͤr einige Jahre einen diplomatischen Posten
jenseits des Oceans, vielleicht in Washington, übertragen erhielte,
Fur die Redaction veranlwortlich: F. X. Deme z.
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Album des Deutschen Reiches. Preis 5 Mark. Enthaltend ca.
300 Autographen und Zeichnungen herbvorragender lebender deut⸗
cher Männer und Frauen, sowie Oesterreichs und der Schweiz.
herausgegeben im Auftrag und zum Besten der Deutschen Gesell⸗
chaft zur Rettung Schiffbrüchiger, von der Verlagshandlung des
Deutschen Familienblatts.

Reue Romane und Novellen: Karl Heigel. „Der Sanges⸗
hruder“. Mit Illustrationen. — Theodor Fontane. „Eine
Frau in meinen Jahren“. — E. O. Hopp. „Der gelbe Tod.“
wWilhelm Jensen. „Ein Traum.“ — Levin Schücking.
„Zwischen zwei Todsünden.“ — Ferner neue Erzählungen von
Ernst Wichert, Emil Marriot und ein neuer Roman von dem
Verfasser der mit so großem Beifall aufgenommenen Erzählung
„Mehalah'““, sowie Etzählungen von Heinrich Seidel, Ferd.
Hroß und G. v. Amyntor.

Breis viertelihrlich nur JI, —L6. Oder in Heften zu 80 Pf.
Eine Probe⸗Nummer oder -Heft ist durch alle Buchhandlungen, sowie auch

hirelt von der Verlagßshandlung J. H. Schorer in Berlin W., Lützow⸗

Straße 6, gratis zu beziehen.

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Zu der am 1. Juli a. E. stattfindenden Gewinnziehung der
Kurhessischen Thlr. 40-0Serien-Loose
nicht zu verwechseln mit halben sogenannten 20 Thlr.»Loosen.) Haupt⸗
ewinn 4 120, 000, 24, 000, 12, 000 c. ꝛc, miedrigster Gewinn
240; erlasfsen wir Ganze Originalloose à A80 —. Halbe
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Deulliche Augabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankund. von Geschäftsverkaufen Z
ec. Insertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
in Eberswalde, Pr. Brandenburg. 5
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Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“, Nr. 26.
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich
1AM 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
77 — —
M 101.

18ssa.
Deutiches Reich.

Bismardk legte dem Bundesrath den Hamburger Vertrag
mit einem Begleitschreiben vor. Es heißt in letzterem: „Die durch
den Eintritt Hamburgs in den Zollverein dem heimischen Verkehr
erwachsende Beguünstigung wird das finanzielle Opfer eines Reichs—
zuschusses von 40 Millionen reichlich aufwiegen, die Veränderung
der Stellung Hamburgs im heimischen wie im Welthandel wird
nicht minder zu Hamburgs Blüthe als zum Nutzen des übhrigen
Deutschlands ausschlagen. In der Begrenzung von 40 Millionen
sind die finanziell erforderlichen Garantieen gegen die übermäßige
Inanspruchnahme von Reichsmitteln gegeben.“

Der Buundesrath hielt am 23. do. eine Plenarsitzung
unter Vorsitz des Staatsministers v. Bötticher. Die Beschlußnahme
über das Unfallgesetz wurde für eine der nächsten Sitzungen vertagt.
Der Entwurf eines Gesetzez wegen Abänderung von Bestimmungen
des Gerichtskostengesetzes und der Gebührenordnung für Gerichts-
vollzieher wurde angenommen.

Auf die vom Verein deutscher Tabaksfabrikanten und-Händlern
an den Bundesrath gerichtete Eingabe, betr. den Geschäftsbe—
trieb der Tabaksmanufaktur in Straßburg, ist an den Vorstand
des Vereins vom Reichskanzler die Antwort ertheilt worden, daß
der Bundesrath beschlossen hat, den Anträgen der Petenten keine
Folge zu geben.

zingen, daß Meister zuerst an den Zeugen Schatiner gerieth, der ihn fragte,
vas er mit dem Schürhaken machen wolle, worauf Meister erwiderte:
MNichts, ich fuche einen Anderen“, daß Meister alsdann auf den Zeugen
dahm zusprang, daß Nahm weder ein Messer noch sonst eine Waffe in der
dand hatte, daß derselbe nicht angriffsweise gegen Meister oder den Ange⸗
lagten vorging, vielmehr den Meister zu beruhigen suchte, daß aber Meisier
nit dem Schürhaken ausholte und dem Nahmeinen Schlag an das rechie
Auge versetzte. Nach Aufstellung der Anklage kann daher wohl kein Zweifel
este hen, daß Angeklagter den geleisteten Eid durch ein falsches Zeugniß ver⸗
etzte, indem es nicht denkbar ist, daß Angeklagter Vorgänge, weiche nicht
tattfanden, erdichten konnte, ohne sich der Unwahrheit seiner Aufstellungen
ewußt zu sein. Der Angeklagte wurde fur schuldig erklärt, zu einem Jahr
Zchhau⸗ verurtheilt und ihm für drei Jahre die burgerlichen Ehrenrechte
Aberkannt.

23. Juni. Das Schwurgericht hat heute den wegen Meineids ange⸗
llagten Tagner Karl Kinisck el von Kindenheim dieses Veroͤrechens schuldig er⸗
lärt und der Cerichtshof denselben zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt.

28. Juni. Verhandlung gegen Stephan Glaser, 10 Jahre alt,
Tagner von Deidesheim, wohnhaft in Winzingen, wegen Vornahme unzüchtiger
Handlungen, Vertreter der Anklage: Staatsanwalt Dr. Krell. Vertheidiger:
Rechtsanwalt Geib.

Der Angeklagte wurde ohne Annahme mildernder Umstände zu drei
Jahren Zuchthaus verurtheilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte in der
Dauer von 5 Jahren aberkannt.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 24. Juni. In der vorgestrigen Scch ö f⸗
fensitzung wurden folgende 6 Fälle verhandeli: Ein Buͤrsche
oon Oberwürzbach wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung mil⸗
tels eines als gefährliches Werkzeug zu beirachtenden Prügels unter
Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnißstrafe von 14
Tagen verurtheilt; eine Frau von Elbersberg wurde wegen Berufs—
»eleidigung mit zwei Tagen Haft bestraft; ein Ehepaars von St.
Ingbert wurde wegen gleichen Vergehens verurtheili und zwar der
Mann zu 30 und die Frau zu 10 Tagen Haft und wegen eines
zleichen Reates wurde ein Mann von Sengscheid zu einer Geld⸗
trafe von 8 Mk. event. 1 Tag Haft verurtheiit; der von 2 Ehe—
euten von St. Ingbert erhobene Einspruch gegen einen Straf⸗
ꝛefehl des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert, duͤrch welchen sie wegen
Entwendens von Gras zu einer Geldstrafe von je 1 M., ev. 1
Tag Haft, verurtheilt wurden, wurde als unbegründet abgewiesen
chließlich wurde gegen einen Handwerksburschen wegen Betiels,
dandstreicherei und groben Unfugs eine Gesammtstrafe von 42 Tagen
Ddaft ausgesprochen.

7 Vom oberen Gebirg wird dem „Pf. K.“ ge—
schrieben: Die Traubenblüthe ist da, die Sonne jcheint warm,
zs regnet nicht, man bemerkt weder Heuwurm, noch Osdium, noch
chwarzen Brenner, nichts als zahlreiche, schön blühende, köstlichen
Duft verbreitende Traubenblüthen. Va wird's dem Winzet wie—
der wohl im Herzen, und im festen Vertrauen auf die bevorstehende
zute Weinlese verschmerzt er gerne seinen lästigen Durst oder sucht
denselben mit Wasser, oder mit wässerigem, die Glieder erschlaffen—
dem Biere zu stillen. Wohl die Hälfte aller Weinberge hat reich—⸗
lich Samen, während die andere Hälfte durch den Frost mehr oder
minder gelitten hat, so daß auch viele Weinberge gar keine Samen
tragen. Immerhin läßt sich noch ein mittelmäßiger Herbst er—⸗
warten, wenn keine weiteren Beschädigungen eintreten. Nur schade,
daß der hohe Reichstag in Berlin keine Zeit gefunden oder wohl
auch keine Lust verspürt hat, den vielgeplagten Weinproduzenten
die so unheilvolle Konkurrenz der künstlichen Weinfabrikation vom
Halse zu halten, oder auf ein geringes Maß zu beschränken!

— Die neulich erwähnte Mittheilung, daß der Geheime Kom—
mnerzienrath Stumm der bekanntlich ein Abgeordnetenmandat
nicht wieder annehmen und sich vom politischen Leben vollftandig
zurückziehen will, in den Adelstand erhoben werden soll, ist
genaueren Nachrichten zufolge dahin zu ergänzen, daß die No'bi—
litirung der ganzen Familie in naher Aussicht steht.

Am Dienstag beging zu Muünchen das k. b. J1. Inf-
stegiment in feierlicher Weise sein 100jähriges Jubiläum mit Feld⸗
zottesdienst, Parade und Festbankett. Se. Maj. der König spendele
prachtwolle Fahnenbänder, welche von der Prinzession Gisela ange⸗
jeftet wurden. Nach diesem Alt brachte Prinz Arnulph ein
doch auf den König aus. Die Mannschaften des Regi⸗
nentes wurden am Nachmittag reichlich bewirthet: jeder Soldat

Ausland.

In Lyon (IFrankreich) wurden gleichfalls die Italiener an⸗
gegriffen und mußien polizeilich beschützt werden.

Die Fenier haben England bereits eine diplomatische Unter⸗
redung mit Amerika eingetragen. Der neue englische Gesandte in
Washington Sackville West ist aufgefordert worden, die Aufmerk—
samkeit der Unionsregierung auf die fenische Presse zu lenken.
Besonders namhaft gemacht sind zwei Artikel, von denen der eine
ein durch vier Personen zu vollstreckendes Todesurtheil für Glad—
stone, der andere eine Darlegung der Möglichkeiten für ein dem
Prinzen von Wales einmal ungestraft beizubringendes Eisenbahn⸗
unglück enthält. Bisher galt der englische Thronerbe wegen seines
bekannten, dem Ansehen des Königthums wenig förderlichen Cha⸗
rakters immer für einen besonderen Günstling des englischen Radi⸗—
kalismus.
Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

Verhandlung gegen Anton Schwalb, 283 Jahre alt, Erdgräber in
Hettenleidelheim wegen Meineids. Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Staats-
anwalt Petri. Vertheidiger: Rechtsanwalt Schmitt.

In einer gegen den Wilhelm Meister, Erdgräber von Hettenleidelheim
wegen Korperverletzung vor der Strafkammer des kgl. Landgerichts Franken—
thal stattgehabten Gerichtsverhandlung wurde der Angeklagte als Zeuge eidlich
vernommen und gab in seiner Deposition folgendes an: „Ich wollte nach
haufe gehen, vor der Wirthschaft iraf ich den Zeugen Nahm mit einem
Messer an; er sagte dabei: „So kommst Du auch noch so frech heraus!“
Daraufhin ging ich wieder retour in die Wirthschaft; Nahm und gleich hinter
ihm Schattner verfolgten mich bis an die Hausthür. Ich schlug die Hausthür
zu und flüchtete mich in das Wirthszimmer. Nach fünf Minuten sagte ich
ju Meister, der noch in der Wirthschaft war: „Ich gehe jetzt nach Hause, es
ist Zeit, sonst macht uns die Polizei ein Uebersitzprotokoll.“ Ich forderte den
Meister auf, mit mir zu gehen, und wir entfernten uns. Meister bewaffnete
sich beim Fortgehen mit einem eisernen Schürhaken und ich mit einer Kohlen⸗
schaufel, damit ich mich wehren könnte, wenn mir ungefähr etwas passiren
sollte. Als wir um die Ecke des Hauses herumgebogen waren, standen an
einem engen Gäßchen Nahm und Schattner und in einer Entfernung von
etwa 25 bis 30 Schritten davon weg Ulrich. Rahm hatte ein Messer und
machte damit einen Angriff auf Meister. Ich bin gleich retour und entfernte
mich. Als ich im Begriff war, mich zu entfernen, rief Rahm: „Ich bin ge—⸗
schlogen worden.“ Den Meister hörte ich mehrmals sagen: „Franz, laß mich
um Gotteswillen gehen, ich habe nichts mit Dir.“ Ich bin gleich fort nad
dause und habe nicht gefehen, wie Meister den Nahm mißhandelt hat, wohl
aber habe ich noch gesehen, daß er mit dem Schürhaken abparirt hat.“ Durch
die vollständig unverdächtigen und glaubwürdigen Zeugen Rahm und Schattner
ist festgestellt, daß der Angeklagte bei dem in Frage siehenden Vorfalle, am
19. Dezember 1880 zu Hettenleidelheim, in dem Hofe der Maltry'schen
Wirthschaft das offene Messer in der Hand hatte und in die Wirthschaft
zurückging, als Nahm zu ihm sagte: „Anton, Du stehst ja da wie ein Moörder,
was willst Du denn mit dem Messer?“ Dieselben Zeugen wie auch zwei
weitere noch geben in übereinstimmender Weise an, daß kurz darauf Wilhelm
Meister und der Angeklagte, jener mit einem Schürhaken, dieser mit einer
dohlenschaufel bewaffnet, aus der Wirthschaft heraus kamen und auf sie los⸗
        <pb n="384" />
        erhielt: Suppe mit 2 Leberkn ödeln, Rindfleisch mit Gemüse,
Schweinsbraten mit grünem Salat, 2 Liter Bier und 5 Cigarren;
die Unteroffiziere: Suppe mit Knödel, geräuchertes Fleisch, Rind⸗
fleisch mit Gemüse, Gansviertel mit Salat, Bier, Champagner u nd
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F In Kissingen sind bereits am 21. ds. die Hofwagen
eingetroffen, welche der König dem Fürsten Bismarck auch während
seines diesjährigen Aufenthaltes zur Verfügung gestellt hat.
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Druck und Verlag von

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— Nach dem „Tageblatt“ hat Graf Herbert Bismarch
aunmehr die Genehmigung seiner Eltern erhalten, die Fürstin
LFarolath heirathen zu dürfen. Es wäre in diesem Falle nicht
ausgeschlossen, daß er fuͤr einige Jahre einen diplomatischen Posten
enseits des Oceans, vielleicht in Washington, übertragen erhielte.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme sß.
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Ueber Sonntag
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— —4 * “nr ——
—8 —z220— —
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9 Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗
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chaft. Erscheint Mittwochs u. Samstags jeder Woche in großem Zei⸗
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Naummerne5 Ntark. Beirag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
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Deulliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nothig.
Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankuünd. von Geschäftsverkäufen —
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48 102. Dienustag, den 28. Juni
1881.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Ministerwechsel.) Die „Augsb. Allg.
3tg.“ meldet: Der König genehmigte unter huldvoller Auerkenn—
ing u. s. w. das Gesuch des Ministers des Innern v. Pfeuffer
im Enthebung vom Ministerposten und erhob denselben in den
erblichen Freiherrnstand. Der König ernannte den Präsidenten der
Regierung von Oberbayern, Freiherrn v. Feilitzsch, zum
Minister des Innern und den bisherigen Minister des Innern,
.Pfeuffer, zum Präsidenten der Regierung von Oberbayhern.
die Ernennungen treten vom 1. Juli ab in Kraft.

Wenn auch seit längerer Zeit, io wird dem „Pf. K.“ aus
München geschrieben, wiederholt die Rede war, daß der Staats-
ninister des Innern Frhr. v. Pfeufer die Absicht habe und zwar
ius Gesundheitsrücksichten zurückzutreten, so ist doch der neu einge—
retene Ministerwechsel ganz unerwartet gekommen und hat gerade
in hohen Beamten⸗ und Gesellschaftskreisen am allermeisten über—
rascht. Ist ein Wechsel in der Leitung des genannten Ministeriums
zu jeder Zeit von großer Bedeutung, so ist das noch mehr der
Fali, wenn derselbe unmittelbar vor den Landtagswahlen erfolgt,
für welche ja der zurücktretende Minister alle Vorbereitungen ge—
roffen und insbesondere die Wahlkreiseintheilung festgesetzt und
rlassen hat. Unter diesen Verhältnissen müssen es jedenfalls sehr
jewichtige Gründe sein, welche den Ministerwechsel gerade in diesem
ugenblick herbeigeführt haben; welche aber, darüber verlautet vor—
rst noch nichts Bestimmtes. — Frhr. v. Pfeufer war früher Poli—
eidirektor in München, dann Regierungsdirektor in Augsburg und
rierauf eine Reihe von Jahren Präsident der Pfalz; am 21. August
871 wurde er als Staatsminister des Innern in das an diesem
TSag neu gebildete Ministerium Hegnenberg berufen. — Der neue
Staatsminister Frhr. v. Feilitzsch war von 1870 Regierungsrath
im Staatsministerium des Inneren, fungirte während des Krieges
ils Civilkommissär in den Reichslanden, war dann mehrere Jahre
Holizeidirektor und Polizeipräsident in München und seit 1. Jan.
1880 Präsident der Regierung von Oberbayern. Als künftiger
Staatsminister des Innern isi Frhr. v. Feilitzsch übrigens schon
uinige Male bezeichnet worden.

Die an den Bundesrath gerichtete Eingabe des Vereins
zeutscher Tabakfabrikanten und Händler wegen des Geschäftsbe—
riebes der Tabakmanufactur in Straßburg ist zurückgewiesen
porden. War leicht vorauszusehen; das Tabakmonopol rückt
mmer näher.

*St. Ingbert. Das von dem Vorstand des landwirth—
chaftlichen Bezirksverein Zweibrücken, Herrn Gutsbesitzer Otis
Freudenberg, an die hiesige Stadtverwaltung gerichtete Ersuchen,
»ie Kosten, welche aus der Abhaltung eines landwirthschaftlichen
Bezirksfestes dahier entstehen, aus städtischen Mitteln zu bestreiten,
vurde am Sonntag vom Stadtrath wegen der Hoöhe der zu er—
vartenden Ausgaben abgelehnt. Das Fest wird demnach ander—
värts abgehalten werden.

*— Der Komet, welcher seit sechs Monaten von unseren
Antipoden beobachtet werden konnte, ist nun auch uns sichtbar ge⸗
vorden und wurde hier schon an mehreren Abenden gesehen. Er
eht ziemlich tief im Norden in der Nähe der Capella, des hellsten
-zterns in diesem Theile des Firmaments. Seine Beobachtung
äßt sich bei wolkenlosem Himmel sehr leicht bewerkstelligen, da der
euerige Weltenbummler sehr intensiv leuchtet und auch dem unbe—
oaffneten Auge deutlich sichtbar ist. Er durchläuft dieselbe Bahn,
vie der im Jahre 1807 beobachtete Komet. Da indessen der letzt⸗
enannte Komet der Berechnung nach eine Umlaufszeit von 1540
zahren braucht, so läßt sich annehmen, daß er mit demselben nicht
dentisch ist, daß sich vielmehr die schon mehrfach beobachtete Er⸗
cheinung wiederholt, nach der zwei von einander unabhängige
dometen dieselbe Bahn durchlaufen.

* Am Sonntag wurde häer durch Hrn. Polizeikommissär
Faerch aus Saarbrückeü mit Hilfe der hiesigen Gendarmerie
in Gauner verhaftet, der, nachdem er erst vor kurzem eine zwei⸗
äͤhrige Gefängnißstrafe verbüßt hatte, am letzten Samstag aus
dem Anwaltszimmer im Landgerichtsgebäude zu Saarbrücken einen
Roöck der einem der eben plaedirenden Anwälte gehörte, nebst einem
Zute entwendet und sich damit aus dem Staube gemacht hatte.
Bei dem Diebe wurden bei der Verhaftung auch mehrere Stempel,
velche jedenfalls zum Pässe-Ausfertigen bestimmt waren, vorgefunden,

** Aßweiler. (Wie eine Gemeinde ihren Lehrer ehrt.)
Der Gemeinderath von Erfweiler-Ehlin gen bedachte
purch einstimmigen Beschluß den Lehrern der obern Schule doct
elbst, Herrn Zickgraf, mit einer ständigen jährlichen Theuer⸗
ungszulage von 108 Mark vom J. Januar 1881 an beginnend.
Es ist diese Opferwilligkeit um so mehr anzuerkennen, als die Ge—
neinde seit Jahren mit Umlagen, hervorgerufen durch Schulhaus—
ind Straßenbauten, überreichlich gesegnet ist.

Aus dem Bliesgau. Unsere Bevölkerung ist mit
zrößtem Eifer mit der Heuernte beschäftigi, die Quantität läßt viel
u wünschen übrig, da der Regen fehlte, die Qualität jedoch ist
usgezeichnet. Wenn nur einigermaßen der Klee gedeiht, sowie das
ßrummet, so ist kein Futterm ingel bei uns zu befürchten.

MA Aus dem Blieskthal, 26. Inni. Der unsere
zluren so sehr nöthige Regen ist bis jetzt noch immer ausgeblieben.
die Leute haben deßhalb, um ihre Setzlinge versehzen zu können,
Basser fahren müssen und trotzdem ist eine große Anzahl derselben
verdorrt. Das Korn steht sehr gut, und nur der Weizen hätte
degen nöthiger, damit er größer würde und in Folge dessen mehr
Ztroh liefere. — Die Heuernte ist völlig eingetreten; die meisten
Wiesen sind schon gemäht, viel schönes Heu ist schon eingethan
ind wird das noch draußen sich befindende hoffentlich auch gut
ingeheimst werden. Wenn es dies Jahr auch nicht fo viel Heu
zibt, als in den 4 Vorjahren, so ist dessen Qualität, aber auch
ꝛine weit bessere. — Kirschen gibts heuer bei uns so gut wie keine,

!Aus dem Blieskhal. Mit sichtlicher Freude und
inem behaglichen „endlich“ wird, wie ich von mehreren
Freunden und Gesinnungsgenossen aus der Umgegend vernommen,
ie Nachricht von der Annahme der Candidatur zum Reichstage
Seitens des Herrn Oskar Krämer begrüßt. Nun ist der
ebhafte Wunsch der meisten Bewohner unseres Wahlkreises in Er—⸗
üllung gegangen, was uns zu der Annahme berechtigt, daß Herr
). Krämer auch die meisten Stimmen erhalten wird. Besonders
rfreut, sind die Leute darüber, daß nun ein Mann, der im Wahl⸗
reise ansässig ist und seine Verhältnisse aus eigener persönlicher
Unschauung kennt, sich zu dessen Vertretung entschlossen hat. Be—
eichnend ist in dieser Hinsicht die Aeußerung eines alten Freundes,

Ausland.

Paris, 25. Juni. In der Kammer und der Presse herrscht
me erhebliche Aufregung wegen der Vorgänge in Algier. Die
Blätter sind voll von Schilderungen der von den Horden Bon—
Umemas verübten Schlächterei, in Folge deren übrigens auch
nehrere Hunderte von spanischen und französischen Arbeitern, ferner
Weiber und Kinder von den Arabern in die Wüste geschleppt
durden, wo sie zweifellos in brutalster Weise mißhandelt werden.
Die von allen algerischen Deputirten unterzeichnte Interpellation
es Abgeordneten Jacques, deren Diskussion am Montag (gestern) be—
zinnt, ist persönlich scharf gegen den Gouverneur von Algier, den Bruder
»es Präsidenten, Albert Grevy, gerichtet. — Der „Voltaire“ und
Temps“ organisiren eine Nationalsubskription für die algerischen
Ipfer. — Die „Revolution sociale“, das Journal der bekannten
ouise Michel, kündigt an: die versuchte Sprengung der Thiers—
ztatue sei blos eine Vorläuferin größerer Ereignisse dieser Art
ewesen.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 28. Juni. Am Sonntag wurde in
mserer Nachbargemeinde Rohrbach in herkömmlicher Weise das
Fohannisfest gefeiert. Am Vormittage trafen von dort die
n den preußischen Gruben beschäftigten Bergleute in geschlossenem
zuge mit Musik und Patronatsfahne zum Besuche des Gottesdien⸗
ies hier ein. Am Nachmittage entwickelte sich am Orte selbst ein
ebhaftes Treiben. Von auswärtigem Besuche waren die Wirth—
chaften gefüllt und da auch das Wetter das Fest begünstigte, so
aachten die Herren Wirthe vergnügte Gesichter.
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        der an seinem Namenstage, an dem er obige Nachricht empfing,
meinte, dieselbe sei ihm das angenehmste Namenstag⸗Geschenk.

—inh. Von der Blies, 27. Juni. Gestern Abend
gegen 7 Uhr ertrank beim Baden in der Blies das 8jährige Söhn—
chen des Maurers Peter Mar tin von Bliesdalheim. Der Leich—
nam desselben ist bis jetzt trotz eifrigen Suchens noch nicht gefun⸗
den worden. — Auch' hier wurde der Komet am Freitag Abend
zum ersten Male zwischen 10 und 11 Uhr, am nordöstlichen
Himmel bemerkt. J

— Wie der „Eilbote“ hört, hat Herr Oberamtsrichter Trauth
von Blieskastel, welcher bekanntlich den Wahlkreis Landau⸗
Neustadt in der bayerischen Abgeordnetenkammer vertritt, die Er—
flärung abgegeben, ein Mandat nicht mehr annehmen zu können.

Am vonnerstag findet in Zweibrücken auf Einladung
des engeren Ausschusses des liberalen Wahlvereins eine Besprechung
über die bevorstehenden Lande und Neichstagswahlen statt.

Auf den Kartoffelfeldern der Gemarkung Landstuh!
zeigt fich ein schwarzer Käfer, der nicht unbedeutenden Schaden zu
herursachen im Stande ist.

F Kaiserslauterer und Kirchheimbolander Sozialdemokraten
sollen die Aufstellung eines Reichsiagskandidaten für den dortigen
Reichstagswahlkreis beabsichtigen. Es dürfte sich dabei allerdings
weniger um die Wahl eines Abgeordneten, als um eine Probe der
Parteistärke handeln.

F In Vandan ist auf heute, den 28. d., eine Gemeinde—
versammlung einberufen, welche zur Aufnahme eines Anlehens

* * *

Licitation.

Samstag den 16. Juli
nächsthin, Nachmittags 3
Uhr, zu St. Ingbert, in dem
zu versteigernden Wohnhause,
wird durch den unterzeichneten hie⸗
zu gerichtlich beauftragten Amts⸗
hermeser des kgl. Notars Franz
Sauer daselbst, die nachhin be—
schriebene Liegenschaft in der
ESteuergemeinde St. Jugbert,
der Abiheilung wegen, öffentlich
an den Meistbietenden zu Eigen—
thum versteigert, nämlich:
Plan-Nr. 243, 1 a Fläche

Wohnhaus mit Stall und

Hoftaum Plan-Nr. 245,

a Pflanzgarten und Plan⸗

Nr. 41462, 3 a, 50 qm.

Garten, das Ganze gelegen

zu St. Ingbert in den

Hobelsgärten neben Peter

Redel;

Eigenthümer sind: die Kinder
und Erben der zu St. Ingbert
berleblen Eheleule Nikolaus
Stief im Leben Bergmann und
Elisabetha Jung, als:

J. Georg Stief, Berg⸗
mann;

2. Valentin Stief, Berg⸗
mann, früher in St. Ingbert,
jetzt in Locust Gap, Staat Pen—
silbanien in Nordamerika;

3. Nikolaus Stief Blech—
schmied;

4. Elisabetha Stief, gewerb⸗
lose Ehefrau von Joseph Busch,
Bergmann, und dieser selbst der
ehelichen Ermächtigung und Gü—
tergemeinschaft wegen;

5. Karl Stief, Bergmann,

6. Jehann Stief, Berg⸗
mann;

7. Philipp Stief, Berg
mann; und

8. Peter Stief, emancipirter
Minderjahriger, welcher den Peter
Jung, den Achten, Bergmann
zum Curator hat.

Alle, wo nicht anders ange—
geben in St. Ingbert wohnhaft.

St. Ingbert, 28. Juni 1881.

K. Auffschneider,

Amtsverweser.

⸗
⸗
Hausversteigerung.
Dienstag, den 5. Juli
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
chaft von Gebrüder Vecker
Brauerei St. Ingbert) läßt Peter
Kampf, Schreiner daselbst
hurch den unterzeichneten Amts—
veser des kgl. Notars Franz
Zauer, die nachbeschriebene Lie⸗
jenschaft in der Steuergemeindt
St. Ingbert öffentlich an der
Meistbielenden zu Eigenthuw
versteigern, nämlich:
Plan Nr. 5282 1 4 20
qm Fläche, Wohnhaus mit
Hofraum und Plan Nro
528b, 2 a 30 qm Pflanz
garten allda, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert an
der Kaiserstraße neben Peter
Weißgerber und Michael
Menges.

Das Versteigerungsobjekt kann
his zum Versteigerungstage aus
treier Hand verkauft werden.

St. Ingbert, 28. Juni 1881

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

* e
Eine Wiese
im Allment für diesjährige Ernte
ist zu verpachten, ebenso ist eine
Wohnung.
mit 2 Zimmer, Küche, Keller
und Speicher, im II. Stock
meines Hauses, bis gegen Ende
Juli beziehbar, zu vermiethen.

Michael Haas.
10 bis 12
Maurer
finden gegen hohen Lohn dauernde
Beschäftigung bei
Jakob Schulz in Sulzbach
TIL
welehe FranzöεS, —XX
liseh, Linlieniseha odor
Spunischa wirklieh
—F SPprechenm lernen wollen.
Grnuatis und sraneo zu bezieher
durch die
Rosentha—l'seho
Verlagshandlung in Leipæig.
Fruck und Versaaga von F .

von 300,000 M. (behufs Deckung der Kosten für die Neubauten
des Hauptzollamtes, die Kanalisation der Unterstadt, das Postge.
bäude und den Wellbachweg) ihr? Zustimmung geben soll.

— An der Hundswuth gestorben. Unter entsetzlichen Erschein.
ungen ist in dem Orte Neu⸗Jsenburg (Hessen) ein neun—
ahriges Mädchen an der Tollwuth gestorben. Das Kind war vor
sia vier Jahten von einem Hunde gebissen worden. Die Wunde,
welche ganz unbedeutend gewesen sein soll, heilte mit gutem Ver—
lauf. Vor etwa 14 Tagen wurde das Mödchen plötzlich krank,
bekam Schaum vor den Mund, verzerrte Gesicht und Glieder, wollte
stets küssen und dabei um sich beißen. Dabei klagte es über bren⸗
enden Durst, schauerte aber vor dem Wasser zurück. Das arme
Zind hatte entsetzliche Martern auszustehen, bis es endlich nach vier
Tagen durch den Tod erlöst wurde.

4 Einer offiziellen Statistik zufolge sind in den Unruhen von
Marseille im Ganzen 2 Franzosen und 1 Italiener getödtet
5 Franzosen und 13 Italiener verwundet worden.

GEisenbahnunglück) Auf der Morclocipu⸗Bahn
stürzte bei Curatha (Mexiko) in der Nacht vom 24. Juni ein
Zug in den Sanatoiofluß. Gegen 200 Passagiere kamen um
Fiele wurden verletzt. Die Vassagiere bestanden zumeist aus Soldaten
Dienesnach richten.
Kaplan Joseph Becker III. in Herrheim erhielt aushilfsweise an Stel⸗
des erkrankten Kaplans Schaub Anweijung nach St. Ingbert.
Fur die Redaktion verautwortlich: F. X. Demes.

— — — ——— — —
Münchener und Aachener
Mobiliar-Feuer-Versicherungs-Gesellschaft.

Der Geschäftsstand der Gesellschaft ergibt sich ans den nach
stehenden Resultaten des Rechnungsabschlusses fuür das Jahr 1880
Grundkapitai... . .4b O9,O00,000. -
Prämien⸗ und Zinsen⸗Einnahme für 18808, 8,023,193. 80
Prämien⸗Ueberträg 10,222,874. 1

. 27,246,067. 9
Versicherungen in Kraft am Schlusse des
Jahres 188608. .44679,3842, 415.
Den 1. Mai 1881.

Die Haupt⸗Agentur für die Pfalz:
Hein. Kern'in Neustadt a.H
Die Agenten der Gesellschaft:

Joh. Friedrich in St. Ingbert.

Joh. Reeister in Hornbach.

Eman. Simon in Zweibrücken.

Joh. Wannenmacher in Ommersheim.

I ——
Herzogl Braunschweigische
Landes- Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100000 Original-Loosen und 61,000
Gewinnen:

1 Haupttreffer ev. 450,000, 2 Haupttreffer à 12,000,
à 300,000, 29 .10,000.,
„150,000, ,383000,
100000, 60003
78000, 50007
50,000, 4000,
10.000, 30003
30000, 206008
25,000, „1000
20,000, 500.
„185,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganze
Soos durch alle6 Ziehungen 120 Mark.
gie Lrste Ziehung findet statt:
am I4. und 16. Juli 1001,
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganze Halbo Viertol Aohtol
16 Mk. 8Mt. 4 Mt. 2 Mt.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
a geder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
M ilI. Raslius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes-Lotterie
LV
MOOGSOOOODOC:-
Fowekin St Qmabort.

&amp;
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        2 322 2 * 3 2* J * 2* —M — 22 —2 2* 2 2. —
s3 552353553568358358s 3368 3 5
* 22 25 88 — * 8 —8 2
25 5z5—2565—5—25 5—5 — —5 ——2 S25 — — 32 —
5 — 3 3 —333
I———— — 5 5 5552 25 —2.3 838 —33 —
* * 33 2 5 — 8 2 2322 3
2 * — —28 28 5.2 —XäAM — ——
33283823338 557358* 758353 J333—3 —255 — ———
3 3 — 3333332
—25 22.82 —52 23 5575835 28 — —— 2535235
555 3 58 — 625 25 333 —553 383
8 3 5 33 *
—— 3152 5— 2 5 2835 8 5832 DJ 228
— — — — 8— ———28 — 3* s5— — 283
— 255 — —— 8 —36 58333333572
598 2 — ——— 2 —2 325 5503 228 —55 —A
* 8 2 —2—255 — — 52 — 5ö ——— 2—22
—A 355*355826 523* —235 .— —538758 3
——— —cE25 55652 853 — 7—5 83— 826 2535
*7 — 25 — 55—5238 5608 55 3 — 38
3 2 3233 5—z5288 8 382
5533 2 —— — — 3— — 2 —
3*— —5 —2 — 2* 553532 22232 ——— 2 * —5 3
— *— 22 —
37 283
8* o Se — * —— 5 5 8 53 —2
* — — — 3353353 z2383 835 5
— * 32322 * —— — 2 2322 28 535 — — 8 — 33 5 *
— 533 —— 5 32. 5 — —08 — — 258 58
* — * * D * — 8 2
s 5 3 — — 3 3
— —— — 3253*5 28333
—7 3 35 — 38ß— 33
——* be * * —— * 8
533585 —
5588
* 2533555
—2— S 52535
5 — 3255533535
5 ——
8
23 — ——— 283323
25 4 —22 —— — —53555533
5 55 653 — — 0 22 53333
* — 5 3333338 — —— 3338
237 z 3 2333*8* 42535*
—A 3 *0 —— 3* — 35355*78
22535 2 ——— 33828 —33* —— 53*8 2888
22 153 228 23383 8 — 333353
— 382 535 55* 253 ——— 2
282 — — —5 — 53356 8235 —— 888
— 3257* 3525 2 5— — — 25533 33262
— — 238 — — 25365 58*8* 2 33 —
23 5 7 33835 * 5 5332 5** 2 5885 83336 5288 s53357
3 S 2 — —33 328333 2 — 2 — 35*1 5725387 53 2 — —
BMS 2 A— — 28* 325828 33357 285 8 ————
8 8 53833 — — 28
— 2 35 * A 5 5228 5 535335
E 383 * 1233355 2357 535355
— 53 33335 —— 8553 E ——
28 355* 5238 7 —— 3—358 557
* 2 5235 3 * 5355 55 * 53355
55 — 25333 —— 523 — ————— 5335535 ——— *
555335 * 33 — ——— * *22 535 —3
5 3537 —A 53835 A— 55538 58*
— 3255 535 —— .* 2* — 8 —
— * 2 ä 3573538 2823 2,853 3 3383
8 — 38 733858 * — 3* 8 535 ——
35757 —— A — —— —
— 2*⸗ 52* —— 23522
—— ———— 233333555 32 SS 33523* *25
—— —5 23 235 ———— 53 585
5 — 2758 ———
25 FX — 30 —
—E 535 —58 —— — —
— 2 5 * 83 EI355 525
57 35 66
3 235 * —**9* ——
8535232 * 552 * —2 —
— 322 — — * 52 3 52 822*
25353 E AA * 25—„5*
283555 528 ——
J—— 25
553 2 — 8
0 52.2 8 2
— —
5335
—

28 — Dn 22 2 Am ð·. n
255555855 53555833 53232577383533 5 6535
—3 — —
— 23838385 83 — 8 83 —3 62—552
*

——— 283 55 s33353885 37853338 3530 238 35
2 ẽ — — 2787
— ——— 22338 538—2 8 S155 —E —— 25

—— — * — 2 * —— — 2 — —585* 8 2 2A *
53835555* —3—7335 3558—— — 8885 —322 — 8
— * r — —2*5 2 E * 3 —
5582 32*555 33 335 8533 35
55525 55 s—2385 7 —— * 253 2 8 8 S2
—— —— 2823 4 * 7 5 23 52 23 3* —A— 2 —
—3833 2822 —152 5 235 23. 55 3853 — —
— —— 5 23 — 2 358 53585 — — —
— 282 —2— — 53* —B882232*55 —s— * S — —— 583232
—33 353 5885 55 —5533 58233 582225525
— 3 83 55 6335 533535 27
* * 2* — 7 — 5 ——2 — e 2 8
525555 *538 — — —55225 — A ——
5—568233 237*35 25S58835555 22·. 25 5 *5—33
—5.58 5525 53387 8* ——2*55 —— 5 —z375—282* — *
2 5. 5322 * — —2 2 3* — — 2 —— — 322— 28
3 — 3 5338352368
—43 25. 27 3 —— —* S 8 5*
2832 28 ——— 8 2855 — 8 3 — *88 —— —
2323532 —2 55 8 562 3z25 5583 — —538 * —— 55
55 58 ——— —A—— — —— 53558*
— 8253 z 528 5583 *52322 z35,22 25 538
55 —3532 2 * 8 * — 5572 — ————— 8585. 5 2
2 5555 5 325 252 28 3 23 8 —— —
* 5 — — 2 8 — 2S2 2 — 75 2 22* —zVBD 7 28555 8— 2
2. 32 —— — 35 5 —2252 585 5 5 —— 8
32 — 25 355*2 z—5——35685353 — — — —288
353 5 —5,2878 3 S * 52355 — * 3 535
22 32 3 2260 5 88 5333* — 252 28 — 30 7 — E
— — 3 3 255 522*7
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—2— 0 —*5 5* —
22 28
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* —* 5* * 227 2 52 * * 22 3 8 5*
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525 358 5288 55* 2 *235 8343 8 8*8 58 — 58 2333
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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erlcheint wöchentlic viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvreis betragt vierteljährlich

24 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 124 60 4, einschließlich 10 4 Zustell zebühr. Anzeigen werden mit 10 3, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren Raum, Reclamen mit 30 ⸗Hpro Zeile berechnet.
soöß

Donnerstag, den 30. Juni

188t

— ——— —
Deutsches Reich.

Wie nachträglich aus München mehrfach versichert wird,
wäre der Rücktritt des Staaisministers v. Pfeufer durch Differenzen
mit dem kgl. Kriegsminister General v. Maillinger veranlaßt wor—
den, und es wird beigefügt, daß Differenzen gleicher Art auch den
seinerzeitigen Rücktritt des kgl. Staatsministers Frhr. v. Pfretzschner
Feranlaßt hätten.

Se Maj. König Ludwig von Bayern ist in der Nacht vom
27. auf den 28. ds. über Buchloe und Lindau nach der Schweiz
abgereist.

Der' neue bayerische Minister des Innern, Frhr. v. Fei⸗
itzsch, ist am 12. August 1834 geboren und war bekanntlich
vor seiner am 20. Dezember 1879 erfolgten Ernennung zum ober—
ayerischen Regierungspräsidenten geraume Zeit Polizeipräsident von
München. In dieser wie in der späteren Stellung als Präsident
von Oberbayern hat, wie die „Südd. Pr.“ bemerkt, Herr v. Fei⸗
itzsch stets Beweise ausgezeichneter Befähigung an den Tag gelegt
ind sich die ganz besondere Gunst Seiner Majestät erworben. Die
iolitische Richtung des neuen Ministers wird wohl ziemlich die
leiche sein wie die seines Vorgängers.

Die Karlsruher Zeitung meldet amtlich, die Vermählung der
Prinzessin Viktoria mit dem Kronprinzen von
Schweden sei auf Dienstag 20. September festgesetzt.

Ausland.

In Konstantinopel begann am 27. ds. der Prozeß
vegen der Ermordung des Sultans Abdul Aziz. Elf Personen
ind angeklagt, darunter Midhat Pascha, Mahmud Damat, Nuri
Ddamat und Fabri Bey. Das Hauptargument der Anklage bildet
ie Einsetzung einer Commission zur Prüfung der Palastrechnungen
nach der Entthronung des Sultans Abdul Äüziz, zu welcher Mah—
nund und Nuri gehörten und welche der Anstiftung zum Mord
angeklagt sind. Drei Ringkämpfer legten ein vollständiges Geständ—
uüiß mit umständlichen Details ab und behaupten, die Befehle zur
Ermordung des Sultans von Mahmud, Nuri und den übrigen
erhalten zu haben, auch Fabri Bey sei ihnen dabei behilflich ge—
wesen. Alle Angeklagten läugnen beharrlich die ihnen zur Last
jelegten Anschuldigungen. Die Verhandlung wurde vertagt.

Als charakteristisches Stück türkischer Wirthschaft wird gemel—
zet, daß der Gouverneur des Archipels, Sadyk Pascha, wegen Un—
erschlagung eines Theiles der für die durch das Erdbeben geschä⸗—
digten Bewohner der Insel Cios gesammelten Gelder unterschlagen
hat. Nach den angestellten Untersuchungen hätte dieser Biedermann
nicht weniger als 193,000 M. den Unglücklichen auf Chios gestohlen.

Pfälzisches Schwurgericht.
L. Quartal 1881.

28. Juni. Verhandlung gegen Johann Ludwig Weiler, 51 J. a.,
Winzer von Hainfeld, wegen Münzfälschung und Betrugs. Ver—
treter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt Vetri: Vertheidiger: Rechtsprak—
tiklant Schuler.

Der Augeklagte ist ein Mann, der durch Verschwendung, Genußsucht und
Trägheit in Vermoögensrückgang gekommen ist, und schon seil einer Reihe von
Jahren ist das Wenige, was er noch besitzt, verschüldet. Es war deßhalb
seinen Mitbürgern unbegreiftich, wie er seine Familie trotz seines Müßiggangs
durchbrachte, bis er im Dezember 1878 bei der Verausgabung falschen Gei—
des ertappt wurde. Da ihm eine Munzfälschung damals nicht direkt nachge⸗
wiesen werden konnte, wurde er einfach wegen Münzvergehens und Erpressungs⸗
versuchs zu 1 Jahr Gefängniß verurthei l. Sowohl während einer ihm de—
willigten Strafunterbrechung als auch nach Entlaͤssung cus der Strafhaft
verharrte er in seiner beliebten Unthätigkest. Trotzdem ernährte er seine
Familie, unternahm auch kleine Reisen, ohne daß man deren Fiel kannte, so
daß man bald wieder der Ansicht war, Weiler fabrizire wieder Geld. In
der That nahm die Zirkulation von falschem Gelde in der Umgebung von
hainfeld zu. Weiler setzte seine Fabrikate mit gutem Erfolge ab. Er wählle
ich hiezu Bretzebuben und Kellnermädchen, die er theils mit 2 M.- oder mit
aljchen 50 Pfr⸗theils mit 10 Pf⸗Stücken bezahlle

Auch in Landan versuchte Weiler sein Glück theils bei sog. Bretzelbuben,
cheils in Wirthschaften. So kam er auch am 6. Februar 1881 RNach⸗
mittags in die Wirthschaft von Höffner in Landau, wo er mehrere Glas Bier
rank, die er an die Kellnerin mit falschem Gelde bezuhlte. Er wurde darauf—
zin verhaftet. In seiner Wohnung zu Hainield wurden bei der Durchsuchung
aliche Münzen und Formen zur Herstellung derselben gefunden.

Anfänglich gestand er die That zu, widerrief aber später dieses Geständ⸗
niß wieder, wobei er angab, er habe die gefundenen Gegenstände von einem

aubekannten Manne erhalten, der ihn zur Verausgabung von falschem Papicr
zeld habe verleiten wollen.

Dem Angeklagten liegt weiter zu Last, daß er Anfangs Januar 1881
behufs Gestendnachung einer angeblichen Fo derung an den verlebten Huf—
chmied Friedrich Sachs von Hainfeld im Betrage von 599 fl. 49 kr. bei
dem mit der Inventur des betreffenden Nachlasses beauftragꝛten k. Not er Boersch
in Edenkoben eine ein bezügliches Schuldanerkenniß zu Gunsten Weilers ent⸗
jaltende Rechnungsaufstellung übergeben ließ, deren Schlußworte: „bescheinigd,
dainfeld den 1. Mai 1876 rriedcich Sachs nicht von der Hand des Friedrich
Zachs herrühren, vielmehr gefälschi sind und daß er von dieser beweizerheb⸗—
lichen Privaturkande, wissend, daß sie verfälscht ist, zum Zwecke der Täusch—
ung und in der Absicht, fich durch Beschaffung eines Beweismittels für eine
destrittene und sonst nicht erwiesene Forderung einen Vermögensvortheil zu
verjchaffen, Geerauch geinacht und domit sich Hicht nur eines Verbrechens der
Urkunde fälschung, sondern auch, indem er in der Absicht, sich einen rechts—
widrigen Vermösensvortheil zu verschaffen, dus Vermögen der Erben Sachs
dadurch zu schädigen suchte, diß er sie durch Einreichung der verfälschten und
wweiselsohne viel zu hoch gegriffenen Rechnungsaufstellung üser die Höhe der
an ihn eiwa geschuldeten Summe in Irrthum versetzte und nach Wettschlag⸗
ung ihres eigeuen Guthabens im Kapitalbetrag von 324 fl. noch zu einer
ansehnlichen Herauszahlung veranlaßte, des ideell konkurtirenden V.rsuchs des
Vergehens des Betrugs schaldig genmescht habe.

Der Angellagte wurde mil Ausnahme des Betrugs des ihm zur Last
gelegten Verbrechens für schuldig erkannt und zu einer Zuchtha us strafe
don6 Jahren verurtheilt.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 29. Juni. In der heutigen Schö f⸗
fensitzung wurde ein Mann von Ommersheim wegen Ueber⸗
tretung baupolizeilicher Vorschriften zu einer Geldstrafe von 6 M.
went. 2 Tagen Haft verurtheilt und zugleich die Polizeibehörde
exmächtigt, die Beseitigung des ordnungswidrigen Zustandes anzu—
»rdnen. Die Verhandlung in einer Beleidigungsklage, erhoben gegen
eine Frau von Hassel, wurde behufs Vernehmung weiterer Zengen
ausgesetzt auf Samstag den 2. Juli c.

*St. Ingbert. Der hiesige Vorschußverein
vird auf dem am 2. und 3. Juli nächsthin in Kaiserslautern statl⸗
indenden 15. Berbandstag der pfälzischen Credit—
genossenschaften nach vorläufiger Bestimmung durch seinen
Direktor, Hrn. Posthalter Conrad, und seinen Cassier, Hru. J.
Beer, vertreten sein. Aus dem Ausschusse sind ferner noch zur
Vertretung vorgeschlagen die Herren: Kaufmann H. Fischer,
Stadtschreiber Bayher, Lehrer Drumm, Seifenfabrikant S. Kahn.
Es ist die Wahl mehrerer Herren um so nothwendiger, da es sich
aicht voraus sehen läßt, od nicht der eine oder der andere der—
elben verhindert ist, der Versammlung anzuwohnen. — Aus der
sehr reichhaltigen Tagesordnung für die Haupiversammlung des
Verbandstages heben wir als besonders wichtig hervor: 1) Be—
prechung über das neue Gewerbsteuergesetz event. Abänderung der
Bereinssatzungen. (Referent: Verbandsdirektor.) 2.) Es ist den
Creditwereinen, insbesondere den länger bestehenden zu empfehlen,
darauf hinzuwirken, a. daß durch die Herabfetzung des Eintritts—
geldes auf ein Minimum und Ermäßigung der Theilzahlungen
auf Stammantheile der Eintritt in die Genossenschaften erleichtert
wird; b. daß Vorschüsse an Landwirthe auf längere Zahlungster—
mine als bisher gewährt werden. (Referent: Speherer Volksbank.)
3.) Es ist den Vereinen dringend zu empfehlen, die Provision undb
den Zinsfuß so zu regeln, daß die Mitglieder billig bedient werden.
Referent: Ettling-Kirchheimbolanden.) 4.) Besprechungen über die
Abänderungen zum Genossenschaftsgesetz. (Vortrag des Hrn. Dr.
Schneider, Vertreter der Anwaltschafi.)

FIn Frankweitler fiel das dreijährige Mädchen eines
Steinhauers, vermuthlich während es Wasser trinken wollie, kopf—
über in einen großen Brunnentrog (Viehtränke) und ertrank ehe
Hilfe kam.

Aus Imsweiler berichtet die „Pf. V.“: Die hier zu
Lande „Köhdetz“ genannte Herbstzeitlose (Colehicum autumnale)
scheint der modernen Bierbereitung immer wichtiger zu werden.
So ließ neulich hier und in der Umgegend ein Handelsmann aus—
schellen, daß für das Simmern der genannten Giftpflanze 15 Pf.
bezahlt werden. Ob eine und welche Brauerei dahinter sieckt, kann
natürlich blos vermuthet werden. Hat unsere Polizei nicht die
Verpflichtung, sich den Verwendungsnachweis von dem qu. Handels-
mann erbringen zu lassen?

Bei der am 31. Mai d. J. Statt gehabten Ziehung der
Dr. von Hanner'schen Kinderspital-Lotterie in München sfiel der
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        2. Haupitreffer nach Passau Niederbayern), der dritte Haupitreffer
don 5000 M. nach Veramold (Westfalen), ferner Treffer zu 2000
und 1000 M. nach Düsseldorf, Plattling, Röthenbach, Lindau,
Sberammergau, Sittenbach und Dahn (Pfalz.) Der 1. Treffer
mit 30.,000 M. wurde vermittelst des Vorschußvereins Zweibrücken
eingelösi. Hervorgehoben muß werden, daß die Göttin Fortuna
diese Liebesgaben in anerkennenswerthester Weise ausnahmslos
Armen zu Theil werden ließ.

Nach der amtlichen Uebersicht über das Malzaufschlagwesen
in Baiern für 1880 betrug die Anzahl der im Betrieb stehende
Zraunbierbrauereien im ganzen Königreich 5524, um 20 weniger
als im Jahre 1879. Hiervon waren 5099 Privats, 17 Actiens,
355 Commuͤne-Brauereien, 33 standen lediglich für den Hausbe⸗
darf in Betrieb. Der Malzverbrauch der saͤmmtlichen Brauereien
var 5,088,330 hl, um 1064,637 bl, um 104,637 nl weniger
als im Jahr 1879; die Menge des erzeugten Bieres betrug
11,583, 203 hl (wozu noch 450,524 hl sogen. Nachbier konmen),
um 321,300 l weniger als im Jahr 1879. Essigsiede—
reien gab'es 118, um 19 weniger als im Jahr 1879. Von
denselben standen 47 in fabrikmäßigen und 71 in Klein-Betrieb;
die Menge des erzeugten Essigs betrug 68,971 bpl um 2167 bBl
mehr als im vorhergehenden Jahr.

PBier-Au'ss- und Einfuhr in Baiern. Im
Jahr 1880 wurden aus Baiern 745,831 ul Bier mit Anspruch
auf Rückvergütung des Malzaufschlages ausgeführt, um 102,631 hl
mehr als im Jahr 1879. und zwar 520,512 nl in Gebinden und
372 Min Flaschen nach den norddeutschen Staaten, 143,815 hul
in Gebinden und 308 hi in Flaschen nach Baden, Württemberg,
F. saß⸗Lothringen, 79,355 bl in Gebinden und 969 nl in Flasche.n
d⸗ l J
Geschäfts-Aebertragung.
Meinen geehrten hiesigen, sowie auswärtigen Freunden und
Gönnern zur gefl. Nachricht, daß ich mein langjährig betriebenes
Manufactur und Colonialwaaren-Geschäft
in Joseph Neymann übertragen habe und bitte ich das mir
bisher geschenkte Vertrauen und Wohlwollen demselben in gleicher
Weise zukommen zu lassen. Achtungsvollst
S. J. Woll.

Höfl. Bezugnehmend auf Obiges bitte das Herrn P. J.
Wo Nl visher geschenkte Wohlwollen auf mich gütigst übertragen
Iu wollen- und werde ich bestrebt sein durch prompte und
deelle Bedienung das mir geschenkte Vertrauen in jeder Weise
zu rechifertigen.

Zugleich erlaube mir einem geehrken hiesigen wie auswärtigen
Publikum mein wohlassortirtes Lager in Maunfachur und Colo—
zinalwanren bestens zu empfehlen.

Achtungsvollst
JoOosenla VJvmounm.
2 Stellen⸗-Ausschreibungen kosteufree E
2 Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗ G
HGtelle N· viat zAusschreibung offener Stellen des Handels-

—2 u. Gewerbestandes, der Industrie und Landwirth⸗
ichaft. Erscheint Mittwochs u. Samstags jeder Woche in großem Zei⸗
tungsformat. Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller
Braͤnhen. Abonneinentopreis für je 8 Nummern 2 Marl, für
24 Nummern 5Mark. BVetrag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
dung erfolgt franco vper Sireifband. Beginn d Abonn. jederzeit.
Deulliche Augabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Dags Blatt eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen

S c. gInsertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
Z in Eberswalde, Pr. Brandenburg.

Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗
J men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf.

— ——— *
Isaac Lob, Viehhandler
Isaae Löb, Viehhändler,

im Hoñf mann' ichen Hause, gegenüber der protest. K irche
hält destaͤndig Lager in

Mehl, Hafer und Kleien,
sowie allen Hülsenfrüchten.
Eine größere Zahl guter Kühe,
für deren Güte garantirt wird, sehen immer zur Auswahl
da, und wird bemerkt, daß nur reelle Verkaäufe abgeschlossen werden.
uvAuch werden täglich ca. 75 Liter Milch, a9 Pf.
per Schopvpen an ständige Kunden abgegeben.
——

Besoldungsquittungen
Shtück à 15 — sind zu haben in der Druckerei von
S. X. Demetz.
Truck und Nerlag von F. x.

in das Zollvereins-Ausland. Aus dem Vereinslande mit Zollent
richtung wurden 2464 Bl und 1075 l weniger als im Jah,
1879 eingeführt.

Die, Dortmunder Zeitung“ meldet: „In Barop auf der
Zeche,Luise Tiefbau“ erfolgte am Freitag eine Explosion schlagen
der Wetter. Bis Nachmittags 5 Uhr sind fünf Todte und vier
Schwerverwundete herausgeschafft worden. Nach neueren Bericht
ungen sind 17 Bergleute todt und 5 leicht verwundet worden.)

ꝓ Zum 1. Juli treten die Vereinigten Staaten von Colum
hien, sowie die Republiken Hayti und Paraguay dem Weltpost
perein bei. Von diesem Zeitpunkt ab kommen mithin für Brief—
sendungen nach und aus den genannten Staaten die Vereinsporto
sätze in Anwendung, nämlich: 20 — für frankirte Briefe, 40 &amp;
für unfrankirte Briefe, 10 H für Postkarten, 5 B für je 50 gr
Drucksachen, Geschäfispapiere und Waarenproben, mindestens jedoo
20 — für Geschaͤftspapiere und 10 — für Waarenvroben.
Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetz.
ISDurch ein Versehen der Verlagshandlung von Greiner
in Siuntgart waren uns von Nr. 26 unserer illustrirten Sonntags—
beilage zu wenig Exemplare zugegangen und konnte darum vor
uns genannte Nr. mit dem Schlusse der Erzählung „Irma“ einen
Theile unserer Abonnenten am Samstage nicht zugestellt werden
Auͤf erhobene Reklamation erhielten wir nun nachträglich di—
noch fehienden Exemplare, leider jedoch mit anderer Nr. (Nr. 18)
die wir heute mit dem „Anzeiger“ den betreffenden Abonnente
mit der Bitte um freundliche Nachsicht zustellen.

Die Expedition.
—— —
CO— 28
KLerzogl. Braunschweigische
Landes Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100,000 Original-Loosen und 51,000
Gewinnen:
Haupttreffer eb. 450, 000, 2 Haupitreffer à 12,000,
à 300,000, 22 10,000,
„150,000, 8000,
100,000, 6000,
75,000, 5000,
50,000, 4000,
40,000, 3000,
30,000, F 2000
25,000, „1000
20,000, 500
„15,000,.
Reichs-Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganze⸗
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am I4. und I6. Iuli 18681,
zu welcher ich Original-Loose
Canzo Halbo Viertol Aohtol
16 Mk. 8 Mt. 4 Mk. 2 Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
r 74 —— ——
. Basilüms,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
im Rraunsehweig.
WMOoO
Zwangsversteigerung.
Montag, den 4. Juli nächst—
hin, Vormittags 10 Uhr, in der
Wirthschaft des Herrn Rollfüh—
ers Johann Schwarz jr. (Bahn⸗
jofstraße) dahier versteigere ich
wangsweise gegen sofortige Baar—
zahlung:
10 verschiedenartige kühe,
2 Pferde, 1 Fohlen und
1 Wägelchen mit Dielen.
Das Vieh kann zu jeder Zeit
in den Stallungen des genann—
ten Schwarz angesehen werden.
St. Ingbert, 28. Juni 1881
Faßbender,
igl. Gerichtsvollzieher.
Demetß in St. Inabert.

Warnung.
Ich ersuche hiermit Jederma⸗
meiner Frau Katharina Keß
ler geb. Kiehm auf meine
Namen etwas zu borgen oder z
leihen, indem ich keine Zahlun
für dieselbe leiste.

Rohrbach, 28. Juni 1881

Peter Keßler, Schreine
Dr. Zwiclke.
Augenarzt,
ist während des Monats Ju'
verreist.
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        2.22
353 538
82 18 58
u 88 M 322 M
553.22 3* —
— —33*5338 8 55
22232 — — * — — S
54 32353 * 33353355 2558
254 52*5* 388333 — 2
*2 — — B — — 22 222
353,88 —— 328 * 833 75855 *
22 —B 9 5.2 * * 2 2*
— 2388 2 —* * 22 — 2325 235
3 3383* 2 ———— * 2 58 * —— ——— c—2
* 25353 * 5 58. — — 2 —A ——
— ——— 325588 — — A
2 8 2— 2 5 577 2 5 8— * —A 2
502 8 —— 7 233*28 25—* 2855 —A 25588*
* — ———— 2235.* 53 —E — 35355 35 2855585 32 —
—5253 3— 3857 8* 52 8 5*5568 —— — 32 —
— * 25838 22 —— * * 3 * *8 — — 3* — ——————
*. 8 23 —. 2 8 3 — 8.* ——— — * —
2 8 * — S S* 5333 2— 2 25 9285 — —35 —25 2 X
— 2 — — —— 2 8 * * 58 WVT O 5. 5.2 * — — 8
* 33 5B* 733355583533 35 3 538 — —58 ——2 — —
2 57 5 58355 5c 23 *„cE 55 * * — 288 52 2*
———5 238 5325 36 Ssc7—3 — 718 * 23 582 588 —85*3555
— 25 5385 233 28 * J 23 333 583v
— 28 2533275 5338 333* S N — —— 3 **28 5 38
* — 2 * 2 22 ——
83 7133 — 383 8 —A 5558 3333553835
2 — * 53—60 35553 95 —— 80
* —— 3—⸗ —A — 2 8 58253 2 — 2 7 —— 52 28858
25 2 — ag — D —8 * 523 8 — *
— — 838 —53585533 * 53*3 3535383387 5335——558
5 558 — — 2523 325 — 3 253 5333 535* * 5
55 355527 53358 588233 578535 5588 —58 z383 *
325 — 5563 ——— 3388388 —35 53 A8 25* 58383
— 535 75 27505 — 3— 855353 — ——— 5333833587
—X — 7 533588 —5255 38 55 3555 52 —28
— *88
— 37 * * 282V 55238 583565 *22 5* —
23 332 5*35* 33*3 355* 433588
5* —— 88338 —— — 8 —A—
5* 23 83*83 — 28 55328 * 35*5—588 *8 *
* — 52*9 ——z28 *8 * * 2
— — — 285558
— —— 2 53* S * · 29 2328* — 5*
— 532 2533353 8 F 532*
SZ22 A— 258538325 5253555
*2* 2.5 533552538 5 — — 2*824 —A —— *
3553 58* 75 3528 23 *52 3Z8 8 353255 —
* 25223535 8— 28333 2 3885 5835 25
—A — —558 F 25855 22 —2 328E83
* —3 55—55 2 53532357 5333*5*5 2522 3
83** 55 — 86325587 2388
5 —V—— 32553353 z268 —86 535 32883 5738385
—* — 255 —3255 — — — 22 25* *858 2223335
— —— * — * 2 32 —EV — — 28 * 3228
* 25 .58 5 5533—28
— 38 3220 *233 5 528 232*37 3z23333
2* * 8 22 535338 —— J — 2523— 53
3 R 2 2 5853357 * — — F 23255825 235585 —3
2 23 7728 53532 3144 *535 555755355 ——— ——
* 2 5553587 5432 8 ——A —5 —3235838
7 2 —B 2 52 38 2538 5355 —35. 2328
—X 2 533 2528 25333532 z23 555 *52 O D. 5
35 — 2 7 V 23 2525 — .55 —8 E 50 —A 538325
2 * —8 * 2 *
— * 5 — 2 28 — —— — * 2852 *5
*2c835 ——— 57 3285 3 3* 7* 255572* 35 —*
»82 223 55532 58 3 3 52*
— 2355,55 25 * 3 5 5353538 ——
—— — * —A— 0 238 3 2
—532 7533332323* —* 5
B8BES 2 52753 5335 * 32 — —2 — — —
2 5 2 * 2. 2 8 — S — S . 2 2
——— 5 ** 3 5 —* —2 — —— —25E66 53283 5383 5527* —AAp 8 2* 5
2285 —— 23335 52*55 ——ã —— 58 2528 53532 53*8 *—
228523 —— ————— —52— 523 5335* —— 3535 — 25*8
7 2 3z22 5 355* — * 5255 53 575 5355
—— 27 2537 *2* 2528355538 5 3
— 8 A— 3 8*2*3 7 53335 — — 8555 5 *22 —— —
8 2 535 — — 8 — 225 *2 2353348 25
2588 e⸗ 55 * 8225 230 —A —— * —
558 3888357 35532588 22535 * 7r 533538
—X — * — — S 2 —25 *2 — 252 555
8 5 2 — — —* 8 — 5588 7
2538 J5 255 525 55255 3288 52 *
5553 33 — 25236535
8 2 2 5* 23
282 7d 8z335 22
* 9353372337
723 EA
533
2.
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27 25

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F 8325823333233 — —33 — —55838335 55

—535335 555 583 333 — *25
—2 S — —— * * — —

— 28 82 33 53 33 32
— —— — — — —* * . —3
5 38 —883 —25 —z25 — 8 B53335* 522* 25

—— — 588 27 —8352 2 5.25 3—8 5— *— — S·
8 8532335 ⏑ — ——— * —— — 3233 — 3838238 3
— 25 2* 2 8 28523 5

—85 —38338 35338 57

8 35235 3 — — 233338 328 — w 5 3

— — — 62. * 55325* — 87 323565 5 — —

8 — 3 8 * 2 — —58
332 78 33 — 33 537 5858 57
ꝛ 252 235 25. 3338 —A S — ———5 2 52
g 2* S 5252 * — — —2—5 72 — 56 58238 6
52 —&amp; 235 2355 —— 584 ** 55353355 22 *732 *
583 5 34 —2 85 2*

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— — —A —— 525 32 525 ——2552 252 * 5 275
5 *53 — 5— —A 525*58 — 852365
52— 3 3 * — —23 58 —————
—— *8 ——. 2 42 3238 2 —
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2 6 3 3 373— 85
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55555 555 —s8 3 5 533
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585— 70 532 5 —35
——52 8 3 J—
53575 253 53358 — —— 2*——8 3532357
53 3— 258 5 28 53522
— * *7 — * —* — 5 8
—— 32583 —5 223 5 8
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— 78355—5 5 — 38 338
2323333 2 — ——— — 553
* **5 2.55 * 25 2 552.3 57
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53 28283 S88 233 23. 3 5— 52 2— 52 —
— —— 53 233333353 88723 23 —85868 — 22 *235 322
20 5 23 32383223 5 5852 2.2 * 5 32
3333833* 43 3483 33353 5.*533 34
— — * * ** 2
3338 57 *3 33333 I3 2358 253.3 8 88
283.2. 33 23 — 335 22258 — 25 233
2 — 2 2 832* — ⸗ 2 S — * 527 * 2— — ———— 8 —
383 35323 3338333 c 8
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83 8383* 2352337 5333353353 3 2 2 — 3
32323233 —55 255*55333 5355 6383* 2 328238*
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332333333 323 2338 253383 3332 383 23*5875338
A — 25 — —23532 —⸗ 2 2 222 3332 533 583 35 37 —
3. —A—— 38* 588 5528 1353—85 57 a 53383
* 23 92 33 3 552535 2323833.53 — — 2 55* —— — *
— 45 *8 333* 3 533 25 — 255 — 33— * — — 25*85*5
3 R 158 7*5 — 53* — B8 *.
J 8 8 33 3 255 5 23888
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* 2 s 7 5. * — 3: 8 * 22
— 35—33 335 5 335835 3833 328 555 38 53553888
— 757 3 335 — 2377 32s835355
3 . *5353 53*5 35—235 83 3 53 55 53 — 25235
— 3*82 * 23333538* 8 * 53 52. 83* S2
32 * 35335 5232 2.2 2 2 *3
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        St. Inaberler Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Rti—

lage) ericheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementôpreis beträgt vierieljährlich

12 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschri f ader deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile herechnet.
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Samstag, den 2. Juli

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Deutsches Reich.

Wie ein Münchener Correspondent des „Pf. Kur.“ ver—
nimmt, soll namentlich auch die Frage einer Reorganisation der
gendarmerie zu Differenzen zwischen dem kgl. b. Kriegsminister
und dem bisherigen Staatsm einister des Innern geführt haben.
die Gendarmerie steht bekanntlich in Baiern in militärischer Be—
iehung unter dem Kriegsministerium — obwohl dieselbe keinen
Theil der Armee bildet — in administrativer aber unter dem
Siaatsministerium des Innern, wie denn auch der Etat für dieselbe
im Etat für Sicherheit im Budget des letztgenannten Staatsmini⸗—
teriums aufgeführt ist, Diese Doppeltbestellung hat ohne Zweifel
ihre mehrfach nachtheiligen Seiten und ist geeignet, zu Differenzen
wischen den beiden Ministerressorts zu führen. Es erscheint deß⸗
jalb auch als wahrscheinlich, daß der bisherige Staatsminister des
Innern eine Aenderung dieses Verhälinisses neuerdings beantragt
jabe, wie denn auch dieser Gegenstand schon auf früheren Land—
jagen zur Sprache gekommen ist und ohne Zweifel auch die nächste
Kammer der Abgeordneten bei der Budgetberathung beschäftigen
dürfte.

Der Bundesrath wird sich nächstens mit den Ausführ—
ungsbestimmungen des Innungsgesctzes zu beschäftigen haben.
Wie man hört, wird ein Normalstatut für die nach den jetzigen
Bestimmungen des Gesetzes zu regelnden Innungen ausgearbeitet
werden. Bezüglich des Unfallversicherungsgesetzes ist eine Umar—⸗
heitung des Entwurfs beschlossen, welche die Reichsanstalt und den
Reichszuschuß anstreben wird.

Wie jetzt verlautet, würden di Meuwahlen zum Reichs⸗
cage Anfangs Oktober stattfinden. Unmittelbar darauf soll der
zreußische Landtag zu einer kurzen Session und in der zweiten
Hälfte des November der neugewählte Reichstag einberufen werden.

Die Bestimmung des 8 288 des Strafgesetzbuches, wonach
Dirjenige, der bei einer ihm drohenden Zwangsvollstreckung in der
Absicht, die Befriedigung des Gläubigers zu vereiteln, Vermögens—⸗
tücke veräußert, mit Gefängniß bis zu 2 Jahren bestraft wird,
sindet nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 111. Strafs., vom 4.
Mai d. J., auch dann Anwendnng, wenn der Gläubiger noch keine
Schritte zur gerichtlichen Geltendmachung seiner Forderung gethan,
wvohl aber durch wiederholtes Mahnen seine ernste Absicht, die
dlage zu erheben und im Wege der Zwansvollstreckung Befriedi⸗
gung zu suchen, dem Schuldner kund gethan hat.

die deutsche Kaiserin Augusta liegt zu Coblenz sehr
rank darnieder; doch hat sich nach den neuesten Bulletins Ihr
zustand etwas gebessert.

Die sächsische Regierung hat über Stadt und Bezirk
Leipzig den kleinen Belagerungszustand verhängt. Bisher sind
etwa hundert Ausweisungen von Führern und weniger bekannten
Mitgliedern der Socialdemokratie erfolgt.

Ausland.

Wie die Wiener „Presse“ berichtet, soll die diesjährige Zu⸗
ammenkunft des Kaisers Wilhelm mit dem Kaiser Franz Josef
Anfangs August und zwar in Salzburg stattfinden, weil Kaiser
Franz Josef seinem hohen Gaste es ersparen wolle, auf der Rück⸗
reise von Gastein einen Abstecher von der direkten Reisetour zu
machen. Wie der „Kreuz. Ztg.“ indessen aus Wien berichtet wird,
hält man dort die Annahme der „Presse“ zwar nicht für unglaub—
vürdig, hat aber in unterrichteten Kreisen noch keine Kenntniß
‚on einer definitiven Feststellung des Programms für die diesjäh—
rige Monarchenbegegnung. In Aussicht genommen ist die Zu—
ammenkunft der beiden Souveräne für jeden Fall.

Prag, 29. Juni. Die gestrigen Erxcesse czechischer Arbeiter
und Studenten gegen das Corps „Austria“, welches als Abschluß
eines Stiftungsfestes eine Spritzfahrt nach Kuchelbad unternommen
hatte, überbieten alles bisher dagewesene. Weil die deutschen Corpsstu—
denten in Kuchelbad wo man alle möglichen Provocationen und
Insulte gegen Sie in Scene gesetzt, beim Absingen der National⸗
yymne durch die czechischen Studenten einer Aufforderung dieser,
jon ihren Sitzen aufzustehen und die Corpsmützen abzunehmen,
nicht Folge leisteten, wurden sie daselbst mit Steinen, Gläsern und
Holzklötzen beworfen. Die Gendarmerie bewies sich außer stande,

die Bedrohten zu schützen. Mit dem Rufe: „Deutsche Hunde
nach Hause!“ stürzte sich die fanatisirte Menge auf die Studenten
und trieb sie in die Flucht. Die Studenten fortwährend von
Steinen der werfenden Menge verfolgt, eilten über die Bahndämme,
Felder und waldigen Abhänge zum Dampfschiff, wo nur mit Mühe
uind unter dem Schutz der Gendarmerie die Einschiffung der zum
Theil Schwerverwundeten gelang. Als das Dampfschiff in Prag
anlangte, wurde es daselbst von einer nach Tausenden zählenden
Menge mit Steinwürfen begrüßt; doch erwies sich die aufgebotene
Polizeimacht stark genug, um die Studenten zu schützen. Die Ver⸗
vundeten wurden unter starker Polizeiescorte in Wageñ in's Laza—
reth geschafft. Zu der gestrigen Hetze hatten „Narodni Listy“ offen
aufgefordert.

In Paris ist am 27. Juni der älteste Staatsmann Euro—s
pas, Dufaure, gestorben. Derselbe war sieben Mal Minister
unter fünf verschiedenen Staatsoberhäuptern.

Der französische Gouverneur Albert Gréͤvh in Algier,
Bruder des Präsidenten, hat an den Ministerpräsidenten Ferry eine
längere Depesche gesandt, worin er die Verantwortlichkeit für die
blutigen Auftritte in Süd-Orau entschlossen zurückweist und den
Minister des Innern, unter welchem er direkt steht, sowie den
Kriegsminister Farre, der die militärischen Angelegenheiten der
französischen Kolonie unter sich hat, offen anklagt, seinen Warnungen
und Rathschlägen kein Gehör geschenkt und zugeleich seine Aktion
gelähmt zu haben, so daß er nicht im Stande gewesen sei, die
nothwendigen Maßregeln zu ergreifen, um den Aufstand im Süden
der Provinz Oran im Keime zu ersticken. Dieses sei ihm um so
weniger möglich gewesen, als die algerischen Militärbehörden, welche
der Kriegsminister Farre direkt beeinflusse, ihm gegenüber keineswegs
einen besonders guten Willen an den Tag gelegt hätten. Die
Depesche des Gouverneurs theilt eine Menge Einzelheiten als Belege
mit. (Minister Constans und Farre sind Kreaturen Gambeita's.)

Französische Blätter bringen jetzt nähere Berichte über die
von Bu Amema unter den Kolonisten in der algerischen Provinz
Dran angerichteten Blutbäder. Danach hat der verwegene In—
surgentenführer sein Handwerk gründlich verrichtet und, wo er sich
zeigte, Schutt und Trümmer und Haufen von Leichen zurückgelassen.
Besonders der gambettistische „Voltaire“ bringt eine genaue Schil⸗
derung der begangenen Scheußlichkeiten, an deren Schluß es heißt:
„In der Aufregung des Augenblicks geht man schon so weit, zu
erklären, daß die Militärbehörde den Aufstand aus Haß gegen
die Zivilregierung künstlich unterhalte. Es wäre Wahnsinn, diese
Stämme zu schonen. Dis wilde Thier, welches in dem Araber
wieder die Obechand gewonnen hat, kann nur durch Furcht und
exemplarische Züchtigung im Zaume gehalten werden.“

In Konstantinopel ist am 29. Juni das Urtheil in dem
Prozesse gegen die der Ermordung des Sultans Abdul Aziz Ange—
klagten gefällt worden. Said Bey und Riza Bey wurden zu zehn⸗
jahriger Zwangsarbeit, die übrigen neun Angeklagten zum Tode
perurtheilt.

Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

23. Juni. Anklage gegen 1. Barbara Kanoffsky, 42 J. a., Ehe⸗
rau von Wilhelm Worster, Schuster in Zell; 2. Karl Peter Kanoffskh,
35 J. a., früher Kappenmacher, jetzt Fuhrmann in Kirchheimbolanden; Georg
deinrich Beckmann, 89 J. a., Weinhändler in Neustadt a. H., die beiden
rsten wegen Meineids, letzerer wegen Verleitung hiezu. Vertreter
herek. Slaatsbehörde: Staatsanwalt Scherrer; Vertheidiger der ersten zwei
Angeklagten: Rechtsanwalt Rosenberger, Vertheidiger des Beckmann:
Rechtsanwalt Gießen

Die Verhandlung nahm den ganzen Tag in Anspruch. Gegen 80 Zeugen
wurden verhört. Die Angeklagten leugnen entschieden, die ihnen zur Last
gelegten Verhan lungen begangen zu haben. Die beiden Kanoffsky geniehßen
im Allgemeinen einen guten Ruf, was sich jedoch von dem Angeklagten Beck⸗
mann nicht sag n läßt, dessen Sucht nach Geld ihm keinen beneidenswerthen
Nemen erworben und der auch schon öfters die Grenzen des Strafgese es
gestreift hat. Die Geschworenen verneinten schlicß'ich die Schuldfragen bei
sämmtlichen Angeklagten worauf der Gerichtshof dieselben sofort in Freiheit
etzte und die Kosten des Verfahrens mit Einschluß derjenigen der Vertheidig⸗
uing der Staatskasse zur Last legte. Auf Antrag des k. Staatsanwaltes
vurden jedoch die Kosten der Entlastungszengen, die sich ungefähr auf 3809
Mark belaufen mögen, den Angeklagten überbürdet. Die Sitzung schloß erst
Abends um 10 Uhr.
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        27. Jun i. Verhandlung gegen Georg Schaumlbffel, 39 J, a.,
pensionirter Wagenwärter von Ludwigshafen, wegen Meineids. Ver⸗
ireter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt Petri Vertheidiger Rechtsan⸗
walt Gebhart.

Im Sommer des Jahres 1880 Keß sich der Angeklagte gegen dessen Ruf
im Allgeweinen bis jetzt nichts Nachtheiliges vorliegt, unter der Leitung seines
Biuders, des Maurers Joöoseph Schaumlöffel von Kaiserslautern, auf sein
zu Ludwigshafen gelegenes einstöckiges Wohnhaus einen zweiten Stock auf⸗
bauen. Die hierbei nothwendige Schiefer eckerarlieit suchte sich der Schiefer⸗
decker Ignatz Schneider von dort zu verschaffen« und nach mehrfachen Trängen
wurde ihm die Aussührung derselben Anfangs Juli 1880 zugesagt und diese
dann auch sofort aui 2. Juͤli 1880 in Angriff genommen. Nach beendigtem
Geschäfte übergab Schneider, nach dessen Auffiellungen den Preis der Arbeit,
zu 2 Gulden 6 Kr. — 8 M. 60 Pfg. pro Quadratmeter vorher vollständig
dereinbart worden war, dem Angeklagten die Rechnung, welche dieser, ohne
sie näher zu betrachten, in sein Nebenzimmer legte. Die ganze Rechnang be⸗
srug 79 M. 89 Pf. Wegen der Bezahlung kam es jedoch zum Prozesse und
Geoͤrg Schaumlöfsel beschwor vor dem Amisgerichte Ludwigsheifen, daß es
wahr sei, daß er die sämmtlichen Schieferdeckerar eiten auf seinem Hausdache
dem Schneider um die Pauschalsumme von 86 Mark, welche am J1. Januai
1881 zahlbar sein sollte, veraccordirt habe; daß später eine andere Verein⸗
barung nicht zu Stande gekommen sei, und daß, wenn er nachher dem Kläger
2 fl. s kr. oder 83 M. 60 Pf. pro Quadratmeter der Bepeckun-, geboten habe,
dies nur für den Fall geschehen sei, daß die Sache außergerichtlich erledigt würde.

Nach den Aufstellungen der Anklage sollen sich nun hinreichende Verdachts⸗

momenle ergeben haben, daß der Angeklagte diesen Eid, in seinen wesentlichsten
Punkten fatsch ausgeschworen habe und, wurde auch derselbe des faͤhrlässigen
Meineides füt schuldig befunden und in eine Gefängnißstrafe von
4Monatenverurtheilt.
720. Juni. Verhandlung gegen Katharina Stork, 22 J. a. ledig,
Tochter von Michael Stort, Aclerer in Mackenbach, wegen Kindsmordes. Ver
sfreter der k. Staatsbehörde: II. Staatsanwalt Dr. Krell, Vertheidiger:
Rechtsanwalt Schmidt.

Die Angeklagte, eine etwas beschränkte Person, befand sich seit der Heu⸗
ernte v. Is. in anderen Umständen. Weit entfernt nun, daß sie diesen ihren
Zustand ihren Eltern, welche sie danach fraaten, zugab, oder daß sie Anstalten
für die Geburt ihres zu erwartenden Kindes traf, verheimlichte sie denselben
hartnäckig. Sie stellt auf. daß sie diesen ihren Zustand nicht gekannt habe,
indem sie sich für wassersüchtig gehalten habe. Am 21. Mai tam die Ange⸗
klagte in ihrer elterlichen Wohnung in einem Zimmer, in dem sie allein schlief,
nieder mit einem Kinde weiblichen Geschlechts. Nach der Gevurt stach sie mit
einem Messer dem Kinde in den Unterleib, wickelte dasselbe dann in einen
Unterrock, trug es morgens gegen 3 Uhr auf den Kartoffelacker des Ackerers
Philipp Schmuͤt von Mackenbach und verscharrte es hier im Boden, wo es
qm 27. Mai abhin aufgefunden wurde. Die Sektion des Kindes hat er⸗
geben, daß dasselbe vollstaändig lebensfähig war.

Der Tod desselben ist erfolgt durch gewaltsames Eintreiben eines schnei—
denden oder stechenden Instrumentes in die Bauchhöhle. Derselbe ist also,
da die Angeklagte zugibt, denn Kinde mit einem Mejser in den Leib gestochen
zu haben, durch diese herbeigeführt worden. Die Angeklagte will glauben
machen, daß sie nicht gewußt habe, daß die Leiche ein Kind war, Sie spricht
foriwährend von einem „Gegenstande“, in den sie deßhalb gestochen habe,
um zu konstatiren, was es sei.

Die Anklage erblickt in der Verheimlichung der Schwangerschaft, der
Unterlassung der Herrichtung von Kindszeug, der Abweisung jedes Beistandes
be der Geburt, der Verheimlichung der Geburt, dem Verscharren der Kinds⸗
leiche sowie in dem Besitze und Gebrauche des Messers unwiderlegliche Bewe se
dafür, daß die Angeklagle wußte, daß sie ein Kind geboren und daß sie dieses
Kind vorsätzlich getödtet habe.

Tie Angeklagte wurde unter Annahme mildernder Umstände für schuldig
erkannt und zu einer Gefängnißstrafe von zwei Jahren verurtheilt.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 1. Juli. Auf gestern Nachmittag hatte
der engere Ausschuß des liberalen Wahlver—
eins sfür de Wahlbezirk Zweibrücken-Pirma—
sens die Vertrauensmänner zu einer Besprechung über die Can—
didaturen für die bevorstehenden Landtagswahlen nach Zweibrücken
eingeladen. Nach kurzer Berathung wurden vorläufig als Candi—
daten für den Landtag in unserem Wahlbezirk aufgestellt: Herr
Oberapellrath C. Schmidt in München, Herr Bürgermeister
Märker in Zweibrücken und Herr Oekonom Höh in Gerhards—
brunn. Leider lehnte der anwesende Herr Fabrikant Adt von
Ensheim, der als Candidat in Aussscht genommen war, aus Ge—
schäftsrücksichten entschieden ab. Die Herren Schmidt und Höh
haben bekanntlich unseren Wahlbezirk schon in der abgelaufenen
Legislaturperiode im Landtage vertreten und besitzen gewiß in doll⸗
stein Maße das Vertrauen der Bevölkerung, das letztere läßt sich
wohl auch von Herrn Bürgermeister Märker in Zweibrücken sagen.
Schließlich wurde »den Vertrauensmännern noch Mittheilung ge—
macht von der Annahme der Candidatur für den Reichstag seitens
des Herrn Oskar Krämer. Es wurde diese Mittheilung allgemein
mit der größten Befriedigung aufgenommen.

Vom 1. Juni 1880 bis J. Juni 1881 wurden im Forst⸗
amtsbezirke Zweibrücken erlegt: 48 Wildschweine, 371 Reh—⸗
böcke, J Haselhuhn, 6182 Hasen, 1628 Feldhühner, 60 Wildenten,
144 Waldschnepfen, 96 Bekassinen, 524 Füchse, 10 Edelmarder,
45 Steinmarder, 3 Wildkatzen, 7 Fischotter, 32 Dächse und 60
Iltis mit einem Gesammtwerthe von 32,676 Mark.

Im k. Forstamtsbezirke Pirmasens wurden erlegt: 40
Sauen, 202 Rehböcke, 4 Haselhühner, 1598 Hasen, 484 Feld⸗
hühner, 1 Wildente, 48 Waldschnepfen, 4 Bekassinen, 213 Füchse,
9 Edel- und 11 Steinmarder, 1 Fischotter und 4 Iltis in Summa
2622 Stück mit einem Werthe von 10,421 Mark.

Griginelle Bekanntmachung.) Der Ge—
meindediener eines Dorfes in der Südpfalz machte durch die Orts—
schelle gemäß eines ihm ertheilten Auftrages dieser Tage Folgendes

zekannt: „Am Samstag Morgen um 9 Uhr kommt der Perpel—
posser; wer Kinder zu perpeln hat, der kann sie zum Wirth N. N.
bringen, dort werden sie geperpelt.“

F'In Landa'u nahm eine Gemeindeversammlung ohne
discussion einstimmig den Antrag des Stadrathes an, ein Anlehen
bon 300,000 Mtk. aufzunehmen, nachdem Herr Bürgermeister Dr.
Fichhorn die einzelnen Positionen erläutert und bemerkt hatte, daß
ꝛs zur Deckung dieser vom Stadtrathe beschlossenen, der Stadt zu
dauernden Nutzen gereichenden Ausgaben nur zwei Wege gäbe,
»ntweder Aufnahme eines Anlehens oder Einführung von Gemein-
deumlagen, die in diesem Falle 2 bis 300 pCt betragen würden.

FWie das „T. f. S.“ mittheilt, wurde bei einem am 28.
v. Mis. niedergegangenen Gewitter in dem Walde bei Reisdorf
eine Frau von dort beim Heidelbeerpflücken vom Bliz erschlagen.

— Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim hat in nahe⸗
zu drei Wochen über 6000 M. zur Unterstützung der Opfer der
Judenverfolgung in Rußland gesammelt.

- Vor einer Versammlung von 300- 400 liberalen Wählern
erstatteten am Sanntag in Langmeil die Landtagsabgeordneten
von Kaiserslautern-Kirchheimbolanden die HH. v. Stauffenberg,
Vaillant und Herr, Bericht über die Thätigkeit des Landtags. Die
drei Herren wurden hierauf einstimmig wieder als Kandidaten für
die bevorstehende Wahl aufgestellt.

4 Am Dienstag Nachmitiag waren die Pioniere in Speyer
auf ihren Uebungsplatz ausgerückt, um Minensprengungen vorzu⸗
ehmen. Die zur Verhütung eines Unglücks erforderliche Posten⸗
ketie war aufgestellt, um den Platz abzusperren. Zwei Schüler
der 5. Lateinclasse, der Eine der Sohn des Herrn Bauamtmannes
Geyer, der Andere der Sohn der Bauamtmannsassessorswittwe
Hroß, wagten sich trotz der Warnung eines Postens (wie man er—
zählt, nur fünf Schritte) über dic Grenze. Die Mine flog auf
uͤnd ein etwa Fuß langes Stück einer Eisenbahnschiene traf Beide
'o unglücklich an den Kopf, daß bei denselben augenblicklich der
Tod eintreten mußte. Die Unglücklichen standen nämlich fest neben
inander gelehnt, der Arm des Einen auf der Schulter des Anderen.
Heyer wurde zuerst getroffen und zwar so, daß der obere Theil
des Kopfes vom Beginn der Stirn an abgerissen wurde. Groß
wurde in's Gesicht geschlagen. Die Aufregung in der Stadt läßt
iich denken. Die erste Kunde wurde von einem Adjutanten gegen
4 Uhr der Polizei gebracht.

4 Die diesjährige Anstellungsprüfung der prote—
ttantischen Pfarramis-Candidaten der Pfal z ging am Dienstag
zu Ende. Sämmtliche Candidaten haben dieselben bestanden und
erhoffen, da gegenwärtig siebzehn Pfarrstellen unbesetzt sind, in
kürzester Zeit ihre Anstellung.

Selstlobeines Wurstmachers. Ein Münchener
Schweinemetzger hat das Innere seines Hauses mit folgenden
Reime geschmückt:

„Feindlich ist des Metzgers Streben;
Mit zerreißender Gewalt
Geht er Ochsen, Stieren an das Leben,
Und macht fette Schweine kalt.

Was er schuf, verzehrt man wieder,
Nimmer ruht der Wurstgenuß;

Froh erschallen seine Lieder,

Wenn er Därme füllen muß,

Mensch! daraus erkenn' die Lehre:
„Jeder Stand hat seine Ehre!“

4 Ein 2hhzjähriges Mädchen ersticht ihren Bruder. Am 24.
Juni versetzte zu Welchen bach (Niederbayern) das 2/ jährige
Mädchen enes Schreiners seinem 7jährigen Bruder einen Stich in
die Brust, welcher den augenblicklichen Tod zur Folge hatte.

4 In der Umgebung von Hof (Oberfranken) hat ein am
Zamsiag niedergegangenes Hagelwetter furchtbare Verwüstung an⸗
jerichtet. Es fielen Schlossen in der Größe von Hühnereiern; die
Feldfrüchte sind total zerstört.

f7 Weibliche Feuerwehr, — das ist die neuest⸗
Frrungenschaft der Frauenemanzipation. In Flötzingen (Württem—⸗
Herg) desitzt die Feuerwehr 42 vollstöndig zur Feuerwehr heran⸗
zezogene Wasserträgerinnen, die bei einer durch den Landesinspektor
horgenommenen Uebung sämmtlich in Reih und Glied, in zwei
Interabtheilungen, jede mit einem zu diesem Zwecke auf eigene
dosten angeschaͤfften verzinnten blechernen Wassereimer ausgerüstet.
n ihrer schmucken Sonntagstracht angetreten waren. Jede Unter⸗
ibtheilung hat eine Führerin, welche die Liste führt und welche
die Mädchen auf dem Rathhause selbst wählen dürfen. Die Ja⸗
pektion fiel in Zufriedenheit des Feuerwehr-Inspektors aus.

4 Ein Rellungsapparat gegen das Ertrinken führle kürzlich
m Admir alsgartenbad zu Berlin der Ingenier v. Nawrock
einem zahl reich erschienenen Publicum, darunter höhere Beamter
— DD
Der Apparat besteht aus einer aus wasser-luftdichtem Gummistof
ingefertigten, unten offene Tasche von 14 Centimeter Breite und
»8 Centimeter Länge. Innerhalb derselben bemerkt man ein kle
        <pb n="395" />
        es Leinwandbeutelchen, melches“ mit 20 Gramm weißen Pulbers
Geheimniß des Erfinders) angefüllt ist. Das ganze nimmt nicht
neht Raum ein wie eine große Kleidertasche und kann mit Leich⸗
igkeit an dem Körper angebracht werden. Um die Brauchbarkeit
z Apparates zu beweisen, wurde einer der größten und stärksten
zchwimmlehrer mit drei solcher Taschen ausgerüstet. Kaum war
erfelbe mit dem Wasser in Berührung gekommen, so füllten sich
je Rettungsbeutel mit Luft und bildete straffe Ballons, die den
wegungslosen Schwimmer über Wasser hiellen. Das Princip
ruht also auf dem Umstand, daß durch den Einfluß des Wassers
uf das geheimnißvolle Pulver eine Gasart erzeugt wird, die wegen
hrer Leichtigkeit eine große Tragfähigkeit besitzt.

Blutvergiftung. Viele Schüler, aber auch erwach—
ene Leute, haben noch die üble Angewohnheit, in der Hast die
zedern mit der Zunge zu reinigen. Der 14jährige Sohn eines
gerliner Baumeisters ist dadurch in schwere Gefahr gerathen und
jegt lebensgefährlich darnieder. Der Knabe, nicht achtend der
seinen Verletzungen an Zunge und Gaumen, wie solche sich durch
gläschen häufig bei Kindern einstellen, leckte vor einigen Tagen
je Feder aus und erkrankte alsbald so schwer, daß er ärztliche
hülfe nachsuchen mußte. Leider befürchten die Aerzte eine Blut—
ergiftung, und es ist fraglich, ob der Knabe wird gerettet werden.
Für Alle, welche der garstigen Angewohnheit huldigen, möge der
Fall zur Warnung dienen.

CEin neu erfundener Feuerlöschapparat.) Vergangenen Mitt⸗
woch fanden auf dem Marsfelde in Paris im Beisein von mehr
als 20,000 Personen Versuche mit einem neu erfundenen Feuer—
oͤschapparate statt. Die Experimente gelangen vollständig. Den
zrößten Eindruck auf das Publicum machte die Verlöschung eines in
hrand gesetzten Theerhaufens. Derselbe hatte einen Umfang von
(50 Kubikmetern und enthielt nicht weniger als 3000 Kilo Theer.
die Flammen erreichten die Höhe eines dritten Stockwerkes und eine
auchsäule von gewaltiger Ausdehnung verfinsterte den Himmel.
nter Athemloser Spannung des Puolicums begab sich der Erfinder
mit seinem Apparat mitten in den Feuerherd, und in weniger als
aner Minute waren die riesigen Flammen vollständig gelöscht.

F In Marseille stocken infolge der jüngsten Vorgänge
die Geschäfte. bedeulend, mehrere große Etablissements, darunter die
tisenbahnverwaltung, haben ihr italienisches Personal entlassen.
uig jetzi sind bereits über 1000 Italiener nach ihrer Heimath zurück⸗
ckehtt; wenn den Entlassungen nicht Einhalt geboten wird, sind

136 HAiCCiIBMGL-
Joppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be⸗
redictinerkloster ssammenden Recept,
abrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
O. PINGEL in Gottingen
(Provinz Hannover
Der Benedictiner ist bis
etzt das kostbarste Hausmittel und
jat sich deßhalb fast in jeder Familie
ingebürgert. Der Benedict i—
er ist aus den feinsten, auser⸗
esensten Kräutern zusammengesetzt,
welche die Eigenschaften besitzen,
wohlthätig und erwärmend auf
S den Organismus einzuwirken.
Der beste Beweis für die Güte des Benedietiner sind
die unzähligen Auerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
uͤberzeugen und geru das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergroßern.
NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“
verschlofsen und mit dem geschützten Etiquett versehen.
Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf.
2 —— 9— 660 4 6 M. 75 Pf.
Bei 8.Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpakung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Naͤchnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:
. Herr Gesorg Thalhamer, Maurer in Erlhaus bei Notthalmünster
MNieder bayern), berichtet: Meine Frau und meine Mutter, welche Ihren
Benediktiner gebrauchen, spüren schnelle Besserung, erstere litt schon lange
an Magenbeschwerden, an der Leber und Rheumatismus, meine Mutter,
war schon ein halbes Jahr kränllich und hatte anfangs die Leberent⸗
zündung, bisher die Gelbsucht. Ich bitte um weitere Sendung von»10
Flaschen Mon⸗diktiner.
—B
Magenbitter.
Billigstes Hausmuͤtel welches sich in Folge
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreunt.

Preĩs à PI. cc. 1I50 Gr. IuI. IM.

Vortheilhafte Flasche von cu. 330 Gr. 2 Mk.

Der einzig aͤchte Benedictiner Doppelkräuter—

Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in

zöttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
FWriedrich.

—5

zurch die brodlosen Arbeiter weitere Unvuhen zu befürchten, die
um so bedenklichev werden dürften, als den Italienern ohnehin
das Messer nur lose in der Scheide steckt. In Paris, in Rancy
und vielen anderen Orten kam es zu nenerlichen blutigen Händeln.
Das Gericht zu Marseille hat mehrere Italiener und Franzosen
abgeurtheilt, einen der letzteren, weil er die Menge gegen die Ita⸗
iener hetzte, zu einem Jahre Gefängniß.
7 Nach in London eingegangenen Nachrichten aus Old—
hbury haben am 27. Juni gegen 30,000 Nagelfabrikarbeiter in den
Brafschaften Stafford und Worcester die Arbeit eingestellt. Die—
elben verlangen eine Lohnerhöhung von 30 Prozent. I
Viele Israeliten aus Rußland beabsichtigen Angesichts
der Verfolgung nach Spaniem auszuwandern. Die spanische
Regierung läßt eine besondere Dampferlinie von Odessa nach einem
panischen Mittelmeer⸗-Hafen errichten, welche die Vertriebenen kosten-
frei nach ihrer neuen Heimath befördern soll. Besondere Schulen
werden eingerichtet und sonstige Anstalten zum Besten der Ein⸗
wanderer getroffen. I

Marr tberichte.

Zweibrücken, 80. Juni. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 94 pf., Korn 10 M. 88 Pfr, Gerste zweireihige O M. — Pf.,
dierreihige O M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischtruct — M. — Pf., —8 7 M. 73 Pf.,
FErbsen — M. — Pf., Wicken 0 M. — Pf., Karioffeln 2 M. 40 Pf.,
deu 8 M. 353 Pf. Stroh 8 M. 55 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 60 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 75 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 91 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 44 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter/ Kilogr. O M. 90 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 29. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
12 M. 39 Pf. Korn 10 M. 52 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer
7 M. 74 Pf., Mischfrucht I1I M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
O M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6.Pfund — Pf.“ Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochfenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 410 Pf. Hammelileisch — Pf. Schweinesleisch
60 Pf., Butter 1I Pfund O M. 90 Pf. Kartoffeln per Ztr. 2 M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 28. Juni. (Fruchtmitlelpreis und Viklualienmarkk)
Weizen 11 M. — Pf., Korn 10 M. 49 Pf. Spelzkern — M. — Pfl, Spelz
SM. 76 Pf. Gerfterd n. — Pf.. HafreM70 pf. Erbjen — M.
— Pfe Wicken O M. — Pf. Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M. —
Bf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg.
Fur die Redaltion verantwortlich: F. Deme nzß
-
——
BRF —V
W —6——
63 — —XR — *
VNe⸗ —

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Illustrirte Wochenschrift ersten Ranges.

Jeder Abonnent erhält gratis nach Vereinbarung der Ver—
lagshandlung mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff⸗
brüchige „Aus Sturm und Noth?““. Selbstschriften⸗
Album des Deutschen Reiches. Preis 5 Mark. Enthaltend ca.
300 Autographen und Zeichnungen hervorragender lebender deut⸗
sicher Männer und Frauen, sowie Oesterreichs und der Schweiz.
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Deutschen Familienblatts.

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bruder“. Mit Illustrationen. — Theodor Fontane. Eine
Frau in meinen Jahren“. — E: O. Hopp. Der gelbe Tod.“

.Wilhelm Jensen. „Ein Traum“ — Levin Schücking.
„Zwischen zwei Todsünden.“ — Ferner neue Erzählungen von
Ernst Wichert, Emil Marriot und ein neuer Roman von dem
Verfasser der mit so großem Beifall aufgenommenen Erzählung
„Mehalah““, sowie Eczählungen von Heinrich Seidel, Ferd.
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F. X. Demetz
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        Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
Moniag den 18. Juli

esn Nachmittags 83 Uhr,

zu Si. Ingbert in der Wirth—
chaft der Requirenten wird durch
den unterzeichneten, hiezu gericht⸗
ich beauftragten Amisverweser
des tgl. Notars Franz Sauer

n St. Ingbert, die nachhin be—

chriebene, zum Nachlasse des da⸗

eibst verlebten Bäders und

Wirthes Johann Schmel⸗

er gehörige Liegenschaft in der

Steuergemeinde St. Ingbert

uffentlich an den Meistbietenden

u Eigenthum versteigert nämlich:

Von Plan⸗Nr. 18424, 3 2.

70 qm. Fläche Wohnhaus
nit Stall und Hofraum,
gelegen in der Stadt St.
Ingbert an der Kaiserstraße
neben Joseph Hager und
Joseph Schwarz — die
Hälfte neben Hager.

Eigenthümer sind:

Carsbline und Marie
ZSchmelzer, minderjährige
Töchter des genannt verlebten
Johann Schmelzer, welche
hre Mutter Caroline Pe⸗
sers, Wirthin in St. Ingbert,
Witiwe des Verlebten, zur gesetz⸗
sichen Vormünderin und den
Michael Schmelzer, Essig⸗
fabrikant daselbst zum Nebenvor⸗
munde haben.

Der Plan über die zu ver⸗
teigernde Haushaälfte kann bei
dem Unterfertigien jederzeit ein⸗
gesehen werden.

St. Ingbert, 80. Juni 1881.

v. Auffschneider,
Amtsverweser.

10 bis 12
Maurer
inden gegen hohen Lohn dauernde
Beschaftigung bei
Jarob SEchula in Sulzbach

2 — — — — — M aa qomonaoS…ao
Fur Familien und Lesecirkel, Bibliotheken, Hotels, Cafes und Restaurationen.
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ustriß deitung
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Probe⸗Vummern gratis und franco.
Abonnements· Preis vierteljãhrlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig. J
Zwangsversteigerung.
Monlag, den 4. Juli nächst⸗
zin, Vormitiags 10 Uhr, in der
Wirthschaft des Herrn Rollfüh—
ers Johann Schwarz jr. Bahn⸗
jofstraße) dahier versteigere ich
wangsweise gegen sofortige Baar⸗
ahlung:
1d verschiedenartige kühe,
2 Pferde, 1 Fohlen und
Waägelchen mit Dielen.
Das Vieh kann zu jeder Zeit
in den Stallungen des genann⸗
sen Schwarz angesehen werden.
St. Ingbert, 28. Juni 1881
Faßbender,
kal. Gerichtsvollzieher.

— — — — — —
oοοοοSJSJ—
Herzogl Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100,000 Original⸗Loosen und 1,000
Gewinnen:
lHaupttreffer evp. 450,000, 2 Haupttreffer à 12,000,
à 300,000,622 „10,000,
„150,000, 8000,
100,000, 6000,.
75,000, 5000,6
30,000, 4000.
O,COO, 3000,
30.000. 2000.
3.60— 1060
20,000, * 500
„153,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganze
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am . und 16. Juli I881,
zu welcher ich Original⸗Loose
—X Halbo Viertol Aohtol
16 Mk. 8 Mk. 4Mk. 2Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
VilIh. RBasiĩlius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in Rraunsehweig.
I. ——

. Silfe suqend.

—ZXü&amp;

durchffiegt mancher Kranke die

Zeitungen, sich fragend, welcher

er vielen Heilmittel⸗Annoncen

ann man vertrauen? Diese oder

ene Anzeige imponirt durch ihre

dröße; er wählt und wohl in den

meiften Fällen gerade das — Un⸗

richtige! Wer solche Enttäuschun⸗

sen vermeiden und sein Geld nicht

imnnũügt ausgeben will. dem rathen

vir, sich von Richter's Verlags⸗

unsialt in Leipzig die Broschuͤre

Gratis⸗Auszug“ kommen zu laf⸗

sen, denn in diesem Schriftchen

verden die bewährtesten Heilmittel

— und sachgemäß be⸗

prochen. so daß jeder Kranke in

Ner Ruhe prüfen und das Beste

ur sich augzwaͤhlen kann. Die

bige, bereits in 450. Auflage er⸗

schienene Broschüre wird gratis

ind franco versandt, es entstehen also

em Befteller weiter keine Kosten, als 6 Vfg.
für seine Postkarte.
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—ouuue (PDPEl
ranzõsisches Jonrnal englisches Journal für italienisches Journa

für Deutsehe, Deutsche, für Deutsche,

mit criauternden Anmerkungen, alphabetischein Vocabulaire und
rervollomnmneter Ausprachebezeichnung des Englisehen und Ita enische,

Herausgegeben und redigirt von Enil Sommer.
Vorzũglichste und virksamsteô Hilfsmittel bei Erlernumg obiger ar⸗
ꝓprachen. nament'ich für das Selbststudium und bei Vorbereitung au
amina (Rinjahrig- Freiwillige); 2ugleich anziehendste und erfolgreiehst:
ranæa. engl. und ital. Lectüro 2ur Uebung und Unterhaltung, dureh di⸗
dnondereꝰ VFinrichtung dieser Journale schon bei den bescheiden-ten
Tenntnissen in erspriessliebster Weise verwendbar. Gründung de
NTERFRETE, 1. Jüni 1877; des INPERPRETIER, 1. Jan. 1878 -
des italenischen NNPERPRETE, I. Jan. 1880, und sei daher letæteur
euecte Ercheinung auf diesem Gebiets ganz besonderer Ausment
Ankeit empfonlen. Dureh ihren praktischen und wissenschaftlichen Weli
freuen vich ammtliche drei Journale einer ganz ausserordentlichen, ch
ααεν Grenzen Deutschiands und Oesterreich- Ungarns innfassende
n in usiande sien bis Ostindien und Amerika eretreckenden Ver
breitung. Inhalt der drei Journale völlig verschieden: Tagesgesehiebte,
popularvissonschaftliche und vermischte Aufsatæe, gediegene Noveller,
uterescante Processe éte. ferner enthült jede Nummer einen deutse hen
ue M Vebersetzen in die betr. Spracke, dessen mustergiltige Uever
tragung nhierauf zur Selbsteorræctur in der nuchsten Nummer solpęt.
eütlien cine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, be
der Post, dem Buehhandel oder direct, nur 1M. 75 Pf. (1 A. 5 kr.
V., 2 fr. 50). Preis eines einzelnen Monates direct 60 Pf. Probenun
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I 105.

NkXAÄαää S Xàæ àXÑæÑ)
Sonntag, den 3. Juli

1sss.
Deutsches Reich.

In den Münchener Diplomaten- und Beamtenkreisen geht
das Gerücht, daß auch der b. Justizminister Dr. v. Fäustle der
Leitung des Justizministeriums enthoben würde und man bezeichnet
als seinen Nachfolger den Rath am obersten Landesgericht v. Bomhard.

Aus der offiziösen Mittheilung über die letzten Beschlüsse des
Bundesraths erhellt, daß der Beschluß betr. Reichskassenscheine
—D
ind 5 M. auf je 10,000,000 M. einzuschränken und den Betrag
der Reichskassenscheine zu 50 M. in dem gleichen Verhältniß zů
erhoͤhen.

Der „Rorddeutschen Allg. Ztg.“ zufolge wird der Reichstag
voraussichtlich sich mit Zoll- und Steuergesetzen zu beschäftigen
haben, durch welche den Einzelstaaten aus Quͤellen der indirekten
Reichssteuer die Mittel zugeführt werden sollen, um die direkten
Steuern und die Gemeinde-Zuschläge zu diesen Steuern sowie die
Armenlasten und Schullasten der Gemeinden zu erleichtern. Für
Preußen werde es sich außerdem um die Mittel zu Kanalbauten
handeln, deren der Nordwesten von Deutschland vollständig entbehrt.

Fürst Bismard ist mit Familie am Freitag Morgen
von Berlin nach Kissingen abgereist.

Ausland.

Auch am 29. Juni wurden in Prag wieder mehrere deutsche
Studenten von Czechen mißhandelt. Die böhmische Statthalterei
ermächtigte die Prager Polizei, zur Aufrechthaltung der Ruhe Militär
ju requiriren. Die Universität ist polizeilich abgesperrt; Placate
—
czechische Blätter Prag's wurden wegen aufreizender Artikel gegen
die Deutschen confiscirt.

Die französische Deputirtenkammer nahm am Freitag auf
die bekannte Interpellation Jacquens wegen der Vorgänge im
Süden der algerischen Provinz Oran eine Tagesordnung, welche
das Vertrauen der Kammer zu der Regierung ausdrückt mit 282
zegen 194 Stimmen an.

Der Umschwung zum Bessern, der sich in voriger Woche in
Irland bemerkbar machte, dauerte auch diese Woche in erfreulicher
Weise fort. Gewaltthätigkeiten kamen nur wenige vor, doch werden
die von der Regierung ergriffenen Maßregeln noch immer mit
großer Strenge durchgeführt, und Verhaftungen sowohl als Ermis⸗
sionen dauern fort. Im Ganzen macht sich jedoch felbst auf den
Landmeetings ein gemäßigterer Ton bemerklich, und es ist möglich,
daß die Krisis ihren Höhepunkt überschritten hat.

Der Kaiser von Rußland fürchtet stetig um sein Leben.
Der Beklagenswerthe hat auch Ursache dazu; seit etwa vierzehn
Tagen ist nämlich schon der achte Beamte, der den Verschwörungen
nachspüren sollte, spurlos verschwunden. Die Leiche eines desselben,
vurde schmählich ermordet, im kaiserlichen Parke zu Peterhof ge—
unden. Fortwährend gehen dem Kaiser und'seinen Kindern in
merklärlicher Weise Drohbriefe zu, welche es immer wahrschein⸗
icher machen, daß der Kaiser im eigenen Hause von Moͤrderge—⸗
rossen umgeben ist.

ausgezeichneter; bei jeder Nummer zeigte sich die exalteste Schulung.
Ihrem bekannten vortheilhaften Ruf hat die Kapelle gestern bei
ins in jeder Hinsicht alle Ehre gemacht. Es wird darum auch
ielen Lesern angenehm sein, zu hören, daß dieselbe zu einem
weiten Conzerte dahier gewonnen ist, das sie auf der Rückreise in
hre Garnison in etwa 14 Tagen veranstalten wird. Auf ihrer
dunstreise in der Pfalz aber wüschen wir derselben allenthalben eine
jute Einnahme; bei der Vorzüglichkeit ihrer Leistungen verdient sie es.

? Aus dem Bliesthal. Am Donnerslag ereignete sich
'n Blaäeskastel ein sehr beklagenswerther Unfall. Der Schiefer⸗
decker Karl Bieringer von dort war auf dem Dache eines zwei⸗
töckigen, B. Legrum gehörigen Wohnhauses beschäftigt. Aus dieser
döhe stürzte er herab und war sofori todt.

F Für den Wahlkreis Zweibrücken ist als Wahllokal
der Fruchthallsaal zu Zweibrücken, als Wahlkkommissär Hr. Bez.
Amtmann Dr. Schlagintweit, für den Waählkreis Landstuhl
als Wahllokal das Rathhaus daselbst, als Wahlkommissär der kgl.
Regierungsassessor Frhr. v. Tucher bestimmt.

x Bezüglich der neulichen Mittheilung der „Pf. V.“, daß ein
Handelsmann in der Umgebung von Winnweiler größere
Parthien Herbstzeitlose gekauft habe, wird dem genannten Blatte
ʒemerkt, daß dieser Ankauf im Auftrage einer chemischen Fabrik
g sei, welche diese Pflanze zur Gewinnung von Gallussäure
enutzt.

x Der „Dürkh. Anz.“ schreibt: Fast scheint es, als wollten
zie sieben fetten Jahre mit dem jetzigen ihren Einzug in unsere
Bfalz halten. Unwillkürlich wird man nämlich daran erinnert,
venn man einen uns aus Ungstein gütigst übersandten Korn⸗
jalm betrachtet, der nicht weniger als drei mit wohlausgebildeten
dörnern gesegnete Aehren trägt. Und da klage noch Einer über
die schlechten Zeiten!

F In einenm am kgl. Landgerichet Frankenthal an⸗
jängigen Processe (Lefo contra Kraft) kam am Donnerstag die
Frage zur Entscheidung, „ob ein vollstreckbar erklärter amtsgericht⸗
icher Zahlungsbefehl GVollstreckungsbefehl) eine gerichtliche Hypo⸗
heke und damit eine rechtsgiltige Inscription begründe“ und wurde
dieselbe bejaht!

F Die nächste Prüfung für den Einjährig-Freiwilligen-Dienst
vird im Herbste in Spehyer abgehalten. Diejenigen jungen
deute, welche die Prüfung mitzumachen wünschen, haben ihre Ge—
uche um Zulassung längstens bis zum 1. Auqust bei der Prüfungs⸗
ommission einzureichen.

F Nach der. „Saarbrücker Ztg.“ hatten unsere Nachbarstädte
Zaarbrücken und St. Johann gestern (Freitag) hohen Besuch zu
xrwarten. Es wollte nämlich daselbst, Nachmittags 1 Uhr 50 Min.
Seine Maj. der König Oskar von Schweden eintreffen und im
dotel Guepratte Absteigequartier nehmen, um dann zu Wagen das
-picherer Schlachtfeld in Augenschein zu nehmen. Abends sollte
vieder die Rückreise nach Trier resp. Ems erfolgen.

FABezüglich des heurige Ernteurlaubes ist vom
zayerischen Kriegsministerium bestimmt worden, daß per Kom⸗
zagnie 65 Mann auf 4 Wochen zu beurlauben sind. Die Fest⸗
etzung des Beginnes ist den Generalkommandos überlassen; Mitte
Juli dürfte hiezu ausersehen sein.

Die Herbstmanöver des 17. und 18. Inf.⸗Regiments finden
in Unterfranken Statt, wohin die Bataillone aus Germers⸗
hjeim, Landau und Zweibrücken per Eisenbahn und einen Fußmarsch
gebracht werden.

Am Dienstag Vormittag 9*0 ist Se. Maj. König Lud⸗
vig von Bayern mit Gefolge per Extrazug in Luzern ein⸗
getroffen und sofort mit Extraschiff nach Brunnen verreisst, um
einige Zeit auf Axenstein sich aufzuhalten. Es soll eine vierwöchent⸗
iche Tour durch die Schweiz, Italien und Frankreich in Aussicht
zjenommen sein. S. Maj. reist im strengsten Inkognito und ist
nur von 1 Adjutanten, J Arzt und 2 Dienern begleitet.

x Probates Mittel gegen rothe Nasen. In Salzwedel
jatte sich ein biederer Burger, dem es sehr viel Kummer machte,
daß seine Nase eine fabelhaft rothe Färbung besaß, infolge einer
Zeitungs⸗Annonce postlagernd an einen Wohlthäter der Menschheit

ãlaisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

In der Sitzung vom 80. Juni wurde abermals eine Anklage wegen
Meineids verhandelt. Der angeklagte Fohannes Dreber, 838
Jahre alt, Ackerer und Wagner in Orbis, wurde des ihm zur Last gelegten
Herbrechens für schuldig erkannt und zu einer Zucht hausstr'a fe von
bJahren verurtheilt unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf
die Dauer von 5 Jahren und ferner dauernd unfähig erklart, als Zeuge oder
Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Es ist diese empfindliche
Strafe eine ernste Mahnung, es mit der Wahrheit und dem Eide nicht so
eicht zu nehmen, wie es in underenen Tagen leider so haufig geschieht.

dJermischtes.

*St. Ingbert, 2. Juli. Gestern Abend war uns
durch das Conzert, welches die Kapelle des SchleswegeHolstein'schen
Dragoner-Regiments Rr. 18 (in Si. Avod in Garnison)
unter der Leitung des Herrn Kapellmeisters Fuhrmann im
Oberhauser'schen Garten gab, ein höchst seliener vorzüglicher Kunst⸗
zenuß geboten. Das Programm var sehr reichhaltig und vortreff⸗
ich gewählt. Der Vortrag der inzelnen Piecen war ein ganz
        <pb n="398" />
        gewandt und demselben die üblichen 5 Mark eingeschickt. Er saß
im Kreise seiner Familie bei Tisch, als das Antwortschreiben ein⸗
traf. Mit hoffnungsfreudiger Miene wurde es geöffnet, aber als—
hald enifiel es der zitternden Hand. Die Gattin hob das ver⸗
hängnißvolle Blatt auf, um den höhnischen Rathschlag an ihren
rothnasigen Gatten zu lesen: „Sauf' bis sie blau wird!“

p Vor wenigen Tagen ist in Aa ch ein unter einer besonderen
Feierlichkeit und in Anwesenheit des Generalpostmeisters Dr. Ste—
phan der Schlußstein des ganzen unterirdischen Telegraphennetzes
in Deutschland gelegt worden.

PAuch ein Konzert. Ein englisches Blatt bringt fol⸗
gende Annonce: „Sofort zu verkaufen eine Meute von Hunden
W⸗ *2* * r
Isaae Löb, Viehhändler,
im Hoffmann'schen Hause, gegenüber der protest. Kirche
hält beständig Lager in
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für deren Güte garantirt wird, stehen immer zur Auswahl
da, und wird bemerkt, daß nur reelle Verkäufe abgeschlossen werden.
INAuch werden täglich ca. 78 Liter Milch, 29 Pf.
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yerschiedener Gattung. Ihr Gebell variirt vom tiefsten Baß bis zum
Jellsten Tenor und klingt so harmonisch, daß man, wenn sie alle
urcheinander laut werden, einen Opernchor zu hören vermeint.“

4F VLondoner Nachrichten zufolge hat der deutsche Dampfer
„Vandalia“, welcher als Exrtradampfer am 19. Juni von Ham—
zurg nach New-York ging, am 26. Juni auf dem 59. Grad
I BS und 15 Grad w. L. ein englisches Schiff angesprochen und
um Beistand gebeten.

(Pferde vor der Verfolgung der Fliegen und
Bremfen zu schützen.) Man bewirkt dieses am besten, wenn
man Hanf sammt dem Kraute auszieht und die Pferde damit abreibt.
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Wirthschaft des Herrn Rollfüh⸗
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wangsweise gegen sofortige Baar⸗
zahlung:
1Id verschiedenartige Kühe,
2 Pferde, 1 Fohlen und
WWaägelchen mit Dielen.
Das Vieh kann zu jeder Zeit
in den Stallungen des genann⸗
en Schwarz angesehen werden.
St. Ingbert, 28. Juni 1881
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.

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meiner Frau Katharina Keß⸗
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leihen, indem ich keine Zahlung
für dieselbe leiste.

Rohrbach, 28. Juni 1881.

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Sonntaq, den 3. Juli 1881.
Deutsches Neich.

In den Münchener Diplomaten⸗ und Beamtenkreisen geht
das Gerücht, daß auch der b. Justizminister Dr. v. Fäustle der
Leitung des Justizministeriums enthoben würde und man bezeichnet
als seinen Nachfolger den Rath am obersten Landesgericht v. Bomhard.

Aus der offiziösen Mittheilung über die letzten Beschlüsse des
Bundesraths erhellt, daß der Beschluß betr. Reichskassenscheine
dahin geht, den Betrag der ausgegebenen Reichskassenscheine zu 20
und 5M. auf je 10,000,000 M. einzuschränken und den Betrag
der Reichskassenscheine zu 50 M. in dem gleichen Verhältniß zu
erhöhen.

Der „Norddeutschen Allg. Ztg.“ zufolge wird der Reichstag
ooraussichtlich sich mit Zoll- und Steuergesetzen zu beschäftigen
jaben, durch welche den Einzelstaaten aus Quellen der indirekten
Reichssteuer die Mittel zugeführt werden sollen, um die direkten
Steuern und die Gemeinde-Zuschläge zu diesen Steuern sowie die
Armenlasten und Schullasten der Gemeinden zu erleichtern. Für
Preußen werde es sich außerdem um die Mittel zu Kanalbauten
handeln, deren der Nordwesten von Deutschland vollständig entbehrt.

Fürst Bismarck ist mit Familie am Freitag Morgen
von Berlin nach Kissingen abgereist.

Ausland.

Auch am 29. Juni wurden in Prag wieder mehrere deutsche
Studenten von Czechen mißhandelt. Die böhmische Statthalterei
ermächtigte die Prager Polizei, zur Aufrechthaltung der Ruhe Militär
zu requiriren. Die Universität ist polizeilich abgesperrt; Placate
derkünden, daß keine Vorlesungen gehalten werden. Sämmtliche
zechische Blätter Prag's wurden wegen aufreizender Artikel gegen
die Deutschen confiscirt.

Die französische Deputirtenkammer nahm am Freitag auf
die bekannte Interpellation Jacquens wegen der Vorgänge im
Süden der algerischen Provinz Oran eine Tagesordnung, welche
das Vertrauen der Kammer zu der Regierung ausdrückt mit 282
gegen 194 Stimmen an.

Der Umschwung zum Bessern, der sich in voriger Woche in
Irland bemerkbar machte, dauerte auch diese Woche in erfreulicher
Weise fort. Gewaltthätigkeiten kamen nur wenige vor, doch werden
die von der Regierung ergriffenen Maßregeln noch immer mit
zroßer Strenge durchgeführt, und Verhaftungen sowohl als Ermis—
ionen dauern fort. Im Ganzen macht sich jedoch selbst auf den
Landmeetings ein gemäßigterer Ton bemerklich, und es ist möglich,
daß die Krisis ihren Höhepunkt überschritten hat.

Der Kaiser von Rußland fürchtet stetig um sein Leben.
Der Beklagenswerthe hat auch Ursache dazu; seit eiwa vierzehn
Tagen ist nämlich schon der achte Beamte, der den Verschwörungen
aachspüren sollte, spurlos verschwunden. Die Leiche eines desselben,
vurde schmählich ermordet, im kaiserlichen Parke zu Peterhof ge—
unden. Fortwährend gehen dem Kaiser und seinen Kindern in
merklärlicher Weise Drohbriefe zu, welche es immer wahrschein⸗
icher machen, daß der Kaiser im eigenen Hause von Mörderge—
iossen umgeben ist

Bfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1881.

In der Sitzung vom 80. Juni wurde abermals eine Anklage wegen
Meineids verhandelt. Der angeklagte Johannes Dreber, 35
Jahre alt, Aderer und Wagner in Orbis, wurde des ihm zur Lasi gelegten
Berbrechens für schuldig erkannt und zu einer Zuchthaussir'a se von
bJahren verurtheilt unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf
vie Dauer von 5 Jahren und ferner dauernd unfähig erklart, als Zeuge oder
Zachverständiger eidlich vernommen zu werden. Es ist diese empfindliche
Strafe eine ernste Mahnung, es mit der Wahrheit und dem Eide nicht jo
eicht zu nehmen, wie es in unserenen Tagen leider so haufig geschieht.
Vermischles.

*St. Ingbert, 2. Juli. Gestern Abend war uns
durch das Conzert, welches die Kapelle des Schlesweg-Holstein'schen
Dragoner—Regiments Rr. 18 (in Si. Avohd in Garnison)
anter der Leitung des Herrn Kapellmeister Fuhrmann im
Oberhauser'schen Garten gab, ein höchst seliener vorzüglicher Kunst-
zenuß geboten. Das Programm var sehr reichhaltig und vortreff⸗
ich gewählt. Der Vortrag der ꝛinzelnen Piecen war ein ganz

ausgezeichneter; bei jeder Nummer zeigte sich die exakteste Schulung.
Ihrem bekannten vortheilhaften Ruf hat' die Kapelle gestern bei
ins in jeder Hinsicht alle Ehre gemacht. Es wird darum auch
ielen Lesern angenehm sein, zu hören, daß dieselbe zu einem
weiten Conzerte dahier gewonnen ist, das sie auf der Rückreise in
hre Garnison in etwa 14 Tagen veranstalten wird. Auf ihrer
dunstreise in der Pfalz aber wüschen wir derselben allenthalben eine
zute Einnahme; bei der Vorzüglichkeit ihrer Leistungen verdient sie es.

? Aus dem Bliesthal. Am Donnerstag ereigneie sich
nn Blieskastel ein sehr beklagenswerther Unfall. Der Schiefer-
decker Karl Bieringer von dort war auf dem Dache eines zwei⸗
töckigen, B. Legrum gehörigen Wohnhauses beschäftigt. Aus dieser
Höhe stürzte er herab und war sofori todt.

F Für den Wahlkreis Zweibrücken ist als Wahllokal
er Fruchthallsaal zu Zweibrücken, als Wahlkkommissär Hr. Bez.-
Amtmann Dr. Schlagintweit, für den Wahlkreis Landstuhl
uls Wahllokal das Rathhaus daselbst, als Wahlkommissär der kgl.
Regierungsassessor Frhr. v. Tucher bestimmt.

— Bezüglich der neulichen Mittheilung der „Pf. V.“, daß ein
dandelsmann in der Umgebung von Winnweiler größere
harthien Herbstzeitlose gekauft habe, wird dem genannten Blatte
emerkt, daß dieser Ankauf im Auftrage einer chemischen Fabrik
erfolgt sei, welche diese Pflanze zur Gewinnung von Gallussäure
ʒenutzt.

Der „Dürkh. Anz.“ schreibt: Fast scheint es, als wollten
die sieben fetten Jahre mit dem jetzigen ihren Einzug in unsere
Pfalz halten. Unwillkürlich wird man nämlich daran erinnert,
venn man einen uns aus Un gstein gütigst übersandten Korn—⸗
jalm betrachtet, der nicht weniger als drei mit wohlausgebildeten
örnern gesegnete Aehren trägt. Und da klage noch Einer über
die schlechten Zeiten!

F In einem am kgl. Landgericht Frankenthal an—
jängigen Processe (Lefo contra Kraft) kam am Donnerstag die
Frage zur Entscheidung, „ob ein vollstreckbar erklärter amtsgericht⸗
icher Zahlungsbefehl (Vollstreckungsbefehl) eine gerichtliche Hypo—
heke und damit eine rechtsgiltige Inscription beqgründe“ und wurde
zieselbe bejaht!

Die nächste Prüfung für den Einjährig-Freiwilligen-Dienst
vird im Herbste in Speyer abgehalten. Diejenigen jungen
deute, welche die Prüfung mitzumachen wünschen, haben ihre Ge—
uche um Zulassung längstens bis zum 1. August bei der Prüfungs⸗
ommission einzureichen.

F Nach der „Saarbrücker Zig.“ hatten unsere Nachbarstädte
SZaarbrücken und St. Johann gestern (Freitag) hohen Besuch zu
exwarten. Es wollte nämlich daselbst, Nachmittags 1 Uhr 50 Min.
Zeine Maj. der König Oskar von Schweden eintreffen und im
dotel Guepratte Absteigequartier nehmen, um dann zu Wagen das
Spicherer Schlachtfeld in Augenschein zu nehmen. Abends sollte
vieder die Rückreise nach Trier resp. Ems erfolgen.

Bezüglich des heurige Ernteurlaubes ist vom
zayer ischen Kriegsministerium bestimmt worden, daß per Kom⸗
»agnie 65 Mann auf 4 Wochen zu beurlauben sind. Die Fest⸗
etzung des Beginnes ist den Generalkommandos überlassen; Mitte
Juli dürfte hiezu ausersehen sein.

Die Herbstmanöver des 17. und 18. Inf.Regiments finden
in Unterfranken Statt, wohin die Bataillone aus Germers⸗
heim, Landau und Zweibrücken per Eisenbahn und einen Fußmarsch
gebracht werden.

Am Dienstag Vormittag 9*0 ist Se. Maj. König Lud⸗
vigvon Bayern mit Gefolge per Extrazug in Luzern ein⸗
zJetroffen und sofort mit Extraschiff nach Brunnen verreisst, um
einige Zeit auf Axenstein sich aufzuhalten. Es soll eine vierwöchent⸗
liche Tour durch die Schweiz, Italien und Frankreich in Aussicht
genommen sein. S. Maj. reist im strengsten Inkognito und ist
nur von 1 Adjutanten, 1 Arzt und 2 Dienern begleitet.

Probates Mittel gegen rothe Nasen. In Salzwedel
jatte sich ein biederer Buͤrger, dem es sehr viel Kummer machte,
daß seine Nase eine fabelhaft rothe Färbung besaß, infolge einer
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m Kreise seiner Familie bei Tisch, als das Antwortschreiben ein⸗
raf. Miit hoffnungsfreudiger Miene wurde es geöffnet, aber als⸗
zald eutfiel es der zitternden Hand. Die Gaitin hob das ver—
Jängnißvolle Blatt auf, um den höhnischen Rathschlag an ihren
othnasigen Gatten zu lesen: „Sauf' bis sie blau wird!“

Vor wenigen Tagen ist in Aachen unter einer besonderen
Feierlichkeit und in Anwesenheit des Generalpostmeisters Dr. Ste⸗
ohan der Schlußstein des ganzen unterirdischen Telegraphennetzes
in Deutschland gelegt worden.

pauch ein'Konzert. Ein englisches Blatt bringt fol⸗
gende Annonce: „Sofort zu verkaufen eine Meute von Hunden
— 2322* 2. 2*
Isaae Löb, Viehhändler,
im Hoffmann'schen Hause, gegenüber der protest. Kirche
zält bestaͤndig Lager in
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owie allen Hülsenfrüchten.
Eine groöͤßere Zahl guter Kühe,
für deren Güte garantirt wird, siehen immer zur Auswahl
da, und wird bemerkt, daß nur reelle Verkäufe abgeschlossen werden.
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jellsten Tenor und klingt so harmonisch, daß man, wenn sie alle
zurcheinander laut werden, einen Opernchor zu hören vermeint.“

Londoner Nachrichten zufolge hat der deutsche Dampfer
Vandalia“, welcher als Extradampfer am 19. Juni von Ham—
durg nach New-York ging, am 26. Juni auf dem 59. Grad
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eihen, indem ich keine Zahlung
ür dieselbe leiste.

Rohrbach, 28. Juni 1881.

Peter Keßler, Schürer.
l-—

Unsere heutige

tummer bringt für

alle Abonnenten eine Extra⸗

Beilage des rühmlichst bekann⸗

en Benediktiner⸗Doppel⸗

rãuter⸗Magen bitter von

F. Pingel in Göttingen.

Niederlage in St. In gbert bei
J. Friedrich.

Deme z in St. Ingbert.

Hiezu „Illustrirles Sonntaasblatt“ Nr. 27.

Augenarzt,
st während des Monats Juli
verreist.
F
        <pb n="401" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
der Et. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit deu Hauptblatte verhundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.46 60 —, einschließlich 10 4 Zustell zebüuhr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswaärts
mit 15 Bfür die viergespaltene Zeile Blattschriet oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

Dienstag, den 5. Juli

1ssl.
(SDas Attentat auf den Präsidenten Garfield).

So haben denn auch Republiken ihre Attentäter, und die
politische Freiheit bietet deren Staatsoberhäuptern, auch den vom
volke für kurze Zeit Gewählten keinen Schutz gegen Mordanschläge.

General James A. Garfield, der neue Präsident der vereinig—
en Staaten, ist, wie wir bereits unseren Lesern durch Extra⸗Blatt
mitheilten, am Samstag überfallen und schwer verwundet worden.

Die jetzt vier Monate dauernde Präsidentschaft Garfields bietet
ein einziges Moment, aus dem heraus ein Anlaß zu einem poli⸗
jjchen Attentate sich ergeben könnte.

Zum zweiten Male sehen wir einen Präsidenten der amerika—
ischen Union unter Mörderhand zusammenbrechen. Vor sechzehn
jahren streckte eine Kugel, vom fanatischen Schauspieler Booth von
er Bühne aus abgeschossen, den vergötterten Präsidenten der Union,
Ubraham Lincoln, nieder. Aber Lincoln hatte lange Zeit
as Staatsruder geführt, hatte sich unsterbliche Verdienste um den
sorden Amerikas erworben, und so war es auch erklärlich, daß er
n den Südländern gehaßt wurde. Die Geschichte der Garfield'schen
hräsidentschaft ist noch ein unbeschriebenes Blatt. Das neue Ober⸗
saupt der großen transatlantischen Republik hat sich noch wenige
zreunde und wenig Feinde erworben. Wenn das Alttentat nicht
wa noch eine Nachwirkung der Wahlaufregungen ist, dann werden
wir in dem Verbrechen von Washington entweder die That
ines Wahnsinnigen oder einen Alkt irgend welcher Privatrache
ablicken müssen.

Ueber den schrecklichen Vorgang selbst können wir Folgendes
nittheilen. Praͤsident Garfield beabsichtigte am Sonnabend
Norgen sich von Washington aus nach dem in der Nähe New—
sorks an der Küste des Ozeans liegenden Badeorte Long-Branch
zu begeben, wo sich seine Gemahlin schon befand. Der größte
Theil der Mitglieder seines Kabinets gab ihm zum Bahnhofe der
baltimore⸗ und Potomac⸗Eisenbahn das Geleite. Der Minister des
luswärtigen, Staatssekretär Blaine war mit Präfident Garfield
n demselben Wagen bis zum Bahnhofe gefahren und schritt nun,
uchdem sie den Wagen verlassen, an seiner Seite dem Eingange
u, als der Schuß fiel. Der Mörder hatte heimtückisch aus dem

hinterhalt geschossen, nicht aus einer Flinte, wie ursprünglich ge—
neldet wurde, sondern aus einem Revolver von großem Kaliber.
it wurde sofort verhaftet. Den Präsidenten trug man zunächst
n ein Privatzimmer des Bahnhofes und erst nach einer Stunde,
is die sofort zu Hilfe eilenden Aerzte es gestatteten, nach dem
Veißen Hause. Der Mörder weigerte sich zuerst seinen Namen zu
gennen. Indessen stellte sich heraus, daß derselbe ein geborener
dranzose, ein Advokat aus Chicago, Namens Charles Guilteau ist,
n sich vergeblich bemühte, einen Konsulsposten in Marseille zu
chalten.

Der Staatssekretär Blaine beschreibt in einem Telegramm an
e Gesandten in Europa die Verwundung dahin, daß außer einer
hetletzung des rechten Armes der Präsident Garfield auch eine
were Verletzung des Rückgrats davongetragen habe, in welches
de Kugel gedrungen sei. In seiner Depesche fuügt er hinzu; Zwar
i die Verletzung eine sehr ernstliche, aber man hofft, daß die vor⸗
igliche Konstitution des Präsidenten ihm zu Statien komme.n wird.“

In der That ist Präsident Garfield ein mächtig gebauter,
nüftiger Maun, der sein ganzes Leben lang mäßig gelebt hat und
ine Fülle von Lebenskraft zuzusetzen hal. Rach den neuesten
lchrichten hat sich denn auch der Zustand des Präsidenten, der
n Anfang für hoffnungslos galt, bedeutend gebessert und ist größte
vwinung auf Wiederherstellung vorhanden.

vertretung äen der Pfalz vom Gemeinderath)
oder von mindestens dem dritien Theile der Mieth—
steuerpflichtigen bei'm Rentamte beantragt wird. Die be⸗
züglichen Anträge der Gemeindevertretungen oder Steuerpflichtigen
ind in der zweiten Hälfte des Jahres 1881 zu stellen. Wo solche
Anträge vorliegen, ist die Revision zuerst in Angriff zu nehmen
und thunlichst noch vor Ablauf der 16. Finanzperiode zu Ende zu
ühren. Anträge auf Vornahme einer örtlichen Haussteuerrevision
ind innerhalb der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1881 zu
tellen. (In der Pfalz werden wohl alsbald in verschiedenen
Städten Revisionsanträge gestellt werden, und zwar mit vollster
Berechtigung.)

* Die ärztlichen Bulletins über das Befinden der Kaiserin
lauten fortgesetzt befriedigend, nur fühlt sich die hohe Frau infolge
einer Operation noch etwas geschwächt, doch ist die völlige Wie der⸗
genesung der Kaiserin in kurzer Zeit zu erwarten. Der deu tsche
ronprinz traf am Sonnabend zum Besuche seiner erlauchten
Mutter in Coblenz ein.

Dem „Reichsanzeiger“ zufolge dürfen dem Reichskanzler
während seines Aufenthaltes in Kissingen weder amtliche noch
nichtamtliche Schriftstücke vorgelegt oder nachgesandt werden.

Der preußische Kultusminister v. Goßler ist nach Kissiugen
abgereist. Es wird keine ungerechtfertigte Vermuthung sein, wenn
man annimmt, daß der Zweck seiner Reise die Berathung mit dem
Reichskanzler über die fernere kirchenpolitische Aktion ist und daß
der fränkische Badeort, wie auch früher schon für die Kirchen—
politik von folgenschwerer Bedeutung wird.

Der Handelsvertrag Deutschlands mit Oesterreich⸗
Ungarn, der Handelsbertrag mit der Schweiz, die Ueberein—
kunft mit Belgien wegen Regelunqg der Handelsbeziehungen
sind ratifiziert worden. Die Auswechselung der Ratifikationsur—
kunden hat bereits stattgefunden.

Ausland.

*In der tunesischen Hafenstadt Sfakes sind ernstliche Unruhen
ausgebrochen, bei denen der französische Consul verwundet wurde,
so daß die französische Regierung schleunigst einen Theil ihrer noch
in Tunis zurückgebliebenen Truppen nach Sfakes beordert hat.
Vermijchtes.

*Sit. Ingbert, 85. Juli. Gestern und heute weilte Herr
Studienrektor Dr. Autenrieth von Zweibrücken hier, um in der
kgl. Lateinschule die übliche Visitation vorzunehmen.

*St. Ingbert. Aus einer Bekanntmachung des kgl.
Bezirksamtes Zweibrücken ersehen wir, daß unsere Sladt behufs
der am 14. ds. Mts. stattfindenden Urwahl zum bayerischen Laͤnd—
jag in vier Wahlbezirke eingetheilt ist. Der J. Wahlbezirk
umfaßt das ganze erste und dritte Stadtvierkeh,
Jählt 3229 Einwohner (nach der Volkszählung von 1875) und
wählt 6 Wahlmänner. Wahlkommissär Herr kgl. Amts⸗
richte Zahn; Stellvertreter: Herr Bürgermeister Custer.
Wahllokal: Stadthaus.

Der JII. Wahlbezirk umfaßt das zweite Stadt⸗
diertel mit den Bahnhof und das fünfte Stadi—
oiertel, das ganze Eisenwerk mit Glashütte
zinschließend, zählt 2890 Einwohner und wählt ebenfalls 6
Wahlmänner. Wahlkommissär: Herr kgl. Landgerichtsrath
Planz in Zweibrücken; Stellv. Herr Graffion sou., I. Ad—
junkt. Wahllokal: Schulhaus in de'r Unterstadt.

Der III. Wahlbezirk umfaßt das vierte Stadi—
biertel mit Elsterstein, Obermühle, Schürer
Ziegelhütte, Seifenfsiederei und Sitzweiler
Hof, zählt 1639 Einwohner und wählt nur 3 Wa hel⸗
mäumner. Wahlkommissär: Herr Auffschneider, kgl.
Rotariatsverweser; Stellv. Herr P. Greß, II. Adjunkt.
Wahllokal: Schulhaus im Josephsthal.

Den IV. Wahlbezirk bildet die Schnappbach mit
1462 Einw. und 3Z Wahlmännern. Wahlkommissar ist hier
HLerr kgl. Bergmeister Kamann, Stellvertr.“ Adjuntt
Siegwart. Wahllokal: Schulhaus in Schnapp—

Deutsches Reich.

Vom kgl. bayerischen Staatsministerium der Finanzen er—
ugzum Vollzug des Haussteuergese tzes nachstehende
uschliezung: Gemaäß 8 81 des Gesetzes vom 15. August 1828,
w. 19. Mai 1881, die allgemeine Haussteuer betr., soll in Ge⸗
reinden und Ortschaften, in welchen die Miethsteuer eingeführt
eine Revision derselben, in der 16. Finanzheriode (1882/83)
unnend, Statt finden, wenn sie von der einschlägigen Regier-
igefinanzkammer angeordnet oder von der beir. Gemeinde—
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        bach. — Im Ganzen sind also von unserer Stadt 18 Wahl⸗
männer zu wählen.
Alngekündig!ermaßen traf der König Oskar von Schweden
am Freitag Mittag in St. Johann⸗Saarbrücken ein
und besichtigte nach kurzem Aufenthalte im Hotel Guepratte zu
St. Johann, per Equipage nebst drei Herren seines Gefolges das
Spicherer Schlachtfeld und die dort befindlichen Denkmale. Se.
Majestät kehrte gegen Abend in das Hotel zurück, übernachtete
dorl und reiste am nächsten Morgen über Zweibrücken nach Karlsruhe.
ꝓ Auch über Mannheim, hängt das Schwert des Da⸗
mokles des kleinen Belagerungszustandes. Bei der kürzlich dort
stattgefundenen Stadtverordnetenwahl der dritten Klasse haben die
Sozialdemokraten nicht weniger als 16 ihrer Candidaten durchge⸗
bracht und es ist daher nicht gerade unmöglich, daß man von
Berlin aus die großherzoglich badische Regierung zur Ergreifung
schärferer Maßnahmen auffordern wird. Es heißt sogar, daß vor
den Wahlen noch in einer ganzen Reihe von größeren Städten
des Reichs der kleine Belagerungszustand proklamirt werden soll.
FIn Durlach ist die große Nähmaschinenfabrik von

Gritzuner u. Co. abgebrannt. Man berechnet den Schaden ah
300,000 M.

Aus Philippopel (Ostrumelien) wird gemeldet, de—
Forstmeyer Bernges, deutscher Staaisangehöriger (aus Hessen, wie
8 heißt), sei von einer dreißig Monn starken Räuberbande in
einer Wohnung überfallen und mit seinem Secretär Binder, einen
Desterreicher, in's Gebirge weggeschleppt worden. Die Räuber ver
angen ein Lösegeld von 15, 000 Pfd. Sterling.

Der gegenwärtig sichtbare Komet wird sich nach den Be—
obachtungen der Astronomen mit bedeutender Schnelligkeit von der
Sonne wie von der Erde entfernen und gegen Ende des Monatz
aum mehr in ein Zehntel der heutigen Stärke sichtbar sein.

Der Pferdebestand der ganzen Welt beträgt 58 Millionen
Stück. Davon hat Oesterreich- Ungarn 8,1486,000, Frankreich 8
Mill., Rußland 21,470,000, Deutschland 3,352,000, Großbriian
nien 2,250,000, die Türkei 1 Million, die Vereinigten Staaien
9,540,000, Argentinische Republik 4 Millionen, Canada 2,615,000
Uruguay 1,600, 000u33.. —

— —Fir die Redallion veranmwortlich: FK. X. Dm e r.
Konkursverfahren.

Das tgl. Amtsgericht St.
Ingbert hat heute folgenden
Beschluß gefaßt:

Ueber das Vermögen des
Kaufmannes Peter Joseph
Woll zu St. Ingbert wird der
Konkurs eröffnet und die Eröff⸗
nung festgesetzt auf
Sonntag den 3. Juli 1881,

Vormittags 111 Uhr,

Als Masseverwalter wird der
Geschäftsmann Philipp Fitz
zu St. Ingbert ernannt.

Zur Beschlußfassung über die
etwa beliebte Wahl eines andern
Verwalters, sowie über die Be—
stellung eines Gläubiger -Aus—-
schusses und über die in 88 120
und 125 der Konkursordnung
berührten Punkte wird Termin
anberaumt auf
Samstag den 30. Juli 1881

Vormittags 9 Uhr,
im Sitzungssaale des k. Amts-
gerichts dahier.

Die Anmeldefrist läuft bis
zum 1. September 1881.

Der allgemeine Prüfungs⸗
lermin wird festgesetzt auf
Samstag den 1. Oktober
1881, Vormittags 8 Uhr,
im gleichen Lokale.

Es wird offener Arrest er—
lassen und demgemäß allen Per—
sonen, welche eine zur Konkurs-
masse gehörige Sache in Besit
haben, oder zur Konkursmasse
Awas schuldig sind, aufgegeben.!

— — —
Das Triumpfbogen-Bild
ist diese Woche im Garten der Herren Gebr. Bede⸗
zur Ansicht ausgestellt.
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am 14. und 13. Juli I881,
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35 3—323 —— — 82 255 22 335 G 5355*
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—2535333552 22 — 453 2 833 25 55. 58
325577—8 5*8 5 53 — — 333 33 3833
* 8883823388 ——— 8 328225* z32258333838 * 23 533
58,*8 2523338 5z53 — — O — 325 — ———— 8 —— 8 *
325 55 J— —— A— * 53 588 5355283
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52358 353837 —— ——— 5 5.5 2 538282 33353 52868555 52
255355 3333233387— 52533 —* * 5 * ———— 55 23588338 *
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* 23553388 — 3 —A— —— — 35353358 2* 2 333383328
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Beĩ—

age) ericheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementéspreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 —, einschließlich 40 Zuftellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren Naum, Neclamen mit 30 A vpro Zeile berechnet.
48 —107. Donnerstag, den 7. Juli
1881.

—

Deutsches Neich.

Die Nachricht von dem Rücktritte des bayerisschen Justiz⸗
ninisters Dr. Fäustle wird dementirt. Dieselbe entstand wahr—
cheinlich dadurch, daß derselbe kein Mandat zum Landtage mehr
mnimmt.

* In Betreff der Reichtagswahlen soll der 20. Sep⸗
emher in Aussicht genommen sein, doch liegt ein endgiltiger Be—
chluß hierüber noch nicht vor.

* Der Kaiser hat seine Kur in Ems, die von dem besten
Erfolge begleitet war, beendet und sich zur Kaiserin, deren Ge⸗
nesung stetig fortschreitet, nach Coblenz begeben. Ueber die Wei—
erreise des Kaisers verlautet gegenwärtig noch nichts Näheres.

Ausland.

Eine im Auswärtigen Amt zu Paris am Dienstag aus
Bashington eingegangene Depesche spricht große Befürchtung aus,
naß Garfields Leben nicht werde erhalten werden können.

Die französische Kammer lehnte am Dienstag Abend den
Antrag Montjeau's betr. Aufhebung der französischen Botschaft
zeim Vatikan und ebenso den Antrag auf Herabsetzung des Ge⸗—
zalts des Botschafters ab.

In Bulgarien soll eine Verschwörung gegen das Leben
es Fürsten Alexander entdeckt worden sein. Der rüssische Konsul
hitrowo telegraphirte die betreffende Nachricht an den Leiter des
uuswärtigen Ministeriums in St. Petersburg Senator v. Giers.

Zu Oran (Algerien) hat ein blutiger Zusammenstoß zwi⸗
chen spanischen Seeleuten und französischen Soldaten
Ztatt gefunden. Die spanischen Kolonisten suͤchen ihre Besitzungen
u jedem Preise zu verkaufen.

Der Befehlshaber der französischen Truppen vor Sfakes
Tunis) hat die Weisung erhalten, den Kommandanten des Platzes
ur Uebergabe der Stadt aufzufordern und im Falle der Weigerung
der des Widerstandes unverzüglich zun Bombardement zu
hreiten. Dieser Befehl ist wahrscheinlich schon ausgeführt worden.
veneral Saussier geht unverzüglich nach Algerien ab, um den
Iberbefehl zu übernehmen und, falls Albert Grévy zurücktritt, die
ürgerliche und militärische Oberleitung in die Hand zu nehmen.

Nach den heute vorliegenden Nachrichten kann kaum mehr

ezweifelt werden, daß es sich bei dem Atleniat auf den Präsidenten
harfield wirklich nur um einen Akt persönlicher Rache handelte.
der Mörder Charles Guiteau war Mitglied der Oneida-Gemein-
haft, dann unbeschäftigter Advokat in Thicago; er wird allseitig
ls grundsatzloser Abenteurer bezeichnet, der bis zum Wahnsinn
ach Berühmtheit strebte. Die hervorragendsten Blaͤtter betrachten
zuiteau als einen hirnverbrannten unordentlichen Menschen, der
surch den Mißerfolg in seinen Bewerbungen um eine Stelle völlig
vahnsfinnig wurde und persönliche Rache gegen das Staatsoberhaupt
rütete. Die Oneida⸗-Gesellschaft, welche im Jahre 1848 in Nord-
merika entstand, besteht aus den radikalsten Communisten, die nicht
ur für die Güter⸗, sondern auch für die Weibergemeinschaft
hwärmten und ihre Berechtigung dazu sogar aus der Bibel zu
egründen suchten. Die Frage, ob der Altentäter Guiteau Mit—
huldige hat, ist noch unentschieden. Ein zur Untersuchung herbei⸗
ezogener Geheimpolizist behauptet, daß Mitschuldige deim Verbrecher
en Revolver gekauft und ihn von der Ankunfl des Präsidenten
uf dem Bahnhofe unterrichtet hütten. Daß Guiteau Anlage zum
hahnsinn besitzt, wird, durch einen Brief seines Vaters uͤnd die
lussage eines Sohnes, wie durch einen in Guiteaus Tasche ge⸗
indenen Brief, der von dem Mörder selbst geschrieben war, be—
ätigt. In dem genannten Briefe hatte Guiteau die Absicht aus-
edrückt. den Präsidenten zu tödten.

menhängende Häusercomplex dem Feuer zum Opfer fallen. Nur
em energischen Eingreifen unserer Feuerwehr, die sogleich mit drei
Spritzen zur Stelle war, der Nähe des Wassers und dem thalkräf⸗
igen Mitwirken eines großen Theiles der hiesigen Bürgerschaft beim
Vasserreichen ist es zuzuschreiben, daß großes Unheil verhütet wurde.
-„chon nach halbstündiger angestrengter Arbeit war die Feuerwehr
zes gefährlichen Elementes schon so weit Herr, daß eine weitere
ßefahr nicht mehr vorhanden war. Gegen?7 Uhr, nach gänzlicher
Unterdrückung des Feuers, verließ dieselbe die Brandstelle. Am
neisten hat das Jungfleisch'sche Haus gelitten, bei den übrigen vom
Feuer ergriffenen Häusern wurde nur der Dachstuhl beschädigt.
Immerhin ist der Schaden, der durch Feuer und Wasser an den
perschiedenen Gebäuden verursacht wurde, ein recht fühlbarer. Zum
Blück haben die meisten der vom Feuer Betroffenen versichert. Auf
velche Art der Brand enistanden ist, ist bis jetzt noch unaufgeklärt.
dervorgehoben zu werden verdient noch die Ordnung und Vorsicht,
nit denen unsere Feuerwehr bei ihren Löschversuchen zu Werke ging;
»enn nur durch dieselben konnte verhütet werden, daß von den a
Masse von den Dächern herabstürzenden Ziegeln Niemand ver—
etzt wurde.

*— Nach einer schon in vor. Nr. erwähnten Bekanntmachung
des kgl. Bezirksamtes, die Wahl der Landtags-Abgeordneten betreff.,
heilen wir nachstehend die Zusammensetzung der Urwahlbezirke in
anserer Nachbarschaft mit: Wahlbezirk Rohrbach: Gem. Rohrbach
und Hassel, 1986 Einw., 4 Wahlmänner, Wahlkommissär:
Zr. G. Krieger, kgl. Gerichtsschreiber dahier. Wahlbezirk
Ensheim: Gem. Ensheim und Eschringen, 2041 Einw.,
bWahlmänner, Wahlkommissär: Hr. Müller, kgl. Amtsanwalt
hier. Wahlbezirk Ommersheim: Gem. Ommersheim, Ober—
vürzbach, Heckendalheim und Ormesheim, 2467
finw., 5 Wahlmänner, Wahlkommissär: Hr. J. Alt, Stadtein—
nehmer dahier. Wahlbezirk Niederwürzbach: Gem. Nieder—
vürzbach, Alschbach und Aßweiler, 1873 Einw. 4
Wahlmänner, Wahlkommissär: Hr. Dr. Wittenmaier, kgl.
Bezirksarzt in Blieskastel. Wahlbezirk Erfweiler: Gem. Biesin—
zen, Erfweiler-Ehlingen und Wittersheim,
1282 Einw. 3 Wahlmänner, Wahlkommissär: Hr. Acker, kgl.
Steuer⸗ und Gemeindeeinnehmer dahier. Wahlbezirk Blieskastel:
GBem. Blieskastel, 1683 Einw., 8 Wahlmänner, Wahlkom⸗
missär: Hr. Trauth, kgl. Oberamätsrichter in Blieskastel.

*— In der Nacht von Sonntag auf Montag starb zu
Zweibrücen nach längerem Leiden der tgl. Landgerichssarzt Herr
Ir. K. Rausch im Alter von 49 Jahren. Der Verstorbene,
in weit über die Grenzen Zweibrückens hinaus bekannter und ge⸗
uchter Arzt, war früher, ehe er als Bezirksarzt nach Zweibrüden
xnannt wurde, in unserer Stadt längere Zeit als praktischer und
düttenarzt thätig und erfreute sich bei der hiesigen Bevölkerung
iner großen Beliebtheit. Sein früher Tod wird darum auch hier
allgemein bedauert.

Die „Zw. Z.“ schreibt unterm 6. Juli aus Zwei—
rücken: Die ganze Stadt ist empört über die unmenschliche
Bestrafung eines allerdings strafwürdigen Chevaurlegers. Derselbe
nußte gestern bei der afrikanischen Hitze über eine Stunde und
u einer Zeit, wo die Sonne am heißesten brannte, den Helm
ruf dem Haupte und den Säbel hinten durch die Arme geschoben,
zamit er ja stets in die stechende Sonne blicken müsse, auf dem
cxerzierplatze hinstehen, als er nach einiger Zeit ohnmächtig zu
Boden fiel, wurde er wieder aufgerichtet, um auf derfelben Stelle
ind in derselben Stellung die Strafe fortzusetzen. Endlich brach
er vom Sonnenstich getroffen zusammen und wuͤrde dann auͤf einer
Bahre halbtodt ins Spital verbracht. Abends hieß es, der Mann
ei gestorben. Diese Nachricht hat sich indeß bis jetzt nicht be—
tätigt. — Ist eine solche Grausamkeit im bayerischen Heere
erlaubt?

F Aus Kaiserslautern berichtet die „K. Z.“: Der
Schutzengel der Kinder hat am Sonntag auch ein 25 bis Zjähriges
dind eines hiesigen Fabrikanten beschützt; dasselbe stürzte aus
dem Fenster des 3. Stodwerkes herab und siel in die Arnee eines

eben am Hause vorübergehenden Arbeiters, welcher dasselbe un—

Vermischtes.

*St. Ingbert. Am Dienstag Nachmittag gegen 126
ihr riefen die Feuerglocken zu einem Brande, der in dem Hause
er Frau Wittwe Jungfleisch in der Kohlenstraße ausgebrochen war
ind sich mit großer Schnelligkeit den Dachstuüͤhlen der 4 zunächst
elegenen Häuser der Herren J. Woll, P. Schwarz, Albertini und
üinn mittheilte. Bei dem ziemlich leichten Bau der Häuser und
er trockenen Witterung schien es fast, als sollte der ganze, zusam⸗
        <pb n="406" />
        versehrt zurückgeben konnte. — Eine hiesige Privatiers⸗-⸗Wittwe.
legie die für ĩ. Juli l. Is. füllig gewordenen Coupons ihrer
Werthpapiere auf ihren Nachttisch. Das aufräumungslustige Dienst⸗
madchen wirft aber die für werthlos gehaltenen Zinsabschnitte in
das Feuer am Heerd, wo eben das Fleisch zugesetzt war. Die
nachfolgende Scene zu beschreiben, sei uns gnädigst erlassen.

In Kaiserslautern spielten am Sonntag einige
Ninder mit Streichhölzchen, wobei die Kleider der 10jährigen
Frieda Krell in Brand geriethen. Troß rascher Hilfe hatte das
Hind derartige Brandwunden erlitten. daß es im Laufe der folgenden
Nacht starb.

p' Der Redakteur der „Pf. Post,“ Herr Pfarrer Otto
Fleischmann, theilt an der Spitze dieses Blattes mit, daß
ihm die Weiterführung der Redaktion vom Ministerium der Justiz
berboten wurde und daß er sie niederlege.

Aus Neustadt wird berichtet: „Die Traube hawe
wunderschöh verblüht, mer rechent uf en halbe Herbscht, die Wein⸗
baure mache luschtige söpp. Unser Herrgott werd' en Einsehens
habe un en mol widder en g'funde Troppe wachse losse.“

In Landau wurde von der Strafkammer des kgl. Land⸗
gerichts Rechtscandidat J. Kuhn von zdort wegen Beleidigung des
Ehrenrathes der Landwehr- und Reserveofficiere zu 70 M. Geld⸗
strafe, (im Falle des Nichtzahlens 7 Tage Gefängniß) und wegen
Beleidigung des königl. Landwehrbezirkscommandeurs zu 30 M.
Geldstrafe (im Fall des Nichtzahlens 3 Tage Gefängniß) und zu
den Kosten verurtheilt. Die Beleidigung waren in einer Zuschrift
des Anseklagten an das königl. Bezirksamt dort enthalten.

'In Saarbrücken wurde gestern (Mittwoch) vor dem
städtischen Schulhause ein 7jähriger Junge durch ein vorbeigeführtes
Offizierspferd, welches ausschlug, schwer an der Nase verletzt.
Kaserne, Reitbahn und daneben zwei von vielen hundert Schul⸗
kindern besuchte Schulhäuser — ist es da nicht zu verwundern,
wenn nicht schon häufigere und größere Unglücksfälle vorgekommen
sind? fragt die „Saarbr. Ztg.“

4 Entgegen der von einem St. Johanner Blatte gebrachten
Nachricht, die kürzlich subhastierte Völklinger Eisenhütte
sei durch Kauf in den Besitz der Firma Gebr. Röchling
uͤbergegangen, vernimmt die „Saarbr. Ztg.“ von glaubhaftester
Seite, daß an dieser Kaufgeschichte kein wahres Wort ist.

p Vor einigen Tagen starb in München der verdienstvolle
Landesgerichtsprasident Wül fert. Dessen Name wurde zuerst
hefannt durch eine Ohrfeige, welche im Februar 1848 der damalige
Student zu München der nach ihm mit der Reitpeitsche schlagenden
Feliebten Könias Ludwig J., Lola Montez, auf offener Straße

bersetzte. Von 1869 bis 1875 war Wülfert liberales Kammer⸗
mitglied für München.

4Der Kapitän Hansen, welcher von Glas go w aus mü
Schleppdampfern ausgesandt war, die Vandalia aufzusuchen ist
nit seinem Dampfer erfolglos zurückgekehrt. Es werden stärkere
Dampfer ausgesandt, um die Nachsforschungen fortzusetzen. Der
Hertreier der Dampfschiff-Gesellschafi hat bei der englischen Admir—
alität das Ersuchen gestellt, Kriegsschiffe abzusenden, welche sich
mngesichts der Dringlichkeit des Falles an den Nachsuchungen be—
heiligen sollen. (Die „Vandalia“ ging von Hamburg nach New⸗
hork und hatte gegen 180.0 Personen an Bord.)

4 Am Sonntag brach in Minsk (Rußland) Feuer aus, das
im Mittwoch bereits über 500 Häuser zerstört hatte und noch
aicht gelöscht war.

F Auf die Nachricht von der Wegführung des deutschen
Staatsangehörigen Forstmeister Bernges, durch eine, Räuber⸗
hande, die in Ostrumelien ihr Wesen treibt, sind seitens des aus
wärtigen Amtes sofort Ermittlungen angestellt, sowie Schritte be⸗
hufs Befreiung des Gefangenen eingeleitet worden. Wie der ge—
iannten Behörde aus Konstantinopel mitgetheilt wird, soll Bern⸗
Jes bereits wieder in Freiheit gesetzt sein und sich in Bellowa
befinden.

F Wie aus New-York gemeldet wird, ist der Onkel des
Präsidenten Garfield, Mre Thomas Garfield, am 24. v. M.
zei Cleveland durch eine entgleiste Lokomotive, welche mit dem
Wagen, worin er saß, zusammenstieß, getödtet worden. Bei der⸗
elben Gelegenheit wurde auch ein Couun des Präsidenten schwer
derwundet.

F Eine Privatdepesche aus Wakefield meldet, daß der
„White-Star“Dampfer,Britannic“, welcher am 25. Juni von
New-PYork nach Liverpool abgegangen war, verloren sei. Nähere
Nachrichten fehlen.
Dienstesnachrichten.
Der kathol. Lehrer Ludwig Katzenberger, in Mittelbexbach wurde
zum Lehrer an der konf.⸗gem. Schule zu Kaiserslautern ernannt.
Marktberichte.
Honiburg, 6. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 Miso Pf.“ Korn o9 M. 79 Pf., Spelzkern — M. — Pjf., Spelz M.
pf., Gersie 2reihige — M. — Ppf., Gerste 4reihige d M. — Pf., Hafer
7 M.'534 Pf., Mischfeucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicen
d M. — ppf., Bohnen d M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
hrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
80 Pf., Butter 1 Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ztr. 2 M. 80 Pf.
ier plun νν———⏑⏑ —
For die Redoflion verantwortlich: F. X. Demen.
Gemüfhlichkeit.
———— *uli
Rabdð — F
in der Kohldelle, wozu die Mitglieder und Buͤrgerschaft höf⸗—
sichst eingeladen ist. Abmarsch punkt 2 Uhr vom Ver⸗
einslokale (Wirth VPaul).
Der Vorstand.
zIr gute Speisen und Getränke sorgt
er Verein«wirth Fries.

0000000
Kerzogl. Braunschweigische
Landes Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100,000 Original⸗Loosen und 51,000
Gewinnen:
JHaupttreffer ev. 450,000, 2 Haupttreffer à 12,000,
300000. 9 10000.
150,000, 80006
—X 6000,6
75,000, 5000, 0
270, 4000,
2 3000,
00, 2000,68
25,)300, 623 „10000,
„20,000, 1948 500
J oo.
Reichs-Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganzes
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am 14. u I. Juli 1881,
zu welcher ich Original⸗-Loose
anzo Ralbe Viertel Aohtol
16 Mk. 8Mk. 4Mk. 2Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
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kür Schullehrer und übrige Gemeindebediensteten 10 Stüd
u 15 Viennia bei D. X. PαV
— — ———66— —— Fmek in St Inabhort. J

Die
Feuerwehr⸗
Hauptübung
findet am Montag den 11.
ds. Mis. Abends präcis 5

Uhr statt.
Das Bürgermeisteram
G uster.
Zwangs⸗
Versteigerung.
Samstag den 9. 734
nächsthin, Morgens 9 Uhr, in
der Heusser'schen Wirthschaft
versteigere ich zwangsweise geger
Baarzahlung:
J Glasschrank, J Waa
rengestell, Bänder, Blu
men, Spitzen und sonstig
Putzmacherartikel.
St. Ingbert, 5. Juli 188
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

(Gin braver gesitteter Junge
EDwird in die Lehre ange⸗
nommen bei
Jakob Kreischer,
Schuhmacher.

Ein braves Mädchen
wird gesucht. Wo? saat die
Eryedifion ds. Bl.

— —

u
ach Hilfe suchend,
durchfsiegt mancher Kranke die
Zeitungen, sich fragend welcher
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ann man vertrauen? Diese oder
jene Auzeige imponirt durch ihre
Zroͤße; er wählt und wohl in den
meiften Füllen gerade das — Un⸗
richuge! Wer solche Enttäuschuu⸗
gen vermeiden und sein Geld nicht
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aller Ruhe prüfen und das Beste
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obige, bereits in 460. Auflage ex⸗
schienene Broschüre wird gratis
und franco versandt, es entstehen also
dem Besieller weiter keine Kosten, als 5 Pfa.
für seine VPostkarte.
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—232222852
25335333535552338 335555
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——— „—5352356 555353538 8 353554 5-58232
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253 55* — 535733253355 755 322358
2523— — 28 5325 — 85 232 22 325 58
— — 22382258 272 — — * 8 3*
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5535 57353373 225355 5 232—838 —332338 3838
—2*— —z5*833 2— 75 — S 23**
33 35 868
88 58338 * 2 285 5 —22 5—1 — 3 535
2 —2—2 — 8 8 3223298 8 5238—2 2*2 *m S8T2
——382 —s285323883 333385 33 —35 35 2—33 *53388
* .* — S 25— 8 — 5M5 2 28 58 8 28235
22 — — 83 8—8328 * — — z35 — —A x—8*
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* 2 * — 25 — 52 2 X 8322 88 8 —A—
* 5 2 2 * * 5855 2 — — — — 2
33 333383 535 53538383 25338
28.5. 25 355 — —— —33 355 53 5357 5335838335538535 — 538
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— 53z5 —875 — 2 5883*87 5 2886 558 5—525
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71553288 — 6 — 55 * 553 —5 — 32.* — 222
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5 722 575 SI— 33353 3 84 53555 —————
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5335333 —355337 728 —8 5.
553585 5537 225 z3255558 253383 233*5835 — 35
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2 2 — 2 35585 * 2383 22 5* 2 8 2*
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3— —5835 —3 * 235 g 253288 25 2235 2
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22 * 4 27 2 3 —A
55 633 53832853 — 555 I83 — ——
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A A 32533557 53* 23 385* 5*8 —3257
38 3438 * *285353 —— * 5 12383 A 25*8*
2 55 * 5 —. — —— X 2 2 3 * — 2 2 ·— *
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2 222 S 28 — 75 *225 38 5* —**8 28 58
8 2 823 — 23 o 5333387 — 552 —6 — — * 5
8 — 238533 — — 355 3 E 22 2 25 8 2288
— * S 2 —— — 2 2 * —2 2v * 55
2 ——— — —822 A *334 3 8 57383 — 232
—— —28 3* S8 *3 — ———— *885 — * * 555 —— 8
2 35538 — 5533832838 823 52 3 2332 53837 J
5 3 2 —7 8 23 35z2 —— 22233 3335 5 28588 —
5 333533533 2 5* 2535—3 ——— —e———— 358 5533 *
—A * 0 8*8 — —3 2 5353 * I 22
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A 8 2 535 28— 3 —1533 25 228 —*
5358 *553 — — — 5 —z23 582 2 538332 3 —
3225 —5 3355 * — — —8 3W — 2 s8338 — 8 3
32 *82 52 — ö — 8235 55 5 — 8 *
5*8335 2325 7 E 8 3 S 58 522 535
* — 53352 * 3 * * E 355 533555
2 —A * —3— — — 2 2 2 2 2 — ——
7 32353377 3 8238* 233555 5—224 — —— 5 S 8
52 555 — —— 282 5388 ———— 258 — 538
55 —— — —— 3333 5 533 38
—24 555 5* 223273 2Biz8 3853 —— 35k
5 ——— 5255 — — — * 2 5 ——— 2—
3 35353 552385 5335 A 385 353
52 55 2522 —A * 288338 53352
* 2 *38 5 2 S 88 228 —2 2 *
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8253328 2822272 —
— z5235523 355332.
77 *5385
2 —* — — * 8 28 —* 5 3 3 88 —
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her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bez⸗
age) erscheint wochentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
A 40 Zeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 4a9 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 ⸗, von Auswaͤrtß
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Meclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
P Ios. U

Samstag, den 9. Juli 1881.
Deutsches Neich.

Muͤnchen, 6. Juli. Nach hierher gelangten Mittheilungen
efand sich S. M. der König am 3. ds. in Luzern und wird seine
geise wahrscheinlich noch bis an den Comer-See gehen.

Im preußischen Finanzministerium ist der Plan einer
Frweiterung der Staatslotterie fereig gestellt und soll im nächsten
Ftatsjahr in Kraft treten.

Wie verlautet, wird im Reichsamte des Innern eine Vorlage
wer Einsetzung von Gewerbekammern, die sich im
zanzen den in Bayern bestehenden anschließen würden, vorbereitet.

Aus Königsberg kommt die Nachricht von einer überaus
zemerkenswerthen Aeußerung des zur Zeit sich dort aufhaltenden
reußischen Finanzministers Bitter. Nach der
Königsb. Hart. Ztg.“ hat Herr Bitter seine Ansicht bezüglich
x»s Tabakmonopols dahin kund gegeben, daß
zie Einführung desselben unabweisbar sei, daß aber, selbst wenn
diese erfolgt wäre, die ersten Jahre von einer Steuererleichterung
ucht die Rede sein könne, besonders wenn der Staat die Schul—
asten übernehme. Bisher stimmten alle Nachrichten darüber über⸗
ein, daß zwar der Tabak höhere Einnahmen bringen müsse, daß
aber an das Monopol zur Zeit nicht gedacht werde.

Ausland.

Einem englischen Blatte wird aus Wien gemeldet, es sei
bermals eine Drei⸗Kaiser-Zusammenkunft zu er—⸗
rarten. Der Zar wolle binnen Monaisfrist zum Besuche des
herzogs von Cumberland in Gmunden eintreffen und von dort
muus zu einer Begegnung mit den Kaisern von Oesterreich-Ungarn
ind Deutschland reisen. Auch würden Fürst Bismarck, Baron
daymerle und Herr v. Giers sich bei dieser Gelegenheit in der
imgebung ihrer Monarchen befinden. Da die Quelle, aus welcher
ziese Mittheilungen fließen, sich bisweilen schon als eine trübe er—⸗
viesen hat, so empfiehlt es sich, auch die angekündigte Drei⸗Kaiser⸗
entrevue bis auf weiteres nicht zum Ausgangspunkte ernsthafter
politischer Erwägungen zu machen.

Die von eiuer Pariser Zeitung verbreitete Nachricht von der
NRobilisirung von 120,000 Mann, französischer Truppen, welche
nach Afrika gehen sollten, wird von der „Agence Havas“ für
ollkommen unbegründet erklärt mit dem Hinzufügen, daß die ge⸗
zenwärtig in Afrika befindlichen Streitkräfte ausreichend sei en, um
ie Bewegung in Sfax (Sfäkes) zu unterdrücken und etwaigen
thnlichen Versuchen im Süden von Tunis oder Oran zuvorzu⸗
ommen. — Mehrere Deputirte sind zu Ferry und Grevy ge—
angen, um die Abberufung von Albert Grevy zu fordern. Man
iat ihnen geantwortet, die Abberufung des Generalgouverneurs sei

Prinzip beschlossen; Herr Grevy werde nach Frankreich zurück—
verufen werden unter der Form eines Urlaubs auf unbestimmte

Mittel zum Ankauf des Revolvers durch ein Darlehen von 25
Dollars, die ein Freund ihm vorgestreckt habe, beschafft zu haben.
Bei dem Interesse, welches das Attentat auf den Präsidenten
Barfüeld allgemein hervorruft, ist es unsern Lesern gewiß ange⸗
iehm Einiges über den Lebensgang dieses Mannes zu erfahren.
James Abraham Garfield wurde am 10 No—
dember 1831 zu Orange, Grafschaft Cuyahoga, von deutschen aus
Hessen⸗Darmstadt stammenden Eltern, Ramens Garfeld, geboren,
rhielt in Folge des frühen Todes seines Vaters (1833) nur eine
iußerst beschränkte Erziehung, diente einige Zeit als Taglöhner,
dann als Kutscher und hierauf als Bootsmann. 1849 trat er in
ine öffentliche Lehranstalt ein und studirte mit solchem Eifer und
Erfolg, daß er 1850 als Lehrer an einer Bezirksschule wirken
onnte, 1854 bis 1856 besuchte er das Williams College. 1837
vurde er Sprachlehrer an dem Institute zu Hiram (Ohio) und
1858 Präsident desselben; gleichzeitig ließ er sich als Advocat nie—
der und wurde zum Mitglied des Senats von Ohio gewählt. Bei
Beginn des Bürgerkrieges 1801 warb er als begeisterier Anhänger
der Union das 42. Regiment der Ohio- Freiwilligen an, wurde
dessen Oberst und kämpfte mit Glück in Ost-Kentucy. Am Tage
des Sieges von Prestonburgh ward er Brigade-General und nach
der Schlacht bei Shiloh (16. April) Stabschef des Generals Ro⸗
ecrans. Wegen tapferer und wichtiger Dienste in der Schlacht
yon Chickamauga (19. September 1863) erhielt er Titel und Rang
ꝛeines Generalmajors. Im Oktober 1869 wurde er im 19. Be—
irke Ohio's zum Mitgliede des Kongresses ernannt. Hier gehörte
er zu den angesehensten Mitgliedern der republikanischen Partei.
1880 stand er an der Spitze der Delegation von Ohio und ver—
rat auf dem Kongresse in Chicago im Juni die Kandidatur seines
Landsmannes, des Finanzministers Sherman. Als weder Grant.
noch ein anderer Kandidat die Mehrheit erringen konnte, ward im
35. Wahlgange Garfield zur Wahl gestellt und, da ihm alle bis—
her gegen Grant abgegebenen Stimmen im 36. Wahlgange zufielen,
am 8. Juni einstimmig als der republikanische Kandidat für die
bevorstehende Präfidentenwahl proklamirt. Zum Präsidenten ge⸗
wählt wurde Garfield am 1. Dezember 1880. Die Regierung
der Vereinigten Staaten hat Präsident Garfield am 4. März d. J.
um 12 Uhr Mittags übernommen.

Die Zustände in Nordafrika gestallen sich immer bedenk—
icher für die Franzosen: von Marokko bis nach Tripolis und
Aghpten ist der Fanatismus der Muhamedaner leidenschaftlich er⸗
regt, und während die französischen Colonnen in Süd⸗Algerien
jegen Bu⸗,Amema so gut wie nichts ausrichten, sind sie keinen
Augenblick sicher, ob nicht in ihrem Rücken die eingeborene Be—
yölkerung solcher Bezirke, welche bisher noch ruhig blieben, sich zum
lufstand erhebt. In der Gegend von Saida hat Bu-Amema vier—
Jundert spanische Colonisten, welche sich im Vertrauen auf Frank⸗
reichs müchtigen Arm dort angesiedelt hatten, theils niedergemetzelt,
heils als Gefangene fortgeschleppt. Die Folge ist, daß die übrigen
panischen Colonisten schaarenweise Algerien verlassen, wo sie sich
von Frankreich so schlecht geschützt sehen. Sendlinge, welche aus
Tripolis kommen, stacheln die muhamedanische Bevölkerung im süd⸗
ichen Tunesien auf, und es ist noch sehr die Frage, ob die auf⸗
tändische Bewegung von Sfaxr aus, wenn sie da vielleicht auch
interdrückt wird, sich nicht weiter über das Land verbreitet. Aus
dem Norden von Tunis sind die französischen Truppen der Mehr—
ahl nach bereits zurückgezogen worden. Gewissermaßen zum Ab⸗
chied hat nun General Logerot dem Stamm der Uchthales, die sich
ängst auf Gnade und Ungnade ergeben hatten — so meldeten
venigstens die amtlichen französischen Berichte — noch einen Besuch
ibgestattet und ihnen in aller Eile fast Alles, was sie an Heerden
und sonstigen Werthgegenständen besaßen, weggenommen, Echt
rranzösisch! Sehr möglich, daß in Folge davon nun auch im Norden
oon Tunis wieder Unruhen ausbrechen und die vereinzelten fran⸗
zösischen Garnisonen, die dort noch stehen in Gefahr kommen.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Bei der letzten Kaminbeschau wurde
dahier eine große Anzahl Kamine als reparaturbedürftig und ord—
nungswidrig beanstandet. Die betreffenden Hauseigenthümer mögen

Im englischen Oberhaus erklärte Lord Granville, er wisse
nichts davon, daß die französischen Truppen im Nothfall in Tripolis
inrücken würden; selbstverständlich sei es mit Tripolis anders als
nit Tunis, und könne daher von dem, was in Tunis zulässig war,
gicht ohne weiteres Anwendung auf Tripolis gemacht werden.

In den europäischen Kreisen zu Konstantinopel glaubt
nan, daß die Hinrichtung Midhat Pascha's insgeheim vollzogen
vorden ist, um durch die vollbrachte Thatsache jeder Interdention
die Spitze abzubrechen.

Aus Washington wird unterm 6. Juli berichtet: Garfield
hdefindet sich erheblich besser. Die Aerzte sagen, er werde, wenn die
besserung noch 24 Stunden anhalte, außer Gefahr sein. — Sena—
jor Conkling und Bizepräsident Arthur werden bis jetzt von Ge—
heimpolizisten gegen einen möglichen Ausbruch der Volkswuth
bdewacht; aber seitdem Blaine den Verdacht einer Verschwörung nach—
drücklich zurückgewiesen und Conkling in einem Brief an die Zeit⸗
ingen den Saß ausgesprochen hat, daß das Attentat nicht gegen
den Präsidenten allein, sondern gegen die ganze amerikanische Nation
gerichtet war, erscheint die Vorsicht überflüssig. Guiteau wurde von
seinem Bruder im Kerker besucht. Er sagte, er habe den Willen
des Volkes anf Gottes Eingebung ausführen wollen; er stellte noch—

mals in Abrede, daß er Mitschuldige habe, und erklärte, sich die

eit.
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        sich nun vorsehen. Denn nach einer bezirksamtlichen Verordnung
wird, falls die Ursachen zur Beanstandung bis zur ersten Nachbe⸗
schau, die etwa im Augus stattfindet, nicht beseitigt sind, Repara⸗
lur resp. Beseitigung des ordnungswidrigen Zustandes auf Kosten
des Eigenthümers und gerichtliche Bestrafung desselben erfolgen.

S. Ingbert. Da in nächster Woche (14. Juli) die
Wahlmanner⸗Wahlen vorgenommen werden, so glauben wir auf
einige Bestimmungen des nabidirten bayerischen Landtagswahlgesetzes
aufmerksam machen zu sollen. Wählbar zum Wahlmann ist jeder
baherische Staatsangehörige, welcher das 25. Lebensjahr zurückge⸗
legt hat und dem Staat seit mindestens sechs Monaten eine direkte
Sieuer entrichtet und gegen den nicht eine jener Thatsachen vorliegt,
die ihn auch von der Berechtigung des Wählens ausschließen
würden (Stehen unter Curatel, Concurs, öffentlicher Armenunter—
stützung, Verlust der Wahlfähigkeit durch strafgerichtliches Urtheil).
Dir Wahlbarkeil ist ferner dadurch bedingt, daß der als Wahlmann
zu Wählende seinen Wohnsitz in dem Uhrwahlbezirk oder in der
Femeinde hat, zu welcher dieser Bezirk gehoört, und daß er in die
Wäaͤhlerliste eingetragen ist. An ein bestimmtes Glaubensbrkennt⸗
niß ist die Wählbarkeit so wenig gebunden wie die Wahlberechtigung.
Die Wahl ist geheim, sie wird durch verdeckte in eine Urne nieder⸗
zulegende Zettel ohne Unterschrift ausgeübt. (Früher mußten sie
nerschrieben sein.) Die Stimmzettel müssen von weißem Papier
und duürfen mit keinem äußeren Kennzeichen versehen sein. Sie
konnen die Namen der zu Wählenden gedruckt oder geschrieben
enthalten; werden sie geschrieben, so hat dies außerhalb des Wahl⸗
lokales zu geschehen. Nur diejenigen gelten als gewählt, welche die
absolute Suͤmmeumehrheit haben, d. h. die nächste volle Zahl über
die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Ungültig sind Stimmzettel,
welche nicht von weißem Papier oder welche mit einem Kennzeichen
versehen sind, oder aus denen die Person des Gewählten uicht
— —— die einen Protest oder Vorbe⸗
halt enthalten, oder die mehr Namen enthalten, als zu wählen
nd. Unlesbare Namen sind ungiltig, ebenso die Ramen von nicht
dählbaren Personen. Der erste Wahlgang bei der Wahlmänner⸗
wahl (Urwahl) muß mindestens vier Stunden lang dauern.
Frhält im ersten Wahlgang nicht die volle Zahl der in dem Ur⸗
wahlbezirke zu wählenden Wahlmanner die absolute Mehrheit, so
wird sofort nach Ermittelung des Ergebnisses ein zweiter Wahlgang
Inberaumt, nöthigenfalls ein dritter, vierter c. bis für alle die
absolute Stimmenmehrheit erreicht ist. — Wer nicht in der Wähler⸗
liste steht und nicht ccweislich den Verfassungseid geleistet hat, wird
nicht zum Wählen zugelassen. So lange Jemand dem aktiven
Heer angehört, kann er sein Wahlrecht nicht ausüben, ausgenommen
Hiervon sind die Militärbeamten. Jeder Wähler muß volljährig
jein. Wählen kann man nur in der Gemeinde, in welcher man
seinen Wohnsitz hat. Hat man blos Grundbesitz in einer Gemeinde,
ohne dort zu wohnen, so kann man dort nicht wählen. (Früher
war das anders.) Bei Beginn des ersten Wahlganges wird dem
Wahlkommissär ein aus sieben Mitgliedern bestehender Wahlaus⸗
schuß beigegeben. Eine bestimmte Form, wie derselbe ernannt
werden soll, ist nicht vorgeschrieben.

F Die kgl. Kreisregserung der P falz hat für die Volks—
schulen aus Rüchsicht auf die Gesundheit der Schüler Folgendes
angeordnet: 1) die Hausaufgaben sind jederzeit mit Rücksicht auf
das Alter und Geschlecht der Schüler zu controsliren. Für die
Zeit zwischen deni vor⸗ und nachmittägigen Unterricht dürfen Haus⸗
aufgaben nicht gegeben werden. Von einem nachmittägigen Unter⸗
richte des folgenden Tages darf die Fertigung der zu gebenden
Hausaufgaben höchstens eine Stunde über einen schulfreien Nach—
mittag oder einen ganzen schulfreien Tag höchstens zwei Stunden
in Ansprach nehmen. 2) Der Korperhaltung der Schüler beim
Lesen, beim Zeichnen, bei schriftlicher Beschäftigung und in der
Ruhe ist zur Verhütung körperlicher Nachtheile überhaupt und zur
Schonung und Erhaltung der Sehkraft insbesondere die vollste
Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die zum Schutz gegen schädliches Licht
vorhandenen Vorrichtungen als Rouleaux, Blendläden und dgl.,
ind entsprechend in Anwendung zu bringen. Die Kinder sind vor
Zugluft im Schulzimmer sorgfältig zu bewahren. Eine allzudichte
Halsumhütlung ist selbst im Winter während des Aufenthaltes in
den Schulräumen nicht zu gestatken. 83) Die in 8 98, Ziff. 5 der
pfälzischen Lehrordnung festgesetzten Unterrichtspausen sind pünktlich
einzuhalten. Während derselben, sowie nach Beendigung des vor—
und nachmittägigen Unterrichtes sind nach dem Weggang der Schüler
die Lehrzimmer durch Oeffnen der Fenster und Thuͤren entsprechend
zu lüfien. 4) der Reinlichkeit in den Schullokalen und Aborten
ist erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen und der Sinn für Reinlich⸗
zeit bei den Schülern in jedmöglicher Weise zu fördern.

In Betreff einer der „Zw. Ztg.“ entnommenen und in der
vor. Nr. unseres Blattes enthaltenen Notiz ging dem genannten
Blatte nachstehende „Amtliche Berichtigung“ zu:

„Mit Rücksicht auf die vom 6. Juli in der Zweibrücker
Zeitung gebrachte Notiz über die angebliche Bestrafung eines
Lheban ledets der hiesigen Garnison wird Folgendes erklärt:

Der betreffende Mann befand sich augenscheinlich in nich
nüchternem Zusiande und mußte beordert werden, vom Pferde zu
eigen und der Uebung zu Fuß beizuwohnen, da er die ihm bei
der Reitübung ertheilten Anweisungen fortgesetzt nicht befolgte.

Der Waͤhrheii völlig zuwiderlaufend ist:

1. Daß der Soldat veranlaßt wurde, gegen die Sonne zu
sehen, denn es wurde ihm keine Richtung bestimmt, nach welcher
er die Front zu nehmen hatte, vielmehr war ihm ausdrüclich be—
fohlen worden, zu „rühren,“ wenn die Abtheilung zu Pferd rühri.

2. Daß der Soldat, nachdem er ohnmächtig niedergefallen,
vieder aufgerichtet worden sei, um die Strafe in der früheren
Stellung wiener fortzusetzen, sondern der betreffende Mann, welcher

ingefähr von früh 928 Uhr bis 814 Uhr zu Fuß war, wurde
erst unwohl, nachdem er den ihm zugewiesenen Platz verlassen hatte.
um mit der Eskatron einzurücken.

Im Uebrigen hätte es demselben vollständig freigestanden,
hei eintretendem Unwohlsein sich zum Austreten zu melden. So—
fort nach Eintreten des Schwächeanfalls, der nach ärztlicher Aus-
age weder Sonnenstich noch Hitzschlag war, wurde der Mann aus
neaine Anordnung in ein Zimmer verbracht und ärztliche Hilf⸗
cequirirt.

3. Daß der Mann in das Lazareth verbracht worden sein
oslte; vielmehr fand der nach circa 15 Minuten eingetroffene Arzt
feinerlei Krankheitssymptome, Kopfweh ausgenommen, vor, weßhalb
er eines Verbringens ins Lazareth nicht bedurfte.

Weitere Schritte zur gerichtlichen Verfolgung der betreffenden
Veröffentlichung werden vorbehalten.
Ddas Kommando der 4. Eskadron k. 5. Chevaurleger⸗ Regiment

„Prinz Otto“.

Der vom Gewerbeverein Kaisers lautern veranstalteie
Frtrazug nach Fränkfurt findet am 17. Juli statt. Der Preis des
Billetes richtet sich nach der Betheiligung, soll aber keinesfalls 3 M
äbersteigen.

'Die in Kaiserslautern am Sonntag sattgehabie
dauptversammlung der pfälzischen Creditgenossenschaften war sehr
ahlreich besucht. Sämmtliche Vereine des Verbandes waren ver⸗
delen. Aus den Verhandlungen heben wir folgende Punkte kurz
jervor: Die Berichterstattung uͤber die Thätigkeit der einzelnen Ver⸗
ine zeigt ein befriedigendes Resultat. Zur Prüfung einer vorge⸗
chlagenen Aenderung des Vereinsstatuts betreffs der Besteuerun⸗
ser Genossenschaften wird eine Commission von 5 Mitgliedern ge
vählt. Herr Dr. Schneider beleuchtet hierauf die Vorschläge be⸗
reffs der Abänderungen zum Genossenschaftsgesetz und betont, daß
die wirklich praktischen schon vom Genossenschaftsanwalt befürwortet
ind verlangt worden; die von conserbativer Seite durch v. Mirbaqh
eautragte Zulassung von Mitgliedern zur Genossenschaft auf Grund
zeschränkler Solidarhaft würde sich kaum vermeiden lassen, we ⸗
halb man sich nicht ablehnend dagegen verhalten solle, wenn auch
vohl nur 10 pCt. der Genossenschaftsvereine davon Gebrauch
nachen würden. Gegen die vom Abgeordneten Ackermann und Ge⸗
—V —— communale Beauffsichtigung der
genossenschaft sprach sich der Redner entschieden aus, doch schlaͤgt
r vor, einen eigenen Revisor des Verbandes anzustellen, womit die
zeste Opposition gegen die konservative Anträge gegeben sei. Schließ⸗
ich gelangte folgende Resolntion zur Annahme: Es ist den Credit
zereinen, insbesondere den länger bestehenden, zu empfehlen, darauf
—XV Herabsetzung des Eintrittsgeldes auf ein
Minimum und Ermäßigung der Theilzahlungen auf Stammantheile
er Eintritt in die Genossenschaften erleichtert wird; b. daß Vor⸗
schüsse an Landwirthe auf längere Zahlungsͤtermine gewährt werden
in soweit den Vereinen ausreichende oder unkündbare Capitalier
ur Verfügung stehen. Die beiden folgenden Punkte, Regelung de⸗
Zuschusses und der Provision auf einem die Mitglieder billig be
jandelnden Standpunkte, sowie Instruktion des Vorstandes, wurden
on der Tagesordnung abgesetzt. Als Ort des nächsten Verbands⸗
tages wurde Zweibrüden gewählt.

4 Nach einer der „Pf. P.“ aus Grünstadt zugeganger
Nachricht ist am Donnerstag Morgen der 60jaͤhrige Bäcker Geor—
Wilhelmi von Kleinkarlbach in Folge eines Streites von seinen
Zöhnen erschlagen worden.

FAm 8. Juli haben sich über verschiedene Gegenden der
Pfalz heftige Gewitter entladen, die besonders dadurch gefährlich
burden, daß der Blitz an den meisten Orten, die von Gewitter
jeimgesucht wurden, einschlug. In Steinbach am Donnersbet
chlug der Blitz im Schulhaus ein, drang durch den Giebel in den
Zchulsaal und zertrümmerte einige Bänke und das Klavier. Der Lehrer
vucde zu Boden geworfen, kam jedoch ohne Verletzung davon Zuum
Hhlück hatten ungefähr fünf Minuten zuvor die Schuͤler den Sag
verlassen. In Sembach schlug der Blitz in einen Stall eir
ind iodiete 2 Kühe. Auf dem Randederhofe bei Neuhems
hach steckte er ein Gebäude in Brand. In Gerolsheim zün
dete er in einem Stalle. In Ihl bes heim schlug er in ein
Zaus ein, glücklicherweise ohne Jemanden zu verletzen. Auf dem
Jaͤhnhofe in Ederzheim richtete er Zerstörungen an der Tele⸗
        <pb n="411" />
        graphenleitung an. In dem Stumpfwald bei Eisenberg zün⸗
dete er in einem 25jährigen Kiefernbestand, wodurch derselbe auf einem
Flächenraum von etwa 240 Tagwerk verheert wurde. Auch im
Walde bei Haardt verursachte der Blitz einen Brand, der bedeu⸗
enden Schaden anrichtete.

4 Wie der „Pf.K.“ vernimmt, wird Hofprediger Stöcker
aus Berlin wie in Speher, so auf Veranlassung vieler Gewerbe⸗
sreibender auch in Lud wigshafen einen Vortrag halten und
war zu Anfang des kommenden Monats.

FAlle Freunde unverfälschten Weines werden mit Genug—
rhuung vernehmen, daß die Weinschmierer von den Gerichten jetzt
fest am Kragen genommen werden. Am 5. d3. hatten sich vor
dem Landgerichte Frankenth al die Weinfabrikanten J. Scharff
und G. Mack von Neustadt wegen Weinfabrikation zu verantwor⸗
sen. In den Kellern derselben waren eiwa 100,000 Liter einer
mitielst Rosinen, Süßholz, Tamarinden, Veilchenwurzeln, Muskat⸗
nuß, Weinsteinsäuere und Zucker hergestellten Brühe vorhanden.
Die Beiden gestanden die Fabrikation auch zu, glaubten sich aber
dazu, weil sie dafür besteuert waren, berechtigt. Das Gericht war
aber anderer Meinung und verurtheilte jeden derselben zu 14 Ta—
gen Gefängniß und 1900 M. Geldstrafe. Der Staatsanwalt
hatte neben einer höheren Geldstrafe auf 1 Jahr Gefängniß an—
getragen.

Kürzlich hielt Prof. Dr. Perrot aus Straßburg
im Speyerer Handwerkerverein einen Vortrag über den „Nutzen
des Handwerks und der Innungen.“ Daß der Vortragende, als
onservativer, für den Innungszwang, die Wiederbelebung der ab⸗
gestorbenen Zünfte, plädirte, versteht sich von selbst. Auch gegen
das Großkapital wurde weidlich losgezogen. Ein Handwerker in
Ludwigshafen beleuchtet nun in der „Pf. Pr.“ die Ausführungen
des Hrn. Perrot; dabei sagt der Mann, der genau zu wissen scheint,
wo den Handwerker der Schuh drüdtt, u. A.: „Daß die Groß⸗
Industrie sehr verderblich auf das Handwerk wirkt, ist sicher, aber
mit Zwangsinuungen, welche das Ideal des Herrn Dr. Perrot
sind, wird dieser Einfluß nicht aufgehoben. Ich glaube sogar, daß
das Handwerk, wenn es einmal in den Fesseln des Zunftgesetzes
liegt, weniger wirksam als heute gegen die Großindustrie ankämpfen
kann. Der Zunftdünkel und die Nörgeleien werden auch nicht aus—
bleiben und eher hindernd als fördernd auf das Handwerk wirken.
Es stehen sich eben zwei direlt entgegengesetzte Elemente gegenüber:
sier die Anhuͤnger der Gewerbefreiheit und dort die der Zünfte.
Diese entgegengesetzte Elemente werden so wenig durch die Zwangs⸗
nnung versöhnt, wie der Antisemite und Semite, wenn man sie
in eine Zwangskirche stecken wollte. — Schreiber Dieses, welcher
selbst Handwerker ist und der Bewegung sehr nahe sieht, ist fest
aberzeugt, daß es noch wo ganz anders zu reformiren gibt, und
Dies ist bei — den Handwerkern selbst. Sie sind, man nehme
mir's nicht übel, viel an ihrer eigenen Lage schuld. Was werfen
sich da nicht für Fragen auf! Wie steht es mit den Kreditverhält⸗
nissen? Wie mit der gewerblichen Buchführung? Wie viele nützen
zie so rasch verfliegende Zeit richtig aus? Wie viele sündigen bei
der Ausbildung der Lehrlinge, die so oft als Hausknechte gebraucht
verden, und dann klagi man über schlechte Arbeiter. Kein Wunder!
Die Zwangsinnungen werden Dies aber auch nicht anders machen.
Zei Linem einzeliien Stück (Gesellen- oder Meisterstüch) läßt sich
sehr schwer ein Uctheil über die ganze Leistungsfähigkeit überhaupt
„ilden. Und was die schlechten Gesellen anbelangt, die wären zu
furiren. Gebt nicht meht Lohn, als sie verdienen, bezahlt aber
den guten Arbeiter auch gut; macht einen Unterschied, damit es
aicht borkommt, daß der gute Arbeiter für den schlechten mitarbeitet,
rhng mehr zu verdienen als dieser. Und kann man den geringen
Arbeiter nicht brauchen, so schicke man ihn fort; er dürfte bei
gleichen Beürebungen der Meister nicht leicht dauernde Arbeit finden,
wvenn er nicht seinen vollen Fleiß und seine volle Geschicklichkeit an⸗
dendet. — Wenn der Redner am Schlusse seines Vortrages an
die Selbsthilfe appellirte, so thue auch ich es an dieser Stelle und
rufe euch deßhalb zu: „Handwerker, Kollegen! Tretet zusammen,
organisirt euch, bekämpft durch Wort und Schrift alle realtionären
Bestrebungen. Haltet fest an den Freiheiten, welche wir schon
nahezu 100 Jahre besitzen!“

Ein wahrhaft fuͤrstliches“ Geschenk ist dem Hofconzertmei⸗
ter Otto Hohlfeld in Darmsiadt (auch in der Pfalz bekannt) zu
Theil geworden. Herr Hohlfeld schreibt darüber einem Freund:
Ein edler Kunstmäcen hat mir soeben eine unvergleichliche, von
zen ersten Geigenbauern und Künstlern angest unte und bewunderte
Stradibarius⸗Geige (erbaut 1719 für 10,000 Mk. gekauft und
zeschenkt. In fruͤheren Zeiten besaß dieselbe der Mailänder Graf
Atgenti, welcher sie an den Pariser Geigenbauer Vieulleume ver—
aufte. Von diesem kam sie in die Hände des Münchener Konzert⸗
neisters Abel, von welchem sie mir durch liebe Freundeshand ge—
kauft wurde.“

Die Oberammergauer Passionsdarsteller

zaben das Schauspiel „Philippine Welser“ von Oskar v. Redwitz
als „Ferienarbeit“, wie sie sagen, einstudirt und am 29. Juni und

3. Juli bereits zur Aufführung gebracht. Obwohl die Darsteller
fast lauter Schniher sind, sollen doch im Spiel sehr wenig „Schni⸗
zer“ bemerkbar gewesen sein., Im Laufe des Sommers werden
noch mehrere Vorstellungen gegeben.

Letzier Tage haͤt die Strafkammer zu Freiburg im
Breisgau wieder einigen Weinschmierern ihr Handwerk gekegt. Ein
zewisser Wilhelm Lehmann aus Mundingen, bei dem man 10 Fässer
ines aus Wasser‘, Weingeist, Hefe, Zucker und Trester⸗Abguß zu⸗
ammengesetzten Gebräues angetroffen, erhielt 193 Monate Gefäng⸗
niß und 200 M. Geldstrafe. Die Gebrüder Julius und Gustav
Weil von Salzburg, die sich damit befaßten, durch ein Gemisch von
Wasser, Kartoffelzucker, Weinsteinsäure und Weingeist die edle Bachus⸗
zabe zu ersetzen, erhielten für diese chemische Thatigkeit je 2 Monate
Gefängniß nebst 300 M. Geldstrafe. Bei den Letztgenannten kamen
im Lauf eines Jahres nachgewiesenermaßen kolossale Massen von
dunstweinbestandtheilen in's Haus, wie 1800 Liter Sprit, 2172
Liter Weingeist, 1200 Kilogramm Weinsteinsäure ꝛc., woraus über
36,000 Liier Getränke bereilet werden konnten. (And da soll noch
im Weine „Wahrheit“ liegen.)

Im Tode vereini. In Hagen wurde am 27.
Juni der frühere Metzger Falk Blankenstein begraben, nachdem er
es bis zum 87. Lebensjahre gebracht hatte. Am folgenden Mor—
gen ist ihm seine Lebensgefährtin, die ihm stets eine liebevolle
Gattin war, in den Tod gefolgt. Sie hatte mit ihrem Manne
jor drei Jahren das seltene Fest der Diamanthochzeit gefeiert und
ist 84 Jahre alt geworden. Treu wie im Leben, sind sich die
khegatten auch im Tode treu gedlieden.

Nach dem „Berliner Tagblatt“ geht ein deutsches Kriegs⸗
chiff, wahrschemlich der Aviso „Falke“, auf Veranlassung des Ma⸗
ineministers Stosch, zur Aufsuchung der „Vandalia“ ab. (Der
Bandalia treibt bekanntlich in Starkbeschädigtem Zustande im west—
ichen Ozean umher.)

4 Einige Zeit vor dem Ausbruche des Krieges von 1870
jatte die Fürstin Metternich die Absicht gehabt, ein deutsches Ho⸗
pital in Paris erbauen zu lassen. In Folge der politischen
ẽreignisse mußte diese Idee für einige Zeit fallen gelassen werden.
stun aber wird dieselbe zur Ausführung gelangen. Der Baron
dierzardt hat 300,000 Franc als Beitrag zur Herstellung des
gebaudes gespendet, und Baron Erlanger hat sich bereit erklärt,
»em Hospitalverein einen Baugtund unentgeldlich zu überlassen.

7Tschembar im Gouvernement Pensa (Rußland). Gegen
Ende des vorigen Monats kam hier vor einer Abtheilung des Pen⸗
a'schen Bezirlsgerichts ein, seinen Motiven nach merkwürdiger
Straffall zur Verhandlung. Die beiden Angeklagten, die minder-
ährigen Bauern Ssidorkin (18 Jahre alt) und Saziebin (19 Jahre
ili) standen nämlich unter der Anklage, den Bauern Powarenhboff
Jetödtet zu haben und zwar in der Absicht, sich in den Besitz der
Netzhaut des Magens des Ermordeten zu setzen, aus der sich nach
der Möder Ansicht ein solches Licht herstellen lasse, mit dessen Hilfe
ingehindert Die bstähle ausgeführt werden können. Die Geschwor⸗
jenbank fällte ein berurtheilendes Verdikt, auf das hin der Ge—
cichtshof Gejährige Zwangsarbeitsstrafe aussprach.
p'In Rußland sind die Ernteaussichten besser, als in
den letzten zehn Jahren.

FUnter dem Meere. Eine Anzahl von Kohlengruben
in England werden unter dem O zean bebaut. In Nordhumber—
land wird die unter dem Meere zugängliche Quantität Kohlen
auf 403,000, 000 Tonn en und an der Dudham-Küste auf
734,500, 000 geschäkt.
Gemeinnütziges.

Zum Waschen farbiger wollener Stoffe eignet fich ganz vor⸗
uglich die Quillage⸗Rinde, welche man in jeder Droguen⸗Handlung und Apo⸗
hete erhält. Man kocht die zerkleinerte Rinde in Regenwasser, klärt das
Wasser, nachdem es sich abgesetzt hat, ad und kocht die Rinde bei demselben
Berfahren nochmals. Auf 1 Pfund Rinde rechnet man ungejähr 1 Eimer
Wasser. Erkaltet wäscht man die Stoffe in der ersteren Lauge und wäscht mit
der zweiten nach; spuit alsdann und hängt das Zeug, ohne es auszuringen,
zuf. Die schäumige Lauge nimmt nicht nur alle Flede, besonders Feit⸗ und
Schweißflecke fort, sondern erhält auch die Farbe des Stoffes. Man bügelt
die Zeuge, wenn sie noch etwas feucht sind.

Vorm Einsalzen. Die Methode des Einsalzens, um sowohl Fleisch
als Gemüse aufzubewahren und vor Verderbniß zu schlitzen ist ein ziemlich
aller und allgemeiner Gebrauch. Indessen geschieht auf diese Weise die Er⸗
haltung der Produlte auf Kosten ihres Nährwerthes. Das Kochfalz, mit wel⸗
hem das Fleisch eingerieben wird, verwandelt sich nach einiger Zeit in eine
zige Flussigkeit, die sogenannte Lake, die ebenfalls alle aus dem Fleischsaste
wgezogenen nährenden Vestandtheile enthält, welche in der Fleischbruühe vor⸗
danden sind. Rach Liebig geht von 8 Centner Fleisch, durch vollständige
irkung des Salzes, 1Centner für den Lebensprozeß verloren. Das gepoölelte
Fleisch enthält nur eine schwache, blutbildende Nabrung und ist, wenn es häufig
zenossen wird, der Gesundheit nachtheilig.

Um sich der Methode des Einfalzens zu bedienen und dennoch dem
Fleische die nährenden Vestandtheile zu erhalten, kocht man es vielfach auf,
rhe es in Salz oder Salzlake gelegt wird, wodurch das Rleisch nicht allein
hmackhhafier, sondern auch werthvoller bleibt. Man thut das Fleisch zu die⸗
jem Zwece in kochendes Wasser, läßßt es einige Male auflochen, Überreibt es
dann Josori womögüich mit heiß gemachtem Salze und schichtet es mit Salz
ein oder übergießt es mit Lake. Für Rindfleischstücken, Ochsenzungen u. s. w.
isz wohlschme end, dieser Lake eiwas Zucker hinzuzuthun. auf 3 Liter Wasser
        <pb n="412" />
        Pfand Salz, “/4 Pfund Zucer und 2 Loth Salpeter, in welcher das Fleisc
wa 14 Tage liegen muß . Wenn man die Lake alsdann wiederum aufkocht
und abschaumt, kann man fie noch zu anderm Fleisch benutzen.

Nuch fur Fleichstücken, z. B. Schinken / die nach dem Einsalzen geräuchert
ind gelocht werven sollen. ist das Auflochen · in obiger Weise vd r dem Ein⸗
algen von großem Vortheil. Man thut fie in kochendes Wasser, kocht fie
ꝛinige Male auf, reibt fie herausgenommen sofort mit in einer Pfanne heiß⸗
zemachiem Salz, sowie Zucker und Salpeter ein, drückt sie alsdann in ein
Zefaß und Aberstreun sie mit Salz. Rach 2 Tagen nimmt man sie heraus
aßl sie 14 Tage räuchern, worauf sie bei langsamem Feuer gar gelocht werden.

Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 10 M. F V. Haser R. 33 f.
ẽrrbsen — M. — Pf., Widen 0O M. — Pf. Kartoffeln 2 M. 80 Pf.
zene3 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod Lu/3 Kilogr. 59 Pf
dernbrod 3 Lilogt. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
gIr. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 44 Pf.,
dammeifleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.: Butier /1 Kilogr. O M. 90 Pj.
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf.

Kaiserslautern, 5. Juli. Fruchtmittelpreis und Viktualienmarli.)
Weizen 11 M. 32 Pf., Korn 190 M.B81 Pf., Spelzkern 11 M. 44 Pf. Spel
8 M. 57 Pf. Gerstes M. 82 Vf. Hafer 7 M. 65 Pf., Erbsen — M.
— pf., Wichen O M. — Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
f. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
z3 Pfund 46 Pfg.

dur die Redallion veramworilich: F. X. De me ß.

— ——8
COoOOOOOOGC. C
Herzogl Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100.000 Original⸗Loosen und 51,000
Gewinnen:
2 Haupttreffer à 12,000,
22 10,000,
8000,8
6000,6
5000,
4000,
3000,7
2000.
1000,
— 500.

rarttberichte.

Zweibrücken⸗ 7. Juli. (Fruchtmittelpreis und, Viktualienmarli.)
Weizen 11 M.70 vf., Korn 00 M. 87. Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf.
ierreihige O M. — Spelz M. ppf., Spelzlern — M. — Pf.
Fonkursverfahren. Zzuusag dtge

Das kgl. Amisgericht St. — — uhr,
Ingoert . heute folgenden GEs wird offener Arrest er⸗

de Siat ? Ferubhen deß assen und demgemäß allen Per—-
— —* onen, welche eine zur Konlkurs⸗
dwee Vetete eehn ohe gehunne Sachn ehn
on eroffne und die Eröff⸗ den e e Nonlursmasse
nung festgesetzt auf 5 sdutdig dd 58

i an den Gemeinschuldner

— ——— u derabfolgen oder zu leisten,
nitage e win ee ud deelben die Verplli hiung
—* snann —38 Fu iuferlegi von dem Besitz der
—— Zache un von den Forderungen,

Zur Veschlußfassung über die r pe de e v der e
wa beliebte Wahl eines andern gesonderte Befriedigung in An⸗
ocen ———— pruch nehmen. dem Konkursver⸗
8 den —28 e n patt innerhalb einer Frist von
chusses und über die in 8120 — 35 — heute an, An⸗
ind 125 der Konkursordnung Zu obigen Terminen werden
e oger wird Termin Betheiligten hiermit einge⸗
30. Juli 1881, oden.

—RS J uhr, St. Ingbert, den 3. Juli 1881
m Sitzungssaale des k. Amts- Kgl. Amtsgericht,
gerichts dahier. gezeichnet: Fahn.

Die Anmeldefrist läuft bis
um 1. September 1881. Zur Beglaubigung:

Der allgemeine Prüfungs⸗ Der k. Amisgerichtsschreiber
ermin wird festgesetzt auf Krieger.

*

Gemüthlichkeit.

Sonnutag den 10 Ruli
Waldfes.
in der Kohldelle, wozu die Mitglieder und Bürgerschaft höf⸗
uchst eingeladen ist. Abmarsch punkt 2 Uhr vom Ver⸗
einslokale (Wirth Paul).
Der Vorstand.
gute Speisen und Getränke sorgt
WVereinswirth Fries.

Haupttreffer ev. 450,000,
à 300,000,
150,000,
00,000,
75,000,
50,000,
O,000.
O,OOO,
25,000,
20,000,
„15,000,
Reichs⸗Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganzes
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am 14. und 16. Juli 1881,
——— — — — — —
zu welcher ich Original-Loose
Ganzo Lalbe Viertol Aohtol
16 Mk. 8 Mk. 4 Mk. 2 Mk.
— V oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
ViĩIh. ꝓasilius,
ODbereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in Rraunsechweig.
— 7
448 Jα α—
Stellen⸗Ausschreibunn kostenfrei — J
* Anzeiger für das deutsche Reich. Central·
Stels cNn Ausschreibung offener Stellen des Handels⸗ —
—* u. Gewerbestandes, der Industrie und Landwirthe S
schaft. Erscheint Mistwochs u. Samstags jeder Woche in großem Zei⸗
lungsformat. Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller *
dJranchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Mark, für *
Nummern 5 Mark. Beirag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗8
dung erfolgt franco per Streifband. Beginn d Abonn. jederzeit.
Deuiliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen
. gInsertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger —
in Eberswalde, Pr. Brandenburg.
Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗
2 men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf.
— —3 aaanoazzoz ubunqaagoon :uo no —X
— —————
Beseldungsquittungen
10 Stück zu 15 8 sind zu haben in der Druckerei von
3. J. Demetz.

arnumnge!

Jeh besitze ausweislich hiesiger Behörden eine eigene
zrouse Vahrik mit Dampfhetriehb und werde leider ge-
öthigt, Jeden gerichtlieh zu verfolgen, weleher aus nnlanteren Mo-
ieu einen tadellosen Ruf zu schäüdigen sucht durch Verbreitung
on Schmänhschriften mit Umerlaubter Benutenng hervorragen-
der Namen. Weidenslaufer, Pianoforte-Fahrikant

Ritter des Risernen Kreuzes, BRerlin, Dorotheenstr. 88
8wangs⸗
Versteigerung.
Samstag den 9. Juli
aächsthin, Morgens 9 Uhr, in
der Zeuffer'schen Wirthschaft,
bersteigere ich zwangsweise gegen
Baarzahlung:
Glasschrank, 1 Waa⸗
rtengestell, Bander, Blu⸗
men, Spitzen, Stroh⸗ und
Filzhüte, sowie sonstige
ur eine Modistin abso⸗
iut nöthige Artikel.
Ingbert, 8. Juli 1881.
Faßbender,
Richereigehe.... ———— ——
Drud und Verlag von F. X. Deme zß in St. Ingbert.
Hierzu für unsere Post-Abonnenten „JUnstrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 28.

——— —

Hotels, Cafes und Restaurationen.
— 4
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Probe⸗Nummern gratis und franco.
Abonnements-Preis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

— — —
        <pb n="413" />
        h s 2
Sl. Ingberler Anzeiger.
— e 0
* Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene unterhaltungsblatt. GSonntaga mit illustrirter Bii⸗
age) erscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis bettägt vierteljahrlich
A40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 , einschließlich 40 Z Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswörts
mit 15 2fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
s sog.

Sonntag, den 10. Juli 1881.

Deutsches Neich.

Die Börsensteuer tritt in Deulichland am 1. Oktober
estimmt in Kraft.

Dder Bundesrath trat am 7. Juli seine Ferien an. Für
een beabsichtigten Zollanschluß Hamburgs hat er eine Vollzugskom⸗
nission ernannt, bestehend aus Mitgliedern, welche zu je einem von
ßreußen, Bayern, Sachsen unr aus zweiten, welche von Hamburg
waͤhlen sind. Die beiden hamburgischen Mitalieder haben jedoch
zur eine Stimme.

Die conservative Presse eröffnet gegen den Staatssekretär im
keichspostamt, Dr. Skephan, ein ziemlich lebhaftes Geplänkel.
dr. Stephan soll beim Reichskanzler deßhalb in Ungnade gefallen
ein, weil er sich in der Frage einer Besteuerung der Quittungen
ber Postanweisungen ablehnend verhalten habe. Von conservativer
Zene wird jetzt eine Erhöhung des Brief⸗ und Depeschenporto ver⸗
angt, damit dem Reiche daraus eine ergiebigere Einnahmsquelle
eschaffen werde. Freilich hat Post und Telegraphie unter der Herr⸗
chaft der billigen Porti stels größere Ueberschüsse geliefert, als zur
zeit der höheren, indessen derlei unbezweifelbare Thatsachen exi⸗
liren für unsere Reaktionäre ja nicht. Die Erleichterung des inter⸗
anonalen Handelsverkehrs durch die jetzige Post⸗ und Telegraphen⸗
erwaltung erregt ihren Zorn und hre Kampflust. Vorläufig
reilich sind diese Bestrebungen noch unschädlich, denn noch sind wir
zurch den Weltpostvertrag gebunden. Daß sie aber gefährlich werden
nüssen, wenn in den nächsten Wahlen eine reaktionäre Mehrheit in
Has Parlament kommt, ist klar.

Die Genesung der Kaiserin Augusta schreitet günstig
ort; doch lassen Schlaf und Appetit noch zu wunschen übrig.

Der Kronprinz und die Kronprinzessin von
Oeutschland sind in Wiudsor eingetrof en.

Das in Schleswig⸗Holstein bevorstehende Kaisermanöver
immt die dortigen Behörden schon jetzt in Anspruch. Erwartet
herden zu demselben: der Kaiser (die Kaiser in wird hoffentlich er⸗
cheinen köͤnnen), der Kronprinz, der Großherzog und Erbgroßherzog
In Mecklenburg⸗ Schwerin, Prinz Alberi, der Großherzog von
OIldenburg, Prinz Wilhelm und Gemahlin, der Feldmarschall Graf
MNoltke, der Kriegsminister, der Chef der Admiralität, die Gen eral⸗
nspekteure der Artillerie und Ingenieure, ferner etwa 80 fremd⸗
jerrliche Offiziere. Der Hauptvereinigungspunkt wird Itzehohe sein.

Ausland.

Zwischen der Türkei und Frankreich ist durch die Be—
etzung von Tunis seitens der Franzosen eine Spannung hervorge⸗
ufen worden, welche sich immer mehr sieigert. Die französische
Regierungspresse greift die Pforte wegen ihre zweideutigen Haltung
n Tripolis auf das heftigste an, wahrend die türkische Botschaft in
Hharis in einer Note gegen jede Verantwortlichkeit der türkischen
Regierung für die Unruhen in Sfat und gegen alle Verdächtigungen
hrer Haltung in Tripolis protestirt. Jedenfalls fühlt sich die Pforte
urch das Vorgehen der Franzosen in Tunis tief verletzt und die⸗
elben werden vielleicht in Nordafrika mit der Türkei als einem
ucht zu unterschätzenden Factor zu rechnen haben.

Die Aufregung in Amerika über das Attentat auf Gar⸗
ield ist noch ungeheuer. Ein Eisenbahnarbeiter, welcher den
Wunsch außerte, daß Garfield sturbe, wurde von seinen Kameraden
odtgeschlagen.

Die ungsten Bulletins über den nordamerikanischen
Präsidenten Garfield besagen, daß sein Befinden im Allge⸗
seinen ein andauernd befri edigendes ist und daß sein Zustand be⸗
ründete Hoffnung auf Wiedergenesung erweckt. Der Staats⸗
Arelair Blaine ha allen denen, welche ihre Theilnahme an dem
S„chicksal des Verwundeten ausdrüdten, durch ein öffentliches
?Greiben den Dank des Präsidenten übermitielt.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Am Donnerstag Nachmittag waren im
Fruchthallsaale zu Zweibrücken gegen 70 Mitglieder des engeren
Ind weiteren Ausschusses des liberalen —XX —*
Zzweibrücken versammelt. Auf der Tagesordnung standen zwei
Zuͤntkle: 1. Mittheilung über die von dem engeren Ausschusse in
Zachen der nahe bevorstehenden Abgeordneten-Wahlen

bisher entwickelte Thätigkeit; 2. Berathung darüber, welche Schritte
in den einzelnen Urwahlbezirken zu thun sind, um zu bewirken,
daß bei der Urwahl nur solche Männerx gewählt werden, welche am
21. Juli, dem Waͤhltage, freifinnige und reichstreue Männer zu
Abgeordneten wählen. Da sich in einzelnen Gegenden des Wahl⸗
zezirls besonders unter der ländlichen Bevölkerung Bedenken regen
gegen die Canditatur des Hrn. Raihes C. Schmidt (München),
so drehte sich die Diskussion hauptsächlich um die Canditatenfrage.
—A Versammlung dahin, dem engeren Aus⸗
schusse das Mandat zu übertragen, neben Hertn Schmidt nach wei⸗
leren Persönlichkeiten Umschau zu halten uͤnd über deren eventuelle
Mandats⸗Annahme sich zu vergewissern.

Fusdem Bliesühal. (Zu den Wahlen.) Die Con⸗
ervativen haben sich schon seit mehreren Jahren, ganz besonders aber
jor der letzten Reichslagswahl als die einzige Partei betrachtet, die
Jas Interesse des Handwerkerstandes verirete und mit ängstlicher
Sorgfalt über dessen Wohlfahrt wache. Für diese ihre Liebe, welche
die Conservativen im Reichstage und in ihrer Presse zur Schau
rugen, haben sie in ihrer bekannten un eigennützigen Weise
uchts verlangt als Gegenliebe, d. h. nämlich die Stimmen der
dandwerker. Daß die H. Conservativen die Rechnung ohne den
Wirth gemacht haben, beweist ein Wahlaufruf verschiedener Hand⸗
verker. Gegenwärtig sind es nun die Bauern, welche die Conser⸗
atiben in's Schlepptau zu nehmen gedenken. Da kommt die
ronservative Presse und rechnet ihren Lesern vor, wie der arme
hcuer mit Sieuern belastet ist, und daß keine Partei des verlassenen
Bauernstandes sich annehmen wolle, sondern alle nur für Begünstig⸗
ing des Kapitals und der Großindustrie arbeiten. So kümmert
ich die „Pf. Post“ auch um unsere Wahlkandidaten und sucht zu
eweisen, daß sie resp. ihr Correspondent nicht unsern Candidaten
döoh, sondern H. Rath S chmidit von seinem Abgeordnetenposten
erdrängen wolle, und knüpft daran die Bemerkung: Die Liberalen
m Zweibrücker Wahlkreis werden hoffentlich eine Answort empfangen.
die Aniwort wird am 14. ds. Mis. gegehben werden; ob dieselbe
—V00—— müssen wir noch abwarten, da
vir in unsern Behauptungen die Kühnheit beschgten Blattes uns
aicht aneignene wollen. J

X. Im Bliesthale hat die Kornernte bereits be⸗
zonnen.

F Einem dem Andenken des verstorbenen kgl. Landgerichts⸗
arzts Hrn. Dr. K. Rausch in Zweibrücken gewidmeten Rekrologe
——— daß der genannte Verstorbene
im 20. Dez. 1881 auf der St. In gberter Glashütte,
soll wohl heißen: Glashütte zu St. Ingberter Grube), wo sein
haler kaufmännischer Beamter gewesen ist, geboren war. Seinen
gater hatie er schon im vierten Lebensjahre verloren; er war dann
his zu seinem Eintritt in das Gymnasium im Hause seines Onkels,
des ebangelischen Pfarrers Haerter in Straßburg erzogen worden.

die pfälzischen Genossenschaften Vorschußvbereine,
Volksbanken, Gewerbebank Speyer), 24 an der Zahl, hatten i. J.
1880 zusammen 10,096 Mitglieder (gegen 9685 im Jahre 1879.)
Die meisten Mitglieder, 1052, zählte die Speyerer Gewerbebank;
die nächst meisten, 821, die Volisbank in Bergzabern, dann 813
die Boltobant in Landau; es kommen dann die Volksbank in
dudwigshafen mit 632 und der Dürkheimer Vorschuß⸗ und Credit⸗
herein min 628 Mitgliedern. Die geringste Mitgliederzahl, 120,
jat der Vorschußverein in Obermoschel. — Am zahlreichsten sind
nter den Mitgliedern vertreten die selbstständigen Handwerker
2636 Männer und 106 Frauen); dann kommen die selbststän⸗
digen Kaufleute und Händler (1649 Männer und 108 Frauen);
gierauf die selbstständigen Landwirthe, Gärtner, Förster und Fischer
28 Malmer und o6 Frauen); dann kommt die Kategorie der
dirchen⸗, Staatss und Geneindebeamten, Aerzte, Apotheker, Lehrer,
zünstler und Schriftsteller (900 Männer und 23 Frauen). Aus
der Classe der Haudwerksgesellen, Fabrik⸗ und Bergarbeiter finden
dir 282 männuche und 6 weibliche Mitglieder. Die Frauensper⸗

onen überwiegen in der Classe der Rentner, Pensionären und anderer

Personen ohne Berufsausübung; hier kommen auf 821 männ⸗

iche 741 weibliche Mitglieder.
        <pb n="414" />
        7 Auf der Gemarkung von Ilbes heim (cbei Kirchheim)
jaben die Feldmäuse so überhand genommen, daß der Gemeinde—
rath beschlossen hat, 2 Pfg. für jedes abgelieferte Stück aus der
Bemeindekasse zu bezahlen. Es sind schon über 600 Mark be—
zahlt worden.

F Im Altrhein bei Lingenfeld ertrank am Montag der
Bahnarbeiter Johannes Remm. Die „Sp. Z.“ bemerkt dazu,
daß fast alljährlich mindestens ein Einwohner von Lingenfeld den
Fluthen des Rheines zum Opfer fällt.

Der Hauptgewinn der Lotterie von Baden-Baden,
m Betrage von 10,000 Mark ist auf Nr. 1835 in die Kollekte des
Herrn Schirmfabrikanten F. de Fallois zu St. Johanmn ge—
allen. Der glückliche Gewinner ist ein Offizier der Saarbrücker Garnison.

F Ueberfahren und verbrannt. Aus Novéant wird der
Lothr. Ztg.“ mitgetheilt, daß am Montag, 4. Juli, ein Personen⸗
zug zwischen Pons-àa-Mousson und Pagny den 8dijährigen Josef
Matard aus Norroy überfuhr, der sich, wohl in selbstmörderischer
Absicht, quer über das Schienengeleise gelegt hatte. Man legte die
berstümmelte Leiche des Verunglückten neben das Geleise und bedeckte
sie mit Stroh, das von den Funken der nachfolgenden Maschine in
Flammen gesetzt wurde und von der Leiche nichts mehr übrig ließ.

F Zur genossenschaftlichen Solidarhaft.
Fin Erkenntniß des Reichsgerichts erregt in den politischen und
zewerblichen Kreisen, die dem Schulze-Delitzschen Genossenschafts⸗

wesen nachste hen, berechtigtes Aufsehen. Es ist nämlich in einem
Spezi alfall entschieden worden, daß die Solidarhaft nach Beendi⸗
zung eines genossenschaftlichen Konkurses nur gegen die zur Zeit
der Konkurserklärung noch aktiven Mitglieder vollstreckbar sei,
während die vor derselben ausgetretenen Mitglieder nicht, wie
Schulze⸗-RDelitz will, noch zwei Jahre nach erfolgtem Austritt
haftbar seien. Mit dieser Entscheidung ist den genossenschaftlichen
Vereinen Deutschlands, etwa 2000 an der Zahl, die eigeniliche
Grundlage ihres Kredits entzogen, da bei beginnendem geschäft⸗
lichen Verfall die Eingeweihten unier den Theilhabern wohl nicht
zögern werden, ihren Austritt zu erklären. Mag immerhin die
Fortdauer der Haftpflicht während ganzer zweier Jahre nach dem

Austritt Härten für den Einzelnen im Gefolge haben, so beruh
voch anderseits auf dieser Strenge die Anforderungen der Solidi
ät und Vertrauenswürdigkeit der Verbände.

x Blitzschlag in eine Kompagnie Soldaten. Schweizer Blãuen
bringen genauere Berichte über ein Unglück, welches auf dem schwei.
erischen Waffenplatz Colombier (ei Bern) stattfand. dů
stekrutenschule manoͤprierte gerade, als es zu regnen anfing; eine
dompagnie suchte sich eine geschüzte Stelle neben der Kanüne und
chaute der dritten Kempagnie zu; welche noch schoß. Kaum fünf
Minuten nach Ausbruch des Gewitters fuhr plötzlich ein gewaltiger
Blitzstrahl in den Haufen hernieder, nach allen Seiten die Menschen
„u Boden schmetternd. An dreißig lagen am Boden, die Einen
Schmerzensschrei ausstoßend und sich herumwälzend, ohne im Stande
zu sein, sich zu erheben, Andere anscheinend leblos ausgestreckt. Die
unbeschädigt Gebliebenen eilten sogleich den Verwundeien, die sich
nicht erheben bonnten, zu Hülfe; doch die meisten waren im Stande,
nach kurzer Zeit wieder auf ihren Füßen zu stehen. Es bliet
ihnen nur für längere Zeit ein heftiger Kopfschmerz und Beklemm—
ing. Gleichwohl mußte man sieben Verletzte auf Wagen in die
daserne schaffen. Glücklicherweise war nur ein Einziger todt. Die
Zewehre waren verbogen, an manchen Stellen geschmolzen oder zet—
rochen; die Löcher an Armen und Füßen der Verwundeten warep
ehr klein, vom Umfange einiger Millimeter. Die Ueberlebenden
jaben große Schmerzen ausgestanden.

FLondon, 8. Juli. Der Dampfer „Vandalia“ ist, von
inem Schleppdampfer geführt, gestern Abend in der Nähe des
Hafens von Stornoway (Hebriden, an der Westküste von Schott-
land) angekommen. Mannschaft und Passagiere sind wohl.

FIn Birmingham starb vor kurzem der Erfinder der
Stahlfeder, Moson. Er war der Sohn eines armen Arbeiters und
jat sich durch eigene Geisteskraft, Betriebsamkeit und Gemissenhaftigken
in die Höhe gearbeitet.

F Telegraphischer Nachticht aus Sansibar zufolge ist der
deutsche Afrika-Reisende Hiidebrandt am 29. Mai in Taänanaribvo
uuf Madagascar gestorben.

Fraur die Redaklion veramworilich F. * Weeme r—
Bekanntmachung.
Wegen Abreise des Herrn Adjunkten Graffion wurde
Herr Kaufmann und Stadtrath Johann Friedrich als
ttellvertretender Wahlkommissär im II. Wahlkreise aufgestellt.
Zweibrücken, den 8. Juli 1881.
Königl. Bezirksamt:
VDr. Schlagintweit.

Die auf nächsten
Montag den 11.
ds. Mis. anberaumte
Jeuerwehr⸗
Haupt-Uebung
vird bis auf Weiteres vertagt.
St. Ingbert, 8. Juli 1881.
Das Commando.
22 Sehr schöne —
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sind fortwährend zu haben
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gegenüber der prot. Kirche.
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Nachrichten fur Garienbau 2c. pränumerirt, erhält obige Sa⸗
men⸗Sorten in eleganter Verpackung sofort mit den im Juli
erscheinenden ersten Rummern zugesandt.

Die ‚„Neueftien Nachrichten aus dem Gebiete des Gartenbaues,
der Landwirthschaft, Jagd u. Fischerei“ erscheinen wöchentlich 1mal
in Bogenformat und enthalten stets das Neueste und Gedie—
pite aus obigen Sparten. Fast 900 Mitarbeiter und
Abonnenten bringen ihre Erfahrungen im Blatte
Weit über Teutschlands Grenzen wird es mit Interesse gelesen,
und in kurzer Zeit ist selbes ein sehr beliebtes Garten⸗ und
tandwirthschaftliches Fachblatt geworden. Amerikanische
und deutsche Irieter spendeten reichliches Lob den
Neuesten Nachrichten!

Redigirt von Albbert Fürst, Baumschulenbesitzer, Kunst⸗
und Handelsgärtner. Preis des II. Semesters 2 Mark 70 Pfg.,
des completen Jahrganges 5 Mark 20 Pf. Probenummern
mit dem großen Schmalh ofer Haupt⸗Catalog und Blumen⸗
wiebel⸗Verzeichniß gratis und franco. Alle Postanstalten und
Buchhandlungen nehmen Bestellungen an, mit Vortheil bezieht man
das Blatt aber auch dirett in Schmalhof. Post Vilshofen
in Niederbahyern aum —

Rersaag der Reuesten Nachrichten.

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—7— 2 * modernen iibst
Visitenkarten nmuodernen goittnn
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Sieru „RABàllustrirtes Sountaageñblatit“. Nr. 28.
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        Slt. Ingberker Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Eei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt viertelijahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 A Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 13 A für die viergespaltene Zeile Blattschrist odetr deren Raum. Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
V soog.

Sonntagq, den 10. Juli

1881.
Deutsches Reich.

Die Börsensteuer tritt in Deutschland am 1. Oktober
bestimmt in Kraft..

Der Bundesrath trat am 7. Juli seine Ferien an. Für
den beabsichtigten Zollanschluß Hamburgs hat er eine Vollzugskom⸗
nission ernannt, bestehend aus Mitgliedern, welche zu je einem? von
Preußen, Bayern, Sachsen unr aus zweiten, welche von Hamburg
zu wählen sind. Die beiden hamburgischen Mitglieder haben jedoch
nur eine Stimme.

Die conservative Presse eröffnet gegen den Staatssekretär im
Reichspostamt, Dr. Stephan, ein ziemlich lebhaftes Geplänkel.
Dr. Stephan soll beim Reichskanzler deßhalb in Ungnade gefallen
jein, weil er sich in der Frage einer Besteuerung der Quittungen
ijber Postanweifungen ablehnend verhalten habe. Von conservativer
Seite wird jetzi eine Erhöhung des Brief⸗ und Depeschenporto ver⸗
angt, damit dem Reiche daraus eine ergiebigere Einnahmsquelle
geschaffen werde. Freilich hat Post und Telegraphie unter der Herr⸗
chaft der billigen Porti stets größere Ueberschüsse geliefert, als zur
Zeit der höheren, indessen derlei unbezweifelbare Thatsachen exi⸗
üren für unsere Reaktionäre ja nicht. Die Erleichterung des inter⸗
nationalen Handelsverkehrs durch die jetzige Post- und Telegraphen⸗
verwaltung erregt ihren Zorn und ihre Kampflust. Vorläufig
freilich sind diese Bestrebungen noch unschädlich, denn noch sind wir
durch den Weltpostvertrag gebunden. Daß sie aber gefährlich werden
müssen, wenn in den naͤchsten Wahlen eine realtionäre Mehrheit in
das Parlament kommt, ist klar.

Die Genesung der Kaiserin Augusta schreitet günstig
'ort; doch lassen Schlaf und Appetit noch zu wünschen übrig.

Der Kronprinz und die Kronprinzessin von
Deutschland sind in Windsor eingetrofsen.

Das in Schleswig⸗Holstein bevorstehende Kaisermanöver
uimmt die dortigen Behörden schon jetzt in Anspruch. Erwartet
verden zu demseiben: der Kaiser (die Kaiser in wird hoffentlich er⸗
scheinen können), der Kronprinz, der Großherzog und Erbgroßherzog
‚on Mecklenburg- Schwerin, Prinz Albert, der Großherzog von
Oldenburg, Prinz Wilhelm und Gemahlin, der Feldmarschall Graf
Moltke, der Kriegsminister, der Chef der Admiralität, die General⸗
inspekteure der Artillerie und Ingenieure, ferner etwa 80 fremd⸗
herrliche Offiziere. Der Hauptvereinigungspunkt wird Itzehohe sein.

Ausland.

Zwischen der Türkei und Frankreich ist durch die Be—
jetzung von Tunis seitens der Franzosen eine Spannung hervorge⸗
rufen worden, welche sich immer mehr steigert. Die französische
Regierungspresse greift die Pforte wegen ihre zweideutigen Haltung
in Tripolis auf das heftigste an, während die türkische Botschaft in
Paris in einer Note gegen jede Verantwortlichkeit der türkischen
RKtegierung für die Unruhen in Sfat und gegen alle Verdächtigungen
hrer Haltung in Tripolis protestirt. Jedenfalls fühlt sich die Pforte
zurch das Vorgehen der Franzosen in Tunis tief verletzt und die⸗
selben werden vielleicht in Nordafrika mit der Türkei als einem
aicht zu unterschätzenden Factor zu rechnen haben.

Die Aufregung in Amerika über das Attentat auf Gasr⸗
eld ist noch ungeheuer. Ein Eisenbahnarbeiter, welcher den
Wunsch aͤußerte, daß Garfield stürbe, wurde von seinen Kameraden
—XXX

Die jüngsten Bulletins über den nordamerikanischen
Präsidenten Garfiseld besagen, daß sein Befinden im Allge—
meinen ein andauernd befri edigendes ist und daß sein Zustand be⸗
ründete Hoffnung auf Wiedergenesung erweckt. Der Staats-
etretair Biaine hal allen denen, welche ihre Theilnahme an dem
Schicksal des Verwundeten ausdrückten, durch ein öffentliches
Schreiben den Dank des Präsidenten übermittelt.

Vermischtes.

St. Ingbert. Am Donnerstag Nachmittag waren im
Fruchthallsaale zů Zweibrücken gegen 70 Mitglieder des engeren
ind weiteren Ausschusses des liberalen Wahlvereins für den Bezirl
Zweibrücken versammelt. Auf der Tagesordnung standen zwei
hunkie: 1. Miitheilung über die von dem engeren Ausschusfe in
Sachen der nahe bevorstehenden Abgeordneten-Wahlen

bisher entwickelie Thätigkeit; 2. Berathung darüber, welche Schritte
in den einzelnen Urwahlbezirken zu thun sind, um zu bewirken,
»aß bei der Urwahl nur solche Männer gewählt werden, welche am
21. Juli, dem Wahltage, freisinnige und reichsstreue Männer zu
Abgeordneten wählen. Da sich in einzelnen Gegenden des Wahl⸗
hzezirks besonders unter der ländlichen Bevölkerung Bedenken regen
zegen die Canditatur des Hrn. Rathes C. Schmidt (München),
so drehte sich die Diskussion hauptsächlich um die Canditatenfrage.
Zchließlich einigte sich die Versammlung dahin, dem engeren Aus⸗
chusse das Mandat zu übertragen, neben Herrn Schmidt nach wei⸗
seren Persönlichkeiten Umschau zu halten und über deren eventuelle
Mandats⸗Annahme sich zu vergewissern.

8. Aus dem Bliesthal. (Zu den Wahlen.) Die Con⸗
servativen haben sich schon seit mehreren Jahren, ganz besonders aber
hor der letzten Reichslagswahl als die einzige Partei betrachtet, die
das Interesse des Handwerkerstandes vertrete und mit ängstlicher
Zorgfalt über dessen Wohlfahrt wache. Für diese ihre Liebe, welche
die Conservativen im Reichstage und in ihrer Presse zur Schau
rugen, haben sie in ihrer bekannten un eigennütziigen Weise
uchts verlangt als Gegenliebe, d. h. nämlich die Stimmen der
Zandwerker. Daß die H. Conservativen die Rechnung ohne den
Wirth gemacht haben, beweist ein Wahlaufruf verschiedener Hand⸗
werker. Gegenwärtig sind es nun die Bauern, welche die Conser⸗
hativen in's Schlepptau zu nehmen gedenken. Da kommt die
onservative Presse und rechnet ihren Lesern vor, wie der arme
gauer mit Steuern belastet ist, und daß keine Partei des verlassenen
gauernstandes sich annehmen wolle, sondern alle nur für Begünstig-
uing des Kapitals und der Großindustrie arbeiten. So kümmert
ich die „Pf. Post“ auch um unsere Wahlkandidaten und sucht zu
»eweisen, daß sie resp. ihr Correspondent nicht unsern Candidaten
döoh, sondern H. Rath Schmidt von seinem Abgeordnetenposten
herdrängen wolle, und knüpft daran die Bemerkung: Die Liberalen
m Zweibrücker Wahlkreis werden hoffentlich eine Antwort empfangen.
Die Anwwort wird am 14. ds. Mis. gegehen werden; ob dieselbe
der „Pf. Post“ genehm sein wird, müssen wir noch abwarten, da
wir in unsern Behauptungen die Kühnheit besagten Blattes uns
nicht aneignene wollen.

X. Im Bliesthale hat die Kornernte bereits be⸗
gonnen.

— Einem dem Andenken des verstorbenen kgl. Landgerichts⸗
arztes Hrn. Dr. K. Rausch in Zweibrücken gewidmeten Rekrologe
in der „Zw. Zig.“ entnehmen wir, daß der genannte Verstorbene
im 29. vez. 1831 auf der St. Ingberter Glashütte,
soll wohl heißen: Glashütte zu St. Ingberter Grube), wo sein
Vater kaufmännischer Beamter gewesen ist, geboren war. Seinen
Bater hatie er schon im vierten Lebensjahre verloren; er war dann
bis zu seinem Eintritt in das Gymnasium im Hause seines Onkels,
des evangelischen Pfarrers Hae rter in Straßburg erzogen worden.

die pfälzischen Genossenschaften GVorschußvereine,
Volksbanken, Gewerbebank Speyer), 24 an der Zahl, hatten i. J.
1880 zusammen 10,096 Mitglieder (gegen 9685 im Jahre 1879.)
die meisien Mitglieder, 10583, zählte die Speyerer Gewerbebank;
die nächst meisten, 821, die Volksbank in Bergzabern, dann 813
die Volksbank in Landau; es kommen dann die Volksbank in
dudwigshafen mit 632 und der Dürkheimer Vorschuß⸗ und Credit⸗
VBerein mit 628 Mitgliedern. Die geringste Mitgliederzahl, 120,
jat der Vorschußverein in Obermoschel. — Am zahlreichsten find
inter den Mitgliedern vertreten die selbstständigen Handwerker
2636 Maänner und 106 Frauen); dann kommen die selbststän⸗
digen Kaufleute und Händler (1649 Männer und 103 Frauen);
hierauf die selbstständigen Landwirthe, Gärtner, Förster und Fischer
1628 Mauner und 85 Frauen); dann kommt die Kategorie der
dirchen⸗, Staats- und Gemeindebeamten, Aerzte, Apotheker, Lehrer,
Quünstler und Schriftsteller (000 Männer und 23 Frauen). Aus
der Classe der Handwerlsgesellen, Fabrik- und Bergarbeiter finden
vir 232 männuiche und 6 weibliche Mitglieder. Die Frauensperr
onen überwiegen in der Classe der Rentner, Pensionären und anderer

Personen ohne Bernfsausuͤbung; hier kommen auf 321 münn⸗
liiche 741 weibliche Miiglieder.
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        4 Auf der Gemarkung von Il bes heim (ei Kirchheim)
haben die Feldmäuse so uͤberhand genommen, daß der Gemeinde—
—V jedes abgeliefe rte Stück aus der
Hemeindekasse zu bezahlen. Es sind schon über 600 Mark be—
zahlt worden.

4Im Altrhein bei Lingenfeld ertrank am Montag der
Bahnarbeiter Johannes Remmim. Die „Sp. Z.“ bemerkt dazu,
zaß fast alljährlich mindestens ein Einwohner don Lingenfeld den
Fluthen des Rheines zum Opfer fällt.

Der Hauptgewinn der Lotterie von Baden-Baden,
m Betrage von 10,000 Mark ist auf, Nr. 1835 in die Kollekte des
Herrn Schirmfabrikanten F. de Fallois zu St. Johann ge—
llen. Der glückliche Gewinner ist ein Offizier der Saarbrücker Garnison.

p Ueberfahren und verbrannt. Aus Novéant wird der
„Lothr. Zig.“ mitgetheilt, daß am Montag, 4. Juli, ein Personen⸗
—— und Pagny den Söjährigen Josef
Matard aus Norroy überfuhr, der sich, wohl in selbsimoͤrderischer
Absicht, quer über das Schienengeleise gelegt hatte. Man legte die
erstünmelte Leiche des Verunglücktten neben das Geleise und bedeckte
sie mit Stroh, das von den Funken der nachfolgenden Maschine in
Flammen gesetzt wurde und von der Leiche nichis mehr übrig ließ.

Zur genossenschaftlichen Solidarhaft.
Fin Erkenntniß des Reichsgerichts erregt in den politischen und
Jewerblichen Kreisen, die dem Schulze ⸗Delitzschen Genossenschafts⸗
wesen nachste hen, berechtigtes Aufsehen. Es ist nämlich in einem
Spezi alfall entschieden worden, daß die Solidarhaft nach Beendi⸗
gung ein es genossenschaftlichen Konkurses nur gegen die zur Zeit
erꝰ Konkurserklärung noch altiven Mitglieder vollstreckbar sei,
vährend die vor derselben ausgetretenen Mitglieder nicht, wie
Schulze⸗-Delitz will, noch zwei Jahre nach erfolgtem Austritt
haftbar seien. Mit dieser Entscheidung ist den genossenschaftlichen
Hereinen Deutschlands, etwa 2000 an der Zahl, die eigentliche
Brundlage ihres Kredits entzogen, da bei beginnendem geschäft-
lichen Verfall die Eingeweihten unter den Theilhabern wohl nicht
ögern werden, ihren Austritt zu erklären. Mag immerhin die
Frorwauer der Haftpflicht während ganzer zweier Jahre nach dem
VBekanntmachung.

Wegen Abreise des Herrn Adjunkten Grafsion wurde
Herr Kaufmann und Stadirath Johann Friedrich als
slellvertretender Wahlkommissär im ILI. Wahlkreise aufgestellt.

Zweibrücken, den 8. Juli 1881.

Königl. Bezirksamt;
Ur. Schlagintweit.
000000000oo⏑⏑—
erzogl Braunschweigische
Landes- Lotterie,,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 100,000 Original⸗Loosen und 51,000.
Gewinnen:
Haupitreffer ev. 450,000, Hauptireffer 12,000,
300, 000, 0,000,
50,000, 3000,
90,000, 3000,
*790, 5000,
On, MOO,
d, 3900,
O, 2000,
25,000, 1000,
2 „20,000, 500.
1 18B,000,1
Reichs⸗Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganzes
Loos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am 14. und 18. Juli 1861,
zu welcher ich Original-Loose
Qanzo Halbo Viortol Aohtol
16 Mt. 8 Mk. AMRt. 2Mlt.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
dviI. Rasilius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗ Lotterie
in Braunsgehweig.
ADCCCC

—

—— —

Austritt Hürten für den Einzelnen im Gefolge haben, so beruht
doch anderseits auf dieser Strenge die Anforderungen der Solidi⸗
at und Vertrauenswürdigkeit der Verbände.

4 Blitzschlag in eine Kompagnie Soldaten. Schweizer Blätter
hringen genauere Berichte über ein Unglück, welches auf dem schwei—
zerischen Waffenplatz Colombier (bei Bern) stattfand. Die
sekrutenschule manoͤprierte gerade, als es zu regnen anfing; eine
dompagnie suchte sich eine geschützte Stelle neben der Kantine und
chaute der dritten Kompagnie zu, welche noch schoß. Kaum fünf
—V—— plötzlich ein gewaltiger
glitzstrahl in den Haufen hernieder, nach allen Seiten die Menschen
u Boden schmetternd. An dreißig lagen am Boden, die Einen
Schmerzensschrei ausstoßend und sich herumwälzend, ohne im Stande
u sein, sich zu erheben, Andere anscheinend leblos ausgestreckt. Die
inbeschädigi Gebliebenen eilten sogleich den Verwundeten, die sich
nicht erheben lonnten, zu Hülfe; doch die meisten waren im Stande,
nach kurzer Zeit wieder auf ihren Füßen zu stehen. Es blieb
hnen nur für längere Zeit ein heftiger Kopfschmerz und Beklemm⸗
ing. Gleichwohl mußte man sieben Verletzte auf Wagen in die
aserne schaffen. Glücklicherweise war nur ein Einziger todt. Die
hewehre waren verbogen, an manchen Stellen geschmolzen oder zer⸗
rochen; die Löcher au Arwen und Füßen der Verwundeten waren
ehr klein, vom Umfange einiger Millimeter. Die Ueberlebenden
zaben große Schmerzen ausgestanden.

PoLondon, 8. Juli. Der Dampfer „Vandalia“ ist, von
inem Schleppdampfer geführt, gestern Abend in der Nähe des
dafens von Stornoway (Hebriden, an der Westküste von Schott⸗
and) angekommen. Mannschaft und Passagiere sind wohl.

p'In Birmingham starb vor kurzem der Erfinder der
Stahlfeder, Moson. Er war der Sohn eines armen Arbeiters und
sat sich durch eigene Geisteskraft, Betriebsamkeit und Gewissenhaftigkeit
in die Höhe gearbeitet.

Telegraphischer Nachricht aus S ansibar zufolge ist der
deutsche Afrika⸗Reisende Hildebrandt am 29. Mai in Tananarivo
auf Madagascar gestorben.

Fir vdie Redallion veranmworilich: F..

— —

—VBVB
Die auf nächsten
Nontag den 11.
ds. Mts. anberaumte
Jeuerwehr⸗
Haupt-Uebung
wird bis auf Weiteres vertagt.
St. Ingbert, 8. Juli 1881.
Das Commando.
Sehr schöne —
SKartoffeln
sind fortwährend zu haben
bei J. Loeb
aegenüber der prot. Kirche.
——AA
„eseitigt gefahrlos und sicher lauch
zrieflich, in 2 Std. Dr. med.
Arnst WVw. in Leipzißg ·

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enischen u. spanischen Spracho
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Jeder Abonnent, der sich auf das 2. Semester der Neuesten
Nachrichten für Garienbau ꝛc. pränumerirt, erhaͤlt obige Sa⸗
nen Eorlen in eleganter Verpackung sofort mit den un Juli
erscheinenden ersten Nummern zugesandt.

Die „Neuesten Nachrichten aus dem Gebiete des Gartenbaues,
der Landwirthschaft, Jagd u. Fischerei“ erscheinen wöchentlich X
in Bogenformat und enihalien stets das Ireuneste und Gedie⸗
—8 aus obigen Sparten. Fast 900 Vitarbeiter und
Abonnenten bringen ihre Erfahrungen im Blatte!
Weilt uber Teutschlands Grenzen wird es mait Interesse gelesen,
und in kurzer Zeit ist selbes ein sehr beliebtes Garten⸗ und
landwirthfchaftliches Fachblatt geworden, Amerikanische
und deutsche 863 speudeten reichliches Lob den
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wiebel ⸗Verzeichniß gratis und franco. Alle Postanstalten und
vuchhandlungen nehmen Bestellungen an, mit Vortheil bezieht man
Blau aber auch direlt in Schmalhof, Post Vilshofen
in Niederbayern am

Bertag der Neuesten Nachrichten.

14
i

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—2

in modernen Schriften billißst
Viñtenkarten F. X. Demetz. 4 ———
Druck und Verlag von J. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblati“, Nr. 28.
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        Slt. Ingberker Anzeiger.
*.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei—

age) erscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonuementspreis betragt vierteljahrlich

M 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1ö60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswäris
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blatischrit oder deren Raum, Neckamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
—A

Dienstag, den 12. Juli

1881.

—ZeZc2
Deutsches Reich.

Der kgl. b. Bezirksamtsassesszr in Augsburg Karl Frehr.
„. Lerchenfeld wurde zur Dienstleistung in das deuische Reichsamt
»es Innern einberufen.

Bezüglich des Termins für die Reichstagswahlen ver⸗
autet jetzt, daß dieselben im October und nicht, wie bisher vielfach
mgenommen wurde, im Sepiember stattfinden werden; über den
Wahltag selbst liegt jedoch ein bestimmter Entschluß der Reichs⸗
egierung noch nicht vor.

Die Wiedergenesung der Kaiserin ist soweit vorgeschritten,
aß die hohe Frau das Krankenbett auf einige Stunden des Tages
zereits mit dem Rollstuhle vertauschen konnte. Die Abreise des
daisers nach Mainau, bezw. Gastein dürfte sonach in aller—
aüchster Zeit erfolgen.

Infolge der Verhängung des kleinen Belagerungszustandes
aber Leipzig sind daselbst bis jetzt' 33 Personen ausgewiesen
vorden.

Die Entfestigung der Werke von Sonderburg⸗Düppel,
oelche in den deutsch⸗dänischen Kriegen eine so hervorragende dtolle
jespielt haben, ist vom Kaiser genehmigt worden. Der Zeitpunkt
jes Beginns der Entfestigung steht noch nicht fest. Dafür wird
xer deutsche Kriegshafen an der Ostsee, Kiel, auch von der
andseite befestigt.

Der deutsche Botschafier in Konstantinopel, Graf Hatzfeldt,
t bis auf Weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäfte des
Staatssekretärs im Auswärtigen Amte betraut worden, gleichzeitig
vurde derselbe mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Be—
reiche des auswärtigen Amtes beauftragt. Die definitive Ernennung
xes Grafen Hatzfeldt zum Staatssecretär im Auswärtigen Amte
ürfte wohl bald nachfolgen. Der Posten ist seit dem im October
879 erfolgten Tode des Staatsministers von Bülow unbesetzt.
Ils Nachfolger für den Grafen Hatzfeldt in Konstantinopel gilt noch
mmer der jetzige deutsche Gesandte in Athen, Herr v. Radowitz.

Ausland.

Die hochoffiziöse Wiener „Montags-Revue“ sagt in einer Be—
prechung des günstigen Verlaufes der griechischen Frage: Wenn
3. gelang, eine so komplizirte und durch erbitterten Streit verwirrte
jrage durch ein Friedenswort Europas zu lösen, so begründet das
zie Hoffnung, daß das europäische Konzert auch bei anderen Ge—
egenheiten das Ansehen und Gewicht nicht verleugnen wird, welches
hm in diesem Augenblicke allseitig zugestanden wird.“

In Paris gilt die Situation in Südalgier beständig als
r gefährlich. Die orleanistischen und bonapartistischen Generale,“
chreibt ein radikales Blatt, „lassen Bou⸗Amena nach Belieben
chalten. Sie hoffen, der Verlust Algiers werde die ihnen verhaßte
kepublik stürzen. Das ganze Unglück kommt daher, daß Bazaine
ücht erschossen wurde. Seither halten sich alle Verräther für straflos.“

Für Frankreich gestaltet sich der anfänglich wenig beachtete

lufstand der Araber in Algier sowie die aufständische Vewegung
n Tunis immer mehr zu einer ernsten Angelegenheit. Der Auf—
jand in Algier greift immer weiter um sich und es ist noch nicht
bzusehen, ob es dem neuen commandirenden General in Algier,
3aufssier, bald gelingen wird, die Aufständischen zu Paaren
uu treiben, obwohl General Saussier mit weittragenden Vollmachten
uusgerüstet ist. Auch an der Nordküste von Tunis sind die Fran—
osen noch nicht Herren der Situation, die Insurgenten in Sfäakes
eisten trotz des von den französischen Panzerschiffen ausgeführten
hombardements, noch Widerstand so daß sich die Entsendung weiterer
cruppen nach der aufständischen Stadt nothwendig gemacht hat. — Die
nternationale Münzconferenz zu Paris hat am vergangenen dFreitag ihre
Sitzungen geschlossen und sich bis zum 12. April 1882 vertagt. In
iner von der Conferenz angenommenen Resolution wird erilärt,
naß es die Lage der Münzverhältnisse einiger Staaten rech fertige,
unächst wieder diplomatischen Verhandlungen Raum zu geben.

Der Mißmuth Englands über die weit ausschauenden
rele Frankreichs in Nordafrika ist überall ersicht⸗
q, wo es sich um die Erörterung dieser Frage handelt. Die
egierung verhält sich zwar sehr schweigsam. Aber in der Presse
minnt die Angelegenheit immer mehr Beachtung und die Verge⸗
utigung Aegyptens. des Dammes gegen französische Händel in

Syrien und im Pharaonenlande, tritt wiederum in den Vorder—
zrund. Man weist diesen Plan zwar salbungsvoll zurück, weil
nan denselben früher stets zurückgewiesen habe; aber durch die
viederholte Zurückweisung gewöhnt man sich allmählich an den
Bedanken.

Nachrichten aus Konstantinopel zufolge versicherte die
Pforte der französischen Regierung, sie werde Nichts versäumen,
die Gemüther Aiut Tripolis zu beruhigen; die dorthin gesandten
Truppen sollten blos die Sicherheit aufrecht erhalten.

Aus Washington wird gemeldet, daß das Befinden
Barfields sich stetig besset. Wenn die Eiterung der Wunde
normal verlauft, ist das Beste nicht zu hoffen. Für Frau Garfield
vird eine National-Subskription veranstaltet, gegen 100,000 Doll.
ind bereits (10. Juli) gesammelt.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 12. Juli. Durch Entschließung des
igl. Cultusministeriums vom 8. ds. Mis. wurde bestimmt, daß an
ämmtlichen Schulen des Königreichs am nächsten Donnerstag, dem
Tage der Urwahl zum baierischen Landtage, der Unterricht auszu⸗
etzen sei, damit das Lehrerperfonal in der Ausübung seines Wahl⸗
rechtes nicht behindert ist.

*St. Ingbert. Der Verein „Gemüthlichkeit“ mußte
das von ihm auf verflossenen Sonntag Nachmittag angekündigte
Waldfest in der Kohldelle in Anbetracht der ungünstigen Witterung
auf einen späteren Tag verschieben.

*St. Ingsert. Dem Herrn Standesbeamten hier und
in Ensheim wurde von der kgl. Oberstaatsanwaltschaft eine
Belobung für ausgezeichnete Führung der Civilstandsaklten aus—
gesprochen.

F In Kirchheimbolanden wurden am Freitag bei
mehreren Geschäftsleuten und Arbeitern Haussuchungen nach sozial⸗
demokratischen Schriften u. s. w. vorgenommen, wobei verschiedene
Zeitungen und Bücher konfiszirt wurden.

FT. Wie das tgl. Forstamt Winnweiler mitgetheilt, ist die
Brandfläche im Stumpfwald, Revier Ramsen, nur 80
Hektar groß.

F In Pleisweiler wurden ein Mann und eine Frau,
die im Verdacht stehen, die vor etwa 6 Wochen verstorbene Ehe⸗
rau des ersteren vergiftet zu haben, verhaftet.

F Herr Commerzienrath und Hüttenwerksbesitzer C. Stumm
in Neunkirchen hat durch Anschlag am Werksthore unterm

9. ds. Mts. seinen Arbeitern Folgendes bekannt gegeben:
„An die Arbeiter.

Am hiesigen Octe soll sich ein Ableger jener berüchtigten Gewerl⸗
pereine gebildet haben, deren englische Vorbilder weit über das Maß der
ozialdemokratijchen Ansschreitungen hinaus nicht vor den gewaltthätigsten
berbrechen zur Erreichung ihrer Zwecke zurückgeschreckt sind. Wohl ließ der
lägliche Erfoig, den der undeutsche Demagoge Hirsch bei uns erzielt hat, die
Sewerlvereine diese blutigen Wege in Deutschland bis jetzt noch nicht wandeln.
Aber auch in unserm Vaserlande haben die Gewerkvereine in ihrem beschränk⸗
en Kreise das Verhältniß der Arbeiter zu ihren Arbeitgebern vergiftet; fie
yaben hunderte bis dahin fleißige und solide Arbeiter in Roth und Elend ge⸗
türzt und eine noch weit größere Zahl derselben dazu verleitet, ihre muhsam
rsparten Groschen in Invalidenkassen abzuführen, welche keine Sicherheit für
die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen gewähren. Unter der Maske
er Freiheit“ erstreben die Gewerkvereine gleich ihren sozialdemokratischen
Henossen die äußerste Knechtung des Einzelnen durch eine von gewissenlosen
AIgitatoren geleitete Majorität.

Unter diesen Umständen halte ich es für meine Pflicht, die bisher von
neiner Firma gegen sozialdemokratische Agitationen gerichteten Bekanntmach⸗
ingen auf die Hirsch'schen Gewerkvereine und alle diejenigen, welche dieselben
airelt oder indirekt unterstützen, ausdrücklich auszudehnen

Insbesondere fordere ich Euch auf, solgende Wirthschaften nicht zu be⸗
uchen, resp. mit folgenden Geschaäftsbetreibenden den Verkehr zu vermeiden:
Es folgen jetzt 3 Namen von Wirthschaften und 6 Namen don Geschäfts⸗
reibenden)

F Blitzschlag in eine Kirche. In Großschönach im
Baden schlug vor einigen Tagen der Blitz während des Gottes—
ienstes in den Kirchthurm ein, fuhr in das Schiff der Kirche, er—
chlug drei Frauen, entzündete mehreren Mädchen die Kränze auf
en Köpfen, daß sie lichterloh brannten und verletzte zehn andere
zersonen leicht und schwer. Der Meßner wurde gelähmt. Der
z„chwefelgeruch betäubte alle Kirchengänger.
        <pb n="418" />
        FNachdem uns der Komet mit seinen Siebenmeilenstief ln
oweit zurückgelassen hat, daß noch selten Jemand dem seltsamen
Wanderer am nächtlichen Himmelszelte nachschaut, ist bereits ein
weiter Komet im Anzuge, welcher im Herbsie seine Aufwartung
nachen wird. Es ist der Enckesche von 1807, so daß das Johr
i881 ein doppeltes Kometenjahr wird, was bei allen Winzern die
freudigsten Hoffnungen erweckt.

Am 5. d. hat das abgelegene Melchthal in der Schweiz
aus der Tellsage bekannt) den ersten König gesehen. Nachmittags
wei Uhr langie König Ludwig von Bayern mit Beglei⸗
ung in zwei Wagen im Melchthal'an, nahm bei dem gastfreund⸗
lichen Hrn. Kaplan das Mittagessen, das die mitgebrachte Diener⸗
chaft selbst bereitete und servirle, besuchte die prächtig restaurirte
Wallfahrtskapelle und eilte sodann mit Begeisterung in's sog.
Archerli, das die Sage als die Stelle bezeichnete, wo Arnold
Anderhalden gewohnt, geackert und mit den Knechten Landenbergs
blutig abgerechnet. König Ludwig widmet den „tklassischen Stellen
der ürschweiz und der Tellssage“ große Liebe und eingehend 8
Sltudium. Der hohe Fremde erfreute sich auf der ganzen Reise
Zrunnen⸗Melchthal eines wahren „Kaiserwetters“ und war sichtlich
zefriedigt über die landschaftlichen Schönheiten des Landes, insbe⸗
Dudere über das Melchthal. Auch mit den Leuten Aus dem Volke

—

Todes—

Vnzeige.

Freuuden, Verwandten und Bekannten die schmerz⸗
liche Mittheilung, daß unsere innigst geliebte Gattin,
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter,

Frau Maria Grossardt
geb. Graffion,
heute Morgen um halb 1 Uhr nach längerem schmerz⸗
Jollem Leiden im Alter von 77 Jahren, versehen mit den
heiligen Sterbsakramenten, sanft entschlafen ist.
St. Ingbert, Metz, Bois⸗Colombes, Paris,
den 11. Juli 1881.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Mittiwoch 13. Juli,
Morgens halb 10 Uhr statt.

Als
Wahlmänner
—2 *
für die Landtagswahl werden vorgeschlagen:
I. Wahlbezirk (Stadthaus):

1. Herr Oskar Krämer, Hüttenwerksbesitzer.
2. *„Johann Kamann, k. Bergmeister.
3., geinrich Laur, Weinhändler.
1., Ernst Conrad sen. Posthalter.
5. Ludivig Vogelsang, Rentner.
6. Bhhilipp Scheimeister, k. Grubensteiger.
II. Wahlbezirk (Schulhaus in der Unterstadt):
1. Herr Gustav Krämer, Hüttenwerksbesitzer.
2. *, Nikolaus Betz, Drahtziehermeister.
z. Friedrich Weigand, Distriktsthierarzt.
1. , Johaun Fiack, Glashütten⸗Direktor.
5. Friedrich Steinfeld, Kaufmann.
8. August Eifler, Bahnhofverwalter.
III. Wahlbezirk (Schulhaus im Josephsthal):
l. Herr Heinrich Krämer, Hüttenwerksbesitzer.
2. *Brichael Thiery, Bäcker,
Jakob Sonn sonãor, k. Grubensteiger.
Bei Aufstellung obiger Liste ging man von der Er⸗
wägung aus, daß St. Ingbert seinen Aufschwung
ind jeine heutige Bedeutung dem großarugen Hüttenwerke der
Herren Gebrüder Kräm er, dem Bergwerk und der Aktien⸗
Hlashütte verdanlt, weßhalb man die Herren Vertreter dieser
Fudustriezweige in erster Line als Wahlmänner vorschlagen
u sollen glaubte. Die uübrigen Herren genießen während ihres
angjährigen Wirkens in unserer Stadt der allgemeinen Achtung
ind Vehiebtheit und dürften deßhalb als Wahlmänner zu em—
ifehlen sein.

ö —— — — —
Druck und Verlag von F.

zerkehrte er in leutseliger, freundlicher Weise. Einem Kernser, der
ich ihm als Führer auf die Berge anbot, dankte er sichtlich er—
reut, seyr höflich und freundlich. Drei Knaben im Melchthal,
ie ihn fast andächtig als „Herrn König von Bayern“ begrüßten,
chenkte er sofort sein Bildniß in Gold, nämlich jedem ein Zehn⸗
narkstück. Das ist jedenfalls ein merkwürdiges Blatt aus der
Ihconit des stillen. friedengesegneten Melchthals.

Gemeinnüutziges.

Gegen die häutige Braͤnn nr wird folgendes vielbewährtet
dolksmiltel von der „Fundgrube“ empfohlen: Man macht Schmalz recht heiß
aucht einen Streifen zusammengelegter Leinwand hinein und legt ihn den
krauken, so heiß er es vertragen kunn. um den Hals.

Gegendiphtheritis. 3 s6jährigen Kindern gibt man täglich
/22 1 Fiasche starken Burgunderwein, sorgt Tag und Nacht fur reine Lufi
in Krankenzimmer, streicht mechanisch die Pilzmembrane im Halse ab und
pritzt die Rase mit der Nasendouche aus. (Fundgrube.)

Kahlheit und Ergrauen des Kopfhaares hat mei—
tens seinen Grund in mangelhafter Thatigkeit der Kopfhaut. Der englische
Zpezialist Dr. Wilson empfiehlt dagegen sanftes Frottiren der Kopfhaut,
„yne starke Reizung und janftes Einreiben folgender Mischung auf den
d Siellen: Kampher, Salmiak, Chloroform und Aconit, Alles zu gleichtn
kheilen.

eilen — ——

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demes.
Eigenthum versteigert werden
darunter namentlich:

4 vollständige Betten mit
Getüch, 2 Kleiderschränke,
Kuüchenschrank, 2 Vische,
Stühle und sonstige Haus.
und Kücheneinrichtungsgegen⸗
stände.

St. Ingbert, 13. Juli 1881
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Sehr schöne
ZKartoffeln?
D *
ind fortwährend zu haben
hei J. Loeb

gegenüber der prot. Kirch⸗

72 J
Mobiliar⸗
Versteigerung.
Samstag, den 16. Juli
1881, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert im Wohnhause
der nachhin genannten Erblasser,
werden durch den unterzeichneten
Amlsberweser des kgl. Notars
Sauer in St. Ingbert, die
aachbezeichneten, zum Nachlasse
der“ in St. Ingbert verlebten
kheleute Nikolaus Stief,
Leben Bergmann und Ka⸗
harina Jung gehörigen
Robiliargegenstände vffentlich zu
OOCAOCOOOSο
Herrogl braunschweigische
Landes Lotterie,
vom Staate genehmigt und gurantirt.
dieselbe besteht aus 100,000 Ouiginal⸗Loosen und 51,000
Gewinnen:
Haupitreffer ev. 4150, 000, 2 Haupttreffer à 12,000,
300.000,1 22 10.0ood,
150,000, 8000,6
100,000, 6000,6
75,000, 5000, s
50,000, 4000,
40,000, 3000
O,000, „2000,
25,000, — „10000,
20,000., F F 500.
„1B,000,
Reichs⸗Mark u. s. w.
welche in 6 Ziehungen verloost werden, und kostet ein ganzes
doos durch alle 6 Ziehungen 120 Mark.
Die erste Ziehung findet statt:
am 14. und I8. Juli 1881,
zu welcher ich Original⸗oose
Ganze Halbe Viertol Aohtol
16 Mk. 8 Mt. 4 Mk. 2Mk.
zegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
— Tius.
Obereinnebmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
— in Rrauuschweig.
0COCOT

—

α

—E

—B

Quittungsformulare
ür Schullehrer und übrige Gemeindebediensteten 10 Stü⸗
u 15 Pfennig bei M. X. TMIV

*

demeb in Si. Ingbert.
        <pb n="419" />
        *
3
9

— 2 222 2 22 — —&amp;— — *
—A 25232,38 —28 ——— 25 222 A 27
— A —— — A 32 338 8222.22 *2
— 23333 37356 8 z33 3548
5* — 583 —535 ——85 —27 EX — 2
* 82* — ——— 328 z 3 — 3335338 253*
5. 5 368* 7 3 ——3 3
—A —— 52 2 5 225326 537 J—— —33
3 2 —— t 8 — 3 — — —28 8* * 2
2 528 — —— 153 3 8 — 588 — S. 3 08 E 3 —— ——
— — —* 2*2 — 5383 — — * 2*25 8 — * *
2382 *55 2* * — 22 * —I— —ezü 5* 533535 5 — ——A
5537 3 — 330 8— 33
535 5—28
— — —— — N85⏑— — 5 — 25. 3
— 522 — *2382 z5S —5*3 812 — S. 536
— — —— z35 * —53855 — —— 2 2288 2. ——
5 — 3 5238655 553 —38 * 5
—.8 — —— —3 53235 53258 233 3 — 58 —33
8 * 3288 22 — *52 E 5 8
8 7 338 33 5828323 8
— * 5 9 * 82
— 5 — — — —3 88 — —
—3 — ——5 88 5583 2*3888
— 2 21i2 2 — 2* — 8
— 28 — —85323 25 5 — —28 335 3 83 ẽ
— 3 65* —3253 253836863*
553 3 5 535 AA⏑— 558338 58583288
5335— 76 3752 75—8 38537* —833— 33 8 3
——533z 5—8 z3383 3 85
* 7 —— o 2 S 5* — D*25 — 2* 85
533 436 55 53333 53353
3 838 8653253
— — — —3 — —8 — ——3—* 85—253 5538
5 232385 5 —»— 835 — —— 25 ——— — ——
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2 6 —A 22555 0 —
25.5 235 888
3438F5S 88 * 2—53 28
2.28 * 4 3 3 S7 * 8 8
z 23 5234 — —— 82 2 — E2 3
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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 vpro Zeile berechnet.
8 111.. Donuerstag, den 14. Juli

1881.

— üü——
Deutsches Reich.

Wie jetzt mit einiger Sicherheit verlautet, wäre in Berlin
als Wahltag für den Reichstag Montag, der 17. Oktober,
in Aussicht genommen, ohne daß darüber etwas Festes schon ver—
einbart worden wäre, weil die anderen Regierungen darüber mit zu
zeschließen haben.

Der Reichs⸗Anzeiger veröffentlicht das Gesetz betreffend die
Abänderung von Bestimmungen des Gerichtskostengesetzes
und der Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher.

Es gehen Gerüchte von dem Rücktritte der kommandirenden
wenerale mehrerer deutschen Armeekorps; wiederholt werden die
Ramen zweier Generale in den Ostseeprovinzen genannt; insbe—
ondere heißt es aber, Graf Stolberg-Wernigerode, kommandirender
Beneral des VII. Armeekorps, werde binnen Kurzem von seinem
Posten zurücktreten. Wie es heißt, wäre die Veranlassung hierzu
außer dem hohen Alter des Grafen ein ausgeprägtes Leberleiden.

Der deutsche Kaiser wird am 14. Juli (heute) in Bad
Hastein erwartet. Nach Schluß der Kur ist eine Zusammenkunft
)esselben mit Kaiser Franz Joseph von Oesterreich (wahrscheinlich
m Salzburg) in Aussicht genommen.

Ausland.

Der Züricher Kantonsrath beschloß betreffend den
Protest gegen das Verbot des sozialistischen Weltkon—
gresses mit 120 gegen etwa 30 Stimmen einfache Tagesord⸗
aung, indem er sich unzuständig erklärte, das von der Bundes⸗
Regierung erlassene Verbot aufzuheben.

Das Nachspiel zu der französischen Erpedition in Tunis
jangt an, für die Franzosen immer kritischer zu werden. So
meldet die „Républipue frangaise“, daß Sfax von den aufstän—
zischen Arabern zerstört sei. Die Zahl der arabischen Bewaffneten
welche zuerst auf 15,000 angegeben war, beträgt vielmehr 30,000.
die in Sfar stationirten tunesischen Streitkreifte mußten wegen Un—
zuverlässigkeit zurückgezogen werden, und die 4000 Mann fran⸗
zͤsischer Truppen vermochten Angesichts der Uebermacht der Araber
aicht zu landen. Es wird nun die Ankunft von weiteren 3000 Mann
französischer Truppen erwartet. Ob sich das Verhältniß alsdann
zu Gunsten der französischen Heeresmacht verändern wird, ist sehr
zweifelhaft, da von Kernan ununterbrochen Ansammlungen der
aufständischen Araber gemeldet werden.

Von allen Seiten her kommen Stimmen, welche den engeren
Anschluß Italiens an das österreichisch-deutsche Buündniß melden.
Fene italienische Tendenz ist durch die französischen Unarten allerdingẽ
jehr nahegelegt; ob sie dauerhaft sein wird, muß die Folge lehren.

In Rußland treten immer wieder Zeichen der staatszer⸗
etzenden Thätigkeit der Nihilisten zu Tag. In Kronstadt war
um 2. ds. die Leiche eines Verhörrichters mit dem von den Nihi—
ästen öfter angewendeten grauen Sack über dem Kopfe im Wasser
uufgefunden worden und an demselben Tage ist der Secretär Ba⸗—
anow verschwunden. Ein Marineofficier, den man für den end—
ich gefundenen Käsebuden-Inhaber Kobosew hielt, ist aus dem
Befängniß mit noch einem seiner Kameraden entflohen. Den
Schließer fand man narkotisirt in der Gefangenenzelle und die
Wachen durch Verkleidung der Gefangenen geiäuscht, vielleicht auch
durch den allgewaltigen Rubel bewogen worden, ihre Augen vor
den Vorgängen im Gefängnisse zu schließen.

Klassisch bleibt bis zum Ende die Pfortenpolitik. Offi⸗
ziös versichert sie, die Ueberlieferung der an Griechenland abge—
iretenen Grenzdistrikte beschleunigen zu wollen, schon um angesichts
aller etwaiger Verwicklungen freie Hand zu haben; in demselben
Augenblick aber kommt auch schon die Nachricht, daß sie die Aus—
ieferung dieser Distrikte um 40 Tage zu verzögern wünscht. Diese
40 Tage werden sich wohl noch bedeutend verlängern, wenn Europa
aicht Ernst macht.

Das Befinden des nordamerikanischen Präsidenten
Warfield ist so günstig, daß er jetzt von den Aerzten beinahe außer Gefahr
rrklärt wurde. — In den Vereinigten Staaten herrschte in den
etzten Tagen eine ungewöhnlich starke Hitze; in vielen Städien

verzeichnete der Thermometer über 30 Grad Reaumur; viele Er—
lkrankungen am Sonnenstich kamen vor.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 14. Juli. Die Betheiligung bei der
heute stattgehabten Urwahl zum Landtag war dahier eine sehr leb⸗
hafte. Gewählt wurden:

1. im J. Wahlbezirk (bei 558 Wahlberechtigten und 374
Abstimmenden die Candidaten der patrioti sschen Partei und
war die HH.: Jos. Heinrich, Wirth mit 212, Greß, Peter, Bäder mi
210, —5 Conrad Schneidermeister mit 210, Fenn, Nikolaus,
Schneidermeister, mit 198, Woll, Franz, Organist, mit 212,
dellenthal, Johann, Bäcker, mit 213 Stimmen

Von den Gegencandidaten erhielt Hr. Hüttenwerksbesitzer
Askar Krämer 171, Hr. Bergmeister Kamann 158 Hr. Wein⸗
jündler Heinrich Laur 152, Hr. Posthalter Ernst Conrad sen.
50,. Hr. Rentner Ludwig Vogelsang 139, Hr. Steiger Philipp
Scheimeister 133 St. *

2. Im II. Wahlbezirk (bei 538 Wahlberechtigten und
366 Abstimmenden) wurden ebenfalls die Candidaten des patri—
otischen, Wahlvorschlags gewählt und zwar: Hr. Kaufmann
L. Grewenig mit 223, Hr. C. Custer, Gerber, mit 230, Herr
C. Beck, Wirth, mit 228, Hr. Peier Redel jr., Fuhrmann mit
222, Hr. Peter Kißling, Schuhmachermeister, mit 2316, Hr. Jak.
Jost, Schneidermeister, mit 213 St. In der Minorität blieben
die HH. Gustav Krämer, Hüttenwerksbesitzer, mit 131, Nikolaus
Betz, Drahtziehermeister mit 133, Friebr. Weigand, Thierarzt,
mit 129, Joh. Fiack, Direktor, mit 127, Friedr. Steinfeld, Kauf⸗
mann, mit 128, Aug. Eifler, Bahnhofverwalter mit 126 St.

3. Im III. Wahlbezirk haben von 319 Wahlberechtigten
226 abgestimmt. Davon stimmten für die Liberalen Candi—
daten und zwar für Hrn. Heinrich Krämer, Hüttenwerksbesitzer,
151, für Hrn. Jak. Sonn sen., Steiger, 136 für Hrn. M.
Thiery, Bäcer, 130. Von den Gegencandidaten erhielt Hr.
Touifsaint, Wirth, 88, Hr. V. Schwarz. Wagner, 81, Hr. Joh.
Just sen. Schuhmachermeister 74 St.

Von der Schuappbach (4. Wahlbezirk unserer Stadt) ging
uns folgendes Wahlresultat zu: Von 174 Stimmberechtigten haben
142 abgestimmt. Die Majorität erhielten die Candidaten des n
beralen Wahlvorschlags und zwar die HH. k. Obereinfahrer Kramer
108 St. Steiger Zimmermaun 108 St. Siegwardt, Ludwig 108
St. Von den Gegencandidaten erhielten die HH. Adam Buser,
Lehrer Müller und Adjunkt Siegwardt jeder 33 St.

*St. Ingbert, 14. Juli. Wie uns erzählt wird, wurde
heute Morgen in der preußischen Grube H einitz der Bergmann
Heinrich Jun g von hier, verheirathet und Vater eines Kindes
beim Sprengen erfchlagen. Ausführlicheres konnten wir bis jetzt
noch nicht erfahren.

*St. Ingbert, 13. Juli. Aus einer Bekanntgabe des
Central-Comites für das am 17. und 18. Juli in Frankenthal
sttattfindende Musikfe st ersehen wir, daß auf hie siger Bahn⸗
tation, wie auf verschiedenen anderen pfälzischen Statidnen eine
Finzeichnungsliste für nummerirte Plätze bei den Aufführungen auf
bewußtem Feste offen liegt. Die Direftion der Pfälz. Bahnen hat
den Besuchern eine Fahrtaxermäßigung von 50 Proz. bewilligt,
und zwar derart, daß gegen Vorzeigung der Conzertbillets einfache
Bahnbillets ausgegeben werden, welche zur freien Rückfahrt berech⸗
tigen. Bemerkt sei noch, daß die genannten Einzeichnungslisten
am nächsten Freitag (15. Juli) geschlossen werden.

Die königl. Kreisregierung der Pfal z macht darauf auf⸗
merksam, daß in Gemeinden, in welchen die Miethsteuer eingeführt
ist, eine Revision derselben in der 16. Finanzperiode statisinden
ann, wenn sie von der Regierungsfinanzkammer angeordnei oder
»om Gemeinderath oder von mindestens dem dritten Theil der
Miethsteuerpflichtigen beantragt wird. Etwaige Anträge auf Vor—
aahme einer örtlichen Haus-(Mieth⸗)steuerrebision sind dis längstens
31. Dezember zu stellen.

F In einer am Sonntiag in Altenglan stattgehabten
Versammlung der Volkspartei wurde der Candidat derselben, Herr
Jul. Krafft aus Neustadt, vorgestellt. Herr Krafft erklärte, kein Freund
von langen Reden und Auseinandersetzungen zu sein. Sein gan—
zes Programm bestehe in der Aufnahme der Grundrechte bon 1840
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        für die er lebe, für die er sterbe. Die anwesenden Reporter wie
das Publilum waren ob der Kürze des Vortrags gleich entzückt

FAus Gundersweiller (Kanton Winnweiler), 11. Juli,
schreibt man der „Pf. P.“: Diesen Morgen verbreitete sich die
Schreckenstunde, daß heute Nacht zwischen 11 und 12 Uhr die

Eheleute Stier während des Schlafes im Bette meuchlings über
fallen und übel zugerichtet worden seien. Genannte Eheleute sind
sehr fleißig und sparsam. In Folge dessen ist man allgemein der
Ansicht, daß dieselben im Besitze von etwas baarem Gelde sind,
und deßhalb ein Mordversuch auf das Ehepaar aus Habsucht und
Geldgier gemacht worden sei. Der Thäter war durch das Dach
des einstöckigen Hauses in dieses eingedrungen und hat mit einer
Art, auf die von ihm ausersehenen Opfer dreinschlagend, der Frau
welche vorn im Betie lag, mehrere schwere Wunden an Stirn und
Kopf beigebracht, so daß dieselbe sehr bedenklich darniederliegt,
während ihrem Manne von dem Unmenschen das Schulterblatt
entzwei geschlagen worden ist. Die Gendarmerie hat als der That
dringend verdächtig — den eigenen Vater des Stier abgeführt.

4GCGEin vorsichtiger Selbstmörder.) In Kandel erhängte
sich am Samstag Georg Guttenbacher von dort. Kurz zu⸗
bor sagte er zu einer Nachbarsfrau: „Ich lasse mich noch rasiren,

wasche mich, ziehe ein frisches Hemd an, lege meine Kleider zurecht,
damit sie keine weitere Arbeit mit mir haben, und dann hänge ich
mich auf,“ was er auch that.

Wie das „A. W.“ vernimmt, soll Hofprediger Stöcker die
Absicht haben, auch die Kantone Dahnn und Annweiler auf
seinen Rundreisen mit seinem Besfuche zu beehren.
7In Landau erschoß sich am Dienstag Morgen ein
Sergeant der 2. Kompagnie des 18. Infanterie⸗Regiments, welcher
arst bor Kurzem von Würzburg dahin versetzt worden war.

— Nach dem „Allg. Anz.“ läßt Hr. Commerzienrath Stmm,
der gegenwärtig sein Schloß auf dem Halberge bewohnt der Ge⸗
meinde Brebach eine Kirche bauen, zu der Baume ister Schaubert
aus Hannover, der Erbauer des Halberger Schlosse s, den Plan
entwarf. Den äußeren Bau hofft man noch in diesem Jahre zum
Abschlusse zu bringen.

4 Vor dem Schwurgerichte in Saar brücken wurde eine
Goldarbeitersfrau von Oberstein, die selbst Mutter von sechs Kinder
ist, zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil sie ein ihr anver—
txautes 4jähriges Pflegekind in schändlicher Weise mißhandelte und
derhungern ließ.

In Sachen Stumm contra Gewerkvereine schreibt
die „Saar⸗ u. Blies-Ztg.“ aus Neunkirchen: Sollte durch
Jas Verbot der betr. Geschäfislokale (siehe vor. Nr. des „Anz.“)
den Arbbeilern durch irgendwelche Repressalien auch nur der geringste
Schaden entstehen, so wird das Herrn Stumm bestimmen, ohne

SEhrmen die bither lediglich im Interesse der Gewerbetreibenden

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interlassene Einrichtung von Konsumvereinen in umfassender Weise
u betreiben.

F Gegenw ärtig findet in der preußischen Rheinprovinz
ine Aufnahme der Zahl und der Verhältnisse der in derselben vor⸗
Jandenen Epileptischen statt, deren Ergebniß als Grundlage für
jne eventuell zu errichtende Anstalt für epileptische Kranke dienen
oII. Die Einrichtung solcher Anstalten kann gewiß nur mit Freud⸗n
hegrüßt werden.

F Vor Kurzem ist die Nachricht durch die Zeitungen gegangen,
daß in Welchenberg (Niederbaiern) ein 2-jähriges Madchen seinen
7. jährigen Bruder durch einen Messerstich getödtet habe. Nun hat
ich aber der Verdacht auf die Eltern gelenlt, daß dieselben selbst
hr eigenes leibliches Kind ermordet haben, und wurden sie deß⸗
Jalb in Unterjuchung genommen.

Gemeinnütziges.

Aufbewahrender Eier. Darüber schreibt ein Correspondeut
der „Zw. Ztg.“: Jede sorgsame Hausfrau ist bedacht, sich den Sommer Aber
hren EGierborrauinhe für den Winter zu beschaffen. Sie stellt dieselben
n Körbe, Kasten, Schubladen u. s. w, und so kommt es nicht selten vor,
aß gegen das Frühjahr hin eine größere Anzahl faul geworden ist. Abgi⸗
hen Von dem dieraus erwachsenen Verlust, isn es fur die Hausfrau setr ein⸗
findlich, wenn sie unvorsichtiger Weise mit einem stinkenden Ei die Suppe
»der das Gebäck verdirbt.

Das Faulen der Eier hat seinen Grund darin, daß durch die pordst
Zchale, aus kohlensaurem Kaik bestehend, das Wasser des Eiweißes verdunstet
ind an dessen Stelle atmosphärische Luft von außen zutritt. Unter dem Ein⸗
jusse der aimosphärischen Luft gehen nun die Bestandtheile des Eiinhaltes in
Zersetzung über, es bilden sich neue Produkte, von welchen ich nur das so
belciechende Schwefelwasserstoffgas erwähnen will. Die Hausfrauen und
qͤadchinen wissen aus Erfahrung, daß die Eier im Winter leichter und schlon
erig werden, was von der Berdunstung der Flussigkeit herrührt, kennen aber
uuch den widerlichen Geruch der faulen Eier und wenden die verschiedenen
Vorsichtsmaßregeln an, die Eier vor dem Verderben zu schützen Bekanntliqh
derden von Ausgangs Julisan die Eier für den Winter gesammelt,
da sich die früheren Eier nicht gut halten. Da nun die Zeit des Eiersam⸗
melns heranrückt, so wollen wir unsern verehrten Leserinen einige Aufbe⸗
wahrungsmethoden mittheilen.

. Der Voden eines Korbes wird mit einer Schichte Hafer⸗ oder Spelzen⸗
preu bededt, dann kommt eine Lage Eier, dann wieder Spreu, und ba
vechseln Spreu und Eier, bis der Korb gefüllt ist. Oder

2. Jedes einzelne Ei wird in ein Siud Zeitungspapier eingewidelt und
dann Sluck an Stuck in den Korb oder die Küste ec. gepacht. Oder

8. Sammtliche Eier werden mi Leindl besirichen und, wenn sie XR
geworden sind, in den Korb ⁊c. gebracht.

Alle diese Arbeiten haben, den Zweck, die Porea der Eierschalen zu schli⸗
zen und den Zutritt der atmosphärischen Luft zu hindern. Am besten und
eichtesten wird dieser Zweck aber dadurch erreicht, daß man

fich aus einer Äpotheke fur 5 Pfennig aufgelöstes Wasserglas nimmi
ind mit einem Pinselchen jedes Ei überstreicht. In kurzer Zeit ist daz
Wasserglas trocken, und das Ei hat einen glänzenden luftdichten Ueberzug.
Die so behandellen Eier werden an einem trockenen, vor Frost geschutzten
Orte aufbewahrt und halten sich bis zum Frühiahre frisch und gesund.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demes.
Kleider-
md Schirmständer, Trep⸗
denstühle, Bureaustühle, Clavier—
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jeres, Spuckkasten, Hut⸗ und
Zeitungshalter, Handtuchständer,
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—IIV
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Spaniseh wirklieh
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*
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J—— *25828 38
2523355 3 —A — 5325 883578 5 35 387 55
385*2353* 28 235 2 22 8*582 c52 — * — 255* —A
82 * 3322383 358 23 8 —— *e5 —2 * —857 225327 —35
22 — — 5 *2 2* 2 55 322 — — 223358
535 753 —A S 85 —— * 533 — —2cx58
— —
538 3 85 3 5 * 238 49 2 —
5 —85 535 53755 22 8 8 253* 5855333 — *
—A —— — 3 522— z50 — 3 588 I5832
53328 3238* 3888 32385 553525 —— B57 *55 5*
3555 8 3235538 S2* 85 — — 2* ———— 83 553
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2* — —48 act * —A 2 s*33285 3 S 385 5*
20 2525 A—— 2523 235* — 3525— 357*3
* ———— * z25 235 328* 7 z8 *2333 z3546333* —
3558 — ———— — — 8 —28 35237* 8 — 255 ——ù —
3853333 — ————— 33335 — 353328337
—— —— ———
2* 5 52 3 2 75 2 — *58. 5337 —
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2 3535 —X 2* * 33322553 —— 3385538 8
— 53253555 2* —— RR z5— 38 8 —
A— 556 3 3832 2357 557 ö 583258 2 — 2
55 3385* —A 0 — 8 5 —32358548 —3 —3
258538 — 5555323237 S 585 83 58558 88 *35 ——
5 ——— * 25528 3522 We 23553 22 —— 58358 S
— * 22 23.253 383887 — 2* 39 575538* —33—
5 355328 2* 275 O 5 3523 H9
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7— 886 * 55 ——
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5258 R87 282 — 2* ——
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        Hl. Ingberler nzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum. Reclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
— —
8 112. Samstag, den 16. Juli

1881.5

B. T. Reform durch Kolonien.
Ein sichtbarer und fast fieberhafter Zug hat die wichtigsten
md mit den dazu nöthigen Organen ausgerüsteten europäischen
ztaaten ergriffen, sich mit neu erwachtem Eifer einer Kolonial⸗
„olitik zuzuwenden, die man noch vor wenigen Jahrzehnten als
eine im Untergange begriffene, aus theoretischen wie praktischen
zründen unhaltbare zu betrachten geneigt war. Aber die thätigen

Arme der europäischen Völker sehnen sich nach Arbeit, und da sie
ꝛes gegenseitigen Aufeinanderschlagens wohl müde und auch wohl
u der Erkenntniß gekommen sind, daß sich auf die Dauer davon
ucht leben läßt, greifen sie instinktmäßig in die Ferne über das Meer
iinaus und suchen Stäiten, wo sie, territorial zwar losgelöst vom
uropäischen Boden, dennoch in fester und rückwirkender Verbindung
ait demselben Positives schaffen können, das ihnen persönlich und
em Machtkreise ihres Vaterlandes zu Gute käme. Die Regierungen
egünstigen dies Bestreben, denn es liegt darin eine Ablenkung der
berbrausenden Kraft von dem sehr explosiv gewordenen Boden
Furopas. England nimmt beständig Inseln selbst innerhalb Euro—
zas, ganze Inselgruppen in der Südsee, auch große Territorien
wuf festen Kontinenten, wie in Südafrika, in Beschlag. Neuer—⸗
»ings sind die romanischen Staaten in ganz besondere Aufregung
jerathen: Frankreich, Italien und Spanien brauchen nur über das
chmale Mittelmeer hinüberzugreifen und sich aus den Dependenzen
jes zur Ohnmacht abgeschwächten kürkischen Reiches leckere Bissen
uzulegen.

Deutschland könnte nach der Meinung derjenigen Politiker,
delche sich ein besonders kaltes Blut zutrauen. diesem Vorgange
uhig zuschauen, und würde daraus den meisten Vortheil ziehen,
venn es seinerseits solchen Ausdehnungsgelüsten widerstrebte und
eine Kraft auf dem alten heimischen Boden konzentrirte. Das
ört sich merkwürdig gut an, nur schade, daß überall im Leben
ine einzige Thatsache tausend Gründe niederschlägt. Diese eine
Thatsache ist die, daß der Deutsche massenhafter auswandert als
rgend ein anderes Volk. Und wie er in Nordamerika, in Austra⸗
ien und am Kap für die anglikanische Race arbeitet, so wird er
uch arbeiten in Tripolis, Tunis, Algier, Fez und Marokko für
Jtalien, Frankreich und Spanien. Schwer bedenklich ist der ma⸗
erielle Verlust der wirthschaftlichen Arbeitskraft für das Vaterland,
edenklicher jedoch der Umstand, daß wir mit unserer eigenen Kraft
ie wirthschaftliche und politische Macht unserer europdischen Rivalen
ortwährend verstärken. Es kann aber unmöglich etwas einleuch⸗
ender sein, als daß das Verhältniß der Machtsphären zwischen
»en europäischen Staaten dadurch fortwährend in rascher Progression
u Ungunsten Deutschlands verändert wird.

Wir haben deshalb seit langer Zeit einer verständigen Kolonial⸗
»olitik das Wort geredet und darauf hingewiesen, daß noch Strecken
on riesenhafter Ausdehnung und jungfräulicher Produktionskraft
zuf der Erde vorhanden sind, welche nur des kräftigen und ge⸗
ibten Männerarmes bedürfen, um überschüssige und in der Enge
„er Sphäre zur Gährung geneigte Elemente aufzunehmen und der
‚olitischen wie wirthschaftlichen Stellung Deutschlands neue Macht⸗
inge hinzuzufügen. Es hat auch in letzter Zeit an Vorschlägen
ind bestimmten Hinweisungen nicht gefehlt, aber es ist der Jammer
mserer überall zu Konflikten zugespitzten Verhältnisse, daß Re⸗
lsierung und Parlament sich nicht einmal zur Ausführung eines
esunden und sich gradezu aufdrängenden Gedankens von größter
ragweite miteinander verbinden können. Die „wirithschaftliche
seform im Innern“, das ist freilich ein hoch zu beachtender Ge⸗
anke, der jetzt die Parteien bewegt und sie eben je nach der Inter⸗
retation dieser Reform zu Parteien macht. Nun ist uns in diesen
etzten Tagen eine interessante Brochüre aus der Feder des Herrn
Iberregierungsraths Wülffing zugegangen, der den Erdkreis mit
olonial⸗ verstandnißvollem Auge bereist hat. Seine Devise ist:
Wirthschaftliche Reformen durch Kolonien.“ Dieser Wahlspruch

zeht uns allerdings etwas zu weit, denn wir meinen, daß die
virthschaftliche Reform nur aus einem der heimischen Erde ent⸗
vachsenden Gedanken, und nur gestützt auf die Verhältnisse der
)eimath geschaffen werden kann. Aber gerade bei derjenigen Ver—
mderung, die uns gegenwärtig erst unter dem Namen einer Re⸗

—
form aufgedrängt ist, erscheint uns eine verständige Kolonialpolitik
in bescheidenen Grenzen als das einzige empfehlenswerthe Linderungs⸗
mittel. Wem sie nicht als eine Tugend selbst erscheint, der be—
crachte sie als eine Noth, aus der man eine Tugend machen muß,
— so kommen vielleicht alle Varteien überein.
— —
Deutiches Neich.

Der bayer. Regierungsassessor Dr. v. Poschinger wurde
zum ständigen Hilfsarbeiter im Reichsamt des Innern ernannt.

Die Berliner „Provinzial⸗Korrespondenz“, veranlaßt durch
die thatsächliche Uebergabe des Griechenland zugewiesenen Gebietes,

agt: Die fernere friedliche Erledigung dieser Grenzberichtigung
st mit Sicherheit zu erwarten. So kann man heute, zwei Jahre
iach dem Berliner Vertrage, mit vollem Rechte sagen, daß dieser
Lertrage in einem seiner schwierigsten Punkte, in dem der griechisch—
ürkischen Grenzregulirung, wie überhaupt als Grundlage der fried—
ichen Beziehungen zwischen den Mächten seine Probe bestanden
hjat. Das allgemeine Bedürfniß nach Frieden fand allmälich in
ind mit dem Berliner Vertrag seine Befriedigung, so daß die
hJoffnung nicht unberechtigt erscheint, der Vertrag werde auch ferner,
ezüglich der noch offen gehaltenen Fragen, wie in seiner allgemei—
nen Bedeutung, sich als Band gegenseitigen Vertrauens zwischen den
uropäischen Mächten bewähren.

An anderer Stelle schreibt die „Provinzial-Korrespondenz“:
„Unsere Kaiserin befindet sich in entschieden zunehmender
Besserung ihres Gesundheitszustandes. Das örtliche Leiden ist fast
zänzlich geschwunden, die Oeperationswunde nahezu geschlossen.
luch das Allgemeinbefinden wird täglich besser, der anfänglich sehr
chwache Appetit hebt sich, und der Schlaf nimmt zu und äußert
eine wohlthuende, stärkende Wirkung. Bis zur völligen Genesung
vird allerdings noch einige Zeit vergehen; zu irgend einer Besorg-
aiß ist aber kein Grund mehr vorhanden, und die Aerzte der Kai—
erin haben daher die Ausgabe täglicher Bulletins eingestellt.

Der an den Reichstag gelangte, dort aber nicht erledigte
Buhl'sche Antrag auf Beseitigung der Weinfälschung dürfte doch
auf fruchtharen Boden gefallen sein; es sollen Vorbereitungen zur
Aufstellung eines darauf bezüglichen Gesetzentwurfs getroffen sein.

Bei den am 12. ds. statigehabten Ergänzungswahlen
zum fächsischen Landtage wurden nach vorläufiger Meldung
der Chemnitzer Zeitung gewählt: 14 Konservative, 6 National-
Liberale, 6 fortschrittliche Kandidaten, 1 Anhänger der Gewerbe—
Partei und 1 Sozialdemokrat (Bebel im Leipziger Landbezirk).
Ausgeschieden waren 12 Konservative, 9 National-Liberale, 8 fort
chrittliche Abgeordnete. Die Wahlbetheiligung war äußerst gering.

Nachrichten aus Mainaun zufolge empfing der Kaiser da—
elbst den Besuch des Königs und der Königin von Württemberg
owie des Prinzen und Prinzessin Wilhelm von Baden.

Ausland.

Frankreich feierte gestern (Donnerstag) 14. Juli, als am
Jahrestag der Erstürmung der Bastille, dem Geburtstag der Re—
volution und der Republik, sein „Nationalfest“. Die Maänner des
jeutigen Regime haben diesen Tag als Ersatz für die Festlichkeiten
des Napoleonstages (15. August) eingesetzt. Man muß sagen,
»aß die heutigen Erben des Kaiserreichs sich auf den Charakter des
ranzösischen Volkes nicht minder gut verstehen, als die Napoleoni-
»en; auch sie bieten ihm panem et circenses. Das französische
Temperament ist trotz aller trüben Erfahrungen ein heiteres ge—
»lieben; es neigt bei aller Arbeitsamkeit und Betriebsamkeit zu
länzendem Schaugepränge, zu lustigem Spiel und vergnüglicher
Zerstreuung. Diesem nationalen Trieb tragen auch die Siaais-
nänner der Gegenwart Rechnung, indem sie ihn zugleich zur Be—
estigung der republikanischen Gesinnungen benutzen. Daß das
ieue Nationalfest sich bereits einzubürgern beginnt, obwohl es in
iesem Jahre erst zum zweiten Mal gefeiert wird, beweisen die
illseiiigen und umfassenden Festvorbereitungen, die diesmal nicht
iur in Paris, sondern im ganzen Lande getroffen worden sind.
fFin gutes Zeichen für die Popularität des Festes erblickt die Ré—
ublique française“ in der selbstthätigen Mitwirkung der Bürger,
ie sich überall bei den Zurüstungen zum Feste zeige.
        <pb n="426" />
        Die Verluste der Franzosen in Süd-⸗Algerien sind viel
bedeutender, als man dis jetzt geglaubt hat. Zwei Compagnieen
der Fremdenlegion, die von Saida 250 Mann stark ausgerückt
waren, verloren an Todten, Verwundeten und Kranken über 150
Mann. Sie gehörten zur Colonne des Obersten Innoncenti, dem
Bu Amema eine empfindliche Schlappe beigebracht hat.

Der franzosische Generalrath von Oran (Algerien) hat eine
Untersuchung uͤber die Ursachen des Aufstandes beschlossen; es soll
mit allen gesetzlichen Mitteln versucht werden, Aufklärung über die
demselben zu Grund liegenden Thatsachen zu schaffen. Der Präfect
hatte sich gegen eine solche Untersuchung ausgesprochen.

Die große bulgarische Nationalverj ammlung nahm
durch Aklamation einstimmig die Bedingungen des Fürsten Alexander,
hetreffs Verfassungssuspension an. Die Session wurde sodann ge⸗
schlossen. (Der Fürst hatte bekanntlich am 10. Mai eine Prokla⸗
motion an das bulgarische Volk erlassen, worin er das Land als
nach außen diskredinert, im Innern als unterwühlt bezeichnete und
in welcher er aukündigte, daß er entschlossen sei, die Regierung
niederzulegen, falls nicht eine zu berufende Nationalversammlung,
die für die Aenderung des jetzigen Zustandes unerläßlichen Be⸗
dingungen, swelche in der Forderung einer Jjährigen diskretionären
Gewalt für den Fürsten gipfelten]) genehmigen würde. Mit Ge⸗
nehmigung dieser Bedingung ist also die Thronentsagung des
Fürsten abgewendeth).

Amerika. Jefferson Daviz, der einstige Präsident
der Sezession, hat in einem Schreiben sein Bedauern über das
Altentat auf den Präsidenten ausgedrückt und die Hoffnung auf
feine Genesung ausgesprochen. Er fügt hinzu, daß es wünschens⸗
werth sei, daß das Attentat die Aufmerksamkeit des amerikanischen
Volkes auf die Demoralisation, welche durch die wilde Jagd nach
Aemtern hervorgerufen sei, richte und es veranlasse, Vorkehruu gen
gegen dieselbe zu treffen.
Vermischtes.

* (Wahlresultate.) Im Wahlbezir Ommersheim
wurden als Wahlmänner gewählt die HH. Schnabel Peter, Ad—
junkt in Ommersheim (88 St.), Fries Joh., Adjunkt in Ormes⸗
heim (83 Si.), Becker Franz, Adjunkt in Oberwürzbach (72 St.),
qöller Vernhard, kath. Pfarrer in Ormesheim (68 St.), Stolz
Wilhelm, Adjunkt in Heckendalheim (66 St.). Die Gewählten ge⸗
hörten zur patriotischen Partei. Die Zahl der Wahlberechtigten
betrug 324, die der Abstimmenden 91; es haben somit ihr Wahl⸗
recht nicht einmal ganz 18 Proz. der Wähler ausgeübt.

Ensheim woählte mit großer Majorität 4 liberale Wahl⸗
männer. Die 4 in Rohr b asch Gewählten gehören zur patrio⸗
tischen Partei; ebenso die 3 Wahlmänner, die in Erfweiler—
Ehlinugen gewählt wurden.

F Eine wohlhabende Frau in Neuburg hat 8300 M. zur
Anschaffung der neuen Schulbücher für arme Kinder gespendet.
Fine so wohlangelegte Gabe verdient alle Anerkennung.

Se. Majestat König Ludwig von Bayern ist,
wie verschiedene Blätter mittheilen, am Mittwoch früch nach 14tä-
gigem Verweilen an den Gestaden des Vierwaldstättersee's mit ei—
Jem Extrazug über Zürich, Winterthur und St. Gallen nach
Bayern zurückgekehrt.

F Durch das bayerissche „Verordnungss und Anzeigeblati
für die kgl. Verkehrsanstalten“ Nr. 47 wird zur Kenntniß gebracht,
— Pflanzenwurzeln nach Frank⸗
reich verboten ist.

FAus Kissingen, V. Juli, schreibt ein Corresponden
der „Pf. V.“: Vei einer Promenade nach Haussen Mittags 12
Uhr begegnete ich dem Fürsten Bismarck ganz in der Nähe;
er führte einen großen schwarzen Hund, eine Dogge, mit sich und
näherie sich einem Arbeiter, der sein Mittagessen zu sich nahm; er
untersuchte die Kost, es war Kartoffelbrei. Der Fürst öffnete sein
Geldtäschchen und gab dem Arbeiter 10 M. mit dem Bemerken:
morgen ist Sonntag, er möge sich Fleisch kaufen.

F In Biebrich wurden auf, Antrag einer dortigen Wein⸗
handlung etwa 20 von einem Weinkommissionär in Diedesfeld
Pfalz) dezogene Faß Wein wegen Verdachts der Fälschung mit
Beschlag belegt und gerichtlich versiegelt. (F. J.)

FDer Kanzler Rümelin in Tübingen hat die Frage aufge⸗
worfen, ob Deutschland übervölkert sei, und bejaht diese Frage.
In den neun Jahren von 1871 bis 1880 ergaben sich neben 11
Millionen Sterbefällen nahezu 16 Millionen Geburten von dem
Ueberschuß von etwa 5 Millionen kommen 4,135,000 auf wirk⸗
lichen Zuwachs, der Rest auf Verlust durch Wegzug. Es ist, als
wenn eine neue große Provinz, bevölkerter als Elsaß. Lothringen,
Vaden und Hessen, ein Zehntheil des Reiches annectirt worden
waͤre — nur ohne den Grund und Boden. Die mehr Belastung
der nationalen Wirthschaft durch diesen Zuwachs veranschlagt Rü—
melin auf wenigstens 1240 Millionen Mark jährlich indem er das
Bedürfniß für einen Kopf nur auf 800 Mk. im Durchschnitt ver⸗
anschlagt. Uebersetzt man die Anforderung in Natural⸗Bedürfnisse

o hat schon Viebahn vor 30 Jahren den Jahresbedarf und mitt—
eren Verbrauch eines Individuums im Zollverein an unerläßlichen
Nahrungsmitteln berechnet auf 362 Pfund Grrtreidekörner, vi
Zfund Fleisch, 860 Liter Milch, 60 Cier, 218 Pfund Wolle,
Ellen Leinwand, 16 Ellen Baumwollenzeug. Ueber das Ein—
elne wird sich streiten lassen, im Ganzen wird auf das Angege—
zene bezw. dessen Nahrungswerth das Bedürfniß hinaus kommen.
Wohnung, Modbilar, Licht, Getranke und alles weitere sind, wie
nan sieht, dabei nicht mitgerechnet. Multiplizirt man dieses Mi—
rimum mit der Ziffer des Bevölkerungszuwachses von 4,185,000,
o ergibt sich heute im Vergleich mit 1872 ein Mehrbedarf von
14, 98,700 Etr. Getreide, 2, 108, 850 Ctr. Fleisch, 1,488, 600, 000
diter Milch, 248 Mill. Eier, 9 Mill. Pfund Baumwolle, 20
Mill. Ellen Leinwand, 66 Mill. Ellen Baumwollstoffe. Dieser
Betreidebedarf allein entspricht dem Erträgniß von 700,000 Heb.
aren, der Milchbedarf der Leistung von einer Million weiterer
Milchkühe. Alle die trüben Erscheinungen in unserem wirthschaft⸗
ichem Leben führt Rümelin auf die Existenz einer Uebervölkerung
zutück. Der Rückgang der Geschäfte, die Ueberfüllung aller Berufs-
ind Erwerbszweige, die Unmasse von Zwischenhändlern, die sich
wischen Producenten und Consumenten drängen, die verzweifelte
Foncurenz, die sich daraus ergibt, das Vagantenthum, die Steige-
rung der Verbrechen, alles das erklärt er als eine Folge der
lebervölkerung. Heilmittel weiß er keine anzugegen. Die Gesetzge—
hung in Ehe, Gewerbe und Unterstützungswesen, könnte ein wenig
hemmen, aber nichis Entscheidendes leisten. Das Beste müßte eben
die Vernunft eines jeden Einzelnen thun.

4 Das Non plus ultra der Dressir. In Straßbur
zroduzirte sich augenblicklich vor einem siets außerordentlich zahl—
reichen Publikum der bekannte und berühmte Thierbändiger Bidel.
Diese Produktionen sind bisher absolut unerreicht geblieben. Hen
Bidel arbeitet gleichzeitig mit 14 Löwen und einer Anzahl anderet
Bestien, unter denen ein Eisbär, welcher ebenfalls wie seine fämmt—
ichen Gefährten durch den Reifen muß, nur kann er nicht springen.
ondern wälzt sich sozusagen durch denselben.

— Eine interessante Wette ist am Freitag von einem jungen
Referendar in Berlin gewonnen worden. Derselbe hatte im Kreise
von Bekannten die Behauptung aufgestellt, daß in Berlin jemand,
der es verstehe, recht anständig vom Betteln leben könne. Er selbst
machte sich anheischig, den Beweis der Wahrheit anzutreten, und
erpflichteie sich, von morgens 7 Uhr bis abends 7 Uhr mindestens
3 Mark zusammen zu „schnorren.“ Als Gegenstand der Wette
vurden 50 Mark angenommen, welche Summe mit dem Ertrage
der seltsamen Exkursion einem wohlthätigen Zwecke dienen sollte.
Der freiwillige Bettler wurde vor seinem Gange genau durchsucht
ind während desselben von zwei Freunden begleitet. Sein Erfolg
var groß. Sein dürftiges Aussehen sowie das bescheidene Auf⸗
reten erweichte das Herz mancher Familienmutter, und in den
allermeisten Fällen ist ihm kleines Geld gegeben worden. In einer
Beamtenfamilie hat er Mittagbrod bekommen und angenommen.
Rachmittags hatie er 180 Mal angesprochen, davon 42 Mal ver—
geblich; sein Ertrag war drei Stunden vor der festgesetzten Zeit
3,5 Vik. und somit war die Wette gewonnen. Der Betrag von
56,5 Mk. ist am Samstag einer armen Witwe, deren Mann am
Tage vorher beerdigt war, eingehändigt worden.

F Die Strafkammer zu Halberstadt hat einen Metzger
und Gastwirth, welcher nicht untersuchtes, trichinöses Fleisch ver⸗
kauft und dadurch weit über hundert Erkrankungen und vier Todes—
rälle herbeigeführt hatte, wegen Fahrlässigkeit, welche den Tod
mehrerer Menschen zur Folge gehabt, und wegen Körperverletzung
zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt und denselben sofort in's
Hefängniß abführen lassen.

FEine schreckliche That wird aus Hirschberg in Schl.
zemeldet: Die Frau eines Schirrbauers Weißig in Oberberbisdorf
ntfernte sich vor einigen Tagen ohne Wissen ihres Mannes, wel⸗
her gerade in seiner Arbeit in der Linkeschen Fabrik in Hirschberg
var, mit ihren vier Kindern im Alter von 1443 Jahren von
hrer Behausung, um unter Mitnahme eines Kinderwagens nach
Zirschberg zu gehen. Abends machte sie sich auf einer Wiese ein
rager und legte sich mit ihren Kindern darauf. Letztere, von dem
angen Umherirren ermüdet, schliefen bald ein; nun nahm die
Weißig ihre 3 Jahre alte Tochter Bertha und warf sie in den
Boberfluß; demnächst sofort die 6jährige Anna. Bei dem Schrei,
velchen dieses Kind ausstieß, erwachten die beiden noch übrigen
dinder; schnell begriff der 11jährige Knabe, welch schreckliche That
Jeschehen war und was ihm bevorstehe. Er erfaßte daher den
gebenstehenden Kinderwagen und entfloh. Nun eilte die Mutter
auf die 14jährige Ernestine zu, umschlang sie mit den Armen und
prang mit ihr in die Fluthen. Als beide in das Wasser stürzten,
iieß die Weißig ihr Opfer aus den Händen, so daß es dem Mäd⸗
hen gelang, sich an dem Weidengebüsch festzuhalten und so ihr
Leben zu retten, während ihre Mutter ertrank.

FOriginelle Grabschrift. Die „Sorauer Zig.“
chreibt: Ein Freund unseres Blattes in Borlitz fand dieser Tage
inter altem Eisen, das er vor mehreren Jahren gekauft, Theil⸗
        <pb n="427" />
        eines alten Grabkreuzes, auf welchem noch ziemlich deutlich erkenn⸗
r die Jahreszahl 1783 und folgende originelle Grabschrift zu
* ist: „Hier liegt der Müller Mayhon
Er lebte vom Winde mit einer Frau und sieben Knaben;
Es leben sonst noch viele davon,
Die keine Mühle haben.“

F'Einer der bei seinemeigenen Begräbniß
mitgeht. Bei Cehenitz, nahe der Station Pecek in Böhmen,
hurde vor einiger Zeit die Leiche eines Mannes gefunden, welche
on der dortigen Todtenschau als die eines gewissen Nowotny aus
Cehenitz agnoszirt wurde. Dieselbe wurde von seinem Weibe, von
welcher er in letzter Zeit getrennt gelebt hatte, in das
haus gebracht. Auch die Frau wollte in der Leiche ihren Mann
Fiedererkennen. Sie bestellle das Begräbniß und der Veichenzug
zetzte sich am nächsten Tag nach dem benachbarten protestantischen
Friedhofe in Velim in Bewegung. Der Schrecken und das Stau—⸗
den des Weibes und der „trauernden Menge“ war aber nicht ge—
iing, als der todtgeglaubte und im Sarge sich befindensollende
Mann auftauchte, sein Weib und seine Bekannten grüßte
iind im Leichenzuge mitmarschiren wollte. Die ganze Ge—
fellschaft machte Kehrt und begab sich mit der Leiche nach Cehenitz
urück, um dieselbe noch einmal in dem Todtenkämmerlein unter⸗
— Herr
dowotny aber kehrte mit seinem Weibe heim, welches jetzt, einen
Fingerzeig, von oben in dem Vorgange erkennend, sich mit dem
Nanne aussöhnte und ein neues, friedlicheres Leben mit demselben
zu führen beschloß.

Massenauswanderung aus Schweden. Die schwedische
Regierung wird alarmirt und beabsichtigt Gesetze zu erlassen mit
hinblick auf die Auswanderung, welche den Umfang einer Völker⸗
Zanderung annimmt. Mehrere Bezirke sind von allen arbeitstüch—
tigen Bewohnern verlassen worden. Die schwedische Einwanderung
wird im Westen der Ver. Staaten sehr hoch geschätzt. Es sind
meistens fleißige Leute.

f London. (Ein Säugling als Angeklagter. Vor dem
Polizeigericht in Susser „stand' kuͤrzlich eine reizende volle acht
Nonate alte Angeklagte Namens Zos Mansfield, wegen boshafter
Beschädigung fremden Eigenthums. Die Angeklagte hatte sich eben
voligetrunken“ und wälzie sich behaglich auf dem Rasen im Gärt⸗
hen einer benachbarten Wäscherin, auf welchen sie von ihrer älte—
cen Schwester gelegt worden war. So kam sie dem Zaun nahe,
an dem ein der Schauspielerin Miß Annie Matthew gehöriges,
mit prachtvollen Spitzen garnirtes Peignoir hing, das der Wäsche—
in zur Behandlung anbertraut worden war. Ungeachtet ihres
zarten Alters wurde Miß Zos von dem eleganten Toilettestück so
angezogen, daß sie es herab zog, um es näher zu besichtigen; lei—
her endete die intime Bekannischaft mit einer völligen Vernichtung
des zarten Spitzengewebes unier den nicht minder zarten Händchen
»er jungen Dame. Da das englische Gesetz es gestattet, „Minder⸗
aährige“ wegen Beschädigung fremden Gutes zur Rechenschaft zu
ziehen und fie zur Ersatpflicht nach erlangter Zahlungsfähigkeit zu
erurtheilen, so klagte die beschädigte Schauspielerin, welche wahr—
cheinlich auch nicht in Peignoirs mit Valenciennes-Spitzen geboren
worden war und doch ihren Besitz später erlangt hatte, gegen den
Säugling vor dem Polizeirichter. Die Verhandlung war lang, da
—DD
zriff und die Angeklagte selbst die Verhandlung mehrmals durch
anhaltendes Schreien unterbrach; schließlich wurde die Angeklagte
in Anbetracht ihres jugendlichen alters zwar von jeder Strafe frei—
gesprochen, aber doch zum Ersatz von 50 Pfd. Sterling nach er⸗
angter Zahlungsfähigkeit verurtheilt. Der kleine Eagel schien
ahnungsvoll zu sein, denn er zerkratzte die Nase des Richters, der
nach der Verhandlung die reizende Angeklagte küssen wollte.

(Das durstige Europa.) Auf einem kürzlich von franzd—
sischen Bierbrauern gehaltenen Congresse wurden u. A. folgende
tatistische Angaben gemacht: Europa zählt gegenwärtig in runden
Ziffern 40,000 Bierbrauereien welche jährlich nahezu 102 Mil—
onen Hectoliter Bier liefern. Dabon wurden 835,682,801 in
GBroßbritanien, 14,480,909 in Preußen 11,852,591 in Baiern,
11,180,689 in Oesterreich, 7,090,000 in Frankreich, 1,200,000
in Rußland fabrizirt, Hinsichtlich des Consums steht noch immer
Baiern an der Spitze mit 269 Liter pro Jahr und Kopf, dann
jolgt Belgien mit 149 Litern, England mit 148, Deutschland
außer Boiern) mit 94, Schottland mit 44, Irland mit 42, Hol⸗
jand mit 37, Oesterreich mit 81, Frankreich mit 21 und Rußland
mit kaum 2 Litern.

4 Eine Lustreise über den atlantischen Ozean ist das neueste
Projelt der uniernehmungslustigen Amerikaner. In einer Ver⸗
sammlung, die am Sonntag Äbend im Metropolitan Hotel zu
New-York stattfand, ist von einigen Freunden des Asronauten

Prof. Samuel A. King bereits eine ziemlich bedeutende Summe
gezeichnet worden zur Herstellung eines Luftschiffes, mit welchem
ie Möglichkeit einer Luftreise von Amerika nach Europa darge—
han werden soll. Ein solcher Ballon muß etwa 100,000 Kubik⸗

uß fassen und möglichst dicht gemacht werden. Den Schwierig-
ellen des Gases und des Eindringens der Luft durch die porbsen
Wände des Ballons hofft Mr. King durch eine ausgedehnte An—
vendung von Kautschukgummi begegnen zu lönnen. Er denkt mit
einem so konstruirten und mit Hydrogengas gefüllten Ballon sich
zier bis sechs Tage in der Luft halten zu können. Nach dem
Plane der Freunde King's soll dieser von einer der westlichen
Städte aus aufsteigen, nach der Küste des atlantischen Ozeans
segeln und die Möglichkeit darthun, daß man auch auf weitere
Intfernungen mit den Luftströmungen sich treiben lassen könne, die
nach den Erfahrungen der Wissenschaft von West nach Ost gerichtet
ind. Bei der Fahrt über den Ojean will sich Mr. King bei
Tage der Oberfläche des Wassers nähern, bei Nacht aber in höhere
duftschichten aufsteigen.

Die Ausdehnung der Vereinigten Staa—
ben Nord-Amerikas. Wie einst in dem Reiche Karls V.
die Sonne nicht unterging, so bescheint sie heute beständig Theile
des großbritannischen Reiches und auch stets Theile der Vereinigten
Staaten in Nord-⸗Amerika. Das Gebiet der letzteren umfaßt 197
rängengrade, d. h. 17 Grade mehr als den halben Erdumfang.
In dem Augenblicke, wo an der Küste des Behringsmeeres die
Sonne untergeht, geht sie über den Feldern und Wäldern des
Staates Maine aaff.

In Cincinnati Mordamerika) wurden am 7. ds. vier
zroße Möbel-Magazine durch Feuer zerstört, wobei eine Person
Jetödtet und 16 verletzt wurden, wäaͤhrend 24 andere anfänglich
—EV——
mern umgekommen. Doch gelang ihnen später glücklich ihre Rettung.
Der angerichtete Schaden wird auf 680,000 Dollar geschätzt.

4 Folgende unglaublich klingende Geschichte finden wir in
amerikanischen Blättern. Es handelt sich nämlich um die Geburt
von nicht weniger als sieben Kindern, welche die Arzte
Washingtons in sprachloses Staunen versetzt. „Der,Volks-Tribun“
schreibt hierüber: Unser Nachbarstädtchen Tenallytown ist in
nie dagewesener Aufregung. Eine irische Frau, Namens O'Rourke,
deren Mann kürzlich bei einem Fall vom Gerüste das Leben ver⸗
lor, hat im Laufe von drei Wochen sieben lebendige Kinder ge⸗
horen. Eines der Kinder, das erstgeborene, ein Mädchen, hat die
zewöhnliche Größe der neugeborenen Kinder, die anderen sechs
(3 Mädchen und 8 Knaben) aber sind von wahrhaft liliputanischer
Zleinheit und können alle sechs in einem gewöhnlichen Nähkorb
bequein untergebracht werden. Ihr Geschrei klingt ungefähr wie
das Zirpen von Hünhnchen, die eben erst aus den Eiern geschlüpft
sind. Bedeutende Aerzte, welche den Fall untersucht haben, ver—
iichern, daß die Kinder, alle lebensfähig sind. Die „Medical
Socieiy“ soll die Erhaltiung dieser allzu reichlich und gegen alle
bisherigen medizinischen Begriffe gesegnete Familie in die Hand
nehmen wollen. Frau O'Rourke ist schon zweimal verheirathet
zewesen. Ihr erster Mann war ein Deutscher, Namens Hoffmann
zie Ehe mit ihm blieb kinderlos, doch ist die Frau noch heute im
ZStande, sich in der deutschen Sprache nothdürftig verständig zu
nachen. Ihrem zweiten Mann O'Rourke gebar sie in vierjähriger
Ehe Zwillinge, die aber kurz nach der Geburt starben. Frau
D'iRourke ist etwa 830 Jahre alt, brünett, von mittlerer Statur
ind intelligenten Gesichtszügen. Sie behauptet, daß ihre Groß—-
mutter eine ähnliche Erfahrung zu machen gehabt habe, doch habe
iich dieselbe auf drei Kinder beschränkt, die im Verlaufe von zwei
Wochen geboren worden seien. Doch sei dem, wie ihm wolle; das
aeuefte Ereigniß steht fest, und das stille Tenallytown wird dadurch
einen Nuf erhalten, der weit die Grenzen seines Distrikts über⸗
chreiten dürfte.“ — Die Gewähr für diese ungeheuerliche Geschichte
müssen wir natürlich dem amerikanischen Blatte überlassen.

4 Ein Fräulein Gil lett ist vor Kurzem zum Notar in
Folhumbia Ger. Staaten von Nordamerika) ernannt worden.
diese Ernennung erfolgte auf Grund der Empfehlung des Herrn
Riddle, Staatsanwalts des Distrikts, der sich dafür verbürgte, daß
Miß Gillet sich auf's eifrigste mit dem Studium der Jurisprudenz
ibgegeben habe und alle Eigenschaften und Fähigkeiten besitze, um
die Funktionen des Notariates auszuüben. Der Generalanwalt,
hden man vor der Ernennung um seine Meinung befragte, hat er—
lärt, daß ihm kein Gesetz bekannt sei, welches Personen vom
chwachen Geschlecht verhindern, das Amt eines Notars zu übernehmen.

Aus der Stadt Merxico wird ein beklagenswerthes Un⸗
zlück gemeldet. An der Kirche San Mateo wurden Ausbesserungen
borgenommen. Als am Morgen des 5. Juli einige Arbeiter auf
dem Dache beschäftigt waren, stürzte einer von ihnen durch das-
elbe; dies veranlaßle alle übrigen, gleichzeitig sich zu beeilen, das
Dach zu verlassen, und durch die Erschütterung brach das ganze
Dach zusammen. Von den Arbeitern fanden 20 ihren Tod und
mehtere andere wurden lebensgefährlich verletzt; da in der Kirche
aber gerade Goltesdienst war, wurden auch 30 der Anwesenden,
meistens Frauen, getödtet.

— Die kleine Tochter eines Farmers zu Elysian in Le
Sueur County in Minnesota, wurde auf folgende schreckliche Art
        <pb n="428" />
        einem Schwein zum Opfer. Sie ging in einen Schweinestall um
eine Zahl kleiner Ferken zu sehen und stedte ihre Hand spielend
durch das Gitter des Verschlages, hinter welchem sich die Sau mit
den Ferkeln besand. Die Sau packte die Hand des Kindes, biß
den Arm über dem Ellbogen ab und fraß ihn auf. Die arme
Kleine starb nach wenigen Minuten.

NTar vertaete.

Zweibrücken, 14. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarli.
Weizen 11 M.Pf. Korn 60 M. 45 Pf., Gerste zweireihige d M. — Pf.
bierreihige d M. — Pf., Spelz O M. — Pf., Spelzlern — M. — Yf.
Dinkel M. — pf. vgnischfrucht — M. — Pf. Hafer 7 M. 71 Phf.,
ẽrbsen — NR. — Pfi, Wigen d M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 50 Ph.,
Heu's M. 20 Pf. Siroh 83 M. — Pf., Weißbrod I/ Kiloar. 538 Ri

dornbrod 8 Kilogr. 71 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 100
r. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 32 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 pf,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.z Butter/3 Kilogr. O M. 90 pj.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Kaiserslautern, 12. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.
Weizen 11 M. 24 Pf. Korn 10 M. 20 Pf. Spelzkern — M. — Pf. Spel⸗
8 M. 47 Pf., Gerste 8 M. 53 Pf., Hafer 7 M. 68 Pf., Erbsen — M
— ppff., Widen 0 M. — Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M.
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 46 Pf. Butter pro Pfund ! M. — Pf. Eier 1Stüd 05 pf.
kartoffeln pro Zentner 2 M. 80 Pf. Stroh 83 M. 50 Pf. Heu 8 M.
Pf. Kleeheu 8 M. 50 Pj.
Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß.

— —

— — 4
Gemüthlichkeit.
Das
Waldfe
der Kohlde.
wird, günst?ge Witterung vorausgesetzt, am Sonntag
den 17. Juli, abgehalten.

Der Vorstand.
vhᷣslʒ⸗Roll⸗saden &amp; Zug · Zalousien
solidester Construktion, nebst dazu gehörigem Beschläg

liefern zum Fabrilkpreise Gebr. Schustor
— * XB. Auf Verlangen besorgen wir auch das Anmachen.
Großes Lager in 4
Pfeiler⸗, Rundeck⸗ &amp; Ovalspiegel
in Crystall und anderen Gläsern bis zu den geringsten Sorten,
Spiegelgläser, Gold⸗ und Politurleisten, geschweifte
und gerade Gallerien äußerst billig bei
Gebr. Schuster.
22 Sehr schöne —
SKartoffeln
sind fortwährend zu haben
bei J. Loeb
gegenüber der vprot. Kirche.

4 Benedictiner
Wissenschaftlich geprüft u. beautachtet. —
Wissensch Doppelkräutermagenbilter

nach einem alten aus einem Be—

iedictinerlloster stammenden Recep

ibrizirt und nur en gros ver
sandt von

D. PINXNGCEL in Göttingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bie
tzt das kostbarfte Hausmittel und
at sich deßhalb faft in jeder Familie
ingebürgert. Der Benedicti.
er ist aus den feinsten, auser⸗
fensten Kräutern zusammengesetzt

velche die Eigenschaften besitzen,
wohlthätig und erwärmend auf
den Organismus einzuwirken.
Der beste Beweis für die Güte des Benedictiner find
die unzähligen Auerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
4 Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictinet
uberzeugen und geru das Absatzfeld durch Weiterempfehlung
vergrößern.
NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.
Vreis a Fl. von ca. 330 Gr. Inhali 8 M. 30 pf.
2 *. 2 2 3 660 0— 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpachung frei. Bei 10 Il. freie Verpacung uc 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabrik. Attest:
Herr Kafpar Leutheuser in Strahlungen bei Münnerstadt in
Bayern, Unterfranken, berichtet: Gegen Magen⸗ u. Rervenschwäche wie
auch gegen Blutarmuth gebreuchte meine Frau Ihren Benedictiner mit
bestem Erfolge, selbst die Geschwulst der Füße wurde durch deu Benedic⸗
tiner beseitigt, weshalb ich es nicht unterlassen kann, meinen Dant öffent⸗
lich auszusprechen, mit dem Wunsche, daß doch Niemand die Kosten scheuer
möge, dies köftliche und wirlsame Hausmittel zu gebrauchen.
J
zancet Rern harél
Magenbitter.
Billigstes Hausmultel welches sich in Folge
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.
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Vortheilhafte Flasche von cu. 330 Gr. 2 M.
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M 113. Sonntag, den 17. Juli

1881.

⸗ J —— 4
Die freisinnigen, reichsßtreuen Wahlmänner des Wahlkreises
0 r— *
ZweibrückenPirmasens
werden freundlichst ersucht, sich Mittwoch den 20. ds. Mts., Abends 8 Uhr, zu einer Vorbesprechung über die Abgeordnetenwahl
und Donnerstag den 21. ds. Mts., Morgens 7 Uhr, zur endgiltigen Aufstellung der drei Abgeordneten unseres Wahlkreises in dem
Tivoli⸗Saale dahier gefl. einfinden zu wollen.
Zweibrücken, den 16, Juli 1881. F ,
Die 18 Wahlmänner der Stadt Zweibrücken:
Christian Ambos, Geschäftsmann. Johann Baptist Wolff, Fabrikant. Duzian Gugenheim, Rentner.
Karl Frölich, Banquier. Theodor Märcker, Bürgermeister. Eduard Rosenberger, k. Rechtsanwalt.
Louis Brunisholz, Kaufmann. Ludwig Pasquay, k. Notar. Max v. Hofenfels, Rentner. FP
Adam Kuhn, Fabrikant. Dr. Johann Erbelding, praktischer Arz! Bustav Gulden, k. Rechtsanwalt.
Johann Jokob Heck, Fabrikant. Julius Dingler, Fabrikant. Friedrich Gugel, k. Landgerichtsrath.
Heinrich Kohl, Geschäftsmann. deinrich Joseph Henigst, Rentner. Jakob Bender, Kaufmann. —V———
Deutsches Neich.
München, 14. Juli. Se. Maj. der König Ludwig II.,
welcher heute Nacht aus der Schweiz in Schloß Berg eintreffen
wollte, hat die Rückkehr auf den 15. ds. Mts. verschoben.

Der deutsche Kaiser traf auf seiner Reise nach Gastein
am Mittwoch Abend in München ein und seztzte dieselbe nach
einem Aufenthalt von 20 Minuten wieder fort. Das zahlreich
anwesende Publikum begrüßte den Kaiser auf's lebhafteste. Gras
Werthern (preußischer Gesandte in München) war dem Kaiser ent⸗
gegengefahren; er begleitete denselben nach Rosenheim, woselbst der
greise Monarch übernachtete.

Von den vom Reichstage in seiner letzten Session be—
schlossenen Gesetzentwürfen ist das Innungsgesetz noch nicht publizirt.
Wie verlautet, würden die dafür nothwendigen Ausführungsbe—
stimmungen nicht von der Reichsbehörde, sondern von den einzelnen
Bundesstaaten erlassen werden.

Mit der Ernennung des Herrn v. Radowitz zum deutschen
Votschafter in Konstantinopel, die als beschlossen gelten kann,
tritt die Frage seiner Nachfolgerschaft auf den Gesandtschaftsposten
in Aihen in den Vordergrund. Diese Stelle ist schon längst nicht
mehr der unwichtige Ruheposten für ältere, oder der Durchgangs-
punkt für jüngere Diplomaten, als welcher sie vor dem letzten
türkisch⸗russischen Kriege angesehen wurde. Vielmehr wird Fürst
Bismarck die Bedeutung derselben aller Voraussicht nach dadurch
anerkennen, daß er eine, dem abtretenden Herrn v. Radowitz eben⸗
hürtige Kraft bei dem Hofe des Königs der Hellenen alkreditirk

Ausland.

Die jüngsten Excesse in Prag haben bereits ihre Nach—

ahmung gefunden, indem in Reichenberg (Nordböhmen) der
Stiel umgedreht wird und dort die Volkswuth sich gegen die Czechen
wendet, welche denn auch schon einigemale von den dortigen Deut⸗
schen ganz gehörig durchgeprügelt wurden.
Die „Presse“ konstatirt, daß das am 14. ds. Statt gehabte
ran zösische Nationalfest in Paris weniger Enthusiasmus
servorgerufen als das vorige Mal, sondern mehr einen heiteren,
dolksthümlichen Charakter angenommen habe, dabei stark von der
Geschäftsreclame ausgebeutet wurde. Die Vorfeier war unbedeutend
aber am Hauptfesttage herrschte reges Leben in den Straßen bei
nassenhaftem Fremdenzuzug und großer Hitze. Tribunenplätze zur
Revue kosteten bis 200 Ircs. (EFr. 3.) W —V —
Wie verlautet, habe der Sultan die Todesstrafe der in
dem Sultan⸗-Mordprozesse Verurtheilten in lebenslängliche
Zwangsarbeit verwandelt.

Als Garfield zum Präsidenten der Vereinigten Staaten
don Nordamerika gewählt wurde, hieß es allgemein, er sei
Deutscher, und zwar hessen-darmstädtischer Abkunft. Diese Angabe
heruht jedoch auf einem Irrthum. Irgend wer scheint vor dem
oräsidentschaftlichen Wahl⸗-Feldzug die Angabe zum Zweck der Be⸗
influßung deutscher Landsleute in Amerika in die Welt gesetzt zu
haben; selbst große deutsch-amerikanische Blätter wurden dadurch
zine zeitlang getäuscht. Auf Befragen erklärte indessen Garfield,
die Angabe sei ohne Begründung; seine Voreltern stammten, soweit
er den Stammbaum zurück verfolgten könne, aus England. Mi
ber deutschen Sprache und Literateur ist er bekanntlich gut vertraut
auch den Deutschen sehr zugeneigt, und daraus erklärt sich dit
zrreiftissie« Nifnehne nä bn4

Wevi chtt

* St. Ingbert, 16. Juli. Den Lesern dieser Zeitung
st bekannt, daß vor einiger Zeit von hier eine Petition um Fahr⸗
axermäßigung zum Badebesuche in Saarbrücken an die Direktion
der Pfälz. Eisenbahnen abging. Dieses Gesuch wurde mittels
Schreiben v. 11. Juli in folgender Weise verbeschieden:

Auf das gefl. Schreiben vom 4. Juli cr. beehren wir uns,
Ihnen ergebenst mitzutheilen, daß dem Ansuchen um Bewilligung
einer Fahrtaxermäßigung zum Badebesuche in Saarbrücken
nicht entsprochen werden kann, nachdem das kgl. Eisenbahnbetriebs⸗
amt in Saarbrücken eine solche für die hauptsächlich in Betracht
kommende kgl. preußische Strecke nicht zn gewähren in der Lage ist.

Die übrigen Interessenten bitten wir hievon gefl. verständigen
zu wollen. HHochachtungsvollt

Die Direction der Pfälzischen Bahnen: Jäger.

* Ein in dem Steinbruche des Herrn Maurer meisters Pfleger
hier mit Steinbrechen beschäftigter verheiratheter Arbeiter Namens
Schuck von Oberhausen, Bezirk Zweibrücken, hatie das Un—
zlück, ca. 3 Stockwerk hoch herabzustürzen, wodurch er am Ober⸗
schenkel und Arm starke Fleischverletzungen davontrug.

S Durch Erlaß des Herrn k. Oberstaatsanwaltes in Zwei—
hrüscken wurde der Standesbeamte in Riederwürzbach —
Bemeindeschreiber Peter Wolf — wegen mustergiltiger Führung
der Standesregister pro 1880 belobt.

* (Wahlresultate aus dem Wahlkreis Zweibrücken⸗
Pirmasens.) In Zweibrücken sämmtliche 18 Wahlmänner
iiberal; liberal wurde ferner, so weit bis jetzt bekannt, gewählt in
den Wahlbezirken Contwig (6 Wahlm.), Irxheim (7 Wahlm.).
Dberauerbach (53 Wahlm.), Rieschweiler (4 Wahlm.), Hornbach
7 Wahlm.), Webenheim (6 Wahlm.), Herschberg (6 Wahlm.),
Waldfischbach (6 Wahlm.), Leuberg, Winzeln, Wallhalben (6
Wahlm.) und Pirmasens (20 Wahlm.) Als Kuriosum mag er⸗
vähnt sein, daß in Pirmasens bei einer Bevölkerung von etwa
12000 Seelen nur 103 Stimmen abgegeben wurden, Blieskastel
wählte gemischt, 2 Wahlmänner sind liberal und 1 Wahlmann ist
dat riotisch. Herbitheim (4 Wahlm.) wählte patriotisch, ebenso
Rodalben und Hablirchen (letzteres 4 Wahlm. Von 422 Wählern
daselbst stimmten nicht ganz 8 Proz. ab.) 2*

— Im Wahlbezirk Nie derwürzbach wurden bei ziem⸗
lich reger Betheiligung als Wahlmänner gewählt die HH. Friedrich
Wendel, Bürgermeister von Niederwürzbach (152 Sti.), Heinrich
Steis, Bürgermeister von Aßweiler (151 St.), Nikolaus Gries,
Ackerer von Niederwürzbach (149 St.), Joseph Weisang, Adjunkt
bon Alschbach (141 St.). Parteistellung der Gewählten: patriotisch.

R. Von der Blies. In dem Urwahlbezirke Breit⸗
furt, dem die Orte Breitfurt, Bliesdalheim, Walsheim, Böd-
weiler und Neualtheim zugetheilt waren, gingen die 4 von den
liberalen Führern aufgestellten Candidaten glänzend durch. Es
wurden also gewählt die HH.: Jakob Dahlem, Müller in Breit-
furt, Guttenberger, Bierbrauer in Walsheim, Jakod Leppla, Holz⸗
händler in Bliesdalheim und Adjunkt Wolf in Böckweiler. Die
Candidaten der vereinigten Ultramontanen und Conservativen blie⸗
hen bedeutend in der Minderheit.

Otterberg wählte lüberal (mit allen gegen 4 bezw. 6
5timmen): Oberamisrichter Bickert, Pfarrer Reiffel, Bürgermeister
Zpp, Kaufmann G. Heydweiller, Bierbrauer Jac. Schuff, alle

Stierperg MAdi Hollsein vor Erlsenboch
        <pb n="430" />
        Die bis jetzt vorliegenden Resultate der Urwahl im jenseitigen

Bayern lassen es außer Zweifel, daß die Patrioten mit verstärkter
Majoritat in den Landtag einziehen werden. (Im letzten Landtag
hatten sie schon mit 78 gegen 76 liberale Abgeordneten die Mehr—⸗
heit). In verschiedenen Städten, wie in München und Augsburg,
wurde ihnen bei der Urwahl der Sieg leicht gemacht durch die
Uneinigkeit im gegnerischen Lager.
3577 In der letzten Sitzung des Schöffengerichts zu Wal d⸗
fischbach wurden 20 Feuerwehrmänner von dort zu 5, bezieh—
ungsweise 10 M. Strafe verurtheilt, weil sie den Feuerwehrübungen
am 10. und 18. April dieses Jahres nicht angewohnt hatten und
für ihre Abwesenheit keine genügende Entschuldigung vorbringen
lkonnten. Acht Feuerwehrmänner von Heltersberg traf das—
selbe Loos.

fWie die „Saar⸗ und Blies⸗Ztg.“ hört, veranstaltet Herr
Geh. Kommerzienrath Skumm im August zur Feier der bevor⸗
tehenden Vermählung seiner ältesten Tochter ein großes Arbeiter⸗
fest auf dem Halberg, zu welchem sämmiliche Arbeiter des
Lisenwerks und der Halberger Hütte mit ihren Frauen eingeladen
werden. Mit dem Königl. Betriebsamt Saarbrücken sind bereits
Verhandlungen wegen Gestellung der erforderlichen Extrazüge, welche
die Gäste bis an den Fuß des Halberg bringen sollen, eingeleitet.

4 Am Mittwoch Nachmittag ertrank am Saarbadeplatz zu
St. Johann der fünfzehnjährige Sohn einer dortigen Witfrau.

Das Bewahren der Lebensmittel vor dem Ver—⸗
derbein. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit kehrt auch die alte Klage
unserer Frauen, Metger, Fischer, Geflügelhändler, unserer Milch⸗, Butter⸗
und Eierhandlungen wieder, Uber die nun jür Milch, Fleisch, Wurstwaaren
heginnende schlimme Zeit. Wir glauben uns den Dank unserer Leser zu

QHemeinnützi⸗ee,.

Licitation.

Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

Dienstag, den 2. August
naächfthin, Nachmittags 2 Uhr
u St. Ingbert in der Wirth⸗
chaft von Julius Grewenig
Pittwe, wird durch den unter⸗
eichneten, hiezu gerichtlich beauf⸗
ragten Amisverweser des kgl.
dotars Franz Sauer in St.
Ingbert, die nachbezeichnete Lie⸗
enschaft, in der Steuer gemeinde
5t. Ingbert, des evidenten Nu—
zens halber öffentlich an den
Meistbietenden zu Eigenthum ver⸗
teigert, nämlich:

Plan⸗Nr. 2825 oder 2885,
7 a4 50 qm Acker auf der
Meß neben Carl Uhl;

Eigenthümer sind:

l. Catharina, 2. Anna,
ind 3. Jakob Klemmer,
ninderjährige Kinder von Ja⸗
ob Klemmer, im Leben
lufseher und dessen hinter⸗
liebenen Wittwe Catha⸗
ina Stuppi, ohne Gewerbe,
tzigen Ehefrau von Johann
Zeel, Schmelzer, beide in St.
zugbert, welche ihre genannte
Mutter zur gesetzlichen Vormün⸗
erin, den Johann Seel
um Mitvormunde und den Ge⸗
»rg Klemmer, Aufseher in
Zzt. Ingbert zum Beivormunde
Jaben.

St. Ingbert, 16. Juli 1881

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Montag den 1. August
aächsthin, Vormittags 9 Uhr,
zu St. Ingbert in dem zu ver⸗
teigernden Wohnhause wird durch
den unterzeichneten hiezu gericht⸗
liich beauftragten Amtsverweser
des kgl. Notars Franz Saur
in St. Ingbert, die nachhin be⸗
chriebene Liegenschaft in der
Steuergemeinde St. Ingbert der
Untheilbarkeit wegen, öffentlich
mn den Meistbietenden zu Eigen⸗
hum versteigert, nämlich:

Plan⸗Nr. 6612: 12 36 qm.

Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Hofraum und Zu⸗
hehör und Plan⸗Nr. 661b.:
a 70 qm. Pflanzgarten
dahinter, Alles gelegen zu
St. Ingbert im Etzelchen
neben Georg Buttermann.
Eigenthümer sind: —
a. Elisabetha, b. Franz
und e. Marie Ganster, diese
—————
zu St. Ingbert verlebten Pudd⸗
sers Franz Ganster, und
war Elisabetha und Franz
Ganster; ersteheliche Kinder des
Verlebten mit der gleichfalls ver⸗
ebten Elisabetha Butter⸗
mann, welche den Johann
Buttermaunn, Schmied
m St. Ingbert zum
Hauptvormunde und den Wil⸗
helm Ganster, Puddler da⸗
selbst, zum Beivormunde haben,
ind Marie Ganster, Toch⸗
ler zweiter Ehe des Verlebten
mit dessen hinterbliebenen Witt⸗
we Barbara Wahrheit,
ohne Gewerbe in St. Ingbert,
welche ihre ebengenannte Mutter
zur gesetzlichen Vormünderin und
den Andreas Ganster
Puddler allda, zum Rebenvor⸗
munde hattt..
St. Ingbert, 16. Juli 18 81.
K. Auffschneider,

9
unzinger.
Aeg F
leider⸗

md Schirmständer, Trep⸗
ʒenstühle, Bureaustühle, Clavier⸗
sühle (mit eis. Schraube) Eta—
eres, Spuckkasten, Hut⸗ und
Jeitungshalter, Handtuchständer,
harderobe⸗ und Handtuchhalter,
owie sonstige derartige Artikel
i Gebr. Schuster.
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el

Amtsverweser.
—— — — — —— —

erdienen, wenn wir auf das Konservirungssalz hinweisen, das in der seit
em Jahr bestehenden Konservirungssalzfabrik Stuttgart hergestellt wird, vas
in ganz unschädliches Mittel ist, von dem eine Messerspitze voll auf J Luen
Milch genügt, um sie mehrere Tage vor Gerinnen zu schützen. Konservirungs.
alz auf Fleisch, Fische, Geflügel eingerieben, bewahrt wochen ja monatelang
or Verderben; zum Ppokeln ist dieses Mittel ausgezeichnet. In der Wurst,
abrikation spielt das Konservirungssalz eine wichtige Rolle: eine kleine Gabe
n die Wurstmasse gebracht, erhält die Würste auch in der heißesten Jahreszeit
tier, in mit diesem Salze gesättigtes Wasser gelegt, halten sich mindestens
in Jahr. Zum Einmachen von Früchten aller Art — Kirschen, Erdbeeren
zflaumen ec. dann von Gemüsen, Gurken Sauerkraut — ist das Mittel um
chätzbar. Ebenso werden auch außerhalb des Hauswesens durch die Konser-
irungssalze Thierhäute und Därme vor dem Verderben geschützt; die Gärl—
iereien können damit in den Beeten die Schimmelpilze fern halten u. s. w.
Bir empfehlen unseren Lesern und Leserinnen, sich zur Belehrung die bei der
konservirungssalzfabrik Stuttgart gratis zu erlangende Gebrauchsanweisung
u verschaffer und sind überzeugt, daß bald in jeder Küche dieses Salz unent,
ehrlich wird. — ——
Flur die Redaktion veran“34 X. X. Demen
J — ——— — — — — — — —
(Erngesandt.) St. Ingbert, 16. Juli. Den sie—
igen Musikfreunden, Damen wie Herren, machen wir mit Ver—
znügen die Mittheilung, daß die Mufik der Dragoner in St. Avold
iuf ihrer Rückreise aus der Pfalz unsere Stadt noch einmal be—
uchen und Dienstag Abend ein Concert bei Oberhauser
zeben werden. Die Kapelle des Herrn Fuhrmann spielt, wie
die Besucher sich vom vorigen Jahr her erinnern, mit einer solchen
Bollkommenheit, daß ihre Leistungen auch im Saale von ange—
nehmster Wirkung sind, ja, daß grade im Saal diese Musik ihre
dolle Schönheit entwickelt. Deßhalb soll nur im ungünstigsten Fall
der Garten vorgezogen werden. Damit der Besuch noch besonders
den Familien näher gelegt sei, ist für Familienmitglieder der Ein—
ritispreis ermäßigt. Eintrittskarten werden in den Vortagen an⸗
geboten, um rechtzeitig den Erfolg sicher zu stellen.
Finige Musikfreunde.

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—1881.
d * v 1
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Zweibrücken, den 16. Juli 1881.
Die 18 Wahlmänner der Stadt Zweibrücken:
Christian Ambos, Geschästsmann. Johann Baptist Wolff, Fabrikant. WVLuzian Gugenheim, Reniner.
karl Frölich, Banquier. Theodor Maͤrcker, Burgermeisier. Eduard Rosenberger, k Rechtsanwali.
Louis Brünisholz, Kaufmann. Ldudwig Pasquay, k. Notar. Max v. Hofenfels, Rentner.
Adam Kuhn, Fabrikani. Dr. Johann Erbelding, praktischer Arzt Zustav Gulden, k. Rechtsanwalt.
Johann Jakob Heck, Fabrikant. zulius Dingler, Fabrikant. Friedrich Gugel, k. Landgerichisrath.
Deinrich Kohl, Geschäfismann. deinrich Joseph Henigst, Rentner. Jakob Bender, Kaufmann.
Deutsches Reich.

S. M. König Ludweig U. von Bayern traf am 13. dso.,
jon seiner 18tägigen Reise nach der Schweiz zurückkehrend, im
esten Wohlsein in Schloß Berg ein.

Der „Fränk. Kurier“ glaubt nach dem Ausfall der Wahl-
nännerwahlen berechnen zu können, daß die neue bayerische
Ibgeordnetenkammer 88 Klerikal⸗Conservative (, Patrioten“ und
Extreme“) und 71 Liberale zählen wird.

Graf Hatzfeld, bisher deutscher Botschafter in Kon—⸗
antinopel, hat am 16. ds. in Berlin die Leitung des
aswärtigen Amtes übernommen.

Es verlautet, daß der Statthalter von Elsaßz⸗Lothringen,
jeneral⸗ Feldmarschall Freiherr v. Man te uffel, das General⸗
dommando über das 15. Armeekorps niederlegen, jedoch Höchstkom⸗
nandirender der Truppen in den Reichslanden bleiben werde. Als
um kommandirenden General des 15. Armeekorps designirt wird,
xr Vojsischen Zeitung zufolge, der jetzige Gouverneus von Straß⸗
vurg, General-Lieutenant v. Gottberg, genannt.

Ausland.

Der Wiener „Presse“ zufolge würde die Zufammenkunft des
taisers Wilhelm mit dem Kaiser Franz Joseph am 6. oder 7.
lugust in Ischl oder Salzburg siattfinden; die Wahl des
)ctes sei dem Kaiser Wilheim anheimgestellt. (Andere Berichte
gen, Kaiser Wilhelm werde Gastein erst Mitte August verlassen.)

Am Sonntag Mittag traf auf dem französischen Marine—
umisterium die Nachricht von der Landung der französichen Trup⸗
en in Sfsax ein. Der „Temps“ veröffentlicht anläßlich dieses
zreignisses folgendes Telegramm: „Medhin, 17. Juli, 8 Uhr
norgens. Die Landung erfolgte gestern früh 6 Uhr. Um 7 Uhr
chrachen die Truppen die Thore der arabischen Stadt, um 8 Uhr
dar die Besetzung von Sfar gesichert. In der Ebene wurde ein
zefecht geliefert, das etwa 2 Stunden währie. Wir haben nur
anz geringe Verluste zu beklagen. Der Oberbefehl von Sfar ist
em Oberst Jamais anvertraut worden, welcher alle Vorsichtsmaß⸗
egeln getroffen hat.“

Die füdtunesischen Insurgenten sandten in alle Dörfer Boten
ut der Aufforderung, sich dem Aufstand anzuschließen. Sfax
aidersteht noch immer; die französischen Truppen werden drei Tage⸗
eisen nördlich von der Stadt landen und sie von der Landseite
ugreifen. In ganz Tunesien wurde der Verkehr wegen der Un—

cherheit der Wege eingestellt.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 19. Juli. Das am Sonntag Nach—
ittag in der Kohldelle stattgehabie Waldfest der „Gemüthlichkeit“
atte eine große Menschenmenge dahin gelockt und verlief, vom
isten Wetter begünstigt, in der angenehmsten Weise. Es trugen
nzu sowohl die Liedervorträge der Aktiven der „Gemüthlichkeit“
nter Leitung des Hrn. Lehrers Schlaudecer) und die Leistungen

apelle des Hrn. Schadewitz, wie nicht minder der gute „Stoff“

Wirthes bei.

Wir erlauben uns, wiederholt auf das heute Abend im

ä,
Barten des Café Oberhauser stattfindende Conzert der Kapelle des
Schlesw. Holst. Dragoner-Regiments Nr. 13 aufmerksam zu machen.
Dem hiesigen Publikum steht damit ein ganz ausgezeichneter Kunst⸗
jenuß in Aussicht. Möge sich Niemand denselben entgehen lassen.
*— In hiesigen Kreisen wird gegenwärtig häufig die Er—
richtung einer öffentlichn Badeganstalt (auf städtische Kosten
»der auf Aktien) besprochen. Bei dem großen Nutzen der Bäder
für die Gesundheit dürfte das Projekt der allgemeinen Beachtung
ind Prüfung gerade unserer Stadt sehr zu empfehlen sein.

F Als Curiosum verdient angeführt zu werden, daß in dem

Irwahlbezirk Kirrberg bei Homburg von sämmtlichen Wählern
uur ein einziger an der Wahlurne erschien, um sein Stimmrecht
zuszuüben.

7 In Nr. 166 der „Zw. Ztg.“ veröffentlicht Herr Guts-
jesitzer Otto Freudenberg von Zweibrücken eine Erklärung,
vorin er sich unumwunden als der freisinnigen, reichstreuen Partei
ugehörig bekennt. Es dürfte darnach die Wahl dieses Herrn zum
Abgeordneten kaum mehr einem Zweifel unterliegen.

xF Bei einer am Sonntag zu Thaleischweiler Stait

zehabten Bersammlung einer großen Anzahl Wahlmänner aus dem
Bahlkreis Zweibrücken-Pirmasens wurde folgender Beschluß gefaßt:
„Die Kandidatur des Herrn Schmidit muß unter jeder Beding—
ing fallen; dagegen wird die Kandidatur des Herrn Freuden⸗—
»erg (Zweibrücken) unter allen Umständen aufrechterhalten. Statt
Höh ist Lehrer Horstmann von Thaleischweiler auf den Plan
u erheben, und als dritten Kandidaten wünscht man einen Juristen,
vorüber sich in der Vorbersammlung am nächsten Donnerstag die
Wahlmänner zu einigen hätten.“

Das jetzt vorliegende Gesammtergebniß der pfäl zischen
Urwahlen ergibt, daß die Pfalz auch für die nächste Land—
agsperiode wieder 20 liberale Abgeordnete nach München schicken
vird. Speziell im Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens
vurden gewählt 136 liberale nnd 77 patriotische Wahlmänner,
yon denen aus dem Bezirkdamt Zweibrücken 74 der liberalen
ind 48 der patriotischen und aus dem Bezirksamt Pirmasens 62
der lib. und 29 der patr. Richtung angehören.

— Wieder hat nach der „Saarbr. Ztg.“ die Saar ein Opfer
derlangt. Samstag Abend ertrank ein in St. Johann in
Arbeit stehender Wagnergeselle beim Baden oberhalb des abge—
teckten Badeplatzes, also an verbotener Stelle.

F Zu dem Ertrazug von Kaiserslautern nach Frank—
urt (über Marnheim-Worms) am Sonntag waren 1400 Billete
usgegeben worden. — Kaiserslautern soll jetzt auch eine Pferde—
»ahn bekommen; der Unternehmer will durch dieselbe die drei
Bgahnhöfe mit der Stadt und unter sich in Verbindung setzen.

Vom Glan schreibt man der „N.-Bl.⸗Ztg.“: Vorige
Woche wurde hier ein Transport Glan-Rindvieh aufgekauft, um
uUs Zuchtmaterial in der Provinz Sachsen verwendet zu werden.
Die Preise richteten sich nach dem Zuchtwerthe der Thiere. Eine
duh, welche etwa 5 bis 51 Ctr. Lebendgewicht hatte und ein
Alter von 354 Jahren, wurde mit 405 M., eine andere von
zleichem Gewicht im Alter von 7—8 Jahren mit 333 M. bezahlt.
— Eine Commission für Ankauf für Glanvieh aus dem Kreise
        <pb n="432" />
        Simmern, bei der sich auch der Kreislandrath befand, kaufte einen
Zuchtstier für 282 M. Der Verkäufer hatte denselben als Kalb
für 83 M gekauft und nur 8 Monate im Stalle gehabt.

F Die Pfälzischen Eisenbahnen ertrugen im Juni
dieses Jahres 2917 Mtk. 24 Pf. weniger als im gleichen Monat
des Vorjahres. Die Weniger Einnahme in den 6. verflossenen
Monaten des lauf. Jahres gegen die nämliche Zeit des vergangenen
Jahres beträgt nun 402,606 Mk. 41 Pf.

FKönig Ludwig U. von Bayern hat ein ehrendes
Andenken an feinen Aufenthalt in der Urschweiz zurückgelassen.
Durch Vermittlung seines Hauswirthes auf Villa Gutenberg, des
Herrn Kommandanten Adelrich Benziger, schenkte er 1000 Fr. den
Armen von Ingenbohl-Brunnen, 300 Fr. für die Vollendung des
seixchenbaues in Rothenthurm und 200 Fr. an den Kirchenbau
im Frauenkloster Au bei Einsiedeln.

p.Die mit den ba yerischen Wehrpflichtigen des Jahr⸗
ganges 1880 vorgenommene Prüfung hatte das folgende, im
Ganzen gewiß recht günstige Ergebniß: in Oberbayern hatten von
2457 geprüften Rekruten 0,2 Procent mangelhafte Schulbildung;
in Niederbahern von 2207 Rekruten 0,8 Procent; Pfalz von
2123 Rekruten 0,3 Procent, Oberpfalz von 1761 Rekruten 0,9
Procent; Oberfranken von 1986 Rekruten 0,2 Proceut; Mittel⸗
franken von 1887 Rekruten 0,1 Procent; Unterfranken von 2000
Licitation.

Mittwoch, den 3. August
nächsthin, Vachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft don Johann Adam Beck
Wittwe

werden durch den unterzeich⸗
neten hiezu gerichtlich veanftrag⸗
len Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer in St. Ingbert, die nach—
stehend beschriebenen Liegenschaf⸗
len in der Steuergemeinde St.
Ingbert, der Abtheilung wegen
offentlich an den Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, nämlich:

l. Plan Nr. 483, 1 4 2 qm

Fläche, Wohnhaus, Stall

und Hofraum, Plan Nr.

184, 2 a 39 qm Pflanz⸗
garten allda und Plan Nr.

2870, 13 a 29 qm Acker

allda das Ganze gelegen

zu St. Ingbert in der

Pfarrgasse neben Valentin

Wagner und Franz Schwarz;

Plan Nr. 3253, 12 a

95 qm Acker rechts in den

Seyen neben Johann Joseph

Hellenthal und Peter Fried⸗

rich;
Eigenthümer sind:

Die Wittwe, Kinder und Erben
des zu St. Ingbert verlebten
Bergmannes Nikolaus Wag⸗
ner, als:

J. Margaretha Bach,
ohne Gewerbe, Wittwe
des Verlebten;

II. Auna Wagner,

Dienstmagd, ledig, großjährig;

IVII. Karl, IV. Kathari-⸗
na, V. Magdalena, VI.
Margarethau. VII. Anton
Wagner, diese fünf noch min⸗
derjährig, welche ihre genannte
Mutter zur gesetzlichen Vormün⸗
derin und den Johann Jo—
seph Siegwardt, Bergmann
zum Beivormunde haben.

Alle in St. Ingbert wohn—
haft.

St. Ingbert, 19. Juli 1881.

K. Auffschueider,

Amtsverweser.

Uhr zu Schnappbach, im
Schlößchen,

werden durch den unterzeich⸗
neten Amtsverweser des kgl.
Notar Sauer in St. Ingbert,
hiezu gerichtlich beauftragt. die
aachbezeichneten Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
der Abtheilung wegen, öffentlich
zu Eigenthum versteigert:

l. Pln. 4994/2, 12 2 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Garten und Zu⸗
zehör, gelegen zu St. Ing—
berter Grube neben Ma—
hias Erz und Gebrüder
Röchling;

Pln. 4990 3, 2 a 89 qm.
Fläche, worauf ein Wohn⸗
jJaus mit Stall, Hof und
Harten und Pln. 4990,
9 a 54 qm. Acker mit
Wiese allda neben Jakob
Eichert und der Straße;
Plan. 49962 7 a4 16
pm. Fläche, Wohnhaus
mit Nebenhaus und Hin⸗
tergebäude neben Gebrüder
Röchling und Pln. 4999
20 aà 10 qm. Acker auf
der Rußhütte;

Pln. 1724 u. 1725, 20

a 78 qm Wiese in der
Donau;

Pl. 1726, 27 a 26 qm.
Wiese allda;

Pln. 1288, 18 a2 40 qm
Acker, jetzt Wald in der
Mäusbach.

Eigenthümer sind:
Magdalena Grosklos,
Wittwe des in Schnapp—
bach verlebten Metzgers
Heinrich Hauck;
die minderjährigen Kinder
dieser Eheleute 1. Heinrich,
2. Ludwig und 8. Mar—⸗
garetha Hauck, welche ihre
Mutter als Vormünderin
und den nachgenannten
Peter Odermann, als
Nebenvormund haben.

III. der volljährigen Kinder
dieser Eheleute:
Karl Hauck, Metzger in
Schnappbach;

2. Magdalena Hauck, Ehefrau
von Peter Odermann, kgl. preuß.
Grubensteiger in Neunkirchen;
Druck und Verlag von F. X.

Licitation.
Donneritag, den 4. Au-
zuft nächsthin, Nachmittags 4 J

Rekruten 0,1 Procent und Schwaben von 1928 Rekruten 96
Procent mangelhafte Schulbildung.

4 Der Ünfall des de u issccheun Auswanderer⸗Schiffes Van—
dalia“ hat, wie man hört, dem Reichs-Oberseeamt Veranlassung
gegeben, der Angelegenheit näher zu treten und feststellen zu lassen
welche Ursache eigentlich den Vorfall verschuldet habe.

p Die Deuischen Hetzer in Prag werden vom Gericht ziem—
lich gnädig behandelt. So wurden wegen des Straßenkrawall
mi 30. Juni sechs Personen zu Acrreststrafen in Dauer von zehn
Tagen bis drei Wochen verurtheilt.

— In einer Nebenstraße von Brüssel gerieth dieser Tag,
ein Haus in Brand wobei zwei Kinder verbrannten und deren
Mutter mit noch einem Kinde schwer verletzt wurde. Ursache de—
Feuers war, daß die Leute ihre Möbel, um die Wanzen zu ver
rreiben, mit Petroleum bestrichen hatten.

Dem „Golos“ wird aus Putiwla (Rußland) folgend
ganz unglaublich erscheinende Nachricht telegraphirt: Auf dem Gutt
Zolginsoje wurden 119 Frauen und Mädchen wegen verweigerin
Feldarbeit auf Befehl des Gutsverwalters in eine Scheune einge
sperrt, worauf Bauernbursche die Scheune anzünden mußten
Sämmtliche Frauenspersonen sind verbrannt. Ein arretirter Brand—
stifter hat seine That gestanden.

Fsr die Redaklion veranwortlich F. x Demer. —
3. Karolina Hauck, Ehefrau
von Peter Jaecker, kgl. preuß.
Grubensteiger in Altenwald.

St. Ingbert, 19. Juli 1881

K. Auffschneider
Amtsverweser.
Zwangsversteigerung.

Nächsten Montag den
25. Juli, Vormittags 10 Uhr,
in der Wirthschaft von Herrn
Johann Schwarz jr. hier
Bahnhofstraße) versteigere ich
wangsweise gegen sofortige
Baarzahlung:

Jrothscheckige Kuh,

Jweiße frischmelkige

Kuh und 1 Kalb.

St. Ingbert, 18. Juli —1381

Faßbender,“ Noe

kgl. Gerichtsvollzieher. ?⸗
Eine

Taschenuhr
wurde gefunden. Der Eigen—
thümer kann dieselbe bei Peter
Toussaint abnehmen.

Eine Wohnuns
an der Hauptstraße, bestehen
aus 3 Zimmer, Küche und enp—
sprechendem Speicher⸗ und Keller
Raum ist bis 19. Oktober be
ziehbar, zu vermiethen. Nähet
bei J. J. Fiack jun.

Barnung.

Ich ersuche hiermit Jederman
meiner Frau Elisabetha Chrif
geb. Müller auf meinen Name
etwas zu borgen oder zu leihen
indem ich keine Zahlung meh—
für dieselbe leiste.

St. Ingbert. 16. Juli 188

Philipp Ehriit.
14
al O7
welehe Französiseh, Ent
lisch, Italieniseh, od
SpPpAniscln wirklioh
IVXRX
Pratis und sranco 2u berieb
dureh die
Rosenthæalꝰseche
Verlagshandlung in L.ei pæi

Hiermit bringen wir zur gefl. Anzeige, daß
wir Herrn
JI. J. Botæ ir.
für St. Ingbert und Umgegend zu unserem
Vertreter ernannt haben.
Feuer-Assekuranz-Verein
in MItona.
Die Subdirektion in Karlsruhe
—X —

FAuf obige Annonce bezugnehmend, bin ich
bereit fuͤr obigen Feuer⸗Afsekuranz-Verein in Altona
Aufträge entgegen zu nehmen und wird nähere Auskunft
bereitwilligst ertheilt. Achtungsvoll

JI. JI. Betz ir.

St. Inabert, im Juli 1881.

v8
r. Sν
SEbel⸗ und Bauschreinerei
St. Ingbert
empfehlen ihr Lager in polirten und lackirten Möbel von den ge
tingsten bis zu den feinsten Sorten, vollständige Zimmereinrichtungen
owie alle Arten Rohr-, Stroh⸗ und Weidenstühle in großer Aus
vahl zu den billigsten ——
— — n — —

Demetß in St. Inagberr.
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        82.2
— ——52 55 S23 2ꝰẽ8 3—— 232 23225253 23 8
22 E5 — — —— 53 338585
—8 35 532 5* * — SS5 2883 325853 8 2353382
25 —3— — 8*—35 3 05 — 2282 * —— 7—032
2 — 53 — — —28223 25 —225 —2 — —— 533 5 28
3285 *z39252 2—223823 7 — — —— —2— 5—5 2—25
2258 22 555 * — —c5H5558 * 5552
5—— 22 ———— —A — 585255 5 228 — 2 6*
———2 —5 5——5 A 8353 z838
5S 22 * * —2— 25 225 3 * — F 3 * 22 —
— —2 * — AA — 2 2 22583222 529 5522 2 525 22
—A — 5 322 * 3 * —8 p — 35 . *
—555 222 * 83 —*25 2832 38285 2 3 —A—— —8 2
* * 557 — —8 —— 5 D M — 2 82 * 8
—*2 8 * —82— 523 2552 8 22352 8 2*8*8 8 ——
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38338 Ss 35 3833587 52
— * — * —* 2 — —A —— — 2 —8*
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2* * 5—* — —— — 2 5 * E— —A — — 9
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5222—38 —A 5 — — 5 —25 8 * 2 *
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— —A — 232523* sð 23*72
—— ——— 5—— — — 8 25 5523— 23*32 — ——— —3
— —— — * — — 92 * —9 — 232 i — 2
—— —— 3885 2833 48336433
— 5 2 22c — 8 — * * — — 52
2 2858 — — 3 83 O 5 2F —5 12 3
— 5* * 53386 * 38 28 58288 —O———
2 * — — * — ——— 55 M32 558 32
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2 * * ——— 25 5222—
5558* 558333 ——5385 2538258 535
— 2322* —32 ——638 538 I — — 533588
532552 53875633 ——5 ——— 2*
—z3558 55—585 — 5532285 23555

— — ——— — 253233 c75
2 S2 — — ———— — * 2 2*
;;XX — 32357 5 5 28*8* 2 —1252
52257 —355557333388 —5325838 ——

52 — * 235527— 225 — 2 — —— 8 ———
— 552 258 —? — —2 5 —z 55558 553585855 — * —— 3

8 2* 555—232 3322* I8 — —A —8*
22 235 —— z8 235385*
—252 8 —8 — 5 2* 48 53422 2*2 5 57 5
— 8 — 5 53 * 2583S ——— —— 8 2 224
—A 38 — — 5028 55383 3252
3 5858 23 2* — —2 53 —A— 553
5 —— 223—5 33* 225 ———— —— — —58 —5
5385553 s — 37 —
F — 9 * 5 — — — 828
— 323 32* ——X—— S.26 — 2 2*

* * — 22 22 * — 5587 *
33357* 3355
2 —* 2 7 — — —
z255855 5 —53z5553357— — —A —

—228 —2 53 5372356 ———

— — z3—2 —533— 228.553*5
32 23555 25 * S *82 52 5 5 522* 225 3*78— 5—
— —2S 8 —32—822 57 32008 56 2 52 —— —
22 28 —335553323 22 2 — *5 W

—28 — 2 ——— — * 2 2 5222 F
2552 *36 ——— 37 33z5383533335

335 —5 355* 5335 — 238* *z5 328

αα 7 — — * — * 2*

222 — —53555
* *

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28 752 34
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2 25 — 2 28 8
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»2 * 2NBlt —3 — * —
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ar A 33888 — D 328
28 — 3225 38 5 53267
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58 25 * —— 2 — — ——
* — — 8 8 * 752* * —— 5
z258 —— 3 *5 : 5 ——
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55 7 3253 ẽãs 53285 — — 3538
22 55 2* — — 2 * 2 w 3z hu 8 53 522
28 — 2S8 55 —2 555 3.2 2525 2* 0 *
5528 2553 5333 *— 532 3384 —X —5628 ẽ
— — 58 — * 85* *83 * —55 —
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8228 —A 8 32 15*2 —23 2 285 35 5353 58833328 3
885 8 — 5 — 38 — * 2 3237 — ———
57555 2 *88 — 5* 385 — 52 8
22 * 2 2232 8* 8 — — — * —— 2 8 —
2 2 8 —— — — — 2 EkzS 5 — 5 —
— 2523 ** * 3 72 5255 38 A — 255 F
A— — A— — 22 — 538 —— — — * 3535383 O
2. 5. 5, 5S 7 535 —XX 2* —— — *5 * —0 —E — i⸗ *
—*—* 2 — — 52 —3 — —————— — 5* —
52 33535328 —5J 55 253 SS — — 55325 55
⸗5 325 —— * 25 23558 * 5 58 53828355
25 ⸗ zcEI — 2 3 53552335 5 5Ss — S ———
8 7 52 2855 —5555 — — — — —— * 3
—73875 555233 —X 83325 s 35 —
25353 238 —A— 35 5335 255 2558 — D
2— — 2 2 — — 8 2 * · ⸗ — — — 2 —
— —8 5255 —A — * 32 —— — 5.
—— z33383228 57 —— 8333525 33335 E
—— ——— —— — —— 28 5 35*7 c
27 338 —— 3 * 8 —2—8 52555
— 2 5 37 —e5 25 2 23 — ⸗ 5* 2
5 ——— —— —
5* 5 — 5 —7 * 25 —
3 ẽ —*8 5 25 * 256 * *
8 2 8* * 52 5 22
3352 2555 *
283 — 535.
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* 3 D — — 7 *
3526 —— —
92.2 — ——— —
202 *55* —
2 2 ——
525 —A
553 32
52

22224 — — 22 22 * 2
z3532585—5 Z25832z3 7353 — 523232535 555 —55 528
s—— —z2 5 —à —5 5—55 225 353 *5— —87 * — 23225
22 T.X 2— * 232— 556 * — — J 5 2
2323 * W 54 ——— * —A *83 * 8 * 2
55 —A 20 3— 223 —32 2 — F — 52
5*8 55 ——— 5 — — — — 5 232283 * ———
—* —A—— 55358 5 * — 2 5 —
53 3 — 32 5 —e 52 * 8 —— * I 8* 5 25
5— * — 2 ——38 —— —— ——— —F DX A
z35353 —335 ——58; — 32853855 3* 8 — — —— 5353
388 3 38 63 22.5
— —— 35355— 5—5——83—53 s85— OV 5552
— ——5 5 —52.5 223533
——— —EA— 522 —8* — ——— S0 agꝛ 8 2 — — — —*—
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2325— 55 5—25 2853 —2235—375 235 532
z538338 —2387 3538 —2 5 238353553253
8 —
22 —— 6 25558533322835
3 53 8
538 5 — 3 —35 53 8 33
72239 26 8 333 34 233 ——
* —ER 23 5——5 5 555 —2 23 3 *53 1338 38535
2.58 35 22 —A —— 58 582 —A ——
— — — * 2 3* ** * * — — — * — * 2. 8 8222
55 ⏑ 3 23385 33355z555 —8 285 S
25 —228 — 2 2 — 92 5 25 52 223 2 55322 52* 28 2
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5. *35 3233337 222
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3. 9 535 — 553 — 5332 3535535 5
2528 2535 *5 5 — 5 5 55.55 3535535 —

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5335332 — 55 533 538 33
59 — 52 782 33 38563 25 53—83
2. 2 — — * 633 2 * — — *
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727 —238 5 7 353283 82 5
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2 8 25 3838327583 3356
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        er St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchenklich) mit dem Hauptblatie verbundene Unterhaltungsblatt. Eonntags mis⸗ illustrirter Bei⸗

age) erscheint woͤchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévrreis beträgt vierieliahrlich

A 40 Beinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AK 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 dpro Zeile berechnet.
P 115.

Donnerstag, den 21. Juli

1881.

Deutsches Neich.

Nach der Berechnung des „N. Korr.“ würde in den neuen
kandtag Oberbayern (ohne Miesbach, von wo der Ausfall noch
gcht bekannt) 27 Klerikal-Konservative schicken, Niederbayern 20
itio, die Pfalz 20 Liberale, die Oberpfalz 8 Liberale und 13
dlerital⸗Konservative, Oberfranken 15 Liberale und 8 Klerikal⸗
zonservative, Mittelfranken 19 Liberale, Unterfranken 6 Liberale
ind 13 Klerikal⸗Konservative, Schwaben 8 Liberale und 11 Klerikal—
donservative.

Nach der „allgemeinen Rangliste“ in dem neuen, nach dem
ztand vom 18. v. Mis. verfaßten „Militärhandbuch des König⸗
eichs Baiern 1881“ zählt Baiern an Officieren des Friedens-
andes: 1) einen General-Feldzeugmeister, 7 Generale, 16 Generals⸗
Reutenants, 28 Generalmajore; 2) die Officiere der Leibgarde der
zartschiere; 8) die Officiere des Generalstabes und topographischen
Jureaus desselben; 4) Infanterie: 22Obersten, 25 Oberst⸗
eutenants, 67 Majore, 272 Hauptleute, 262 Premierlieutenants,
85 Secondelieutenants; 5) Cavalerie: 2 Obersten, 12
Werstlieutenants, 18 Majore, 49 Rittmeister, 64 Premierlieute⸗
ants, 189 Secondelieutenants; 6) Awtiul'l e rie: 3. Feldar—
islerie: 5 Obersten, 12 Oberstlieutenants, 15 Majore, .49 Haupt⸗
eute, 44 Premierlieutenants, 108 Secondelieutenants; b. Fuß⸗
rillerie: 1Oberst, 4 Oberstlieutenants, 10 Majore, 26 Haupt⸗
eute, 26 Premierlieutenants, 42 Secondelieutenants: 7 Ingen—
urcorpzs.:: 2Obersten, 7/ Oberstlieutenants, 9 Majore, 27
»auptleute, 27 Premierlieutenants, 45 Secondelieutenants; 8)
Train: IDberst, 1 Oberstlieutenant, 2 Majore, 6 Rittmeister,
Premierlieutenants, 16 Seeondelieutenants; 9) Zeugoff i—
esre: 5 Hauptleute, 10 Premieurltieutenants, 10 Seconde—
ieutenants; 10) Feuerwerksofficiere: 2Hauptleute,
3 Premierlieutenants, 2 Secondelieutenants; 11) Gendarme—
iecorps: 2 Oberstlieutenants, 6 Maiore, 3 Hauptleute, 9
oͤremierlieutenants.

Zu der Vorlage, betreffend die Ausführungsbestimmungen zu
zem Gesetz über die Erhebung von Reichsstempelabgaben, wurde
uuf Anregung des bayerischen Bevollmächtigten seitens des Bun—
desraths ein Einverständniß darüber erzielt, daß die nach Tarif
set. 5 des Gesetzes von der Reichsstempelabgabe befreiten Ausspiel—
ingen und Loiterien zu wohlthätigen Zwecken der landesgesetzlichen
gebührenpflicht unterworfen bleiben. Der hamburgische Bevoll-
nächtigte sprach zu Nr. 11 des Tarifs die Voraussetzung aus, daß
die Stempelabgabe auch die sogenannten Schreibgelder in allen
Fällen trifft, wo dieselbe von den Spielenden erhoben wird, ohne
Kücksicht auf die Form, in welcher Letzteres geschieht.

Von reaktionärer Seite wird abermals auf dem Wege der
gittschrift bei dem Reichskanzler die Wiedereinführung der Schuld⸗
jaft betrieben, deren Aufhebung bekanntlich auch auf den Gutachten
er Ober⸗ und Untergerichte beruht. Niemand wird auch heute
ꝛehaupten können, daß der Kredit darunter gelitten habe. Viel—
nehr ist nur eine größere Vorsicht im Kreditgeben eingetreten.
Auf einen Erfolg werden die Bittsteller nicht zu rechnen haben;
janach streben sie auch nicht; kommt es ihnen doch nur auf eine
dundgebung mehr an!

Ausland.

Der spanische Kronpraͤtendent Don Carlos wurde aus Frank⸗
reich ausgewiesen. Die Ausweisung erfolgte, weil sich derselbe
xi einer legitimistischen Demonstration gegen die Republik betheiligte.

In London fand am 18. ds. eine öffentliche Versamm⸗
ung des dort geheim tagenden revolutionären Congresses statt.
voran Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien,
Nesterreich, der Schweiz und Amerika theilnahmen. Die deutsch—
merikanischen Socialisten hielten hestige Reden. Die Versamm—
ung saßte Resolutionen, worin gegen die Verurtheilung Most's
rotestirt wird.

Aus Rußland kommt die Meldung, daß der Kriegsminister
zie an der deutschen und österreichischen Grenze begonnenen Fest-

ingsbauten, allerdings zunächst; aus Ersparnißgründen, habe ein—
tellen lassen. Jedenfalls von dem Manne recht vernünftig; denn
vir glanben wohl als bestimmt voraussetzen zu können, daß eben

so wenig Deutschland als Oesterreich-Ungarn Rußland jemals mit
Zrieg zu überziehen gedenken, um so weniger als die Bestrebungen
der drei Kaiser unzweifelhaft auf Erhaltung des Friedens gerichtet
iein müssen. Deutschland und Oesterreich haben den Frieden außer—
yedentlich nothwendig, und Rußland, nun das mag vor Allem mit
einen Nihilisten aus höheren und höchsten Kreisen fertig zu
verden suchen.

Ein amtlich bekannt gemachtes Rundschreiben des russischen
Domänenministers ordnet behufs Hebung der Bauernwirthschaft in
Rußland an, daß die bisher gebräuchliche Verpachtung der
drongüter an Capitalisten durch eine Verpachtung an die Bauern⸗
gzemeinden zu ersetzen sei.

Aus Sfax wird gemeldet, daß der Verlust der Eingeborenen
hei der Einnahme der Stadt 400 Todte und 800 Verwundete
hetragen habe. Unier der Bevölkerung im Süden von Tunis
herrscht noch immer große Gährung.
ser—Htes.

* St. Ingbert, 21. Juli. Das vorgestern Abend im
Dberhausee r'schen Garten von der Kapelle des Schlesw.Holst.
Dragonerregiments Nr. 13 veranstaltete Conzert hatte sich eines
ziemlich zahlreichen Besuches zu erfreuen. Das umfangreiche Pro⸗
gramm war mit vielem Geschmack gewählt und wurden die Leist-
ungen der Kapelle sehr 'beifällig aufgenommen. Von hier rückte
dieselbe wieder in ihre Garnison, St. Avoil d, ein. — Gestern
raten sieben junge Leute von hier, fünf davon Schmelzarbeiter,
die Reise nach Nord⸗ Amerika an. »Ob sie in der ueuen Welt
finden, was sie suchen, — wer weiß es.

*) Endlich vermögen wir wieder, befreit von der afrikani—
schen Hitze der letzten Tage, frischer aufzuathmen. Ein von Westen
jer kommendes Gewitter brachte uns gestern Abend den ersehnten
Regen. In noch ausgiebigerem Maße brachte uns diese Wohlthat
ein zweites Gewitter, das heute Morgen geger drei Uhr über die
Stadt hinzog. Und heute hat sich ein Landregen eingestellt, der
allen Wünschen der Landwirthe nach diesem in letzter Zeit so bitter
vermißten Naß, in vollem Maße gerecht zu werden, verspricht.

* St. Ingbert. Dem Antrage des Presbyteriums ent—
prechend wurde die erledigte protestantische Pfarrstelle da h i er
herrn Pfarrer Ferkel in Trippstadt verliehen.

Die „K. Z.“ berichtet aus Kaiserslautern: Einem
hiesigen Ehemanne, der noch kein Jahr verheirathet, ist seine Gattin
heimlich entwichen. Dieselbe nahm Werthpapiere im Betrage von
a. 10,000 Mark mit sich. Der Ehegatte hat die nöthigen Schritte
zur Entwerthung der mitgenommenen Papiere eingeleitet.

F Auch die Neustadter bekommen jetzt ihren Extrazug
zum Besuch der Frankfurter Ausstellung. Derselbe wird am 24.
Juli Morgens von Neustadt über Grünstadt nach Frankfurt ab⸗
gehen und Abends gegen 10 Uhr wieder in Neustadt eintreffen.
7 In Elmstein will man die Larven des gefürchteten
Coloradokäfers gefunden haben; einzelne Exemplare derselben wur—
den der „B.⸗Z.“ zufolge dem k. Bezirksamte Neustadt zugesandt.

F Die Pfälzischen Bahnen haben den nach Mün—
hen reisenden Schützen zum Schützenfest 30 Procent Fahrtarer—
mäßigung bewilligt. Sammelplatz für die pfälzischen Schützen ist
GBermersheim. Abfahrt am 23. Juli.

— Der Ackerer Stier aus Gundersweiler, welcher
por Kurzem des Nachts auf seinen Sohn und dessen Frau, während
dieselben schliefen, einen Mordversuch machte, hat in Kaiserslautern,
illwo er sich in Untersuchungshaft befand, seinem Leben durch
Erhängen ein Ende gemacht.

F In der Nähe der Frankenthaler Zuckerfabrik wurde
am Sonntag ein Fabrikarbeiter durch einen Revolverschuß den ein
Commis auf ihn abfeuerte, so schwer verletzt, daß er am nächsten
Tage starb. Die „Fr. Z.“ gibt als Motiv Eifersucht an, während
im „Kur.“ mitgetheilt wird, daß der Thäter aus Nothwehr von
einer Waffe; Gebrauch gemacht haben soll.

Der Direktor an der k. Regierung der Pfalz Kammer des
Innern, Herr v. Lamotte, wurde in den erbetenen Ruhestand
mit Verleihung des Titels „Vicepräsident“ versetzt und zum Re—⸗
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        gierungsdirektor der Oberregierungsrath im Ministerium d. J.
Herr v. Hil ger, ernannt.

Ein furchtbares Unwetter zog am Abende des
16. über die Nordpfalz, Rheinhessen, den Rheingau und die Berg—
straße. Sturm, Blißz oder Hagel richteten ungeheuere Zerstörungen
n, u. a. in Marienthal, Bischheim, Kirchheimbolanden (wo der
Blitz in die katholische Kirche einschlug und die Orgel zerstörte),
Marnheim, Morschheim, Orbis (wo ein Haus niederbrannte), in
fast ganz Rheinhessen, wo vielfach ˖die Ernte von Getreide und
Obst geschädigt ist, Mainz, Castel, Eltville, Heidelberg ꝛtc.

Ver deutsche Reichskanzler pflegt sich während seines Auf—⸗
enthaltes in Kissingen sdreimal wiegen zu lassen: bei seiner
Ankunft, gegen die Mine seiner Kur und vor seiner Abreise. Vor
einigen Tagen hat der Fürst sich nun zum zweiten Male in diesem
Jahre der Prozedur des Wiegens unterzogen, und es ergab sich
als das Resultat derselben die sehr respeklable Ziffer von 11312
Kilo, also 227 Pfund. Ob diese Ziffer bereits eine Abnahme
gegen das Gewicht des Fürsten bei seiner Ankunft rebräsentirt,
verlautet nicht.

4In Kiel fanden in den letzten Tagen große Festlichkeiten
zu Ehren eines englischen Panzergeschwaders statt, welches unter
deitung des Herzogs von Edinburgh im Hafen daselbst eintraf.
Die Prinzen Wilhelm und Heinrich von Preußen machten die
donneurs. Bei einem großen Festdiner, welches Prinz Heinrich

den Gästen im Stadtschlosse gab, brachte derselbe den Toast auf di
dönigin Victoria in englischer Sprache aus, dem der Herzog einer
deutschen Trinkspruch auf Kaiser Wilhelm folgen ließ. Am 18. Jul
berließ die englische Flotte wieder den deutschen Hafen.

4 Der Konig und die Königin von Holland trafen am 18
ds. von Friedrichshafen zum Besuch der Gewerbe⸗Ausstellung a
Stuttgart ein.

F In Paris sind in den letzten Tagen mehr als 20
Personen an den Folgen des Sonnenstiches gestorben.

F New-⸗Yorker Berichte vom 15. d. M. besagen: In
Dayton (Ohio) haben 30 Todesfälle am Sonnenstich stattgefunden
in Chicago 10, außerdem einige in New-York und Richmond.
Seit dem 9. d. M. sind aͤm ganzen Lande 200 Todesfälle infoig
Sonnenstiches eingetreten.

, Die Stadt NReu⸗Ulm in Minnesota Nord⸗Amerika wurd
etzten Freitag Abend von einem Orcan heimgesucht. Ueber 100
Zebäude sind zerstört, 14 Personen getödtet, 25 verwundet. Dies
Zahlen vermehren sich durch Meldungen, welche von anderen, eben—
alls durch den Orcan heimgesuchten Punkten eingehen. Anscheinend
sind zwei aus entgegengesetzten Richtungen kommende Sturmwinde
hei Neu⸗Ulm auf einander gestoßen. Das Zerstörungswerk war i—
15 Minuten vollendet.
Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demez.
Licitation.“

der Johann Feccinger zum
Beivormunde haben.

Alle, wo nicht anders ange—
geben, in Heckendalheim wohn⸗
haft.

St. Ingbert, 21. Juli 1881

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

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ꝛc. Insertions-Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
in Eber swalde, Pr. Brandenburg.
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O men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf.
iaanaꝶloa ubunqiaaplond uanad
Bekanntmachung.
Nächsten Samstag den
23. Juli, Vormittags 9 Uhr,
in der Wirthschaft von Peter
Zchweitzer dahier versteigere
ich

Mittwoch den 10. August
nächsthin, Vormittags 10 Uhr,
zu Heckendalheim bei Lud⸗
wig Buchheit, wird durch
den unterzeichneten Amtsverweser
des kgl. Notars Franz Saur
in St. Ingbert, hiezu gerichtlich
beauftragt, die nachstehend be⸗
schriebene Liegenschaft in der

Steuergemeinde Heckendalheim,

der Abtheilung wegen öffentlich

an den Meistbietenden versteigert,
nämlich:

Plan⸗Nr. 79, 2 a 20 qm.
Fläche, Wohnhaus und
Hofraum, Plan⸗NRr. 80,
Ia 20qm. Pflanzgarten,
Plan⸗-⸗Nr. 81, 14 4 30 qm.
AÄcker, das Ganze gelegen
zu Heckendalheim am Müh—
lenweg neben Nikolaus
Buchheit.

Eigenthümer sind:

Die Witiwe, Kinder und Er⸗
ben des in Heckendalheim ver—
lebten pensionirten Bergmannes
Johaunn Fickinger, als
Testamentserben der daselbst ver⸗
lebten Eheleute Johann
Wahrheit, im Leben Schwein⸗
hirt, und Maria Mohr,
nämlich:

JAngela Wahrheit, ohne
Gewerbe, Wittwe des Ver⸗
lebten;

II. die großjährigen Kinder des
Verlebten:

Johann, genannt Hannes
Fickinger, Steinhauer;

Maria Fickinger, gewerb⸗

lose Ehefran von Peter Spick

Hünenarbeiter, beide in Ens⸗

eim wohnhaft und dieser

felbst der ehelichen Ermächti—
gung und Gütergemeinschaft
wegen betheiligt;

Peler Fickinger, und

Friedrich Fickinger, diese

Beiden Schuhmacher;

II. Die minderjährigen Kinder,
des Verlebten:

a. Angela und b. Johann

Fickinger, welche ihre genannte

Hrutter zur gesetzlichen Vormün⸗

derin und ihren genannten Bru—

Licitaution.
Mittwoch, den 10. August
aächsthin, unmittelbar nach der
Licitation Fickinger zu He⸗
kendalheim, bei Ludwig
Buchheit, wird durch den
unterzeichneten, hiezu gerichtlich
beauftragten Amtsverweser des
kgl. Notars Franz Sauer zu
St. Ingbert, die nachbezeichnete
Liegenschaft in der Steuerge—
meinde Heckendalheim, der Ab⸗—
cheilung wegen, öffentlich an den
Meistbietenden versteigert, näm⸗
lich:
Plan⸗Nr. 1230, 14 a 65
pm Acker im Allment;
Eigenthümer sind:
Katharina Blaumeiser,
Dienstmagd in Burbach,
Wittwe erster Ehe von Chri⸗
sttien Ehrmann, und
Wittwe zweiter Ehe von
Weiland, beide im Leben
Tagner in Heckendalheim; gAnen Wa gen d J
Notgaretha Blaumeiser, n Gemaßzheit des Att. es
Jewerblose Ehefrau von Ma— Allgemeinen deutschen Handels⸗
hias Walle, Tagner, beide —J
baselbst wohnhaft, und Leßz St. Ingbert, 19. Juli 1881
terer der ehelichen Ermäch—⸗ Faßbender,
tigung und Gütergemein⸗ ul. Gerichtspollzieher.
daft wegen; Zwangsversteigerung.
as einzige Kind und Re— Nächsten Montag den
xrasentant der verstorbenen 25. Juli, Vormittags 1d Uhr,
Susanna Blaumeiser, n der Wirthichaft von Herrn
weiland Ehefrau von Andre- Johann Schwarz jr. hier
s Hary, Steinbrecher in Bahnhofstraße) versteigere ich
Dmmersheim, Namens Si- waungsweise gegen spofortige
mon —— n Baarzahlung:
zenannten Vater zum gesetz⸗
Vormund und den 3— J rot hscheckige Ku h,
ir, Sagner ucun 1weiße frischmelkige
bach zum Nebenvormunde hat. Kuh und 1 Kalb.
St. Ingbert, 21. Juli 1881. St. Ingbert, 18. Juli 1881.
K. Auffschneider, Faßbender,
Amisverweser. kgl. Gerichtsvollzieher.
Druck und Verlag von F. x. Deme tz in St. Ingbert.

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82327 * 5*5 22 52. 2 3 — * — *
— 2833
7 — * x — — 2 2
z3333 3 3 8
Is 838 2 33 J——
— — * 38 — 2* *
32 53., 2 263 5 S—ᷓ132 — *8
260 —*88 82 8 5 — 3 33 58
3 * 23 —153 32733 ———
s 3 3 338
s 5 38 J3 3228 25535 183333
I 235 . 5 752 35 —8335533 —S
3.53 2. 72 255 558 3 —ẽã 2*5 —
2* — —A —232 53 *23 93.2. 82258 T5
338 2278 —3 832 2555*5
3538333—5 833. 342. 25 383 33 287*2
3383 75 28833 5338
— — 2* — 7 — 2— —
5—3382363359 — 82 355533 —33353
833 2 8. 3 —2385. 3 23533
332338383 235 56 Z5— *552 I323
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25328 258 253 8 323 * J
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— 8* 7 — 32 * *
* 88 *5. 8 33 8* 2
— —— 58 2 5— 2 32—
2 258 8— — 2. 5—2—— 7 27 A2S22 —22727
2383. 3227 3. 2 57 235 — 3 5723 *3253—
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        Hl. Ingberler Aunzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Eei⸗
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich
As 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 4 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
VVOä
1881.
Deutjches Neich.

Die Berliner officiöse, Prov.Corr.“ veröffentlicht eine Reihe
von Artikeln, Zur Geschichte der Fortschrittspartei“ mit einem Artikel
Die erste That der Fortschritts-Partei“. In diesem weist sie
nach, die erste That der Fortschritispartei sei der Sturz der neuen
Aera (Auerswald, Schwerin) gewesen. Auch damals sei die Fort⸗
chrittspartei — wie jetzt wieder — unter dem Schutz der großen
ijberalen Partei aufgetreien, um bald alle Gemäßigten zu verdrängen.

Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Deutschland haben
un 13. Juli mit ihren Töchtern und Gefolge London verlassen,
um sich über Portsmouth nach der Insel Wight zu begeben, wo
ihnen der Herzog von Bedford sein Schloß Norris Casile zur
Herfügung gestellt hat.

der Entwurf einer allgemeinen deutschen Militär⸗
Ztrafproceßordnung liegt nun vor. Die Verhandlungen

harüber zwischen Preußen und Bayern ergeben namentlich in Hin⸗
icht auf die Ausgleichung mit zeitgemäßen bayerischen Einrichtungen
manche Schwierigkeit.

Betreffs neuen Allianzen der Staaten schreibt die , Kreuzztg.“;
„So weit es sich um allgemeine, sich Jedermann durch die ver—
chiedenen Ereignisse aufdrängende Betrachtungen handelt, wird es
ich nicht leugnen lassen, daß denselben manches Wahre zu Grunde
üege, wovon man im Allgemeinen europäischen Friedensinteresse
mit um so größerer Befriedigung Akt nehmen wird, als es sich im
vanzen und Großen sich doch um Konstellationen handelt, die nur
zeeignet sein können, die aufrichtige, auf die Herbeiführung eines
zauernden Friedenszustandes gerichtete Absicht aller Mächte noch
bestimmter zum Ausdruck zu bringen. Ein Anlaß aus diesen all⸗
»emeinen Erörterungen, die namentlich, was die italienische Presse
„etrifft, in besonders lebhafter Weise der Eventualität eines An⸗
ichlusses Italiens an das deutsch-österreichische Bündniß gewidmet
werden, einen Schluß auf wirkliche Vorbereitungen für neue Ver⸗
zindungen zu ziehen, ist jedoch nicht vorhanden, denn daß solche
Beränderungen nach der einen oder anderen Richtung den Gegen⸗
stand irgend eines diplomatischen Gedankenaustausches gebildet
hätten, möchten wir bezweifeln.

Die conservativen englischen Journale erörtern zur Zeit wie
es scheint mit ziemlichem Ernste die Haltung des deutschen Reichs—
anzlers gegenuüber gewissen europäischen Fragen und sie erblicken
in ihm den Träger neuer Anschläge gegen den europäischen Frie⸗
den. Diese Anschläge sollen sich jetzt gegen England richten, das
uus dem europäischen Staatensystem verdrangt und dessen Erzeug⸗
nisse vom großen continentalen Markte ausgeschlossen werden sollen.
zum Frommen dieses Planes ist das große Bünduiß zwischen
deutschland, Oesterreich und Frankreich geschlossen worden; seine
Zatzungen bleiben vorläufig ungeschrieben; aber es hat schon seinen
Ausdruck gefunden in der Einnahme Tunesiens durch Frankreich;
w wird besiegelt durch die demnächstige Annexion von Tripolis,
und wenns den Franzosen dann einfällt, dürfen sie auch nach
Aeghpten und Syrien gehen; der Kanzler sagt sein Amen dazu,
vorausgesetzt, daß die Frage Elsaß-Lothringen vollständig von dem
itanzösischen Programm verschwindet. Um den Kitt dieses Bünd⸗
nisses zu festigen, tritt Frankreich in den mitteleuropäischen Zoll⸗
derein ein, dessen Spitze gleichfalls gegen England gerichtet ist ꝛc.
diese Sauregurkenpolitik wird jetzt in England mit ziemlichem
krnste erörtert; die conservativen Organe messen ihr vollen Glau⸗
den bei während die liberalen Organe sie zwar mit einer Ueber⸗
iegenheit des Tones, aber immer mit einem fühlbaren Mißbehagen
urüdweisen. Zwei Punkte lassen sich nicht mehr bestreiten; Frank—
reich hat sich sowohl in Tunis wie in Handelsvertragssachen Eng⸗
land gegenüber sehr schroff benommen; denkt man dazu noch die
wiederholten Sympathieen, die Bartheͤlemy Saint-Hilaire für
Deutschland kund gegeben, so gewinnt das Gerede von einem
—XR—
englische Begriffe.

Auslaud.
In Oesterreich sind durch die Aufhebung der sogenannten
Militärgrenze die letzten Reste einer absolutistischen Gestaliung ver⸗
chwunden. Durch ein kaiserliches Manifest an die Bewohner der

roatisch⸗slavonischen Militärgrenze ist die Einverleibung dieses
Hrenzgebietes in Kroatien verfügt worden, zugleich sprach der Kai⸗
jer denselben seinen Dank für die von ihnen gehaltene treue Wacht
an der Südgrenze der Monarchie aus.

Die große Hitze, welche bei der am französischen Nationalfest
bei Paris abgehaltenen Parade herrschte, hat schwere Opfer ge⸗
rostet. Das Kriegsministerium selbst gibt zu, es sei ein Mann
odt geblieben und 136 erkrankt. In Wirklichkeit sollen es aber
aoch mehr sein. Vom 146. Infanterie-Regiment allein stürzten
50 Mann auf dem Paradefeld, 20 Mann auf dem Heimweg, 3
Mann noch im Kasernenhof und 1 starb, als er in der Stube sich
den Tornister abschnallte. Kann man es verantworten, solche
Schauspiele um den Preis solcher Opfer zu veranstalten?

Während in London der Kongreß der Revolutionäre mehr
oder minder bluttriefende Reden hält, bestätigt es sich nach einem
Telegramm aus Zürich, daß die Sozialisten ihren projektirten Welt⸗
ongreß, auch wenn das schweizerische Bundesgericht das regierungs⸗
räthliche Verbot bestätigen sollte, auf dem Gebiete dieses Kantons
abhalten wollen. Obgleich ihr Rekurs erst soeben an das Bundes⸗
zericht abgegangen ist, hat das dortige Partei-Komitee doch bereits
den auswärtigen Kongreßbesuchern die Einladung zugehen lassen,
ihre Theilnahme am Kongresse endgiltig anzumelden, um für ihr
Unterkommen in Zürich bei Zeiten sorgen zu können. Tritt der
—XA
Zoͤlnijchen Zeitung aus Bern schreibt, ohne öffentlichen Skandal
laum abgehen.

Die Nachrichten aus Petersburg lauten neuerdings be—
denklich. Wie man uns aus der russischen Hauptstadt meldet,
assen einzelne Vorfälle, namentlich die zunehmende Strenge der
ZJolizeimaßregeln vermuthen, daß die revolutionäre Partei ihre Exi⸗—
tenz wieder fühlbar macht. Die Ermordung des Geheimpolizisten
Brim, wegen Verraths, ist nach den umlaufenden; Gerüchten nicht
die einzige Unthat der Revolutionäre während der letzten Woche.
Am vergangenen Montag wurden im Walde der dem Fürsten
Belosselski⸗Beloserski gehörenden Insel Krestowski, einer beliebten
Sommerfrische der Residenzbewohner, zwei Männer, einander gegen⸗
iber erhängt gefunden, die — so wird wenigstens behauptet —
im Dienste der Polizei standen. Auch in diesem Verbrechen will
nan das Werk der Revolutionäre sehen.

Der russische, Regierungsbote“ veröffentlicht einen kaiser⸗
ichen Befehl, wonach die gegen die Verschwörerin Jesse Helff—
mann (bei dem Attentat auf Czar Alexander der II. betheiligt)
rkannte Todesstrafe in lebenslängliche Zwanasarbeit umgewandelt
vird.

Der Bey von Tunis hat, nachdem er die Einnahme von
Sfarx erfahren, den franzoͤsischen Ministerpräsidenten beglückwünscht
und seine Befriedigung über die Wiederherstellung der Ordnung
ausgedrückt. So melden französische Blätter. Der Bey that, was
er nicht lassen konnte. Innerlich wird er gewünscht haben, die
Franzosen hätten Hiebe bekommen.

Es stellt sich jetzt heraus, daß ganz Tunis sich im Aufstande
gegen die Franzosen befindet; die Meuterei verbreitet sich wie die
Flamme in dürrem Grase. Aus der Stadt Tunis selbst sind sechs—
hundert tunesische Soldaten desertirt und haben sich den Aufstän—
dischen angeschlossen. Hätten die Franzosen nicht Sfaks genommen,
hre gesammte Lage wäre wohl ernstlich gefährdet gewesen. Die
panische Regierung hat eine Kommission zur Ermittlung des den
Spaniern in Algier zugefügten Schadenbetrages niedergesetzt.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 22. Juli. Unsern Lesern haben wir hereits
gestern Abend das Resultat der Abgeordnetenwahl für den Wahlkreis
ZweibrückenPirmasens durch Erxtrablatt zur Kenntniß gebracht.
Gewählt sind, wie vorauszusehen war, die Candidaten der liberalen
Partei und zwar Bürgermeister Theodor Märcker in Zweibrücken,
. Oberstlandesgerichtsrath E. Schmidt in München und Bürger—
neister und Ockonom Jakob Höh in Gerhardsbrunn. Die Wahl
var wegen der Zersplitterung der liberalen Stimmen eine sehr
hartnäckige und wurde erst im dritten Wahlgang gegen 7 Uhr
        <pb n="440" />
        Abends entschieden. Im ersten Wahlgang erhielt nur bei 211
dbstimmenden Bürgermeister Märcker mit 11 Stimmen die ab⸗
solute Majorität. Ferner erhielten Höh 98, Schmidt 92, Freuden⸗
herg 48. Horstmann (Thaleischweiler) 27, Jakob (Schopp) 12
und Rath Hessert 3 Stimmen. Die Wahlmänner der patriotischen
Partei stimmten geschlossen für Bürgermeister Urban Jakob in
Rohrbach, Bürgermeister Velten in Reifenberg und Redakteur Dr.
Eugen Jäger in Speyer. Im zweiten Wahlgang erhielt bei
208 abgegebenen giltigen Stimmen Bürgermeister Höh mit 116 St.
die Maorität, Schmidt 80, Freudenberg 50, Dr. Jäger 82, Velten
Eine Im dritten Wahlgang wurde k. Rath Schmidt mii
115 Summen gewählt. Stimmen fielen noch auf Dr. Jäger und
Freudenberg (16 St.) — Höh uno Schmidt sind auch in anderen
Wahlkreisen gewählt und zwar ersterer für Homburg⸗Kusel und letz⸗
serer für Speyer-Frankenthal. Da sich dieselben noch nicht ent⸗
schieden haben, für welchen Wahlkreis sie annehmen, so können
it evenluell für Zweibrücken-Pirmasens noch eine Nachwahl er⸗
halten. Für diesen Fall haben sich die liberalen Wahlmänner über
jhren Candidaten bereits geeinigt.

Von weiteren Resultalen der Abgeordnetenwahl liegen aus
der Pfalz vor: „Wahlkreis Homburge⸗Kusel: Dr. Eugen Buhl,
Gutsbesitzer in Deidesheim, L. Schleip, Fabrikant in Kusel und
Jakob Höh, Oekonom in Gerhardsbrunn. (Alle liberal.)

Waͤhltreis Germersheim⸗Bergzabern: Im ersten
Wahlgang Oekonom Kaub in Steinweiler, im zweiten Wahlgang
Sdera mitarichter Alwens in Bergzabern und Gerbereibesitzer Theu⸗
son in Germersheim, (Ebenfalls alle liberal.)

Waͤhlkreis Neustadt⸗Landau: Bei 248 Abstimmenden
gewählt Landgerichtsrath Brüning's, Landau, mit 175, Oberamis⸗
uchtstichter Kuby, Edenkoben, mit 173, Dr. Deinhardt, Deides
heim, mit 162 und Bürgermeister Müller, Haardt, mit 152 St.
Sämmtl. liberal).

Wahlkreis Kaiserslautern⸗ Kirchheimbolanden:
Suisbesitzer Frhr. von Stauffenberg, München, lib. Oberamts
richter Vaillant, Obermoschel, lib., und Oekonom Georg Herr,
Harrheim, lib.

Wahlkreis Speyer⸗Frankenthal⸗Göllheim: Bei 240
Abstimmenden gewählt Landwirth Joh. Adam Mannu, Lautersheim,
mit 211, Kaufmann Clemens-Grohé, Ludwigshafen, mit 210, Dr.
dudwig Gros, Lambsheim, mit 198 und Oberstlandesgerichtsrath
Farl ESchmidi, München, mit 190 Stimmen. (Alle 4 lib.)

In Reiskirchen brannte am 19. Juli das Schulhaus
total ab. Die Glocke liegt halb zerschmolzen am Boden. Die
Mobilnen wurden größtentheils gerettet, doch Weniges ist unbe⸗
schädigt, und erleidet Lehrer Bauer (früher in Oberwürzbach)
welcher Nichts versichert hat, großen Schaden. Man vermuthet.
daß der Brand durch Handwerksleute, welche im Schulhause mit
Rebaraturen beschäftigt waren, entstanden sein könnte.

GWoher die Klagen über die hohen Gerichtskosten) An
einem Amtsgerichte der Pfalz wurde eine Forderung von 80
Mark eingeklast. Es erging Beweisurtheil, gegen welches Beruf⸗
ung eingelegt wurde. Die Berufung wurde im ersten Termine
— der Prozeß dann am Amtsgericht durch Leist⸗
ung des im Beweisurtheil auferlegten Eides erledigt. Der obsie⸗
gende Kläger liquidirt nun folgende Kosten: M. Pf.

1 Die Gerichtskosten mit . .—. 18 80

wovon übrigens 4 M. leicht hätten gespart
wverden koͤnnen

— —
Reisekosten der Partie mit. —
Zeugengebühren
Kosten der Zeugenladungen. —
Schreibgebühren des Gerichts für Urtheilsaus⸗
fertigungen ꝛc.. ·
Porioauslagen des Anwalts F
Schreibgebuͤhren des Anwalis—
Reisegebühren des Anwalts (Auslage, Billet
2 Klasse7 M. 20 pf.). 23 92

10. Gebühren des Anwalt.. 73 10

II. Gebühren für Korrespondenz defselben . 5 90

Summa .1275 73
Daher die Klagen über die hohen Gerichtskosten bemerkt die „Pf. Z.“,
der wir das Vorstehende entnehmen.

— Anläßlich der gegenwärtig herrschenden ungewöhnlichen
Hitze wurde bezüglich des in vielen Gemeinden in Folge des Lehrer—
mangels und der Ueberfüllung der Schulen bestehenden Abtheilungs⸗
unterrichtes von der kgl. Regierung der Pfalz angeordnet, was
folgt: 1) Wo der Abtheilungsunterricht oder die Mitführung einer
zweiten Schule am Orte selbst stattfindet, ist an den Tagen, an
welchen die Tagestemperatur 22 o Reim Schartten voraussichtlich
erreichen oder übersteigen wird, der Hauptabtheilung ein 2 stün⸗
diger, der Nebenabtheilung ein zweistündiger Vormittagsunterricht
zu widuen. EGrstatten es die oͤrtlichen Verhältnisse, so ist der
u ht schon um 6 Uhr frühe zu beginnen. Zwischen die

2 85
2 80
10 90

Schulzeit der beiden Abtheilungen ist eine Erholungspause vor
iner halben Stunde zu begen. 2) Hat der Lehrer eine auswärtig,
Schule mitzuführen, so ist in diesem Falle der Nachmittagsunter
richt auf zwei Stunden zu beschränken, welche in die Zeit von
bis 5 odet 4 bis 6 Uhr zu verlegen sind. Bei ungewöhnlicher
Hitze kann dieser Unterricht ausnahmsweise ganz wegfallen.

Das bayerische Ministerium des Innern hat das Fär
ben von Fliegengittern mit Farben, welche irgend eine Arsenilver
bindung enthalten, verboten, ebenso das Feilbieten und Verkaufer
solcher Fliegengitter.

p Die Faͤhrt nach Frankfurt a. M. hat in Kaiserslauterr
solchen Anklang gefunden, daß man mit der Absicht umgeht, einen
weiten Extrazug nach Franlfurt a. M. zu veranstalten.

4 Augenbhlcklich sind deutsche Polizeibehörden auf's Eifrigft⸗
hinter einer Bande von Münzfälschern her, welche in gemeinge⸗
fährlichster Weise ihre Thätigkeit auszudehnen verstanden haben.
Die Berliner Polizei hat dieser Tage zwei Verhaftungen vorge.
ommen, wobei sich ergab, daß man es mit Verschleißern von
falschen ausländischen Noten zu thun hatte, während die Fabril
elbst in Sachsen ihren Sitz hat. Infolge dessen ist die sächsisch
Behörde mit in Bewegung gesetzt worden, und auch sie hat bereit
inige Falscher dingfest gemacht. Die Bande scheint Zweignieder
assungen auch in Süddeutschland zu haben, denn wie es heißt
ind Requisitionen auch dorthin von Berlin und Dresden au
ergangen.

FLuftzug in den Eisenbahnkupés. Oeffter in
—XXDD—— gefährlich es ist, sich er
hitzt dem Luftzug in einem Eisenbahnwagen auszusetzen. Dap
der ein eklatanter Fall. Ein Mann von Eilenburg sucht dieser
Tage mit Anstrengung aller Kräfte den Eisenbahnzug nach Leipjig
zu erreichen, was ihm auch gelang. Erhitzt setzte er sich an das
Fenster des Wagens und ließ sich abkühlen. Doch bald verspürt
cx ein Stechen und Prikeln in den Augen, und als er in Leipzi
ankam, mußte er einen Augenarzt konsultieren, der nur gering
Hoffnung auf Genesung des rasch erblindeten Auges geben kam.

p Der berühmte Wettläufer Fritz Kapernick hat, Leip
ziger Blättern zufolge, die fast unglaubliche Leistung vollbracht, di
ganze Wegstrecke von Halle nach Leipzig (9 Poststunden) in de
Zeispiellos kurzen Frist von 194 Stunden zurückzulegen. Ep
onkurrent zu Pferde — es galt die Austragung einer Wette
jangte erst 25 Minuten nach K. in Leipzig an.

— Man ist nicht berechtigt, bei Einsendungen von Schuldbe
rägen die Frankatur des Geldbriefes oder der Postanweisun
in Abzug zu bringen. Ein in Breslau wohnender Kaufmanr
der solches gethan, wurde deshalb von seinem Gläubiger nach er
'olgloser Reclamation der 20⸗Pf.⸗Frankatur verklagt und auch ver
ariheilt. Die nun dazu kommenden Gerichtskosten betrugen fi
Zen Verklagten nicht weniger als 14 M. 70 Pf.

Am Samsiag, 9. ds., wurde bei St einakirchenin
üdlichen Böhmen ein etwa zwölfjähriges stummes Mädchen au
jegriffen, das, wie nachträglich festgestellt wurde, drei Tage vorh⸗
janz gefund und im Vollbesiß der Sprache von Krumau aus der
Weg nach Priethal angetreten habe, sich jedoch verirrte und i
Dald von einem schweren Gewitter überrascht wurde. Das Kin
purde dadurch in solche Angst versetzt, daß es vor Schrecken di
Sprache gänzlich verlor. Derzeit befindet sich die Unglückliche i
der Taubstummen-Anstalt zu Krumau, wo man die Hoffnun
hegt, daß fie die Sprache wieder erlangen werde.

Selbsstmord aus Furcht vor dem Kometen. Der ner
sdomet hat, wie dem „Pr. D.“ gemeldet wird, einem 8ejeh
igen Greise in Pülna, Bezirk Brüx, in Böhmen einen solche
Schrecken eingejagt. daß er Hand an sich legte. In der Meinun
daß das Ende der Welt herangekommen sei, schnitt er sich mit ä
nem Rasiermesser den Hals auf und verschied in kurzer Frist.

F Zur Dienstbotenfrage finden sich in einem Wiener Blah
reffliche Worte, welche zur Beherzigung anzuempfehlen sein dürfte
Frau Helene v. T. schreibt: „Wenn viele Frauen von Küche un
Wirthschaft keinen Pfifferling verstehen, lassen sie das ganze Haut
wesen in den Händen der Köchin. Diese besorgt nicht allein ab
Finkäufe, sondern hat auch alle Hausbedürfnisse ohne jede Contto
in ihren Händen. Ist es da nicht natürlich, daß sie sich das
zu Rutze macht, ihre Herrschaft recht methodisch betrügt, die Fre
zür ein überflüssiges Ding im Hause ansieht, sich aber für unen
dehrlich hält und sich darum eine Freiheit nach der andett
herausnimmt? Eine Frau ist vor Allem dazu da, damit sie de
rhält, was der Mann oft sehr mühsam verdient, sie soll ih
einen Haushalt führen und sparen, ihm das Verdiente zusammer
halten, nicht es durch Putz vergeuden; sein Hauswesen führt
Linen Tisch mit schmackhaften Gerichten befetzen. Ein blanb
Tisch mit, wenn auch nur einer Schüssel und einer fröhlichen Fra
daran, ist einem braben Mann der beste Hausaltar, an dem er si
eines Lebens freuen und Gott dafüc danken kann, daß er ih
ine so brave Hausfrau geschenkt hat ꝛ, c·

Fer Junnel zwischen Calais und Dover. Die Ine
        <pb n="441" />
        nieure, welchen man die Mission anvertraute, das submarine Erd⸗
reich zwischen der englischen und französischen Küste wegen des da
zrojektierten unterseeischen Schienenstrangs zu untersuchen, werden
chon in den allernächsten Tagen ihren Rapport erstatlen und in
demselben sich dahin aussprechen, daß die Schaffung des Tunnels
wischen Dover und Calais nicht nur erreichbar sei, sondern daß
dieses, dem letzten Viertheil unseres Jahrhunderts vorbehaltene Bau⸗
zunstwerk mit weit weniger Schwierigkeiten verknüpft sein dürfte,
als noch bis vor ganz kurzem angenommen worden war.

Als ein Zeichen großartigen Geschäftsbetriebes und Unter⸗
nehmungsgeistes erscheint ein Zirkular der Firma Hildesheimer und
Faulkner in London, das eine Aufforderung zu einer Concurrenz
ür Zeichnungen und Gemälde, geeignet zu Weinachts- und Neuʒ
jahrs⸗ Gratulationskarten, enthält. Die Firma richtet auch an diẽ
deutschen Künstler ihre Einladung, und die Summen, welche sie
zur Verfügung stellt, sind so groß, daß man wohle rwarten darf, daß
auch die besseren deutschen Kräfte ihre Mitwirkung nicht versagen werden.
Die Ausstellung der Concurrenzarbeiten findet in der „Society of
„ritish artists“ zu London im August ds. Is. statt. Hildes—
seimer und Faulkner bestimmen den Betrag von 70,000 Mt. zu
preisen und sichern weitere Ankäufe im Betrage von 30,000 Mk.
su, so daß also eine Summe von 100,000 Mt. zur Verwendung
ommt. Die bestellten Preisrichter sind Namen vom besten Klang
in der englischen Künstlerschaft und die reelle, solide Durchführung
der ganzen Angelegenheit in jeder Beziehung gesichert.

7 Ueber die Gefahr des engen Schnürens bringt ein Londo—⸗
ner Blatt folgende Mittheilung: Die Leichenschau bei der im 49.
Jahre gestorbenen Frau Amelia Jury aus Kilburn hat folgendes
Ergebniß: Dr. Hill erklärte, daß er bei der Sektion den Mogen
in der Mitte durch ein festes Band bis auf ein Achtel der natür⸗
lichen Größe zusammengezogen gefunden habe, so daß ein fast dop⸗
pelter Magen vorhanden war. Der Einschnürung des Magens
entsprach eine gleiche der Leber — beide an der Stelle, wo das
Korset zu eng angezogen war. Die Leber abgeplattet und sehr
tief in das Becken hinabgetrieben, zweifellos durch das zu starke
Schnüren. Der Leichenbeschauer erklärte, daß kürzlich in einem
thnlichen Falle die Leber durch zu enges Schnüren im schlimmsten
Brade beschädigt gefunden wurde.

f Vor der Königin von England fand vor einigen Tagen
eine Heerschau der englischen Freiwilligen statt, über welche
zie englischen Blätter des Lobes voll waren. 55,000 Mann, ihre
igenen Lehrmeister in dem Waffenhandwerk, aus eigenen Mitteln
equipict und in festen Verbänden organisirt, sammelten sich inner—
halb 9 Stunden (von 6 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags)
aus allen Theilen Englands und Schottlands auf einem Punkte
und wurden noch an demselben Tage zurückbefördert. Wie der
„Magdeb. Ztg.“ nun aus London gemeldet wird, hält auch eine
sehr hohe deutsche Autorität (der Kronprinz?) die Freiwilligen⸗
heerschau für einen in jeder Beziehung bewundernswerthen Erfolg;
einige Bataillone hätten von Linientruppen wenig unterschieden
werden können. Unser Gewährsmann fügt hinzu, daß dem Kaiser
sehr ausführlich darüber Bericht erstattet worden sei.

FGegen Schlaflosigkeit empfiehlt ein englischer
Arzt folgendes einfache Mittel als erprobt: Befeuchte die Hülfte
zines Handtuches mit Wasser, lege sie so in den Nacken, daß sie
zugleich die Hälfte des Hinterkopfes bedeckt, und schlage darauf, um
schnelle Verdunstung zu verhindern, die trockene Seite des Tuches
zatüber. Die Wirkung ist rasch und angenehm, indem sie das
Behirn erfrischt und einen gesunderen Schlaf hervorbringt, als Dies
durch irgend ein narkotisches Mittel bewirkt werden kann. Man
fann warmes Wasser anwenden, aber die Meisten ziehen kaltes vor.
Für Diejenigen, welche an zu großer Aufregung des Gehirns leiden,
ei es in Folge von geistigen Arbeiten oder von Sorgen und
dummer, hat sich dieses Mittel als eine wahre Wohlthat erwiesen.
Da, wo Sichlaflofigkeit eine Folge von Unterleibsbeschwerden ist
Blutfülle ec.), hat sich der sogenaunte Gürtel, der darin besteht,

daß ein in kaltes Wasser getauchtes und wieder ausgewundenes
Tuch um den Leib geschlagen und darüber ein trockenes befestigt
wird. vielfach bewährt.

F Fisenbahn⸗Unglück. Petersburger Privattelegramme der pol⸗
aischen Blätter vom 13. ds. melden, der Postzug auf der Wladi—
awskas-⸗Rostower Eisenbahn sei in der Nähe der Rostower Station
entgleist. wodurch 22 Waggons zerschmettert wurden. 16 Perso⸗
aen sind todt, 36 verwundet.

C(Gtaub.) In New-York überfielen am vorigen Frei⸗
iag Nachmittag drei verlarvte, mit Pistolen bewaffnete Männer
einen Wagen, in welchem ein Angestellter einer Brauerei saß, der
die Summe von 10,000 Dollars in Banknoten und klingender
Münze bei sich hatte, um das Geld bei der Bank niederzulegen,
aberwältigten den Mann, sprangen mit dem Gelde in ihren eigenen
Wagen und entkamen, nachdem sie auf einen Commis, der sie ver⸗
folgen wollte, ihre Revolver abgefeuert. Die Polizei erschien eine
dalbe Stumde später. Der Schauplatz des Raubanfalls ilt eine

stille Straße im oberen Theile der Siadt. Die Räuber sind noch
nicht verhaftet. .

Auf der Chicago- und Rod⸗Island⸗Eisenba hn (Nor d⸗
Amerika) wurde ein kühner Raub, verbunden mit der Ermord⸗
ung zweier Personen, verübt. Als nämlich ein Passagierzug östlich
don Kansas City fuhr, drangen auf den verschiedenen Stationen je
2oder 83 Personen ein, bis ihre Zahl 13 betrug. Dieselben er⸗
chossen den Zugführer, sowie einen der Passagiere, welcher den
Lerbrechern Widerstand leisten wollte. Sodann drangen sie in den
Postwagen und zwangen den dort fungirenden Beamten, ihnen die
dasse zu öffnen, aus der sie den darin enthaltenen Betrag von
Doll. 5000 entnahmen; ferner beraubten sie die im Zuge befind⸗
ichen Passagiere um ihr Geld und ihre Pretiosen. Einer der
Strolche übernahm dann die Führung der Lokomotive und hieli
den Zug an einer Stelle an, wo eine Anzahl Pferde bereit stand,
um die Räuber mit ihrer Beute davonzuführen. Auf die Kunde
des Vorgefallenen sammelte sich eine Anzahl entschlossener Maäͤnner,
um die Bande zu verfolgen.

In der dem 19. Juli vorangegangenen Woche starben in
Cincinnatti nicht weniger als 414 Personen in Folge der unge—
jeueren Hitze, während die andern Sterbfälle nur 153 betrugen.

F Einem Feuilleton des „Berl. Tagbl.“ über den nord⸗
amerikanischen Attentäter Guiteau entnehmen wir das Nach-
tehende: „Verkommen bis auf die Knochen,' aber zurechnungsfähig,“
Das ist das Urtheil Aller,,die Guiteau kennen. — Im Uebrigen
jat sein Schuß einer Anzahl anderer Personen den Kopf voll⸗
tändig verkehrt. Der Polizeidirektor von Washington er—
lärt, daß bei jeder politischen Wahl Dutzende von Menschen ver—
rückt werden. Selbst jetzt hat man zwei Menschen, die sich für
die von Gott ausersehenen Rächer an dem Minister Blaine und
in Garfield erklären, einsperren müssen. Ein gewisser Goodspeed
erklärt über seiner Namensunterschrift, „wenn Gott Garfield wieder
jesund werden lasse, werde er, Goodspeed, ihn tödten, denn der
ßräsident sei kein Temperenzler.“ Ein Irländer Namens Mac
samara wurde sogar mit dem Revolber verhaftet, mit welchem er
Blaine erschießen wollte. „Am Tage, als Garfield in sein Amt
eingeführt wurde,“ sagt der Polizeidirektor in Washington, „mel—
deten sich vier Verrückte als angebliche Präsidenten. Bei dem Amts-—
antritte von Hayes waren es sogar sieben. Man erinnert sich noch,
daß am Tage der Hochzeit des Präsidenten Grant sechs Irrsinnige
ich in Washington als angebliche Bräutigame einfanden und sich
inter einander buchstäblich prügelten, bis sie eingesperrt wurden.
Vor ungefähr 8 Jahren erregte die geheimnißvolle Ermordung des
Bankier Nathan in Newyork großes Aufsehen. Nicht weniger als
16 Männer meldeten sich und behaupteten den Mord begangen zu
jaben.“ So der Polizeichef von Washington. — In der That
jibt es in keinem Lande der Welt so viel Verrückte, wie in den
VBereinigten Staaten. In keinem Lande der Welt wird aber auch
das ganze Leben so häufig auf einen Wurf gesetzt wie dort. Auch
ohne Politik würden die Narrenhäuser sich füllen. Jede Erschließ—
aing eines neuen Landstriches, jede der Welt zu Nutz und Frommen
verdende Entdeckung ist mit dem Fluche belastet, einer Anzahl
Personen die Sinne verwirrt zu haben. Auf den Goldfeldern
dalif orniens, in den Silberminen Nevadas, in den Petroleum—
suellen Pennsylvaniens liegt das Glück und der Verstand Tausender
degraben. In der Jagd nach dem Glücke leiden Tausende auch
Jeistigen Schiffbruch. Die meisten Opfer aber fordert die Politik.
Jahre hindurch konzentrirt sich alles Hoffen auf einen bestimmten
Punkt. Niederlagen der Partei auf der einen, Treubruch der Ver—
prechungen auf der andern Seite lassen die künstlich genährten
doffnungen zu plötzlichem, jähem Ende kommen. Trotz aller Hef⸗
ligleit unseres deutschen Wahlkampfes verhält es sich doch zu der
amerikanischen Wahlkampagne wie ein plätscherndes Bächlein zu
einem brausenden Gebirgsstorm. Kein Wunder, daß von dem
letzteren mit fortgerissen wird, wer nicht auf festen Füßen steht.

7 Die Volkszählungen. Die „Deutsche Rundschau
für Geographie und Statistik“ schreibt: Wir befinden uns gegen—
wärtig in einer großartigen Epoche der Volkszählungen, deren
gleichzeitige Vornahme einen Triumph der modernen Statistik bil—
det. Nachdem Spanien, welches seit 1860 nicht mehr gezählt
hatte, im Jahre 1879 und Portugal im Jahre 1878 vor⸗
ausgegangen waren, folgten 1876 Bosnien und die Herzego—
wina, Griechenland, die Niederlande, zu Anfang des Jahres 1880
zählten Dänemark, das Fürstenthum Lichtenstein, zu Ende des Jah—
rxes das deutsche Reich, die Schweiz, Oesterreich. Ungarn, während
der. LOjährige Census der Vereinigten Staaten, welcher eine Ver—⸗
mehrung der Bevölkerung von mehr als 20 pCt. aufwies, im Juli
desselben Jahres stattfand. Den Schluß der Zählungsepoche wer⸗
den im künftigen Jahre das brittische Weltreich und Italien machen.
Es wird somit in dem Zeitraume weniger Jahre der größte Theil
der Bevoͤlkerung Europas neu gezählt worden sein und werden da⸗
zurch die einzelnen Ergebnisse an Vergleichbarkeit um so mehr ge—
winnen, als gewisse allgemeine Grundsaͤtze der Zählungsmethode
don allen Staaten angenommen worden sind. Leider entbehrt
        <pb n="442" />
        Rußland, welches 4 der Bevölkerung Europas enthält, noch immer
einer exakten Vollszählung, da die in den Jahren 1767 und 1870
publizirten Zusammenstellungen sich nur auf sogenannte Revisionen
basiren, denen nicht der Werth wirklicher Volkszählungen beizu—
nessen ist.

F Eine neue Anwendung der leuchtenden Farbe wird den
Jägern, welche nachts auf Suche gehen, willkommen sein; es ist
die Herstellung eines Glühkorn für Schießgewehre. In einer auch
dem Auge des Schießenden zugewandten Seite des Korns ist eine
Vertiefung angebracht, welche mit leuchtender Farbe gefüllt ist.
Dadurch soll bei Nacht ein sehr genaues Visir auf einen nur in
dunklen Umrissen erkennbaren Gegenstand ermöglicht werden.

4Wie viel wiegt eine Million Mark in Papiergeld? In
Folge einer Wette ist sestgestellt worden, daß eine Million Mark
wiegt: in Tausendmark⸗Scheinen 2 Kilogramm, in Fünfhundert⸗
nartk⸗Scheinen 3,5 Kilogr., in Hunderimark⸗Scheinen 13 Kilogr.,
n Fünfzigmark⸗Scheinen 25 Kilogr., in Zwanzigmark⸗Scheinen
16.44 Kilogr., in Fünfmark⸗Scheinen 245 Kilogramm.

Marktberichte.

Zweibrücken, 21. Juli. (Fruchtminelpreis und Viltualienmark
Veizen — M. — Pf. Korn 09 M. 36 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pj.
sereihige d M. — Pf.Spelz O M. F BPf., Spelztern — M. — vf.
dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. S pPf., Hafer 7 M. 62 pj.
zrbsen — M. — Pf., Widen 0 M. — Pf., Kartoffeln 6 M. — Pi.
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 83 M. — Pf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 88 Pf.
sornbrod 3 Kilogr. 71 Pf. Gemischtbrod s Kilogr. 86 Pf. paar Weck 100
zr. 6 Pf. Kindfieisch 1. Qual. 52 Pf. II. Qual.“46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.
ʒammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.ʒ Butter ?/⸗ Kilogr. 1 M. 0s Pf.
Bein 1Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 20. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
1 M.o2 ppf, Korn 9 M. 80 Pf., Spelzlern — M. — Pf. Spelz — M.
pf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste 4Areihige O M. — Pjf. Hafer
z M. 14 Pf., Mischfrucht 10 M. 30 Pf., Erbsen — M — Pf., Wicken
Mi. — ppf. Bohnen 0 M. — Pf. leesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod 6 Pfund — Pf, Gemischtbrod 6 pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
tindfleisch 50 Pf, Kalbfleisch 40 Pf., Hammelleisch 00 Pf., Schweinefleisch
0 pf., Vutter i Pfund O M. 90 Pf. Kartofseln per Ztr. 2 M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 19. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 10 Pf., Korn 10 M. 20 pf.. Spelztern — M. — Pf., Speli
M. 45 Pf., Gerste 8 M. 20 pf., Hafer 7 M. 67 Pf., Erbsen — M
— Pf. Wicken d M. — Pf., Linsen — V. — pf, Klecesamen — M. —
uf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pi., do. 3 Pfo. 41 Pf., Gemischtbrod
Pfund 46 Pf. Butter pro Pfund 0 M. 90 Pf. Eier 1Stuck o8 Pf.
kdartoffeln pro Jentner ß3 M. — Pf. Stroh 8 M. 530 Pf. Heu 8 M.—
—V——

— — — —e — —
Fur die Redaltion verantworilich: J. X. Deme .
A—
2
r. Schuster
Msbel⸗ und Bauschreinerei 9
St. Ingbert
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ingsten bis zu den feinsten Sorten, vollständige Zimmereinrichtungen,
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— — —
crichten.

Der technische Revisor der Finanzlammer der Pfalz, Heinrich Fleisch⸗
mann, wurde zum Bezirksgeometer in Grunstadt ernannt, der Bezirksgeometer
Mar Fortner in Grunstadt in gleicher Eigenschaft nach Z wei⸗
rüden versetzt und zum technischen Revisor der Finanztammer der Pfalz
er Geometer Wilhelm Bossch aus Berazabern ernannt.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Montag, den 1. August
aächsthin, unmittelbar nach der
Hauslicitation, zu St. Ing⸗

bert, im Sterbhause,
werden durch den unterzeich⸗
neten, hiezu gerichtlich beauf⸗
ragten Amtsverweser des kgl.
Rotars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zur Gütergemein⸗
schaft erster und zweiter Ehe des
n St. Ingbert verlebten Puddlers
Franz Ganster sowie zum
Rachlasse des Letzteren und dessen
berlebten ersten Ehefrau Elisa⸗
betha Buttermann gehöri⸗
gen Mobiliargegenstände, der
Abtheilung wegen öffentlich an
den Meistbietenden versteigert,
worunter namenilich:
2 Kleiderschränke, 1 Pfei⸗
serschrank, 1J Commode, 1
Nachttisch, 12 Bilder, 2
Spiegel, 2 Wanduhren, 8
Tische, 2 Stühle, 2 Bänke,
3 Rouleaux, 3 Betten, 1
stinderbettlade, 1 Wiege,
4 Oefen, 1 Küchenschrank,
2 Schüsselschafte, verschiede⸗
nes Küchengeschirr, Getüch
und sonstige Gegenstände.
St. Ingbert, 21. Juli 1881
K. Auffschneider
Amtsverweser.
Sonntag, den 24. Juli
Harmonieé-
*
Musik
in Tochtermann's Anlage
bei Sengscheid
wozu höfl. einladet
Jak. Schmitt.

Zwangsversteigerung.
Nächsten Mittwoch den
27. laufenden Monats, Vormit⸗
ags 10 Uhr, in der Wirthschaft
»on Johann Schwarz jr.
Bahnhofstraße) hier versteigere
ch zwangsweise gegen sofortige
zaarzahlung:
1Kühe, 3 Pferde, 1
Wagen (ohne Diehlen)
und 1 Wägelchen.
Steiglustige köͤnnen das Vieh
u jeder Zeit im Stalle des ge⸗
annten Schwarz ansehen.
St. Ingbert, 21. Juli 1881.
Faßbender,
igl. Gerichtsvollzieher.
Zwangsversteigerung.
Nächsten Montag den
25. Juli, Vormittags 10 Uhr,
n der Wirthichaft von Herrn
Johann Schwarz jr. hier
Zahnhofstraße) versteigere ich
wangsweise gegen sofortige
Zaarzahlung:
rothscheckige Kuh,
Jweiße frischmelkige
Kuh und 1 Kalb.
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Sonntag, den 24. Juli

1881
—

Deutsches Reich.

Wie die „Frankf. Ztg.“ hört, liegen bestimmte Aeußerungen
des Reichskanzlers aus der letzten Zeit vor, wonach derselbe, falls
der Reichsstag wiederum seine Steuer⸗ und sozialen Projekte
iblehnen sollte, denselben so oft auflösen werde, bis sich die von
hm hierfür verlangte gefügige Majorität gefunden haben wird.

Der Reichskanzler hat schon einen Beweis dafür ge⸗
geben, daß er ernstlich daran denkt, das Unfallversicherungs⸗
gesetz dem neugewählten Reichstage wieder vorzulegen. Auf seine
Veranlassung werden nämlich gegenwärtig in allen Bundesstaaten,
wie aus dem amtlichen Blatte der königlich sächsischen Regierung
zu ersehen ist, statistische Ermittlungen über die Unfälle vorge—
nommen, welche sich in den hierbei hauptsächlich in Betracht
ommenden Gewerben ereignen. Zu diesem Behufe sollen zunächst
die während der Zeit vom 1. August bis 30. November laufenden
Jahres in Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen
und Gruben, Werften, Anlagen für Bauarbeiten Gauhöfen),
Fabriken und Hüttenwerken, sowie bei allen sonstigen, durch Dampf⸗
essel oder elementare Kraft (Wind, Wasser, Gas, heiße Luft ꝛc.)
bewegten Triebwerken vorkommenden Unfälle und ihre Folgen und
die am 53. Oktober laufenden Jahres in diesen Betrieben beschäf⸗
tigten Personen nach Geschlecht und Alter ermittelt werden.

In neuerer Zeit sind viele Klagen über Mißhandlung von
Soldaten laut geworden. Vielleicht würde es sich empfehlen, für
die deutsche Armee eine Verfügung ergehen zu lassen, wie sie
jüngst vom Chef der Admiralität für die Kriegsmarine erlassen
worden ist. Es ist nämlich nach derselben den mit der Disz ip—
linarstrafgewalt versehenen Offizieren eingeschärft worden, dieselben
genau nach den Bestimmungen der Strafordnung und der dazu
ertheilten Anweisung auszuüben. Es heißt u. M in dieser Ver—
fügung: „Andere Strafen als die vorgeschriebenen in der Form
disziplinarischer Maßregeln anzuwenden, würde als ein Ueberschreiten
der Strafbefugnisse nach Z 118 des Militärstrafgesetzbuches unge—
setzlich und strafbar sein. Der Vorgesetzte ist nicht nur für seine
Person verpflichtet, solche Vorstöße gegen das Gesetz zu vermeiden,
er soll sie auch bei dem ihm untergehenen Personal nicht dulden.“

Das deutsche Reich unterhielt bisher beglaubigte Militär—
Bevollmächtigte nur in Petersburg, Paris, Rom, Brüssel, Wien,
Bern und München. Seit einigen Tagen ist ein solcher Posten
nuch für Konstantinopel kreirt, und zwar ist der Hauptmann v.
Deines vom Generalstabe zu obiger Mission berufen worden und
bereits nach dem goldenen Horn abgereist.

Ausland.

Ein Rundschreiben des frauzösischen Ministers des Innern
zeigt den Präfekten und allen Beamien an, daß sie während der
Wahlzeit sich unbedingt neutral zu verhalten haben; jeder Beamte,
der dieser Vorschrift zuwiderhandelt, wird abgesetzt werden.

In Sfax (Tunis) haben sich einige Tage hindurch Ein—
wohner unter den Trümmern ihrer Häuser verborgen gehalten und
auf Franzosen geschossen. Man spürt jetzt überall nach. Die
Sfaxer ließen sich bei mehreren Gelegenheiten eher todtschießen,
als daß sie sich ergeben hätten. Aus Karuan wird gemeldet, daß
die Gays die Franzosen erwarten und sich zum Kampfe rüsten.
Sie haben einen Aufruf an alle Stämme gerichtet. Man schätzt
die Zahl der streitbaren Männer auf 20,006.

Das Konstantinopeler Journal „Vakit“ schreibt die schlechten
Erfolge der türkischen Verwaltung dem absoluten Mangel an
ähigen Beamten zu. Die Regierung solle 'geeignete ausländische
Beamte für die Hauptstadt und die Provinzen berufen und diese
zut honoriren. An dem schnellen Aufschwung von Ost-Rumelien
und der Verwaltung der sechs türkischen Steuerarten durch fremde
Verwalter könne man den guten Erfolg sehen. Die Einnahmen
ꝛer Türkei würden auf diese Weise sich bald erheblich steigern.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 283. Juli. Heute Vormittag gerieth ein
echsjähriger Schulknabe in der Nähe des Schulhauses im Josephs—
hal unter einen vorüberfahrenden leeren Wagen, so daß ihm die
Räder über einen Fuß gingen. Schaden scheint derselbe glücklicher—
weise nicht genommen zu haben. Das nahm wohl auch der Fuͤhr—

mann an, weil er, ohne sich nur ꝓach dem am Boden liegenden
dnaben umzuschauen, so sorglos seines Weges weiter fuhr.

*St. Jugbert, 238. Juli. Morgen Nachmittag findet
m Walde bei Neuweiler das Jahres-Sänger⸗Fest des Sänger⸗
zundes in Sulzbach-Thale statt. Eine gtößere Anzahl Gesang⸗
ereine wirkt dabei mit. Auch der hiesige Gesangverein „Ge—
nüthlichkeit“ hat, einer an ihn ergangenen Einladung entsprechend,
eine Mitwirkung in Aussicht gestellt.

x* Auch aus einem gtoßen Theile der jenseitigen Wahlkreise
iegt heute das Resultat der Abgeordnetenwahlen vor. Der Raum
inferes Blattes gestattet uns nicht, die Namen aller Gewählten
jier mitzutheilen; unsere Leser berlieren zudem dabei auch nichts.
Zemerkenswerth ist nur, das Ergebniß det Wahl in München J,
vo von der Mehrheit der Wahlmänner neben 4 Abgeordneten, die
her partriotischen Partei angehören, auch der: der conservativen
Bartei angehörige protestantische Regierungsrath Luthard in Augs-
zurg gewählt wurde. Mehrere Sitze im neuen Landtag. haben die
„Extremen“ (im Gegensatz zu den „Gemäßigten“ der patriotischen
Partei) erobert. Drei Wahlgänge waren in Würzburg noth—⸗
vendig, wo Patrioten, Demokraten und Liberale schroff an
»en don ihnen aufgestellten Candidaten hielten, ohne dabei
ür einen die obsolute Majorität herauszubringen. Ein
Resultat ist von da noch nicht bekannt. Soviel sich bis jetzt
ibersehen läßt, stimmt im großen Ganzen der Ausfall der Wahlen
nit der vbom „N. K.“ aufgestellten Berechnung (siehe „Anz.“ Nr.
115). Miesbach, das in jener Berechnung nicht mitgezählt
var, wählte patriotisch.

Ein schweres Gewitter zog am 20. ds. Abends gegen 6
Uhr über die Gemarkung Börrstadt. Auf dem, dem Guts-
ʒefitzer Naffziger gehörenden Herfingerhofe (Gemeinde Börrstadt)
chluͤg der Blißz in Scheuer und Stall ein und tködtete zwei Rin⸗
er. Das Scheuerdach wurde stark beschädigtk, das entstehende Feuer
onnte jedoch im Keim erstickt werden. Bemerkenswerth ist, daß die
stinder nicht neben sondern gegen einander, durch einen Gang ge⸗
rennt, standen und während die auf einer Seite hart nebenan
tehenden unversehrt blieben, die andern gleichzeitig erschlagen wur—
»en. Der während des Gewitters herrschende Sturm hat Wohn⸗
Jaus und Oekonomiegebäude stark mitgenommen und etwa 10
Bäume umgerissen.

—Eine Frankenthaler Gerichtskommission stattete am Donners⸗
ag Vormittag dem Keller eines Weinhändlers und früheren Wein—
abrikanten zu Neustadt einen ihrer unliebsamen Besuche ab.
Zahlreiche Proben der verdächtigen Flüssigkeiten befinden sich in
den Händen der unerbittlichen Gerechtigkeit. J

F Vom 8. bis zum 10. August d. J. findet, nach der „Tr.
Z.“, in Saarbrüscken die allgemeine Versammlung der deut⸗
schen geologischen Gesellschaft statt.

— Ein vorsichtiger Kutsche. In München fuhr jüngst
in Fremder mit einer Droschke vor dem Hofbräuhause vor. Am
Zortale angelangt, fragte er den Kutscher: „Ist denn das die
Pinakothek, wohin ich wollte?“ — „Noa“, war die Antwort,
aber i hab glaubt, a Moaß Hofbräu könnt ihn vorher net schadn.“
Ob der fremde Gast von dieser salomonischen Sentenz Gebrauch
jemacht hat, ist uns uicht bekannt geworden. Bei der herrschenden
ditze läßt sich's schon glauben.

In Heidenheim am Hahnenkamm Mittelfranken) ist
der Renibeamte Ger'sst ner wegen Kassendefekts durchgebrannt
uind wird steckbrieflich verfolgt.

p Professor Klinkerfues in Göttingen (deer bekannte
Wetierprophezeiher) hat abermals ein meteorologisches Instrument
rfunden, für welches er um ein Patent nachgesucht. Laut Mit⸗
heilung des kaiserl. Patentamtes ist das Instrument ein „Luft⸗
prüfer und Anzeiger fuͤr Nachtfrost, Gewitter und Hagel“.

4 Glutvergiftung.) Unter gräßlichen Schmerzen, am ganzen
dörper hoch ausgeschwollen, erlag dieser Tage in Kitzingen
ein junger Mann in det Blüthe seines Lebens der Blutvergiftung
zurch Leichengift. Büttnermeister und Essigfabrikant Sattes daselbst
vurde am verwichenen Mittwoch von einer Mücke unbedeutend in
Aie Wange gestochen, welcher Verletzung der junge Mann keinen
        <pb n="444" />
        Werth beilegte und seinem gewöhnlichen Geschäfte oblag. Doch
am zweiten Tage bildete sich ein Geschwür, dem die Anschwellung
des ganzen Kopfes folgte. Die ärztliche Hilfe kam zu spät. Das
Leichengift hatte bereus die Blutgefäße zerstört und war demnach
cine Reutung nicht mehr möglich. Dieser Fall giebt abermals eine
exnste Mahnung, die Körber hecendeter Thiere nicht frei liegen zu lassen,
sondern zu verschaaren. Aber auch zur Vorsicht bei Verletzungen
durch Muͤcken mahnt er. Eine Einreibung des Stiches mit Salmiak⸗
geist leistet untrügliche Hilfe, und sollte dieses Mittel nicht bei der
dand sein, so ist eine tüchtige Einreibung mit seiner zerschnittenen
zwiebel zu empfehlen.

FWGon verläßt keinen Deutschen!“ Das Köonigliche Amtsge⸗
acht zu Ruhrort läßt gegenwärtig auf einen jungen Mann
aus Ruhrort fahnden, der sich wiederholt schwerer Diebstähle schul⸗
dig gemacht hat. Als besonderes Kennzeichen ist unter anderem
mzugeben, daß auf der Brust des steckbrieflich Verfolgten in tätto⸗
wierier Schrift das Sprüchwort zu lesen sei: „Gott verläßt keinen
Deutschen ··

FEine komische Episode wird aus der Berliner Klinik
des Dr. von Langenbeck gemeldet. Um eine Dame herum stehen
die angehenden Aerzte und betrachten neugierig eine rothe Erhöhung
auf dem schönen blend weißen Arm. „Run, meine Herren,“ be⸗
zinnt der Geheimrath,“ „für was— halten sie das?“ Ein Blutge⸗
schwür“, eine Entzündung der Lymphgefäße“, „eine Verletzung
durch Druck', — so schwirren die Antworten durch die Luft.
„Nein, meine Herren es ist ein gewöhnlicher Flohstich“, — belehrt
ber Meister und entläßt die Patientin mit einer höflichen Ver⸗
deugung.

ꝓ'In Strafsolda Oesterreich) hat eine Massenvergiftung
Stadtrathsitzung.
Montag, den 25. d. Mis.
Abends 6 Uhr.

Tagesordnung:

. Abhor· der Gemeinderech⸗

nung pro 1880.

2. Abhoͤr der Rechnung der
Gasanstalt pro 1880.

3. Vollzug des Häusersteuer⸗
gesetzes.
Anschaffung von Feuerlösch⸗
repuisiten.

St. Ingbert, 22. Juli 1881.
Das Büͤrgermeisteramt
Custer.
Zwangsversteigerung.
Nächsten Mittwoch den
27. laufenden Monats, Vormit—⸗
jags 10 Uhr, in der Wirthschaft
von Johann Schwarz jr.
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ich zwangsweise gegen sofortige

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und 1 Wägelchen.
Steiglustige können das Vieh

—V

aannten Schwarz ansehen.
St. Ingbert, 21. Juli 1881.
Faßbender,
igl. Gerichtsvollzieher.

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Engliseh, —XXEäIXXXX
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enischen u. spanischen Sprache
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Das Moistorschafta-dystom
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Druũc und Verlag von F. X.

— —

tattgefunden. Eine Müllerin bereitete das Mahl, bestehend aus
Jesäuerten Meerfischen und Polenta. Die Fische hatte sie in einem
upfernen Kessel gesotten, und schüttete das nothwendige Quantum
xsfig darauf. Dann stellte sie die im Kessel belassenen Fische zur
Zeue, bis auch die Polenta fertig war. Die aus 13 Köpfen be—
tehende Familie setzte sich nun zu Tisch, doch kurze Zeit nach dem
Henusse der Fische rkrankten alle 18 Personen, davon zuerst die
Kinder, infolge von Grünspan, der sich zum Theil erst nach Säu⸗
erung der Fische gebildet hatte. Eine Person starb alsbald, mehrere
liegen im Sierben, unda jene, die aufkommen dürften, leiden
üürchterlich.

4 Wenn die Berechnungen und Schlüsse des Professors Fritz
in Zürich richtig sind, so dürfen den Landwirthen, namentlich
en Weinbauern, in diesem und den nächsten Jahren wieder „fette
ẽrnteerträge“ in Aussicht stehen, deren dieselben allerdings bedürfen.
der genannte Gelehrte hat nämlich durch Untersuchung und Vergleich⸗
ing festgestellt, daß die Erträge des Weines aber auch die des
Heireides u. s. w.) nicht mit der Unregelmäßigkeit wechseln, wie
nan gewöhnlich annimmt. Dieselben seien vielmehr an ziemlich
regelmasig wiederkehrende Perioden von etwas mehr als 11 Jahren
ebunden, wodurch sie der jetzt festgestellten Sounnenflecken⸗Periode
janz oder jedenfalls nahe gleichkommen.

Ein durchgeprügelter Finanzminister. Die Weiber und
Witiwen der Soldaten, welche in Konstantinopel täglich
zas Finanzministerium in hellen Haufen belagern, erwischten kürz⸗
ich den Finanzminister und setzten ihm mit Stöcken, welche sie
nitgebracht und unter ihren Maͤnteln versteckt hatten, so lange zu,
his sie Geld erhielten.

Fur die Redaltion deraniworilich: J. X. Demes. J
5 Amr—
Bezirkslehrerverein
*

Blieskastel-St. Ingbert.
Nächsten Mittwoch, 27. ds. Mws. Rachmitags um 2 Uhr
beginnend, zu Blieskastel im Konig'schen Gartensaale

Sahres⸗V l

aAhres⸗Versammlung.
—2 . M

Hiermit bringen wir zur gefl. Anzeige, daß
wir Herrn
J. J. Rotz jr.
für St. Ingbert und Umgegend zu unserem
Vertreter ernannt haben.
Feuer-Assekuranz⸗ Verein
in MAItOoOn.
Die Subdirektion in Karlsruhe
Ed. Sievert.
»Auf obige Annonce bezugnehmend, bin ich
bereit für obigen Feuer⸗ Asseluranz⸗ Verein in Altona
Aufträge entgegen zu nehmen und wird nähere Auskunft
hereitwilligst ertheilt. Achtungsvoll
J. J Betz ĩr.
St. Ingbert, im Juli 1881.

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rc. Insertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
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F Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗
men ustante loftenfrei in unser Blatt auf. *

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Demenß in St. Ingbert.

Deznu Julustriries Sonntagsblatt Nr. 30.
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        t
—*
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene unterhaltungsblait, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
A A40 Zeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 S, von Auswarts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 5 vpro Zeile berechnet.
—7 II7.

—
Sonntag, den 24. Juli
1881.

Deutsches Neich.

Wie die „Frankf. Ztg.“ hört, liegen bestimmte Aeußerungen
des Reichskanzlers aus der letzten Zeit vor, wonach derselbe, falls
zer Reichstag wiederum seine Steuer⸗ und sozialen Projekte
ablehnen sollte, denselben so oft auflösen werde, bis sich die von
ihm hierfür verlangte gefügige Majorität gefunden haben wird.

Der Reichskanzler hat schon einen Beweis dafür ge⸗
geben, daß er ernstlich daran denkt, das Unfallversicherungs⸗
zgesetz dem neugewählten Reichstage wieder vorzulegen. Auf seine
Veranlassung werden nämlich gegenwärtig in allen Bundesstaaten,
vie aus dem amtlichen Blatte der königlich sächsischen Regierung
zu ersehen ist, statistische Ermittlungen über die Unfälle vorge—
rommen, welche sich in den hierbei hauptsächlich in Betracht
ommenden Gewerben ereignen. Zu diesem Behufe sollen zunächst
zie während der Zeit vom 1. August bis 30. November laufenden
Jahres in Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen
ind Gruben, Werften, Anlagen für Bauarbeiten Gauhöfen),
Fabriken und Hüttenwerken, sowie bei allen sonstigen, durch Dampf⸗
essel oder elementare Kraft (Wind, Wasser, Gas, heiße Luft ꝛc.)
hewegten Triebwerken vorkommenden Unfälle und ihre Folgen und
die am 5. Oktober laufenden Jahres in diesen Betrieben beschäf⸗
tigten Personen nach Geschlecht und Alter ermittelt werden.

In neuerer Zeit sind viele Klagen über Mißhandlung von
Soldaten laut geworden. Vielleicht würde es sich empfehlen, für
die deutsche Armee eine Verfügung ergehen zu lassen, wie sie
üngst vom Chef der Admiralität für die Kriegsmarine erlassen
vorden ist. Es ist nämlich nach derselben den mit der Diszip⸗
inarstrafgewalt versehenen Offizieren eingeschärft worden, dieselben
genau nach den Bestimmungen der Strafordnung und der dazu
ertheilten Anweisung auszuüben. Es heißt u. Ap in dieser Ver—
fügung: „Andere Strafen als die vorgeschriebenen in der Form
disziplinarischer Maßregeln anzuwenden, würde als ein Ueberschreiten
der Strafbefugnisse nach Z 118 des Militärstrafgesetzbuches unge⸗
setzlich und strafbar sein. Der Vorgesetzte ist nicht nur für seine
Person verpflichtet, solche Vorstöße gegen das Gesetz zu vermeiden,
er soll sie auch bei dem ihm untergehenen Personal nicht dulden.“

Das deutsche Reich unterhielt bisher beglaubigte Militär—
Bevollmächtigte nur in Petersburg, Paris, Rom, Brüssel, Wien,
Bern und München. Seit einigen Tagen ist ein solcher Posten
auch für Konstantinopel kreirt, und zwar ist der Hauptmann v.
Deines vom Generalstabe zu obiger Mission berufen worden und
bereits nach dem goldenen Horn abgereist.

Ausland.

Ein Rundschreiben des französischen Ministers des Innern
zseigt den Präfekten und allen Beamten an, daß sie während der
Wahlzeit sich unbedingt neutral zu verhalten haben; jeder Beamte,
der dieser Vorschrift zuwiderhandelt, wird abgesetzt werden.

In Sfar (Tunis) haben sich einige Tage hindurch Ein—
—D
auf Franzosen geschossen. Man spürt jetzt überall nach. Die
Sfarer ließen sich bei mehreren Gelegenheiten eher todischießen,
als daß sie sich ergeben hätten. Aus Karuan wird gemeldet, daß
die Gays die Franzosen erwarten und sich zum Kampfe rüsten.
Sie haben einen Aufruf an alle Stämme gerichtet. Man schätzt
die Zahl der streitbaren Männer auf 20,000.

Das Konstantinopeler Journal „Vakit“ schreibt die schlechten
Erfolge der türkischen Verwaliung dem absoluten Mangel an
ähigen Beamten zu. Die Regierung solle 'geeignete ausländische
Beamte für die Hauptstadt und die Provinzen berufen und diese
gut honoriren. An dem schnellen Aufschwung von Ost-Rumelien
ind der Verwaltung der sechs türkischen Steuerarten durch fremde
Verwalter könne man den guten Erfolg sehen. Die Einnahmen
der Türkei würden auf diese Weise sich bald erheblich steigern. F

Vermitchic

*St. Ingbert, 23. Juli. Heute Vormittag gerieth ein
iechsjähriger Schulknabe in der Nähe des Schulhauses im Josephs⸗
chal unter einen vorüberfahrenden leeren Wagen, so daß ihm die
säder über einen Fuß gingen. Schaden scheint derselbe glücklicher⸗
weise nicht genommen zu haben. Das nahm wohl auch der Fuhr—

mann an, weil er, ohne sich nur nach dem am Boden liegenden
dnaben umzuschauen, so sorglos seines Weges weiter fuhr.

*St. Jugbert, 28. Juli. Morgen Nachmittag findet
m Walde bei Neuweiler das Jahres-Sänger-Fest des Sänger⸗
zundes in Sulzbach-Thale statt. Eine größere Anzahl Gesang⸗
ereine wirkt dabei mit. Auch det hiesige Gesangverein „Ge—
nüthlichkeit“ hat, einer an ihn ergangenen Einladung entsprechend,
eine Mitwirkung in Aussicht gestellt.

x* Auch aus einem gtroßen Theile der jenseitigen Wahlkreise
iegt heute das Resultat der Abgeordnetenwahlen vor. Der Raum
inseres Blattes gestattet uns nicht, die Namen aller Gewählten
sier mitzutheilen; unsere Leser verlieren zudem dabei auch nichts.
gemerkeuswerth ist nur, das Ergebniß der Wahl in München J,
vo von der Mehrheit der Wahlmänner neben 4 Abgeordneten, die
er partriotischen Partei angehören, auch der der conservativen
ßartei angehörige protestantische Regierungsrath Luthard in Augs⸗
urg gewaͤhlt wurde. Mehrere Sitze im neuen Landtag haben die
Extremen“ (im Gegensatz zu den „Gemäßigten“ der patriotischen
dartei) erobett. Drei Wahlgänge waren in Würzburg noth—
vendig, wo Patrioten, Demokraten und Liberale schroff an
den don ihnen aufgestellten Candidaten hielten, ohne dabei
ür einen die obsolutte Majorität herauszubringen. Ein
tesultat ist von da noch nicht bekannt. Soviel sich bis jetzt
ibersehen läßt, stimmt im großen Ganzen der Ausfall der Wahlen
mit der vom „N. K.“ aufgestellten Betechnung (siehe „Anz.“ Nr.
15). Miesbach, das in jener Berechnung nicht mitgezählt
var, wählte patriotisch.

F Ein ichweres Gewitter zog am 20. ds. Abends gegen 6
Uhr über die Gemarkung Börrsstadt. Auf dem, dem Guts—
efitzer Naffziger gehörenden Herfingerhofe (Gemeinde Börrstadt)
chlug der Blißz in Scheuer und Stall ein und ködtete zwei Rin⸗
er. Das Scheuerdach wurde stark beschädigt, das entstehende Feuer
onnie jedoch im Keim erstickt werden. Bemerkenswerth ist, daß die
stinder nicht neben sondern gegen einander, durch einen Gang ge⸗
rennt, standen und während die auf einer Seite hart nebenan
tehenden unversehrt blieben, die andern gleichzeitig erschlagen wur⸗
»en. Der während des Gewitters herrschende Sturm hat Wohn⸗
Jjaus und Ockonomiegebäude stark mitgenommen und etwa 10
Bäume umgerissen.

4 Eine Frankenthaler Gerichtskommission stattete am Donners-
jag Vormittag dem Keller eines Weinhändlers und früheren Wein⸗
abrikanten zu Neustadt einen ihrer unliebsamen Besuche ab.
Zahlreiche Proben der verdächtigen Flüssigkeiten befinden sich in
den Händen der unerbittlichen Gerechtigkeit.

FVom 8. bis zum 10. August d. J. findet, nach der „Tr.
Z.“, in Saarbrücken die allgemeine Versammlung der deut⸗
chen geologischen Gesellschaft statt.

Ein vorsichtiger Kutscher. In München fuhr jüngst
in Fremder mit einer Droschke vor dem Hofbräuhause vor. Am
ßoriale angelangt, fragte er den Kutscher; „Ist denn das die
hinakothek, wohin ich wollte?!“ — „Noa“, war die Antwort,
aber i hab glauot, a Moaß Hofbrüu könnt ihn vorher net schadn.“
Sb der fremde Gast von dieser salomonischen Sentenz Gebrauch
jemacht hat, ist uns uicht bekannt geworden. Bei der herrschenden
zitze läßi sich's schon glauben.

In Heidenhe im am Hahnenkamm (Mittelfranken) ist
der Renibeamte Gerstner wegen Kassendefekts durchgebrannt
ind wird steckbrieflich verfolgt.

FpProfessor Klinkerfues in Goͤttingen (Ger bekannte
Wetterprophezeiher) hat abermals ein meteorologisches Instrument
rfunden, für welches er um ein Patent nachgesucht. Laut Mit⸗
heilung des kaiserl. Patentamtes ist das Instrument ein „Luft⸗
prüfer und Anzeiger fuͤr Nachtfrost, Gewitter und Hagel“.

Glutvergiftung.) Unter gräßlichen Schmerzen, am ganzen
Zörper hoch aufgeschwollen,erlag dieser Tage in Kitzingen
in junger Mann in der Blüthe seines Lebens der Blutvergiftung
durch Leichengift. Büttnermeister und Essigfabrikant Sattes daselbst
vurde am verwichenen Mittwoch von einer Mücke unbedeutend in
ie Wange gestochen, welcher Verletzung der junge Mann keinen
        <pb n="446" />
        Werth beilegte und seinem gewöhnlichen Geschäfte oblag. Doch
am zweiten Tage bildete sich ein Geschwür, dem die Anschwellung
des ganzen Kopfes folgte. Die ärztliche Hilfe kam zu spüt. Das
Leichengift hatte bereits die Blutgefäße zerstört und war demnach
eine Retiung nicht mehr möglich. Dieser Fall giebt abermals eine
ernste Mahnung, die Körper verendeter Thiere nicht frei liegen zu lassen,
sondern zu verschaaren. Aber auch zur Vorsicht bei Verletzungen
durch Muͤcken mahnt er. Eine Einreibung des Stiches mit Salmiak⸗
geist leistet untrügliche Hilfe, und sollte dieses Mittel nicht bei der
Hand sein, so ist eine tüuͤchtige Einreibung mit einer zerschnittenen
Zwiebel zu empfehlen.

,Golt veriäßt keinen Deutschen!“ Das Konigliche Amtsge⸗
richt zu Ruhrort läßt gegenwärtig auf einen jungen Mann
aus Ruhrort fahnden, der sich wiederholt schwerer Diebstaäͤhle schul⸗
dig gemacht hat. Als besonderes Kennzeichen ist unter anderem
anzugeben, daß auf der Brust des steckbrieflich Verfolgten in tätto⸗
wierier Schrift das Sprüchwort zu lesen sei: „Goit verläßt keinen
Deutschen.“

Eine komische Episode wird aus der Berliner Klinik
des Dr. von Langenbeck gemeldet. Um eine Dame herum stehen
die angehenden Aerzte und betrachten neugierig eine rothe Erhöhung
auf dem schönen blend weißen Arm. ‚Nun, meine Herren,“ be⸗
ginnt der Geheimrath, „für was halten sie das?“ Ein Blutge⸗
schwür“, „eine Entzündung der Lymphgefüße“, „eine Verletzung
duͤrch Druck'“, — so schwirren die Antworten durch die Luft.
Nein, meine Herren es ist ein gewöhnlicher Flohstich“ — belehrt
der Meister und entläßt die Patientin mit einer höflichen Ver⸗
beugung.

F'In Strassolda Oesterreich) hat eine Massenvergiftung
Stadtrathsitzung.
Montag, den 25. d. Mts.,
Abends 6 Uhr, F
Tagesordnung:
1. Abhör der Gemeinderech⸗
nung pro 1880.
Abhör der Rechnung der
Gasanstalt pro 1880.
Vollzug des Häusersteuer⸗
gesetzes.
Anschaffung von Feuerlösch⸗
repuisiten.

St. Ingbert, 22. Juli 1881.
Das Bürgermeisteramt
Custer.
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Nächsten Mittwoch den
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iags 10 Uhr, in der Wirthschaft
von Johann Schwarz jr.
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ich zwangsweise gegen sofortige
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zu jeder Zeit im Stalle des ge⸗
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kgl. Gerichtsvollzieher.

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chlag und Schmutz zu befreien,
owie denselben neuen und dauer—
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AFIn ganzʒen und halben
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enischen u. spanischen Sprache
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esäuerten Meerfischen und Polenta. Die Fische hatte sie in einem
upfernen Kessel gesotten, und schüttete das nothwendige Quantum
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Seue, bis auch die Polenta fertig war. Die aus 13 Köpfen be—
sehende Familie setzte sich nun zu Tisch, doch kurze Zeit nach dem
genusse der Fische erkrankten alle 18 Personen, davon zuerst die
rinder, infolge von Grünspan, der sich zum Theil erst nach Säu—
rung der Fische gebildet hatte. Eine Person starb alsbald, mehrere
liegen im Sierben, und jene, die aufkommen dürften, leiden
ürchterlich.

Wenn die Berechnungen und Schlüsse des Professors Fritz
in Zuͤrich richtig sind, so dürfen den Landwirthen, nament lich
en Weinbauern, in diesem und den nächsten Jahren wieder „fette
xrnteerträge“ in Aussicht stehen, deren dieselben allerdings bedürfen.
der genannte Gelehrte hat nämlich durch Untersuchung und Vergleich⸗
ing festgestellt, daß die Erträge des Weines (aber auch die des
geireides u. s. w.) nicht mit der Unregelmäßigkeit wechseln, wie
nan gewöhnlich annimmt. Dieselben seien vielmehr an ziemlich
ꝛegelmasig wiederkehrende Perioden von etwas mehr als 11 Jahren
gebunden, wodurch sie der jetzt festgestellten Sonnenflecken⸗Periode
janz oder jedenfalls mahe gleichkommen.

— Ein durchgeprügelter Finanzminister. Die Weiber und
Wittwen der Soldaten, welche in Konstan tinopel täglich
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nitgebracht und unter ihren Maͤnteln versteckt hatten, so lange zu,
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Ausschreibungen offenet Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗
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Ipaganogloꝗ —X— —
Ddemens in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 30.
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o et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Be i⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal; Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierteljahrlich
12 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 H, einschließlich 4a0 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäaͤrts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrit odet deren Naum, Reclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
Iso.

Donnerstag, den 28. Juli
1881.

Deutsches Reich.

Der Vorsitzende des bayerischen Ministerrathes Staats-
minister Dr. v. Lutz und der Staatsminister Frhr. v. Crailsheim
sind von München nach Kissingen gereist, um dem Reichskanzler
Fürsten Bismarck einen Besuch abzustatten, wie dies im Vorjahr
zuch der Fall war. Erscheint der Besuch der bayer. Minister bei
dem Reichskanzler zunächst auch nur als ein Act der Hößflichkeit, so
vird man immerhin annehmen dürfen, daß sie nicht blos vom
schönen Wetter und von dem deutschen Bundesschießen sich unter⸗
haͤlten, sondern auch Wichtigeres besprechen. Fürst Bismarck wird
zie Cur in Kissingen bis kommenden Mittwoch beenden und sich
dann wahrscheinlich nach Gastein begeben.

Die Zahl der Landwirthe und Gutsbesitzer in der neuen
bayerischen Kammer ist mindestens 50, wobei die Bürgermeister
bieler kleinerer Orte und verschiedene Bierbrauer, die wahrscheinlich
nuch Landwirthschaft treiben, nicht mitgerechnet sind. Ueber numerisch
angenügende Vertretung wird sich also die Landwirthschaft nicht
beklagen können. Die Zahl der Staatsbeamten ist 27, einschließ—
iich der Lehrer an Studienanstalten; dazu kommen noch drei Lehrer.
Die Zahl der kathol. Geistlichen ist 14 (mit dem Lyzealprofessor
Dr. Daller 15); von prot. Geistlichen ist nur einer gewählt, der
zisherige Abg. Lampert aus Mittelfranken, Rechsanwälte finden
wir 8, Bierbrauer 6, sonstige Gewerbetreibende 12 (soweit Angaben
vorliegen), Posthalter 4, Fabrikanten 4. Unter den Gewählten
sind ferner sehr viele Bürgermeister größerer und kleinerer Orte.

Der deuütsche Kasiser setzt sene Badecur in Gastein
in regelmäßiger Weise und mit sichtlichem Erfolge fort und nimmt
außerdem täglich die gewohnten Vorträge des Militair- und Civil—
cabinets entgegen.

Ausland.

Seit einiger Zeit erlauben sich die Czechen Oester reichs
in ihrem Nationalitätsdünkel die Spielerei, die österreichisch-un—
zarischen Banknoten, die deutschen und ungarischen Druck tragen,
mnit einem Werthstempel czechischer Sprache zu überstempeln. Zuerst
zielt man dies kindliche Verfahren für harmlos, aber nachträglich
hat es doch · eine recht ernste Seite bekommen, da die ungarische
Kegierung sich weiget, so überstempelte Noten bei ihren Cassen in
Zahlung zu nehmen. Da nun auch das Ausland die czechisch
uͤberstempelten Noten zurückweist, so sind sie in ihrem Umlauf auf's
Aeußerste beschränkt und dadurch entwerthet. Selbst in Böhmen
will man sie nicht mehr annehmen und die Czechen werden sich
daher wohl entschließen müssen, ihre nationalen Einkäufe mittelst
Noten zu bewerkstelligen, auf denen die heiligen czechischen Buch—
taben fehlen.

Der tiefe Gegensatz der Parteien in Frankreich, welcher
nn allen wichtigeren inneren Fragen hervortritt, tritt auch in der
ranzösischen Armee, am meisten aber in den Reihen des Officier—
torpes, hervor. Trotzdem sich die jetzige republikanische Regierung
in Frankreich bemüht, die antirepublikanischen Elemente unter den
Offizieren der Armee so viel wie möglich auszumerzen, so ist den—
noch ein großer Theil der französischen Offizieren entschieden mo—
narchistisch gesinnt. Auch im militärischen Nachwuchs macht sich
der monarchistische Geist bemerkbar, wie aus der Maßregel gegen
27 Zoglinge der Militairschule zu St. Cyr hervorgeht. Dieselben
hatten in Uniform der Messe zur Feier des Geburtstages des Grafen
bon Chambord, des französischen Thron-Prätendenten beigewohnt und
ind zur Strafe auf kriegsministeriellen Befehl in verschiedene
Regimenter als Soldaten zweiter Classe eingereiht worden. Ob
diese außerordentliche strenge Maßregel am Plate war, wollen
wir dahingestellt sein lassen, der ganze Vorgang beweist aber, daß
die jetzige Regierung in Frankreich noch lange nicht darauf rech—
ien kaͤnn, ein durchaus republikanisch-gambettistisches Offiziercorps
zu erhalten.

In Irland rumorts noch immer. So wurde am 28. Juli
mn Loughrea (Grafschaft Galway) ein Polizeikonstabler
uuf öffentlicher Straße erschossen. Die Thäter sind verhaftet.

Berichien aus Konstantinopel zufolge wurde die Todes—
trafe sämmtlicher im Sultansmord⸗-Prozesse Verurtheilten
in Festungshaft umgewandelt.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 28. Juli. Nach der „Zw. Ztg.“ hat
Dr. K. Schmidt, k. Rath am obersten Landesgerichte in München,
zie im Wahlkreise Zweibrücken-Pirmasens auf ihn ge—
allene Wahl als Landtags-Abgeordneter abgelehnt, hingegen
zas ihm von dem Wahlkreis Speyer-Frankenthal durch Wahl über—
ragene Mandat angenommen. Für Zweibrücken-Pirmasens hat
omit eine Nachwahl statt zu finden.

R. Kirkel-Neuhäusel, 26. Juli. Der seit 3 Wochen
auus dem Gefängnisse entlassene Bursche Jakob Schwen der von
dirkel, welcher eine dreijährige Gefängnißstrafe zu verbüßen
jatte, weil er auf seine Geliebte, Namens Katharina Fe y von
zem nahe gelegenen Abstäberhofe 3Schüsse abgefeuert hatte,
vovon jedoch nur einer dieselbe am Beine verletzt hatte, drohte
zleich nach seiner Entlassung, das Mädchen nun besser schießen zu
vollen, wie dies vor 3 Jahren geschehen sei. Diese Drohung soll
herselbe sowohl den Eltern als auch dem betr. Mädchen, die mit
deumachen an der Blies beschäftigt waren mit den Worten gemacht
haben, er sei in Zweibrücken gewesen und habe von dort Etwas
mitgebracht; was es sei, könnten sie sich leicht denken. — Vorgestern
wurde nun dieser Drohung wegen gerichtliche Untersuchung hier
gehalten und soll hiebei der Betreffende sich so roh gegen den Ge—
ichtsbeamten benommen haben, daß er nicht vernommen werden
onnte. Die Eltern des Mädchens wurden auch vernommen und
war später, welche Gelegenheit Schwender benutzte, um seine
Mordgedanken zur Ausführung zu bringen. Raschen Schrittes ging
erselde nach dem Abstäberhof, wo das Mädchen vor dem Hause
dolz zur Küche bringen wollte. Wie ein Tiger stürzte der Un—
nensch auf dasselbe mit dem Revolver los und feuerte wieder 3
Schüsse auf es ab, wovon einer demselhen lebensgefährlich in die
Zeite eindrang. Ein alter Nachbar, der der Sache zusah, ging
uuf den Mörder los, wurde aber von demselben mit Erschießen be—
droht, falls er ihn angreifen werde. Ob das Mädchen mit dem
deben davon kommt, ist eine Frage, indem der es behandelnde Arzt
die Kugeln nicht herausbringen kann.

* Zu dem vorstehenden Bericht aus Kirkel-Neuhäusel
haben wir noch das Folgende nachzutragen. Schwender begab sich
'ofort nach seiner That auf die Flucht. Am nächsten (Dienstag)
Morgen erhielt die hiesige Gensdarmerie Nachricht, daß er sich in
stohrbach bei Bäcker Cunz aufhalte. Sofort begaben sich von hier
wei Gensdarmen, die Hrn. Löffler und Römmich, zu seiner Ver⸗
haftung dahin. Schwender wurde wirklich im Cunz'schen Hause
ingetroffen und daselbst auch festgenommen. Bei seiner Verhaf—
ung machte er einen Selbstmordversuch, indem er sich mit
einem Revolver eine Kugel in die Brust jagte. Die
»adurch herbeigeführte Verwundung machte seine Verbringung
n das hiesige Spital nothwendig. Im Anfang hielt man die
Wunde für nicht lebensgefährlich. Dieselbe hat sich jedoch bis heute
»a wahrscheinlich edle innere Theile verletzt wurden und auch eine,
Bauchfellenentzundung hinzutrat, bedenklich verschlimmert, so daß
in kürzester Zeit der Tod des Schwender zu erwarten steht.

F Von den seitherigen pfäl zischen Abgeordneten kommen
die nachstehenden 9 nicht in die neue Kammer: Reiffel,k.
dandgerichts direktor in Kaiserslautern, Dr. Otto Heuck, prakt.
Arzt in Mutterstadt, Philipp Tillmann, Gutsbesitzer in Eden⸗
'oben (lehnte ab), Jakob Exter, Gutsbesitzer in Neustadt (lehnte
1b), Karl Wolf, Gutsbesitzer und Bürgermeister in Wachenheim
lehnte ab), Adolph Tra uth, k. Oberamisrichter in Blieskastel
lehnte ab), Ludwig Louis, k. Rechtsanwalt in München, Gustav
„chmitt, k. Bezirksamtmann in Kaiserslautern, und Franz
Siebert, k. Bezirkßsamtmann in Neustadt. Neu gewählt sind 7:
Bürgermeister Märcker, Zweibrücken, L. Schleip, Fabrikant
in Kusel, Brünings, k. Landgerichtsrath in Landau, Dr.
Deinhardt, Deidesheim, Bürgermeiste Müller, Haardt,
Dekonom Kaub, Steinweiler, Joh. Adam Mann, Landwirth
in Lautersheim.

Dem Vernehmen nach wird die Gerichtsvollzieherprüfung
beim Landgerichte Zweibrücken am 29. September d. J. statt-
inden. Es werden daran 18 Bewerber theilnehmen und als Prü—
        <pb n="448" />
        fungskommissäre fungiren die HH. Landgerichts-Präsident Haas,
1. Staatsanwalt Peiri, Oberamisrichter Schaaff.

4 Es wurde genehmigt, daß das bisherige katholische Schul⸗
lehrerjseminar in Spey er mit der dortigen Präparandenschule zu
einer fünfcursigen Lehrerbildungsanstalt mit Internat verbunden
werde, die Leitung der Lehrerbildungsanstalt dem Seminarinspector
Dr. A. Kittel ohne Veränderung seiner Rangverhältnisse übertragen
und der Hauptlehrer der Präparandenschule Speyer, Ph. Kraus,
zum Seminarlehrer ernannt.

F Ueber die Gewerbe-Bewegung in der Pfalz während
des Jahres 1880 entnehmen wir dem Jahresbericht der pfälz ischen
Handels⸗ und Gewerbekammer folgende Angaben: Es ist in diesem
Fahr eine Wendung zum Besseren eingetreirn. Allerdings hat die
Zahl der Anmeldungen diejenige des Vorjahres nicht erreicht, da⸗
gegen sind aber auch die Abmeldungen sehr beträchtlich hinter der
jetztjährigen Ziffer zurückgeblieben, und der Ueberschuß ist ein höherer
als im Jahre 1879. Angemeldet wurden im Ganzen 5511 Ge—
werbe, abgemeldet 4080, so daß ein Mehr von 1481 Anmeldungen

Der kgl. Verwaltungsgerichtshof in Müen ch en hat unter
Abweisung einer Beschwerde des Stadtmagistrats Neustadt a. W.,
die Verleihung des Bürgerrechtes an einen Hausbesitzer daselbst
hetreffend, die Mitglieder des genannten Magistrats wegen muth⸗
williger Beschwerdeführung zu einer Frivolitätsstrafe von 50 Mrk.
verurtheilt.

4In München fanden sich am Sonntag 9- 10,000
Schützen aus allen Gauen Deutschlands, aus Deutsch⸗Oesterreich
und der deutschen Schweiz zusammen, um das siebente deutsche
Bundesschießen in alt gewohnter Weise zu begehen. Die hohe Zahl
der Fesigenossen beweist, daß die Theilnahme der Deutschen an

Stadtrathssitzung.

Der Stadtrath hat in seiner
Sitzung vom 25. d. Mis. fol⸗
gende Beschlüsse gefaßt:

1. Die Rechnungen pro 1880

der Stadt und der Gasan⸗

stalt St. Ingbert geprüft

und abgeschlossen, welche zu

Jedermanns Einsicht 14

Tage lang auf dem unterf.

Amte aufliegen.

Bezüglich der Häusersteuer⸗

frage eine Commission ge⸗

wählt, welche Recherche pfle⸗

gen soll, wie vorzugehen ist.

Für Anschaffung von Losch⸗

geräthe entsprechenden Cre—

dit zur Verfügung gestellt.

St. Ingbert, 26. Juli 1881.
Das Bürgermeisteramt
GCuster.
Aechtes
olnisches Wasser
à 1,50 und 65 Pf. im Dutzend

noch billiger bei
Joh. Weirich.

derartigen „Verbrüderungsfesten“ noch eine ziemlich lebhafte ist,
rgendwelche politische Bedeutung haben aber diese Massenzusammen
künfte, mögen es nun Schützen⸗,, Sänger⸗ oder Turnuerfeste
'ein, entschieden nicht mehr, seitdem Deutschland politisch geeint
dasteht und es dürfte wohl auch im Laufe der Zeit in Deutschland
die Theilnahme an derartigen Festen immer mehr erkälten.

4 Mittelst Dynamit entleibt. In Clausthal hat sich ein
Bergmann in der Nähe seiner Wohnung selbst entleibt, indem er
eine Dynamitpatrone in den Mund gesteckt und entzündet hat. Er
zinterläßt eine Frau mit 8 Kindern und hat sicher die That in
einer Anwandlung von Tiefsinn vollbracht.

4 Das „Wiener Ertrablatt“ meldet die bevorstehende Ver—
obung des Grafen Wilhelm v. Bismarck (Sohn des Reichskanz—
ers) mit der Grafin Hellene Andrassy, Tochter des Grafen Julius
Andrassy, weiland Minister der auswärtigen Angelegenheiten.

FZu Bordeaur brach in dem großen Weinmagazine von
Eschenauer ein Brand aus. 7—-8000 Stücke ordinärer Weine
und eine außerordentliche Menge von Flaschen feiner Weine sind
zu Grunde gegangen. Man schätzt den Schaden auf 83 Mill. Frs

Weitere Einzelheiten bezüglich des jüngsten Wirbelsturmes
n Minnesota, bei welchem die hauptsächlich von Deutschen
zewohnte Stadt Neu-Ulm zerstört wurde, ergeben, daß derselbe sich
iber eine Strecke von 64 Xm Länge und 1,5 Km Breite ausdehnte.
In den ländlichen Bezirken ist auf der vom Sturm heimgesuchten
Strecke nicht ein einziges Gebäude oder ein Baum stehengeblieben.
Das Getreide ist vom Erdboden verschwunden wie von einer Sichel
geschnitten. In einigen Fällen sind ganze Familien umgekommen:
auch wurde eine große Menge Vieh getödtet.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demesx.
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— * 75 28 * 23 535*535 23 * — 2 * —
A 3 ——— 55355 ———
— — 27 — 2
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2 8 525828 3 2 228* 8 23563 2 25 *
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28 A; — — 2833 5 2 28 0 2 333833 * —85
2 5 —z82 583 23533532
55582 2 336 z5 5 22

3 — *8* — ——— s — * 35 2 — — 5 —25 — ——
55 —— — ——— — 5557 — 3285 3332348386 52528
3 * X — 2 —
233 3 2383 332, 2 532354 2528 2385 —
2 5 2 — 323 —2 * * 8 225 5823 358 25 258523553
238 285 8 278353 552 58 53353855 355 2 *2333
22 2 2 2 255 a 235 333255 8 * 8 ꝛ
2 8 8 8 —— *4 —A— — 5333— 5338 8 * —8 ä —

—8 58 A 353838 3 8 55328 —8 5388 — —
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—A —— — sz3
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23 — 532234 — 575 EZ 2 —— 25 —z————
22 557 — ———— 323 2 2 0 5
2 52 8 58* —23 2 5 83*
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28352— 64885

3 328 235 23 35335385 2325 33

2*2272. 2 ⸗ — 38 55* — c 2. 8. *2.3. —32.

235525 353S523353 33553 338338* 353685
5— —— 8 * * ——— 2 7 * — —— — 5223

233353 3253 23 35 533 532 863 —3 5335338 — 538338

2 — 52 332* 865 — 77* 3.* — — 3 —A

2z 32—535* 028. 3 2 2. * 5 5 22223 *

2233082 3 3333 23332 3—553253333

5233233733383 2 — — —33 32*26 —A — 80
53* 323 2. 2 — 22 *55 522 * *28 2—2*

183538 33333333 3——7* 33338388

32 z283359 53 5*25238 258 2 38* 2535525 —3—

35552 333555* 283383—5333 3338383

8 —A— 158 3 25 3. 33 333. 55 55* — 5

— — * — — 2 —* — 3 22 2 33 353 23 — — 3 22 *

3 27 —25273 35335—3333533273 55 33 —
338338233 36—333 3 3557 533 333537533 25 7*35 55*2 33
35 23 23 ———— 23* — 1 532323 —2222 — — 25 8

23333. 33 53834233 5* 38—593385765 35 *3 5382

— —8* —WV —22228 3 — —
—3. * * * * 2 — 2 5*8 2*
53733385 838 35752 533 8233832382388332 3233*

— z5 322 23 3 3 5 3532 2335. 5 5833 8
* 2 — *2 2* 2 6 53557 357 — 22 — — —
582338 33 5 238 533 8 335838

J 2 ——— * 2* — * — bb —
— 33 5282 35 388* 532 538327
355343353 *3353733 28 38583 5535 *532533 33—288
5838 353328353 3323232 3 37
3323— * 8
23 —32 22— 2.83 223. 5. 2 333582. 5538 3353 5*5 3
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53333338 37538 z22s8 38 38 523 233333 2558 4
—33 253* D ** 2 EX * 5 — 832 —— 7 83 *
3833 28838622 32538 *33 358 3335383833 3283*5353
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23J 57 8 * 2 — — 58 * 525 537 33 2782 *2
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5213 22 J — 23. * 238 —— — 22 8
2 * *23 3833155 * 2 23 * —
2 5*2 5 2258 —A — 3* 3
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*568333 — —25—*35 8 58522* 282
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8 28 3 82 *3 — 3. 53 5 *33 2
58 53*5 5* 5* 55232 8 2. 5 *5*0.
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— —** * * — * *253223 — —
353 5 — —23583 558 535
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536 8 — 7 885* 2 35 25 — *
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2*83 322 * 22 35 2325 8
23 33 533 * 8 2 5359 7232
* — — — 7727
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        der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 A, einschließlich 40 A Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaͤrts
mit 14 A für die viergespaltene Zeile Blattichriet oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
Pus.

Dienstag, den 26. Juli —1881.
Deutsches Reich.

München. Der Kronprinz des deutschen Reiches hat eine
zrachtvolle in Silber getriebene Schaale als Ehrengabe zum deutschen
Bundesschießen übersandt.

In einer der letzten Sitzungen des Generalcomites des
„Landwirthschaftlichen Vereines in Bayern“ berichtete
Regierungsdirektor v. Jodlbauer über einen Antrag des Kreis—
romites von Mittelfranken in Betreff der Errichtung einer unter
taatlicher Leitung stehender Hagelversicherungs-Anstalt
nit Zwang zur Versicherungsnahme und wurde beschlossen, daß
as bezügliche Schreiben dem kgl. Staatsministerium des Innern
ils Nachtrag zu dem früheren Berichte mit dem Bemerken in Vor⸗
age gebracht werden soll, „daß die Durchführung einer
zwangs-Hagelversicherung zur Zeit nicht
nöglich erscheint.“ Es ist dieser Beschluß um so be—
euiungsvoller, als bekanntlich im genannten Ministerium ein
gesetzentwurf bezüglich der Hagelversicherung zur Vorlage an den
Landtag vorbereitet wurde.

Fürst Bismarkk soll sich in Kissingen sehr wohl fühlen
ind fast ganz von seinem Nervenleiden verschont geblieben sein.
Deshalb erledigt er denn auch wieder selbst einen großen Theil
erjenigen Geschäfte, welche bisher in anderen Händen ruhten.
Auch von Verhandlungen mit der Curie ist neuerdings wieder die
dede, welche der in Würzburg eingetroffene Cardinal Hergenröther,
ꝛeziehungsweise ein Mittelsmann, mit dem Fürsten in Kissingen
ühren soll. Letztere Nachricht ist allerdings mit großer Vorsicht
rufzunehmen; denn es war schon gar zu ofl die Rede davon, daß
ꝛer Reichskanzler mit dem Centrum sich zu einigen beabsichtige —
ben so oft ist aber auch nichts wesentlich Greifbares daraus ge⸗
vorden.

Die Reichsregierung gedenkt jetzt, die Fehler und
Schwächen, welche sich bis jetzt an dem Arbeiterunfall-Versicherungs⸗
jeseze noch gezeigt haben, zu beseitigen und gehi deßhalb an eine
mergische statistische Durcharbeitung des Entwurfes. Es soll nun
zas in dieser Beziehung Versäumte nachgeholt und eine Unfall⸗
datistik ad hoc geschaffen werden, um über die Berechnung der
zrämien Klarheit zu erhalten. Zur Erlangung des nöthigen
atistischen Materials hat der Reichskanzler die Mitwirkung der
zezirks-Regierungen in Anspruch genommen, um durch die zu—
andigen Behörden den bez. Betriebs-Unternehmern die für die Er—
ebung angefertigten Formulare mit dem dringenden Ersuchen, die—
elben auszufüllen und innerhalb der ersten Dezemberwoche zur
bholung bereit zu halten, zuzustellen. Aus dieser Zeitbestimmung
echellt, daß sich der Reichstag im Anhang seiner Session, welcher
jermuthlich in die erste Hälfte des November fällt, noch nicht mit
zieser wichtigen Vorlage beschäftigen wird, dieselbe dürfle vielmehr
rst eingebracht werden, nachdem der preußische Landtag in der
Zwischenzeit zwischen der ersten und zweiten Hälfte der Reichstags-
Session seine dringendsten Arbeiten erledigt haben wird.

Der deutsche Botschafter am großbritannischen Hofe, Graf
Münster, hat einen Urlaub angetreten. Während seiner Ab—
vesenheit von London fungiert der Legationsrath Stumm als
aterimistischer Geschäftsträger.

Ausland.

Die Zusammenkunft des deutschen und des öster—
eichischen Kaisers findet, wie der „Fr. Zig.“ aus Wien
exichtet wird, bestimmt in den ersten Tagen des August zu Gast⸗
an statt.

Die Franzosen sehen sich durch den Aufstand im Norden
cunesiens genöthigt, alle wichtigeren Punkte an der tunesischen
düste zu besetzen. Neben Sfat haben die französischen Collonnen
ruch die Hafenstadt Gabes und die benachbarte Insel Djerbi besetzt,
mßerdem steht die Besetzung Susa's und anderer Punkte in naher
Aussicht. Da sich die Franzosen anschicken, von der Küste aus
yen Vormarsch in das Innere Tunesiens anzutreten, so wird sich
—A
Sesitzergreisung des Landes unterscheiden. Allerdings erscheint das
borgehen der Franzosen durch die Umstände geboten, denn die
Jutorität des Bey wird von deu Eingeborenen immer mehr miß—⸗

achtet, so daß der Bey in der That gezwungen ist, zu den fran—
ösischen Bajonetten seine Zuflucht zu nehmen.

London, 25. Juli. Die Morgenblätter melden, in Liver—
pool habe die Polizei an Bord zweier von New-York angekommener
Dampfer zwölf mit Dynamit geladene Höllenmaschinen wegge—
niommen, welche mit sechs Stunden laufenden Uhrwerken versehen
ind in Cement⸗Fässern versteckt waren.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 285. Juli. Heute Morgen gegen 922
Uhr weckte uns Feuerlärm aus dem Schlafe. Es brannte bei
Wirth Peter Jung im Eck. Als das Feuer bemerkt wurde,
tanden die Hintergebäude bereits in hellen Flammen. Die Feuer—
vehr war zwar bald zur Stelle, doch konnte sich ihre Thätigkeit
jauptfächlich nur darauf richten, das Vordergebäude mit Wohnhaus
u retten. Der Tanzsaal, in dem noch Abends vorher bis gegen
11 Uhr ein Conzert stattgefunden hatte, mit einigen anstoßen den

däumen, die theils als Trinkzimmer benutzt wurden und theils an
Schmelzarbeiter Giesen vermiethet waren, sind total zusammenge—⸗
zrannt. Für Giesen ist der Schaden ein sehr empfindlicher, da er
ꝛine Mobilien, vondenen die meisten verbrannt und beschädigt wur—⸗
en, nicht versichert hatte. Auch Jung hatte einen Vorrath Heu und
ztroh, welcher auf den Speicherräumen lagerte und gänzlich ver—
rannte, nicht ve rsichert. — Schon am Tage vorher. Samstag
Ibend, war die Feuerwehr alarmirt worden. In einem Speicher⸗
immer des Klug'schen Hauses in der Kohlenstraße war in einem
»aufen Hobelspähne auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer
ausgebrochen. Dasselbe wurde jedoch zum Glücke von gegenüber
VBohnenden rechtzeitig bemerkt und konnte gelöscht werden, ohne daß
s8 nennenswerthen Schaden angerichtet hatte. — Heute wäre es
einahe in einem Hause im Josephsthale zum Brande gekommen.
leine Kinder hatten aus Unwissenheit in der Küche einen Haufen
„pähne und Reiser angezündet. Das Feuer konnte jedoch, ehe es
indere Gegenstände ergriff, wieder gelöscht werden.

* St. Ingbert 25. Juli. Das am Sonntag Nach—
nittag im Walde bei Neuweiler stattgehabte Gesangsfest des
Sängerbundes im Sulzbach-Thale war auch von hier ziemlich stark
esucht, wohl hau ptsächlich darum, weil der hiesige Gesangverein
„Gemüthlichkeit“ sich aktiv am Feste betheiligte. Das Fest ver—
ief ohne jede Störung, von bestem Weiter begünstigt, in der an—
jenehmsten Weise. Sehr beifällig wurden die Vorträge der
„Gemüthlichkeit“, dem einzigen nichtpreußischen Vereine, der beim
Feste mitwirkte, aufgenommen.

*St. Ingbert. Gerkauf) Wie uns mitgetheilt
vird, hat Herr Peter Hauck, Besitzer der Rohrbacher Mühle,
eine Mühle an Herrn Bürgermeister Urban Jakob in Rohrbach
nerkauft.

* Am Sonntag Morgen hatten die Bewohner des Hirteneck
ein eigenthümliches Schauspiel. Ein geisteskranker Nagelschmied—
Jeselle hatte sich auf der Dachfirste eines Hauses dort postirt, riß
ie Schornsteine nieder und deckte am Dache ab. Bald hatte sich
eine große Menschenmenge angesammelt und Polizei und Gens—
darmerie versuchten, den Kranken von seinem hohen Posten herab⸗
ubringen. Das war jedoch nicht leicht; denn derselbe vertheidigte
ich von oben herab mit Backsteinen und Dachziegeln gegen alle
Angriffe sehr nachdrücklich. Da requirirte man eine Fenerspritze
ind vor den nassen Strahlen derselben retirirte sich der Belagerte
lötzlich in den Schornstein, aus dem er dann, schwarz wie ein
Schornsteinfeger, nicht ohne einige Mühe herausgezogen wurde.

* Herr Bürgermeister Höh von Gerhardsbrunn hat das
Abgeordneten⸗Mandat für den Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens,
den er schon im letzten Landtag vertrat, angenommen; im Wahl⸗
reis Homburg⸗Kusel hat demnach Neuwahl eines Abgeordneten
tattzufinden. Herr K. Sch midt, kgl. Rath am obersten Landes—

zerichte in München, hat sich noch nicht entschieden, für welchen
der beiden Wahlkreise, von denen er gewählt ist, — ob für Zwei—
zrücken⸗Pirmasens oder für Speyer-Frankenthal —, er annimmt.
hesetzlich hat der Gewählte 8 Tage Bedenkzeit. Der „Pf. K.“
laubt zu wissen; daß Herr Schmidt für Speyer-Frankenthal an—
        <pb n="452" />
        nmmt, während man in,Zweibrüden hofft, derselbe werde sich
doch noch für unseren Wahlkreis, den er bekanntlich schon längere
Zeit im Land- und Reichstag vertreten hat, entschließen.

F Bei einem Gewitter am Mittwoch Abend hat der Blitz in
Stahlberg den Nagelschmied Klein, Vater von 5 Kindern,
getödtet, als er eben mit seinen Kindern beim Abendessen saß;
inige von den Kindern wurden betäubt.

4 Dieser Tage wurde in Mosrlautern ein Handel ab⸗
geschlossen, der in seiner Art wohl einzig dastehen dürfte. Ein
Handelsmann kaufte nämlich dort eine Kuh und wurde abgemacht,
daß er für jedes Pfund der Kuh ein Pfund Blummehl gebe. Leben⸗
dig gewogen ergab die Kuh ein Gewicht von 8 Cenmern, so daß
der Käufer die gleiche Quantität Mehl im ungefähren Werthe von
150 M. geben muß, während die Kuh nur 80 bis 90 M. werth
ist. Das bei derartigen Gelegenheiten übliche lange Gesicht des
Kaufers wird wohl auch hier nicht gefehlt haben.

In Mainz wurde am 22. Julie, Morgens früh 2 Uhr
in Erdbeben gespürt, das etwa fünf Sekunden anhielt. Gleich⸗
zeitig wurde der Erdstoß auch in Bern (Schweiz) und Chamounix
wahrgenommen.

4 Sieben Kinder vom Blitz erschlagen. In Ahrensdorf bei
Treb bin waren vorige Woche sieben Kinder auf der Heimkehr
hom Felde vor einem plötzlich ausbrechenden Gewitter unter einen
Baum geflüchtet, als diesen ein Blitzstrahl traf und alle sieben
inder duf der Stelle tötete. Die Teilnahme im Kreise ist ob
dieses Unglück allgemein und man hat bereits eine Kollekte für
Lie Eltern der erschlagenen Kinder, meist Taalöhner, veranstaltet.

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Illustrationen) aus dem geistigen, gesellschaftlichen und geschäftlichen
Leben in den Vereinigten Staaten.

Dieselbe erscheint am J1. 10. und 20. jeden Monats. — Abonnement:
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Für die rasche und thätige Hülfe
et dem am 23. d. Mis. ent⸗
standenen, bis jetzt noch unauf⸗
geklärten Brande fühlen wir uns
derpflichtet, ganz besonders den
derren Joseph und Karl Schuster
als erste Hülfe an der Brand⸗
tätte, sowie der Nachbarschaft
und der schnell herbeigeeilten
Fenerwehr unsern innigsten und
wärmsten Dant auszusprechen,
da wir Nichts versichert hatten

St. Ingbert, 25. Juli 1881

M. Eberhardt.

Im Dorfe Schenkendorf wurde die Frau eines Bauernguisbesitzers
vom Blitz getötet.

4Ein brennender Friedhof. Aus Lyon wird geschrieben:
Im alten Friedhofe unserer Stadt spielten am Abend des 19. Jul
nehrere Knaben, indem sie die alten Bäume in Brand zu stecken
uchten. Ein Sturmwind fachte die glühenden Zweige zu hellen
Fzlammen an; in einer Sekunde gewann das Feuer an Verbreitung.
durch die Hitze war das Erdreich an vielen Seiten geborsten, Funken
elen in die Spalten und die Deckel der Särge begannen zu brennen
Frst nach mehreren Stunden konnte man des entfesselten Element
derr werden. Die Verzweiflung der Einwohner ist grenzenlos
üdem alle Kreuze und Denkmaͤler zerstört wurden und Niemant
mehr die Stätte zu bezeichnen vermag, wo die Gebeine der Ver⸗
wandten ruhen.
Eemeinnutzuges.

Um das häufige Gerinnen der Milch zu verhindern, setze man der
äuerlich gewordenen Milch etwas Pflanzen⸗Laugensalz zu, welches in allen
Apolheten billig zu haben ist, Selbst dann, wenn die Milch über dem
Feuer schon in griesartige Flocken geschieden ist, lößt sie sich durch jenen
Salz wieder in ihre vorige Mischung auf. Auch kochen sich trockene Huljsen⸗
früchte und Gemüse, z.B. Erbsen, Bohnen, Linsen schnell weich, wenn mar
ur 2 Messerspitzen voll jenes Salzes in den Kochtopf thut.

In der „ESchles. Landw. Ztg.“ wurden vor einiger Zeit die Zweige der
dorbweide ais Miitel gegen die Wanzen empfohlen. Der Geruch der
jeschälten Weidenruthen, die in kleine Bündeln zu binden und unter di
ellen zu legen sind, zieht die Wanzen in Massen an, und sie sammeln sig
em Tage unler den Bündeln. Dorn koönnen sie dann mit Leichtigkeit ver.
aichtet werden, bis man keine mehr unter den wiederholt hingelegten Ruthen⸗
—EXE —

Fur die Redaklion verantwortlich: F. * DMeewme v.
Stellen⸗Ausschreibungen kostenfrei ec
Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗
e Nn · ia z. Ausschreibung offener Stellen des Handels⸗
u. Gewerbestandes, der Industrie und Landwirth⸗
schaft. Erscheint Mittwochs u Samstags jeder Woche in großem Jei⸗
ungsformat Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller
vranchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Marlk, für
A Nummern 5 Mark. Beirag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
dung erfolgt franco per Streifband. Beginn d Abonn. jederzeit.
Deiuliche Angabe des Namens. Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankund. von Geschäftsverläufen
FT. Insertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
in Eberswalde, Pr. Brandenburg.
Ausschreibungen offener Stellen von Seiten der Herren Chefs neh⸗
H men wir vollständ. kostenfrei in unser Blatt auf.
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32 525323* 3 8 522837 2 72233 2. 2 7
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2 2 2. * —— — 8 ——— *9
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338 223 328 3*2353855
5288 . 2 55283329 *G 53223 * 3 *8
* 2 8 85 » 3 * *— 73333 2
— —5538 — X 2 72238336 R8 88 352 32253
53385 538 5533 8* — 8 —A 5533
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        <pb n="455" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
—* Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagß mit illustrirter Bei⸗

age) erlscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierieljährlich

40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaärts
mit 14 fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
P 120. Samstag, den 30. Juli

1881.
Das deñfinitive Ergebniß der Volkszählung
vom 1. December 1330 in Bayern
—D
worden. Darnach betrug die ortsanwesende Bevölkerung am 1. Dec.
1880 in Bayern 5,284,778 Köpfe, die wohnhafte 5,275,749
döpfe (povon 2,573,319 männlichen und 2,702, 403 weiblichen
zeschlechts). Auf die Pfalz maf eine ortsanwesende Bevölkerung
on 677,281 Köpfen und eine wohnhafte Bevölkerung von 680, 282
döpfen (vopon 334,787 männlichen und 345,495 weiblichen Ge—
chlechts). Man sieht daraus, wie viele Pfälzer fort und fort in
geschäften außerhalb ihrer Heimath weilen. Außer der Pfalz zeigt
nur noch ein einziger bayerischer Regierungsbezirk (Oberfranken)
die Erscheinung, daß die ortsanwesende Bevölkerung (502.701)

leiner ist als die wohnhafte (503,099.)

Die Zahl der Haushaltungen im ganzen Königreich war
121,105 (wobei auch jeder einzelne selbstständige, allein lebende
Htann oder jedes einzelne, selbstständige, allein lebende Frauen—
ammer als Inhaber einer Haushaltung gezählt ist). Auf die Pfalz
sreffen hiervon 144,363, auf Oberbayern 199,8683 (man merkt
die Wirkung von München), auf Mittelfranken 141,609, auf
Schwaben 141,064, auf Unterfranken 134,609, auf Niederbayern
131,3609, auf Oberfranken 118.036 und auf die Obervpfalz
109,992.

Die Pfalz kommt, obwohl der kleinste Regierungsbezirk, der
Bebölkerungszahl nach unmittelbar hinter Oberbayern; dieses zählt
348,183 Köpfe (wohnhafte Bevölkerung), die Pfalz 680,182; die
nächste starke Bevölterung hat Niederbayern, 645,520; dann kommt
Mittelfranken mit 641,466, Schwaben mit 632, 036, Unterfranken
mit 624,766, Oberfranken mit 575,641 und endlich die Ober⸗
pfalz mit 527,855 Köpfen.

Wenn man die 148 Bezirksämter Bayerns nach ihrer Be—
ooͤlkerungsziffer ordnet, so kommen die pfälzischen Bezirksämter in
dieser Reihe ganz obenauf: sie fallen alle zwischen die Ziffer 128
und 148. Die fünf stärkst bevölkerten Bezirksämter des König—
reichs sind pfälzische, nämlich Speyer mit 74,268 Einwohnern,
Neustadt a. H. mit 71,353, Kaiserslautern mit 69,868, Zwei—
zrücken mit 64,527 und Landau mit 60.656. Hier schiebt sich
Passau mit 56,541 Köpfen ein, dann folgen Germersheim mit
54,884, Homburg mit 52,535, Kirchheimbolanden mit 51,509.
Hier schiebt sich ein oberbayerisches ein, Rosenheim mit 48,580
—
das oberfränkische Bezirksamt Kronach mit 47,796 hiernach Fran⸗
kenthal mit 47,700 Köpfen. Es kommen nun das Bezirksamt
Augsburg (ohne die Stadt) mit 47,446, das Bezirksamt Nürnberg
(ohne die Stadt) mit 44,301, das Bezirksamt München J. (ohne
die Stadt) mit 42,821 Köpfen; dann sehen wir Kusel mit 42,420
Köpfen. Hierauf folgen die Bezirksämter Vilshofen mit 41,661,
Wunsiedel mit 40, 419 und Würzburg (ohne die Stadt), mit
39,644 Köpfen; und nun kommt das Bezirksamt Bergzabern
Mr. 128) mit 39,281 Einwohnern. Die 131 anderen Bezirks⸗
imter, alle im rechtsrheinischen Bayern, haben weniger Einwohner.
Das mindest bevölkerte ist das oberbayerische Bezirksamt Garmisch
mit 10,252 Einwohnern, dann folgt das zwischen die Bezirksämter
Nürnberg, Fürth und Forchheim eingekeilte Bezirksamt Erlangen
sohne die Stadt) mit 13.521 Einwohnern.

Rlichen Fortgang. Im Allerhöchsteu Auftrage Ministerialrath
v. Ziegler.“

VNach dem „Tageblatt“ steht im Kabinet des Königs Ludwig
don Bayern eine Krise bevor. Der langjährige Berather des
Monarchen, Kabinetsrath v. Ziegler, beabsichtigt, zu demissionieren.

Obschon sich sämmtliche Handelskammern gegen den von dem
Grafen Wilhelm Bismarck mit ultramontaner Unterstützung einge⸗
brachten Antrag auf Beschränkung der Wechselfähigkeit
ausgesprochen und die verschiedensten Sachverständigen dem dorer⸗
wähnten Gutachten sich angeschlossen haben, vernimmt man doch,
daß besagter Antrag keineswegs zurückgelegt ist, sondern in einer
ihm noch zu gebenden Form wieder bearbeitet werden soll. Ob
die Vorarbeit bereits an das Reichsjustizamt gelangt ist und das—
selbe in einem solchen Falle dazu schon Stellung genommen hat,
steht allerdings dahin.

(Auswanderung,) Fürst Bismarck hat der „N. Fr. Pr.“
zufolge dem Bundesrathe die Thatsache angezeigt, daß im Jahre
1880 nicht weniger nicht weniger als 11454 junge, demnächst
kriegsdienstpflichtig werdende Manner ausgewandert sind und im
aufenden Jahre weit mehr als 20,000 solcher dem Kriegsdienste
verloren gehen — abgesehen davon, daß damit zugleich die arbeits⸗
kräftigste Bevölkerung auswandert und die Schwächlinge und M—
beitsunfähigen in verhältnißmäßig größerem Maßstabe zurückbleiben.
Das Hauptauswanderungsland Deutschlands ist Preußen; Bayern,
mit einem Neuntel der Bevölkerungszahl des Reiches, üefert nur
ein Zwanzigstel der Auswanderung.

In Leipgzig sind wieder 14 Sozialdemokraten ausgewiesen
worden.

In Schleswig⸗Holstein werden, aus Anlaß der im
aüchsten September dort bevorstehenden Anwesenheit des Kaisers
große Vorbereitungen getroffen. Der Monarch hat die Einladung
zu einem am 17. September nach Beendigung der Flottenparade
von dem Provinziallandtag zu gebenden Festmohl angenommen, sich
dagegen ein größeres Fest, zu welchem der Provinziallandtag be—
reits 60,000 Mk. bewilligt hatte verbeten.

Ausland.

Die Wiener „Presse“ erfährt, Kaiser Franz Joseph werde,
nachdem er den Kaiser Wilhelm in Gastein besucht habe, eine
Keise nach Süddeutschland antreten und in Mainau mit dem
Broßherzog von Baden sowie mit den Königen von Sachsen und
Württemberg zusammentreffen.

Der Geist der Revolle scheint in die französischen Colo⸗
aieen gefahren zu sein. In Senegal ist die Lage der Franzosen
vomöglich noch schlimmer als in Algerien. Der Aufstand hat sich
bis vor die Thore von Saint-VLouis verbreitet. Die Gegenden,
durch welche die Eisenbahn nach Dakar gehen soll (Die Gelder zu
dieser Bahn wurden vor einigen Monaten vom Parlament gewährt),
ind in der Macht feindlicher Negerstämme. Außer den franzöfi⸗
chen Militärposten sind die Colonisten nirgend mehr sicher. —
Auch aus Martinique meldet eine jener lakonischen Depeschen, hin⸗
er denen man stets Böses ahnen darf, einen Aufstand, welcher zu
Saint-⸗Pierre ausgebrochen ist, jedoch rasch unterdrückt wurde.
Mehrere Eingeborene wurden getöoͤdtet.

Neuere Berichte aus Washington schildern den Zustand
des Präsidenten Garfield als ziemlich bedenklich.

In Nordamerika werden die Nachforschungen nach dem
oder den Absendern der in Liverpool abgefaßten Höllenmaschinen
eifrig betrieben; der Erfolg ist zweifelhast, da die angegebenen
Namen der Absender wahrscheinlich falsch sind.

Deutsches Reich.

Auf das an Se. Majestät den König von Bayern am
Sonntag während des Festbanketts abgesandte Huldigungstelegramm
der Schützen ist Abends aus Schloß Berg d. d. 26. Juli nach—
lehende telegraphische Antwort eingeiroffen:

AAn das Zentralkomite des VII. Deutschen Bundesschießens
in München. Auf's Freudigste berühct durch den huldigenden
Zuruf der bei dem VII. Deutschen Bundesschießen versammelten
Schützen lassen Se. Majestät der König huldvollsten Dank und
Gruß entbieten. Se. Majestät freuen sich, Deutschlands Schützen
und ihre Gäste in Bayerns Hauptstadt zum friedlichen Weitstreit
der Waffen einträchtig verbunden zu wissen, und wünschen dem
Feste, das so schön begonnen, einen ebenso gelungenen und glück—

nchtes.

* St. Ingbert, 29. Juli. Der Mörder und Selbst⸗
mörder Jakob Schwender von Kirkel ist im Spitale dahier
jeiner Wunde erlegen.

* St. Ingbert. Dem vor einigen Tagen erschienen
Jahresbericht des katholischen Schullehrers-Seminars
zu Speyer und der demselben zugetheilten Präparanden—
schulen zu Blieskastel, Kirchheimbolanden und
Speyer über das Schuljahr 1880/81, erstaättet durch den kgl.
        <pb n="456" />
        Seminarinspektor Dr. Kittel und die k. Haupilehrer Leibig, Kro—
nenberger und Kraus, entnehmen wir, daß die Zahl der Seminar⸗
Zöglinge, die diesmal vom Anfang bis zum Ende des Schuljahres
Adrrandert blieb, sich im J. Curse auf 52, im II. Curse auf 46,
im Ganzen also auf 88 belief, eine Besuchsstärke, wie sie das
Speyerer Seminar seit seiner Errichtung (1839) nie hatte. Sti⸗
pendien erhielten die Zöglinge pro 1880/81 die Summe von
10.1000 M. Erxterne Zoͤglinge zählte das Seminar nur 8. —
Die Präparandenschule in Blieskastel war in drei Cursen
von 85, die in Kirchheimbolanden von 55, die in
Speyer von 80 Schülern besucht. Blieskastel erhielt
an Stipendien 3223 Mrk. 56 Pf. Kirchheimbolanden 3459 Mrk.
80 Pf. Außerdem ist noch zu erwähnen, daß die Stadiverwaltung
von Blieskastel auf Antrag des Bürgermeistess Meyer zur
Unterstützung armer, würdiger Zöglinge auch heuer wieder die
Summe von 120 Mrk. aus städtischen Mitteln bewilligte, um da⸗
durch einen besonderen Beweis des Wohlwollens für die Anstalt
zu geben. In sämmtlichen Anstalten (Seminar und Präparandenschu⸗
len) werden nur katholische Zönglinge unterrichtet, mit Ausnahme der
Präparandenschulen zu Kirchheimbolanden und Blieskastel, in die
zuch Protestanten aufgenommen werden. Dem Jahresbericht ist,
wie in den Vorjahren, eine sehr gediegene Abhandlung des Semi—
narinspektors Dr. Kittel beigegeben. Dieselbe hat heuer zum
Thema: „Das Märchen von der absoluten Erziehung.“

4 Der „Pf. Zig.“ geht folgende Mittheilung zu; Der Civil⸗
senat des kgl. Oberlandesgerichts Zweibrücke n hat unlängst
ein Urtheil erlassen, das sehr wichtig erscheint und eine der bis⸗
herigen Uebung entgegengesetzte Praxis einschlägt. So viel wir
wissen, haben unsere psalzischen Gerichte resp. das Landgericht
Frankenthal in Sachen der Eisenbahn⸗Bediensteten gegen die pfälz—
Zahnverwaltung wegen Dienstesentlassung bisher constant entschieden,
daß die bestehende Strafstala eingehalten werden müsse und die
Dienstesentlassung nicht sofort, besonders wegen geringerer Vergehen
nicht erfolgen könne. Dem früheren Eisenbahnschaffner G. in K.
war wegen barscher Behandlung einer israelitischen Bahnabonnentin,
die sich krotz mehrfacher Aufforderung geweigert hatte, ihr Fahrbillet
vorzuzeigen, seines Dienstes entlassen worden. Der betr. Schaffner
hatte nuͤmlich wegen Berufsbeleidigung protokollirt, die beklagte
Israelitin war aber von dem Landgerichte Mainz freigesprochen
worden. Item considerirte die Bahnverwaltung, daß ein Verschul⸗
Jen des Schaffners vorliege und entließ denselben aus seinem
Dienste ohne Pensionsanspruch. Derselbe strengte eine Entschädi—
zungsklage gegen die Vahnverwaltung an und erlangte auch bei
dem Landgericht Frankenthal ein obsiegendes Urtheil. Dasselbe
fannte dem Kläger, wenn wir nicht irren, eine einmalige Ent⸗
schädigungssumme von 4000 Mt. zu. Die beklagte Bahnverwal⸗
hung ergriff jedoch Berufung zum Oberlandesgerichte Zweibrücken,
das zu Gunsten der Appellantin entschied, das erstrichterliche Ur⸗
cheil aufhob und aussprach: daß der Bahnverwaltung ein unbe—
schränktes Disziplinarrecht über ihr Dienstpersonal zustehe, daß sie
nicht an die stufenweise Einhaltung der Strafscala gebunden sei
ind bei dem ersten und jedem Vergehen die höchste Strafe, die
Dienstesentlassung, verhängt werden könne. Dem Vernehmen nach
soll die Sache vor die Cassations⸗Instanz gebracht worden.

pon Neustadt wurde am 27. Juli die 29. Jahresfeier des pfälz.
dauptereins der Gustav⸗Adolf⸗Stiftung unter sehr ansehnlicher Be⸗
Heiligunggefeiert, nachdem am Abend vorher die Abgeordneten be
rathend Vordersammlung gehalten hatten. Die Predigt des Pfarrers
Zaurier von Frankenthal machte den besten Eindruck, desgleichen die An⸗
sprachen der übrigen Redner. Die Jahreseinnahme des pfälzischen
Gustav⸗ Adolf⸗Vereins belief sich auf nahezu 18,000 Mark. Der
bisherige Ausschuß ist wiedergewühlt worden. Zur Generalver⸗
sammluͤng des allgemeinen Vereins dieser Stiflung in Dortmund
wurde nach längerer Debatte Dekan Maurer von Bergzabern durch
schriftliche Abstimmung gewählt. Die Kirchen-Collecte. für Mittel⸗
bexbach bestimmt, ertrug 229 Mark.

P Bei Eisenberg entspann sich am 27. Juli auf freiem
Feld zwischen einem Diensiknecht und einer Dienstmagd ein Wort⸗
ftreit, welcher damit endete, daß der mit einem Messer ausgerüstete
Kenecht durch die kräftige Magd zu Boden gebracht wurde, worauf
dieselbe auf ihm kniieend iht Faustrecht derart ausübte, daß sie
ihn zuletzt auf einem Karten nach Hause fahren mußte, wo er
noch jprachlos darnieder liegt.

Die Bankent-Rede Sr. K. H. des Prinzen Ludwig von
Bayern, des Ehrenpräsidenten des gegenwärtig in München
tatifindenden siebenten allgemeinen deutschen Bundesschießens, hatte
folgenden Wortlaut: „In Bayern werden schon lange, so lange
Bahern besteht, die Kampfspiele geübt, und zwar zu gleicher Zeit
Ringkämpfe, Turniere und Schützenfeste, und so feiern wir auch
jetzt eines der größten Schützenfeste, die in Deutschland begangen
wirden. Ich wende mich zunächst an die Schützen aus dem
deutschen Reiche. Die Schützenfeste hatten früher den Zweck, die
Stamm e? zusammengehörigkeit Deutschlands festzuhalten und auf
IJe Einiateit Deutschlands hinzuwirken. (Beifall.) Die Einheit

st erreicht, fest steht und geachtet von den anderen Völkern ringe
jerum das deutsche Reich. (Stürmischer Beifall.) Jetzt gilt es,
Zie Einigkrit zu bewahren, denn jeder Staat geht zu Grunde,
venn die Einigkeit fehlt. Jeder Deutsche ist jetzt dem andern
leich und braucht der eigenen Heimath nicht untreu zu werden.
Die Zusammengehörigkeit der Vayern mit ihrem Herrscherhause
heweist das 700jährige Bestehen Bayerns. Das Volk hat immer
zu seinen Fürsten gehalten, in kritischen Momenten, wenn es galt,
ür Bayern zu kämpfen. Ich wende mich an Sie, die micht zum
»eutschen Reiche gehören, die aber die gemeinsame deutsche Sprache
nit uns verbindet. Woher immer Sie kommen mögen, halten
Zie fest an dem Bande, das uns an Sie knüpft, an deutscher
Sprache und Gesittung; möge es dahin kommen, daß man über⸗
i mit unserer schönen deutschen Sprache durchkommt. Das hindert
Zie nicht, treue Anhänger Ihrer Dynastie, gute Bürger in Frei⸗
taaten zu sein. Auch den Fremden, die nicht unsere Sprache
leden, danke ich für ihr Erscheinen und begrüße sie auf das herz⸗
ichste. Sie alle haben gesehen, daß der Empfang Münchens nicht
herzlicher hätte sein können. Nun wollen wir das Fest beginnen,
zuerst mit dem Mahle, dann mit dem Schießen, möge es so gut
verden, wie der Anfang!“ (Stürmischer anhaltender Beifall.)

— Zu dem Schuͤtzenfest in Mümch en trafen schon am frühen
Morgen des 23. Juli mit den Eisenbahnzügen aus allen Theilen
deuischlands zahlreiche Schützen ein. Sie wurden auf dem Bahn⸗
hof vom Comite mit Ansprachen, Musik und Hochrufen empfangen;
Jungfrauen in der Tracht des Münchener Kindls credenzten jedem
Inkoͤmmenden einen Ehrentrank Augustinerbier. Die Stadt ist
estlich geschmückt, die Zahl der Fremden außerordentlich groß. Die
wWiener Schützen, welche am Abend eintrafen, wurden begeistert
mpfangen. Dr. Koppp erwiederte auf die Begrüßungsrede: sie
eien zahlreicher als je auf dem Schützenfeste erschienen, um die
zeutsche Zusammengehörigkeit zu beweisen; sie hoffen siegreich aus
dem jetzigen Kampse für deutsches Wesen und deutsche Gesittung
jervot zugehen. Am Samstag Abend kamen auch die Schützen aus
zer Pfalz an; dieselben führen die pfälzische Bundesfahne mit sich.
Zerireten sind die Städte Kaiserslautern, Speyer, Landau, Lud⸗
vigshafen, Germersheim, Frankenthal, Neustadt und Edenkoben.
Ihnen brachte Juwelier Brux den Willkommgruß, worauf der
Schützenmeister in biederer pfälzer Weise dankte.

F Der Gesammtausschuß des deutschen Schützenbundes bestimmit
ils Vorort und Festort des im Jahre 1884 abzuhaltenden achten
‚eutschen Bundesschießens Leipzig. (Gerlin und Hamburq hatten
iich auch um die Ehre beworben.)

FEin Speyerer Schütze schreibt der „Spey. 3.“ aug
München, daß alle Schuüͤtzen von Nah und Fern hoch be⸗
rriedigt und erstaunt seien über die großartige Inscenirung des
Festes. Auf der Theresienwiese herrsche ein Leben und Treiben,
don dem man sich keine Vorstellung machte und die ganze Bevol⸗
terung sei von einem so herzlichen Frohsinn getragen, daß lelbst
dem größten Spießbürger das Herz aufgehe. Zudem sei Gambrini
edles Naß so vortrefflich, wie man es nur wünschen könne, und
auch über die Küche könne man sich keineswegs beklagen. Folgendt
Stelle des Briefes geben wir wörtlich: „Bei dem Bankett am
Sonntag saß eine Anzahl Wiener und Pfälzer Schützen an einem
Tische beisammen, welchen die freie deutsche Rede des Prinzen
ꝛudwig sehr imponirte. Ein pfälzer Schütze konnte nicht umhin,
einer Sympatie für den Prinzen Ausdruck zu geben, indem er
m den KTisch desselben ging und ihn mit folgenden Worten an⸗
edete: „Wenn ich mir erlaube auf das Wohl Ew. k. Hoheit an⸗
ustoßen, so gebe ich der Begeisterung Ausdruck, welche an unserem
rische über die so sehr freisinnige Rede Ew. k. Hoheit herrscht;
d hat noch nie ein Fürst gesprochen. Ich bin Pfälzer, Speher
st ineine Heimath.“ Der Prinz erwiederte: „Ich bin hoch er⸗
reut, einen Pfälzer zu sprechen; die liebe Pfalz wird mir stets
aahe liegen und speciell Speyer ist mir tief in's Herz geschrieben.
xs waren schöne Stunden, welche ich dort verbracht.“

So oft in Frankfurt a. M. ein deutscher Kaiser ge⸗
rönt wurde, jo oft wurde auf dem Römerplatze ein mächtiger Ochst
im Spieße gebraten und mit etzlichen Faß Wein dem Volke zum
Besten gegeben. Der Kaiser und die Kurfürsten sahen dem Schmaust
ind Balgen vom hohen Römer aus zu, obwohl in alter Zeit die
deute viel öfter den Kaisern und Königen zusehen und sich den
Mund wischen mußten, wenn diese bei Tafel schmausten und ban ⸗
ettir en. Uuf dem deutschen Schützenfest in München wird
nan den alten lustigen Brauch aufleben lassen. Ein Prachtochs
jon 18 Centnern wird auf dem Festplatze bei offenem Feuer ge⸗
zraten werden, besondere Maschinen sind dazu hergestellt und der
irmsdicke Bratspietz wird von einer Locomobilie gedreht, der Braten
vird auf 1000 Pfund berechnet; am 26. Juli sollte das Braten
mheben. Damit das Schmausen leichter von Statten geht, wird
der Ochse von 4 Bierschäuken garnirt und die Ingolstädter Mili⸗
ärmusik spielt dazu auf. Auch in andern Stücken verspricht daß
Zundesschießen ein großartiges und schönes Volksfest zu werder
Ind damit es recht viele genießen können. bewilligen die bayerische
        <pb n="457" />
        Staalsbahnen vom 21. Juli bis 3. August eine Preißermaßigung
hon 50 Prozent in 2. und 8. Wagenklasse.

F'In München ist das Braten eines ganzen Ochsen an⸗
laßlich des Schützenfestes am Dienstag Abend gelungen; der Unter⸗
jehmer hat seine Aufgabe mit großem Geschick gelößt und üher die
zroße Anzahl der Zweifler glänzend gesiegt. Um 5 Uhr gab ein
dollerschuß das Zeichen, daß das Braten vollendet sei, worauf der
Dchse vom Spiese genommen und mit dem Tranchiren begonnen
purde. Das Fleisch von goldgelben appetitlichem Aussehen, war
sart und an den meisten Theilen durchgebraten. Die Portion,
Feren über 1500 verzehrt wurden, kostete 80 Pf.

(Wahlkuriosa.) In dem Urwahlbezirke Wurmsham
Niederbayern) konnte, wie das „R. M.“ berichtet, die Uhrwahl
ucht vollzogen werden, weil nicht allein der Auszug aus der
Wahlliste, sondern diese selbst nicht zu finden war, als der Wahl⸗
ommissär eintraf. Es sind deßhalb bei der Abgeordnetenwahl in
dandshut aus dem Bezirke statt 58 nur 49 Wahlmänner erschienen

In einem Wahlbezirk in der Nähe von Landshut kam
z vor, daß ein Bürgermeister, der bereits im Wahlausschuß saß,
nicht wählen durfte, weil er nicht in der von ihm unter schriebenen
Waͤhlerliste stand. Er durfte heimgehen.

Im Odenwald lieferte die diesjährige Heidelbeeren⸗
Frnte einen sehr günstigen Ertrag. Manche Gemeinden erzielten
us derselben eine Einnahme von 20 -80,000 M., was die
rmen Odenwälder Dörfer sehr gut brauchen können. Seit einigen
Jahren sind die Heidelbeeren ein sehr gesuchter Handelsartikel ge⸗
poiden und begegnet man zur Zeit der Ernte im Odenwald über—⸗
al großen Lastwagen mit Körben voll Heidelbeeren. Freilich sollen
zielsach die Heidelbeeren zur Fabrikation von Rothwein versendet
werden.

Giedriges Honorar.) Bisher erhielten Mädchen
uind Frauen in Berlin für das Nähen von Herrenbeinkleidern
45 Pf., gewiß ein erbärmlicher Preis! Jetzt hat, wie das „Kl. J.“
neldet, ein Garderobegeschäft den Preis auf 82 Pf. herabgesetzt.
(Und damit soll ein Mensch leben)

fVon einem Pferde die Nase abgebissen.
Durch einen selten vorkommenden Unglücksfall hat kürzlich ein Gutsbe⸗
her in Prießnig einen herben Verlust erlitten. Ein Pferd,
em der bedauernswerthe Mann Futter reichte, hat ihm die Nase
abgebissen und dieselbe hinuntergeschluckt.

'Ueber Hamburg und über Bremen sind vom 1. Jan.
his letzten Juni 1881 zusammen 156,000 Personen ausgewandert,
fast 50,000 mehr als im ganzen Jahr 1879. Es ist anzunehmen,
daß die Zahl der Auswanderer aus Deutschland (die über Stettin
und Antwerpen inbegriffen) bis Ende dieses Jahres sich auf
230.000 Köpfe steigert.

(Gundstagsblüthen.) Welche Aehnlichkeit existirt
wischen Bismarck, einer Primadonna, und einem Marktweib? —
Zismarck arbeitet mit seinem Kahlkopf, die Primadonna mit
dem Kehlkopf, und das Marktweib mit dem Kohlkopf.

— Zucker⸗Fabrikation in Deut schland. In der vorjährigen
Fampagne waren 322 Zuckerfabriken in Thätigkeit. Dieselben ver—
arbeiteten bis Ende Oktober v. J. 18,407,779 Kilogramm Rüben
gegen 14,012, 167 in der gleichen Periode des Jahres 1879. Es
vurden 6.702,495 Kilogramm raffinierten Zuckers ausgeführt; die
Linfuhr betrug 18,054,905 Kilogramm vom Beginn der Cam—
pague bis Ende Okttober. Im gleichen Zeitraum wurden 571,872
tilb6gramm Rohzucker aus- und 77, 936 Kilogramm Rohzucker ein⸗
geführt. An Melasse wurden 1,868,400 Kilogramm erxvortiert
und 1,452,978 Kilogramm importiert.

Letzten Mittwoch vollführte, wie man dem „Olt. Tagbl.“
chreibt, Prof. Dr. Schieß in der Augenklinik zu Basel eine
Dperation mit dem Magnet. Einem Eisenbahnarbeiter war beim
Htaben etwas in's Auge gesprungen. Mehrere Tage achtete er
das wenig. Am Sonniag zeigte es sich, daß das Auge entzündet
var, und Waschungen, die ein Arzt verordnete halfen nichts. Als
hm Schieß sagie, er solle in die Klinik kommen, wollte er nicht,
er müsse arbeiten für Frau und Kinder. Doch schon den folgenden
Tag erschien er und der Eisensplitter folgte bestens dem in's Auge
geführten Magnet. Als Merkwürdigkeit erklärt Schieß, schon vor
einem Jahr oder länger, bevor man etwas von diesen Operationen
wußte, habe ihm ein Kranker gesagt, man kann jetzt Alles mit
Electrizität und Magnetismus, warum kann man es nicht auch hier?

F Der zweite in Amerika entdeckte Komet nimmt, der
Erde und der Sonne sich nähernd, an Helligkeit zu und dürfte
gegen Mitte August auch mit unbewaffnetem Auge erkennbar werden.

Aus Havana tommt die Meldung, daß die Filiale
der Spanischen Bank in Matanzas um 200,000 Doll. in klingender
Münze bestohlen worden ist. Die Diebe sollen das Geld an
Bord des Dampfers Alicante gebracht haben, der von einem
Helfershelfer gemiethet worden war unter dem Vorwande, Vieh
aus Mexico einzuführen. Bei der Ankunft der Alicante an der
mexilanischen Kuͤste, am 24. d., wurden die Verdächtigen untersucht,
wie gewöhnlich aber wurde nichts bei ihnen vorgefunden und man

vermuthet jetzt, daß sich die Schuldigen nach den Vereinigten
Staaten gewandt haben.

7 Bauholz aus Stroh. Der Newyork „Lumberman“ zeigt
an, daß ihm eine Probe von Bauholz eingesendet wurde, welches
aus Stroh dargestellt ist. Das beste Fichtenholz soll durch dieses
neue Produkt ersetzt werden. Die Erfahrung wird lehren, ob die
herstellungskosten dieses künstlichen Bauholzes im Großen nicht zu
hoch sich stellen. Für manche Gegenden wäre diese Erfindung,
salls sich selbe bewährt, von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit.

GerhaltenbeiGewittern. Nicht allen Menschen
ist es gegeben, beim Gewitter, namentlich wenn es besonders
nahe ist, ihre Ruhe zu bewahren, und mancher Aberglaube geht
um über das während dieser Himmelserscheinung zur Abwehr des
Einschlagens nothwendige Verhalten. Wir wollen nicht über die
Berechtigung derartiger Mittel streiten, aber wir möchten doch
darauf hinweisen. daß es das Wichtigste bei einem Gewitter ist,
Zugluft in der Wohnung abzuschneiden, also die Klappen zu den
S„chornsteinen und die Thüren zu schließen und nur in jedem
Zimmer einen Fensterflügel offen zu machen. Zugluft hat schon
n nicht seltenen Fällen den Blitz sogar am Blitzableitern vorbei
in Gebäude hineingelenkt. In jedem bewohnten Raume aber ist
der Zuttitt der freien Luft nicht nur der Regenerirung der At—
mosphäre wegen, sondern auch darum anzurathen, weil ein in ein
geschlossenes Zimmer hineinfahrender Blitzstrahl den betäubten Be⸗—
vohnern leicht Erstickungsgefahr bringen kann. In der Regel
hinterläßt der Blitz in den Orten, wo er einschlägt, einen starken
schwefeligen Qualm, und Leute die vor Schreck oder vor Be⸗
äubung ohnmächtig geworden sind, können dann hilsflos und
jhrer unbewußt, leicht ersticen wenn dem Qualm nicht irgend eine
Stelle zum Abzug offen gelassen ist. Diese Vorsicht, ein Fenster
offen zu lassen, aber Gegenzug zu vermeiden, sollte Jeder vor
Allem beobachten.

Der Papierverbrauch in der Welt ist ein riesiger. Die
Ver. Staaten produzieren jährlich 207,000 Tonnen, England
180,000, Deutschland 203,000, Frankreich 182,000. Dann fol—
gen der Reihe nach die Schweiz, Belgien, Holland, Oesterreich,
Italien, Schweden, Portugal. Oesterreich produziert 97,200 Tonnen,
Italien 50,600, Rußland 32,400, Spanien 30,600. Die Türkei,
Griechenland und Rumänien erzeugen kein Papier. Asien, Afrika,
Australien, Südamerika und Canada erzeugen zusammengenommen
nur 12,000 Tonnen und kaufen 20,000 dazu. In den Ver.
Ztaaten kommen jährlich 11 Pfund Papier per Kopf der Bevöl—⸗
kerung, in England ebensoviel in Deutschland 10 Pfund und in
Frankreich 718 Pfund. Da gleichzeitig gemeldet wird, daß in der
ganzen Welt der Buchhandel abnimmt, so ist es der Papierver—
brauch der Zeitungen, der fortwährend zunimmt. Eine Zeitung
ist bald gelesen, aber Bücher sind oft eintönig und dick und das
Leben ist kurz. Darum sucht die Welt heute mehr Belehrung aus
Zeitungen, denn aus Büchern.

Wenn Mädchen heirathen. Man hat Erhebungen
angestellt über die Zahl der in den verschiedenen Lebensaltern sich
verheirathenden Mädchen und wollen wir in Nachfolgendem das
Resultat zum Nutzen und Frommen unserer schönen Leserinnen
mittheilen. Es verheiratheten sich unter 1000 Mädchen, welche im
20. Jahre stehen, im letzten Jahre 531,Iim 21. Jahre 66, im 22.
Jahre 80, im 28. Jahre 90, im 25. Jahre 99, im 26. Jahre
103, im 27. Jahre 103, im 28. Jahre 102, im 29. Jahre 95,
m 30. Jahre 82, im 31. Jahre 68, im 32. Jahre 61, im 33.
Jahre 59, im 34. Jahre 57, im 35. Jahre 53, im 36. Jahre
50, im 37. Jahre 49, im 38. Jahre 48, im 39. Jahre 46, im
10. Jahre 46 ⁊c. Es geht hieraus hervor, daß des Lebens Mai
doch zweimal blüht, denn ein im 20. Jahre in seinen Wünschen
zetäuschtes Mädchen erwartet dieselben Hoffnungen im 36. Jahre
und ein 25jähriges hat im 29. Lebensjahre gerade noch einmal
fast dieselben „Aussichten“. Den besten Trost aber dürfte es ge—
währen, daß das 26. und 27. Lebensjahr die allergrößten Heiraths—
aussichten gewährt. Manche dürften freilich denken: „Gebe der
Himmel. daß du dieses Trostes nicht bedarfst!“

Gemeinnütziges.

Wasser kühl erhalten. Dies kann auf eine ziemlich lange Zeit
geschehen, wenn es in einem irdenen Gefäße mehrere Male mit Tuch einge—
wickelt und letzteres naß erhalten wird. Das Wasser verdunstet aus dem
Tuche und kühlt dabei das Gefäß und seinen Inhalt. Aus demselben Grunde
bestehen in warinen Ländern die Wassergefäf, aus porösen, unglasierten Thon—
waaren. Der kleine Theil, der an denselben durch die Poren dringt und
mit dem auf der Oberfläche verdunstet, erhält das übrige Wasser kühl. In
varmen Ländern, wo man das Wasser auf diese Weise kühl echalten will,
stellt man solche Gefäße in den Schatten und dahin, wo ein Luftzug herrscht,
das auch bei den oben erwähnten, mit Tuch umwundenen Gefäßen geschehen kann.

Ein Mittel gegen Mottenfraß bei Pelzwerk und Tuchwaaren
wird von einem Praktiker in folgender Zujammense ung empfohlen und kann
auch von unseren Hausfrauen leicht hergestellt und angewendet werden: 1
Theil gereinigtez Terpentinöl, 2 Theile schwache Lauge von kohlsaurem Ratron
und 4 Theile einer etwas starken Wermutabkochung. Kürschner und Pelzbe—
reiter können diese Mischung schon mit der zur Garmachung der Felle ver—
wandten Lauge (mag sie aus schwefelsaurer Allaunerde, Weizenkleie oder ordi—
        <pb n="458" />
        aärer Kurschnerbeize beftehen) innig mischen und damit auf die gewöhnliche —-Pf. Gerste 2reihige — M.— Pf. Gerste 4reihige dO M. — Pf. Hafe
Weise verfahren. — Für die Vorzüglichkeit dieser Meihode juhrt jener Prai-⸗ 7 M. 90 Pf., Mischfrucht — M. — Pfr, Erbsen — M. — Pf.Wigen
er an, daß er so ausgearbeitete Lammfelle 15 Jahre iang auf dem Booen⸗ 9 M. — Vf. Bohnen M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korm.
um im Slaube liegen hatte, ohne daß sie im geringsten durch Mottenfraß brod 6 Pfund, — Pf. Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Odjenfleisch — pPf
eschädigt waren oder ihre ursprungliche Geschmeidigkeit verloren batten Rindfleisch 80 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleso
— aeaena ——— — j 350 Pf.Butter 1 Pfund O M. 95 Pf., Kartoffeln per Zir. M. — pj.

weibrücken, 28. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Kaiserslau⸗rn, 26. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktualienma
Weizen 12 M. 4 Pf. Korn 29 M, 53 Pf., Gerste zweireihige d R. — Pf., Weizen 11 M. 97 Pfr, aorn do M. 82 Pf. Spelzlern —.M. . Bf. 8
erreihige d M. — Pf. Spelz o M. FBPl. Sbelztern — M. — v. Fhon zo Pf. Gerfies MR10 Pft, Hafer 7 Mi. 88 Pf., Erbsen — M
Dintel gn. — pPf. Weischtrucht — M. — Pf., Hafer 73. 89 Ps. Pf. Wicen d . — Pf Linsen — M. — Pf, Kleesamen — R. —
srosen — W. - Pf., Wigen d M. F Pf. Kartoffeln 6 M. — ps.. f. Schwarzbrode 6 Pfund 80 Pf., do. 3Pfd. 40 Pf Gemischibrod
deuns M. 2 pf. Stroh 3 M. 10 Pf., Weißbrod lz Kitogr Pf. 3Pfund 15 Pf. Butter pro Pfund 1 M. 10 Pf. Eier 1 Stuc o5 9.
ornbrod 8 Kilogr. 71 Pf. Gemischtbrod s Kiloor. 86 Pf. paar Weck 100 Zartoffeln pro Zentner 4 M. 50 Pf. Stroh 8 M. — Pf. Heu 3 M. 560
hr6Pf. Rindfeisch 1 Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbsleisch 40 Pf., vs, aleehen 4 M. 80 Pf.
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 86 Pf.; Butter 143 Kilogr. 1 M. 10 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 27. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viklualienmarkt.) Weizen

11 Wyv4 f. Korn d M. 27 ppf, Spelzkern — M. — Pjf. Spelz — M.
— ——
—F—rsnss
— —
* ———
r. Schusν

Mobel⸗ und Bauschreinere

St. Ingbert

empfehlen ihr Lager in polirten und lackirten Möoͤbel von den ge⸗
ingsten bis zu den feinsten Sorten, vollständige Zimmereinrichtungen,
owie alle Arten Rohr⸗, Stroh⸗ und Weidenstühle in großer Aus⸗
vabl azu den billiasten Preisen.

F ß ERBeénedictiner
Wissenschaftlich geprüft u. beautachtet. 8 *
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nedictinerkloster ftammenden Recep
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sandt von
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(Provinz Hannover.)

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-yt das kostbarste Hausmittel unt
hgat sich deßhalb fast in jeder Familie
ingebürgert. Der Benedicti—
er ist aus den feinsten, auser
iesensten Kräutern zusammengesetzt
welche die Eigenschaften besitzen
wohlthätig und erwärmend au

den Organismus einzuwirken.

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verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

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e— e—2 *7 ⸗ 660 2 — 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpadung frei. Bei 10 Il. freie Verpackung u. 1 Fl. gra
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr JosepheFränzler, Bergmann in Gelsenkirchen berichtet
Schon lange mit heftigem Magenleiden geplagt, machte ich endlich eine
Versuch mit ihrem Benedictiner und war nach Gebrauch von nur zwe
Flaschen wieder vollständig hergestellt, weßhalb ich den Benedictiner aller
iimlich Leidenden bestens empfehle.

—XRXCX
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel welches sich in Folge
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.
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Vortheilhafte Flasche von cau. 330 Gr. 2 Mk.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel u
Höttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn
Friedrich.

—
— — — ——
alz⸗Roll⸗ laden &amp; Zug Zalou sien
olidester Construktion, nebst dazu gehörigem Beschläg

iefern zum Fabrikpreise Gebr. Schustor
NB. Auf Verlangen besorgen wir auch das Anmachen.
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« Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗ 6
95 e J e N· iau z. Ausschreibung offener Stellen des Handels⸗
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Deuiliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.
Das Blait eignet sich auch speziell zu Ankünd. von Geschäftsverkäufen
ꝛc. Insertions⸗Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresse: Stellen⸗Anzeiger
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Water, Tau Athônienne
erner das beste in
Toilette· Essig, als ächten
Vinaigro do Bully
— „Toiletto
Oster⸗Wasser ꝛc. ꝛe.
mufiehlt Joh. Weirich.

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) ach Bilfe suchend,
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zeitungen, sich fragend, welcher
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ann man vertrauen? Diese oder
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mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Meclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
—

Sonntag, den 31. Juli
1881.

An meine Wähler in dem Wahlbezirke
Zweibrücken⸗Pirmasens.

Meine Freunde und Gesinnungsgenossen im Wahlbezirke Zwei—
hrücken⸗Pirmasens haben mir am 21. Juli jüngst durch die Wieder⸗
wahl als Abgeordneten einen mich sehr erfreuenden und ehrenden
Beweis ihres Vertrauens gegeben. Auch der Bezirk Spehyer⸗
Frankenthal hat mir die Ehre erwiesen, mich zu seinem Abgeord⸗
ieten zu wählen.

Bei dieser Doppelwahl hat sich die Frage ergeben, in welchem
gezirke die Annahme der Wahl Statt zu finden habe. Nach reif—
icher Prüfung und Erwägung aller Verhältnisse sind die Gründe,
velche für die Annahme der Wahl im Bezirke Speyer-Frankenthal
prechen, als entscheidend und durchschlagend erachtet worden.

Demgemäß habe ich die Wahl für diesen Bezirk angenommen.

Wenn ich nun auch nach dieser Entscheidung nicht mehr der
pezielle Bertreter für Zweibrücken⸗Pirmasens binz, so ist immerhin
das Band, welches mich seit 12 Jahren als Landtags-⸗Abgeordneten
ind seit 10. Jahren als Reichstags-Abgeordneten mit dem Wahl—
zezirk Zweibrücken⸗Pirmasens verbunden hat, in keiner Weise gelöst.
— Die Verfassung sagt dem Abgeordneten, daß er des ganzen
dandes allgemeines Wohl und Beste ohne Rüchsicht auf besondere
Stände oder Klassen zu berathen und ins Auge zu fassen hat, —
demnach bleibt also dieses Band ganz unberührt, um so mehr, als
das Wohl und das Gedeihen meines seitherigen Wahlbezirks meinem
Hherzen immer theuer bleiben wird!

Somit spreche ich allen meinen Freunden und Gesinnungs-
genossen im Bezirk Zweibrücken-Pirmasens meinen wärmsten Dank
zus für das mir bisher und neuerlich wiederholt bewiesene Ver—
rauen und rufe ihnen Allen freundlichsten Gruß zu, mit dem auf—
cichtigen, jedem deutschen Manne aus dem Herzen kommenden
Wunsche: Möge ein guter Genius wachen und walten über unser
dand und unser Volk! 9—

München, den 27. Juli 1881. F

Carl Schmidt,
Abgeordneter.

ernster, gehorsamer Männer, unter dem Commando eines intelli⸗
genten Mannes, und in wenigen Tagen könnte der größte Theil
zer Angriffs- und Vertheidigungs-Hilfsquellen des seeräuberischen
englands vernichtet werden.“

Das englische Unterhaus uahm am 28. ds. den Com⸗
nissions⸗Bericht über den Gesetzentwurf, welcher die Rechtsverhält⸗
nisse zwischen den Großgrundbesitzern und den Pächtern in Irland
ieu regeln soll, entgegen und setzte die dritte Lesung auf
nächsten Tag an. Der Bericht bringt die vielen in zweiter Lesung
dem Gesetzentwurf vorgenommenen Aenderungen in einheitliche

estalt.

Die Pariser „Justice“ erhielt Nachrichten aus Konstanti⸗
nopel, wonach die Pforte auf den Rath Osman Paschas be—
chlossen habe 1000 Mann und fünf von Hobart Pascha comman⸗
irte Panzerschiffe nach Tripolis zu senden, um sowohl den Aus⸗
hrüchen des Fanatismus, als etwaigen französischen Angriffen ent⸗
zegentreten zu können.

Das Befinden des Präsidenten Garfield hat sich wieder
hedeutend gebessert.
in
Vermischtes.

Dem Vernehmen nach wird das bekannte großartige Hotel
Karlüsberg am Stiftsplätze in Kaiserslautern, falls
iich nicht in kürzester Zeit ein Hotelier dafür findet, im Innern
zu Wohnungen umgebaut werden.

Der „Kuseler Ztg.“ zufolge hat bei der mit der allge⸗
neinen land⸗ und forstwirthschaftlichen Ausstellung verbundenen
illgemeinen Viehausstellung in Hannover, in welcher die berühm⸗
esten Viehracen des In⸗ und Auslandes vertreten sind, auch die
sßlanra'ce sich mit Ehren behauptet. Th. d. Wallmonden,
Zutsbesitzer auf Alt-Wallmonden, erhielt nämlich für ausgestellte
Thiere reiner Glanrace, sowie für Kreuzungen von Glan⸗ und
darzrace mehrere Ehrenpreise.

4 Die kgl. Kreisregierung gibt bekannt, daß die Bezirksarzt⸗
telle zu Winnweiler nicht wieder besetzt, sondern für den
Bezirk des Amtsgerichts Winnweiler ein praktischer Arzt als Stell-
ertreter des Landgerichtsarztes in Kaiserslautern bestimmt werden
vird.

In Oggersheim und Mardorf haben die Feld⸗
näuse in so bedrohlicher Weise überhand genommen, daß die Ge⸗
neindeverwaltungen beschlossen haben, der daraus entstehenden
defahr durch Zahlung einer Prämie von 1 Pf. per Stüc einge—
ieferter Mäuse entgegenzutreten.

4 Ein orkanarliger Sturm richtete am 26. d. in Wolfstein
ind Umgegend großen Schaden an. Viele Häuser sind ganz oder
heilweise abgedectt, zwei sogar unbewohnbar; circa 400 Obstbäume
ind eniwurzelt, zerrissen oder am Boden abgebrochen. Die Frucht—
fasten sind umgeworfen und die Garben weit fortgeschleudert.

Das bahyerische Gesetz und Verordnungsblatt Nr. 44 ent—
hält eine kgl. allerhöchste Verordnung vom 16. Juli ds. Is., die
Körordnung betreffend, welche am 1. Jan. k. J. in Wirksamkeit tritt.

Beä den Schießübungen des 1. Feld-Artillerie-Regiments
nuf dem Lechfel de ereignete sich am 26. ds. der Unglüdsfall,
daß eine Granate im Rohr zersprang, während der Laderaum noch
ffen stand. Durch die Sprengstüde wurden vier Artilleristen,
nücklicherweise nicht lebensgefährlich, verwundet.

F(Aus Bahyern.) Nachdem nunmehr seit Errichtung der
Wittelsbacher Landesstiftung zur Förderung des Handwerks nahezu
in Jahr verflossen ist, hat der Herr Staatsminister des Innern
als Vorsitzender des Landesstiftungsrathes die Zentralkasse ange⸗
viesen, aus den bis jetzt angelaufenen Zinsen des Grundvermögens
den Kreisstiftungsräthen die nach dem Stiftungsstatut und nach
den bisherigen Beschlüssen des Landesstiftungsrathes die betreffen⸗
den Beträge zur Verfügung zu stellen. Es können also demnächst
iber 7000 M. durch die Kreisstiftungsräthe auf die in 8 8, Ab⸗
atz 2, Ut. a—e des Süftungs-Statuts bezeichneten Zwecke ver⸗
vendet werden, nämlich auf Prämiirungen von Lehrlingen, welche
ich während ihrer Lehrzeit durch Talent, Strebsamkeit, Arbeits-
eiftung und Führung ausgezeichnet haben, oder auf Stipendien

— —————————————
Deutsches Reich.

( Der Kronprinz des deutschen Reiches) wird nach
zen jetzt vorliegenden Nachrichten behufs Inspizirung des 1. bayer.
Armeekorps am 9. September iu Landshut eintreffen.

Der „Hannover. Kurier“ will wissen, zwischen dem Herzog
von Braunschweig und dem bekannten Centrumsführer
Windthorst seien Unterhandlungen in Gang, welche den Eintritt
Windthorst's in das braunschweigische Ministerium bezwecken. (Die
Nachricht ist nicht recht glaublich; sollte sie sich bestätigen, dann
würde sie anzeigen, daß das Centrum mit dem Fürsten Bismarck
reell schon weiter gekommen ist, als man äußerlich bisher wußte.
Man erlebt hentzutage freilich gar sonderbare Dinge; warum am
Ende nicht auch das noch 7)

Ausland.

Die Neuwahlen für die französische Abgeordnetenkammer
sind auf den 21. August anberaumt. Die Radicalen sind wüthend,
daß der Termin nicht weiter hinausgeschoben wurde, und klagen
iber „Ueberrumpelung“, obwohl seit einem halben Jahr Jedermann
pußte, daß die Wahlen vorzunehmen sind, sei es nun im August
sder im September.

Die Auffindung von Höllenmaschinen in englischen Schiffen
jat in England fieberhafle Aufregung hervorgerufen. Bisher
zatte man die Erklärungen der irischen Agitations-Comites in
Amerika lediglich als Prahlereien betrachtet, seit aber die Gefahr
ür die englische Flotte in so furchtbar handgreiflicher Form zu
kag getreien, hat jene Anschauung dem tiefstem Entsetzen Platz
zemacht und die früher für verruͤckte Hirngespinnste gehaltenen
Drohungen der Fenier in Amerika werden jezßt für bitteren Ernst
jzenommen. Die kürzlich angenommene Verfassung des fenischen
Scharmützel-Bundes“ erklärt ausdrücklich, die Zerstörung der
uglischen Flotte und der ungeheuren Waarenlager, Städte und
Zzorräthe durch Dynamit für den einzigen Zweck der Verbindung.
die Proklamation schließt: „Hierzu bedarf es nur einiger ehrlicher,
        <pb n="460" />
        an wohlerprobte Handwerksgehilfen zum Besuche von Fachschulen,
zur Erlangung von Arbeit in berühmten Werkstätkten, zum Besu he
bon Gewerbes, namentlich Fachausstellungen und dgl., oder endlich
auf Auszeichnungen selbstständiger Meister für hervorragende Leist⸗
uagen auf gewerblichem Gebiete, insbesondere für Ausbildung einer
Mehrzahl tüchtiger Lehrlinge.

(Vom Münchener Schüßenfest) Scheizer: „Weil's bigott

au so famos ischt bi üch in Dütschland ussa, so will ichch mim'
Härz kei G'ewalt mer anthue, und offa ausspracha: Dütschland
läba hoch!“ — Berliner: „Ich jlobe, dat man Ihre Rede janz
famoz war, aberst wann Sie jloben, dat ich och nur ne Silbe
verstanden, so sind Sie man uff dem Holzweje, — Schwabe:
„Jetzt hent boid a Red g'ehalta, aber berstanda han i au koj
Sterbeswörtle.“ — Tiroler: „Do hoscht jetzt die Sakra; hab's
alm g'sagt, sie lad'n koani Welsche ein, do sitzt glei a ganzer
Tisch voll, wo koaner a Wort deutsch kann.“
In Berlin hatte ein Kaufmann einen Streit am Bier⸗
tisch und beendete denselben damit, daß er, um weiteren Unannehm⸗
lichkeiten zu entgehen, seinen Gegner nur ansah und sich dabe
mehrfach iit dem Zeigefinger vor die Stirn tippte. Es erfolgte
deswegeu der Verurtheilung des Herrn wegen Beleidigung, weil
die Zeugen aussagten, es habe auf sie den Eindruck gemacht, als
habe derselbe dem Gegner sagen wollen, es sei in dessen Kopfe
nicht richtig. Nach dem Erkenntniß genügt die Absicht, Jemanden
lächerlich zu machen, zur Feststellung der Beleidigung.

FDer Konig der Hawaiischen Inseln, Kalakaua,
welcher England verlassen hat, um sich nach Brüssel zu begeben,
wird, über Frankfurt a. M. kommend, am 1. August in Berlin
eintreffen.

F Aus Ungarn geht die Meldung von starken Wollken⸗
brüchen ein, durch welche der Ort Abanyßanto im Abanyer Komitai
zerstoͤrt wurde. 150 Häuser wurden weggeschwemmt, fünf Kinder
ertranken.

F Ein großes Gemetzel hat am 16. ds. in Ecsta (Komitat
Torantal in Ungarn stattgefunden; ein Soldat des dort liegenden
1. Husarenregiments gerieth mit seinem Hauswirth in Streit, in⸗
folge dessen er von letzterem leicht verletzt wurde. Der Soldat
überredete nun seine Kameraden, die ihm angethane Schmach zu
rächen, während der Bauer die Seinigen zu seiner Unterstützung

anrief; bald standen zwei feindliche Lager einander gegenüber. In—
dem einen die Husaren zu Pferde, mit geladenen Karabinern und
Pistolen, im anderen die Ortseinwohner, mit Dreschflegeln, Sensen
und Hauen bewaffnet. Es entstand ein Kampf, dem leider mehrer
Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Kavallerist starb an den
Wunden, die ihm mittelst einer Sense beigebracht wurden, der
walachische Hauswirth und seine beiden Nachbarn wurden durd
zahlreiche Hiebe und Schüsse niedergemacht; an einer der Leichen
haben die Aerzte 35 Hiebwunden und eine Schußwunde konstatirt
Außerdem sind mehrere Personen verwundet.

F EinNachlaß von hundert Millionen. Frab
Blanc, die Wittwe des bekannten Spielpächters, ist am 25. Jul
in Paris gestorben und hat 100 Millionen Francs hinterlassen
Zwei Töchter, eine Prinzeß Radziwill und eine Prinzeß Bonaparie
sind die Erbinnen. Frau Blauc war eine geborene Deutsche.

FSelbstverbrennung in der Trunkenheit
In Moßley, Lancashire, nahm sich eine verheiratete Frau, namens
Bridget Cogne, in schrecklicher Weise ihr Leben. Sie goß sick
nämlich den Inhalt einer Paraffinlampe über den Kopf und
zündete dann das Oel an. In einer Sekunde war sie vom Kopf
bis zu Fuß in Flammen eingehüllt und am ganzen Körper so ver.
brannt, daß sie unter den gräßlichsten Qualen starb. Die Frau
soll dem Trunke sehr ergeben gewesen sein und sich im trunkenen
Zustande das Leben genommen haben.

7 Ein neues Thermometer. Zum Messen sehr geringer Tem
peraturunterschiede hat Professor Dufour ein sehr empfindliches
Instrument construiert. Dasselbe besteht aus einer gekrümmten
(nach oben konkaven) Röhre, die an einem Ende mit einer Kugel
in Verbindung steht, die mit Luft gefüllt und außen mit Ruß be—
deckt ist. An dem Rohre ist ein Zeiger in der Richtung eines
Radius befestigt, und der ganze Apparat ist um eine Schneide
drehbar. In dem gekrümmten Rohre befindet sich Quecksilber
welches zunächst dazu dient, den Zeiger im Ruhestande vertikal zu
stellen. Aendert sich aber in Folge von Temperaturdifferenzen das
Volumen der Luft in der Kugel, so wird das Quecksilber im Rohre
verschoben, damit der Schwerpunkt des Systems, und der Zeiger
zeigt an einer Scala die Temperaturbewegung nach Richtung und
Größe an.

Für die Redalktion verantwortlich: F. Demeß.

Sengscheid. 4
Sonnutag 31. Juli
Harmoniemusik
in meiner Gartenwirthschaft wozu
höfl. einladet
Jakob Schmitt.
Sengscheid.
Sonntag, 31. Juli
wozu höflichst einladet.
JOnh. Eich.
ag, 31. Juli
77
1 Ac̃
a VanuiIle-
Londitorei J. Rickel.
Meuer — 7* ——
Incarnat⸗Kleesamen Buchen⸗Spähne
rifft in den nächsten Tagen ein sind zu verkaufen bei
eiSI. uhl jr . BPBbh. Munzinger.
IIõhero Roal-Handelsschule mit der Berechtigung zum
einjührigen Militairdienst. — Vorbereitung für lateinische
Studien ete. — Pensionat in hoher, sehr gesunder Lage.
Programm durch die Direktion in Bruchsal (A 69442
Aapeten neueste Muster, unglaublich billig; Musterkarten
dersenden auf Wunsch franco und umsonst; aber uicht an
Tapezierer, nicht an Tapetenhändler, nicht an Wiederverkäufer,
vondern nur an Privatleute, da es uns absolut nicht mög-
lich, auf diese unglaublich billigen Preise und ausgezeichnet
schöne Waare noch Rabatt bewilligen zu können. MN484E in modernen Sch aften billibs
Bonner Fahnemabrik, Bonn a. Rhein. Visitenkarten 3. Zitze
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert. — —
Hiezu „Illustrirles Sonntagsblatt“ Nr. 31.
        <pb n="461" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— — —5v0vnr—

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Kei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

12 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärt!
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrijit oder deren NRaum, Reclamen mit 30 vro Zeile berechnet.
7 11.

Sonntag, den 31. Juli
i88i.

An meine Wähler in dem Wahlbezirke
Zweibrücken⸗Pirmasens.

Meine Freunde und Gesinnungsgenossen im Wahlbezirke Zwei—
yrücken⸗Pirmasens haben mir am 21. Juli jüngst durch die Wieder—
wahl als Abgeordneten einen mich sehr erfreuenden und ehrenden
Beweis ihres Vertrauens gegeben. Auch der Bezirk Speyer⸗
Frankenthal hat mir die Ehre erwiesen, mich zu seinem Abgeord⸗
neten zu wählen.

Bei dieser Doppelwahl hat sich die Frage ergeben, in welchem
Bezirke die Annahme der Wahl Siatt zu finden habe. Nach reif⸗
licher Prüfung und Erwägung aller Verhältnisse sind die Gründe,
welche für die Annahme der Wahl im Bezirke Speyer-Frankenthal
prechen, als entscheidend und durchschlagend erachtet worden.

Demgemäß habe ich die Wahl für diesen Bezirk angenommen.

Wenn ich nun auch nach dieser Entscheidung nicht mehr der
pezielle Bertreter für Zweibrücken-⸗Pirmasens binj, so ist immerhin
das Band, welches mich seit 12 Jahren als Landtags-Abgeordneten
ind seit 10 Jahren als Reichstags-Abgeordneten mit dem Wahl⸗
bezirk Zweibrücken⸗Pirmasens verbunden hat, in keiner Weise gelöst.
Die Verfassung sagt dem Abgeordneten, daß er des ganzen
dandes allgemeines Wohl und Veste ohne Rüchsicht auf besondere
Slande oder Klassen zu berathen und ins Auge zu fassen hat, —
Zemnach bleibt also dieses Band ganz unberührt, um so mehr, als
das Wohl und das Gedeihen meines seitherigen Wahlbezirks meinem
herzen immer theuer bleiben wird!

Somit spreche ich allen meinen Freunden und Gesinnungs—
genossen im Bezirk Zweibrücken⸗-Pirmasens meinen wärmsten Dank
aus für das mir bisher und neuerlich wiederholt bewiesene Ver—
krauen und rufe ihnen Allen freundlichsten Gruß zu, mit dem auf—
richtigen, jedem deutschen Manne aus dem Herzen kommenden
Wunsche: Möge ein guter Genius wachen und walten über unser
Ldand und unser Volk!

München, den 27. Juli 1881.

Carl Schmidt,
Abgeordnetet.

*

ernster, gehorsamer Männer, unter dem Commando eines intelli⸗—
genten Mannes, und in wenigen Tagen könnte der größte Theil
her Angriffs- und Vertheidigungs-Hilfsquellen des seeräuberischen
Englands vernichtet werden.“

Das englische Unterhaus uahm am 28. ds. den Com⸗
missions-Bericht über den Gesetzentwurf, welcher die Rechtsverhält-
nisse zwischen den Großgrundbesitzern und den Pächtern in Irland
neu regeln soll, entgegen und setzte die driite Lesung auf
nächsten Tag an. Der Bericht bringt die vielen in zweiter Lesung
g dem Gesetzentwurf vorgenommenen Aenderungen in einheitliche

estalt.

Die Pariser „Justice“ erhielt Nachrichten aus Konftanti⸗
nopel, wonach die Pforte auf den Rath Osman Paschas be⸗
chlossen habe 1000 Mann und fünf von Hobart Pascha comman⸗
dirte Panzerschiffe nach Tripolis zu senden, um sowohl den Aus-
zrüchen des Fanatismus, als etwaigen französischen Angriffen ent⸗
gegentreten zu können.

Das Befinden des Präsidenten Garfield hat sich wieder
bedeutend gebessert.
Vermischtes.

Dem Vernehmen nach wird das bekannte großartige Hotel
Karüsberg am Stiftsplätze in Kaiserslauternu, falls
sich nicht in kuͤrzester Zeit ein Hotelier dafür findet, im Innern
zu Wohnungen umgebaut werden.

Der“ Kuseler Ztg.“ zufolge hat bei der mit der allge⸗
meinen land⸗ und forstwirthschaftlichen Ausstellung verbundenen
allgemeinen Viehausstellung in Hannover, in welcher die berühm⸗
lesien Viehracen des In- und Auslandes vertreten sind, auch die
Glanrace sich mit Ehren behauptet. Th. d. Wallmonden,
Bulsbesitzer auf Alt-Wallmonden, erhielt nämlich für ausgestellte
Thiere reiner Glanrace, sowie für Kreuzungen von Glan⸗ und
Harzrace mehrere Ehrenpreise.

4F Die kgl. Kreisregierung gibt bekannt, daß die Bezirksarzt⸗
stelle zu Winnweiler nicht wieder besetzt, sondern für den
Bezirk des Amtsgerichts Winnweiler ein praktischer Arzt als Stell⸗
derireler des Landgerichtsarztes in Kaiserslautern bestimmt werden
wird.

F In Oggersheim und Mardorf haben die Feld⸗
mäuse in so bedrohlicher Weise überhand genommen, daß die Ge⸗
neindeverwaltungen beschlossen haben, der daraus entstehenden
Hefahr durch Zahlung einer Prämie von 1 Pf. ver Stück einge⸗
lieferier Mäuse entgegenzutreten.

ꝓ Ein orkanarliger Sturm richtete am 26. d. in Wolfstein
und Umgegend großen Schaden an. Biele Häuser sind ganz oder
heilweise abgedeckt, zwei sogar unbewohnbar; circa 400 Obstbäume
sind eniwurzelt, zerrissen oder am Boden abgebrochen. Die Frucht⸗
kasten sind umgeworfen und die Garben weit fortgeschleudert.

Das baherische Gesetz und Verordnungsbhlatt Nr. 44 ent⸗
hält eine kgl. allerhöchste Verordnung vom 16. Juli ds. Is., die
Körordnung betreffend, welche am 1. Jan. k. J. in Wirksamkeit tritt.

F Bei den Schießübungen des J. Feld⸗Artillerie⸗Regiments
auf dem Lechfelde ereignete sich am 26. do. der Unglücksfall,
daß eine Granate im Rohr zersprang, während der Laderaum noch
offen stand. Durch die Sprengftücke wurden vier Artilleristen,
güücklicherweise nichi lebensgefährlich, verwundet.

F(Aus Bayern.) Nachdem nunmehr seit Errichtung der
Wittelsbacher Landesstiftung zur Förderung des Handwerks nahezu
in Jahr verflossen ist, hat der Herr Staatsminister des Innern
als Vorsitzender des Landesstiftungsrathes die Zentralkasse ange⸗
wiesen, aus den bis jetzt angelaufenen Zinsen des Grundvermögens
den Kreisstiftungsräthen die nach dem Stiftungsstatut und nach
den bisherigen Beschlüssen des Landesstiftungsrathes die betreffen⸗
den Beträge zur Verfügung zu stellen. Es können also demnächst
iber 7000 M. durch die Kreisstiftungsräthe auf die in 8 8, Ab⸗
atz 2, Htt. a-e des Stiftungs-Statuts bezeichneten Zwecke ver⸗
vendet werden, nämlich auf Prämiirungen von Lehrlingen, welche
ich während ihrer Lehrzeit durch Talent, Strebsamkeit, Arbeits⸗
shnng und Füßrung ausgezeichnet haben oder auf Stivendien

—
Deutsches Reich.

( Der Kronprinz des deutschen Reiches) wird nach
den jetzt vorliegenden Nachrichten behufs Inspizirung des 1. bayer.
Armeekorps am 9. September iu Landshut eintreffen.

Der „Hannover. Kurier“ will wissen, zwischen dem Herzog
von Braunschweig und dem bekannten Centrumsführer
Windihorst seien Unterhandlungen in Gang, welche den Eintritt
Windthorst's in das braunschweigische Ministerium bezwecken. (Die
Nachricht ist nicht recht glaublich; sollte sie sich bestätigen, dann
würde fie anzeigen, daß das Centrum mit dem Fürsten Bismard
reell schon weiter gekommen ist, als man äußerlich bisher wußte.
Man erlebt heutzutage freilich gar sonderbare Dinge; warum am
Ende nicht auch das noch ?)

Ausland.

Die Neuwahlen für die französische Abgeordnetenkammer
sind auf den 21. August anberaumt. Die Radicalen sind wüthend,
daß der Termin nicht weiter hinausgeschoben wurde, und klagen
über „Ueberrumpelung“, obwohl seit einem halben Jahr Jedermann
wußte, daß die Wahlen vorzunehmen sind, sei es nun im Auaust
oder im September.

Die Auffindung von Höllenmaschinen in englischen Schiffen
hat in England fieberhafle Aufregung hervorgerufen. Bisher
hatte man die Erklärungen der irischen Agitations-Comites in
Amerika lediglich als Prahlereien betrachtet, seit aber die Gefahr
für die englische Flotte in so furchtbar handgreiflicher Form zu
Tag getreien, hat jene Anschauung dem tiefstem Entsetzen Platz
zemacht und die früher für verruͤckte Hirngespinnste gehaltenen
Drohungen der Fenier in Amerika werden jetzt für bitteren Ernst
Jjenommen. Die kürzlich angenommene Verfassung des fenischen
Scharmützel⸗Bundes“ erklärt ausdrücklich, die Zerstörung der
englischen Flotte und der ungeheuren Waarenlager, Städte und
Borräihe durch Dynamit für den einzigen Zweck der Verbindung.
Die Proflamation schließkt: „Hierzu bedarf es nur einiger ehrlicher
        <pb n="462" />
        an wohlerprobte Handwerksgehilfen zum Besuhe von Fachschulen,
zur Erlangung von Arbeit in berühmten Werkstätten, zum Besu he
bon Gewerbe⸗, namentlich Fachausstellungen und dgl., oder endlich
auf Auszeichnungen selbstständiger Meister für herborragende Leist—
nagen auf gewerblichem Gebiete, insbesondere für Ausbildung einer
Mehrzahl tüchtiger Lehrlinge.

F (Vorm Munchener Schüßenfest) Scheizer: „Weil's bigott
au so famos ischt bi üch in Dütschland ussa, so will ichch mim'
Härz kei G'ewalt mer anthue, und offa ausspracha: Dütschland
läba hoch!“ — Berliner: „Ich jlobe, dat man Ihre Rede janz
famo3 war, aberst wann Sie jloben, dat ich och nur ne Silbe
derstanden, so sind Sie man uff dem Holzweje, — Schwabe:
„Jetzt hent boid a Red g'ehalta, aber verstanda han i au koi
Sterbeswörtle.“ — Tiroler: „Do hoscht jetzt die Sakra; hab's
alm g'sagt, sie lad'n koani Welsche ein, do sitzt glei a ganzer
Tisch voll, wo koaner a Wort deutsch kann.“

F In Berlin hatte ein Kaufmann einen Streit am Bier⸗
lisch und beendete denselben damit, daß er, um weiteren Unannehm⸗
lichkeiten zu entgehen, seinen Gegner nur ansah und sich dabei
mehrfach mit dem Zeigefinger vor die Stirn tippte. Es erfolgte
deswegeu der Verurtheilung des Herrn wegen Beleidigung, weil
die Zeugen aussagten, es habe auf sie den Eindruck gemacht, als
habe derselbe dem Gegner sagen wollen, es sei in dessen Kopfe
nicht richtig. Nach dem Erkenntniß genügt die Absicht, Jemanden
lächerlich zu machen, zur Feststellung der Beleidigung.

FDer König der Hawaiischen Inseln, Kalakaua,
welcher England verlassen hat, um sich nach Brüssel zu begeben,
vird, über Frankfurt a. M. kommend, am 1. August in Berlin
eintreffen.

F Aus Ungarn geht die Meldung von starken Wolken⸗
brüchen ein, durch welche der Ort Abanyßanto im Abanyer Komitat
zerstört wurde. 150 Häuser wurden weggeschwemmt, fünf Kinder
ertranken.

Ein großes Gemetzel hat am 16. ds. in Ecsta (Komitat
Torantal in Ungarn stattgefunden; ein Soldat des dort liegenden
1. Husarenregiments gerieth mit seinem Hauswirth in Streit, in⸗
folge dessen er von letzterem leicht verletzt wurde. Der Soldat
überredeie nun seine Kameraden, die ihm angethane Schmach zu
rächen, während der Bauer die Seinigen zu seiner Unterstützung

Sengscheid.
Sonntag 31. Juli
Harmoniemusik
n meiner Gartenwirthschaft wozu

höfl. einladet
Jakob Schmitt.
Sengscheid.
Sonntag, 31. Juli
wozu höflichst einladet.

XAh. EiCh.

na, 31. Ir

—— Anb
n Vanille-
ronditorei J. Rickel.

Neuer — — —
Incarnat⸗Kleesamen / Buchen-Spähne
rifft in den nächsten Tagen ein J sind zu verkaufen bei
vei —IJ. Uhl jr. Ph. Munzinaer.

IIõhero Real-Handelsschule mit der Berechtigung zum
einjührigen Militairdienst. — Vorbereitung für lateinische
Studien ete. — Pensionat in hoher, sehr gesunder Lage.
-Programm durch die Direktion in Bruch⸗a— (H 69442)

Japeten neueste Muster, unglaublich billig; Musterkarten
versenden auf Wunsch franco und umsonst; aber uicht an

Tapezierer, nicht an Tapetenhändler, nicht an Wiederverkäufer,

vondern nur an Priratleute, da es uns absolut nicht mög-
lich, auf diese unglaublich billigen Preise und ausgezeichnet
schöne Waare noch Rabatt bewilligen zu können.

Bonner fahnenfabrik, Bonn a. khein.

Druck und Verlag von F. X.

mrief; bald standen zwei feindliche Lager einander gegenüber. In
)rm einen die Husaren zu Pferde, mit geladenen Karabinern und
Pistolen, im anderen die Ortseinwohner, mit Dreschflegeln, Sensen
und Hauen bewaffnet. Es entstand ein Kampf, dem leider mehrer—
Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Kavallerist starb an den
Wunden, die ihm mittelst einer Sense beigebracht wurden, der
walachische Hauswirth und seine beiden Nachbarn wurden durd
zahlreiche Hieebe und Schüsse niedergemacht; an einer der Leichen
haben die Aerzte 35 Hiebwunden und eine Schußwunde konstatirt
Außerdem sind mehrere Personen verwundet.

FEinNachlaß von hundert Millionen. Frau
Blanc, die Wittwe des bekannten Spielpächters, ist am 25. Jul
in Paris gestorben und hat 100 Millionen Francs hinterlassen
Zwei Töchter, eine Prinzeß Radziwill und eine Prinzeß Bonaparte
sind die Erbinnen. Frau Blasc war eine geborene Deuische.

FSelbstverbrennung in der Trunkenheit
In Moßley, Lancashire, nahm sich eine verheiratete Frau, namen
Bridget Cogne, in schrecklicher Weise ihr Leben. Sie goß sid
nämlich den Inhalt einer Paraffinlampe über den Kopf um
zündete dann das Oel an. In einer Sekunde war sie vom Kop
bis zu Fuß in Flammen eingehüllt und am ganzen Körper so ver⸗
brannt, daß sie unter den gräßlichsten Qualen starb. Die Frau
soll dem Trunke sehr ergeben gewesen sein und sich im trunkenen
Zustande das Leben genommen haben.

F Ein neues Thermometer. Zum Messen sehr geringer Tem
deraturunterschiede hat Professzr Dufour ein sehr empfindliches
Instrument construiert. Dasselbe besteht aus einer gekrümmten
nach oben konkaven) Röhre, die an einem Ende mit einer Kugel
in Verbindung steht, die mit Luft gefüllt und außen mit Ruß be—
deckt ist. An dem Rohre ist ein Zeiger in der Richtung eines
Radius befestigt, und der ganze Apparat ist um eine Schneide
drehbar. In dem gekrümmten Rohre befindet sich Quecksilber
velches zunächst dazu dient, den Zeiger im Ruhestande vertikal zu
tellen. Aendert sich aber in Folge von Temperaturdifferenzen das
Volumen der Luft in der Kugel, so wird das Quecksilber im Rohrt
oerschoben, damit der Schwerpunkt des Systems, und der Zeiger
zeigt an einer Scala die Temperaturbewegung nach Richtung und
Größe an.

Für die Redaktion verantwortlich: F. Xx. Demes—

Zweite Dr. v. Hauner'sche Kinderspital⸗Lotterie
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Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 31.

ten billibstber
D⸗metz.
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        — e
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblaite verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mif illustrirter Bei⸗
age) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis beträgt vierieljahrlich
XAo A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen J A 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswartẽ
mit 135 fur die viergespaliene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 A vro Zeile berechnet.
j 122.

Dienstag, den 2. Augusit 1881.

Bestellungen für die Monate August und Sep⸗
teniber auf den „St. Ingberter Anzeiger“
uit illustrirtem Sonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen,
n Postboten, von unsern Austrägern und in der Expedition eni⸗
jegen genommen.

Deutsches Reich.

Die „Münchener Corresp.“ will erfahren haben, der baye⸗
rische Landtag werde auf den 20. Sept. einberufen werden.

Die Einnahme an Zöllen und Steuern im ersten Vierteljahr
hrachte der deutschen Reichskasse gegen die entsprechende Zeit
»es Vorjahres ein Mehr von über elf Millionen, worunter die
Zölle mit neun Millionen figuriren; nur die Salz⸗ und Tabak⸗
deuer weisen eine kleine Mindereinnahme auf.

Die in diesem Herbst bevorstehende erste, auf zehn Wochen
zemessene Ausbildung der Ersatzreservisten erster Klasse
erfordert nach der „Allg. Militär-BZig. einen Kostenaufwand von
22 Millionen Mark. Die Uebungen erstrecken sich dabei nur
uuf die Linien⸗Armeekorps einschließlich der dem elften Armeekorps
nhemeinten hessischen Division und auf die beiden bayerischen

orps. —

Einen Beweis für die Mehrbelastung, welche die hohen Ge⸗
eichtskosten dem Volke auferlegen, bietet der jetzt abgeschlossene
Siaatshaushalt von Elsaß⸗ Lothringen für das Etatsjahr
1880/81. Darnach sind in diesem Zeitraum 515,319 M. mehr
in Gerichtskosten eingegangen als im Vorjahre.

Die „Nordd. Allg. Zig.“ veröffentlicht einen am 285. Juli
n Hamburg zur Post gegebenen Drohbrief an den Reichs⸗
anzler Fürst Bismarck, welcher gehässige Drohungen gegen den
Fürsten, sowie gegen Grafen Wilhelm Bismarck enthält. Dem
Schreiben lagen Ausschnitte aus forischrittlichen Blättern mit einer
Tarricatur aus der Hamburger „Reform“ bei. Hoffentlich legt
nan dem elenden Schreiben weiter keine Bedeutung bei.

* Was die Abreise Kaiser Wilhelms von Gastein anbelangt,
o soll dieselbe nach den bisherigen Dispositionen am 5. August,
also am Tage nach der Zusammenkunft mit Kaiser Franz Josef,
exfolgen, doch dürfte dieses Datum wohl noch nichts als ganz
eststehend zu betrachten sein.

Ausland.

* Eine Niederlage, welche vor einiger Zeit der Emir von
Ahghanista, Abdur Rhaman, der Protege Englands, durch
einen Gegner Ejubkhan, erlitten hat, wird möglicherweise zu einer
ibermaligen Intervention der Engländer in Ahghanist an führen.
Bereits haben die in dem indisch⸗afghanischen Grenzposten Quettah
ind Umgebung stationirten englischen Truppen Befehl erhalten,
ich zu concentriren, so daß eine Wiedermarsch der Engländer zu—⸗
aächst gegen Xandahar nicht unmöglich erscheint.

*Fuͤr Rußzland bildete die Reise Kaiser Aleranders nebst
ahlreichem Gefolge von der kaiserlichen Sommerresidenz Peterhof
nrach Moskau das Haupt-Ereigniß der vergangenen Woche. Es
nüssen allerdings gewichtige Gründe gewesen sein, welche den
Fzaren verenlaßten, seine bisherige Zurückgezogenheit aufzugeben
ind plötzlich die zweite Hauptstadt — für die Altrussen noch
mmer die erste — des russischen Reiches mit seiner Anwesenheit
zu beehren. Vorläufig muß man annehmen, daß die in Aussicht
jenommene Krönung des Czaren im Moskauer Kreml in Zu⸗
ammenhang mit dieser Reise steht.

Zur Kaiserzusammenkunft in Gastein.

Abermals findet auf österreichischem Voden eine Begegnung
wischen unserm Kaiser Wilhelm und dem Herrscher des öster⸗
eichischen Kaiserstaates statt, welche von Neuem sowohl für das
Freundschaftsband, welches zwei der mächtigsten Monarchen Europs
nschlingt, als auch für die fortgesetzt herzlichen Beziehungen, die
wischen dem deutschen Reiche und der österreichisch⸗ungari schen
Ronarchie obwalten, beredtes Zeugniß ablegt. Wie im vergangenen
Jahrc Ischl, so wird in diesem Jahre am nächsten Donnerstag,
August,, das in den Salzburger Bergen so malerisch gelegene
had Gastein, dessen heilkräftige Ouelle auch dieses mal von bester
Wirkung für den greisen deutschen Kaiser gewesen sind, Zeuge
Fjeser denkwürdigen Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und
daiser Franz Joseph sein. Wenn nun dieselbe zunächst auch nur
vestimmtist, dem personlichen Freundschaftsverhältnisse zwischen
eiden Monarchen erneuten Ausdrud zu verleihen, so wird man
hoch nicht leugnen können, daß die Kaiserzusammenkunft in Gastein
uuch ihre hohe politische Bedeutung hat, welche vor allem darin
zesteht, daß die politischen Bande zwischen Deutschland und Oester⸗
reeich seit dem Bestehen des deutscheösterreichischen Bündnisses sich
ucht nur in keiner Weise gelockert haben, sondern vielmehr noch
ester geworden sind. Diese Behauptung findet ihre Bestätigung
umeist in dem unverminderten Einvernehmen, welches zwischen
eiden Staaten in Bezug auf ihre auswärtige Politik besteht
ind das besonders in den orientalischen Angelegenheiten hervor⸗
rat, denn hauptsächlich dem völligen Einverständnisse zwischen den
heiden mitieleuropäischen Kaiserreichen ist es zu danken, daß die
zriechisch⸗ türkische Grenzfrage in so verhältnißmäßig rascher Weise
riediiche Regelung fand. Aber auch in allen anderen Fragen
zon hervorragender internationaler Bedentung macht sich das Ge—
nicht des deutschösterreichischen Einverständnisses in friedlichem
Sinne geltend, so daß man wohl behanpten kann, daß die jetzt
m europäischen Concerte im Allgemeinen herrschende Harmonie
nicht zum Mindesten dem auf Erhaltung des Friedens gerichteten
Finflusse des deutscheösterreichischen Bündnisses zuzuschreiben ist. —
xzs wird darum wohl Niemand daran zweifeln, daß die Kaiser⸗
usammenkunft in dem berühmten salzburger Badeort auch den
Zweck hat, die Erhaliung der Alliance zwischen Deutschland und
Zesterreich und die friedliche Tendenz derselben zu betonen und
s ist erklärlich, daß das deutsche wie das österreichische Volk dem
Zusammentreffen Kaiser Franz Josef's mit seinem erlauchten
jreunde und Bundesgenossen die lebhaftesten Sympathien ent⸗
egenbringt. Wenn wir Deutsche den Tag von Gastein mit be—
onderem Jubel begrüßen, so geschieht dies, weil dieser Tag ein
jeuer Markstein auf dem Wege ist, der uns mit dem stammver⸗
vandten Oesterreich in politischer und wirthschaftlicher Beziehung
mmer näher verbindet, und daß dieselbe Erkenntniß auch bei dem
berwiegenden Theile der Völker der habsburgischen Monarchie
horherrscht, beweisen die herzlichen Wünsche, mit denen die ange⸗
chensten Blätter Oesterreich Ungarns die Kaiserbegegnung in Gastein
ꝛegleiten. Von Seiten dieser Blätter war hierbei guch vielfach
zie Möglichkeit erörtert worden, daß der deutsche Reichskanzler
owie der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreichs
bvaron v. Haymerle, an der Zusammenkunft ihrer Souvberain
hei.nehmen wuͤrden, indessen ist dies aus naheliegenden Gründen
ucht wahrscheinlich, wie denn auch die vorjährige Zusammenkunft
daiser Wilhelms und Kaiser Franz Josephs in Ischl ohne das
heisein der genannten Staatsmänner stattfand. — Möchten sich
mn die Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche, welche in
deutschland und in Oesterreich an den Tag von Gastein geknüpft
erden, erfüllen, möchte auch die diesjährige Kaiserzusammenkunft
heutschland und Oesserreich zum Heile gereichen!

Vermischtes.

* St. Ingbert, 2. August. Gestern, 1. August, feierten
die hiesigen Schmelzarbeiter wie alljährlich in der üblichen
Weise duͤrch Goit esdienst mit Todtenamt und Predigt ihr Patro—
narsfest. — In der nächsten Zeit werden abermals eine Fa—
nilie und mehrere einzelne junge Leute von hier nach Nord-Ame—
rika auswandern.

* St. Ingbert, 2. August. Vorgestern Nachmittag gegen
3 Uhr waren in der Wohnung der Wittwe Walle in Ommersheim
mehrere junge Burschen im Alter von 16 und 17 Jahren ver⸗
ammelt. Der 16 Jahre alte Sohn der Wittwe Walle hatte eben
einen Kameraden einen Stock gezeigt, den er sich gekauft hatte,
ils er ploötzlich einen Karabiner von der Wand nahm und wahe⸗
cheinlich im Scherz auf den anwesenden J o st von Ommersheim
nit den Worten: „Alleweil schieß ich dich' anlegte. In demselber
Alugenblick krachte ein Schuß und Jost sank, schwer in den Ho
gettoffen nieder. Die ganze Schrotladung war dem Jost in
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        rechte Halsseite eingedrungen, so daß derselbe sehr schwer darnie—
derliegt. Wahrscheinlich hatte Walle keine Ahnung, daß das Ge⸗
wehr geladen war und so aus Unvorsichtigkeit den Jost getroffen.
H Aus dem Bliesgau. Mit Eintritt der besseren
Witterung sind jetzt die Bauern eifrig mit der Weizenernte be⸗
schäftigt. Weizen wie Hafer werden verhältnißmäßig wenig Gar—
hen liefern, jedoch ungemein hohen Körnerertrag. Die Kartoffeln,
m üppigsten Wachsthum stehend, berechtigen zu den schönsten Hoff—
nungen. Auch bewirkte der Regen, daß es ziemlich Grummet
giebi. Auch die Obsternte wird reichlichen Ertrag liefern, wenn⸗
gleich die Kirschen wenig ertrugen. Günstige Spätsommerwitterung
sann somit unseren Landwirthen noch Vieles nützen.—
HGersheim, 80. Juli. Hier wie in Ehlingen wurde
des Nachts auf der Bleiche ein Stück Tuch, beide ungefähr 50—60
Mtr. lang, gestohlen, ohne daß man des Thäters habhaft werden
sonnte. Eine Mahnung, das Tuch Abends von der Bleiche'zu nehmen.
B. Morgen (Mittwoch) Nachmittag von 2 Uhr ab begeht die
tgl. Präparandenschule zu Blieskast el im König'-
schen Gartensaale daselbst ihre Schlußfeier. Es kommen dabei
— —
Schüler zum Vortrage. Die Anverwandten der Zöglinge, wie
Schul⸗ und Musikfreunde sind durch den Vorstand der Anstalt zur
Theilnahme an der Feier eingeladen.
ꝓ Aus der Hauptkasse des pfälzischen Gustav-Adolf⸗-Vereins
erhielten u. a. folgende Gemeinden Gaben zugewiesen: Blies—

rwastel 1000 M. Ensheim 400 M., Mittelberbad
1000 M. Neuhäusel 650 M. Die Kollekte der Hauptver
ammlung mit 229 M. erhielt Mittelbexbach.

Als Landtagskandidat fir Homburg⸗Kusel wird in
der „Zw Ztg.“ Volksschullehrer Glück von Langwieden warm em.
pfohlen. —

7 Ein Metzger in Kaiserslautern wurde von dem
Gerichte bestraft, weil er Kuh fleisch statt Ochsen fleisch ver—
kauft hatte. Die Sache ging bis zum Reichsgericht und begrün—
dete der Angeklagte seine Revisionsbeschwerde damit, daß er daß
Zuhfleisch zu seinem richtigen Preise, nämlich zu 45 Pf. verkauft,
sich somit einen rechtswidrigen Vortheil durchaus nicht verschafft
jabe und das Publikum keinestheils benachtheiligt worden sei, die
wesentlichsten Voraussetzungen des Betrugsparagraphen daher nicht
horhanden wären. Das Reichsgericht bestätigte aber das erstrichtet
iche Urtheil, indem es aussprach, daß ein rechtswidriger Vortheil
chon in dem Umstande zu finden sei, daß der Angeklagte Kuhfleisch
tatt Ochsenfleisch verkaufte, wobei es auf das Preisverhältnif
aicht ankomme und daß in dieser Handlungsweise allerdings eint
Täuschung und Benachtheiligung des Publikums gefunden werder
müsse, wenn auch angenommen werden wolle, daß der Preis dem⸗
jenigen des Kuhfleisches entsprochen habe.

4 Die diesjährige Versammlung des pfälzischen Forstbereins
findet am 3. und 4. September in Kandel statt.

Far die Redallion veranwociiic bemes.

232 3— verlebten Doctors der Medizin
Licitation. Peter Franz Zephir Lecart;
III. Die Kinder und Repräsen⸗

anten eines solchen, aus der

weiten Ehe der Verlebten als:

1. die Repräsentanten von Wil⸗
selmine Großard, im Leben
ẽhefrau von Adolph Schwartz,
stentner in Metz, Namens
a. Wilhelmine Schwartz,
edig, großjährig und ohne Ge⸗
verbe in Metz wohnhaft und

b. Johanna Schwartz, min⸗
erjährig, allda, welche ihren
zenannten Vater zum gesetzlichen
Formund und den Aubaüũm
voignier, Rentner in Metz,
um Beivormunde hat.

2. Katharina Großardt,
zewerblose Ehefrau von Carl
lugust Weigand, Apotheker,
zeide in St. Ingbert wohnhaft,
ind Letzterer selbst, der ehelichen
xxrmächtigung und Gütergemein⸗
chaft wegen.

St. Ingbert, 2. August 1881.
K. Auffschneider,
Amtsvberweser.

* v
Licitation.

qm Wald am untern Kah—
lenberg und Plan NMr.
442, 15 a 67 qm Wald
allda;

Eigenthümer sind:

Der Wittwer, die Kinder und
Erben der in St. Jugbert ver⸗
ebten Elisabetha Weis, als:

J. Peter Joseph Woll,
daufmann, in St. Ingbert
vohnhaft, Wittwer der Verlebten;

UI. Max Joseph Woll,
kisenbahnbeamter in Kaisers⸗
autern wohnhaft;

III. Otto Theodor Woll,
staufmann in St. Ingbert wohn⸗
haft;

IV. Elisabetha Carolina
Woll, ledig und ohne Gewerbe
daselbst wohnhaft;

V. Regine Rosine Woll
und VI. Eudwig Carl
August Woll, diese beide
roch minderjährig, welche ihren
genannten Vater zum gesetzlichen
Vormund und den Franz
Woll, Kaufmann und Organist
in St. Ingbert wohnhaft, zum
Beivormunde haben.

St. Ingbert, 2. August 1881.

K. Auffschneider,
Amtsperweser.

Kopfwaschwasser
für Damen und Herren als:
DBau de Quinine, Honbé
Water, Dau Athèdnieune
ferner das beste in
Toiletto· Essig, als ächten
Vinaigro do Bully
„oilotto
Oster⸗Wasser ꝛc. ꝛc.
empfiehlt Joh. Weirich.
weleho Prunzösisch, Eng
lisch, Italienischa, oder
BSpaniseln wirklieh
qas prechenm lernen wollen
ratis und franmco zu bez⸗ieher
dureh die
IXVXX
Verlagshandlung in Lei pzig
Rechnungen
in allen Größen, mit blar
und rother Liniatur wer
den billigst angefertigt bei
X. Demetz.
mann's

Mittwoch, den 17. August
aächsthin Nachmittags 2.Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
shaft des Reguirenten Ferdinand
dberhauser

werden durch den unterzeich⸗
neten hiezu gerichtlich beauftragten
Amtverweser des kgl. Notars
Franz Sauer zu St. Ingbert,
die nachbeschriebenen Liegen—
schaften, abtheilungshalber öffent⸗
ich an die Meistbietenden zu
Eigenthum versteigert nämlich:

a. in der Steuergemeinde

St. Ingbert.

l. Plan Nr. 832, 8 a 90 qm
Wiese in den Großwiesen;
Plan Nr. 820, 10 a 90
qm Wiese allda;

3. Pᷣlan Nr. 834, 5 a 45
qm Wiese alldea;

d. in der Steuergememeinde

Rohrbach.

14. Plan Nr. 1317 und 1318,
i8 a 30 qm Wiese in
der Brückwiese und im alten
Thal;

Plan Nr. 1380, 6 4 10
qm Wiese allda, und

z. Plan Nr. 1335, 3 4 10
qm Wiese allda;

Eigenthümer sind:

Der' Wittwer II. Ehe, die
Kinder und Erben J. und II. Ehe
der zu St. Ingbert verlebten
Maria Graffston, gewesene
Wittwe von Georg Oberhau⸗
ser, im Leben Müller in St.
Ingbert, als:

PY Wilhelm Großard,
früher Müller jetzt Rentner in
St. Ingbert, Wittwer II. Ehe
der Verlebten.

II. Die Kinder J. Ehe der
Berlebten als:

i. Ferdinand Wende⸗
lin Oberhauser, Cafetier
m St. Ingbert.

U. Viktor Oberhaufer,
Privatmann in Bois-Colombes,
Hemeinde Asnieres in Frankreich.

II. Maria Theresia
Carolina Oberhauser,
yhne Gewerbe in St. Ingbert.
itiwe des in Levallois-Perret

Donnerstag, den 18. Au⸗
* nächsthin, Nachmittags 2
ihr zu St. Ingbert, bei GBRAM
unz Jareb Benrich, Holz⸗Roll⸗ Caden &amp; Zug JZalousien
werden durch den unterzeich⸗ bolidester Construktion, nebst dazu gehörigem Beschläe
jeten, hiezu gerichtlich beauftrage iefern zum Fabrikpreise Gebr. Scluον
Dcle der n S NB. Auf Verlangen besorgen wir auch das Anmachen.
ie chstehend beschriebenen Lie⸗ *Sttellen-Ausschreibungen kostenfrei ———
zenschaften der Abtheilung wegen Anzeiger für das deutsche Reich. Central⸗
ae et eee Stellen DI *
— * estandes, er ndu irthe⸗?
zu Eigenthum versteigert, näm⸗ chaft. Erscheint Mutwochs u. Samstags jeder —* 8 adrae
ich: tungsformat. Vorzüglichstes Organ für Stellesuchende aller
a. in der Steuergemeinde Braͤnchen. Abonnementspreis für je 8 Nummern 2 Mart, fur?
Sn Ingdert 24 Nummern 5 Mark. Betrag per Postanweisung erbeten. Zusen⸗
ß Plan nau 3, 3 4 80 dung erfolgt franco per Streifband. Beginn d. Abonn. jederzeit.?
8 4 8 Deutliche Angabe des Namens, Wohnorts und der Branche nöthig.ẽ
Im Fläche, worauf ein Das Blatt eignet sich auch speziell zu Ankund. von Geschäftsverkäufen
Wohnhaus mit Keller und ꝛc. Insertions-Preis pr. Zeile 20 Pf. Adresfse: Stelleu⸗Anzeiger?
doftaum und Plan Rr. in re Pr. Brandenburg. —
8 usschreibungen offener Stellen von Seiten d Chefs neh⸗
r 8— 3 58— e men wir vollstand. kostenfrei in unser Blatt er derren Chess neh
St. — 1224nantloa Bunqiaatειοισ —— —
—— neben Joserh TIA — — —
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d. in —* Steuergemeinde 6 uittungs or mulare
—R für Schullehrer und übrige Gemeindebediensteten 10 Stüd
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Druck und Verlag von F. X. Demestz in St. Ingbert. J

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* —5— 2 22 553582 —* 5525 538 F 2
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— —A *523 55 v —E
52 * 8* — 385 553 8
A— —— 33114535
5332 55 —— 23555 —X 53s52z686
2533 5* * —s—z5533 —75535 5
— 32 — * 2 — 33835 35 —8 —5 93323
3 8 555 73 * ——— 233 3523533
2 8 5 2237 2* 83 — 558 55 55 — — s85 s5 237
288* ———— 552 5838525* 52 58
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        St. Ingberker Anzeiger.
— — — — — J * — —

Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

1AM 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum. Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 123.

Dennerstag, den 4. Auaust

1881.

Bestellungen für die Monate August und Sep—

tember auf den „St. Ingberter Anzeiger“

mit illustrirtem Sonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen,

den Postboten, von unsern Austrägern und in der Expedition ent—⸗
Jegen genommen.

Ausland.

* Die Wahlbewegung in Frankreich ist jetzt, wo die Neu⸗
wahlen zur Deputirtenkammer vor der Thüre stehen, in vollem
Gange. Alle Parteien entfalten eine fieberhafte Thätigkeit und
besonders die Gambettisten haben eine große Anzahl von Candi-—
daten aufgestellt, welche nicht nur royalistischen und bonapartistischen
Gegnern, sondern auch vielen Candidaturen der gemäßigten Linken
gegenüberstehen. Der Ex-Dictator selbst will in Tours die Tage
von Cahors wiederholen; der Gemeinderath der erstgenannten Stadt
ziebt Gambetta am Donnerstag (heute) Abend ein großes Banket,
auf welchem derselbe seine große politische Rede halten wird. —
Nach einer der „Agence Havas“ aus Constantinopel zugegangenen
Mittheilung empfing der Sultan am Sonntag den französischen
Geschäftsträger Montholon in Audienz, wobei Abdul Hamid dem
Vertreter Frankreichs seine freundschaftlichen Absichten gegenüber
Frankreich versicherte und erklärte, er habe dem Gouverneur von
Tripolis befohlen, alle gegen Frankreich von Tripolis aus gerich—
leten Umtriebe zu unterdrücken.

Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland haben
Moskau wieder verlassen und sind, wie der „Regierungsbote“
meldet, am 1. ds. Mts. in Nishni Nowgorod eingetroffen. Auf
dem ganzen Wege von Moskau ab erwartelen in den verschiedenen
Drien große Volksmassen die Majestäten und begrüßten das Herr—
scherpaar mit enthusiastischen Kundgebungen. In Nishni Nowgorod
vohnte der Kaiser der Einweihung der neuerbauten Kathedrale bei,
welche dem Andenken des verewigten Kaisers Alexander II. geweiht
st. (Es scheint, daß der Czar eine Rundfahrt durch die Mitte des
alten Rußlands beginnt, um mit dem „Volk“, d. h. den Bauern
versönlich Fühlung zu nehmen.)

Deutsches Reich.

Der Kaiser von Oesterreich trifft am 5. ds. Abends in
München ein und reist von dort Sonntag Morgens über Kempten
und Lindau nach Bregenz.

Die neulich veröffentlichten Mittheilungen über einen bevor⸗
stehenden Personenwechsel im Cabinetssecretariat Sr. Maj. des
Königs von Bayern, so insbesondere in Betreff des Rücktritis
des Herrn v. Ziegler, werden aus bester Quelle als vollständig
aus der Luft gegriffen erklärt.

Von allen Entideckungen über die Ursache und den Effekt der
bayerischen Landtagswahlen ist diejenige des Berliner
storrespondenten der Pariser „France“ die kostbarste dieser Wahl⸗
ausfall soll nämlich eine Zuneigung des Volkes zu Oesterreich und
und die bevorstehende Ablösung Bayerns aus dem deutschen Reiche
unter künftiger Gravitirung nach Wien bedeuten. Die Münchener
hätten also angeblich Lust, österreichische Provinzialstädter zu werden.
Voͤllig so weit ist es noch nicht.

Nach der „Abztg.“ wird für die beiden bayerischen
Armeekorps auf Grund der hierwegen erlassenen allerhöchsten
Verordnung die diesjährige und erste Ausbildung der Ersatzreserve
J. Kl. während des Zeitraumes vom 22. August bis 30. Okiober
Statt finden. Bei den Infanterie-Regiementern und Jäger-Batail⸗
lonen wird jedes Bataillon eine Kompagnie von Ersaßreservisten
formiren, die Ersatzreservisten der Fußartillerie werden in den Fest⸗
ungen Ingolstadt und Germersheim, sowie Neu⸗Ulm entsprechend
zeübt werden.

*In diesem Jahre werden bekanntlich die Ersatz-Reservisten
L. Classe zum ersten Male zu Uebungen eingezogen. Von gewisser
Seite ist aus diesem Anlaß auf die Kosten hingewiesen worden,
weiche dem Reiche abermals aus dieser Erhöhung seiner Wehrkraft
erwachsen, wir aber sollten meinen, daß es sich bei Durchführung
einer so wichtigen Maßregel wie es die militairische Ausbildung
der Ersatz⸗-Reserve ist, nicht um die Kosten handeln kann, die
übrigens nicht allzu hohe sind. Mit der Ausbildung unserer Er⸗
jatzreserve thun wir einen wesentlichen Schritt vorwärts in der
Entwickelung unseres Wehrsystems, in welchem hierdurch eine Lücke,
die sich immer mehr zeigte, ausgefüllt wird, außerdem wird aber
die Ausbildung einer so bedeutenden Ersatzreserbe sicherlich die Acht⸗
ung, welche das Ausland vor der deutschen Armee hegt,
noch erhöhen, was für die Erhaltung des Weltfriedens gewiß von
heilsamen Einflusse ist. (In Bayern werden in diesem Jahre im
Ganzen 4629 Ersatzreservisten zur Uebung zugezogen.)

Nachrichten, welche von verschiedenen Seiten eingehen, lassen
es als möglich erscheinen, daß die Wahlen zum Reichstag
früher stattfinden, als bisher angenommen wurde. Alle Anstalten
werden wenigstens in der Art getroffen, daß die Wahlen noch im
September stattfinden können. (Das Mandat des am 30. Juli
1878 gewählten Reichstages ist am letzten 80. Juli abgelaufen?

* Der dem Reichskanzler aus Hamburg zugegangene Droh⸗
ovrief ist nebst einem zweiten, dem Fürsten Bismarck aus
Frankfurt a. M. zugegangenen ähnlichen Schreiben dem
preußischen Justizminister vorgelegt worden, damit die Staatsan⸗
waltschaft Erhebungen über die anonymen Absender anstelle und
ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werde.

Der deutsche Kaiser wird sich, nachdem am 4. August
die Zusammenkunft mit dem Kaiser von Oesterreich erfolgt sein
vwird, am 6. August von Gastein aus direkt zur Kaiserin nach
Koblenz begeben. Es heißt, daß der Kaiser längere Zeit, vielleicht
bis zum Anfang des Monats September, dem Beginn der Herbst⸗
manover, in Koblenz verweilen wird, so daß in diesem Sommer
der Kaiser seinen sonst gewohnten Aufenthalt auf Schloß Babels-
herg nicht nehmen wird.

Vermischtes.

* St. Ingbert ,«a4. August. Dem Jahersberichte der hiesigen
k. Lateinschule für 1880/81 entnehmen wir, daß die Anstalt das
Schuljahr nit 121 Schülern, darunter 38 Auswärtige, eröffnete.
Der Confession nach scheiden sich dieselben in 80 Katholiken, 38
Protestanten nnd 3 Israeliten. Bis zum Schlusse des Schul⸗
ahres verblieben in der Anstalt noch 101 Schüler, die sich auf die
einzelnen Klassen wie folgt vertheilen: J. Klasse 28, I. Klasse 28,
II. Klasse 20, IV. Klasse 20 und V. Klasse 3. Die Einschreibung
jür das nächste Schuljahr findet am 28. September, morgens
h Uhr, statt. Am 29. und 30. September werden die Aufnahms⸗
und Nachprüfungen abgehalten. Der regelmäßige Unterricht beginnt
am 1. Oktober. Wer in die 1. Klasse eintreten will, muß das
neunte Lebensjahr vollendet, darf aber das zwölfte nicht über—
schritten haben. Derselbe muß außerdem im Besizze der Kenntnisse
in der Religion, im Deutschen und im Rechnen sein, die für das
dierte Schuljahr in der Volksschule vorgeschrieben sind. Arme
Schüler erhalten Lehrbücher und Schreibutensilien aus den Mitteln
der Anstalt gestellt.

* St. Ingbert, 4. August. (Silberne Hochzeit. Gestern
jeierten Herr Hüttenwerksbesitzer Heinrich Krämer und Ge—
mahlin auf dem Schlößchen Elsterstein dahier im Kreise von
Verwandten und Freunden das Fest ihrer silbernen Hochzeit.

*St. Ingbert, 4. August. Schon öfters haben sich
Kinder durch Barfußgehen Verletzungen und Krankheiten zugezogen.
So trat auch gestern ein solcher „Barfüßler,“ ein 8sjähriges Mäd—
hen eines Glashüttenarbeiters, im Hofe der Glashütte in einen
zlühenden Glasscherben und verletzte sich am Fuße derart, daß die
Hilfe des Arztes in Anspruch genommen werden mußte.

* St. Ingbert, 4. Aug. Die aus dem „Pfälz. Kurier“
in verschiedene Blätter übergegangene Nachricht von einem gegen
die ctienbrauereißZweibrücken wegen Bierfälsch—
unng angestrengten Prozesse ist, wie uns von einem Mitgliede des
Aufsichtsrathes mitgetheilt wurde, un richtig.

Der Herr Abgeordnete C. Schmidt, k. Rath am ober⸗
ten Landesgericht, richtet an die Wählerschaft der Stadt Pirma—
ens folgende Ansprache: „Es ist mir nicht unbekannt geblieben,
mit welcher Wärme und Energie sich die Vertreter der Bürger⸗
chaft von Pirmasens für meine Wiederwahl als Landtagsab ge—
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        ordneten ausgesprochen haben. Seit 12 Jahren dauert dieser
Beweis des Vertirauens und der Freundschaft ununterbrochen fort,
immer waren die Bürger der Stadt Pirmasens auf meiner Seite,
stets bereit zum Kampfe gegen die gemeinschaftlichen politischen
Gegner und zum Schutz ihres Abgeordneten gegen feindselige Ge⸗
sinnung und Leidenschaft in der eigenen Partei. So haben denn
auch in dem jüngsten Wahlkampf vom 21. Juli meine Freunde
von Pirmasens den alten Ruf der Charakterfestigkeit wiederum be—
währt, so daß ich mit aufrichtigem Herzen ausrufe: ich bin stolz
darauf, der Abgeordnete für Pirmasens zu sein! Wenn nun auch
in Folge verwerflicher Intriguen das bisher bestandene äußere
Band sich gelöst hat, so bleibt dennoch das innere Band bestehen
— es isi unauflöslich. Ich bleibe immerhin und für alle Zeit
der Abgeordnete für Pirmasens! Empfangen Sie Alle, geehrte
Herren und Freunde, meinen herzlichsten Dank für Ihr Vertrauen.
Ihr treu ergebener Abgeordneter Carl Schmidt.“

In Landau erschoß sich mit seinem Dienstgewehr der
21 Jahre alte Sergeant Weber der 9. Compagnie des 18. Inf.⸗
Reg. gebürtig aus Ingolstadt. Eine über ihn verhängte Strafe
von 10 Tagen Mittielarrest soll ihn hierzu veranlaßt haben.

Th. Löwenberg in Marnheim erhielt ein Patent auf
selbstthätiges Feuerzeug.

An einem Weinstocke eines Hauses in Dürkhe im wur—
den 1080 Trauben gezählt und schätzt der Besitzer den Ertrag
desselben auf ca. 4 Zentner Trauben. (D. A.)

In Mutterstadt wurden der „Sp. Ztg. zufolge in
zwei Tage 26,000 Mäuse 2 1 Pfg. abgeliefert.

— Das Kreisamtsblatt Nr. 47 enthält die Tabelle über die
Vertheilung des Kreisbeitrages (72,000 M.) zur Unterhaltung der
Distriktsstraßen der Pfalz für das Jahr 1881.

4 In vier Bezirken der Stadt Mestz sind bei den Gemeinde—
rathswahlen, wie vorauszusehen war, lauter Französlinge gewählt
worden; im fünften entspann sich ein harter Kampf und vorerst
Da der Detail⸗Verkauf von
Fensterglas und Glasglocken
hei den Hütten der hiesigen Gegend mit dem
1. August ds. Is. aufhörte, so habe ich ein
Lager obiger Artikel eingerichtet und empfehle

solche bestens.
Schnappbach, den 2. August 1881.
Bernhard Kech.

Die Wormser Müller-Schule
beginnt das Wintersemester am 1. November. Programm
und Auskunft ertheilt die
Direction: Dr. Schneider.
WMORMS a. Ru.

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Neuheiten für die Herbstaussaat und
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Jeder Abonnent, der sich auf das 2. Semester der Neuesten
Nachrichten fur Gartenbau ꝛc. pränumerirt, erhält obige Sa—
men⸗Sorten in eleganter Verpackung sofort mit den im Juli
erscheinenden ersten Nummern zugesandt.

Die „Neuesten Nachrichten aus dem Gebiete des Gartenbaues,
der Landwirthschaft, Jagd u. Fischerei“ erscheinen wöchentlich 1mal
in Bogenformat und enthalten stets das Neueste und Gedie⸗
8 aus obigen Sparten. Fast 900 Mitarbeiter und

übonnenten bringen ihre Erfahrungen im Blatte!

Weit über Teutschlands Grenzen wird es mit Interesse gelesen,
und in kurzer Zeit ist selbes ein sehr beliebtes Garten⸗ und
landwirtoͤschaftliches Fachblatt geworden. Amerikanische
und deutsche Fachblätter speudeten reichliches Lob den
Neuesten Nachrichten!

Redigirt von Albert Fuürst, Baumschulenbesitzer, Kunst⸗
und Handelsgärtner. Preis des II, Semesters 2 Mark 70 Pis.,
des completen Jahrganges 5 Mark 20 Pf. Probenummern
mit dem großen Schmalhofer Haupt⸗Catalog und Blumen⸗
zwiebel⸗Verzeichniß gratis und franco. Alle Vostanstalten und
Buchhandlungen nehmen Bestellungen an, mit Vortheil bezieht man
das Blatt aber auch diretkt in Schmalhof, Post Vilshofen
in Niederbayern am

Vercfaa der Neuesten Nachrichten.

—
«
Druck Ind Verlag voṽ F.

xXx.

wurden da, wie der „Sp. Ztg.“ gemeldrt wird, zwei Deutsche —
Landgerichtsdirector Lellbach (Pfälzer) und Bauunternehmer Heister
— und ein gemäßigter Franzose gewählt. Für die übrigen vier,
welche dieser Bezirk noch zu stellen hat, ist ein ueuer Wahlgang
nöthig, da im ersten die exforderliche Stimmenmehrheit für sie
nicht erzielt wurde.

Im Elsaß verstehen sie das Butterfälschen! Da wurden
neulich in Zabern auf dem Wochenmarkt einer Händlerin 42
Pfund Butter von der Polizei weggenommen, welche 60 Procent
—V———

In Munchen sollte am Sonntag Nachmittag mit der
Preisevertheilung das Bundesschießen geschlossen werden. — Der
Hesuch der Festwiese am Freitag war ein kolossaler; in der Wirt-
chaft zur „Schützenliesl“ allein wurden an diesem Tage 20,000
Maaß Bier verzapft.

F Im bayerischen Hochgebirge ist in den letzten Tagen
des Juli Schnee gefallen.

F In Göftingen ist der Studiosus der Naturwissen—
schaften August Stöpel aus Landau, welcher am 21. d. in einem
pistolenduell schwer verwundet wurde, gestorben.

4 Mit der neulich gemeldeten Verlobung des Grafen Wilhelm
Bismardsist's nichts. Er will noch warten.

nr di⸗ Redaktion verantwortlich? * Demes.

— St. Ingbert. (Eingesandt.) Wie uns mitgetheilt
wird, beabsichtigt Herr Lehrer Schlaudecker mit seinen Musik—
chülern am naͤchsten Sonntag Nachmittag im Oberhauser'schen
Zaale ein Conzert zu veranstalten. Das Programm ist ein sehr
imfangreiches und bei der guten Schulung der jungen Conzert—
zeber üud den Fortschritten, die sie im letzten Jahre machten, ist
edenfalls auch eine gelungene Durchführung desselben zu ers
warten. Jugende und Musikfreunde seien hiermit auf dasselbe
zufmerksam gemacht.
———

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Zweibrücken, sowie bei: Joh. Friedrich, F. Woll, Buch⸗
handlung und Joh. Weirich, Frieseur in St. Inabert.
apeten neueste Muster, unglaublich billig; Musterkarten
versenden auf Wunsch franco und umsonst; aber nicht an
Tapezierer, nicht an Tapetenhändler, nicht an Wiederverkäufer,
sondern nur an Privatleute, da es uns absolut nicht mög⸗
lich, auf diese unglaublich billigen Preise und ausgezeichnet
schöne Waare noch Rabatt bewilligen zu können.
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2235 — 3 — 52325558 * —
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2 53333 57 22853 2 — 8333
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A —25 755 37833 —— 753
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383 3225 23 e 352355337 — 5 2 2536 533
3 *2335 2 52553 33 238 —— 335 352 85
2 7522* 22 A — 223 —A 3233836 — 527* 323
S a338 235 — 18 2 5682 4 Z53 5323 83 5343
25*8 325323 *72 2582338 5 — *2 3 8 — —
7 32 2333 22 2335 13 3223 58* 223.5 53 2 6 —53
232 2555352 237* 523853338233 3
* * * —88 — 2 533 52** — —
*23 —* — 52338 * c.532 23 23223 2
32 57 2 * 225 — — 5 * 2332 8 323 3532
—3 — 525* 2557—33— —553.,35 78333 2333553
8 —— 3855* 2 28 FZ5 2 225* 588383 2* 3
VM7 ——— 2 5 58 58 *5538 8 — 1323 8733 — 323
J8 3757 — 322 * 2 8 —5— 58 52358 33 3. 8 —
An — 7232 2333 5553 2 33 553238* 23235338
3 228* 8 5.25 —3335 33 3 38* 33.

8 — 8 2 * * 723— 2 — 2. * ·2 2—
24333833 85 3538 8 253338 333—5*83 55383878
— 22 8 25 4 2 * * 2 * * 27
—Ar 55233 523 * 2 S3. 22 323. 5325. * 2 7 *
5553 3 32 * 7 — — 8 — — . 255333
* 3388 3 33583 ——— 355535555

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5 *333⸗ 2 235 282333.8 2 2
— —— 353833—*3 2 252338327 — 532 2
*8335333 332 222587 38 329*
2 2823* — 552 33 8
335533533 553*538835* 3535 22
22 58838 2*3228 — 23 2388 385
S823 533 3* 3 8 7555335758 3 2. 3. 8*
5* 3338 — 228 52335—* —
3 I* *22*5 seg338 — 2532
23353 35 582538 5323,333——
258 83* 333 7
*52* *33 57730 — 23— * 582 232* 5*5 258 —6—
*2* 253 3533232383 —823253* 522.3 777 3.3
2 2 2. 22 282 —s S. — * 53333. 2733 8 3212 d
2 — 5583 ——— 553 2 —— 2 25535.8 *226062
—A 3833 — z — 3 * 23323
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* 7 2. * 8
832333 3533383 —333 38838 75*
5822 5 22. 5787 5232 —— —3
858838 — 328
38* 25 8 838* * * 2228 ——
— 223. 228 —— —— 38
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32323353533333—63 28 333330389
3 53233233 3533 s383 5— 26
523 23 * 5232 3 32. S222 58 222
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2 8 — 8 345 8 —2 83 8
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C — — 322 —8— 2588. 222 23.3 S. 2
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3753.27 —73 *333 2 23 2333. 8* 252 3. 23. 237
3 —— 352— 38333 ——
253333335838 a 8 3322* —253 5 33
28238 *5238* 283 — —73652 — 8 —
555—5 56602*83 5853538 2557 52335 32333
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3353583388338 333533 ———
32 3*—3—832. 3 52333 232 3 33558 332
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5833253. 2 ——23— R 3 2553
558 28—35——5 3 5— 33 33323*8 *32
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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

1AM 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 B, einschließlich 410 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 124.

Samstag, den 6. August 1881.
* Zur Wiederauflebung der Gewerbe.

Indem wir dieses Thema zum Gegenstande kiner Erörterung
muachen wollen, dürfẽn wir uns wohl der besonderen Aufgabe über⸗
‚oben erachten, erst nachzuweisen, daß unsere Gewerbe allenthalben
an mannigfachen, zum Theil geradezu zerstörenden Uebelständen
und Gebrechen kranken. Der Rückschritt auf dem gewerblichen Ge—
biete ist mit Ausnahme weniger Optimisten von allen Seiten an⸗
erkannt worden, zuvörderst von den Gewerbetreibenden selbst, dann
won den Kaufleuten, von den Consumenten und schließlich auch von
den Behörden. Wenn wir nun in den Gewerben, nicht wie sie
jetzt find, sondern wie sie sein sollten, eine wichtige, ja nothwendige,
unersetzbare Stütze unseres nationalen Wohlstandes erblicken müssen
so muß es auch unsere Pflicht sein, heranzutreten an die gewerb⸗
lichen Nothstände, und Reformen zu schaffen, aber nicht, wie man
vielfach zu thun beliebt, die Besserung von anderen Zeiten und
anderen Verhältnissen zu erwarten. Die Aufgabe, welche der Presse
in diesen Reformbestrebungen zufällt, ist ebenso einfach und klar:
Die Presse muß den Geist gesunder Reformen auf allen Gebieten
des Gewerbes anfachen und durch stetige Theilnahme an den Be—
mühungen; der Gewerbe den reformatorischen Geist erhalten und
neu beleben. Falsch wäre nun nach unserer Meinung der Weg zu
diesem Ziele, wenn man von vornherein einige hervorstehende Uebel⸗
stände auf dem gewerblichen Gebiete charakterisiren und dies bezüg⸗
liche Verbesserungsvorschläge machen wollte. Dies käme uns vor,
als wenn Jemand ein baufälliges Haus dadurch repariren wollte,
daß er einige der wackeligsten Wände einreißt und neubaut; da
hat das Haus wohl einige: neue Wände, aber das Haus selbst
bleibt doch baufällig. Wer Verständniß für die Leiden unseres
Gewerbestandes hat, der wird nun gewiß nicht leugnen, daß unsere
Gewerbe die größte Aehnlichkeit mit einem baufälligen Hause haben,
es würde daher ein ganz verkehrter Weg sein, hier nur flicken und
repariren zu wollen. Der deutsche Gewerbestand braucht ein neues
Haus, einen Gewerbepalast, wie er einst bestanden hat, als die
deutschen Gewerbe blühten und überhaupt eine derartige Bedeutung
hatten, daß man sich ganze Blüthenzeiten in der deutschen Cultur
zar nicht ohne Blüthezeit der Gewerbe vorstellen kann. Die deut⸗
schen Gewerbe haben also in erster Linie einmal von der guten
alten Zeit zu lernen und dasjenige, was dort gut war und sich
dewährte, in der Gegenwart wieder aufzuleben und mit den Er—
ungenschaften der Neuzeit zu einem harmonischen Ganzen zu ver⸗
binden.

Man hat in den letzten Jahrzehnten auf allen Gebieten viel
nach Freiheit geschrieen, weil thatsächlich beengende Fesseln vorhan⸗
den waren; ein Product jener Beftrebungen ist auch die Gewerbe⸗
freiheit gewesen, die ja an und für sich kein Unglück gewesen wäre,
wenn sie nicht eine colossale Desorganisation auf dem Gebiete der
Gewerbe im Gefolge gehabt hätte. Das Princip, Jeden ungehindert
das sein und werden zu lassen, wozu er Lust hat, muß offenbar
als richtig anerkannt werden, aber es muß denn doch dabei die—
jenige Bahn festgehalten werden, die den Gewerbelustigen auch nach
dem Ziele führt, wo er seine Aufgabe würdig erfüllen und sein
Blück finden kann. Ebenso hätten auch mehrfache Maßregeln, so⸗
vohl von Seiten des Staats, als auch von gewerblichen Corpora⸗
tionen getroffen werden müssen, um die Ausbeutung der Kleinen
durch die Großen, des Kleingewerbes durch die Großindustrie, nicht
jum alleinherrschenden Systeme zu. machen. Daß dieses System
dei uns so vielfach überhand genommen hat, muß man allerdings
in erster Linie einer Reihe hervorragender maschineller Erfindungen
zuschreiben, welche das Capital zu den verlockendsten Speculationen
gerausforderten; aber die Gewerbetreibenden hätten sich gegen diese
Ueherwucherung des Fabrikwesens im Gewerbe doch besser schützen
können, als sie es gethan haben. Warum sie es nicht gethan haben,
ist eine nicht einfach zu beantwortende Frage; denn manche haben
es mit Erfolg gethan, infolge großer persönlicher Talente oder weil
hnen ein groͤßeres Capital zu Gebote stand; die meisten thaten es
iber nicht, weil sie nicht wußten, wie sie es fertig bringen sollten,
ind hieran trug wieder der Mangel an Organisation unter den
Vewerben die Schuld. Denn wenn Jeder seinen eigenen Weg geht,
o muß nicht nur der Gemeingeist, sondern auch die gemeinsame.

gesteigerte Belehrung fehlen und vom gemeinsamen Forfschrittk kann
erst recht keine Rede sein. Der Mangel an Organisation oder an
richtigen Organisationen ist also das Grundübel unserer Gewerbe.
Deutsches Reich.

An das Zentralkomite des siebenten deutschen Bundesschießens
in München gelangie die offizielle Mittheilung, daß Kaiser Wil—
jelm durch den telegraphischen Gruß des Komites der versammelten
Schützen in hohem Grad erfreut worden sei und unter wärmster
Anerkennung für diese Aufmerksamkeit sich für den Ausdruck treuer
Anhänglichleit an Kaiser und Reich sehr befriedigt ausgesprochen habe.

Nach der „Allg. Ztg.“ verläßt Fürst Bismardk frühestens am
Samstag 6. August Kisstugen.

Wie man hört, soll es in der Absicht des preußischen
Zriegsministeriums liegen, dem Kaiser eine Veränderung in der
Ausrüstung der Infanterie mit einem Seitengewehr vorzuschlagen?
Entweder soll dasselbe als Bajonett ganz fallen gelassen oder durch
ein an der Seite zu tragendes Schanzzeug ersetzt werden. — Auch
ie Kürassier- Regimenler werden jetzt mit einer weittragenden
Schußwaffe — Karabiner⸗System Mauser — vorläufig allerdings
aur zum Theil, ausgerüstet. Zu dem Zwece sind die Büchsen⸗
nacher der Kürafsierregimenter zu den Gewehrfabriken in Spandou—
Danzig und Erfurt kommandirt worden, um die Reparaturen an
den neuen Waffen, wie überhaupt die Technik derselben genügend
lennen zu lernen.

Gegenwärtig sind Vorarbeiten im Gange, welche die Aenderung
der Reichsgewerbeordnung, soweit das Hausisergewerbe dabei
in Betracht kommt, zum Ziele haben.

Die „Nordd. Allg. Zig.“ bringt einen heftigen Angriffsartikel
zegen diejenigen, welche die Samoavorlage abgelehnt, und
chreibt: „Für diejenigen: kosmopolitischen Freihändler bei uns,
velche im Gegensatz zu ihren praktischen englischen Kollegen um
des lieben Prinzips willen jede staatliche Unterstützung des Handels
derwerfen, wird die Wirkung jenes Reichstagsvotums gewiß ein
Begenstand der Befriedigung sein. Für nationalfühlende und
praktische deutsche Politiker wird die Ablehnung der Samoavorlage
aus nationalen und kommerziellen Gründen siets ein Gegenstand
der Betrübniß bleiben. Uebrigens hat die Verwerfung der Samoa⸗
oorlage die eine gute Wirkung gehabt, durch die Polemik über diese
Frage die Nation aus ihrer äußeren Gleichgiltigkeit gegenüber den
überseeischen Interessen aufgerütielt zu haben.

Die „Germania“ schreibt: „Aus Straßburg wurde jüngst ge⸗
neldet, daß dort Unterhandlungen des bischöflichen Stuhles zu
Trier im Gange seien; der in Aussicht genommene Kandidat solle
ein ausgezeichnetes Mitglied des Straßburger Klerus sein. Diese
iberraschende Nachricht, welche vielfachen Zweifeln begegnete, wird
vyon unserem römischen Correspondenten bestätigt, mit dem aus—
yrücklichen Hinzufügen, daß es sich nicht um einen Kapitularvikar,
ondern um einen neuen Bischof handele. Sollte sich diese Mit
heilung bewähren, so eröffnet sich eine weile Perspeltive, zu deren
Beurtheilung erst nähere Nachrichten abzuwarten sind.“ (Nach der
„Allg. Ztg.“ ist der für den Trierer Bischofsstuhl Ausersehene Dom⸗
ofarrer Korum in Straß burg.)

Ausland.

In die französische Wahlbewegung hat sich jetzt auch
Prinz Jrôme Napoleon gemischt. Sein vom 30. Juli
datirtes Manifest verlangt die Revision der Verfassung des 20.
Februar 1875 und den Appell an das Volk. Das Manifest bringt
venig Neues; es will den „demokratischen Fortschritt“ durch eine
einzige verantwortliche Persönlichkeit. Man kann übrigens nicht
leugnen, daß der Prinz in einem Augenblick, in welchem Gambetta—
ein nahezu ähnliches Programm aufstellt, mit diesem Schritt nicht
ungeschickt in den Streit zwischen der gambettistischen und Grevy'schen
republickanischen Partei hineintritt. An einen augenblicklichen Er⸗
folg wird er indeß gewiß selbst nicht glauben.

Zahlreiche außer Cours gesetzte schweizerische Zwei—,
Fin⸗und Halb⸗Franken stücke mit der sitzenden Helvetia
aus den Jahren 1830, 1831, 1860, 1861, 1862, 18683 sind
noch im Umlauf. Wir machen die Besitzer: darauf aufmerksam.
        <pb n="472" />
        daß dieselben bei allen ischweizerischen Kassen nur bis Ende dieses
Jahres noch angenommen werden.

Die Italiener verlangen nicht weniger als drei Millionen
Franks Entschädigung für das in Sfaks ihren Landesan gehörigen
heschädigte Eigenthum. Ob vom Bey von Tunis oder von den
Franzosen, wird nicht gesagt.

Im englischen Oberhaus wurde die irische Landvorlage
schließlich ohne besondere Abstimmung in zweiter Lesung angenom—
men. — Die Irländer Mac Grath und Mac Kevitt, welche am
10. Juni d. J. den Versuch machten, das Liverpoler Rathaus in
die Luft zu sprengen, sind der erstere zu lebenslänglicher, der letz⸗
tere zu 15jähriger Strafzeit verurtheilt worden.

Wie man aus Liverpool berichtet, wird die Herüber—
schaffung weiterer Höllenmaschinen von Amerika nach England durch
die Wachsamkeit der Behörden bedeutend erschwert sein. Das Fe—⸗
nier⸗Exekutivkomitoͤ hat daher beschlossen, seine Taktik zu ändern
und mehrere geschickte Handwerker nach England zu senden, die
dort ein Lokal miethen und inmitten englischer Obrigkeiten ähnliche
Maschinen anfertigen sollen. In dieser Weise beabsichtigen die
Fenier, bis nach Äblauf des Winters den Schrecken in England
zu verbreiten.
Vermijschtes.

*St. Ingbert, 5. Aug. Zum elften Male kehrt
morgen der für unsere Stadt und Umgegend so denkwürdige Tag
der Spicherer Schlacht wieder. Wie vor elf Jahren ist
auch heuer der 6. August ein Samstag. Mit Dank gegen Gott
und das tapfere Heer gedenken wir auch diesmal dieses uns ewig
unvergeßlichen Tages. Besonders festlich wird derselbe nach der
„Saarbr Zig.“ auch heuer in den benachbarten Saarstädten Saar⸗
zrücken und St. Johann festlich begangen werden. Freilich nicht
so geräuschvoll wie im vergangenen Jahr, wo mit der Erinnerung
an die hohe Zeit es galt, eines der schönsten Gedenkzeichen der—
selben, den neuen Rathaussaal zu Saarbrücken unter der Theil⸗
nahme vieler Kriegervereine feierlichst einzuweihen. Aber wie in
früheren Jahren, so rüstet man sich gegenwärtig wieder, die uns
allen ewig denkwürdige Zeit zu begehen. Wie früher wird from—
mer dankbarer Sinn die Gräber der hinübergegangenen Helden im
Ehrenthal und auf dem Schlachtfelde schmücken, wie früher werden
die vaterländischen Fahnen von den Türmen und Denkmalen wehen,
und wie in der Zeit der Noth und Gefahr, aber auch der wunder—
barsten Errettung, werden unsere Herzen höher schlagen. Nament⸗
lich werden die Vereine des Saarthales, allen voran die Krieger
und Turner, sich die patriotische Feier nicht entgehen lassen. Eben⸗
so werden die Schulen ihren Zöglingen die hohe Zeit einprägen,
ie zu den historischen Stätten führen und zur Schmückung der
Gräber veranlassen. w

— s. Von der Blies. Zur Abgeordneten—
Wahl. In nicht allzuferner Zeit werden die Wahlmänner
uinseres (des Zweibrücker) Wahlbezirkes abermals zur Wahl eines
3. Abgeordneten einberufen werden. Angesichts dieser Thatsache
wird schon allerwärts die Personenfrage dieses 3. Vertreters unseres
Wahlkreises besprochen. Auch in den Zeitungen liest man schon
so Manches, was bald zu Gunsten der einen oder der anderen
Persönlichkeit geschrieben wurde. Gestatten Sie mir, an diesem
Orte auch meine Ansicht und die meiner politischen Freunde hier
auszusprechen. Bei Beginn der diesjährigen Wahlagitation wurde
zuvörderst von Seiten der ackerbautreibenden Bevölkerung unseres
Wahlkreises. mit aller Energie eine entsprechende Vertretung ihres
Standes beansprucht, trotzdem unser Wahlkreis schon während der
porigen Landtagsperiode durch einen ausübenden Landwirth, der
auch diesmal wieder gewählt wurde, vertreten war. Ein Theil
der liberalen Urwähler — und bei weitem der größte — stellte
diesen unsern bisherigen Vertreter, Herrn Höh, wieder auf; der
kleinere Teil (wie es sich durch die Wahl herausstellte) verlangte
entschieden Herrn Freudenberg als Abgeordneten. Letzterer wurde
vor mehreren Jahren als Reichstagskandidat von den Conservativen
aufgestellt, was zu der Annahme berechtigte, daß das Landvolk
von den Conservativen für genannten Herrn umgestimmt worden
sei; auch die Patrioten waren für denselben. Wie es sich später
herausstellte, ließen letztere Herrn Freudenberg kurz vor der Land—
iagswahl fallen, weil er nach seiner öffentlichen Erklärung allen
reaktionären Bestrebungen entgegentreten werde. Auf diese Weise
vurde die Wahl Freudenbergs eine Unmöglichkeit. So gerne wir
auch Herrn Freudenberg an Stelle irgend welch eines anderen
Abgeordneten als Vertreter der ackerbautreibenden Bevölkerung ge⸗
sehen hätten, so möchten wir doch jetzt als 3. Abgeordneten unseres
Wahlkreises einer Persönlichkeit aus irgend einem andern Stande
mehr das Wort reden, denn es gibt im Landtage auch andere In⸗
teressen zu vertreten, als blos die landwirthschaftlichen. Die
Herrn Oekonomen haben ja einen Verkreter ihrer Interessen. Und
sudem ist der Abgeordnete ja durch seinen Eid verpflichtet, bei
seinen Abstimmungen nicht das Interesse irgend eines Standes,
ondern das Wohl des ganzen Volkes im Auge zu behalten. Wie

die Geschichte der Menschen und Völker nachweist, haben sich vor⸗
ugsweise 8 Stände in der menschlichen Gesellschaft entwickelt
der Nähr⸗, Wehr- und Lehrstand; mithin liegt die Nothwendig.
eit nahe, diesen gleiche Beachtung, gleiche Berechtigung zu zu—
venden. Der Nährstand — also der Stand der Oekonomen
und Bauern — hat im neugewähten Landtage mehr wie ein Drittel
der Abgeordnetenplätze erhalten und glauben wir annehmen zu
hurfen, daß es den Abgeordneten dieses Standes sehr wünschens-
verth erscheinen dürfte, wenn ihnen aus dem Lehr- resp. Gelehrten⸗
jande noch eine weitere Persönlichkeit aus unserem Wahlbezirk
nisendet würde. Wir meinen einen Juristen resp. einen Justiz⸗
zeamten. Unsere Absicht ist es nicht, hier Personen vorzuschlagen
dies wollen wir geeignetern Persönlichkeiten überlassen. Aber mii
unserer Ansicht, die auch die unserer politischen Freunde und Ge—
innungsgenossen in unserer Nähe ist, konnten wir nicht zurückhalten.

*St. Ingbert, 5. August. Die in den Wahlkreisen
Zweibrücken-Pirmasens und Homburg-Kusel
aothwendig gewordene Nachwahl zum Landtage findet nächsten
Dounerstag. 11. August, statt.

Aus Neuhausel wird der „Zw. Ztg.“ berichtet: An
der Kaiserstraße zwischen Homburg und St. Ingbert ist das Korn
jetzt ziemlich eingeheimst; mit der Hafer⸗ und Gerstenernte ist be⸗
Jonnen. Doch wird allgemein über geringen Ausfall der Sommer
rüchte geklagi. Vieles Korn wird gar nicht gedroschen, weil nicht
einmal der Drescherlohn herauskäme, sondern sogleich als Streu—
verk benützt. Um so ergiebiger dürften die Kartoffeln ausfallen,
die in allen Lagen sehr schön im Kraut stehen; schon seit 3 Wochen
werden hier neue Kartoffeln gegessen. Eine gute Kartoffelernte
väre zu wünschen; denn wie der Pfälzer Weinbauer heuer frot
und guter Dinge ist, weil der Wein zu gerathen verspricht, so iß
der Westricher nur dann recht vergnügt, wenn er singen kann
„Die Krumbeere sin gerote.“ Im Westrich ist halt der Krumbeere
itock Meeschter, wie's im Schandein'schen Gedicht heißt.

FDie Feldjagd auf Feldhühner, Wachteln und Lerchen
beginnt am 15. August, auf Hasen am 15. September.

Von 61 Zoglingen des oberen Curses der Lehrerbildungs
anstali zu Kaiserslautern haben 56 bestanden; unter den
5 nicht befähigten befinden sich 3Z im Fürstenthum Birkenfeld be
heimathete Zöglinge.

4Der Stadirath von Spey er hat dieser Tage die Wasser⸗
eitungsfrage erledigt, indem er mit allen gegen 8 Stimmen der
hetr. Vertrag mit Hrn. Ingenieur Lindemann vereinbart. Et
jandelt sich bekanntlich um Versorgung der Stadt Speyer min
jutem Trinkwasser mittelst einer Leitung aus der im Tunnel von
Münchweiler befindlichen bedeutenden Quelle. Hr. Lindemann stehr
auch noch mit den Städten Landau, Frankenthal, Ludwigshafen,
Mannheim und Worms in Unterhandlung wegen der gleichen An—
gelegen heit.

4 Wie der „Saarbr. Ztg.“ von einem angeblichen Augen⸗
eugen mitgetheili wird, hat sich am Sonntag früh 6 Uhr auf der
Zohlengrube zu Kleinrosseln, Schacht Bartelswiese, ein
zräßliches Unglück ereignet. Daselbst ist es üblich, des Sonntags
zas sich während der Woche ansammelnde Grubenwasser zu fördern
ind es ist strenge verboten, an diesem Tage Menschen mit der
zörderschale in die Tiefe zu lassen. Trotz dieses Verbotes fuhren
iun am genannten Tge 4 Steiger und 6 oder 8 Bergleute mit.
der Maschinenführer follte zum Aussteigen dieser Leute an einem
jewissem Punkte die Förderschale halten lassen; durch irgend ein
hzersehen aber, welches noch nicht aufgeklärt ist, fuhr die Förder⸗
chale sammt ihren Insassen mit aller Gewalt in den mit Wasser
migefüllten Ori, welches nun über den Unglücklichen zusammen—
chlug. Die Leute machten wohl alle Anstrengungen, num sich zu
retten und aus der Schale zu kommen; letztere hob sich jedoch
ind fiel wieder und zerschmetlerte die an ihr hängenden Männer.
Unter den auf so grausige Weise Umgekommenen sind vier ver—
jeiratete Steiger (einer Vater von vier Kindern) und 5 Bergleute,
ast alle gleichfalls verheiratet. Sie alle wurden todt und gräßlich
erstümmelt zu Tage gefördert. Nur einer kam unversehrt und
inige andere mit mehr oder minder schweren Wunden davon.
das Jammern der Angehörigen, die auf die rasch sich verbreitende
dunde von dem Unglück schnell nach der Grube eilten, soll herz
erreißend gewesen sein. Wie viele Leute eigentlich auf der Förder
chale waren, ist noch nicht genau festgestellt. Der Maschinen⸗
ührer, den die Schuld an dem Unglück trifft, ist entflohen.

4 Unter Theilnahme einer zahllosen Menge Menschen fand
im 2. August zu Kleinrosseln die Beerdigung der am
Sonntag in dem Wendelschachte Verunglückten statt. Die Zahl der
Opfer, welche anfangs sechs betrug, hat sich nun infolge Ablebens
»on zwei Schwerverwundeten auf 8 erhöht, von denen 7 aus
Rosseln selbst, der achte aus Emmersweiler. Kreis Saarbrücken
tammen.

4 In den Betrieb der bayerischen ärarialischen Hüttenwerk
und Salinen ist eine zeitgemäße Neuerung eingeführt worden, in⸗
dem zur Erleichterung und gleichzeitigen Belebung: des Verkehrs
        <pb n="473" />
        wischen den koͤnigl. Werken und seinen Kunden ein kaufmännischer
hertreter aufgestellt wurde. Die königl. Berg⸗ und Salinen-Ad⸗
Finistration hat auf diesen Posten den Kaufmann und Fabrikanten
. Keßler aus Speyer berufen.

F Das Schauspiel, einn ganzen Och sen am Spieß zu
raten, das bei dem Münchener Schützenfest so viel Aufsehen er⸗
wegle, wird auch demnächst in Mainz gelegentlich des Mittel-
heinischen Turnfestes zur Ausführung kommen.

GGas durstige München.) Der Bierkonsum auf der
zestwiese zu München (während des jetzt abgelaufenen Schützen⸗
sies) war ein wirklich ganz enormer. So hat beispielswise am
Freitag die Restauration zur „Schützenlis'l“ (Brauerei Münchener
indl) allein ca. 120 Hektoliter Bier verzapft. Am Sonntag
dar der Konsum ein noch stärkerer, es dürften hier wohl 150
deltoliter Bier ausgeleert worden sein.

Der König der Hawaiischen Inseln, Kalakaua ist am 30.
zuli in Berlin eingetroffen und im Hotel de Rome abgestiegen.
fr besichtigte im Laufe des Tages die Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Bekanntlich haben die gräßlichen fünf Frauenmorde, welche
nnerhalb der letzten 2 Jahre im Kreise Bochum verübt wurden,
is jetzt trotz aller Nachforschungen der Polizei ihre Sühne noch
iicht gefunden. Mit Enisetzen lesen wir aber nun die Nachricht,
aß ein neuer Mädchenmord am 28. v. M. zwischen Steele
ind Werden bei Bochum begangen wurde. Diesmal ist das
—
et und zerstückelt aufgefunden wurde. Den Behörden ist es noch
ucht gelungen, den Thäter dieser Schandthaten zu ermitteln. Auf
eine Ermittelung ist eine Belohnung von 8300 M. gesetzt.

— Die kgl. Staatsanwaltschaft in Essen macht durch Placat
etannt, daß eine Belohnung von 3000 bis 5000 Mk. demjenigen

igesichert wird, welcher die Entdeckung des Mörders der Christina
„aͤmelmaun (so hieß das letzthin bei Bochum ermordete Mädchen)
a der Weise herbeiführt, daß dessen gerichtliche Bestrafung erfolgt.
zerner wird eine Belohnung bis zu 1000 Mk. demjenigen zuge—
chert, welcher für die Ermittlung des Mörders wichtige Umstände
ur Kenntniß der Behörde bringt.

F Eine tragikomische Geschichte hat fich dieser Tage in
»rldesheim zugetragen. Bei Nacht entstand dort Feuer,
oelches so schnell um sich griff, daß in kurzer Zeit fünf Häuser
n Asche gelegt wurden, unter ihnen auch das des Conditors D.,
velcher durch seine vorzüglichen Backwerke bei den Besuchern
er hannover'schen Jahrmärkte in hohem Ansehen steht. Während
iber das Haus abbrannte, befand sich Herr D. auf dem deutschen
Bundesschießen München und unterhielt sich auf's Beste. Trotzdem
nußte man sich entschließen, ihn in seiner Freude zu stören, und
o telegraphirte man ihm denn nach München: Ihr Haus ist ab⸗
jebrannt.“ Herr D. erhält den Drahtbericht, liest ihn, geht zum
Telegrahenbureau und telegraphirt zurück: „Auf den Leim krieche
ch nicht.,

FEin Adoptivkind. In einem Niederschlessischen
blatte wird ein Vorgang aus dem Thierleben als verbürgt erzählt,
er in dieser Weise sich wohl kaum schon zugetragen haben dürfte.
tin Gutsbesitzer bei Sprottau, ein großer Jagdfreund, der in
einem vierhundert Morgen großen Forste Rothwild hegt, hatte
ürzlich seiner Jagdhündin die Jungen wegnehmen und sie in
inem kleinen Waldsee ertränken lassen. Die Hündin, untröstlich
iber den Verlust, eilte, sobald sie aus dem Gehöft herauskonnte,
n den Wald und kehrte bald darauf mit einem zierlichen Reh—
iöckchen zurück, das sie gewiß der Ricke geraubt hatte, um einen
ersatz für ihre Jungen zu haben. Das kleine entführte Rehböck—
den trug die Hündin säuberlich im Maule in das Gehöft, nach
grer Lagerstelle und das geraubte Adoptivkind saugt an der
däuberin, die es wie ihren Augapfel hütet.

F Am vergangenen Sonntag hat in Freiburg in der
ↄch weat sangerehe eidgenössische Freischießen, welches zugleich
e 400jährige“cedenkfeier des Eintrittes der Cantone Freiburg
ind Solothurn in den Bund der Eidgenossen repräsentiren soll,
ʒegonnen. Das Fest hatte in Deutschland bereits vorher dadurch
jon sich reden gemacht, daß das Festcomité dem französischen Lite⸗
aten Victor Tissot die Redaction der Freiburger Schützen „Fest⸗
eitung übertragen wollte, demselben Tissot, der sich durch seine
achmaͤhschriften: „Die Preußen in Deutschland' und „Reise in's
Nilliardenland“ be—kannt gemacht hat. Mittlerweile ist Herr
tissot aber veranlaßt worden, von der Leitung der genannten Fest⸗
itung zurücktreten, so daß also für die deutschen Schützen kein
grund mehr vorhanden war, sich von dem schönen Feste auszuschließen.

F Aus Belgien wird gemeldet, auf den Feldern in der
hegend von Nivelles zeige sich der Kartoffelkäfer.

Das Washinton⸗-Monument in Washinton, schreiben
merikanische Blätter, wird nach seiner Vollendung das höchste
auwerk auf Erden sein, da seine Höhe 550 Fuß betragen wird.
die Pyramide des Chedps ist 480 Fuß hoch, die St. Peterskirche

Rom 457, die Straßburger Dom 462, der Kölner Dom 524,

Stephanskirche in Wien 441. die Paulskirche in London 365

Ie

das Kapitol in Washington 806, das Bunker Hill-Denkmal 211,
das Washington-Monument in Baltimore 198 Fuß hoch.

Nach der in Canada Mord⸗Amerika) vorgenommenen
Polkszahlung beziffert sich die canadiensische Bevölkerung auf 4,3650, 933
Seelen, dieselbe hat im letzten Jahrzehnt um 680,498 Seelen
zugenommen.

7 Einem Telegramm aus Meriko zufolge ist in Mazathan
ein Pulvermagazin in die Luft geflogen, wodurch 70 Personen
ihr Leben verloren.

F Die in San Francisco vom Dampfer „Newberlin“
zelandete Mannschaft des Schooners Eustace aus Mazatlan berichtet
uͤber folgende Schreckensscene. Der Schiffskoch, bei welchem schon
üngere Zeit hindurch Anzeichen von Irrsinn hervortraten, warf
ich eines Tages ploötzlich und ohne die geringste Veranlassung auf
den Kapitän und erstach denselben. Dann eilte er in den Verschluß,
nn welchem Aexte aufbewahrt lagen. Die erschrekten Matrosen
chlossen ihn in der Kajüte ein, wo der Wahnsinnige fürchterliche
Drohungen ausstieß, daß er das Schiff in Brand stecken werde.
da das Schiff gegen 2300 Faß Pulver ethielt, beeilten sich die
Matrosen, die Bote loszumachen und, da inzwischen bereits Rauch
uus der Kajüte stieg, auch das Schiff zu verlassen. Kaum waren
ie außer Gefahr, als eine fürchterliche Explosion erfolgte und das
Schiff mit dem wahnsinnigen Koch in die Luft flog. Die gerettete
Maunschaft erreichte nach großer Anstrengung Mazailan.

F In der Zeit vom 9. bis zum 14. August tritt der sogen.
„Laurentiusschwartm“ der Sternschnuppen auf. Die
neisten Meteore zeigen sich in den Nächten des 10. und 11. Au—
zust; indessen handelt es sich hierbei nicht um einen förmlich en
Meleorregen, sondern um ein zahlreicheres Auftreten von Stern⸗
chnuppen, als dies in anderen Nächten der Fall ist. Ein auf—
nerksamer Beobachter kann während der erwähnten Nächte mit
eichtigkeit 40 bis 50 Meteore warnehmen. In der Regel be—
inden sich hierunter nicht wenige die einen deutlichen Lichtschweif
aach sich ziehen.

F Ueber die Schädlichkeit heißer Speisen und Getränke sagt
Dr. Glaser in dem „Journal für öffentliche Gesundheitspflege“
olgende beherzigenswerthe Worte: „Es ist nicht zu glauben, wie
jartnäckig Hausfrau und Köchin gerade an dem Unfuge, die Er—
eugnisse des häuslichen Herdes nur in heißem Zustande kauen und
erschlingen zu lassen, mehr als an allen übrigen Küchensünden
esthalten; das Auftischen der Speisen in Halbgluth ist zu einem
düchenlaster geworden. In diesem Punkte ist mir noch nie und
nirgends, selbst in meiner eigenen Familie nicht, gelungen, ein er⸗
rägliches Uebereinkommen zwischen Hausfrau und Tischgesellschaft
zu bringen. Einmal, als mir's zu bunt wurde und Suppe und
daffee immer wieder kreischend vor Gluth auf den gedeckten Tisch
zebracht wurden, nahm ich den Thermometer von der Wand und,
hersenkte ihn zum Schreck der Hausfrau in die volle Suppenschüssel.
Das half. Der Thermometer zeigte 70 Grad Celsius — 32 mehr
als die Blutwärme. Eine Brühe von 70 Grad Celsius, welche
man sich ungestraft nicht über die Füße gießen kann, eine solche
Blühbrühe sich auf die Zähne und Zunge wie in einen Abkühlofen
zu gießen — daß so etwas Quälerei sei, müßte eigentlich Jeder
einsehen, und doch leuchtet es fast Niemanden ein. Einen minder
mpfindlichen Körpertheil als die Mundschleimheit und den Zahn⸗
chmelz, nämlich die äußere Haut, in einem Badewasser von ähnlich
joher Temperatur zu haben, das würde gleichbedeutend mit Tödtung
des ganzen Menschen sein; und die Mundhöhle, mit Allem was
zarin ist, muß sich solch' unbarmherziges Verbrühen, nur weil
nun einmal zur Küchenmode, zur Küchentyrannei der Haus—
rauen gehört, gefallen lassen.“

— Rar verichte.

Zweibrücken, 4. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 50 Pf., Korn 00 M. 84 Pf., Gerste zweireihige ß M. 44 Pf.,
„ierreihige O M. — Pf., Spelz 7 M. 8 pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 71 Pf.,
rfrbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 6 M. — Pf.
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 3 M. 10 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 58 Pf
dornbrod 3 Kilogr. 71 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter / Kilogr. 1 M. 10 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 3. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M67 Pf. Korn 9 M. 20 Pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz 06 M.
25 Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste kreihige O M. — Pf. Hafer
7 W. hs ppl, Mischfrucht — M. — Pfr, Erbsen — M. — pf.,Wigen
) M. — pj. Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfunde — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefsleijch
80 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Pf., Kartoffeln per Ztr. — M. — Pf.
Kaiserslautern, 2. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. — Pf., Korn 09 M. 94 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
3 M. 56 Pf., Gersted M. 41 Pf., Hafer 8 M. 05 Pf., Erbsen — M.
— pf., Wicken 0 M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Kleefamen 55 M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pf. Butter pro Pfund 1M. 10 Pf. Eier 1Stüd 66 pf.
Zartoffeln pro Fentner 4 M. 50 Pf. Stroh 3 M. — Pf. Heu 4 M. —
bf. Kleehen 4 M. 60 ð — — —
Fur die Redaltion verantwortlich: F
        <pb n="474" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 22. August
zächsthin, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Jugbert in der Wirth⸗
chaft von Peter Heusser,
wird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Rotars
Franz Sauer in St. Ingbert,
die nachstehend beschriebene Lie—
genschaft, wegen nicht Bezahlung
des Erwerbspreises, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
eigerung, oͤffentlich an den Meist⸗
gieienden versteigert, nämlich:
Plan Nr. 210, 70 qm. Fläche,
Wohnhaus mit Hofraum
und Felsenkeller in den
Hobelsgärten und Plan
Nr. 43732, 17 qm. Weg
in den Gassengärten, ?*
Antheil, das Ganze gelegen
zu St. Ingbert an der
Blieskasteler Straße.

St. Ingbert 5. August 1881.
x. Aufschneider
Amisverweser.

Sonntag, den 7. August
von Nachmittags 83 Uhr ab
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chaifieber, Brustverschleimung ꝛ0., 8.
gegen Gicht, Rheumatismus, Stei⸗
gkeit der Gelenke ꝛc; altbewährte,
lausendfach erprobte Hausmittel, (die
in keiner Familie fehlen sollten,)
welche man sich mit geringen
Kosten selbst bereiten kann,
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mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 vro Zeile berechnei.
— 125. Sonntag, den 7. Auaust

21881.

Deutiches Reich.

In München sollte heute (Samstag) die beabsichtigte und
angelündigte Zusammenkunft des Kaisers von Oesterreich mit König
Aldert von Sachsen stattfinden.

Von der deutschen Behörde wurde den auf der Houwels'schen
Werft zu Kiel eben erst gebauten Schiffen, Diogenes“ und „So—
rates“ das Auslaufen unlersagt; die Maschinen wurden heraus⸗
genommen und die Corvette ‚Blücher“ hat fich zur Bewachung vor
ide Schiffe gelegt. Es heißt, die peruanische Regierung, (welche
noch immer im Krieg mit Chili ist) habe die Schiffe zu Kriegs⸗
wecken bestellt. Deutschland als neutraler Staat kann natürlich
as Auslaufen nicht gestatten. (Nach einer anderen Annahme sollen
zade Schiffe für fenische oder nihilistische Zwecke bestimmt sein.),

Ueber die am 4. ds. in Bad Gastein staltgehabte Kai⸗
serzusammenkunft wird von dort berichtet: „Unter Glocken⸗
gelaute und den Klängen der Nationalhymne ist der Kaiser
Fon Oesterreich hier eingetroffen, von der Bevölkerung und
on den Kurgästen mit lebhaften Hurrahrufen empfangen. Er
rug die Uniform des preußischen Kaiser Franz⸗Garde⸗Grenadier⸗
stegiments und das Band des Schwarzen Adlerordens. Während
des Empfangs stieg Kaiser Wilhelm in österreichischer
Oberstuniform und mit dem Kreuz des Stephansordens von den
Stufen des Badeschlosses herab; Kaiser Franz Joseph eilte über
den Platz hinweg dem Kaiser Wilhelm entgegen; beide Monarchen
marmten und küßten sich herzlich und begaben sich darauf Arm
n Arm in lebhafter Unterhaltung ins Badeschloß. Kaiser Franz
Joseph verweilte*4 Stunden im Badeschloß und begab sich sodann
nach feinem Absteigequartier im Hotel Straubinger. So weit bis
zetzi bestimmt, verlaͤßt Kaiser Wil hel m Samstag (6. Au⸗
zust) Vormittag 11 Uhr Gastein und üͤbernachtet in Salzburg.
hon dort begibt er sich nach Koblenz, wo er einen Tag zu ver—⸗
weilen gedenkt, und trifft Dienstag in Berlin ein.

Ausland.

Gambetta, welcher jetzt eine Reise durch Frankreich macht,
um die Wähler zum Wählen bvon gemäßigten Republikanern zu be—
zimmen, wurde in Tours mit den Rufen: „es lebe Gambetta,
eg lebe die Republik!“ empfangen. Er erwitderte auf die Ansprache
des Bürgermeisters, die schmerzlichen Gefühle, die ihn bei seinem
ersten Aufenthalt in Tours (1870/7 1I) ergriffen, kämen heute wieder
und er koͤnne sie nur mit Mühe unterdrücken, um sich dem wohl⸗
wollenden Empfang, der ihm zu Theil werde, hinzugeben. „Wenn
wir, sagte er, noch leiden unter den Erinnerungen an die Nieder-
age, so finden wir uns wenigstens wieder in vollem Triumph, in⸗
»em die Republik fest gegründet ist mit denselben Gefühlen und
erselben Hingebung an's Vaterland.“

Auf dem am Abend ihm zu Ehre gegebenen Bankett hob
Jambetta in längerer Rede hervor, daß die monarchische Partei
besiegt sei. Die, Wepublik müsse nun endlich ihre seit langem der
Natio eudec, Wersprechungen erfüllen; nämlich soziale Eman—
ipation, vollstandige Freiheit und eine Politik unausgesetzten
Fortschreitens. Er 7 Redner, sei für das Zwei-Kammersystem,
ber eine Reform des Senatis sei unabweislich. Er verlange, daß
die jetzt auf Lebendzeit ernannten Senatoren sich einer Reuwahl
durch den Kongreß zu unterwerfen hätten. Gambetta forderte
jerner Weitereniwickelung des öffentlichen Unterrichts, vollständige
Associationsfreiheit und bezeichnete als nächstliegende Aufgabe der
Bolksvertretung die teilweise Reform der Verfassung hinstchtlich
—D00
und endlich die Wiederherstellung der Achtung vor den Prärogativen
der administrativen Gewalt.

Fur die algerischen Verhältnisse ist eine Veränderung ge⸗
roffen worden, welche gegenüber den bisherigen dortigen Verhält⸗
nissen die denkbar herbste Kritik enthält. Die franzöfische Regierung
jat alle dortigen Verwaltungszweige mit den entsprechenden Mini⸗
terien des Hauptlandes zu vereinigen beschlossen. Mit dieser Zen⸗
ralisationsmaßregel ist die 80jährige Selbständigkeit der dortigen
dolonie so gut wie völlig vernichtet; freilich war sie durchweg fast
uur der niederträchtigsten Abenteurergesellschaft zu Gute gekommen

Vermischtes.

* St. Ingbert, 6. August. Gestern Nachmittag wurde
ein „Vzur opamüder“ Schuhmacher von hier auf eine dem⸗
selben gewiß höchst unangenehme Weise an der Ausführung seines
Borsatzes, resp. dem Anteilte seiner überseeischen Reise gestört. Ein
Berbermeister, bei dem der Auswanderungslustige noch ziemlich tief
in der Kreide steht, ließ ihm nämlich die schon gepackten Reisekoffer
und Taschen mit Beschlag belegen. Es wird nun dem Betreffen⸗
den nichts übrig bleiben, als seinen Gläubiger, der ihm nach
Amerika zu kreditieren nicht'gesonnen ist, zu befriedigen, oder seine
Abreise vorläufig noch hinaus zu schieben.

7 Die städtischen Umlagen für Hom burg haben sich gegen
voriges Jahr nicht unerheblich ermäßigt; von 120 pCt. im Jahre
1880 auf 104 pCt. heuer. Die Districisumlagen haben sich um
2 pCct. erhöht, von 52 auf 854 pCt.

Kaisferslhautern, soll bekanntlich eine zweite katho—
lische Kirche erhalten. Der vom Baumeister Schmidt angefertigte
Plan zu derselben ist sehr sehenswerth. Der Neubau wird in rein
Jothischem Style und imposanten Dimensionen aufgeführt. Die
dirche erhalt eine Länge von 79 Meter, 2 Thürme, bedeckt einen
Flächenraum von 1840 Quadratmeter und ist auf 825,000 M.
deranschlagt. —

F'In Lambrecht sind in einer Familie die Blattern aus⸗
gebrochen.

Aus mehreren Orischaften des mittleren Gebirges
vird ein bedeutendes Sinken der Weinpreise gemeldet. So soll in
kdesheim sog. Erntewein um 6 bis 12 Pfg. per Liter verkauft
verden; in Hambach wird von einem Winzer der Liter zu 32
Pf. und in Neustadt bei Producenten und Wirthen ein 1879er
zu 20 Pf. per Schoppen verzapft. Ob der in. Aussicht stehende
zute Herbst dies Wunder allein zu Stande gebracht hat, oder ob
sonst noch etwas dahinter steckt, mag dahingestellt bleiben.

7 In Weisenheim a. Sd. wurde in seiner Wohnung
der 78jährige Kaufmann Jakob Löb mit einer Hacke erschlagen
und aus dessen Kassenschranke das Geld geraubt. Bereits vor
sänger als einem Jahre wurde bei dem Genannten, der allein wohnt,
eingebrochen. Die sofort eingeleitete gerichtliche Untersuchung wird
hoffentlich dazu führen, daß der Raubmörder entdeckt wird.

Zahnarzt Detzner aus Speyer hat auf der Ver—⸗
sammluug der deutschen Zahnärzte in Heidelberg am 1. 2. und
3. August den ersten Preis erhalten für eine vom Vorstand des
Central⸗Vereins deutscher Zahnärzte zur Preisbewerbung ausge-
schriebene Arbeit.

— In kaum acht Tagen sind in der Gemarkung Oggershe im
50,000 Stück Mäuse gefangen worden, wofür die Gemeindekasse
500 MA zahlte.

In Heidelberg hat Hofrath Czerny eine Magen⸗Re⸗
sektion mit glücklichstem Erfolge ausgeführt und vor einigen Tagen,
zier Wochen nach der Operation, den betreffenden Patienten mit
einer Gewichtszunahme von 11 Pfund entlassen.

Am 6., 7. und 8. ds. Mis. findet in Lahr das erste
dreisturnfest des 10. deutschen Turnkreises statt. Angemeldet sind
zegen 1000 Turner und es verspricht das Fest ein sehr glänzendes
ju werden. — Gäste sind bis jetzt schon aus sehr vielen Orten
ingemeldet u. a. auch aus Edentoben, Cisenberg, Frankenthal,
Bermersheim, Grünstadt, Kaiserslautern, Kirchheimbolanden,
dambrecht, Ludwigshafen a/Rh., Mannheim, Mußbach. Neustadt a / H.,
pirmasens, Speyer, Straßburg, Wolfstein, Zweibrücken.

Der Bisthumsverweser vLothar b. Kübel in Freiburg
Baden), der bei der letzien Priesterweihe unwohl geworden und
darauf an der Herzentzündung erkrankt war, ist am Donnerstag
plötzlich am Herzschlage gestorben.

Die Frau i Bismarck wird vom Bad Kreuth Ende
dieser Woche in Kissingen eintreffen. Sie soll die Cur mit
sehr günstigem Erfolge gebraucht haben. Die Abreise des Fürsten
dismarck von Kissingen soll am 15. Ma- ds. Monats stattfinden.
krist bis dahin vole sechs Wochen in Kissingen gewesen, und
auch ihm hat die Cur gut angeschlagen.

Wuaͤhrend der acht Tagen des siebenten deutschen Bundes
        <pb n="476" />
        schießens wurden in München durch die Pferdebahn nicht weniger
uls 320,000 Personen befordert, im Durchschnitt jede Stunde
2000, Es waren 200 Pferde im Dienst, so daß jedes derselben
in den acht Tagen ca. 1600 Personen beforderte.

Juͤ Randerath (preuß. Rheinprovinz) wurde ein Bruder
von seiner Schwester erstochen. Letztere, eine zeilweise schwachsinnige
Wiltwe, welche dem Bruder die Haushaltung führte, bohrte dem⸗
selben in Folge eines geringfügigen Wortwechsels unversehens ein
Messer in's Herz.

. Füur Sonntag, den 14. ds. Mis., ist ein Extrazug aus
den Reichslanden nach Bexlin festgesetzt und werden für den⸗
selben an den Stationen Landau;, Reustadt, Schifferstadt und
Frankenthal Billete mit 30tägiger Giltigkeit für Hin⸗ und Rück⸗
fahrt zu ermäßigten Preisen aͤbgegeben. In Landau geht der
Zug an genanntem Tage Nachmittags 2 Uhr 21 Min., in Neustadt
2 ühr 89 Min. ab und kostet das Billet in Landau J. Klasse
51 Mrk. 60 Pf., Il. Klasse 87 Mik 90 Pf. und UI. 28 Mrk.
20 Pf.; in Neustadt J. — — — 37 Mrk.
20 Pf. und III. Klasse 24M.70 5f. Andere pfälzische
Stationen geben zu oben genannten Zugangsstationen einfache
Hillete mit freier Rückfahrt aus. Für Kinder unter 10 Jahren
werden Billete zur Hälfte der vorbemerkten Taxen ausgegeben.
In Berlin kommt der Zug Montags Bormittags *210 Uhr an.

Ein Familien-Drama. Der in einer Ziegelei zu
Deutsch-Lissa beschäftigte Arbeiter Langener hatle sich in
seiner früheren Stellung Als Kutscher ein Kapital von 8600 Mark
erspart. Durch gewissenlose Agenten war er überredet worden,
dasselbe als Hypothek auf ein Grundstück einzutragen, welches,
ohne daß er es wußte, überschuldet war. Als er erfuhr, daß sein
Feld bei der Subhasiation verloren gehen würde, nahm er sich
diesen Umstand so zu Herzen, daß er tiefsinnig wurde. Am
Sonnabend früh verübte er in seiner Verzwei fiung eine grauenvolle
That. Er hängte seine drei juůngsten Kinde r auf und nahm sich
selbst das Leben. Als seine Frau mit de m ältesten Sohne nach

Hause kam, fand sie die drei Kinderleichen an der Wand hängend
Ind ihren Mann ebenfalls bereits entseelt vor.
FIn London wurde am 3. August durch den Prinzen
——
Mobilien⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 11. und
Freitag den 12. August 1881,
edesmal Vormittags 9 Uhr an⸗
fangend, werden durch den Unter⸗
zeichneten, hiezu gerichtlich be—
anflragten Amlsverweser des kgl.
Rotars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zur Gütergemein⸗
schaft zwischen Peter Joseph
Woll, Kaͤufmann in St.
Ingbert und dessen daselbst
Rulebten Ehefrau Elisabetha
Weis, sowie zum Nachlasse
der Letzteren gehörigen Mobiliar⸗
gegenstände abtheilungshalber
ind nach derselben werden die
zum persönlichen Eigenthum des
Peter Joseph Woll gehörigen
Mobilien gegen baare Zahlung
oͤffentlich an die Meistbietenden

versteigert nämlich:
Zvollständigen Betten mit
Matratzen, 3 Chiffonier, J
Sekretaͤr, 3 Kanapee, 4
Pfeilerschränkchen, 1Schrank,
2 Bücherschränke, 1 Tisch
mit Schreibaufsatz, 8 wei⸗
tere Tische, 2 Waschtische
Theetisch, 8 Nachttisch⸗
hen, 8 Stühle und 1
Rachtstuhl, Bilder und
Spiegel, 5 Uhren, 1 Pia⸗
nino, J Klavierstuhl, verschie⸗
dene Bücher, Silberzeug, ver⸗
schiedenes Getüch, J Küchen⸗
schrank, 3 Schüsselschafte,
berschiedenes Küchengeschirr
und sonstige Gegenstände.
St. Ingbert 6. Augt AWl.
K. Auffschneider
Amisverweser.

Ich zeige hiermit ergebenst
m, daß ich mich hier in der
dasselerstraße als

——

Hebamme
niedergelassen habe, und bitte
deßhald freundlichst um geneigten
Zuspruch.

Es zeichnet mit aller

Hochachtung
Scharfoite 8döpfer.
St. Ingbert den 6. August 1881.
Sonntag den7. August
134

Tanuzmusik
Anfang 7 Uhr Abends
bei Frau Inlius Grewenig

Moebel⸗
Reinigungspolitur.

Vorzüguches Mittel um polirte

Hegenstände sosort vom Oelaus⸗
chlag und Schmutz zu befreien,
owie denselben neuen und dauer⸗
haften Glanz zu verleihen.

IF In ganzen und halben
Fläschchen bei

Gebr. Schuster.
—II
welehe Pranzösiseh, Eng-
isch, Italieniseh, oder

Spanisenh virklieh
a prechen lernen wollen.
catiss und sranco zu beziehen
lureh die

Rosenthalꝰsche

verlagung in Lei pzig.
m oltos to hhore
4 Fachschulo für
— — — —
“,

d

Irudk und Verlag von F.

ʒon Wales in Gegenwart des deutschen Kronprinzen der internatio—
jale Aerzte⸗Congreß eröffnet. Anwesend sind ca. 3000 Aerzte,
arunter 300 aus Deutschland.

— In russischen Blättern liest man von einem GEreignisse,
velches lebhaft an die vor Jahren in Krakau stattgehabte em—
‚orende Behandlung der unglücklichen Barbara Ubryk erinnert. Ein
russisches Mädchen, Namens Marina, kam in den Sechziger
Fahren von Moskau nach Rshew in Begleitung einer Erzieherin,
Xx Anbemittelten Frau Chlebnikoffa, welche alle möglichen Mittel
mwendete, um das auf eine Million Rubel sich beziffernde Ver—
mögen der Marina an sich zu reißen. Zur Erreichung des hab⸗
üchtigen Zweckes beraubte sie die Marina ihrer Freiheit und sperrte
)ieselbe in einem Zimmer der in Folge Verfügung des Erblassers
zus dem Vermögen ihres Zöglinges errichteten Schule ein. Auch
zur Vorsteherin der Schule wußte sich die Chlebnikoffa zu machen,
ind in dieser ihrer Stellung gelang es ihr, Älles zu verheimlichen,
dos in den Wänden der Schule vorging, und jeder gerichtlichen
Finmischung zu entgehen. Zu Ende vorigen Jahres trat nun die
xhlebnikoffa, welche mit ihrem rechten Namen Bulach heißt, von
hter Stellung als Vorsteheria zurück, und nun erst erhielt man
enntniß von der unglücklichen Lage der Marina. Man fand sie
eeiner elenden Behausung, förmlich zur Idiotin herabgesunken
ind als Folge der vieljährigen Einsperrung in einem geistig und
rörperlich zerrütteten Zustande. In den letzten zwei Jahren hat
ich das Mädchen nie waschen und kämmen durfen, so daß Schmutz
und Ungeziffer überhand genommen. Die Bulach wurde am 15.
Juni arrelirt, und es ist gegen dieselbe die Anklage auf vorsätzliche
Heraubung der Freiheit erhoben, verübt an der Moskauer Ehren⸗
»ürgerin Anna Wassiljewna Masnrina, wie das Mädchen mit
einem richtigen Namen heißt.

4 (Als Mittel gegen den Biß giftiger Schlangem
Kupfernattern, Vipern] wird empfohlen: sofortiges Ausbrennen
der Wunden, Aetzen derselben mit Salmiakgeist, Höllenstein oder

Aetzkali, Trinken von— Vranntwein, Rum ⁊c. bis /3 Liter; das
icherste Gegengift aber ist eine Trinktur Inula Helenium
ächter Alant.)
— Fur pie Redalnion verantworilich: F. X. Deme.
—
preis viertehährlich nur 80 pfg.
wofür 6 Nummern nebst 8 Kladierstücken, 3Z Lieferungen des
Konservationslexikon's der Musik, 8 Porträts hervorragender
Tondichter und deren Biographien (Gvon Elise Polko), Illu—
strationen zu Volksliedern von den renomirtesten Düssel⸗
dorfer und Münchener Künstlern, Feuilleton's, Novellen ꝛc.
geliefert werden.
Alle Postanstalten Gr. 3107) Buch⸗ und Musikalien⸗

Handlungen nehmen Bestellungen an.

T IIIV
erht a petr Iuen
rmzösisches Jourpnall onglisches Joutnal für italienisches Jourpa
für Deutsche, Deutsche, für Deutsche.
mit erläuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire und
ervonkommneter Aussprachebezeiehnung des Pnglischen und Italienischen
Aerausgegeben und redigirt yon BEmmil Sommer.
Vorzũglichsto und wirksamste Aultomittel bei Erlernung obiger drei
prachen nament ieh fkur das Selpetstudium und bei Vorbereitung auf
xamina — zugleich anziehendste und erfolgreichste
ranæ,, engl. und ital. Lectüre zur Debung und Unterhaltung, durch die
cpondere Einrichtung dieser Journale dchon boei den bescheidenster
Tenntnissen in orspriesslichster Weise Ferwendbar. Gründung de
NFERFRTE, 1. Juni 1877; des INFERPREPER, 1. Jan. 1878 und
los ilaliecnischen INPERPRETB, I. Jan. 1880, und sei daher letetere
I Feueste Erscheinung auf diesem Gebicte ganz besonderer Aufmerk-
amkeit empfohlen. Dureh ihren praktisehen und wissenschaftliohen Werth
freuen sich sümmtliche drei jourale einer ganz ausserordentlichen, die
usersten Grenzen Deutschlands ũ Gecterreich-Ongarns umfassender
im Suslande sich bis Ostindien und Amerika orstreckenden Ver-
reitung. Inhalt der drei Journale völlig verschieden: Tagesgeschichte.
— una vermischte Aufsätze, gediegene Novellen
tcrescante Processe eto.; ferner enthält jode Nummer einen deutschen
irei zum Uebersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber-
ragung hierauf zur Selpsteorractur in der nächsten Nummer folgt.
Föcheñtlich eine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
jer Post, dem Buchhandel oder direct; nur 1 M. 75 Pf. I sii. 5, Kr. ö
F. 2 fr. 50). Preis eines cinzeinen Monates direct 60 Pf. Probenum
ò GRAFIS. Inverate ( 25 Pf. dio Aspaltige Petitzeile) von er
folgreichster. Wirkung.
Edenkoben csi. d. bayer. Rheinpfalz.
Die Expodition.
Vi sit r t in modernen Schristen billibstbe
in en ar en F. X. Demetz.
Demens in St. Inagbert.
ustrinies Sanntaasblatt“ Mr. 32.

J
        <pb n="477" />
        Anaherler Aumzeiger.
Dder St. Ingberter Auzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich
124 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AC 60 H, einschließlich 4a0 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren Raum, Reclamen mit 30 A vpro Zeile berechnet.
—1881.

—

I185.

— 15

——

Deutsches Reich.

In Muürchen sollte heute (Samstag) die beabsichtigte und
angekündigte Zusammenkunft des Kaisers von Oesterreich mit König
Albert von Sachsen stattfinden.

Von der deutschen Behörde wurde den auf der Houwels'schen
Werft zu Kiel eben erst gebauten Schiffen ‚Diogenes“ und „So—
frates“ das Auslaufen unlersagt; die Maschinen wurden heraus—
genommen und die Corbette „Blücher“ hat sich zur Bewachung vor
Zeide Schiffe gelegt. Es heißt, die peruanische Regierung, Gwelche
noch immer im Krieg mit Chili ist) habe die Schiffe zu Kriegs⸗
wecken bestellt. Deutschland als neutraler Staat kann natürlich
as Auslaufen nicht gesiatten. (Nach einer anderen Annahme sollen
deide Schiffe für fenische oder nihilistische Zwecke bestimmt sein.)

Ueber die am 4. ds. in Bad Gastein stattgehabte Kai⸗
serzusammenkunmft wird von dort berichtet: „Unter Glocken⸗
geläute und den Klängen der Nationalhymne ist der Kaiser
don Oesterreich hier eingetreffen, von der Bevölkerung und
bon den Kurgästen mit lebhaften Hurrahrufen empfangen. Er
trug die Uniform des preußischen Kaiser Franz⸗Garde-Grenadier—⸗
Regiments und das Band des Schwarzen Adlerordens. Während
des Empfangs stieg Kaiser Wilhelm in österreichischer
Oberstuniform und mit dem Kreuz des Stephansordens von den
Stufen des Badeschlosses herab; Kaiser Franz Joseph eilte über
den Platz hinweg dem Kaiser Wilhelm entgegen; beide Monarchen
umarmten und küßten sich herzlich und begaben sich darauf Arm
in Arm in lebhafter Unterhaltung ins Badeschloß. Kaiser Franz
Joseph verweilte *a Stunden im Badeschloß und begab sich sodann
nach feinem Absteigequartier im Hotel Straubinger. So weit bis
jetzt bestimmt, verlaͤßt Kaiser Wilhelm Samstag (6. Au—
Zust) Vormittag 11 Uhr Gastein und übernachtet in Salzburg
BZon dort begibt er sich nach Koblenz, wo er einen Tag zu ver—
weilen gedenkt, und trifft Dienstag in Berlin ein.

Auslaud.

Gambetta, welcher jetzt eine Reise durch Frankreich macht,
um die Wähler zum Waͤhlen von gemäßigten Republikanern zu be⸗
stimmen, wurde in Tours mit den Rufen: „es lebe Gambetta,
8 lebe die Republik!“ empfangen. Er erwiederte auf die Ansprache
des Bürgernietisters, die schmerzlichen Gefühle, die ihn bei seinem
ersten Aufenthalt in Tours (1870/7 1) ergriffen, kümen heute wieder
und er koͤnne sie nur mit Mühe unterdrücken, um sich dem wohl⸗
wollenden Empfang, der ihm zu Theil werde, hinzugeben. „Wenn
wir, sagte er, noch leiden unter den Erinnerungen an die Nieder⸗
lage, so finden wir uns wenigstens wieder in vollem Triumph, in⸗
dem die Republik fest gegründet ist mit denselben Gefühlen und
derselben Hingebung an's Vaterland.“

Auf dem am Abend ihm zu Ehre gegebenen Bankett hob
Gambettia in längerer Rede hervor, daß die monarchische Partei
besiegt sei. Die Republik müsse nun endlich ihre seit langem der
Nation gemachten Versprechungen erfüllen; nämlich soziale Eman⸗
zipation, vollständige Freiheit und eine Politik unausgesetzten
Fortschreitens. Er, Redner, sei für das Zwei-Kammersystem
aber eine Reform des Senats sei unabweislich. Er verlange, daß
die jetzt auf Lebenszeit ernannten Senatoren sich einer Neuwahl
durch den Kongreß zu unterwerfen hätten. Gambetta forderte
ferner Weiterentwickelung des öffentlichen Unterrichts, vollständige
Associationsfreiheit und bezeichnete als nächstliegende Aufgabe der
Bolksvertretung die teilweise Reform der Verfassung hinsichtlich
des Senats, Herstellung einer Frankreich repräsentierenden Majorität
und endlich die Wiederherstellung der Achtung vor den Prärogativen
der administrativen Gewalt.

Für die algerischen Verhältnisse ist eine Veränderung ge—
troffen worden, welche gegenüber den bisherigen dortigen Verhält⸗
nissen die denkbar herbste Kritik enthält. Die französische Regierung
hat alle dortigen Verwaltungszweige mit den entsprechenden Mini⸗
sterien des Hauptlandes zu vereinigen beschlossen. Mit dieser Zen⸗
tralisationsmaßregel ist die 50jährige Selbständigkeit der dortigen
Kolonie so gut wie völlig vernichtet; freilich war sie durchweg *4
dur der niederträchtiasten Mhenteirreruesellschaft zu Gute gekommen

Vermischtes.

* St. Ingbert, 6. August. Gestern Nachmittag wurde
ein „zuro pam'üder“ Schuhmacher von hier auf eine dem—
elben gewiß höchst unangenehme Weise an der Ausführung seines
Vorsatzes, resp. dem Antritte seiner überseeischen Reise gestört. Ein
Gerbermeister, bei dem der Auswanderungslustige noch ziemlich tief
in der Kreide steht, ließ ihm nämlich die schon gepackten Reisekoffer
und Taschen mit Beschlag belegen. Es wird nun dem Betreffen⸗
den nichts übrig bleiben, als seinen Gläubiger, der ihm nach
Amerika zu kreditieren nicht'gesonnen ist, zu befriedigen, oder seine
Abreise vorläufig noch hinaus zu schieben.

— Die stadtischen Umlagen für Homburg haben sich gegen
voriges Jahr nicht unerheblich ermäßigt; von 120 pCt. im Jahre
1880 auf 104 pCt. heuer. Die Districtsumlagen haben sich um
—AV—

Kaiferslautern, soll bekanntlich eine zweite katho⸗
lische Kirche erhalten. Der vom Baumeister Schmidt angefertigte
Plan zu derselben ist sehr sehenswerth. Der Neubau wird in rein
jothischem Style und imposanten Dimensionen aufgeführt. Die
irche erhalt eine Länge von 79 Meter, 2 Thürme, bedeckt einen
Flachenraum von 18140 Quadratmeter und ist auf 825,000 M.
deranschlagt.

p'In Lambrecht sind in einer Familie die Blattern aus⸗
gebrochen.

Aus mehreren Ortschaften des mittleren Gebirges
wird ein bedeutendes Sinken der Weinpreise gemeldet. So soll in
Fdesheim sog. Erntewein um 68 bis 12 Pfg. per Liter verkauft
werden; in Hambach wird von einem Winzer der Liter zu 82
Pf. und in Neustadi bei Producenten und Wirthen ein 1879er
zu 20 Ppff. per Schoppen verzapft. Ob der in Aussicht stehende
Jute Herbst dies Wunder allein zu Stande gebracht hat, oder ob
sonst noch etwas dahinter steckt, mag dahingestellt bleiben.

In Weisenheim a. Sd. wurde in seiner Wohnung
der 78jährige Kaufmaun Jakob Löb mit einer Hacke erschlagen
und aus dessen —7— das Geld geraubt. Bereits vor
Jänger als einem Jahre Wurde bei dem Genannten, der allein wohnt,
eingebrochen. Die sofort eingeleitete gerichtliche Untersuchung wird
hoffentlich dazu führen, daß der Raubmörder entdeckt wird.

F Zahnarzt Detz ner aus Speyer hat auf der Ver—⸗
sammluug der deutschen Zahnärzte in Heidelberg am 1. 2. und
3. August den ersten Preis erhalten fuüͤr eine vom Vorstand des
Central⸗Vereins deutscher Zahnärzte zur Preisbewerbung ausge⸗
schriebene Arbeit.

In kaum acht Tagen sind in der Gemarkung Ogg ershe im
30,000 Stück Mäuse gefangen worden, wofür die Gemeindekasse
500 A. zahlte.

In Heidelberg hat Hofrath Czerny eine Magen-Re—
sektion mit glücklichstem Erfolge ausgeführt und vor einigen Tagen,
dier Wochen nach der Operation, den betreffenden Patienten mit
einer Gewichtszunahme von 11 Pfund entlassen.

Am'6., 7. und 8. ds. Mis. findet in Lahr das erste
Kreisturnfest des 10. deutschen Turnkreises statt. Angemeldet sind
Jjegen 1000 Turner und es verspricht das Fest ein sehr glänzendes
su werden. — Gäste sind bis jetzt schon aus sehr vielen Orten
ingemeldet u. a. auch aus Edenkoben, Cisenberg, Frankenthal,
Bermersheim, Grünstadt,' Kaiserslautern, Kirchheimbolanden,
zambrecht, Ludwigshafen a/ sth, Mannheim, Mußbach, Neustadt a⸗H.,
hirmasens, Speyer, Straßburg, Wolfstein, Zweibrücken.

Der Bisthumsverweser Lothar v. Kübel in Freiburg
Baden), der bei der letzten Priesterweihe unwohl geworden und
darauf an der Herzentzündung erkrankt war, ist am Donnerstag
plötzlich am Herzschlage gestorben.

Die Frau Fürstin Bismarck wird vom Bad Kreuth Ende
dieser Woche in Kisfingen eintreffen. Sie soll die Cur mit
sehr günstigem Erfolge gebraucht haben. Die Abreise des Fürsten
Zismarck von Kissingen soll am 15. Mai ds. Monats stattfinden.
Er ist bis dahin vole sechs Wochen in Kissingen gewesen, und
auch ihm hat die Cur gut angeschlagen.

Wisrenß ver au FJaden ves siebenten deutschen Bundes—
        <pb n="478" />
        schießens wurden in München durch die Pferdebahn nicht weniger
als 320,000 Personen befördert, im Durchschnitt jede Stunde
2000, Es waren 200 Pferde im Dienst, so daß jedes derselben
in den acht Tagen ca. 1600 Personen beförderte.

In Randerath (preuß. Rheinprovinz) wurde ein Bruder
von seiner Schwester erstochen. Letztere, eine zeitweise schwachsinnige
Wiltwe, welche dem Bruder die Haushaltung führte, bohrte dem⸗
selben in Folge eines geringfügigen Wortwechsels unversehens ein
Messer in's Herz.

.Für Sonntag, den 14. ds. Mis., ist ein Extrazug aus
den Reichslanden nach Bexlin festgesetzt und werden für den⸗
selben an den Stationen Landau, Reustadt, Schifferstadt und
Frankenthal Billete mit 30tägiger Giltigkeit für Hin⸗ und Rück—
fahrt zu ermäßigten Preisen abgegeben. In Landau geht der
Zug an genanntem Tage Nachmittags 2 Uhr 21 Min., in Reustadt
2 ühr 535 Min. ab und kostet das Billet in Landau J. Klasse
51 Rrk. 60 Pf., I. Klasse 37 Mrk 90 Pf. und LI. 25 Mrk.
20 Pf.; in Neustadt J. Klasse 600 M. 40 Pf., II. Klasse 87 Mrk.
20 Ppf. und III. Klasse 214 M. 70 Pf. Andere pfälzische
Stalidnen geben zu oben genannten Zugangsstationen einfache
Fillete mit freier Rückfahrt aus. Für Kinder unter 10 Jahren
verden Billete zur Hälfte der vorbemerkten Taxen ausgegeben.
In Berlin kommt der Zug Montags Bormittags 2210 Uhr an.

pEin Familien⸗Drama. Der in einer Ziegelei zu
deuisch⸗Lissa beschäftigte Arbeiter Langener hatie sich in
einer früheren Stellung als Kutscher ein Kapital von 3600 Mark
erspart. Durch gewissenlose Agenten war er überredet worden,
dasselbe als Hypothek auf ein Grundstück einzutragen, welches,
ohne daß er es wußte, überschuldet war. Als er erfuhr, daß sein
Jeld bei der Subhasiation verloren gehen würde, nahm er sich
diesen Umstand so zu Herzen, daß er tiefsinnig wurde. Am
Sonnabend früh verübte er in seiner Verzwei flung eine grauenvolle
That. Er hängte seine drei juͤngsten Kinderr auf und nahm sich
— ältesten Sohne nach
Hause kam, fand sie die drei Kinderleichen an der Wand hängend
und ihren Mann ebenfalls bereits entseelt vor.

P'In London wurde am 3. August durch den Prins en
Mobilien- 4
Versteigerung.
Donnerstag, den 11, und
Ireitageen 12. August 1881,
ẽdesmal Vormittags 9 Uhr an⸗
angend, werden durch den Unter⸗
zeichneton, hiezu gerichtlich be⸗
anflraglen Amlsverweser des kgl.
Rotars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zur Gütergemein⸗
schaft zwischen Peter Joseph
Woll, Kaufmann in St.
Ingbert und dessen daselbst
zerlebten Chefrau Elisabetha
Weis, sowie zum Nachlasse
der Letzteren gehörigen Mobiliar⸗
gegenstände abtheilungshalber
Ind nach derselben werden die
zum persönlichen Eigenthum des
Heter Joseph Woll gehörigen
Mobilien gegen baare Zahlung
offentlich an die Meistbietenden
versteigert nämlich:
zvollständigen Betten mit
Matratzen, 8Chiffonier, J
Sekretaͤt, 3 Kanapee, 4
Pfeilerschränkchen, 1Schrank,
2 Bücherschränke, 1 Tisch
mit Schreibaufsatz, 8 wei⸗
ere Tische, 2 Waschtische
Theelisch, 83 Nachttisch⸗
chen, 8 Stühle und 1
Rtachtstuhl, Bilder und
Spiegel, 5 Uhren, 1 Pia⸗
nino, 1 Klavierstuhl, verschie⸗
dene Bücher, Silberzeug, ver⸗
schiedenes Getüch, J Küchen⸗
schrank, 3 Schüsselschafte,
oerschiedenes Kuͤchengeschirr
und sonstige Gegenstände.
Si. Ingbert 6. August 1881
. Auffschneider
Amtsberweser.

Ich zeige hiermit ergebenst
an, daß ich mich hier in der
Ddasselerstraße als

Hebamme
niedergelassen habe, und bitte
deßhalb freundlichst um geneigten
Zuspruch.

cẽs zeichnet mit alle

Hochachtung
WwWhyarlolte Sqoͤpfer.
St. Ingbert den 6. August 1881.
Sonntag den 7. August
⸗

Tanzun usif
Anfang 7 Uhr Abends
hei Frau Inlius Grewenig

Moebel⸗
Reinigungspolitur.
Vorzüugliches Mittel um polirte
Hegenstände sosort vom Oelaus⸗
chlag und Schmutz zu befreien,
owie denselben neuen und dauer⸗
haften Glanz zu verleihen.
VSIn ganzen und halben
Flaͤschchen bei
J Gebr. Schuster.
—*
zin Furt DDIh.
gelehs Pranzssiseh, Eng-
lisen, Italienisch, odor
Spuaniseh wirklioh
prechenm lernen wollen.
ratis und sranco zu beriehen
Jureh die
Rosenthalꝰsehe
·rlagshandlung in Lei prig.
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— — Faohsehule für
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Druck und Verlag von F.

von Wales in Gegenwart des deutschen Kronprinzen der internatio⸗
nale Aerzie⸗Congreß eröffnet. Anwesend sind ca. 3000 Merzte,
darunter 300 aus Deutschland.

4 In russischen Blättern liest man von einem Ereignisse,
welches lebhaft an die vor Jahren in Krakanu stattgehabte em—
pörende Behandlung der unglücklichen Barbara Ubryk erinnert. Ein
russisches Mädchen, Namens Mar ina, kam in den Sechziger
Jahren von Moskau nach Rishe w in Begleitung einer Erzieherin,
der nbemittelten Frau Chlebnikoffa, welche alle möglichen Mittel
mnwendete, um das auf eine Million Rubel sich beziffernde Ver—
mögen der Marina an sich zu reißen. Zur Erreichung des hab⸗
jüchtigen Zweckes beraubte sie die Marina ihrer Freiheit und sperrte
diefelbe in einem Zimmer der in Folge Verfügung des Erblassers
aus dem Vermögen ihres Zöglinges arrichteten Schule ein. Auch
zur Vorsteherin der Schule wußte sich die Chlebnikoffa zu machen,
und in dieser ihrer Stellung gelang es ihr, Alles zu verheimlichen,
was in den Waͤnden der Schule vorging, und jeder gerichtlichen
Finmischung zu entgehen. Zu Ende vorigen Jahres trat nun die
Thlebnitoffa, welche mit ihrem rechten Namen Bulach heißt, von
ihter Stellung als Vorsteheria zurück, und nun erst erhielt man
FKenntniß von der unglücklichen Lage der Marina. Man fand sie
in einer elenden Behausung, förmlich zur Idiotin herabgesunken
und als Folge der vieljährigen Einsperrung in einem geistig und
körperlich zerrütteten Zustande. In' den letzten zwei Jahren hat
sich das Mädchen nie waschen und kämmen dürfen, so daß Schmutz
und Ungeziffer überhand genommen. Die Bulach wurde am 15.
Juni arrelirt, und es ist gegen dieselbe die Anklage auf vorsätzliche
heraubung der Freiheit erhoben, verübt an der Moskauer Ehren⸗
hürgerin Anna Wassiljewna Masnrina, wie das Mädchen mit
einem richtigen Namen heißt.

— (EAls Mittel gegen den Biß giftiger Schl angen)
Nupfernatiern, Vipern] wird empfohlen: sofortiges Ausbrennen
der Wunden, Aetzen derselben mit Salmiakgeist, Höllenstein oder
Aetzkali, Trinken von Vranntwein, Rum ⁊c. bis */ Liter; das
ficherste Gegengift aber ist eine Trinktur Inula Helenium
ächter Alant.

Fc vdie Redallion veramworilich: F. X. Demes.
Neue Musik-Zeitung
preis viertehahrlieh nur 80 pig.
wofür 6 Nummern nebst 3 Klavierstücken, 8 Lieferungen des
Konservationslexikon's der Musik, 8 Porträts hervorragender
Tondichter und deren Biographien (von Elise Polko), Illu⸗
strationen zi Volksliedern von den renomirtesten Düffel⸗
dorfer und Münchener Künstlern, Feuilleton's, Novellen ꝛc.
geliefert werden. IJ
Alle Postanstaliten (Nr. 3107) Buch⸗ und Musibkalien⸗
Handlungen nehmen Bestellungen an.

DUppithe 7hh Ierpeette Ih“ht
—AX —VXM IIPIPlb
franzocisches Journal englisches Journal für italienisches Journal
sũr Deutsche, Deutsche, für Deoutsche,
mit eêrlauternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire und
rervolkommneéter Aussprachebezeichnung des Englischen und Italienischen
Herausgegeben und redigirt von Emil Sommer.

Vorzũglichste und wirksamste Rilfsmittel bei Prlernung obiger drei
zIprachen nament ieh für das Selbststndiam und bei Vorbereitung auf
Deamina (Linjãhrig- Freiwilligo); rugleich anziehendste und erfolgreichste
franz., engl. und ital. Lectüre zur Uebung und Unterhaltung, duroh die
odere HLinriehtung dieser Jourvale schon pei den bescheidensten
Tenntnissep in erspriesslichster Weise verwendbar. Gründung des
INTERPRETE, 1. Juni 1877; des INFERPRBTER, I. Jan. 1878 und
les itauenischen INPERPRETE, I. Jan. 1880, und sei daher letzterer
ͤeueste Erscheinung auf diesem Gebiete gan- besonderer Aufmerk-
amboit empfohlen. Durch ihren praktisehen und wissenschaftlichen Werth
erfreuen sich sümmtliche drei Jourmale einer ganz ausserordentlichen, dio
iussersten Grenzen Doutschlands nd Oesterreich-Ongarns umfassenden
qnd im Auslande sich bis Ostindien und Amerika erstreckenden Ver-
hreitung. Inhalt der drei Joumaie völlig verschieden: Tagesgeschichte,
opularwissenschaftliche qna verwischte Anfsätze, gediegene Novellen,
nteressante Processe ete.; ferner enthäult joede Nummer einen deutsehen
n Uebersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber-
tragung hierauf zur delpstcorractur in der nächsten Nummer solgt
ebhentlicn cine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
der Post, dem Buchhandel oder qairect; nur 1M. 75 Pf. ¶ H. 5 Kr. 6.
W. 2 fri 50). Preis eines oinzelnen Monates direct 60 Pf. Probenum-
mein GRAFIS. inerate (à 25 Pf. die 40paltige Petitaeile) von er-
folgreichster Wirkung.

FRA AnkGhem Ii. d. bayer. Rheinpfal.

Die LExpedition.
Visitenk art en in modernen Schriften billiöstbe—
F. X. Demetz.
Demeß in St. Ingbert.
iu iurintes Sonntaasblait“ Mr. 32.
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        e
der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betraägt vierieljahrlich
2 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 126.
* * * ry *
Die freisinnigen, reichßtreuen Wahlmänner des Wahlkreises
Zweibrücken-Pirmasens
werden freundlichst ersucht. sichh Donnerstag den 11. d. Mis. Morgens 9 Uhr, zu einer Borbesprechung über die Abgeordnetenwahl
zehufs endgiltiger Aufstellung des noch zu wählenden Abgeordneten unseres Wahlkreises in dem Tivoli-Saale dahier gefi.
einfinden zu wollen.
Zweibrücken, den 6. Aug. 1881. F
Die 40 Wahlmänner der Städte Zweibrücken-Pirmasens.
aus gelehrter und feingebildeter Herr sein. Zur Zeit befindet sich
Dr. Korum behufs seiner Bestätigung in Rom.
Eine der „Voss. Z.“ aus Kiel zugegangene Correspondenz
spricht die Vermuthung aus, die beiden dort mit Beschlag belegten
Schiffe möchten zum Sclavenhandel bestimmt gewesen sein.
Ausland.
* Die Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser
Franz Josef in Gastein trug denselben herzlichen Charakier
wie die Zusammenkünfte früherer Jahre. Nach der ersten Begrüß⸗
ung auf dem Straubinger Platze begaben sich beide Monarchen
Arm in Arm ins Badeschloß, wo Kaiser Franz Josef dreiviertel
Stunden verweilte. Am Donnerstag Nachmittag begab sich Kaiser
Franz Josef zu seinem kaiserlichen Freunde zum Diner. Der Gegen⸗
besuch Kaiser Wilhelms bei dem Kaiser von Oesterreich unterblieb
auf Wunsch des Letzteren, da derselbe seinem greisen kaiserlichen
Freunde das Treppensteigen ersparen wollte. Am Donnersiag
Abend war Gastein glänzend erleuchtet, wobei die beiden Monar—
chen unter den enthusiastischen Zurufen des Publikums einen kleinen
Rundgang durch den Curort machten. Am Freitag Vormittag ver—
ließ der Kaiser von Oesterreich, nach herzlichster Verabschiedung
von Kaiser Wilhelm, Gastein und reiste zunächst nach München.
wo er mit dem König von Sachsen zusammentraf. Auch Kaiser
Wilhelm reiste einen Tag später von Gastein ab, traf am Sonn⸗
tag in Frankfurt a. M. ein und setzte von hier am Montag die
Reise nach Coblenz zum Besuche der Kaiserin fort.
* Die in voriger Woche erfolgte Unterzeichnung der zwischen
England und den Transvaalboers abgeschlossenen Con—
vention hat die Uebergabe der Regierung des Transvaalandes an
die Boers zur Folge, welche noch im Laufe dieser Woche zu Pre—
toria erfolgen soll.

Deutsches Reich.

Nach den soeben bekannt gegebenen Vorschriften zum Vollzug
deßz neuen Einkommensteuergesetzes in Bayern sollen
dzie Steuerausschüsse, welche die Angaben über das Einkommen der
Zteuerpflichtigen zu prüfen und festzustellen haben, im ganzen
onigreiche bis zum 20. November zusanmentreten. Hinsichtlich
der Steuerziele hat es vorerst beim Alten zu bleiben.

Dem Kronprinzen des deutschen Reiches, welcher zur
znspicirung baierischer Truppen in der ersten Woche des nächsten
Monats einige Tage in Landshut Aufenthalt nehmen wird, wurden
don unserem König Zimmer in der kgl. Residenz daselbst, sowie
hofpferde und Hofequipagen zur Verfügung gestellt.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ sagt, daß die Kissinger Kur in den
letzten 14 Tagen einen besonders guten Einfluß auf das Befinden
des Reichskanzlers ausübte, so daß er täglich ausgedehnte Spazier⸗
jange unternehmen kann und frischer aussieht als seit geraumer
Zeit.
*Die Reichstagswahlen sollen nun doch gegen Ende
Dctober stattfinden, doch würde der neugewählte Reichstag nicht
mehr im Laufe dieses Jahres zusammentreten. Vielmehr sollen die
Sitzungen des Reichstages erst im Januar oder Februar des näch—⸗
en Jahres beginnen, je nach dem Zeitpunkt, bis zu welchem der
im November zusammentretende preußische Landtag seine Arbeiten
erledigt haben wird.

Das abgelaufene Rechnungsjahr hat für die deutsche
Neichskasse ein Deficit von mehr als 12 Millionen Mark er—
geben; das ist die neueste Ueberraschung, welche der „Reichsanzeiger“
auns bereitet. Er fügt freilich den Trost hinzu, daß diesem Aus—
jall ein Plus von 16 Millionen Mark an creditirter Rübensteuer
gegenüber steht, die im laufenden Rechnungsjahr eingehen müssen
ind also zur Deckung des Deficits hinreichen. Andererseits haben
die Zölle gegen den Voranschlag ein Deficit ergeben, das in der
Rechnung selbst nicht zum Ausdruck kommt, sondern die Wirkung
—
üüber die vom Reiche überwiesenen Erträge mit einem Deficit ab—
schließt. Denn vom Ertrag der Zölle und der Tabaksteuern fließt
der ein für allemal festgesetzte Betrag von 180 Millionen Mark
in die Reichskasse, und der Ueberschüß wird an die Einzelstaaten
dertheilt. Die Einnahmen der Reichskasse sind um 11,630,000
Mark hinter dem Voranschlag zurückgeblieben; den größten Aus—
iall ergab die Rübenzuckersteuer, über 18 Millionen Mark, was
offenbar daher kommt, daß nach dem jetzigen mangelhaften System
die Zuckerfabriken für ausgeführten Zucker mehr Sieuer zurückbe—
zahlt bekommen, als sie dafür entrichtet haben. Die Verwaltung
der Reichspost und des Reichstelegraphen dagegen hat 2,600,000
Mark mehr eingenommen, als im Vorenschlag angesetzt war, und
die Reichseisenbahnen haben 8,800, 000 Pöark mehr ertragen. Unter
den Ausgabeposten, welche den Voranschlag überschritten haben, ist
der bedeutendste der des Reichsamts des Innern, welches für die
Weltausstellung in Melbourne und für die Kosten der Bekampfung
der Rinderpest eine Mehrausgabe von 1,217,000 Mark hatie.

Die Nachricht von der Ernennung des Straßburger Dom—
driesters Dr. Korum zum Bischof von Trier bestätigt sich. Der
Nuntiatursekretär Dr. Francesco Tarnassi in München und der
steußische Kultusminister v. Goßler sollen in Straßburg die Ver—
jandlungen gepflogen haben. Der von der preußischen Regierung
belanntlich micht bestätigte Kapitularvikar Dr. de Lorenzi hat ver⸗
ichtet. Dr. Felix Korum ist im Jahre 1840 zu Wickerschweier
in Oberelsaß geboren, hat in Innsbruck studirt und soll ein üher—

Vermischtes.

*St. Ingbert, den 9. August. Auf gestern Nach—
mittag hatte das Bürgermeisteramt die sämmtliche Hilfsmannschaft
der städtischen Feuerwehr eingeladen, um mit den Chargirten der
letzteren dieselbe neu einzutheilen und ihr die nothwendigen In—
truktionen zu geben. Der größere Theil der Eingeladenen wurde
zur Hilfeleistung den einzelnen Feuerspritzen zugetheilt. Die Uebrigen
wurden theils zum Wacht- und Ordnungsdienst, theils zum Bilden
der Wasserreihen bestimmt. Die Wacht- und Ordnungsmannschaft,
der mit anderen dazu berufenen Organen bei Bränden der Sicher⸗
heitsdienst obliegt, ist mit gelben Armbinden ausgezeichnet; Ob—
mann derselben ist Herr Joh. Jos. Heinrich, Wirth; Stellver⸗
treter desselben Herr Heinrich Martin, Pulverfabrikant. Die—
jsenigen Personen, die das Bilden der Wasserreihen anzuordnen und
zu überwachen haben, sind durch eine blaue Armbinde kennbar;
Obmann bei denselben ist Herr Lehrer Drumm; Stellvertreter
desselben Herr Lehrer Schlaudecker. — Bei Hauptproben und
Bränden hat sämmtliche Hilfsmannschaft bei Vermeidung von
Strafen mit auszurücken. Schon in nächster Zeit soll eine Haupt-
probe stattfinden, und wird das, Bürgermeisteramt hierzu vorher die
nöthigen Einladungen ergehen lassen.

* St. Ingbert, 9. Aug. Heute Vormittag gegen 29
Uhr wurde auf der protest. Kirche mit der Glocke das Feuerzeichen
gegeben. Es konnte jedoch das Stürmen sofort wieder eingestellt
werden, da es gelang, das Feuer (im Hause von Schürer Ksarr⸗
mann im Icsephsthal) noch im Entstehen zu dämpfen.

—St. Ingodert. Eingesandt.) Der zahlreiche Besuch
des von Herrn Lehrer Schlaudecker mit seinen Musikschülern

A
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        am Sonntag Nachmittag im Oberhauser'schen Saale arrangirtien
Conzertes war sichtlicher Beweis von dem großen Interesse, welches
dem Unternehmen seitens des Publikums entgegengebracht wurde.
Das Programm zählte nicht weniger ols 16 Nr. Die Leistungen
der juͤgendlichen Conzertgeber waren meistens sehr gut und be—
friedigten in jeder Hinsicht die Zuhdrer. Auf Einzelnes können wir
natürlich nicht eingehen; denn es kann nicht Zwec dieser Zeilen
sein, einzelne Leistungen hervorzuheben und andere vielleicht dadurch
unabsichtlich in den Schatten zu stellen. Im Ganzen gab das
Conzert günstiges Zeugniß sowohl von dem Fleiß und der guten
Schuͤlung der Lernenden, wie nicht minder von dem Geschick und
der musikalischen Befähigung des Lehrenden.

pDie 89. Generalversammlung des Vereins Pfälzer Thier⸗
ärzte findet Samstag, den 13. ds. Mis. in Neustadi statt.
Auͤf der Tagesordnung steht u. A.“ Das rituelle Schächten der
Ifraeliten als unzeitgemäße Schlachtmethode und die dadurch be⸗
dingte Entwerthung des Blutes als menschliches Nahrungsmittel.

4 Die Stadt Frankenthal will nach einem Siadtraths⸗
beschluß eine Anleihe von 350,000 Mk. machen, von welchem Be⸗
trage 1. für 220,000 Mt. die Gasanstalt erworben wird, 2.
75 000 Mt. für ein neues Schulhaus aufgewendet werden, 3.
45.000 Mk. zur Tilgung alter Schulden dienen und 4. 10,000
Mt. eine Reserve für unvorhergesehene Ausgaben bilden. Dieses
Kapital soll innerhalb 28 Jahren in Annuitäten zur Rückzahlung
gelangen.

FAuch in Freimersheim hat man mit der Mäuse—
bertilgung am 1. August begonnen und wurden bis 5. August
412,000 Stück abgeliefert à I 8. — In Bruchsal Gaden)
wurde mit der Schelle bekannt gemacht, daß jeder Grundbesitzer
binnen acht Tagen für je 1000 Mark Steuerkapital 25 Stück
Feldmäuse abzuliefern habe. Für jeden einzelnen Unterlassungs⸗
fall wird bis zu 20 Mrk. Strafe angedroht. In vielen Gemeinden
der Vorderpfalz und Badens ist die Mäuseplage so stark, daß dem
Zandmann die Freude an der Ernte auf das Nachdrücklichste ver—
bittert wird; er muß an die Feldmäuse mehr Abgaben zahlen,
als je der unbarmherzigste Frohnvogt im Mittelalter gefordert
haben würde.
Niederlage von
Fensterglas
des Vereins rheinischer Tafel—
glashütten.

Verkauf zum Hüttenpreis bei
Joh . Woll, Lackirer.
—JLI
liefert unter Garantie

die Dampfziegelei von
Gebr. Bocking in Kaisers⸗
G6löä.)

Ich zeige hiermit ergebenst
in, daß ich mich hier in der
Hasselerstraße als

Hebamme
niedergelassen habe, und bitte
zöflichst um geneigten Zuspruch.

Es zeichnet mit aller

Hochachtung
Charlotte Schöpfer.
St. Ingbert den 6. August 1881.
V
welche Französiscel, PEPug-
liseh, Italienisehe, oder
Spanischi wirklioh
QCX Sprechem lernen wollen.
Hratis und sramco 2zu beziehen
—X
Roaosemnthalꝰsche
Verlagshandlung in Leipzig.
316

Stellen⸗Ausschreibung kosteufrei —7
e1inv nojc; aolun un paluoalsoj qupinoa aia uaui G
—VVD00 8
panquaauvagg ast aovans aoq
—
u⸗lnpjgaoagipcplo; uoa ·qdunjujz nẽ yortadl tpnv cpul pub; nvj sv
S vBihiqu apuvag aꝛq qun sladuhog uauivꝛ 630 290vbu. apuma
5 notaogoleuuog d uubogz quvqhaaz aod oↄuva, 3810112 bunq
-ualng udloqaz Bunlioqiubjloch adch bBvazasz Nvrsz uaadununt pge
ans save 3. uazuuuinz 8 ol an gaaιοο—Vnα uo—puvaq;
aons duapnlↄna ant uvva —X
ẽAog uogoasb in ↄpoge aoqol sbvjsiuv n spoaung. putplay Alvtp
iuaquog qun ↄaungug aoq squvlↄqaꝛauꝙ en
jaquvqꝭ sc uonaj aaualla bunq patplan a-i — 35
onuey pioue ιͤνο_ vνα ans aↄιννι *
— * —X —E
Die wormser üller-Schule
beginnt das Winterzemester am 1. November. Programm
und Auskunft ertheilt die
Direction: Dr. Schneider.
WORMS a. Rh.
Druck und Verlag von F. X.

4 Dr. Tanner, der berühmte Hungerleider, ist gestorben;
voran, das meldet das Kabeltelegramm nicht. Sicher hat da⸗
iOtägige Fasten ihn doch so geschwächt, daß die Krafte sich nicht
viedergefunden haben, und vielleicht ist der Mann, der so vorzüg—
ich zu hungern verstand, an einer Magenüberladung zu Grunde
gegangen.

FDer Bierkonsum in den Vereinigten Staaten Nord.
meritas steigert sich trotz der Gegenanstrengungen der Mäßigkeits.
reinlet immer mehr. Im letzien Jahre wurden 18,374,000
Harrells oder 414,000, 000 Gallonen versteuert. Das macht auf
eden Kopf im Lande 850 Glas. Zu 8 Cents das Glas wurden
Hoa 376 Millionen Dollars für Bier verausgabt oder 7,509 Doll.
zer Kopf, das ist mehr als die Kosten der Unionsregierung
jetragen.

F Eine große Kohlenbergwerks-Gesellschaft im Staate
Illinois, die außer Stande ist, sich in Amer ika ausreichend
Arbeitskräfte zu sichern, hat einen Agenten mit dem Auftrage nach
xuropa gesandt, dort 500 Bergleute zu engagiren und dieselben
nit ihren Familien nach den Vereinigten Staaten zu bringen.
Die deutschen Bergleute werden sich wohl bedanken, ihre gesicherte
ind achtungswerthe Stellung im Vaterlande aufzugeben, in Amerika
iner ungewissen Zakun entgegenzugehen und sich dort zu
Opfern eines spekulationswüthigen Yankees herzugeben).

Flur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demes.

Als ein Practisches LKilfsmittel für jeden Geschäftsmann, der
billig und rTutionell inseriren will. ist das Zeitungs Verzeioh,
isx vder Oenirni-Annonen xtion der deutsehen
G nunG U—αν Zeitungen von G. L. Daube &amp; Co.
u betrachten. Dasselbe erscheint soeben in 2e2ter Aufiage, ist auch diese⸗
Jahr wieder in mancher Hinficht vervollständigt und- verbessert worden und
sieut Auskunft über jede der vielen Tausenden auf dem Erdball erscheinenden
Zeitungen, Fachzeitschriften u. . w. Jedem Inserenten kann daher mit Rech
anpfohlen werden, sich dieses Büchelchen kommen zu lassen, zumal da es gratit
ind franco versandt wird. Die Firma Gi. L. Duube Co., eint
der Altesten und renommirtesten Annoncen⸗Expeditionen, ist in
uUlen größeren Städten vertreten, in Franisfurt a. M. Central⸗Bureau
Kölichshh Lahlshhhß dt IICheh
Die Einschreibung fur das Studienjahr 1881/82 wird
für sämmtliche Schüler am 23. September, morgens 9 Uhr
m Amtszimmer des Unterzeichneten vorgenommen. Wer in die
unterste Klasse eintreten will, muß das neunte Lebensjaht
‚ollendel. darf aber das zwölfie nicht überschritten haben. Der—
elbe hat bei seiner Anmeldung Geburts⸗ Impf⸗ und Schulzeugniß
in Vorlage zu bringen und in einer darauffolgenden Prüfung sich
iber ein für die IV. Klasse der Volksschule genügendes Maß vor
denntnissen in Religion, deutscher Sprache und Arithmetik aus—
uweisen.

Die Nachprüfungen finden am 29. und 30. September stah

St. Ingbert, den 7. August 1881

Königliches Subrectorat
Barnikel.
Mevers Reise-Bücher
—X0
CoOIIGCEFfioRSFBGSAiUâ 3 Nark der Rand. braun geb
Nren Oestlicher Theil (Berlin und Potsdam —

Kõnigreich Saclsen — Böhmische Büder — Riesengebirge — —W
Jen Posen — Preusen — Pommern — Ostseebüder — Rũgen,.
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burg — Schleswig-Holstein — Kopenhagen — Nordseebũder —
uarmover - Westfalen — Hessen — Harz — Thüringen) Nit 20
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Panoramen.

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alberg. Oetzthaler Alpen, Brennerbahn, Südtiro). Mit 16 Larten
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Fauern, Dolomiten, Salzkammergut, Steiermark, Kärnten. Krain)
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5283 2 555 73 838 5.828
3 8 * 5 2 5522
* 3 53* —A —— 2222
582 5*53352 8 3 —xX3 5358 5 35325 2832 823 7 8
E 2— — 8 * 7 —R —3— —
58855.838 8585 S 8 — I753 8 533 77 S 2
* — 52 b 289 23 528 —* —83 385 X 23
— 8— ———— —— * — 55 8 —* 25 252
23 2* 553*8 —— 8 53 828 55 ———— 2z580 c
2 535 — — —585 — 2323 5 *5 ———25 8 —— 2 7 3
2 —Z — 8 * 32335 — — — — —— —* 532 5352 ꝛ_
— 32 — 8 5 S 2c6 *28 2558558 8 5283 *2
* ——e—— 50 88* *22 8 * — 8 — —
— —5 E 58 k5 —— — S0 — 5 8 *
— 3— 5 Eä8 —225 8 3z557— 25 2538
25 233352 317— 33 5s5383 385 555235 332 7255 8
5 —5 2 55 — — 3 X
5 2—23 5555 2* —z258 3— 585335585 *258 I385IS
58 —e— — 2588 —2 * —— —8 c 8 25528
—— 2, 53— — — 52832 — 8 S? 553 —XX —— z53 735*
25 2328*3 585 7 8 * 5 72 238 —522 —535332
5355 —55 255 2555. *25 — — 8z825* — 8583
38 28338 s 3232228 — 83 535838 5 5 S8
s5* — SS — 3322 82. 53 522 —2 2255 258* 325 7 82
S S 2 3 2*9 S—255 — 2 — — 35 2
5*3188 23 5 * 288
* *5 3 — —A 55320
5258 * 2* — S 28 — — —— —— 2 2* S S2
— 283887 — — —— —
— 2537 ——56355* —— 28 53582 O E
3—8 5*35 43588 7355 5333 23—55538628 3355388
2 * 52
8* 2223 —A—— — 33382288 25 52 * 558 5 2 —— 35 —
5 6 252 55 35 55 —8 58
5535 43383 58 ——
— 535 5— — — 3
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5—2 —85*
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*5222 5222 8 2 2 * —
5535z—ss—5 833 — 55 — — 8 4353**
2 8 —33 353 33 7
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3 3383 553 387 —35 — —383 337*
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3—— 383* —53538325 —8 533—5873
252 2 2 2 3 55 5 2 222 F 2 238325 —
ge —8 3 3
— 5.558 2 — 515228 37 25* 2—585 —
2 55535235 — A— —A —— 53 3355658 s658 — 5
25 28582 52 55—54 2* —55 2 23—
225 »22 — ——— A— —— — —5 — 85355
52533385 5 —3338353— 3236 585 —
8 3 — ——— —— S 8 8 * — — 5 — 2 —
—235573—553 3.83535 —z53283258 ——
535 —33—33 33 553758535 —38*
* S 2 —2 * S * * —⸗
——— — 345282 555— 8—— ——8 522 * 23
s 1— —833553 5558 553
2 * — * — 22 3 * — * 2 —cẽ 2 85 5
z35 3 33—3 3 338 87
2 22
323 333727
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55 8 * 2 2333— — — 2 —ez 8 2 3252—538
22 8 5255 2 * — 332 ——— 22 —A — —
4 3 3 338
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— ——— —52 — ꝰ— 328 8
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— — — 2538 2—3 * —A
28 — 255 — 2* — 8* 8 —
3 2 —3338 —a 8 52 — 2* 5
2 2 S 8 8ñ838333 *2 538 58 337 58
2 —2 8 WO S 23 — 8* 55 23 2523
8 53 2*3 S ———— ——— — *
z 35 88 ———— * 32 S 58 223
58 —33 *537 — 5558385 383 — —— —9 5532
5 —— 5* * 0 55 2 * 3235
* 3253355 —
588 —5 — * 35 ——— 3 33 5 22 — ——— 2 2
58 *8 3525 5 3 8 553 — 2 8
— — 3 — — * 8 —A 582
8 — 335* 55 88
— — — 58 8 3* — * 2* * S 2 23 —2*2 82 33 * —
* —— 6 27 8 334 23* *85 5 — * —8 32
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— 33 — ——
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3 S 8 —8 75233 — 82B5 — 5 25* E
—— 358833 ———
Tse7* * —— — 38* 53352 6357
33838 —— 222 ——— 33 —2332
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5235385 —— 33352338 —8
253382 5383 ——— 833 *
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8* 233378 —857 S3
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        Sl. Ingbexrker Anzeiger.
der Et. Ingberter Anzeiger und dat (2 mal wöhentlich) mit dem Daupiblatte verbundene Unterhaltun⸗e att, (Sonntagt mit illustrirter Bii⸗

jage) erscheint wöchentlich viermal: Dieunstag, Donnerstag, Samotaag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 60 A, einschließlich 4a0 4 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 14 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren RNaum, Neckamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

Anne
Donuerstag, den 11. August
1881.

Deutsches Neich.

S. M. der Koͤnig von Bayern hat in Nugcsicht auf das
zeichsgesetz vom 18. Juli d. Is. die Abanderung der
zewerbeordnung (Innungsgesetz) betr. verordnet, daß un⸗
er den hohrren Verwaltungsbehorden, wie sie in den verschiedenen
dzaragraphen des Gesetzes aufgrfuhrt, die Kreisregierungen, Kam⸗
nern des Innern zu verstehen sind. Die nach 5 100d Abs. 2
xer Gewerbeorduung den Polizeibehorden zukommenden Obliegen⸗
seiten werden von den Ortspolizeibehorden ausgeubt.

Furst Bismarck ist unermudlich in Beannwortung von ihm
zuch in Kissingen zugehenden Zustummungsadressen zu seiner Poli⸗
il; unter Audern hat er auch an den Vorstand des ‚„Vereins
eutscher Ingenieure“ ein Schreiben gerichtet, in welchem er die
Adsicht, den Gesetzennvurf über die Unfallbersicherung wieder ein⸗
ubringen, mutheilt und zugleich die Erwartung ausspricht, daß
ich die Mitglieder des Ingenteur⸗Vereins fur die Erhebungen einer
Unfallstatistik ad hoc interessiren und die durch letztere verfolquen
zwecke nach Kraften fordern werden.

*Der Kaiser ist am Miinwoch Vormittag von Coblenz
ommend, wo er einen Tag am Krankenlager seiner erlauchten Ge⸗
nahlin weilte, in bestem Wohlsein wieder in Berlin eingetrofien.
hon Verlin aus begiebt sich der Kaiser nach Schloß Babelsberg.
do derselbe, wie nunmehr festzustehen scheint, die nachste Zeit
esidiren wird.

Die vielfach angezweifelte Ernennung des Straßburger
domherrn Dr. Ko rum zum Bischof von Trier muß nun doch
ils ziemlich sicher betrachtet werden, denn einem Telegramm der
Hermania“? aus Rom zufolge ist die Ernennung Tr. Korums
um Bischof von Trier durch papitliches Breve bereits erfolgt. Der
eue Bijschof soll am nachsten Sonnabend die Consecration empfangen.

Man hort, daß auch Verhandlungen über die Wiederbeseßung
»eßs Bisthums FFulda statninden, in welchem eine Wahl
xßhalb unmöglich ist. weil nur noch ein Tomlapitular fungirt.
die Verhandlungen über die Beruiung eines Beihumsverwejers
uͤr Fulda durften darum direlt zwischen der Kurie und der preußi—⸗
hen Regierung geinhrt werden.

Anus Baden schreibt man der Germania“, der Großherzog
verde bei seiner silbernen Hochzeit den Konigetutel annehmen (7).

Die „dunastische Veranderung“ im Großherzogthum Baden
Frhebung zum Konigreeich) findet in Berliner Hokreisen vor⸗
aufig keinen Glauben. Man weist auf die allem furstlichen Ge⸗
ange abholden, fast bürgerliche Einsachheit liebenden Neigungen
es großtherzoglichen Paares hin und erinnert daran, daß vor dem
Hjahrigen Regierungsjubilaum des Herzogs von Braunschweig an
ich viel glaubwurdigere, gleichfalls eine Standeserhohung betreende
herüchte durch die Zeitungen gegangen sind, ohne irgendwie Ve—
atigung zu sinden.

Am Dienstag fand die schon für den 6. August angekun—
ziigte Begegnung des Katsers Franz Josef mit dem Geoß—
etzog von Baden auf der Insel Maittau statt. Ueber den
igentlichen Zweck dieser Zuiammenkunit sind in den Zeitungen
ie ticfsinnigsten Retrachsungen und Erorterungen angestelt worden,
och durite die Furstenbegegnung in Mainau schwerlich den ihr
ugeschriebenen politischen Hintergrund haben, sondern vielmehr aus
ein verionlichen Grunden erfolgt sein.

WAusslanud.

vobei sie mehrere der Angreifer tödteten; 500 Mann franzojische
Truppen sind zur Verfolgung der Plunderer aufgebrochen.

Das englische Oberhaus nahm in dritter Lesung das
rische Land-Gesetz nach einsundiger Debatte ohne besondere Ab—
fimmung an.

Die Reise des russischen Kaiserpaares nach Mos⸗
au, Niichnei-Nowgorod u. s. w. ist so plotzlich unterbrochen worden
ind die Rudkehr nach Petersburg erfolgte so eilig, daß man an—
jehmen muß, die Besorgnisse vor einem neuen Attentate hatten
ierzu Anlaß gegeben. Von Petersburg aus begab sich der
daiser nebst Familie und den Vinistern Janatieff und Woronzeij
ofort wieder nach Peterhsff.

In der Ausfuhrung der türkisch-griechischen Grenz
egulirung droht plotzlich ein Aufschub einzutteten, da die Pforie
—A—
heile an Griechenland bis gegen den 15. September verichoben
werde. Die Machte sind uber dieses neue Verlangen der Viorte
ofort in einen Peinungsaustausch getreten, als deisen Refultat die
leberreichung einer Collectivnote an die turkische Regierung zu be—
rachten ist, in welcher die Gründe fur die Ablehnung des Wer⸗
angens der Pforte seitens der Machte dargelegt sind. Zugleich
jaben die Machte an die letztere das Ersuchen gerichtet, so bald
ils möglich den Ort und den Tag für die Wiederauinahme der
renzregulirungasarheiten zu bestimmen.

Vermischtes.

St. Ingbert, 11. Aug. Bei der heute Mittag zu
ende gegangenen Abgeordneten ⸗Nachwahl im Wahlkreis Zweibrücken.
Pirmasens wurde Hr. Oberlandesgerichtsrath Hesserst tnat lib.)
'on Zweibrücken mit 120 Stimmen zum Abgeordncten gewahlt.

F Die Eroijnung der dritten im Geichaftejahr 188jbei dem
. Landgericht Jweibründten abzuhaltenden S Awurgerich:rißung
ur die Pfalz wurde auf Montag. den 12. September, naichtn
in fesgeseßt, der k. Oberlandesgerichtsta:h Hessert zum Vor⸗
ißenden und der k. LandgerichtzSdirector Herfel dt zu dessen
-tellvertreter ernannt.

fF Die Tirection der Pfalzischen Rahnen hat dem Gewerbe⸗
nerein Kaisersslautern einen zweiten Ertrazug nach Frank⸗
urt bewilligt, der Sonntag, 21. August. von dort abgehen wird.
zmm übrigen wird es ebenso gehalten, wie bei der ersten Ertraiahrt.

In Frankened sind in einem Hause die schwarzen
Rlattern ausgebtochen.

In Weisenheim a. S. ist seit fünf Tagen Polizei,
zendarmerie und Untersuchunegericht in ungausgeseztet Tha—
igleit, den Morder des Handelsmannes Loeb von dort zu entdecken,
»hne das geringste Resultat odet überhaupt eiwas entdecken zu
onnen, was zur Habhaftmachung des Attentaters fuhren konnte.
leberigens ist herrichende Ansicht die. daß man es hier nicht mit
inem Rachcakt zu thun hat.

f In Frankenthal scheint das „Verduften“ epidemisch
verden zu wollen; innerhalb weniger Tage haben zwei der soge—
annten besseren Burger mit Zurücklassung betrachtlicher Shulden
as Weite gesucht.

F Die Aufnahmspräfundg für die protest. Pfartamts-
Fandidaten wird Mittwoch den 21. September Isd. Irs in dem
Amtslocale des ptotest. Consiitoriums in Speyer ißbren Anfang
iehmen.

Herr Bischof Ehrler von Speyer hat in einem Aus—
chreiben an den Kletus und die Glaubigen seines Visthrims sei—
iem Schmerze übert die Vorgange in Rom bei Ueberiuhrung der
deiche Pius 1Xx. Ausdruck verliehen. Es werde dadurch bewresen,
n welch' trauriger Lage sich dort die Kirche befinde und daß der
Papst in Wahrheit sich im Vatikan eingeichlosen sieht, um nicht
en Beleidigungen und Rohheiten seiner Feinde ausgeiett zu sein.

F Wie die „Saarbrücker Ztg.“ mittheilt, haben sich in der
hegend von Sgaarbrüden in letzter Zeit zwei amerttamische
Agenten, von einer Glashütte zu La Salle bei Chicago. Namens
zchulz und Berger, aufgehalten, um unter Vor piegelung hohen
»ohnes Glasarbeiter anzuwerben. Die Behörden in Saaubrucken

»Die Wahlrede Gambettas in Tours hat in Frank—
tich doch nicht den Eindruck gemacht, den det Er⸗Tictatort jeden—
Alls erwartet hatte und schan die laue Aufnahme, welche die Rede
n Tours selbst fand, scheint Glambetta etwas verstimmt zu haben.
ils einen Ausfluß dieser Verstimmung ist es zu betrachten, daß
zambetia in Ghateaudun, wohin er sich von Tours aus begeben
atte, es vorzog, seine dort beabsichtigte Rede nicht zu halten und
ich von Chateaudun schleunigst nach Paris zurückzubegeben. In
daris wird der Kammerpräsident in seinem Wahlkreise Belleville
ine große Rede halten. — Eine Bande Aufständischer hat mehrere
körfer zwischen der Stadt Reh in Tunesien und der Eisenbahn
m Medierdah-Thale geplündert. Die Einwohner vertheiditen sich.
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        haben sich etwas näher nach den beiden Herren erlundigt, und
Schulz ist in Folge dessen nach Luxemburg grfluchtet, von wo er
eme Werbungen sortsetzt und immer neue Opfer anlockt. Der von
hm zurüdgelassene und speziell mit der Werbung im Saarthal be⸗
raute Berger ist kürzlich derhaftet worden und wird sich wegen
Verleitung zur Auswanderung unter Vorspiegelung falschet That⸗
jachen oder wissentlich unbegruͤndeter Angaben (3 144 des Straf⸗
Jeseßzbuches) demnachit vor Gericht zu veran tworten haben.

Bei einer Zwangsversteigerung in Frankfurt a. M.
purden Mobel, welche zu 10,000 M. versichert waren, für 435
Mark losgeschlagen.

xBei dem oberrheinischen Turnfeste in Laher erhielt Turner
Schuff von Frankenthal den 8. Preis; der pfalzischen Muster⸗
riege wurde ein Diplom zu Theil.

In Kettenheim bei Alzey wurden in einem Streite
nit Zigeunern ein Akersmann von einer Zigeunerin erstochen und
mehrete audere Dorfbewohnetr derwundet.

Wie aus Kissfingen geschrieben wird, hat sich Fürst
Bismaͤrck daselbst wiegen lassen und es ergab sich, daß der Reichs⸗
anzler das respektadie Gewicht von 227 Pfund wiegt.

4VDie Srohbrief⸗Epidemie hat sich auch nach
Würtsemberng verbreitet und zwar ist ein mehr heiterer als
deunruhigender Fall in Borstingen, Oderamts Horb, vorgelommen.
Tort haben sich acht Ritter von der vandstraße, alias fechtende
Handwerksburschen, die daruber emport waren, daß sie statt des
anicums in Geld uüberall nur Naturallieferung belamen, zusam⸗
mengethan und einen Drobhbrief an das igl. Oberamt Rottenburg
uicht nur veriaßtt, sondern auch eingeschict, demzufolge sie entichlossen
seien, im ganzen „Suppengau“ (o nennen sie die Landesgegend,
Licitation.

tigung und Gutergemeinschaft
vegen, perjonlich betheiligt.
St. Inabert 11. August 1881.
K. Auffschneider
Amverweser.

Zamstag, den 27. August
achnhin. Nachmittags 2 Uhr zu
2zt. Ingabert, in der Wirth
Zaft don Johann Adam Bed
Wunve

wird durch den unterzeichneten
diezu gerichtlich deauftragten
Amisverweser des igl. Notars

Franz Sauer in St. Ir abert.
zie nacddeichtiebene, zur Guter⸗
gemeinichait, welche zwiichen den
n St. Ingbert verlebten Eheleuten
Johaun Lesebre, im Leben
aurer, und Anna Maria
dlahr bestanden hat, gehorige
Liegenichait in der Steuergemeinde
St. Ingbert. der Abibeilung
vegen duentlich an den Pfeist⸗
hdictenden zu Eigenthum verftei⸗
gert, namlich:

Plan⸗Nr. 305 14 12 Flache.
Wohnhaus und Hoiraum
nuf det Haide und Pl.Nr.
30286 2a 80 qm Garten
n der Au. alles ein Gan⸗
es bildend;

Eigenthumer sind:

die Kinder und Erben der
enannt verlebten Eheleute Jo⸗
hann Lefèbre, als:

I. Elisabetha Lesobre, ge⸗
verblose Eheirau von Johanun
Zchenkelberger, Vergmann.
ride in St. Ingbert wohnhait;
U. Margaretha Lefobre,
gewerblose Ehefrau ven Jo⸗
hann Herz, Vergmann, beide
‚aselbst wohnhaft;

1II. Josepyh Lefobre,
ruher Bergmann in St. Ingbert,
etzt Schinslech ohne bekannten
Wohn⸗ und Aufenthaltsort ab⸗
vesend;

V. Maagadalena Lese⸗
bre, ohne Gewerbe in New⸗NYork,
IWitiwe des zu Gincinnati ver⸗
ebten Heinrich Maier;

Die Ehemanner Schenkelberger
ind Herz, der ehelichen Ermach⸗

Sinige junge
Maädchen
ruß anständiger Familie konnen
as Qleidermachen (Viaß
nehmen und Zuschneiden) grund⸗
ich erlernen bei
Helene Leist.
Eine Wohnung,
Fine Wohnung,
entchend aus 3 Zimmern. Kuche,
deller und Speicher, bis Olto⸗
der beziebbar, ist zu vermiethen.
Andreas Betz Wwe.
alte Bobeoↄi raßꝛe.
4immer
nebsi ⸗ofsft 9
zu vermiethen bei
*.Laur, Schubbandlung.
* J§ sogar im
Trunksucht, u
tadium, beititigt sicher mit, aucd ohne
Zorwissen, unter Gatantie der Gründer
M.u. Sperialiitef. Trurljucht⸗Lei⸗
ende Th. Konetzku, Berlin,
ßernauersit. 84. Atteste. deren Nich⸗
igkeit don Könialichen Amtsgetischten
id Schulzen-Aemtern bestätigt. gra—
is. Nachahmer benchte man nicht, da
olche nur Schwindel treiben.

ug Hilte suchend.

t mνει xα_te die

euuncen. ßb tragend. welcher

xXt vdi⸗elen Seitmitiel Annonecen

ann man dertrauen? Tielbe oder

äAntige imeenirt durch ibte

Aeer wabltennd wahl in den

aenten Fen daa — Un⸗

ichuge! Ter sel de Ent: zuschun⸗

den rmneden und sein Geid nicat

nnat ausgeben wisl. dem ratben

bir. ies ven wibtecd vertags

inkalt in Leipzig die Brosdeare

— kammen zu las⸗

cn. denn in tielem Sdrittden

derden dr denrehrreten Seilmittel

oeee und saboaemaß be⸗

proten, so daß zeder eEranke in

ser Rude vritien und das Beaste

Bt 4 angpoahlen kann. Tie

stige dereits in 40. Auflage er;

ientne brosdũte wird atatit

end france veriendi e entiteden alfo

vecesler wetet seine osten. als b Vig
At sleine Vonkorte.

tuct und Lerlag von

1

vo sie statt Geld nur Suppe belommen), wenn keine andere Unter⸗
ützung gereicht werde, nicht nur einzelne Hauser, sondern ganze
Ddorfer mederzubrennen, Obstbaume zu vernichten und auch sont
—E Un erzeichnet war das Schreiben
Executivcomite der geheimen Handwerksburschenliga“. Man sieht.
zie Nihilisten und Fenier machen Schule.

FIn Me wurden bei der Nachwahl von fünf Gemeinde⸗
rathsmitgliedern drei Einheimische und zwei Deutsche gewählt.
Immerhin ein bemerkenswerther Erfolg der deutschen Elemente.

Das Dorf Mayenfeld in Graubunden ist am 5. do.
son einer Feuersbrunst heimgesucht worden, die bei der großen
Ddürre, dem Wassermangel und dem herrschenden Fohn binnen einer
Stunde 26 Wohnhauser in Asche gelegt hat. Kinder, welche von
hren auf dem Felde beschaftigten Eltern zu Hause eingeschlossen
varen, hatten mit Schwefjelholzchen gespielt und so den Brand
eranlaßt. Dieselben wurden mit Mühe gerettet, doch wurde ein
Feuerwehrmann aus Nagaß durch einen stürzenden Balken erschlagen.

fIn Lausanne und Gerf ist in der Nacht vom 8.
zum 6. ds. wieder ein Erdbeben verspürt worden.

Im moldauischen Dorfe Tata ren wurden im Laufe der
etzten Tage zweiundsiebzig Hauser durch eine Abrutschung von
Erdmassen zerstort.

FAm 8. August stießen beiBladburn (England) zwei Eil⸗
üge zusammen; es wurden funf Personen getodtet, dreißig verwundet.

FDas Feilhalten von unreifem, nur in gelochtem Zu⸗
dand zum Genuß geeignetem Obst mit der Absicht, den sKaufern
tets mitzutheilen, daß das Cbst nur in gekochtem Zustand zu ge⸗
nießen sei, iit nach einem Urtheil des Reichsgerichts nicht strafbar.

— —Far die Nedallton veraniwottlich: J. X. D —2XR
Krieger—

Voroin

—AI
vei “eng
daldf

*Amittags 8 Bihr,

126 aAa's Anlage, wozu dhiern
vohner freundlichst eingeladen werden.
—B Der Ausschuß.
Jap e den neueste Muster, unglaudlich ——VV
versenden auf Wunsch franco und umsonst; aber nicht an
Tapezierer, nicht an Tapetenhandler, nicht an Wiederverlaufer,
ondern nur an Privatleute. da uns absolut nicht mög⸗
lich. auf diese unglaublich billigen Preise und ausgezeichnet
schone Waare noch Rabatt bewilligen zu koͤnnen.
honner fahnentabrik. Bonn a. Rhein.
——— —

unmtliche Ein—

13 werthvolle Blumen⸗ u⸗ Gemũße STamen⸗
Reuheiten für die Gerbstauosaat und
Frühlings⸗G5Glora ratis und sraneo als
Praͤmie.

Jeder Abonnent, der fsich auf das 2 Semester der Meuest en
Machrichten fur Gartenbau ec. vrnumerirt, erhaͤlt obige Sa⸗
men .Zenuen in eleganter Vervackung sofori mit den im Juli
richeinenden ersten Rummern zugchandt.

Die Nenecken Nachrichten aus dem Gebiete des Gartenbaues
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        Sl. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bii⸗

age) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsévreis betragt vierieljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 4a0 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
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Samstag, den 13. August

—1881.
Deutsches Neich.

Se. Maj. der König von Bayern hat den kommandiren—
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d. Horn, und den Kommandanten von München, Generalmajor
Fried. Ritter v. Muck, zu seinen Generaladjutanten ernannt.

Vom bayerischen Cultusministerium ist folgende Entschließ⸗
mng ergangen: „In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in welchen
Umversitätsstudirende das humanistische Gymnasialabsolutorium nach—
holen und sich hiebei von dem Glauben leiten lassen, daß die vor
Erlangung des Maturitäts-Zeugnisses an der Universität zugebrachten
Zemester in die vierjährige Universitätszeit eingerechnei werden
zürfen, welche nach Z 26 der Statuten für die Zulassung zur
lniversitätsprüfung gefordert wird. Das Staatsministerium nimmt
vaher Anlaß, darauf aufmerksam zu machen, daß die Beibringung
)es Reifezeugnisses von einem humanistischen Gymnasium eine
Borbedingung für den Beginn des akademischen Studiums bildet
ind daß daher die Anrechnung einer Universitätszeit ohne diese
borbedingung weder ohne Weiteres zulässig noch auch, ganz beson⸗
»ers gelagerte Fälle ausgenommen, auf dem Dispensationswege zu
rlangen ist, woran grundsätzlich festgehalten wird.“

Bei der Berathung des Reichstags über den Entwurf eines
Unfallversicherungs⸗Gesetzes und des Antrags von Varn⸗
„üler und Gen., betreffend die Revision des Unterstützungswohnsitz⸗
Zesetzes, wurde bekanntlich auf den Mangel einschlägigen statistischen
Naterials hingewiesen. Inzwischen ist, wie bekannt, zur Abhilfe
ieses Mangels die Aufnahme einer Unfalls-Statistik angeordnet
porden. Auf Antrag des Reichskanzlers wird nun auch, wie wir
hoͤren, von den Bundesregierungen die Aufnahme einer Armen⸗
Statistik vorbereitet. Es wird sich dabei vorzugsweise um zuver⸗
assige Nachrichten über die Zahl der dauernd oder vorübergehend
ius öffentlichen Armenmitteln unterstützten Personen handeln, wobei
zie hauptsächlich in Frage kommenden Gründe der Verarmung, also:
äoͤdtung oder Verletzung des Ernährers durch Unfall, Arbeitsun⸗
ähigkeit (Invalidität) des Ernährers, sowie geistige oder körperliche
hgebrechen besonders hervorzuheben sind. Die Ergebnisse der be—
reffenden Erhebungen sollen bis zum 15. November dieses Jahres
zem Reichskanzler übermittelt werden.

In Freiburg wurde der Domkapitular Dr. Joh. Baptist
IArbin vom Damkapitel einstimmig zum Erzbisthumsverweser
jewählt. Orbin ist geboren am 22. September 1806 zu Bruch—
al, Priester seit dem 6. August 1830, Domkapitular seit dem 20.
februar 1847.

Die Verzichte auf Reichstagsmandate seitens alter Parlamen⸗
arier mehren sich. Auch Oberbürgermeister Miquel in Frank—⸗
urt, der übrigens schon dem letzten Reichstage nicht mehr ange—
örte, hat auf mehrfache, wegen Annahme eines Reichstagsmandats
in ihn ergangene Anfragen, verneinend geantwortet.

In dem Befinden der Kaiserin Augusta ist in den letzten
Tagen eine merkliche Besserung eingetreten. Eine Wiederholung
er Zwischenfälle, welche bisher, obgleich von der Operation und
eren Veranlassung unabhängig, die Wiederherstellung verhinderten,
st voraussichtlich nicht mehr zu befürchten. Obwohl die Kaiserin
m Stande ist, sich ab und zu in ihren Räumen kurze Zeit zu be—
vegen, so ist das Maß ihrer Kräfte doch noch der Art, daß ihr
ioch für längere Zeit Schonung geboten ist.

Es verlautet bestimmt, die Verhandlungen zwischen der Kurie
ind der Regierung betreffend die Neubesetzung des Bischofsstuhles
u Fulda seien dem Abschluß nahe.

Der Kaiser ist bei seiner am Mittwoch Morgen erfolgten
UInkunft in Potsdam von seinen Enkelkindern, dem Prinzen
ind der Prinzessin Wilhelm, dem Meining'schen Erbprinzenpaare
md dem Erbgroßherzoge von Baden empfangen worden. Seine
—
Unkunft sahen, freudiges Aufsehen erregt.

In Folge der neuerlich an der pommerisch⸗westpreußi⸗
chen Grenze vorgefallenen Judenkravalle hat der preußische
HNinister des Innern die Regierungspräsidenten von Pommern und
Vestpreußen angewiesen, den Ausschreitungen gegen die Juden und

den Agitationen in Versammlungen mit allen gesetzlichen Mitteln
entgegenzutreten.
Ausland.

Die Wahlagitation in Frankreich beschränkt sich bis jetzt
auf die größeren Städte, während das Land noch ruhig, fast gleich⸗
zültig ist. Man weiß zu genau, daß der Sieg zu Gunsten der
Kepublik ein sicherer ist und die Frage, ob Gambetta oder Grevy
die Oberhand erhalten wird, ist für die Landbevölkerung von ge⸗
ringer Bedeutung. Darüber besteht aber kein Zweifel daß die
Wahlen eine entschiedene Niederlage der Confervativen bringen
verden, und diese gestehen ihre Ohnmacht auch offen ein. Man
nimmt an, daß dieselben wahrscheinlich nur 100 Koͤpfe stark wieder⸗
ehren, also auf weniger als ein Fünftel zusammengeschmolzen
ein werden.

Aus Romt wird berichtet, daß die Nachricht, der Papst werde
nöglicherweise von Rom abreisen, unbegründet ist. Der Papst soll
ioch am vorigen Sonntag gegen seine Umgebung geäußert haben,
er sei entschlossen, Rom nicht zu verlassen, außer wenn er brutaler
ßewalt weichen müßte. Die päpstlichen Nuntien wurden ange⸗
viesen, in diesem Sinn zu aniworten, wenn sie gefragt werden.

Die Zustände in Irland sind noch immer höchst unerquick⸗

icher Natur. Die Regierung sieht sich noch immer veranlaßt, Ver⸗
jaftungen in Gemäßheit des Zwangsgesetzes vorzunehmen; erst
ieser Tage wieder wurden hier hervorragende Mitgliedet der Land
iga zu Nenagh ins Gefängniß gebracht. In verschiedenen Gegen⸗
ven Irlands entstanden vorige Woche bei einigen Ausweisungsver⸗
uchen kleine Reibereien mit der Polizei, die in einem Falle damit
undeten, daß ein Gerichtsvollzieher gezwungen wurde, die Aus—
veisungsbefehle zu verschlingen und zu schwören, daß er sich nie
vieder zum „Handlanger“ der tyrannischen Gutsherren und Ge
ichtshöfe“ machen lassen wolle. In dem mit dem 30. Juni enden⸗
den Halbjahre kamen im ersten Vierteljahre 350 Pächter -NAus—
veisungen vor, wovon 1732 Personen beiroffeu wurden; im zweiten
Bierteljahre dagegen wurden 1068 Ausweisungen vorgenommen,
vovon 5226 Personen betroffen wurden — ein Beweis, daß die
dlage der irischen Parlamentsmitglieder, die Grundbesitzer würden
die Zeit vor der Annahme der Landvorlage zu einer Vermehrung
der Ausweisungen benutzen, nicht ganz unbegründet war. (Die
rische Landbill ist jetzt von beiden gesetzgebenden Körperschaften,
Iber- und Unterhaus, angenommen. Hoffentlich wird das neue
Besetz von guter Wirkung sein.)

Mit der Ruhe in der Regentschaft Tunis, von welcher offiziöse
französische Berichte jüngst meldeten, scheint es nicht sonderlich gut
hestellt zu sein. Aus Susa hört man von neuen Räubereien,
gegen welche die Einwohner sich mit bewaffneter Hand wehrten,
so daß sie das geraubte Vieh den Räubern wieder abnehmen konn—
ten. — Italienische Arbeiter verließen das Bergwerk am Dschebel
Arasas, wo sie von Beduinen bedroht wurden, und flüchteten nach
Tunis.

Vermischtes.

*St. Jugbert, 12. Aug. Die auf gestern Vormittag
11 Uhr angesetzte Nachwahl eines Landtags-Abgeord
neten für den Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens
jatte nachstehendes Ergebniß: Erschienen waren von den 2138 Wahl⸗
nännern 205. Von denselben wurden 203 giltige Stimmen ab—
jegeben; die absolute Majorität betrug sonach 102. Gewählt
vurde der Kandidat der Liberalen, Herr Heinrich Hessert, kgl.
Oberlandesgerichtsrath in Zweibrücken, mit 120 Stimmen.
Bereits kurz in vor. Nr. des „Anz.“ mitgetheilt.) Der Kandidat
er klerikalen Partei, Hr. Bürgermeister Velten von Reifenberg,
rrhielt 78 Stimmen; die übrigen 5 Stimmen zersplitterten sich. —
Die liberalen Wahlmänner hatten sich in zwei Vorbesprechungen,
zuf Tivoli und in der Gambrinushalle, über den aufzustellenden
dandidaten geeinigt. In der ersten legte Hr. Hessert seine poli⸗
ische Stellung ausführlich dar, und in der zweiten, zahlreicher
nesuchten, ergriff er nochmals das Wort zu einer Stizzirung seines
Standpunktes.

Hr. Oberlandesgerichtsrath Hessert sprach sich nach einer Ertra—
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        Beilage zur „Zw. Zig.“, in der Tivoli⸗Versammlung ungefähr in
folgender Weise aus: Er sei von seinen Freunden aufgefordert
worden, sich zur Annahme eines Mandats für den bayerischen Land⸗
ag bereit zu erklären: er habe zwar ein solches nie gesucht, auch
sielten ihn persönliche Bedenken zurück; doch stehe er nicht an, fich
bereit zu finden, wenn seine Mitbürger Dies wünschten. Er be⸗
rachte es als eine große Ehre, der Vertreter seines heimathlichen
Wahlbezirks zu sein, und werde, wenn ihm das Vertrauen geschenkt
verde, sein Bestes thun, um dasselbe zu rechtfertigen. Auf seinen
politischen Standpunkt übergehend, betonte er zunächst seine Reichs⸗
reue; er wolle das Maß von Kinheit, das wir zur Zeit besitzen,
nicht nur erhalten, sondern die Einheit noch kräftigen; denn das
Hefüge, auf welchem das deutsche Reich aufgebaut sei, wäre nicht
so fest gekittet, um dereinst jedem Sturme widerstehen zu können.
die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten befände sich übrigens
in befriedigender Hand; das Ausland beneide uns um diese Leit⸗
ung, und das Deutsche Reich sei nie so geachtet gewesen, wie zur
Zeil. — In der inneren Politik gehöre er der freisinnigen Partei
n und werde allen reaktionären Bestrebungen, möchten sie kommen,
voher sie wollten, entgegentreten. Auf dem Gebiete des Kirchen⸗
ind Schulwesens sei er unter Denjenigen zu finden, welche wün⸗
schen, daß nach deutschen Grundsätzen fregiert werde. Er bedaure
war, daß zur Zeit ein Riß durch die Nation gehe, aber an diesem
Zustande trügen Andere Schuld, nicht die liberale Partei. Auf
Fem Gebiete der Justiz wünsche er vorerst Stillstand, um die ein⸗
Jeführten großen Justizgesetze zu verarbeiten und allseitig sich an⸗
zueignen. Auf dem Gebiete der Finanzen würde die bedeutendste
Vvorlage des nüchsten Landtages das Buͤdget sein. Voraussichtlich
werde dasselbe günstiger abschließen, als das laufende, da die ein⸗
zeführten Reichssteuern sich nunmehr fühlbar machten; er sei für
noöglichste Sparsamkeit im Staatshaushalt, billige vollständig die
Audnützung der indirekten Steuern und sei auch für Absetzung
ziniger Ausgaben bei den Gesandtschaften und dem obersten Ge⸗
ichtshofe.

Hr. Hessert wies Dies im Einzelnen nach, besprach auch die
Nothwendigkeit eines Pensionsgesetzes, die Vereinfachung des Ge⸗
schäftsgangs und hob insbesondere hervor, daß die pfälzische Ver⸗
waltung erheblich billiger sei, als die jenseitige, bei deren Personal
gründlich nachgesehen werden müsse, ob sich nicht sparen lasse. Er
Redauere Angesichts dieser Verhältnisse insbesondere die Aufhebung
des Landgerichts Hornbach, zu welcher ein genügender Grund nicht
horgelegen habe, um so mehr, als die Pfalz im Durchschnitt viel
weniger Richter habe, als die jenseitigen Provinzen.

Schließlich erklärte er sich bereit, jederzeit Wünschen und An—
räge entgegenzunehmen, erklaͤrte seine wohlwollende Stellung der
Industrie und insbesondere der Landwirthschaft gegenüber und gab
endlich die Versicherung, daß, wenn ihm das Vertrauen des Wahl⸗
kreises zu Theil werde, er auch Alles thun werde, um dieses Ver⸗
rauen zu rechtfertigen.

Die ebense Uace als warme Darlegung machte den allerbesten
Eindruck.

*„Aus dem Wahlkreis Homburg⸗-Kusel.
Nachdem Herr Bürgermeister Jakob Höh in Gerhardsbrunn die
m Wahltreis Homburg-Kusel auf ihn gefallene Wahl als Land—
agsabgeordneter abgelehnt hatte, fand am Donnerstag in Landstuhl
di? dadurch nothwendig gewordene Nachwahl statt. In derselben
wurde im dritten Wahlgange bei 161 abgegebenen Stimmen der
kgl. Landgerichtspräsident Juͤlius Müller in Kaiserslautern mit
92 Stimmen gewählt.

*St. Ingbert, 12. Aug. Gestern und heute hatten
Theile des in Saarbrücken garnisonirenden Dragoner-Regiments
ie Umgebung unserer Stadt als Terrain für ihre Felddienstübungen
sich erwählt. Zahlreiche Patrouillen passirten dabei zum großen
Faͤudium unserer Schuͤljugend die Straßen der Stadt.

Rückvergütung des Lokalmalzaufschlags
n der Pfalz. Durch eine am 8. d8. publizirte k. Verord⸗
nung in Betreff der Rückvergütung des Lokalmalzaufschlages in
der Pfalz wird im Hinblick auf Art. 32 Abs. 2 der Gemeinde—
Irdnuͤng für die Pfalz, vom 29. April 1869 verordnet: „8S I.
Wird in liner Gemeinde, in welcher der Lokalmalzaufschlag zur
Frhebung kommt, Bier in Gebinden aus dem Gemeindebezirk aus⸗
— Anspruch auf Rückvergütung des
zezeichnten Auffschlags. Das Maß der geringsten Sendung, für
welche die Rückberginung angesprochen werden kann, wird auf sech—
zehn Liter festgesetzt. 8 2. Der Lokalmalzaufschlag ist bis auf Wei—
res mit 353 Pfennigen vom Hektoliter braunen und mit 20
Psennigen vom Hektoliter weißen Bieres zurückzuvergüten, wenn
der Lokalmalzaufschlag mit 1 Mark vom Hektoliter Malz erhoben
wird. Beträgt der Lokalmalzaufschlag mehr als 1 Mark vom Hek—⸗
oliter Malz, so hat sich die Rückvergütung nach Verhältniß dieses
Mehrbetrages zu erhöhen. 8 3. Gegenwäruge Verordnug tritt mit
dem 1. September 1881 in Wirksamkeit.

ꝓAus Blieskastel, 10. Aug., wird der „Zw. Zig.“
reschriehene Heute hei gemüthlichem Frühschoppen üherraschte der

igl. Bezirksarzt Herr Dr. Witt enm e ier die Anwesenden mi
slstandig reifen Trauben. Dieselben sind in dem ehemaligen
Zchloßgarten, welcher großentheils Wittenmeier'sches Eigenthum ist
gewachsen. Eine stattliche Anzahl junger Obstbäume, großentheis
nit Ecstlingsfrüchten beladen, ziert die einige Morgen große Fläche.

—Die Demokraten wollen an einem der nächsten Sonntage
vieder eine Versammlung halten, diesmal in Kusel. Da soll —
n Ermangelung einheimischer Kräfte — Rechtsanwalt Holdheim
aus Franifurt den Leuten vom Glan das Evangelium der Demo⸗
kraten auslegen.

4 An den humanistischen Gymnasien zu Speyer, Lan—⸗
dau Kaiserslautern und Zweibrücken haben dies
nal im Ganzen 128 Schüler der Oberklasse das Absolutorium
erhalten.

Dem Kaufmann Julius Finkler in Godramstein
vurde unter dem Namen „Johanna“ das Bergwerks-Eigenthum
F.rinem in den Gemarkungen von Bobenthal und Niederschletten⸗
hach gelegenen Felde, welches einen Flächeninhalt von 200 Hek—
aren hat, zur Gewinnung der in dem Felde vorkommenden Blei⸗
erze verliehen.

4 Vom 16. August an wird die Postomnibus-⸗Verbindung
Brünstadt⸗Altleiningen bis Hertlings hausen ausgedehnt
ind gleichzeitig in letzterem Ort eine Posterpedition eröffnet werden,
zeren Besiellbezirk aus den Orten Hertlingshausen und Karlsberq
gebildet wird.

Das Gymnasium zu Speyer zählte im abgelaufenen
Schuljahre 220, jenes zu Landau 177, Zweibrücken 141, Kaisers:
dutern 90, Neustadt (erste Klasse) 42 Schüler. Lateinschulen:
Speyer 278, Landau 238, Kaiserslautern 211, Grünstadt 157
Neustadt 146, Zweibrücken 145, Frankenthal 112, Winnweiler
110, Pirmasens 107, St. Ingbert 101, Edenkoben 92, Dürkhein
33, Germersheim 75, Kusel 71, Bergzabern 65, Annweiler 57
domburg 52 Schüler. — Die Kreisrealschule Kaiserslautern be—⸗
Achten 191, die Industrieschule daselbst 38 Schüler. Die Real
schuͤle zu Neustadt zählte 158, jene zu Landau 145, jene zr
Zweibrücken 95 Schüler.

*Am nächsten Sonntag 14. August, wird au
sämmtlichen kgl. preußischen Gruben des Saargebiete—
das Bergfest gefeiert.

Aus St. Johann a. d. S. berichtet der „A. Anz.“
Dem Vernehmen nach wird am nächsten Sonntag der Luftschiffer
Securius mit seinem Riesenballon von den Anlagen der Ausstellune
zus sich in die Lufte erheben und aus einer Höhe von 2000 Fup
St. Johann elektrisch beleuchten. Blondin, der berühmteste aller
Zeiltänzer, wird sich wahrscheinlich auch einstellen; auch Castan
nit seinem Panoptikum und seiner Schreckenskammer; derselbe sob
„orhaben, einige Hauptscenen aus dem hiesigen Ausstellungsleber
olastisch darzustellen.

Das von der Firma Gebr. Haldy angesteigerte Völl
linger Eisenwerk ist nach längeren Verhandlungen in den
Besitz der Herren Gebr. Röchling übergegangen. Eine spätere
Inbetriebsenung des Werkes, vielleicht im nächsten Jahre, dürfte
Jsiernach anzunehmen sein, und wäre solche im Interesse von Vol
ingen und Umgegend gewiß recht erwünscht.

*Münmnchén, im August 1881. Bayerische Be
umtenCredit-Bank. Die nun im zweiten Jahre best⸗
hende „Vayerische Beamten⸗Credit-Bank“ mit dem Sitze in Muncher
irfreut sich eines fortdauernden Auffchwunges. Ende Dezembe
nach 14 Monaten) betrug der Geschäftsumsatz 56,000 Mark, End
Juli (in nur 7 Monaten) 185,738 Mark 44 Pfg. — Die Ein
agen von Nichtmitgliedern mehren sich von Woche zu Woche, do
Vertrauen zur Bank ist mit vollem Recht in stetiger Zunahme b
— vielen Seiten segensreit
hirken. Die Mitgliederzahl wird die Ziffer 800 bald erreicht haben
rine Zahl, zu denen die meisten Genossenschaften 5—6 Jahn
rauchlen. Dabei ist die Verwaltung eine äußerst billige; währen
7 Monalen wurde an Gehältern und Gratificationen nur 361
Mark aufgebraucht. Dadurch, daß größtentheils gutsituirte Beamt
Hieser so zeitgemäßen Genossenschaft beitraten betragen auch schor
ie Einlagen auf Stamm-Antheile der Mitglieder bis 31. Juß

8,184 Piark 530 Pfg. Der Reservefond konnte außer einer Spe
ialreserve in der kurzen Zeit schon mit 1295 Mark 13 Pf. dot
ind an Mitglieder während 7 Monaten 68,702 Mark 29 Wf
Darlehen gegeben werden. — Durch die billigen Verwaltung
osten war es der Genossenschaft schon im ersten Jahre möglit
3 pCt. Dividende an ihre Mitglieder vertheilen zu können un
n diesem Jahre wäre es der umsichtigen Leitung möglich, eine
veit höhern Gewinn zu vertheilen.

F Nachdem in Bayeru seit der Errichtung von öffentliche
Lehrerinnen⸗Bildungsanstalten weiblicher Lehrkräfte in größerer An
ahl als früher an den Volksschulen zur Verwendung kommer
zrachtet es das Ministerium für nothwendig, daß auch für en
ystematische Fortbildung des weiblichen Lehrpersonals Sorge
in winn s wurde daßer durch Erlaß vom 28. d. Mts-
        <pb n="489" />
        geotdnet, daß die Bestimmungen der Ministerialentschließung vom
Mai 1875, „die Fortbildung des Lehrpersonals an den Volks⸗
chulen betr.“, fortan auch für das weibliche Lehrpersonal sinnge⸗
näße Anwendung zu finden haben, jedoch mit der Einschränkung,
aß für dasselbe eine Verpflichtung zur Theilnahme an den allge—
meinen, sowie an den besonderen Conferenzen nicht besteht.

FIn Landauna. d. Isar wurde bei der Landtags-Nach⸗
vahl Landgerichtsrath Schels (der extremen Partei angehörend)

nit 132 unter 145 Stimmen zum Abgeordneten gewählt.

Ueber einen Unglücksfall, der sich am 4. August Nachmit-
ags auf dem Militärschießplatze in Freising zugetragen hat,
hungt das „Freis. Tagbl.“ nachstehendend authentischen Bericht:
ßremier⸗ Lieutenant Frhr. v. d. Tann waa Nachmittags zur Auf—⸗
scht auf den Schießplatz kommandirt, wo einige Unteroffiziere mit
pistolen zu schießen hatten. Der Premier-Lieutenant beobachtete
hen einen abgegebenen und auf der Scheibe angezeigten Schuß,
robei er, wie üblich, links seitwärts und rückwärts von dem
—chützen stand. Derjenige Unteroffizier, welcher nach diesem zum
zchießen gelangte, lud die Pistole, erhob sie, kam zu früh mit dem
zinger an den Drücker und schoß den genannten Offizier durch
zen rechten Oberarm in die Brustseite. Bis jetzt ist glückicher
Weise das Befinden des Verletzten so, daß eine Gefahr für dessen
deben nicht besteht. Es wird noch beigefügt, daß der Unteroffizier,
velchem das Versehen passirte, sehr ruhig, pflichttreu und verlässig ist.

Folgender gräßlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem
cisenwer Mutterhausen bei Bitsch. Ein aus dem Unter—⸗
lsaß gebürtiger Arbeiter, der als Walzer beschäftigt war, wollte,
un die Umgebung der von ihm bedienten Walze zu reinigen,
jber diese hinweggreifen, um einen auf der anderen Seite stehenden
Besen zu nehmen. Die Walze erfaßte jedoch die Blouse und zog
»en Unglücklichen ungefähr achtmal durch, so daß er vollständig zu
Zrei zermalmt wurde.

F Die „Fr. Ausst.-Ztg.“ berichtet: „Bei Anwesenheit des
eutschen Kaisers in der Frankfurter Ausstellung am
etzten Montag hatten zwei aus Köln herbeigeeilte Theilhaber
er Firma „Stollwerk“ die Ehre, Seiner Majestät vorgestellt
u werden, und eine junge Dame des Hauses, dieselbe, welche be—
eits auf der Düsseldorfer Ausstellung die hohe Ehre hatte, beiden
Majestäten Frühstück-Chokolade darzubieten, überreichte ein Bouquet,
belches huldvollste Entgegennahme fand. Seine Majestät erkannte
ie Dame sofort wieder — ein Beweis für das vorzügliche Ge—
ächtniß unseres Kaisers — und versuchte die in der Ausstellung
abrizirten Fürstendesserts. Se. Majestät stellte die Frage, ob das
hortal denn wirklich ganz aus Chokolade sei? Als Dies bejaht
vpurde, sagte Se. Majestät: „Dies ist ja ein wahrer Triumph—
ogen deutscher Chokolade-Industrie.“ Auch fand der aus Choko—
ade gefertigte Aufsatz, gekrönt von der Büste unseres Kaisers und
imgeben von den Statuetten der deutschen Helden, das Allerhöchste
Interesse.“

F Ein gutes Tröpfchen. Daß im Rheingau noch manches
zute Tröpfchen feinen Weines liegt, geht daraus hervor, daß kürz⸗
ich Frau Wwe. C. Wagner zu Oestrich an die Firma J. B. Mayer
in Frankfurt a. M. zwei halbe Stück 1868er zum Preise von
3600 fl. resp. 3000 fl. verkauft hat. Im Einkaufe stellt sich dem—
nach der Liter auf 8113 und 10923 Mk.

In der württembergischen Landesausstellung er—
regt das Interesse der Hausfrauen unter den Haushaltunsgegen⸗—
tänden ein neues Ausstellungsobjtkt: eine Gans am Braispieß,
»ie durch Uhrwerk in Bewegung gesetzt wird und nach viertelstün—
digem Gange durch Glockenschlag die Aufmerksamkeit der Köchin
rregt.

Miethsverhältnisse in Berlin. Nach den Aufzeichnungen
ner städtischen Steuerverwaltung waren im ersten Quartal dieses
zahres 10049 Wohnungen und Gelasse im Miethswerthe von
»386,133 Mark unvermiethet.

Aus Bochum wird der „Nordd. A. Zig.“ geschrieben:
Der Mörder der zwölfjährigen Christiane Häümelmann von Rel—
inghausen ist, wie uns aus sicherster Quelle soeben mitgetheilt
vird, durch den Criminalcommissarius v. Hüllesem in der Person
ines Pferdehändlers, Namens Veit Pelzer aus Hameln, ermittelt
ind zur Haft gebracht worden.“

7 Geutsches Petroleum.) Aus der Lüneburger
haide, jenem öden Landstrich im nordwestlichen Deutschland, kommt
ine überraschende Kunde, welche in der Provinz Hannover bereits
roße Erregung hervorrief, aber auch weit über deren Grenzen
inaus lebhaftes Interesse zu erzeugen geeignet ist. Menschliche
dräfte und Ausdauer haben dort dem unfruchtbaren Boden Schätze
ibzuringen vermocht, deren Dasein man allerdings schon lange ver—
authete, deren Hebung aber bisher trotz vieler Versuche nicht ge—
uingen war. Es sind Petroleumquellen, die jetzt erschlossen wurden,
ind die man für so mächtig und ergiebig hält, wie diejenigen,
velche Pennsylvanien, das Mutterland der Petroleumindustrie, auf—⸗
oeist. Allerdings befinden sich unsere deutschen Unternehmungen
och auf den ersten Stufen der Entwicklung, aber die Forschungs⸗

—I
bor und für die Möglichkeit weiterer Erfolge ist der Beweis ge—
liefert. Wir sehen somit mitten im unwirthbaren Haideland eine
Industrie erblühen, welche vielleicht bed eussam für den ganzen nord⸗
vestlichen Theil unseres Vaterlandes werden kann.

FGoöhmens Obstreichthum.) Nach den neue—
ten statistischen Ethebungen besitzt Böhmen gegenwärtig 14 Mil⸗
lsionen Obstbäume, vorwiegend Aepfelbäume. Davon sind
10,000,000 in Gärten, 1,600,000 auf freiem Felde und mehr
als 2,000,000 längs den Landstraßen und Wegen angepflanzt.
Jahraus, jahrein werden circa 1,8500, 000 junger Bäumchen aus—
gesetzt. Dieser enormen Ziffer entspricht auch der sehr bedeutende
Obsterport Böhmens, welcher nach Deutschland und Rußland ganz
besonders erfolgreich betrieben wird.

Dem „Berliner Tageblatt“ zu Folge fand den 2. und 3.
August in Njeschin, einer Stadt mit 20,000 Einwohnern im
russischen Gouvernement Tschernigow, eine schreckliche Judenver⸗
'olgung statt. Viele Wohnhäuser wurden vernichtet, der jüdische
Friedhof zerstört. Die Truppen mußten die Waffen gebrauchen,
wobei zahlreiche Personen getödtet und schwer verwundet wurden.

F In Temesvar ist in voriger Woche in einer Spiri—
tusraffinerie ein furchtbarer Brand ausgebrochen. Das Feuer ent—
tand in der Binderei, theilte sich den Stallungen mit und ergriff
die Fabrik. Das ganze Etablissement ist niedergebrannt. Der
Schrecken erreichte seinen Höhepunkt, als 2000 Masiochsen brüllend
ind Alles vor sich in die Flucht jagend aus den Stallungen her—
yorbrachen und als die in den Vega-Fluß abgelassenen Spiritus—
yorräthe zu brennen anfingen und sich der Fluß in einen grün
und blau brennenden Feuerstrom verwandelte.

7 Am 6. d. M. fanden in New-York 60 Todesfälle
tatt, die direkt,oder indirekt der herrschenden Hitze zuzuschreiben sind.

F In einer der letzten Nächte brach im Hafen von Goletto
Tunmis) auf dem Vorderdeck des Dampfers Isaac Pereire“
Feuer aus. Man sprengte das Vorderdeck mit Torpedos in die
Luft, um den Rest des Schiffes retten zu können. Die Haoselig-
keiten eines Theiles der Passagiere sind verloren, Verluste an
Menschenleben aber nicht zu beklagen.

F Nachrichten auss San Franzisco zufolge ist ein
ieutralisirter Deutscher Namens Kleinschmiedt von Eingeborenen auf
der Insel Neu-Britannien ermordet worden.

F Der Zusatz unbrauchbarer Theile einer Pflanze zu Fabri⸗
aten aus den brauchbaren Theilen derselben (beispielsweise der
Zusatz der holzigen Staudentheile der Tabakpflanze zu den Tabak—
zlättern bei der Cigarrenfabrikation) ist als Fälschung eines Ge—
außmittels vom 4. Juli 1881 zu bestrafen, wenn durch den Zusatz
die Qualität des Fabrikats erheblich verschlechtert und dessen Zu—
ammensetzung eine andere wurde, als stillschweigend oder nach
lebereinkunft erwartet werden durfte.

— Der neueste Komet ist für das bloße Auge jetzt schon
ichtbar, aber nur des Morgens. Sein Weg geht nordwestlich
nach dem großen Bären zu, in dessen Bild er Mitte des Monats
ritt, ohne jedoch das eigentliche Siebengestirn zu berühren. Un—
er letzterem wird er voraussichtlich etwa vom 20. bis 27. August
einen größten Glanz erreichen und auch dann sichtbar sein, denn
as letzte Viertel des Mondes ist schon am 16. ds. Von dort
vendet sich der Komet südwestlich. Ob er bis zum Oktober sicht—
har sein wird, ist noch zweifelhaft. Der alte Komet ist jetzt kaum
nehr sichtbar. Sein Platz ist links vom Polarstern. Sein Nach—
olger wird es ihm voraussichtlich an Glanz gleichthun.
Morberichte.

Zweibrücken, 11. August. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienmar
Weizen 11 M. 94 Pf., Korn 09 M. 57 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 80 Pr.,
ierreihige d M. — Pf., Spelz 7 M. 22 Pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht O M. 96 Pf., Hafer 7 M. 12 Pf.,
Frbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 4 M. 80 Pf.,
deu 8 M. 40 Pf., Stroh 8 M. 10 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 589 Pf,
ornbrod 8 Kilogr. 71 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 53 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleijch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.; Butter /2 Kilogr. 1 M. 10 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 10. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt. Weizen
L1N. 83 Pf, Korn 9 M. 31 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 06 M.
413 Pf., Gerste Zreihige — M. — Pf. Gerste Areihige M. — Pf. Hafer
7 M. 47 Pf., Mischfrucht 9 M. 58 Pfr, Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — ppf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
zrod 6 Pfund' — Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelileisch 60 Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1M. — Pf., Kartoffeln per Ztr. — M. — Pij.

Kaiserslautern, 9. August. (Fruchtmittelpreißs und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 15 Pf., Korn 9 M. 83 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
3 M. 50 Pf., Gerste 9 M. 28 Pf., Hafer 7 M. 55 Pf., Erbsen — M.
— Pf., Wichen 6 M. 50 Pf., Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pf. Butter pro Pfund O M. — Pf. Eier 1 Stuck — Ppf.

Zartoffeln pro Zentner O M. — Pf. Stroh O M. — Pf. Heu o M. —
Pf., Kleeheu d M. — Pf.
Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Deme

3.
        <pb n="490" />
        2
Licitation.

Montag, den 209. August
aächsthin, Vormittags 10 Uhr
zu mmersheim in der
Wirtschaft von Andreas Lang,
Wit!“we,

werden durch den unterzeich⸗
nelen, hiezu gerichtlich beauf⸗
tragten Amisverweser des kgl.
Nolars Franz Sauer in St.
Ingbert, die nachbezeichneten,
zum Nachlasse des in Ommers-
heim veriebien Ackerers Peter
Walle, des Alten, gehörigen
diegenschaften in der Steuerge⸗
meinde Ommersheim der Ab—
heilung halber öffentlich zu
kigenthum versteigert, nämlich:

. Plan-Nr. 2060, 11 a 24
qmn Acker neben Osthofen
aeben Peter Schnabel;

. Plan⸗Nr. 2596, 16 2 35
qm Wiese an der Altwies
deben Johann Wanne⸗
macher;

3. Plan-RNr. 1931, 25 a 96
Im Acker hinter Rothen⸗
vald neben Jakob Dreßler;

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben des
bengenannten Peter Walle,
zeziehungsweise deren Repräsen⸗
anten und Stellvertreter, als:

J. Barbara Walle, ledig
und ohne Gewerbe in Ommers⸗
heim wohnhaft;

U. Die Kinder und Reprä⸗
entanten des daselbst verlebten
Ackerers Johaun Walle, als:

a. Maria Anna Walle,
gewerblose Ehefrau von Andreas
Lang D. Äckerer, beide allda
wohnhaft; b. Joseph Walle,
Ackerer früher in Ommersheim,
etzt in Fort Wayne in Nord⸗
mmerikaea;

III. Die Kinder und Reprä⸗
sentanten des zu Ommersheim
verstorbenen Ackerers Peter
Walle, als:

a. Margaretha Walle,
gewerblose Ehefrau von Peter
Fraͤff, Weichensteller, beide in
Fleinblittersdorf · wohnhaft; b.
Joseph Walle, Ackerer in
nsheim, e Barbara Walle
Jewerblose Ehefrau von Mathias
Foos, Steinklopfer, beide da⸗
elbst wohnhaft, d. Maria
Walle, ledig, Fabrikarbeiterin
allda;

IV. Die Kinder und Reprä⸗
entanten des zu Ommersheim
derlebien Ackerers Joseph
Walle, als:

a. Andreas Walle, Acke⸗
er allda, b. Joseph Walle,
Ackerer daselbst; e. Peter
Walle, Schreiner in Gersheim
vohnhaft; d. Johaun Walle,
Wagner in Oinmersheim wohn⸗
haft, e. Mathias Walle,
Steinhauer daselbst wohnhaft
d f. Johann Joseph
Walle, Ackerer, dieser noch
ninderjährig und vertreten durch
eine Mutter Elisabetha Lang
ils Haupwormünderin und durch
einen genannten Bruder An⸗
dreas Walle als Nebenvormund.

—
Hierzu

Die Ehemänner der ehelichen
Frmächtigung und Gütergemein⸗
chaft wegen, zugleich auch per⸗
önlich betheiligt.

St. Ingbert, 11. August 1881.

K. Auffschneider
Amtsvperweser.

Verein
Sountaa, den 14. HBugust, Rachmittags 3 LAhr.
bei günstiger Witterung
Waldfest
n Tochtermann's Anlage, wozu hiermit sämmiliche Ein—
wohner freundlichst eingeladen werden.
Der Ausschuß.

Preiskegoln

Zweite Dr. v. Hauner'sche Kinderspital⸗Lotterie
7000 Gewinne mit baar Mt. 130,000
6 des 0— Mark
Loose zu haben ra der Ihte Schuler *
Zweibrüchen, sowie bei: Joh. Friedrich, F. Woll, Buch⸗
handlung und Joh. Weirich, Frieseur in St. Ingbert.

Im Werthe von 578 Mk.
ingetheilt in 24 Preise.
doose können jederzeit geworfen
verden per Stück 20 Pf.

Hiezu ladet ein

Ioh. SchmelIzer

in der Gaß.

—
Ich zeige hiermit ergebenst
m, daß ich mich hier in der
dasselerstraße als

Hebamme
niedergelassen habe, und bitte
zöflichst um geneigten Zuspruch.

Es zeichnet mit aller

Hochachtung
gharlotte Schopfer.
zt. Ingbert den 6. August 1881.

Meus— ü S-—ECI i C UIIIGRX.
Wissenschaftlich geprüft u. beguto⸗tet. —
ß Joppelkrüntermagenbitter,“
nach einem alten aus einem Be
nedictinerkloster stammenden Recept
fiabrizirt und nur en gros ver
sandt von
2. PIXNGHL in Goͤttingen
Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
eizt das kostbarste Hausmittel und
aat sich deßhalb fast in jeder Familie
ingebürgert. Der Benedicti—

er ist aus den feinsten, auser⸗
sensten Kräutern zusammengesetzt
welche die Eigenschaften besitzen,
wohlthätig und erwärmend auf
den Organismus einzuwirken.

Oer beste Beweis für die Güte des Beuedietiner siud
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
ich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner
üͤberzeugen und gern das Abfaͤtzfeld durch Weiterempfehlung
vergrößern. —

AB. Jede Flasche ist mit dem Siegel ‚C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Vreis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt S M. 30 pf.
—M —V— 660 e 6M. 75 Pf.
Bei 53 Fl. Verpaͤckung frei. Bei 10 -Il. freie Verpackung n.1 Fl. gra⸗
us. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabrik. Attest:

Herr Kaufmann S. Fuld J. in Sickenhofen bei Babenhausen
(Hessen) berichtet; Ihr Benediltiner hat mir bei meinen Magenbeschwer⸗
den die besten Diensie gethan, so daß ich denselben allen Leidenden besten⸗
⸗mpfebler kann

DAPtldzdikgbl
TLCDVAXII
—X ——
Bebr. Böcking in Kaisers⸗
lautern. (A GI9s5.)
Zagtmann's
Amiib
gegen Magenleiden, Magen-
chwaͤche, Magenkrampf, Magenver⸗
chleimung, Kolik, Diarhöe, Verstopf⸗
mg, Schwindel, Kopfschmerz, ⁊tc.,
gegen Husten, Catarrh, Catar⸗
haͤlfieber, Brustverschleimung ⁊c. 3.
segen Gicht, Rheumalismus, Stei⸗
igieit der Gelenke ꝛc; altbewährte,
ausendfach erprobte Hausmiitel, (die
nreiner Familie fehlen sollten,)
velche man sich mit geringen
tosten selbst bereiten kann,
itheile ich Alle n, welche ein frankir⸗
¶oꝛpert einfinden, kosteufrei
nit.

ß. Bee⸗, Seesen⸗Braunschweig

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Magenbitter.
Billigstes Hausmiltel welches sich in Folge
seiner Vorirefflichkeit ebenfalls einer allge—
meinen Beliebtheit erfreut.

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für unsere Post⸗Abonneuten „JUunstrirtes Sonntagsblatt“ Nr.

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        St. Ingberler AAnzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltun⸗blatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

jage) erscheint woöͤchentlich viermal; Dienstag „Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich

2 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
8 129.

Sonntag, den 14. August

1881.

Deutsches Reich.

* Der Begegnung zwischen Kaiser Wil helm und Kaiser
Franz Jo sef ist nunmehr die Zusammenkunft des österreichischen
herrschers mit dem König von Sach sen in München, mit
dem Großherzog von Baden auf Mainau und dem König
on Württemberg in Friedrichshafen gefolgt. Ein
dichter Schleier liegt noch über diesen fürftlichen Besprechungen,
den zu lüften, ein müssiges Beginnen wäre; jedenfalls constatirt
iber der herzliche Charakter, den all' diese fürstlichen Begegnungen
rugen, die freundschaftlichen Beziehungen, die schon seit langem
wischen dem österreichischen Kaiser und den angesehensten deutschen
gundesfürsten obwolten und welche unter allen Umständen ihren
Werth beibehalten.

Der Kronprinz des deutschen Reiches wird, wie verlau⸗
et. zu Ende der dritten Augustwoche England verlassen, Truppen⸗
hesichtigungen in Süddeutschland vornehmen und jedenfalls der am
30. d. M. stattfindenden Herbstparade des Gardecorps beiwohnen.

Generalfeldmarschall Graf Molkte ist nach Schweden ge⸗
reist, wo er auf Schloß Drottningholm als Gast des schwedischen
doönigspaares einige Tage verweilen wird. Der Feldmarschall be—
hjerrscht sowohl die schwedische als die dänische Sprache voll⸗!
ommen. —

In einem Streite mit der fortschrittlichen Presse und denjenigen
Blaͤttern, welche sich in dem Fahrwasser derselben bewegen, faßt
die „Provinzial⸗Korrespondenz“ „die Grundzüge des Programms
der verbündeten Regierungen, das sind die Ziele der
Bolitik des Reichskanzlers“ in folgender Weise zusammen: „Es
zilt eine nationale Wiedergeburt und innere Erstarkung Deuisch⸗
ands auf gesunden wirthschaftlichen Grundlagen5. die wirthschaft⸗
iche Unabhängigkeit Deutschlands vom Auslande, die Siarkung
er Finauzkraft des Reiches durch eine gerechtere Vertheilung der
Steuerlasten, die Erleichterung der Aufbringung der nothwendigen
ffentlichen Abgaben durch Ausbildung des Sysiems der indirekien
Steuern unter entsprechender Verminderung der direkten Abgaben,
zie Befreiung der Gemeinden von einem wesentlichen Theil der
ffentlichen Schul⸗, Armenpflege und anderer Lasten, die Förder⸗
ing der landwirthschaftlichen und industriellen Gewerbe, die Für—⸗
sorge für das Wohl des Handwerkerstandes und der arbeitenden
Zlaffen gemäß den Geboten des prattischen Christenthums, kurz,
Schutz der wirthschaftlich Schwächern durch den Staai, der sich
einer christlich⸗sittlichen Pflichten bewußt sein und die theilnamlose
Oberaufseherrolle aufgeben soll.“ J

Was die auswartigen Fragen betrifft, so wird gelegentlich
jon Veränderungen gesprochen, die aus dem Auftreten der Fran—
osen gegen Tripolis und Egypten hervorgehen könnten. In
hZerliner unterrichteten Kreisen legt man jedoch nicht das geringfte
Jewicht darauf und sieht in diesen Gerüchten, die namentlich von
zaris her verbreitet werden, viel eher eine Art Maskierung der
ehr unerquicklichen Situation der Franzosen in Tunis, die sich
mmer schlimmer gestaltet; nicht, daß man von Seiten Frankreichs
»er Dinge nicht schließlich Herr werden könnte, wohl aber stellt es
ich immer klarer heraus, daß die Anstrengungen, die Frankreich in
cunis macht und noch zu machen haben wird, in absolut keinem
berhältniß zu den Erfolgen stehen, die erzielt sind und unter allen
Umständen noch erzielt werden müssen. Zur Herbeiführung weite—
er Komplikationen in Bezug auf Tripolis uͤnd Egypten dürfte
nan in Paris verteufelt wenig Lust haben. .

Ausland.

Die diesmalige Wahlbewegung in Frankreich hat man⸗
derlei interessante Momente gezeitigt, von denen besonders die Be⸗
impfung der Candidatur Gambenla's in seinem alten Wahlkreise
helleville durch zwei ultraradicale Candidaturen hervorgehoben zu
oerden verdient.

Der irische revolutionäre Congreß in Chicago (Nordamerika)
erieth in seiner jüngsten Sitzung einen Plan zur Zerstückelung
es britischen Reichez. Danach soll die bestehende Regierung von
fngland veränderi und aus England, Wales, Schottland und Ir—
and eine Eidgenossenschaft (Föderation) hergestellt werden. Au—⸗
ccalien soll als unabhängig erklärt, eine unabhängige südafrikanische

Republik hergestellt, Canada den Vereinigten Staaten von Nord⸗
mmerika einverleibt, und Indien zur Steuerverweigerung und zum
Widerstande gegen die britische Regierung aufgewiegelt werden.
Die Ausführung dieser Propaganda soll einem aus Delegirten des
Tongresses gebildeten großen Rathe anvertraut werden. Der Con—
zreß hat sich übrigens in zwei Parteien gespalten, indem sich die
Aunhänger der Dynamitpolitik in Folge der Verwerfung ihrer mör—
derischen Pläne von den Sitzungen zurückgezogen haben.

Vermischtes. *

. Der Ort Höhm ühlbach ist vom 16. d. M. an dem
Postbestellbezirke von Tha leischweiler zugetheilit.

Unterm 31. Mai Jl. J. wurde dem kathol. Kirchenbauverein
Fehrbach (bei Pirmasens) von hoher k. Regierung die Erlaub—
niß zur Veranstaltung ejner Gabenverloosung ertheilt. Am 20.
Septbr. d. Is.' soll nun‘ die Ziehung Statt finden; es kommen
300 schöne und werthvolle 34 zur Verloosung. Uhren,
Schnitzereien aus Oberammergau, feine Handarbeiten xc. ꝛc. find
in schöner Auswahl vorhanden. 10,000 Loose à 50 werden
ausgegeben.

F Aus Kirchheimbolanden schreibt man der „Pf. P.“
„In unserem vergnügten Städtchen ist seit einiger Zeit eine be—
denkliche Sorte von Fortschritt zu gewahren. Soͤ machte sich ein
siesiger Fabrikant rasch Fort und vergaß in der Eile sogar, seine
Frau mitzunehmen. Ein Kaufmann warf kürzlich um, und seine
ahlreichen Gläubiger bekommen keinen Knopf. Und nun rumort
s schon wieder, daß ein Dritter und Vierter bedenklich in's
Wackeln gekommen sei. Es wollen eben vielfach die Ausgaben sich
nit den Einnahmen nicht mehr vertragen.

7 In Heidekberg hat, wie sich jetzt definitiv herausstellt,
der frühere Rechner Niederheiser sich eines Defizits von
160,000 M., das bei der Stadtkasse entdeckt wurde, schuldig ge—
nacht. Durch die Kaution und das Vermögen Niederheiser's sind
ingefähr 50,000 M. gedeckt, es trifft die Stadt demnach ein Ver—
ust von 110,000 M., wenn nicht, welche Frage von dem Bürger—
vusschuß demnächst entschieden werden soll, die Stadträthe für er—
atzpflichtig erllärt werden. (Da ist es theuer, Stadtrath zu sein.)

F Der ehemalige bekannte Landtags- und Reichstagsabgeord⸗
sete Domkapitular Rußwurmein Regensburg wurde die—
er Tage bei Gelegenheit des Gottesdienstes in Schwandorf, nach—
em er die Festpredigt gehalten, plötzlich vom Schlage getroffen
ind verschied; er erreichte ein Alter von nicht voll 51 Jahren.

Wie gestern mitgetheilt wurde, brachte die „Nordd. Allg.
ztg.“ „aus sicherster Quelle“ die Nachricht, der Moörder der zwölf⸗
ährigen Christine Hämelmann aus Rellinghausen sei durch
)en Kriminalkommissar v. Hüllessem in der Person eines jüdischen
Pferdehändlers Namens Veit Pelzer aus Hameln ermittelt und
jerhaftet worden. Nun erfährt die „Essener Ztg.“ „von kompe—
enter Seite“, daß diese Nachricht „jeder thatsächlichen Begründung
entbehrt und auf Erfindung beruht.“

4 Elementare Vorgänge, deren verheerende Wirkungen sich
ur Stunde noch nicht übersehen lassen, werden dem „Berl. Tgbl.“
yon der deutschen Meeresküste telegraphisch signalisirt. Im ganzen
sstlichen Theil von Holste in hat in der Nacht von Mittwoch
nuf Donnerstag ein orkanartiger Sturm gewüthet. Man fürchtet,
zaß viele Schiffsunfälle vorgekommen sind. Bei Lübeck ist der
„Trib.“ zufolge die Aktien⸗Eisengießerei durch eine Windhose de—
nolirt worden. Sieben Personen wurden dabei getödtet, mehrere
indere verwundet.

4GWieder eine Hexengeschichte), aber eine wahre, passirte im
dreise Carthaus (Westpreußen). Die Sache verhielt sich so:
xFine Frau wird krank. Natürlich ist sie behert worden, wie kann's
vohl anders sein?! Die Hexe, welche diese ruchlose That begangen,
vurde bald herausgefunden und von fünf Personen an das Bett
er erkrankten Frau geschleppt, wo sie den Zauber wieder bannen
ollte. Die Aermste that zähneklappernd Alles, was von ihr ver⸗
angt wurde. Damit war aber noch nicht genug geschehen und
iie Kranke auch noch nicht gesund gemacht. Man fand ein pro—
ates Mittel: der Hexe wurde in den Finger geschnitten und das
        <pb n="492" />
        daraus entströmte Blut der Kranken gegeben. Nachdem man so seinen
und der Kranken Blutdurst gestillt, wurde die Hexe entlassen oder zu
deutsch: hinausgeworfen. Die maltraitirte Frau hat sich nun von
einem Arzt uniersuchen lassen und die Sache zur Anzeige gebracht.
Den Attentätern wird nun ein Hexenprozeß gemacht, der ihre Be⸗
griffe vielleicht für einige Zeit klären wird.

F Das Bloßliegen der Kinder, ein so häufiges
Kreuz für Eltern und Wärterinnen, soll eine vom Mechaniker
Karl Schmid zu Berlin construirte Bettstelle unmöglich machen,
die zugleich dem Kinde freie Bewegung für die untern Extremi⸗
äten gestattet. Eine tonnenartig gewölbte Decke von leichtem Holz,
mit beliebigem Stoff überzogen, bildet einen hohen, zugfreien
—XDDDD
frei liegt; in der Hüftgegend endet jene Decke mit einem vereng⸗
erten Ansatz. Innerhalb jenes Gewölbes nun, welches sich durch
Aufklappen des Deckels öffnen läßt, ist der Körper des Kindes nur
mit einer einfachen Decke, je nach der Jahreszeit aus weichem
Flanell oder noch leichterem Stoff bestehend, verhüllt. Eine Er—
sältung ist unmöglich, da der abgeschlossene Raum des Gewölbes,
der übrigens eine Ventilationsvorrichtung besitzt, bei Benutzung rasch
eine milde, gleichförmige Temperatur annimmt, in der das von
teiner schweren und heißen Decke belästigte Kind, vor Zug geschützt,
munter strampeln kann. Eine besondere Vorrichtung gestaltet die
Anpassung des Lagers an die Größe des Kindes, so daß demsel⸗

ben ein Anstemmen mit den Füßchen möglich wird. Trübe Erfah—
rungen im Schooße der eigenen Familie haben den Erfinder au
die Idee dieser Bettstelle gebracht, die bereits in jahrelangem Ge—
brauch sich bestens bewährt hat.

4 Im internationalen Aerztekongreß in Lon don lonstatirt
der Amerikaner Dr. Billig, daß von den 180,000 Aerzten, welche
auf dieser Erde wandeln, an die 11,650 litterarisch thätig seien
daß die schrifteifrigsten die Amerikaner, dann die Deutschen, dand
die Franzosen und dann erst tkw vierter Stelle die Engländer seien
Die meisten Aerzte hat Frankreich, die wenigsten verhältnißmäßig
Amerika. Am langlebigsten seien die Engländer, was mit ihren
geringen litterarischen Thätigkeit im Einklange stehe.

FIn Süd⸗Carolina schlug ein Blitzstrahl in eine An⸗
jahl Arbeiter, wodurch 4 derselben sofort getödiet und 12 ander⸗
schwer verletzt wurden, darunter 5 lebensgefährlich.

4 Echutz des Stalles gegen Ungeziefer.) Auf den Gütern
des Erzherzogs Albrecht hat man die Erfahrung gemacht, daß es
nur ein Mitlel gibt, die Viehställe von Fliegen und Mücken fre
zu halten, nämlich Schutz der Schwalben und Erleichterung und
Unterstützung des Nestbaus derselben in den Ställen. Zur Er
jaltung der Reinlichkeit des Futters wird unter jedem Schwalbe nm
Nest ein Brettichen angebracht.
fFFur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme z.
——
Aus z u 9
aus den Registern des Standesamt;
St. Ingbert pro Monat Juli 1881
A. Geburten.
Am 2. Juli Maria Magdalens
C. v. Wilhelm Henrich. 8, Sofia
T. v. Philipp Sandmayer. 6. Johann
5. v. Peter Sehn. Theresia, T. v
Jakob Engel. Maria, T. v. Rikolau
Eich. 7. Ida, T. v. Ludwig Sieg
wardt. 8. Bertha, Carolina, Augufia
T. v. Ludwig Weingardt. 9. Johann
S v. Andreas Wachall. Anna, T
v. Adam Benoit. Peier, S. v. Jakol
Best. 11. Johann Josef, S. v. Jo
hann Josef Feichtner. 12. Josef, S
p. Chriftian Imschweiler. Katharina
T. v. Peter Sebastian. 14. Magda
lena, T. v. Karl Ganzenmüller. Ka—
tharina, T. v. Karl Ripperger. 16
Ludwig, S. v. Ludwig Poller. Adolf
S. v. Josef Stolz. 17. Johann, S
v. Josef Wagner. Johann, S. v
Johann Thiry. 19. Jatob, S.
heter Theobaid. 20. Adam, S
Rhilipp Burlhard. Anna, T.
Peter Selgrad. 21. Helene, T.⸗
Johann Schillo. 22. Josef, S. v
Georg Schmitt. 23. Emilie, T. v
Philipp Koch. 24. Balentin, S. d
Franz Foos. 25. Jakob, S. v. Ja⸗
kob Unbehend. Jakob, S. v. Jatob
Echmitt. 26. Anna, T. v. Jakob
Stolz. 27. Johann Josef, S. v
Peter Josef Jung. 29. Andreas Roberl
S. v. Peter Paul. 80. Anna Maria
T. v. Josej Leinhauser. Barbara
T. v. Christian Äbel. 31. Georg
S. v. Georg Schmitt.
B. Eheschließungen.
Am 7. Juli. Jakob Dauer wi
Julie Keßler.
C. Sterbfälle.
Am 2. Juli. Elisabeiha, 8 J. a.
T. v. Peter Schmitt. 8. Bernhard
4 J. a., S. v. Bernhard Rees. 7
statharina Theobald, 25 J. a., ledig
11. Maria Graffion, 77 J. a., Ehe⸗
frau von Wilhelm Großardti. 14
Johann, 1 J. a. S. v. Johann Klein
20. Louisa, 11 Mt. a. T. v. Hein⸗
— ——
F 40 d S. v. Peter Sehn. Elisabetha,
2 a., T. v. Johann Keßler. 283. Jakob
Dio. Wormser Müller-Sehnle 5—758
beginnt das Wintersemester am 1. November. Programm diagralena Giejen 26. Miaric,
und Auskunft ertheilt die — 5 * 9 i 8
Jalo wender, .ad.
Dire — e on: Dr. SOhneider. *— ann —* F 3. *
Eckefrau von Peter er.
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ür, Schullehrer und übrige Gemeindebedienstete 10 Stück e
uu 15 VPfennia be d. emoe. CTuiter.
Drud und Verlag von g. X. Demez in Si. Ingbert.
Hiezu Illustrirses Sonntaasblatt Nr. 33.

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Monat September nur 2M.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstaa, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beiragt vierleliahrlich
1Ax 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die VPost bezogen 1M 60 , einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 — fur die diergelpaitene Zeile Blauschrisft der deren Raum, Neclamen mit 30 Ivro Zeile berechnet
M 129. — 1881.
Deutsches Neich.

*Der Begegnung zwischen Kaiser Wil hehim und Kaiser

Franz Jo sef ist nunmehr die Zusammenkunft des österreichischen
derrschers mit dem König von Saasch sen in München, mit
dem Großherzog von Baden auf Mainau und dem König
von Württemberg in Friedrichshafen gefolgt. Ein
dichter Schleier liegt noch über diesen fürstlichen Besprechungen,
den zu lüften, ein müssiges Beginnen wäre; jedenfalls constatiri
aber der herzliche Charakier, den all' diese fürstlichen Begegnungen
trugen, die freundschaftlichen Beziehungen, die schon seit langem
wischen dem österreichischen Kaiser und den angesehensten deutschen
Bundesfürsten obwalten und welche unter alen Umständen ihren
Werth beibehalten.

Der Kronprinz des deutschen Reiches wird, wie verlau⸗
tet, zu Ende der dritten Augustwoche England verlassen, Truppen⸗
ʒesichtigungen in Süddeutschland vornehmen und jedenfalls der am
30. d. M. stattfindenden Herbstparade des Gardecorps beiwohnen.

„GBeneralfeldmarschall Graf Molkite ist nach Schweden ge⸗

reist, wo er auf Schloß Drotiningholm als Gast des schwedischen
stönigspaares einige Tage verweilen wird. Der Feldmarschall be⸗
at sowohl die schwedische als die dänische Sprache voll⸗
ommen. —

In einem Streite mit der fortschrittlichen Presse und denjenigen
Blattern, welche sich in dem Fahrwasser derselben bewegen faßt
die „Provinzial⸗Korrespondenz⸗ „die Grundzüge des Programmis
der verbündeten Regierungen, das sind die Ziele der
Politik des Reichskanzlers “ in folgender Weise zusammen: „Es
zilt eine nationale Wiedergeburt und innere Erstarkung Deutsch⸗
ands auf gesunden wirthschaftlichen Grundlagen, die wirthschaft⸗
iche Unabhängigkeit Deutschlands vom Auslande, die Stärkung
der Finauzkraft des Reiches durch eine gerechtere Vertheilung der
Steuerlasten, die Erleichterung der Aufbringung der nothwendigen
iffentlichen Abgaben durch Ausbildung des Systems der indirekien
Steuern unter entsprechender Verminderung der direlten Abgaben,
die Befreiung der Gemeinden von einem wesentlichen Theil der
jffentlichen Schul⸗, Armenpflege und anderer Lasten, die Förder⸗
ing der landwirthschaftlichen und industriellen Gewerbe, die Fuͤr⸗
orge für das Wohl des Handwerkerstandes und der arbeitenden
Aassen gemäß den Gebolen des praktischen Christenthums, kurz,
Zchutz der wirthschaftlich Schwächern durch den Staat, der sich
einer christlich⸗ siitlichen Pflichten bewußt sein und die theilnamlose
Oberaufseherrolle aufgeben soll.“

Was die auswaͤrtigen Fragen betrifft, so wird gelegentlich
⸗on Veränderungen gesprochen, die aus dem Auftreten der Fran⸗
osen gegen Tripolis um Eghpten hervorgehen könnten. In
berliner unterrichteten Kreisen legt man jedoch nicht das geringfte
Zewicht darauf und sieht in diesen Gerüchten, die namentlich von
paris her verbreitet werden, viel eher eine Art Maskierung der
ehr unerquicklichen Situation der Franzosen in Tunis, die sich
mmer schlimmer gestaltet; nicht, daß man von Seiten Frankreichs
der Dinge nicht schließlich Herr werden könnte, wohl aber stellt es
ich immer klater heraus, daß die Anstrengungen, die Frankreich in
Tunis macht und noch zu machen haben wird, in absolut keinem
berhältniß zu den Erfolgen stehen, die erzielt sind und unter allen
Amständen noch erzielt werden müssen. Zur Herbeiführung weite⸗
rer Komplikationen in Bezug auf Tripolis uͤnd Egypten dürfte
nan in Varis verteufelt wenig Lust haben.

Auslaud.

Die diesmalige Wahlbewegung in Frankreich hat man⸗
herlei interessante Momente gezeitigt, von denen besonders die Be⸗
ampfung der Candidatur Garnbeliges in seinem alten Wahlkreise
Belleville durch zwei utraradical⸗ Candidaturen hervorgehoben zu
oerden verdient.

Der irische revolutionäre Congreß in Chicago Nordamerika)
erieth in seiner jüngsten Sitzung einen Plan zur Zerstückelung
es bhritischen Reiches. Danach soll die bestehende Regierung von
kngland veränder und aus England, Wales, Schotiland und Ir-
and eine Eidgenossenschaft Foderation) hergestellt werden. NAu—
—X eine unabbängige suüdaftikanisck⸗

Republik hergestellt, Canada den Vereinigten Staaten von Nord⸗
merika einverleibt, und Indien zur Steuerverweigerung und zum
WBiderstande gegen die britische Regierung aufgewiegelt werden.
Die Ausführung dieser Propaganda soll einem aus Delegirten des
Tongresses gebildeten großen Rathe anvertraut werden. Der Con—
zreß hat sich übrigens in zwei Parteien gespalten, indem fich die
Anhänger der Dynamitpolitik in Folge der Verwerfung ihrer mör⸗
derischen Pläne von den Sitzungen zurückgezogen haben.
7Der Or 68m uhrb
zostbestellbezirke von 5 —

Unterm 31. Mai l. J. w
ehrbach (bei Pirmasens) von
iß zur Veranstaltung einer Gab—
»eptbr. d. Is. soll nun die Ziel
o0 schöne und werthvolle Gegen
chnitzereien aus Oberammergau,
schoner Auswahl vorhanden.
usgegeben.

*Aus Kirchheimbola.

J — ⸗

tes.

ist vom 16. d. M. an dem
zugetheilt.
de dem kathol. Kirchenbauverein
oher k. Regierung die Erlaub—
perloosung ertheilt. Am 20.
ng Statt finden; es kommen
sde zur Verloosung. Uhren,
ine Handarbeiten ⁊c. ꝛc. find
000 Loose à 50 — werden
den schreibt man der „Pf. P.“
23 list seit einiger Zeit eine be—
entliche Dotte vor gortfcyruis Ir Jewahren. So machte sich ein
iesiger Fabrikant rasch fort und vergaß in der Eile sogar, seine
Frau mitzunehmen. Ein Kaufmann warf kürzlich um, und seine
ahlreichen Gläubiger bekommen keinen Knopf. Und nun rumort
s schon wieder, daß ein Dritter und Vierter bedenklich in's
Wackeln gekommen sei. Es wollen eben vielfach die Ausgaben sich
nit den Einnahmen nicht mehr vertragen.
F. In Heidelberg hat, wie sich jetzt definitiv herausstellt,
»er frühere Rechner Niederheiser fiqh eines Defizits von
160,000 M., das bei der Stadtkasse entdecki wurde, schuldig ge⸗
nacht. Durch die Kaution und das Vermögen Niederheiser's sind
angefähr 50,000 M. gedeckt, es trifft die Siadt demnach ein Ver—
ust von 110,000 M., wenn nicht, welche Frage von dem Bürger⸗
zusschuß demnächst enischieden werden soll, die Stadträthe für er—
jatzpflichtig erklärt werden. (Da ist es theuer, Stadtrath zu sein.)

F Der ehemalige bekannte Landtags⸗ und Reichstagsabgeord⸗

nete Domkapitular Rußwurm in R gensburg wurde die—
er Tage bei Gelegenheit des Gottesdienstes in Schwandorf, nach⸗
)em er die Festpredigi gehalten, plötzlich vom Schlage getroffen
und verschied; er erreichte ein Alter don nicht voll 51 Jaͤhren.

Wie gestern mitgetheilt wurde, brachte die „Nordd. Allg.
ztg.“ „aus sicherster Quelle“ die Nachricht, der Mörder der zwölf
ährigen Christine Hämelmann aus RelTin ghausen sei durch
den Kriminalkommissar v. Hüllessem in der Person eines jüdischen
Pferdehundlers Namens Veit Pelzer aus Hameln ermitielt und
erhaftet worden. Nun erfährt die „Essener Ztg.“ „von kompe⸗
lenter Seite“, daß diese Nachricht, jeder thatsächlichen Begründung
ntbehrt und auf Erfindung beruht.“

F Elementare Vorgänge, deren verheerende Wirkungen sich
ur Stunde noch nicht überfehen lassen, werden dem „Verl. Tgbl.“
yon der deutschen Meeresküste telegraphisch signalisirt. Im ganzen
zstlichen Theil von Holste in hat in der Nacht von Muͤtwoch
iuf Donnerstag ein orkanartiger Sturm gewüthet. Man fürchtet,
aß viele Schiffsunfälle vorgekommen sind. Bei Lübeckist der
Trib.“ zufolge die Aktien⸗Eisengießerei durch eine Windhose de⸗
nolirt worden. Sieben Personen wurden dabei getödiet, mehrere
andere verwundet.

F, Wieder eine Hexengeschichte), aber eine wahre, passirte im
dreise Carthaus Westpreußen). Die Sache verhielt sich so:
tine Frau wird krank. Natürlich ist sie behert worden, wie kann's
vohl anders sein?! Die Hexe, welche diese ruchlose That begangen,
vurde bald herausgefunden und von fünf Personen an das Beti
)er erkrankten Frau geschleppt, wo sie den Zauber wieder bannen
'ollte. Die Aermste ihat zähneklappernd Alles, was von ihr ver⸗
angt wurde. Damit war aber noch nicht genug geschehen und
zie Kranke auch noch nicht gesund gemacht. Man fand ein pro⸗
bates Mittel: der Here wurde in den Finger gesonnten un h
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        daraus eniströmte Blut der Kranken gegeben. Nachdem man so seinen
ind der Kranken Blutdurst gestillt, wurde die Hexe entlassen oder zu
deutsch: hinausgeworfen. Die maltraitirte Frau hat sich nun von
einem Arzt untersuchen lassen und die Sache zur Anzeige gebracht.
Den Altentätern wird nun ein Herenprozeß gemacht, der ihre Be⸗
zriffe vielleicht für einige Zeit klären wird.

Das Bloßliegen der Kinder, ein so häufiges
Kreuz für Eltern und Wärterinnen, soll eine vom Mechaniker
Karl Schmid zu Berlin construirte Bettstelle unmöglich machen,
die zugleich dem Kinde freie Bewegung für die untern Extremi⸗
aͤten gestatiet. Eine tonnenartig gewölbte Decke von leichtem Holz,
mit beliebigem Stoff überzogen, bildet einen hohen, zugfreien
Raum über den Unlerkörper des Kindes, dessen Oberkörper ganz
frei liegt; in der Hüftgegend endet jene Decke mit einem vereng⸗
erten Anfatz. Innerhalb jenes Gewolbes nun, welches sich durch
Aufklappen des Deckels öffnen läßt, ist der Körper des Kindes nur
mit einer einfachen Decke, je nach der Jahreszeit aus weichem
Flanell oder noch leichterem Stoff bestehend, verhüllt. Eine Er—
kältung ist unmöglich, da der abgeschlossene Raum des Gewölbes,
der übrigens eine Ventilationsvorrichtung besitzt, bei Benutzung rasch
eine milde, gleichförmige Temperatur annimmt, in der das von
keiner schweren und heißen Decke belästigte Kind, vor Zug geschützt,
munter strampeln kann. Eine besondere Vorrichtung gestattet die
Anpassung des Lagers an die Große des Kindes, so dak demsel⸗

ben ein Anstemmen mit den Füßchen möglich wird. Trübe Erfah⸗
rungen im Schooße der eigenen Familie haben den Erfinder auf
die Idee dieser Bettstelle gebracht, die bereits in jahrelangem Ge—⸗
brauch sich bestens bewährt hat.
In inlernalionalen Aerztekongreß in Lon do n lonstatirte
der Amerikaner Dr. Billig, daß von den 180.000 Aerzten, welche
zuf dieser Erde wandeln, an die 11,650 litterarisch thätig seien,
zaß die schrifteiftigsten die Amerikaner, daun die Deutschen, dann
die Franzosen und dann erst e8 vierter Stelle die Engländer seien.
Die meisten Aerzte hat Frankreich, die wenigsten verhältnißmäßig
Amerika. Am langlebigsten seien die Engländer was mit ihrer
geringen litterarischen Thätigkeit im Einklange stehe. 5
IIn SüdeCarolina schlug ein Blitzsirahl in eine An⸗
jahl Arbeiter, wodurch 4 derselben sofort getödtet und 12 andere
schwer verletzt wurden, darunter 5 lebensgefährlich.
pPCSqhutz des Stalles gegen Ungeziefer.) Auf den Gütern
des Erzherzogo Albrecht hat man die Erfahrung gemacht daß es
nur ein Mitel gibt, die Viehställe von Fliegen und Mücken frei
——— Erleichterung und
Anterstützung des Nestbaus derselben in den Ställen. Zur Er⸗
Jaltung der Reinlichkeit des Futters wird unter jedem Schwalbe n⸗
Nest ein Bretichen angebracht.
gur die Redalklion verantwwortlich: F. R. De meßzß.
—XÆZEEääöö—
Auszug
aus den Registern des Standesamis
St. Ingbert pro Monat Juli 1881.
A. Geburten.
Am 2. Juli Maria Magdalena,
C. v. Wilhelm Henrich. 8. Sofia,
T. v. Philipp Sandmayer. 6. Johann,
S. v. Peter Sehn. Therefia T. v.
Jakob Engel. Maria, T. v. Rikolaus
Eich. 7. Ida, T. d. Ludwig Sieg⸗
wardt. 8. Bertha, Carolina, Augusia
T. v. Ludwig Weingardt. 9. Johann,
S v. Andreas Wachall. Anna, T.
v. Adam Benoit. Peter, S. v. Jakob
Best. 11. Johann Josef, S. v. Jo⸗
hann Josef Feichtner. 12. Josef, S.
v. Christian Imschweiler. Katharina,
T. v. Veter Sebastian. 14. Magda⸗
lena, T. v. Karl Ganzenmüller. Ka⸗
tharina, T. v. Karl Ripperger. 16.
Ludwig, S. v. Ludwig Poller. Adolf,
S. v. Josef Stolz. 17. Johann, S.
o. Josef Wagner. Johann, S. v.
Johann Thiry. 19. Jakob, S. v.
Peier Theobald. 20. Adam, S b.
Zhilipp Burkhard. Anna, T. v.
peter Selgrad. 21. Helene, T. v.
Johann Schillo. 22. Josesf, S. v.
BSeorg Schmitt. 23. Emilie, T. v.
Philipp Koch. 24. Valentin, S. v.
Franz Foos. 25. Jakob, S. v. Ja⸗
lob Unbehend. Jakob, S. v. Jakob
Echmitt. 26. Anna, T. v. Jalob
Stolz. 27. Johann Josef, S. v.
Peter Josef Jung. 29. Andreas Robert
S. v. Peter Paul. 830. Anna Maria,
T. v. Josef Leinhäuser. Barbara,
T. v. Christian Äbel. 81. Georg,
S. v. Georg Schmitt.
B. Eheschließungen.
Am 7. Juli. Jakob Dauer mit
Julie Keßler.

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Am 2. Juli. Elisabetha, 8 J. a.
T. v. Peter Schmiit. 8. Bernhard.
4 J. al, S. v. Bernhard Rees. 7
Kalharina Theobald, 25 J. a., ledig
11. Maria Graffion, 77 J. a., Ehe⸗
jrau von Wilhelm Großardt. 14
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20. Louisa, 11 Mi. a., T. v. Hein⸗
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Die Wormser Müller-Schuloe
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1881.
ai

* Die französische Armee im Felde.

Der Feldzug der Franzosen in Tunis sollte, wie man vielfach
zus den französischen Zeitungen merken konnte, der Probirstein für
die Tüchtigkeit der französischen Armee im Felde sein, doch hat,
wie sich nunmehr herausgestellt hat, gerade die französische Expe⸗
dition nach Tunis eine Menge Fehler der französischen Armee und
auch eine ziemliche Unfähigkeit des französischen Oberkommandos
nn Bezug auf die Anwendung richtiger Kampfmittel und Soldaten
nuf dem afrikanischen Kriegsschauplatze ergeben. Der französische
driegsminister hat nach Tunis und auch nach Algier Truppen ge—
andt, die gar nicht im Stande sind, auf afrikanischem Boden zu
fämpfen, d. h. die meisten dort kämpfenden französischen Ofsiciere
und Soldaten hatten keine Ahnung von der arabischen Kampfweise
ind von den Schwierigkeiten auf dem afrikanischen Boden, und die
ranzösische Heeresleitung hatte also einen der größten Fehler be—
zangen, den die moderne Kriegsführung überhaupt kennt; denn
ieben strammer Disciplin und schneidigem Waffendienste gilt es
als eine unerläßliche Vorbedingung des Sieges, daß eine Armee
die Schwierigkeiten kenne und an dieselben gewöhnt sei, die sie
auf feindlichem Boden zu überwinden hat. Ein sachkundiger Be—
richterstatter der „Times“ schreibt aber über das Auftreten des
ranzösischen Heeres in Afrika Folgendes: „Die französische Armee
sst in vieler Beziehung besser geworden und vielleicht! auf einem
europäischen Kriegsschauplatze zu gebrauchen. Die Officiere und
Soldaten sind eifrig und disciplinirt, auch unterziehen sie sich ohne
Murren großen Anstrengungen und Beschwerden, doch ist die fran⸗
oͤfische Armee nur eine gute Truppe, was den Garnisondienst an⸗
zelangt, denn die Wahrheit für den Felddienst ist, daß es außer⸗
zrdenllich schwer war, die französischen Soldaten in Afrika unter
zem Feuer ruhig zu halten und, wenn sie auch nicht geradezu die
Flucht ergriffen so zogen sie fich doch mit unbezwinglichem Eifer
sinter die kleinsten Erhöhungen zurück, die irgend einen Schutz
hzoten. Die französischen Truppen sind ausgezeichnete Rekruten,
iber keine Soldaten. Man hatte ihnen erzählt, daß die Krumirs
urchtbar seien, sie sahen einzelne ihrer Kameraden, welche in die
zande der Feinde gefallen waren, furchtbar verstümmelt und jeden
Flintenschuß glaubten sie auf sich gerichtet. Bei Sfakes lehnte es
zer Admiral ab, die französische Infanterie zu landen; er traute
hr nicht gegenüber dem Feind, der gedeckt hinter Wällen lag und
ntschlossen war, bis zum letzten Mann auszuhalten. Es waren
Mattrosen, gediente Veteranen, die an das Feuer gewöhnt waren,
welche die feindlichen Batterien mit dem Bajonet nahmen, die sich
des Thores bemächtigten und, so den Ehrgeiz der Infanterie ent⸗
lammten. Zuletzt, als ein Schiffslieutenant ruhig mitten im
Feuer erschien, die grüne Flagge wegriß und die Tricolore auf⸗
Fflanzte, verlangten auch die Linienregimenter in das Gefecht ein—
utreien und hielten nun auch tapfer.“ Sonach braucht sich also
zie Welt vor dem stürmischen Kriegsmuth der reorganisirten fran⸗
ösischen Armee nicht allzusehr zu fürchten, eher könnte man schon
Angst haben vor der Plünderungswuth der Franzosen, denn trotz
iller officiellen Ableugnungen haben die französischen Truppen die
roberte tunesische Stadt Sfakes furchtbar geplündert, ja selbst das
panische Consulat nicht geschont, wie die spanische Regierung stand⸗
jaft behauptet. Auch ist es eine Thatsache, daß Officiere der eng⸗
ischen vor Sfakes liegenden Schiffe den französischen Soldaten
verthvolle Beutestücke abgekauft hahen.
Deutsches Reich.

S. Maj. König Ludwig U. von Bayermn reiste am
Samstag inkognito mit zwei Begleitern von Linderhof nach Paris.

Das baierische Gesetz⸗ und Verordnungsblatt Nr. 48
zringt die von den Ministerien des Innern und der Finanzen zum
hollzug des Gesetzes vom 19. Mai 1881 über die Capital—
entensteuer nunmehr erlassenen Vorschriften. Die Anlage
»er Capitalrentensteuer findet von zwei zu zwei Jahren in dem
zer Steuerperiode vorangehenden Kalenderjahre, sohin erstmals im
zhr 1881 für die Steuerperiode 1882/83 statt. Demzufolge sind
ie Vollzugshandlungen für die Steueranlage alsbald in Angriff
u neomen.

Am Samstag Vormittag ist Fürst Bismarck zu Wagen
von Hissingen abgereist, um auf einer Nebenstation der Schwein⸗
furt-⸗Meininger Bahn seine Reise nach Berlin fortzusetzen.

* Die Veränderungen in den höheren preußischen Ver—⸗
valtungsstellen sind noch immer nicht abgeschlossen. So ist an
Stelle des aus dem Amte scheidenden Ober-Präsidenten von Hessen⸗
Kassau, Frhrn. von Ende, der frühere preußische Staatsminister Graf
Botho zu Eulenburg ernannt und der Regierungs-Präsident in
Bumbinnen. Herr von Schlieckmann, zum ÜUnterstaatssecre-
är im Ministerium des Inneren ernannt worden. Zugleich wurde
derr von Schliechmann zum Wirkl. Geh. Ober⸗-Regierungs-Rath
nit dem Range eines Rathes Erster Classe befördert. Beide Er—
nennungen sind bereits im „Reichs⸗Anzeiger veröffentlicht worden.

Ausland.

* Die Zwitterstellung Oesterreich Ungarns in Bosnien
ind Herzegowina hat mehrere ungarische und österreichische Jour⸗
iale zu einer ernsthaften Erörterung dieser Angelegenheit veranlaßt.
In der That läßt die staatsrechtliche Stellung Oesterreichs in den
jenannten Ländern an Klarheit manches zu wünschen übrig, denn
nach den Bestimmungen des Berliner Congresses sollten die Herze—
jowina und Bosnien von Oesterreich occupirt und verwaltet werden,
pabei aber der Oberhoheit der Plorte unterstellt bleiben. Es liegt
unuf der Hand, daß dieses eigenthümliche Verhältniß mancherlei
Schwierigkeiten mit sich bringt und man drängt daher in Ungarn
zuf eine offene Annexion der neuen Provinzen, dagegen meint man
'n Oesterreich, daß eine Annexion die vorhandenen Schwierigkeiten
aoch vergroͤßern würde, eine Ansicht, die nach mehr als einer Hin⸗
icht gerechtfertigt erscheint.

Die internationale Friedensliga zu Genf hat zum
leberfluß gleichfalls ihre Stimme in der französischen Wahlbewe—
zung ertönen lassen. In einem phrasenhaften Aufruf fordert sie
ie französischen Wähler auf, ihres hohen europäischen Berufes ein—
zjedenk zu sein und für Erhaltung des Friedens zu sorgen. Gegen
den Schluß kommt folgende schöne Stelle vor: „Gebt Elsaß und
Lothringen nicht auf, niemals; aber keinen Krieg, keinen Krieg!
Ihre Befreiung wird durch den Frieden erfolgen.“ „Befreiung“
st gut, „durch den Frieden“ noch besser. Wie sich übrigens die
Friedensliga diese „Befreiung durch den Frieden“ denkt, hat sie
nicht verrathen; wahrscheinlich hat sie sich bei der Phrase selbst
nichts gedacht.

Den Dingen in Frankreich wird von Seite der deutschen
stegierung große Aufmerksamkeit zugewendet; der Botschafter Fürst
hohenlohe, welcher erst auf Urlaub gehen wollte, hat die Weisung
rhalten, während der Wahlen und der Manöver auf seinem Vo—
ten zu verbleiben.

Gambetta wies in einer Rede in Belleville die Behauptung
urück, daß er eine Diktatur gewünscht, und entwickelte im Uebri—
jen sein Programm. In der auswärtigen Politik müsse Frankreich
ich vollkommen freie Hand bewahren, gleich gut mit Allen stehen
ind auf der Hut sein gegen ehrgeizige Bestrebungen nach außen
ind dynastische Bestrebungen im Innern. Der Tag werde erschei—
jen, wo die aufgestelten Probleme durch das Völkerrecht und den
Triumph des Friedensgeistes entschieden würden. „Ich hoffe, daß
vir die getrennten Bruͤder einst kraft der Maiestät des Rechtes
viedersehen!“

Vermischtes.

— St. Ingbert, 16. Aug. An der in den Tagen
vom 8. bis 11. August abgehaltenen Aufnahmsprüfung in das
ath. Lehrerseminar in Speyer betheiligten sich 52 Schüler —
18 Präparanden und 4 von anderen höheren Lehranstalten
Bymnafien und Realschulen. — Die Prüfung bestanden 42; 10,
parunter 6 Präparanden und 4 von anderen Anstalten, mußten
als nicht befähigt zurückgewiesen werden. Die Aufnahmsprüfungen
in das prot. Lehrerseminar in Kaiserslautern beginnt heute, den
16. August.

Gestern Nachmittag hatten sich in dem Becker' schen
dokale, einer Einladung folgend, eine Anzahl junger Leute von
hier versammelt, um die ersten Schritte zur Gruͤndung eines
        <pb n="496" />
        Turn⸗Vereins zu thun. Wie wir nun hören, beläuft sic
die Zahl der Vereinsmitglieder bereits auf 33:. Wir wünschen
dem jungen Turnverein ein immer größeres Wachsthum und Ge—
deihen und begrüßen ihn mit einem herzlichen: Frisch, Frei
Fromm, Froh!

(2) St. Ingbert, 16. Aug. Der aus hiesigen Glas—
macher bestehende Gesangvherein „Lied hoch“ machte am ver—
flossenen Sonntage einen Ausflug nach Rohrbach. Um 1/2 Uhr
Mittags durchzogen die Mitglieder derselben mit Musik — Bier—
bacher Kapelle — unsere Stadt. Im Schwarz'schen Saale zu
Rohrbach, wo abwechselnd Musik- und Gesangspiecen zum Vor—
frage kamen, war der Verein bei ausgezeichnetem Speyerer Bier
in der fröhlichsten Weise versammelt. Gegen 8 Uhr des Abends
zog derselbe in bester Haltung hier wieder ein und verweilte noch
kurze Zeit in seinem Vereinslokale bei Wirih J. Schwarz jun.

⸗t. Von der Blies, 15. Aug. Vorgestern wurde in
der Gemeinde Bliesdalheim konstatiert, daß eine Person
an den schwarzen Blattern erkrankt sei. Die Kranke, ein Mädchen
von 23 Jahren, ist selben Tags noch gestorben und beerdigt
worden. Man spricht davon, daß ein Bruder der Verstorbenen,
der vor etlichen Wochen von Paris zurückkehrte, die Krankheit ins
Haus gebracht habe, trotzdem derselbe weder bei seiner Heimkehr
krank war, noch bis auf den heutigen Tag sich krank fühlte.. Von
weiteren Erkrankungen in der Gemeinde hat man noch Nichts
vernommen.

F Wie dem „Pirmas. Anz.“ von competenter Seite mitge⸗
theilt wird, sollen die im kommenden Schuljahre in den Latein⸗
schulen in Gebrauch kommenden lat. Lehrbücher so bedeutende
Veränderungen erfahren, daß die seitherigen großentheils unbrauch⸗
bar werden.

F Herr Bischof Georg v. Ehrler in Speyer hat am
10. August in aller Stille sein 28jähriges Priesterjubiläum be—⸗
gangen.

F Herr Heinrich Hilgard in New-York, der bekannte
Wohlthäter, hat einen neuen Beweis seiner großartigen Freigebig—
keit geliefert, indem er zu dem beabsichtigten Neubau des

Speyerer Diakonissenhauses einen Betrag von 12,000 Mi
beisteuerte.

F Der k. 1. Staatsanwalt in Frankenthal hat à
Sachen der Ermordung des Jakob Löb in Weisenheim fol—
gende Bekanntmachung erlassen: Da die Recherchen nach dem Thäte—
bis jetzt fruchtlos geblieben sind, richte ich an Jedermann, insbe—
sondere die Sicherheitsorgane, das dringende Ersuchen, irgend welche
Anhaltspunkte, die zur Ermittelung desselben dienen können, anher
bekannt zu geben, wobei ich bemerke, daß die Angehörigen des Er—
mordeten Demjenigen, welcher über die Person des Thäters aus
reichende Auskunft gibt, eine Belohnung von 500 M. zusichern.

FIn Hausen bei Frankfurt brannte vor einigen Tager
die große Brodfabrik ab. Bei den vorgenommenen Aufräumungs
arbeiten wurde die vollständig verkohlte Leiche eines Bäckergesellen
aufgefunden.

4 In Prag ist das römische Nationaliheater niedergebrannt
Die anliegenden Häuser wie das anstoßende Interimstheater wurden
gerettet. Das Theater war nur zum geringeren Theil des Werthet
(angeblich 400,000 Gulden) versichert und wird der Schaden au
eine Million Gulden geschätzt.

F Bei einem vorgestern (Sonntag) in Marseille Stat
gehabten Stiergefechte brachen die Bänke in der Arena ein; zwöl
Personen blieben todt, 150 wurden verwundet.

FBis auf weiteres hat bei der Post die Umrechnung au⸗
der Franken⸗- in die Mark-⸗Währung zum Course
1 Franc — 811 Pf. und umgekehrt die Umrechnung aus der
Mark⸗ in die Franken-Währung zum Course 1 Mt. — 123.
Centims zu erfolgen.

Dienstes nach richten.

Lehrer P. Fischler zu Schauerberg wurde zum Lehrer an der katho
lischen Schule zu Bornheim, Lehrer Jakob Linn in Hasel zum Lehrer a
der protest. Schule zu Gleisweiler, der interimist. Verweser der lathol
dehrerstelle in Rünschweiler Aug. Bug zum Lehrer, der interim. Verwese—
der konf.⸗gemischten Schule zu Steinalben K. L. Bolz zum Lehrer ernanm
Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß.
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tis. Nachahmer beachte man nicht, da
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T535S 5 * 2 5 558 223 5358* 5 5—
4 3 38 — 75 —
z5 32 5 — 2357256 25 Sz8 532—
5335353383 — — —83 3 833 7 x3335355 53838
—2 5 8532238 z2z2532358 2* 2** — — — 2 8 3323285 —
—A—— 2223 —Z— 25228 22582 38 25 538 93 — S — —** 8382 — —
—5572 26 —5883* — — I5G 21275— *
83 5208 *5* —A 382 E 9 — — — —— 8 2 —2
2358855 33 3 3597 5e 5 28
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8. 3 * * O 5 2 5223 3 3 — 53
32323288 —35 8 — 35333 323 53 35 2235* *
7533 538 28383438 —S— — — —— m
283. 2282368 ce.*8 5282 8 *
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—9— St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertellahrlich
A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 , einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 14 fur die viergespaltene Zeile Blatischriͤt oder deren Raum. Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
Donnerstag, den 18. August 1881.
Deutsches Reich.

Dem „Pf. K.“ wird aus München geschrieben: „Zu der
Beschaffung des für die Wiedereinbringung des Unfallver—
sicherungsgesetzes beim Reichstag vom Reichsamte des
Inneren gewunschten statistischen Materials haben nunmehr die Be⸗—
rkzämter in Bayern an die sämmtlichen Ortspolizeibehörden ent—
prechende Aufforderungen in den letzten Tagen erlassen und die
rexforderlichen Formulare zur Ausfüllung hinausgegeben. Die Er—
jebungen haben sich zu beziehen auf 1) sämmtliche in den Mo—
zaten August, September, October und November d. J. in den
zezüglichen Betriebswerkstätten vorkommenden Unfälle und 2) auf
Rie Aufzeichnung der Zahl der von den Betriebswerkstätten am 5.
October ds. Is. beschäftigten Arbeiter, ausgeschieden nach den Ge⸗
hurtsjahren der' Arbeiten. Den Besitzern der Betriebswerkstätten
oll übrigens eröffnet werden, daß es von großem Werth sein
würde, wenn die Erhebungen sich außer auf die genannten vier
MNonate auch auf die Vergangenheit und zwar so weit zurück, als
6 mit Sicherheit geschehen kann, erstrecken würden. Die Bürger⸗
neister werden beauftragt, die ausgefüllten Formulare vom 83. bis
3. December persönlich von den Unternehmern einzusammeln und
ie am folgenden Tage dem Bezirksamte vorzulegen. Aus den hier
ingeführten Daten ergiebt sich, daß — da die Zusammenstellung
ind Prüfung des erhobenen statistischen Materials längere Zeit er⸗
ordert — die Wiedervorlage des Entwurfs des Unfallversicherungs⸗
zesetzes in dem Reichstag jedenfalls nicht sofort bei dessen Zusam⸗
nentritt erfolgen kann.

Im kommenden Herbste wird bei dem bayerischen Land⸗
tage ein neues Sekundärbahngese z eingebracht werden,
welches im vorigen Jahre von beiden Kammern einstimmig erbeten
ind von der Staatsregierung bereits zugesagt worden ist. Es
ollen nicht nur die Gemeinden, welche Vizinalbahnen gebaut und
zafür nach dem Gesetze vom Jahre 1869 die Kosten für die
Brunderwerbung und Erdarbeiten aufgebracht habepy, erleichtert,
ondern auch weitere neue Sekundärbahnen in ihrem Zustandekom⸗
men besser unterstützt werden. —

Der bayerische Kriegsminister steht im Begriffe dem
dande eine recht hübsche Ueberraschung zu bereiten: das Budget
eines Ressorts hat soeben die Presse verlassen und bringt die Ba—
zatelle Forderung von rund 46,000, 000 Mk., gegenüber dem letzten
Hudget ein Mehr von 8,400,000 Mk. Dieser Mehrbedarf ist
uuf die Errichtung drei neuer Batterien und Errichtung eines
Festungs⸗Artillerie⸗Regiments sowie eines neuen Infanterie⸗Regi—
nents erwachsen.

Die Inspicirung bayerischer Truppen durch den Kron⸗
zrinzen des deutschen Reiches als General-Inspektor der 4. Armee—
Inspektion des deutschen Heeres wird sich für diesen Herbst auf
Abtheilungen des 1. bayerischen Armeekorps, das zu Feldmanövern
n Niederbayern konzentrit wird, erstrecken, während die Inspektion
on Abtheilungen des 2. bayerischen Armeekorps durch den Prinzen
Luitpold, als General⸗Inspektor der bayerischen Armee, zu erfolgen
jat. Letzterer wird zu diesem Zweck insbesondere den vom 8. bis
12. September bei Rothenburg ob der Tauber stattfindenden Feld⸗
nanövern der 3. Division beiwohnen.

Der Kaiser besuchte am Dienstag den Fürsten Bismarck,
mit dem er eine längere Konferenz hatte.

Nach dem „Tageblatt“ geht in politischen Kreisen, die für
zut informirt gelten dürfen, das Gerücht um, daß in Breslau
iie Verhängung des kleinen Belagerungszustandes unmittelbar
eborstehe.
Ausland.

Die Belleviller Programmrede Gambetta's ist nun in
hrem Wortlaute bekannt und wird trotz aller Vernünftelei, trotz
er mühsam erzwungenen staatsmännischen Ruhe, mit welcher der
dauphin der Republik sprach, die europäischen Regierungen nicht
n dem Maße beruhigen und befriedigen,, als man sich in Paris
mbildet. Herr Gambetta hat bei den Regierungen seine Visiten⸗
arte als künftiger Premierminister oder künftiger Präsident abge—
zeben. Ob er empfangen, oder ob er gern empfangen wird, ist
aoch sehr die Frage. Das ceterum censeo Gambetta's, die Rück⸗

erlangung von Elsaß-Lothringen, ist diesmal in der Form am
nildesten und in der Maske absoluter Friedlichkeit vorgebracht
vorden; da aber auch in Paris nicht angenommen wird, Dveutsch⸗
and werde die beiden Provinzen aus bloßer Liebenswürdigkeit her—
ausgeben, etwa Herrn Gambeita zum Geburistag schenken, so wird
nan sich über die Bedeutung jener Phrasen, wenn man sie näm—
lich überhaupt ernsthaft nehmen will, nicht täuschen können. Ob
ie freilich ernst zu nehmen sind, Das ist eine Frage, die noch zu
rwägen ist und die jedenfalls zusammenhängt mit der Frage der
Thancen Gambetta's auf den Präsidentenstuhl.

Eine am Dienstag stattgehabte Wahlversammlung in Cha⸗—
ronne (Seine⸗Departement), wo Gambetta sein Programm
ntwickeln wollte, war von 10,000 Personen besucht. Gleich beim
Beginn erschallende Lärmrufe machten die Bildung des Bureaus
inmöglich. Gambetta versuchte wiederholt, sich Gehör zu verschaffen,
ind schlug mit seinem Stock auf die Tafel, aber vergebens. Rur
einen nächsten Nachbarn gelang es, einzelne Worte zu verstehen.
Nach 20 Minuten langem Versuche sah Gambetta sich genöthigt,
ich zurückzuziehen. Die Versammlung wurde alsdann aufgehoben.
Ist der Stern Gambettas schon im Erbleichen?)

Die „Gazette Piemontese“ meldet daß König Humbert
von Italien demnächst den Kaisern Franz Josef und Wilhelm
inen Besuch abstatten wird. Nach der in Verona erscheinenden
Adige“ würde er mit dem Kaiser Franz Josef in Salzburg zu—
ammentreffen. (Die Wiener und Berliner Blätter wissen noch
8 dren und so wird die Nachricht sich schließlich als Ente
rweisen.

* Die neuesten Nachrichten; über das Befinden des Präsiden—
en Garfield lauten besorgnißerregend. Zwar ist der Zustand
er Wunde fortgesetzt ein guter, indessen befindet sich Garfield in
inem sehr großen Schwächezustande, welcher zu großen Besorgnissen
LBeranlassung giebt. Der Magen versagt seine Dienste und die
stahrung muß dem Kranken durch Insection zugeführt werden;
nuch haben die Aerzte Morphiumeinspritzungen verordnet. Die
Nitalieder des Cabinets sind äußerst besorgt.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 18. Aug. Wie wir hören, werden sich
ziejenigen Bürger, welche der bürgermeisteramtlichen Einladung zu
er kürzlich stattgefundenen Versammlung der Hilfsmannschaft der
Feuerwehr ohne genügenden Grund nicht nachkamen, vor dem
Schöffengerichte zu verantworten haben.

*— Gestern wurden abermals zwei hiesige Personen, die
nach Amerika auswandern wollten und schon, zum Einsteigen fertig,
nuf dem Bahnhofe den Zug erwarteten, gepfändet. Der Uhrmacher
mahnte auf diese Weise, daß er noch nicht bezahlt sei. Natürlich
vurde er befriedigt und die beiden Auswanderungslustigen hielt
nun nichts mehr in der alten Heimath zurück.

F Das in Zweibrücen garnisonirende Bataillon des
18. Inf.«Regts. hat in der Nacht vom 16. auf den 17. ds. die
Fahrt nach Unterfranken, wo es an den Manövern theilzunehmen
jat, angetreten. Die Rückkehr erfolgt am Donnerstag den 15. Sep⸗
tember.

Aus Chaufen schreibt man dem „Pirm. Anz.“: Bei
der in Zweibrücken stattgehabten Abgeordneten⸗Nachwahl glänzten
die drei Wahlmänner unseres Ortes durch ihre Abwesenheit. Und
varum? — Weil sich ihr Patriotismus nicht zu dem Opfer auf⸗
chwingen konnte, nochmals aus eigenen Mitteln die Reise nach
zweibrücken zu bestreiten. Den Zeitverlust wollten die hochsinnigen
zatrioten fich schon gefalken lassen, aber für die Reisekosten sollte
hdie Gemeindekasse aufkommen, da sie sich mit Annahme des Ver—
rauenspostens als Wahlmann nur zu einer Reise nach Zwei—
yrücken verstanden hätten. Als die Gemeindeverwaltung sich wei—
gerte, aus dem Gemeindesäckel die Kosten der zweiten Reise zu er—
tatten, blieben die mit dem Vertrauen ihrer Mitbürger Beehrten
fein zu Hause, die Wahl und das Vaterland ihrem Schicksal
überlassend.

FIn Weisenheim hat am 14. Aug. Gastwirth Dauth
von dort vollständig reife Trauben zum Versandt gebracht, für

dieses Jahr die ersten in der genannten Gemeinde.
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        F Die Pfälz. Bahnen haben in den bis jetzt verflossenen
7 Monaten von 1881 um 425,775 M. weniger vereinnahmt als
in dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

4 Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß Wechsel—
tempelmarken nach dem 31. d. Mts. nicht mehr in der seitherigen
Weise entwerthet sein dürfen. Bis jetzt geschah dies so, daß auf
die Marken beim Datum des Cassationsvermerks der Monat in
Ziffern ausgedrückt wurde, z. B. 9./8. 81. Für die Folge muß
e8 heißen 9. August 1881. Bei Wechselstempelmarken, welche auf
den Wechseln nicht nach dieser Vorschrift entwerthet sind, tritt die
gesetzliche hohe Strafe der Stempeldefraudation ein.

Welchen Schaden die Wildseuche in den k. Parken
des jenseitigen Baierns anrichtete, geben folgende Zahlen Aufschluß:
Vom 22. Juni bis 22. Juli sind in den Revieren Forstenried,
Brünwald, Perlach 491 Stücke Edelwild, 86 Dammwild, 214
Schwarzwild, 264 Rehe; im Ebersberger Park (Revier Anzing,
Egiharting und Hohenlinden) 391 Stück Edelwild, 81 Dammwild,
140 Schwarzwild, 84 Rehwild, im Ganzen 1664 Stück oder
531 Proc. des Wildstandes eingegangen.

4 Das eidgenössische Schuͤtzenfest in Freiburg ist am
Mittwoch geschlossen worden, ohne daß ein deutscher Schütze daran
cheilgenommen hätte. Der deutsche Gesandte in Bern, General
d. Röder, hat mit dem diplomatischen Korps einen Besuch auf
dem Festplatze gemacht. (Die Deutschen blieben weg, weil Viktor
Tissot, der bekannte Verunglimpfer Deutschlands, in die Re⸗
daktion der Festzeitung berufen war.)

F Die üͤbergroße Hitze dieses Sommers hat sehr nachtheilig
auf den Gesundheitszustand einiger Truppentheile des deutschen
Heeres gewirkt. Typhus und Ruhr sfind in mehreren Regi⸗—
mentern verschiedener Garnisonen epidemisch aufgetreten und es sind
daher nach vorausgegangenen militärärztlichen Conferenzen allge—
meine Weisungen erlassen worden, theils, um den Ausbruch solcher
Krankheiten zu verhindern, theils den Krankheitserscheinungen wirk—
sam entgegenzutreten. In vielen Fällen ist eine Umqartierung der
betreffenden Truppentheile aus den Casernen in Bürgerquartiere
von günstigem Erfolge gewesen.

F In der Nähe der Station Lüttich fuhren am Montag
Abend 2 Güterzüge aufeinander, ein Mitglied des Zugpersonals
blieb sofort todt.

Warnung für das schöne Geschlecht. Die
unsinnige Sucht mancher Damen, sich ihr Kopfhaar goldblond zu
färben, hat dieser Tage in Berlin ein Menschenleben gekostet.
Fin 18jähriges Mädchen bekam, nachdem sie sich ihr schönes Haar
seit einiger Zeit goldblond gefärbt. vor etwa drei Wochen eine

Augenentzündung; am 4. ds. Mis. trat ein Herzschlag ein vr
endete das junge Leben.

Wie dem Magistrate zu Eisleben von der deutsche
Botschaft in Paris mitgetheilt wird, hat ein in Neuilly an de
Seine verstorbener Italiener der Stadt Eisleben, als dem Geburkz
yrte des großen Reformators Luther ein Capital von 200,000
Franken vermacht. Der Testamentsvollstrecker erhält für sein
Mühe das gesammte Mobiliar, das Silberzeug ꝛc. des Verstorbenen

F Die Nachrichten über Judenhetzen aus Pommer—
Jjaben eine traurige Erweiterung erfahren. Nach Privatberichten
aus Stettin, ist nun auch der Hauptstadt der Provinz Pommerr
der Schandfleck eines solchen Pöbelexcesses nicht erspart geblieben
kine nach Hunderten zählende Menge durchzog am Dienstag Aben
ärmend die Stadt und schickte sich an, Häuser und Läden jüdische
kinwohner zu stürmen. Die Polizei griff kräftig und umsichti
ein und nahm sofort einige 40 Verhaftungen vor. Der Tumul
vurde zwar augenblicklich unterdrückt, doch lebt die jüdische Bevölke
rung der Stadt in nicht geringer Angst und Aufregung, zumal di
die Stadt augenblicklich wegen der Manöver von Truppen ziemlid
ntblößt ist. Daß solche Vorgänge in einer der größten Städt
zer Monarchie am Sitze der Regierung und des Armeekorps
dommandos möglich sind, scheint doch auch selbst in höheren Re—
zionen, in welchen man bisher diese ganze Bewegung ziemlie
eicht genommen hat, ernste Bedenken hervorgerufen zu haben. In
wischen kommen bittere Klagen aus den Gemeinden derjenige
Städten Pommerns und Westpreußens, in welchen Judenkrawal
tattfanden, wegen der von den Stadtbehörden zufallenden Entsche
digungslast, welche sich an einzelnen kleinen Orten, z. B.
Schievelbein, bis zur Höhe von 150,000 Mt. steigert.

In der französischen Senegal⸗-Kolonie richtet de
gelbe Fieber noch immer große Verheerungen an. Am 4. Augu
hat es unter anderen Opfern den Admiral de Lanneau und o
3. August allein 80 Personen hingerafft.

FDer Wohlstand und die Sterblichkeit. In seinem neueste
Lieferungswerke „Aus der Werkstätte des menschlichen und thier
cischen Organismus“ bespricht Ferdinand Siegmund den Einflu
des Wohlstandes auf die mittlere Lebensdauer. Es lebten von
1000 Geborenen in deutschen fürstlichen und gräflichen Familie
nach fünf Jahren 943, nach zehn 988, nach fuͤnfzehn 911, nac
wanzig 886, nach fünfundzwanzig 832, nach dreißig 796. B
1000 Berliner Stadtarmen sind die entsprechenden Zahlen 65
598, 584, 566, 527, 486. Gei Dorfarmen wäre der Unterschi—
vahrscheinlich nicht so groß gewesen.)

FNr die Redatlion veramworitich — 9nes.
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Gebr. Böcking in Kaisers⸗
lautern. (A61985.)

—* sogar im
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5. 48 — 2353 *5x 83 53 5ẽ 22 JI 322 —X 3225 8 53833
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2525 ———— 533788 532 5z3* 2 —A 2533 32
32 37583378 3235 * 5—58 — 58 —— 5357 —X
7* 8 J 328228 2 — 8 * 2 24
235 3535 22333 332532 238 — B3238 558 —
55 536 33535* 32 25535* 3 —A * 325 53 2355 —
5253 53 3223 52— 533 — 53. 8 85
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        St. Ingberler AAnzeiger.
het Gt. Jugberter Anzeiger und das (⸗ nial wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
ze) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierieljährlich
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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
1881.

——

Deutiches Reich.

Wie ein Münchener Correspondent des „Pf. K.“ ver—

nimmt, wird der neugebildete Eisenbahnrath für das Königreich
gayern (bestehend aus 25 Mitgliedern, welche dieser Tage von
5 H. dem König auf die Dauer der drei nächsten Jahre er—
nnt wurden) in kürzester Zeit und jedenfalls noch vor dem Zu—
mmentritt der Kammern zu seiner erstmaligen Versammlung ein⸗
herufen werden. Nach der k. Verordnung vom 16. März Jl. J.
holl die Einberufung des Eisenbahnrathes durch die kgl. General⸗
irection der kgl. Verkehrsanstalten nach Bedürfniß, aber jedenfalls
wei Mal im Jahre erfolgen. Den Vorsitz im Eisenbahnrath hat
er Generaldirector der kgl. Verkehrsanstalten oder bei dessen Ver—
sinderung der Director der Betriebsabtheilung der Generaldirection
u führen.
38 der „Frf. Ztg.“ hat sich am 13. ds., wie schon kurz
zemeldet, Fönig Ludwing II. von Bayern in Begleitung
jeß ehemaligen Staatsanwaltes Freiherrn v. Hirschberg und eines
dieners von Linderhof, wo er erst drei Tagen vorher wieder ange⸗
ommen, nach Paris begeben, nachdem noch am Tage zuvor Cabi⸗—
zetssecretär Dr. v. Ziegler bis spät in die Nacht hinein Vortrag
tstattet hatte. Es wird nach den getroffenen Anordnungen in
mierrichteten Kreisen angenommen, daß König Ludwig — seiner
Jewohnheit entgegen — diesmal einen verhältnißmäßig längeren
lufenthalt in der französischen Hauptstadt, in welcher er stets das
trengste Incognito gewahrt wissen will, nehmen werde, so daß es
eht fraglich erscheint, ob er an seinem 36. Geburtstag, am 25.
Jugust, innerhalb unserer Grenzpfähle weilen wird. Nach der Rück⸗
ehr aus Paris gedenkt König Ludwig sich an den Chiemsee zu
degeben, um sich dort auf der Herren⸗Insel, die er zu Anfang
zorigen Jahres angekauft hat, von dem Fortgang der Bauarbeiten
an dem neuen Schloß, dem sogenannten Königsbau, zu überzeugen.
Wie Augenzeugen verfichern, schreitet der Bau, für dessen Vollend⸗
nung drei Jahre in Ansatz gebracht wurden, rüstig voran.

Die bayerischen Staatsanwälte und Regierungscommifsäre
ben nach der Frankf. Ztg.“ aus dem Justizministerium die Wei—
umg erhalten, den Besprechungen des Besuches des österreichischen
daisers beim Könige von Sachsen, Württemberg, dem Großherzoge
don Baden und beim Prinzen Ludwig in Amsee in der Tages—
resse besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Bekanntlich wurden
iese Besuche durchaus unbegründeter Weise mit angeblich bevor⸗
chenden Veränderungen in den höchsten Kreisen in Verbindung
itbracht.

Das bayerische Ministerium des Imern hat eine Ent⸗
hießung erlassen, in welcher mit Rücksicht auf die seit einigen
ahren außerordentlich hoch gestiegenen Gemeindes und Distrikts-
mlagen den Gemeindevertretungen und Distriktsräthen die äußerste
darsamkeit anempfohlen wird. Nach den im Jahr 1879 ge—
sogenen statistischen Erhebungen betrugen die in sämmtlichen Ge—
wenden des Königreiches im Jahr 1878 erhobenen Gemeindeum⸗
ien durchschnittlich 70, 13 pCt. des Steuersolles; von 8035
deneinden des Königreichs erhoben: 2550 Gemeinden bis zu 50
Ct. 2616 Gemeinden von 51 bis zu 100 pCt., 1615 Gemein⸗
den von 101 bis zu 200 pCt., 485 Gemeinden von 201 bis
u800 pCt., 141 Gemeinden von 8301 bis zu 400 pCt., 84
kmeinden von 401 bis zu 500 pCt., 51 Gemeinden über 500
t. Die Distriktsumlagen betrugen im Jahre 1878 durchschnitt⸗
d 28,65 pCi. des Steuersolles. Wenn auch in allerneuester Zei
züglich der Erhöhung der Gemeinde- und Distriktsumlagen eini⸗
amaßen Stillstand eingetreten zu sein scheint, so ist doch thun⸗
cste Minderung der Umlagen in den schwerbelasteten Gemeinden
d Distrikten Bedürfniß. Eine Herabminderung derselben sols
unch die Beschränkung der Ausgaben auf das absolut Nothwen—
he herbeigeführt werden und sind die Verwaltungsbehörden an—
wiesen, hierauf ihr besonderes Augenmerk zu richten.

In dem auf Weisung des Reichsgerichtes vom Untersuchungs⸗
hier des Berliner Landgerichtes gegen eine Anzahl Personen,
mentlich aus Süddeutschland, geführten Hochverrathsprozeß

die Verhandlung auf Mitte Oktober anberaumt.

Eine fette Ente hat die „Elberf. Ztg.“ in die Welt

flattern lassen. Nach dem rheinischem Blatte wäre in Berlin
heschlossen worden: Die Ginverleibung Homburgs in
Preußen und die Erhebung der alten Hansestadt zur zweiten Re—
sidenz. Es war doch in den letzten Tagen nicht übermäßig heiß!

Bismarck begab sich am 17. ds. von Berlin nach seinem
Familiengute Schönhausen, traf in der darauffolgenden Nacht
wieder in Berlin ein und reiste am 18. nach Varzin.

Ueber fünf Viertelstunden währte, wie nachträglich bekannt
wird, die in vor. Nr. gemeldete Berathung des Kaisers mit
dem Fürsten Bismarck. Dieselbe fand deßhalb in dem Palais
des Letzteren Statt, weil der Kaiser wegen seiner um 8 Uhr Nach—
mittags festgesetzten Abfahrt nach Potsdam den Fürsten zur ge—
vohnten Audienzstunde nicht empfangen und auch vorher nicht be—
stimmen konnte, wie weit ihn anderweite Geschäfte in Anspruch
nehmen würden. Die festgesetzte Zeit zur Abfahrt war indessen
längst überschritten, als der Kaiser die Unterredung mit dem Reichs—
kanzler beendete. und der Kaiser mußte daher einen späteren Zug
wählen. Man vermuthet allgemein, daß der Gegenstand der wich—
tigen Unterredung kirchenpolitische Angelegenheiten betroffen habe.

Vor einiger Zeit erhielt der deutsche Kaiser Drohbriefe.
Die Untersuchung hat ergeben, daß dieselben von einem achtzehn⸗
jährigen Hauslehrer, Namens Liedke in Elbing, einem
unreifen und überspannten Menschen, herrühren, dessen Kopf durch
Lesen sozialdemokratischer Schriften verwirri wurde.

In Sachen der im Kieler Hafen mit Beschlag belegten
Dampfer „Diogenes“ und „Sokrates“ richtet deren
Erbauer, Herr Howaldt, ein Schreiben an die „Weserztg.“
worin er mittheilt, daß die Schiffe ihm von einem Privatmanne
bestellt worden seien. Mit der peruanischen Regierung habe er
niemals das Allergeringste zu thun gehabt. Die Dampfer seien
als gewöhnliche Handelsschiffe gebaut, wofür die Bauart und die
Ausstattung deutlich sprächen.

Ausland.

Die hochoffiziöse Wiener „Montagsrevue“ bezeichnet die süd—
dentsche Reise des Kaisers von Oesterreich als eine neue
Bekräftigung des österreichisch-deutschen Freundschaftsbundes.

Die frauzösische Regierung richtete an alle Präfecten ein
Rundschreiben, in dem sie das zu Wahlzwecken verbreitete Gerücht
bon einer theilweisen Mobilisirung der Armee für unbegründet erklärt.

Das englische Oberhaus nahm nach kurzer Debaite die
irische Landbill, wie dieselbe aus der Berathung des Unterhauses
—D
zufrieden mit den Aenderungen, überläßt aber dem Unterhause die
Verantwortlichkeit für die Bill. (Damit wäre nun der Konflikt,
welcher zwischen den beiden gesetzgebenden Körperschaften Englands
ausgebrochen war und der fast einen Kabinetswechsel herbeigeführt
haben würde, beigelegt, nachdem das Unterhaus, durch Zureden von
Seiten Gladestone's bestimmt, in wesentlichen Punkten dem Ober—
haus nachgegeben- hat. Die irische Landbill wird hoffentlich zur
schleunigen Herbeiführung besserer Zustände in dem beklagenswerthen
Irland beitragen.)

Nach der Erklärung der Aerzte vom 17. Aug. giebt der Zu⸗
stand des Präsidenten Garfield mehr Hoffnung. Er schlum—
mert ruhig: der Zustand des Magens ist besser.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 19. August. Zu Ehren des Aller—
höchsten Geburts-und Namensfestes sindet nächsten
Donnerstag, 25. ds. Mts., im Gasthause „Zur Post“ dahier ein
Festessen statt.

* GBesitzwechsel.) Das in der Kohlenstraße gelegene Wohn⸗
haus (mit Ladenlokal und Garten) des Hrn. P. J. Woll, Kauf—
mann, wurde bei der gestrigen Versteigerung um die Summe von
10.200 M. von Hrn. Joseph Neumann erworben.

*— Dieser Tage wurde den Mitgliedern der „Dick-Stift—
ung“, des Pfälzischen Hilfsvereins für Geisteskranke, der erste
Jahresbericht über das Jahr 1880 zugestellt und zugleich von den⸗
selben der gezeichnete Beitrag für das laufende Jahr erhoben. Der
Restand dieses so wohlthätig wirkenden Vereines setzte sich schon
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        am Schlusse des Vorjahres aus 1887 Mitgliedern mit einem
Jahresbeitrage von 2831 M. 50 Pf. zusammen, wozu noch ein⸗
malige Beiträge in der Höhe von 3170 M. 46 Pf. kamen, so
baß sich die Gesammteinnahme des Jahres 1880 auf die stattliche
Summe von 7021 M. 96 Pf. beläust, incl. eines dem Vereine
geschenkten Grundstockes von 1000 M. Die Wirksamkeit des Ver—⸗
ues im Jahre 1880 konnte sich, da die Constituirung erst spät
Monat November) erfolgt war, natürlich nicht mehr weit erstrecken.
Im Ganzen hatte der Verein Ausgaben von 402 M. 20 Pf., da⸗
dei Unterstützungen an 8 Pfleglinge der Kreis⸗Irrenanstalt oder
deren Angehdrige im Betrage von 165 M. Der Jahresbericht
enthält u. A. auch einen sehr beachtenswerthen Aufsatz des Direk⸗
lorz der pfälz. Kreis⸗Irrenanstalt über die frühzeitige Verbringung
Gemülhs⸗ und Geisteskranker in eine Heilanstalt. Besonders wird
darin im Interesse der Armen und Gemeinden auf den 8 20 der
Satzungen für unsere pfälzische Irrenanstalt aufmerksam gemacht,
der also lautet: „Unvermögende, als heilbar aufgenommene Kranke
derden in den ersten neun Monaten gänzlich aus Kreisfond ohne
irgend einen Beitrag von Seiten der Gemeinden verpflegt, wenn
das Aufnahme⸗Gesuch in den ersten drei Monaten der Krankheit
eingereicht und von der erfolgten Aufnahme⸗Genehmigung längstens
innerhalb eines Monates Gebrauch gemacht worden ist.“ —. In
unserer Stadt zählte die „Dickstiftung“ im Vorjahre 47 Mitglieder
mit einem Gesammtjahresbeitrage von 128 M. Hoffentlich erhalten
dieselben auch in Zukunft das dem Vereine bewiesene Wohlwollen.
Mochten aber auch noch andere Personen dem jungen Vereine, der
ja den edlen Zweck hat, der ärmsten Menschenklasse, den Geistes-
franken, helfend zur Seite zu treten, ihre werkthätige Theilnahme
zuwenden, indem sie die Mitgliedschaft zu demselben erwerben.

p Dieser Tage wurde in Kaiserslautern eine Wette
ausgeführt, deren Zielpunkt Forsthaus Johanneskreuz war.
Prof. G. unternahm die Aufgabe, innerhalb zwei Stunden in ge—⸗
wöhnlichem Marsche von da nach Johanneskreuz zu gehen. Um
7 Uhr begann der Abmarsch unter Kontrole in Kaiserslautern, und
uͤm 8 Uhr 58 Min. war das Ziel erreicht, die Wette somit ge⸗
wonnen. Zwei andere Kaiserslauterer Herren waren um 52/3 Uhr
daselbst weggegangen und um 812 Uhr auf Johanneskreuz, also
kurz vor dem Wettenden, angekommen. Die Kontrole wurde außer⸗
dem noch von Herrn Oberforster Albrecht geübt, dem der Wett⸗
kaͤmpfer eine in Kaiserslautern versiegelte Ühr gegen Ankunftsbe⸗
scheinigung vorzeigte.

Die am Sonntag in Neustadt tagenden Thierärzte
haben sich einstimmig gegen das rituelle Schächten der Thiere bei
ben Israeliten ausgesprochen und die Verwerthung des Blutes der
auf solche Weise getödteten Thiere als menschliches Nahrungsmittel
als unstatthaft bezeichnet.

Die diesjährige Versammlung des p fälzischen Forst—
vereines findet am 8. und 4. September Ifd. Irs. zu
Kandel statt.

FAm' 11. Aug. schenkte die Ehefrau des Fabrikarbeiters Ja⸗
kob Kilhas in Gebweiler diesem drei Söhnchen und eine
Tochter, und befinden sich Mutter und Vierlinge ganz wohl. Kil⸗
has ist jetzt innerhalb 8 Jahren glücklicher Vater von 11 Kindern.
Herr, halte ein mit diesem Kindersegen! könnte er jetzt beten.

p In der „Frankenthaler Zeitung“ empfiehlt Einer, die ge—
fangenen Feldmalse nicht wegzuwerfen, sondern sie zu braten. Er
berichert, daß sie delicat schmecken, man solle es nur einmal pro—
hir. Einen Jagdschein braucht man für die Mäusejagd nicht —
jetzt wenigstens; vielleicht kommt's später auch noch.

Am 8. und 9. August unterzogen sich 28 Mädchen in
der Aula des humanistischen Gymnasiums zu Speyer einer
Prüfung, um sich die Qualität für den niederen Privatlehrer⸗Be⸗
ruf zu erholen. Unter denselben war, was in unserer Pfalz noch
nicht dagewesen sein möchte, eine Lateinschülerin, Emma Becher, von
Speyer. Letztere hat sich in mühsamster ausdauerndster Weise ohne
Lehrer und besonderen Unterricht einzig durch Privatstudium die
Kenntnisse im Lateinischen erworben, die von einem Schüler der
fünften Klasse der Lateinschule gefordert werden. Es ist dies um
so staunenswerther, da sie Goubernante in England ist und als
solche nur die späte Nachtzeit für das Studium des Lateinischen
erwenden konnte. Ihre schriftlichen Exercitien schickte sie zum
Korrigiren nach Deutschland und ließ sich dieselben von da wieder
zurücksenden. Ehre solch tüchtigem Streben!

— Die gegenwärtig herrschende für den Monat August etwas
zu kühle Temperatur hat die Hoffnung der pfäl zischen Win—
zer auf einen „Doppelkometenwein“ etwas heruntergestimmt, ob—
wohl ein Grund zu ernstlichen Besorgnissen bis jetzt noch nicht
horliegt.

Was die muthmaßliche Güte des diesjährigen Weins
betriffi, so wird dieselbe von Sachverständigen über die des 68er
und 6her Jahrganges gestellt. Man muß bis zum Jahre 1846
zurückgreifen, um ein gleich gutes Weinjahr zu sinden. Aeltere
deule wrähnen auch den 1834er und 1822er und meinen, wie

ie „Ggwi.“ schreibt, der diesjährige müsse auch diese Jahrgan,
ibertreffen. J

'In Mannheim ist am 16. ds. die Chininfabrik qu
dem Jungbusch fast vollständig niedergebrannt.

F Auf der allgemeinen Patent- und Musterschutze Ausstellm
u Frankfurt a. M. findet nach einem Bericht der Nein
hadischen Landeszeitung“ die Ausstellung des Eisenwerks Kaisen
autern große Anerkennung. Namentlich interessirt eine Kolletii
erschiedener Oefen. So wird gerühmt ein Zimmerschachtosen
essen Bedienung außerhalb des Zimmers erfolgt, was für Sau⸗
zäuser, Krankenhäuser, Sitzungssäle ꝛc. von Wichtigkeit ist. Ditse
Ifen gestattet d ie Verwendung jeden Brennstoffes und erlaubt d
sKachfüllung, ohne den Gang der Verbrennung zu stören. ch
gfälzer Schachtfüllofen vereinigt die Vortheile der Schachtfeuermp
nit denen des Füllofens, ein Schmölcke-Ofen gestattet gleich de
orerwähnten Oefen eine stetige Einführung frischer erwärmi
ruft und eine kontinuirliche Entfernung der verbrauchten. Er
dilscher Säulenofen empfiehlt sich besonders für solche Räum
do man eine gleichmäßige Erwärmung des Fußbodens wünsch
Ferner bringt die Ausstellung einen Centralschachtofen für Lus.
seizungen und Trockenanlagen, welcher sich durch einfache un
raklische Konstruktion auszeichnet. Einem „Schwatlo“-Centralofn
verden folgende Vorzüge nachgerühmt: größte Leistungsfähigke
weckmäßige Konstruktion des Apparates, selbstthätige Beschidum
nittels der Schachtfeuerung, vorzügliche Reinigungseinrichtung.

In Gewenheim GElsaß) hat sich eine bejahrte, in gub
Bermoͤgensverhältnissen lebende Frau, welche schon längere 80
geisteskrankt war, mit einem Messer den Leib aufgeschlitzt undd
hedarme herausgerissen. Dieselbe glaubte nämlich, den Anticht
m Leibe zu haben, und um denselben zu entfernen, verübte sied
zrausige That. Ihr Tod ist bald nachher erfolgt.

FIm „Bahyerischen Centralpolizeiblatt“ ist ein Gutsberwalt
Freiherr Phil. v. Thüngen von Obermenzing wesqr
irkundenfälschung steckbrieflich ausgeschrieben.

In Kissingen hat Fürst Bismarck dieses Jahr 4
Bäder genommen, was er sonst in keinem Jahr gethaͤn, und su
er mit dem Erfolg seiner Kur verhältnißmäßig ganz zufrieden seit
Bor der Abreise wurden die bayerischen Beamten, der k. Poli
ommissär von München und der k. Telegraphenbeamte von Wun
zurg, mit werthvollen Andenken überrascht, ebenso wurde die Dien
chaft mit Geschenken reichlich bedacht.

Gettler aus Passion) Der Rentier F. in Berln
ein sehr reicher Mann, hatte vor vielen Jahren schon im Thie
Jarten fast täglich einen Bettler gesehen und ihm stets ein kleins
Almosen gegeben. Später war dieses Almosen bis auf täglich 3R.
pf. erhöht worden, und holte der greise Bettler sich dasselbe stet
ur Mittagszeit von F. ab. Gleichzeitig erhielt er dort ein Mi
agbrod. Plötzlich, vor einigen Monaten, blieb der Alte weg mm
var nicht mehr aufzufinden. Kürzlich nun erhielt Herr F. vo
Bericht die Mittheilung, daß der Bettler verstorben und ihn, seine
angjährigen Wohlthäter, zum alleinigen Erben seiner Hinterlass
chaft im Betrage von 31,000 Mark eingesetzt habe. Die Uebe
raschung des Erben möge sich der Leser selbst ausmalen.

Am 12. August verunglückten auf dem Asphaltwerke de
englischen Gesellschaft bei Li m mer in Hannover 5 Berglen
zurch Verschüttung. Nachmittags sind die verstümmelten Leichno
den Hinterbliebenen ausgeliefert worden.

F (Gestörte Hochzeit.) Aus Joinville-le-Pont wi
Folgendes geschrieben: „Ein angesehener Mann unserer Stu
eierte am Donnerstag auf seinem Landgute am Ufer der Man
eine Hochzeit. Ein großes Diner war bestellt und die Gäste
varteten gerade das Signal, sich zur Tafel zu begeben, demn;
dermählten Paare den Vortritt lassend. Die Braut hatte ic
die Schwelle des Speisesaales überschritten, als sie ohnmächtig
Boden sank — an einm der Fenster des hellerleuchteten So
hzing die Leiche des ersten Brautführers. Der unglückliche 4
Mann war 19 Jahre alt und gehoörte einer der ersten Fam“*
in. Bei seinem Couvert auf dem Hochzeitstische fand man *
genden Zettel: „Ich liebe die Braut und tödte mich, weil ich
richt ertragen kann, sie in den Armen eines Andern zu sehen.“

Aus Zürich, 13. August schreibt man der „Frkf. 3.
Bei der Ankunft des Zuges der Arth-Rigi-Kulmer-⸗Bahn in A
reignete sich heute ein Unfall, welcher von den verhängnißvolls
jolgen für die Betheiligten hätie sein können. Die Lokomon
ntgleiste und fiel in einen Abgrund, die Waggons blieben glü—
icherweise auf dem Geleise und konnten zum Stehen gebrae
verden. Die Passagiere kamen mit einem allerdings nicht geringe
-Zchrecken dabou.“

(Ein Meteor als Brandstifter.) In der Nad
hom 2. zum 3. d. Mts. brannte die Scheune eines Ackerhofes
Dutru'p in Jütland nieder und der Eigenthümer des Hoh
wurde nebst seiner Frau trotz aller Unschuldbetheuerungen als
—XDD
hard es bekaͤnnt, daß mehrere Fischer in der erwähnten Nacht b
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        ——

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        *
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c
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        Limfjord aus das Niederfallen einer Feuerkugel und unmittelbar
sarauf den Ausbruch einer Feuersbrunst in der Richtung von
Zuülrup bemerkt hatten. Die beiden Verhafteten wurden natürlich
ofort freigelassen.

p Ueber den Arlbergtunnel, welcher auf der Arlberg⸗
zahn die Verbindung zwischen Tyrol und dem Lande vor dem Arl—
Ferg herstellt, bringt das „Wiener Tageblatt“ folgende Angaben:
In vier Jahren hofft man mit dem Tunnel fertig zu sein. Der—
albe wird eine Lünge von 10270 m haben; der Gotthardtunnel
st 14900, der des Mont-Cenis 12833 m lang. Am Goithard
ostete der Meter 4000, am Mont⸗Cenis 25001 beim Arlberg
laubt man mit 1500 Gulden zu reichen. Die Gesammtbaukosten
8 Arlbergtunnels sind auf rund 17 Millionen Gulden berechnet.
der Eingang des Tunnels auf der Tyroler Seite bei St. Anton
segt 1302 mn hoch, der Eingang auf der Westseite in Vorarlberg
214 m.

GEin schon im grauen Alterthum geplantes Unternehmen hat
etzt Aussicht auf Verwirklichung: Die Durchstechung der Lan d⸗
saͤge von Korinth. Herr Lesseps hat die Concession
ur Anlegung eines Kanals durch den Isthmus von der griechischen
Regierung erlangt.

dawaische Poesi. Den Abschied des Königs
David Kalakaua von seiner königlichen Ehegemahlin, der Frau Ka⸗
olani, hat ein rückwärtsschauender Prophet des „N. Wiener
Zageblatt“ in die folgenden zierlichen Reimlein gebracht:

Sie: Kalakaua — schau' ka Frau a —
Bleib' mir treu und bleib gesund!
Er: Kapiolani — um Di wan' i —
Wann i fort bin, jede Stund!“
die Wahrheit soll dieser schönen Dichtung leider nicht ganz ent—
prochen haben.

ꝓ Um das Ungeziefer der Hühner zu entfernen, welches im
bommer manchmal höchst lästig wird, wobei dann die Thiere ent—
hieden leiden, lege man Abends einige frische Erlenzweige in den
Ftall, wohin sich das Ungeziefer vielleicht des eigenthümlichen Ge—
achs der Erlen wegen begibt. Am Morgen werden sie vorsichtig,
hne zu schütteln, herausgenommen und rasch ins Wasser geworfen,
Zer, noch besser, verbrannt.

Marktberichte.

Zweibrücken, 18. August ( Fruchtmittelpreis und Viltualienmarkh).
Weizen 12 M. 49 Pf., Korn 00 M. 75 ßpf., Gerste zweireihige 8 M. 95 Pf.,
erreihige d M. — Pif., Spelz 7 M. 560 Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
intel M. ppf., Miischfrucht O M. 67 Pf., Hafer 7 M. 48 Pf.,
rtbsen — M. — pf., Wicken d M. 7 Pf., Kartoffeln 5 M. — Pf.,
deu 8 M. 90 Pf., Stroh 8 M. 10 Pf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 60 Pf.
rnbrod 8 Kilogt. 71 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 100
zr.6 Pf. Kindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammeisleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.z Butter /2 Kilogr. 1 M. 8 Pf.,
Vein ILuer 80 Pf., Vier1 Liter 24 Pf.

Homburg, 17. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
2 M. 117 PfKorn d M. 82 pf., Spelztern — M. — Pf. Speiz — M.
pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
M.' 34 ps., Mischfrucht 10 M. — Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
M. — ßpf., Bohnen 0 M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
— Hammelsleisch 60 Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1M. 05 Pi., Kartoffeln per Ztr. — M. — Pf.

Kaiserslautern, 16. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weigen i1 M. 80 Pf., Korn 8 M. 814 f. Spelztern — M. — Pf. Spelz
M. 62 Pf., Gerste 9 M. 33 Pf., Hafer 7 Me a Erbsen F M.
— Rideno WMyf. xinse —EAKKleesamen 50, M. —
o Sehebrode pPfundsd t, ——
AI F *r —— Slun pf
—VD—— . — Pf. Stroh 0O M. — Pf. He *
b heno pf vi ß Pif. Heu o M.
Für die Redaltion verantwortlich: J. X. Deme tz.

—————
Angesichts des bevorstehenden Quartalswechsels wollen wir nicht unter—
assen, unsere Leser wiederholt auf das „Deutsche Familienblatt“ aufmerksam
u machen, das im raschen Fluge die Herzen unserer Leserwelt sich erobert
jat und in seinem Bildertheile mit glücklichem Gelingen bestrebt ist, das
Bolksthümliche im Rahmen der Kunst zu bieten. Die uns
orliegenden letzten Nummern 80 bis 32 (in der mit Oktober den neuen
sahrgang beginnenden 14tägigen 80 Pf.Heftausgabe entsprechen den genann—
en Nummern die Nr. 48 bis 45) bezüglich ihres reichen Inhalts näher zu
zetailliren, gestattet uns leider der Raum nicht. Nur das allerwichtigste!
zunächst brachten sie den Schluß des mit titanischer Kraft geschriebenen
hannenden Romans Mehalah, ferner die humoristische Novelle „Der Sanges⸗
ruder“ von K. Heigel und endlich den Beginn der anmuthigen Erzählung
Hedwig“, deren Verfasser, Heinrich Seide!l, uns schon früher durch seine
ostliche Novelle, Die Schleppe“ sowie durch den originellen „Leberecht Hühn—
hen“ erfreute und außerdem in Nr. 30 mit dem lieblichen Idyll Im Korn⸗
eld“ vertreten ist. Von dem übrigen textlichen Inhalte seien hervorgehoben:
utschmann's frische uud bildergeschmüctte Schilderung des jüngst in
Ahenburg ob der Tauber veranstalteten Festspiels, Lassens Artikel über
dadagaskar, des berühmten Dramatikers Albert Lindners Notizen über
halespeare's Handschrifi mit Abbildung der einzig noch existirenden Schrift⸗
je des Dichterfursten, H. Klingenbergs Aufsatz über Kinderferienkolonien,
nut Porträt Bions, des Begründers derselben) und endlich in Nr. 81 Otto

dirmse's Artikel über die deutsche und franzdfische Modeindustrie — ein
nergisch aber objektiv gehaltener Mahnruf an Deutschlands Frauen, ihren
velschen Gelüsten zu widerstehen und ferner iur Geld in Deutschland, anstatt
n Paris anzulegen. Letzterer Artikel weiß zugleich überzeugend darzulegen,
aß unsere deuische Modeindustrie sich keinesfalls mehr vor der französischen
u verstecken braucht, im Gegentheili Daß dabei Jaluzot's Grunderspekulation
uf die Börsen deuͤtscher Frauen einen gebührenden Hieb bekommt, war jelbst⸗
berständlich. Da der Autor redaktionell am Deutschen Familienblatt thätig,
o hoffen wir, daß der beregte Artikel, dessen zundende Wirkung sich sofort
zurch Nodrud in vielen politischen Blättern bestaͤtige, noch recht viele andere
im Gefolge haben wird, in denen es dem Verfasser und von gleichem Strebert
Heseelten Mitarbeitern gelingen möge, mit gleicher Grundlichkeit die Interessen
der deutschen Industrien zu vertreten und dem dei des deutschen Michels Nach—
olgerschast schmählicherweise entstandenen Vorurtheile entgegen zu wirken, als
dnne nur französische oder englische Waare Anspruch auf Preiswürdigkeit
Reuheit, Eleganz und Gediegenheit erheben. Daß wir trotz alledem noch viel
bon den Franzosen zu lernen haben, hat der Autor gerechierweise zuzugesteherr
nicht verabsäumt.
Bekannkmachung.
(Die Preisevertheilung beim pfälzischen Landgestüte zu Zwei—
brücken pro 1881 betr.)
Die Vertheilung der Preise an die Eigenthümer der schönsten
in der Pfalz gezogenen, sowie zur Nachzucht verwendeten Pferde
wird für das laufende Jahr

Sountag, den 25. September 1881, Vormittags 11 Uhr,
im Gestütshofe in Zweibrücken stattfinden.

Die Musterung und Auswahl der zur Preisbewerbung ge⸗

brachten Pferde wird am vorhergehenden Tage
Samstag, den 24. Septeinber l. Is., Vormittags 8 Uhr,
obendaselbst durch die hiezu ernannte Kommission erfolgen.

Zur Vertheilung gelangen folgende Preise:

J. I0 Preise für 42 jahrige Stuten, welche das erste Ma
trächtig gehen:
I. Preis 170 M 6. Preis 90 M
A 7. „ 70 ,
3. 130, 8. 60,
4 120; 9.3 50
5. 110, 10. 40 ,„
zusammen 990
II. 10 Preise für Stuten, welche früher schon einen Preis
erhielten und mit einem Fohlen vorgeführt werden:
1. Preis 100 M 6. Preis 50
2. u 90 n 7. u 45 n
3. 80 ⸗ . u 35 u
4. n 70 u . u 30 n
5. 60,„ 10. 25
zusammen 585 M.
II. 15 Preise für Stutfohlen:

I. Preis 90 A. 6. Preis 40 A
2. J 80 u 7. u 35 u
3., 70, 8. 30,
4. 60 u 9. u 25 u
5. 50, 10. 20,

11. Preis 20 M
12. , 20,
13., 20,
14. 20 J
15., 10,
zusammen 590
IV. 4 Preise für Hengstfohlen:
1. Preis 70 4 3. Prec 560 .
2. 608, 4., 40
zusammen 220 A J
veitnreise im Betrage von 10c15 A, nach dem Er
cowie iür Medaillen 185
7

messen
Für die Bewerber sind nachfolgende Bedingungen festger

a) die Mutterstuten müssen von Haupt- und Erbfehlern fte
ind gut gehalten sein, von Beschälern des Landgestüts trächtig geher
ind das vierte Jahr bereits zurückgelegt haben;

b) Fohlen können konkurrieren wenn sie auch von Privatbe—
chälern abstammen. Hiebei wird bemerkt, daß Stut- und Hengst—
ohlen vor zurückgelegtem zweiten Lebensjahr nicht zur Preisbe—
werbung zugelassen werden;

c) von den zur Konkurrenz bestimmten Pferden muß nachge—
wiesen werden, daß sie ansässigen Personen der Pfalz angehören,
vas durch ein Zeugniß des betreffenden Bürgermeisteramtes bei der
Experten-Kommission darzuthun ist.

Speyer, den 30. August 1881. J
Königlich Vayerische Regierung der Yfalz,
Kammerdes Innern,

v. Braun,
k. Regierungs-Präsident.
eoll. Schild,
k. Reg.«Sekretär.
        <pb n="514" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Montag, den 22. August
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Peter Heusser,

wird durch den unterzeichneten
Amisverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
die nachstehend beschriebene Lie—
genschaft, wegen nicht Bezahlung
des Erwerbspreises, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
steigerung, öffentlich an den Meist⸗
bietenden versteigert, nämlich:

Plan Nr. 210, 70 qm. Fläche,

Wohnhaus mit Hofraum
und Felsenkeller in den
Hobelsgärten und Plan
Nr. 437923, 17 qm. Weg
in den Gassengärten, U
Antheil, das Ganze gelegen
zu St. Ingbert an der
Blieskasteler Straße.

St. Ingbert, 5. August 1881.
sd. Auffichneider
Amtsverweser.

—
nꝰzoige.

Bis Anfang September
beabsichtige ich hier einen
ITauzunterricht
zu eröffnen.

Bedingungen und Unterzeich
nungsliste liegen bei G. Ch.
Kayser offen. 9

Achtungsvol

A. Beutel, Tanzlehrer.
St. Ingbert im August 1881.
Ee kleine Wohnung ist
—

IJ. Reidiger, Mühleneck.
Einige junge
Mädechen

*natmann's
Krieger-

Véréein.
8Nid

Zur Feier des Geburts-⸗ und Namensfestes Sr.
Majestät des Königs Ludwig II.
indet am Donnerstag den 25. August von 8 Uhr Abends ab
bei Oberhauser ein

— —

1

Agegen Magenleiden, Magen⸗
hwäche, Magenkrampf, Magenver⸗
chleimung, Kolik, Diarhöe, Verstopf⸗
ung, Schwindel, Kopfschmerz, ꝛc,
2. gegen Husten, Catarrh, Catar⸗
halfieber, Brustverschleimung ꝛc., 8.
zegen Gicht, Rheumalismus, Stei—
igkeit der Gelenke ꝛc; altbewährte,
ausendfach erprobte Hausmittel, (die
in keiner Familie fehlen sollten,)
welche man sich mit geringen
Kosten selbst bereiten kann,
theile ich Allen, welche ein frankir⸗
es Couvert einsenden, kosteufrei
nit.

B. Becker, Seesen⸗Vraunschweig.

katt, wozu anßer den Mitgliedern auch die durch den Vereinsdiener
besonders eingeladenen EGinwohner Zutritt haben.
Der Ausschuß.
ITTD IPIht
—ITLLLILIIII LIPIPhtb
ranzösisches Journal englisches Journal für italienisches Journal
für Deutsche, Deutsche,. für Doutsche,
mit erläanternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire und
vervollkommneter Aussprachebezeichnung des Englischen und Italienischen.
Heérausgegeben und redigirt von Enmil Sommer.

Vorzügliehsto und wirksamste Hilfsmittel bei Erlernung obiger drei
Sprachen nament ieh für das Selbststudium und bei Vorbereitung auf
Sxamina (Pinjũhrig- Freiwillige); z2ugleich anziehendste und erfolgreiehste
ranz., engl. und ital. Leetüre 2ur Uebung und Unterhaltung, dureh die
esondere Einrichtung dieser Journale schon bei den bescheidensten
Tenntnissen in erspriessliebhtter MWeise verwendbar. Gründung des
NXIERPRBEVIP, IJ. Inni 1877; des INPERPRETEMK, I. Jan. 1878 und
les italienischen INTBRPREVE, I. Jan. 1880, und sei- daher leteterer
als neueste Erscheinung auf diesem Gebiete gans besonderer Aufmerk-
zamkeit empfohlen. Durch ihren praktischen und wissenschaftlichen Werth
xrfreuen sich sämmtliche drei Journale einer ganz ausserordentlichen, die
iussersten Grenzen Doutschlands und Oesterreich-Vugarns imtfassenden
und im Auslande sich bis Ostindien und Amerika erstreckenden Ver-
breitung. Inhalt der drei Journale völlig verschieden: Tagesgeschichte,
populürwissenschaftliche und vermischte Aufsütze, gediegene Novellen,
nteressante Processe ete. ferner enthält jede Nummer eéinen deutschen
Artikel zum DUebersetzen in dio betr. Sprache, dessen mustergiltige Deber-
ragung hierauf zur Selbsteorrerctur in der näehsten Nammer folgt.
Wöchentlich eine Nummor. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
der Post, dem Buehhandel oder direct, nur 1 M. 75 Pf. (1 H. 5 Kr. v.
W., 2 fr. 50). Preis eines einzelnen Monates direct 60 Pf. Probenum-
mern GRATIS. Inerate (à 26 Pf. die Aspaltige Petitreilej von er-
lolgreichster Wirkung.

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—
2 260

59 *

8*

2205

—

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5
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2

2

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2

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2

— 2

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—

angelegentlichst zu empfehlen.

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Dder St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. ESonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich vViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementspreis betragt vierteljahrlich

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mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrift ober deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—

Sonntag, den 21. August
1881.
Deutsches Reich.

Aus München, 16. Aug. schreibt man dem „Frk. Kur.“:
Die Areise Sr. Maj. des Königs nach Paris hat nicht Statt
zefunden. Ob die voreiligen Nachrichten in der Presse mit daran
schuld waren, daß der Plan aufgegeben wurde, vermögen wir nicht
zu beurtheilen.“

Nachrichten aus Berlin vom 18. Aug. zufolge ist der Termin

tür die Reichstags-Wahl auf Montag den 17. Oktober fest⸗
gesetzt.
Dem Reichstag wird in seiner nächsten Session ein Gesetz⸗
entwurf zugehen, welcher nach Analogie des Gesetzes über die Pen⸗
ionen der Wittwen und Waisen von Reichsbeamten, auch den
hinterbliebenen der Offiziere und Beamten in Heer und Marine
die gleichen Wohlthaten zu Theil werden lassen soll.

* In der Abschiedsaudienz, welche der deutsche Kaiser
dem nordamerikanischen Gesandten Mr. White auf Schloß Ba⸗
belsberg ertheilte, nahm der Kaiser Gelegenheit, seine lebhafte
Theilnahme an dem schweren Schicksale des Präsidenten Garfield
auszudrücken. Die Andienz schloß mit dem Wunsche des Kaifers,
daß die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und den Ver—
einigten Staaten dauernd so intime bleiben möchten, wie sie seit
Friedrich U. immer gewesen seien.

Vermischtes.

*St. In gbert, 20. Aug. Vorgestern Nachmittag wurde
von Hrn. Cafetier Ober hauser auf der Jagd bei Alschbach eine
Brieftaube geschossen. Dieselbe trägt auf einer Feder des
linken Flügels den Stempel des Brieftaubenvereins Gent

A.St. Ingbert. Wie den Lesern dieses Blattes wohl
Hekannt ist, herrschte im letzten Jahre besonders unter den im be—

zachbarten Spiesen woͤhnenden Bergleuten eine ungewöhnlich
tarke Auswanderungslust. Viele, von rosigen Berichten aus der
jeuen Welt angelockt, verließen mit Weib und Kind ihre alte
Heimath, um jenseits des Ozeans ein Glück zu suchen, das sie,
vie fie glaubten, bei uns nicht finden konnten. Daß gar Manche
att des erhofften Glückes das Gegentheil fauden und nun sich
und ihre Familien bitterer Noth und großem Elende ausgesetzi
sehen, beweist ein Brief, den vor Kurzem einer dieser Ausgewan⸗
derten aus Amerika an Bekannte in Spiesen schrieb. Der Mann,
der sich immer durch Fleiß und solide Lebensführung auszeichnete
und dem die größte Glaubwürdigkeit nachgerühmi wird, warnt auf
das Eindringlichste alle verheirathelen Bergleute, so auf das Ungewisse
hin mit der Familie nach Amerika auszuwandern. Seine eigene
Lage schildert er als eine höchst traurige. Er hat vor, wieder zu⸗
rückzukehren, sobald er dazu im Stande ist. Wie uns mitgetheilt
wird, hatte der Brief bereits die gute Wirkuug, daß Andere, die
ebenfalls auszuwandern gedachten, diese ihre Gedanken fallen ließen
und vorziehen zu bleiben, wo sie sind.

— Die israelitische Cultusgemeinde Lan dau hat dem „Eilb.“
zufolge zum Zwecke der Erbauung einer neuen Synagoge ein zu
3 Proz. verzinsliches Anlehen von 70,000 Mk. bei der Firma
H. Menner und Cie. daselbst aufgenommen.

Dem Beispiele mehrerer Bahnen folgend, ist auch die Direc⸗
tion der pfälzischen Bahnen gewillt, die Personenwagen
3. Klasse mit Fenstergardinen zu versehen. 00

Durch Se. Excellenz k. Staatsrath und Regierungsprä⸗
identen der Pfalz, Herrn v. Braun, wurde dieser Tage dem
ofälzischen Gewerbemuseum ein kostbares, altorientalifches Bronce⸗
»ecken übersandt, in reich ornamentirter maurischer Zeichnung, zum
Theil mit Silberstreifen plattirt und mit Türkifen besetzt, das seine
kgl. Hoheit Prinz Kudwig von Bayern, in Erinnerung an
dessen Besuch am 1. Juni d. J., den Sammlungen des Museums
zur Ergänzung der Bronce-Gegenstände und als Vorbild zum Ge⸗
chenke zu übermachen geruhte.

F.Der zweite große Komet dieses Jahres ist nun
ebenfalls dem unbewaffneten Blicke kenntlich geworden. Seine
größte Helligkeit wird er bis 26. August entwickeln. Aufang näch—⸗
sten Monats wird er unseren Blicken entschwinden.

F Der Quellenfinder Joseph Beraz in München
hat wieder eine glänzende Probe seiner merlwürdigen und segens⸗
reichen Fähigkeit abgelegt. Gutsbesitzer Gerbel in Rorschach
am Bodensee ließ auf Beraz' Versicherung hin bohren, und richtig
wurde in einer Tiefe von 120 Fuß Geraz hatte 140 angegeben)
die bezeichnete sehr ergiebige Quelle gefunden, deren Wasser über
die Erdoberfläche emporsteigt. J

— Zu der im nächsten Jahre in NuUrn ber g ubzuhallenden
Bayerischen Landes-Industrie-Gewerbe⸗ und Kunst-Ausstellung sind
zis jetzt 2025 Anmeldungen eingelaufen. Die von Sr. Maj. dem
dönig gewährte Subvention von 25,000 Mk. hat in der Weise
Verwendung gefunden, daß 440 Gesuche um Erlaß oder Ermäßigung
der Platzmiethe berücksichtigt wurden. Kollektiv-Ausstellungen aus
der Pfalz sind angemeldet von den pfälzischen Weinproducenten,
den Tuchfabrikanten in Lambrecht und den Schuhfabrikanten in
Pirmasens.

Eine Blutvergiftung durch Hektographirtinte,
welche in einem Bureau zu Ber lin in Folge geringfügiger Ver⸗
letzung eintrat, machte eine Amputation der linken Hand erforder⸗
lich und mahnt deßhalb zur größten Vorsicht!

F Wie sonderbar manche Ehe entsteht, zeigt das Beispiel ei⸗
nes Pärchens in Berlhin. Der Mann ist 24 und die Frau 78
Jahr? alt; beide leben seit drei Jahren in schönster ehelicher Ge—
meinschaft. Wie es aber zum Schließen dieser Ehe kam, lehrt

Ausland.

Während in den kleinen tschechischen Provinzialblättern

Deutschenhetze weitergeführt wird, macht sich von Prag
aus eine radikale Gegenströmung bemerkbar. Die dortigen Deut—
schen haben anläßlich des Brandes des böhmischen Nationaltheaters
eine sehr kluge Haltung bewahrt und besonders bei den zu Gunsten
des Wiederaufbaues sofort eröffneten Subskriptionen massenhaft bei—
gesteuert. Hierüber sind die Prager Tschechenblätter lief gerührt
und erklären, daß man sich jetzt erst im Unglück habe kennen lernen
und daß man sich über den Ruinen des tschechischen Kleinods die
hand der Versöhnung reichen müsse.

Morgen Sonntag finden in Frankreich die Deputirten⸗
wvahlen statt. Daß man das Resultat derselben auch in Deutsch—
and mit Spannung erwartet, ist leicht begreiflich.

* Der unerwartete Ausgang der von den Gambettisten
o fiegesgewiß angekündigten Wahlversammlung im Pariser Stadt—
‚iertel Charonne, welche am Dienstag Abend staitfinden sollte,
st ein neuer Beweis dafür, daß Gambetta von den Ultraradicalen
ängst nicht mehr als der „Mann der Situation“ betrachtet wird.
Trotz aller Anstrengungen Gambetta's gelang es ihm nicht, zum
Worte zu kommen, und der große Redner von Cahors, Tours und
helleville sah sich schließlich genöthigt, unter dem Hohngeschrei der
ahlreich anwesenden Anhänger Clemenceau's und Rochefort's das
Local zu verlassen. Welche Folgen für die Wahl Gambetta's in
Belleville die Sprengung der Versammlung haben wird, läßt sich
nicht berechnen, jedenfalls hat seine persönliche Eitelkeit eine tiefe
und schmerzliche Niederlage zu verzeichnen, welche ihm den Beweis
liefert, daß sein unerschuͤtterliches Vertrauen auf die Popularität,
welche der Kammerpräsident früher in den Pariser Arbeitervierteln
genossen hat, nicht mehr gerechtfertigt ist.

Wie den „Hamb. Nachr.“ aus Petersburg mitgetheilt
wird, herrscht dort lebhafte Erregung zufolge in hohen Kreisen ber⸗
breiteter Gerüchte über wachsende Unzufriedenheit des hohen Adels
mit der Regierung Alexander's III.“ man will von einer Adels—
erschwörung mit der Absicht der Beseitigung des Czaren und des
zroßfürsten Wladimir wissen ꝛc. Handelt es sich dabei vielleicht
wuch nur um vage Gerüchte, fügt der Correspandent hinzu, so
vurden dadurch doch große Erregung sowie neue Maßregeln der
dolizei hervorgerufen.

Aus Tunis wird gemeldet, am 15. August sei ein Malteser

Susa durch einen Tripolitaner getödtet worden; der Commandant
s dort stationirten englischen Panzerschiffes habe darauf 300 Mann
mm Schutze der Europäer ausschiffen wollen, sei jedoch vorerß
»n abgestanden, als der tunesische General Bakusch versicherte,

Ruhe auch ohne Beistand aufrecht halten zu können.

die
        <pb n="516" />
        folgende rührende Geschichte. Die alte junge Ehefrau wohnte, arm
und verlassen, in einein bescheidenen Stübchen der Boyen⸗Straße.
Riemand bon ihren Verwandten kümmerte sich um sie, auch als
sie krank wurde, nicht. Da war es ihr jetziger Ehemann, der als
Hausknecht in demselben Hause thatig war, der sich um das arme,
uͤanke, verlassene Weib in echt samaritanischer Weise bekümmerte.
und bei seinem Hausdienst hin und wieder im Laufe des Tages
zu der alten Frau hineinschaute, ihr Handreichungen machte, sie
pflegte und erquickte. Sie wurde in Folge dessen wieder gesund,
und der Contrast, der sich in dem Benehmen dieses ihr fremden
Menschen gegenuͤber dem ihrer Verwandten ausdrückte, pflanzte ein
unausioschuͤches Gefühl der Dankbarkeit in ihr Gemüth. Bald
nach ihrer Genesung hatte sie das Glück, eine Erbschaft von
39000 Mt. ihr zufallen zu sehen. Da kamen natürlich auch so⸗
gleich die Verwandten, thaten freundlich und suchten um die Wette
sich bei ihr einzuschmeicheln. Sie aber war lediglich darauf bedacht,
dies Erbtheil nach ihrein Tode Dem zukommmen zu lassen, der ihr
im Leben beigestanden, und damit ihm dies nicht im Wege des
Gesetzes zu Gunsten ihrer lieblosen Verwandten gekürzt werden
fönne, verabredete sie mit ihm die Heirath. Dieselbe ist bereits
seit drei Jahren vollzogen, so daß der junge Mann schon mit 21
Jahren und zwar mit einer alten Frau von 75 Jahren in die
Ehe getreten ist. Beide sollen sehr einträchtig leben, er seine
Gattin wie eine Mutter achten und ehren und sie sich wohlfühlen in
dem Gedanken, ihren selbstsüchtigen Verwandten das Erbtheil entrückt
und ihrem würdigen Ehemann dasselbe gesichert zu haben.
4Ueber Deutschlands Handel mit dem Auslande im
Jahre 1880 bringt der soeben ausgegebene 49. Band der Deutschen
Reichsstatistik eine Reihe bemerkenswerther Uebersichten. Ueber die
Fin⸗ und Ausfuhrmengen der wichtigsten Artikel liefern allerdingẽ
die Monatshefie der Handelsstatisiike bereits regelmäßig Tabellen.

Aber erst das jetzt in seinem ersten Theile vorliegende Hauptwer
der Handelstatistik vervollständigt diese Ausweise über Ein⸗ und Aus
fuhr nach Mengen für alle Artikel; es enthält ferner eine Ueber
ficht über die Durchfuhr, eine Berechnung des Werthes der Ein
und Ausfuhr, eine UÜebersicht über die Zollerträge und eine auz
führliche Siatistik des Veredelungsverkehrs. Das größte Interes
wicd aus dem reichen Inhalte dieses Werkes sicher die Berechnun
des Werthes der Ein⸗ und Ausfuhr in Anspruch nehmen, die von
Statistischen Amte auf Grund der unter Zuziehung von Sachver
fandigen ermittelten Durchschrittspreise angestellt worden ist. E—
hat sich darnach für die Einfuhr in den freien Verkehr ein Wert
von 2876.4 Millionen Mark und für die Ausfuhr aus dem freien
Verkehr ein Werth von 80998,5 Millionen Mark ergeben. Für de
gesammten Waarenverkehr einschließlich der Durchfuhr beziffert sie
die Einfuhr auf 4445,4 Miilionen Mark und die Ausfuhr
1587,1 Pillionen Mark. Danach hat also Deutschland im ver
gangenen Jahre das, was man eine „gute Handelsbilanz“
nennen pflegt, aufzuweisen.

— Forischritte in Bulgarien. Der deutche Orientreisen
Kanitz, welcher, einer Einladung des Fürsten Alexander folgend
die neu⸗bulgarische Hauptstadt Sophia besuchte, gewahrte überal
deutliche Anzeichen einer neuen Aera zivilisatorischen Fortschrittes
Sophia, welches zur Zeit der Türkenherrschaft keine einzige Drucker—
presse besaß, zählt bereits sechs Zeitungen. Die vor dem Krieg
6000 Seelen starke Türkenbevölkerung ist auf 500 herabgeschmolzen
Von den 45 Moscheen steht nur noch eine einzige den Muse
mannern offen; die andern dienen als Kirchen, Schulen, Buchdrucke
eien u. s. w. In der stolzesten, der neunkuppeligen Büjük Szame
ist die neugegründete Nationalbibliothek untergebracht.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demes.

Mobilien⸗
Versteigerung.
Freitag, den 26. August
nächsthin, Rachmittags 2 Uhr
zu St. Ingbert, in der
Wohnung des Schuhmachers
Franz Hirsch werden durch den
unterzeichneten Amtsverweser des
kgl. Rotars Franz Sauer da⸗
selbst, die zum Nachlasse der in
St. Ingbert verlebten Eheleute
Nikolaus Braunberger
im Leben Schmelzarbeiter und
Ida Stachel gehörigen Mo⸗
diliargegenstän de öffentlich zu
kigenthum versteigert, darunter
namenilich:

2 Beiten, 1 Kleiderschrank,

1 Commode, 2 Tische, 4

Stühle, b Bilder, 2 Spiegel,

1 Küchenschaft, einiges Ge⸗

tüch, verschiedenes Küchen⸗

geschirr u. s. w.

Si. Ingbert, 18. August 1881
K. Auffschneider
Amtsverweser.

Einladung.

Sämmtliche Mitglieder des neu
gegründeten Turn⸗Vereine
werden hiermit eingeladen, sich
Diensiag, 23. ds., Abends
8 Uhr, im Becker'schen Lokale
(in der Unterstadt) zu einer Ve—
sprechung betreffs Fertigstellung
der Vereinsstatuten und Wahl
eines Vorstandes versammeln zu
wollen.

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burg — Sehleswig-Holstein - Kopenhagen — Nordseebäder-
Haover — Westfalen — Hessen- Harz — Thüringen) Mit
Karten, 15 Plänen, 1 Panorama und 31 Ansichten.

Thppren,- von Schwerdt. Mit 12 Karten, 6 Plünen und
Panoramen.

D Alpen, Westlicher Theil (Oberbayern, Nordtirol, Vor
alberg, Oetathaler Alpen, Brennerbahn, Sũdtirol). Mit 16 Karte-
pPimen, 11 Panoramen und 14 Ans:ehten.

Vey Alpen, Oestlicher Theil (Salaburg, Bercehtesgade
Fauern, Dolomiten, Salckammergut, Steiermark, Kärnten. Krain
Mit 9 Karten, 8 Plänen, 8 Panoramen und 21 Ansichten.

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Dienstag, den 23. August

—
Deutsches Reich.
* Die Commission zur Ausarbeitung und Vorberathung des
Eniwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuches für das
deutsche Reich wird im October d. J. zusammentreten, um
die Theilentwürfe in die für die Aufstellung des Hauptentwurfs
erforderliche Uebereinstimmung zu bringen. Die von den einzelnen
Redactoren bestimmungsmäßig auszuarbeitenden fünf Theilentwürfe,
nämlich: Allgemeiner Theil, Sachenrecht, Obligationentecht, Fami—
lienrecht und Erbrecht, sind theils ganz, theils nahezu fertiggestellt.
Die Commission wird die Entwürfe berathen und auf Grund der
Ergebnisse dieser Berathung wird ein Gesammtentwurf des deuischen
Civilgesetzbuches aufgestellt werden, der nach abermaliger, vollstän—
diger Berathung durch die Commission den Bundesregierungen mit—
getheilt, sowie veröffentlicht werden soll.
(Fürst Bismardck und das Tabaksmonopol.) „Zur
Durchführung meiner socialpolitischen Reformen bedürfen wir vor
Allem bedeutender Mittel und diese Mittel soll das Tabaksmonopol
derschaffen.“ So äußerte sich der Reichskanzler bei einer Unter—
redung mit dem Professor Adolf Wagner. Ferner bemerkte der
Reichskanzler: „Der ganze Gewinn, der jetzt auf dem Wege vom
Fabrikanten durch den Zwischenhandel bis zum Consumenten verloren
geht, soll auf den Staat übertragen werden. Natürlich müssen bedeutende
Entschädigungen für Fabrikanten und Händlergezahlt werden, aber selbst
dann werden bedeutende Ueberschüsse übrig bleiben. In Oesterreich
herrscht das Tabaksmonopol. Es wird dort ein Reingewinn erzielt von
70 bis 80 Mill. jährlich. Es wird bei uns mehr geraucht, und
jo werden wir in Anbetracht der beiderseitigen Bevölkerungsziffern
mindestens eine Einnahme von 160 Misllionen Mark erzielen.
Rechnen wir hiervon ab Zinsen und Amortisationen, so bleibt
immerhin noch ein jährlicher Reingewinn von 130 Millionen Mark.
Die Einnahmen werden von Jahr zu Jahr steigen, und nach
ziniger Zeit werden wir 150 bis 200 Millionen Mark jährlich
jaben. Mit solchen Summen läßt sich etwas machen, und diese
Summen sollen der Arbeiterklasse, der Arbeiterbevölkerung zu Gute
kommen. Wir haben also durch Bewilligung dieser Steuern die
heste Aussicht, die Arbeiterversicherung ins Leben zu rufen.“ Bis—
her hieß es immer, die Erträgnisse aus dem Tabakmonopol sollten

r Entlastung der Einzelstaaten verwendet werden; davon ist jetzt
ietae Rede mehr. Sollte diese Entlastung doch herbeigeführt wer—
der, ð müßte man neue Steuern schaffen, für die sich wahrschein—
lich aich wieder neue Verwendung finden würde. Das Eude der
Anspannung der Steuerkraft des Volkes läßt sich demnach nicht
absehen.

Die „Karlsruher Zeitung“ dementirt amtlich die Nachricht von
der Erhebung des Großherzogthums Baden zum Koͤnig⸗
reich und schließt mit den Worten: „Die Anschauungen, von
velchen einst Karl Friedrich sich leiten ließ, als er die angebotene
dönigskrone ablehnte, werden auch heute noch vom Großherzog
Friedrich als ein weises Vermächtniß bewahrt.“

Auslanud.

* Während sich die Parteien in Frankreich zum Wahl—⸗
ampf rüsteten, hat auch die Windstille, welche in den auswärtigen
Beziehungen Frankreichs herrschte, einer lebhafteren Strömung, von
ẽengland ausgehend, Platz gemacht. Eine merkbare Verstimmung
außert sich allmählich zwischen Frankreich und England infolge der
ranzösischen Politik in Nordafrika; aus Tunis wird gemeldet,
daß die englische Regierung die Ordnung der Enfida⸗Angelegen⸗
heit, welche die tunesischen Verwickelungen seiner Zeit mit veran—
aßte, zu erschweren sucht. Bei einer solchen Stimmung ist es er—
llärlich, daß die Verhandlungen über den englisch- französischen
Handelsvertrag vollständig zu scheitern drohen, zumal da sich Frank—
reich entschieden weigert, in die von England gewünschte Verlänger—
ung des Vertragsverhältnisses zu willigen; England hat es abge—
lehnt. die Verhandlungen am 22. d. M. wieder aufzunehmen. Es
st demnach leicht möglich, daß die beginnende Entfremdung der
ꝛeiden Staaten sich in nächster Zeit noch stärker äußert.

Von den französischen Deputirtenwahlen waren heute
Montag) aus 230 Bezirken die Ergebnisse bekannt. Gewählt sind
201 Republikaner, 20 Gewählte gehören gegnerischen Parteien an,

29 Stichwahlen sind erforderlich. Die Republikaner gewannen 28,
die Bonapartisten verloren 4 Sitze. Wiedergewählt sind:
Minister Constans, Bischof Freppel, Minister Ferry Cochery,
Choiseul Marcère, Rouvier; nicht wiedergew hUt Leon
Renault, Bardour. In den beiden Belleviller Wahlbezirken ist
ßambetta gewählt. Im ersten Belleviller Wahlbezirk er—
hielt Gambeita 4519 von 8904. Gegenkandidat Lacroix erhielt
3536; im zweiten Belleviller Wahlbezirk erhielt Gambetia 4895
von 10,046; sein Gegenkandidat Revillon erhielt 4116 St.
Bambetta siegte hier mit nur einer Stimme
iber die absolute Majorität. In Paris sind außerdem gewählt:
Pelletan, Clemenceau (radikal), Greppes, Spuller (Gambettist).
Delavorge, Casse, Floquet, Lockroy, Barodet, Brisson, Allain⸗Targé,
damessan, Frehault, Marmottant, Herisson, Foͤrard, Cantagrel,
douis Blanc, Brelay, Farch, sämmtliche Republikaner. (Nach aͤner
päteren Nachricht waren von den 540 Wahlen 364 bekannt, da—
yon 279 für die Republikaner günstig. So viel läßt sich erkennen,
daß der allgemeine Charakter der Wahlen als eine Niederlage der
Bonapartisten und als ein großer Erfolg der gemäßigten Republi—
saner zu bezeichnen ist.)

Die Gerüchte über eine Reise des Königs von Italien
in den österreichischen Hof und die dadurch erhärtete Annäherung
Italiens an den österreichisch-deutschen Bund erfahren jetzt eine
zewisse Bestätigung, indem von Wien aus offiziös erklärt wird,
nan habe von Italien aus auf außerdiplomatischem Wege über
zie eventuelle Aufnahme des Königs Humbert bei einer Reise nach
Desterreich sondirt.

* Die griechischen Truppen, welche zur weiteren Occu—
sAirung der von der Türkei abgetretenen Gebietstheile bestimmt sind,
saben am 20. August ihren Vormarsch angetreten. — Die Pforte
neabsichtigt, behufs Festsetzung der Beitragsquoten Griechenlands,
Zulgariens, Serbiens. Rumäniens und Montenegros zur kürkischen
„taatsschuld eine Circularnote an die Mächte zu richten.

In Susa (Tunis) sind neue Unruhen ausgebrochen, bei
denen vier Europäer getödtet wurden. Wie es heißt, ist eine
ꝛandungscompagnie des englischen Kriegsschiffes „Monarch“ an's
Land gesetzt worden, um die Europäer zu schützen. Auch fran—
ösische Kriegsschiffe sind nach Susa abgegangen.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 28. Aug. Anläßlich des am nächsten
Donnerstag stattfindenden Geburts. und Namensfestes Sr. Maj.
»es Königs wird, wie schon bekannt, im Hotel „Zur Post“ ein Fesi—
diner abgehalten. Der Kriegerverein hat für den Festabend einen
vall arrangirt, zu dem auch Nichtmitglieder gegen ein Entree von
30 Pf. zugelassen werden. Die Knappschaft wird den Tag in
Jjergebrachter Weise festlich begehen. Festessen und Tanzunterhaltung
inden für dieselbe im Hotel Laur und in der Wirthschaft des Hrn.
dorst statt. Die Bürgerschaft wird hoffentlich ihre altgewohnte
Anhänglichkeit zu dem vielgeliebten Landesherrn durch reichliches
Keflaggen der Häuser zum Ausdrucke bringen.

* — Auch hier wurde der zweite Komet do8. Is. in
der Nacht von Samstag auf Sonntag, wie in der darauffolgenden
Nacht von verschiedenen Personen deutlich bemerkt. Seine größte
delligkeit erlangt derselbe bis zum 26. d. M.

* — Vom besten Wetter begünstigt hatte sich die Schen a pp⸗
bach zu ihrer Kirchweih am Sonn- und Montag eines fehr zahl—
reichen Besuches von Auswärts zu erfreuen. Doch soll sich, wohl
in Folge der „schlechten Zeiten“, gegen früher ein Rückgang im
Lonsum von Speisen und Getränken bemerkbar gemacht haben.

* Am verflossenen Sonntag wurde in Heckendalheim
im Beisein des Hrn. k. Bezirksamtmannes Dr. Schlagintweit, der
ein lebhaftes Interesse an den Verhandlungen bekundete, der dies⸗
jährige Feuerwehrverbandstag des Bezirks Zweibrücken abgehalten.
Von 11 dem Verbande angehörigen Feuerwehren waren Y ver—⸗
treten, darunter auch unsere hiesige Feuerwehr. Den Jahr esbericht
exstattete Herr Losch aus Zweibrücken, dem auch der Vorsitz über—
ragen war. Der nächste Verbandstag wird in Hornbach stattfinden.
In dem neu gewählten Ausschuß sind die Feuerwehren von Zweibrücken,
St. Ingbert, Hornbach und Ensheim vertreten.
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        — In aller Stille hat die Verwaltung von Kusel ein Pro⸗
jekt vorbereitet, das demnächst seine Verwirklichung findet, ohne daß
bis jetzt viel Lärm darob erhoben worden wäre, Mit dem 1. Sep⸗
ember d. J. kritt nämlich der Lokalmalzaufschlag dort in Kraft,
vodurch von jedem Hektoliter daselbst konsumirten Bieres 1 Mk.,
Aso per Liter 1Pf. an die Gemeindekasse entrichtet werden muß.
Der Rückvergütung wegen für das in Kusel gebraute, aber ausge⸗
rührte Bier wird der Lokalmalzaufschlag ebenfalls an die Haupt—
zollamtskasse und von dieser an die Gemeindekasse abgeliefert. Eine
Opposition hat sich gegen die Einführung dieser Art von Gemeinde—
amlage bisher nicht geltend gemacht, da die Gemeindehaushaltung
Held 'braucht, eine Umlage auf weniger fühlbarem Wege nicht denk⸗
bar ist und jo auch die Auswärtigen an den dortigen Gemeinde⸗
asten mittragen helfen.

p Die Stadtgemeinde Neustadt beabsichtigt nach einer
Mittheilung in der „Ir. Z.“ die dorlige Gasanstalt zu
ꝛrwerben.

Die ordentliche Generalversammlung des pfälzischen Schreib—
gehilfenvereins tagte am Sonntag in Neustadt, wobei alle
Theile der Pfalz durch Deputation vertreten waren. Als nächst⸗
zähriger Ort der Generalversammlung wurde Kaiserslautern be—
stimmt. Es wurde auch der lebhafte Wunsch wiederholt, daß die
derren Principale, die ja stets auf das Wohl ihrer Gehilfen be—
dacht sind, letztere zum Beitritt aneifern mögen.

FAus Hochstätten, wird dem „Eilb.“ ein schreckliches
Unglück gemeldet. Beim Förster Knecht daselbst befanden sich zwei
Söhne des Kaufmanns Cruschmann von Kirchheimbolanden, der
ich eben in Pirmasens aufhält. Der Größere, 16 Jahre alt,
nimmt des Försters Doppelbüchse, die leider geladen war, zur
Hand, und spielt in unbegreiflicher Sorglosigkeit am Schloß des
Zewehres herum. Dasselbe entladet sich plötzlich und der Schuß

trifft den jüungeren Bruder, einen prächtigen 10jährigen Knaben, in
die Brust, so daß der Tod sofort eintrat.

4 Das am verflossenen Sonntag zu Ehren der gestern statt⸗
gefundenen Hochzeit der Tochter des Herrn Geh. Commerzienratheß
S'tumm beranstaltete große Arbeiterfest zu Schloß Halberg
„erlief, vom angenehmsten Wetter begünstigt, in herrlichster Weise,
ind hörte man am Abend in den betr. Arbeiterkreisen nur ein
Urtheil der Freude und Ueberraschung. Die Eisenbahnzüge, über
170 Achsen führend, gingen zur vbestimmten Zeit in Neunkirchen
ab und trafen auch Abends mit minutiöser Pünktlichkeit mit den
Arbeitern in schönster Ordnung wieder daselbst ein.

F Nach der „Saarbr. Zig.“ hatte am Samstag beim Erxer—
ieren ein Unteroffizier des in Saarbrücken liegenden Dra—
joner⸗Regiments das Unglück, während eines Galopps zu stürzen
vobei er anscheinend nicht unerhebliche innere Verletzungen erlitt.

4 An der Hufbeschlagschule zu Würzburg wird am 26.
September ein dreimonatlicher Lehr⸗-Curs für Hufbeschlagschmied
zröffnet. Gesuche um Zulassung sind mit Leumunds- und Schul-⸗
jeugniß und mit einem von der Ortspolizei beglaubigten Zeugniß
aruüber, daß der Bewerber wenigstens schon ein Jahr bei einem
dufschmied gearbeitet hat, bis 10. Sept. an die k. Kreisregierung
von Unterfranken einzuschicken.

In Brüssel soll Anfangs nächsten Monats eine inter—
nationale Ausstellung von Katzen stattfinden. Es sind bereits
mehrere Hundert Exemplare angemeldet.

4 Vor einigen Tagen wurde in Paris die internationaue
alektrische Ausstellung eröffnet. Besonders reich ist die deutsche Ab-
heilung beschickt. Unter den zahlreichen Ausstellungsobjekten be—
indet sich auch das erste Telephon, erfunden im Jahre 1861 von
einem Deutschen, Namens Reiß.

Flar die Redaklion verantwortlich: F. Xx Demes.
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
Mittwoch den 7. Seplember
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr,
zu Schnappbach in ihrer

Wirthschaft,

werden durch den unterzeich⸗
geten Amisverweser des kgl.
Rotars Franz Sauer in St.
Ingbert, zufolge eines gehörig
omologirten Familienrathsbe⸗
schlusses des kgl. Amisgerichtes
St. Ingbert, die nachhin be—
ichriebenen Liegenschaften in der
Zleuergemeinde St. Ingbert
offentlich zu Eigenthum verstei⸗
gert, nämlich:

Plan⸗Pr. 49952, 3 4
75 qm Fläche, Wohnhaus
nit Hofraum, (as alte
Wohngebäude) und Plan—
Rr. 4995b, 1 a 2 qm
Garten dabei;

Plan-⸗Ne. 4995*22 8 2
34 qm Fläche, Wohnhaus
und Hofraum (as neue Ge⸗
bude), Plan-⸗Kr. 49952b,
58 qin Garten und Plan⸗
RNr. 4095 18, 20 qm Acker
dabei, das Ganze gelegen
zu Schnappbach auf der
Rußhütte.

Eigenthümer sind:

1. Margaretha Tschun⸗
ky, Wirthin in Schnappbach
wohnhaft, Wittwe des daselbst
erleblen Bäckers und Wirthes
Wilhelm Pfeilstücker;

2. die minderjährigen Kinder
ieser Eheleute als: a. Sophie,
Wilhelmine, c. Wil⸗
helm, d. Eouijse, . Jo⸗
hanna, s. Amalie, und
x. Georg Pfeilstücker,
helche ihre obengenannte Mutter
Als Vormünderin, und den Hein—
aich Zeitz, Wirth in Sulzbach,
zum Nebenvormund haben.

St. Ingbert, 28. August 1881.

K. Auffichneider
Amtsverweser. 3

—
1
Verloren
Krieger

Vcerecein.
vurde am Montag Nachmittag
iuf dem Wege vom oberen Ma—
chinen⸗Gebäude der 6 Eichen
iach dem Eisel'schen Biergarten
n Schnappbach ein
hordeaurfarbiges Hals—
tuch mit Knöpfen.
Der ehrliche Finder wolle das—⸗
elbe gegen Belohnung in der
Fxpedition ds. Bl. abgeben.

Zur Feier des Geburts und Namens festes
Majestät des Königs Cudwig II.
indet am Donnerstag den 25. August von 8 Uhr Abends
zei Oberhauser ein
—
086

1
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—JALVLLI
ieser un nie von
BHebr. Böcking in Kaisers⸗
lautern. (A 61985.)

ttatt, wozu außer den Mitgliedern auch die durch den Vereinsdiene:
besonders eingeladenen Einwohner Zutritt haben.
Der Ausschuß.

Flur- umnd Trottoirplatten
aus Steinzeugmasse verfertigt billigst die
Fabrik von Gebr. Kiefer
in Homburg (Pfalz).
J5
I oe l
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velche Franzöüsiscela, Eng-
isech, Italteniseh, oder
Spumnisc wirklieh
PpreCIIEM lernen wollen.
Hratis und sramcoo zu beziehen
lurch die
IoOSenthalꝰsche
Verlagshandlung in Leipzig.

Zweie Dr. v. Haumer' sche KinderspitaLot“erie
7000 Gewinne mit baar Mk. 130,006
Preis des Looses 1 Mark

Loose sind zu haben za der Generalagentur Schuler
Zweibrücken, sowie bei: Joh. Friedrich, F. Woll, Buch—
sandlung und Joh. Weirich, Frieseur in St. Ingbert.

*
ach Hilfe luchend,
durchstiegt mancher Kranke die
Jeitungen, sich fragend, welcher
er vielen Heilmittel⸗Annoncen
ann man vertrauen? Diese oder
ene Anzeige imponirt durch ihre
hroͤße; er wählt und wohl in den
neiften Fällen gerade das — Un⸗
richtige N Wer —* Enttäuschun⸗
jen vermeiden und sein Geld nicht
mnůßt ansgeben will, dem rathen
vir, sich von Richter's Verlags⸗
ünsialt in Leipzig die Broschuͤre
ale ugu kommen zu las⸗
en, denn in diesem Schriftchen
werden die bemahrieten Heilmittel
und sachgemäß be⸗
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ür si auswählen kann. Die
obige, bereits in 40. Auflage ex⸗
schienene Broschüre wird gratis
und franco versandt, es entstehen also
em Besteller weiter keine Kosten, als 6 Pfg.
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Trunksucht, .
Stadium, beseitigt sicher mit, auch ohne
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». M u. Spezialist f. Trunksucht⸗-Lei⸗
»ende Th. Konetzky, Berlin,
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Druck und Verlag von F. FX. Demetz in St. Ingbert.

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558 53532 2228228

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2* * 2 —*2 — “22 * 3 252 2
3 85 — 252* 28 2352 8333
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2 55535 —5— 5*5 252305 6 8 34 528* 235 5*
2 — 8 ————— 22 2—*4 7* *2* A 2
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55 352335538 —— 388 332 — — 3
2—— 5 — 5853 5* 5538 ES— 3277 6
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2 S ⸗ —X ————— 552 2328 — 5.5 *—.. 5
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53z8533833338 32 32355 53 825 55 25—87
8 —8 —— —S 55328 8 * —— 8 ——
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22 5 5325 — 2 22 * ———58585 8 —A 823 3——33 5
2 — — —XI — 285—55 . F3 753 T8
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32 5 35353.32 6 5333* 32 *87*8
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522 * 2 — 2 — 52 2 52* — 5 8228 *
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3335333 —2583333238 22 8 5 *88
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— — — —— 5 z25. — —— 535853 — 352*2 0
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8 25323 * 2 * 832128 52 2 S 2*83 22
22 —2 *53 —2 — 5z2 5 2822 E * S** — 8 82 — — ZZ5846 — 8
* 53638538565533 2 —2 82 222 58 ———— 52352 F
5 85*85 5 —— —— 355 28 — 538*
— 2· 53238 2 8 ——e— — —J — 5 585 338 — Y 828
* 2122 .85. 2555 508 550 5—83* 558 5 — 8535
3558 32z583523533* 753575 3559 558
352 52 —— 2232 —A— — —3 —
5332338325555 2535236 a *8 —— 8 28327 — 2 72 G O
585 ———— 25 5 5— — 288 2 ——— —

— 3 2 2 8 . s—2O 5
53 — 53 225 OR
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2 * * —
— AIB 38 EIESSBSBA 2—3247 353 823—53 * 3842
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        St. Ingberler Anzeiger.
* St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagse mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal? Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierieljährlich

1 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A G H, einschließlich 20 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum. Neclamen mit 30 A vro Zeile berechnet.
—X

Donnerstag, den 25. August
1881.

Deutsches Reich.

Der König von Bayern hat unterm 11. ds. genehmigt,
daß die seit 1879 geschaffene Sammlung in München, in wel⸗
her nunmehr die für die Entwicklungsgeschichte des vaterländischen
heerwesens charokteristischen Waffen und Rüstungen ꝛc., dann die
riegs⸗Trophäen und zur Erinnerung an hervorragende Persönlich⸗
seilen der Armee geeigneten Gegenstände vereinigt sind, die Bezeich⸗
nung: „Königlich baäyerisches Armee-Museum“ führe und dem
allgemeinen Besuche zugänglich gemacht werde. Die Eröffnung
dieses Museums soll heute als am Geburts- und Namensfeste des
Rönigs stattfinden.

Der deutsche Kaiser und König von Preußen
hat dem k. b. Regierungspräsidenten Frhrn. v. P feufer Erüher
Minister des Innern) den rothen Adlerorden 1. Klasse verliehen.

Wie von Berlin aus mit ziemlicher Bestimmtheit gemeldet
wird, soll der Reich stag bereits im November einberufen
derden. Was das dem Reichstag vorzulegende Material anbelangt,
so dürfte sich dasselbe zunächst auf drei Gegenstände beschränken,
nämlich den Etat, die Vorlage wegen des Reichsantheils an den
osten des Hamburger Zollanschlusses und den Entwurf über den
Gewerbebetrieb im Umherziehen. Die Vorlage über die Arbeiterver—
sicherung, sowie über die Ausdehnung derselben auf Invalididät
und Aliersversorgung soll erst in einer späteren Session erscheinen,
bermuthlich erst, wenn es gelungen ist, die erforderlichen Mittel
dafür durch Einführung des Tabaksmonopols zu beschaffen.

Es darf wohi als sicher angesehen werden, daß die Reichs⸗
regierung in der nächsten Session ein Gesetz über Bestrafung der
Weinfalschung im Sinne des viel erwähnten Antrages B uhl vor⸗
legen wird. Voraussichtlich wird der Entwurf aber einen weiteren
Umfang, und zwar in der Richtung annehmen, über welche sich
der Lener des Reichsgesundheitsamts, Dr. Struck, als Regierungs⸗
jommissär in der zur Berathung des Buhl'schen Antrages nieder⸗
zesetzten Kommission ausgesprochen hat. Danach sollten Verbote
auch bezüglich der zur Weinfabrikation vorgekommenen Verwendung
don Säuren und saäurehaltigen Stoffen, wie der zum Parfümiren
der Weine gebrauchten ätherischen Stoffe, endlich der zur Herstellung
bon Rothwein gebrauchten Färbestoffe erlassen werden. — Im Ge⸗
undheitsamt ist man mit den längst erwarteten Ausführungsbe⸗
timmungen zu dem sog. Nahrungsmittelgesetz so weit gediehen, daß
der Erlaß derselben nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte.

In Fulda kursiert das Geruͤcht, daß der Domherr Strau b
in Straßburg zum Bischof der Diözese Ful da in Aussicht
enommen sei. Der Statthalter von Elsaß-Lothringen soll nach der
Fr. Z.“ jenen Prälaten schon vor längerer Zeit empfohlen haben.

Ausland.

Dem demnächst beginnenden schweizerischen Truppenzu—
sammenzug wird u. A. auch beiwohnen der kgl. bayerische Stabs—
major Lindhamer.

(Gambetta und die französischen Wahlen). Es
ist als sicher arzunehmen, daß Gambetta sofort nach den Stich—
wahlen die Bildung des neuen Cabinets übernehmen wird. Noch
in letzter Stunde vor den Wahlen hat Gambetta in seinem Leib⸗
organ, der „Rep. fr.“, erklärt, daß er an seinem Programme von
1869 festhalte. Ein Theil der damaligen Forderungen sei bereits
erfüllt, oder werde es demnächst. Die Trennung von Kirche und
Staat stelle sich rasch her und, was die Abschafsung des stehenden
Herres betreffe, so dürfe man dieselbe heute aus Patriotismus
nicht mehr verlangen.

Das von Gambetta mit den Worken „ich werde Euch zu
treffen wissen“ angekündigte „Gesindelgesetz“' wird bereits vom Pa—
riset Polizeipräfekten ausgearbeitet — ein Beweis, daß man sich
beeilt, jetzt schon den Wünschen des Zutunftspräsidenten der Repu⸗
hlit eilfertigst zu entsprechen. Es soll gleich zu Beginn der Ses—
sion vorgelegt werden und sich auf Säuberung der Hauptstadt von
allen besirafien Verbrechern beziehen. Gambetta ist übrigens von
den Aufregungen der letzten Tage so angegriffen, daß er sich
ommende Woche zur Erholung in ein Bad begeben wird.

Man ist zwar gewohnt, daß dem Fürsten Bismartk alles
Erdenkliche in die Schuhe geschoben wird, aber daß er den Scan⸗—

dal von Belleville, wodurch bekanntlich Gambetta verhindert wurde
eine Wahlrede zu halten, in Seene gesetzt haben soll, dürfte —*
nicht ohne Ueberraschung vernommen werden. Wahr muß es sein,
denn Gambetta läßt in seinen Blättern „Indegendant“ und
„Paris“ verkünden, daß die Intransigenten mit deutschem Gelde
bestochen waren.

Ob es dem Pariser „Bourgeois“ bei Betrachtung der
Wahlziffern nicht unheimlich zu Muthe wird? Veranlassung dazu
st jedenfalls gegeben. Es sei nämlich bemerkt, daß sich von den
324,000 Pariser Wählern rund 877,000 betheiligt haben. Von
diesen entfielen auf die Kandidaten der sog. Intransigenten und
der Sozialisten, also, deutlich ausgedrückt, auf die Anhänger der
Fommune nicht weniger als 144,000 Stimmen, eine gewaltige
Zahl, sehr wohl geeignet, die Erinnerung an die grauenvollen
Sommertage von 1871 lebhaft wachzurufen.

Eine aus Nordamerika von Mitgliedern der extremen
rebolutionãren irischen Partei erlassene Proclamation sagt: „Der
Dynamit⸗Ausschuß erklärt, die Irländer könnten in einer einzigen
Nacht alle Schiffe mit englischer Flagge in New-York, Halifar,
Quebec, Melburne, Sidney, Capstadt und San Francisko zerstören
ind warnt Jedermann, vom 1. September ab Schiffe mit engli⸗
scher Flagge zu benutzen.“ Eine Versammlung von Irländern
st auf den 29. August nach New⸗PYork einberufen, um diese Pro⸗
lamalion gutzuheißen. (Die Geschichte ist wohl nur ein Schreck⸗—
chuß; aber auch das verdient ernste Ahndung.)

Staatssekreiär Blaine versendete unterm 23. ds. folgendes Te⸗
egramm über das Befinden des Präsidenten Garfield. „Der
Präsident konnte heute bis zwanzig Unzen flüssige Nahrung zu
ich nehmen und bei sich behalten. Der Magen ist in etwas
zesserem Znstande, das allgemeine Befinden aber ernste Bedenken
ertegend, wenn auch nicht kritisch. Er ist matt, erschöpft, abge—
nagert; er wiegt kaum 125 bis 130 Pfund, während er zuvor
205 bis 210 Pfund wog. Dies Abnehmen der Kräfte ist es,
vas zu Besorgnissen Anlaß giebt.“

Vermischtes.

* St. Ingbert, 285. Aug. Unsere Stadt hat heute zu
Ehren des Allerhöchsten Geburts- und Namensfestes ihren Festschmuck
angelegt. Gestern Abend schon wurde das Fest durch Böllerschüsse
ind Zapfenstreich der Bergkapelle eingeleitet. Heute Morgen in
aller Frühe ertönten wieder Böllerschüsse und die Bergkapelle spielte
die Tagreveille. Um 10 Uhr fand in beiden Kirchen Festgottes—
dienst statt, zu dem die gesammte Knappschaft mit der Musik an
der Spitze ausgerückt war.

HO St. Ingbert, 25. Aug. Am Dienstag Abend hielt
zer hiesige Turnverein im Becker' schen Lokale eine Ver—
ammlung ab, in welcher die beiden Punkte der Tagesordnung in
o weit ihre Erledigung fanden, als ein provisorischer Ausschuß
»on 7 Mitgliedern zum Entwurf der Statuten und der definitive
Vorstand des Vereins gewählt wurden. Ein erfreulicher Beweis
dafür, daß man auch in unserer Stadt die edle Kunst des Turnens
aicht unterschätzt, ist das rasche Wachsthum des Vereins, der bereits
50 Mitglieder zählt, und der Eifer, mit welchem die Constituirung
uind Organisation des Vereins betrieben wird.

— Si. Ingbert. In Zweibrücken findet am 4. Sep⸗
ember der Verbandstag der pfälzischen Gewerbevereine statt.
Zauptgegenstand der Besprechung wird die Tagesordnung des nach
Stutigart einberufenen deutschen Handels- und Gewerbekammer⸗
ages sein, auf welcher die Ausführung des Innungsgesetzes, die gleich—
——
—DD —
ind des Kleingewerbes durch Wander-Gewerbelehrer und durch
Beiziehung der Fabrikinspeltoren, die einheitliche Regelung des
Zubmissionswesens, die Einführung der Arbeitskraft für alle ge—
verbliche Arbeiter und das Unfallversicherungsgesetz stehen.

Zwischen Landstuhl, Waldfischbach und Wallhalben soll,
vie man hört, eine Postverbindung hergestellt werden.
vodurch einem langjährigen und großen Bedürfniß abgeholfen
würde, da der Verkehr zwischen diesen und den angrenzenden Or⸗
en ein sehr reger ist.

ιsιαsXÄä.
        <pb n="522" />
        Der Verwaltungsrath der Gasanstalt Neustadt a. H.
hat sich bereit erklärt, falls die Actionäre keinen Schaden erleiden
und damit einverstanden sind, das Gaswerk ohne Verzug an die
Stadt abzutreten. Die Anstalt erzielte im abgelaufenen Geschäfts-
jahr einen Reingewinn von über 29,000 Mk. Die Siadt erhielt
eine Dividende von über 13*14 Proz. die Aktionäre bekommen eine
solche von 1214 Proz.

F Den sich legitimirenden Mitgliedern des pfälzischen Forst⸗
vereins wurde zur Erleichterung des Besuches der am 3. und 4.
September l. Is. zu Kandel stattfindenden Versammlung die—
ses Vereins auf den Pfälz. Bahnen eine Ermäßigung von 50
pCt. in der Weise bewilligt, daß die am 3. und 4. September
gelösten einfachen Billete nach Kandel in der entsprechenden Zugs—
zjattung und Wagenklasse zur Hin⸗e und Rückfahrt bis inch. 5.
Sept. benützt werden können. Die Billete werden auf der Rück—
seite abgestempelt.

Bei dem am Sonntag auf dem Halberge von Hru.
Kommerzienrath Stumm seinen Arbeitern veranstalteten Feste
richtete der Gastgeber bei Beginn desselben an seine Gäste folgende
Ansprache: „Meine Freunde! „Es ist mir ein wahres Herzensbe—
dürfniß gewesen, Euch heute am Hochzeitsfeste meiner lieben Toch—
ler Ida alle um mich versammelt zu sehen. Haben wir doch schon
vor 20 Jahren ihre Taufe gemeinschaftlich gefeiert, und ist es doch
allezeit Brauch des Hauses Stumm gewesen, sich mit seinen Ar—
heitern in guten wie in bösen Tagen zu einer großen Familie ver⸗
einigt zu fuͤhlen. Dazu kommt mein Wunsch, Euch meine neue
Wohnung zu zeigen. Hat sie mich Euch Neunkirchern auch örtlich
etwas entrückt, so wißt Ihr, daß ich Euch doch im Herzen ebenso
nahe geblieben bin, wie früher, und ich denke, wir werden auch
ür die Folge nicht weniger treu und fest zusammenstehen, allen
Wohlgesinnten zur Nachahmung und Freude, wenn auch den Bösen

zum Aergerniß und Neide. So großen Werth ich aber darauf
ege, mich Eins mit der großen Arbeiterfamilie der Schwesterwerke
Reunkirchen und Halberg zu wissen, so gibt es doch noch ein
höheres Band, das uns verbindet: Das ist die unverbrüchliche
Treue zu Sr. Majestät unserem hochgeliebten Kaiser, König und
Herrn und seinem erhabenen Hause. Möge diese Treue immerdar
den Stolz und die Ehre von uns allen bilden; möge sie nie und
nirgends auch nur um Haaresbreite wanken, wie sie bisher niemals
gewankt hat! Zur Bekräftigung Dessen laßt uns die Stimme er—
heben und aus vollstem Herzen rufen: „Se. Majestät der Kaiser
ind König lebe hoch!“ Unter dem Tusche der Musik stimmien
circa 4000 Anwesende in diesen Ruf ein und sangen darauf die
Rationalhymne. Namens der' Hüttenleute erwiderte dann in län⸗
zerer Rede Herr Meister Steinmez und schloß mit einem Hoch
zuf das Haus Stumm. Die Bewirthung der Leute war eine seht
reichliche. In 18 Kesseln, jeder 120 Liter fassend, wurde Kaffee
hereitet, welcher von den an 280 Tischen (jeder 28 Fuß lang)
Placirten mit Behagen getrunken wurde. Später reichte man
Schinken und Bier. 6000 Liter Bier, 21 Zentner Schinken.
350 Pfund Butter, über 15 Zentner Formkuchen und „Kränze“
varen für das Fest geliefert worden, außerdem große Quantitäten
Zucker, sowie je 4300 Stück Tassen, Teller und Gläser, Herr
Stumm und dessen Familie beehrten die Festtheilnehmer bis zuw
Schlusse des Festes mit ihrer Gegenwart.

FMünchen. Die Ziehung der zweiten Hauner'schen Kinder⸗
spital⸗Lotterie, wobei 7000 Gewinne mit 130,000 Mk. baar ge—
zogen werden, findet am 12. Septbr. ds. Js. statt.

Am 18. August nach Mitternacht hat in Schaffhauser
ein ziemlich kräftiges Erdbeben stattgefundeu.

Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Deme .

Versteigerungs⸗
Bekanntmachung.
Auszug.

Montag, den 3. Oktober
1881, Nachmittags 534 Uhr zu
Hasel in der Wirthschaft von
Fohann Keßler

werden durch Franz Sauer,
igl. Notar im Amissitze zu St.
Ingbert, beziehungsweise dessen
Amlsverweser Karl Auffschnei⸗
der, Rechtscandidat daselbst, als
gerichtlich ernannten Versteiger⸗
ungsbeamten, im Zwangswege,
gegen Johann Luck, Berg⸗
mann, und dessen gewerblose Ehe—
frau Elisabetha Ries, beide
n Hasel wohnhaft.

die nachstehend beschriebenen
Liegenschaften in der Steuerge—
neinde Hasel, Amtsgerichts St.
Ingbert, Rentamts Blieslastel,
zffentlich zu Eigenthum verstei⸗
gert, nämlich:

Plan⸗-Nre. 574 12, 7 2,70

gqmn Acker auf Kahlenberg,
11. Ahnung;

2. Plan-⸗-Nr. 600, 10 a 60
gm Acker allda;

3. Plan-⸗Nr. 615, 11 a 90

qm Acker vor dem Jung⸗
erthälchen.
Plan-⸗Nr. 2932, 80 qm
Fläche mit Wohnhaus, Hof⸗
raum und Gärtchen, gelegen
im Orte Hasel;

5. Plan⸗Nr. 8483, 9 a 50
qmn Acker am Eschert, II.
Ahnung;

53. Plan-Nr. 960, 16 4 40
qm Acker am Füllenbusch.

Die Steigobjecte kommen
einzeln zur Versteigerung.

Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
zie Versteigerungsbedingungen
fönnen bei dem Versteigerungs—
heamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 23. August 1881.
Der Versteigerungsbeamte
K. Auffschneider

Amtsverweser. —X

Viele hundert Mark jäbrlich
arsparen grössere Hausbaltungen, Hotels, Café's, Specereiwaarenhändler u
indem dieselben ihren Bedarf an Kaffeo &amp; Thee direct von unsoren Lager
häusern zu Rotterdam in der Original-Verpackung zu unseren folgender
Engros-Preisen beriehen.

10 Pfund Afrie. Perl Mocea 7.50

10 „ bester Maracaibo 8.75

108 Io Guatemala 9.25

9 vorzũgl. Perl Santos 10. -

feinster Plant. Ceylon 10.75

hochfeinster Java 12. -

echt arabischer Mocca 13. ⸗

rorzũgl. Congo Thece 6.50

feiner Souchong Thee 8. —

ieinster Imperial Thee B98. 50

hochfeinstex Mandarin Pecco Thee 12.-

4., beste Qual. rein entöltes Cacaopulver, 9.-

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ganz Deutschland versandt. (Deutsche Banknoten und Briefmarken ir
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denzustellen und bitten wir sich dureh einen Probeauftrag zu überzeuger
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drn. Ludwig Schlaudecker
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Namenstage

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hoch! hoch! hoch! daß es
in der Unterstadt schallt und im
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2355 5855— 553 3 — 3535 5338 783 22838 S8
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7555 8 88 —A—— *53 8 ——
2*4 288 — 82 S24 85 5 255 — 3— — 28 * * 52 358
2 5.2 73— S5. S * 52 — 8
2383 582 638 ———— —538358 ——34 2285. 5535 —
3 — * —— 2 — ⸗ 5 — — m22 8 * 2
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5 555 77 5 253232 — 2385
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* D D —— —2 ——— — 58 * 22525 —— * — —2 S
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552 5*535 *a855835 —3E52— Iz55— 8 5 253
555 75258 537 558383258355 —A —55—23 ..*8 553 *—5*28
582 82 * —33382 528 5z 535 *52 5* 2., 55— 5— 352
52,. 55 — — 52235 25 E 5 8. I832356 — — — 8 52
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33 3288353353. 383328. 8353—2353 2.,33 2593.
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2 —3 22*— 53 — S —— —23232 3 1 2353
2363 —335 3838 35323. 2353 2.2 773 * 53 23 383 ——
I 3 33 33333 3 3833 3. 583
* A2 2532 2 32333522 253 —— 26 2B ; 2.

J —. . 5—3537 — 33 3—,533 —8

33 3 53

53 333—333. 3333333 3* 2353—35238 8388

838 322.2 2 5 23 5 2322. 52237 53232728 *23 337*
2.2 8 5 3 3 58 —»——»383 —5 ——53333 —5 23

To ——— —J — 52 »5 523 x— 2223 5* ———— * 5 3

26 2 23 2 852 * 7 25 —8B8 25 5 S· —

433 ,33 333538 * 3 * —— 2 — 3. —*853 233 2338 3 ——
3 22 * —55* *8 — * — — 2 *533

—28353333—3323 88—523 53 353332—5 28 —3**

12. 26 5333 335553338 525353 2 82 — ———

3233553 3223 228* Se

— — —2 *23533 c7

— — 5 * —— — — —X
333883
2 — 8 522* 8 3 28 *3
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2 2 *28 252. 2 3.
5325 535222 —833,—23
232. 55.53 333 332252
—— * S s 332338323383
J —cc——
83 53 8332—2338
5 38—83333
2 — 28200 3 *8 —
7 — 522 3255 — * 2 —
* 53 23838*5 5322233
2.3* 28255—353. —
* —— 53 * 223328 5
8* * — —
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22 *3.,3 22 2*8* 2 *
2 85 775 —3385363
2 238328*
22 2.8 — 2 5 58 * —*
— 323822 *3352 27 2
—8 35* 2 *5*7 223. 2 8. *
—3 3 ————— * SD *
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7 22. 33 63
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2. 83* 8 22. 7
2* 2,3532 255527
53352 .223.3 33. 53 3
F 3377 α 8

325888853832893 98
22z25 332355332 207
2 32 2* *
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3 —— — 30
*3 —23————38—
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527227 2223
3 7 333382 7738
38 — 53328 2⏑—3833 3*
2225338 382222 583 22
322323 2368*3 83 32
223233 85*7 73835367—.— *
85 3 * 3382 3333 7
32 3 2* 2323* 28 *
— 235533333535
8* 3
— — 33783143373
25557 333383 333335
‚8 32228 2 232 588
38* 2568 33333 8 55
832. 733* 33323233—52. 3
35583383 433 233322
— 3 52 333531 2 23
22878363* v 522.23 75 *
27223 3 — —— 25 38
—— — 83323 58
23. *3*— — 325 c8
333 — 25 22 S s. 2 *
— 2 —E 22 832627 *2 8
— 35333333323
238B385 4 —333
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23322327* 38** 2375238
23535M 32 233733
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—2 * * 8 —

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35 *235 35353 *2 322 — 2227 585535 ——

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2352535 5— 338 53283333 5335 *
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35* 3352—3582233 — —3 22 2252.

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32.* 38. E553 232 339* — — 2. 552 *5* 25828
3 3 333—83

5** — 2 — 3. 2 —

— 3 5 — 9—
23 — 33 2 8 3. * 4 202 2 — 2522 2588

33.3 8323* 33835357 —— 8* —7 —A — 2
— —252353 * 86* . 275 —

25 5233 3 58. 2 32*522 25 2388 3 224 2
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* 2. * 533333 3 — 552 .* 8
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3335 55 ——V 38 332* —E
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5373235 2 * —2 2 —— 28 2* 2 —
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23 8. 223 — 355 7 —— — 95 37
—A — 2332 3555 525335 — *28 —2*

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* DibrS 58* —— 2 82 252 *
5 75 S B 532538 33—7 2 3 3
285 S 3223 33 32. 533233 2.2 *5 v
——— * 77235536*3335 *ꝛ 8 *
23 2—25287 535330 33830655. 123338
55. * 23555 8. * — —— 32 3235332323553
*23. * 725 25 * 2 2.3* —A— —A 232 223 5
3837 3 2. 4à286* 22 332 53*833 * —A 8
2835 — 329 A 32893 38 3832
7 —A ——
333537 — 3 2* 3233 3383 A
233358— 22333 F 383 332
— 2 »822 * 2. 2 — 533
*255 325533. 2. 38 — 232855
38835 *83 3 328837* —322—3 32333
* 2.* * *
353 538 — 335537 83 74 A— *3758
7 232323 * 222 — — 5z3388 — — A—
3* —*23 653 5— 75 52355 2.53. 2. 5 38 23353 2
23.7 — 5239823 53602 223538 5532 333 2.
—— —8 2 S — *3 5 — — 5335 G2 S4
* 332 2 2 233 335387 328
222 9. 2235 7— 5c — 328 282.3 *
22.*8 3 — 3 D XAA 5 23322 38 2
a. V7 1323 8. 83 S 38 5538 5533
J. — A 5835335 582 8
2 3.3. 7 2* 2 — —A 53. —3855— *
7 — *8 * 5323 * 5 —
2 52 —577 5235 3 35 258
23 * 3
5233 — 2 *23 575
— 2 —2 3227* *
32 7
3

*
82
48

— *

8
        <pb n="525" />
        Sl. Ingberler AAnzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauvtblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
age) ericheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich
A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 4, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 80 B pro Zeile berechnet.
1881.

Bestellungen für den Monat September auf den

„St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem

zonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, von
msern Austrägern und in der Expedition entgegen genommen.

q

.4. O. Der Indifferentismus im Gewerbsleben.
In einer Zeit, wie die Gegenwart sie ist, da die freie Kon—
urrenz alle Privilegien einzelner Personen oder ganzer Berufs-
lassen, durch welche letzteren die Herstellung und der gewinnbringende
bertrieb irgend eines gewerblichen Erzeugnisses ausschließlich ge—
ichert wurden, rüchsichtslos bei Seite geschoben hat, ist der Einzelne
nehr als je in dem großen Kampfe ums Dasein auf eigne Füße
zestellt. Während früher die Schranken der Zunft den in ihr
Ztehenden zugleich beengten und doch auch stützten, ist jetzt jeder
zur allein auf die eigne Kraft angewiesen und anstatt Zunftzwang
t „Selbsthilfe“ die Parole des Gewerbtreibenden geworden. Der
zerständige wird den Eintritt eines derartigen Zustandes nicht als
in Uebel schmähen, das nur eine krankhafte Neuerungssucht, ein
ebolutionärer Zeitgeist geschaffen habe und dem gegenüber man
treben müsse, es sobald als möglich wieder loszuwerden, um wieder
n die altgewohnten Bahnen der Väter, in denen der Verdienst
war beschränkt, die freie Bewegung einzelner aufstrebender Köpfe
sehemmt, aber das Auskommen angeblich in jedem Falle gesichert
var, einzulenken. Vielmehr muß der Einsichtsvolle das Aufhören
ener, die freie Handelss und Gewerbethätigkeit hemmenden Gesetze
ils einen bedeutsamen Fortschritt in der Gesammtentwicklung unseres
holkes begrüßen, das dadurch der gesetzgeberischen Bevormundung
ntwachsen und in seiner Reife um ein Bedeutendes fortgeschritten
rscheint. Freilich ist auch nicht zu leugnen, daß in der unbeschränk—
en Freiheit das Fortkommen des Einzelnen viel mehr in Frage
restellt ist. Aber dafür ist ihm auch die Möglichkeit geboten, ohne
Beiteres die nicht lohnende Arbeit zu verlassen und sich einem
inderen Arbeitsfelde zuzuwenden. Leider ist diese Faͤhigkeit der
eichten Bewegung, der scharfe Blick für die Bedürfnisse der Zeit,
nie ja in dem schnelllebenden Geschlechte der Gegenwart in rascher
folge kommen und verschwinden, der industrielle Spürsinn Vielen
iicht eigen. Man beschränkt sich sehr häufig auf unfruchtbare Er—
irterungen und nutzlose Klagen über die Uebelstände, mit welchen
er Gewerbestand heutzutage zu kämpfen hat. Es ist ja keineswegs
u leugnen, daß der Gewerbtreibende mit vielerlei Widerwärtig—
eiten zu kämpfen hat, die sich in gewissen Gewerbebetrieben ganz
esonders als drückende geltend machen. Vor allen Dingen bereitel
er in vielen, ja den meisten Industriezweigen überhand genommene
rabrikbetrieb dem Kleingewerbe schwere Konkurrenz. Bei der
assenprodulttion der Fabriken können die Waaren, weil man sich
mausgedehnterer Weise des Maschinenbetriebs bedienen kann,
zuberer, gleichmäßiger hergestellt werden. Da ein großer Fabrik—
etrieb auch eine viel ausgiebigere Ausnutzung der Arbeitskräfte
ind Maschinen zuläßt, so kann der Fabrikant auch einen Preis
ellen, bet welchem der Meister des Kleingewerbes nicht bestehen
oͤnnte. Letzterer wird daher in vielen Fällen der Abnehmer der
abrikanten und muß zusehen, wie dieser bei dem Geschäft das
rett abschöpft. Diese und ähnliche Betrachtungen haben manchen Ge⸗—
erbsmann unverme kt in einen Pessimismus hineingetrieben, der ihn
berhaupt an einem fröhlichen Emporkommen verzweifeln läßt und
er ihn nach und nach gegen den eignen Beruf und die noth—
bendige Weiterbildung in demselben stumpf macht. Er plagt sich
vohl von früh bis in die späte Nacht, aber der Schwung des
heistes, der auch dem Handwerker so nöthig ist, fehlt ihm“ Er
ebt in einem Indifferentismus, einer Gleichgültigkeit dahin, die
hu nicht nur niederdrückt und ihm auf Augenblicke die Leere feines
heistes und Gemüths in unerträglicher Weise fühlen läßt, sondern
yon der er mit der Zeit auch erkennen muß, daß sie ihn in seinem
vjeschäft rückwärts bringt, ihn also auch materiell schädigt. Da muß
csehen, wie irgend eine Novität aus seinem Fache einem seiner
ollegen einen ganz erklecklichen Gewinn zuführi, weil dieser
erstanden hat, im rechten Augenblick die Aufmerksamkeit des Publi-
ins darauf zu lenken, weil er im Stande war, denselben eigen⸗
ndig zu fabrizieren und sich dadurch auch den Gewinn der Pro—

duktion zu sichern. Da schüttelt wohl der Erste den Kopf und
pricht von Schwindel oder belächeit einen derartigen Versuch.
AUber das Publikum braucht nur erft einmal an den Gedanken ge⸗
vöhnt zu sein, daß ihm jener Gewerbtreibende öfters etwas Neues
bietet, so wird es ihm doch seine Gunst zuwenden, weil es heißt:
„Das ist ein strebsamer Mann, der versieht sein Geschäft.“ Ja,
voher nimmt er aber immer die neuen Ideen, welche bei dem
Publikum so willkommne Aufnahme finden? Wie hat er sich über⸗
jaupt den Ruf eines verständigen Mannes erworben, der ihm nun
nuch für sein Gewerbe so außerordentlich förderlich ist? Er war
mablässig bemüht, sich alle möglichen technischen Vortheile seines
Beschaftsbetriebes anzueignen und. aus Fachzeitungen die neuen
Muster und Proben kennen zu lernen, um mit dem unaufhaltsam
fortschreitenden Zeitgeiste gleichen Schritt zu halten. So ist ihm
nichts fremd geblieben, was der veränderie Geschmack, die Mode
er Zeit verlangt. Aber auch für andere Zweige menschlichen
Strebens wußte er durch Lektüre anregender Zeuschriften, an denen
's unsrer Zeit nicht fehlt, sein Interesse rege zu erhalten und sich
o vor dem Indifferentismus zu bewahren, welcher der Tod alles
jeistigen Strebens ist. Das Göthe'sche Wort: „Habt nur Geist!“
gjilt eben auch für den Handwerker. Ohne Geist sinkt er zur
Aoßen Maschine herab.
DVeutsches Rerch.

Müuünchen, 24. Aug. Das Ministerium der Finanzen giebt
zekannt, daß mit der Abstempelung ausländischer Werthpapiere,
velche vor dem 1. October 1881 ausgegeben sind und spatestens
am 29. December 1881 zur Abstempelung vorgelegt werden. so—
wie mit der Erhebung der Reichsstempelabgabe don diesen Werih—
papieren außer den saͤmmtlichen kgl. Kreiskassen und dem Stempei⸗
amt Rürnberg anch noch eine Reihe anderer kgl. Stellen beauftragt
st. Und zwar sind dies in der Pfalz die kgl. Filialbank in Lud—
wigshafen, das Hauptzollamt Kaiserslautern, das Nebenzollamt
steustadt und das Nebenzollamt Zweibrücken.

Aus München wird berichlet, daß nach vorläufiger Bestimm—
ung der Deutsche Kronprinz am 28. d. M. in Augsburg,
uind am 30. d. M. Abends in Landshut zur Besichtigung der
ayerischen Truppen eintreffen wird. Die Abreise erfolgi am 31.
August Abends. Der Kronprinz wird während seiner Anwesenheit
n Landshut im königlichen Schloß Wohnung nehmen, die, sowie
Zquipagen und Dienerschaft, von Sr. Maj. dem König ihm zur
Verfügung gestellt sind. Dem Vernehmen nach wird der Oberst-
jofmarschall Frhr. v. Malsen auf allerhöchsten Befehl in Landshut
die Honneurs machen.

Nach berühmtem Muster, meint die „Nordd. Allg. Z.“, habe
der neue bayerische Minister des Innern gearbeitet. Der Erlaß.
in welchem die Behörden angewiesen werden, von den ihnen zu⸗
tehenden Aufsichtsbefugnissen gewissenhaften Gebrauch zu machen,
im dahin zu wirken, daß die Gemeinde- und Districts-Verwaltungen
ich möglichster Sparsamkeit befleißigen und bei der Beschlußfassung
über neue Ausgaben vor Allem die Leistungsfähigkeit der Stouer—
ahler und die Conservirung des gemeindlichen Grundstockvermögens
m Auge behalten, stelle sich dem vor kurzem vom preußischen
Minister des Innern ergangenen Erlaß an die Seite. Der bayerische
Ninister des Innern hat allen Anlaß, sich gegen diese Zusammen—
tellung feierlichft zu verwahren. Der Erlaß des Herrn von Putt-
ammer hatte bekanntlich gar keinen anderen Zweck, als den Ge—
neinden begreiflich zu machen, daß sie auf Erhoͤhung der Zuschüsse

)es Staats zu den Schulkosten nicht zu rechnen hätten, so lange
ie Steuerreform nicht durchgeführt sei; der Erlaß des bayerischen
Ninisters des Innern hat die entgegengesetze Absicht: die Gemeinden
ollen bei Zeiten dazu angehalten werden, ihre eigenen Kräfte zu
ßathe zu ziehen. Herr v. Puttkamer geht davon aus, daß die
reußischen Gemeinden jetzt schon überlastet seien und daß ihnen
dilfe nur von außen kommen könne, und das um den Preis, daß
ie das ihrige dazu beitragen, den Steuerprojecten des Reichskanz
ers zum Sieg zu verhelfen. Es wäre sehr zu wünschen, das
derr v. Puttkamer sich entschlösse, bei seinem bayerischen Collegen
n die Lehre zu gehen, so meint die „liberale Correspondenz“, der
vir das Vorstehende entnehmen.
        <pb n="526" />
        Die Umarbeitung des Unfall⸗Versicherungs⸗Gesetzes
wvird mehrere, Monate in Anspruch nehmen; dasselbe soll von einer
Denkschrift begleitet dem Reistage vorgelegt werden. Ob auch die
auf den Etitwurf eines Gesetzes über Arbeiterversicherungs⸗ und
Alterversorgungskassen bezüglichen Arbeiten schon bis zu Anfang
des nächsten Jahres weit genug befördert sein werden, ist fraglich.
Die Vortiagen sollen zunächst dem preußischen Volkswirthschaftsrath
unterbreitet werden.

Kaiserin Augusta, deren Zustand sich stetig bessert, wird
am 18. September von Koblenz nach Baden-Baden übersiedeln.
m 18. September wird dort auch Kaiser Wilhelm ein⸗
reffen. Vom 18. bis 25. Sept. finden bekanntlich in Karls⸗
ruhe die Vermählungsfeierlichkeiten sowie jene der silbernen Hoch⸗
zeit des großh. Paares statt.
Ausland.
Wie ein richtiger Maghar über die in Ungarn zahlreich
wohnenden Deutschen denkt, dessen ist Zeugniß ein Urtheil, welches
ein Mitglied der Magnaten⸗Tafel, Graf Alexander Teleki, am 20.
Januar 1881 in dem zu Klausenburg erscheinenden „Magyar
Polgar“ über die Deutschen gefälll hat. Graf Teleki schrieb nüm—
lich: „Einen Feind haben wir, einen Feind, wie es der Hagel der
Saat ist, wie der Reif der Melone, der Gurke, dem Kürbisblatt,
die Kaßze der Maus, der Geier der Taube, die Krätze der Haut,
der Grind dem Kopfe — unser Tyrann unser Ausbeuter und unser
Verwüster, der für uns zugleich Laus, Wanze und Phylloxera ist;
und dieser unser Feind ist ... der Deutsche!“ Die Deut—⸗
schen sind eben fleißiger und haushälterischer als die Magyaren,
atum tommen sie zu was, während die Magyaren mit ihrer
Kiederlichkeit es zu nichts bringen. Da liegt der Hase im Pfeffer.

Der Schah von Persien gedenkt, wie aus Paris be⸗
iichtet wird, zum dritten Male eine Rundreise durch die europäischen
daupistädte im nächsten Frühjahr anzutreten. Er wird wiederum
Wber Petersburg, Rom, Paris und Wien nach London und von
London nach Berlin gehen.

Am verflossenen Sonntag fanden auch in Spanien und
Portugal die Kammerwahlen gstatt. In dem ersteren Lande
erhielt die Regierung eine große Majorität und auch in Portugal
scheint die Opposition in der Minderheit geblieben zu sein.

In Bosnien und der Herzegowina scheinen recht un⸗
erquickliche Zustände zu herrschen. Namentlich in der letzteren
Provinz ist die Unsicherheit so groß, daß das Standrecht proklamirt
derden mußte. Nach Berichten Wiener Blätter begehen die herze⸗
gowinischen Räuber an österreichischen Soldaten, die zu ihrer Ver⸗
solgung ausgeschickt werden, vie schändlichsten Gräuelthaten und
fJüchten sodann auf montenegrinisches Gebiet. Den Soldaten
ollen bei lebendigem Leibe Nase, Ohren, Hände oder Füße abge—
schnitten werden. Bis jetzt wolle es nicht gelingen, dem Räuber⸗
mwesen zu steuern, das so schlimm ist, daß es auch unter türkischer
Herrschaft schwerlich ärger gewesen sein mochte.

Frau Garfield, die Gemahlin des Präsidenten der Verei—
aigten Staaten, erhielt Ende voriger Woche theilnahmvolle Depe—
schen von der Königin Viktoria und von der Kaiserin
Augusta.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 26. Aug. An dem Gestern im „Hotel
zur Post“ zu Ehren des Allerhöchslen Geburts⸗ und Namensfestes
bgehalienen Festessen nahmen circa 40 Personen, Beamte und
Buͤrger hiesiger Stadt, Theil und dehnte sich dasselbe in unge—
wungener Heiterkeit und Geselligkeit bis gegen 5 Uhr Nachmittags
us. Während desselben brachte Hr. Buͤrgermeister Custer einen
Toast auf unseren vielgeliebten Landesvater aus. — Der von
dem Kriegerverein Abends im Oberhauser'schen Saal veran—
sttaltete Festball war ergangener Einladungen zufolge sehr stark von
hiesigen Bürgern mit ihren Angehörigen besucht und verlief in
schonster Ordnung, so daß man sich erst spät trennte. Herr Her⸗
nann Fischer, Vorstand des Kriegervereins, ergriff im Laufe des
Abends das Wort; sein Toast galt ebenfalls unserem erhabenen
herrscher Ludwig I.“ Wie bereus erwähnt, vereinigte auch die
Zergleute mit ihren Beamten Gestern Mittag ein Festessen und
Abends ein Ball in den Lokalitäten des „Hotel Laur“ und des Hr. Horst.

St. Ingbert. Nach einer k. Verordnung ist zur Er⸗
jebung der Reichsstempel⸗ Abgaben von Lotterieloosen und deren
Abstempelung ermächtigt: das Rentamt Zweibrücken für die Bezirke
der Rentämier Blieskastel, Dahn, Homburg, Landstuhl, Pirmasens
ind Zweibrücken. Ebenso sind die am Sitze der übrigen pfälzischen
dandgerichte befindlichen Rentämter zur Erhebung der fraglichen
Abgaben innerhalb des Landgerichtsbezirkes ermächtigt.

S Niederwürzbach. Die Einweihung unserer neuen
irche soll, wenn nicht noch anders bestimmt wird, Dienstag, den
z. September nächsthin, vollzogen werden. Näheres darüber werde
ich Ihnen s. Z. mittheilen.

. 83fe83ftastel. 25. August. Unser Bliesstädtchen

zrangt heute zu Ehren des Geburts- und Namensfestes Se. Maj.
ʒes Königs im schönsten Fahnenschmucke. Das Thal hallt wieder
om Donner der VBoller. Schon gestern Abend hatte anläßlich des
Festes der Männergesangverein eine Neunion mit darauffolgendem
Tanze veranstaltet, zu der sich ein sehr zahlreicher Besuch eingefun⸗
den hatte. Ein Hoch auf S. Maj. den König fand begeisterten
Anklang. Heute Vormittag war Festgottesdienst und später im
Hotel Zur Post“ Festdiner. Am Abend wird die Feuerwehr im
dnig'jchen Gartensaale eine Reunion geben.

FuIn Höheinöd wurde am 283. ds. die Scheuer des
Wirthes Hoh durch einen Blitzschlag entzündet. Das Gebäude mit
einem ganzen Inhalt an Früchten ist niedergebrannt.

'In Pirmasens haben einige Schuhfabrikanten ein
jutes Mittel, um dem Blau⸗Montag⸗ Machen zu steuern, entdecdt
Sie zahlen ihren Arbeitern den Wochenlohn erst Montags Abends
datt Samstags aus. Seitdem können dieselben über jenen Fehler
hei ihren Arbeitern nicht mehr klagen.

F'Im „K. St.“ wird für die Einführung des Localmalz·
nufschlages in Kaiserslautern plaidirt, der nach Ansicht der
sedecon etwa 20,000 Mk. ertragen würde, wovon die Auswär—
igen mindestens ein Viertel zu tragen hätten. In Kaiserslautern
Funte man sich diesen Luxus um so mehr erlauben, als das Bier
vort nur 12 Pf. kostet.

Aus Maikammer zeigt Einer in der Edenkobener
—EDD „Ein Mann im Alte,
jon 30 Jahren (Oekonom), mit einem Vermögen von 40,000 Mt.
vünscht bis Michaeli ein schönes junges Mädchen, welches iw
sähen und Stricken erfahren ist und sich allen Hausarbeiten unter⸗
virft. Wenn sich das betr. Mädchen gut anläßt, hat es Aussicht
hon betr. Herrn geheirathet zu werden.“

In der Generalversammlung der Vol ksbankLandau
purde der Antrag gestellt, die bisherigen Stammantheile von
1000 M. auf 500 oder 600 M. zu ermäßigen. Da die zur
Ztatutenänderung erforderliche Anzahl von Mitgliedern nicht vor—
sanden war, so konnte, wie wir dem Eilb.“ entinehmen, eine Be—
chlußfassung nicht erfolgen. Dagegen wurde das Eintrittsgell
von 25 auf 6 M. herabgesetzt.

Gelfieber.) Aus der Pfalz wird der „Frkf. Pr.
erichtet: „Die hohen Course der Oelheimer Petroleum⸗Aktien
assen auch die Leute in unserer Pfalz und im benachbarten Rhein
hessen nicht ruhen. Man braucht sich also nicht gerade allzuseh
u verwundern, wenn auch in dieser Richtung nach Petroleum ge
‚ohrt wird. So muß die bei Brunns. in Minden (Westphalen
rschienene Broschüre des königlich preußischen Bergraths a. D
Freiherrn v. Dücker („Petroleum und Asphalt in Deutschland“)
jerschiedenen Blättern dazu dienen, womöglich für eine Bohranlag
im Mittelrhein sich zu begeistern. In jener Schrift steht nämlid
A. zu lesen: „Herr Tobias Deiß aus Offstein bei
Worms theilt mit, daß auf seinen dortigen Wiesengrundstücken in
Fräben vielfach regenbogenfarbige Oelerscheinungen zu beobachten
seien; und wie dies in der That die charakteristischen Anzeichen
bon Erdolvorkommnissen sind, so liegt auch die dortige Gegend noch
in dem Gebiet der vorher besprochenen geologischen Einsenkung der
Rheinebene, und es ist sehr wohl für moͤglich zu erklären, daß dor
Petroleum zur Erdoberfläche aufdringen kann.“ Freilich wäre e
Jewiß von großer Bedeutung, wenn wir uns bezüglich jenes s
wichtigen Beleuchtungsmaterials von den Amerikanern mehr un
mehr emanzipiren könnten.

—Kurzlich brachten mehrere pfalzische Blätter eine aus nord
deutschen Zeitungen stammende Notiz, nach welcher vom 1. Ol
an das seitherige Recht der Frauen erlöschte, bei ausbrechenden
Foncurs ihres Gatten ihr „Eingebrachtes“ beanspruchen z
önnen. Rur jenen Frauen, welche vor dem Jahre 1879 geheirathe
ind deren Gaite Besitzer irgend eines Grundstückes ist, wäre ein
Rettung ihres Beigebrachten möglich, wenn sie ihr Geld oder der
u Geld berechneten Hausrath, die Aussteuer ꝛc. als Hypothek au
‚as Grundstück eintragen lassen. Für die Pfalz und deren eherecht
iche Verhältnisse ist dies durchaus nicht zutreffend, da nach Att
234 des bayerischen Ausfuͤhrungsgesetzes zur Reichscivilproceß⸗ und
Foncursordnung die Rechtsfolgen einer unlerlassenen Inscription de
peiblichen Ehegatten nur auf die bayerischen Landestheile rechts de
Rheins Bezug haben und in der Pfalz die seitherigen gesetzlichen
Bestimmungen in Kraft bleiben.

Die Bestimmungen, daß Vorschüsse auf den Werth de
gutes ( Werthnachnahmen) bis zur Hoöhe von 300 Mi
zugelassen sind, ist dahin abgeändert worden, daß fernerhin in
Zerkehre, welcher auf deutschen Bahnen endet,, Werthnachnahmer
zis zur Höhe von 1000 M. genommen werden können, wenn nat
dem pflichtmäßigen Ermessen des abfertigenden Beamten durch der
Werth des Guͤtes die Nachnahmen und die auf der Sendung has
enden Kosten sich er gedeckt sind. Die Nachnahme darf indesse
»em Aufgeber nicht eher ausbezahlt werden, als die Aufgebestatit
on der Empfangsstation die Anzeige über die erfolgte Ausgleich
ma der Nachnahine von Seiten des Empfängers erhalten hat.
        <pb n="527" />
        Am Montag wurden dem Adjunkt Forrer aus Ibers—
hei m. (Rheinhessen), wãhrend seiner Abwesenheit 7000 M. gestohlen.

Ein Engländer fuhr ungefäht vier Wochen lang alle Tage
mit einem Rheindampfboot von Mainz nach Köhn und dann
wieder von Koln nach Mainz. Der Schiffskapitän staunte über die
Ausdauer seines Passagiers, obwohl die Gegend dort zu den schönsten
der Welt gehört, und fragte ihn eines Tages: „Nun, Mylord,
insere Gegend gefällt Ihnen gewiß ausnehmend, weil Sie die
Fahrt regelmäßig mitmachen?“ — „Ach was, Gegend!“ versetzte
der Gefragte, „ich war in Neapel und Konstantinopel und habe
noch weit schoͤnere Gegenden gesehen; aber so wohlschmeckende
Pfannekuchen, als auf diesem Schiff gebacken werden, habe ich in
der ganzen Welt noch nicht getroffen.

F Am 22. Aug. wurde bei der Station Rhen (nahe bei
Boppard) eine Mutter mit ihrem Kinde von dem vorbeifahrenden
Fisenbahnzuge todtgefahren. Die Mutter schnitt oder rupfte am
Fisenbahndamm Gras, während ihr etwa zweijähriges Kind in der
Nähe spielte und dabei bis auf das Geleise geklettert war. Der
zührer des heranbrausenden Zuges bemerkte das Kind; er ließ
eine Pfeife schrill tönen und suchte den Zug zu hemmen. Da
jemerkte auch die Mutter die Gefahr des Kindes; erschreckt sprang
ie hinzu, griff nach dem Kinde, aber sie konnte nicht mehr zurück,
ie glitt vielleicht auch aus, und über Mutter und Kind ging der
Zug hinweg. Es war ein herzzerreißender Anblick, und viele Passa⸗
giere konnten sich der Thränen nicht enthalten.

Das Schützenfest in München soll einen Ueberschuß von
wa 20,000 M. ergeben haben.

F Ein entsetzliches Ereigniß steht der Stadt München be—
»or. Wie der „Vayer. Cour.“ mittheilt, wird in Bälde die Quelle
des Hofbräuhauses versiegen, wenn nicht anderes Bier zum Aus⸗
chant kommen sollte. Diese Kalamität soll hauptsächlich das deutsche
zundesschießen hervorgerufen haben, während dessen an einem Tage
allein 120 Hektoliter ausgeschänkt worden sind.

— Gelegentlich der 8. Hauptversammlung des bayerischen
VBolisschullehrer-Vereins zu Bamberg wird den
zen sich legitimirenden Lehrern auf den pfälzischen und hessischen
Bahnen und den bayerischen Staatsbahnen eine Fahrtarermäßi—
zung von 50 pCt. in 3. Wagenklasse gewährt. Die vom 28.
August ab in der Pfalz nach Aschaffenburg gelösten einfachen
Billete 8. Klasse sind zur Rückfahrt bis inkl. 8. Sept. l. J. giltig.

Gfennigsparkassen) Die im Herbst d. J. in
gerkin stattfindende Versammlung deutscher Armenpfleger wird
oraussichtlich auch Gelegenheit geben, einer neuen Einrichtung der
Pfennigsparkassen naher zu treten, die nach dem Vorgang von
Harmstadt über Deutschland sich auszubreiten beginnen. In jener
Stadt mit ungefähr 40,000 Einwohnern, von wo die Bewegung
muusging, wurden in den ersten vier Monaten der Begründung in
olchen Pfennigen über 85,000 Mk. zusammengetragen. An jedem
Sainstag Abend sind dort, wie man der Nat.⸗Ztg.“ berichtet, 20
Zammelstationen von 5 bis 8 Uhr bereit, die Einlagen im Empfang
zu nehmen, deren Beträge alsbald in die städtische Sparkasse ein⸗
jelegt und dort jeder Station gutgeschrieben werden. Sobald das
huthaben des einzelnen Einlegers 1 Mark oder mehr beträgt,
dird es auf dessen Namen übertragen und ihm verzinst. Der
Dienst der Stationen und des Kuratoriums der Pfennigsparkassen
vird unentgeltlich versehen und die Beamten der städtischen Spar—
iassen übernehmen entgegenkommend die ansehnliche Arbeitsvermehrung.
Bon großem Werth ist die in Darmstadt gemachte Erfahrung, daß
zie Zurücknahme der Einlagen eine verschwindend kleine ist, obwohl
nan die Einlegebüchlein den Einlegern zur Verwahrung und Dis—
„osition überlassen hat. Erfreulich ist weiter die Wahrnehmung,
aß die Gründung der Pfennigsparkassen die Lust zum Sparen
nuch in Schichten der Bevölkerung anregte, denen durch bessere
kinnahmen das Sparen größerer Beträge erleichtert wird.

Vor einigen Tagen erließ Jemand ein Inserat im „Berliner
zutelligenzblatt“, nach welchem zum Adressenschreiben junge Kauf⸗
eute gegen 10 Pf. pro Stunde gesucht werden. Auf dieses An⸗
jebot liefen 142 Offerten ein, manche mit flehender Bitte, berück⸗
ichtigt zu werden.

Der „Magd. Ztg.“ entnehmen wir folgenden hübschen Ka—
enderscherz': Der 18. August war ein merkwürdiger Tag.
Derselbe geschrieben 18.8. 1881 — 1881881, besitzt nämlich wie
as Jahr 1881 die seltene Eigenschaft, von vorn und hinten, von
ben und unten übereinstimmend gelesen zu werden. Solcher
nerkwürdiger Tage besitzt unser Jahrhundert nur noch 2, den
(0. Aug. I801 1081801 und der 11. Aug. 1811 - 1181811.
horher war der letzte derartige Tag der 8. Aug. 1188 * 881188
ind der nächste wird sein der J. Oltober 8011 * 1108011.
iie wird es dann, nämlich in 5130 Jahren, auf unserer Erde

uussehen? .

F Der Magistrat von Wien beabfichtigt die Einführung der
lekirischen Veleuchtung, Es soll damit auf dem
FJraben mit 16 Flammen à 2000 Kerzen und auf dem Stephans
olatzeb egonnen werden.

4 In Tarasp, Graubünden, ist der Rechtsanwalt Arnold
—AVV
im Großherzogthum Vaden eine Rolle spieite und damals viel von
ich reden machte. Mit 19 Jahren bereits Artillerieoffizier, kam
er als Student der Rechte nach Heidelberg und kommandirte beim
Aufstand das von Mannheim aus gegen Ludwigshafen gerichtete
Artilleriefeuer. Vor das badische Kriegsgericht gestellt, wurde er
zu lebenslänglicher Festungsstrafe und für den Erfolg seiner Ka—
nonade gegen Ludwigshafen zu 300,000 Gulden Entschädigung
erurtheill. Er wurde in Bruchsal in Haft gehalten, konnte aber
dort auf romanhafte Weise entfliehen. Auf dem Bodensee wurde
r zwar von der badischen Polizei erkannt, durfte indessen, weil er
ich an Bord eines schweizerischen Postdampfers befand, nicht mehr
estgenommen werden.

F Aus der Schweiz wird gemeldet, daß das Moos am
wechten Ufer der Zihl (zwischen Neuenburger- und Bieler-See) im
Brand stehe; seit acht Tagen bedeckt ein dicker Rauch die Ebene.
das Feuer hat die Torflager an verschiedenen Stellen ergriffen, und
za die Austrocknung des Großen Mooses den Torf trocken gelegt
jat, ist das Feuer vier bis fünf Fuß tief in den Boden gedrungen.
Bis jetzt waren alle Anstrengungen zu seiner Bewältigung erfolglos
geblieben und vergebens hat man zu seiner Einschränkung Gräben
jezogen. Der Rauch wird weithin getrieben und belästigt die Be—
vohner der Umgegend sehr stark.
Aent —achrichten.

Der Forstgehilfe Ludwig Geieß in Neuhäusel, Forstamts Zweibrücken,
vurde in gleicher Eigenschaft zum Revier Jägersburg versetzt und der geprüfte
orstschutzle hrling Fr. Die pold in Berg, Forstamts Neumarkt, zum
orstgehilfen in Neuhäusel ernannt.

2—

BGemetrnariges.

Gegen Verbrennungen wird jetzt von amerikanischen Aerzten wie⸗
erholt eine Auflösung von Soda in Wasser empfohlen und angewendet.
Dieselbe muß jo start sein, daß sich ein Theil davon im Gefäße niederschlägt,
inen Bodensatz bildend. Man sollte stets eine Flasche von solcher Soda⸗
luüjsigkeit für vorkomnende Fälle vorräthig halten. Bei seiner Einfachheit
ind Billigkeit verdient diefes Mittel jedenfalls alle Beachtung. Der Anwesen⸗
zeit der Soda (kohlensaures Natron) in er Seife verdankt offenbar auch der
Zeifenbrei (geschabte Seife) seine Wirksamkeit gegen Verbrennungen.

(Vorsicht mit Milch,, Rahm und Butter.) Diese Stoffe nehmen
rfahrungsgemäß alle üblen Gerüche, Ausdünstungen und empidemische Krank⸗
eitskeime, die in der Luft verbreitet sind, in sich auf. Es ist in letzterer
zeziehung nachgewiesen, daß durch die Milch selbst Diphterie, Dyphus, Blat⸗
ern, ꝛc. weiter verbreiiet wotrden sind. Daraus geht hervor, daß alle Milch⸗
zrodukle⸗ nicht nure in gesundheitlicher Beziehung, sondern auch in Bezug auf
hre Qualitaͤt nicht sorgfältig genug vor schlechter Luft und üblen Gerüchten
wahrt werden önnen. Der Verkauf von Milchprodukten aus Häusern, in
enen epidemische Krankheiten und aus Ställen, wo derartige Seuchen herrschen,
ollte gesetzlich verboten, resp. strenger beaufsichtigt werden.

Marktberichte.

Zweibrücken, 25. August. (Fruchtmittelpreis und Viltualienmarlt.)
Weizen 13 M. Os Pj. Korn 69 M. 97 Pf., Gerste zweireihige 9 M. 36 Pf.,
dierreihige 08 M. 05 Pf., Spelz 8 M. O2 pf. Spelzkern — M. — Pf.
Ddinkel · M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 81 Pf., Hafer 7 M. 38 Pf.,
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 3 W. 30 Pf.
Zeu 4 M. 10 Pf., Stroh 8 M. 10 Pf., Weißbrod, 12/0 Kilogr. 62 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 71 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 ppf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. I. Qual. 46 Pf, Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.z Butter */3 Kilogr. 1M. O pf.,
Vein 1Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 24. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
12 M. 64 Pf, Korn 9ꝰ M. 410 pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 07 M.
Dßpf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste Kreihige dM. — Pf. Hafer
7 M. 45 Pf., Mischfrucht O0 M. 64 Pf. Erbsen — M. — Ppf. Wicken
d Rt. — pf, Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
hrod 6 Pfunnd — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
kindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
50 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 05 Pf. Kartoffeln per Ztr. — M. — Pf.

Kaiserslantern, 28. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 12 M. 51 Pf., storn O M. 83 ppf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
IM. 74 Pf., Gerste9 M. 46 Pf., Hafer 7 M. 49 Pf., Erbsen — M.
— pf. Wicden 0O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
vf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. — Pf. Gemischtbrod
3Pfund 45 Pf., Butter pro Pfund 1M. 10 Pf. Eier 1Stüd o05 Pf.
dartoffeln pro Zentner 4 M. 80 Pf. Stroh 3 M. — Bf. Heud M. —
Bf., Kleeheu 4 M. 20 Nt,

rür die Redaktion verantwortlich: F. A. Demen.

Zum Lernen ist man nie zu alt. Dieser Satz findet seine Be⸗
tätigung in vollstem Maaße, wenn wir den letzten Jahresbericht des Tech⸗
nikum zu Mittweida in Sachsen, technische Fachschule für Maschinen⸗
Ingenieure und Werknieister, durchsehen und unter den Schülern Leute von
ber 30 Jahren finden, Offenbar find dies Männer, die im praktischen Leben
hon Stellungen bekleidet haben, aber schließlich zur Einsicht gelangt sind,
aß zum Fortkommen in der Welt jetzt nicht blos praltische Bildung gehört,
ondern auch theor:tisches Wissen, welches allein den strebsamen Techniker be⸗
aͤhigt, den zortschritten in seinem Fache zu folgen und sich eine bessere
Siellung im Leben zu erringen.

Reben vielen interessanten statiflischen Notizen finden wir in dem er⸗
vähnten Jahresberichte auch noch, daß die Eltern der ungefähr 400 Schüller
neistens Fabrikanten, Ingenieure, Gewerbtreibende ꝛc. find, ein Beweis, daß
ie Schule gerade in technischen Kreisen nach wie vor Vertrauen genießt.
Ferner zeigt uns ein dem Programme beigefügtes Verzeichniß früherer Besucher
der Schuͤle, welche ausgezeichnete Stellungen dieselben, im praktischen Leben
gegenwaͤrtig einnehmen.

Programme find unentgeldlich von dem Direktor der Schule, Herrn
C. Weitzel in Mittweida zu beziehen.
        <pb n="528" />
        IADibhbl
Daatelut
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10vorzügl. Perl Santos 19. —

5 leinster Plant. Ceylon 10.75

hochfeinster Java 12. —
eeht arabischer Mocca 13.
rorzũgl. Congo Thee 6. 50
feiner Souchong Thee 8.—
feinster Imperial Thee 9.50
hochfeinster Mandarin Pecco Thee 12.-
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1372.

Sonntag, den 23. Rust

1881.

Bestellungen für den Monat September auf den
F „St. Ing berter Anzeiger“ mit illustrirtem
Sonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, von
unsern Austrägern und in der Expedition entgegen genommen.

und alle Utopisten und Reaktionäre zurückweisen. Zum Schluß
fordert Gambetta die Wähler des II. Bezirkes von Belleville auf,
einen ergebenen Diener der Republik aus ihrer Mitte zu wählen.

Pribatnachrichten aus Washington vom 285. Aug. Abends
ufolge hat das Befinden Garfields eine ungünstige Wendung
genommen; die Drüsengeschwulst ist gefahrdrohend geworden; falls
sicht binnen 24 Stunden ein günstiger Wechsel eintritt, wird das
S„chlimmste befürchtet.

Deutsches Reich.

Se. Maj. der König von Bayern hat dem Bischof v. Dinkel
in Augsburg, dem Präsidenten des Obersten Rechnungshofes Lud⸗
wig v. Pummerer und dem Staatsrath Marximilian v. Losẽ das
gomthurkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone, dem Ober⸗
baudirector v. Herrmann das Comthurkreuz des Verdienstordens
bom hl. Michael, dem Ministerialrath Julius Zenetti das Ritter⸗
kreuz des Verdienstordens der bayer. Krone, dann dem Oberbaurath
Mar Georg Siebert, dem Maler Matthias Schmidt in München,
dem Architekten Professor Georg Hauberrisser in München und dem
Apotheker Friedrich Wolfrum in Augsburg das Ritterkreuz 1. Classe
des Verdienstordens vom hl. Michael zu verleihen geruht; ferner den
Guts- und Fabrikbesitzer Lothar v. Faber in Stein bei Nürnberg
in den erblichen Freiherrnstand des Königreichs erhoben.

* Die letzte Woche hat uns keine bemerkenswerthen Veränder⸗
ungen und Erxeignisse in unserer inneren Politik gebracht. Daß
indessen die Zeit der seit dem Reichsstagsschluß eingetretenen
poliuschen Ebbe vorüber ist, beweist die allmählich höher schwellende
Fluth der Wahlbewegung, welche in den verschiedenen Theilen des
steiches in mehr oder minder bemerkenswerther Weise zum Aus-
druck gelangt. Der Wahltermin ist allerdings noch immer nicht
definitid bekannt und den hierüber umlaufenden Gerüchten ist daher
keinerlei Bedeutung beizumessen, aber bei der nicht zu läugnenden
Nothwendigkeit der rechtzeitigen Bekanntmachung des Wahltages
tteht zu erwarten, daß die Reichsregierung denselben in nächster
Zeit veröffentlichen werde.

* Die Commission, welche zur Vorberathung einer, für das
jesammte deutsche Heer geltenden, Militärstrafproceßordnung
eingesetzt ist, die sogenannte Hundertcommission, hat vor Kurzem
eine Sitzung abgehalten. In derselben ist festgestellt worden, daß
ich die Bestimmungen der bayerischen Proceßordnung mit ihren
Beschwornengerichten und dem öffentlich- mündlichen Verfahren in
leiner Weise zur Aufnahme in den deutschen Militärstrafproceß
eignen. Da man in Bahern nicht gewillt ist, die wohlbewährten
Finrichtungen aufzugeben, so bleibt nicht abzusehen, wie ein Com—
Aromiß zu Stande kommen soll. Es wird indessen für möglich
gehalten, daß die preußische Regierung sich entschließt, die Reform
des militärischen Strafverfahrens mit Ausschluß Bayerns in die
Wege zu leiten. Formell könnte dies um so mehr statthaft er⸗
scheinen, als die bayerische Proceßordnung zu den Reservatrechten
dieses Staates gehört, welche die Gesetzgebung des übrigen Deutsch⸗
land nicht berühren.

Ausland.

Der Bundesrath der Schweiz hat einen bemerkens⸗
werthen Beschluß gefaßt, indem er dem in Genf lebenden russischen
Flüchtling Fürsten Krapotkin den Aufenthalt auf schweizerischem
Febiete uͤntersagte. Fürst Krapotkin gilt als die Seele der Nihi⸗
listenverschwörung im Auslande, und indem man ihm die von ihm
hinreichend verlehte Gastfreundschaft in der Schweiz entzieht, scheint
man den russischen Vorstellungen endlich nachgegeben zu haben.

Das französische Wahlergebniß wurde am Donnerstag
offiziell verlundet. Danach fehlien Gambetta im zweiten Belleviller
Wahlbezirk 34 Stimmen an der absoluten Majorität. Gambetta
st mithin nur im ersten Wahlbezirk gewählt. Derselbe erkllärte
hereits in einem Schreiben an die Wähler des 20. Arrondifsements,
daß er die Wahl im J. Wahlbezirk von Belleville annehme, dagegen
auf das Wahlmandat im II. Bezirk von Belleville verzichte. Nach⸗
dem er im J. Bezirk mit absoluter Mehrheit gewählt und im II.
aur eine relative Mehrheit erhalten habe, halte er für unnütz, sich
riner zweiten Probe zu unterziehen und der Sache wie seiner
Person für würdiger, schon jeßt seine Entscheidung auszusprechen.
In der Zuschrift heißt es weiter: Wir werden bei der Politik des
regel maäßig vorwärts gehenden Fortschrittes beharren, indem wir
Alles von' dem Willen des Landes, Nichts von der Gewalt erwarten

BSBoerm ischtes.

* St. Ingbert, 27. Aug. Nach einigen Tagen Son⸗
ienschein haben wir heute schon wieder Regen und dicht bewölkten
dimmel. Es ist diese Witterung leider geeignet, die Hoffnung
auf einen „guten Herbst“ bedeutend herabzustimmen. *

* Das diesjahrige Geburts⸗ und Ramensfest S. Maj. des
dönigs Ludwig Ii. wurde nach übereinstimmenden Berichten ver⸗
chiedener Bläner in der Pfalz in Dorf und Stadt besonders
estlich und würdig begangen.

Morgen (Sonntagh findet in Gersheim an der Blies
as Jahresfest des landwirihschaftlichen Bezirksvereins Zweibrücken
tatt. Für dasselbe ist bekanntlich unsere hiesige Bergkapelle engagirt.

*St. Ingbert, 27. Aug. Gestern Abend gegen 10
Uhr, nachdem die meisten Ortsbewohner schon im Schlafe lagen,
rach in unserer Nachbargemeinde Haseil im Hause des pensf.
tergmannes und Wirthes Peter Zu'd Feuer aus. Dasselbe
and an den auf dem Speicher lagernden Futtervorräthen gute
stahrung und griff dadurch auch sehr rasch um sich. Bald stand
zas ganze Haus in Flammen; dasselbe brannte denn auch bis auf
ie Riauern nieder. Auch das daneben stehende Haus des Berg⸗
nannes Johann Gehring litt— noch Schaden. Luck hat
—0— Auf welche Art das Feuer ent⸗
tanden ist, ist nicht ermittelt.

Vom 1. September an werden die Orte Langensohl, Mölsch⸗
hach, Stelzenberg, Stüterhof dem Postbestellbezirk von Trip p⸗
tadit zugetheilt.

Das t. Staatsministerium der Finanzen gibt mit Bezug⸗
nahme auf 82 Abs. 2 der Allerhöchsten Verordnung vom 16. Aug.
fd. Is. die Erhebung von Reichsstempelabgaben betreffend, bekannt,
daß mit der Abstempelung auslandischer Werthpapiere, welche vor
enn LOtl. 1881 ausgegeben sind und spätestens am 29. Dez.
1881 zur Abstempelung vorgelegt werden, sowie mit der Erhebung
ʒer Reichsstempelabgabe von diesen Werthpapieren außer den sämmt⸗
ichen k. Kreiskassen und dem Stempelamte Nürnberg auch noch
die nachfolgenden Behörden beauftragt find und zwar in der Pfalz:
. Kreiskasse der Pfalz, k. Filialbank in Ludwigshafen, k. Haupt⸗
oslamt Kaiserslautern, k. Kebenzollamt Neustadt, k. Nebenzollamt
Zweibrücken.

PGfaälzischer Gewerbemuseums⸗Verein,)
das Vermögen des Vereins besteht in 56.9923 Mtk. 86 Pf. welche
zerzinslich bei der Stadt Kaiserslautern hiuterlegt sind. Die
Schulden betragen 62,000 Mk. Dem Vermoͤgen tritt der Werth
»er Sammlungen, der —XLVVV Mobiliars
zjinzu, welcher in dem jüngst erstatteien Jahresbericht für 1880
uf 139,381 Mk. 50 Pf. angeschlagen ist. — Die Einnahmen
ind Ausgaben des Jahres 1881 sind mit je 27,487 Mt. 51 Pf.
dorgesehen. Die Geidprämien⸗Soüterie, hat ein Rein⸗
erträgniß von 60,000 Mk. ergeben, welche Summe für den inneren
und üußeren Ausbau des Gebäudes Verwendung fand. Um in
1881 noch die vier oberen Echsale, die Loggien ꝛc. zu ermöglichen,
hat der Verwaltungsrath. aus seiner Mitte ein 4.prozentiges An⸗
ehen im Betrag von 40,000 Mi. 8 Zur Amortisirung
ind Verzinsung desselben ist der vom p alzischen Landrath bewilligte
Jahreseintrag von 6000 Mk. bestimmt. —9

FGroͤßlittgen, Kr. Wittlich, 22. August. Gestern
vurde unsere Gemeinde in große Aufregung und Angst versetzt.
Vormittags, kurz vor dem Hochamte, zog ein Gewitter herauf und
—— und beschädigte ca. 10- 11
ßersonen. Mehrere mußten bewußtlos nach Hause gelragen werden
ind leiden ktheilweise noch an Verletzungen und Lahmungen. Man
namentlich für einen der Getroffenen noch ernstlich besorgt.
        <pb n="530" />
        4Der „H. L.“ berichtet man aus Alsfeld: „Ein scheuß—
licher Mord ist dieser Tage in unserer Gegend vollführt worden.
Der Forstwart Becker aus Neustadt (Kurhessen), ein tüchtiger,
aflichtgetreuer Beamter, 26-Jahre alt und erst seit Kurzem glücklich
berherrathet, wurde von Wilddieben in kannibalischer Weise geradezu
abgeschlachtet und auf dem Neustadter Friedhof unter der vor
Kurzem eingebetteten Leiche eines Kindes verscharrt. Der Todten⸗
gräber wurde, als dringend der Mitschuld verdächtig, verhaftet, hat
sedoch bis jetzt noch nicht das Geringste gestanden.

— Der Verbrauch an Getränken bei dem 7. deutschen Bundes⸗
schießen in München war folgender: Bier 3295 Hectoliter 15
diter, Erlös 97,209 M.; 9485 Flaschen weißen Wein,“ Erloös
13,927 M. 60 Pf.; 2393 Flaschen rothen Wein, Erlös 5299
M.; moussirender Wein 487 Flaschen, Erlös 2178 M.; 842
Flaschen Champagner, Erlös 7439 M. b0 Pf. und 4526 Flaschen
Mineralwasser, Erlös 1349 M. 80 Pf.; zusammen Getränke, Er—
ds 127,4020 M. 900 Pf.

F Eine sehr große Anzahl chinesischer Studenten
kann demnächst in Deutschland erwartet werden. Es haben bisher
etwa hundert junge Chinesen aus guter Familie auf Kosten der
hinesischen Regierung ihre Erziehung in den Vereinigten Staaten
von Rord⸗Amerika erhalten. Dieselben sind plötzlich wieder nach
dause beordert worden. Wie aus einer im New-Yorker „Herald“
derdffentlichten Unterredung mit Tsu Soon Kee, dem ersten Attach“

der chinesischen Gesandischaft in Washington herborgeht, beabsichtigt
China forian seine jungen Leute in Europa und zwar in Deutsch-
sänd, England und Frankreich erziehen zu lassen mit besonderer
Berücksichtigung der Plätze, in denen sich Kriegsschulen und See—
akademien befinden. Als zweiter Grund für den bevorstehenden
Wechsel wird seitens des im fernen Westen, in Cheyenne erschei—
nenden „Leader“ angegeben, die chinesische Regierung fürchte, daß
durch die Erziehung ihrer jungen Protegoös in Amerika auch ame⸗
rikanische Einrichtungen nach China verpflanzt werden könnten.
4Ende der deutschen Communistengemeinde zu Aur or a in
Dregon. Die Colonie war im Jahr 1855 von Dr. William
Keil gegründet worden und war eine Tochter⸗Co lonie der im Jahr
1888 ebenfalls von Dr. Keil zu Bethel, Mo., gegründeten com-
nunistischen Ansiedelung. In der Hauptcolonie sowohl wie in der
Zweigcolonie herrschten Gütergemeinschaft, und so lange Dr. Keil
ebte, ging Alles seinen regelrechten Gang. Nach seinem vor einiger
Zeit erfolgten Tod aber entstand unter den Mitgliedern eine Be—
wegung, welche Vertheilung des bisher gemeinsamen Grundbesitzes
unler die einzelnen Mitglieder zum Zweck hatte. Zu diesem Behuf
wurde schließlich ein Proceß eingeleitet und wurde in demselben zu
Gunsten einer Vertheilung des Eigenthums unter die einzelnen
Mitglieder erkannt. (Für unsere Sozialisten sehr lehrreich.)
Fur die Redaltion veramwortlich; F. x. D —XB

Turnverein St. Ingbert.
Mittwoch, den 31. August, Abends 8 Uhr:
Gieneralversammlung
im Becker'schen Lokale (Unterstadt).
Tagesordnung:
1. Wahl des def. Vorstandes.
2. Berathung der Statuten.
3. Besprechungen. I
Um zahlreiches Erscheinen ersucht höflichst
Der provis. Ausschuß.

—
Fuch-⸗Aussleltung in Augsburg

An unsere ßundschaft!

Wir haben die Ehre, für die Herbst- und Wintersaison unsere neue Preis
lisite zu unterbreiten. Muster franko nach allen Gegenden, ebenso versenden
Waaren in jedem beliebigen Quantum franko wie bisher.
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Mk. 2. 25, Mk. 2. 60, Mk. 8. 50, 4-5 Mt.
ẽnglische Twills, Gladstone, Beaconsfield, Englische Moleskin, geeignet zu

feinen Herbste und Winteranzugen, Breite 180 —140 Centimeter, pr. Mete⸗

Mk. 41s3, Mk. 512, Mk. 6, 72-69.

—„chwarze Tuche, Buxkins, Délustrs, Satins, Croisé, Livroetuche Chaisen⸗
Tuche pr. Meter Mk.4. 80, Mk. 5. —, Mk. 6. —, Mi. 8. -,Mi. 107 15.

Schwere Landwolltuche für Forstleute, Feuerwehren und Turnvereine, per Meter
gk. 2. 80. Mk. 3. 50, Mk. 4. 50, Mk. 5. —, Mk. 6. -, Mk. 7-8.

Schweres englisches Ledertuch, Breite 120 Centimeter, pr. Meter 8 Mk.

Deulsche und englische Kamnigarne für feine Salonanzüge Mk. 7. 80, Mk. 8.
Mk. 10- 15 pr. Meter.

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namas, Diagonals, pr. Meier Mk. 4. —, Mk. 5. —, Mk. 6. —, Mt. 7.
Mk. 10-15.

Zaisermäntelstoffe, pr. Meter 4112, Mt. 6.—, Mk. 7. —„Mt. 82185.

Schlafrock⸗Doubles, Futter angewebt, pr. Meter Mk.4. —, Ml. 5.4 Mk. 6.
Mk. 7. —, Mk. 9. —, Mk. 12. —.

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaliungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheini wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
Aο A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschliehblich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswartß
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, NReclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
— —— — ⸗
1881.

M 137. Sonntag, den 28.

Bestellungen für den Monat September auf den

„St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem

—AfA
unsern Austrägern und in der Expedition entgegen genommen.

und alle Utopisten und Reaktionäre zurückweisen. Zum Schluß
tordert Gambetta die Wähler des II. Bezirkes von Belleville auf,
anen ergebenen Diener der Republik aus ihrer Mitte zu wählen.

Privatnachrichten aus Washington vom 25. Aug Abends
zufolge hat das Befinden Garfields eine ungünstige Wendung
zenommen; die Drüsengeschwulst ist gefahrdrohend geworden; falls
dicht binnen 24 Stunden ein günstiger Wechsel eintritt, wird das
Schlimmste befürchtet.

Deutsches Neich.

Se. Maj. der König von Bayern hat dem Bischof v. Dinkel
in Augsburg, dem Präsidenten des Obersten Rechnungshofes Lud⸗
wig v. Pummerer und dem Staatsrath Maximilian v. Los das
Comthurkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone, dem Ober—
baudirector v. Herrmann das Comthurkreuz des Verdienstordens
vom ehl. Michael, dem Ministerialrath Julius Zenetti das Ritter—
kreuz des Verdienstordens der bayer. Krone, dann dem Oberbaurath
Max Georg Siebert, dem Maler Matthias Schmidt in München,
dem Architekten Professor Georg Hauberrisser in München und dem
Apotheker Friedrich Wolfrum in Augsburg das Ritterkreuz 1. Classe
des Verdienstordens vom hl. Michael zu verleihen geruht; ferner den
Guts- und Fabrikbesitzer Lothar v. Faber in Stein bei Nürnberg
in den erblichen Freiherrnstand des Konigreichs erhoben.

* Die letzte Woche hat uns keine bemerkenswerthen Veränder⸗
ungen und Exeignisse in unserer inneren Politik gebracht. Daß
indessen die Zeit der seit dem Reichstagsschluß eirgetretenen
politischen Ebbe vorüber ist, beweist die allmählich höher schwellende
Fluth der Wahlbewegung, welche in den verschiedenen Theilen des
Reiches in mehr oder minder bemerkensweriher Weise zum Aus—
druck gelangt. Der Wahltermin ist allerdings noch immer nicht
definitid bekannt und den hierüber umlaufenden Gerüchten ist daher
keinerlei Bedeutung beizumessen, aber bei der nicht zu läugnenden
Nothwendigkeit der rechtzeitigen Bekanntmachung des Wahltages
steht zu erwarten, daß die Reichsregierung denselben in nächster
Zeit veröffentlichen werde.

* Die Commission, welche zur Vorberathung einer, für das
gesammte deutsche Heer geltenden, Militärstrafproceßordnung
eingesetzt ist, die sogenannte Hundertcommisfion, hat vor Kurzem
eine Sitzung abgehalien. In derselben ist festgestellt worden, daß
fich die Bestimmungen der bayerischen Proceßordnung mit ihren
Geschwornengerichten und dem öffentlich- mündlichen Verfahren in
keiner Weise zur Aufnahme in den deutschen Militärstrafproceß
eignen. Da man in Bayern nicht gewillt ist, die wohlbewährten
Einrichtungen aufzugeben, so bleibt nicht abzusehen, wie ein Com—
promiß zu Stande kommen soll. Es wird indessen für möglich
gehalten, daß die preußische Regierung sich entschließt, die Reform
des militärischen Strafverfahrens mit Ausschluß Bayerns in die
Wege zu leiten. Formell könnte dies um so mehr statthaft er—
scheinen, als die bayerische Proceßordnung zu den Reservatrechten
dieses Staates gehört, welche die Gesetzgebung des übrigen Deutsch—
land nicht berühren.

Ausland.

Der Bundesrath der Schweiz hat einen bemerkens-
werthen Beschluß gefaßt, indem er dem in Genf lebenden russischen
Flüchtling Fürsten Krapotkin den Aufenthalt auf schweizerischem
Gebiete uͤntersagte. Fürst Krapotkin gilt als die Seele der Nihi—
lstenverschwörung im Auslande, und indem man ihm die von ihm
hinreichend verleßte Gastfreundschaft in der Schweiz entzieht, scheint
man den russischen Vorstellungen endlich nachgegeben zu haben.

Das französische Wahlergebniß wurde am Donnerstag
offiziell verkündet. Danach fehlien Gambetta im zweiten Belleviller
Wahlbezirk 54 Stimmen an der absoluten Majorität. Gambetta
ist mithin nur im ersten Wahlbezirk gewählt. Derselbe erklärte
bereits in einem Schreiben an die Wähler des 20. Arrondissements,
daß er die Wahl im J. Wahlbezirk von Belleville annehme, dagegen
auf das Wahlmandat im II. Bezirk von Belleville verzichte. Nach⸗
dem er im J. Bezirk mit absoluter Mehrheit gewählt und im II.
nur eine relative Mehrheit erhalten habe, halte er für unnütz, sich
einer zweiten Probe zu unterziehen und der Sache wie seiner
Person für würdiger, schon jetzt seine Entscheidung auszusprechen.
In der Zuschrift heißt es weiter: Wir werden bei der Politik des
pegel maßig vorwärts gehenden Fortschrittes beharren, indem wir

Isfses p0n dem MWilslen des Landes. Nichts von der Gewalt erwarten

Bermischte«.

* St. Ingbert, 27. Aug. Rach einigen Tagen Son⸗
nenschein haben wir heute schon wieder Regen und dicht bewölkten
dimmel. Es ist diese Witterung leider geeignet, die Hoffnung
auf einen „guten Herbst“ bedeutend herabzustimmen.

* Das diesjaͤhrige Geburts⸗ und Namensfest S. Maj. des
Zönigs Ludwig 11. wuürde nach übereinstimmenden Berichten ver⸗
chiedener Blatier in der Pfal z in Dorf und Stadt besonders
restlich und würdig begangen.

* Morgen (Sonntaäg) findet in Gersheim an der Blies
das Jahresfest des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Zweibrücken
talt. Für dasselbe ist bekanntlich unsere hiesige Bergkapelle engagirt.

*Sit. Ingbert, 27. Aug. Gestern Abend gegen 10
Uhr, nachdem die meisten Orksbewohner schon im Schlafe lagen.
zrach in unserer Nachbargemeinde H asel im Hause des pens.
Bergmannes und Wirthes Pet er Lu'ck Feuer aus. Dasselbe
and an den auf dem Speicher lagernden Futtervorräthen gute
Nahrung und griff dadurch auch seht rasch um sich. Bald stand
zas ganze Haus in Flammen ; dasselbe branute denn auch bis auf
die Mauern nieder. Auch das daneben stehende Haus des Berg⸗
mannes Johann Gehring litt noch Schaden. Luck hat
versichert Gehring jedoch nicht. Auf welche Art das Feuer ent⸗
standen ist, ist nicht ermittelt.

Vom 1. September an werden die Otte Langensohl, Mölsch⸗
hach, Stelzenberg, Stüterhof dem Postbestellbezirk von Tribp⸗
tadt zugetheilt.

Das tk. Staatsministerium der Finanzen gibt mit Bezug⸗
nahme auf 8 2 Abs. 2 der Allerhöchsten Verordnung vom 16. Aug.
fd. Is. die Erhebung von Reichsstempelabgaben betreffend, bekannt,
daß mit der Abstempelung ausländischer Werthpapiere, welche vor
dem J. Okt. 1881 ausgegeben sind und spätestens am 29. Dez.
1881 zur Abstempelung vorgelegt werden, sowie mit der Erhebung
der Reichsstempelabgabe von diesen Werthpapieren außer den sämmt⸗
lichen k. Kreiskassen und dem Stempelamte Nürnberg auch noch
die nachfolgenden Behörden beauftragt sind und zwar in der Pfalz:
k. Kreiskasse der Pfalz, k. Filialbank in Ludwigshafen, k. Haupt⸗
oslamt Kaiserslautern, k. Nebenzollamt Neustadt, k. Nebenzollamt
Zweibrücken.

46Pfälzischer Gewerbemuseums⸗-Verein.)
Das Vermogen des Vereins besteht in 56,992 Mk. 86 Pf., welche
berzinslich bei der Stadt Kaiserslautern hinterlegt sind. Die
Schulden betragen 62,000 Mk. Dem Vermogen tritt der Werth
der Sammlungen, der Fachbibliothek und des Mobiliars
hinzu, welcher in dem jüngst erstatteten Jahresbericht für 1880
zuf 139,381 Mk. 50 Pf. angeschlagen ist. — Die Einnahmen
und Ausgaben des Jahres 1881 sind mit je 27,437 Mk. 51 pf.
dorgesehen. Die Geidprämien-Lolterie hat ein Rein⸗
ertrgniß von 60,000 Mk. ergeben, welche Summe für den inneren

ind üußeren Ausbau des Gebäudes Verwendung fand. Um in
1881 noch die vier oberen Ecksäle, die Loggien ꝛtc. zu ermoglichen,
hat der Verwaltungsrath aus seiner Mitie ein 4⸗prozentiges An⸗
lehen im Betrag von 40,000 Mk. geschaffen. Zur Amortisirung
ind Verzinsung desselben ist der vom pfälzischen Landrath bewilligte
Jahreseintrag von 6000 Mk. bestimmt.

FGroßlittgen, Kr. Wittlich, 22. August. Gestern
wurde unsere Gemeinde in große Aufregung und Angst versetzt.
Vormittags, kurz vor dem Hochamte, zog ein Gewitter herauf und
der Blitz fuhr in die Kirche und betäubte und beschädigte ca. 10 - 11
Personen. Mehrere mußten bewußtlos nach Hause getragen werden
und leiden theilweise noch an Verletzungen und Lähmungen. Man
st namenilich fur einen der Getroffenen noch ernstlich besorat.
        <pb n="532" />
        4 Der „H. L.“ berichtet man aus Alsfeld: „Ein scheuß⸗
ücher Mord ist dieser Tage in unserer Gegend vollführt worden.
Der Forstwart Becker aus Neustadt (Kurhessen), ein tüchtiger,
pflichtgetreuer Beamter, 26 Jahre alt und erst seit Kurzem glücklich
verherrathet, wurde von Wilddieben in kannibalischer Weise geradezu
abgeschlachtet und auf dem Neustadter Friedhof unter der vor
zurzem eingebetteten Leiche eines Kindes verscharrt. Der Todten⸗
zräber wurde, als dringend der Mitschuld verdächtig, verhaftet, hat
sedoch bis jetzt noch nicht das Geringste gestanden.

— Der Verbrauch an Getränken bei dem 7. deutschen Bundes-
schießen in München war folgender: Bier 3295 Hectoliter 15
diter, Erlös 97,209 M.; 9425 Flaschen weißen Wein, Erlös
13,927 M. 60 Pf.; 2393 Flaschen rothen Wein, Erlös 5299
M.; moussirender Wein 487 Flaschen, Erlös 2178 M.; 842
Flaschen Champagner, Erlös 7439 M. 50 Pf. und 4526 Flaschen
Mineralwafser, Erlss 1349 M. 80 Pf.; zusammen Getränke. Er—
ids 127402 M. 90 Pf.

4 Eine sehr große Anzahl chinesischer Studenten
kann demnächst in Deutschland erwartet werden. Es haben bisher
ꝛiwa hundert junge Chinesen aus guter Familie auf Kosten der
hhinesischen Regierung ihre Erziehung in den Vereinigten Staaten
von Rord⸗Amerika erhalten. Dieselben sind plötzlich wieder nach
Zause beordert worden. Wie aus einer im New-NYorker „Herald“
Feröifentlichten Unterredung mit Tsu Soon Kee, dem ersten Attaché

der chinesischen Gesandtschaft in Washington hervorgeht, beabfichtigt
Thina forian seine jungen Leute in Europa und zwar in Deutsch-
and, England und Frankreich erziehen zu lassen mit besonderer
Herücksichtigung der Plätze, in denen sich Kriegsschulen und See—
kademien definden. Als zweiter Grund für den bevorstehenden
Wechsel wird seitens des im fernen Westen, in Cheyenne erschei⸗
denden „Leader“ angegeben, die chinesische Regierung fürchte, daß
zurch die Erziehung ihrer jungen Protegos in Amerika auch ame⸗-
rikanische Einrichtungen nach China verpflanzt werden könnten.

4Ende der deutschen Communistengemeinde zu Aurora in
Dregon. Die Colonie war im Jahr 1855 von Dr. William
Zeil gegründet worden und war eine Tochter-Colonie der im Jahr
18350 ebenfalls von Dr. Keil zu Bethel, Mo., gegründeten com⸗
nunistischen Ansiedelung. In der Hauptcolonie sowohl wie in der
Zweigcolonie herrschten Gütergemeinschaft, und so lange Dr. Keil
ebte, ging Alles seinen regelrechten Gang. Nach seinem vor einiger
Zeit erfolgten Tod aber entstand unter den Mitgliedern eine Be⸗
wegung, welche Vertheilung des bisher gemeinsamen Grundbesitzes
mier die einzelnen Mitglieder zum Zweck hatte. Zu diesem Behuf
wurde schließlich ein Proceß eingeleitet und wurde in demselben zu
Zunsten einer Vertheilung des Eigenthums unter die einzelnen
Mitqlieder erkannt. (Fuͤr unsere Sozialisten sehr lehrreich.)

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme 8.
—X — — ——— — — — — —
9 2

Juch-Ausstessung in Augsburg.

w vvn J J
TFurnverein St. Ingbert.
Mittwoch, den 31. August, Abends 8 Uhr:
Generalversammlung

im Becker'schen Lokale (Unterstadt). I
agesordnung:
.. Wahl des def. Vorstandes.
3. Berathung der Statuten.
3. Besprechungen.
Um zahlreiches Erscheinen ersucht höflichst
Der provis. Ausschußß.
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arsparen grõssere Haushaltungen, Hotels, Café's, Specereiwaarenhäandler u. a.
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rochfeinster Jaræ 12. -
xeht arabischer Mocca 13. —
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einer Souchong Thee 8. ⸗
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nochfeinster Mandarin Pocco Thee 12.0
4, beste Qual. rein entöltes Cacaopulrer, 9.-
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ahlung genommen.) Alle unsere Producte sind an Ort und Stelle von
anseren eigenen Pactoreien ausgewahlt und wird,fũr vollstãndigste Reinheit
und richtigstes Gewieht die gewissenhafteste Garantie geleistet.
Es ist unser Bestreben unsere Kunden in jeder Hinsieht völlig zufrie-
denznstellen und bitten wir sieh dureh einen Probeauftrag 2u ũberzeugen.
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„St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem
onntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, von
msern Austrägern und in der Expedition entgegen genommen.
Deutsches Reich.

* Der deutsche Kronprinz ist am Sonntag Abend,
wn Frankfurt kommend, in Augsburg eingetroffen; derselbe be⸗
ichtigte dort gestern die 3. und heute Dienstag bei Ingolstadt
ie 4. bayr. Infanterie⸗Brigade.

Zum Empfange des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und zu
ressen Begleitung auf seiner Inspicirungsreise in Bayern hatten
ich der Kriegsminister v. Maillinger, der commandirende General
es 1. Armeecorps, Generallieutenant Frhr. v. Horn mit General⸗
jabs⸗Chef und Adjutanten, sowie der der 4. deutschen Armee⸗Inspection
ugetheilte Major Frhr. v. Hartmann des Generalstabes nach Augs⸗
urg begeben.

Herr Dr. Korum hat das päpstliche Breve seiner Ernennung
um Bischof von Trier erhalten, welche Ernennung im vollsten
zinvernehmen mit der preußischen Regierung erfolgt ist. Bischof
dorum ist am 26. ds. von Straßburg nach Varzin, wo bekannt⸗
ich gegenwärtig Fürst Bismarck weilt, abgereist.

* Die Verstaatlichung der preußischen Eisenbahnen
oird von der preußischen Regierung immer energischer betrieben.
war läßt sich noch nicht absehen, welchen Ausgang die Verhand⸗
uingen mit der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft nehmen wer⸗
en, dagegen ist es richtig, daß die an der Thüringer Bahn, resp.
eren Stamm⸗Aktien⸗Capilal betheiligten Regierungen der thüringi⸗
ben Staaten schon vor der Veröffentlichung der bezüglichen Kaufs⸗
edingungen durch den „Reichs-Anz.“ ihre Zustimmung ertheilt
aben. Ferner hat die preußische Regierung der Berlin⸗Görlitzer,
Rärkisch-Posener und Cottbus-Großenhainer Eisenbahngesellschaft
lnerbietungen für die Abtretung ihrer Unternehmungen an den
ztaat gemacht und hat die Entscheidung über diese Offerten seitens
er Generalversammlungen der Aktionäre bis zum 15. November
. J. zu erfolgen.
Ausland.

*Ein Cabinet Gambetta wird den Franzosen als „in
Sicht“ befindlich von den gambettistischen Organen angekündigt.
dach der von den Gambettisten in Umlauf gesetzten Ministerliste
oürde Gambetta Ministerpräsident ohne Portefeuille, der ehemalige
dinister des Aeußern, Freycinet, Kriegsminister werden und der
zige Ministerpräsident Ferry das Unterrichtsministerium über—
ehmen; die übrigen Portefeuilles sollen die Getreuesten aus der
zefolgschaft Gambettas erhalten. Bis jetzt ist diese Rechnung noch
hne den Präsidenten der Republik gemacht und die öffentliche
Neinung wird sich wohl noch lauter äußern müssen, ehe Herr
zrevy sich veranlaßt sehen wird, seinen Rivalen um die höchste
ztelle der Republik an die Spitze des Cabinets zu berufen. —
uus der tunesischen Hafenstadt Susa wird gemeldet, daß in den
enachbarten Städten und Dörfern große Erregung herrsche wegen
er Nähe von herumstreifenden Banden, welche Alles zu plündern
rohten; überall in der Nachbarschaft werde von Marodeurs ge—⸗
lündert und gemordet.

VUeber die projektirte Reise des Königs von Italien

ach Wien und Berlin verlantet noch nichts Räheres, doch scheint
nan sich in den Hofkreisen von Rom und Wien lebhaft mit die—
em Projekt zu beschäftigen. Das römische Journal „Italie“ con⸗
tiatirt die gute Aufnahme, welche die bezügliche Nachricht in Wien
efunden habe.
Aus Mußland kommen Nachrichten, wonach unter den Nihi⸗
isten in Paris und London gegenwärtig große Bewegung herrschen
il, was ein Zeichen sei, daß demnächst nieder ein besonderes Er⸗
gniß eintreten werde. Angeblich sollen jetzt auch die Kinder des
kaisers von den Frevlern an ihrem Leben bedroht sein. Infol ge
ssen ist die Aufregung in der kaiserlichen Familie wieder un⸗
xmein groß.

*Das Befinden des Präsidenten Garfsield gibt foridauernd
»den ernstesten Besorgnissen Anlaß. Nach einem Telegramme des

Staatssekretärs Blaine hat sich der Zustand des Präsidenten Gar—
field erheblich verschlechtert, der Zustand der Drüsengeschwulst, des
Pulses und der Temperatur weist auf ernste und beunr uhigende
Complikationen; Zeitungsmeldungen aus Washington besagen auch,
daß keine Hoffnung vorhanden sei, den Präsidenten am Leben zu
erhalten.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 30. August. In einer gestern Abend
tattgehabten Generalbersammlung waͤhlte de Gewerbeverein
eine beiden Vorstände, die HH. Tünchermeister J. Woll und
Kealienlehrer Schlick, als Delegirte und die HH. Schreiner⸗
neiste Morlho und Schlossermeiste Umbehr als event. Er⸗
atzleute zu dem nächsten Sonntag, 4. Sept., in Zweibrücken statt⸗
indenden VBerbandstage der pfalzischen Gewerbe—
ereine. Zugleich nahm der Verein zu denjenigen Fragen, die
dem Verbandstage zur Besprechung vorliegen (fiehe, Änz.“ Nr. 185),
Stellung.

— St. Ingbert, 30. August. Ich kann Ihnen mit⸗
theilen, daß für die Mitglieder des Verbandstages der pfälz. Ge⸗
verbevereine am zweiten Tage der Versammlung ein Ausflug nach
inserer Stadt zur Besichtigung der verschiedenen industriellen und
Jewerblichen Etablissements projektirt ist. Hoffentlich gelangt das
Projekt zur Ausführung und zeigt dazu der Himmel sein freund⸗
liches Gesicht.

F Ertrazug nach Frankfurt.) Auf eine an die
Direktion der pfälz. Bahnen gerichtete Anfrage bezüglich der Be—
villigung eines Extrazuges von Pirmasens nach Frankfurt a. M.
jat dieselbe in entgegenkommender Weise einen solchen mit bedeutend
rmäßigten Fahrpreisen in Aussicht gestellt für den Fall, daß eine
jenügende Betheiligung zu Stande kommt, und vorbehaltlich des
Finverständnisses der Spezialdirektion der hessischen Ludwigsbahn.
Bei einer Betheiligung von 800—- 1000 Personen würde der
Fahrpreis für 1 Person 3 Mk. 830 Pf. für Hin⸗ und Rückfahrt
»etragen. Sollte indessen nur eine Zahl von 500 Theilnehmern
von hier aus garantirt werden können, so würde die Direktion die
Sinrichtung treffen, daß der Extrazug auch auf den dazwischen⸗
iegenden Stationen, insbesondere Annweiler, Landau und Germers—
heim, Personen aufnehmen könnte. Bei einer Gesammtbethei—
igung von nur 500 Personen würde sich der Fahrpreis ab
Pirmasens auf 4 Mk. 30 Pf. à Person stellen. Der Zug würde
die Richtung — über Landau — Germersheim — Ludwigshafen
— Worms — Mainz nehmen. Anmeldungen sind in der Exped.
des „Pirm. Anzeiger“ zu machen.

F. Der pfälzische Baderverein, als Zweigberein
des Gesammtverbandes deutscher Barbiere, Friseure und Heilgehilfen
mit dem Vorort Berlin, hält am 19. September 1881 seine Spät⸗
jahrsversammlung in Pirmasens im Hotel Breith ab.

— In Dürkheim wird die Traubenkur am 1. Sept. eröffnet
werden; doch werden Trauben schon seit einigen Tagen verschickt,
und in den Kuranlagen ist der Traubenverkouf bereits im Gange.
— Der Wurstmarkt wird heuer am 2., 83. und 4. Oktober
abgehalten.

Auf dem diesjährigen Bartholomäusmarkt zu Quirn—
bach, dem größten Viehmarkte der Pfalz, wurden in die Markt—
drotokosle als verkauft eingetragen: 289 Fassel, 228 Ochsen, 214
Stiere, 196 Kühe, 295 Rinder und 9 Pferde, zusammen 1231
Stück Großvieh, um die Summe von 178,210 M. Allem An—
chein nach werden die Viehpreise bis zum Spütherbst hin wieder
teigen.

In Weisenheim a. S. werden zur Zeit Zwetschgen
verladen, wovon der Zentner zwischen 8—m9 Mark im Preise steht.

x Die „Kus. Ztg.“ theilt mit, daß der in Kusel jetzt zir
Erhebung kommende Lokalmalzaufschlag im Grund keine
neue Auflage für die Bewohner der Siadt ist, sondern nur eine
mndere Gestaltung einer schon lange dort bestehenden Auflage.
dusel hat nämlich das Oktroi und von diesem werden auch Ge—
ränke betroffen. Die dortigen Bierbrauer baten nun, da sie seit
        <pb n="534" />
        Einführung des Malzaufschlages in der Pfalz einer doppelten Be⸗
auffichtigung unterstanden — von Seite des Staates wegen des
Malzaufschlages, von Seite der Stadt wegen des Oktroi — die
Sache dadurch zu vereinfachen, daß künftig das Oktroi vom Bier
in Gestalt einer Quote des Malzaufschlages erhoben wird. Darauf
ist der Stadtrath eingegangen. An Geld sparen die Bierbauer
dabei nichts.

Simon Wolf, der als ganz armer israelitischer
nabe in Hinzweiler, Kanton Lauterecken, geboren, in frühe⸗
ster Jugend nach Amerika kam und gegenwärtig nordam. Konsul
n Kairo ist, maͤchte am 28. August in Begleitung des amerika—
nischen Konsuls in Marseille seinem Geburtsort einen Besuch und
streute mit vollen Händen Geld unter die Bewohner. Einer alten
Bauersfrau, welche ihm in seiner Kindheit öfter zu essen gab,
wollte er ein ansehnliches Geschenk machen, was diese aber aus—
schlug. Einem Schreiner gab er Geld, um zum Gedächtniß dieses
Tages eine Gedenktafel an seinem Geburtshause anzubringen.

F Die Nähmaschinenfabrikanten Gebr. Kaiser in Kaiser s⸗
lautkern haben einen selbstthätigen Spulapparat für Singer—
Nähmaschinen erfunden, welcher bezweckt, die arbeitende Person stets
mit gefüllten Schiffchen zu versehen, ohne daß sie sich mit dem
Aufwinden derselben direct zu beschäftigen braucht. Waͤhrend sich
nämlich die Maschine in Thätigkeit befindet, übernimmt gleichzeitig
der Apparat die Arbeit des Äufwindens der Schiffchenspule mit
bewunderungswürdiger Präcision, wie es selbst die gewandteste Hand
nicht herzustellen vermag. Ist alsdann die Füllung der Spule
bis zur richtigen Masse gediehen, so setzt eine selbstihaͤtige Auslöse⸗
vorrichtung den Apparat plötzlich außer Thätigkeit, ohne den Gang
der Maschine in irgend einer Weise zu beeinträchtigen.

Se. Exc. Herr Regierungspräsident v. Braun hat sich
zu einer vierwöchentlichen Cur nach Kissingen begeben.

— Zur achien Haupiversammlung des bayerischen Volksschul⸗
lehrervereins in Bamberg haben sich 1600 Theilnehmer ange⸗
meldet. Die kgl. Kreisregierung von Oberbayern hat 300, der
Stadtmagistrat München 180 Mk. zur Beschickung der Versamm⸗
lung bewilligt.

Bei dem am Sonntag stattgefundenen Preissingen in
Wiesbaden, an dem 21 Gesangvereine mit 1620 Sängern
cheilnahmen, erhielt der Frankfurter Lehrerverein den ersten Preis,
bestehend in einer von der deutschen Kaiserin gestifteten Vase und
Turnverein St. Ingbert.
Mitkwoch, den 31. August, Abends 8 Uhr:
Generalversammlung
im Becker'schen Lokale (Unterstadtè).
Tagesordnung:
. Wahl des def. Vorstandes.
2. Berathung der Staluten.
3. Besprechungen.
Um zahlreiches Erscheinen ersucht hößflichst
Der provis. Ausschuß.
Diss G

Mobilien⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den J. Sep⸗
ember 1881, Morgens 10 Uhr,
in seiner Behausung zu St.
Ingbert, läßt Johann
Kuhu, Glasmacher, seine
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St. Ingbert, 28. Aug. 1881
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en, Köln den dritten. —

Der 22. Vereinstag der deutschen Erwerbs- und Wirth-
chaftsgenossenschaften ist in Gegenwart von Schulze⸗Delitzsch aim
25. August in Kasssel eröffnet worden. Die Pfalz ist ver⸗
reten durch die Herren Verbandsdirektor Dr. Knecht (Neustadt a. H.)
daufmann L. Ch. Lucae (Kirchheimbolanden), Fabricius Wunn—
veiler) und C. Müller (Alsenz).

F Binnen Kurzem wird ein internationaler Congreß der
degner des Impfzwanges in Köln zusammentreten. Inzwischen
verden, da wiederum Massenpetitionen für Aufhebung des Impf—
wangs an den Reichstag vorbereitet werden, im Reichsgesundheits⸗
imt üntersuchungen über die Frage, ob die Impfung mit thierischer
ꝛymphe im deutschen Reiche allgemein zur Ausführung gebracht
verden könne, angestellt und die Bundesregierungen sind ange—
jangen worden, ihre Erfahrungen über diesen Gegenstand dem
Zesundheitsamt mitzutheilen.

4 Rach neueren Nachrichten aus Koblenz ist die Reblaus
nuch noch in anderen als den ursprünglich von ihr befallen be⸗
eichneten Distrikten (Heimersbeim, preuß. Rheinprov.) aufgetreten.

4 Ein Expreßzug von Belfort nach Paris, der am Som—
ag früh in Paris ankommen sollte, ist Nachts in der Nähe von
Juͤssey mit einem Frachtzuge zusammengestoßen. Eine Person
vpurde getödtet und vier wurden verwundet, eine darunter schwer.

pVon einem Schwarm „geschwänzter Gäste“ am Himmels-
zelt wird man bald reden können. Aus Alexandrien wird nämlich
jemeldet, daß dort ein Komet am nördlichen Himmel unter dem
qhr des großen Baären entdeckt ist. Der Komet geht um 9 Uhr
inter und um 4 Uhr Morgens auf, gleicht einem Stern zweiter
lasse und nimmt mächtig an Glanz zu.

Impfung in China. Um der Schutzpockenimpfung
zei den Chinesen Eingang zu verschaffen, hat die chinesische Regier—
aug nicht etwa, wie bei uns geschehen ist, den Impfzwang einge⸗
uhrt, sondern den Eltern für jedes Kind, das sie impfen lassen,
eine Prämie von 100 Cash (nach unserm Gelde etwa 40 Pfennige)
uge sichert. Merkwürdiger Weise werden bei den Chinesen die
Schutzbocken in die .. .. Nase der Kinder geimpft. Sind
viellescht darum die Nasen der Chinesen eiwas breit gedrückt )
Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. De me ß

Vielo hundert Mark jährlich
ærsparen grössere Haushaltungen, Hotels, Café's, Specereiwaarenhundler u. a
dm eeliben hren Bedarf an Kaffee &amp; Thee direct von unseren Lager-
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10 ,„ bester Maracaibo 8.75

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38 8 — 8 —88 * 2 — 2 — *
5 33283 57 8355 3 38 688

8 28 5384232 — 355557733 — *
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335 —33

2328* —5 5 24 5 3 —— 2* — 22 *2 8535 3 5

* —z282 * — * 8 —5— 983 52 — 2* — 353 22 4* 38
25555 5——8282355 — —— TF—2——2 2
— 8 ——— 2 F 35 — 5— *52—2 2. — —2* 3 7T— 8
—— 526 532 3 —250 8 — 8 523 2 * —— 25:
2 — — z 2 58*838 28* 3 —x 2 8 8 3
— 8 — —— — —— 3 232 7 825538 55

5 3 38 8
—5 2452535 * 38 226 532 2552 ——— — ————
52 5* — 557— — 52282* * 8 —— ——— 222 — 353 —53535 »S »——
— — 38388 5535 55 — — 33——333— 8 — 85.
55 — 8 E
J

— —87
— 2 29— 528 —
2228* * —9 — 5 55 4—238 3 5—52358—332 243 ⸗23;3— 538 23 *
s55— 3 383 53 35 783 3 03
5. 2* — 7232— 7 * —— 53 5—322—8 es — 72253 —2422
— 2 ⸗ — 8 5—53 — 3835 — *
—— 3535* 5 —3348 32353 55 8 3355 38235
—8 — — — —
522 8 — 555 38——— 53 * 33 2 255——28 252.*
—3 * * — —2 — 2 * 53528 33* —— 28 3*2 5355 5*
82z5 3 5335 5524 282 — —A ——— 52. 5 —380
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27 S*XSE 555 533538 55 53 23 ——383 83 22—
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        St. Ingberler AAnzeiger.
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

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— — — 6 rr — — — —
40 139. Donnerstag, den 1. September

18855

* Von Metz bis Sedan.

Sachsen, Württemberger, Hessen und Thüringer standen Schulter
an Schulter und hielten in ihrer Mitte das letzte Heer Napoleon's
uind diesen selbst gefangen. Napoleon's Scepter war zerbrochen,
ind der Aufrichtung des deutschen Kaiserthrones stand kein Hinder⸗
niß mehr im Wege. Dies ist die hohe Bedeutung des ruhmreichen
Sieges von Sedan!

Elf Jahre sind nun hinabgerollt seit der Zeit, wo jene für
Deutschland ewig denkwürdigen Ereignisse stattfanden, welche dem
Juslande die unüberwindliche Kraft der vereinigten deutschen Stämme
zeigten und dem Vaterlande die politische Einigkeit als Frucht der
heißen Kämpfe mit gebieterischer Nothwendigkeit in den Schooß
eglen. Manches berühmte Stadium enthält die Kriegsgeschichte
des Jahres 1870,71. Das höchste Interesse und die allgemeine
Sensation erweckten aber die Kriegsereignisse von Metz bis Sedan.
Wohl hatte das deutsche Schwert dem übermüthigen Gegner bereits
zei Weißenburg, Wörth und Spichern wuchtige Schläge beigebracht,
und die Siegeshoffnungen befestigten sich in Deutschland; aber die
Epoche der Kämpfe von Metz bis Sedan zerbrach das französische
Kaiserreich des dritten Napoleon und legte das Fundament für den
neuen deutschen Kaiserthron. Noch stand am 14. August 1870
die Hauptmacht des französischen Heeres unter dem Marschall
Bazaine unbesiegt vor Metz, und es galt die beispiellose Aufopfer⸗
ung der Truppen der 1. und 2. deutschen Armee unter den Gene—
cälen v. Steinmetz und Prinz Friedrich Karl, um diese in günstigster
Position sich befindliche französische Heeressäule zu bezwingen. Ob⸗—
wohl Bazaine und seine Generaͤle der deutschen Heeresleitung nicht
zewachsen waren, so war Bazaine doch der zäheste Gegner der
deutschen Truppen. Festungsartige Stellungen hatte Bazaine vor
Metz für seine Soldaten ausgewählt, und hier zeigte sich auch zum
ersten Male die furchtbare Ueberlegenheit der Chassepotgewehre vor
der Zündnadel und die schauderhafte Wirkung der Mitrailleusen,
die fuͤr das terassenförmige Terrain vor Mezz wie geschaffen schienen.
Doch weder die Arglist der französischen Anführer, noch die furcht⸗
zare Bewaffnung der franzöoͤsischen Soldaten konnten der Genial ität
der deutschen Generäle und der eisemen Tapferkeit der deutschen
Truppen erfolgreichen Widerstand leisten. In den ersten Kampfes—
zagen vor Metz bei Vionville und Mars-la-Tours hielten sogar
nut wenige deuͤtsche Armeecorps das Vordringen Bazaine's, der
die Offensive ergreifen wollte, auf; die deutschen Truppen mußten
zis auf die Reserven in's Feuer, und ganze Cavallerieregimenter
dürzten sich der Unzahl der französischen Feuerschlünde entgegen,
um den Feind kein Terrain gewinnen zu lassen. Heldenmüthig
opferten sich am 18. August die preußische Garde, die Sachsen und
Hessen bei St. Privat auf, und an demselben Tage wurde bei
Gravelotte und St. Privat das Schichsal Bazaine's entschieden.
Diese Siege der deutschen Truppen ahnte man in Paris noch nicht,
als der Kriegsminister Palikao dem Marschall Mac Mahon, der
im Begriff war, sich mit den Resten seines Heeres nach Paris zu⸗
rückzuziehen, den Befehl ertheilte, sich mit den Truppen
m Lager von Chalons und einigen anderen noch verfügbaren Divi—
iionen zu vereinigen und dem Marschall Bazaine zu Hülfe zu eilen,
resp. durch eine kühne Schwenkung nach Norden den Deutschen in
den Rücken zu fallen. Dieser Plan der französischn Kriegsleitung
var gewiß ganz ausgezeichnet, wenn sie nur bessere Generäle und
Soldaten und weniger iüchtige Gegner gehabt hätte. Indessen
meldete schon unmittelbar nach der Schlacht bei Grabelotte der Chef
des Generalstabs der kronprinzlichen Armee, General Blumenthal,
daß er einen Umgehungsversuch Mac Mahon's vermuthe, da die
vorhut der kronprinzlichen Armet auf ihrem Wege nach Paris fast
zar keine franzöfischen Truppen mehr zu Gesicht bekomme. Der
Meister der Stralegie, Graf Moltke, hielt anfangs eine solche Di⸗—
version Mac Mahon's nach dessen Niederlage bei Worth gar nicht
für möglich, aber bald brachten ausgesandte Cavalleriepatrouillen
die Meisdung von Mac Mahon's Zuge nach Nordosten. Es er—
wolgie nun plötzlich die berühmte Rechtsschwenkung der kronprinz-
ichen Armee und der Abmarsch einer neugebildeten vierten Armee
unter dem sächsischen Kronprinzen, jetzigen König Albert von Sachsen.
Am 30. August bei Beaumont und am 1. September bei Sedan
wurde Mac Mahon mit seiner Armee durch einen Fronte und
Seitenangriff der deutschen Truppen überrascht und nach zweitägigem
sampfe hatte sich, Dank dem ungestümen Vordringen der deuischen
Truppen, ein eiserner Ring um Sedan gebildet. Preußen, Bayern,

Deutsches Reich.

Müuünchen, 30. August. Das Gesetz- und Verordnungsblatt
zublicirt die vom Ministerium des Innern und vom Ministerium
der Finanzen zum Vollzug des Gesetzes über die Gewerbesteuer er—
assenen Vorschriften. Hiernach findet die Anlage der Ge—
verbesteuer von zwei zu zwei Jahren in dem der Steuerperiode
vorangehenden Kalenderjahre, sohin erstmals im Jahre 1881 für
ie Steuͤerperiode 188283 stait. Die Uebersendung der gemeind—
ichen Verzeichnisse und Steuererklärungen an die Rentämter soll
m ganzen Königreich bis zum 31. October längstens bewerkstelligt
ein. Den Regierungsfinanzkammern bleibt anheimgestellt, in
stentamtsbezirken mit einfach gelagerten Verhältnissen einen kürze—
en Termin anzuberaumen oder unter gegentheiligen Voraussetz⸗
ingen den Uebersendungstermin entsprechend zu verlängern. —
zür die Einberufung der Ausschüsse zur Prüfung der Steuererklä—
ungen und Festsetzung der Einträge in die Steuerliste sind von
»en kgl. Regierungsfinanzkammern die Termine zu bestimmen, wo—
hei auf die Erledigung der Verhandlungen der Einkommen- und
Fapitalrentensteuer⸗-Ausschüsse einerseits, andererseits aber auf den
Imstand Rücksicht zu nehmen ist, daß die Verhandlungen des Ge⸗
verbesteuerausschusses noch in dem der Steuererhebung vorange⸗
senden Kalenderjahre beendet sein sollen. Sobald die Steueran⸗
agen für sämmtliche Gewerbsteuerpflichtige des Rentamtsbezirkes
exfolgt sind, hat das Rentamt den Gemeindebehörden außerhalb des
Amtssitzes, denen die Auflegung der Steuerlisten obliegt, nebst den
ninschlägigen Steuerlisten eine Bekanntmachung behufs ortsüblicher
lerkündigung zuzufertigen. In ähnlicher Weise erfolgt die Bekannt-
nachung des Reutamtes für die Gewerbsteuerpflichtigen des Amtssitzes.
leber die Ergebnisse der Steueranlage ist noch vor der Auflegung
der Steuerlisten seitens der Rentämter den Regierungsfinanzkam⸗
mern eine summarische Anzeige zu erstatten.

Muͤnchen, 30. August. Die Entscheidung der schwierigen
hagelversicherungsfrage wird bei der zu erwartenden Vorlage eines
ckniwurfes über Crrichtung einer bayerischen Hagelversicherungsan—
talt unter staatlicher Leitung eine die landwirthschaftlichen Interessen
ief berührende Aufgabe der gesetzgebenden Faktoren sein. Der
z„chwerpunkt der Frage liegt in der Durchführung mit oder ohne
Zwang. Das General Comite des landwirthschaftlichen Vereins in
Hayern, welches nach Erholung von Gutachten sämmtlicher Kreis—
lomites an das Ministerium gutachtlichen Bericht erstattete, hat sich
in Erwägung der großen Schwierigkeiten, welche mit der Errichtung
iner Zwangshagelversicherungsanstalt unvermeidlich verbunden sind,
gegen eine solche ausgesprochen.

Mit Bezug auf die Naͤchrichten, daß in Baiern wiederum
ein bedeutendes Deficit zu erwarten sei, wird berichtigt, daß unsere
Staatseisenbahnen während der ersten sieben Monate dieses Jahres
eine Mehreinnahme von rund 1,3500,000 M. gegenüber der gleichen
Periode im Vorjahre zeigen. Desto besser!

Ausland.

Wien, 29. August. Die französische Regierung hat es nach
der Ansicht hiesiger Politiker nicht mehr mit einem Aufstand der
humirs zu thun, sondern sie steht dem Ausbruch eines Religions—
rieges in Nordafrika gegenüber. Die Verhaftung des algerischen
Scheils Mohammed durch die französische Gesandschaft zu Konstan—
tinopel hat zur Entdeckung von Documenten geführt, die den Be⸗—
weis dafür liefern.
Vermischtes.
„*. St. Ingbert, 31. Aug. Einem musikliebenden Pu⸗
blikum unserer Stadt können wir die erfreuliche Mittheilung machen,
daß nächsten Sonntag, 4. Sept., Fräulein Malchen Lehmann
        <pb n="538" />
        und ihr Vater, Herr Lehrer Lehmann aus Kauserstautern
hier zuͤ conzertiren gedenken. Es steht uns mit diesem Conzerte
zin ganz exquisiter Kunstgenuß bevor. Fraäul. Lehmann ist hier
nicht unbekannt; schon vor etwa 2 Jahren conzertirte dieselbe
hier und die Besucher des damals stattgefundenen Conzertes werden
fich noch alle angenehm an die Leistungen der jugendlichen Vir⸗
zuosin erinnern. Frl. Lehmann, die jetzt 17 Jahre zählt, hat in⸗
zwischen bei einem der groͤßten Klaviervirtuosen Unterricht erhalten,
so daß sie heute alle Schwierigkeiten der Technik mit Leichtigkeit
uͤberwindet uͤnd ihr Spiel ei vollkommentünstlerisches
ist. Dieselbe ist aber nicht allein Virtuosin auf dem Klavier, sondern
sie excellirt auch durch ihre herrliche Altstimme. In einer größeren
Anzahl pfälzischer und außerpfälzischer Städte, in denen sie in
letzter Zeit conzertirte, hat sie überall den reichsten Beifall gefunden,
und die tüchtigsten Musikkenner sprechen sich mit der höchsten An—
erkennung uͤber ihre Leistungen aus. Herr Lehmann kann seine
Tochter un Conzerte auf das Wirksamste unterstützen; denn er ist
selbst ein ausgezeichneter Klavierspieler und im Besitze eines höchst
ansprechenden lyrischen Tenors. Es wird uns also das projektirtt
Conzeri eine soiche Fülle des Schönen bieten, daß der vorstehende
kurze Hinweis wohl genügt, um eine allseitige Theilnahme an dem—
selben zu bewirken.

NAuch in unsrer Gegend äußern die Kometen ihre segens⸗
reiche Wirkung: Gestern sahen wir in dem Heu sser'schea Gar.
len auf Hobels einen Rebstock mit einer Masse zeitiger
blanuer Trauben sowie Gutedel, welche bei einigermaßen
guter Witterung in wenigen Tagen vollständig reif sind.

' In Neustadt wird von drei Mezzgern Kuhfleisch zu
20 Pf. per Pfund angeboten.

FIn Freinsheim hat dem „F. T“ zufolge ein Pro—
ducent bereils in voriger Woche zu herbsten begonnen. Der Reue.
wilcher 60 Grad nach Oechsle wog, ging nach Heidelberg.
FFrankenthal, 29. Aug. Unser sonst recht schönes
Musikfest hat einen sehr unharmonischen Nachklang hinterlassen,

Licitation.

Freitag, den 16. Septem⸗

her nächsthin, Vormittags 10
Uhr zu Ensheim in der
Wirthschaft von Heinrich Fries,
werden durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten
Anitsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert,
die nachhin beschriebenen Liegen⸗
schaften in der Steuergemeinde
Ensheim der Abtheilung wegen
zffentlich an die Meistbietenden zu
Eigenthum versteigert, nämlich:

Plan⸗-Nr. 866, 12 40 qm
Wiese in den Steinen;
Plan⸗Nr. 1489, 6 2 10 qm
Acker im Pittersfeld;

3. Plau⸗Nr. 1900, 10 20m
Acker beim alten Kalkofen;

4. Plan⸗Nr. 2100, 9 a 90 qm
Acker hinterm Geisrech;
Plan⸗Rr. 3129, 18 a
30 qm Acker in den un⸗
tersten Theilungen;

5. Plan⸗Nr. 4274 94909qm
Acker an der Kreuzgasse;
Plan⸗Nr. 4776, 10 70 qm
Wiese in den Weihergärten;

8. Plan-⸗Nr. 4861, 12 Wiese
in der Langwiese;
Plan⸗Nr. 4910, 10 a 60
qm Acker unten an der
Scheßheck;

0. Plan-Nr. 6135, 5 2 10 qm
Wiese im Eschersthal;

.. Plan-Nr. 6309, 2 a 70 qm
Acker im Sack;

2. Plan⸗Nr. 6607, 2 4,70 qm
Wiese in der Geisbrunner⸗
wiese;

13. Plan⸗Nr. 7060, 2 a Wiese
im Bruch;

14. Plan-Nr. 7185, 1a 40 qm
Wiese in der Dreispitz;

15. Plan⸗Nr. 3348. 18 .70
qm Acker beim Nahbrunnen;

16. Plan⸗Nr. 836, 5 a 10 qm
Acker am Störzrech;

ñ —
Eigenthümer sind:

1. Maria Sonntag,
Ehefrau von Peter Stemm—⸗
ler, Dosenmacher, beide in
Ensheim;

2. Die Kinder und Reprä—
entanten des in Amerika ver—
torbenen Peter Sonntag,
Namens a. Louise Rosalie
uind b. Peter Andreas
Sonntag, beide noch minder⸗
ährig, welche ihre Mutter
Louise A. Vogt, Wittwe
don Peter Sonntag in
Philadelphia, Staat Pennsyl⸗
hanien in Nordamerika zur Vor
münderin haben.

St. Ingbert, 1. Sept. 1881
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
Hausversteigerung.

Samstag, den 10. Sep—
ember nächsthin, Nachmittags 8
Uhr zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von J. J. Heinrich
vird die nachbeschriebene, den
xhheleuten Peter Kampf
—Schreiner und Maria Re—⸗
delberger, beide früher in
St. Ingbert, gehörige Liegen—
chaft, durch den unterzeichneten
Amisverweser des kgl. Notars
Franz Sauer, öffentlich an den
Meistbietenden versteigert, nämlich:

Plan⸗Nr. 5284, 14 20 qm
Fläche, Wohnhaus mit Hofraum
—
Im Pflanzgarten dabei, das
Ganze gelegen zu St. Ingbert
an der Kaiserstraße neben Peter
Weißgerber und Michael Menges

St. Ingbert, 1. Sept. 1881

K. Ausffschneider⸗
Amtsverweser.
in großer, gut erhaltener,
——

en —
zu kaufen gesucht.

Auskunft in der Exped. d. Bl.
Druck und Verlaq von F. X.

numlich ein Deficit im Betrage von 3800 M. Die Garantie.
zeichner haben 38 pCt. ihres gezeichneten Betrages zu blechen und,
weil Vieie im Schreiben drei⸗ und vierstelliger Zahlen sich über—
boten haben, so kann es auch nicht wundern, daß Manchem da⸗
Wort „Musikfest“ eiskalt über den Rücken läust. In Rüchsich—
dieses Umstandes haben wohl auch die hiesigen Blätter keine Noü—
von diesem Faktum genommen.

PLoudwigshafen, 29. Aug. Herr Auswanderungs.
agent Goldschmit meldete im Roth'schen Hotel zum Pfälzer Hof
fuͤr Sonntag Abend nicht weniger als 90 Auswanderer an, die
am Montag nach Amerika befördert werden. Diese Woche werden
insgesammt 200 Auswanderer befördert.

Speyer, 29. Aug. Von Waldshut wird telegraphisch
gemeldet, daß der Rhein in den letzten Tagen um 4,15 M. ge—
sliegen sei. Zugleich wird ein Zuruͤckgehen des Wassers signalifiri
und ist sonach keine Gefahr für uns vorhanden.

Schiffweiler, 29. Aug. Heute Morgen herrscht hier
große Aufregung: es wurde am Ende des Orts in der Richtung
Jach Bauershaus die Leiche des Tünchers Erhardt von hier ge—
funden; neben demselben lag Jacke und Weste des ꝛc. E. und in
der linken Brust steckte ein von oben nach unten gerichtetes großes Metz—
germesser, bis ans Heft hereingestoßen. Das Untersuchungsgerich
wird heute zur Feststellung des Mordes erwartet. (S.⸗ u. Bl.eZ)

4Mainz, 30. August. Gestern gerieth ein Bremser der
Hess. Ludwigsbahn zwischen die Puffer zweier Wagen. Die Brufl
vurde ihm so zusammengequetscht, daß nach wenigen Stunden der
Tod eintrat. Der Unglückliche hinterläßt eine Frau und drei
inder, von denen das eine taubstumm ist.

p Die Störche sind, mit Ausnahme etlicher säumiger, w
voriger Woche bereits nach Süden abgezogen. Auf den Wieser
rechis der Eisenbahn von Colmar nach Basel konnte man zu An—
fang voriger Woche Hunderte von Stoͤrchen sehen, wo sie die An—
kunft entfernterer Vellern und den Tag der Abreise erwarteten.

Fur die Redalktion verantwortlich: F. X. Demes.

—IIIILX
Gesuche um Zulassung zur Aufnahmeprüfung an obengenannier
Anstalt, belegt mit Geburts- und Impfschein, Schulzeugniß, Ge—
sundheits- und Vermögenszeugniß, find bis 10. September an den
unterfertigten Hauptlehrer der Anstalt einzusenden.
Leibig, k. Haupilehrer.
Vielo hundert Mark jabrlich
ersparen grössere Haushaltungen, Hotels, Café's, Specerei waarenbundler u.-
indem dieselben ihren Bedarf an Kaffee &amp; Thee direct von unsoren Lager
häusern zu Rotterdam in der Original-Verpackung zu unseren folgenue
PEngros- Preisen beziehen.
10 Pfund Afric. Perl Mocea A. 7.50
10 , bester Maracaibo 8.75
Io Guatemala 9.25
vorzũgl. Perl Santos 10.-
feinster Plant. Ceylon 10.78
hochfeinster Jara 12. -
echt arabischer Mocea 13.24
vorzüugl. Coogo Thec 6.50
feiner Souchong Thee 8. —
feinster Imperial Thee 9.50
hochfeinster Mapdarin Pecco Thee 12.—-
4., besteé Qual. rein entöltes Cacaopulver, 9.-
Besteé holl. Bauernbutter, 25 Pfd. Kübel 22.—

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ganz Deutschland versandt. (Deutscho Banknoten und Briefimnarkenr
Zahlung genommen) Alle unsere Produete sind an Ort und Stelle vo
unseren eigenen Factoreien ausgewuhlt und vird. ür vostãndigste Reinhei
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BERNHARDT WIIPRECHT Cio.
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2 *
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treibung des Band
wurmes mit Kopf ꝛ
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Am Montag, den 12. Sepi.
l. Is., praͤcis 5 Uhr, Abends
Hauptübung,
bei welcher sämmtlich zugetheilte
Mannschaft zu erscheinen hat.
St. Ingbert, 31. August 1881

Das Bürgermeisteramt
Custer.

Demetz in St. Inaber:.
        <pb n="539" />
        2

332238

35 558335*53

338 2* 3z33358* 8

2 — —— —— 328 5

24 2 8 —3 55 25 55* 2 35353 2352375

28 535 — 55323 3 58 33 583

3 3* *2* 3 S3 — 53 2 *

— 5 5 —* 2 * — 558 35 I53338357

232 55 25 8 —8 —— 2253 28 388 —235333354

335587 3 8— 3 332 3828 58 5 77 68833 3

8 5* 9 — —A— 82 5 —

* — * c 3*5 8 5 5 —33 2 * — 66 —A —
——8 8* s5 zO3 * —3 8 * —— — 233835*
— 8 3 — 223 —— 555

J ——— 2*5353 3255 3z8 — ——

8 —3 — 5 * 22 ES8 * —— 235556 ;7 355 7 *

3 2*7 S 25 — 5 — 22* 5378 Sr 55—382 387 28
535238 ———— *258 — 332 7* — 8 — 8 33—28 —

2 25322883 5 e 2375 8 *2835 —e 533276 ——

5 55—53 9 8 58 ss 85 33384

2 * ** 2 5 J e —3— — 7— * 2
25533538 * — 258322 — —— 355 5537 57 *
338 335 8
323828 8 588 *83888 —23353528* 2E 3538—8 52z5

2253 35* —55 — 38 —A— 385523* — 3336 ö—

25 Z3S *. 2 —5X 53382 — 68 5*8* 3588 * ——

— 233338 522 52 —ẽ * 2 * 55 — 2* 3 288 5*578*

254 73 387 82 222 — 8 3335*8

35 533525 8 8 —*8 225 235 —3*3333 2685 33533585*

5* 523324 232355 5532335 55 —382 5
—— 5225 33258 5—285582 533*82377 253* 88 5255
— 25ã

5382553 — 22325 2 82. — 8 535

3 — 258 ——— 32*

828 2253 58* *—35 5*5 2

—2 22 2S* 58

—53 * *

z 4

2825 552
31

2
—
*

3 5* 822 *
— — 8** — *552 2 S 22 *

—— 555 58338 23835128 3855—5 2332354
52 525 55533 5 23 336 — 253352535 23325338
22 — 5— — ä
* * — „23 25 2 2* * 59 52 25 8**8

55 575 5606 3355532* 333535* 3335*8 586
5 25 z5 52. 2 — 38 — * 28 *
, 383—2 25 — — ——— 2327 8B 38522* 511358
5*55 —535 7588 37 7 —ã — * — — —
sz 28355 8535 28335* 538 273255 s 833
z 8 —8 88 25 *
28 353 33 6325* 5 33 38 3222328
8 22 8 * — *—*
—A — —3 358* — —
— 25 *5 26 8 —c8— 38835855
3 755335 3223 6 — —— 23 — —
83533 62388 3 z328 *»3*33 86388 53352533588
*28*85 335*— 23—52 *8** — 22 2*
— 2 2 — — 5 —— 8 222 c 3 22 —8
3338 38 83388* 335 3538335335 ———
J — —
333 35
*5 352 35 *5826 — 8 —3— s 2S8 5
23327 838 225. 5SE5 —A —A— * 33553583 3
8* 233 282 — ẽ * —— S 5 —.2282 ——
— — —— 273 5843 —
5 8 533 3533383 583
— 8 5—22— 33 5 85 —A
— —— 25 —A ——— — —34 55 — — —— 3.* ag 8
— 5—77383 58 538 53 8255* 8 —3577 —
— 6 28 23 238 —3 3— 5—55 38
522 —5 8538 55 83235 I5555S —A—
55 83 —6
—⸗

S 92558. 2
2 525 —— 8 * *
— 22 323822 *
3 383 Ss *533 63555 32 5588 53 —58
8 *33587 35 3 8833 58 5553 35*
— — —
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8* —— 828 —*8 2 ——— — * ——
2* 5 — 2258 222 5 ** 58 56* —— 268 2 25 — 8 *
— —— — —23233 2 . 2 2* 5 2* 8 218
538 283 73 5225528 53* 38 52838 5»55235 —
5 3E5z55— 3357 5323735 * —— *2 55 555355 328
— — —— — 2 * 3238 54 M 8 —— —* 22 — 5 8 22
— 32 —58B68650 8 — 27 5* 2 32
— ac 2 —3— 32828 * 9 2.22 — “ * —— — —
— 2333 3355 738 —A 5524457 757
35 58—358588 8 .B32 2 —3 55 3*88 5284 322 —F 2J
5—8353355 —— 3823755 75553— 535 —63 58 838
A 23555 32 8s28f 555 388383 5*8
35 —5 — 3 8 383 2 * —z25532 — —e
8 55 22 523 55 *6 — 252 5 2 õ 83 3 * — 322
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        Sl. Ingberker Anzeiger.
⸗7 J — j

der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wo chentlich) mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wbchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag uud Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierieljahrlich

2A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Pofi bezogen 1.4 60 —, einschließlich 40 — Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
ijg 140.

Samstag, den 3. September
1881.
Bestellungen für den Monat September auf den

⸗St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem

Zonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, vou
zusern Austrägern und in der Expedition entgegen genommen.

Vermischtes.

*Sit. Ingbert, 2. September. In hiesiger Stadt hat
man dieses Jahr von der Feier des Sedantages abgesehen,
aur einzelne Häuser sind beflaͤggt.

St. Ingbert. Müsikalisches. Wie wir hören,

'osl am Sonntag, den 11. September, im Oberha use r'schen
Saale zum Besien des hiesigen Kirchenbaues ein Eo nzert ab—⸗
gehalten werden. Dasselbe wird veranstaltet vom hiesigen Cäcilien⸗
Vereine, unter gefälliger Mitwirkung des Musikvereins der „Ge⸗
nüthlichkeit“ und anderer hiesiger musikal. Kräfte. Das Programm,
welches nächstens veröffentlicht wird, ist ein sehr reichhaltiges, und
derdient dieses Conzert, sowohl des edlen Zwedes, als des musika⸗
lischen Genusses wegen, dem musikliebenden Publikum bestens em⸗
»fohlen zu werden. Kurze Zeit nach diesem Conzerte wird den
Mitgliedern des Kirchenbau⸗ und Cäcilienvereins eine gemüthliche
musikal. Abendunterhaltung geboten.

* Am Sonntag versammelten sich die k. Einnehmer der Pfalz
n Kaiserslautern. Gegenstand der Besprechungen waren
mnere Vereinsangelegenheiten.

FZweibrücken, 1. Sept. Die Bierbrauerei von Gebr.
-„chmidt „Zum Park“ dahier ist durch Hrn. Dr. Busch aus
Wiesbaden um 205,000 M. käuflich erworben worden. Bi dem
Borhandensein minderjähriger Kinder ist noch der Familienrath zu
jören und das Anwefen zur Versteigerung zu bringen. Der Kauf
st also vorerst noch nicht perfekt, sondern wird dies erst, wenn die
Hersteigerung nicht etwa ein günstigeres Resultat liefern sollte.

(Zw. Ztg.)

Homburg. Zur Feier des Sedantages beschloß
der Kampfgenossenverein, eine Abendunterhaltung im Vereinslokal
u arrangiren und mit Böllerschüssen und Glockengeläute dieselbe am
Donnerstag den 1. September einzuleiten. Die Bewohner werden
nom Bürgermeisteramt ersucht, ihre Häuser zu beflaggen.

TPirmasens, 20. Aug.Gestern Abend haben einige
vohe Burschen dahier einen Juden derart gestochen und geschnitten,
daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Es war dies cin aus
ersönlichem Zwist hervorgegangener und, wie man erzählt, schon
Tags zuvor geplanter, demnach mit allem Vorbedacht ausgeführter
Rachealt. Einer der Mordbuben sitzt bereits hinter Schloß und
Riegel.

x In Roschbach hat sich heute, Mittwoch, früh 4 Uhr
die Frau eines Winzers von da in ihrem im Hofe befindlichen
pfuhlloch ertränkt. Die unglückliche, erst 48 Jahre alte Frau war
reit 83 Monaten krank und glaubi man, daß eine plötzlich einge⸗
retene Geistesstörung sie zu der That veranlaßte.

Mainz, 31. AÄug. Vor einiger Zeit wurde in Wies⸗
daden ein bedeutender Diebstahl mittels Einbruch verübt; der
Thäter wurde lange Zeit vergeblich gesucht, gestern gelang es der
Jhiesigen Polizei, denselben, einen eieganten jungen Menschen, hier
zu verhaften.

FVom Niederrhein, 27. Aug. Nach der letzten
Enquete waren in Deutschland im Tabaksbau 63,000, im Roh⸗
abakhandel 117,000, in der Tabaksfabrikation 1382,000, zusammen
312,000 Menschen beschäftigt, während in den 16 französischen
Tabaksmanufakturen nur etwa 16,000 Unterkommen finden. So
bemerkt der Weseler Handelskammerbericht und fügt hinzu: „Anders
als durch Vermehrung des Auswanderungsstroms dürfte die Existenz⸗
frage der mit Einführung des Monopois freiwerdenden nach Hun⸗
derttausenden zählenden Eristenzen kaum zu beantworten sein; denn
in welchem anderen Erwerbszweige, der nicht schon mehr als ge⸗
nügend ausgebeutet wäre, sollten diese Unterkommen finden?“

fKartoffelzucht. Der „Metz. Z.“ wird geschrieben:
Seit drei Jahren hat einer meiner Freunde Versuche über eine
neue Vervielfätigungsart der Kartoffeln angestellt, deren Resultat
jöchst interessant ist. Es geschieht durch abgeschnittene Ableger.
Wenn Ausgangs Mai die jungen Pflanzen zum Häufeln herange⸗
vachsen sind, trennt er Stengelzweige ab und setzt sie, gleich den
Blumenzweigablegern zur Regenzeit fort. Die Stengel treiben
»ald Wurzelfasern, worauf die Knollenbildung vor sich geht. Die
Versuchen von drei Jahren haben hewiesen, daß die äͤuf vies⸗ Ar—

Deutsches Neich.

Müünchen, 80. Aug. Die Blätter der sogen Exiremen
zestehen es jetzt unverhohlen ein, daß in der Abgeordnetenkammer
iin Zusammenwirken derselben mit den Gemäßigi⸗-Klerikalen nicht
zu ermöglichen sein wird, weil diese letzteren sich an einem Sturm
jum Sturz des Ministeriums durchaus nicht betheiligen wollen;
somit, klagen sie, sei das Ministerium noch in der neuen Kammer
der Mehrheit sicher.

Die „Provinzial⸗Korrespondenz“ führt eine längere Besprech—
ung über die Ziele und Pläne bei der Aenderung des Zollta⸗
rifs, der Aenderung der Steuergesetze im Reich wie in Preußen
zus, kommt dann auf die Rede Wagner's in Barmen über die
allgemeine Invaliden- und Alters-Versorgung, wie über die Ein—
führung des Tabakmonopols und sagt zum Schlusse: Die Ziele
ind Pläne geben über die Richtung, in welcher der Weg der Re—
arm fortzusetzen ist, genügenden Aufschluß, um deutlich genug er—
Stnen zu lassen, daß der Reichskanzler entschlossen ist, die dem
ozaate, wie der Gesellschaft aus der gegenwärtigen wirihschaftlich—
erfialen Lage erwachsenden Pflichten mit Ernst und Nachdruck zu
zrüllen und unabhängig von den überlieferten Vorurtheilen und

cthümern die berechtigten Interessen der Arbeiter wahrzunehmen.
teh Die Tabak- und Cigarren⸗-Fabrikanten beginnen für die bevor⸗

»es ende Reichstagswahl Stellung zur Frage der Besteuerung
her Tabaks zu nehmen. So haben in den letzten Tagen mehrere
chwsammlungen stattgefunden, darunter eine größere in Braun—
die eig, in welcher beschlossen wurde, nur denjenigen Kandidaten
uh Stimmen zu geben, die sich mit Entschiedenheit gegen die Ein—

xung des Tabakmonopols aussprechen und einer weileren Steuer⸗
obhung nicht zustimmen würden, als bis die Resultate der gegen—
värtigen Steuer sich übersehen lassen, die Geschäfte sich konsilidiert
ind die leidende Tabaksindustrie wieder erholt habe. Es heißt,
zaß demnächst eine große Versammlung von deutschen Tabaksin⸗
zustriellen, Fabrikanten, Händlern ⁊c. stattfinden soll, um in der—
elben Stellung zur Tabaksteuerfrage zu nehmen.

Der Kaiser empfing im Beisein des Kultusministers v. Goß⸗
er heute Mittag 2 Uhr den Bischof Korum von Trier.
Wie verlautet, hat der Kaiser in der Audienz seine Befriedigung
iber die durch Uebereinkommen zwischen der Kurie und der Regie—
ung stattgehabte Wiederbesetzung des Trierer Bischofssitzes ausge—
prochen und daran die Hoffnung geknüpft, daß in nicht ferner
zeit ein gütlicher Ausgleich zwischen Staat und Kirche zu Stande
ommen würde.
Ausland.
Eondon, 31. Aug. Die Besserung Garfield's ist fort—
auernd, indeß haben die Aerzte jetzt Befürchtung bezüglich etwaiger
domplikationen durch die Kugel, welche sich zu senken begonnen hat.

Die Nachrichten aus Algerien und Tunis lauten immer
eunruhigender, und es hat den Anschein, als ob es wirklich im
ranzösischen Nordafrika zu einem allgemeinen Aufstande kommen
onnte und man genöthigt wäre, die dortigen Streitkräfte, die bis
t bereits 60,000 Mann betragen, auf 100,000 Mann zu er—⸗
ohen. Dies soll ohne Mobilmachung geschehen. In Tunis ist
ereits Alles im Aufstande, und Ruhe herrscht nur, wo sich fran—
sische Truppen in genügender Menge befinden. In Süd-Oran
Alles, was sich zum Islam bekennt, seit der Oberst Negrier
ab Grabmal eines heiligen Scheiks zerstoͤrt hat, in Gährung.
jnfolge dieser von keinem Gesichtspunkte aus zu billigenden Hand⸗
ungsweise des Obersten haben sich auch Si Homan und Si Kad—⸗
our, die beiden obersten Häuptlinge der Stämme der Sahara,
erständigt und stehen im Begriffe, gegen die Franzosen vorzugehen.
d Kabylen sollen, wie es beißt. ebenfalls zu den Waffen greifen
wollen.
        <pb n="542" />
        gezogenen Kartoffeln die im selben Felde mit Knollen gepflanzten
Stode an Größe und Zahl übertreffen. Gegen Mitte August
schon zählte ich mit meinem Freunde an einem durch Ableger 8
dide, schälbare und 6 kleine Knollen. In Jahrgängen, wo die
Setzkarioffeln theuer sind, kann dieses Versahren für arme Leute
von höchsier Wichtigkeit werden. Jedenfalls verdient der Versuch
allgemein bekanni und ausgeführt zu werden. Schließlich will ich
noch bemerken, daß die Ableger nicht allzu glatt geschnitten werden
dürfen. (7)

pAus Lothringen, 28. Aug. In Metz wurden bei
einem Metzger Namens Isaak Rothschild vor einiger Zeit eine große
Quanutät verdorbener, zum Theil schon hochgradig in Fäulniß über—
gegangener Fleischwaaren, namentlich Würste, confiscirt. Die Straf⸗
ammer des dortigen Landgerichts verurtheilte den Metzger, der er⸗
wiesenermaßen wiederholt seine der Gesundheit höchst schädlichen
Fleischwaaren dadurch, daß er sie zu Spottpreisen verkaufte, an
den Mann gebracht hatte, zu einer Gefängnißstrafe von 4 Monaten,
sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und zur Stellung
unter Polizeiaufsicht je auf die Dauer von 2 Jahren.

Straßburg, 29. Aug. Die landwirihschaftliche Aus⸗
stellung der Reichslande wird Sonniag, den 11. September, Vor⸗
mittags 10 Uhr, eröffnet. Während ihrer Dauer finden verschie⸗
dene Festlichkeilen stait, so am 11., Nachmittags, Wasserfest des
Straßburger Ruderclubs, am 17. und 18. September Pferderennen,
an letzterem Tag Abends Beleuchtung des Münsters. Am 20.
September Ziehung der Ausstellungslotterie.

pUnsere Dienstboten. Der Düsseldorfer „Anzeiger“
verbirgt die Wahrheit folgender Geschichte: „Bei einer Herrschaft
in Düsfeldorf machte eine Köchin zum Zwecke Engagements
einen Besuch. Die in Sammt und Seide gelleidete Dame fuhr
— D—— daß
die behandschuhte und verschleierte Dame die neue Köchin sei. Als
sie jedoch soiches erfuhr, wurde der feinen Küchenfee bedeutet, daß
sie (die Herrschaft) so feine Umgebung nicht gewöhnt sei. Mit
den Wortien: „Ich empfehle mich“, rauschte die Coquette von
dannen. Der Kutscher öffnete den Wagenschlag, die Magd stieg
graziös ein und fuhr davon.

München, 31. Aug. In der verflossenen Nacht wurden
aus dem Laden des Goldarbeiters Auser Waaren im Betrage von
16,000 M. gestohlen. Die Frechheit der Diebe ist um so gribßer,
als kaum 80 Schritte davon entfernt die Kommandantur und etwa
30 Schritte davon ein Gendarmerieposten sich befindet.
77 Auf der Fraueninsel im Chiemsee läßt König Lud⸗
wig von Bayern bekanntlich ein großes Schloß im Style des zu
Versailles erbauen. Die Westfront ist im Aeußeren nahezu fertig,
im reinsten Stein, gewaltig und belebt von Statuen und Emblemen.
An 500 Arbeiter sind eben am Bau innen und außen beschäftigt;
Gold, Marmor und mächtige Gemälde fesseln den Blick des draußen
Stehenden, während der Eintritt den nicht bei dem Bau Beschäftig-
jen strengstens untersagt ist. Zu dieser Wald⸗Einsamkeit des see⸗
umspülten Gebäudes wird ein Canal geleitet, der später den könig
ichen Herrn direct in seine überreichen Gemächer führen soll. Jetzt
schon sei, sagt man, ein von Gold starrendes Bett dafür ange—
jommen, dessen Kunstwerth sich auf mehr als hunderttausend Mark
ttelle. Den Schluß des Prachtbaues soll auf der einen Seite eine
stirche, auf der anderen Seite ein Theater bilden, so daß zur Vol—
lendung des Werkes noch eine Reihe von Jahren erforderlich sein
wird. Selten wird in unserer Zeit ein europäischer Fürst solchen
Prachtbau aufführen lassen, an solcher Stelle aber ist Aehnliches
wohl kaum erstanden. Denn Aegyptens und Thebens Bauten ge—
hören nicht in diese Kategorie von Schönheit, Kunst und Pracht,
mitten hinein gestellt in diese einzig-artige liebliche Einsamkeit.

Zu Ehren der Anwesenheit des deutschen Kron—
prinzen war die Stadt Augsburg am Montag Abend
festlich illuminirt. Der Kronprinz machte eine Rundfahrt durch
die Hauptstraßen der Stadt, bei der Rückkehr des Kronprinzen
zum Hotel bildete die Feuerwehr Spalier. Von sämmtlichen dor—
ligen Gesangvereinen unter Mitwirkung der Veteranenkapelle wurde
dem Kronprinzen eine Serenade dargebracht; in das vom Vorstand
der Liedertafel auf den Kronprinzen ausgebrachte Hoch stimmte die
dicht gedrängte Menge begeistert ein. Der Kronprinz erschien auf
dem Balkon und dankte, sich freundlichst nach allen Seiten ver⸗
neigend.

Lager Lechfeld. Zur Inspizirung der hier zu den
Brigadeübungen seit letztem Samstag versammelten dritten In—
fanteriebrigade (I. Jägerbataillon, 3. und 12. Infanterie⸗
Regiment) traf heute Vormittag gegen 10 Uhr, Se. k. k. Hoheit
der Deutsche Kronprinz mit Extrazug von Augsburg kommend im
Lager ein und wurde vom Platzkommandanten Generalmajor Duntze
am Bahnhof empfangen. Der Kronprinz begab sich sofort zu der
in Parade aufgestellten Brigade und ritt nach Entgegennahme der
Meldung und des Frontrapportes im Schritte die Fronten der
Treffen ab; hiernach formirten sich die Truppen in Kolonnen mit
Nompagniebreite zu einem Vorbeimarsch mit gefaßtem Gewehre und

iufgepflanztem Yatagan, der als mustergiltig bezeichnet werden
nuß. Nach mehreren kleinen Exerzitien wurden mehrere Bewe-
zungen in der Brigade ausgeführt, welche mit einem Gefechtsexer
itium schlossen. Einen imposanten Anblid bot die massirte Bri⸗
zjade, als sie in wuchtigem, weitausgreifendem Gleichschritte auf
zem festen, dröhnenden Boden einhermarschirte. Es ist doch was
zrin in unserer strammen Infanterie und das früher den Franzosen
aachgeahmte sogenannte legore Wesen, auf das wir uns gegenüber
er norddeutschen Festigkeil nicht wenig einbildeten, glücklicherweise
erschwunden. — Einer Einladung des Offizierkorps des 3. In⸗
Inlericregimentz huldvollst Folge gebend, dejeunirte der Kronprinz
n der improvisirten Speiseanstalt und trat dann die Rückkehr nach
Augsburg an.

Bei dem Gesangwettstreit in Wiesbaden errang in der
2. Abtheilung den ersten Preis (silbervergoldete Schale auf ziselirtem
ruße, Geschenk des Kronprinzen und der Kronprinzessin, nebst
300 M.) die „Hilaria“ von Aachen; die anderen drei Preise
jelen dem Singverein von Nürnberg, der Liedertafel von
MNauinz und der Liedertafel von Würzburg zu. In der
ritlen Äbtheilung erhielt den ersten Preis der Männergesangverein
»on Hannover, den zweiten der Männergesangverein von
gra'z, die beiden andern der Männergesangverein von Mainz
Ind das Neeb'sche Männerquartett aus Frankfurt a. M. Die
echs Vereine, welche so den je ersten und zweiten Preis davonge⸗
ragen, werden sich morgen im engeren Wetistreite zu messen haben.
In diesem engeren Wettstreite errang den 1. Preis der Männer⸗
esangwerein Hannover, den 32. der Männergesangverein
Braz.)

GSoldatenschinderei.) Aus dem Soldatenleben
m Frieden wurde am Freitag ein recht trübseliges Kapitel der
ersten Strafkammer des Berliner Landgerichts J. anläßlich eines
geleidigungsprozesses vorgeführt, der gegen die Redaklteure der
Berliner Zeitung“ nnd des „Börsen⸗Kurier“ Dr. Langmann und
sobert Davidsohn, sowie den Berichterstattr Frhrn. v. Schirp an⸗
jestrengt war. Der Kanonier Weiß von der sechsten Batterie des
0. Artillerieregiements; welcher Bursche bei dem zur Artillerie⸗
Werkstatt in Spandau kommandirten, in Berlin Mauerstraße 15
vohnenden Lieutenant Woigtkittel war, hatte seinem Leben durch
ẽrhangen ein Ende gemacht, nachdem schon vorher einmal ein
Seibstinordversuch mißglückt war. Ueber diesen Selbstmord brach⸗
ca die beiden Blaiter einen aus dem Schirp'schen Korrespondenz-
gureau stammenden Bericht, wonach der verstorbene Kanonier durch
ortgesetzte Mißhandlungen mit der Reitpeiische und Fußtritte des
Iffiziers zum Selbstmorde getrieben worden sei. Auf den vom
egimentskommandeur gestellten Strafantrag wurden die drei An⸗
— Woigtkittel durch Ver⸗
zreitung nicht erweislich wahrer Thatsachen unter Anklage gestellt.
der Angeklagte v. Schird erbot sich zum Wahrheitsbeweise, welcher
un auch angetreten wurde. Das Urtheil des Gerichtshofes —
uuf Freisprechung, da er den Beweis der Wahrheit, daß Kanoni
MDeiß durch fortgesetzte Mißhandlungen in den Tod getrieben wor⸗
zen sei, für vollständig gelungen erachtete.

FOlmüg, 28. Aug. Doubravitz, ein Dorf bei Müglitz,
vurde gestern ein Raub der Flammen. Grundbesitzer Patzak, der
nit seinem Weib in Unfrieden lebte, zündete aus Rache sein eigenes
Zaus an. Im Augenblick stand das ganze Dorf in Flammen;
36 Hauser und Scheunen mit reichen Getreidevorräthen sind ein⸗
Jeäschert. Ein Weib verbrannte. Der Brandstifter wurde verhaftet.

Paris, 80. Aug. Die gestrige Entgleisung des Schnell⸗
uges der Mittelmeerbahn zwischen Saint Raphael und Cannes
par die Folge des Aufreißens der Schienen durch Verbrecher auf
ner Strecke von fünf Meter. Der Zug stürzte von einem 15
Meter hohen Felsendanim in die Tiefe. Nach heutigen Angaben
vurden 2 Personen getödtet, vier schwer verwundet.

Paris, 30. Aug. Schon wieder ein Eisenbahnunglüd!
Auf der Fahrt von Paris nach Marseille fand zwischen Clermon
ind Saint Germain des Fosses eine Entgleisung statt, bei welchet
in Kondukteur und acht Passagiere verwundet wurden.

4 Zu Anfang dieses Monats findet in Brüssel ein
zroße Katzenausstellung statt. Die Unternehmer füllen jchon
etzi die Journale tagtäglich mit Kaßengeschichten an, um das
publikum in die richtige Stimmung zu bringen. So erzält ein
Hlatt, daß bei den großen Festen in Holland man zuerst auf einen
deiterwagen ein fahrendes Orchester sieht, das aus folgende Weise
ufammengestellt ist: In der Mitte des Wagens befindet sich ein
ezähmter Bär rings umher sind in kleinen Kästen, die ihnen
ierlei Bewegung gestatten, mehrere Dutzend Katzen eingespertt,
hon denen nur die Schweife bei einer Hölung herausstehen.
Diese sind mit dünnen Stricken an einander gebunden und der
Bär benützt sie gleich den Regiestern einer Orgel. In dem Mase,
als er stärker oder schwächer anzieht, ertönt eine mehr oder weniget
hörbare Katzenmusik. Andere Journale lassen wieder die berüymten
datzenfreunde die Revue passiren. Lord' Chesterfield hinterlies
inen Kahen und ihrer Brut bedeutende Legate. Paul de Bos
        <pb n="543" />
        „slanzie sie in all' seine Romane. Musset nennt die Katze das
geschmeichelte Portrait der Frau. Edgar Pos fragte, sobald er
is Kaffehaus trat: „Ist-die Katze bei der Hand, oder koönnt Ihr
nir sie bringen ?“ Tasso, der arme gefangene Dichter, dem man
ʒas Licht versagte, um seine unsterblichen Verse niederzuschreiben,
»at in einem rührenden Gedichte seine gute Katze, ihm während
der Nacht ihre leuchtenden Augen zu borgen. In Brüssel sind
zereits mehrere hundert Katzen angemeldet. Vielleicht feiern wähend
zieser Ausstellung die Mänse der Residenz einen prolongirten Extra⸗
irchtag.

fOskar v. Redwitz, der seinen Wohnsitz in Meran hat,
zat ein neues fünfaktiges Schauspiel: „Schloß Monbonheur“
ollendet. Dasselbe spielt in der Gegenwart, imi Gegensatz zu den
rüheren Dramen von Redwitz, welche geschichtliche Stoffe be—
andeln.
(Ein geheimnißvosler Doppelmord. St. Petersburg.
Fin mnerhörtes Verbrechen ist dieser Tage in Pawlowsk verübdt
vorden. Seit dem frühen Morgen hielt die Polizei in allen Häu—
ern der Stadt Umgang, um über die abwesenden Einwohnerinnen
Trkundigungen einzuziehen. In der sechsten Morgenstunde fand
nämlich der Hirt, der die Heerde zur Weide trieb, bei seinem Gang
iber den Platz hinter der Kaserne der Reserve-Eskadron des Leib⸗
harde⸗Ulanen⸗Regiments zwei weibliche Leibname, welche buchstäb⸗
iich zerschnitten und verstümmelt waren. Die Gesichter der Er—⸗
chlagenen waren unkenntlich, da sie fast vollständig zerschnitten
varen; auch die Körper waren von vielen Wunden bedeckt. Dem
Anschein nach gehören beide Ermordete zur guten Gesellschaft, da
dieselben mit schwarzen Kaschemirkleidern und feiner Wäsche be—
leidet waren. Letztere war mit den Buchstaben M. G. nnd L. G.
gezeichnet, woraus man schließt, daß beide Schwestern waren. Aller
Wahrscheinlichkeit nach ist dieser Mord nicht auf dem Platze selbst
geschehen, da im Laufe der Nacht mehrmals die nächtliche Patrouille
uͤber denselben ging und nichts bemerkt hatte.

4 Köonig Kalakaua J. hat jetzt alle Resultate der Kultur und
)es Fortschritts kennen gelernt, sogar eine — Zugentgleisung hat
er mitgemacht. Dieselbe erfolgte auf der Reise nach Madrid und
jatte glücklicher Weise keine Folgen. Nichts desto weniger ließ sich
zie Hawaifche Majestät über den Zwischenfall genau unterrichten;
er fragte, ob Eisenbahnunfälle in Spanien häufig vorkämen? —
Nur ausnahmsweise — entgegnete der Beamte — diesmal Ihnen
u Ehren... — Ah, da will ich auf der Rückreise lieber
ncognito bleiben — versetzte Kalakaua rasch. David Kalakaua
cheint also über einen gesunden Mutterwitz zu verfügen.

F (Amerikanisches.) Unter den Eigenthümlichkeiten
er amerikanischen Studenten und Studentinnen, die in Europa
aufffallen müssen, gehört auch, daß sie ihre Ferien mitunter als
Aufwärter und Aufwärterinnen in Sommer-Hotels zubringen.
Selbstverständlich sind es nur die Aermeren unter ihnen, deren
nademisches Renomée aber im Winter nicht darunter leidet, daß
ie im Sommer sich mit Arbeit ihr Geld und zugleich einen Land—
aufenthalt verdient haben. Sie machen auch kaum ein Geheimniß
zaraus. Ein Student des Dartmouth College schreibt z. B. aus
»en Withe Mountains an den Bostoner ,Courier“ einen ausführ—
ichen Brief über seine Kellnererfahrungen, nach deren Inhalt er in
recht guter Gesellschaft zu sein scheint. Junge Herren und Damen
urs guten Familien, die während der übrigen Jahreszeiten ihren
Studien in höheren Lehranstalten obliegen, warten im Dashhouse
zei Tische auf und lesen in den Pausen der Arbeit Virgil und
homer im Urtert oder beschäftigen sich mit der Lösung mathema-⸗
ischer Probleme. Es soll zuweilen vorkommen, daß in solchen
hotels der gute Ton besser unter den Aufwartenden, als unter den
Gästen gefunden wird.

fGAmerikanisch). Eine New-VYorker Zeitung erzählt
solgende Geschichte: „Präsident Garfield ist ungeachtet seiner schweren
Leiden ein äußerst folgsamer, geduldiger Palieni. Nur in einer
einzigen Hinsicht martert er die Aertze, sowie seine Umgebung:
rx will beschäftigt sein. So entschloß man sich vor wenigen Tagen,
)em Kranken ein harmloses Altenstück zur Unterschrift vorzulegen,
im ihn dadurch unendlich zu erfreuen. Die Journale brachten die
dachricht dieser Unterschrift, und ein reicher Mann unserer Stadt
aßte den Entschluß, sich um jeden Preis in den Besitz dieser histo—
ischen Unterschrift zu setzen. Eingehende Forschungen ergaben,
aß das Dokument, welches dem Patienten vorgelegt worden, einfach
ie Heirathsbewilligung für einen seiner Angestellien enthielt. Der
Mislionär suchte den Mann sofort auf; doch dieser weigerte sich
mtschieden, das werthvolle Papier, ohne welches er seine Braut
uicht heimführen könne, zu verkaufen. Nach kurzem Nachdenken
agte der Raritätenjäger: „Nun gut, Mr. Blainville, Ihre Weiger⸗
ing zeugt, daß Sie ein Mann von festem Willen sind. Ich schlage
Ihnen einen Handel vor. Geben Sie mir das Papier, uͤnd Sie
ollen meine eigene Tochter mit 150,000 Dollars Miigift haben,
a brauchen Sie dann die Bewilligung für die Andere so nicht
nehr.“ Da. der Bräutigam gleichfalls ein Amerikaner war, kain
a8 Geschäft zu Stande.

.Linem amerilanischen Blate zu Folge ist Dr. Tanner
nicht todt und auch nicht in Amsterdam gewesen, wo er, wie ge⸗
neldet worden', an den Folgen eines Sturzes gestorben sein soll.
ẽr habe die Vereiniglen Staaten gar nicht verlassen und berekte
ich dem Vernehmen nach für eine neue Fasienprobe vor, welche,
oie er verspricht, über 90 Taae dauern soll

SBienßes nachr ichten. J

Der Schulverweser Emil Walther in Mauchenheim wurde zum
dehrer an der 8. proiestantischen Lehrerstelle in Neuhofen, der interim. Ber⸗
beser Ludwig Becker in Obersimten zum Schulverweser an der protest.
Schule in Pirmasens, der interimistische Verweser an der conf.⸗gemischten
intern Schule zu Dornbach, Johann Grieser, zum Verweser, der Lehrer
zacob Griebel in Gehrweiler zum Lehrer an der protest. Schule in
öringen ernannt. Aus dem pfälzischen Schuldienste zur Strafe entlassen:
er Schulverweser Georg Zöllner in Walsheim. —

Gemeinnütz iges.

Die Salicylsäure im Diensteder Hausfrau. Die
onservirung der Früchte für den Winterbedarf hat oft ihre Mißerfolge und
ürfte daher die erprobte Verwendung der Salicylsäure beim Kinlegen der
früchte den Hausfrauen und Wirthinnen höchst werthvoll erscheinen. Es ist
ielfach bestätigt, daß die an sich ganz unschädliche Salicylsäure die Eigen⸗
haft befitzt, jede Art von Gährung fern zu halten und zwar bedarf es dazu
ur einer ganz geringen Quantität. Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirfiche
»erden von ihren Steinen befreit, in die dazu bestimmten Gläser mit dem
othigen Zucker eingeschichtet, oben auf eine kleine Portion Salicylsäure gleich⸗
näßig vertheilt (wobei die oberste Schicht selbstverständlich Zucer sein muß)
ie Gläser mit Pergamentpapier verbunden in laues oder kaltes Wasser ge⸗
ellt, zum Feuer gebracht, wo fie etwa 20 bis 80 Minuten kochen müssen,
ach dem Verkühlen sauber abgewischt und im kühlen frostfreien Keller auf—
ewahrt. Auf 1 Kilo Früchte und Zucker rechnet man /ñ Theeldffel voll
cystallisirter Salich: säure. Diese kann man zlin jeder Apotheke haben.
llle eingemachten Sachen erhalten durch den Zusaß einer kleinen Menge
zalicyljaure eine bessere Dauerhaftigkeit, besonders auch Säfte, Marmeladen,
nuer eingelegte Fruchte, lönnen derart behandelt werden und darf man ihrer
onfervirung ficher sein. Bei Marmeladen empfiehlt sich ein in Rum und
ʒalicylsaure getränktes Papier, gut schließend darüber zu legen und dann das
Zlas mit Papier zu verbinden; auch kann man der Marmelade oder dem
Nus, wenn es bald fertig eingekocht ist, etwas Salicylsäure hinzufüügen und
ann wie gesagt weiter verfahren. Auf 1 Kilo Masse rechnet man 7 Thee⸗
oͤffell krystallisirter Salicylsäure (Berl. Tagebl.))

Mart berichte.

Jweibrücken, 1. September. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Beizen 12 M. 93 Pf., storn 10 M. 08 phe Gerste zweireihige d M. 21 Pf.,
ierreihige 07 M. 62 ppf., Spelz 8 M. 35 Pf. Spelzkern — M. — pPf.
dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 37 Pf., Hafer 7 M. 48 Pf.,
irbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 50 pf.
deu 4 M. 10 Pf. Stroh 8 M. 10 Ppf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 62 Pf.,
rornbrod. 8 Ktilozr. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf. paar Weck 100
Ir. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter /4 Kilogr. O M. 98 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 81. August. (Fruchtmitteipreis und Viltualienmarkt.) Weizen
2 M. 64 Pf., Korn 9 M. 8i Pf., Spelzkern — M. — Pf. Speiz — M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
M. 45 Pf. Mischfrucht O0 M. 80 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen
) M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pjf., Korn⸗
rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochfenfleisch — Pf.
dindfleisch 420 Pf, Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf. Schweinesleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1M. — Pf., Kartoffeln per Ztr. — M. — pf.

Kaiserslautern, 830. August. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.
Beizen 12 M. 94 Pf, Korn 9 M. 83 Pf. Spelztern — M. — pf. Spelz
3M. 78 Pf., Gerste 9 M. 61 Ppf., Hafer 7 M. 42 Pf., Erbsen — M.
— Pf. Wicken 0O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. — Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pf., Butter pro Pfund 1M. 10 Pf. Eier 1 Stück 66 Pf.
dartoffeln pro Zentner 4 M. 50 Pf. Stroh ß M. — Ppf. Heuo M. —
af., Kleeheu 4 M. 50 Pf.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demenß.
— 0
Tuch-Aussteslung in Kugsburg.

An unsere Aundschaft!

Wir haben die Ehre, für die Herbst- und Wintersaison unsere neue Preis⸗
iste zu unterbreiten. Muster franko nach allen Gegenden, ebenso versenden
Waaren in jedem beliebigen Quantum franko wie bisher.
ẽnglisch Waterproof, Englisch Melton, Diagonals, Engiische Cheviots, geeignet

zu Anzügen und Regen mänteln, Breite 125 Centimenter, pr. Meter Mi. 1. —

Mk. 2. 25, Mk. 2. 60, Mt. 8. 50, 4-5 Mt.

Inglische Twills, Gladstone, Beaconsfield, Englische Moleskin, geeignet zu
feinen Herbste und Winteranzügen, Breite 180— 140 Centimeler, pr Meter
Mk. 412, Mk. 5u⸗, Mk. 6, 729. *

Schwarze Tuche, Buxkins, Délustré ,, Satins, Croisé , Livréetuche, Chaisen⸗
Tuche pr. Meter Mk. 4. 50, Mk. 5. —, Mt. 6. —, Mt. 8. —, Mi. 10215.

Schwere Landwolltuche für Forstleute, Feuerwehren und Turnvereine, per Meter
Mk. 2. 80., Mtk. 3. 50, Mk. 4. 50, Mt. 5. —, Mtk. 6. —, Mt. 7-868.

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klegante und feine Herrenpaletotsstoffe in Double, Escimos, Floconnés, Par
namas, Diagonals, pr. Meter Mk. 4. —, Ml. 8. —, Mt.6. —, Mi.7.
Mk. 10 - 15..

kaisermäntelstoffe, pr. Meter 4112, Mt. 6. —, Mk. 7. —, Mt. 82183.

„chlafrock· Doubles, Futter angewebt, pr. MReter Ml. 4. —, Mt 5.-, Mt. 6. —
Mk. 7. —, Mt. 9. —, Mt12. -

jür Damen empfehlen das Reueste in Plüsch, Biber, Otler, Seehund, Bärck
jell, Ural, Astrachan, Sealskin, Kammgarne ꝛc.

Muster franco!
Adresse: Tuch⸗Ausstelung
(Wimpfhzeimer Cie.)
        <pb n="544" />
        Bekauntmachung.
Der Distriktsrath des Kantons
St. Ingbert hat zum Besuche
der Kreisbaugewerkschule in Kai⸗
erslautern, der Frauenarbeits-
schule in Speyer und der Web⸗
schule zu Lambrecht fuͤr armere
Schüler Stipendien bewilligt.
Dieses wird mit dem Bemerlen
bekannt gemacht, daß die Gesuche
um Verleihung eines Stipen⸗
diums für eine der genannten
Anstalten bis längstens
DSonnerstag, den 15. 1. M.,
deim igl. Bezirksamte“ Zwei⸗
brücken einzureichen sind.
St. Ingbert, 2. Septbr. 1881.
Das Bürgermeisteramt
Custer.

—

Farbige und schwarze
—IAIXII
in großer Auswahl billigst bei

aun Fischer.
Amngnn's

Krieger

Verein.
Sonntag, den 4. September, Na chmittags 124 Uhr
Géneral·Versa mmlung
in der Becker'schen Brauetei, Unterstadt.
Tauqesordnung,
1. Rechnungsablage.
2. Budgetberathung pro 1881/82.
3. Neuwahl.
4. Aenderung der Statuten.
Um zahlreiches Erscheinen bittet
Der Ausschuß
Sonntag, den 4. September, 1881
im Saale des Herrn Oberhauser
0ONOPRP
der Pianistin Fll. Amalie Lehmann aus Kaiserslauter
unter Mitwirkung des Tenoristen Herrn Lehmann.
Entré⸗BPerson 50 Pfg. — Anfang Abends 3 Um
3 FA MPM
ROMBRAMMI,
I. Andaute und Polonaise v. Chopin
2, Arie des Tamimo aus der Zauberflötoe v. Mozart.
. nomenreigen v. Liszt.
1. a. Ieh Kaninꝰs nieht fassen,] Lieder
. ILeh grolle nmieht, für v. Schumann
Widmung. Alt
TNTeree useo v. Chopin.
b. Les ord imes v. Lysborg
E. Meiu Lied v Gumboert.
BRoudo brill. v. Weber.
, Oachlsess in deim Gebet mieh elunc. v. Bobm.
. Gruncddeo valse . Rubensteu

ZIuigis
. gegen Magenleiden, Magen—
qhwache, Magenkrampf, Magenver—
ichleimung, Kolik, Tiarhöe, Verstopf⸗
ang, Schwindel, Kopfschmerz, ꝛc,
2. gegen Husten, Catarrh, Catar—
halfieber, Brustverschleimung ꝛc. 3.
Jegen Gicht, Rheumatistuus, Stei⸗
igieit der Gelenke ꝛc; altbewährte,
ausendfach erprobte Hausmittel, (de
n einer Familie fehlen sollten,)
»on denen man viele mit ge—
ringen Kosten selbst bereiten
zanmn, theile ich Allen, welche eine
Freimarke zur Ruckantwort einsenden,
ostenfrei mit.

g. Beder Seesen⸗Braunschweig

Emser Pastillen
ãceht in plombirten Schachteln)
in bewübrtes NMittel gegen
Justen, NMeiserkeit,
fercleimung, Ma—
gensehwäache umdl Ver-
innungsstöruung-

TEmeer Queéllsalæ
m füsiger Form zu In ha-
tανf zuB GurgeIm
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Sonntag, den 4. September 1881.

— Z322 45——

Deutsches Reich.

München, 1. September. Zu den in diesen Tagen bei
hannover, Konitz und Ißzehoe stattfindenden —B
iuch Offiziere der baierischen Armee abgeordnet, nämlich der Com—
nandeur der 2. Cavallerie-Brigade Generalmajor v. Kiliani, der
baier. Militärbevollmächtigte in Berlin Oberst v. Xylander und die
Majore im Generalstab Irhr. v. Hartmann und Frhr. v. Zoller.
— Nach Beendigung der zur Zeit stattfindenden großen Waffen—
übung der baierischen Armee, die bis gegen den 20. ds. Mis.
allenthalben zum Abschluß gelangt sein werden, hat bei'm 1. Ar—
meecorps noch eine Cavallerie-Uebungsreise gemäß der Instruktion
oom 15. Februar 1876 stattzufinden.

Berlin. Nach kaiserlicher Verordnung vom 31. v. M.
ollen die Wahlen zum Reichstage am 27. Oktober
). J. stattfinden.

*Die neue Geschäftsordnung, welche Fürst Bismarck im vorigen
zahre dem Bundesrathe gegeben hat, hat zu der Frage Anlaß
jegeben, ob der Reichskanzler diesmal hiervon Gebrauch machen
ind die leitenden Minister der Einzelstaaten vor Beginn der Reichs—
agsverhandlungen zu Bundesrathssitzungen vereinigen werde. Wenn
nan bedenkt, daß neben dem preußischen Landtage auch die parla—
nentarischen Körperschaften von Bayern, Sachsen u. s. w. gegen
ẽnde dieses Jahres versammelt sind, wozu die Anwejenheit ihrer
ersten Regierungsvertreter erforderlich ist, so fühlt man fich kaum
jeneigt, die Frage zu bejahen. Uebrigens hat Fürst Bismarck noch
venig dazu gethan, die neue Geschäftsordnung sich einwurzeln zu
assen, denn auch vor Beginn der letzten Reichstagsverhandlungen
anden keine Ministerberathungen statt und doch wären damals die
Zeitumstände hierzu noch günstiger gewesen als jetzt.

Seit Einführung der Nahrungsmittelzölle, nament⸗
ich der Kornzölle, bemüht sich die öffiziöse Preffe vergeblich mit
der Einbringung des Nachweises, daß durch dieselben das Brod für
die ärmeren Volksklassen nicht vertheuert werde. Jetzt ist ihr noch
ine halsbrecherischere Aufgabe gestellt worden. Um für das Ta—
vakmonopol Stimmung zu machen, bedarf man des anologen Nach⸗
veises, daß durch dasselbe „,das Pfeifchen des armen Mannes“ nicht
verde vertheuert werden. Und in der That wird der Versuch ge⸗
macht, den Dummen, welche es glauben wollen, einzureden, daß die
Breisdifferenz bei den geringeren Sorten unter dem Monopol
ine nicht merkliche sein werde. Um solche Dummen aber zu finden,
nüßte man auf offiziöser Seite die Thatsachen aus der Weli
chaffen kͤnnen, daß in den Ländern des Tabakmonopols wie
Frankreich und Oesterreich, die geringeren Sorten Tabak den drei—
ig fünffachen Preis von dem jetzt bei uns üblichen haben, und
vaß die besseren und theueren Soͤrten Tabak einen verschwindend
jeringen Theil unseres gesammten Tabakverbrauchs ausmachen.

Der Kaiser mit dem bekannten Gefolge und der Krom—
prinz sind Mittags um 12 Uhr mit einem Extrazug auf der
Potsdamer Bahn nach Hannover abgereist. Zur Verabschiedung
nuf dem Bahnhofe waren Prinzessin Wilhelm, Prinzessin Karoline
Mathilde von Schleswig, der Erbprinz uud die Erbprinzessin von
Meiningen, sowie der Stadtkommandant und Polizeipräsident an—
wesend.

Die Uebungsreise des großen Generalstabes wird am 18. Sep⸗
ember unter Leitung des Generalfeldmarschalls Gra fen von
Moltke beginnen und sich von Schleswig südlich bis in die
Begend von Peretz und Plön erstrecken. Wie man hört, stehen
die Terrainstudien in unmittelbarer Verbindung mit den Befestig—
masblänen von Kiel an der Landseite.

Straßburg, 1. Sept. Der Statthalter hat die Ausweisung
weier Sozialdemokraten aus dem Reichslande befohlen, welche, wi⸗
8 heißt, erwiesenermaßen mit Führern der deutschen Sozialdemo⸗
ratie in Verbindung getreten sind, um die Bestrebungen der letzteren
nach Elsaß-Lothringen zu verpflanzen.

Ausland.

Frankreich hat zwar heidenmäßig viel Geld, die Art und
Weise wie damit gehaust wird, dürfte aber im Lande keinen be—
onderen Beifall finden. Als Beleg dafür theilt der „Telegraph“
mit, daß für iedes Regiment einschlieklich der Tertisprickunn,

q
17.000 Paar Schuhe angeschafft wurden, wodurch der Bedarf auf
2 Jahre hinaus gedeckt ist. Abgesehen davon, daß das Schuh⸗
verk ein so langes Lagern nicht verträgt, hat sich jetzt auch noch
sjerausgestellt, daß das Modell für die Schuhe nichts jaugt uͤnd es
oll jetzt ein anderes eingeführr werden. Die Regimenter suchen
ich jetzt ihres Ueberflusses dadurch zu entledigen, daß sie die Schuhe
im alle Preise verkaufen. Die Sache wird voraussichtlich in der
Deputirtenkammer zur Sprache kommen und dürfte dem Kriegs⸗
ninister Farre einige unangenehme Momente bereilen.

Ragußa, J. Sept. Die Meldung von der Einäscherung
)es Dorfes Raitza durch türkische Soldaten gelegentlich der Räum—
ing der dritten Zone des an Griechenland abgetretenen Gebietes
st unbegründet. Es handelte sich nur um das Niederbrennen
nehrerer Baracken, welche türkische Soldaten errichtet hatten. Die
Dorfbewohner legten selbst das Feuer an.

Washington, 1. Sept. Blaime telegraphirt heute: Det
Zräsident hatte gestern Abeird weniger Fieber als an irgend
velchem Abend seit seiner Verwundung. Die Temperatur war des
Abends um 6 Uhr normal. Während des gestrigen Tages waren
aille Symptome ermuthigend.

Vermischtes.

*St. Jugbert. Wir machen darauf aufmerksam, daß
nit dem 1. September der Verkauf der Behufs Abste mpel⸗
ung der ausländischen Werthpapiere. nothwendigen
Formulare bei den Postanstalten begonnen hat. 4

TPirmasens, 1. Sept. Die Anmeldungen zur Fahrt
nach Frankfurt haben jetzt bereiis das vierte Hundert überstiegen,
tad da noch sämmtliche Vereine fehlen, so ist anzunehmenn, daß
venigstens nahezu die Zahl 600 erreicht wird und somit die Aus—
ührung gesichert ist. Durch die Zögerung im Anmelden istres
eht aber kaum noch wöglich, daß die Fahrt schon am nächsten
Sonntag zur Ausführung kommt, und es wird det 11. Sept. für
ieselbe in's Auge gefaßt werden müssen. Die ganze Reise dürfte
inschließlich Fahrgeld von hier nach Frankfurt und zurüch Fahr⸗
jeld in Frankfurt mit der Pferdebahn nach dem zoologischen Garten
ind von da nach dem Panorama ꝛc., Eintrittsgeld in die Aus⸗
tellung, Palmengarten, Panorama und zoologischen Garten,sodann
ür ein bescheidenes Mittagessen und Abendbrod mit Getränke den
zetrag von 10 bis 12 M. nicht übersteigen. J

, Dem „Eilb.“ schreibt man aus Siebeldingen, 29
lug.: Es wäre zu wünschen, daß unsere Reben wieder andanernde
Pärme erhalten, da die Beeren immer noch nicht beginnen weich
u werden. Dagegen konnten im Garten des Bahnhofs Siebel-
ingen schon größere Quantitäten Trauben zum Essen ausgeschnitten
berden. Ueber die Menge können wir in den meisten Lagen uns
icht beschweren und da auch beiden nicht erfrorenen Stöcen das
holz gesund ist, dürfen wir uns gute Hoffnungen für das nächste
zahr machen. . J

Ungstein, J. Sept. Heute wurdes durch die Gerichts⸗
»ehörde aus Frankenthal auch zwei hlesigen Weinhändlern ein Be—
uch abgestattet und mehrere Proben mitgenommen: Die Unter⸗
uchung wird hoffentlich das Weitere in dieser Sache zu Tage
ördern. (D. Anz).

F Aus Gimmeldingen wird dem „F. T.“ berichtet,
haß ein Weinfabrikant um den Gefahren einer drohenden Keller—
rebision zu begegnen in einer Nacht 36 Fuder seines Geschmieres
aufen ließ. F

Der im Wohlthun unerschöpfliche Herr Hilgard in New—
Hork hat neuerdings dem Kindergarten in Spevyer 500 Mark
ugewendet. —

Auf der Stativn Ost ho fen wurden am Sonntag Abend
dem früheren Redakteur des „Neuen Mainzer Anzeigers“, Herrn
J. Schäfer;, beide Beine und ein Arm abgefahren. Der Schwer—⸗
verletzte wurde alsbald in die nahegelegene Güterhalle gebracht, wo
er nach einer halben Stunde verschied. Der Vernngluͤckte scheint
den Weg verfehlt zu haben und so unter den Rangirzug gekommen
uu sein. Nach dem „Ith. T.“ schlug er vom früheren Hotel
Rerger aus wohl in Folge mangelhbafter Beleuchtung der zum
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        gahnhof Osthofen mündenden Straße den falschen Weg nach Rhein⸗
Dürkheim ein und gerieth so unter den zur selben Zeit manövri⸗
cenden Güterzug.

London, 1. Sept. Aus Capetown wird vom 31. Aug.
gemeldet: Der Postdampfer „Teuton“ von der „Union Steamship
Tompogny“, welcher am Montag von England angekommen, und
nach der Delagoabay weiterging, ist bei Ouoincap (Insel an der
Nordküste von Australien) gescheitert. Von 200 Personen Passa⸗
ziere und Mannschaft), wurden 27 in den Kähnen gerettet. Die
englische Corvetie„Dido“ ist sofortz an Ort und Stelle abge⸗
gangen. Ein zweites Boot des gescheiterlten „Leut on“ ist um
MNitiernacht hier angekommen mit 3 Offizieren und 5 Mann⸗
schaften. Diese sagten aus, ein drittes Boot mit 80 Frauen und
Kindern dürfte wahrscheinlich auch gerettet sein.

CEin verschollener Äsronaut.) Der Luftschiffer Armentiers,
welcher vor einer Woche mit dem Ballon „Ecole“ in Mont⸗
pertier aufstieg, ist berschollen. Ein Sturm jagte den Ballon
dem Mittelländischen Meere zu, und man fürchtet, daß Armentioͤrs
in dessen Wellen ertrunken ist. Einige seiner Kollegen meinen, er
sönnebis nach der afrikanischen Küste hinübergesegelt und doch ge—
landet sein. Der Asronaut ließ in Montvellier seine Frau und
drei Kinder zurück.

Jung-⸗Amerika! In La Crosse, im Staate Wiscon⸗
sin, spiellen einige Knaben hinter J. Kuhlmann's Haus „Circus“.
Die Jungen waren im Besitz einer Pistole und was war natür⸗
lͤcher, als daß sie das Tellkunststück nachahmten, einander Aepfel
bom Kopfe zu schießen. Der 18jährige Kuhlmann besaß Ehrgeiz
zenug, den Andern mit einem leuchtenden Beispiel voranzugehen
ind stellte sich, mit einem Ball auf dem Kopfe, als Zielscheibe
auf. Der junge John Weber war im Besitz des nöthigen Selbst⸗
—ED—— Schreck!
— gleich die ersie Kugel streckte den armen Kublmann schwer ver⸗
wundet zu Boden.

4 Wegen der Bestrafung Guitea u's sind schon verschieden-
artige Vorschläage in den Blättern der Union gemacht worden.
Finer der wunderlichsten ist jenfalls folgender; Ein zu Highland—
Hark. Kansas, wohnender Correspondent, der Chicaaoer Tribüne“

meint nämlich, daß nach seiner Ansicht Hängen für den Mordge—
ellen zu gut und lebenslängliches Gefängniß eine zu gewöhnliche
Sache sei, daß überhaupt keine von den gewöhnlichen Strafarten
für den Fall passe. Er will deshalb haben, daß Guiteau in einen
Luftballon, ohne Sicherheitsventil und ohne Ballast, gesetzt und in
die Höhe geschickt werde um dort seinem Schicksale überlassen zu
sein. Das Verbrechen sei ein ungewöhnliches, deßhalb sollte auch
die Strafe eine ungewöhnliche sein. Diese Strafart werde ab—
chreckend genug wirken, um ähnliche Me⸗rhrechen zu verhüten!!!
er cor en.

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1181 1199 1223 1230 1254 1803 18332 1354 1412 1589
1630 1654 1782 1997 20839 2047 2175 22835 2344 2409
2446 2452 2510 2511 2518 2565 2609 2674 2767 2792
2795 2797 2833 2903 2918 2931 2983 2985 3061 3115
3186 3193 3220 3224 3239 3242 3257 33083 3808 3336
3403 3467 3485 8500 3504 3572 8607 8616 3667 3685
3945 3956 3996 4002 4045 4072 4111 4154 4230 4249
4421 4522 4525 4565 4579 4591 4598 4640 4689 4761
1867 4947 4954 5006 5008 5090 5168 5193 5481 5337
5359 5475 5570 5647 5664 5770 5986 6039 6049 6075
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y 4 * F —s
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h. Ieh grolle nieht, fär v. Schumann.
Vidmung. Alt
. Bereeuse v. Chopin
d. Læes ordimes V. Lysberg.
6. Meimn Lied 7 Gumbert.
7. Roucddo brilIl. v. Wober.
S. O ach Iies Im dein Glebet nieh einrc. v. Bobm.
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Dienstag, den 6. September

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1881.

Die politische Lage in Frankreich.

Seitdem in Frankreich die Wuͤrfel in der großen Wahlschlacht

zefallen sind, richten sich dorten nun Aller Augen mit er—
höhter Spannung auf Gambetta und dessen politische Zukunfts-
—
hambetta jetzt energisch zur Durchführung derselben schreiten wird.
Zwar hat es der Abgeordnete des ersien Belleviller Wahlkreises noch
nirgends ausgesprochen, daß sein ganzes Streben sich darauf konzen—
rirt, den Präsidentenstuhl der Republik zu besteigen, aber es ist
ies auch nicht nöthig, denn seine Bestrebungen sprechen dafür.
Vorläufig scheint Gambetta die Zeit noch nicht für gekommen zu
jalten, die ihn mit der höchsten Würde der Republik bekleiden soll,
abet er ist bestrebt eine neue Etappe auf dem Wege zu seinem
Ziele zu erreichen und diese Etappe ist die Uebernahme der
deitung des Kabinets aus den Händen der Ferry's, für welche
jetzt die Anhänger des Kammerpräsidenten in ihren Blättern, wie
.B. dem „Temps“, fortgesetzt so energisch eintreten und es fragt
ich jetzt daher nur, wie die Chancen für ein Ministerium Gam—
hetta stehen.

Was zunächst die Wahlen vom 21. August anbelangt, so
jaben dieselben allerdings einen glänzenden Sieg aller republi⸗
lanischen Parteien sowohl über die Anhänger des Lilienbanners
als auch über die Bonapartisten ergeben, aber dieser Sieg ist nicht
ausschließlich ein Erfolg Gambetta's. Ein Blick auf die Zusam⸗
nensetzung der republikanischen Majorität der neuen Kammer zeigt
deutlich, daß Gambetta sich mit den Gemäßigten Republikanern
n die Früchte des Wahlsieges theilen muß. Die neue Kammer—
najorität besteht, wenn man von den noch außenstehenden Stich—
wahlen absieht, aus etwa 40 Mitgliedern des linken Centrums,
aus etwa 160 Anhängern des jetzigen Cabineis, aus 175 — 180
der republikanischen Union (Richtung Gambetta) Angehörigen und
ungefähr 30 Ultraradicalen und Intransigenten, die nur auf Cle—
menceau schwoͤren. Gegenüber den monarchistischen Bestrebungen
verschmelzen sich diese verschiedenen republikanischen Fraktionen zu
iner einzigen großen Partei, die aber sofort wieder in ihre
Schattirungen zerfällt, wenn es sich um die andern Fragen han⸗
delt. Gambetta's Partei besitzt nun in der neuen Kammer durch⸗
aus nicht die absolute Majorität, ganz abgesehen davon, daß sich
in der Gefolgschaft des Kammerpräsidenten so mancher unfichere
deerespflichtige befindet. Will aber Gambetia sich eine ergebene
dammermajorität verschaffen, so müßte er bei Bildung eines Mi⸗
nisteriums auch Vertreter der anderen republikanischen Fraktionen
heranziehen — würden aber konservative Republikaner von der
Kichtung Greby⸗Ferry mit Leuten vom Schlage Clemenceau's in
einem Cabinet sitzen wollen? Schwerlich, lediglich gestützt auf die
republikanische Union, würde aber ein Ministerium Gambetta sich
wohl kaum lange halten können und der berechnende Ex⸗Diktatot
sat dies jedenfalls auch mit in den Kreis seiner Combinationen
sezogen. Diese an die persönliche Machtstellung Gambetta's ge⸗
müpften Combinationen sind nun aber neuerdings durch das Her⸗
vortreten anderer bedeutsamer Anschauungen über die politische Lage
n Frankreich vollständig zurückgedrängt, denn während die eifri⸗
en Anhänger Gambetta's von der Nothwendigkeit eines Minisier—
wechsels sofort nach den Wahlen sprachen, sind der Präsident der
depublik, Herr Grevy und der Ministerpräsident Ferry gerade der
utgegengesetzten Meinung und sehen mit Recht in dem Ergebniß
er Wahlen ebenfalls ein Vertrauensvotum für das Ministerium.
der Ministerpräsident Ferry schrieb auch an seine Wähler, daß das
kegebniß der Wahlen die vollftändige Zustimmung zu der von der
icherigen Kammermehrheit und dem Ministerium verfolgten Poli⸗
ik dargethan habe und das Land keine Aenderung der gemäßigten
axtschrittlichen Politik wolle, desgleichen ließ der Präsident der
sepublik in den ihm zur Verfügung stehenden Preßorganen ver⸗
ünden, daß alle Gerüchte über Ministerberänderungen unbegründet
en. Die Zeit ist also noch nicht gekommen, wo Gambetta die
errschaft über Frankreich als reifer Apfel in den Schooß fällt,
wehrgeizige Staatsmann muß noch warten und weiter kämpfen,
enn er zu seinem Ziele gelangen will.

Deutsches Reich.

München, 5. September. Der Landtag ist auf den

September einberufen.

München, 8. Sept. Außer dem jüngeren Jocobini wird
jetzt auch der Bischof von Montefiscone Msgr. Rotelli gerüchtweise
als künftiger hiesiger Nuntius genannt.

* Die vergangene Woche hat uns in Bezug auf einzelne
chwebende Angelegenheiten unserer inneren Politik nicht unwichtige
Entscheidungen gebracht. Hervorzuheben ist zunächst, daß dem neu⸗
ernannten Bischof von Trier, Dr. Korume nunmehr auch
die landesherrliche Bestätigungsurkunde zu Theil geworden ist, wo⸗
durch sich die Hoffnungen auf die baldige Vereinbarung eines
veitergreifenden modus vivendi zwischen Preußen und Rom be—
estigen. Was die Königliche Anerkennungs⸗Urkunde, welche der
Bischof Dr. Korum erhalien hat, anbelangt, so unterscheidet sich
dieselbe in der Form nur wenig von dem früheren Anerkennungs-
Formular; es muß nur herborgehoben werden, daß dieses Mal
ausdrücklich auf die Bestimmungen der Bulle de salute animarum
Bezug genommen wird. Der Bezug der Temporalien wird dem Bi—
chof in der üblichen Weise angewiesen. — Ferner hat die ver⸗
Jangene Woche endlich die Antwort der Reichsregierung auf die schon
'o lange gestellte Frage nach dem Reichstagswahl· Termin gebracht;
aut kaiserlicher Verordnung vom 31. August sollen die Wahlen
um Reichstage am 27. Oktober d. J. staitfinden, so daß jetzt die
Fixirung des Wahltermins der Wahlbewegung hoffentlich einen ge⸗
cegelteren Charakter verleihen wird.

* Die Anwesenheit des Kaisers bei den Manövern in
Hannover wird sich bis Mittwoch den 7. Sepiember, erstrecken,
an welchem Tage der Kaiser nach Berlin zurückkehrt, um sich be⸗
reits am folgenden Tage zu den Kavallerie- Mansödern bei Konitz
u begeben. Von hier trifft der Kaiser am Sonnabend, den 10
Zeptember, wieder in Berlin ein, am 11. September erfolgt so⸗
dann seine Abreise nach Itzehoe zu den dorligen Manövern, nach
deren Beendigung sich der Monarch direkt nach Baden-Baden be—
Jjeben wird, wo man seine Ankunft für den 18. September erwartet.
Dorthin wird voraussichtlich auch die Kaiserin von Coblenz
tommen.

Die „Danziger Ztg.“ meldet, daß in Danzig am 9. Sept.
der russische, Kaiser mit dem deutschen Kaiser, wahrschein⸗
ich auch dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm zusammen
kommen werde.
Ausland.

Paris, 5. Sept. Es sind bis jetzt 34 Stichwahlen
zekannt. Gewählt sind 32 Republikaner, eine Bonapartist und ein
Monarchist. Unter den 82 Republikanern befinden sich 15 In⸗
ransigenten oder Angehörige der äußersten Linken. Die Republi⸗
aner gewannen je drei Sitze von den Bonapartisten und Royalisten.
In Paris wurden Passh, Ranc, Maret und Revillon gewählt.
Revillon war Gambetia's Gegenkandidat bei der Wahl um 21.
August in Belleville II, Charonne.)

New. Yort, 4. Sept. Das Bulletin von gestern Abend
neldet anhaltende Besserung im Befinden Garfelds. Die
Aerzte beschlossen, denselben baldmöglichst nach Long⸗ Branch bringen
zu lassen,

New⸗-NYork. Gerüchtweise verlautet, der amerikanische Ge—
aeral Carr sei mit 7 Offizieren und 110 Soldaten von den
Apachen-Indianern in Neumexiko überfallen und niedergemetzelt
vorden. — Das Gerücht von der Niedermetzelung der Carr'schen
Brigade bestätigt sich. Es sollen dabei zwei Kavallerie-Kompagnien
dernichtet sen. Es gehen Truppen nach Arizona ab.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 6. Sept. Das am Sonntag Abend im
Oberhauser'schen Saale veranstaltete Conzert der Pianistin Fel.
A. Lehmann und ihres Vaters, des Tenoristen Herrn Le h⸗
mann, aus Kaiserslautern hatle sich eines zahlreichen Besuches
zu erfreuen. Das Programm, welches 9 Nummern umfaßte, theils
hesangs⸗, theils Musikpiecen, enthielt Erzeugnisse der bedeutendsten
Meister. Schon gleich nach der ersten Rummer des Programms,
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        dem Andante und Polonaise von Chopin, war bei sämmtlichen
Zuhörern ein frenudiges Erstaunen wahrzunehmen über die Fertig⸗
leit der jungen Künstlerin, diesen trefflichen, gefühlvollen Vortrag
mit lobenswerther Prazision. Mit steigendem Interesse lauschte
man den übrigen Klavierpiecen, deren Schwierigkeiten Frl. Leh⸗
mann mit seltener Leichtigkeit überwand, und zollte ihnen auch
den gebührenden Beifall. Irl. Lehmann ist nicht allein Künstlerin
auf dem Klavier, sie verfügt auch über eine schöne kräftige Alt⸗
stimme, und die von ihr vorgetragenen Lieder zeigten die richtige
Auffassung und das Verständniß derselben. Die Tenorstimme des
Hrn. Lehmann ist zwar nicht sehr stark, aber so angenehm und
rein, daß man demselben nur Lob spenden muß. Wir können
uͤber die einzelnen Vorträge, ohne Ausnahme, unsere größte Zu—
friedenheit aussprechen und wünschen, daß die junge Künstlerin
auf der betretenen Bahn fortschreiten möge, dann wird der Er⸗
folg sicherlich nicht ausbleiben.

SrIngbert, 5. Sept. Die gestern in Zweibrücken
gepflogenen Discussionen des Delegirtentages des pfälzischen Ge⸗
werbe Vereins⸗ Verbandes bewegten sich hauptsächlich um das In⸗
nungsgesetz. Auf Antrag des Vorortes wurde beschlossen, vorläusig
dem“ neuen Innungsgesetze gegenüber noch eine abwartende Haltung
einzunehmen, jedoch den Einfluß der Gewerbvereine bei Aufrecht—
erhaltung der Ordnung im Gewerbe moͤglichst zu wahren und zu
erbeilern. Man entschied fich ferner für Lehrlingsprüfung und
Aussfiellung von Lehrlinasarbeiten, für Errichtung kunstgewerblicher

Fachschulen und für Einführung der Arbeitsbücher für alle gewerb—
ichen Arbeiter. Mit Rüchsicht. auf das Arbeiter⸗Unfallversiche—
cungsgesetz wurde beschlossen, daß vor Allem erst eingehende Er—
hebungen und Gutachten aus Inleressentenkreisen über diese hoch,
vichtige Angelegenheit gepflogen werden sollten. Das Submis—
onswesen sollie im Sinne der in Preußen geltenden Bestim—
nungen vom 24. Juni 1880 geregelt werden.

S Niederwürzbach, 5. Sept. Eine große Rührig
teit herrscht in unserer Gemeinde. Geschäftige Hände winden
Zränze zum Schmucke der Häuser und errichten Ehrenpforien, denn
jeute, nach 6 Uhr des Abends, wird der hochwürdigste Herr Bischo
deorg Josef Eherler, von Speyer dahier Einzug halten, um
morgen das neue hiesige Gotteshaus zu weihen. In feierlicher
Prozession werden S. bischöflichen Gnaden am Bahnhof abgehol
und in's Dorf geleitet werden. Am alten Gotteshause angelangt
wird die Prozession, weil die kleinen Raume dieser Kirche diesehs⸗
nicht fassen können, auf der Straße Halt machen. Der Herr Bischo
vird in genannter Kirche seine Andacht verrichten und dann in
Pfarrhause Quartier nehmen. Des Abends gegen 8 Uhr werder
der hiesige Gesangverein und die St. Ingberler Bergwerkskapelle
bon Lampionsträgern begleitet, sich zum Pfarrhause begeben, un
dem hochwürdigsten Herrn durch Musik und entsprechende Gesäna
die gebührende Ovation darzubringen.
Fur die Revallivn veramworitich: F. —F me b.
deächsten Montag werden durch das Loos vertheilt:
130 3000 Mk. baar Geld
1
durch die Dr. v. Hauner'sche Kinderspital⸗Ziehung. Loose à Mark bei:
Joh. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Inabert.

Auszug.
Defsentlihhe Zustellung.
Vorladung.

Der Landwehrmann Peter
Walle, 28 Jahre alt, Huf⸗
schmied, früher in Oberwürzbach
wohnhaft, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend, wird hiemii
borgeladen, am Mittwoch,
den 19. Oltober 1881, Vormit⸗
tags 8 Uhr, in der öffent—
lichen Sitzung des Schoffenge⸗
richts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaal zu erscheinen,
damit dafelbsi zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anflage wegen Auswanderns
ohne Erlaubniß im Juli 1881
geschritten werde.

Zugleich wird dem Ange⸗
klagten eroͤffnet, daß bei unent⸗
schüldigtem Ausbleiben seine
Verurtheilung auf Grund der
vom kgl. Landwehr⸗ Bezirks⸗ Com⸗
mando Zweibrücken am 27. Aug.
1881 nach Vorschrift des 8 472
der R.⸗St.«P.⸗O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 5. Sept. 1881

Der igl. Amtsanwalt
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
Der kgl. Amisgerichtsschreiber
Glattfeld,
stellvertr. Gerichtsschreiber.

Zweibrücken, seine Stelle wegen
Ärbeitsüberhäufung und zu weiter
Entfernung seines Wohnsitzes von
hier niederlegen zu wollen⸗ Es
vird deßhalb gemäß 8 85 R.O.
zur Wahl eines andern Concurs⸗
herwalters eine
Gläubigervers ammlung
berufen auf Samstag, den
17. September, 1881

Vormittags 9 Uhr,
im Siztzungssaale des hiesigen
Amisgerichts.

Im derselben will Herr Amboẽ
uugleich Rechnung stellen.

St. Ingbert, 2. Sept. 1881

Kgl. Amisrichter
gez. Zahn.
Zur Beglaubigung:
Kgl. Amisgerichtsschreiberei
Glattfeld,
stellv. Gerichtsschreiber.

ben des zu St. Ingbert verlebten
Maschinenwärters Adam, ge⸗
nanni Johann Joseph Peters,
als:
J. Maria Klemmer,
ohne Gewerbe in St. Ingbert,.
Wittwe des Verlebten;
I. Valentin Peters,
Schmelzarbeiter allda;
ill. Katharina Peters,
Dienstmagd, zur Zeit in Deutz
bei Cöln.
1y. Maria Peters,
Dienstmagd in St. Ingbert;
V. Elisabeth und VI.
Jakob Peters, diese Beiden
goch minderjährig, welche ihre
genannte Mutter zur gesetzlichen
Vormünderin und den Georg
Betz, Schmelzarbeiter in St.
Ingbert zum Beivormunde haben.
St. Ingbert, 6. Sepibr. 1881.
K. Auffschneider,
Amisverweser.
Vielo hupndert Mark jäbrlich
arsparen grõssero Haushaltungen, Hotels, Café's, Specereiwaarenhàndler u
ieiben ikren Bedarf an Kaffee &amp; Thee direct von unseren ILag
Mucern KRotterdam in doer Original-Verpackung 2u unseren folser⸗
Pngros-Preisen beriehen.
10 Pfund Asrie. Perl Mocea 7.50
beoster Maracaibo 8.75
Io Guatemala 9. 25
vorzũgl. Perl Santos 10.-
feinster Plant. Ceylon 10.75
hochfeinster Java 12. -
deht arabischer Mocea 13. ⸗
rorzũgl. Congo Theo 6.50
feiner Souchong Thee 8.—
feinster Imperial Thee 9.50
hochfeinster Mandarin Pecco Thee 18.-
beaste Qual. rein entöltes Cacaopulver, 9.-
Beste holl. Bauernbutter, 25 Pfd. Kubel 22.-
Auftrũge von 20 Mark und daruüber verden franco und 2zollfrein
zanz Deutschland versandt. (Deutscho Bonknoten und Briefmarbesr
ahlung genommen.) Alle unsere Producte sind an Ort und Stell⸗
nceren egenen Factoreien ausgewüũhlt anã virqyur vollstãndigste Reiu
and riehtigstes Gewieht die gevissenhafteste Garantie geleistet.
ist ner Bestreben unsere Kunden in jeder Hinsieht völlig wu
den ustellen und bitten vir siech durch einen probeaustrag zu ũberzen
BERNBARDI WIPRECHT &amp; Cie.
Rotterdam, Wijnstraat Os 100
Demes in St. Inabert.

Bekanntmachung.
Nächsten Mittwoch den
September, Vormittags 10 Uh
zu St. Ingbert, in der Wiri
schaft von Peter Friedrich, Küj⸗
versteigere ich
eine Spieluhr
in Gemäßheit des Art. 343
Allgem. deutschen Handelsgeh⸗
buches.
St. Ingbert, 5. Sepibr. 188
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.
Bekannte weiße
Bierhefe
ist jetzt wieder fortwährend
haben bei Heusser.
mMann'e

Licitation.
Samstag, den 24. Sep⸗
tember nächsthin, Nachmittags
3 Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirihschaft von Johaun
ZSchielzer, Schreiner, werden
durch den unterzeichneten, hiezu
gerichtlich beauftragten Amtsver⸗
veset des igl. Rotars Franz
Zauer in St. Ingbert, die nach—
sttehend beschriebenen Liegenschaf⸗
sen in der Steuergemeinde St.
Ingbert der Abtheilung wegen
oͤffentlich an die Meistbietenden
versteigert, nümlich:

. Plan-Nr. 3834, 16 23.
35 qm. Acker auf Schiffel⸗
land, am rothen Kopf;
Plan-⸗Nr. 3208, 114.
25 qm. Adeer rechts in den
Seyen;

Eigenihümer sind:
Die Wittwe, Kinder und Er⸗
Frud und Verlag von F.

Bekanntmachung.
Konkurs über Nachlaß und
Gulergemeinschaftsmasse des ver⸗
⸗bien Geschaftsmanns Ludwig
Bechthoidt von St. Ing⸗
bert.
Mil Schreiben vom 21. August
1881 erklärt der seitherige Con⸗
cArsberwalter Carl Ambos zu
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljahrlich

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M 143. Donnerstag, den 8. September 1881.
Entrevue des Czaren mit Kaiser Wilhelm.

Während allem Anscheine nach die Reise des Königs von
Italien zwecks Zusammenkunft mit den Herrschern von Oesterreich
und Deutschland sich wegen des Widerstandes einzelner italienischer
Minister wenn nicht zu zerschlagen, so doch, zu verzögern
)roht, kommt gönzlich unerwartet die einigermaßen überraschende
Nachricht aus dem Osten, daß der Czar seine Hauptstadt verläßt,
um noch im Loufe dieser Woche unseren greisen Kaiser auf deut—
chem Boden zu begrüßen. In Danzig, der alten Königin der
Weichselstädte, soll die Begegnung vor sich gehen und nicht nur
vürden die beiden Kaiser zusammentreffen, es heißt, daß vielleicht
ruchderdeutscheKronprinzan der Zusammenkunft sich bethei—
igen werde. Freilich treten alle diese Mittheilungen vorläufig nur ge—
üchtweise auf, aber doch in einer Form, daß ihnen die innere
Glaubwürdigkeit nicht recht abgesprocheu werden kann.

In Danzig circulirt schon seit einigen Tagen das Gerücht, daß
im Freitag dieser Woche dort eine Znsammenkunft zwischen dem
Kaiser Wilhelm und dem Kaiser Alexandrr III. von Rußland
tatifinden werde. So weit die Danziger Zeitung bisher über
ieses Gerücht sich zu informiren im Stande war, sind am Freitag
Abend in der That telegraphische Mittheilungen an die Chefs der
danziger Behörden gelangt, welche den Inhalt des Gerüchts als
vollkommen begründet erscheinen lassen. Kaiser Alexander III.
vird, wie es heißt, mit einem rufssischen Kriegsschiffe über See nach
Danzig kommen, hier wabrscheinlich von dem deutschen Panzerge—
chwader und der Hof-Yacht „Hohenzollern“, mit welcher Admiral
» Stosch schon am Donnerstag von Kiel dort anlangt, auf der
sthede empfangen werden und dann in Danzig auf wenige Stunden
Zuartier nehmen.

Zu gleicher Zeit werden, per Ertrazug vom Konitzer Cavalle—
iiemanövder kommend, Kaiser Wilhelm mit Gefolge und wahr—
cheinlich auch der deutsche Kronprinz dort eintreffen, und es soll
sdann eine freundschaftliche Begrüßung der beiden Souveräne
tattfinden. Kaiser Wilhelm wird im Gonvernementshause Absteige—
juartier nehmen. Die Anwesenheit der Majestäten und der höch—
ien und hohen Herrschaften ihres Gefolges wird sich auf einen
Tag (Freitag, den 9. September) beschränken. Die Ankunft der
dofkouriere wurde bereits zum Sonntag erwartet.

Es wäre dies die erste Reise ins Ausland, welche der junge
Fzar nach seiner Thronbesteigung unternääme. Gerade im jetzigen
Augenblicke, da der Panslavismus in Rußland stärker denn je das
daupt erhebt, müßte aber einer solchen Begegnung des deutschen
ind des russischen Herrschers wohl eine doppelte Bedeutung zuge—
nessen werden. Richtet sich doch die Spitze der panslavistischen
Bestrebungen naturgemäß gegen die deutschen und österreichischen
zuteressen, und damit unwillkürlich auch gegen die österreichisch—
)eutsche Allianz.

Glaubensfreudige Gemüther haben sich in letzter Zeit mehr—
ach bemüht, die Ansicht zu verbreiten, daß den jungen Czaren be—
deiis ein leises Grauen beschleiche vor seinen panslavistischen Freun—
den. Man knüpfte daran die Hoffnung, daß die Anwesenheit des
öniglichen Schwiegervaters in Petersburg vielleicht dazn beitragen
tönne, Kaiser Alexander III. aus der politischen Strömung her—
zuszuleiten, in welche er unglücklicherweise hineingerathen ist. Auch
yon vertraulichen Handschreiben unseres Kaisers wurde erzählt,
velche auf die Anschauungen des Czaren nicht einflußlos geblieben
ein sollen. Was von alledem wahr iste wir wissen es nicht. Nur
kLins wissen wir: daß die deutsche Nation in ihrer Gesammtheit
ꝛen Wunsch hat, auch mit Rußland in guter Freundschaft und in
Frieden zu leben, und daß es der schönste Erfolg ist, wenn die
zusammenkunst der beiden Herrscher in Danzig dieses freundnach—
arliche Friedens-Verhältniß von Neuem besiegeln hilft.

äJ¶äF
Deutsches Reich.
Muͤnchen, 6. Sept. Baron Franckenstein wurde zum ersten
Bräsidenten der Reichsrathskammer ernannt.
* Die nunmehr erfolgte Festsetzung des Termins für die
Reichstagswahlen ist geeignet, der Wahlbewegung an allen
Irten einen erhöhten Impuls zu geben. Ueber die ganz besonders

zroße Bedeutung der bevorstehenden Wahlen ist man sich auf allen
Seiten klar; sie werden in einem ganz entscheidenden Wendepunkt
Ziel und Richtung unserer inneren Politik besftimmen. Von maß—
sebenden Einflusse für die Gruppirung der Parteien in der Wahl—
»ewegung wird in erster Linie die Stellung der einzelnen Parteien
uu den socialpolitischen Fragen sein, zu denen jetzt die des Tabaks-
nonopols und der Altersversorgung der Arbeiter durch den Staat
inzugetreten sind. Der neueste schöpferische Gedanke unseres leiten—
den Staatsmannes, dem Staate die Fürsorge für die Arbeiter,
denen die Schwäche des Alters die Möglichkeit zur eignen Bestreit—
ing ihres Lebensunterhaltes benimmt, zit übertragen, ist ohne Zweifel
»on weittragendster Bedeutung, indessen stehen doch der Realisirung
ieses Gedankens namentlich in finanzieller Hinsicht noch zu große
dindernisse entgegen, als daß man dieselbe schon in nächster Zu—
unft erwarten könnte.

*Das Reichsjustizamt beschäftigt sich in eingehender
Weise mit einer Reform des Genossenschaftsrechtes. Wie man hört,
ist schon für die nächste Reichstagssession eine bezügliche Vorlage
;zu erwarten. In wieweit der bekannte Mirbach'sche Antrag auf
Finführung der Theilhaft an Stelle und neben der jetzigen Soli—
»arhaft Aussicht auf Verwirklichung durch die Gesetzgebung hat,
»as hängt von noch nicht zu Ende geführten Erhebungen über die
Wirkfamkeit der Schulze-Delitz'schen Verbände und verwandter Ge—
rossenschaften (Reiffeisen'sche Darlehenscassen u. s. w.) ab. Dar—
ehuscassen und Consumberbände, die auf dem Princip der Mir—
ach'schen Theilhaft berufen, sind sehr wohl denkbar, sie stellen
ben etwas durchaus anderes dar als die Genossenschaften nach
Schulze⸗Delitzsch und werden nichts als den Namen mit denselben
semeinsam haben.
Vermischtes.

Niederwürzbach, 7. Sept. Das gestrige Fest
»er Einweihung unseres neuen Gotteshauses ist in würdigster
Weise verlaufen. Sehr viele Fremde hatten sich cingefunden, um
in dieser seltenen Feier Theil zu nehmen. Gegen 8 Uhr nahte
ich der hochwürdige Herr Bischof Dr. Ehrler, in feierlicher
Prozession am Pfarrhause abgeholt, der neuen Kirche, und die
reier begann. Dieselbe nahm mehr denn vier Stunden in An—
pruch. Seine bischöflichen Gnaden hielten sodann an die Ver—
ammelten eine Ansprache und feierten eine Stillmesse. Herr Be—
zirkdamtmann Dr. Schlagintweit von Zweibrücken wohnte
der ganzen hl. Handlung bei. Eine große Menge von Geistlichen
aus allen Theilen der Pfalz waren bei der Festfeier thätig. Mit
eltener Virtuosität sang der hochwürdige Herr Pfarrer Bischof
yon Offenbach, früher langjähriger Pfarrer von Ommersheim und
Distriktsschulinspektor, die vielen Psalmen. Die lieblichen Klänge
»er Bergwerkskapelle von St. Ingbert trugen nicht wenig bei, um
die Herzen zur Andacht zu stimmen. Der hochwürdige Herr Bi—
chof wird heute Nachmittag unsere Gemeinde verlassen, um nach
Nittelberbach zu reisen, allwo die Einweihung des dortigen neuen
ßvotteshauses vorgenemmen werden soll.

Pirmasens, 3, Sept. Heute Nachmittag fand die
erste Probefahrt des von Mechaniker Sandt gebanten Velocipeden—
Fircus statt. Unter großem Jubel von Alt und Jung wurde
asselbe in Gang gesetzt und von 108 Personen benutzt. Herrn
Zandt wurde von dem Besitzer des Circus, Herrn Schwender, wie
»on dem anwesenden Publikum für die meisterhafte Ausführung
die größte Anerkennung gezollt.

Die Eisenbahn-Schiffbrücke bei Speyer mußte des Hoch—
vassers wegen am Dienstag Nachmittag abgefahren werden. Der
Zahnverkehr auf der. Strecke Heidelberg-Speyer ist deßhalb unter—
zrochen.

— Reisende, welche gestern Abend mit dem Schnellzug von
Frankfurt nach Mainz fuhren, sahen um etwa halb zehn Uhr das
sessische Dorf Naunheim (links des Mains) in vollen Flam—
nen stehen.

FParis, 4. Sepi. Ein entsetzliches Aitentat wurde gestern
n Lille verübt. Ein Kutscher erhielt von einem Unbekannten
echs Kisten, um sie bei verschiedenen angesehenen Bürgern abzu—
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        liefern. Er übergab dieselben in drei Häusern den Adressaten;
in zwei Häusern wurden sie geöffnet, uns jedes Mal erfolgte eine
furchtbare Explosion. In dem einen Fall wurde ein Vater und
sein Sohn ködtlich, in dem andern Fall eine Mutter und ihre
Tochter schwer verletzt. Die Zimmer wurden zerstört und alle
anwesenden Personen zu Boden geschmettert. Das Motiv der
unseligen That soll Rache gewesen sein. Die Spur der Thäter
ist angeblich bereits aufgefunden.

FParis, 5. Sept. Diesen Morgen 9 Uhr stieß in
Charenton bei Paris der von Lyon kommende Schnellzug mit dem
don Corbeil kommenden Personenzuge zusammen. Die Lokomotive
und die vordersten Waggons des Lyoner Zuges wurden gänzlich

zertrümmert. Unter den Trümmern wurden 20 Todte und 25
Schwerverwundete gefunden. Leicht verwundet wurden viele Per—⸗
onen, darunter der Photograph. Nadar und Frau. Der Bruder
—
— Gestern war in der Mahon-Straße hierselbst eine große
Feuersbrunst, bei der drei Menschen in den Flammen umkamen.

London, 83. Sept. Nach weiteren der „Union Steam—
ship Company“ zugegangenen Telegrammen ist das dritte Boot
des „Teuton“ mit 30 Frauen und Kindern, welche man gerettet
hoffte, untergegangen. Sämmtliche Personen sind ums Leben
gekommen.

Fihr die Redaklion verantwortlich: F. X. Demet. —
—A
rden durch das Loos vertkheilt:
ẽ. baar Gelsd

— —
Rächsten B

durch die De. v. Hauner'sche Kinderspital-Siehung. Loose àa 1 Mark bei:
Joh. Friedrich, F. Woll, uchhandlung und Joh. Weirich, Friseur in St. Jugbert.
bàcilion-Verein 8t. Ingboert.
donntag den 11. September im ινιαBBR'Sαhen Saale
00N
zum Besten des Kirchen-Baues.

Auszug.
Heffentliche Justellung.
Vorladung.

Der Landwehrmann Peter
Walle, 28 Jahre alt, Huf—
schmied, früher in Oberwürzbach
wohnhafte, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend, wird hiemit
vorgeladen, am Mittwoch,
den 19. Oktober 1881, Vormit—
tags 831 Uhr, in der öffent⸗
lichen Sitzung des Schöffenge—
richts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaal zu erscheinen,
damit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen Auswanderns
ohne Erlanbniß im Juli 1881
geschritten werde.

Zugleich wird dem Ange—
klagten eroͤffnet, daß bei unent⸗
schüuldigtem Ausbleiben seine
Verurtheilung auf Grund der
vom kgl. Landwehr-Bezirks-Com⸗
mando Zweibrücken am 27. Aug.
1881 nach Vorschrift des 8 472
der R.«St.«P.O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 5. Sept. 1881

Der kgl. Amtsanwalt
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
Der kigl. Amisgerichtsschreiber
Glattfeld,

stellpbertr. Gerichtsschreiber.

Am Montag, den 12. ds
Mts. präcis 53 Uhr Abends,

Feuerwehr⸗

*

Hauplfübung,
bei welcher sämmtliche eingetheilte
Mannschaft zu erscheinen hat.

St. Ingbert, 8. Sept. 1881

Das Bürgermeisteramt

Guster.

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. Duo für Harmonium und Piano zu 4 Händen... von Grola.
5. Arie fäür Bass
fkür .8 .....— Aus doer höpfung⸗
8. Becitativ und Lrie für Tenor . . sde dpiumg
7. Texrzett für Sopran, Tenor und Bass... —
8. Chor für Sopran, Alt. Tenor und Bass.—-
9. Rhapsodie hongroise für Piano zu4 Handen. -
10. Terzoebt für Sopran, Alt und Bass aus der Schweizerfamilie..
II. Achlaf wohl du susser Engel du“ Lied von Abt,
arrangirt für Flöts und Klavier.. —
12. Heimweh, Manner-Soloquartett.
13. a. i
Hoerbstlied puetie für Sopran und Alb . . . . . ..
b. Cruss
14. Doutschex Mannerfestgesang, Mannerchor. v80n Kuntee.
15. Hussrenitt von Spindler, arrangirt für Piano zu 6 Händen, von 7Th. Herber
16. Winzer am Rhein., gemischter Chor. . .. .. 0on Mönrinq.
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27 22 * 5525 — 82 32 — 23 5 525 — — 22
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3 —* 8 22 32 3 — 2* —A —— * 2 — 2*—
22E — Sc28 — 27 22 532 * F *5 — ——
—— — 5 ———35 3557 —
v— 23325 23* 52225 3 — 3 —55 S 7

—z —7 2 25 5) 32 D

55 57273833553 55 2* — — 38
—3—— 5835 2833383336 255 2 53— 355 25
55755 55 55——32 537 85——s 33372

——— * 2233 2 5322 — 38 222 3 — 5S3 —A— 29 2
— 8823 —A 58 — — E — — ⏑ — *— 2
—8 —— * 8 —27 — 8 — —* — 5 2 — *2 * 2 — 7
2. 53 525 25 ——IJ 2 25* —A—— * 3 39
35 — 38 5 2 * 5 — 8 —3 — 0 F 7 7
—835 6033—55 258 53 655335 33— 27

D —*q* 7 — x 5 * — 8 1*5. —25—32 — —5 —— — 222

— 3875 5z833 — 55 . 5238383332353* 53230 633
5* —3 57 2 22 * — — 57 .* — —

2 — — — — —2 — M 2
6 — 33 —— 2333 3 5 5—5 5 3 68 — 55
*82 558 —— 556 — —— —32 M * 2053 ——58223

583 82* s 5 — 367

— d * * * * 3 722 * *

55 235 53 —33 83 55 55

83 ——— —53 — — 2 —— 28 2 32* 77 —
— 2 —A Z ⸗ — ———
22..27
2* *5 29 8
55 —*—5 3358 235 —
2 52* 5522 * 2
——— 283* 535 — 3 5585
555 7 253155 — —82 5555 525
— 2323— 2 238 — 2 25 33533 * —3
5 3 5532 S8. 25988 55 56227 32333 5255* —
——«c2 2 2 — — 3 — 88535
22* 52— 3 * 2 2383 8 5* 23533333 —252
783238* 83—5. 2 5235 — 8827* 25 —23 372833 2 753 5—3 — *
38338* *553355 322 * 222 2322 22332 * — — 2 5
* 232 — 5 3258 22 —— — 3 2 —32383 — * —8 * * 22
3 —*8 ——— — —— — —2 3 ð. 5 x * 232325 —2 ⸗ ——
8255 — —223 * —8 2335 * *2 D — 3 2 * 62
*28 555 ——3 5 —3 55 835328 523 02 QB2
—E—— —A 38— 55 —2 —25383 5 3 25533538 ——— A
5332* —õ* —5— 87 558 25 s8 i 38 ——835 —8
2337 5* — 52 5357— 82 — A— 5 3*
ß38 —558 5 23** 7565 — —— 2
—* 2— 55—58 225 * 533 3 — 4 32 53532 — 3 —
— ——2 *IE — * — — —— 8 * — 2* * — 75
5—533 —E — — — 3 53832 — 22828 3
55 8 —— —— 2 * 35 53557 835 583 —8 Ss2
82 5 5 —58 2 232582 8 2 2858. 22 35353 5325 — —— 5 A8
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52 ——— 5—52325 8 * 228 —3 — — — 27 22
35223228* 288335 — — ——— 5. 5.5 —A 2
2 28288 55 723 z 32 33 —7 6833 5— 5 8325 5522 —
222 23383355 5* 733323 3 — — — 5353 75*
5 2 32 *558 — 555* 588 — ——35335 *
2252* — 3 22 5 z33 — 2 5 55 *
—— 2383 3 368535 —A 5287 253555 533* 32
22 838 —e—— 555353 88 85* —122 35 3 EE 2
* 3* —— 82285 — — — Z 253 35383 2 52 —52*
—2 23 35 — — —E —— — 38— — 7 22 — 8 —— —
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5 5 55 28* J—
32 —* ——— 583 2 — — * A—A —
— 5 — 33—3— — 2353 — — 52 —
— ⸗ ——52— 3 8 —255 — 1255228 32
—55 33B3 — 5*
5 —— 23222335 —
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2* 2

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2 2 2* 2— J 2 22 2 * 22 — —23 —
28 555 — 3338333323 —
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35— ————555 37 ——8—5 323 3 —
* —* 55 2 2 * 8 — 22— — 7— —— —22
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252 —55 5——— 553532 — — —3z8— 7 — 2 — ——— 3—
55355 25 565 —— — —2 —— ——55— 573
z—— 58 ü——— 5—28 8— 25 —2532535 22
—z3238 — —358.* —E 3825 —32*8* — 253 8 35
283838 S82 5*38 — — —A ——
* — 59, 3 2 —53 — — D *. ⸗ — ——— — 2 2
—305 — —
z3325— 555 5555338 835 23375533 — 5 5
227 ———— *283 — — 788 D —A — ——— 522 — —
553 326 355 2 3823 3583325* —— — — —*324 7258
83 * * —A * —— *
——5 3 3 53 85 5 —A
23 232* —A — —8 5—3 2888 — 23 — 2352—5 22 —3 358 575
522 232. —5. 22S — 22 ——— * o 2 5 — 2 — 3
33535385383533 —55 —35 265537375 35553 3833235537
7 83 — * J 25 2* * 228* — 2
25z— 36 8* 3 —353— —33 —5
522*5 3533 555830 ———— —53—8557 7 **
— 2 * — 2 * 2 7 7
—35 2060 — 5 53 ——— 5 —
355 ————— — — —z — 38 3 5337
5 —36
2 272 2337 — —— * — — * 3 333 * ———— 5752 5 23*
2S 2 2 2 — ———— 33 25 3 22* —AA
—— 568 —— — 352855
8 —85 52353 33 33*
8c 3— 158 853 — 153 22 —— 257
28 8 —— —— — 3 23558
— 5253 —— * V ———2 . 8 —3*22 — 53 5222 8 — — 25 *
3 2 2 35 235 2 53356 5— 2555 38 258 — —
— 2 — — —* 2 — —
25* —— ——— —— 2*
7
2
2 —3 *
24 3358352 *
12* — 38385 3227 *
* 3 5 *
z 33 33 2553523555
55 2 —323388 28 —
—E —* ——88 — — 8 2223388 2 — 2 522 —
222 2 5555 — — 2 — —2*2222 3 2 3 — 7.7
52418 28 3 —A * 8224 ——— 2553 ** * 2 28.6
A — 7 * s 7 3
— * — 2227 2 —— ———— 8 * Iz382 — —— —22 —
2.5 * 2 55352 52 52 —5 525 S 5 2 5 — *
2 3 * 2* 28* 55 XM —A 33 22 5æ53 —383385 55 35
2355 »232 —ã— —— 28 *2 5 * 2539 32 *2 2** — —— 8
2 ——— F 525 5 — ——— 3 — — ·. — —25 —52
—8 —3— —— 259 * —A 2 82 8322 —— ——— ——— —— ——
033 — 333 258 — 27 —55 *5235 —35 52 3 5385 2282
25 8 22 *53323 — —— 25 22 2 532
⸗ — — —— — —2 2 5
32 236 333333824 —A *2 83828 28
2 38 2.222 2 —A — — 8 — D 472
— 3 5 83—* 20 25253— 2—82 25 55355327
3.53 —E 5 3 * 55553* 2* 8—*8 * 52558* 2
3558 * 58322 8 58 585298 25335 — 2— S*
33 5— 5353—5 —53355 ——— 258558 — 5555535 s—35235 5325
35 378 — — 227 —335 —————— —— — 328 ———
* — 5*2 —2 — 2.8 232 55— —55 5238 ——— — * —
—28538558 —A—— 22 * — ———— 53385 — 22 3 3
* * 2 25*5 * —A — 25* 2
S 6 —MMAI 5 528— 2*28383 2 5 * 55823355
3 5532 —8— 22 2 2 222 — 23 ** * —
— 5355z 5383—— ——— — — — — 2 — 5 7 55— 8 —6
*53 * * — 323* *52 —— 56
25*—33833 s 22 —5 ——— — 552 35 53 552 *
— —— 23 — 3338 585 —853 — 2 — 38 — — —— *
— 222 ——— — ———— 33 3—2 3535362— — — v 2 7 2
—2 2322 25—— —58 8 5«—3 53 332 —— —— 55 2 —232
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232 —z5555 8 33 5538 —5 2538 —z223—233—
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* —A 525355 553 85 — —3553323537
— 3555 —57 238 2 2* —— 55 * 8 322383 5—5355—55*
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* 2568 —5 — 282822 z3355333328 SESs
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53 — 223 3* — 8322 4 26 2728 322 25 —A
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        Sl. Ingberker Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementeopreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 4, einschließlich 10 J Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
P 144.

Samstag, den 10. September

—1881.

Deutsches Reich.

München. Der neuernannte erste Präsident der Kammer
zer Reichsräthe, Georg Frhr. zu Franckenstein, wurde am
2. Juli 1825 zu Würzburg als der Sohn des kaiserlich königlichen
ʒsterreichischen Kmmerers und erblichen baherischen Reichsraihs
darl Freiherrn zu Franckenstein geboren. Derselbe trat am 29.
Zeptember 1847 in die Kammer der Reichsräthe ein. Am 18.
Nai 1857 vermählte sich Freiherr zu Franckenstein mit Marie,
brinzefsin⸗Oettingen-Wallerstein. Aus der Ehe sind 8 Soͤhne und
Töchter entsprossen. Frhr. zu Franckenstein ist mit dem viel—
ahrigen zweiten Präsidenten der Kammer, Karl Frhrn. v. Schrenk,
erschwügert. Die Besitzungen der Familie, mit welchen die erb⸗
iche Reichsrathswürde verbunden ist, befinden sich in Mittelfranken.
Freiherr zu Franckenstein nimmt theils dort (Ullstadt, Bezirksamt
Scheinfeld), theils in München Aufenthalt. Im Reichstag vertrat
erselbe den unterfränkischen Wahlkreis Lohr.

München. Um eine Beeinträchtigung des Wahlrechts durch
borladung Wahlberechtigter zu Gericht thunlichst zu vermeiden, hat
as Justizministerium sämmtliche Gerichte angewiesen, bei Bestim—
nung der Termine zu mündlichen und Haupt-Verhandlungen in
Fivil⸗ und Strafsachen, sowie aller sonstigen Termine auch in den
nicht zur ordentlichen streitigen Gerichtsbarkeit gehörenden Angelegen—
jeiten künftighin die Freilassung der bekanntgegebenen Wahllage
aach Möglichteit anzustreben.

Berlin. Auf der hiesigen russischen Botschaft herrscht
nläßlich der Kaiser-Entrevue eine so rege Thätigkeit wie seit langem
cicht zu bemerken war. Fast das ganze hier anwesende Botschafts-
ersonal wird die Fahrt nach Danzig unternehmen. Dem Bot—
chafter Herrn von Saburoff schließen sich der Botschaftsrath Herr
von Arapoff und die Sekretäre an. Während der russische Marine—
ebollmächtigte Herr v. Nevakhowitsch von hier direkt nach Danzig
ahrt, wird der russische Militärbevollmächtigte Fürst Dolgorucky den
daiser Wilhelm erst nach Konitz zum Manöver begleiten und dann
nit der kaiserlichen Suite sich nach dem Orte der Entrevue begeben.

Zur Zweikaiser-Begegnung. Unsere Offiziösen grollen
zarüber, daß Nachrichten über die bevorstehende Zusammenkunft
mseres Kaisers mit Czar Alexander III. in die Oeffentlichkeit ge—
rungen sind. Wenn man ihnen glauben dürfte, so würde nun
ur Strafe für das, was sie „die indiskrete Reklame der Danziger
zeitung“ nennen, Danzig bei der Entrevue ganz unberücksichtigt
leiben. Die armen Danziger, und sie hatten sich schon so sehr
arauf gefreut. Daß überhaupt Nachrichten über diese Zusammen—
unft in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, ist, nach dem Danziger
Holksblatt, die Folge einer allerdings sehr entschuldbaren Indis—
retion, welche in einer dortigen höheren Lehranstalt ihre Fortsetzung
and und von da aus „in alle Welt“ getragen wurde. Inzwischen
st in Danzig, trotz jener angedrohten Strafe, Alles für die Vor—
ꝛereitungen zum Empfange thätig.

In amtlichen Kreisen hält man es nunmehr für sicher, daß
ie Ernennung des Grafen Hatzfeldt zum Staatssekretär und
Staatsminister noch im Laufe dieses Monais erfolge.

Die Session des Bundesrathes für 1881 -1882 beginnt
iesmal dem Vernehmen nach erst im Monat Oktober, während sie
n den früheren Jahren gewöhnlich schon im September ihren
Unfang nahm. Wie verlautet, hat man den Termin dieses Jahr
bäter angesetzt, weil die verflossene Session erst Mitte Juli, fast
inen Monat nach jener des Reichstages schloß und dann, weil
nan die Vorbereitung neuen Materials noch zu einem solchen Ab—
hlusse bringen will, daß der Bundesraih sofort in Thätigkeit
reten kann. Trotzdem der Bundesrath vor seiner Vertagung noch
me Anzahl von älteren Gegenständen erledigte, sind doch noch
inzelne Vorlagen zurückgeblieben, z. B. der von einer besonders
erufenen Kommission vorbereitete Entwurf über Vorschriften be—
reffend Vorrichtungen zum Schutze gewerblicher Arbeiter gegen Ge⸗
ahren für Leben und Gesundheit. Von den ordentlichen Arbeiten
er laufenden Session dürfte der Reichshaushalt den Anfang machen.

— In der ganzen Armee findet mit dem Schluß der Ma—
över die Entlasfung der Reserven statt; dieselbe wird
ich in der letzten Woche dieses Monais üherall vollzogen haben.

Am J. October erfolgt dann der Eintritt der einjährige⸗freiwillig
»ienenden und der zu Oekonomiehandwerkern eingezogenen Mann—
chaften; die letzteren werden sechs Wochen hindurch für den Dienst
nit der Waffe eingeübt; die Einstellung der Rekruten wird in der
ersten Novemberwoche stattfinden.

Als eventueller Nachfolger des Gesandten in Washington,
Herrn v. Schlözer, wird in auswärtigen Blättern auch Graf
Herbert Bismarck genannt. Es wird daran erinneri, daß
»or Monaten schon von einer Versetzung desselben als Gesandt—
chaftssekreiär nach Washington mit der Anwartschaft auf baldige
Beförderung zum Chef jener Mission die Rede war.

* Zu den bevorstehenden Vermählungsfestlichkeiten am bad i—
schen Hofe wird sich der französische Botschafter in Berlin,
zraf v. Saint-Vallier, begleitet von dem Botschaftssecretair Grafen
don Laugier-Villars und dem Attaché Jeannequin, mit außerordent⸗
liicher Vollmacht nach Karlsruhe begeben.

Auslaud.

Paris. Das Kriegsschiff „Tarn“ brachte am 6. ds. 1000
Mann von Toulon nach Goletta (Tunis). Die neue sechste Ver—
stärkungs-Brigade wurde theils in Toulon, theils in Marfeille for⸗
mirt; fie beträgt 4000 Mann und 278 Offiziere.

Die Rede Gambettas in Neubourg hat in Paris
zurch ihre Bescheidenheit überrascht. Gambetta hat gesagt: „Ein
yolitisches oder ein Regierungsprogramm entwerfen wollen, hieße
einen Eingriff in die vollziehende Gewalt machen.“ Das „Jour—
nal des Débats“ faßt dies so auf: Gambetta ist noch nicht mit
ich einig, wie weit er gehen will, weil er noch nicht weiß, wie
veit die neue Kammer mit ihm gehen wird! Daher lavirt er. Das
„Parlament“, ein Organ des linken Centrums, beurtheilt die Rede
ihnlich; es schreibt: „Gambetta schwebt sichtbarlich seit einigen
Monaten zwischen zwei entgegengesetzten Richtungen. Im Begriff,
das Ruder zu ergreifen, merkt er, wie schwierig es ist, zu regieren,
venn man alle Sprungfedern des Staates außer Stand versetzt
oder versetzen läßt. Allein die Erinnerung an seine früheren Er—
lärungen, Angewohnheiten und gewisse Einflüsse halten ihn zurück
»der treiben ihn zuweilen sogar nach der äußersten Linken. Der
Mann der radicalen Opposition und der Regierungsmann streiten
niteinander, bald trägt der eine, bald der andere den Sieg davon.
Am Sonntag hat der Regierungsmann die Oberhand behalten,
ind wir wünschen von ganzem Herzen, daß der Redner von Neu—
hourg am allerersten die guten Rathschläge benutze, die er sich
elbst gegeben hat!“

Aus Rom wird telegraphirt: „Die „Italie“ sagt, die deut—
ichen Bischöfe wurden ermaͤchtigt, künftig bei der preußischen Re—
jierung die Zustimmung zu den Pfarrer-Ernennungen vor der
anonischen Einsetzung dieser Geistlichen einzuholen.“ Damit wäre
Papst Leo XIII. auf sein erstes und später zurückgezogenes
Zugeständniß wieder zurückgekommen und hätte damit dem defini—
iven Frieden zwischen Staat und Kirche um ein gut Stück Vor—
chub geleistet.

Petersburg, 7. Sept. Ein Extrablatt des, Regierungsboten“
meldet: Heute reiste Kaiser Alexander auf der Yacht „Derskava“ aus
Peterhof nach Danzig ab zur Zusammenkunft mit dem Kaiser Wilhelm.

Longbranch, 7. Sept. Nach dem gestern Abend 64 Uhr
ausgegebenen offiziellen Bulletin war die Pulsbewegung beim
Präsidenten Garfield, der Nachmittags 1 Uhr hier eingetroffen
ist, in Folge der mit seiner Ueberführung hierher verbundenen Er⸗
regung und Reisebeschwerden auf 124 gestiegen.

New⸗-Yortk, 7. Sept. Das über das Befinden des Präsi—
denten Garfield gestern Abend ausgegebene Bulletin und die Meldung
yon der erhöhten Pulsbewegung hatten große Besorgnisse hervor⸗
zerufen; die Aerzte sprechen indeß die Hoffnung aus, daß der Zu—
tand des Kranken schon heute oder morgen ein besserer sein werde.
— Aus Marquette in Michigan wird die Explodirung einer Pulver⸗
abrik gemeldet. wobei 11 Personen ums Leben kamen.

5 Vermme⸗s.

*St. Ingbert, 8. Sept. Im Anschluß an die in Nr.
142 dieses Blattes enthaltenen Mittheilungen über die Verhand⸗

sungen des Delegirtentages der pvfälzischen Gewerhe—
        <pb n="556" />
        vereine theilen wir nachfolgend noch den Wortlaut der Beschlüsse
in der so wichtigen Lehrlingsfrage mit. Diese lauten: M Ueber
das Verlragsverhältniß zwischen Meister und Lehrling, beziehungs⸗
weise dessen Eltern oder Vormündern, ist ein schriftlicher Contrakt
zehufs seiner Unterstellung unter 8 130 der deutschen Gewerbe—
Ordnung aufzunehmen. Derselbe erlangt nach sechswöchentlicher
Probezeint Gültigkeit. 2) Die Lehrlinge, wie die jungendlichen Ar—
Jeiter in Fabriken sind zur Erstehung einer Prüfung verpflichtet.
Diese Prufung erstredct sich auf die praktische Ausbildung und auch
auf die in der Fortbildungsschule erworbenen Kenntnisse. Die von
den Lehrlingen unter Aufsicht der Kommission angefertigten Arbeiten
verden öffentlich ausgestellt. 3) Das Ergebniß der Prüfung wird
in das Arbeitsbuch eingetragen oder als eigenes Dokument ausge⸗
tellt. 4 Die Mitglieder der Prüfungskommission werden von In⸗
teressentenkreisen, Gewerbebereinen, beziehungsweise Meistervereinig⸗
umgen oder freien Innungen oder Handelsbereinen (für kaufmännische
dehrlinge) gewählt, und der Vorsitzende vom Staate bestimmt.
5) Eine zeuweise Ausstellung von uͤehrlingsarbeiten hat sich als
förderlich für das Gewerbe erwiesen und kann etwa von drei zu
drei Jahren, mit Preisvertheilung, nur empfohlen werden. Bezirks—
ausstellungen sind dabei Kreisausstellungen vorzuziehen.

Der letzte Viehmarkt in Blieskastel am 6. ds. war
mit zwei Kühen und zwei Schweinen befahren.

Aus Flonsheim wird der „Pf. Pr.“ folgender Un⸗
zlücksfall berichtet; Die Frau des Müllers Wahl auf der Neu—
mühle war am Montag Abend mit den beiden Söhnen von 12
indes Jahren (ihren einzigen Kindern) um die Petroleumlampe
veschäftigt, als dieselbe plöhlich explodirte und die drei Personen
n hellen Flammen standen. Die zwei Kinder sind am Dienstag
Nachmittag ihren schrecklichen Wunden und Schmerzen erlegen, die
Frau, hören wir, kann gerettet werden, es wird aber die Amputa⸗
sion des rechten Armes benöthigen.

Nieéderhochstadi, 4, Sept. Ein schon längere Zeit
zwischen einem hiesigen alten Ehepaar, dessen Kinder längst ver—
heirathet sind, bestandener Familienzwist gelangte heute zu einem
ntsetzlichen Ende. Der 64 Jahre alte Musikant Simson Heisel
sounte die Entschädigung, die er zum Unterhalt seiner getrennt von
ihm lebenden Frau zahlen mußte, nicht aufbringen, weßwegen ihm
nuf deren Anstehen gepfändet worden war; in Folge davon ge⸗
rieth er in sehr bedraͤngte Lage, so daß er in der Verzweiflung
beschloß, seiner Frau und sich das Leben zu nehmen. Heute Mor—
gen 247 Uhr erwartete er seine Frau auf einem Weg, den sie, wie
r wußte, zu gehen hatte. Er packte sie am Arm und schoß ihr
zus einem mit gehadtem Blei geladenen Terzerol nach dem Kopf,
so daß sie schwer verwundet ist und an ihrem Aufkommen gezwei—⸗
felt wird. Er ging dann eine Strecke weiter und schoß sich selbst
n unmittelbarer Naͤhe des Dorfes in den Mund und starb an der
Verwundung nach einer Viertelstunde. (L. A.)

Speyer, 6. Sept. Die Anstellungsprüfung der Schul⸗
dienst⸗ Exspectanten und Erspectantinnen der Pfalz, welche im Jahre
1877 aus dem Schullehrer-Seminar entlassen wurden, sowie für
jene, welche sich dieser Prüfung in früheren Jahren nicht unter—
iehen konnten und durften, findet pro 1881 in Speher statt. Die
chriftliche Prüfung nimmt am Moͤntag, den 10. October l. J.
Hormittags8 Uhr, im Saale der Harmonie (Wittelsbacher Hof)
hren Anfang, die mündliche Prüfung beginnt am darauf folgenden
Tage, Vormuͤttags 8 Uhr, in den Raumen der kgl. Fortbildungsanstalt.

In Speier, beschäftigten sich mehrere kleine Buben da—
mit, an der Hafenspitze Holz zu sammeln. Unter diesen war auch,
wie die „Rh. B.“ meldet, der Sohn des Tünchers Wagner, wel—
her sein kleines Schwesterchen in einem Kinderwagen bei sich hatte.
Dem 6Gjährigen Sohn des Lohndieners Hartmann fiel es ein, dem
tleinen Fuhrwerk einen Stoß zu geben, daß dieses sammt dem
Finde in den Rhein rollte. Auf den Lärm, den die Buben mach⸗
en, eilte der Bleicher Wilhelm Bärnklau herbei und konnte das
Kind, welches, Dank dem im Wagen befindlichen Bettzeug, noch
ober Wasser war, retten. Der Kinderwagen sank fofort unter.
Ein ähnlicher Unglücksfall trug sich ebenfäͤlls neulich Nachmittags
auf dem Hasenpfuhl zu. In der Nähe des Mittelstegs fuhr die
Tochter des Schiffers Joh. Brendel mit zwei kleinen Kindern aus
Unvorsichtigkeit in den Speierbach. Das Mädchen wollte den
Kinderwagen noch anhalten, fiel aber dabei selbst ins Wasser. So—
fortige Huͤffe wurde von dem Schuhmacher Ludwig Wagner und
dem Sohn von Jacob Eppel geleistet. Die zwei älteren Kinder
waren ganz durchnäßt, während das kleine Kind sammt Bettung
auf dem Wasser schwamm.

p Neunkirchen, 5. Sept. Bor zwei Jahren hatte Se.
Maj. der Kaiser die Gnade, bei dem ach t en Söhnchen des
Bergmannes Martin Keßler dahier eine Patenstelle zu über—
nehmen. Am 15. v. M. nun wurde den Eheleuten Keßler wie—
derum ein Knabe geboren und hat auf Ansuchen Se. Maj. der
König Lud wig von Bayern für diesen neunten Sprößling
ebenfalls die Patenstelle, unter gleichzeitiger Uebermittelung von
40 Mk. angenommen. (S.s u. Bl.e 3.)

Merzig, 6. Sept. Gestern Abend kehrte ein hiesiger
Küfer gegen 11 Uhr in betrunkenem Zustande nach Hause zuruͤck
Es entspann sich zwischen Frau und den erwachsenen Kindern um
dem Manne ein Streit, der damit endete, daß der Mann mit ei—
jem Hammer der Frau den Hirnschädel einschlug. Sie liegt bewußtlos
Zarnieder und ist an ein Aufkommen kaum zu denken. Der Manr
nachte sich sogleich aus dem Hause und ist heute Mittag noch nich
zurückgekehrt. Bis jetzt hat die Polizei vergebens nach ihm gesucht
Möglich, daß der Mann in seiner Trunkenheit und in seinen
Aengsten sich irgendwo ein Leid angethan hat.

* Die Strafkammer in Mannheim verurtheilte in ihrer
Sitzung vom 2. dis. den Direktor der Heidelberger Bank
Henrici, wegen Bankerotts, Unterschlagung und Untreue zi
Jahren Gefängniß und 3 Jahren Ehrenverlust.

Vom' Khein, 7. Sept. Ein deutscher Mann in des
Wortes bester Bedeutung, ein Fürst nach Geburt und nach dem
Adel des Geistes und Herzens, vollendet heute sein 70. Lebensjahr.
Karl Anton, Fürst von Hohenzollern, geboren am 7. Sept 1811
widmete, nachdem er 1848 der Souveränetät zu Gunsten Preußens
und der Einigung Deutschlands entsagt hatte, sich dem Dienste des
Ralerlandes als Soldat und als Staatsmann, ein leuchtendet
Vorbild patriotischer Hingebung, seinen edlen und treuen Sinn
stets und überall in Wort und That bekennend. Ein körperlichet
Leiden nöthigte ihn vor einigen Jahren, den öffentlichen Dienst zu
verlassen und seitdem lebt er auf seinem Stammsitz in Sigmaringer
in stiller Zurückgezogenheit, aber in engster Verbindung mit der
Ereignissen des Tages, seiner liberalen Gesinnung unwandelbar
treu, hochgeachtet von seinem kaiserlichen Freunde und Herrn, all
verehri im deutschen Vaterlande und weit über dessen Grenzer
hinaus. Möge er seinem Hause, dem Kaiser und dem deutscher
Haterlande noch lange erhalten bleiben in der seltenen Frische der
Geistes, die er sich bei seinen schweren Leiden in so dewunderungs
würdiger Weise zu bewahren gewußt hat!

FVom Rhein. Im Laufe dieser Woche werden wop
alle Weinberge im Rheingau geschlossen werden. Der Stand der
felben ist durchgängig ein recht befriedigender. Die heißen Tao
des Juli hatten die Trauben so gefördert, daß die rauhe Witterun
des August bis jetzt keinen Schaden angerichtet hat. Bekomme
wir im September und Oktober noch einigermaßen günstiges Wetter
so erhalten wir einen ganz annehmbaren Wein. Der Quantite
nach gibt es einen halben Herbst im Durchschnitt. — Zu de
Vernichtungsarbeiten in den von der Reblaus infizierten Weinberger
he der Laudskrone im Ahrthale sind auch die Herren Dr. Mor
ind Weinbaulehrer Seucker vom vomologischen Institut in Geisen
heim berufen worden.

Das mittelrheinische Turnfest in Mainz hat einen Uebe
schuß von 18,000 M. ergeben, der dem Fond zur Erbauung ein—
Turnhalle zugeführt werden soll.

FIngolstadt. Der Kronprinz des Deutschen Reich
hat sich über unsere Truppen sehr lobend ausgesprochen; dersell
ritt sogar während des Manoͤvprirens an einzelne Abtheilungt
heran, um denselben mit „Brav, Kinder! Das habt Ihr gut «
macht!“ direkt seine Anerkennung auszusprechen. Am Zentralbab
hof, der prächtig dekorirt war, wurden ihm von einigen Dam
prachtvolle Bouquets überreicht, die er dankend und sichtlich erkfren
ntgegennahm und in sein Coupé bringen ließ.

F Metz liegt inFrankreich; das haben die Franzoß
zlücklich herausgebracht. Ein französischer Infanteriesoldat w
desertirt und zwar nach Metz; auf der Desertion nach dem Au
lande steht hoͤhere Strafe als auf eine solche im Inlande. 9
Vertheidiger aber erklärte, daß ein französischer Gerichtshof niem
Metz als Ausland anerkennen könne und das Pariser Kriegsger
rat dieser Auffassung durch Zuerkennung der milderen Strafe 6
Das crinnert an den Prozeß Ney 1815; als dieser eine unglückn
Wendung nahm, sprach der Vertheidiger einem französischen Gerich
jofe die Befugniß über Ney ab, da dieser in Saarlouis gebor—
ind die genannte Stadt jetzt preußisch geworden sei. Da ste—
der Marschall auf und erklärte, er wolle lieber als Franzose sterb
nn als Ausländer leben. Natürlich eink abgekartete Rührscer

xrschossen wurde Ney deßhalb freilich doch. Unterschiedliche deutse
Zeitungen begehen die Abgeschmacktheit, an die jetzige Entscheidu
enes Pariser Gerichtshofes hochpolitische Etwägungen anzuknüpft

Was die Braunschweiger Wasserleitung spendet, darül
chreibt das dortige „Tageblatt,: Unsere Wasserleitung hat sch
Blutegel, Frösche und anderes Gethier gespendet. Werthvoller
diese Gaben ist indeß die, welche einem Einwohner an der Sonn
traße durch die Leitung zuging. Letztere war verstopft, weil
sich nach langen und schwierigen Untersuchungen herausstellte,
Aal voñ respektabler Groͤße in dem Rohre stack. Das Thier—
ind war so stark, daß es in dem Rohre nicht mehr vor—
cückwärts konnte.

P Unverschuldete Strafe. In R eichenberg in Böh—
joll am 16. September ein Dienstmann eine dreimonatliche
antreten, der am 6. Juni 1875, von einem ihm unbekam
        <pb n="557" />
        Herrn engagiert, eine Kiste nach dem Bahnhofe transportiert hat,
der sich, wie sich bei der Untersuchung herausstellte, ein großes
Quantum hochfeiner ausländischer Cigarren befand. Vergebens
pies der Dienstmann darauf hin, daß er doch unmöglich jede ihm
um Transport übergebene Kiste nach ihrem Inhalte prüfen könne;
da der Eigenthümer der Kiste, nachdem er den Schmuggel entdeckt
sah, sich nicht am Bahnhofe einfand und auch nicht ermittelt wer⸗
den konnte, so ist nach dem Wortlaute des Gesetzes der Dienstmann
als Thäter zu betrachten. Er wurde denn auch zu 2900 fl. Geld-
ftrafe oder einer Haft von neunzehn Monaten verurtheilt. Auf
dem Rekurswege ist es nun freilich dem armen Teufel, der völlig
imnbescholten, gelungen, die Haft bis auf 83 Monate ermäßigt zu
haben, aber im Gefühl, daß er ungerecht bestraft wird, will er sich
Jach Wien begeben, um dem Kaiser sein Unglück zu erzählen und
Erlaß der Strafe zu erbitten.

Wann hören die Frauen auf zu lieben? In Hamm
fühlt eine 76jährige Wittwe mit vielen Enkeln noch die Zeit „der
ungen Liebe“ und steht im Begriffe sich mit ihrem 30jährigen
schmucken Schatze in Hymens Arme zu werfen.

F In Pilsen wurde ein Schneidergeselle verhaftet, gegen
welchen dringender Verdacht besteht, das Theater in Prag ange⸗
zündet zu haben.

— Nachrichten aus Basel zufolge wurde am Samstag die
Schiffbrücke bei Hüningen durch das Hochwasser vollständig, zerstört,
6 Personen, die sich gerade auf derselben befanden, wurden ins
Wasser geschleudert! eine derselben ertrank, die übrigen retteten sich
durch Schwimmen.

Paris, 6. Sept. Der gestrige Eisenbahnunfall bei
Charenton, (in voriger Nr. d. Bl. bereits gemeldet), unmit—
telbar vor den Thoren von Paris, gehört zu den fürchterlichsten,
deren die Chronik gedenkt. Die Zahl der Todten beträgt bisher
21, die der meist Schwerverwundeten 80, von denen mindestens
noch zehn erliegen dürften. Veranlaßt wurde das Unglück durch
Zugberspätungen. Der zermalmte Lokalzug hätte zur Zeit des
Ünglücks seit einer Viertelstunde in Paris angekommen sein müssen,
und der Marseiller Schnellzug, der in jenen hineingefahren ist,
—
zubringen hatte. Die Erbitterung gegen die Paris-Lyoner Mittel—
meerbahn ist außerordentlich. Diese hat förmlich das Privilegium
der Bahnunglücke, und gestern beging sie die unerhörte Barbarei,
bis fünf Uhr Nachmittags dem Publikum, unter welchem sich ver—
zweifelte Verwandie erwarteter Reisender befanden, jede Auskunft
iber die Namen der Verunglückten zu verweigern, trotzdem dieselben
der Verwaltung seit Mittag bekannt waren. Die Leichen wurden
Nachts nach der Morgue geschafft, wohin jetzt eine förmliche Völ—
lerwanderung stattfindet. Im Marseiller Schnellzug, dessen Passa—
giere sämmtlich unverletzt davonkamen, befand sich der Bruder des
Königs von Siam mit Gefolge. Als er nach dem Zusammenstoß
ausgestiegen war, blieb es seine einzige Sorge, ob eine Anzahl
Affen, die er in einem besonderen Waggon mitführte, unverletzt
geblieben sei. Der Anblick der Unglücksstelle war fürchterlich. Die
Schnellzug⸗Lokomotive hatte sich senkrecht aufgebäumt, war auf den
— 00
malmt. Die Insassen wurden sämmtlich getödtet. Jeder Leiche
fehlt entweder der Kopf oder einige Gliedmaßen. Viele Passagiere
hatten das Heranrasen des Schnellzugs bemerkt und waren vor
dem Zusammenstoß abgesprungen.

FEbbe und Flut. Die Ebbe legte auf der Insel
Walles vor einigen Tagen einen riesigen Walfisch, der sich zu
weit vorgewagt hatte, aufs Trockene. Das Ungeheuer lag hilflos
da, und die ganze Bevölkerung, Männer, Weiber und Kinder, eilte
mit Sensen, Messern und Heugabeln herbei, ihm den Garaus zu
machen. Nachdem eine volle Stunde auf das Thier losgestochen
worden, hielt man es für todt, brachte Stricke herbei, die man um
den Leib des Fisches mit einem Ende, mit dem andern um die
Fischerboote schlang, um so mit vereinten Kräften ihn ans Land
zu bringen. Während dieser Vorbereitungen trat jedoch die Fluth
ein, der Walfisch schien alle erlittenen Beschwerden vergessen zu
haben, schwamm rüstig fort, alle Barken mit Leichtigkeit nachziehend.
die Armen sahen sich schon im Großen Ocean und suchten nach
Leibeskräften die Verbin dung mit ihrer lebendigen Lokomotive zu
interbrechen. Als alle Stricke zerschnitten waren, hatten die un—
ireiwilligen Reisenden bereits drei Meilen zurückgelegt.

— Ein moderner Blaubart, der dem vielgenannten Original
edoch noch beträchtlich „über“ ist, wurde am 19. August nach
iangem vergeblichem Bemühen in New-York verhaftet. Arthur
Merrit ist ein vielverheiratheter Mann. Bis jetzt hat die Polizei
elf verschiedene Frauen ermittelt, die er innerhalb der letzten vier
Monate gehetrathet hat. Etwa jede Woche eine Frau, war sein
Prinzip. Wie er das fertig gebracht, grenzt ans Wunderbare.
Er unterhielt gleichzeitig stets ein halbes Dutzend Liebschaften und
denutzte die Zeit, welche ihm diese anstrengende Thätigkeit ließ, die
Verwandten der bereits geheiratheten „Bräute“ zu beschwindeln.
Die meisten jungen Mädchen lockte Merrit, der von sehr einneh—

mendem Wesen war, durch Anzeigen in kirchlichen Blättern ins

Harn. Wie sich herausstellt, hatte er einen noch nicht ermittelten

domplizen, der in der Verkleidung eines Geistlichen die Trauungen

bollzog. Der Fall erregt ungeheures Aufsehen und wird sicherlich

ehr interessante geri chtliche Verhandlungen im Gefolge haben.
Diener achrichten.

Der Lehrer Fran z Schindler jr. in Neuhäusel wurde zum Lehrer
an der kath. Schule in Rohr bach ernannt.

Forstamtsasfistent Vö Uker in Elmstein wurde zum Oberförster in
Merzalben ernannt und Oberförster Zahmn in Otterberg unter Anerkennung
der geleisteten Dienste in den dauernden Ruhestand versetzt.

NMart eerichte.

Zweibrücken, 8. September. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 12 M. 57 Pf., Korn 10 M. 15 Pf., Gerste zweireihige d M. 39 Pf.,
ierreihige — M. — pf., Spelz 8 M. 57 Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 4 Pf., Hafer 7 M. 64 Pf.,
rfrbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 10 Pf.,
deu 4 M. 10 Pppff., Stroh 83 M. 10 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 62 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefsleisch 866 Pf.; Butter */2 Kilogr. O M. 95 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Ho mburg, 5. Septbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
2 Mie. 67 Pf Korn 10 M. 2 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 8 M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste freihige 8 M. 30 Pf. Hasfer
s M. 84 Pf., Mischirucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — ppf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Ppff, Gemischtbrode6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter 1 Pfund 1M. — Pf., Kartoffeln per Ztr. — M. — Pf.

Kaiserslautern, 6. Septbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 12 M. 81 pf., Korn 10 M. 2 pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
3 M. 84 Pf., Gerste 9 M. 75 Pf., Hafer 7 M. 58 Pf., Erbsen — M.
— ppf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
zPfund 45 Pf., Butter pro Pfund 1 M. 10 Pf. Eier 1 Stück 05 Pf.
dartoffeln pro Zentner 2 M. 80 Pf. Stroh 8 M. 20 Pf. Heu 2 M. 50
Bf., Kleeheu O M. — Pf.

Fur die Redaktion verantwortlich: . 5. Derr—
Wir haben unseren Lesern schon wiederholt die seit dem 1, Januar 1880
m Verlag? von J. H. Scho r er zu Berlin erscheinende illustrirte Wochen—
chrift: „De utsches Familienblatt“ an dieser Stelle warm empfohlen.
)eute citiren wir eiamal, was ein ang esehenes schlesisches Blatt, die „Schle⸗
ische Zeitung“ über jene Zeitschrift sagt: .... “Was den Inhalt des
glaͤttes anlangt, so scheint uns dieser dem Titel zu entsprechen. Auch hier
eichnet sich das junge Deutsche Familienblatt“ vor seinen älteren und alten
dollegen aus; die Erzählungen, die es enthält, währen nicht bis in alle
zwigkeit; auch dünkt es uns eine glückliche Einrichtung, daß stets zwei Er⸗
ählungen nebeneinander herlaufen. Endlich bemüht sich die Redaktion, den
resern und Leserinnen ihres Blattes neue noch wenig bekannte Schirftsteller
ind Dichter vorzuführen, und auch das ist sicherlich ein Verdienst. Wirklich
Jervorragendes aber leistet das „Deutsche Familienblatt“ auf dem Gebiete
er Illustration, des Holzschnitts. Der Auswahl der Bilder entspricht die
echnische Ausführung, und die besten deutschen Namen treten uns hier ent⸗
gegen. Eine dem „Deuischen Familienblatt“ eigenthümliche Rubrik bitdet der
etßte Theil desselben, die „Plauderecke“, wie sich dieses versteckte Plätzchen
reunt. Dort findet sich alles, was bei der strengen Eintheilung unserer Zeit-
chriften nicht recht unterzubringen, das aber doch zumeist recht interessant ist
und nicht selten das Wissen des Lesers in überraschender Weise bereichert.
gerade die alltäglichsten Dinge sind es bisweilen, von denen wir keine oder
»och nicht die richtige Vorstellung haben, und über diese bemüht sich die
Plaͤuderecke, unsere Ansichten immer in angenehmer Form zu berichtigen.
Fede Numiner enthält zwei Bogen sorgfältigen Druck auf gutem Papier. Im
dinblick auf alle seine Vorzüge ist dem „Veutsaten Familienblatt“ gewiß zu
vdünschen, daß es seinem Titel entsprechend ein Blatt für die deutsche Familie
werde:“ Wir schließen uns dem vorstehenden Urtheil der „Schlesischen Zei—
tung“ gerne an und bemerken angesichts des bevorstehenden Quartalswechsels
nur noch, daß für das Oktober-Quartal ein reichhaltiges Programm bereits
erschienen ist und daß der Verleger mit erstaunlicher Liberalität auch den bis
Dkiober neu eintretenden Abonnenten das bekannte Autographen-Album des
Deutschen Reiches „Aus Sturm und Noth“ (Preis 5 Mark) gratis liefert,
vährend ein Vierteljahr des Deutschen Familienblatts nur Mark 1. 60 oder
ein Heft Gährlich 26)80 pf. kostet
Vielo hundert Mark jährlich
ↄparsrenęassere Haushaltungen, Hotels, Cafẽ's, Specereiwaarenhändler u. a.
vüdem dieselben ilren Bedarf an Kaffee &amp; Thee direct von unseren Lager-
äusern zu Rotterdam in der Original-Verpackung zu unseren sol genden
Engros-Preisen bezichen.
10 Pfund Airic. Perl Mocca 7.50
10 „bester Maracaibo 8.75
10 Io Guatemala 9.25
0 rorzügl. Perl Santos 10.-
feinster Plant. Ceylon 10.75
hochfeinster Java 12. —
ocht arabischer Mocca 13.-
vorzüugl. Congo Thee 6.50
feiner Souchong Thee 8.—-
feinster Imperial Thec .9.50
hochfeinster Mandarin Pecco Thee 12.—-
4.„besteé Qual. rein entöltes Cacaopulver, 9. -
Beste holl. Bauernbutter, 25 Ptd. Kübel 22.—
Auftrüge von 20 Mari und darüber werden franco und zollfrei nach
zanz Deutschland versandt. (Deutsche Bonknoten und Briefmarken in
ahlung genommen,), Alle unsero Producte sind an Ort und Stelle von
mnseren eigenen Factoreien ausgewähit und wird für vollstündigste Reinhei-
ind richtigstes Gewieht die gewissenhafteste Garantie geleistet.
Es ist unser Bestreben unsere Kunden in jeder Hinsieht völlig zufriet
ienzustellen und bitten wir sich durch einen Probeauftrag zu überzeugen
BERNHARDI WIIPRECHT G cCie.
Rotterdana, Wisjnstraat B8 &amp; 100.
        <pb n="558" />
        Auszug.
Deffentliche Zustelluung.
Vorladung.

Der Landwehrmann Peter
Walle, 28 Jahre alt, Huf⸗
chmied, früher in Oberwürzbach
wohnhaft, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend, wird hiemit
vorgeladen, am Mittwoch,
den 19. Oktober 1881, Vormit⸗
ags 82 Uhr, in der öffent⸗
liichen Sitzung des Schöffenge—
richts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaal zu erscheinen,
damit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen Auswanderns
»hne Erlaubniß im Juli 1881
geschritten werde.

Zugleich wird dem Ange—
klagten eröffnet, daß bei unent⸗
chuldigtem Ausbleiben seine
Verurtheilung auf Grund der
dom kgl. Landwehr-Bezirks-Com⸗
mando Zweibrücken am 27. Aug.
1881 nach Vorschrift des 8472
der R.⸗St.«P.⸗«O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 5. Sept. 1881
Der kgl. Amtsanwalt

gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
Der kgl. Amisgerichtsschreiber
Glattfeld,

stellvertr. Gerichtsschreiber.
Licitation.

Montag, den 26. Septem⸗
ver nächsthin, Nachmittags 26
Uhr, zu Hasel in der Wirth⸗
chaft von Johann Keßler,
verden durch den unterzeichneten,
jiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des königl. Notars
Franz Sauer, in St. Ingbert,
die nachhin beschriebenen, zum
stachlasse des in Hasel ledig ver⸗
torbenen Bergmannes Jakob
Derschang gehörigen Liegen⸗
chaften in der Steuergemeinde
Hasel, der Abtheilung wegen
ffentlich an die Meistbietenden
u Eigenthum versteigert, nämlich:

. Von Plan⸗-Nr. 745 und
7453, 12 a 70 qm.
Wiese links am St. Ing—
berter Weg neben Johann
Keßler und den Dorf⸗
gjärten — ein Driltel mit
44. 20 qm. längs ge—
heilt neben Wilh. Schunk
von dem rechts des Weges
gelegenen Theile;

Plan⸗Nr. 567, 10 a. 5 qm.
Acker am Kahlenberg neben
Andreas Ecker, Erben, und
der Straße;

Plan-Nr. 576, 31 a. Acker
allda neben Joh. Grund
und Anstößern;

Bon Plan-Nr. 944 und
944 2, 412 90 qm. Acker
im Füllenbusch neben Jo—
hann Lehmann und
Johann Weirich — das
Drittel neben Weirich.
Eigenthümer sind:

Die Collateral-Erben des ge—
aannt verlebten Jakob Dersch⸗
ang, als:

J. dessen beiden vollbürtigen
Geschwister:

a. Peter Derschang,
Zgergmann, früher in Hasel, jetzt
n Syracuse, OnondagaCounty,
Staat New-Vork, Nordamerika;
b. Maria Derschang,
jewerblose Ehefrau von Kon⸗
ꝛad Bender, Schmelzarbeiter,
jeide in Hasel, dieser selbst der
helichen Ermächtigung und Gü—
ergemeinschaft wegen betheiligt.

Peter u. Maria Derschang,
dinder erster Ehe der in Hasel
erlebten Eheleute Michael
Derschang, Bergmann, und
Maria Keßler.

U. Die halbbürtigen Ge—
pier von Jakob Derschang,

als:

1. Joseph Derschang,
Bergmann, früher in Hasel, jetzt
n Oberwürzbach;

2. Michael Derschang,
gergmann von Hasel, zur Zeit
Zoldat beim königl. bayerischen
ünften Cheveauxleger⸗Regiment.
n Garnison zu Saargemünd.

3. Wilhelm, 4. Kon⸗
ad, 5. Katharina und 6.
Barbara Derschang, diese
ier noch minderjährig, welche ihre
Nutter Katharina Bender,
»hne Gewerbe in Hasel, Wittwe
weiter Ehe des genannt verleb⸗
en Michael Derschang zur

gesetzlichen Vormünderin und den
Peter Derschang, Berg⸗
nann in Hasel, zum Beivormunde
jaben.
St. Ingbert, 9. Septbr. 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Zur Besprechung wegen Gründung
eines allgemeinen
Krankenunterstühungs-Vereins
aden wir unsere Mitbürger, gleichviel welchen Standes, auf
Zamstag, den 10. September, Abends 8 Uhr, in
»as Lokal des Wirthes Eouis Weirich, Kohlenstraße, höfl.
ein mit der Bitte, im Interesse einer guten Sache recht zahlreich

erscheinen zu wollen.
Mehrere Bürger.
Bierbrauerei Gebr. Becker.
Taslich frische
Bierhef

mal
Futftermarn

auch

Zaatmann's

ODr. Zwiche, Augenarzi
Saarbrücken, Vorstadtstr. 29.2008
Sprechst. V. — 12, N. 2-3
IUio⸗
. gegen Magenleiden, Magen⸗
chwäche, Magenkrampf, Magenver—⸗
chleimung, Kolik, Diarhöe, Verstopf⸗
ung, Schwindel, Kopfschmerz, ꝛc,
2. gegen Husten, Catarrh, Catar⸗
chalfieber, Brustverschleimung ꝛc., 8.
zgegen Gicht, Rheumalismus, Stei—
igkeit der Gelenke ꝛc; altbewährte
ausendfach erprobte Hausmittel, (die
in keiner Familie fehlen sollten,)
von denen man viele mit ge—
ringen Kosten selbst bereiten
kann, theile ich Allen, welche eine
Freimarke zur Rückantwort einsenden,
ostenfrei mit.

B. Becker, Seesen-Braunschweig

Belannte weiße
Bierhefe
st wieder fortwährend zu hao
ei Heusser.
88Ler
Holländische
Voll-⸗Häringe
àa s Pfenumũg
empfiehlt J. Friedridc
Càcilion-Verein 8t. Ingbort.
Sonntag den 11. September im BEREAVSEBRßSChen Saale
Mo 7
zum Besten des Kirchen-Baues.

l. Schnitter-Ohorx, aus Herder's , Entfesseltem Prometheus“
2. Septett, von Becthoven, arrangirt für Piano zu4 Händen.
Ave Marias, 6stimmiger Chor........
Duo fũr Harmonium und Piano zu 4 Händen. ..
Arie fär Bas... Aus der Sehdpfung
3. Becitativ und Arie for Tenor.. ... us der „venopung
7. Terægebtt für Sopran, Tenor und Bass ... Vvon
3. Ohor für Sopran, Alt, Tenor und Bass. Ravran
9. Rhapsodie hongroise fär Piano zu 4 Händen.. .. von BFre. Lnsæi
10. Terzebt für Sopran, Alt und Bass aus der Schweizerfamilio.. von Meigl.
II. „Schlaf wohl du susser Engel du“ Lied von Abt,
arrangirt für Flöte und Klavier.... . 0n Stechkmest.
12. Heimweh, Männer-Soloquartett... .... von Abt.
13. 2. Herbetlied Duette fũr Sopran und Alt. . vο—᷑9 Mendelssonn.
b. Ceruss
14. Deutschex Mannerfestgesang, Mannerchr.. .. „»on KRuntee.
1I5. Husarenritt von Spindler, arrangirt für Piano zu 6 Händen, von Th. Herbert.
16. Winzer am Rhein, gemischter Chor........ x0n Mönring.
Entree 50 pPfq.
Fomi lIiem-BiIIette sür c3 PEeSonen MAaATIL.
Anfang Abends prãzis 1238 Unr.
Druck und Verlag von F. X. Deme in St. Inabert.
Sierru für unsere Post⸗Abonnenten „Illustrir tes Sonntaasblatt“ Nr.
        <pb n="559" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.

⸗
St. Jugberter Anzeiger und daß (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich

40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blaitschrift oder deren Naum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
R 145. Sonntag, den 11. September

188155

* Sparsamkeit und Sparkafsen.

Sparsamkeit ist eine jener Tugenden, welche in unserer leicht⸗
ebigen, genußsüchtigen, nur auf möglichst raschen und bequemen
helderwerb bedachten Zeit von den meisten Menschen verkannt wird
nd doch die wahre Quelle allen Wohlstandes ist. Ganz richtig
ennt daher auch der Franzose Malarce die Sparsamkeit eine Tugend,
ne lobenswerthe Thätigkeit, um sich verführerischen Bedürfnissen
er Art, die leicht entbehrlich sind, zu entziehen. Es kann wohl
cht geläugnet werden, daß gerade bei uns in Deutschland bezüg—
sch der Genußsucht viel gesündigt wird, denn der Deutsche ist —
m Gegensatz zu den meisten anderen Nationen, im Allgemeinen
esonders genuß⸗ und vergnügungssüchtig und man braucht gar
ein scharfer Beobachter zu sein, um zu bemerken, daß diese Ge—
nußsucht hauptsächlich in unseren miltleren und unteren Klassen
um Ausdrudk gelangt. Diese Genußsucht wird aber schon mehr
—
a Deuischland ein richtiger bürgerlicher Wohlstand, wie er in
frankreich herrscht, noch immer nicht einstellen will. Diese Genuß—
uͤcht ist darum mit allen Mitteln zu bekämpfen und ein solches
Nillel — und gewiß das beste — sind die Sparkassen. Die
zparkassen haben vor Allem — außer ihrem praktischen Nutzen —
inen ethischen Werth. Die Sparsamkeit stärkt den Charalkter un⸗
emein, sie weckt im Menschen Selbstvertrauen und das Gefühl der
inabhängigkeit und ist am nächsten mit der Klugheit, Mäßigkeit
ind Freiheit verwandt. Wer immer borgt und Ausgaben macht,
ie seine Einnahmen übersteigen, kommt schließlich in die Lage,
mter einer Schuldenlast seufzen zu müssen, welche die Freiheit und
inabhängigkeit seiner Handlungen ernstlich bedroht. Wer jedoch
parsam leot, sichert sich seine Unabhängigkeit und schützt sich vor
er Nothwendigkeit, sich in Zeiten der Noth nach Almosen oder
Fientlichen Unterstützungen umzusehen.

Aber auch in anderer Weise sind die Sparkassen von Be⸗—
ꝛeutung. Was der Mensch auf rechtliche Weise sich selbst erwor⸗
en und erspart hat, das hat für ihn einen ganz besonderen Werth,
zarauf hält er, und je schwieriger es ihm geworden ist, je länger
s gedauert hat, sich Ligenthum zu erwerben, detto größer ist sein
gestreben, es zu erhalten. Hieraus resultirt aber auch das ihm
oon der Gesellschaft verbürgte Eigenthumsrecht, worin für den spar⸗
amen und thätigen Menschen der mächtigste Sporn liegt, sich
deichthümer oder wenigstens ein gewisses solides Vermögen zu er—
verben. Wenn man aber zur richtigen Würdigung und Schätzung
essen, was man sein Eigen nennt, gelangt ist, wird auch die
echte Würdigung fremden Eigenthums wachsen und man wird
Anderen auch das Ihre gönnen. Wo aber Achtung vor fremdem
rigenthum entstanden ist, da findet der Sozialismus und Kom—
nunismus mit seinen utopistischen Gleichheitsprincipien keinen Boden
ind in diesem Sinne kann man auch behaupten, daß durch die
zparkassen der Sozialdemokratie der Boden für ihr Dasein ent—
ogen wird. Eben weil bei vielen unserer Arbeiter, Handwerker,
leinen Kaufleuten u. s. w. das Gefühl für Sparsamkeit noch nicht
echt entwidelt ist, wodurch sie in den Stand gesetzt würden, sich
in kleines Kapital zu erwerben, findet die Sozialdemokratie unter
iesen Leuten ihre meisten Anhänger, denn jede Menschenklasse, die
von der Hand in den Mund lebt, wird stets ein Spielball der
Zeitumstände bleiben. Mit Recht konnte daher der englische Ge⸗
verlvereinler Cobden zu den Arbeitern von Huddersfield sagen:
Die Menschen sind immer in Sparsame und Verschwender ein—
getheilt gewesen. Alles, was den Menschen zu einem civilisirten
Menschen gemacht hat, ist von den Sparsamen geleistet worden
ind wer seine Hülfsmittel vergeudet hat, ist daher jederzeit ein
Sclave der Sparsamen gewesen.“

Die Sparkassen sind daher das beste Mittel, den Geist der
Selbsthülfe in den Arbeitern, kleinen Gewerbetreibenden ꝛc. zu
oecken und zu nähren! Ein gesunder Geist der Selbsthülfe unter
iesen Leuten würde aber mehr als jede andere Maßregel dazu
nienen, sie als Klasse zu heben und sie auf einen höheren Stand⸗
„unkteauch in Bezug auf Intelligenz und Sitilichkeit zu bringen.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Sept. Ueber die Reichstagswahlen sagt die
„Prob.⸗Coresp.“: Die Regierung wird nichts versäumen, um die
Wähler, welche ihr folgen und sie unterstützen wollen, über die
Ziele und Wege, die sie verfolgt, in's Klare zu setzen, um so mehr,
ils eifrige Widersacher thätig sind, dies in den Augen der Wähler
u verdunkeln. In einem Artikel über die Anbahnung des kirch—
ichen Friedens sagt die „Korresp.“, die Aussichten auf einen Frie—
en mit der katholischen Kirche hätten erfreuliche Fortschritte gemacht.
Beide Theile hätten einen Standpunkt gewonnen, welcher eine
Verständigung ermögliche. Die Besetzung des bischöflichen Stuhles
u Trier zeige, daß die Möglichkeit in einem Punkt zur Wirklich—
eit geworden sei. Sie gebe eine gewisse Bürgschaft für weitere
Annäherung und Verständigung.

* Der Reichskanzler hat ein Schreiben an die Bundes⸗
regierungen gerichtet, in welchem ausgeführt wird, daß von ver—⸗
chiedenen Seiten Beschwerden über polizeiliche Anordnungen in
der Reichskanzlei eingelangt seien, welche auf Grund des Reichs—
zesetzes vom 23. Juni 1880, betreffend die Abwehr und Unter⸗
)rückung und Abwehr von Viehseuchen und der dazu vom Bundes⸗
athe erlassenen Instruction über die Handhabung der Hundesperre
jetroffen worden seien. Um nun eine falsche Auslegung des be—
eichneten Gesetzes zu verhüten, beabsichtigt der Reichskanzler dem
zundesrathe nach seinem Wiederzusammentritte eine Vorlage zu
nachen zum Zweck der Verhütung von Mißverständnissen, wie sie
jesonders in der Reichshauptstadt nach dieser Richtung schon vor⸗
zekommen sind. Die Sache hat unläugbar eine sehr weitgehende
Zedeutung, denn die Tollwuth-Epidemie der Hunde ist nicht nur
ür den Einzelnen, sondern für die Gesammtheit eine gewaltige
Befahr und es ist darum dankbar anzuerkennen, daß zur möglichsten
Minderung derselben die Reichsregierung einen weiteren Schritt zu
chun gedenkt.

Berlin, 9. Sept. Der Kaiser, der Kronprinz und der
Broßherzog von Meklenburg -Schwerin sinb gestern Abend 914
Ahr mittelst Extrazuges nach Danzig abgereißt.

Danzig, 9. Sept. Kaiser Wilhelm, Kronprinz Friedrich
Wilhelm und der Großherzog von Mecklenburg sind heute früh 6
ühr 10 Minuten hier eingetroffen und enthusiastisch empfangen
vorden. Kaiser Wilhelm und Kronprinz Friedrich Wilhelm, Beide
'n russischer Uniform, begaben sich um 1294 Uhr nach Neufahr—
vasser. Fürst Bismarck, welcher Vormittags eine einstündige Au—
dienz bei'm Kaiser Wilhelm gehabt hatte, fuhr unmittelbar hinter
dem Wagen unseres Kaisers. Der Großherzog von Mecklenburg-
-chwerin trug ebenfalls russische Uniforn. Um 112,4 Uhr kam
as russische Geschwader in Sicht.

Pfalzisches Schwurgericht.
III. Quartal 1881.

Zweibrücken, N. Sept. Bei der am Montag, den 12. Septem⸗
er l. Is., unter dem Vorsitze des Herrn Oberlandesgerichtsrathes Hessert
eginnenden Schwurgerichtssession des III. Quartals 1881 kommen nachste⸗
sende Fälle an den untenbezeichneten Tagen zur Verhandlung: Am 12. Sept.,
ßorm. 8. Uhr: 1. Diehl Jakob, 58. J. a. früher Wirth, jetzt Tagner;
. Frank Katharina, 63 J. a. dessen Ehefrau, beide von Winnweiler,
vegen betrüglichen Bankerutts. Vertreter der Staatsanwalt⸗
chaft: J. Staalsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtskandidat Fleischmann.
Um 12. Sept., Nachmittags 3 Uhr: 1. Pout h Anton, 18 J. a. Kellner;
. Endres Anton, 18 J. a., Bäcker, beide aus Trier, wegen Noth⸗
uchtsverssucch. Vertreter der Staatsanw.: II. Staatsanwalt ODr.
drell, Vertheidiger: Rechtskandidat Loew. Am 13. Sept., Vorm. 8 Uhr:
doch Georg, 48 J. a., Lumpensammler von Dreisen, wegen Brand⸗-
tiftunge Verir. der Staatsanw.: J. Staatsanwalt Petri; Vertheidiger:
Rechtskandidat Chormann. Am 14. Sept. Vorm. 8 Uhr: Web er Joseph,
175 J. a., Schuhwaarenhändler von Pirmasens, wegen betrüglichen
zankerutts. Vertreter der Staatsanw.: II. Staatsanwalt Dr Krell;
gertheidiger: Rechtskandidat Schuler. Am 14. Sept., Nachmittags 8 Uhr:
sed in er Luise, 53 J. a., Ehefrau von Georg Bindewald, Schlosser in
daiserslautern, wegen Meineids, Vertr. der Staatsanw.;
..Staatsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtsanwalt Schmidt. Am 15. Sept.,
horm. 8 Uhr: Elisabetha Kraft, 39 J. a., Tagnerin, Ehefrau von Jo—
ann Wolf in Bann, wege Meineids, Privaturkunden⸗
älschung und Betrug. Vertr. der Staatsanw.: Staatsanwalt am
Iberlandesgericht Scherrer; Vertheidiger: Rechtskandidat Loew. Am 16.
zept. Vorm. 8 Uhr: Jo est Adam, 22 J. a. Kaufmann aus Hausenstamm.
        <pb n="560" />
        vwegen Röorper erletzung mittödthichem Erfolg. Vertreter
der Staatsanw.: J. Staatsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtskandidat Trier.
Am 16. Sept, Nachm. 3 Uhr: Wolf Elisabetha, 41 J. a. Tagnerin in
Ruppertsecken, wegen Ksindsmocrds. Vertreter der Staatsanw.:
II. Staatsanwalt Dr. Krell; Vertheidiger: Rechtskandidat Schuck. Am 17.
Sept. Vorm. 8 Uhr: Felsenthal Isaal, 28 J. a. Handelsmann von
Relsberg, wegen Rothzuchtsversuch. Vertr. der Staatsanw.: J.
Staatsanwalt Petri; Bertheidiger: Rechtsanwalt Gebhardt. Am 17. Sept.,
Nachmittags 3 Uhr: Gölzenbuchter Jakob, 18 J. a., Schuster von
Pirmasens, wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen
nit Gewalt. Vertreter der Staatsanw.: Staatsanwalt beim Oberlan⸗
desgericht Scherrer; Vertheidiger: Rechtskandidat Chormann.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 10. Sept. Wie wir vernehmen, wird
Herr Pfarrer Ferkel, bisher in Trippstadt, in nächster Zeit in
einen neuen Wirkungskreis dahier eintreten, und soll Sonntag,
den 18. ds. Mts., seine Installation in der protest. Kirche hier
tattfinden.

Pirmasens, 8. Sept. Die Frau des Schuhmachers
Jung in der Klostergasse war gestern Abend damit beschäftigt,
die brennende () Petroleumlampe zu füllen, als dieselbe plötzlich
»xplodirte und das brennende Petroleum sich über die Un—
zlückliche ergoß. In ihrer Angst lief sie auf die Straße, allwo
cchnell herbeispringende Nachbarn die emporschlagenden Flammen
dämpften. Die Bedauernswerthe liegt jetzt unter gräßlichen Schmer—
jen hoffnungslos darnieder, während ein mit ihrer Rettung beschäf⸗
tigt gewesener Nachbar sich derart an den Händen verbrannte, daß
er wohl längere Zeit arbeitsunfähig sein wird.

Ueber das Vermögen der Katharina Pfirrmann,
Ehefrau des Schuhhändlers Mar Wirth in Pirmasens,
wvurde das Konkursverfahren eröffnet; zum Konkursverwalter wurde
ernannt Gerichtsvollzieherbewerber Ch. Guckes zu Pirmasens.

F Neustadt, 8. Sept. Das Haus und die Tabaksfabrik
der Firma Gebr. Neubauser wurde um den Preis von 836,500
M. von den HH. Julius Krafft und J. Kuprion zum Fort—
hetriebe ersteigert; das Haus des Hrn. Andr. Neubauer in
der Austerlitzstraße ging an Hrn. Einnehmer Hartmann für
19.000 M. über.

FVon der Pfalzbahn. Am Dienstag wurde da—
Zugpersonal des Bruchsal-Saarbrücker Schnellzuges nicht wenig er—
chreckt. Bei Landau zerplatzte im Packwagen ein als Gepädstüg
ehandeltes Fäßchen Hefe mit heftigem Knall und die nach allen
Seiten mit Gewalt geschleuderte Hefe übergoß die beiden im Pad.
vagen sich befindenden Schaffner nebst den daselbst lagernden Ge—
„äcke und Güterstücken. Der eine Boden des Fäßchens schlug mi
olcher Gewalt gegen die Decke des Wagens, daß zwei Deckbrette—
beschädigt und die Wagenlampe zerbrochen wurde.

FParis, 6. Sept. Ein amtlicher Bericht aus Konstan—
tine meldet, daß in einem Walde bei Philippeville am 22. Auq
61 Personen verbrannten, zahlreiche andere wurden verletzt.

fFParis, 8. September. Die amtliche Untersuchung über
den Unglücksfall bei Charenton stellte die Schuld der Bahngesell
chaft fest, welcher zahlreiche grobe Vernachlässigungen nachgewiesen
wurden. — Wauters, der Massenmoörder von Lille, erschoß sich be
Donai, nachdem er noch zuvor einen Mordversuch gegen seine Ge—
iüebte begangen hatte.

F Zusatz zum Trinkwasser zur Tödtung mikroskopischer Thiere
dangfeldt hat gefunden, daß ein Zusatz von 2 pro mille Citronen.
säure zum Wasser zwar nicht alle, aber doch die meisten und am
zäufigsten vorkommenden dieser Geschöpfe binnen 2 Minuten tödtel
Der Säuregeschmack ist in dieser Verdünnung nicht unangenehn
und der Preis erlaubt den allgemeinen Gebrauch. — Hann. W.—

Eisenbahn-Dienstesnachrichten.

Versetzt wurden Stationsverwalter Mich. Neusert von Lustadt «
zleicher Eigenschaft nach Berghausen, Einnehmer Wilh. Rasu von Rocken.
jausen als Stationsverwalter nach Lustadt und Brückeneinnehmer Joh. Geiser
zon Luvbwigshafen als Einnehmer nach Rockenhausen. Ernannt wurde zum
Brückeneinnehmer in Ludwigshafen Calculator Ludw. Muller vom Conirol-
ureau daselbst.

Pensionirt wurden Locomotivführer Andr. Schuchbauer in Ludwigs
hafen, Weichensteller Mich. Herold der Bahnmeisterei Ludwigshafen um
Bahnwart II Jac. Handwerker der Bahnmeisterei Haßloch, diese dre
vom 1. August d. Is. ab; ferner vom 1. September ab Schaffner Peter
Seinz in Ludwigshafen und Bahnwart Adam Gies der Bahameiistere
dandstuhl.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. .Decmec...
am — — — —e
zur Besprechung wegen Gründung
eines allgemeinen
Krankenunterslühungs-Verein—
laden wir unsere Mitbürger, gleichviel welchen Standes,
Samstag, den 10. September, Abends 8 Uhr,
das Lokal des Wirthes Louis Weirich, Kohlenstraße, he
ein mit der Bitte, im Interesse einer guten Sache recht zahlren
erscheinen zu wollen.
Mehrere Bürger.

Stadtrathssitzunge!
am Dienstag, den 13. Sep⸗
tem ber, 1881
Nachmittags um 4 Uhr.
Tagesordnung:

. Herstellung eines Trottoirs
in der Traverse St. Ingbert.

2. Schnlangelegenheiten.

3. Wirthschaftsconcessionen betr.
St. Ingbert, 9. Sept. 1881
Das Bürgermeisteramt

sc uster.

Ein braver fleißiger
findet gegen
Arbeiter guten Lohn
dauernde Beschäftigung, auch
wird ein braver Junge in
die Lehre angenommen bei
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den billigst angefertigt bei
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Das Meisterschafts-System

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*al
lerma

auch
2ur
pralcischen und naturgemãssen Erlernunq
der
bugligcten, ralzöclsohen, jabtpiohen Iud zpattschbl
Geschaufts-&amp; Umgangssprache
ine neue Methode, in 3 Monaten eéeine 6opraclie
ꝓprechen, schreiben und lesen zu lernen.
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Viele hundert Mark jabrlich
arsparen grössere Haushaltungen, Hotels, Café's, Specereiwaarenhändlern
indem dieselben ihren Bedarf an Kaffee &amp; Thee direct von unseren Lage
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Druck und Verlag von F. XF. Demezz in St. Ingbert.
Siezu „IAllukrirtes Sonntaasblati Nr, 35.
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der St. JIugberter Enzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Dauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

AA 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärtea
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift ober veren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—* 146.

Dienstag, den 13. September
lssi.
Deutsches Reich.
Die feierliche Erbffnung des bayerischen Landtages wird
um Mittwoch, den 28. d., Nachmittags 2 Uhr, durch Se. k. H.
den Prinzen Luitpold erfolgen. Um 11 Uhr wird in der Hofkirche
zu St. Michael die gottesdienstliche Feierlichkeit, welcher die Prinzen
des k. Hauses, dann sämmtliche Behörden und Kollegien in Uni⸗
form beiwohnen und wozu die Mitglieder des Landtages besonders
eingeladen werden, vor sich gehen. — Dem Vernehmen nach haben
die Abgg. Dr. Rittler, Schels, Frhr. v. Hafenbrädel und einige
Andere eine Einladung zur Bildung einer Kammerfraktion auf
Grundlage des Regensburger Programms erlassen; circa 25 Abge⸗
ordnete sollen bereits ihren Beitrut zu der neuen Fraklion erklaͤrt
haben. Anderseits soll die Bildung einer aus katholischen und
orotestantischen Abgeordneten bestehenden „konservativen Kammer—
oartei“ im Werke sein.
* Das hochwichtige Ereigniß der vergangenen Woche, die

Kaiserzusammenkunft an der Weichselmuͤndung, laͤßt an
Interesse die übrigen Tages-Ereignisse weit hinter sich und bildet
daher noch immer den Mittelpunkt aller Miitheilungen, Erörter⸗
ungen und Combinationen auf unserem politischen Gebiete. Nie⸗
mand verhehlt sich im Inlande wie im Auslande die Tragweite
dieses fürstlichen Rendezvous, welches in der Reihe der Fuͤrsten⸗
begegnungen einen ganz hervorragenden Platz einnimmt. Von
welchem Gesichtspunkte aus man aber auch die Begegnung zwischen
aiser Wilhelm und Kaiser Alexander Ilj. betrachten moͤge, siets
wird man zu dem Resultate gelangen, daß dieselbe unter die stärk⸗
ten Friedensgarantien, unter die erfreulichsten und wirksamsten
Symptome für die Erhaltung des allgemeinen Friedens eingereiht
verden kann. Denn von dem Tag von Danzig kann man mit
Fug und Recht erwarten, daß er das alte freundschaftliche Ver—
zältniß zwischen Deutschland und Rußland auf weitere Jahre hinaus
derlüngern und dauernd befestigen werde. Von einem dauernden
rinvernehmen zwischen dem deutschen Reiche und seinem östlichen
Rachbarn hängt aber bei der ausgesprochenen Machtstellung beider
Staaten in Europa auch die Erhaltung des gegenwärtigen Standes
der Dinge auf unserem Continente ab und da die Politik Deutsch⸗
lands sich auch ferner in den bisherigen friedlichen Bahnen bewegen
wird, so dürfen wir an die Kaiserbegegnung in Danzig die Hoff⸗

nung auf die Fortdauer des Friedens knüͤpfen. Was nun die

jervorragendsten Momente der Kaiser-Entrevue selbst

anbelangt, so tragen wir noch nach, daß das erste Zusammentreffen

wischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Alexander II. Freitag Nach—

mitiag 1 Uhr an Bord der kaiserlich deutschen Yacht „Hohen—⸗

zollern“ stattfand. Beide Monarchen, sichtlich tief ergriffen, um—

armten und küßten sich wiederholt, worauf der Czar den deutschen

Kronprinzen in gleich herzlicher Weise begrüßte und sich sodann an
den mitanwesenden Reichskanzler Fürst Bismarck wandie, mit wel—

hem er sich lange unterhielt. Nach Einnahme des Dejeuners be—
tiegen beide Kaiser nebst ihrem glänzenden Gefolge die bereit
tehenden Wagen und fuhren unter dem Geläute der Glocken, dem

Donner der Kanonen und den jubelnden Zurufen einer unzähligen

bolksmenge in Danzig ein. Der Czar verließ noch am Freilag
Abend auf seiner Yacht Danzig wieder. Kaiser Wilhelm begab
ich von Danzig direct nach Berlin zurück und nahm an den Caval⸗
eries Manövern bei Conitz nicht theil.

* Die Kaiserzusammenkunft stiellte natürlich die Vor⸗
zänge auf dem inneren politischen Gebieie, was die bergangene
Woche anbetrifft, in den Schatten, doch gewährten dieselben im
llebrigen auch nur wenig AÄusbeute. Ueber den augenblicklichen
Stand der kirchenpolitischen Verhandlungen zwischen Preußen und
dem Vaticane herrscht zwar noch keine volle Gewißheit, doch darf
man annehmen, daß dieselben energisch weitergefördert werden und
vielleicht schon in nächster Zeit überraschende Resultate zur Folge
haben werden. Eine Andeuung hierüber gibt uns wenigstens eine
Auslassung der der Regierung nahe stehenden „Nordd. Allg. Ztg.“,
nach welcher sich die preußische Regierung ernstlich mit dem Ge—
danken an die Wiedererrichtung einer preußischen Mission beim
römischen Stuhle trägt.

Auch die Besetzung des erzbischöflichen Stuhles in Frei⸗

burg soll in naher Aussicht stehen. Für diese hohe Kirchenwürde
oll ein jüngerer bayerischer Geistlicher in Vorschlag gebracht
worden sein.
Ausland.

In Paris ist in jüngster Zeit auf Anordnung des Kriegs—
ninisters eine, wie man sie bei uns nennen würde, Kavalerie⸗
Zerathungs⸗Kommission zusammengetreten, um bezüglich der Ab⸗
chaffung der Kürassiere ihr Gutachten abzugeben. Diese Kommission
jat sich aus denselben Gruͤnden, die auch bei uns hiefür maßgebend
varen, dahin ausgesprochen, daß der Kuͤraß abzulegen und für die
jesammte Kavalerie die Bewaffnung mit dem Karabiner einzu⸗
ühren sei.

Long Brauch, 10. Sept. Das offizielle Bulletin von
jestern Vormittag besagt: Der Präsident hai gut geschlafen, seine
dräfte sind im Zunehmen begriffen, die Geschwulst ist vollständig
jeschwunden.

*In Egypten ist ein großer Mili tär⸗Aufstand ausgebrochen.
000 Soldaten mit 30 Geschützen umz ingelten am Freitag das
ßalais des Vicekönigs in Kairo und forderten die Einberufung der
stotabeln und die Absetzung sämmilicher Minister. Der Khedive
villigte in einen Wechsel des Ministeriums. Ein den fremden
Tonsuln in Kairo vorher zugegangenes Circularschreiben constatirt,
aß die Demonstration nicht gegen die Europäer gerichtet sei.
Allgemein wird geglaubt, daß eine fremde Occupation Egyptens
ur Nothwendigkeit werde.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 12. Sepi. Noch selten hat eine musi⸗
alische Produktion auf das hiesige Publikum eine solche Anziehungs⸗
raft ausgeübt, wie das am Sonntag Abend in Ober han sers
Zaale vom „Cäcilien-Ver ein“ veranstaltete Conzert zum
Besten des Kirchenbaues. Stand doch nicht allein ein außerordent⸗
icher Kunstgenuß in Aussicht, sondern galt es auch, eine edle
Zache zu fördern. Das: Programm zählte 16 Piecen. Bei seiner
Keichhaltigkeit war es jedoch auch ein sehr gewähltes und wurde
bis zur letzten Nr. trefflich durchgeführi. Da war es denn auch
elbstverständlich, daß die einzelnen Vorträge jedesmal lebhaften
Beifall fanden. Von ergreifender Wirkung war besonders der
stimmige Chor „Ave Maria“ von Abt. Angenehm lieblich klangen
das Duo für Harmonium und Piano zu 4 Händen, das Terzett
für Sopran, Alt und Baß und die beiden Duette für Sopran
ind Alt „Herbstlied' und „Gruß.“ Die Klavierpidce Husaren⸗
itt“, arrangirt für Piano zu 6 Händen, und der gem. Chor
„Winzer am Rhein“ mußten auf allgemeines Verlangen wiederholt
vorgetragen werden. Sehr beifällig aufgenommen wurde aäuch die
bNr. aus der „Schöpfung“ von Haydn. Die Klavierpiecen wur—
en in der bekannten meisterhaften Weise von den Hrn. Woll,
Schlaudecker und Henräüch executirt. Wie schon erwähnt,
vpar das Conzert vom „Cäcilien-Verein“ veranstaltet; doch hat sich
Herr Organist Woll, der Dirigent desselben, das Verdienst erworben,
zur Mitirkung noch andere musikalische Kräfte heranzuziehen.
Daß bei dem zahlreichen Besuche die Einnahme eine sehr gute war,
versteht sich von selbst. Wir möchten darum empfehlen, von Zeit
zu Zeit noch mehr derartige Conzerte folgen zu lassen. Denselben
bliebe gewiß auch in Zukunft die Gunst des Publikums, sowohl
des edlen Zweckes wie auch des zu erwarienden Kunstgenusses halber.
zugewandt.

*St. Ingbert, 12. Sept. Die am Samstag Abend
im Lokale des Herrn L. Weirich stattgehabte Versammlung behufs
Gründung eines eene Krankenunterstüg—
ungse und Sterbkassen-Vereins war leider nicht so
zahlreich besucht, als es im Interesse der gemeinnützigen Sache zu
wünschen war. Aufgefallen ist es, daß gerade der Handwerkerstand,
der ja in unserer Stadt der Wohlthaten eines derartigen Vereines
bis jetzt gäünzlich entbehrte, während Schmelzarbeiter und Bergleute
sich schon längst derselben erfreuen, so schwach vertreten war. Von
den Anwesenden gaben die meisten, nachdem Zwecdk und Ziel des
u gründenden Vereines kurz klar gelegt war, durch Unterschrift ihre
heneigtheit zu erkennen, als Mitalieder beizutreten, falls die noch
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        * Gestern Morgen um 8 Uhr nahmen die Schwurge—
richtssitzungen unter dem Vorsitze des Herrn Oberlandes-
gerichtsrathes Hessert in Zweibrücken ihren Anfang. Anklage
gegen 1) Jacob Diehl, 58 Jahrx alt, früher Wirth, jetzt Tagner
————— J. a. dessen Ehefrau, beide von
Winnweiler . wegen des Verbrechens des betrüglichen Bankerutts.
diehl erhielt 4, seine Ehefrau 3 Monate Gefängniß.

Das größte Weinfaß in der Pfalz und wohl nächst dem

ʒekannten Heidelberger das größle in ganz Süddeutschland dürfte
das des Weinhändlers Keern von Rosschbach sein— Dasselbe
Hhurde von dein Faßfabrikanten Tropf in Frankenthal verfertigt
ind hält 35 Fuder. Auf dessen Boden können 4 Paare bequem
tanzen.
v (Von einem Hunde erschossen.) So komisch die Sache
klingt, beruht sie dennoch auf trauriger Wahrheit. Bei der am
24.“b. M. eröffneten Jagd auf Rebhühner ereignete sich dieser Fall
in der Feldmark Deid o webei Lenzen, wo ein Hund, der ein
geschossenes Rebhuhn apportirte, auf Liebkosungen Seitens eines
der Jagdliebhaber demselben mit den Pfoten in den Abzug des
hei Fuß gehaltenen Gewehres sprang, das sich entlud, so daß dem
Jäger die Ladung des einen Laufes in den Hals dranq; der Tod
erfolgte nach einer Stunde.

Zürich, 12. Sept. Gestern Abend 52 Uhr ist ein
Bergsturz bei dem Dorfe Eüm, Canton Glarus, erfolgt.
Dreißig Häuser und zweihundert Personen sollen verschüttet sein
Das ganze Thal steht unter Waosser.

zu entwerfenden Statuten ihnen conveniren. Eine alsdann gewählte,
is 7 Vertrauensmännern bestehende Commission soll nun die
Angelegenheit weiter in die Hand nehmen und die Statuten ent⸗
werfen, um dieselben einer späteren Versammlung zur Berathung
ind Beschlußfassung vorzulegen. Hoffewlichist die Betheiligung
dann eine regere und, haben bis dahin allenfallsige Vorurtheile
einer besseren Einsicht Platz gemacht. Der Verein soll ja einen
enunent wohlthätigen Zweck verfolgen. Er will seinen Mitgliedern
in Krankheits⸗ und Unglücksfällen Unterstützung gewähren und in
Sterbefällen die Beerdigungskosten übernehmen. Natürlich richtet
sich die Höhe der zu gewährenden Unterstützung nach den Mitteln,
über die der Verein verfügt. Je mehr Mitglieder er zählt, —
bis jetzt haben sich als solche gegen 60 Personen gemeldet —
desto aͤllgemeiner und wohlthaͤtiger kann er wirken. Wer möͤchte
alfo da zurückbleiben?

Er Jugbert, 18. Sept. Gestern Nachmittag gegen 8
Uhr wurde unsere Feuerwehr alarmirt. Es brannte in dem Hause
des Nagelschmieds Joh. Se e in der Pfarrgasse. Die Feuerwehr
war bald zur Stelle und so gelang es, das Feuer auf die oberen
Räume des von demselben ergriffenen Hauses zu beschraͤnken. Dem
Vernehmen nach war das auf dem Speicher lagernde Heu, welches
theils verbrannte, theils durch die Löscharbeit unbrauchbar wurde,
nicht versichert. Sonst ist der Schaden nicht sehr bedeutend. —
Nach dieser Arbeit war der Feuerwehr nur kurze Ruhe vergönnt.
Denn um 5 Uhr ging es zur Hauptübung, zu welcher auch sämmt⸗
liche Bedienungs- und Hilfsmannschaft zugezogen war. Angriffs⸗
oͤbjekte waren das Schuͤlhaus im Josephsthal und das daneben
stehende Martini'sche uͤnd Fries'sche Haus. Der Verlauf der
Uebung war recht gelungen. Uebrigens ist das selbstverständlich,
denn eine Feuerwehr, die sich zwei Stunden zuvor auf der Brand⸗
stätte bewährte, Nausverirt auf dem Uebungsplatze nicht minder gut. —

Rächsten Sonntag, 18. Sept. feiert der hiesige Krieger⸗
perein, wie alljährlich, sein Stiftungsfest, wozu auch
auswärtige Kriegervereine eingeladen werden.

*—Am 2. Oktober nächsthin, Sonntags, findet eine 2.
Hauptübung unserer Feuerwehr statt, welcher, wie
wir hören, der kgl. Bezirkdamtmann Herr Dr. Schlagintweit und
Vertreler auswäruger Feuerwehren beiwohnen werden.

Dienstesnachrichten.

Versetzt wurden folgende Capläne: Görgen von Pirmasens nach
Dffenbach; Brie hin von Deidesheim nach Pirmasens; Mathes von
Zpeyer nach Deidesheim; Hesn risch von Landstuhl nach Speyer; Wothe
on Rorxheim nach Kirrweiler; Studert von Kirrweiler nach Roxheim;
Forthuber von Kusel nach Kaiserslautern; Dudenhöffer von
daiserslautern nach Steinfeld; Pfaf,f von Steinfeld nach St. Martin;
Reichhart von St. Ingbert nach Dahn; Karli Muller von Reustadi
ach St. Ingbert: We Iß von Dahn nach Reuftadt. Anweisung als Capläne
erhielten die Herren Reopresbyter; Haud nach Kusel, Wer ner nacdh
Ruͤpperisberg, Lamber 7nach Meckenheim; Pierre nach Weselbera
nee Am anun nach Landsiuhl.

Fur die Redoklion verantwortlich: F. XR. Deme b.
— — —

Am 20. September
Ziehung der

Pehr bacher

* *
Kirchenbau⸗Lotterie
Loose à 50 Pf. sind zu haben
hei J. Nrα Hn.

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—A

hei den Mitgliedern des Krie⸗
gervereins.
Fiehung am 11. Oktober.

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hochfeinster Java 12. ⸗

hcht arabischer Mocca 13. —

rorzügl. Congo Thee 6.50

teiner Souchong Thee 8.—

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333 3 232 3 3575 533 2383 — 233 255 52— 22
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3 3 853 3368
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— 6 2532 3 53—3832322 223 —5
2832 —0 838 55365 —A — 7553 5 —2 858c2
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5 382838 — 23 5 *855 683* 82 * 2 — —
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233228 5752* 5*3—5358 2322358 22 5238 —— *3388 —8
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2 53 — 22 —— — — z533833 553 35* 5227—
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* ——— 2235 — * *
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2 88 2388 — 6
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5 ——— 8* S—842
5—2 — —253 —32—255335 ——558823 .
5 5352 383 23533853303
8 — — — v S2 2 583* ——— 2 —22232 —— 8
—A 23535525 53 —323885 —5385
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* 3533583 532 53328—22 340 — ——— 4 28*
— —— 28—333 333233273333 776335877
53 —— 8 57 3232 — 2 3 — —
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8* — — 8— —— — —— 5 — * D .2*
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235— —538 3538 5252 —— — 3558358 2 80 ———
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5 — 2 —2— —335382 2 5:23 * * —8 —— —
2 — O 2 2 — z285823.2 * —S 2 535 25 *2* 53— 322 8
—— — —— * —328272— 55 — — 258383 S 3 5335 2232
S—— 252 —A — — E—— ———38— 3* — 2—33—223—7
— 2 22 — 58 725 5353335 8
5 2 2 88
58 5 528 555—55235 53335 58353— 3—253852 323 5228
522 ——23 3 553 —38 3* 5523 232582 2333235
25— 23. 2 6 833383 2333 382 3 ——383535227 —
—6 53— —8582 3853 ——2—3— —22 3—8 85
253 8 : 3 5——2* *5 * 52. 32332253** 223082— 2 372
23 23325336 58 —88553835 — —* 3383—8
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— 22 5* 552538 —— 2385 2
* 653 23 F * * —
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5* — 33356533 225 382* — 22 233555 255 28
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25* —
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—* * — — 382875 SS 25 372 — 2 35* — —— —
8 — — 5* 5 * W —* — 2 5.,55 8— * ————— — — —
A 5235 32 22555 858833835 2385 —335 5
8 28 2* 3553555 33333537 —— —— ß
3 7 S 8 — 2* 23 — 38 5322 553333 2—s2 2 5
2* 5 s 353.3 233823 325535 633358 A
25 — —— — 3 5 22 * — — 5352z83853 553455— 22
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5— —52 3 8 55358 ———— 527 »3888 3 27 285 2
5533 25337 — —23535553 ——— 235337 —528358
J 555 ———— —— 33 2
558 526 — 353753 3 —* 2 *
— 3502 —5— 353358355 —2 28352* S 5358655 28 8 55 D
agüe 535 37 558757 7335
—58 23 555 5 — — 3 „553355 —5 2555 *28⸗ 2322
2 33 — 23235 — k5687 *
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533325355 28 —— 588 222 55—5*83
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— 53378 —————— 77 *—55 7
33 555* S 5— 25
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25. —— 2 ·22 — c5 2 —
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— — —— 22 55 — — 35238 —8 — *
32555335 5836 278— —— — * 5 238
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        St. Ingberker Anzeiger.

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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) exscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

lAM 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1MA 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrijst oder deren Raum. Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
P 147.

Donnerstag, den 15. September 1881.

Deutjiches Reich.

*Die Frage nach der Berufung des Reichstages, welche
nach der Fixirung des Wahltermins auf den 27. October auf⸗
——
jetzt von verschiedenen Seiten versichert, daß die Berufung des
Reichstages sogar noch vor dem preußischen Landtage erfolgen
dürfte. Ob die bezüglichen Dispositionen in der That geändert
worden sind, läßt sich zur Zeit allerdings noch nicht beurtheilen,
falls aber Fürst Bismarck wirklich die Absicht hegt, den Reichstag
aoch vor dem preußischen Landtage einzuberufen, so ließe sich der
Grund hierfür unseres Erachtens unschwer erkennen. Jedenfalls
wird aber die Verufung des preußischen Landtages nicht eher er⸗
tolgen, als bis die Regierung sicher ist, mit einem Ergebnisse der
kirchenpolitischen Verhandlungen vor denselben treten zu können.

Der deutsche Kaiser wohnte in den letzten Tagen in
bestem Wohlsein mit großem Gefolge den Manövern des 9. Ärmee—
orps in Schleswig — Holstein bei. Ueberall wurde er von
der zahlreich herbeigeströmten Bevölkerung mit lauter Begeisterung
—X

Johann Deffland; derselbe ist ebenfalls verheirathet und Voter
von 5 kleinen Kindern. Die Beiden arbeiteten schon Jahre lang
heisammen in der preußischen Grube. Auf dem Heimwege von der
Arbeit geriethen dieselben gestern Nachmittag in Gegenwart des
Bergmannes Hemmerling, eines Schwagers von Becker, in einen
Disput, der sogar in Thätlichkeiten überging. Zu Hause angekom—
nen scheint sich Deffland mit einem Messer bewaffnet zu haben.
Er begab sich sodann aus seiner Wohnung in der Haselerstraße in
die Kohlenstra ße in die Nähe der Wohnung des Beder, um diesem
aufzulauern. Als sich Becker später auf der Straße zeigte, überfiel
hn Deffland und versetzte ihm mehrere Stiche. Ein Stich traf
zen Angegriffenen in die Nase, ein anderer in den linken Arm über
dem Ellenbogen, zerschnitt die Pulsader und verursachte eine weite
laffende Wunde bis auf den Knochen. Becker scheint sich vor
einem Angreifer geflüchtet zu haben; denn bedeutende Blutspuren
ühren durch die Wiesen hinter dem Seibel'schen Hause, durch den
Paulus'schen Garten und hinüber in den Garien des Tüncher⸗
neisters Kimmel, durch dessen Hausgang bis auf die Treppe, wo
Becker um Hilfe rief und dann in Folge des enormen Blutver—
ustes ohnmächtig zusammen brach. Herbeigeeilte Nachbarn brachten
hn sofort nach Hause. Trotzdem ärztlicher Beistand bald zur
Stelle war, so konnte Becker doch nicht mehr gerettet werden, kuͤrz
arauf starb er an Verblutung. Becker hatte vor seinem Tode noch
die Kraft, Deffland als seinen Mörder zu bezeichnen. Dieser wurde
noch am Abend in seiner Wohnung verhaftet. Er leugnete zwar
die That, doch wird ihm das wenig helfen, da die Beweise zu
iberzeugend gegen ihn sprechen. Machschrift: Heute, Don—
nerstag, traf das kgl. Untersuchungsgericht von Zweibrücken zur
Untersuchung und Festsetzung des Thatbestandes hier ein.)

*St. Ingbert, 185. Septbr. Zufolge höherer Anord⸗
nung wird von morgen ab die schon längst gewuͤnschte und gewiß
allexdeits freudig begrüßte Einrichtung getroffen, daß die Höfe:
Ad Rohrbacherglashütte, Geisttircherhof, Reichenbrunn,
Zengscheid und ee nach welchen die Postboten bisher
aicht kamen, von diesen in dem Falle begangen werden, wenn
Briefe oder Packete für diese Höfe vorliegen.

*St. Ingbert, 18. Sept. Wie die Leser aus der
Bekanntgebung der letzten Sadtrathsbeschlüsse im Inseratentheil
dieses Blattes ersehen, hat die Schlacht hausfrage einen
Schritt nach vorwärts gemacht. Mit der Errichtung eines Schlacht⸗
jauses dahier ist man, wie uns mitgetheilt wird, im Stadtrathe
im Prinzige vollständig einverstanden. Eine aus den Herren Büt—
germeister Cusster, Adjunkt Graffion, Thierarzt Wei—
gand und Bauschaffner Hausser bestehende Commission soll
nun zunüchst von Schlachthäusern in anderen Städten (Pirmasens,
Homburg ꝛc.) Einsicht nehmen und über die Erfahrungen, die man
an diesen Orten gemacht hat, in nächster Sitzung berichten.

*— Aus unserem Referate über das am Sonntag Abend
tattgehabte Conzert des „Cäcilien -Vereins“ kann in Folge eines
leinen Druckfehlers gefolgert werden, daß die zum Vortrage ge—
kommene vierte Nr. aus der „Schöpfung“ von Haydn sehr bei—⸗
fällige Aufnahme fand. Es ist aber das ein Mißverständniß. In
inserem Referate sollte gesagt sen, daß sämmtliche 4 Nummern

aus der „Schöpfung“ von Hapdn sehr beifällig aufgenommen
wurden.

*Das pfälzische Schwurgericht verurtheilte in der
Nachmittagssitzung vom 12. ds. die beiden Angeklagten Anton
Pouth, Kellner, und Daniel Endres, Bäcker, beide 18jährig
und aus Trier, wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen bezw.
Beihilfe hiezu zu je zwei Jahren Gefängniß. — 13. Sepi. An—
klage gegen Georg Kosh, 48 J. alt, Lumpensammler aus Dreisen,
wegen Versuchs der Brandstiftung. Wegen mangelnden Beweises
erfolgte Freisprechung. — 14. Sept. Vormittags. Der wegen be—⸗
rügerischen Bankerotts angeklagte Schuhwaarenhändler Joseph
Weber von Pirmasens wurde zu 6 Monaten Gefängniß ver—
urtheilt.

ꝙ Aus dem Bliesgau, 14. Sepi. Mit Eintritt der
besseren Witterung sind unsere Landleute eifrig beschäftigt, die
Brumet- und Obsternte einzuheimsen. Grumet gibt es ziemlich

Ausland.

* Die französischen Staatsmänner sind unermüdlich darin,
die Schleußen ihrer Beredtsamkeit zu ziehen, oft aber bringt der
Redestrom schon dagewesenes wieder. Bedeutungsvoll ist aber jeden—
jalls die Rede des Ministerpräsidenten Ferry in St. Dié, in wel—⸗
cher er die Niederlage der Intransigenten und Monarchisten bei
den letzten Wahlen constatirt, welche letztere vielmehr die Zustimm⸗
ing des Landes zu der bisherigen ministeriellen Politik bekundet
zätten. In Bezug auf die nächsten Aufgaben der Regierung be—
zeichnete Ferry die Reform des Richterstandes und die Herabsetzung
der Militärdienstzeit als die ersten der vorzunehmenden Reformen.
Aus der Rede verdient außerdem noch hervorgehoben zu werden,
daß der Ministerpräsident in der neuen Kammer mit Sicherheit
auf eine regierungsfreundliche Majorität aus den Reihen der Linken
und der republikanischen Vereinigung rechnet, die vielbezweifelte
Allianz zwischen Ferry und Gambetta scheint sich demnach zu
obollziehen.

Fünf französische Kriegsschiffe befördern im Laufe dieser
Woche weitere 5000 Mann von Toulon nach Tunis.

Das „Journal de St. Petersbourg“ konstatirt, daß die euro—
zäische Presse im Allgemeinen, und in erster Reihe die deutsche
Presse, die Kaiserzusammenkunft in Danzig in ihrer wahren Be—
)eutung erfaßt und dargelegt habe, nämlich als Kundgebung der
jerzlichen Sympathie zwischen den beiden Kaisern, welche zu gleicher
Zeit eine Bürgschaft für die Sicherheit aller Nationen sei. Wenn
die „Times“ von den legitimen Interessen Englands und der Mili⸗
tärreiche“ gesprochen, so will das „Journal de St. Petersbourg“
ich auf die Erklärung beschränken, daß die eiazigen legitimen Inte—
ressen, um die es sich bei der Zusammenkunft habe handeln können.
die allgemeine Ruhe und der Weltfriede gewesen seien.

* Die Waldbrände in dem nordamerikauischen Staate
Michigan haben große Verheerungen angerichtet; zahlreiche Ver⸗
luste an Menschenleben und Eigenthum sind durch sie verursacht
worden. 1500 Familien mit 10,000 Köpfen sind der Hungers—
noth preisgegeben, wenn nicht bald Hülfe kommt. — Während
der Ablösung der mit der Bewachung des Attentäters Guiteau be—
nuftragten Wachmannschaften schoß der Unterofficier Mason auf
Zuiteau, doch streifte die Kugel nur leicht den Kopf Guiteau's:
Mason wurde verhaftet.

Die Besorgnisse wegen der Lungenentzündung, die den Prä—
identen Garfield befallen hat, haben sich gemindert; die behandeln⸗
en Aerzte legen dieser Krankheitserscheinung keine ernstliche Be⸗
deutung bei.
„erunt qter.

*Sit. Ingbert, 14. Sept. Gestern Abend und heute
Vormittag versetzte eine abscheuliche Messeraffaire, bei der leider
ein fleißiger und braver Familienvater um's Leben kam, unsere
Stadt in nicht geringe Aufregung. Der Umgekommene ist der 89
Jahre alte Bergmann Christian Beccker, verheirathet und Vater
bon 4 unerzogenen Kindern. Sein Moͤrder ist der Bergmann
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        biel, dasselbe bedarf aber anhaltend guten Wetters. Auch die
Obsiernte fällt im Allgemeinen reichlich aus, besonders was Aepfel,
Zirnen und Zwetschen betrifft. Das Obst wird schon jetzt zu hohen
Preisen verkauft, was dem Obstzüchter neuen Eifer gibt. So z. B.
vurden schon vor 14 Tagen mehrere hundert Ctr. Zwetschen ange⸗
sauft, wie sie der Baum uͤefert, per Ctr. 1M. 50 Pf. Auch die
Kartoffeln liefern hohe Erträge, wenn nicht Kartoffelfäule eintritt.

Enheim. Der Vorstand des Obstbauvereines für
den Bliesgau, Hr. Pfarrer Rüfter v. Erfweiler, arrangiert
gegenwärtig, von den Gemeinden des Bliesgaues bereitwilligst
ainiterstützt, eine Obstausstellung, welche dahier Sonntag den 18.
September im Fries' schen Saale eröffnet wird. Sämmtliche
Obstsorten des Gaues, und deren sind es nicht wenige, werden in
der Ausstellung vertreten sein. Auch soll, wie ich vernehme, an
dem genannten Sonntage der Vorstand des Vereines in einem

Bortrage diejenigen Obstsorten bezeichnen und empfehlen, welche
ur den Bliesgau am geeignetsten sind. Die Ausstellung wird sich
zuf 8 Tage beschränken und ist es im Interesse der Obstbaumzucht
zu wunschen, daß dieselbe zahlreich besucht wird.

— Die Ziehung der Hauner'schen Kinderspital⸗Lotterie, welche
im 12. dss. stattfinden sollte, wird auf 20. September verschoben
da noch ca. 12,000 Loose nicht abgesetzt sind.

F Nach dem Moniteur Vinikole wird die dieslährige Weinernte
n Frankreich auf 82 bis 36 Millionen Hektoliter geschätzt; die
orsährige betrug 29.,677, 472 Hektoliter.
rsren der Nedaktion. —
Herr W.hier. Artikel über Krankenuniterstützungs⸗ und Sterblassen⸗
Ferein folgt in nächster Nr.
Fur die Redaltion verantwortlich: F. L. Demes.

Bekanntmachung.
Der Stadtrath von St.
Ingbert hat in seiner Sißzung
on“ 13. September 1881 fol⸗
gende Beschlüsse gefaßt:
I Mit der Fortsetzung des
Troitoirs in der Unterstadt soll
hegonnen werden.
2. Von der hohen k. Regier⸗
ungs⸗Entschließung vom 20. Aug.
1831, die Errichtung einer kath.
Schulverweserstelle in St. Ing⸗
bert, betr, wurde dem Stadtrathe
Mittheilung gemacht.
83. Der irael. Cultusgemeinde
werden die Zuschüsse der Ge—
meinde vom 1. Januar 1882
an gekündigt.
4. Dem Lehrer Klensch zu
Schnappbach wurden für Er⸗
theilung des prot. Religionsun⸗
errichtes der Kinder des J. und —
I. Schuljahres vom 1. Oktober J II i Iu
nachsthin ab, 100 Mk. pro Jahr dl F B üh!
hꝛewilligt. das Pfund⸗Paquet 10. Pifg.
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Schlachthauses wurde eine Kom⸗ —— 2 Roeinen KGoni bei den Mitgliedern des Krie⸗
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inen Seuig 335
achsten Sitzung zu berichten hat. 35 Vhilipp Klindck. empfiehlt ——
St. Ingbert, 14. Sept. 1881. 7 inladung zum bonnement.
Das Bürgermeisteramt ie für das 4. Quartal der
Custer. ie Fla e 69 X. 3—
nr — „Frankfurter Yre sse“
—J Varthie und Handelszeitung.
ds. Mis. Abends um 6 Uhr, Qigarremn nset ee —8 ga Ipe eine durchan
b Ver 5 J 5 5 262 igenortige und anziehen e Zeitung. Enischieden libera und durcha
ie ieeen ür Wirthe außerst billig Llostst andig, desprini sie ir poliniscen Eischeinungen —B
* “ hei Philippy Klinß. angen und unbeeinflußi, vom Standpunkt der praktischen Zweckmäßigkeit aus
tteine auf dem Bürgermeisteramte Phlupp Suin. Ziese ihre klare und bestimmue Haltung hat der Frankfurter Presse
jfentlch vergeben. 79 t l n den Kreisen unserer freisinnigen Aoͤgeordneten und Politiker von
St. Insbert, 14. Septbr. 1881. / 3 rD enm Ieng nleß iꝛ re crworben. NVamentlich in Baden,
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due Vurermesteramt »er Liter 22 Vis Sawern en vnrt vmnverg iatn deFrantfurter pre
Custer. bei Bhilipp Klinck. —5* Tin Handelsthein wird sper *X seiher ganz besonder
— — —— —— —5—cc— — 7 ufmerksamkeit zugewendet. reimal täglich erscheinend ist d
Viole kundert Mark jabrlich ee rese d en e den udnattuen ite
rsparen grössers Haushaltungen, Hotels, Café's, Spedereiwaarenhündler u. a. ondere, alle wichtigen Rachrichten ungefäumt zu vermitteln.
ndem dieselben ihren Bedarf an Kaffee &amp; Theeè direct von unseren Lager- Ein eigener Zelegraphendraht
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gros· Preisen beriehen. der Reichshaupistadt, vollständige Berichte uber die Sitzungen des Reichs—
o Pfand Acric. Perl Mocea 7.50 tags und Landtags gleichzeitig mit den Berliner Biättern zu bringen.
bester Maracaibo 375 Die „Frankfurter Presse“ strebt aber in der Hauptsache danach, di
45 3— * interess anteste Zeitung Deutschlands
— —— 375 zu sein, und die bewährtesten Zrafte ste hen ihr darin zur Seite. Keine
tet jave 32 andere Zeitung widmet dem Feuilleton so viel Raum und so viel Au
cht arabischer Mocca 13.- nertsamke i, wie die „Frankfurter gIreffe⸗ welche taͤglich mehrere Feul
α coago Trec 330 etons, als Specialität die kleinen, rasch populaär gewordenen Studien über —
einer Souchong Thee 8. — ellschaft und Leben und spannende Novellen, Erzählunger und allwoͤchenb
ee — —“ 310 ich eine besondere Schachzeitung bringt. Im October beginnt der Abdtu
chfeinster Mandarin Pecoo Thee 12.- ines neuen Romans.
, le Qual, rein entõltes Cacaopulver, 9. - „Die Straßenprinzessin⸗
Zeste Noll. Bauernbutter, 25 Pfd. Kubel 22.4 er, glänzend in der Form, originell und spannend im Inhalt, vollauf
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e etreben unsere Kunden in jeder ie mig zufrie- gratis und franco zugejandt.
dei ditten Fir vien dureh einen Probeanftrag gn aberzeugen Frant'suran Mi, im September 1881.
—XVXäI——— Die Administration
stιιιι. ,—αιranat s &amp; 100. der Frankfurter XRresse und Handelszeitung.
Fruck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Inabert.

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Geschäfts-Aebernahme.

Hiermui die ergebene Anzeige, daß ich mein Geschäft wieder
elbst übernommen habe und daeselbe in der früheren Weise weiter
ühren werde.

Indem ich mich in meinen Artikeln bestens empfohlen halte
verde ich bestrebt sein, das mir geschenkte Vertrauen sowohl durd
gute als billige Bedienung zu rechtfertigen.

St. Ingbert, 15. September 1881.
Philipp Klinck.

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55 —32 2: 535, 52 3237 * 3 2 2232 58 2
* — — — 8 — —25 8 7 —2 582 *
28 55583* 328 2333 3338603 „8 383833525
5*28 — 5 573837 23327 . 7* 5253 5 388
2 7383 153352 283535*33353
2555 2 226 35352 525 58 3
* 27 * 2 3 —— 5
5 38——85 3332 333.3 52838 355 —53833
7 5 222588
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25— * 2 2** 3 2* * 2 * 8*
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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Eonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erlscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

As 40 — einschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 1 A BG60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrift over deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
P 148. Samstag, den 17. September 1881.

Die islamitische Bewegung in Afrika.

An die Stelle Danzig's ist in der allgemeinen Aufmerksamkeit

stordafrika getreten. Die Lage des dort seit 1200 Jahren herr⸗
chenden Islams ist es, welche die dortigen politischen Kondul—
ionen so gefährlich macht. Von Marokko bis nach Aegypten ist
der Mohamedanismus in Bewegung und fern im Osten in Afgha⸗-
ustan blitzt es ähnlich auf. An der äußersten Westküste von Nord⸗
ifrika sind seit Monaten Waffensendungen gelandet, spanische, ita—
ienische, englische; die Vorgänge in Algier und Tunis haben dort
den mohamedanischen Fanatismus gereift. In Aegypten revoltirt
das Heer; in wie weit dies ein direkter englischer Schlag gegen
Frankreich ist, mag dahingestellt bleiben; die bisher eingegangenen
stachrichten zeigen die Sachlage nicht ganz klar Der Vorschlag
iner türkischen Besetzung des Vasallenlandes ist jedenfalls der
gipfelpunkt der Abgeschmacktheit; eine solche könnte das arme Land
och gerade brauchen. Bemerkenswerth ist dabei eine Erhebung im
Sudan; Scheikh Mohamed Achmed hat als Ursache derselben direkt
zie von Bu Amema in Algier über die Franzosen erfochtenen „Siege“
ezeichnet; man fürchtet an der Südküste des Mittelmeeres die
Frauken“ nicht mehr so wie früher. Aus Afghanistan aber
ommt die Nachricht von einer Versöhnung der beiden streitenden
Fürsten Abdurrahman und Achmed Eyub behufs Proklamirung
des „heiligen Krieges“ gegen die Engländer; jener Nachricht sind
allerdings wieder räthselhafte Begebenheiten mit Truppenübergängen
jon dem einen zu dem andern u. s. w. gefolgt.

Die Ursache dieser Erscheinung ist in dem gesunkenen Ansehen
ner Türkei gegeben. Obgleich unter verschiedenen weltlichen Herr⸗
chern stehend, betrachten mit Ausnahme der „schiitischen“ Perser
ast alle Mohamedaner den Sultan als ihr geistig nationales Ober⸗
aupt, als den „Khalifen.“ Nun aber ist durch die letzten Ereig⸗
nisse sen Ansehen sehr herabgemindert worden. Mehr als die
dälfte seines europäischen Gebietes haben ihm die Jahre 1877 -81
zirekt oder indirekt entzogen; in Asien ist er eigentlich nur noch
berwalter der Engländer. Dieser Stand der Dinge hat die isla—
nitische Trägheit erschüttert und den religiösnationalen Stolz ge—
reizt. Es ist, wie vor 1870 die Ohnmacht der deutschen Nation
Tausende von Gemüthern in schweigendem Einverständniß gegen
iie 1815 geschaffene Lage erhielt. Eine eigenthümliche Rolle spielt
»abei die Heimath des Islams, Arabien. Dort ist die türkische
Oberhoheit stets nur mit Unwillen ertragen worden; die Unruhen
jörten nie auf; in den zahlreichen Gefechten unterlagen die türki—
chen Truppen gewöhnlich den Araberstämmen. Jene Verhältnisse
atten indeß nur eine lokale Bedeutung. Aber was sich jetzt in
Mekka vorbereitet, ist etwas Anderes. Die Feinde Midhat Pascha's
jaben bekanntlich behauptet, daß der gegen Abdul Aziz am 31.
Mai 1876 geführte Streich eigentlich der ganzen osmanischen
Oynastie zugedacht war; man wollte die unfähigen Nachfolger der
Selim und Soliman durch eine andere regierende Familie ersetzen.
der von Abdul Hamid neuerdings in den Prozeß gegen die Sul⸗
ansmörder des 4 Juni 1876 entfaltete besondere Eifer läßt auf
ezüg“he Entdeckungen schließen; nach Stambuler Ueberlieferung
vürde ein Nachfolger den gewaltsamen Tod eines oheimlichen Vor—
zängers sonst wohl weniger tragisch genommen haben. Nun will
nan aber der Existenz einer gegen die osmanische Dynastie ge—
ichteten Verschwörung in den heiligen Stätten von Arabien auf
iie Spur gekommen sein; die in Mekka gesammelten Pilgergelder
pären angeblich zur Ausrüstung eines neuen dort zu proklamiren⸗
en „Khalifen“ bestimmt. Es fiel seinerzeit auf, daß Midhat und
ne übrigen verbannten Sultansmörder in Arabien mit Begeisterung
egrüßt wurden; es ist dies ein sehr bemerkenswerthes Symptom.
S„chwerlich war es ein guter Rath, der Abdul Hamid zur Aus—
oahl gerade jenes Landes für den Strafort der Mörder seines
ONheims veranlaßte. Außer Mekka soll Tripolis ein Hauptmittel⸗
zunlt jener islamitischen Bewegung sein, an diesem Kreuzpunkt der
ialienischen, französischen und türkischen Interessen auch die Ver⸗
indung von dem Ausgangspunkte des Islams bis an die Nord⸗
oestküste des afrikanischen Welttheiles sich befinden.

Einzelne Folgerungen aus diesem Stande der Verhältnisse zu
iehen ist es entschieden noch zu fruüh. Was für die an der drieu—
alischen Frage direkt interessirten Mächte aus dieser islamitischen
Zewegung hervorgehen kann und wie sich Frankreich, England und
talien in erster, Rußland und Oesterreich in zweiter Lime zu der⸗
»lben gruppiren werden, kann in diesem Augenblick Niemand sagen.
zewiß ist nur, daß wenn jene Frage durch den national⸗religioͤsen
janatismus wieder in Bewegung lommt, Deutschland als nicht
irekt betheiligt die Schiedsrichterrolle fester als jemals in der Hand
jat. Wie die Pariser „France“ am verwichenen — rich⸗
ig sagte: „Herr v. Bismarck wird seine Neutralitte ausspielen“.
Man braucht für den Islam keinerlei Sympaihien zu haben,
m sich für diesen religiösnationalen Aufschwung in den don dem—
elben beherrschten Gegenden bis zu einem gewissen Grade zu inte⸗
essiren. Sie wird ganz gewiß nicht zu einer Regenerirung jenes
laubens führen, der vor 1200 Jahren den groͤßten Theil des
rüheren römischen Weltreichss im Siurme überfluihete. Aber sie
eweist zum mindesten, daß in der Weltgeschichte noch immer andere
Faktoren maßgebend sind als Parlamenisparteien, Boörsenspiel und
Zaumwolle. Gelegentlich konnte man in Europa und auch in
Deutschland daran beinahe zweifeln.

Deutsches Reich.

Baden-Baden, 15. Sept. Die Kaiserin Augusta ist von
doblenz mittelst Extrazug gestern Abends 101,. Uhr hier einge⸗
roffen und fuhr begleitet von ihrer Hofdame mit Equipage hieher,
vo sie um 10*4 Uhr ankam. Die Kaiserin stieg im Mesmer'⸗
schen Hause ab. Das Gefolge, darunter Dr. Velten, ist gleichfalls
der Extrazug hier angekommen.

Hamburg, 14. Sept. Die ganze Bevölkerung ist in
reudigst erregter Stimmung. Unter Glockengeläute und den
ubelnden Zurufen der dichtgedrängten, überall nach Tausenden zäh⸗
enden Volksmenge zog der Kaiser, begleitet von dem Kronprinzen,
em Prinzen Wilhelm und dem Großherzog von Mecklenburg⸗Schwerin,
von Altona her genau um 11 Uhr in die Stadt.

Die officiöse Berliner „Provincial-Correspondenz“ sagt über
en Besuch des russischen Kaisers in Danzig: Es war dem
cussischen Kaiser ein Herzensbedürfniß, sowohl dem Kaiser Wilhelm
»en Ausdruck persönlicher Verehrung darzubringen, wie auch zum
ersten Mal nach seiner Thronbesteigung in einer für alle Welit
verständlichen Weise zu bekunden, daß er die langjährigen, freund⸗
haftlichen und friedlichen Beziehungen mit dem deuischen Nachbar⸗
ande erneuert und befestigt zu sehen wünsche und seinerseits in
einer Weise zu ändern gedenke.“ Die Zusammenkunft, sagt sie
weiter, habe der eigentlichen nächsten Bestimmung nach nur zwischen
)em deutschen und russischen Kaiser stattgefunden, aber im Geiste
ei mit beiden der österreichische Kaiser vollkommen geeinigt gewesen.
das herzliche und innige Verhältniß zwischen Veutschland und
Desterreich- Ungarn habe erst kürzlich im Gasteiner Besuch des Kai⸗—
ers Franz Joseph bei dem Kaiser Wilhelm erneuten Ausdruck ge⸗
unden. Das Einvernehmen der drei Kaiserreiche habe seit zehn
zahren Europa den Frieden erhalten (d. h. mit Ausnahme des
cussischetürkischen Kriegs) und werde sich auch künftig bewähren,
)en Völkern diejenige Sicherheit und Beruhigung verschaffen, welche
hnen ermögliche, die ganze Kraft der friedlichen Arbeit, der ge⸗
unden Entwickelung der inneren staatlichen, wirthschaftlichen und
gesellschaftlichen Verhältnisse zu widmen.

Ausland.

Wien, 14. Sept. Der Kaiser von Oesterreich toastirte am
11. dss. Mis. in Miskolcz anläßlich des Namensfestes des Czaren
uuf diesen „seinen ausgezeichneten Freund.“

Aus Rom, 14. Sept., wird berichtet: Hr. v. Schlözer
vurde heute vom Papst empfangen und reist dem Vernehmen nach
norgen oder übermorgen nach Berlin.

London, 14. Sept. Die Times erfährt, Frankreich werde eine
Verlängerung des Handelsvertrages mit England zugestehen. — Ein
Telegramm der Times aus Konstantinopel meldel: Der gestrige
Ministerrath hat beschlossen, einen kaiserlichen Kommissar zur Un⸗
ersuchung der Vorgänge in Kairo nach Aegypten zu entsenden.
        <pb n="570" />
        New⸗York, 14. September. Der Gouverneur von New⸗

Orleans berief die Miliz zur Aufrechterhaltung der durch strikende
Baumwollarbeiter gestörten öffentlichen Ordnung. — Die Wald—
bhrände im Norden und Nordwesten des Ontario⸗Sees dauern noch
fort. Im District Parrysound sind etwa für eine Million Dollar
Holz verbrannt.
ELong Branch, 14. September. Die Heilung der Wunde
Garfield's schreitet günstig voran. Dr. Bliß haͤlt die Eiterbildung
in der Lunge für beseitigt. Er glaubt, die Kugel sei jetzt völlig
eingesackt.

4
Vermischtes.

*St. Ingbert, 16. Sept. Wir kommen heute noch
einmal auf den zu gründenden allgemeinen Krankenunter—
stützungs⸗ und Sterbekassenverein zurück. Es sollen
nämlich, wie uns erzählt wird, Bedenken geltend gemacht werden,
derselbe könne einmal Zwecken dienen;, die mit seinem eigentlichen
Zwecke nichts zu thun haben. Das ist grundfalsch. Der Verein
kann und will nur das sein, was sein Name sagt, er kann und
will ohne alle Hintergedanken nur den einen Zweck verfolgen, der
schon in diesem Blatte und in der ersten Versammlung klar gelegt
wurde: Den Mitgliedern ohne Unterschied der Confession und ohne
Rücksicht auf die politische Ansicht derselben unterstützend und hel⸗
fend bei Krankheits⸗ und, Sterbefällen an die Hand zu treten. Der
Beitritt zum Verein ist demnach auch nicht von der politischen An⸗
sicht des Einzelnen oder seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten
Tonfession abhängig gemacht. Als Mitglied ist Jedermann will—
lbommen.

* St. Ingbert, 16. Sept. Heute Vormittag wurde der
Mörder Deffländ in's Gefängniß nach Zweibrücken abgeliefert.
Eine Menge Reugieriger hatte sich bei Abgang des Zuges von
hier am Bahnhof eingefunden.

Der Uebergangsstelle Mittel bexbach wurde die Be—
fugniß zur Ausgangsabfertigung der mit Anspruch auf Aufschlag-
rückverguͤtung ausgehenden Branntweinsendungen ertheilt.

F. Kaiserslautern. Mit dem Monat Oktober d. Is.
wird unter Leitung des Herrn May in hiesiger Stadt ein neues
städtisches Orchester seine Thätigkeit beginnen, welches aus 20 nur
borzüglichen Fachmusikern, wovon sämmtliche Vertreter der ersten
Stimmen Solisten sind, gebildet wird. Wie wir hören, wird das
Orchester sich nicht allein auf hiesige Stadt beschränken, sondern
seine Thätigkeit über die ganze Pfalz ausdehnen und schon in der
ersten Hälfte des Monats Oktober eine Concerttournee, bei welcher
die bedeutendsten Städte der Pfalz berührt werden, unternehmen.
Daß mit der Bildung dieses Orchesters einem großen Uebelstande
abgeholfen ist, läßt sich nicht verkennen, besteht doch in der ganzen
Pfalz bis jetzt kein derartiges Orchester. Wir wollen nicht unter—
lassen, den Vereinen der Pfalz, und namentlich solchen Vereinen,
welche sich die Pflege der Musik und des Gesanges zur Aufgabe
gestellt, aufmerlsam zu machen, bei vorkommenden Gelegenheiten das
Kaiserslauterer Stadtorchester herbei zu ziehen, welches alle musika⸗
lischen Funktionen: Concerte, Bälle und andere Festlichkeiten, nicht
allein fuͤr ganzes, sondern auch für getheiltes Orchester übernimmt.

'In Kaiserslautern wird am Dienstag den 20.
s. Mis. im Saale der Löwenburg ein Honigmarkt abgehalten. Es
wird daher, schreibt die „Pf. Pr.“, heuer jedem Bienenzüchter Ge—
legenheit, seinen Honig zu verwerthen, und dem Publikum, be—
sonders einschlägigen Geschäftstreibenden (Apothekern, Konditoren,
dechküchnern c.), ihren Vedarf zu decken, geboten. Gleichzeitig
wird der Pfälzer Bienenzuchtverein daselbst tagen.

4 Es dürfte für Manchen von Interesse sein, zu erfahren,
was ein Kind kosten kann, wenn die Geburt desselben nicht in der
gesetzlich vorgeschriebenen Frist bei dem Standesbeamten angezeigt
wird. Peter Trapp, Schneider in Pfortz, erstattete für
seinen am 15. Juli abhin geborenen Sohn Karl einen Monat
päter Anzeige; ob aus Gesetzesunkenntniß oder aus irgend welchem
Grunde wollen wir dahin gestellt sein lassen. Er wurde deßhalb
protokollirt und ihm hiefür eine Geldstrafe von 20 Mark, eventuell
6 Tag Haft, festgesetzt.

Speher. Das Kreisamtsblatt Nr. 61 enthält eine
Bekanntmachung der klg. Kreisregierung über die Anlage der Ge—
werbesteuer für die Jahre 1882/1883. Die Verhandlungen der
Gewerbsteuer⸗Ausschüsse sollen alsbald nach Schluß der Verhand—
lungen der Einkommen⸗und Capitalrentensteuer⸗Ausschüsse beginnen
und jedenfalls bis Ende December zu Ende geführt sein.

4 Der erste Hauptgewinn der Baden-Badener Lotterie, im
Betrage von 15000 Nark, fiel auf Nr. 66709 in die Kollekte
von Herrn F. de Fallois in St. Johann a. d. Saar.

4 Der feierliche Einzug des Bischofs Korum in Triert
findet nach der „K. Vztg.“ am 23., die Inthronisation am 25. d.
statt. Der Aufschub ist wohl durch den Tod der Mutter des Bischofs
beranlaßt. — Wie die „Trier. Ztg.“ erfährt, wird der Bischof
am 22. September in Coblenz dem Obervräsidenten der Rhein—

zrovinz und dem kommandierenden General des 8. Armeekorps
einen Besuch abstatten.

7 Das Ergebniß der letzten Volkszählung (1. December 1880)
n Preußen sieht jetzt, bis auf einige kleine Posten, fest. Preußen
jat darnach 27, 278,395 Einwohner. Die Stadt Berlin hat 1,122,440
finwohner.

Aus Anlaß der in nächster Zeit in Karlsruhe Statt
indenden Festlichkeiten wird auf den Pfälzischen Bahnen eine Fahr—
axermäßigung in der Weise gewährt, daß an den drei Hauptfest-
agen, als Sonntag den 18., Donnerstag den 22. und Sonntag
den 25. d. Mis. bei Stationen, welche im direkten Verkehre muͤ
darlsruhe stehen, einfache Fahrbillete nach Karlsruhe, versehen mit
dem Stationsstempel auf der Rückseite, ausgegeben werden, welche
zur Rückfahrt am gleichen oder an dem darauffolgenden Tage, also
m 19. 28. und 36. d. Mts. berechtigen. Diese Billete sind je—
voch auf der Großherzogl. Badischen Bahn von der Benützung der
Schnellzüge ganz ausgeschlossen; auf den Pfälzischen Strecken find
-chnellzugsbillete bezw. Ergänzungsbillete zu nehmen, soferne
S„chnellzüge benützt werden.

Dem Vernehmen nach sollen bei der bevorstehenden Forst⸗
»xxganisation in Bay ern 40 Reviere und 12 Forstämter aufge—
öst werden.

Das kgl. bayerische Staatsministerium der Justiz hat
durch Bekanntmachung vom 80. August 1881 nochmals darauf
singewiesen, daß die Gerichtsschreiber verpflichtet sind, Gesuche und
erklärungen der Parteien, namentlich Klagen, Gesuche um Erlassung
von Zahlungsa- und Vollstreckungsbefehlen c., für welche außer der
hnehin geschuldeten Staatsgebühr eine weitere Gebühr nicht erhoben
verden darf, zu Protokoll zu nehmen. — Den Gerichtsvollziehern
vurde gestattet, auf Verlangen der Parteien — falls dieselben
von der obigen Bestimmung der unentgeltlichen Klageaufnahme
einen Gebrauch machen wollen — gegen Vergütung Klagen, welche
um Amisgerichte gehören, abzufassen, sowie Zahlungs- und Voll—
treckungsbefehle zu erwirken. Für ein solches von ihnen gefertigtes
Aktenstück dürfen dieselben nicht mehr als 50 Pf. in Anrechnung
zringen; auch dürfen diese Mahnbriefe an die Schuldner richten,
edoch hierfür nicht mehr als 830 Pf. und die Portoauslagen ansetzen.

Ger Verbrauch an Marken bei der deutschen Reichspost.)
Welch' immensen Umfang das Verkehrsleben angenommen, legt
ꝛeine Notiz dar, derzufolge innerhalb eines Jahres an Postwerth⸗
eichen bei den Reichspostanstalten verbraucht wurden: gegen 3
Millionen Bogen (à 100 Stück) Freimarken zu 10 Pf. und 8
Millionen Bogen sonstige Freimarken (also zu 3, 5, 20, 25, 50 Pf.),
rund 5 Millionen gestempelte Briefumschläge à 11 Pf., rund 120
Millionen gestempelte Postkarten zu 5 Pf. und rund 15 Millionen
gestempelte Postanweisungen zu 20 Pf. Die Anfertigung dieser
Zostwerthzeichen erfolgt ausschließlich in der Reichsdruckerei; von
jort aus erfolgt die Zuweisung an die 40 Bezirks-Oberpostkassen,
velche letztere wieder den Einzelbedarf der Postämter decken.

— (Finziehung der goldenen Fünfmarkstücke.) Die Reichs—
hankanstalten sind dem Vernehmen nach neuerdings angewiesen
vorden, die bei ihnen eingehenden halben Kronen anzuhalten und
nicht von Neuem in Umlauf zu setzen.

F Geburtsanzeige. Wir lesen in der „Kreuzzeitung“: „Er—⸗
„ach (im Odenwalde), 9. Sept. Gestern Abend 892 Uhr ist
Ihre Durchlaucht die Gräfin Arthur zu Erbach-Erbach und von
Wartenberg⸗Roth ꝛc., geborene Prinzessin zu Bentheim-Tecklenburg,
von einem gesunden Grafen glücklich entbunden worden.“ Die
xltern müssen recht überrascht gewesen sein, daß sie weder einem
Jewöhnlichen Knaben, noch einem gewöhnlichen Mädchen, weder
zinem gesunden Herzog, noch einem gesunden Freiherrn, sondern
virklich einem ächten gesunden Grafen das Leben gaben.

FEin seltenes Raturspiel. Eine englische Dogge des Fleisch—
jauermeisters Faulhaber in Pötzleinsdorf bei Wien hat vor einigen
Tagen 20 Junge, darunter 18 Männchen, geworfen.

— Die schon in vor. N. gebrachte Nachricht von dem rogen
gergsturze, dee am Sonntag Abend sich bei dem schw yr
gergdorfe Elm (Canton Glarus) ereignete, hat weit über die
Zrenzen der Schweiz hinaus erschütternd gewirkt. Das Dorf iß
cheilweise verschüttet, 1860 Personen sind bei der entsetzlichen Kata—
scophe ums Leben gekommen und auch der noch unversehrte Theil
Jes Dorses ist durch die nachrutschenden Bergmaßen schwer bedroht
xlm liegt 980 M. über dem Meere und zählte vor der Katastropb⸗
000 Einwohner.

x Zahlreiche, außer Cours gesetzte schwei zerissche Zweit,
Fin-⸗ und Einhalb-Frankenstücke mit der sitzenden Helvetia aus
den Jahren 1860, 1851, 1860, 1861, 1862, 1868 sind auch
in Deutschland noch im Umlauf. Wir machen die Besitzer auf⸗
merksam darauf, daß diese Stücke bei allen schweizerischen Kassen
nur bis Ende dieses Jahres noch angenommen werden.

Vor einigen Tagen begab sich aus dem bulgarischen Dorf
TatärBunar ein Fischer Jeitlich Morgens an den nahen Do—
naustrand, um seiner gewöhnlichen Beschäftigung nachzugehen.
Pie aroß wat seine Ueberraschung. als er das Retz heraufzog und
        <pb n="571" />
        in demselben einen wohlgefüllten Sack erblickte. Alle seine Be—
mühungen, den Sack zu öffnen, waren jedoch umsonst. Er tastete
num an demselben herum und da fand er zu seinem Schrecken, daß
derselbe eine Leiche in sich barg. Schleunigst holte er die Orts—
behörde herbei, in deren Gegenwart dann der Sack geöffnet wurde.
Man fand darin die Leiche einer jungen Frau von seltener Schön⸗
heit, die in ein weißes, von blauen Blumen durchwirktes Seiden⸗
leid gehüllt war. Ihr blondes Haar, das in Loden auf den
Nacken herab fiel, war mit einem Diadem geschmuckt, dessen Per—
len durch ihre Reinheit und ihren Glanz auffielen. An den Hän—
den trug fie fünf mit Edelsteinen besetzte Ringe. Die Leiche wurde
einstweilen auf dem Friedhof von Tatar-Bunar zur Ruhe beigesetzt.

— Ueber die Bakterien des Mundes. Schon der berühmte
Anatom Leuvenhoeck hatte einst gesagt, daß jeder Mensch, selbst
wenn er sich täglich den Mund ausspielt, mehr lebende Wesen in
seiner Mundhöhle hätte, als die damals noch existierenden „Ver⸗
einigten Provinzen der Niederlande,“ und daß ein Körnchen Schleim
jom Zahnfleisch schon Tausende von Thierchen enthäli. Rappen
hat diese kleinen Wesen jetzt wieder zum Gegenstande seinet Uñler

—
Süddeutsche Presse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Msller.

Das genannte größte, reichhaltigste und angesehensie Blatt von München
wird durch die bevorstehende Eröffnung des neugewählten bayerischen Land⸗
tages in Berichterstattung wie in politischem Einfluß erhöhte Vedeutung
gewinnen. Seine gut bayerische, entschieden nationale und gemäßigt libe—
rale Haltung darf als bekannt vorausgesetzt werden In den flädtischen
Angelegenheiten vertritt dasselbe den Standpunlt des Ausgleichs und der
Versöhnung der Parteien behufs gemeinsamer Arbeit an dem Wohle der
Stadt Munchen. — Der lokale und provinzielle Theil der „Südd. Pr.“
ist der reichhaltigste irgend eines bayerischen Blaites.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Berichte des Theaters und der

Musik werden in dem Blatte von anerkannter Feder besprochen. Sporis⸗
berichte, wie namentlich die Nachrichten aus bayerischen Garnisonen haben
die „Süddeutsche Presse“ in den militärischen Kreisen weit verbreitet und
helfen derselben dort stets neue Freunde zuführen.
Die „Suddeutsche Presse“ bringt den offiziellen Kourszetitel der Mün—⸗
chener Börse unverkürzt zum Abdrucke. Ihr Handelstheil gibt dem Leser
einen sicheren Ueberblick über alle Beweaungen des Effekten- und Vrodukten⸗
handels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirksamkeit der uns
anvertrauten Inseraten in den kauffähigsten Sichten des Publikums.
Wucherinserate oder solche bedenllichen Charakters sind unbedingt ausge—
schlossen, so daß das Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbe—
denklich in die Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20
pro Zeile berechnet.

Die allgemein belletristische und wissenschaftliche Beilage

„Bayerische Literaturblätter“
enthält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bilder aus der baherischen
wie der deutschen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte September ab der durch fesselnde
Handlung und geistreiche Charakteristik ausgezeichnete deutsche Familienroman
„Die Grafen Eberstein“
von Theodor Küster.

Neu eintretende Abonnenten erhalten denselben gratis nachgeliefert. M
Der Abonnementspreis beträgt pro Quartal 8 Mark.

München, im September 1881.
—A
Fürstenfelderstraße 13.
Billig! * 97
PpF6htbWOIX.
Mit nach der Natur gemalten Abbildungen.
Statt Mk. 12, — für nur Mk. 3. —
Wir besitzen mehrere Exemplare nachstehenden Werkes, welche wir
für nur à Mk. 3. — abgeben:
Grohes illustrirtes
Irberbueh.
Ausführliche Beschreibung aller
Pflanzen und Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen, ihre Wirkung und Anwendung, ihren
Anbau, ihre Einsammlung und Aufbewahrung.
Nebst Anleitusig
zur Bereitung aller möglichen Arzneien, Kräutersäfte, Syrupe, Con⸗
serven, Latwergen, Essenzen, Wasser, Pulver, Oele, Salben, Pflaster.
Pillen, Pomaden, sowie vieler Geheim⸗ und Hausmittel.
Nach den neuesten Quellen bearbeitet.
— Mit colorirten Abbildungen —— —
1879. 80. 700 Seiten Ganz neu!!
In der Schweiz:
Scheitlin“s Sortiments⸗-Buchhandlung in St. Gallen.
In Deutschland:
5. Dorn's Antiquar in Neu⸗Ulm (Bauern).
Mei Finsondung des Mofrogeßs Wrankfa-⸗Ansendung

uchungen gemacht und gefunden, daß Weuvenhoeck's Behauptung
nicht übertrieben ist. Es finden sich im Munde zahlreiche Mikro—
ottus⸗Arten, so Bacterium termo, Bacillus tremulus, Bacillus
mubtilis, Leptothrix buccalis. Vibrio lineola, Spirochoete denti-
ꝛola, Cercomonas intestinalis. In gewissen Krankheiten zeigen
ich einzelne dieser Arten bedeutend vermehrt; wahrscheinlich spielen
ie unter den Ursachen mehrerer Krankheiten eine, wenn auch bis
etzt noch nicht genügend bekannte Rolle. — Nat. —

α
Marktberichte.

Zweibrücken, 18. September. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 12 M. 67 Pf., Korn 10 M. 2pf, Gersie zweireihige d) M. 90 Pf.,
ierreihige 8 M. — Pf., Spelz 8 M. 60 Pf. Spelzkern — M. — Pfpf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 95 Pf., Hafer 7 M. 69 Pf.,
rẽrbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Karioffeln 2 M. 10 Pf.,
deu 4 M 10 Pf., Stroh 8 M. 80 Pf., Weißbrod 1!/ Kilogr. 62 Pf.,
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf., Rindsleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter 2/3 Kilogr. 1M. — Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. *
Die
Vaverische Landeszeifung
und
Muͤnchener Börsenhalle mit Verloosungsblatt

sadet zum Abonnement pro IV. Quartal höfl. ein. Die Bayer. Landes⸗
eitung erscheint vom 1. Olt. ab in großem Format täglich — auch an
Fonns und Feiertagen — mit einer täglichen Beilage, enthaltend die
Kurse der Münchener, Augsburger, Wiener, Stuttgarter, Frankfurter und
Berliner Börse und mit einer wöchentlichen Verloosungsbeilage, enthalt.
alle europäischen Loobpapiere. —Reicher politischer und finanzieller Inhalt,
ausgedehnte Munchener Lokal berichterstattuug und Gerichtssaal,
interressantes Feuilleton und pikante Wochenchronik (, Was sich die
Frauenthürme erzählen“) haben der Bayerischen Landeszeitung in
verhältnißmäßig kurzer Zeit eine weite Verbeitung in Stadt und Land ver⸗
schafft. Trotz des überaus reichen Inhalts und fiebenmaligen Erscheinens
ist der Abonnemenis preis ein sehr niedriger, nämlich nur 2 M. 40Pf.
vierteljährlich ohne Postgebuhr. N Die auf 1. Okt. jetzt schon neu ein⸗
trelenden Abonnenten erhalten gegen Einsendung der Postquittung die bis 30.
September erscheinenden Nummer gratis und franco zugesandt. Am 19.
Zepiember begiunt im Feuilleton die Munchener Originalhumoreske: „Die
Feldherrenhalle“ von Maximilian Schmidt und im Vaufe des Quartals
dird ein großer Roman aus der heutigen Münchener Gesellschaft
bon einem hervorragenden bayerischen Schriststeller zum Abdruck gelangen,
welcher das allgemeinste Interesse in hohem Grade in Anspruch nehmen dürfte.
Bei Chr. Schömperlen in Lahr ist erschienen und bei den Buch⸗
händlern, Buchbindern und sonstigen Kalender-Verkäufern zu haben:
Der Vetter vom Rhein
Kalender für 1882,5 4. Jahrgang.
Preis 30 Pf.
Der Kalender enthält in großer Auswahl Unterhaltendes und
Belehrendes und ist mit vielen schoͤnen Bildern geschmückt.
Aus dem reichen Inhalt fuhren wir an: Der Weg zum Wohlstand. —
Der Todtenbaum. — Links und Rechts. — Gardinenpredigt. — Eine Duell⸗
Geschichte — Aus Wald und Feld. — Glück im Alter. — Aus meinen
sriegsjahren. — Gold⸗ und Saitenklang. ·- Weltbegebenheiten u. s. w. —
snter den vielen Bildern zeichnen sich besonders aus: Der Kölner Dom,
Kronprinz von Schweden uund Prinzesfin Viktoria von Baden, General Sutter,
Zonradin Kreußker und Vräsident Garfield
Viole hupdert Mark jabrlich
arsparen grössere Haushaltungen, Hotels, Café's, Specẽereiwaarenhündler u. a.
indem dieselben ihren Bedarf an Kaffee &amp; Thee direct von unseren Lager-
usern zu Rotterdam in der Original-Verpackung zu unseren folgenden
Nros-Preisen bezichen.

10 Pfund Afrie. Perl Mocca 250

bester Maracaibo 3.75

Io Guatemala 9.25

vorzũgl. Perl Santos 10. —

feinster Plant. Ceyxlon 10. 75

hochfeinster Java 98. —

echt arabischer Mocca 123. ⸗

vorzügl. Congo Thee 50

feiner JSouchong Thee 8. -

feinster Imperial Thee 9. 50

hochfeinster Mandarin Pecco Thee 12.-

4. , boasteé Qual. rein entöltes Cacaopulver, 9. -

Beste holl. Bauernbutter, 25 Pfd. Rübel 22.-
Auftrâge von 20 Marx und darüber werden franco und zollfrei nach
zanz Deutschland versandt. (Deutsche Besnknoten und Briefmarken in
ahlung genommen.) Alle unsere Produete sind an Ort und Stelle von
mseren esgenen Factoreien ausgewahlt und wird fũr vollständigste Reinheit
ind richtigstes Gewieht die gewissenhafteste Garantie geleistet.
Es ist ser Bestreben unsere Kunden in jeder Hinsieht völlig zufrie-
lenzustellen und bitten wir sien dureh einen Probeauftrag zu ũberzeugen

BERNHARDT WIIPRECHT G Cie.
Rotterdam. Wiinstraat OV8 &amp; 100.
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für Schullehrer und übrigẽe älemeindebedienstete 10 Stück
zu 15 Pfennia bei M. IM.
        <pb n="572" />
        Bekanntmachung.
Wegen der Saatzeit sind
die Feldtauben eingeschlossen
zu halten und zwar vom 16.
September mit 20. Okto⸗
ber nächsthin.

St. Ingbert, 15. Sept. 1881.
Das Polizei⸗Commissariat
Eckerlein.

Mgo.
Diejenigen Herren und
men, welche in den halben
Tanzeurs A
eintreten, wollen am nächsten
Montag Abend, 8 Uhr, im
Oberhauser'schen Saale sich
einfinden.
Achtungsvoll
Kentel. Tanzlehrer.
F
Dr. Zwiche, Augenarzt,
Saarbrücken, Vorstadtstr. 29.2009
Syrechst. V. — 12, N. 2-3.
—Ann's
nnd

1. gegen Magenleiden, Magen—
chwäche, Magenkrampf, Magenver⸗
scchleimiung, Kolik, Tiarhöe, Verstopf⸗
ung, Schwindel, Kopfschmerz, ꝛc.,
2gegen Husten, Catarrh, Catar⸗
chalfieber, Brustverschleimung ꝛc. 8.
gegen Gicht, Rheumatismus, Stei⸗
agteit der Gelenke ꝛc; altbewährte
ausendfach erprobte Hausmittel, (die
in keiner Familie fehlen sollten,)
von denen man viele mit ge⸗
ringen Kosten selbst bereiten
daun, theile ich Allen, welche eine
Freimarke zur Rückantwort einsenden,
fkostenfrei mit.

B. Becker, Seesen-Braunschweig

C

Wir beehren uns hiermit die höfliche Anzeige zu
machen, daß wir durch die in diesem Sommer neu ein⸗
gerichtete Fabrik für

Damen-Konfektion —
unseres Bruders in Berlin, Kronenstraße 34, in der
Lage sind, diesen Artikel unseren geehrten Kunden in
fehr reichhaltiger Auswahl, zu außergewöhnlich billigen
Preisen und siets nur in neuester und elegantester Aus⸗
ung anzubieten.

Die erste Sendung der neuen
Regenmäntel fuͤr Damen und Kinder
ist eingetroffen und zur gefaͤlligen Ansicht der geehrten
Damen ausgestellt.

Hauptstraße 291 &amp; 292

F. LRVN Süöhne im SuUISDACII.

3B000000 o ooooc*

*

kar Familien und Lesecirkel. Bibliotheken, Hotels, Cafos und Restaurationen.
Anstrpirt

eifung

Probe⸗Nummern gratis und franco.
Abonnemenis⸗Preis vierteljahrlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig. J—
—— — — — ——
FFAc 8MAaI.
GeschäftsAebernahme.
Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mein Geschäft wieder

selbst übernommen habe und dasselbe in der früheren Weise weiter
führen werde. J
Indem ich mich in meinen Artikeln bestens empfohlen halte,
werde ich bestrebt sein, das mir geschenkte Vertrauen sowohl durch
gute als billige Bedienung zu rechtfertigen.

St. Inabert, 15. September 1881.

Nhilipp Klinck.

Unter den großen, in doppelter Ausgabe täglich erscheinenden Zei⸗
tungen der Reichshauptstadt ist
94
„Die Tribüne
die einzige, welche
auch Montags
in ungeschmälertem Umfange in die Hand, ihrer Leser gelangt. Wie
die lehleren somit vor jeder Unterbrechung im Empfange ihrer
Zeituüug bewahrt bleiben, so erfreuen sie sich andererseits einer *
benso gediegenen und ausgewählten, wie anregend unterhalten⸗
den reihhalugen Lektüre, — Vorzüge, durch welche „Die Tribüne“
schnell die Achiung in der gebildelen Lesewelt gefunden und eine Zierde
für den Familiemisch geworden ist. Schnellste Berichterstattung, zuver⸗
lassige Informationen aus den besten Quellen, populaͤre Orientirung
durch fachmännische und gehaltvolle Artikel über die schwebenden
Tagesfragen, Correspondenzen und telegraphische Meldungen in weite⸗
stem Umfange, fesselnde Romane und Erzählungen der beliebte⸗
sten Autoren, anziehende Feuilletons ernster und launiger Natur,
Froße Berliner Lokalzeitung, mit einer Chronik des buntesten 2
Allerlei, Gerichtsverhandlungen, zahlreiche Familien⸗Nachrichten u. s. w.
u s. w. Den geschäststreibenden Kreisen, wie dem an der geschäftlichen F
Bewegung interesfirten Privat⸗Publikum ist insdem ausführlichen Handels⸗
theil der Tribüne“ eine Quelle zuverlässiger und reichhaltiger In⸗
formationen über alle Zweige des Boͤrsen⸗ und Handelsverkehrs, ein⸗ *
chließlich des Waarenmarkts, eröffaet, die Landwirthschaft findet
n regelmäßigen Fachberichten und Abhandlungen einen sachkundigen
heraiher. „Die Tribüue“ erscheint in großem Format 13 Mal
in der vioehe, nämlich an jedem Wochentage, auch um
Montage zweimal und Sonntags in einem doppelten Morgenblait.
Der Abonnémentspreis ist un verfticittniss mcssij ni
driger als bei den anderen grossen Zeitungen., Die Tri⸗
ntalten ves deutschen Reiches?
bierteljhrlich fir ιιν Marke TI seinichlieklich
der Posiprovision) zu beziehen.

Den neun hinzutretenden Abonnenten wird ‚Die Tribüne“
chon vom Tage der Bestellung ab gratis zur Verfügung gestellt, jofern
eselben einen solchen Wunsch der Expedition zu erkennen
geben. Lehlere wird den auswäͤrtigen Abonnenten alsdann his zum
Dülober von welchem Tage ab die Postanstalten erst zur Lieferung
berpflichtet sind, ‚ Die Tribüne“ täglich zweimal franko per Kreuzband
üͤbersenden.

Krieger,

Terein.

Sonntag, den 18. Septbr., Abends K Unr in
Oberhaufer's Ec
—
liftungsse
otitqlieder mit Familie hierwmi eingelad

WOruil.

l.

—

Unsere nächste Hiehung
zu Gunsten der durch Brand —8* curt Brückenau.
Hauptgewinn 50.660 MKk. baar Geld
5200 Geldgewͤnne ud ohne Steuerabzug.
Die General⸗Agentur A. &amp; B. Shuun in Iart
Loose à 2 Mark bei: ans *

Weirich, Frieseur in St. Inabert.

vSßαJιιι ιι Hontags 2Mal.
Druck und Berlag von F. x. Deme ß in St. Ingbert.
— Sierin fün uere Bonn Abunenten Illnstrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 28. —
        <pb n="573" />
        — b 2
e — — —
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Äbonnementspreis betragt vierteljahrlich
A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A G60 , einschließlich 40 ⸗ Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswart⸗
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
—R

Sonntag, den 18. September

u.
1881.

Deutsches Reich.

Gerüchtweise wird aus Berlin gemeldet, dem nächsten
Reichstage werde eine Preßgesetznovelle vorgelegt werden, wozu die
Anregung von konservativer Seite ausgegangen sei. Allerdings
jordern die Konservativen eine Revision des Preßgesetzes, das ihnen
zu freisinnig ist; fie verlangen einen besseren Rechtsschutz gegen
Verleumdung durch die Presse und einen Schutz unserer geschicht⸗
lichen und religiosen Heiligthümer. Die Wort⸗ klingen recht schön,
vie sie immer klingen, wenn die Freiheit der Presse beschränkt
werden soll. Man kann sich nicht wundern, daß die Reaction,
von der wir bedroht sind, auch in dieser Gestalt auftritt. Indessen
scheint diese Preßgesetznovelle wenig Aussicht zu haben, denn außer
den Liberalen wird auch das Centrum sich schwerlich zu einer Be⸗
chränkung der Preßfreiheit hergeben.

Das Einvernehmen zwischen der Curie und der preußischen
Regierung scheint hergestellt zu sein. Eine endgiltige Verstän⸗
digung über den modus vivendi wird in kürzester Zen erwartet;
obald sie erreicht ist, wird der Papst das Cardinalscollegium zu
einem Consistorium berufen, um die neuen Würdenträger für die
erledigten preußischen Bischofssitze zu verkünden. Die Wahl derselben
oll im Einverständniß mit der preußischen Regierung erfolgen.

Im Reichsamt des Innern ist man mu der Ausarbeitung
ꝛiner Gesetzesvorlage betreffend die Regelung des Auswander
ungswesens beschäftigt. Es wird sich wohl hauptfächlich um
Sicherheitsmaßregeln gegen das Verfahren gewisser Auswanderungs⸗
Agenten und Commissionäre handeln.

Es liegt in der Absicht der Militärverwaltung, betreffs der
ttilleristischen Waffen demnächst einige neue Formationen vorzu⸗
— einzelnen Cadres
jeziehen und eine Vermehruͤng der Stärke der Artiherie nicht be⸗
wecken.

Es gilt als feststehend, daß die Danziger Entrevue
auch zu einer erneuten Besprechung von Maßnahmen gegen die
Internationale geführt hat, welche zunächst in Deutschland und
Desterreiche Ungarn in Erscheinung treten dürften. Ueber die Ein—
zelheiten der Verabredung ist nichts Verlässiges bekannt.

Straßburg, 15. Sept. Durch Verfügung des Statt⸗
hjalters aus Gastein ist heute die „Presse von Elsaß Lothringen“,
Organ der Postpartei unterdrückt worden.

Ausland.

»Die militärische Situation der Franzosen in Nord⸗
Afrtka hat sich in den letzten Wochen nur wenig geäünderh, fie
st also noch immer eine bedenkliche. Das französische Cabinei hat
aun allerdings beschlossen, vom October an die militärischen Ope—
cationen sowohl in Algerien als in Tuñesien mit größter Energie
und hinreichenden Kräften zu betreiben, aber bis dahin können den
Franzosen noch manche unangenehme Ueberraschungen von den auf⸗
ständischen Arabern bereitet werden. Unterdessen dauern die Trup⸗
densendungen nach Afrika fort; am Mittwoch wurden in Toulon
abermals zwei Bataillon Infanterie und zwei Batterien nach Tunis
eingeschifft. Im Touloner Arsenale herrscht große Thätigkeit mit
RFücksicht auf die großen, nahe bevorstehenden Truppentransporte.
das französische Geschwader im Golfe von San Juan erhielt
Ordre, fich bereit zu halten, um auf das erste Signal auszulaufen.

* Der Entschluß der inlernationalen socialistischen Partei,
ihren großen Congreß am 28. October in Bern abzuhalten, soll
die Bewohner der politischen Hauptstadt der Schweiz gerade nicht
ungenehm überrascht haben. Dem Vernehmen hai auch bereits eine
Anzahl Berner Buͤrger einen Protest hiergegen beim Bundesrathe
eingereicht; auf die Stellungnahme des Bundesrathes in dieser An—
jelegenheit darf man jedenfalls gespannt sein.

tand des Obsthaubereines für den Bliesgau, von dem die Anre—
zung zur Ausstellung ausging, und Hrn. Kaufmann Orth von
eẽnsheim waren gerade im Saale mit dem Ordnen der verschiede⸗
nen Obstsorten beschäftigt. Der Saal ist sehr hübsch mit den
zildnissen des Königs von Bayern und des deutschen Kaisers,
nit bayerischen und deutschen Fahnen, Kränzen und Guirlanden
Jeschmückt. Auf Tischen, welche entlang den beiden Langseiten uud
er einen Breitseite des Saales stehen, lagen beits übersichtlich ge⸗
xdnet Hunderte von Obstsorten, immer 8 Exemplare einer jeden
Zorte auf einem Blatte Papier, das den Namen der ausgestellten
Frucht und den des Ausstellers trägt. Auf Schildchen sind die
inzelnen Gemeinden namhaft gemacht, die sich an der Ausstellung
etheiligen: Hecken dalheim, Wolfersheim,
khlingen, Erfweiler, Ensheim, Ommers;
hdeim und Ormesheim. Trotzdem im Arrangement noch
nanche Lücke sich zeigte, die aber im Laufe des Nachmittags und
jeute noch ausgefüllt werden sollte, so waren wir doch überrascht
ind erstaunt über den Reichthum und die Fülle der Obstsorten,
die sich da dem Auge präsentirten. Wir gewahrten da Aepfel und
Hirnen bis zu den feinsten Sorten und in ganz ungewöhnlichem
Umfange. Unseren Lesern können wir den Besuch der Ausstellung
aiur warm ans Herz legen. Den Obstbaumzüchter wird dieselbe zu
jseuem Eifer anregen; andere aber wird dieselbe überzeugen, daß
s, um den Hausbedarf an gutem und schmackhaftem Obste zu
)ecen, nicht nöthig ist, in der Ferne zu kaufen. Und so wünschen
vir denn dem Obstbauvereine für den Bliesgau in seinem ge⸗
meinnützigen Streben den besten Erfolg!

*Sit. Ingbert, 17. Sepi. Heute Mittag kurz nach 1
dhr ertönte abermals (schon zum zweiten Male in dieser Woche)
Feuerlärm. Es brannte bei Schmelzarbeiter Baruthio auf der
Haid. Die Feuerwehr war sofori zur Stelle. Doch wurden die
Futtervorräthe auf dem Speicher, ein Theil der Decke und der
Dachstuhl zerstört. Die Mobiliin wurden gerettet. Baruthio hat
aicht versichert.

7 Die pfälzischen Bahnen vereinnahmten im Monat
August 1881 1,176, 415 Mt. 59 Pf., gegen den gleichen Monat
1880 eine Mehr⸗Einnahme von 47,321 Mtk. 84 Pf. und in den
3 Monaten 1881 8,148,799 Mi. 75 Pf., gegen den gleichen
Zeitraum 1880 eine Weniger⸗Einnahme von 378.453 Mi. 94 Pf.

FZweibrücken, 16. Sept. Heute früh 83 Uhr ist das
18. Inf.⸗Regiment, von den Manövern aus Unierfranken kommend,
vohin dafselbe am 17. August abmarschirt war, per Extrazug wieder
in seine hiesige Garnison eingerückt. (Zw. Zig.)

FIn Bruchmühlbach ist nach der pPf. Pr.“ unter
den Kindern die Halsbräune so stark ausgebrochen, daß die Schule
zeschlossen werden mußte. Es sterben so viele Kinder. daß die
Sterbeglocke nicht mehr geläutet wird.

Das Ministerium hat der von dem katholischen Kirchenbau⸗
Verein Kaiserslautern beantragten Lotterie zum Bau der
aeuen Kirche die Genehmigung ertheilt.

F.Der Mörder des in Weisenheim a. S. ermordeten
Jacob Löb ist noch nicht entdeckt. Die Kinder desselben haben
die Summe von 500 M., welche sie seiner Zeit als Belohnung
für die Ermittelung und Ergreifuig des Mörders ausgesetzt hanemn,
neuerlich auf 1000 M. erhoͤht.

. Am Donnerstag Mittag verunglückten in einer Sandgrube
zinter dem Rothen hofe bei Saarbrücken ein 15jähriger. Jüng
ing und ein 20jähriges Mädchen. Beide Personen wurden von
Sand⸗ und Steinmassen überschüttet und konnien nur als Leichen
zus Schutt und Trümmern herausgegraben werden. — Glücklicher
var an demselben Tage ein Arbeiter, der von einem Gerüste drei
Stockwerk hoch herabstürzte und mit einigen leichten Kontusionen
davon kam.

F Aus Hentudky Ger. St.) wird ein schwerer Eisenbahn⸗
infall gemeldet? Ein Zug entgleiste, während er über eine Bruͤde
uhr, durch Zusammenstoß mit einer Kuh. Die Brücke gab nach,
ind der Zug stürzte eine Entfernung von 80 Fuß hinab. 7 Rei⸗—
ende wurden getödtet und viele verwundet.

Fnr die Redaltion verr —

Vernꝛischtes.
x*St. Ingbert, 17. Aug. Gestern hatten wir Ge—
egenheii, in Ens heim von den Vorbereitungen, welche daselbst
zu der in diesem Blatte schon angezeigten Obstausstellung gemacht
verden, Einsicht zu nehmen. Die Ausstellung findet bekanntlich
im Fries' schen Saale statt und wird morgen, Sonntag, eröff⸗
aget werden. Herr Pfarrer Rükter von Erfweiler dar Vor,
        <pb n="574" />
        „Berliner Tageblatt“
mit seinen 3 werthvollen Beiblättern:

st in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und Gediegenheit seines Inhalts
die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands
jeworden, indem es sich seit einer Reihe von Jahren einen festen Stamm
70 Tausend Abonnenten dauern erhalten hat. Die Vorzuge des „Berliner
dageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem: Täglich zweimaliges Erscheinen als
bend- und Morgenblait, woduͤrch das „B. T.“ in der Lage ist, alle Nachrichten stets
SStunden früher als jede nur an Mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen.
daͤnzlich unabhängige, freisinnige, politische Haltung. Spezial⸗Korrespondenten an allen
vichtigen Plätzen und daher rascheste und zuverlässige Nachrichten; bei bedeutenden Er⸗
ignissen umfassende Spezial⸗Telegramme. Ein Agenes patlamentarisches Bureau
icfert dem B. T.“ schnelle und zuverlässige Berichte. Umfassende Handelszeitung und
Tourszettel der Berliner Börse. Vollständige Ziehungslisten der preußischen und Sächsi⸗
chen Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Ausgedehnte Anwendung
des Telegraphendrahts und deßhalb frühzeitigste Meldung aller wichtigen Ereignisse.
Reichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗Neuigkeiten aus der Reichshaupistadt und den Pro⸗
— —— Feuilleton unter Muarbeiterschaft der ersten Schrifsteller.
Im Roman⸗Feuilleton des VY Quartals erscheint u. A.“

„Der Neue Ahasver“, Roman von Frita Haufhmner.

Dieser erste größere Roman des bekannten Verfaffers von: „Nach berühmten
Mustern“ ist dem bewegten Treiben unserer Tage entnommen und schildert mit
——— und dichterischer Kraft mancherlei wunde Stellen unserer heutigen Ber—
iner Gesellschaft.

Ermuntert durch die bereits erreichten großen Er
olge ist das „Berliner Tageblatt! bestrebt,

einen Inhalt stets zu erweitern und zu vervollkom⸗

nen, um seinen Lesern die thunlichst beste Zeitungs
efiüre zu bieten ungeachtet des enorm billigen

Abonnementspreises für das Vierteljahr für alle 4

Blätter zusammen, von nur

illustrirtes Witzblatt:
UV LX“

99 8 .1
oelletristisches Sonntagsblatt:
„Deutsche, Leseh,alle“
und Mittheilungen uͤber J
Landwirthschaft, Gartenbau
F Hauswirthschaft“
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Schnappbach, 17. Sept. 1881
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her St · Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bed⸗

iage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis beträgt vierieljahrlich

1 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarit
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
A

Sonntag, den 18. September
1881.

Deutsches Reich.

Gerüchtweise wird aus Berlin gemeldet, dem nächsten
steichstage werde eine Preßgesetznovelle vorgelegt werden, wozu die
iaregung von konservativer Seite ausgegangen sei. Allerdings
Adein die Konservativen eine Revision des Preßgesetzes, das ihnen
u freisinnig ist; sie verlangen einen besseren Rechtsschutz gegen
herleumdung durch die Presse und einen Schutz unserer geschicht⸗
schen und religidsen Heiligthümer. Die Worte klingen recht schön,
die sie immer klingen, wenn die Freiheit der Presse beschränkt
derden soll. Man kann sich nicht wundern, daß die Reaction,
son der wir bedroht sind, auch in dieser Gestalt auftritt. Indessen
cheint diese Preßgesetznovelle wenig Aussicht zu haben, denn außer
a Liberalen wird auch das Centrum sich schwerlich zu einer Be—
chraͤnkung der Preßfreiheit hergeben.

Das Einvernehmen zwischen der Curie und der preußischen
Regierung scheint hergestellt zu sein. Eine endgiltige Verstän—
igung über den modus vivendi wird in kürzester Zeit erwartet;
odald sie exreicht ist, wird der Papst das Cardinalscollegium zu
nem Consistorium berufen, um die neuen Würdenträger für die
rledigten preußischen Bischofssitze zu verkünden. Die Wahl derselben
oll im Einverständniß mit der preußischen Regierung erfolgen.

Im Reichsamt des Innern ist man mil der Ausarbeitung
iner Gesetzesvorlage betreffend die Regelung des Auswander⸗
ungswesens beschäftigt. Es wird sich wohl hauptsächlich um
Zicherheitsmaßregeln gegen das Verfahren gewisser Auswanderungs⸗
Agenten und Commissionäre handeln.

Es liegt in der Absicht der Militärverwaltung, betreffs der
irtilleristischen Waffen demnächst einige neue Formationen vorzu⸗
jehmen, dieselben sollen sich jedoch nur auf die einzelnen Cadres
eziehen und eine Vermehrung der Stärke der Artillerie nicht be—
wecken.

Es gilt als feststehend, daß die Danziger Entrevue
nuch zu einer erneuten Besprechung von Maßnahmen gegen die
znlernationale geführt hat, welche zunächst in Deutschland und
Desterreich⸗ Ungarn in Erscheinung treten dürften. Ueber die Ein—
elheiten der Verabredung ist nichts Verlässiges bekannt.

Straßburg, 15. Sept. Durch Verfügung des Statt⸗
jalters aus Gastein ist heute die „Presse von Elsaß⸗Lothringen“,
Irgan der Postpartei unterdrückt worden.

Ausland.

* Die militärische Situation der Frauzosen in Nord⸗
Afrika hat sich in den letzten Wochen nur wenig geändert, sie
st'also noch immer eine bedenkliche. Das französische Cabinet hat
sun allerdiugs beschlossen, vom October an die militärischen Ope⸗
cationen sowohl in Algerien als in Tunesien mit groößter Energie
ind hinreichenden Kräften zu betreiben, aber bis dahin können den
Franzosen noch manche unangenehme Ueberraschungen von den auf⸗
tfaͤndischen Arabern bereitet werden. Unterdessen dauern die Trup⸗
densendungen nach Afrika fort; am Mittwoch wurden in Toulon
ibermals zwei Bataillon Infanterie und zwei Batterien nach Tunis
ingeschifft. Im Touloner Arsenale herrscht große Thätigkeit mit
Rücksicht auf die großen, nahe bevorstehenden Truppentransporte.
das französische Geschwader im Golfe von San Juan erhielt
Ordre, sich bereit zu halten, um auf, das erste Signal auszulaufen.

*Der Entschluß der internationalen socialistischen Partei,
hren großen Congreß am 28. October in Bern abzuhalten, soll
die Bewohner. der politischen Hauptstadt der Schweiz gerade nicht
ingenehm überrascht haben. Dem Vernehmen hat auch bereits eine
Anzahl Berner Buͤrger einen Protest hiergegen beim Bundesrathe
ingereicht; auf die Stellungnahme des Bundesrathes in dieser An—
gelegenheii darf man jedenfalls gespannt sein.

dand des Obstbauvereines für den Bliesgau, von dem die Anre⸗
jung zur Ausstellung ausging, und Hrn. Kaufmann Orth von
Ensheim waren gerade im Saale mit dem Ordnen der verschiede—
gen Obstsorten beschäftigt. Der Saal ist sehr hübsch mit den
Bildnissen des Koͤnigs von Bahyern und des deutschen Kaisers,
nit baherischen und deutschen Fahnen, Kränzen und Guirlanden
eschmückt. Auf Tischen, welche entlang den beiden Langseiten uud
Her einen Breitseite des Saales stehen, lagen beits übersichtlich ge—
dnet Hunderte von Obstsorten, immer 3 Exemplare einer jeden
Zorte auf einem Blatte Papier, das den Namen der ausgestellten
grucht und den des Ausstellers trägt. Auf Schildchen sind die
inzelnen Gemeinden namhaft gemacht, die sich an der Ausstellung
etheiligen: Heckendalheim, Wolfersheim,
khlingen, Erfweiler, Ensheim, Ommers—
deim uͤnd Ormesheim. Trotzdem im Arrangement noch
nanche Lücke sich zeigte, die aber im Laufe des Nachmittags und
eute noch ausgefüllt werden sollte, so waren wir doch überrascht
ind erstaunt über den Reichthum und die Fülle der Obstsorten,
ie sich da dem Auge präsentirten. Wir gewahrten da Aepfel und
zirnen bis zu den feinsten Sorten und in ganz ungewöhnlichem
imfange. UÜnseren Lesern können wir den Besuch der Ausstellung
nur warm ans Herz legen. Den Obstbaumzüchter wird dieselbe zu
ieuem Eifer anregen; andere aber wird dieselbe überzeugen, daß
3 um den Hausbedarf an gutem und schmachhaftem Obste zu
Fecken, nicht noͤthig ist, in der Ferne zu kaufen. Und so wünschen
dit denn dem Oöͤstbauvereine für den Bliesgau in seinem ge—
neinnützigen Streben den besten Erfolg!

*»St. Ingbert, 17. Sept. Heute Mittag kurz nach 1
Ahr ertönte abermals (schon zum zweiten Male in dieser Woche)
Fzeuerlärm. Es brannte bei Schmelzarbeiter Baruthio auf der
haid. Die Feuerwehr war sofori zur Stelle. Doch wurden die
Futtervorräͤthe auf dem Speicher, ein Theil der Decke und der
dachstuhl zerstört. Die Mobiliin wurden gerettet. Baruthio hat
uicht versichert.

Ddie pfälzischen Bahnen vereinnahmten im Monat
Iugust 1881 1,176, 415 Mk. 59 Pf. gegen den gleichen Monat
880 eine Mehr⸗Einnahme von 45,821 Mk. 84 Pf. und in den
Monaten 1881 8,148,799 778 Pf., gegen den gleichen
Zeitraum 1880 eine Weniger⸗Ei hige von 378,45853 Mt. 94 Pf.

3weibrücken, 186. Se ene früh 5 Uhr ist das
8. InfRegiment, von den Mandvernkus Unterfranken kommend,
vohin dasselde am 17. August abmarschirt war, per Extrazug wieder
n seine hiesige Garnison eingerückt. (Zw. Ztg.) *

In Bruchmuͤhlbach ist nach der „Pf. Pr.“ unter
en Kindern die Hälsbräune so stark ausgebrochen, daß die Schule
eschlossen werden mußte. Es Ferhen so viele Kinder, daß die
Sterbeglocke nicht mehr geläutet wird.

Das Ministerium hat der von dem katholischen Kirchenbau⸗
gerein Kaiserslautern beantragten Lotterie zum Bau der
jeuen Kirche die Genehmigung ertheilt.

Der Mörder des in Weisenheim a. S. ermordeten
zacob Löb ist noch nicht entdedt. Die Kinder desselben haben
e Summe von 5800 M., welche sie seiner Zeit als Belohnung
Ir die Ermittelung und Ergreifung des Mörders ausgesetzt hatten,
ieuerlich auf 1000 M. erhöht.

Am Donnerstag Mittag verunglückten in einer Sandgrube
hinter dem Rothen hofe bei Saarbrücken ein 15jähriger. Jüng-
ing und ein 20jähriges Mädchen. Beide Personen wurden von
Sand- und Steinmassen überschüttet und konnten nur als Leichen
uus Schutt und Trümmern herausgegraben werden. — Glücklicher
var an demselben Tage ein Arbeiler, der von einem Gerüste drei
Stockwerk hoch herabstuͤrzte und mit einigen leichten Kontusionen
davon kam.

p'Aus Kentucky Ger. St.) wird ein schwerer Eisenbahn⸗
infall gemeldet. Ein Zug entgleiste, während er über eine Brücke
uhr, durch Zusammenstoß mit einer Kuh. Die Brücke gab nach,
ind der Zug stürzte eine Entfernung von 30 Fuß hinab. 7 Rei—
nde wurden getödtet und viele verwundet.

— For pie Redaktion veraniworstich: F. X. Demer

Vermischtes.

„*.St. Ingbert, 17. Aug. Gestern hatten wir Ge—
egenheit, in Ensheim von den Vorbereitungen, welche daselbst
uu der in diesem Blatte schon angezeigten Obstausstellung gemacht
verden, Einsicht zu nehmen. Die Ausstellung findet bekanntlich
im Frise s' schen Saale statt und wird mor gen, Sonntag, eröff⸗
et Werden. Herr Pfarrer Rütter von Erfweiler, der Vor—
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        „Berliner Tageblatt“
mit seinen 3 werthvollen Beiblättern:

ist in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und Gedie *it seines Inhalis
die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands
zeworden, indem es sich seit einer Reihe von Jahren einen festen Stamm
von ca. 70 Tausend Abonnenten dauerns erhalten hat. Die Vorzüge des „Verline
Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem: „Täglich zweimaliges Erscheinen al—
Abend⸗ und Morgenblatt, wodurch das ‚„B. T.“ in der Lage ist, alle Nachrichten stets
12 Stunden früher als jede nur ein Mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen,
Hänzlich unabhängige, freisinnige, politische Haltung. Spesial⸗Korrespondenten an allen
vichtigen Plätzen und daher rascheste und zuverlässige Nachrichten; bei bedeutenden Er—
eignissen umfassende Spezial⸗-Telegramme. Ein eigenes parlamentarisches Bureau
liefert dem „B. T.“ schnelle und zuverlässige Berichte. Umfassende Handelszeitung und
Courszettel der Berliner Börse. Vollständige Ziehungslisten der preußischen und Sächsi⸗
schen Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Ausgedehnte Anwendung
des Telegraphendrahts und deßhalb frühzeitigste Meldung aller wichtigen Ereigniße
Reichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗Neuigkeiten aus der Reichshauptstadt und den Pro—
dinzen. Sorgfältig gepflegtes Feuilleton unter Mitarbeiterschaft der ersten Schrifsteller
Im Roman⸗Feuilleton des IV. Quartals erscheint u. A.:
„Der Neue Ahasver““, Roman von Fritæz Mauthner.

Dieser erste größere Roman des bekannten Verfaffers von: „Nach berühmten
Mustern“ ist dem bewegten Treiben unserer Tage entnommen und schildert mu
scharfer Satyre und dichterischer Kraft mancherlei wunde Stellen unserer heutigen Ber
iiner Gesellschaft.

Ermuntert durch die bereits erreichten großen Er
folge ist das Berliner Tageblatt? bestrebt,
einen Inhalt stets zu erweitern und zu vervollkom⸗
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Die den Erben der

zu Schnappbach

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Schnappbach, 17. Sept⸗

Die Erben der Wb.

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Dienstag, den 20. September —1881.

Deutsches Reich.

Das bayerische Ministerium des Innern erläßt eine Be—
kanntmachung, wonach der Tag, an welchem die Auslegung der
Wählerlisten für die Reichstagswahlen zu beginnen hat, auf den
27. Sept. lJ. JIs. festgesetzt ist.

* Die Reichsregierung scheint der Colonisationsfrage
wieder näher treten zu wollen, wenigstens könnte man einen auf
unsere Colonialpolitik bezüglichen Passus in dem freikonservativen
Wahlaufruf als ein Zeichen hierfür auffassen. Schon gleich nach
Verwerfung der Samoa-Vorlage sprach man sich in der damal—
herrschenden sehr gereizten Stimmung in Regierungskreisen sehr
unumwunden dahin aus, daß man sich bei dem ablehnenden Reichs⸗
agsvotum nicht bescheiden, sondern in einer oder der andern
Form auf die in weiten Kreisen des Volkes populäre Sache zu⸗
rückkommen werde. Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß ein
Colonisationsplan irgendwie bereits greifbare Form angenommen
hat, so steht doch fest, daß diese Frage in der bevorstehenden Reichs⸗
lags-Session discutirt und hierdurch der Regierung Gelegenheit
gegeben wird, ihren Standpunkt in dieser Angelegenheit darzulegen.

Karlsruhe, 18. Sept. Der Kaiser, von dem Flonen-
manöver aus Kiel kommend, der Kronprinz und Prinz Wilhelm
sind um 11 Uhr mittelst Extrazuges hier eingetroffen, empfangen
von den Mitgliedern der großherzoglichen Familie und den fremden
Fürstlichkeiten. Die Kronprinzessin ist in Darmstadt bei der groß⸗
herzoglich hessischen Familie zurückgeblieben. Der Kaiser veränderte
ganz plötzlich die Reisedisposition, er blieb hier, anstatt nach Baden
weiter zu fahren und fuhr unter dem Jubel der Bevölkerung in
offener Equipage in das Schloß. Die Kaiserin trifft zu aller
Freude bereits heute Nachmittag von Baden hier ein. Gan; Karls—
ruhe ist auf den Beinen.

Ausland.

* Die irische Landliga it enischlossen, den Kampf gegen
die englische Regierung im Aulgemeinen und die Gutsbesitzer in
Irland im Speciellen einstweilen frisch und fröhlich weiterzuführen.
Diesen kriegerischen Geist athmen die Resolutibnen der am ver—
gangenen Donnerstag zu Dublin eröffneten nationalen Convention
der Landliga, wozu 1800 Delegirte erschienen waren.

Nach einer telegr. Nachricht aus Longbranch ist der Ver—
einigte Staaten⸗Präsident Garfield gestern 19. ds. gestorben.

*Die Lage der Franzosen in Tunesien ist zur Zeit noch
immer eine bedenkliche, denn mit Ausnahme der Hauptstiadt und
einiger festen Plätze im Norden sind die aufständischen Araber
herren des Landes. Die Colonne des Generals Sabatier ist in
Zaghouan von den Insurgenten vollständig eingeschlossen und die
Situation des eingeschlossenen Corps ist um so ernster, als es den
Insurgenten sogar gelungen ist, den Franzosen einen Theil des
Trinkwassers abzuschneiden; eine Entsatz« Colonne ist von Tunis
bereits unterwegs.

uführen und vor allem nothleidenden, armen Kameraden Unter—

tützungen zukommen zu lassen. Dies Letztere sei auch im hiesigen

Bereine dadurch möglich, weil derselbe Mitglied der pfälzischen

dampfgenossenschaft und als solches zugleich Mitglied des bayeri—

schen Veteranen⸗, Krieger⸗ und Kampfgenossen-Bundes sei, der
iber einen sehr bedeutenden Unterstützungsfond verfüge.

Dieser Unterstützungsfond sei entstanden aus der Wohlthätigkeits⸗
lotterie der Jahre 1879 und 1880 welche einen Ueberschuß von
uüber 160,000 M. abgeworfen habe. Auch dieses Jahr komme
wieder eine Serie zur Ausloosung (und zwar die drilte mit fort⸗
laufenden Nummern). Die Ziehung finde am 11. Oktober nächst⸗
hin statt und sei es am Plahe, wenn jeder Kamerad mindestens
ein Loos à 1M. nehme, um das Unterstützungswesen im Vereine
dadurch fördern zu helfen. (Auch unseren Lesern sei diese Lotterie
des edlen Zweckes, wie der günstigen Gewinn⸗Chancen halber
bestens empfohlen. Die Red.) Schließlich gedachte der Redner
des hohen Proteltors oben genannten Bundes, Sr. Maj. des
Königs Ludwig IU., der bei der Uebernahme des Protektorats ge—
agt habe, daß er sich freue, dasselbe zu übernehmen. Da der
Bund schon bei mehreren Gelegenheiten seine patriotischen Ideen
zezeigt habe, so fordere er alle Kameraden auf, an dem Prinzipe
estzuhalten. Ein mit Begeisterung aufgenommenes Hoch auf den
erhabenen Protektor schloß die Ansprache. — Hierauf wechselten
mit einander ab 4händige Klavierpidcen, Männerchöre und Solo—
Juartette, welche eingeladene Herren hiesiger Vereine so freundlich
varen, vorzutragen und die mit dem groͤßten Beifalle aufgenom⸗
nen wurden. Dazwischen ertönten die Klänge der gut conzerti⸗
cenden Schadewitz'schen 12 Mann starken Kaͤpelle. Nur ungern
rennten sich zur Feierabendstunde die in frohester Feststimmung
Jewesenen Mitglieder und Eingeladenen, die alie sich ein baldiges
ähnliches Wiedersehen zuriefen.

*St. Ingbert. In der sinnig geschmückten protest.
dirche wurde am Sonntag Vormittag unter sehr zahlreicher Be—
heiligung der Gemeindeglieder der neue prot. Geistliche Hr. Pfarrer
Ferckel, durch den k. Dekan von Homburg in sein Amt einge—
ührt. — Am Sonntag Nachmittag hatte ein Theil unserer Feue r⸗
wehr, einer an sie ergangenen Einladung folgend, einen Au s—
flug nach Dudweller zum Besuche einer Hauptübung der
dortigen Feuerwehr gemacht.

— Ensheim, 19. Sept. Die angekündigte Ob st a u 8⸗
bellung wurde heute, begünstigt vom schönsten Wetter, durch
den kgl. Bezirksamtmann, Herrn Dr. Schlagintwei t, feier⸗
ichst eröffnet. Herr Bezirksamtmann Di. Schlagintweit drückte
eine große Freude aus über die reichliche Ausstellung, die von
großer Sachkenntniß zeuge. Das aus dieser Ausstellung Gewonnene
möge braktisch verwerthet werden. Sodann nahmen die Herren
Besichtigung der Obstsorten vor, und man war allgemein erstaunt
iber die getroffenen Arrangemenis, sowie über die zahlreichen Obst⸗
sorten, deren es wohl 500 sein mögen. Dazwischen spielte unsere
treffliche Kapelle und trug nicht wenig zur allgemeinen Festesfreude
bei. Verschiedene Toaste fanden allseitigen Beifall. Ein gemein⸗
chaftliches Nachtessen vereinigte eine stattliche Anzahl Gäste. Im
hanzen mögen wohl heute 800 die Aussiellung besucht haben.
Zerrn Pfarrer Rütter gebührt die Anerkennung, daß er keine
Mühe scheute, um die Ausssellung zu einer gelungenen zu gestalten.

ꝙ0 Aus dem Bliesgau, 18. Sept. Vorgestern be⸗
ichtigte Herr Ministerialrath Heintz aus München, begleitet von
inigen Hrn. Beamten aus Zweibrüchken, die bekannten Röͤmer—
äderinErfweiler-Ehlingen. Wie ich vernehme, sollen
Schritte gethan werden, um die Bäder vollständig frei zu legen. —
In meiner Correspondenz vom 14. ds., Zwetschenverkauf anlan⸗
nend, finde ich einen Irrthum, indem für den Zit. Zwetschen nicht

M. 580 Pf., sondern 4 M. 530 Pf. bezahlt werden, was dahin
erichtigt werden wolle. n

x In Folge einer Explosion in der Grube „Zollern“ bei
Dortmund verunglückten 9 Bergleute; 4 waren sofort todt,
z starben nachher.

Vermischtes.

St. Ingbert, 20. Sept. Am letzten Sonntag Abend
feierte der Krieger⸗Verein im Oberhauser'schen Saͤale sein
Stiftungsfest. Der Beginn war auf 8 Uhr festgesetzt. Anfangs
war der Saal noch etwas leer, doch bald begaun er, sich zu füllen
und gegen 9 Uhr war er vollständig besetzt. Die Musik spielte
erst einige Stücke, dann wurde das Lied: „Deutschland, Deutsch⸗
land über Alles“ als allgemeiner Chor mit Klavierbegleitung ge⸗
sungen. Nachdem hierauf die Musik noch ein Stück gespielt hatte,
erstattete der Vorstand des Kriegervereins, Herr Kaufmann
H. Fischer, Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Diesem
entnehmen wir, daß die Mitgliederzahl des Vereins im letzten
Jahre von 89 auf 106 gestiegen ist und daß schon wieder mehrere
Anmeldungen zur Aufnahme für die nächste Generalversammlung
vorliegen. Auch in finanzieller Beziehung steht der Verein heute gut
da. Schulden hat er keine mehr und er kann nun damit beginnen,
einen Unterstützungsfond anzulegen. Der Redner ließ jeßt eine
urze Darlegung über den Zwedk des Kriegervereins-Wesens folgen,
der darin bestehe, die im Dienste für's Vaterland gepflogene
Kameradschaft und Lihénglichkeit auch in's bürgerliche Leben über—

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme
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        Licitation.

1) Ludwig Blatter, Mau—
rer in Ommersheim wohnhaft,
Wittwer der Verlebten;

2) Magdalena Blatter, le⸗
dig, großjährig und ohne Ge—
werbe allda;

3) Elisabetha und 4) Ludwig
Blatter, diese beiden minder—
ährig, welche ihren genannten
Vater zum Haupivormunde und
den Johann Flätgen, Berg—
mann in Sulzbach, zum Neben—
»ormunde haben.

St. Ingbert, 20. Sept. 1881
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
urn-Veérein
St. Ingbert.
Mittwoch, den 21. Sept.,
Abends 8 Uhr,
bei Herrn Oberhauser:
J. Turnübung.

Sämmtliche Mitglieder, auch
die inactiven, wollen sich zum
Zzwecke der Besprechung von

Turnangelegenheiten
einfinden.

Der Turnrath.

Bekanntmachum

Sarmstag, den 1. Oktober 1881 Nachmittage
z Uhr, sollen auf den Burcau des k. Bergamtes St.
Ingbert nachstehende zu Grubenzwecken nicht mehr brauch—
Rren Materialien ec. in Submissionswege an den Meistbie
tenden veräußert werden, nämlich:

circa 34600 Kg. altes Gußeisen.

3310 9, verbranntes Gußeisen
5600 Schmied⸗&amp; Rackeleisen
18600 , alte LI&amp; USchienen
1100 , Ulte Faßreife
1500 , Fisenblech von Kesseln
2000 „ 1alter Dampfkessel
7700 , alte Eisendrahiseile
172 , alter Federstahl
220 , altes Zink
2698, altes Messing
15, Composition
100 , alte Hanfseile &amp;

J 308, altes Leder

Angebote auf vorstehende Gegenstände, verschlossen und gehörig
zezeichnet, sind bis zum obigen Termine auf dem Bureau des
interzeichneten Amtes einzureichen, woselbst auch die Eröffnung
derselben um genannte Zeit erfolgen wird.

Die Bedingungen koönnen hier, oder bei dem k. Materialrech—
ner zu St. Ingberter Grube eingesehen werden, welcher auch di⸗
auf der Grube lagernden Materia'ien verzeigen wird.

St. Ingbert, den 16. September 1881.

Kgl. Bergamt 5t. Jugsbert:
—A F
Bekanntmachung.

Der Steinkohlentransport aus ug. Grube St.
Ingbert nach der neuen Halde bei St, Ingbert mittelst Pferde
du vom 1. Januar 1332 an auf 2 bis 4 Jahre im
Zubmissionswege vergeben werden.

Die Bedingungen für Uebernahme des Transportes liegen auf
dem Bureau des unterzeichneten Amtes zur Einsicht bereit.

Uebernahmslustige werden eingeladen, ihre Angebote bis zum
15. Oklober 1881, Rachmittags 2 Uhr, schriftlich anher vorzulegen

Sit. Ingbert, am 16. September 1881.

Kgt. Bergamt St. Ingbert:
J. Kamann.

Vielo hundert Mark jabrlich
ersparen grõssere Haushaltungen, Hotels, Cafẽ's, Specereiwaarenhandler u. -
αν en Bedart an Kaffee &amp; Thee direct von unseren Lager-
hausern 2u Rotterdam in der Original-Verpackung 2u unseren folgender
Engros- Preisen beziehen.

10 Pfund Afric. Perl Mocca 7.50

0 „ bester Maracaibo 8.75

Io Guatemala 9. 25
rorzüũgl. Perl Santos 10.—
feinster Plant. Ceylon 10.75
hochfeinster Java 12. -
oeht arabischer Mocca 13.4
rorzũgl. Coogo Theo 6. 50
ceiner Souchong Thee 8.—
einster Imperial Thee 9.50
hnochfeinster Mandarin Pecco Thee 12.-
, baoste Qual. rein entöltes Cacaopulver, 9. -

Beste Noll. Bauernbutter, 25 Pfsd. Kübel 282.-

Auftrãge von 20 Markx und darũber werden franco und zollfrei nach
gzanz Deutschland versandt. (Deutschę Banknoten und Briefmarken u
Zahlung genommen.) Alle unsere Producte sind an Ort und Stelle von
unseren genen Factoreien ausgewählt und vird ũr vollstãndigste Reinheif
und riehtigstes Gewieht die gewissenhafteste Garantie geleistet.

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dem uetelleu und bitten vir sieh duren einen Probeauftrag z2n ũberzeuger

BERNHARDT WIIPRECHT &amp; Cie.
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ogar im, 71

untuttIdott W
iadium, beseitigt sicher mit, auch ohne V
Borwissen, unter Garantie der Erfindet welche Franzusiseh, Eng
— oaer
dende Th. Kouetzky, Berlin, Spumisen virklich
hernauerir. 84. AÄtteste, deren Rich gur prechenm lernen wollen.
igteit von Königlichen Amtsgerichten Drntis und franko zu bpezieher
und Schulzen⸗Aemitern bestätigt, gra⸗ dureh die
is. Rachahmer beachte man nicht, da — IEXX
olcht nut Schwindel treiben. Verlagshandlung in Leiprig.

agsdtsdtßlhhhh Metroleum

Bfund⸗ Paquet 10 Pig. den Liter zu 22 Pfs .
bei Phélepp Klincic, bii I. Friedrich.

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.

Donnerstag, den 6. Oct.
aächsthin, Vormittags 10 Uhr
zu Ommersheim, in der
Wirihschaft von Andreas Lang,
Wittwe, werden durch den un—
terzeichneten, hiezu gerichtlich be—
auftragten Amtsverweser des
kgl. Rotars Franz Sauer zu
St. Ingbert, die nachstehend be—
schriebenen Liegenschaften in der
Steuergemeinde Ommersheim der
Abtheilimg wegen öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
ersteigert, nämlich:

. Plan-Nr. 588, 13 a 80
qm Acker beim grünen Birn⸗
haum neben Paul Hary;
Plan⸗Nr. 2283, 50 qm
Flläche, Wohnhaus und
Hofraum und Plan⸗Nr.
32234, 70 qm Pflanzgar⸗
ten dabei, das Ganze ge⸗
legen im Orte Ommers—
heim neben Michael Flätgen
und Straße.

Eigenthümer sind:

Der Wittwer, die Kinder und
Erben der in Ommersheim ver⸗
iebten Gertraude Flätgen,
als:
—TD
Die Einschreibung für das Studienjahr 188182 wird
für sämmtliche Schüler am 28. September, morgens 9 Uhr,
im Amtszimmer des Unterzeichne ten vorgenommen. Wer in die
unterfte Klasse eintreten will, muß das neunte Lebensjahr
vollendet, darf aber das zwölfte nicht überschritten haben. Der⸗
jelbe hat bei seiner Anmeldung Geburts⸗ Impf⸗ und Schulzeugniß
in Vorlage zu bringen und in einer darauffolgenden Prüfung sich
iiber ein für die IV. Klasse der Volksschule genügendes Maß von
enntnissen in Religion, deutscher Sprache und Aritmethik aus—
zuweisen.

Die Nachprüfungen finden am 29. und 30. September statt.

St. Ingbert, den 7. August 1881

Konigliches Subrectorat
Barnikel.

v ntbehrlich fjür die gesammte Geschäfts⸗
und Handelswelt.

Alle gerichtlichen Bekanntmachungen, wie Firmen⸗Ein⸗
2 rage, Konkure-Rachrichten, Eheverträge, Gütertrenn⸗
* ungen und Ehescheidungen, Oeffentl. Zustellungen,
27* Entmundigungs⸗Verfahren u. s. w., alle frei⸗
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—2 —D egen, Stellen ⸗ Er⸗
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per Vierteljahr. — * z'wee i n anl bper Woche
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von 105 Pfennig per viergespaltene Borgiszeile
berechnet werden. — Bei Wiederholungen entspre⸗
enden Rabatt.
Verlag der Aktien⸗-ODrucerei
in Neustadt a. H.
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258 —— 55 8 23 —*50 ————
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3 — 52 — 32552 — ——
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28 — — 33 —233323 3*
—— — — 2 52 —27
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2 — —— 2— —35——2355 . 3 528 — —5—2
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5 28338 — — 5 3338
2* —— — * — 27 355 * 2 — i
223 333 3 2 252 58 7537 —77 *8 3* 38 *5523
———— 883 2352 57 7235 8
— * — 28 5 5 —e 52 —9 —— 5 2332 8 — 7
2* 27 3327* 35.* 555* 58 53 *2c 88 3 —5—
— 22 58 583* —87 — — 5* 3355 235 8 J
5 2 N55 — — 5 5* 82 2 35 35333523 —2 — —
—R — ——— 2* 2 287 —Ac 5233— 533355 —— E 5
58 352* 238 337 — ——— 5
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52 3258 8 3 ———— — ———
58 i* —233 — 2533 55 — 78 — —z 325 8
82. 2 8 —5 2 2* —8 3337 8 3
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8 —— 25 —— 22 —53533633 * 8 2 —;—33
25 537 ———— 52—335 25355 2535237 733 8 58
*2 — — — 28* 85 332 2 —— — 7538 f
2 58 — 5325 S— 552328* — 3837 ———— * 532 * 326 2
—A S 28 —X 532 55238* 55 5575 2
2* 3 2 2 — 1 ——— * 38 52 *
— — 5 — ——— 2 — 5805 * — 38 —e 8
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J * —83— * 32* 8.5 * —8
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*52 53 * * 835 20 * —⸗— —3 5—58387
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3235 533. 25 2 —A 2. O 2332* —B— 28 22 5 * —
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5333 353537 — ——
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—A—— 2. ——26 M328 —2232. 22. 525 —2. 55 25588
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5553 5* 552 5 — 5* 28 5338 ——
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        St. Ingberler Anzeiger.
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Her St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswrts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Reclamen min 30 pro Geite berecnei.
Riic

Donnerstag, den 22. September —1881.
Einladung zum Abonnement.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint vom 1. Ok—
tober nächsthin ab in bedeutend größerem Formate als
bisher wöchentlich 5 mal: Moniags, Dienstags, Donners—
ags, Samstags und Sonntags, 2 mal woöchentlich mit Unterhal—
dungsblatt und Sonntags mit öSfeitigem illustrirtem Sonntagsblatt.

Der „Anzeiger“ kostet auch ferner pro Quartal durch unsere
Träger bezogen nur 1 Mk. 40 Pf., durch die Post bezogen
mnit Zustellgebühr nur 1 Mk. 60 Pf. Durch diesen äußerst
billigen Preis zeichnet sich demnach derfelbe vor auderen Blättern
vortheilhaft aus.

Der „Anzeiger“ bespricht in übersichtlichen, gemäßigt und
objektiv gehaltenen Zusammenstellungen die politischen Tages—
ercignisse; besondere Beachtung wendet er den lokalen und pro—
zinziellen Vorgängen zu, bringt Artikel aus dem Gerichtssaale,
vichtige Handels- und Verkehrsnachrichten. In dem zweimal
vöchentlich (Montags u. Donnerstags) dem Hauptblatte beigegebenen
Unterhaltungsblatte, wie in dem Sfeitigen illustrirten Sonntags⸗
blatte bietet er seinen Abonnenten eine Fülle gediegener, unter—
zaltender und auregender Lektüre: Spannende Romane, humo—
ristische Erzählungen, Criminalnovellen, Gedichte, Anekdoten
und Räthsel. Besonders aufmerksam gemacht sei auf die nach
Beginn eines neuen Ouartals im illustrirten Sonntaasblatt regel—
näßig erscheinenden Preisräthsel.

Die unterzeichnete Redaktion u. Erpedition wird weder Kosten
noch Mühe scheuen, um ihre Abonnenten zu befriedigen; sie bittet
iber auch ein verehrliches Publikum um freundliche Unterstützung
in ihrem Unternehmen durch zahlreiches Abonnement auf den
St. Ingberter Anzeiger“ uͤnd durch fleißige Benüßung des
Blattes zu Veröffentlichuugen.

Bei Inseraten wird die gewöhnliche Garmondzeile (4 gespaltene
zeile Blattschrift) oder deren Raum mit 10 Pf. berechnet; bei
zrößeren Aufträgen entsprechender Rabatt nach Tarif oder besonderer
Uebereinkunft. Bei 4maliger Einrückung nur Zmalige Berechnung.

Neubestellungen nehmen auswärts aälle KPostanstalten
ind Postboten, hier die unterfertigte Expedition, sowie die Träger
ntgegen. Unseren bisherigen hies. Abonnenten wird der „Anzeiger“
azuch im neuen Quartale fortgeliefert werden, wenn sie vor Schluß
dieses Monats nicht ausdrücklich abbestellen.

Zum Abonnement auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für das
am 1. Oktober nächsthin beginnende vierte Quartal dieses Jahres
ergebenst einladend zeichnet hochachtungsvollst

Die Redaktion und Expedition
des „St. Inaberter Auzeiger.“
Deutsches Reich.

*Herr von Schlözer, der preußische Unterhändler beim
Batican, ist Anfang dieser Woche wieder in Berlin angekommen,
ind man wird nun wohl bald Näheres über das Resultat der
wischen ihm und dem Cardinal Jacobini gepflogenen Verhand—
ungen hören. Der „Kurher Poznanski“ will schon wissen, daß
alle principiellen Fragen, namentlich auch die unumgänglichen Ab—
inderungen der Maigesetze, auf die Zeit verschoben worden seien,
n welcher der neue preußische Botschafter in Rom sein Amt über—
iehmen werde, was noch vor Ende des laufenden Jahres geschehen
oll. Indessen habe man sich dahin geeinigt, für eine schnelle Er—
zänzung der Geistlichkeit in allen preußischen Sprengeln zu sorgen.

Der Wahlaufruf der nationalliberalen Partei ist er⸗
chienen. An der Spitze der unterzeichneten Fraktionsführer steht
Kudolf v. Bennigsen. Der Aufruf reproduzirt die Erklärung vom
29. Mai und sagi, die Partei werde für Aufrechthaltung der Ver⸗
sassung gegen jede reaktionäre Strömung eintreten; ferner werde
zie Partei allen Versuchen, die Grundlagen des Verfassungslebens
u verrücken, entgegentreten und hinsichtlich der wirthschaftspolitischen
Fragen unübersehbare und finanzieli unausführbare Erperimente

erwerfen.

*Ein seltenes Doppelfest vereinigte in dieser Woche einen
zanzenden Kreis fürstlicher Gäste in der badischen Hauptstadt —

die silberne Hochzeit des Großherzogs Friedrich und seiner Gemah—
in Louise, der Tochter Kaiser Wilhelms und die Vermählung der
Hrincessin Victoria von Baden mit dem Kronprinzen Gustavd Adolph
yon Schweden. Die kaiserlichen Majestäten, der deutsche Kron—
drinz nebst Gemahlin und dem Prinzen Wilhelm von Preußen,
)as schwedische Königspaar, die Prinzen Oscar, Karl und Eugen
yon Schweden, der dänische Kronprinz, Großfürst Michael von
Rußland und andere Fürstlichkeiten wohnten dieser schönen Doppel—
eier am 20. September bei, welche in dem Herzen des badischen
Volkes einen lauten Widerhall fand.

*Der Kaiser begiebt sich nach dem Schluß der Festlichkeiten
in Karlsruhe nebst der Kaiserin nach Baden-Baden, wo am
30. September der Geburtstag der Kaiserin in der herkömmlichen
Weise gefeiert werden wird. Der deutsche Kronprinz gedenkt nach
)en Karlsruher Festlichkeiten Truppenbesichtigungen in Württemberg
zorzunehmen.
Ausland.

* Wie die Wiener „Montags-Rebue“ vernimmt, wird in der
aächsten Zeit eine Begegnung der Kaiser von Oefterreich und
Rußland stattfinden; über Zeit und Ort der Begegnung sei
ioch nichts endgültig festgesetzt. In sonst unterrichteten Wiener
dreisen wird diese Nachricht bestätigt.

* Nach langen Wochen voll banger Erwartung, voll Hoffnung
ind voll Befürchtung hat der Todesengel seine schwarzen Fittige
nuf das Schmerzenslager des unglücklichen Präsidenten GarfieId
jesenkt, am Montag Abend ist Garfield seinen Leiden erlegen. Die
aufopferndste Kunst der Aerzte vermochte nicht, das Leben des
Mannes zu retten, den das nordamerikanische Volk sich am 4.
März 1881 zum Oberhaupte wählte und den nach nur kurzer,
iber vielverheißender Thätigkeit im höchsten Amte der mächtigen
stepublik am 2. Juli die mörderische Kugel Guiteau's traf. Noch
assen sich nicht die Folgen des Hinscheidens Garfield's übersehen,
illem Anschein nach droht aber dieses erschütternde Ereigniß die
Imion in eine Reihe schwerer innerer Kämpfe zu stürzen, welche
ür die gedeihliche Weiterentwickelung Nordamerika's von unheil—
dollstem Einflusse sein könnten.

Washington, 20. Sept. Der Vizepräsident Arthur hat
gestern Abend in seiner Wohnung vor zwen Richtern des obersien
Berichtshofes des Staates New-VYork den Eid geleistet und den
Seneral⸗Staatsanwalt Macveagh telegraphisch ersucht, der Wittwe
Harfield sein tiefstes Beileid auszudruͤcken.

*Die Lage in Tunesien wird immer ernster für die Fran—
osen. Die Zlaß ziehen bis wenige Kilometer von Tunis plün—
dernd umher und die Mogad-Krumirs, Chia und Mekra sind dem
Vernehmen nach ebenfalls im Aufstand begriffen und marschiren
ereits auf Kef. General Logerot hat Befchl gegeben, jeden be—
vaffnet gefundenen Araber zu erschießen.

—WB

—— ——
Vermischtes.

*St. Ingbert, 22. Sept. Dieser Tage wurden den
dausbesitzern dahier die Listen für die neue Einkommen—
teuer-Anlage zugestellt. Es ist heuer das erste Mal, daß
ieses geschieht, und empfiehlt sich darum, vor dem Eintrage die
Zarbemerkungen auf der ersten Seite der Hausliste, sowie die Üeber—
chriften der einzelnen Rubriken auf den beiden Innenseiten und
»en Probe⸗Eintrag auf der letzten Seite genau durchzulesen. Ende
ieser Woche werden die Hauslisten wieder abgeholt; bis dahin
nüssen also von den Hausbesitzern die nöthigen Einträge gemacht
ein. Gegen Säumige kann eine Ordnungsstrafe bis zu fünfzig
Mark verhängt werden.

*St. Ingbert. Am Dienstag hatte sich eine Commission,
zestehend aus den Herren Bürgerweister Custer, Adjunkt Gra f⸗
ion, Bauschaffner Haussser und Thierarzt Weigand, in
ie Städte Pirmasens und Homburg begeben, um die dort bestehen—
en Schlachthäuser in Augenschein zu nehmen und deren Einricht⸗
ingen zu prüfen. Am besten entsprach der Commission das Schlacht-
saus zu Homburg, und wird dieselbe in nächster Stadtrathssitzung
iber das Resultat ihrer Besichtigung referiren. Die nächsfte Auf⸗
jabe wäre nun, einen passenden Bauplatz für das Schlachthaus zu
        <pb n="582" />
        finden, und dürfte derselbe wohl am zweckmäßigsten unterhalb der
Stadt in der Nähe eines Baches gelegen sein.

Am 17. Sept. wurden die Sitzungen des pfälzischen
Schwurgerichts für das dritte Quartal geschlossen. Am 14.
und 15. hatten sich zwei Frauen wegen Meineids, eine da—
von auch wegen Privaturkundenfälschung und Betrug zu verant⸗
worten. Die 53 J. alte Luise Römer, Chefrau von Schlosser
Georg Bindewald in Kaiserslautern, erhielt wegen Meineids
eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten. Die wegen Meineids,
Privatürkundenfälschung und Betrug angeklagte
39jährige Elisabetha Kraft, Ehefrau von Joh. Wolf, Tagner
in Bann, wurde zu einer Gesammtzuchthausstrafe von 2 Jahren
und zu den Kosten verurtheilt. Am 16. Sept. wurde der Kauf—
mann Adam Jooest aus Heusenstamm, 22 J. alt, wegen Körr⸗
perverletzung mit tödtlichem Erfolge unter An—
nahme mildernder Umstände zu einer Gefängnißstrafe von 2 Jahren
und zu den Kosten verurtheilt. An demselben Tage wurde der
ledigen Tagnerin Elisabetha Wol f von Ruppertsecken, 41 J. alt,
wegen Kindsmords ebenfalls unter Annahme mildernder Um⸗
stände eine Gefängnißstrafe von 4 Jahren zuerkannt. Am 17.
Sept. Vormittags hatte sich der 28jährige Handelsmann Isaal

Felsenthal von Relsberg wegen eines Verbrechens des Noth-—
zuchtsversuchs und eines Vergehens des öffentlichen Aergnißgebens
durch unzüchtige Handlungen zu verantworten. Derselbe wurde zu
einer Zuchthausstrafe von 4 Jahren und zu den Kosten verurtheilt
Am gleichen Tage Nachmittags erhielt der 18jährige Schuster
Jakob Goͤlzenleuchter von Pirmasens, ein übel beleumun⸗
detes Subjekt, wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Ge—
walt eine Gefängnißstrafe von 2 Jahren.

F Nach dem „Bote des Sulzbach-Thales“ gehen von
Schnappbach noch in dieser Woche 14 Glasmacher nach
Amerika. — Nach demselben Blatte ist auf der Grube Sulz⸗
bach seit einigen Tagen ein Telephon, verbunden mit einen
Mikrophon, in Gebrauch genommen, welches so gut funktioniert,
daß von der tiefsten Soole der Grube selbst das Ticken einer
Taschenuhr an Tag gut vernehmbar ift.

Hienstesnach richten.

Dem kgl. Notar Friedr. Barteols in Homburg wurde auf Ansuchen ge—
stattet, den geprüften Rechtspraktikanten Ludwig Sch molze aus Blieskastel
auf 6 Monate, von Beendigung der Amtsverwesung durchh den zum Notar
edeMeim ernannten August Sattler an gerechnet, als Amtsverweser zy

e
Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demes
Für Herren Raucher.
—
Sonntag, den 25. September 1881,
Mittags 3 Uhr,
in der Wirthschaft von Peter Weißgerber
dahier versteigere ich
— *
20,000 Eigarren,
darunter eine größere Paärtie
-( echte Holländer.
gegen gleich baare Zalung.
St. Ingbert, den 21. September 1881
PIn. it,
Geschäftsmann.

Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbetreibender im Bau⸗
und Kunstgewerbe beginnt ihren Unterricht für das Winterhalbjahr
1881/82 Donnerstag, den 3. November in den Räumen
der Kreis⸗Baugewerkschule (Pfälzisches Gewerbe-Museum.) Derselbe
wird von November bis Ende März in 5 mit Werkstätten ver
bundenen Fachabtheilungen ertheilt und zwar: in der Bauschule für
Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dach- und Schieferdecker
Mosaik⸗ und Cemmentarbeiter; in der Modelleurschule für Modelleure
Stuccateure, Sandstein- und Marmorbildhauer, Töpfer und dgl.
in der Schule für Holzarbeiter für Dreher, Baus und Kunst⸗
schreiner, Holz⸗ und Elfenbeinschnitzer; in der Schule für Metall⸗
arbeiter für Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler und Metall-
schläger, Gold- und Silberarbeiter, Eisen⸗- und Gelbgießer; in der
Malerschule für Zimmer- und Decorationsmaler, Porzellan⸗ und
Glasmaler, Stoff⸗ und Musterzeichner, Lithographen und dgl.
Der Unterricht ist in soweit, als zu einer richtigen Geschäftsführung
nöthig, theoretischer, sonst aber vorzugsweise praktischer, um den
jungen Gewerbtreibenden jede zur musterhaften Ausübung ihres
Geschäftes nothwendige Anleitung und handwerksgemäße Fertigkei
zu verschaffen, so daß sie außer im Zeichnen und Entwerfen in
ihrem Fache auch in der kunst- und stilgerechten Ausführung unter⸗
richtet werden. Der Unterricht erhält im Sommer eine Fortsetzung
wenn der Schüler als Lehrling oder Arbeiter in die Lehrwerkstätten
des pfälzischen Gewerbemuseums tritt.

Die Inseription findet am 30. Oktober ifd. Ihrs. auf
dem kgl. Rectorate von O—12 Uhr Vormittags und 4256 Uhr
Nachmuttags statt, wobei die amtlich beglaubigten Schul- und
Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Das Schulgeld beträgt 20 Mk.
und ist bei der Inscription zu entrichten. Für den Besuch der
Werkstätten ist statutengemäß eine Abnützungsgebühr von 10 Mk.
zu zahlen. Zur Befreiung von Schulgeld ist die Vorlage eines
Dürftigkeitszeugnisses nöthig. Lehrprogramm und Statuten zu be—⸗
ziehen: Tascher'sche Buchhandlung, Kaiserslautern, gegen portofreie
Einsendung von 830 Pf.

Kaißerslautern, im September 18811.

Kgl. Rectorat:
O. Sputa.

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8* — — — —— S F * 5 B 5278 ** 28*
3 32 5 * * *5 — e 523 —

*58830 E — S * 232575 55 5*

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* — — 32— — 7 22 *2. 2

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5 5 2 37 — 7 * J 2* F 2 58 2
22 385 222 * —453 2 27 —— —— — 2.

— 2 32 2 27 —— —— * * — 2 2— — 2 *

2753 55383 —5, 82786 728 * 353 27

7 *8 2 2 — * z 7

—282 3*332 755 2 38 2535*3*

*5 —25 2. 222 —— * * 1

22.2.5 2 * —5533575 28 i 87
232 33— *

—2533. —» — 7558 S« 53* — J— — ——

2387 5 2 ———522 — — —86

—S6 —— 275 R — * — 57—*

— 2 —A 22 22 — 25—

523 27275* — — 2* —3 — 32 — 3 2

253358625 — — —32 z —J— 22 ———

257 * 2* 22 5 222. 532 2
A5 785* 5522 23 8 5 *7

* —— — — 7 7 * — 22— 5 En
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—— ——— 28 2. 2 7 2* —2 — 2 . E
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22 523 — 2* 42. 28727 25582332 ——
* * — 7 * 28 3 2
2.3 3.2 —3 5i5— 2 —25 m23 — 3*25
2 52325. 5 — 35 —3,533——5 S6G—
——— S 3 F B* 533 * ——
55 2.5 5323 — —8 —52 525275— ** — 32. 7 7523 5 3
23 —2 ——3 —⏑ 5 2*— 38*
——— —0 5 2— 58S55* — 5222
— —2 — —2 255 7 2 * — * F — *522 — 8 * —*8
5255 ⸗—2——7 57 —. 5 52— 523— — — 5
2* 28 — —XE— ** ——A —* 58 2 2.
252 22 2383 552— —882. 5 — 83535 — ——
2. 5 2* 252 * 2— —755 —AA — — ** —A — 255 — 7
2*8 —— —— — 52585 7 2
22— 3—55 ——5 — ——
2* — *. S. — — — 13 — 72 2*2.
2723 23355* 22.2 57 752 —— —2——— —3. 5 5—
3 — — 32 232 G.5 * ·j —3 55 553 5,5 3—— 7
7— 353 —5—32. 3523 — 3, —25
5—— — ——2 s —5. —
22 2 * —⸗ 83— — 8* —. * 2 *—
5 — 5335 55337 s6— —
—3 SS. x 22. —DEL 2 —S — — 2 —
25 —528 * 552 682235 533. 5 6 52 52. 5
2 233
382 2 3.52 2 2 2 2 5 3 277 53— 22
— 2233752 — 552533— 22 — 22 523587727 7
72 2227 — 3B322 727

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        <pb n="585" />
        —IXVE
für das 4. Quartal der *2
66
„Frankfurter Presse
und Handelszeitung.

Die „Frankfurter Presse“ ist in der ganzen Anlage eine durchaus
igenortige und anziehende Zeitung. Entschieden liberal und durchaus
selbstständig, bespricht sie die politischen Erscheinungen vollkommen uͤnbe⸗
angen und unbeeinflußt, vom Standpunkt der pratlischen Zweckmäßigkeit aus.
Diese ihre klare und bestimmie Haltung hat der „Frankfurter Presse⸗
n den Kreisen unserer freisinnigen Abgeordneten und Politiker von
Naug und Einfluß viel Freunde erworben. Namentlich in Baden,
Bayern, Hessen und Württemberg zaͤhlt die „Frankfurter Presse⸗
naßgebende Parteiführer liberalér Kicht'un g zu ihren Mitar⸗
beitern. Dem Haundelstheil wird fortab mehr als seither ganz besondere
Aufmerksamkeit zugewendet. Dreimal täglich erscheinend ist die
„Frankfurter Prefse“ in der Lage den Lesern, den auswãrtigen insbe⸗
ondere, alle wichtigen Rachrichten ungesäumt zu vermitteln.

Ein eigener Zelegraphendraht
wischen Berlin und Frankfurt mact es ihr möglich, alle Mittheilungen aus
der Reichshaupistadt, vollständige Berichte über die Sitzungen des Neichs⸗
tags und Landtags gleichzeitig mit den Berliner Blatteen zu bringen.

Die „Frankfurter Presse“ strebt aber in der Haupisache danach, die

interessanteste Zeitung Deutschlands
zu sein, und die bewähriesten Fräfte stehen ihr darin zur Seite. Keine
andere Zeitung widmet dem Feuilleton so viel Raum und so viel Auf⸗
mertsamkeit, wie die „Frankfurter Presse,“ welche taͤglich mehrere Feui—
jetons, als Specialität die kleinen, rasch populär gewordenen Studien uͤber Ge—
ellschaft und Leben und spannende Novellen, Erzahlunger und allwöchent⸗
lich eine besondere Schachzeitung bringt. Im October beginni der Abbruck
eines neuen Romans,
„Die Straßenprinzessin“

»er, gläinnzend in der Form, originell und spannend im Inhalt, vollauf ge⸗
eignet ist, besonderes Aufsehen zu erregen.

Bestelluugen nehmen alle Postanstalten und unsere Agenturen zu dem
Preise von M. 6. 25 9Pf. pro Vierteljahr entgegen.

Neu eintretende Abonnenten erhalten die bis Ende dieses Monais
erscheinenden Rummern gegen Einsendung der Bestell-⸗Quittung von hier aus
zratis und frauco zugesandt.

Frankfurt a. M., im September 1881.

Die Adminiftration
der Frankfurter Yresse und Handelszeitung.

Süddeutsche Presse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genannte größte, reichhaltigste und angesehenfte Biait von Munchen
vird durch die bevorsiehende Erbffnung des neugewählten bayerischen Land⸗
ages in Berichterstattung wie in politischem Einfluß erhoöhle Bedeutung
sewinnen. Seine gut bayerische, entschieden nationale und gemaäßigt libe⸗
rale Haltung darf als bekannt vorausgesetzt werden In den städtischen
Ingelegenheiten vertritt dasselbe den Standpunkt des Ausgleichs und der
dersöhnung der Perue behufs gemeinsamer Arbeit an dem Wohle der
Stadt München. — Der lolale und provinzielle Theil der Sudd. Pr.“
st der reichhaltigste irgend eines bayerischen Blattes.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Berichte des Theaters und der
Musik werden in dem Blatte von anerkannter Feder besprochen. Sports⸗
»erichte, wie namentlich die Nachrichten aus bayerischen Garnisonen haben
»ie „Süddeutsche Presse“ in den militärischen Kreisen weit verbreitet und
jelfen derselben dort stets neue Freunde zuführen.

Die „Suddeutsche Presse“ bringt den offiziellen Kourszettel der Mun⸗
hener Börse unverkürzt zum Abdrucke. Ihr Handelstheil gibt dem Leser
inen sicheren Ueberblick über alle Bewegungen des Effelten⸗ und Produlten
jandels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirksamkeit der uns
anvertrauten Inseraten in den kauffähigsten Sichten des Publikums.
Wucherinserate oder solche bedenklichen Chara kters sind unbedingt ausge⸗
chlossen, so daß das Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbe⸗
denklich in die Handgegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20
pro Zeile berechnet.

Die allgemein belletriftische und wissenschaftliche Beilage

4
„Bayerische Literaturblätter“
enthält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bilder aus der bayerischen
vie der deutschen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Milte September ab der durch fesselnde
dandlung und geistreiche Charakteristik ausgezeichnete deutsche Familienroman
„Die Grafen Eberstein“
von Theodor Küster.

E Neu eintre tende Abonnenten erhalien denselben gratis nachgeliefert. M
Der Abounnementspreis betraͤgt pro Kuartal Mart.
Müuünchen, im September 1881.

Die Grpedition,
Fürstenfelderstraße 13.

Erscheint weschentlieh 13 Mal. —
Unter den großen, in doppelter Ausgabe täglich erscheinenden Zei— s
tungen der Reichshauptstadt ist F F
44
„Die Tribüne
die einzige, welche
auch Montags
in ungeschmälertem Umfange in die Hand ihrer Leser gelangt. Wie
ie letzteren somit vor jeder Unterbrechung im Empfange ihrer
Zeitung bewahrt bleiben, so erfreuen sie sich andererseils einer *
ebenso gediegenen und ausgewählten, wie anregend unterhalten-⸗
den reichhaltigen Lektüre, — Vorzüge, durch welche „Die Tribüne?
schnell die Achtung in der gebildelen Leseweit gefunden und eine Zierde *
für den Familientisch geworden ist. Schnellste Berichterstattung, zuver⸗
lässige Informationen aus den besten Vuellen, populäre Orientirung
durch fachmännische und gehaltvolle Artikel über die schwebenden
Tagesfragen, Correspondenzen und telegraphische Meldungen in weite—
stem Umfange, fesselnde Romane und Erzählungen der beliebte-
sten Autoren, anziehende Feuilletous ernster und launiger Natur,
große Berliner Lokalzeitung, mit einer Chronik des buntesten S
Allerlei, Gerichtsverhandlüngen, zahlreiche Familien-Nachrichten u. s. w. *
zu. s. w. Den geschäftstreibenden Kreisen, wie dem an der geschäftlichen
Bewegung interessirten Privat⸗Publikum ist in dem ausführlichen Haudeis⸗
v theil der „Tribüne“ eine Quelle zuverlässiger und reichhaltiger In⸗
formationen über alle Zweige des Boͤrsen⸗ und Handelsverkehrs, ein⸗*
J schließlich des Waarenmarkts, erbffaet, die Landwirthschaͤft findet
2 in regelmäßigen Fachbe richten und Abhandlungen einen sachkundigen
Berather. „Die Tribüne“ erscheint in großem Formai 13 Mal
im der Woche, nämlich an jedem Wochentage, quch am
AMontage zweimal und Sonntags in einem doppelten Morgenblatt.
Der Abonnémentspreis ist unverhälttnissmcässig nie—
driger als bei den anderen grossen Leitungen. ,Die Tri⸗-
büne“ ist von allen Postanstalten des deutschen Neiches?!
vierteljährlich fisr n Mar m (einschließlich
oer Postprovision) zu beziehen.

Den neu hinzutretenden Abonnenten wird , Die Tribüne“
schon vom Tage der Bestellung ab gratis zur Verfügung gestellt, sofern
dieselben einen solchen Wunsch der Expedition zu erkennen
geben. Letztere wird den auswärtigen Abonnenten alsdann bis zum
J. Oktober, von welchem Tage ab die Postanstalten erst zur Lieferung
verpflichtet sind, Die Tribüne“ täglich zweimal franko per Kreuzband
übersenden.

Abonnements-Einladung.
auf die
⸗
Berliner Gerichts⸗Zeitung
4. Quartal 1881. 30. Jahrgang.

Die Berliner Gerichts-Zeiiung,
in Berlin wie im ganzen übri—
zen Deutschland vorzugsweis in
den gut situirten Kreisen der
Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute
ꝛc. verbreitet, ist bei ihrer sehr
zroßen Auflage für Inserate,
deren Preis mit 35 Pf. fuͤr die
gespaltene Zeile sehr niedrig ge—
tellt ist, von ganz bedeutender

Wirksamkeit.

Wer sein Necht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen!
Wer sich vor solchem Schaden an Ehre und Vermöogen bewahren will,
abonnire auf die „Berliner Gerichts-Zeitung“,die von den her⸗
vorragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnements⸗
hreis, bei ihrem reichhaltigen belehrenden und unterhaltenden Inhalte
n keinem deutschen Haushalte sehlen sollte. Die beliebien ju rist⸗
ischen Leitartikel über Reichs- und Landesgesetzgebung, sowie über Rechis⸗
ragen im Gehiet des bürgerlichen und Straf⸗Rechts, die für das praktische
Leben wichtigsten Entscheidungen deutscher Gerichtshöfe, die Ver⸗
ffentlichung der interessantesten Prozesse des Ju⸗ und Auslandes,
der reichhaltige, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kosten.
freien Nath ertheilende Briefkasten, das anerkann höchst gedie⸗
zene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Nomane sowie
selehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller
enthält, führen der Berliner Gerichts-FZeitung unausgesetzt eine große Anzahl
neuer Ahonnenien zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten,
derbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. Die ganz eigenartige, höchst
ikante politische Mundschau aus der Feder eines der beliebtesten
Berliner Publizisten orientirt die Leser über alle wichtigen politischen
Ereignisse. Den geehrten Abonnenten der ,Berliner Gerichts⸗Zeitung! die
rgebene Mittheilung, daß im nächsten Quartal äußerst interesffante No⸗
nane im Fenilleton veröffentlicht werden

Erscheint aueh Hontagßgs 2Mal.*

— sogar im
atadium, beseitigt sicher mit, auch ohne
dorwissen, unter Garantie der Ersinder

). M. u. Spezialistef. Trunksucht⸗Lei⸗
dende Th. Konetzky, Berlin,
Bernauerstr. 84. Atteste, deren Rich⸗
tigkeit von Königlichen Amtsgerichten
und Schulzen⸗Aemtern bestätigt, gra⸗
is. Nachahmer beachte man nicht, da
alche nur Schwindel treiben.

zaatmann's
920
Die Wormser Müller-Schule
deginnt das Wintersemestor am 1. November. Programm
and Auskunft ertheilt die
Direction: Dr. SChneider.
WORMS a. Rh.

Amud

Trrmm
deseitigt gefahrlos und sicher (auch
brieflich in 2 Std. Dr. méed.
Prust WVw. in Lei pꝛißx ·
Druck und Verlag von F. x. Demetz in —St. Ingbert.
        <pb n="586" />
        Beilage zum St. Jugberter Anzeiger Nr. 151.
44 ist in Anerlkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und Gediegenheit seines Inhalts
„Berlin er Tageblatt die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands
— eworden, indem es sich seit einer Reihe von Jahren einen festen Stamm
mit seinen 3 werthvollen Beiblättern: oe ufend Abonnenlen dauern erhailen hai. Die Vorzuge des „Berliner
Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem: „Täglich zweimaliges Erscheinen als
Ibende und Morgenblatt, wodurch das „B. T.“ in der Lage ist, alle Nachrichten stets
SStunden früher als jede nur ein Mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen.
Bänzlich unabhängige, freisinnige, ponttische Haltung. Spezial⸗Korrespondenten an allen
vichtigen Plätzen und daher rascheste und zuderlässige Nachrichten; bei bedeutenden Er⸗
ignissen umfassende Spezial⸗Telegramme. Ein eigenes parlamentarisches Bureau
iefert dem, B. T.“ schnelle und zuverlässige Berichte. Umfassende Handelszeitung und
Fourszettel der Berliner Börse. Vollständige Ziehungslisten der preußischen und Süchsi⸗
chen Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Ausgedehnte Anwendung
es Telegraphendrahts und deßhalb frühzeitigste Meldung aller wichtigen Ereignisse.
keichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗Neuigkeiten aus der Reichshaupistadt und den Pro—
inzen. Sorgfältig gepflegtes Feuilleton unter Milarbeiterschaft der ersten Schrifjsteller.
Im Roman⸗Feuilleton des IV. Quartals erscheint u. A.:
Der Neue Ahasver“, Roman von Fritæ XRXXX
Die se erste grohere Roman des bekannten Verfaffers von: „Nach berühmten
Muftern“ ist dem bewegten Treiben unserer Tage entnommen und schildert mit
charfer Satyre und dichterischer Kraft mancherlei wunde Stellen unserer heutigen Ber⸗
iner Gesellschaft.
Ermuntert durch die bereits erreichten großen Er⸗
olge ist das „Berliner Tageblatt“ bestrebt,
einen Inhalt stets zu erweitern und zu vervollkom⸗
nen, um seinen Lesern die thunlichst beste Zeitungs-
ciüre zu bieten ungeachtet des enorm billigen
Abonnementspreises für das Vierteliahr für alle⸗
Blätter zusammen, von nur
*
Abonnements-Einladung.

Die „Kaisserslauterer Zeitung“ gehört zu den größten und

verbreitetften, äglich erscheinenden Zeitungen der Pfalz; sie vertritt die
freisinnigsten Tendenzeen in Bezug auf die Erhaltung und
Fbrderung der bürgerlichen Freiheit, die Wahrung der hayerischen und der
deutsch⸗ nationalen Interessen, sowie des freien pfülzischen Gemeinsinns.
In diesem freisinnigen Geiste, in bundiger, populärer Schreibweise ver⸗
faßte Hriginal ⸗Leitartikel und politische Uebersichten sowie telegraphische Berichte
entiren den Politiker täglich in hinreichender Weise über die politischen
Tagesfragen, wie andererseits die fortlaufenden spannenden „Erzählungen,“
die vielen „Tagesneuigkeiten“ und die Zusammenstellung von interessantem
Verschiedenem“ die zahlreichen Neuigkeiten aus der Stadt und aus dem
Zreise, endlich das der Kaiserslauterer Zeitung wöchentlich 2mal gratis bei⸗
jegebene Unterhaltungsblatt AErholnugsstunde“ auch jene Kreise befrie⸗
digen dürfte, die in ihrer Tageszeitung, Unterhaltungsstoff“ suchen.

Im nachsien Quartale beginnt in der Kaiserslauter Zeitung“ wieder
eine sensationelle äußerst amgiehende Erzaͤhlung „Gebrochene Herzen“ Novelle
don Äbelbert Reinoid, welcher mit seiner blühenden Schreibweise und mit
der außerst spannenden Handiung, in allen seinen Erzäͤhlungen die Herzen
der Leser so zu fesseln versteht, daß man die Forisetzung tsäglich laum zu
erwarien vermag.

Der vierieljaͤhrliche Abonnementspreis beträgt irt. der „Erholungsstunde
fur die hiesigen Abonnenten, welche die Kaiserslauterer Zeitung! selbst
hei der Erpedition am Schillerplatz abholen, 2 M., den hiesigen Abonnenten
ins Haus gebracht 20 Pf. mehr filr Tragerlohn; — fur die auswärtigen
Abonnenten intt. Post⸗Bestellung 2 M. 65s Pf.

Da die Kaiserslauterer Zeituug eines der großten und verbrei⸗
tetsten Blatter der Pfalz ist, finden Anzeigen, welche pro sechsspaltige Petit⸗
zeile für die Pfalz mit 10 Pf., für außerpfälzische Inserate mit 15 Pf. be⸗
dechnet werden, durch dieselbe die weiteste und ĩohnendfte Verbreitung.
Bweflellungen auf die -Kaiserslauterer Zeitung werden angenom⸗
men auswarts von allen Posterpeditionen und den Postdoten, für den hiesi⸗
Jen Ort von der Erpedition der Kaiserslauterer Zeitung“ am
schillerplatz.

MNeu hinzutretende Abonnenten erhalten die Kaiserslauterer Zeitung von
jetzt bis 1. Oltober gratis.

So laden wir denn zu zahlreichem Abonnement ergebenst e in und bitten
die auswärtigen Abonnenten, die Bestellung bald zu erneuern, damit in der
Zusendung der Zeitung keine Unterbrechung eintritt.

Kaiserslautern, im September 1881.

Kedaklion und Verlag der „Kuiserslaulerer Zeitnng“.
Die
Wayerische Landeszeifung
nd
Müͤnchener Börsenhalle mit Verloosungsblatt
adet zum Abonnement pro IV. Quartal höfl. ein. Die Bayer. Landes⸗
—8 erscheint vom 1. Olt. ab in großem Format täglich — auch an
Sonn⸗ und Feiertagen — mit einer aglichen Beilage, enthaltend die
Kurse der Munchener, Aussburger, Wiener, Stuttgarter, Frankfurter und
Verliner Borse und mit einer wöchentlichen Verloosungsbeilage, enthalt.
alle europaischen Loospapiere. Reicher politischer und finanzieller Inhalt
ausge dehnte Münchener Lokalberichterstattuug und Gerichtssaal,
interrefsfantes Feuilleton und pikante Wocheuchronik (,Was sich die
Frauenthürme erzählen?“), haben der Bayerischen Landeszeitung in
verhältnißmäßig kurzer Zeit eine weite Verbeitung in Stadt und Land ver—⸗
schafft. Troß des überaus reichen Inhalts und siebenmaligen Erscheinens
isi der Abonnemenispreis ein sehr niedriger, nämlich nur 2 M. 40Pf.
vlerleltjährlich ohne Postgebühr. A Die auf 1. Olt. jetzt schon neu ein—
reienbden Abonnenten erhalten gegen Einsendung der Postquittung die bis 30.
Sepiember erscheinenden Nummer gratis und franco zugesandt. Am I0.
September beginnt im Feuilleton die Munchener Originalhumoreske: „Die
Feldherrenhalle“ von Marximilian Schmidt und im Laufe des Quarta ls
Dird Lin großer Roman aus der heutigen Münchener Gesellschafi
von einem hervorragenden bayerischen Schriftsteller zum Abdruck gelangen
delcher das allgemenste Interesse in hohem Grade in AÄnspruch nehmen dürfte

—œçXJXBW

Unentbehrlich für die gesammte Geschäfts⸗
und Handelswelt.
Alle gerichtlichen Bekanntmachungen, wie Firmen⸗Ein⸗
N traͤge, Konkurs⸗Nachrichten, Eheverträge, Guütertrenn⸗
—*— ungen und Ehescheidungen, Oeffentl. Zustellungen,
* Entmundigungs⸗Verfahren u. s. w., alle frei⸗
* willigen und zwangsweisen Immobilien⸗Mo⸗
25 bilien⸗Crescenz⸗, Waaren⸗ und Wein⸗
2 Versesgerungen, Fege Iunen ⸗Er⸗
4. edigungen, alle Holzversteigerungen,
—A— die — — au⸗ Submi sionen gnp Verpach⸗
ost bezogen M.1. ungen aus der gan ze un
gis ãñ8 X — Pfalz enthalb das
aie aeaten 2 — n e a der Woche
und Postboten nehmen
Beste llungen an. — Neustadt
—2 —2 EH.
— erscheine nde
Durch die Verbreitung dieses Blattes 2
n der ganzen Pfalz eignet sich der An⸗ —
zeigen The zur wirksamen Aufnahme 8
von Inseraten, welche zum Preife 5*—
von 15 Pfennig per viergespaltene Borgiszeile 2
berechnet werden. — Bei Wiederholungen entsprech⸗ 7
ender Rabatt.
Verlag der Aktien-Druckerei

eñαÑÊÑx̊akhe

in Neustadt a. H.

—TIIII
—J'IEPIDEb —IIII„II
rmeisches Journal englisches Journal für italienisches Journal
für Deutsche, Deutsche, für Deutsche,
mit erläuternden Anmerkungen, alphabetischem Voecabulaire und vrervoll·
kommneter Aussprachebereiehnung des Englischen und Italienischen.
Billigste auslund- —V l. XE
ische Lectüro. — ⸗ — rachunterrieht.

Lectuue. CEmil Sommer. Aumee
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sprachon namentlich für das Selbetstudium und bei Vorbereitung auf
ramina (Einjuhrig-Freiwillige); zugleich anziehendste und erfolgreichste
ranz., engl. und ital. Lectüre zur Debung und Unterhbaltung, durch die
Sonderoꝰ Binrichtung dieser Journale schon bei don bescheidensten
enntnissen in erspriesslichster. Weise verwendbar. Gründung des
öRy—, 1. Jan 1877; des INPERPRETER. I. Jan. 1878 und
x iculcnischen INFFRFRETR, 1J. Jan. 1880, und erfreuen sich sümmt-
e Se ournale duren inren hohen wissenschaftlichen und praktisehen
Verth einer ganz ausserordentlichen, die äussersten Grenzen Deutsch-
nas und Gesterreich-Ungarns umfassenden und im Auslande sich
Ostindien und Amerika erstreckenden, Verbreitung. Inhalt der
ĩrei Jotunaie vollig verschieden: Tagesgeschichte, populũurwissenschaftliche
ã Vernischte Sufsatze, gediegene Novellen, interessante Processe ete.
erner enthalt jede Nummer einen deutschen Artikel mit Anmerkungen
perelzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber⸗
ragung hierauf zur delbsteorrectur in der nächsssten Nummer folgt.
hectlien eine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
ler Post, dem Buchhandel oder direct, nur 1M. 75 Pf. (1 fH. 5 Kr. öo.
VF. 2 fr. 50). Preis eines einzelnen Monates direct 60 Pf. Probenum-
pern GRAFIS. Ipserate (à 26 Pf. die 48paltige Petitzeile) von er—
folgreichster Wirkung.
Eecutoben i. d. bayer. Rheinpfalæa.
Die Diresction.
        <pb n="587" />
        Kinladung zum Abonnement.
für das 4. Quartal der
66
„Frankfurter Presse
und Handelszeitung.

Die „Frankfurter Presse“ ist in der ganzen Anlage eine durchaus
eigenoartige und anziehende Zeitung. Entschieden iberal und durchaue
selbststaͤndig, bespricht sie die politischeu Erscheinungen vollkommen unbe.
jangen und unbeeinflußt, vom Stan dpunfkt der praktischen Zweckmäßigkeit aus
Diese ihre klare und beftimmie Haltung hat der „Frankfurter Presse⸗“
in den Kreisen unserer freisinnigen Abgeordneten und Politiker von
Raug und Einfluß viel Freunde erworben. Vamentlich in Baden,
Bayern, Hessen und Württemberg zahlt die „Frankfurter Presse⸗“
maßgebende Parteiführer biberalerKii chtung zu ihren Mitar⸗
beitern. Dem Handelotheil wird fortab mehr als seither ganz besondere
Aufmerksamkeit zugewendet. Dreimal täglich erscheinend ist die
„Frankfurter Presse“ in der Lage den Lesern, den auswärtigen insbe⸗
sondere, alle wichtigen Rachrichten ungesäumt zu vermitteln.

Gin eigener Telegraͤphendraht
zwischen Berlin und Frankfurt macht es ihr moͤglich, alle Mittheilungen aus
der Reichshaupistadt, vollständige Verichte über die Sitzungen des Reichs⸗
tags und Landtags gleichzeitig mit den Berliner Blättern zu bringen.

Die „Frankfürter Presfse“ strebt aber in der Hauptsache danach, die

interessanteste Zeituug Deutschlands

zu sein, und die bewährtesten Träfte stehen ihr darin zur Seite. Keine
andere Zeitung widmet dem Feuilleton jo viel Raum und so viel Auf⸗
mertsamkeit, wie die „Frankfurter Presse,“ welche täglich mehrere Feuii⸗
letons, als Specialität die kleinen, rasch populär gewordenen Studien über Ge—
selljschaft und Leben und spannende Rovellen, Erzählunger und allwöchent⸗
lich eine besondere Schachzeitung bringt. Im Ocioͤber beginnt der Abdruchk
eines neuen Romans,

„Die Straßenprinzessin“
der, glänzend in der Form, originell und spannend im Inhalt, vollauf ge⸗
eignet ist, besonderes Aufsehen zu erregen.

Bestellungen nehmen alle Postanstalten und unsere Agenturen zu dem
Preise von M. 6. 25 9f. pro Vierteljahr entgegen.

Neu eintretende Abonnenten erhalten die bis Ende dieses Monatis
erscheinenden Rummern gegen Einsendung der Bestell-Quittung von hier aus
gratis und franco zugesandt.

Frankfurt a. M., im September 1881.

Die Administration
der FJrankfurter Vresse und Handelszeitung.
Erscheint weschentläeh 13 Hal.
Unter den großen, in doppelter Ausgabe täglich erscheinenden Zei⸗
tungen der Reichshauptstadt ist
Sie Tribüue“
„Die Tribüne
die einzige, welche
auch Montags
in ungeschmälertem Umfange in die Hand ihrer Leser gelangt. Wie
die letzteren somit vor jeder Unterbrechung im Empfange ihrer
Zeituüng bewahrt bleiben, so erfreuͤen sie sich anderersells einer J
ebenso gediegenen und ausgewählten, wie anregend unterhalten
den reichhaltigen Lektüre, — Vorzüge, durch welche „Die Tribüne?⸗
schnell die Achtung in der gebildelen Lesewelt gefunden und eine Zierde
fuür den Familientisch geworden ist. Schnellste Berichterstattung, juver⸗
lässige Informationen aus den besten KQuellen, populäre Orienürung
J durch fachmännische und gehaltvolle Artikel über die schwebenden
Tagesfragen, Correspondenzen und telegraphische Meldungen in weite—
S sten Umjange, fesselnde Romane und Erzählungen der beliebie—
sten Autoren, anziehende Feuilletous ernsier und launiger Natur,
große Berliner Lokalzeitung, mit einer Chronik des buntesten
5 Allerlei, Gerichtsverhandlungen, zahlreiche Familien-Nachrichten u. s. w.
cu. s. w. Den geschäftstreibenden Kreisen, wie dem an der geschäftlichen
Bewegung interessirten Privat-Publikum ist insdem ausführlichen Handel s⸗
d theil der „Tribüne“ eine Quelle zuverlässiger und reichhaltiger In⸗
formationen über alle Zweige des Boͤrsen- und Handelsverkehrs, ein⸗
ẽschließlich des Waarenmarkts, eröffnet, die Landwirthschaft findel
S in regelmäßigen Fachberichten und Abhandlungen einen sachkundigen
e Berather. „Die Tribüne“ erscheint in großem Format 13 Mal
8 imn der Woche, nämlich an jedem Wochentage, auch am
AMontage zweimal und Sonntags in einem doppelten Morgenblatt.
Der Abonnementspreis ist unverhiciltniss mäissig nie-
driger als bei den anderen grossen LSeitiunuen. ,Die Tri-
büne“ ist von allen Postanfstalten des deutschen Reiches
vierteljährlich für nur 7 Marle (einschließlich
der Postprovision) zu beziehen.

Den neu hinzütretenden Abonnenten wird „Die Tribüne“
schon vom Tage der Bestellung ab gratis zur Verfügung gestellt, sofern
dieselben einen solchen Wunsch der Expedition zu erkennen
geben. Letztere wird den auswaͤrtigen Abonnenten alsdann bis zum
1. Oltober, von welchem Tage ab die Postanstalten erst zur Lieferung
verpflichtet sind, Die Tribüne“ täalich zweimal franko per Kreuzband
übersenden.
RErscheint a2uüu Hountags 2MAal. BF
— *
Die WMormser Müller-Schule
deginnt“ das Wintersemester am 1. November. Programm

and Auskunft ertheilt die
- Direction: Dr. Schneider.
J WORMS a. R. —B
Druck und Verlag von F.—

Süddeutsche Presse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genannte größte, reichhaltigste und angesehenfte Blatt von Munchen
wird durch die bevorstehende Eroöffnung des neugewählten bayerischen Land⸗
tages in Berichterstattung wie in politischem Einfluß erhöhte Bedeutung
gewinnen. Seine gut baherische, entschieden natidnale und gemäßigt libe⸗
rale Haltung darf als bekannt vorausgesetzt werden In ben slädtischen
Angelegenheiten vertritt dasselbe den Standpunkt des Ausgleichs und der
Lersöhnung der Parteigi behufs gemeinsamer Arbeil an dem Wohle der
Stadt München. — Der lokale und provinzielle Theil ver „Südd. Pr.“
ist der reichhaltigste irgend eines bayerischen Blaites.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Berichte des Theaters und der
Musik werden in dem Blatte von anerkannter Feder besprochen. Sporis⸗
berichte, wie namentlich die Nachrichten aus bayerischen Garnisonen haben
die „Suddeutsche Presse“ in den militärischen Kreisen weit verbreiter und
helfen derselben dort stets neue Freunde zuführen.

Die „Süddeutsche Presse“ bringt den ojfiziellen Kourszettel der Mün⸗
chener Börse unverkürzt zum Abdrucke. Ihr Handelstheil gibt dem Leser
einen sicheren Ueberblick über alle Bewegungen des Effeklen⸗ und Produkien⸗
handels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirksamkeit der uns
anvertrauten Inseraten in den kauffähigsten Sichten des Publikums.
Wucherinserate oder solche bedenklichen Charakters sind unbedingt ausge⸗
schlossen, so daß das Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbe⸗
denklich in die Handgegeben werden kann. Die Inferate werden mit 20
pro Zeile berechnet.

Die allgemein belletristische und wissenschaftliche Beilage

„Bayerische Literaturblätier“
enthält außer Erzäblungen und Skizzen kritische Bilder aus der bayerischen
wie der deutschen Literatur und Geschichte

Im Feuilleton erscheint von Miite September ab der durch fesselnde
Handlung und geistreiche Charakteristik ausgezeichnete deutsche Familienroman

„Die Grafen Eberstein“
von Theodor Küster.
Eyeu eintre tende Abonnenten erhalten denselben gratis nachge liefert.

Der Abounementspreis betraägt pro Kunartal eee.
München, im September 1881.

AI
Fürstenfelderstraße 18.

Abonnements-Einladung.
auf die
2 0 2—
—

Berliner Gerichts-Zeitung

4. Quartal 1881. 30. Jahrgang.
Die Berliner Gerichts-Zeitung,
Man abonnirt bei allen Post- in Berlin wie im ganzen übri⸗
Aemtern Deutschlands, Oester⸗ gen Deutschland vorzugsweis in
reichs, der Schweiz ꝛc. für 2 den gut fituirten Kreisen der
Mark 50 Pf. für das Viertel- Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute
jahr, in Berlin bei allen Zei- ⁊c. verbreitet, ist bei ihrer sehr
tungs⸗Spediteuren für 2 Mark großen Auflage für Inserate,
40 Pf. vierteljährlich, für 80 Pf. deren Preis mit 38 Pf. für die
monatlich einschließlich des 4gespaltene Zeile sehr niedrig ge⸗
Bringerlohns. stellt ist, von ganz bedeutender

Wirksamkeit.

Wer sein Recht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen!

Wer sich vor solchem Schaden an Ehre und Vermoͤgen bewahren will,
abonnire auf die „Berliner Gerichts-⸗Zeitung“,die von den her⸗
vorragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnemenis⸗
preis, bei ihrem reichhattigen belehrenden und unterhaltenden Inhalte
in keinem deutschen Haushalite sehlen sollte. Die beliebien jurist⸗
ischen Leitartikel über Reichs- und Landesgesetzgebung, sowie über Rechis⸗
jragen im Gehiet des bürgerlichen und Straf⸗Rechts, die fur das praktische
Leben wichtigsten Entscheidungen deutscher Gerichtshöfe, die Ver—
oöͤffentlichung der interessautesten Prozesse des Ju⸗ und Auslandes,
der reichhaltige, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kosten
freien Rath ertheilende Briefkasten, das anerkam höchst gedie⸗
gene Feuilleton, welches stets die nenesten, beften Romane sowie
belehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller
enthält, führen der Berliner Gerichts-Zeitung unausgesetzt eine große Anzahl
neuer Abonuenien zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesenflen,
verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. Die ganz eigenarfige, höchsi
pitante politische Rundschau aus der Feder eines der beliebtesten
Berliner Publizisten orientirt die Leser uüber alle wichtigen politischen
Ereignisse. Den geehrten Abonnenten der Berliner Gerichts⸗Zeitung? die
ergebene Mittheilung, daß im nächsten Quarial äußerst interessante Mo⸗

mane im Feuilleton veröffentlicht werden.

J— sogar im
Trunksucht, ae
Stadium, beseitigt sicher mit, auch ohne
Vorwissen, unter Garantie der Ersinder
d. Meu. Spezialist f. Trunksucht⸗Lei⸗
dende Th. Konuetzky, Ber lin,
Bernauerstr. 84. Atteste, deren Rich⸗
tigkeit von Königlichen Amtsgerichten
und Schulzen-Aemtern bestätint, gra⸗
tis. Nachahmer beachte man nicht, da
jolche nur Schwindel treiben.

r Demontz in St nahert.

Roikmann's
min

Vrmni
veseitigt gefahrlos und sicher (auch
brieflich in 2 Std. Dr. med.
rnstt WVw. in Leipæig.
        <pb n="588" />
        Beilage zum St. Jugberter Anzeiger Nr. 151.
44 ist in Anerkennung der Reichhalligkeit, Vielseitigkeit und Gediegenheit seines Inhalts
„Berlin er Tageblatt die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands
— zeworden, indem es sich seit einer Reihe von Jahren einen festen Stamm
mit s einen 3 werthvollen Beiblättern: 70 Taufend Abonnenlen dauerns erhallen hat. Die Vorzuge des „Berliner
Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem: Täglich zweimaliges Erscheinen als
Abend⸗ und Morgenblatt, wodurch das „B. T.“ in der Lage ist, alle Nachrichten stets
iS Stunden früher als jede nur ein Mal täglich erscheinende Zeitung zu bringen.
Hänzlich unabhängige, freisinnige, dohttische Haltung. Spezial⸗Korrespondenten an allen
vichtigen Plätzen und daher rascheste und zuderlässige Nachrichten; bei bedeutenden Er⸗
ignissen umfassende Spezial⸗Telegramme. Ein eigenes parlamentarisches Bureau
icfert dem, R. T.“ schnelle und zuverlässige Berichte. Umfassende Handelszeitung und
Fourszettel der Berliner Börse. Vollständige Ziehungslisten der preußischen und Sãchsi⸗
chen Lotterie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere. Ausgedehnte Anwendung
des Telegraphendrahis und deßhalb fruhzeitigste Meldumg aller wichtigen Ereignisse.
Reichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗Neuigkeiten aus der Reichshaupistadt und den Pro⸗
binzen. Sorgfältig gepflegtes Feuilleton unter Milarbeiterschaft der ersten Schrifsteller.
Im Roman⸗Feuilleton des IV. Quartals erscheint u. A.
Der Neue Ahasver“, Roman von Fritæ Hauthner.
Diefer erste größere Roman des bekannten Verfaffers von: „Nach berühmten
Muftern“ ist dem bewegten Treiben unserer Tage entnommen und schildert mit
charfer Satqure und dichterischer Kraft mancherlei wunde Stellen unserer heutigen Ber⸗
liner Gesellschaft.
Ermuntert durch die bereits erreichten großen Er⸗
solge ist das „Berliner Tageblatt“ bestrebt,
einen Inhalt ftets zu erweitern und zu vervollkom⸗
nen, um seinen Lesern die thunlichst beste Zeitungs—
ellüre zu bieten ungeachtet des enorm billigen
Abonnementspreises fur das Vierteljahr für alle 4
Blätter zusammen, von nur J
Abonnements⸗-Einladung

Die „Kainerslauterer Zeitung“ gehört zu den größten und
verbreitelsten, tüglich erscheinenden Zeitungen der Pfalz; sie vertritt die
freisinnigsten, Tendenzen in Bezug auf die Erhaltung und
Forderung der bürgerlichen Freiheit, die Wahrung der hayerischen und der
deutsch⸗nalionalen Interessen, sowie des freien pfälzischen Gemeinsinns.

In diesem freisinnigen Geiste, in bündiger, populärer Schreibweise ver⸗
faßte Hriginal ⸗Leitartikel und politische Uebersichten sowie telegraphische Berichte
entiren den Politiker täglich in hinreichen der Weise über die politischen
Tagesfragen, wie andererseits die fortlaufenden spannenden „Erzählungen,“
die vielen Tagesneunigkeiten“ und die Zusammenstellung von interessantem
WVerschiedenem“ die zahlreichen Neuigkeiten aus der Stadt und aus dem
reise, endlich das der Kaiserslauterer Zeitung wöchentlich 2mal gratis bei⸗
gegebene Unterhaltungsblatt Erholungsstunde“ auch jene Kreise befrie⸗
digen dürfte, die in ihrer Tageszeitung , Unterhaltungsstoff“ suchen.
gIm nachsien Quartale beginnt in der Kaiserslauter Zeitung“ wieder
eine sensationelle äußerst amiehende Erzahlung „Gebrochene Herzen“ Novelle
don Aboelbert Reinoid, welcher mit seiner blühenden Schreibweise und mit
der äußerst spannenden Handlung, in allen seinen Erzählungen die Herzen
der Leser so zu fesseln versteht, daß man die Forisetzung säglich kaum zu
erwarten vermag.

Der vierteljaͤhrliche Abonnementspreis beträgt inkl. der „Erholungsstunde“
für die hiesigen Abonnenten, welche die Kaiserslanterer Zeitung! selbst
hei der Erpedition am Schillerplatz abholen, —A
ins Haus gebracht 20 Pf. mehr fur Tragerlohn; — fur die auswärtigen
Abomnenten inkl. Post⸗Bestellung 2 M. 65 Pf.

Da die Kaiferslauterer Zeituug! eines der groͤßten und verbrei⸗
tetsten Blatter der Pfalz ist, finden Anzeigen, welche pro sechsspaltige Petit·
zeile für die Pfalz mit 10 Pf. für außerpfälzische Inserate mit 15 pf. be⸗
kechnet werden, durch dieselbe die weiteste und lohnendste Verbreitung.

Bestellungen auf die Kaiserslauterer Zeitung“ werden angenom⸗
men auswaris von allen Posterpeditionen und den Postooten, für den hiesi⸗
gen Ort von der Expedition der Kaiserslauterer Zeitung“ am
Schillerplatʒ.

Reu vhinzutretende Abonnenten erhalten die Kaiserslauterer Zeitung von

jetzt bis 1. Oktober gratis.
So laden wir denn zu zahlreichem Abonnement ergebenst ein und bitten
die auswartigen Abonnenien, die Bestellung bald zu erneuern, damit in der
Zusendung der Zeitung keine Unterbrechung eintritt.

Kaiserslautern, im September 1881.

Redanlion und derlag der „Kaiserslaulerer Zeitung.

Die
Vayerisch ndeszeit
ayerische Landeszeitung
J und
Muͤnchener Boͤrsenhalle mit Verloosungsblatt
adet zum Abonnement pro IV. Quartal höfl. ein. Die Bayer. Landes⸗
Jeitung erscheint vom 1. Olt. ab in großem Format täglich — auch au
Sonn und Feiertagen — mit einer naglichen Beilage, enthaltend die
durse der Munchener, Augsburger, Wiener, Stuttgarter, Frankfurter und
Berliner Borse und mit einer wöchentlichen Verloosungsbeilage, enthali.
alle europäischen Loobpapiere. Reicher politischer und finanzieller Inhalt,
ausgedehnte Münchener Lokalberichterstattung und Gerichtssaal,
interressantes Feuilleton und pikante Wochenchronik („Was sich die
Frauenthürme erzählen“), haben der Bayerischen Landeszeitung in
verhältnißmaßig kurzer Zeit eine weite Verbeitung in Stadt und Land ver⸗
schafft. Trotz des überaus reichen Inhalts und fiebenmaligen Erscheinen⸗
isi der Abonnementspreis ein sehr niedriger, nämlich nur 2 M. 40 Pf.
vierteljährlich ohne Postgebühhr. G Die auf 1. Oit. jetzt schon neu ein⸗
reienben Abonnenten erhalten gegen Einsendung der Postquittung die bis 30.
September erscheinenden Nummer gratis und franco zugesandt, Am 19.
September beginnt im Feuilleton Re Manchener Originalhumoreske: „Die
Feldherrenhalle“ von Marimilian Schmidt und im Laufe des Quartals
dird an großer Roman aus der heutigen Münchener Gesellschaft
bon einem hervorragenden bayerischen Schriftsteller zum Abdruck gelangen
icher das allgemenste Interesse in hohem Grade in Anspruch nehmen duürfte

— — — — —

— — — — — — —

—ntbehrlich für die gesammte Geschäfts⸗
und Handelswelt.
Alle gerichtlichen Bekanntmachungen, wie Firmen⸗Ein⸗
7 lräge, Koͤnkurs⸗Nachrichten, Ehevertrüge, Gütertrenn⸗
mngen und Ehescheidungen, Oeffentl. Zustellungen,
Entmundigungs⸗Verfahren u. s. w., alle frei—
— — will igen und zwangsweisen Immobilien⸗ Mo⸗
— 2 bilien⸗, Crescenz⸗, Waaren⸗ und Wein⸗
—2 Versenermgen ee Stellen ⸗Er⸗
— edigungen, alle Holzversteigerungen,
—— die — au⸗ —— und Verpach⸗
bezogen M.1. tungen aus der gau ze n
* XREXx X . Pfalz enthall das
Alle a 2. INea hder Woche
und Postboten nehmen
Beste Uungen an. — F Neustadt
2 u. H.
9 erscheinende
Durch die Verbreitung dieses Blattes 2
in der ganzen 368 eignet sich der An⸗ —
seigen Theil zur wirksainen Aufnahme J
bon In seraten, welche zum Preise *
bon 15 Pfennig per viergespaltene Borgiszeile 7
berechnet werden. — Bei Wiederholungen entsprech⸗
ender Rabatt.

Verlag der Aktien-Druckerei
in Neustadt a. H.

lIDI“e IPPIPht
lJPU Peh —IIIIDIIIIIV
rιειια9α;α Journal enslisches Journal für italienisches Journal
für Deutsche, Deôutsche, für Doutsche,
mit eêrläuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire und vervoll-
Lommneter Aussprachebereichnung des Englischen und Italienischen.
Billigste auslũnd- l —I I. —W
ische Lectüre. — 1 — rachunterrieht.

Leetire. CEmil Sommer. ¶ Iueme

Vorzũglichste und wirksamste Hilfsmittel bei Erlernung obiger drei
Iprachen damentlich für das Selbststudium und bei Vorbereitung auf
xamina Einjuhrig· Freiwillige) zugleich anziehendste und orfolgreichste
ranz., engl. und ital. Lectüre zur VFebung und Unterhaltung, dureh die
cGondereꝰ Rinriehtung dieser Journale schon bei don bescheidensten
enntnissen in erspriesslichstor Weise verwendbar. Gründung des
Füi, 1. Juni 1877; des INIFRPRBTVB, 1. Jan. 1878 und
ses i iiSchen INVERFPRETIV, 1. Jan. 1880, und erfreuen sien sümmt-
TDhe ari Joumalo durch ihren hohen wissenschaftlichen und praktischen
erth einer ganz ausserorcdentlichen, die äussersten Grenzen Dontsch-
And und Gecterreich-Ungarns umfassenden und im Auslande sich
Ostindien und Amoerikà erstreckenden Verbreitung. Inhalt der
irei Jounale völlig verschieden: Tagesgeschiohte, populurwissenschastliehe
d Fermischte Cufsütze, gediegene Novellen, inseressante Processe ete.;
er ctalt jede Nummer einen deutschen Artikel. mit Anmerkungen
n Vebersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber-
ragung hierauf zur dvelbsteorrectur in der püchsten Nummer folgt.
FWidhectuch eine Nummer. Quartalpreis jedes der drei Journale, bei
lerx Post, dem Buchhandel oder direct, nur 1M. 75 Pf. (1 H. 6 Kr. ö.
ĩ., 2 fr. 50). Preis éeinos einzelnen Monates direct 60 Pf. Probenum-
nern GRAFIS. Incerate (à 25 Pf. die 48paltige Petitæeile) von er-
folgreichster Wirkung.

Fechuiobenm i. d. bayer. Rheinpfalz.
Dae Dispenrtaon.
        <pb n="589" />
        Slt. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (S mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstaan, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreie beträgt vierteljährlich

lA440 Z einschließlich Traͤgerlohn; durch die Voft bezogen 1.4 60 A, einschließlich 4a0 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswortt
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, NReclamen mit 30 pro Jeite herecdnei.
M 152. I Samstan, den 24. September —1881.
Das deutsche Volk in Waffen.

Eine jüngst erschienene Schrift des auf dem Gebiete der Mili—
ärstatistik unbedingt die erste Stelle einnehmenden Militärschrift⸗
iellers, Hauptmann a. D. Freiherrn v. Fircks, enthält über die
Bliederung des deutschen Reichsheeres für den Kriegs⸗ und Mobil⸗
machungsfall so genaue und bestimmte Ausweise und so eingehende,
dei der bekannten Gründlichkeit dieses Herrn wohl als unbedingi
uverlässig anzusehende Zahlenangaben, daß dieses Werk fast un⸗
nöglich verfehlen kann, ein hohes Interesse in Anspruch zu nehmen.

Der Friedensstand der deuischen Armee mit fortan 18,128
Offizieren, 427, 274 Mannschaften oder alles in allem 449,257
Mann mit 81,629 Dienstpferden kann als bekanm vorausgesetzt
werden. Anders verhält sich dies jedoch mit der Gliederung der
deutschen Armee für den vorgedachten Fall in Feld⸗, Feldreserve⸗,
Ersatze und Besatzungstruppen. Der Stand der ersteren stellt fich
tatsmäßig unmittelbar nach erfolgter Mobilmachung auf 16,512
Offiziere, 691, 082 Mannschaften 2099 Militärärzte, 883 Roß⸗
aͤrzte, 9270 Zahlmeister, 1844 Büchsenmacher, 619 Sattler, 2658
Marketender mit insgesammt 27,785 Fahrzeugen und 222,751
Dienstpferden.

Die Reserve-Feldtruppen sind zur unmittelbaren Unterstützung
der Feldtruppen bestimmt. Dieselben gliedern sich zunächst ber
hrer Aufstellung nur in Divisionen und bestehen aus mobilge⸗
machten Landwehr⸗Bataillonen, deren immer drei zu einem Reserve⸗
Regiment zusammengestellt werden, Reserbde⸗ Jäger⸗Bataillonen (eine
bisher nur einmal 1866 stattgehabte Formation), Reserbe⸗Kavallerie
Regimentern, Batteriecen, Pionier⸗Kompagnieen. Der etatsmäßig
anmittelbar verfügbare Stand dieser Armee⸗Reserve berechnet sich
u 6526 Offizieren, 249,554 Mannschaften, 386 Aerzten und je
293 Zahlmeistern und Büchsenmachern. Die Kriegsstaͤrke der ge⸗
ammten unmittelbar für die Feldverwendung verfügbaren deutschen
Streitkräfte würde somit 962674 Kombattanten, darunter 22. 088
Offiziere betragen.

An Ersatztruppen wird pro Infanterie⸗Regiment ein Ersatz⸗
Bataillon aufgestellt, dem sich, abweichend von der Formation von
870/71 und 1866, fortan bei den preußischen Garden eine fünfte
ompagnie, bei den deutschen und preußischen Linientruppen pro
Ersatz⸗Bataillon überschießend 300 Mann, welche ebenfalls zu einer
ünften Kompagnie zusammengestellt werden können, als Ersatz⸗Ab⸗
theilung für das lorrespondierende Reserveregiment hinzugefügt
finden. Außerdem gehört fernerhin jedem ErsatzBataillon noch
ine Handwerker-Abtheilung von 211 Rann an. Die Jäger⸗ und
Pionier⸗Bataillone formieren wie auch früher schon je eine Ersatz⸗
dompagnie, die Artillerie pro Brigade zwei Abtheilungen zu 2

Batterien. Die Kavallerie⸗Regimenter lassen von ihren fünf Frie⸗
ensescadrons je eine als Ersatzescadron zurück. Die Gesammt⸗
tärke der Erfatziruppen berechnet sich zu 4136 Offizieren, 278,374
Mannschaften, wobei sich die Aerzte, Zahlmeister u. s. w. nicht mu
eingerechnet befinden.

Als die Stämme für die Besatzungsarmee blieben danach an
anmittelbar verfügbaren Truppen noch 3778 Offiziere, 153.169
Mannschaften, welche sich aus den nicht mobil gemachten Land⸗
vehr⸗Bataillonen, den Landwehr⸗Fuß⸗ Artillerie⸗Btaillonen, Land⸗
vehr· Jagern, Pionieren u. s. w. zusammenstellten. Die unmittel⸗
zar bei dem Eintreten eines Krieges nach erfolgter allgemeiner
Mobilmachung verfügbaren deutschen Streitkräfte berechnen sich so⸗
nit zu 1,394,217 Combattanten, darunter 20,979 Offiziere.

Ganz nen erweist sich die Berechnung der Landsturmstärke,
er bekanntlich nach dem neuen Landsturmgesetze vom 12. Februat
875 bei Erfordern mit zu Vertheidigungszwecken aufgeboten werden
ann. Es werden daben für die Landsturmformation nur die den
ieuen Jahrgangen derselben angehörigen alten, ausgedienten Sol⸗
aten in Berechnung gestellt, weiche bei 150,839 Mann, die durch⸗
ehends seit 18783 pro Jahr in die Armee eingestellt worden sind,
ine Totalstärke von 1353,051 Mann ausweisen müßten, die
»egen der erfahrungsmäßigen Ausfälle an Unabkömmlichen, Aus⸗
wanderten, Verstorbenen u. s. w. sich jedoch auf 903,564 nach
er durchgeführten genauen Berechnung herabmindern. Es würde
ese Zahl genügen, um 300 äInfanterie- und 100 Fobellri⸗

Regimenter aufzustellen, für welche sich die Waffen, Ausrüstungs⸗
tücke u. s. w. bereit finden und die bis zum letzten Mann aus
altgedienten und zur Zeit noch großentheils kriegserfahrenen Sol⸗
aten bestehen würden.

Die gesammte verfügbare deutsche Streitmacht würde sich da⸗
nach auf etwa 2,300,006 Mann berechnen, wozu durch die Ver—⸗
zügung über die militärische Ausbildung der Ersatz-Reserbe erster
Klaffe fortan noch 2-300000 Mann hinzutreten werden.

Deutsches NReich.

Berlin, 21. Sept. Nach dem „Reichs⸗Anzeiger“ hat der
nterimistische Leiter des auswärtigen Amts, Unterstaatssekretär
Dr. Busch, noch am gestrigen Abend an den hiesigen amerikanischen
veschäftsträger Mr. Sydney Everett eine Note gerichtet und dem⸗
elben darin die aufrichtige Theilnahme der kaiserlichen Regierung
in dem schweren Verlusie ausgesprochen, welchen Volk und Regierung
ꝛer Vereinigten Staaten durch den infolge eines nichtswuͤrdigen
derbrechens eingetretenen Tod des Präsidenten erlitten haben.
Der amerilanische Geschäftsträger Mr. S. Eberell fordert die Bürger
der Vereinigten Staaten, weiche in Berlin leben, auf, sich am
Samstag, den 24. d. M., in der hiesigen amerikanischen Gesandt⸗
chaft, Nachmittags 8 Uhr, zu einer Gedächtnißfeier für den ent⸗
chlafenen Präfidenten Garfield einzufinden.

Die „Bohemia“ will wissen, daß zwischen den drei Kaiser⸗
mächten neuerdings Exrörterungen uͤber gemeinsame Schutzmaß⸗

cegeln gegen politische Mörder und namentlich über eine präzise
Regelung des Auslieferungswesens stattfänden. Da es vor Kurzem
hieß, daß im öͤsterreichisch ungarischen auswärtigen Amte diesbe—
zügliche Verhandlungen geflogen würden, so klingt die Nachricht
der „Bohemia“ nicht unwahrscheinlich; das Blatt fügt dann weiter
jinzu, wenn England und Frankreich etwaigen Wuͤnschen gegen⸗
iber ihre frühere ablehnende Haltung beibehalten würden, so duͤrfte
eine „Art Kontinentalsperre“ gegen dieselbe durchgeführt werden.

In einem Artikel, betitelt: „Bismardcks Gegner und unsere
zuswärtige Politik“ sagt die „Prov.«Korr.“: Das Ministerium
Bismarck, welches das unmöglich scheinende Ziel erreichte. 10 Jahre
iach dem Frankfurter Frieden den politischen Horizont für uns
»on den kleinsten Wölkchen freizumachen, ist eine Garantie unseres
Friedens und der Friede die Vorbedingung einer schaffenden inneren
Politik. Gegen das Ministerium Bismarck wählen und die Ein⸗
führung der parlamentarischen Regierung verlangen, heißt an dem
Frieden des Landes rütteln.“

Ausland.

Wien, 21. Sept. Die „Polit. Korr.“ meldet: Der Kaiser
ieß sofort nach dem Eintreffen der Nachricht von dem Ableben des
Prasidenten Garfield sowohl der Regierung der Vereinigten Staaten
»on Nordamerika als auch der Wiilwe des Präsidenten durch den
heschäftsträger in Washington eine Theilnahme ausdrücken.

Die Wiener halbamtliche Montagsrebue“ meldet eine dem—⸗
aächst stattfindende Begegnuig des Kaers Fra nz Josef mit
dem Zaren.

Wie es heißt. wird sofort nach dem Zusammentritt der neuen
franuzs sischen Abgeordnelenkammer (17. October) das Ministe⸗
rium Ferry zurückttreten, um dem Praͤsidenten Grevy Gelegenheit
zu geben, das Ministerium entsprechend der sehr verstärkten ge⸗
näßigt⸗ republikanischen Mehrheit neu zu bilden. Man glaubt, daß
Bambetta an die Spitze des neuen Ministeriums treten werde.

New-NYortk, 21. Septbr. Die öffentliche Subskription für
die Familie Garfield's beläuft sich auf 190,000 Dollars. — Die
leberreste des Verblichenen werden morgen per Eisenbahn von
dongbranch nach dem Capitole in Washington gebracht und dori

»is Freitag Nachmittags um 5 Uhr ausgestellt. Dann erfolgt
nittels Leichenwagens die Ueberführung nach Cleveland, wo nach
veiterer Ausstellung Montag Nachmittag um 2 Uhr die Beerdigung
Statt findet.
v„eͤ
*St. Ingbert, 28. Sert. Wir machen darauf auf⸗
merksam, daß die Inscription für das Schuljahr 1881/82 in der
gl. Lateinschule dahier nächsten Mittwoch, den 28. Sept.,
von morqgens 9 Uhr ab im Amtszimmer des kal. Subrektorctes

—9—
        <pb n="590" />
        stattfinden wird. Am 29. und 30. Sept. werden die Aufnahms-

ind Nachprüfungen abgehalten; der regelmüßige Unterricht beginnt

im 1. Ottober. Bezuͤglich der Aufnahmsbedingungen für die

Knaben, welche neu in die unterste Klasse eintreten wollen, ver⸗

weisen wir auf den letzten Jahresbericht der Lateinschule und auf

ine Bekanmmachung des kal. Subrektorates in Nr. 150 des

„Anzeiger“.

xSt. Ingbert, 23. Sept. Aus Nro. 19. der „Brom⸗

berg'schen Zeitschrift für praktische Baukunst“ entnehmen wir Nach⸗

ttehendes: Mykothanaton oder Schwammtod. Ueber

die segensreiche Wirksamkeit dieses Schwamm ⸗ Verhütungs⸗ und
Vertilgungsmittels ist soeben die 20. Auflage des Berichts seitens
— erlin“ herausgegeben. Aus

demselben ist zu ersehen, daß das genannte Fabrikat seit 20 Jahren
feine nachhaltige Wirkung außer Zweifel gestellt hat. Der Bericht
enthält eine ausführliche Gebrauchs⸗Anweisung des Präparats als
Vertilgungsmittel der verschiedenen Holzschwammbildungen, sowie
eine solche für die Behandlung als Vorbeugungsmittel, endlich
auch als Holzimprägnirungsmittel. Außer zahlreichen Attesten von
Behörden und Beamten über die günstige Wirksamkeit des Mittels
n Bezug auf Schwammvertilgung laßt die ungeheuere Anzahl der
Techniker (1800), welche hereils Gebrauch dabon gemacht haben,
uf die ungeahnte Verbreitung des schrecklichen Uebels schließen.
die große Zahl der Privatleute, welche ebenfalls schon in derselben
Lage gewesen sind, verschweigt die Firma ausdrücklich, um die
Hauser derselben nicht moͤglicherweise durch Erwähnung des darin
horgekommenen Schwammes zu entwerthen. Angesichts der unge—
jeueren Verbreitung des Uebels und des enormen Schadens, wel⸗
her der Schwammwuchs den Häusern verursacht, kann man nur
dringend rathen, ein bewähries Mittel bei Zeiten, d. h. wenn
möglich als Vorbeugungsmittel zu gebrauchen. Bisher stand der
berbreileten Anwendung immer noch der theure Preis des Materials
entgegen. Derselbe ist aber jetzt wesentlich ermäßigt.“

* Die kgl. Kreisregierung der Pfalz sieht sich in einer
Entschließung vom 14. ds. M. veranlaßt, mit Rücksicht auf die
an das Lehrerpersonal an den deuischen Schulen nach der Richtung
des Schul⸗ wie des Kirchendienstes zu stellenden Anforderungen
den bezeichneten Lehrern die Theilnahme an Uebungen
der Feuerwehr in der Zeit des Schul⸗ und Kirchendienstes,
„benso wie während einer Stuͤnde vor dem Beginn dieses Dienstes
zu untersagen.

AusdemBliesgau wird der „Zw. Ztig. geschrieben:
Bei einer dieser Tage in Onmersheim abgehaltenen Versteigerung
don Gulern, welcher allgemein mit großer Spannung entgegen ge⸗
sehen worden, wurden trotz der schiechten Zeiten recht glänzende
Resultate erzielt, obwohl die Jahreszeii für eine Versteigerung die
denkbar schlechteste ist und sämmiliche Aecker beinahe alle seit einiger
Zeit öde lagen. Es ist dies wiederum ein neuer Beweis, daß es
Im die Landwirtschaft so schlimm noch nicht bestellt ist, als wie
inige Herren Agrarier glauben machen möchten, ob gleichwohl seit
1870 fur die hiesige Gegend kein so futterarmes Jahr mehr war.,
Würde ubrigens gute Witterung jetzt eintreten und das Grummet
—E manchen Stellen recht reichlich
ausgibt, so ließe sich der Futternoth in Folge der zu erwartenden
reichen Kartoffelernte und durch Verringerung des wohl uͤber manche
Verhältnisse zu starken Viehstandes schon entgegen treten lassen.
Rur an der Streunoth, die sicherlich beinahe nie dagewesene Di⸗
mensionen annehmen wird, dürfle nichts mehr zu ändern sein, wenn
uicht bei Zeiten von Seiten der Regierung für Streuabgabe aus
In Gemeinde⸗ und Staatswaldungen gesorgt wird.

Zweibrücken, 21. Sept. In der heutigen Landge⸗
richtssitzung wurde der frühere Geschäftsmann Louis Clemens
on Hoͤmburg wegen Betrugs und Unterschlagung zu einer Gefäng⸗
nißstrafe von 5 Jahren und zum Verlust der Ehrenrechte auf die
gleiche Dauer veruriheilt. (Z3w. 3tg.)

4 3weibrücken, 22. Sepi. Zu den Rennfestlichkeiten
Reunion und Ball am 24, Umzug und Rennen am 25. Sept.)
ist die vollständige Regiments⸗Musik des kgl. 18. Infanterie⸗
Regiments engagirt.

m. In der Racht vom verflossenen Sonntag auf Montag brannte
—V—— Lebeck in Dieischweiler ab. Beim
Ausrdumen wurde die Beobachtung gemacht, daß Schränke und
disten mit Stroh gefüllt waren, und ůegt somit der Verdacht der
Brandstiftung nahe. Wie verlautet, ist Lebeck bereits verhaftet.

F Nach dem „Eilboten“ hatten sich die Lehrer und Schul⸗
vberweser des Amisbezirkes Landau am 17. ds. in Landau ein⸗
ufinden, um einen Eid daraufhin abzulegen, daß sie keiner geheimen
Vereinigung angehören. ()

rLudwigshafen, 20. Sept. Heute früh wurde auf
der Bahnstrecke Boͤhl⸗ Iggelheim⸗Schifferstadt der Heizer Deller von
Iggelheim todt aufgefunden. Decselbe wollte gestern Abend mit
dem leßgten Zuge hierherfahren, verspätete aber den Zug und trat
den Weg zu Fuß an auf der Bahnstrecke entlang. Wahrscheinlich
urde e hier vom Schlafe übermannt und von dem heute früh

3 Uhr 47 Min. von Neustadt abgehenden Schnellzug überfahren.
Der Verunglückte hinterläßt hier eine Wittwe mit 4 Kindern.

4 In dem Kreisamtsblatt für die Pfal z wird dem Gens⸗
harmerie⸗Stations⸗Commandanden Carl Steinmetz von Schweigen
ind dem Maurer Friedrich Schneider von Rechtenbach die lobende
Anerkennung ausgesprochen. Dieselben hatten bei einem Brande in
S3chweigen, die eigene Lebensgefahr nicht achtend, Hilfe ge—
seistet und Letzterer die Ehefrau des Jos. Grimm, welche noch auf
dei Speicher einiges Mobiliar in Sicherheit bringen wollte, aber
auf dem Wege dorthin ohnmächtig wurde, aus dem brennenden
Hause geholt und diese so vor dem sicheren Feuertod bewahrt.

Die „Saarbr. Zig.“ berichtet aus Saarbrücken: Ein
watriotischer Einwohner unserer Siadt hat seinem ihm am Sedans—⸗
lag dieses Jahres geborenen Söhnchen den Namen Karl Victor
Seedan beigelegt. Hoffentlich wird der Junge kräftig gedeihen
und seinem bedeutungsvollen Vornamen spaͤter alle Ehre machen.

FKartoffel-Sendungen per —AI
von jetzt ab im Winter-Halbjahr — d. h. vom 1. Oktober bis
eAprͤl — auf allen deutschen Bahnen nicht mehr frankiert zu
werden, was bisher, wo der Absender gleich die Frachtgebühren
vorweg zu erlegen hatte, nicht zulässig war. Für die Folge kann
nan demnach die Berichtigung der Frachtkosten für Kartoffel⸗Liefer⸗
ingen dem Empfänger uͤberiassen. Den Landwirthen wird das
Jewiß höchst willkommen sein. (Saarbr. Ztg.)

p'Ser Maj. König Ludwig II. hat das Protektorat
iber die freiwilligen Feuerwehren des bayerischen Landesfeuerwehr⸗
erbandes übernommen.

In Rosenheim kam am 16. d. ein 70jähriger Hadern⸗
ammler, ein schon mehrfach bestraftes, dem Trunke ergebenes In⸗
dividuum, mit seiner 67jährigen Frau in heftigen Streit, in dessen
Verlaufe er ihr ein Messer in den Unterleib stieß und diesen derart
rufschlitzte, daß die Eingeweide herausquollen. Die Frau ist ge⸗
torben.

— Bestrafter Milchfälscher. In Aachen ist ein Gutspächter
wegen fortlaufender Verfälschung der Milch zu tausend Mark Geld⸗
trafe verurtheilt worden.

Dem Direktor der deutschen Seewarte in Hamburg,
Professor Neumayer (Pfälzer), wurde der Charakter als Geheimer
Admiralitätsrath verliehen.

PParis, 20. September. Gestern Abend stießen im Bahn⸗
hof zu Dole (am Doubs, zwischen Besangon und Chalons sur
Saone) zwei Personenzüge wider einander. 29 Personen wurden
derwundet, davon 11 schwer.

4 In Bristol ist großes Aufsehen verursacht worden durch
die Entdeckung, daß eine Ladung von 300 Tonnen Menschenknochen
Jegenwärtig für Rechnung einiger lokaler Düngerfabrikanten ge⸗
voscht wird. Die Knochen wurden in Rodosto und Konstantinopel
—V angeblich die Ueberreste der tapfern Vertheidiger
don Plewna.

— Menschenliebe. Herr (zu einem Arbeiter, der neben einem
am Boden liegenden Betrunkenen steht): „Aber, Mann, warum
bhringen Sie Ihren betrunkenen Freund nicht zu Hause!“ Arbeiter:
„Na', ich will nur warten, bis er ein wenig nüchtern geworden
st, damit ich ihn fragen kann, wo er das gute Bier getrunken hat.“

Verloosungen.

München, 20. Sept. Heute Vormittag wurde die zweite
zZiehung der Lotterie zum Besten des Dr. v. Haͤuner'schen Kinder—
pitals vorgenommen. Es gewannen: 30,000 Mk. Nr. 134596
0.000 Mk. Nr. 43,209, 8000 Mk. Nr. 297731; je 2000 Mk
IiꝗoSss 129044 286179 31686 162218 43197 226230
je 1000 Mtk. Nr. 2333041 92545 30146 215661 192677 538951
36703 51245 282483 180017; je 500 Mk. Nr. 186079
99601 24199 189468 152822 85249 242983 25892 242407
668; je 250 Mk. Nr. 1155558 108122 41619 276294 23689
2362 124532 70153 159004 268055 45115 108046 71552
139210 89889 140094 253304 8622 241136 16408; je 100
RtHRr. 1680 5978 9013 13816 18895 19071 21717 26118
915 830923 35808 36891 37485 39481 40990 47718
19484 50135 53261 62505 63204 72638 72650 72993
74146 785883 76983 78149 80821 84770 98178 98670
9593 99834 100929 101620 105009 105114 105854 114147
15469 129168 136649 187967 188161 141490 143707

30889 152830 155604 155819 159589 159685 162589 1632538

331480 168549 169545 176689 177844 178901 178922

i89063 103253 198467 199033 201890 203502 208141

2141765 214880 218655 231775 232012 232486 233278

335309 237880 239786 241692 243139 248845 252732

356707 258690 264736 266591 269607 272194 274096

274145 284424 286049 287518 287597 292970 294625

394790 294978 207921; je 80 Mt.: Nr. 1451 3035 3288

1821 88363 9887 10546 11874 12656 12714 15590 18465

2001 28142 24585 27243 287838 30284 31230 31601 344 46

36084 46874 48648 35182 56362 58060 59047 62112

54583 67487 67637 70667 71295 71682 71711 73691
        <pb n="591" />
        74584 74785 75362 79689 82360 84921 88393 91668
931947 92323 95515 96569 100392 106702 107473 110583
112561 113989 114785 114952 115171 115321 1218383
123132 123621 126718 126916 129406 130689 131410
131515 133423 134526 134629 138089 143098 143537
45294 146030 147091 147097 148997 150847 151954
52570 152909 153503 154984 159454 167496 171900
173000 175798 183665 184695 187251 190008 190242
192062 193712 195993 198268 203576 204211 211048
213868 2215767 222079 222710 224779 225271 227175
227594 229255 231771 233752 235495 238279 238648
241186 241375 241918 248002 240153 249581 250657
252767 255564 257424 258977 260404 267161 268735
269400 270946 271808 279598 280934 282537 284265
285341 286209 286366 286625 287655 288943 288964
290019 291805 296599 296677 298080 299311. Außerdem
vurden 6700 Loose à 5 Mk. gezogen. Die Gewinne werden nach
4 Tagen unter Abzug der 10 prozentigen Staatsgebühr durch
die Generalagentur A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken baar ausbezablt
Marktberichte.

Zweibrücken, 22. September. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 12 M. 57 Pf., Korn 10 M. 25 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 98 Pft.
ierreihige O. M. — Pf., Spelz 9 M. — Pf., Spelzkern — M. — pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht · M. — Pf., Hafer 7 M. 85 pf
ẽrbsen — M. — Pf., Wichen d M. — Pf., Kartoffeln 1 M. 50 pf.
deu 4 M. 20 Pf., Stroh 8 M. 90 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 62 ppf.,
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf, Gemischtbrod 3 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
r. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 80 Ppf. I. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 10 Pff.
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter /3 Kilogr. O M. 95 pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 21. Septbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
.2 M. 51 Pf Korn 16 M. 6 Pf, Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0 M.
—Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
7 M. 49 Pf., Mischfrucht 10 M. 87 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen
— M. — Pf., Bohnen 0O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn
zrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf
Kindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1M. — Pf., Kartoffeln per Rtr. — M. — pj.

Fur die PMadallion veraniwortlich: F. “ D,me —— —
Zeitungslesern
„jetet das täglich zweimal in einer Morgen⸗ und Abendausgabe erscheinende
Berlinec Tageblatt“ in der Reichhaltigkeit, Mannigfaltigkeit und Gediegenheit
eines Inhalts die interessanteste und anregendste Lektüre. In Folge dessen
»ermochte es sich einen festen Stamm von ca. 70,000 Abonnenten zu erwerben
ind gleichzeitig zu der gelesensten und verbreitetsten Zeitung Veutschlands
mporzuschwingen. Die große Verbreitung des „Berliner Tageblatt“ liefert
ußerdem den besten Beweis, daß es die Bedürfnisse des zeitungslesenden Pu⸗
likums im weitesten Maße zu befriedigen weiß. Durch käglich zweimaliges

Unsere nächste ZJiehung
zu Gunsten der durch Brand zerstörten Sinri Bructenan.
Hauptgewinn 50,600 Mk. baar Geld
5200 Geldgewinne sind anN Eteuerabzug.
die General⸗Agntur 4J. *8. ur Inesege
Loose à 2 Mark bei: Ihedend u

Weirich, Frieseur in St. Ingbert.

Vielo hundert Mark jäbrlich
arsparen grössere Haushaltungen, Hotels, Café's, Specereiwaarenhändler u. a.
ndem dieselben ihren Bedarf an Kaffee &amp; Theo direct von unseren Lager-
nãusern zu Rotterdam in der Original-Verpackung zu unseren tolgenden
ngros-Preisen beziehen.

t Pfund Afrie. Perl Mocca

bester Maracaibo
IoGuatemala

orzũgl. Perl Santos

einster Plant. Ceylon

ꝛochfeinster Java

ꝛcht arabischer Mocca

orzũgl. Congo Thee

ꝛiner Souchong Thes

ꝛinster Imperial Thee

ochfeinster Mandarin Pecco Thee

oosto Qual. rein ontõltes Cacaopulver

este holl. Bauernbutter, 25 Pfd. Kübel 22.—

auftrãge von 20 Marx und darüber werden franco und zollfrei nach
zanz Deutschland versandt. (Deutsche Banknoten und Briefmarken in
Sahlung genommen.) Alle unsere Producte sind an Ort und Stelle von
inseren eigenen Factoreien ausgewãhlt und wird r vollständigste Reinheit
ind richtigstes Gewieht die gewissenhafteste Garantie geleistet.

Es ist unser Bestreben unsere Kunden in jedor Hinsieht völlig zufrio-
tenzustellen und bitten wir sich durech einen Probeauftrag 2u überzeugen

BERNHARDT WIIPRECHT &amp; die.
Rotterdamm. Wiijinstraat OB85 &amp; 100.

rẽrscheinen ist das B. T.“ in der Lage, alle Nachrichten stets 12 Stun⸗
en früher als jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung zu bringen.
das „B. T.“ beobachtet eine gänzlich unabhängige, freisinnige, politische
zaltung und unterhält Spezial⸗Korrespondenten an allen wichtigen Plätzen,
aher rascheste und zuverlässige Nachrichten; bei bedeutenden Ereignissen um—⸗
assende Spezial⸗Telegramme. Ein eigenes parlamentarisches Bureau
iesert dem B. T.“ schnelle und zuverlässige Berichte. Umfassende Handels⸗
eitung u. Courszettel der Berliner Boͤrse. Vollständige Ziehungslisten der preußi⸗
chen und süchsischen Lot terie, sowie Ausloosungen der wichtigsten Loospapiere.
Ausgedehnte Anwendung des Telegraphendrahts und deßhalb frühzeitigste
Meldung aller wichtigen Ereignisse. Reichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗
Reuigkeiten aus der Reichshauptstadi und den Provinzen. Theaier, Kunst und
Bissenschaft werden im Feuilleton des , B. T.“ in ausgedehntem Maße ge⸗
flegt, außerdem erscheinen in demselben Romane und Novellen unserer ersien
lutoren. Das Roman⸗Feuilleton des nächsten Quartals bringt u. A.: „Der
seue Ahasver, Roman von Fritz Mauthner. Dieser erste größere Roman des
ekannten Verfassers von: „Nach berühmten Mustern“ ist dem bewegten
Freiben unserer Tage entnommen und schildert mit scharfer Satyre und dich⸗
erischer Kraft mancherlei wunde Stellen unserer heutigen Berliner Gesellschaft.
das „B. T.“ wird durch stete Vervollklommnung und Erweiterung seines In⸗
altes bemüht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichten Höhepunlkt zu er⸗
„alten, sondern auch immer weilere Kreise an fich zu fesseln. Die Abonnenten
»es „Berliner Tageblatt“ empfangen außerdem drei werthvolle Separat⸗
Jeiblätter: das illustrirte Witzblatt, VTX, das belletristijiche Sonntags⸗
latt „Deutsche Lesehalle“ und die alle 14 Tage erscheinende landwirthschaft⸗
iche Fachzeitschrift: „Mittheilungen über Landwirthschaft, Gaurtenbau und
dauswirthschaft zu dem enorm billigen Abonnemenispreise von nur 5 Mk.
35 Pf. für das Vierteljahr. Man beliebe das Abonnement bei dem nächst⸗
jelegenen Postamt schleunigst anzumelden, damit die Zusendung des Blattes
vom 1. Oktober ak pünktlich erfolge.
Wer auch Montags resp. Dienstags seine Berliner Zeitung nicht
ntbehren will, findet unter den großen zweimal täglich erscheinenden Berliner
Blättern nur eins, welches, wie die Presse in Frankreich und England, die
igene Bequemlichkeit der Rücksicht auf die Leser opfert, nämlich ‚Die Tri⸗
»üue“. Dieselbe erscheint unier der Leitung und Mitwirkung der tüchtigsten,
jum Theil weitbekanuter Kräfte I8 Mal in der Woche in großem Format
ind überragt an Reichhaltigkeit und Gediegenheit des Inhalts, an praktischer
ind faßlicher Behandlung der Tagesfragen bei Weitem oie meisten Zeitungs⸗
organe ähnlicher Art. Frei von jeder doctrinären oder einseitigen Auffassung
der Dinge gibt „Die Tribüne“ dem Leser eine populär gehaltene Ueber—
icht der Tagesereignisse ohne die billige Munze tönender Schlagworte, ohne
rmüdenden oder unwürdigen Zank, dagegen mit ruhigem aber scharfem Ur⸗
eil. Neben diesen Vorzügen verdienen indeß vor allem auch die bewährten,
angst anerkannten Leistungen des Blattes auf dem Gebiet der Unterhaltung
im Familienkreise hervorgehoben zu werden. Da findet der Leser für
den Winter die spannendsten Romane und Novellen bedeutender Schriftfteller,
die bunteslse Chronik aus dem Leben der Haupistadt, ein reiches Feuilleton,
nuntere Plaude reien, Räthsel, Aufgaben, — kurz alles das, was eine Zeitung
um gern gesehenen und täglich froh erwarteten Gast am Familientische macht.
Der außerordentlich geringe Abonnementspreis — im Verhältniß der niedrigste
inter allen großen Berliner Zeitungen — (7 Mark pro Quarial, einschließ⸗
ich Postzuschlag) kommt endlich der „Tribüne“ nicht als letzter Vorzug zu
tatten. Hier findet sich Tüchtigkeit und Anmuth mit Reichthum und Billig⸗
keit in seltenstem Maße vereinigt.
—2
24-32 Spalten jeden Sonntag 24 -32 Spalten.

Nur Nur
Hyn Die Wacht am Rhein. .
Eine neue deutsche Zeitung.

Mit dem Schwerte steht Germania am Rhein, ihr geliebtes Vater—
land überschauend; des Volkes Wohl ist es, das ihr am Herzen
liegt. Ihr Motto lautet „Ans Vaterland ans theure schließ Dich
in, das halte fest mit deinem ganzen Herzen“. Frei von jeder
Abhängigkeit wandert sie in allen deutschen Gauen das Banner
für wahres Deutschthum entfaltend; sie ist eine deutsche Zeitung.

Inhalt jeder Nummer: Patriotische Lieder der Wacht am Rhein;
Wochenschau der Wacht am Rhein; Plaudereien aus der Reichshaupt⸗
tadt (Originalbericht)y; Umschau der Wacht am Rhein über die
Zeitungspresse; Vom Rhein; Aus der weiten Welt; Gewerbe und
Erfindungen; Kleine Chronik; Land- und Volkswirthschaftliches.

Unterhaltender Theil; In jeder Nummer zwei fortlaufende größere
Romane; Berliner Skizzen; Bilder und Skizzen aus Holland (denen
ich später Bilder aus Rußland, England, Frankreich, der Schweiz ꝛtc.
inreihen); Humoristisches; Poesie; Vriefmappe; Preisräthsel mit
zielen Preisen (in jeder Nummer).

Das Räthselfach mit seinen lieblichen Aufgaben findet unter den
Käthselfreunden großen Anklang. Sehr viele Preise lohnen reich⸗
lich die Mühe des Rathens. Nur Original⸗Artikel!

Obwohl die Wacht am Rhein erst ein Quartal besteht, hat sie
doch in ganz Deutschland gute Aufnahme gefunden.

Für jeden Politiker und Vaterlandsfreund intervessant.

Preis bei allen Postanstalten und Landpostboten einschließlich

ostvergütung nur 1 Mark das Vierteljahr.

Inserate 25 Pf. die Petitzeile.

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24-32 Spalten jeden Sonntag 24-32 Spalten.
Widerrus.
Die unterschriebene Elisa⸗
hetha Jungfleisch, Wittwe
yon Peter Feichtner, in St. Ing⸗
ert, nimmt hiermit die gegen
Margaretha Kohl von

Blickweiler, z. 3. Vienstmagd
bei Carl Schwarz, Metzger, in
St. Ingbert gemachten verläumde⸗
rischen Beleidigungen, als auf
nwahrheit beruhend, zurück.
St. Ingbert, 23. Sept. 1881.
Elisabetha Jungfleisch.
        <pb n="592" />
        Bekanntmachung.

Samstag, den 1. Oktober 18831, Nachmittags
3 Uhr, sollen auf dem Bureau des k. Bergamtes St
Jugbert nach stehende zu Grubenzwecken nicht mehr brauch—
baren Materialien ꝛc. in Submissionswege an den Meistbie—
tenden veräußert werden, nämlich:

circa 34600 Kg. altes Gußeisen.

3310 8, verbranntes ehen] .
og Sthiedea Raccieisen Zum Theil bei
18600, alte LP&amp; USchienen den beiden Maschi⸗
11008, alte Faßreife
1500 9, Fisenblech von Kesseln nenanlagen auf der
2000 „l alter Dampfkessel
en ueescenehet FGrube, zum Theil
172 8, alter — auf der Kohlengrube
220 ,„ altes Zink
2693, ulies Ressing bei St. Ingberi
15, Composition lagernd.
1008, alte Hanfseile &amp;
30 , altes Leder

—XEDD0——
bezeichnee, sind bis zum obigen Termine auf dem Bureau des
unterzeichneten Amtes einzureichen, woselbst auch die Eröffnung
derselben um genannte Zeit erfolgen wird.

Die Bedingungen bönnen hier, oder bei dem k. Materialrech⸗
ner zu St. Ingberier Grube eingesehen werden, welcher auch die
auf der Grube lagernden Materialien verzeigen wird.

St. Ingbert, den 16. September 1881.

Kgl. Vergamt St. Ingbert:
— J Kamann ··
Bekanntmachung.

Der Steinkohlentransport aus der k. Grube St.
Ingbert nach der neuen Halde bei St. Ingbert mittelst Pferde
soll vom 1. Januar 1882 an auf 2 bis 4 Jahre im
Zubmissionswege vergeben werden.

Die Bedingungen für Uebernahme des Transportes liegen auf
dem Bureau des unterzeichneten Amtes zur Einsicht bereit.

Uebernahmslustige werden eingeladen, ihre Angebote bis zum
15. Oktober 1881, Rachmittags 2 Uhr, schriftlich anher vorzulegen

St. Ingbert, am 16. September 1881.

Kgl. Vergamt 5t. Ingbert:
J. Kamann.
wie auch unschädliches Heilmittel
in's Leben gerufen zu haben
was zur Beseitigung dieses furcht⸗
baren Lasters ausreichend, und
die Bekümmerniß der, oft hier⸗
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endlich zu begegnen, ist insofern
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in der Lage befinde, ein neu er⸗
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

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M 153. Sonntag, den 25. September

18815

Deutsches Reich.

*Herr von Schlöð zer, der jetzt viel genannte preußische
Unterhändler in Rom, ist nach Ankunft in Berlin am Mittwoch
nach Varzin gereist, um deni Fürsten Bismark Bericht über das
Resultat der Verhandlungen mit dem Cardinal Jakobini abzustatten.
Nach der Rückkehr des Kaisers von Baden⸗Baden nach Berlin—
welche für Anfang des nächsten Monats zu erwarten sieht, wird
der genannte Diplomat dem Monarchen ebenfalls persönlich die
Eindrücke schildern, welche er im Vatican empfangen hat; doch
ist auch die Annahme nicht ausgeschlofsen, daß Herr von Schlözer
fich zu diesem Zwecke nach Baden-Baden begeben wird.

Trier, 22. Sept. Bischof Korum ist soeben mit dem Zuge
lUhr 54 Min. auf dem Moselbahnhofe in Begleitung des Weih—
bischofs Dr. Krafft, der ihm entgegengereist war, angekommen.
Er begab sich sofort in einem Wagen nach der Vorstadt Sankt
Paulin, von wo aus um 4 Uhr die feierliche Einholung stattfindet.

*In der vergangenen Woche hebt sich ein festliches Ereigniß
von dem nur wenig bewegten politischen Himmel zu Gunsten der
nternationalen Stellung des deutschen Reiches ab, denn es
desteht gar kein Zweifel darüber, daß die am 20. September in
darlsruhe in Gegenwart unserer kaiserlichen Familie und anderer
fürstlichen Gäste stattgefundene Vermählung des Kronprinzen von
Schweden mit einer Enkelin unseres Kaisers, der Prinzessin Vik⸗
oria von Baden, auch eine weittragende politische Bedeutung hat.
Es ist eine Thatsache, daß Schweden bis vor zehn Jahren abseits
don Deutschland stand und Frankreich zuneigle, bis der Koͤnig
Oskar zu Anfang der siebenziger Jahre eine Annäherung Schwedens
an Deutschland vollzog, die nun auch durch die Vermählung des
schwedischen Thronfolgers mit der deutschen Prinzessin eine neue
Befestigung und Weihe erhalten hat.

* Die Altionäre der Bergisch-Märkischen Eisenbahn haben
n ihrer am 21. September zu Elberfeld stattgefundenen
Beneralversammlung den Ankaufsofferten der preußischen Regierung
jegenüber Beschluß gefaßt. Die Verstaatlichungsofferte wurde mi
117,463 gegen 91538 vertretene Stimmen abgelehnt, dagegen
wurde ein aus der Mitte der Versammlung eingebrachies Amendement,
dem Staate die Bahn zu 5 pCt. zu offeriren, angenommen, und
ein Ausschuß zur Leitung der Unterhandlungen mit dem Staate
aiedergesetzt.

Ein merkwürdiges Zeichen der Zeit liegt in dem Auftreten
des socialdemokratischen Abgeordneten Kayser, der in einer Wahler⸗
oersammlung zu Freiberg in Sachsen die Wirthschaftspolitik
des Reichskanzlers gegen Rickert vertheidigt und erkläri hat: er
werde sich nicht abhalten lassen, in den Fragen, in denen Fürst
Bismarck seiner Ansicht nach Recht habe, für denselben einzutreten

Ausland.

Paris, 22. Sept. Wie es heißt, wurde gestern die Er⸗
klärung über die Verlängerung des Handelsvertrags zwischen Frank⸗
reich und England bis zum 8. Dezember 1882 von Lord Lyons
und Barthoͤlemy Saint⸗Hilaire unterzeichnet.

Nom, 22. Sept. Eine Einigung zwischen der Kurie und
xr preußischen Regierung über die Besehung des VBisthums Fulda
st erzielt; Generalbvikar Koppo aus Hildelsheim wird Bischof
don Fulda.

London, 22. Sept. Der Hof legt um den Tod des
Bräsidenten Garfield auf eine Woche Trauer an. Diese Be—
timmung ist, wie die „Times“ bemerkt, in einem solchen Falle
noch niemals zuvor getroffen worden.

In New-York wurden am 22. Sept. 22,000 Dollars
ür den flir Frau Garfield bestimmten Wittiwenfond gezeichnet.
Man zweifelt nicht daran, daß er schleunigst eine Viertel Million
rxreichen wird. Präsident Garfield hat kein Testament hinterlassen.
Sein Vermögen wird auf ca. 28,000 Dollars geschätzt. Sein
ꝛeben ist bei einer Assekuranzgesellschaft mit 25,000 Dollars und
ei anderen Gesellschasten mit kleineren Beträgen versichert.

Guiteau empfing die Kunde von dem Tode des Präsiden⸗
en mit großer Aufregung und sagte, er würde die That nicht ver⸗
ibt haben, wenn er hätte ahnen können, daß sie so viel Leiden
overursachen würde. Menschenaruppen sind um das Gefänaniß

herum bemerkt worden, und man fürchtet, daß sie in das Gefäng—
niß dringen und den Mörder lynchen werden. Die Gefängniß—-
vache ist verstärkt worden.

Vermischtes.

*Sit. Ingbert, 24. Sept. Aus Anlaß des Rennens
ährt morgen, Sonntag, auch von hier ein Ertra-Zug nach
Zweibrücken. Derselbe geht hier ab 10 Uhr 30 Min.
Vormittags, Hassel ab 10 Uhr 39 Min., Niebderwürz—
»ach ab 10 Uhr 46 Min., Lautzkirchen ab 10 Uhr 536
Min., Bierbach ab 11 Uhr 2 Min.; Ankunft in Zwei⸗
hrücken 11 Uhr 13 Min. Die Rückfahrt von Zweibrücken nach hier
hzat mit den gewöhnlichen Zügen zu geschehen.

*— Die herbstlich kühle Temperatur heute beweist, daß der
derbst nicht blos nach dem Kalender, sondern in Wirklichkeit seine
Herrschaft angetreten hat. Hoffentlich nimmt er es vorlaäͤufig noch
nicht so ernst und bringt uns noch etwas von dem Sonnenschein,
den uns sein Vorgänger in letzter Zeit schuldig geblieben ist.

Dürkheim, 21. Sept. Mit Beginn nächster Woche —
Montag, Dienstag und Mittwoch — werden dahier, zufolge Be⸗—
anntmachung des löbl. Bürgermeisteramtes, die Portugieser und
aulen Trauben geherbstet. (Dürkh. Anz.)

F Mörs, 19. Sept. Mit Bezug auf das Auswanderungs⸗
ieber, das einen größeren Theil der Arbeirer auf der Zeche, Rhein⸗
reußen“ erfaßt hat, erließ der Landrath unseres Kreises folgende
Varnung: „Nachdem es zu meiner Kenntniß gekommen, daß in diesen
Tagen ein gewisser Krem er, aus Dinslaken gebürtig, angeblich Bau—
neister in Diensten einer Bergwerksgesellschaft im Staate Ohio in
Rordamerika, eine Anzahl Bergleute der Zeche „Rheinpreußen“ zur
luswanderung nach Amerika anzuwerben sucht, halte ich mich ver—⸗
flichtet, im Interesse der Arbeiler auf das Dringendste gegen die
orgedachte Anwerbung zur Auswanderung nach Amerika zu warnen.
stach eigener Wahrnehmung und nach mir gemachten Mittheilungen
»er deutschen Consuln in den Städten Chicago, St. Louis u, s. w.
st mir bekannt; 1) daß die bei der Anwerbung gemachten Ver—
prechungen in Bezug auf Lohn u. s. w. durchweg nicht gehalten
verden; 2) daß die hier in Deutschland mit den Arbeitern abge—
chlossenen Verträge in Amerika keine Gültigkeit haben; 8) daß in
jen Bergwerks-Districten, die meist ganz isolirt liegen, die Arbeiter
jezwungen sind, alle ihre Bedürfnisse von den Gesellschaften selbst
u beziehen, also von ihrer Ankunft an von diesen ganz abhängig
ind; 4) daß jeder Arbeiter, dort einmal angekommen, gezwungen
st, dort zu bleiben, da er die Mittel zur Rückreise nicht erwerdben
ann und somit meist dem größten Elende ausgesetzt wird; 5) daß
der anscheinend hohe Lohn mit Rücksicht auf die dortige Theuerung
nicht höher ist, als der hiesige.“

F Ein entsetzliches Unglück ist am Sonntag in Mäben⸗
dorf bei Suhl geschehen. In dem niedrigen Saale des Gast—
jofes war Tanz, ein Bursche riß den Kronleuchter herunter, und
»as Steinöl entzündete sich. In größter Angst drängte Alles nach
er 15stufigen Treppe, das Geländer brach und in dichtem Knäuel
türzten die Massen übereinander weg. Nicht weniger als acht
Leichen, ein Mann, ein Knabe und sechs Mädchen wurden aus
dem Wirrwarr herborgezogen: die Zahl der Verletzungen ist gleich⸗
falls bedeutend.

Die heilige Legion. Etwa 300 russische Edelleute habeu
ich unter dem Namen „Die heilige Legion“ als eine Gegenver—
einigung gegen nihilistische Attentate auf das Leben des Czaren
organisiert. Sie verfügen über große Geldmittel und wenden ein
vollständiges System geheimer Organisation in der Verfolgung
ihrer Zwecke an. Ihr Einfluß bei Hofe soll, wie es heißt, dem
—AV—

F Laut Nachrichten aus China ist in Hongkong und Schang⸗
hai die Cholera ausgebrochen.

F Findet irgendwo eine Gaserphosion mit Verlust von
Menschenleben Statt, so wundert sich der Laie bisweilen darüber,
daß es den Betheiligten nicht gelang, der Gefahr zu entrinnen.
VBon dem berühmten Chemiker Berthelot neuerdings vorgenommene
Hersuche erklären dies zur Genüge Gasgemische aus 3wei Thbeilen
        <pb n="594" />
        Wasserstoff und einem Theue Sauerstoff— sowie aus zwei Drittel
Zohlensäure und einem Drittel Sauerstoff legen, wenn sie durch
Berührung mit Feuer zur Explosion gelangen, 2500 Meter in der
Sekunde zurück, während ein explosives Gemisch von Wasserstoff
ind Luft sich noch immer mit der Geschwindigkeit von 300 Meter
in der Seliunde fortbewegt. In derselben Zeit legt nun ein
Schnellzug in der Regel nur 20 bis 22 Meter zurück!

Bemeign ges.
Verhütung der Schimmelbildung an Eßwaaren. Um dem
Schimmlichwerden der Eßwaaren vorzubeugen oder es zu beseitigen,

Todes⸗

Inzeige.

Dem lieben Gott hat es gefallen, meinen lieben Bruder
—
Michael Dengel,
öfters gestärkt durch die hl. Sacramente, in seinem 67.
Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
Beerdigung nuchsten Montag, Morgens 9 Uhr,
in Landituhl; der feierliche Gottesdienst wird in
St. Ingbert am nächsten Dienstag, früh 29
Uhr, abgehalten.
Ich dille dem Verstorbenen ein frommes Andenken
zu bewahren.
St. Ingbert, den 24 September 1881.
Dengel, Stadtpfarrer.

Wor Sprachen Kennt, ist reioh zu nennen.
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st nichts empfehlenswerther, als gewöhnliches Kochsalz in einem
Teller nur mit so viel Wasser zu begießen, daß eine breiartige
Lösung des Salzes erfolgt.

Wenn man schimmliche Würste mit diesem Salzbrei dünn
anstreicht, verschwindet der Schimmel sofort und nach einigen Tagen
aberziehen sich die Würste mit überaus feinen Salzkrystallen, die
jeder weiteren Schimmelbildung vorbeugen. Dasselbe Verfahren ist
auch sehr zu empfehlen, um den zeitweilig in den Gelenken der
Schinken auftretenden Schimmel zu beseitigen und solchem vorzu⸗
beugen. F

Fur die Redaktion verantwortlich: F. x. Weme bv.
Die auf Sonntag, den 25. Ifd. Mts.,
fixirte Versteigerung von
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findet erst an ontag, den 26.
September 1881, Morgens 9
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Nur Nur
Ae Die Wacht am Rhein. u.
Eine neue deutsche Zeitung.

Mit dem Schwerte steht Germania am Rhein, ihr geliebtes Vater⸗
land überschauend; des Volkes Wohl ist es, das ihr am Herzen
legt. Ihr Motto lautet „Ans Vaterland ans theure schließ Dich
an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen“. Frei von jeder
Abhängigkeit wandert sie in allen deutschen Gauen das Banner
für wahres Deutschthum entfaltend; sie ist eine deutsche Zeitung.

Inhalt jeder Rummer: Patriotische Lieder der Wacht am Rhein;
Wochenschau der Wacht am Rhein; Plaudereien aus der Reichshaupit⸗
qadt (Originalbericht; Umschau der Wacht am Rhein über die
Zeitungspresse; Vom Rhein; Aus der weiten Welt; Gewerbe und
Frfindungen; Kleine Chronik; Land- und Volkswirthschaftliches.

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Räthselfreunden großen Anklang. Sehr viele Preise lohnen reich⸗
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Hiezu Illustriries Sonntagsblatt“ Nr. 39.
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in bedeutend größerem Formate 5 mal wöchentlich,
Sonntagn mit geinüem illustrirtem Sonntagsblatte, erscheinenden
Id
„St. Ingberter Anzeiger
u dem außergewöhnlich billigen Ouartals-Preise von
. M. 40 Pf. bei den Trägern und 1 M. 60 Pf. bei der
Post wollen gef. bald gemacht werden.

sein. die Kammern nicht vor dem 17. October einzuberufen. Viel—
leicht gelingt es inzwischen den französischen Waffen in Tunesien,
eine für die Franzosen in Tunesien günstige Wendung herbeizu—
führen, denn in diesen Tagen wird die längst vorbereitete große
Expedition unter dem Oberbefehlshaber General Saussier selbst den
Marsch in das Innere der Regenischaft antreten, um zunächst sich
zegen die Stadt Kairouan, das Mekka der Tunesen und gegen—
wärtig Centralpunkt der aufständischen Bewegung, zu wenden; viel⸗
leicht ist es dann dem französischen Cabinet vergönnt, bekränzt mit
den Lorbern der erwarteten Siege vor die Kammern zu treten.

*Der König von Schweden hat sich einem Berichter—
ttatter der „Köln. Ztg.“ gegenüber in äußerst herzlicher Weise be—
züglich seiner Sympathien für Deutschland geäußert. König Oscar
betonte besonders die Uebereinstimmung der deutschen und schwe—
dischen Interessen, sowie seine aufrichtige Zuneigung zu Deutschland
und sprach auch seine feste Ueberzeugung aus, daß die Heirath
wischen dem schwedischen Thronfolger und Princeß Vietoria von
Baden ein neues starkes Band zwischen Deutschland und Schweden
bilden werde.

London, 26. Sept. Der „Standard“ bringt eine De—
vesche aus Fort Annol, 25. Sept., der zufolge der Volksraad der
Bauern-Republik Transvaal die mit England abgeschlossene Frie⸗
densconvention verworfen hat.

Der „Times“ geht eine Depesche aus Gulestan, 28. Sept.,
zu, welche meldet, die Stadt Candahar habe dem Emir die Thore
geöffnet.

* Die immer höher anschwellende Bewegung in Irland
ist ein deutlicher Beweis für das Fehlschlagen der von Herrn Glad—
tone auf der „grünen Insel“ eingeleiteten radicalen Politik. Was
nun, Octavio? Phat is the question und in der That, diese
Frage ist schwer zu beantworten, das Landgesetz hat seinen Zweck,
zie aufgeregten Gemüther zu beruhigen, verfehlt, und schon erklären
die Landligisten offen, daß ihr letztes Ziel die vollständige Unab—
zjängigkeit Irlands sei. Auf welchem Wege nun die englische Re—
zierung gedenkt, ihre Autorität in Irland wiederherzustellen, mag
einstweilen unerörtert bleiben, jedenfalls hat der Mißerfolg der Glad—
tone'schen Politik in Irland die Unhaltbarkeit der radicalen Theo—
rien, mit denen das jetzige englische Cabinet liebäugelt, bewiesen.

* Die nordamerikanische Staats-Maschinerie erleidet
durch den Tod Garfield's keine Unterbrechung. Am Donnerstag
hat Präsident Arthur im Capitol zu Washington in Gegenwart
der Mitglieder des Cabinets, der obersten Richter, mehrerer Sena—
toren, Congreßmitglieder und Generäle den vorgeschriebenen Eid
geleistet. Auch werden wahrscheinlich die Cabinetsmitglieder auf
Hitte des Präsidenten die Geschäfte einstweilen weiterführen.

Deutfsches Reich.

Se. Maj. der König von Bayern ließ der Wittwe des
derlebten Präsidenten Garfield sein Beileid ausdrücken.

Die erste öffentliche Sitzung der bayerischen Abgeordneten-
kammer wird am nächsten Donnerstag stattfinden, und es wird in
derselben nach der durch das Loos zu vollziehenden Bildung der
Abtheilungen zur Wahl der zwei Präsidenten und der zwei Schrift—
jührer geschritten werden. Daß Frhr. v. Ow wieder zum ersten
Präsidenten gewählt werden wird, steht außer Zweifel; über die
Wahl der anderen Mitglieder des Directoriums werden erst noch
Tlubbesprechungen am Dienstag und Mittwoch stattsinden. Zum
ersten Secretär an Stelle des Herrn Jörg dürfte wohl der Abg.
Frhr. v. Soden, Gutsbesitzer in Neufrauenhofen, welcher während
des letzten Landiages zweiter Secretär war, gewählt werden.

Der „Bayerische Kurier“ schreibt: „Die Ernennung des seit—
herigen Generalvicars Dr. Kopp von Hildesheim zum Bischof von
Fulda mittelst Breve des Papstes Leo XIII. wird, nachdem eine
Finigung bezüglich dieser Persönlichkeit zwischen dem Heiligen Stuhl
und der preußischen Regierung erzielt ist, ehestens erfolgen. —
Einer Wiederbesetzung des erzbischöflichen Stuhles von Freiburg,
sowie der bischöflichen Stühle von Paderborn und Osnabrück dürfte
in nächster Zeit gleichfalls entgegengeseheu werden, indem, wie es
heißt, die beiderseits entsprechenden Persönlichkeiten auch für diese
hohen kirchlichen Posten gefunden sind. Die Oberhirtenfrage für
die Diöcesen Köln, Breslau, Posen, Limburg und Münster dürfte
weifelsohne gleichfalls noch vor Ablauf dieses Jahres ihre glückliche
dosung finden.“

* Ueber die Rückkehr des Kaisers aus Suüddeutsch—
land nach Berlin sind zwar noch keine bestimmten Disposi—
nionen getroffen worden, doch verlautet, daß dieselbe in der dritten
Octoberwoche erfolgen werde. Am 27. September gedenkt der
Kaiser der hunderhährigen Gedächtnißfeier des Geburtstages des
Königs Wilhelm von Württemberg, geboren 1781, gestorben 25.
Juni 1864, in Stuttgart beizuwohnen.

* Die Mitglieder des Bundesrathes beginnen allmälig
in Berlin wieder einzutreffen und man glaubt, daß derselbe
Mitle des nächsten Monats seine Thätigkeit wieder aufnehmen
werde. Die Specialetats zum nächsten Haushaltsetat des Reichs
sollen im Reichsschatzamt so weit gefördert sein, daß deren Vor—
iegung an den Bundesrath alsbald wird erfolgen können; voraus⸗
sichtlich wird sich hierauf der Bundesrath mit den ersten Ausführ—
ungs⸗Bestimmungen betreffs des Zollanschlusses von Hamburg be⸗
schäftigen.

Gegenwärtig tagt in Braunschweig die Reichsschulkom—
mission; auf derselben ist Bayern durch Professor v. Giesebrecht
vertreten.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 26. Sept. Zu dem Extrazuge, der
gestern aus Anlaß des Rennfestes von hier nach Zweibrücken ab⸗
ging, waren auf hiesiger Station 575 Billets ausgegeben worden.
Auch auf den anderen Stationen, an denen der Zug hielt, stiegen
viele Leute ein. — Da die Rückfahrt am Abend, wie bekannt, mit
den gewöhnlichen fahrplanmäßigen Zügen erfolgen mußte, so war
zu denselben der Zudrang, wie sich leicht denken läßt, ein sehr
großer. Unangenehm für die Passagiere aus Hassel war es, daß
der letzte von Zweibrücken nach hier abgegangene Zug auf Station
Hassel nicht anhielt. Wer von denselben dieses nicht wußte und
nicht schon in Würzbach ausgestiegen war, mußte bis hier mit⸗
fahren, um dann seine Rückkehr von hier nach Hassel zu Fuß an—
utreten.

* St. Ingbert, 27. Sept. Daß es nicht gut ist, ei⸗
nem Unbekannten allzuviel Vertrauen zu schenken, sollte ein hiesi—
ger Metzgermeister zu seinem Schaden erfahren. Derselbe sandte
Ende voriger Woche seinen Gesellen, den er erst kurz vorher eingestelli
hatte, mit 194 Mark und einer Cylinderuhr im Werthe von 80
yk. nach Bierbach, um eine feite Kuh und ein Kalb abzuholen.
Bis heute wartet er jedoch vergeblich auf Rückkehr; Geselle, Geld
und Cylinderuhr sind verschwunden. Auch den Nachforschungen
der Polizei ist es bis jetzt noch nicht gelungen. des schlauen Gau—

Ausland.

Das Bundesgericht der Schweiz hat den Recurs, der gegen
das von der Züricher Regierung erlassene Verbot des Socialisten⸗
Fongresses von den Socialisten erhoben wurde mit G gegen 3
Stimmen abgewiesen.

*Der politische Himmel Frankreichs ist gegenwärtig stark
bewölkt, und erst der Zusammentritt der Kammer wird eine Klär⸗
ing bringen, da sich dieselbe zunächst für oder wider das Cabinet
Ferry auszusprechen hat. Die öffentliche Meinung äußert sich sehr
erregt über den inißlichen Gang der militärischen Operationen in
Tunesien und bewirkt eine immer stärkere Agitation zu Gunsten
einer beschleunigten Zusammenberufung der Kammern, welche von
den Gambettisten eifrigst betrieben wird, die ihren Waizen jetzt für
keif halten; doch soll der Präsident der Republik, Grevy, entschlossen
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        ners habhaft zu werden. Dieser nannte sich Matthias Saul, gab
an, in Bremen geboren und in Osnabrück wohnhaft zu sein.

»Das Rennfest in Zweibrücken am Sonntag ver—
lief, vom besten Wetier begünstigt und unter colossalem Menschen⸗
zudrange in der programmmäßigen Weise, ganz ohne Unfall. Beim
RFennen, Flachrennen fuͤr Sjährige in der Pfalz geborene
Pferde, erhielt den 1. Preis (250 M.) Johannes Fritz von
Impflingen bei Landau, den 2. Preis (100 M.) Karl Jannes
don Riederauerbach, den 3. Preis (60 M.) Hermann Lang von
Blieskastel. Beim 2. Rennen, Flachrennen für Pferde aller
dänder, welche noch kein Rennen im Werthe von 500 M. und
darüber gewonnen hatten, siegte Prlt. Leistners 8j. br. Hengst
Nom d'une Pipo?, geritten von Ul.«Lint. von Boddien. Preis
500 M. Im 3. Remnen, Trabreiten für 3-, 4.0 und djährige
in der Pfalz geborene Pferde, gewann den 1. Preis (200 M.)
Jakob Kolter von Wallhalben. Betheiligung: 9. Im Offi—
ziers-Hürdenrennen, geritten von Haktiven Offizieren
der deutschen Armee, errang den Sieg Lint. v. Boddien mit seinem
Wallach „Moonstone“. Preis 600 M. Beim 5. Rennen,
Flachrennen für 42, 50 und bijährige in der Pfalz geborene Pferde,
erhielt den 1. Preis (280 M.) Jakob Kuhmn J. von Impflingen.
Beim Jagdrennen, für Pferde im Besitze von altiven Offi⸗—
zieren der deutschen Armee und nachweisbar im Dienste geritten,
Jewann Lint. von Kleist, mit dem 3. br. Hengst „Renoe“ den
Preis (500 M.) Betheiligung: 5, Preise im Ganzen: 1000
M. Im Steeple⸗chaise Greis der Stadt Zweibrücken:
2000 M.) blieb unter 4 Concurrenten Ltnt. Neu ling mit
seinem „Vriel“ Sieger.

*Bei der am 28. ds. Mts. im Gestütshof zu Zweibr ü—
den abgehaltenen Preisevertheilung des Remontezuchtbezirks Zwei⸗
hrücken⸗ Homburg⸗ Pirmasens erhielt für 1*43jähriges Fohlen u. A.
auch Herr Bürgermeister Jakob, Urban, von Rohrbach einen Preis
von 60. M.

F Abermals hat der unerniüdliche Wohlthäter Herr Heinrich
Hilgard in New-HYork die Stadt Zweibrücken mit einem
Froßartigen Geschenke bedacht. Derselbe überwies dem dortigen

Die Einschreibung für das Studienjahr 1881/82 wird
für sammtliche Schüler am 28. September, morgens 9 Uhr,
m Amtszimmer des Unterzeichneten. vorgenommen. Wer in die
unterfie Klasse eintreten will, muß das neunte Lebensjahr
pollendel, darf aber das zwölfte nicht überschritten haben. Der⸗
selbe hat bei seiner Anmeldung Geburis⸗ Impf⸗ und Schulzeugniß
jn Vorlage zu bringeu und in einer darauffolgenden Prüfung sich
über ein für die IV. Klasse der Volksschule genügendes Maß von
Kenntnissen in Religion, deutscher Sprache und Arithmetik aus⸗
zuweisen.

Die Nachprüfungen finden am 29. und 30. September statt.

St. Jugbert, den 7. August 1881

Konigliches Subrectorat
Barnitkel.
Bekanntmachung.

Der Steinkohlentransport aus der k. Grube St.
Ingbert nach der neuen Halde bei St, Inabert mittelst Pferde
sol dom 1. Januar 1332 an auf 2 bis 4 Jahre im
Submiffionswege vergeben werden.

Die Bedingungen für Uebernahme des Transportes liegen auf
dem Bureau des unterzeichneten Amtes zur Einficht bereit.

ebernahmslustige werden eingeladen, ihre Angebote bis zum
15. Otllober 1881, Rachmittags 2 Uhr, schriftlich anher vorzulegen.

St. Ingbert, am 16. September 1881.

Kglt. Vergamt 8t. Ingbert:
J. Kamanun.
Unsere näcyste Ziehung
—JIEIELLI

zu Gunsten der durch Brand zerstörten Stadt Brückenau.
Hauptgewinn 56,000 Ak. baar Geld

3200 Geldgewinne nd ohne Steuerabzug.
die General ⸗Agntur J. 8. 8Sanler in aeen
Loose à 2 Mark bei; dh dn Bu
Weirich, Frieseur in St. Ingbert.
Drus umd Verlad von

zürcermeisteramte 10,000 Mark zur Verwendnng für wohl—
rhätige Zwecke.

FDer Verbandstag süudwestdeutscher Stenographen findet am
2. October in Kaiserslautern statt.

'In Ungflein wurde die Logel Portugieser-Most mit
18 —25 Mk. bezahlt. — In Leistadt wurde die Logel (40 Liter)
nit 15 Mk. bezahlt. — In Maikammer, Sit. Martin
ind Edenkoben wurden die frühschwarzen Trauben geherbstet
her Most war sehr süß umd wurde die Logel (50 Viter) mit
15 Mk. bezahlt.

4 Die „Pf. Ztg.“ berichtet: Es wird allen Freunden der Musit
don großem Interesse sein, das der sehr strebsame und tüchtige, in
der musikalischen Welt bestens bekannte Musikfreund und Kenner
derr Revisor Schwager in Ludwigshafen, gegenwarti
dieder an einem Werke arbeitet, das uns die Geschichte der Musi
ind der Musikfeste, mit besonderer Berücksichtigung der pfälzischen
Berhältnisse vorführen soll.

pSpeyer, 24. Sept. Am Montag wird Herr Bischof
Ehrler von hier sich nach Rom begeben. Seine Abwesenheit
zus der Dibcese dürfte mehrere Wochen dauern.

Aus Ottawa in Nord-Amerika kommt eine Nachricht,
ie darauf schließen läßt, daß die nächstjährige Auswanderung hin—
er der diesjährigen nicht zurückstehen wird. Auf Einladung der
zortigen landwirihschaftlichen Behörden ist in Ottawa eine Depu⸗
ation deutscher Gutsbesitzer eingetroffen, als deren Führer die fol—
jenden Herren genannt werden: Professor Wedersheim aus Würt—
emberg; Gutsbesitzer Ludwig Glock aus Holstein; Gutsbesitzer
xEberhardt aus Baden und Gutsbesitzer P. Schreiner aus Preußen.
die Genannten sollen im Auftrage vieler Auswanderungsluftiger
den Westen Ameritas bereisen und ihr Wahrnehmungen bei ihrer
Ktückkehr nach Deutschland veröffentlichen. Nach den Auslassungen,
velchen sie dem amerikanischen Intervieverein gegenüber gemacht
haben, dürfte sich die Auswanderung des nächsten Jahres auch in
rheblicher Weise auf Süddeutschland erstrecken.
Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demez.

Aufruf.

Die von der Rebens⸗ und Penstons⸗Versicherungs
Besellschaft „Jan su s“ in Hamburg unterm 29. Janua
1872 ausgestellie Police Nr. 34078 über Rh. flin. 1000. —
autend auf das Leben des Herrn Ludwig Bechthold in St.
Ingbert, ist angeblich verloren und werden Alle, welche An—
prüche an dieselbe zu haben vermeinen, aufgefordert, solche sofor
und spätestens bis zum 24. Dezember d. J. bei der unter—
zeichneten Direktion bei Vermeidung der Präclusion geltend zy
machen.

Hamburg, den 24. September 1881.

Die Direktion
der Lebens⸗ und Pensions⸗Versicherungs⸗Geiellicha⸗
„Jam mus.“
Ernst Sohmidt. Eboling.
Das von Herrn Tuͤnchermeister Nj J is⸗
Lang bewohnte —I II uIl
x * Lo gi⸗ welehe Pranzöüsen, Enp
mit Laden und Werkstatte und uen ,,e on
1Zimmern im 2. Stocke, im Sprechenm lernen wollu
Banzen oder getrennt, hat zu ratis und framko zu beriehe
»ermiethen lurch —E—— — ——
*. I. Fiadck Wwe. Verlagshandlang in Leipzig
i
Trunksucht
Stadium, beseitigt ficher mit, auch o
Borwissen, unter Garantie der Ersird
d. MR. . Spezialist f. Trunksucht⸗di
dende Th. Konetzky, Ber lin
Vernauerfir. 84. Ätteste, deren Rit
igkeit von Königlichen Amtsgerichin
und Schulzen⸗Aemtern beftätigt, go
is. Rachahmer beachte man nicht
ialche nur Schwindel treiben.
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Fröhlich FYfalz,
Bott erhalt's!
dumoristisches Sonn⸗agsblatt.

Dies Blatt erscheint die Woch'
einmal,
Preis: 70 Pfennig pro Quartal.
diebei hat schon den Traägerlohn
Zerechnet die Expedition.
Jed' Postanstalt u. Buchhandlung
ẽmpfiehlt sich zur Beförderung.
xinzelne Nummern zu 6 Pfennig.
Fur das Gebot'ne wirklich wenig.
angen werden von
allen Post⸗Anstalten und Postboten
angenommeun.
Probenummern- auf Wunsch
zratis und franco.
Speyer.
Die Expedition.

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288 5222 35352 52325— 25 5822 2272 —
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2— 5c3 —5353533833387* 335 ——
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23 —S 2 ——— *5 *8 5* 25 25 5
5552585 55 —— 5 5. 2
33 333538355 5333838238 —3333555—
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382 82 — —z3—3835 85 —E 2 —35
— — 55— —3885 — —2223 —z3353333325
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5522 25 —22 — —S
— — 55 535525383 6 —
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55252 35 52588 — 5525 3
2225 5335353555 5. 2 5*2 23 —
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5555— —— 5.55 5832523* —— 33338333356 5383355
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533338555 3353 —— 5357 S* 2555 533 535 —— 53238
* — 58 7 3858355
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558 52 3 3 ·22225 3352 * 22* —A — ——25—83 5
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3 325 2 235 — —— 2 2
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* 8.2 25553232 2 22382 2228 — — 2233 2 2— 225 —
* 8 9 8 33 ——328 — —5 532 5 * 5322 * — —
5323258 8 —— ——— 22 —E 524 2323 28 2
502 5538 232 23555 ———— * 52353555 ——— 153525533 535
3 545 5355 20 358 3—558 —— —A— —z22235
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5533 32, 53 2353. 38 3 32 2—2323337 25—3775 52268

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3 3 3 3 —83
2 — 53.2. 52 22 5532. 3 3 3 2328 2* *3 355
— 52 3533 —3 * —2 3 2322352 22 * 28** 3 — 27—

3 53383388 * 33 5 —5— 32 3333.28

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37783 —22253 2223 52 5. 22. 3 — 3—3 2875
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—A—— 3 552 S2* 23*22 333535335—3335
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2 2SE5688 5233227 5 —— z.53353 95 3

* * 2 * 25 2 2

2 238 — 3 78 *57 *
753 223232S3 233333 —53383333337
— —A — 2* 2 8 v 74 —— 3 785 52288
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S *5* 332 263 — — 25283 — 532

32837538332 37 5——8 37 — 5—8 —353
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535 5333.87— 2*553 *2* 3 5253355 — 8 235*22 2.
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52833 — 98 5 —2233 5355 — 2 5528 253—27
3 28322 52 — —— 8 52355733 —57
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugbertex Anzeiger und das (2 mal w' Hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage ericheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

40 einschließlich Trägerlohn; durch die Vosi bezogen 1.A 60 H, einschließlich 20 ⸗ Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarit
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
M 155.

Donnerstag, den 29. September
1881.

Neubestellungen auf den vom 1. Oktober ab
n bedeutend größerem Formate 5 mal wöchentlich,
— mit vseitigem illustrirtem Sonntagsblatte, erscheinenden
a

„St. Ingberter Anzeiger
zuu dem außergewöhnlich billigen Ouartals-Preise von
J. M. 40 Pf. bei den Trägern und 1 M. 60 Pf. bei der

Post wollen gef. bald gemacht werden.

iich nach der ersten Expedition unterworfen hatten, sind in vollem
Aufstand.

* Am Montag hat in Gleveland im Staate Ohio die Be⸗
rdigung Garfield's unter allgemeinster Theilnahme stattge⸗
unden. Im Trauerzuge befanden sich die Mitglieder des Cabinets
ind des diplomatischen Corps, Senatoren, Deputirte, die Gouver⸗
rꝛeure der Staaten, die Generäle Sherenan und Sheridan, der
rühere Präsident Hays und viele andere distinguirte Personen.
Während des Zuges läuteten die Glocken und ertönten Kanonen⸗
alven; am Grabe trugen nach der Rede des Priesters deutsche Ge⸗
angvereine Trauerchoräle vor; ein Gebet schloß die ergreifende Feier.

Washington, 26. Sept. Der für Frau Garfield
zestimmte, durch freiwillige Gaben aufgebrachte Fonds hat bereits
die Höhe von 306,000 Doll. erreicht. J

* Der Emir yon Afghanistan, Abdur Rahman, hat
einen Rivalen Ayub Rhan in einer großen Schlacht am 22. Sep⸗
tember vollständig besiegt.

Deutsches Reich.

Muͤnchen, 27. Sept. Das Ministerium des Inneren hat
jämmtliche Acten der letzten Landtagswahl heute Mittag der Ab—
geordnetenkammer zuftellen lassen; dieselben wurden in einigen
Wägen in das Landtagsgebäude gebracht. — Wie man in Abge—
ordnetenkreisen vernimmt, hat Abg. Ruppert für die „patriotische“
Fraction ein neues Programm verfaßt. — Von den Landtagsab⸗
zeordneten hatten sich bis diesen Abend 5 Uhr 82 persönlich an⸗
zemeldet. Alterspräsident ist Abg. Rottmayer, Sattler und Bürger⸗
meister in Wasserburg (patriot. Fraction).

* Der neue Bischof von Trier, Dr. Korum, hat fofori
aach Antritt seines hohen Amtes einen Hirtenbrief erlassen, in wel⸗
hem er hervorhebt, daß er Bedenken getragen habe, die Verant⸗
wortlichkeit der Stellung eines preußischen Bischofs zu übernehmen,
daß er aber dem Befehle des Papstes nachgegeben habe. Die feier⸗
äche Inthronisation Dr. Korums fand bekanntlich am Sonntag
Vormittag statt; auf dem Nachmittags stattgefundenen Festmahle,
hei welchem der Bischof zwischen dem Regierungspräsidenten Nasse
ind dem Commandeur der 18. Division, Generallieutenant v. Wich⸗
nann saß, toastete der Bischof auf den Papst und auf den Kaiser.

Stuttgart, 27. Sept. Der Kaiser traf heute Mittag um
12 Uhr von Baden-Baden hier ein, wurde am Bahnhof vom
Könige, den königlichen Prinzen, den Ministern und der Generalität
mpfangen und bei der Abfahrt vom Bahnhof von braufenden
Hochrufen der unabsehbaren Menschenmenge begrüßt.

Ausland.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 28. Sept. Auf gestern Abend hatte
die Gesellschaft armonie“ für ihre Mitglieder im Jung'schen
Saale ein Conzert mit darauffolgendem Balle veranstaltet. Zur
lebernahme des musikalischen Theiles war das hier rühmlichst be—
annte Trompeterkorps des Schlesw.-Holst. Dragoner-Regim. Nr.
3 aus St. Avold unter der Direktion des Stabstrompeters
Irn. Fuhr mann engagirt. Die Leistungen desselben verdienen
auch dieses Mal wieder alles Lob.

* St. Ingbert. Wir machen darauf aufmerksam, daß
die Wählerlisten für die bevorstehende Reichstagswahl bis
um 4. Oktober einschließlich auf den Bürgermeistereien zur Ein—
icht für Jedermann offen liegen. Möge Niemand, dem an der
lusübung seines Wahlrechts gelegen ist, versäumen, nachzusehen,
ob sein Name richtig in die Liste eingetragen ist, da er sonst Ge—
ahr läuft, seines Wahlrechtes verlustig zu gehen. — Wahlberech—
igt ist jeder 25jährige deutsche Reichsbürger, der sich nicht bei der
Fahne im aktiven Militärdienst befindet, der nicht unter Vormund⸗
chaft steht, der sich nicht im Konkurs befindet, der keine Armen⸗
interstützung bezieht und dem nicht in Folge richterlichen Erkennt⸗
nisses die staatsbürgerlichen Rechte entzogen worden sind. Die
Zahlung einer direkten Steuer ist zur Erlangung des Wahlrechts
aicht erforderlich.

—Ensheim. Am Sonntag Abend wurde unsere O b st⸗
Ausstellung nach 8tägiger Dauer durch das Komitemitglied
derrn Kaufmann Orth von hier mit einer Ansprache geschlossen.
derselbe bedauerte, daß die Ausstellung nicht in dem wünschens⸗
werthen Maße besucht worden sei. Er hob sodann die Verdienste
der Hauptobstbaumzüchter des Vereins, des Herrn Bürgermeister
Adit von Ensheim, des Herrn Pfarrer Rütter von Erfweiler
ind des Herrn Bezirksarztes Dr. Witte n meier von Blieskastel
jervor und schloß mit einem Hoch auf den Obstbauverein im Blies⸗
zau. — Die nächstjährige Ausstellung des Vereins findet in Erf⸗
weiler statt.

fFKaiserslautern. Hier wurden entwendet 8 Stück
Alfölder Eisenbahnactien à fl. 200 österreich. Ne. 43903, 35076,
21540, 11195, 10923. Vor Ankauf wird gewarnt.

Wie lohnend der Obstbau werden kann, beweist eine Mit⸗
heilung der „K. Ztg.“ aus Jakobsweiler (am Donners-
erg), wonach der Ackerer Kron von einem einzigen Apfelbaum 73
dörbe voll Aepfel erntete. Ein Obsthändler hatte für die Cres—
enz dieses Baumes 100 M. geboten, ohne den Eigenthümer ver—
mlassen zu koͤnnen, dieselbe für diese Summe abzugeben.

Am 2. October l. J. versammeln sich die Gemeindeschreiber
der Pfal z im Saalbau zu Neustadt a. H. zur Berathung
ind Unterzeichnung einer Adresse an die hohen Kammern und des⸗
Jleichen des Entwurfs der Saßzungen eines Pensionsvereins.

F Dürkheim, 28. Sept. Dahier wurde die Logel Por—
tugieser-Most mit 17-20 Mark bezahlt.

Bei Gelegenheit des vom 28. Sepibr. bis inkl. 2. Oktbr.
nächsthin Statt findenden landwirthschaftlichen Festes in Ger—

Wien, 27. Sept. Der „Allgemeinen Zeitung“ zufolge
verden in Granitz a (Ungarn) Erhebungen zur Unterkunft vieler
Fürstlichkeiten getroffen. Es joll dorten die Dreikaiserzusammen⸗
tunft stattfinden. Wäre die Schaffung des nöthigen Raumes un—
möglich, so dürfte Warschau für die Zusammenkunft in's Auge
zefaßt werden.

* In Frankreich wendet sich die allgemeine Aufmerksam⸗
keit von den widerwärtigen Zänkereien der politischen Parteien ab
und dem Schlusse des Feldzuges in Tunesien zu. Die großen
Vorbereitungen, welche die französische Regierung für die bevor⸗
tehende Expedition in das Innere des Landes getroffen hat, lassen
joffen, daß wenigstens der Schluß des tunesischen Dramas glän⸗
ender und effectvoller sein werde als die vorhergegangenen Acte.
Ob indessen die Franzosen die geträumten Lorbern so leicht pflücken
werden, ist stark zu bezweifeln, denn die Stadt Kairouan, welche
das erste Ziel der Expedition bilden wird, ist, nach mohammeda⸗
nischen Begriffen wenigstens, stark befestigt, und die aufständischen
Araber haben sich durch heilige Eide verpflichtet, die Stadt auf's
Aeußerste zu vertheidigen. Eine energischere Kriegsführung seitens
der Franzosen thut überhaupt Noth, tunesische Raͤuber streifen bis
ehn Kilometer vor Tunis und die Colonne Sabatier kann wegen
der steten Plänkeleien mit den Insurgenten nur langsam vordringen.
Bei Djemel fand neuerdings ein ernsthaftes Gefecht zwischen In⸗
urgenten und französischen Truppen statt. Die Araber räumen
in, 50 Todte und zahlreiche Verwundete gehabt zu haben, die
Verluste der Franzosen sind noch unbekannt.

Aus Tunis, 27. Sept. wird gemeldet: Bei Miutör hat
ine Abtheilung Reiterei, die von Manuba kam, 800 Reiter der Auf⸗
tandischen, die umzingelt wurden, fast ganz vernichtet. In Sahalin bei
Zusa schlug Oberst Moulin 500 arabische Reiter und 1000 Fußgänger;
»er Kampf dauerte drei Stunden. Die Araber hatten 150 Todte.
Trotz aller Vorkehrungen dauert die Kriegscontrebande auf großem
Fuße fort. Fast alle Stämme des nördlichen Tunesiens, welche
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        mersheim wird den sich als Mitgliedern des landwirthschaft⸗
lichen Vereins der Pfalz sowie des Bezirkes Germersheim legiti⸗
menden Besuchern eine Fahrtaxermäßigung in der Weise gewährt,
daß die am 28. -30. Sept. und J. Oit. auf den Pfalzbahn-
tationen gelösten einfachen Fahrbillete nach Germersheim durch
Aufdruck des Stationsstempels auf der Rückseite Giltigkeit zur
freien Rückfahrt bis inkl. 2 Okt. erhalten. Zu Schnellzůgen find
Schnellzugsbillete zu löͤsen. Die Fesibesucher können die Reise nach
Germersheim und zurück an den ersten vier Tagen auf Grund der
Mitgliederkarte wiederholt zur ermäßigten Taxe machen.

F In den bayerischen Irrenanstalten befinden
sich 183 geisteskranke Theilnehmer an dem Feldzuge von 1870/71.

pPFrankfurt, 24. Sept. Die Palent⸗ und Musterschutz⸗
Ausstellung wurde bis zum 16. Okt. verlängert.

4 Ein Tornado hat die Stadt Quinch im Staate Illi⸗
nois heimgesucht und ungeheuren Schaden angerichtet. Vier Per—
sonen verloren dabei das Leben und 13 wurden verletzt. Viele
Häuser wurden total zerstort, von andern die Dächer weggeführt.

Wien, 25. Sept. In der Umgebung von Wien konnte
man Samstag Morgens schneebedeckte Straßen sehen. (Auch in
Hardenburg bei Dürkheim, gab es, wie der „Dürlh. Anz.“
Reldet, in der Racht vom 25. auf den 26. Sept. Eis.)

Amerikanische Blätter berichten abermals über einen neu
eintdeckten Kometen, den vierten in diesem Jahre.

— Für die Redallion verantwortilich: F. xX. Demes.

Beim Heraunahen der langen Winterabende und des bevor
ste henden Quaͤrtalswechsels wollen wir nicht unterlassen, unseren Lesern en
Abonnemem auf das wirklich gediegene und zeitgemaß ausgestattete, Deutsche
Familienblatt“ dringend zu empfehlen.

In 1u Jahren hat das ‚Deutsche Familienblatt“ einen Leserkreis vor
nahe zu 40,000 Abonnenten um sich zu sammeln verstanden, und wir glauber
wohl uns angesichts dieses beispiellosen Erfolgs jeder ferneren Anpreisung ent
halten zu dürfen.

Fur die nächsten Quartale sind wieder Rom ane und Novellen unferen
beliebtesten Erzähler wie Schüd ing (Zwischen zwei Todsunden), Vely (Hero
dias), Jensen (Ein Traum), M. von Ebner, Eschenbach, K. Telman, E. O
Hopp, Albert Lindner, Theodor Fontane, Gerhardt von Amyntor, A. von
Winterfeld, L. von Frangois, E. Junker, L. von Vincenti u. s. w. angekundigt

Von den unterhaltenden und belehrenden Artikeln erwähnen wir ,Das
roͤmische Ghetto“, „Die „Vehmgerichte in Westfalen“, „Die Unholdinnen der
europaischen Schlangenfauna“ Das Palais des deutschen Kaiserpaares“
Zur Afrikaerforschung“ von Oskar Lenz und von Gerhard Rohlfs. „Die
neuere Taktik““ Veethovens Pylades“, .Yankeetricks!, „Rufsen und Mosko⸗
witer“, Kriegs jeschichtliche Streifzüge“, Deuische Ehre und deutsche Schande
in Amerika“,, Die Anforderungen der Schule an unsere Kinder“, „Englisches
und deutsches Schulwesen“, „Die heimischen Insekten im Winter“, „Kiemgauer
Volkstypen“, „Das Idol der Feinschmecker“, „Unter dem Sternenb anner“
„Das neue Heim des österreichischen Kronprinzenpaares“, „Freiheiten und
rivilegien der rusffischen Ostseeprovinzen“, Astronomische Briefe“ u. s. w.

Die Abonnenten des „Deutschen Familienblatts“ erhalten außerdem alt
BZratisprämie das bekannte Autographen- Album des deutschen Reiches „Aus
Slturm und Noth“ (Verkaufspreis 5 Marlh), während ein Vierteljahr de
diaties nut Mi.1. 60 oder ein Heft Gährlich erscheinen 26) 30 Pfg. kostet

Mobilien⸗
Versteigerung.
Mittwoch, den 5. Okto⸗
ber nächsthin, Vormittags 9
Uhr, zu St. Ingbert im Sterbe⸗
hause,
werden durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert
die zur Gütergemeinschaft, welche
zwischen Johann Seel, Na—
gelschmied hier, und dessen ver⸗
ebten Ehefrau Apollonia
Becker bestanden hat, und zum
Nachlasse der Letzteren gehörigen
Mobiliargegenstände öffentlich an
die Meistbieienden versteigert,
worunter namentlich:
1 Kleiderschrank, 1 Pfeiler⸗
schrank, 4 Bettladen, 2
Tische, J Nachttisch, 4
Bilder, 1 Spiegel, J Lampe,
1 Küchenschrank, Küchenge—
schirr, verschiedenes Getüch;
ferner 5 Kühe, 4 Hühner
und 1 Hahn, 5 Pflüge,
2 Eggen, 1 Härelbank. 2
Sieb, Pferdsgeschirr, ver⸗
schiedene Ackergeräthschaften,
Dung, ungefähr 40 CEtr.
Stroh, und Heu, sowie die
zum Nagelschmiedgeschäfte
gehörigen Utensilien und
Waarenvorräthe.

St. Ingbert, 28. Sepibr. 1881.
K. Auffschneider,
Amtsperweser.
Feuerwehr⸗

*
Hauptübung
am Sonntag, den 2. Okto⸗
ber l. Is., Rachmittags um3
Uhr. Sammeln beim Appell
präzise halb 3 Uhr am Spritzen⸗
haus.

St. Ingbert, 27. Sept. —1881.
Das Bürgermeisteramt

Zwangs⸗
Versteigerung.
Nächsten Samstag, den
1. Oktober, Vormittags 10
Uhr, in der Wirthschaft von
Vichael Eberhard dahier,
werden durch den Unterzeichneten
berschiedene Mobiliargegen stände
als:
1 Bettlade, 1 Federma⸗
tratze, 1 Küchenschrank, 1
Nachttischchen, 1 Wasch⸗
tisch, 1 viereckiger Tisch
u. s. w. zwangsweise gegen
—IV
steigert.
St. Ingbert, 27. Septbr. 1881
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.
Ein Zimmer zu
vermiethen Ludwig Fettig,
Josephsthal.

Abonnements - Einladung
auf die
9 4 “
„St. Johanner Zeitung
mit der seit Kurzem tãglich erscheinenden
FJeuilleton⸗Bibliothek,

„Tägliche Gratis-Beilage zur St. Johanner Zeitung“

Die „St. Johanner Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahm⸗
der Eonn- und Feiertage. Dieselbe wird nach wie vor ihrer be⸗
sannlen liberalen Tendenz treu bleiben und, wie bisher, stets ein
mständige und ruhige Haltung bewahren; sie wird in ihrer Be
richterstattung unter Beobachtung moglichster Schnelligkeit ihre Lese—
steis auf dem Laufenden zu er halten bemüht sein.

Durch Verbindung mit der Continental⸗ Telegra phen⸗ Compagni⸗
in Berlin ist die „St. Johanner Zeitung“ im Stande, sowohl die
neuesten Nachrichten als auch die neuesten Course der Haupt-Ge
reidemärkte und ⸗Börsen umgehend mitzutheilen.

Dem Feuilleton wird auch in Zukunft die gewohnte Sora
falt zu Theil werden.

Der Inseratentheil der „St. Johanner Zeitung“ kann
dem inserirenden Publikum um so angelegentlicher empfohler
werden, als trotz der großen Verbreitung der Zeitung die Inser
lionspreise äußerst mäßig gestellt sind, und bei wiederholten Annon
cen ein entsprechender Rabatt gewährt wird.

Bestellungen auf die „St. Johanner Zeitung“ werden for'
während, sowohl von sämmilichen Postanstalten, als auch von de
unterzeichneten Expedition entgegengenommen und beträgt der vier
teljährige Abonnementspreis trotz der jetzigen Vergrößerung durd
die lägliche Beilage, wie bisher nur 3 Mark, auswärts, wem
per Post in's Haus geliefert, Mark 3,40.

Zu recht zahlreichen Abonnements ladet ein

die Erpedition der „St. Johanner Zeituna.
— .
—enanfefte MWochenschrifte!!

Zroöhlich Vfatz,
Gott erbalt?s!
Humoristisches Sonntaasblatt.
Dies Blatt erscheint die Woch'
einmal,
Preis: 70 Pfennig pro Quartal.
diebei hat schon den Tragerlohn
Herechnet die Expedition.
Jed' Postanstalt u. Buchhandlung
rmpfiehlt sich zur Beförderung.
Finzelne Nummern zu 6 Pfennig.
Föür das Gebot'ne wirklich wenia.

eutschet

ntags⸗

Alatt.
—8
Dieses beliebte und zu allgemeiner Anerkennung gelangte
cerarisch⸗politische Wochenblatt zählt die ersten Autoren
Deutjchlands zu seinen ständigen Mitarbeitern, es interessir
seine Leser durch eine Fülle von Mittheilungen und Anregunger
qus allen Regionen des geistigen Lebens der Nation. Die Zu
verlässigkeit der politischen Informationen des „Deutschen Mon⸗
tags⸗Blattes“, die Frische seiner literarischen und künstlerische
Mittheilungen und Kritiken, sowie überhaupt die Maniafaltio
keit seines Inhalts, machten es bald zur
Ieeepen *
Trunksucht, g.en literarisch-politischen Wochenschrift
F / höchften
SE dium, beseitigt sicher mit, auch ohne Deutschlands.
werpinen unrr Garan ied t Der Abonnementspreis beträgt nur 2 Mt. 50 Pf. für da⸗
7 e w 857 * Vierteljaht und nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten
hernauerstr. 84. Aiteste, deren Rich- Nr. 1281 der Boft⸗Zeitungs-Nreislii⸗d Ract-stem ren entgegen
tigkeit von Königlichen Amisgerichten * ——
d e versendet auf gefl. Verlangen die Expe—
ge ee Di e ZIro be⸗ Nuwmern en des —8* eee
olche nur Schwindel treiben. Berlin 8 — —
crso⸗ von F . Demes in St. Inabert.

resto Adbero
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——* Aufnahmoe:
Voruncerriem αιινα-
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5253353 533353323 33 —23 333 —. 5—5. 2 3
5—355883 83——— 5 3—823 2 2 —— 833
58538253 2512*8533 25 35323325 3233 22332 —
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28 5287 — 275 8 — — 2 —5238* 2
* J —2W8 2 — *
28 452 .5 75 — 3553 *2 55385 53532— 3387
s 3233336 335383587353
—3 —2— —— —8 3238 3 23588 3288 · *53385
— *3 — 35 25* 55 35
*534233333333 525 23 383 3833883
—826 —853 — —A 5538 55
—— . 2,.— 77 555 — ——— ——— 722523
— 72 — 7 *5 —A ——A— — 2. * * — — *
358 se0 5 —A 32 —— * —— 322328 ** 5 53
13. * — 325 F 27 8 —e— 3 2 ——S 25 3
3333 333
5 262353 —*3 2* — 224* * 3 02 33 2355 2 35
—
22 224 — —32 * 2 3 255375 5*8 —
c 28 —*8 2335 —— 2 2 8* 83 3
2282623. 2522325. *⸗ Ea 2*1 —— 23
— 3— — * — 933 758 8
— 52 ——— 3* *8 2.3 3z38
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W 58ES.S *
—733 333—5 333
3323 333.— 783528—307
38553236 — —— 5*3*
— —
583525 38
—A — — 22 —x — 35
3835383 233335
282833 582. 383 535 823
83335. 3 55533235
3833 — ——
38 F 7 2583
* 5333 5 5325 * —8
—952 S5* ———
28558 23 3 258
—3 — 228335 —— ——
23 225 235328
2335— 3852357
—A 262 — — 73— 8—
332 3 z2,;525 —
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—A ** 2 —3352
———— 230.6 —S
3 2 IzS. 5 —74. — ——
233335* 27 58 2*6
5335333838333338
2525 * 15*5 — 528
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8* 5 *38* —A
2 522 *520 82* 535833
2. . 3 523 53333. 5
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22 22. 232222
55573— 35735 8233382 533
52353335 —.5 ,15 33 553 2. S2 8*8
———— 52333 — 2333 758638
* 2582323 52232358S 2233 5 335785
53355 *537 323. 8 — *5355353 2 3 23
—887* 2523—53523 *. 53
3* —— —— 5 .
2 382368 —— 322 323 —A 3 — 285*
5 22 2 ẽvo 0c6 2 5 * 22 vc/ — * * 75 25*
3 57 8 3
— ————— 2c j 2 27
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3272 233 2555323 253 —2—6 —353 8
3 35 35
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— 35573. S 22.3 82 53 28 58* G
*— 3— 25. 57 53 —5 3 —28288 5 *
* 2
325837 233335533383333 3
3* 552333—3—3—223 5* — ——
*63533 *3 23 3
* 5 7 255823 — —3 — — — — *
5275*—38 8* 2* 535333 386*
3388 3 2 2
⸗ 28 5—* — * — 2
2352 33482 284 5
283 22 — 52 — — 2 S.2 3* 3 2222 5* 5585383685 ⁊
5 8 33833 —38333386
—7 * * 322— 3 —2S233535752 22 26 2
* 323222 2 2 —— —8 2
22 3 8 8 —
35 532—8 35 32 5*—3
*32323 —883 —833 533—38323
3383887 3
—23 — —2 * 325 223 3*
2* 32583 32 3 23 2 —F— —72 7
—2 3.523 —333735 —5

—
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22 35932 —
* —
— 3. 2
33353833353833537 52 2325
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—ä ——— 32 353535 — ——— — 33*
— —A ————— 77 * —*. —5 2.2 523355 n 8
*2 732533883 z55 —33 —— 328
523 * —F *35532 * —— 2. 3 755 5252535 S.8 353 333
—A —ä — —3 * — 58* *33
— — — 8 — 43 —S2 — 3232353 ——
* — 27 7—* 225 8 — 7533338333553 255555
23228 2 * 2 7 28 — 37323 ——— 3
22. 3 3256 2 68 *587 D — BR— — —22** —
—A 5 83 * 32 2.*
55 5 —A—— —A —V 53523 2323
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* — — — * *5S52 885 —8 ———— ——— * — 8 3
532758353: * 27 32 5866
27 — 7383 — 253 2255538 25 33 6 8 — *288
3355337 52555833 22. *—523727 2 2. 22 *
335533
33 2 5. 75 2 —532 2 — —5*22 38
1252 5323 2342.3 8858332 33553*
55325 2. b 268 —750853 2 53
— — 22 5583 —32 —— z23 *2823353 ——
25* 572 2 22 S2.*
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αα
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
VIt. Ingberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich funfmal: Am Moutag,/, Dieustag, Oonnerstag, Samstag und Sonntag rrrr⸗
and Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koslet vierteliahrlig 1. 40 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14
Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum belrägt bei Inseraten an der Pfalz 10 A. bei außerpfaͤuise

welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 —, bei Neclamen 30 4 pro Zeile. Vei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnen
156.

étle und Grundlage einer gesunden
Gewerbepolitik.
ser heutiger Staat hat auf dem Gebiete
aeen den Grundsatz anerkannt, daß die
dung tüchtiger Persoönlichkeiten die Haupt-
des ganzen Staatslebens bilde, und zwar
Allem ein Heranbilden in sich geschlossener,
r Eigenart wirkender Persoönlichkeiien statt-
Der nämliche Grundsatz ollte auch, wie
nt, für die Gewerbepolitik eines Staates
nd sein. Nicht der „technische Fortschritt“
ilegium Einzelner in den einzelnen Branchen
maßgebende Moment in der Entwickelung
ndustriellen und gewerblichen Lebens sein,
aß es so und so viele Leute gibt, welche
Stufe dieses technischen Fortschrittes stehen
ßte Repräsentanten desselben sind. Nicht
ächlich auf technische und fabrikmäßige
aller Art bedachte Richtung, sondern die
welche das Hauptgewicht auf die selbst⸗
eherrichung der Technik durch möglichst
ine legt, muß in unserm ganzen gewerb⸗
en vorherrschend werden. — Die lang⸗
rnachlässigung unseres Kleingewerbes hat
gewissen Rückgang im Punkte der Er—
ewerblicher Thätigkeit, Vielseitigkeit und
digkeit zur Folge gehabt. Der Staat
lher vor Allem sein Augenmerk auf die
es Kleingewerbes und Handwerkes richten,
das letztere vermag es schließlich, die
Tüchtigkeit, die gewerbliche Selbftstän⸗
Einzelnen zu fördern, während doch die
strie ihrem Wesen nach niemals die Ten—
n wird und haben kann, die Masse der
zu selbstständigen Trägern einer hohen,
Fähigkeit zu machen. Stets wird das
der Großindustrie darauf gerichtet sein,
in der zweckmäßigsten Weise in einen
us einzugliedern, indem die Hauptarbeit
nicht durch geschickte menschuͤche Hand,
urch Maschinen vollbracht wird; daß hier⸗
ßartige Erfolge errungen werden können,
richtig, aber es dürfte unwidersprechlich
die großindustrielle Thätigkeit als schlecht⸗
ebend vorausgesetzt, eine moͤglichst hohe
e Thätigkeit und —A
nicht das Resultat dieser Thatigkeit sein
Der Weg, welcher die relativ größte
t größter gewerblicher Tüchtigkeit ausge—
änner hervorbringi, wird deßhalb der
auf welchem der Staat zu einer gesunden
litik gelangt, aber doch würde der Staat
n besten Willen nothwendig fehlgehen,
nicht Organe des Gewerbestandes zur
unm ihn über tausend Einzelheiten der
den Vedürfnisse zu belehren. Die Ver—⸗
nn moderdon Recht sind' so mannichfach
aß auch der tüchtigste Veamtenstand nicht
e sein würde, hier nach allen Seiten
rderliche genaue Renntniß zu enthalten.
muß daher, will er eine gesunde Ge—
verfolgen, Selbstverwaltungsorgane aus
bestande und für den Gewerbestand
darf dabei nicht darnach fragen, ob die
derselben in die eben maßgebende
»Ks Varteigetriehets vß..

Samstag, 1. Oktober 1881.

16

—

zanz besonders dürfte es sehr darauf ankommen,
daß nicht vorübergehende, durch mehr oder weniger
zufällige Umstände bedingte Tagesströmungen mit
den Cultur⸗-Erfordernissen der Nation verwechselt
verden, sondern daß man stets in erster Reihe den
unächst Interessirten, bezw. den anerkannten Or⸗
janen derselben, das Wort lasse. Ein Schema
»essen, was der Staat als Gesammtheit prinzipiell
m Auge behalten soll, läßt sich natürlich nicht ent—
verfen, aber der Staat suche die in organischer
ind legitimer Weise gekommenen Bedürfnusse des
Bewerbestandes von den allgemeinen Gesichtspunkten
des gesammten Staatslebens aus zu betrachten,
dann wird er den richtigen Weg zu einer gesunden
Bewerbepolitik schon finden, und die Errichtung des
Volkswirthschaftsrathes beweist, daß hiermit wenig⸗
tens in Preußen ein erfreulicher Anfang gemacht
worden ist.

Verfahren hiebei in gedrängter Ki
der Leser zu bringen Die Neu'
pitalrentensteuer findet von zwei
statt. Die Ermittelung jener Pe
Benusse einer Kapitalrente von
Mark sich befinden, geschieht dur—
sforderung, und es haben also d
Hoöhe des Jahresbetrages dieser
oder mündlich bei der Gemeinde
des von dieser festgesetzten Ter!
Zu den einzelnen fatirungspflichti
yören auch die öffentlichen Korpotat
und Anstalten, dann die Permöge
chaften, Genossenschaften, Gewert
stigen Personendereine und zwar glei
zufolge gesetzlich zulässiger Steuerb
züge zur Kapitalrentensteuer pflichti
auch diese haben über die Höhe il
eine Erklärung abzugeben.

Die Reichsregierung ist trotz de
schlusses des letzten Reichstag
die Einrichtung eines deutschen“
schaftsraths aufzugeben. D
sition wird auch in den nächstjähri
vieder aufgenommen werden, und
zierungskreisen meint, diesmal Zu
Von einer nochmaligen Berufung
Volkswirthschaftsrathes ist deßhai
Rede; geplant ist dagegen der er
nentritt des deutschen Volkswirth
der Frühjahrssession des Reichsta
zur Abgabe eines Gutachtens über
len Entwurf, des Arbeiterunfallges
Anscheine nach wird es auch bi⸗
punkte noch nicht möglich sein, die
des Reichstanzlers bezüglich der Ar
so weit zu fördern, daß sie dem9
rathe vorgelegt werden könnten.

Der umgearbeitete Entwurf über
säch erung wird, ungeachtet aller
Nachrichten, in der nach Neujahr beg
agssession bestimmt vorgelegi wer
Gesetz wegen Einführung des
welches gegenwärtig im Reichssch
beitet wird. Als Mater ial zu die
dienen die Ermittelungen der Er

Ausland.

Man weiß, daß Henri Roch
Waffen, die ihm zu Gebote stehe
zehaßten Gegner Gambetta
raternenmann zahlt jetzt baar zuri
nals Gambetta durch seine Helf
ließ, als der Brief im „Voltaire“
welchem Rochefort einst von Gan
und später donn Geld zur Flucht
donien erbeten und erhalten hatt
Rochefort im „Intransigeant“ lan
über die finanzieltlen?
welche Gambetta angeblich
sung der tunesischen Frage verfol
Rocheforts Behauptungen wäre de
nis ebenso wie einst der Krieg in
Gunsten eines gewissen Bankiers
wie sein Vorgänger Jecker hohe p
lichkeiten für seine finanziellen O
teressiten gewußt hätte Kurr um

Politische Uebersicht. —
Deutsches Reich.

München, 26. Sept. Unter dem Vorsitze
— Luntz wurde
jeute Vormittag in der k. Residenz eine Staats⸗
rathssitzung abgehalten, in welcher die dem
Landtag zu machenden Vorlagen, wie Finanzgesetz
ür die XVI. Finanzperiode, das Budget. der Vrili—
äretat pro 1881,82 u. s. w., zur Berathung ge—
angten. Der Sitzung wohnten sämmtliche Siaals—
ninister an.

München, 28. Sept. Heute Nachmittag wurde
der Landtag in der hergebrachten feierlichen Weise
durch S. K. H. den Prinzen Luiipold als Stell⸗
erneter Sr. Maj. des Königs eröffnet. Sämmt⸗
iiche Abgeordnete waren erschienen mit Ausnahme
von vieren (Ackermann, Daßler, Kubu und Dr.
v. Schauß).

München. Nach der „Allg. Ztg.“ hat
Se. Maj. der König aus dem Fonds sür Pflege
und Förderung der Kunst für diese Finanzperiode
nachstehende Zuschüsse genehmigt: 1) für die Her—⸗
tellung eines monumentalen Brunnens auf dem
Fischmarkt in Lindau, wofür die Stadtgemeinde
2,000 Mk. beiträgt, einen Zuschuß von 28,000 Mk.
nit freier Concurrenz unter den in Bayern lebenden
kdünstlern und mit Aussetzung zweier Prämien von
15000 und 1000 Me. für die besten Arbeiten;
) für Ausschmückung der Sitzungssäle in dem neu
erbauten Rathhaus in Kaufbeuern mit Wandge—
nälden, vorerst in einem dieser Säle, 20,000 Mk.,
benfalls unter Eröffnung einer freien Concurrenz
und Freigebung der Wahl des Gegenstandes wie
der Art der Ausführung; 83) für das Standbild
des Albertus Magnus in Lauingen, ausgeführt von
Ferdinand v. Miller, einen Zuschuß von 4000 Mtk.
) für die Vollendung der Ausschmückung der
atholischen Kirche zu Grabenstatt am Chiemsee
inen Beitrag von 1000 Mk.; 5) für die Her—
tellung von Glasgemälden an den beiden Seiten⸗
enstern der protestantischen St. Georgskirche in
Rördlingen, für deren Restauration die Stadt und
stirchengemeinde große Opfer brachten, einen Zu—
chuß von 14,000 Mk.; 6) für die Herstellung
»on Glasgemälden an den beiden Seitlenfenstern
des Chores der katholischen Vfarrkirche in Hammel⸗
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        mur vem fran —8
n, und mit Gambetta selbst in
Durch materielle Vortheile soll
r die beiden Genannten für die
jon interessirt haben, welche vor
m Roustan fie für nützlich und
angemessen erachtete. Vor der
die tunesischen Verschreibungen
der Okkupation 500 Fres. ge⸗
hetta ꝛc. dabei ihr Schäfchen ins
da Jedermann glauben durfte,
e tunesische Staatsschuld zu ord⸗
Dies der Kern der Rochefort'schen
sche natürlich in Frankreich einen
aufwirbeln. Obgleich nun Gam⸗
ch sein Organ Mochefort auffor⸗
nBeweis für die Wahrheit der
zu erbringen / wird es ihm doch
alle seine Kanzösischen Landsleute
Reinhet“ seiner Hände zu über—
j8 medet man aus Paris, daß
zren Publikum die Rochefort'schen
xur einen sehr geringen Eindruck
ergeht es auch dem Manifest der
das weder in der Presse, noch
ng großen Anklang findet.
on der zu Granica im Russisch⸗
en Drei⸗ oder auch nur Zwei⸗
gzenkunft wird aus Wien in
itirt; wie es scheint, will Oester⸗
nerika wird gemeldet, daß Prä⸗
3 Ministerium seines ermordeten
doch ändern will. Die Minister
⸗ Entlassung eingereicht, sind aber
bis zur Entscheidung des Präsi—
n zu behalten. Zunächst soll der
zindom zurücktreten, de der be⸗
zonkling aus Newyork, das Haupt
artei, einen Posten für sich ver⸗
ibt, daß bis zu Ende des Jahres
zer dem Kriegssekretär Lincoln jene
imt haben werden. In den früheren
Fintritts von Vizepräfsidenten in die
men Präsidenten hat der Ersatzmann
arrison, Herr Tyler, die Minister
des Generals Taylor, Herr Fill⸗
m nächsten Jahre geändert; nur
achfolger Lincolns that es nicht.
anzminister oder wie es dort heißt
dann würde man doch wissen,
sterben mußte.
dpfälzische Nachrichten.
zert, 30. Sept. Mit dieser NRr.
zingberter Anzeiger“, um
ergangenen Wünschen zu entspre—
ieuen und größeren Gewande vor
empfehlen denselben der Gunst
wPublikums und bitten dasselbe,
Unternehmen freundlichst zu unter⸗
Anregelmäßigkeiten in der Zustell⸗
z wolle sofort bei der nächsten k.
hei der Expedition des „Anz.“ re⸗
damit Abhilfe geschaffen wird.
oder 6* Sept. Nächsten Sonn⸗
um 3 Ihr findet eine Haupit⸗
Feuerwehr statt, an der sich
dilfsmannschaft zu betheiligen hat.
nheit wird, wie schon früher er⸗
Bezirkdamdaann von Zweibrücken,
agintwein unsere Feuerwehr
sation einer eingechenden Inspection
zu der genannten Mqhung auch eine
uswärtiger Feuerwehren wir hören
st, so wird sich am Sondag Nach⸗
inter Voraussetzung günstigetWitter⸗
Treiben in unserer Stadt entsalten.
altungsrath des Pfälzis
rbekasse⸗Ver eins, anerkannder
ngelaufene Beschwerde und Wünsche
fuͤr die Vereinsmitglieder, welche
e alt und noch nicht Mitglieder der
den einlagefreien Eintritt in diese
im 30. November 1881 zu gestatten.

—--— ——2

gegen die „Pfälz. Volkszeitung“ wurde' Redacteur
8ottrand zu 500 M. Geldstrafe ev.“50 Tage
Zefüngniß, zu den Kosten und Urthei lspublication
verurtheilt.

—GMostpreise) In Weyher wurde
das Fuder (1000 Liter) gekelterter Gartenmost zu
325 Mt., die Logel (50 Liter) zu 13 Mt. verkauft.
Vermischtes.

s Sulzbach, 29. Sept. Vor einigen Tagen
wurden hier unsere Hunde von einem fremden der Wuth⸗
rankheit verdächtigen Hunde gebissen. Dieser ge⸗
jörte einem Metzger von Dudweiler, und als es
endlich gelang, ihn zu tödten, zeigte es sich bei der
Obdultion, daß er wirklich wasserscheu war. So—
ort wurden alle hier von ihm gebissenen Hunde
zetoͤdtet und eine Zwöchentliche Hundesperre ange⸗
ordnet. Leider war auch ein Mann gebissen wor⸗
den; doch wurde alsbald ärztliche Hilfe in An—
pruch genommen, so daß man hofft., ihn vor
zer schrecklichen Krankheit zu retten. Im Anfang
hieß es, daß auch mehrere Kinder gebissen worden
eien; zum Glüce erwies sich jedoch dieses Gerücht,
wie ich jetzt höre, als falsch.

(Biederum eine Mahnung zur
Vorsicht. In Saargemünd blies eine
Frau die Petroleumlampe von oben aus, wodurch
eine Explosion entstand und die Flamme der Frau
zie Kleider ergriff. Laut um Hilfe schreiend lief
sie direkt an die Saar und stürzte sich ins Wasser.
stur dem Zufalle ist es zu danken, daß einige be—
herzte Männer zu der späten Abendstunde in der
Nähe waren, die die Unglückliche aus dem Wasser
zogen und sie zum Bewußtsein brachten. Inzwischen
hatten die Flammen bereits einzelne Mobilien in
der kleinen Wohnung ergriffen, die noch gerade
echtzeitig gelöscht werden konnten, um das Häus⸗
hen vor dem Untergang und die schlafenden Kinder
vor dem Verbrennen zu retten.

F München, 25. Sept. Das Oktoberfest nahm
heute seinen Anfang und lockte trotz der sehr kühlen
Witterung (früh 4 Grad Kälte) mehrere Tausende
yon Menschen auf die Festwiese, woselbst heute früh
J Uhr mit dem Braten eines 684 Pfund schweren
Ochsen begonnen wurde. Gleich wie beim Schützen⸗
feste gelang auch heute dieses Unternehmen vollstän⸗
dig und fanden die einzelnen Portionen reißenden
Absatz. Der Unternehmer beabsichtigt von nächsten
Sonntag an den Otktoberfestgästen jeden Tag
dieses Schauspiel gegen ein Entree von 10 Pfg.
zu bieten.

F Ein vielbeschäftigter Standesbeamter. Am
22. Sept. fand in München vor dem Standes⸗
eamten, Herrn Rechtsrath Schrott, die 10,000ste
Eheschließung Statt, eine Zahl, welche noch von
leinem anderen Standesbeamten des deutchen Reiches
eit Einführung des Zivilstandsgesetzes wird erreicht
vorden sein. Das Münchener eine Standesamt,
velches die ganze Stadt mit 230,023 Einwohner
imfaßt, ist überhaupt das größte im Reiche, indem
n allen anderen hier in Betracht kommenden
Ztädten mehrere Standesämter etabliert sind.

FGeheimnißvoller Mord. Von der Bühler
Württemberg) wird dem „Schw. Merk.“ geschrie⸗
den: Eine geheimnißvolle Geschichte macht die Runde
in unserem Thale. Als ein Einwohner von Heidel⸗
herg nach mehrtägiger Abwesenheit nach Hause
ommt, so findet er seine Frau nicht. Nach langem
Zuchen fand er sie im Kasten seines Ofens (deut⸗
cher Ofen) todt. Er macht natürlich sofort Anzeige.
der Körper der Frau war zu einer formlosen, un⸗
enntlichen Masse verkohlt, an der nur ein Theil
eines Fußes noch etwas erkenntlich war. Ein Un⸗
Jück scheint allem Anschein nach ausgeschlossen.
die Todte soll erst etliche 30 Jahre alt gewesen sein.

f Kassel, 28. Sept. Das Dorf Dalherda
auf der Rhön (Kreis Gersfeld, früher bayerisch)
ist durch eine Feuersbrunst gestern zu drei Vier—
theilen eingeäschert worden. Der Brand wüthet
jort; es herrscht große Noth.

X In Berlin wurde am 27. Sept. der sechste
deursche Seminarlehrertag eröffnet
und vom Kultusminister mit einer Ansprache be—

.2 ——

der wenigetr Tommi eo

nan für diese 600 Millionen Dollars 800 Mil

Thaler, so ergeben diese, zu fünf Prozent, 40
ionen Thaler Zinsen jährlich, also ca. 11.

oler — 333,000 Mark Taschengeld für
ag.

F Glitzschlag in eine Kompagnie Soldaten.
der Nähe von Verdun ist der Blitz im ein
dem Marsche befindliche Kompagnie gefahrei
jat vier Mann getroffen. Einer war sogleich

F (Mittel gegen bissige Hausdrachen.) Ein
n London heirathete die fünfte Frau.
nan ihn fragte, auf welche Weise er seine
rrauen verloren habe, gab er die malitiöse
vort: „Das untrüglichste Mittel, seine Fra
u werden, ist, ihr niemals zu widersprechen,
mmer Recht zu geben und sie bumer gewährt
assen, — ohne Widerspruch kann keine Frau
und so sind sie denn alle an stiller Wut
torben.“

F (GAmerikanisch.) Eine fesselnde Ko
enz, aus der wir im alten Europa doch
ernen können, hat eine amerikanische Zeitun
nnen. In der ersten Nummer einer im ẽ
Ohio neu erschienenen Zeitung steht näml'
zroßen Lettern zu lesen, daß die Eigenthümer
hertrag mit den „schönsten und reichsten Mäd
er Undon abgeschlossen haben, wonach dieselb
zerpflichten, kuͤnftighin nur Abonnenten dieses R
ie Hand zu reichen! Mehr kann man nich
angen!

F Von den Waldbränden in Michigan
»em grausigen Verluste an Menschenleben,
ie herbeigesührt, hat der Telegraph uns schon
ingen gebracht. Jetzt fängt man langsam a
damen der unglücklichen Verbrannten zu erm
xẽs liegen uns wenige, sehr dürftige Listen
‚or. Aber auch sie enthalten schon Namer
deutschen. So ist in der Stadt Binghar
amilie des John Freiburger, bestehend au
Zater, der Mutter und 7 Kindern, verbrann'
Narion verlor Paul Weitzel sein Weib und
Kinder. In Sherman verbrannte das
zranz Roderich,. In Paris beklagt B. Weis
jer den Tod von 3 Söhnen. Die weiteren
zächst erwarteten Listen dürften die Reihe de
inglückten Deutschen leider noch vergrößern.

5 Steinkohlenlager von kolossaler Mäch
ristieren u. a. auch auf der Westseite der
s„umatra; man schätzt ihren Inhalt auf
»enn 300 Millionen Tonnen. Die dort gefi
Tohle steht an Werth der besten englischen nich

In Mekka (Arabien) soll die Cholero
gebrochen sein.

(Sparen oder Versichern)
onservative Sinn des Volkes gegenüber wirth
ichen oder politischen Neuerungen ist von m
Seiten oft und nach Gebühr gepriesen worden,
r ist in der That das stärkste Bollwerk gege
ürzlerische Angriffe auf die Staats⸗ und
haftliche Ordnung. Es giebt indessen auch
vo dieser gerühmte Konservatismus ledigli
iner gewissen geistigen Trägheit der Massen
ind dann leider ein schwer zu überwindende
erniß für die Einführung wirklicher Verbesser
ind Reformen bildet. Die hemmenden Wir
ieser Trägheit der Massen machen sich nur
llein im Söffentlichen Leben, bei staatliche
ozialen Reformen geltend, auch im private
chäftsverkehr verhindern sie nicht selten, do
Zessere an die Stelle des Guten tritt und dð
amimtheit wirthschaftlich fortschreitet. Ein
iefür bietet das Verhältniß der Lebensversic
um Sparkassenwesen. Das Sparen ist die
ind einfachste Form der Kapitalaxsammlun
—
Sparkassen ist von Älters HZer Gebrauch ur
pohnheit. Es wird natümch Niemandem en
jegen das Sparen an xch etwas einzuwender
ie Sparsamleit ist uür das ganze Bolk sow
ür jeden Einzelnen eine der wichtigsten Grur
)es Wohlstandes, wohl wird man aber beh
dnnen. daß in vielen Fällen die veraltete
es Sparens besser und rationeller durched
Hrue Art der Geldanlage zu ersetzen wäre,

14
d⸗
)
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r
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41

und
treu
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Sch

ist *
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Thei

riren
der
sind.

sowo
ditior
der j
usw
        <pb n="605" />
        aat, geschäftlich zu verwenden, so ist allerdings die
Sparkasse für diesen das geeiguetste Institut. Der
Sparende kann nach seinem Velieben jeden Augen⸗
slick in den Besitz der angesammelten Gelder ge⸗
angen und wenn die Verzinsung auch meist nur
ine geringe, ist sie doch immerhin mitzunehmen.
Anders ist es aber, wenn Jemand sein Geld in
ser Sparkasse für längere Zeit anlegen will, um
ꝛach Jahren in den Besitz eines größeren Hapitals
gelangen, welches etwa im spaͤteren Lebensalter
utzbringend verwendet werden oder den nöthigen
Zebensunterhalt gewähren soll. Hier sieht' die
Sparkasse hinter der Lebensversicherung ganz be⸗
deutend zurück und es ist geradezu ein wirthschaft⸗
iicher Fehler, sich der ersteren und nicht der letzteren
zu bedienen. Nehmen wir nur ein Beispiel, wie
—AV
Tochter für ein gewisses späteres Alter eine gewisse
Summe sichern- damit sie dieselbe entweder zur
Aussteuer benutzen, oder falls sie sich nicht verhei—
rathet, ein Geschäft oder dergleichen begründen
kann. In den meisten Fällen wird der Vater
zu diesem Zwecke seinem 6- oder 7jährigen Töchter-
chen ein Sparkassenbuch kaufen, alljährlich vielleicht
am Geburtstag oder wann sonst Einzahlungen auf
dasselbe machen und so bis zum 24. Jahre
der Tochter mit Zins auf Zins ein kleines Kapual
angesammelt haben. So geschieht es heute noch
fast überall, obschon dieser Weg der Kapital⸗
Ansammlung nicht rationell ist, sondern der Zweck
viel besser durch die Versicherung erreicht werden
kann. Wenn nämlich der Vater sein Kind im 8.
oder 6. Jahre mit einer gewissen, im 24. Jahre
zur Auszahlung kommenden Summe versichert hätte,
so würde er jährlich einen viel kleineren Betrag zu
zahlen gehabt haben, als bei der Sparkasse, da
einmal der Zinsfuß der Versicherungsgesellschaften
ein höherer ist und weil andererseits bei der Ver—
icherung das Kind von der früheren Sterblichkeit
der Mitversicherten profitiren kann. Wenn nämlich
don 100 versicherten Sjährigen Personen bis zum
24. Lebensjahre 10 bis 15 sterben, so hat dies
natürlich auf die Höhe der Prämie einen ganz
wesentlichen Einfluß derart, daß dieselbe in dem—
elben Verhältniß billiger gestellt werden kann, als
die jährliche Sparkasseneinlage, welche nöthig wäre,
um die betreffende Summe im 24. Jahre zu er—
zielen. D. V. C.

iehen, und diese höchst schätzenswerthe Frucht, somu
nicht nur für die thierische, sondern hauptsächlich
zuch für die menschliche Ernährung nußbar zuů
nachen und aus ihr ein ebenso billiges, als gehalt-
reiches Nahrungsmittel für die weitesten Kreise der
Zevölkerung zu schaffen. Wie die O pP“ nunmehr
nittheilt sind diese Versuche Dr. Bering's nicht nur
elungen, sondern es ist ihm auch auf sein Ansuchen
om Reichspatentamte die Nachricht zugegangen,
aß sein Verfahren der Entbitterung der Luzine
ach dem Patentgesetze die Bestätigung erhalten hat.
Alle diejenigen, welche sich an den Dr. Bering
venden, der gern bereit sein wird, nähere Einzel⸗
jeiten mitzutheilen. Die Luzine ist mit dem ma—
jersten Boden zufrieden, daher wäre die weitere
Ausbeutung und praktische Verwendung der Erfin—
ung für unsere Landwirthe von großer Tragweite.

Einfache Bereitung von Hausseife. In den
seschmolzenen und durch Durchseihen von unreinig⸗
eiten befreiten Fett-⸗Ueberresten werden in noch flüs⸗
gem Zustande auf 10 Theile Fett, 1 Theil Kokos
Del und 6 Theile Seifen-Essenz zugesetzt, bis zum
ẽrkalten gerührt und in noch gießbarem Zustande
nein passendes Gefäß (Kiste) geschüttet. Die im
Anfange bräunlich aussehende Masse wird inner⸗
jalb zwanzig Stunden gleichmäßig weiß und hart
und ist dann mittelst Draht in passende Stücke zu
erschneiden.

Pomourg, 28. Sepibr. (Fruc maireis
alienmarkt.) Weizen 12 M. 589 Pf., Korn 10 P
Spelzkern — M. — Pf. Speig o M. — P
reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige 0 *
dafer 6 M. 89 Pf. Mischfrucht — In — Pf
— M. — Pf., Wiken — M. — pj., Bot
— Pf. „leesamen — M. — pf., Kornbrod
Vf., Bemischlbrod 6 Pfund 85 pfDchfenflei
Rindfleisch 420 pf. Kalbfleisch 10 Pf Hammeinei
Schweinefleisch z0 Pf. Butter 1 Pfund 1 M
—A — pf.

Neueste Nachrichten.
deber den Einzug des Bischofs K
nn Trier sagt die offiziöse Berliner
dorresp.“ Die Regierung ist erfreut
Fürsorge für katholische Unterthanen
durie ein so bereitwilliges Entgegen
sefunden zu haben. Wie sich Dies
diözese Trier gezeigt, wird wohl di
ßesinnung in anderen Diözesen sich ku
Junächst sei zu wünschen, daß dem e
kinverständniß von Regierung und 9
iannten Bischof vergönnt sei, nicht b
hen Segen in seinem Sprengel zu stifte
)ern auch für das weitere Vaterle
Bischof des Friedens zu werden, da
die hohen Erwartungen erfüllen, welch
und Papst auf ihn setzten. —
München, 29. Sept. Die 2
netenkammer wählte Frhrn. v. Ow u
jegen 2 Stimmen zum ersten Prä
Dr. Kurz mit 85 gegen 70 Stimm
weiten Präsidenten. Beide Präside
sören der „patriotischen“ Fraction «
Wie man aus Rom meldet, he
reits 300 Bischöfe die Absicht' ange
»em Konsistorium, welches den auf
Dezember anberaumten Kanonisirun
jergehen wird, beizuwohnen.
London, 28. Septbr. Die
verke des Lord Dulley haben ihr
aller Gattungen fabrizirten Eisens
Shilling heraufgesetzt. Die auderen
Stabeisenfabrikanten Staffordshire's
olgen.
Moskau, 28. Septbr. Dei
Taufhof mit Ausnahme einiger Bi
niedergebrannt. Das Feuer dauer
Der Brandschaden wird auf 23 9
stubel geschätzt. Es ist Alles versid

“g
Sterbefälle.

Gestorben in Großbockenheim Lottchen

Zöller; in Dahn der kgl. Notar Gink, 75

— alt; in Ludwigshafen Karl Münch,

22 J. alt; in St. FJohann a. d. S. Karoline

Willl ing. geb. Mertz; in Impflingen Su—
same Rittmann, 20 J. alt.
—VIEE
Dienstesnachrichten.

Pfarrverweser Sch ad lLer in Königsbach wurde zum
Pfarrer in Wals heim, Bez. Zweibruden, ernannt

Der Postexpeditox Friedrich Graf in Homburg (Pfalz)
wurde wegen körperlicher Leiden ꝛc. auf Ansuchen penfioniri
und der Postamtsgehilfe Jakob S chreiner bei der
Oberpostamtskasse Speyer jum Postexpeditor in Homburg
Pfalz) beförderi.

Die prot. Pfarrstelle Alsenborn wurde dem Gym⸗
iafialprofessor für Religionsunterricht Brand stetter
in Speyer verliehen.

Die Verwesung der vrotest. Pfarrei T haleissch⸗
weiler wurde dem derzeitigen standigen Vicare zu Ens⸗
heim, O. Mar z, das ständige Vicariat Ens heim
em bisherigen Pfarrverweser G. Schmint in Mittel,
dach übertraägen.

Gemeinnütziges.

Die Luzine als menschliches Nahrungsmittel.
Die Luzine, diejenige unserer einheimischen Hülsen⸗
irüchte, welche vermöge ihres Eiweißgehalses die
nahrhafteste Hülsenfrucht ist, indem 1000 Theile
derselben 345 Theile Eiweiß enthalten, während
asselbe bei Erbsen in 1000 Theilen nur 223.75,
zei Linsen zu 264.9, bei Bohnen zu 225,4 ange⸗
roffen wird — war bisher nur einseitig für die
Jütterung der Schafe verwerthbar, da sie einen
außerordentlich intensiven, nicht ganz unschädlichen

Marktberichte.

Zweibrücken, 29. Septbr. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
ualienmarkt.) Weizen 12 M. 45 Pf. Korn 10 M. 21 Pf.,
Berste zweireihige &amp; M. — Pf. vierreihige d M. — Pf.
S„pelz 8 M. 66 Pf., Spelziern — M. — Pf. Dineei
— M. — Pf. Mijchfrucht 10 M. 86 Pf., Hafer M.
54 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken d RM..— Pf.,
dartoffeln 1.M. 70 Pf., Heu 4 Me20 pPf., Stroh 3 M.
80 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 61 Pf., Kornbrod 3 Kiͤp.
72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100 Gr.

Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. D
Abonnements-Einladung
* auf die F
„St. Johanner Zeitung
mit der seit Kurzem täglich erscheinenden
Fenilleton-Wibliotheß“,
„Tägliche Gratis-Beilage zur St. Johanner Zeitung“

Die „St. Johanner Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗
und Feiertage. Dieselbe wird nach wie vor ihrer bekannten liberalen Tendenz
treu bleiben und, wie bisher, stets eine anständige und ruhige Haltung be⸗
wahren; sie wird in ihrer Berichterstattung unter Beobachtung möglichster
Schnelligkeit ihre Leser stets auf dem Laufenden zu erhalten bemüht sein.

Durch Berbindung mit der Continental⸗Telegraphen⸗Compagnie in Berlin
ist die „St. Johenner Zeitung“ im Stande, sowohl die neuesten Rachrichten als
auch die neuesten CTourse der Haupt-Getreidemärkte und -Börsen umgehend
mitzutheilen.

Dem Feuilleton wird auch in Zukunft die gewohnte Sorgfalt zu
Theil werden.

Der Inseratentheil der „St. Johanner Zeitung“ kann dem inse⸗
rirenden Publikum um so angelegentlicher empfohlen werden, als trotz
der großen Verbreitung der Zeitung vie Insertionspreise äußerst mäßig gestell—
find, und bei wiederholten Annoncen ein entsprechender Rabatt gewährt wird.

Bestellungen auf die „St. Johanner Zeitung“ werden fortwährend
sowohl von sämmilichen Postanftalten.als auch von der unterzeichneten Expe—
dition entgegengenommen und beträgt der vierteljährige Abonnemenispreis trotz
der jetzigen Vergrößerung durch die tägliche Beilage, wie bisher, nur 3 Mark.
answärts, wenn per Post in's Haus geliefer, Rark 3.40.

Zu recht zahlreichen Abonnements ladet ein

24 Aahanner Keitung.“

S
— ——
Mit nach der Natur gemalten Abbildunger
Wir besitzen mehrere Exemplare nachstehenden Werkes, welche

nur à Mk. 3. — abgeben:

Billig! —

Großes illustrirtes
eb .
lusführliche Beschreibung aller
Pflanzen und Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen. ihre Wirkung und Anwendung, ihren An—
Einsammlung und Aufbewahrung.
Nebst Anleitung
zur Bereitung aller möglichen Arzneien, Kräutersäfte, Syrupe, Con serv
vergen, Essenzen, Wasser, Pulver, Oele Salben, Pflaster, Pillen, P
sowie vieler Geheime und, Hausmittel.
Rach den neuesten Quellen bearbeitet.
Nit eolorirten Abbildungen. — —
1379. 80. 700 Seiten. Ganz neu!!
In der Schweiz:
Leitlin's Sorliments-Buchhardiung in St. Galltn.
In Deutschland:
». Dorns Antiquar in Neu⸗Ulm (Bayern
Bei Einsendung des Betrages Franko⸗Zusendung
        <pb n="606" />
        ttwoch, den 0. Iover
Vormittags 9 Uhr, zu St.
m Sterbehause,
rch den unterzeichneten, hiezu
beauftragten Amtsverweser
Notars Franz Sauer in
ert die zur Gütergemeinschaft,
ischen Johaun Seel, Na⸗
hier, und dessen verlebten
Apollonia Becker bestan⸗
ind zum Nachlasse der Letzteren
Mobiliargegenstände öffentlich
deistbietenden versteigert, wo—
mentlich:
eiderschrank, 1 Pfeilerschrank,
ettladen, 2 Tische, 1 Nacht⸗
. 4 Bilder, 1 Spiegel, 1
de, 1 Küchenschrank, Hüchen⸗
irr, verschiedenes Getüch;
r 5 Kühe, 4 Hühner und
ahn, 5 Pflüge: 2. Eggen,
ärelbank, 2 Sieb, Pferds⸗
irr, verschiedene Ackergeräth⸗
—RD
h und Heu, sowie die zum
ljchmi edgeschäfte gehörigen
älien und Waarenvorräthe.
ert, den 28. Sepibr. 1881.
Auffschneider,
Amtsverweser.
Zwangs⸗
steigerung.
ntag, den 3. Oktober
Morgens 10 Uhr, in der
ichen Wirthschaft dahier,
ich zwangsweise gegen
—XR
rsel mit Wägelchen, 1 — —
53 —A Untrüugliches,
den Tisch 2 Sclitten Aeu — inNeu!
me und die Kartoffeln 653 X
PlNe. 1090 275 chutzmittel gegen Anstedung der schreck⸗
Pl.⸗d —ichen, Geist und Körper zerstörenden
Acker in der Rollenflur, geheimen Krankheiten. Fort daher mit
mn St. Ingbert. — illem Unnaturlichen! Dieses unschätz—
rtoffeln der Händlerin Wittwe zare Werk ist für 50 Pf. in Brief⸗
m hier gehörig. narken nur, direkt zu beziehen durch
gbert, 27. Septbr. 1881. G. Schmidtsdorn,-
Faßbender Apotheker J. Kl.
. Werichtspeilzieher. Berlin, Kaftanien-Allee Nr. 1J.
—„ILLAIII
alt zur Ausbildung junger Gewerbetreibender im Bau- und Kunst⸗
eginnt ihren Unterricht für das Winterhalbjahr 1881/82 Donners⸗
3. Novemnber, in den Räumen der Kreis-Baugewerkschule (Pfäl⸗
werbe⸗Museum.) Derselbe wird von November bis Ende März in
derkstätten verbundenen Fachabtheilungen ertheilt und zwar: in der
für Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dach- und Schieferdecker,
ind Cemmentarbeiter; in der Modelleurschule für Modelleure, Stuccateure,
⸗und Marmorbildhauer, Töpfer und dgl.; in der Schule für Holz⸗
für Dreher, Bau⸗ und Kunstschreiner, Holz- und Elfenbeinschnitzer;
schule für Metallarbeiter für Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler
allschläger, Gold- und Silberarbeiter, Eisen⸗ und Gelbgießer; in der
ile für Zimmer⸗ und Decorationsmaler, Porzellan- und Glasmaler,
ind Musterzeichner, Lithograhhen und dgl. Der Unterricht ist in
13 zu einer richtigen Geschäftsführung nöthig, theoretischer, sonst aber
eise praktischer, um den jungen Gewerbtreibenden jede zur muster⸗
usübung ihres Geschäftes nothwendige Anleitung und handwerksgemäße
zu verschaffen, so daß sie außer im Zeichnen und Entwerfen in
che auch in der kunst- und stilgerechten Ausführung unterrichtet werden.
rricht erhält im Sommer eine Fortsetzung, wenn der Schüler als Lehr⸗
Arbeiter in die Lehrwerkstätten des pfälzischen Gewerbemuseums tritt.
Inscription findet am 30. Oktober ifd. Ihrs. auf dem kgl. Recto—
9—12. Uhr Vormittags nd 426 Uhr Nachmittags statt, wobei
ich beglaubigten Schul- und Vehrzeugnisse mitzubringen sind. Das
beträgt 20 Mk. und ist bei Rer Inscription zu entrichten. Für
ch der Werkstätten ist statutengemäheine Abnützungssgebühr von 10 Mek.
Zur Befreiung von Schulgeld Vorlage eines Dürftigkeits—
nöthig. Lehrprogramm und Statuten It beziehen: Tascher'sche Buch—
Kaiserslautern, gegen portofreie Einsendung von 80 Pf.
ijerslautern, im Sevtember 1881. F
Kal 7 torat:
O Mntetæ.
Quittun soan sare —
illehrer mnd übrige (C Stück zu 15 Pfg. bei
PIOII.
Dyruck und Verlag von F

nung, MHagensehvwe und
—XXXXXXX
—LEmser QuéelIxaIz
Auüssiger Forin zu Iuhalatio-
ꝛen und 2um Gurgeln empfohlen.
Emser vietoriaquelle
orrûthig in St. Ingubert bei AIir-
Sorn, A4poth.
Föniy Wilhelms-Felsenquellen
in Ems.

Ein zuverlässiger
Fuhrknecht,
»er mit Pferden umzugehen weiß, mird
jesucht. Näheres in der Exp. ds. Bl.
n'g

gegen Magenleiden, Magenschwäche,
Nagenkrampf, Magenverschleimung, Kolik,
Diarhöe, Verstopfuͤng, Schwindel, Kopfschmerz,
c., 2. gegen Husten, Catarrh, Catarrhal⸗
ieber, Brustverschleimung ꝛc., 8. gegen
Sicht, Rheumalismus, Steifigkeit der Ge—
enke ꝛc; altbewährte tausendfach erprobte
dausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten) von denen man viele mit ge⸗
eingen Kosten selbst bereiten kann,
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
tückantwort einsenden, kostenfrei mit.
B. Becker, Seesen-Braͤunschweig.

Die Mitglieder werden hiermit zu der am —
Dienstag, den 4 October 1881, Abends 8 Vur.
in dor
Wittue Jul. Grewenig'schen Wirihschaft
sgtattfindenden
General-Versammlung
ingeladen.
Tages Ordnung.
l. Vorlage des Geschaftsherichts für's erste Halbjahr 1881.
2. Bericht ũher den pfalzischen Genossenschaftstag zu Raiserslautern
3. Festsetzung des Eintrittsgeldes.
St. Jugbert, den J. September 1881.
Der Aufsichtsrath des Vorschuss-Vereine St. Inqobert BE. G.
EhrhArTWÆOODb-. Io ohum-âJkuorsitzender.

J. 8ST. CIOLIINA &amp; gohno
Manufakturwaaren- und Damen—
Confektions-Geschäft
Ecke der Landauerstraße, Zweibrücken,
mpfehlen ein schönes Sortiment moderne
Damen- &amp; Herrenkleiderstoffe.

owie eine große Auswahl neue F
Regen- und Wintermäntel.

Orfeôvrerio Ohristofle.
Niederlage zu Fabrikpreisen.
Große Auswahl
in Juwelen, Gold- und Silberwaaren.
2J. FIetæ., Juwelier, St. Ingbert.

Abonnements⸗Einladung.
auf die
Berliner Geriel it
Berliner Gerichts-Zeitung
4. Quartal 1341. 30. Jahrgang.
die Berliner Gerichts-Zeitung,
in Berlin wie im ganzen übri—
gen Deutschland vorzugsweis in
den gut situirten Kreisen der
Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute
—
zroßen Auflage für Inserate,
deren Preis mit 35 Pf. für die
gespaltene Zeile sehr niedrig ge⸗
stellt ist, von ganz bedeutender
Wirksamkeit.
Wer sein Recht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen!
Wer sich vor solchem Schaden an Ehre und Vermögen bewahren will,
abonnire auf die „Berliner Gerichts⸗Zeitung“, die von den her⸗
orragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnements⸗
reis, bei ihrem reichhaltigen belehrenden und untergaltenden Inhalie
m keinem deutschen Haushalte fehlen sollte. Die beliebten jurift
ischen Leitartikel über Reichs- und Landesgesetzgebung, sowie über Rechts—
ragen im Gehiet des bürgerlichen und Straf⸗Rechts, die für das praktische
Leben wichtigsten Eutscheidungen deutscher Gerichtshöfe, die Ver⸗
zffentlichung der interessautesten Prozesse des In⸗ und Auslandes,
der reichhaltige, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kosten ·
freien Nath ertheilende Briefkasten, das änerkannt höchst aedie⸗
zene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Nomang, sowie
velehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller
enthält, führen der Bexliner Gerichts-geitung unausgejsetzt eine große Anzahl
ieuer Abonuenien zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten,
verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. Die gan eigenartige, höchst
ꝛikante politische Rundschau aus der Feder einsszder belisbtesten
Berliner Publizisten orientirt die Leser über abe wichtigen politischen
Ereignisse. Den geehrten Abonnenten der „Berliner Gerichts-Jeitung“ die
ergebene Mittheilung, daß im nächsten Quarial äuberst interessante Ro—
mane im Feuilleton veröffentlicht werden.

Rechnungen
nn allen Größen, mit blau und
rother Liniatur, werden billigst
mgefertigt bei
F. X. Demctz.
Remetz in St. Inahert

Geld⸗Cours.
Ducaten 965 G.
20⸗Frankenstücke „16 15219
Engl. Sovereigns 2933-38
Rujs. Imperiales 16 70- 75
DBotcerg ijn Gold 421223
        <pb n="607" />
        ugherter auzen
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal —E

Blatt und Sonntags mit Sseitiger ilustrirter Beilage. Das Blati koslet vierteljiahrlich 1.4 40 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 4

10 H Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfalzi
welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 B, bei Neclamen 80 — pro Zeile. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
—ã
AM 157.

Sonntag, 2. Oktober 1887
M
F
*Per Plan eines deutschen Volkswirth-
schaftsralhes.
Unläugbar ist in den letzten Jahren eine all ge⸗
meine Beruhigung in der politischen Lage einge⸗
reten und die Zuversicht auf die Dauer des euro—
äischen Concerts hat durch die Kaiserzusammenkunft
in Danzig eine entschiedene Stärkung erfahren. Es
st daher erklärlich, daß unser leitender Staatsmann
iich in hervorragender Weise mit unseren inneren
Angelegenheiten beschäftigt und daß ihm der weitere
Ausbau seiner großartigsten Schöpfung, des deut—
chen Reiches, jetzt, wo der europäische Friede nach
nenschlicher Voraussicht auf Jahre hinaus gesichert
erscheint, besonders am Herzen liegt. Die Haupt-
hestrebungen des Reichskanzlers sind darum in erster
Linie auf eine wirthschaftliche und finanzielle Stark
uing des deutschen Reiches gerichtet, da es eine
Thatsache ist, daß Deutschland gegenüber anderen
Hroßstaaten, namentlich was England, Frankreich
ind die Vereinigten Staaten von Nordamerika an—
elangt, in wirthschaftlicher und finanzieller Bezieh⸗
ing bedeutend zurückgeblieben ist. Eine Stärkung
Deutschlands nach dieser Richtung gehört aber mu
zu den Grundbedingungen für die Erhaltung des
Reiches und dies Ziel sucht Fürst Bismard auf
allen Wegen zu erreichen; hierbei vertritt Fürst Bis-
marck die Ansicht, daß die Parlamente, dor Allem
der deutsche Reichstag und der preußische Landtag,
da sie mehr vom politischen Standpunkt und Ge—
sichtspunkt aus constituirt sind, nicht immer geeignet
exrscheinen, in Fragen wirthschaftlicher und finan⸗
gieller Natur, eine sachliche Entscheidung zu treffen.
Aus diesem Grunde hat, Fürst Bismarck im vorigen
Jahre auch den preußischen Volkswirthschaftsrath
ins Leben gerufen, da es ihm als ein Bedürfniß
erschien, in Preußen neben dem Landtage ein In—
titut zu schaffen, welchem eben die sachliche Beur—
heilung von finanziellen und wirthschaftlichen Ge—
setzentwürfen obzuliegen hätte. Der preußische
Bolkswirthschaftsrath ist aber von vornherein nur
als eine vorübergehende Einrichtung angesehen wor—
den, welche jetzt in einen deutschen Volkswirthschafts⸗
tath umgewandelt werden soll, da die wichtigen
inanziellen, wirthschaftlichen und socialpolitischen
Reformen doch von Reichswegen zu Ende geführt
werden müssen. — Bekanntlich war in der vorigen
RKeichstagssession der für die Einrichtung eines deut⸗
chen Volkswirthschaftsrathes geforderte Posten ab—
gelehnt worden, aber schon damals hieß es, daß
rotz dieses ablehnenden Votums die Reichsregierung
uicht gewillt sei, auf die Einführung des genann—
en Institutes für das ganze Reich zu verzichten;
die betreffende Position wird daher bereits in den
aächstjährigen Haushaltsetat wieder aufgenommen
verden und in Regierungskreisen ist man der An—
icht, daß es diesmal mit Hülfe der Centrumspartei
jelingen werde, die Position durchzubringen. Von
iner nochmaligen Einberufung des preußischen
Pollswirthschaftsrathes ist deshalb auch nicht die
Rede; geplant ist dagegen der erstmalige Zusam⸗
nentritt des deutschen Volkswirthschaftsrathes vor
»er Frühjahrs-Session des Reichstages und zwar
yöchstwahrscheinlich, um ein Gutachten über den
imgearbeiteten Entwurf des Arbeiter-Unfall⸗Ver—
icherungsgesetzes abzugeben. Jedenfalls wäre die
ndliche Errichtung eines deutschen Volkswirthschafts⸗
athes mit Freuden zu begrüßen und wir koͤnnen
ins mit dem ablehnenden Reichstagsvotum nicht
vefreunden; vor Allem müssen wir der Behauptung
intgegentreten, daß die geplante Institution ein⸗
rahsekung darx narlamentarischban Mochta vin

örmliche Bevormundung des Reichstags sei, nein,
»er deutsche Volkswirthschaftsrath soll lediglich aus
»em oben angedeuteten Gesichtspunkte errichtet werden:
zn ihm eine Institution zu schaffen, die über dem
⸗tandpunkte der politischen Parteien und ihren
zänkereien steht und daher so recht geeignet ist, in
nanziellen und wirthschaftlichen Fragen ein unbe—
angenes Urtheil zu fällen. Wir haben aus den
zerhandlungen des vorigen Reichsstages genugsam
fahren, wie gerade Fragen der erwaͤhnten Art zu
jarteizwecken ausgebeutet und nur vom Partei⸗
andpunkte ans beurtheilt wurden, und um dies
inftig zu vermeiden, will Fürst Bismarck den
eutschen Volkswirthschaftsrath durchsetzen, von dem
ian mit Fug und Recht annehmen kann, daß er
ch bei Prüfung der ihm zu unterbreitenden Vor—
igen finanzieller und wirthschaftlicher Natur nicht
on Parteileidenschaften, sondern von rein sachlichen
hyründen leiten lassen werde und es steht deshalb
u erwarten und zu hoffen, daß der Reichsregierung
u dem gedachten Zwecke nicht nur Männer aus
en Reihen der Konserbativen und Klerikalen, son⸗
»ern auch aus denen der Liberalen ihre Hülfe
eihen werden.
Politische Uebersicht. J
Deutjsches Reich.

München, 29. Septbr. Se Maj. der König
at sich gestern don Schloß Berg nach Herren—
hiemsee begeben und wird mehrere Tage daselbst
erweilen. Von dem prachtvollen Schloß, das er
uuf genannter Insel erbauen läßt, ist ein großer
Cheil bereits vollendet. — Die Kammer der Reichs—
äthe wählte heute Frhrn. v. Schrenk zu ihrem
weiten Präsidenten, Frhrn. v. Niethammer zu ihrem
rsten und den Grafen Ludwig v. Lerchenfeld⸗Kösering
u ihrem zweiten Secretär. — Die Abgeordneten—
ammer wählte zu ihrem ersten Schriftführer
zrhrn. v. Soden (patr.) mit 87 Stimmen idie
inke hatte 65 weiße Zettel abgegeben), zum
weiten Schriftführer mit 860 Stimmen Hrn. v.
Zapius (patr.) (54 Zettel waren weiß.) Bei der
Vahl des zweiten Schriftführers wurden zwei
zettel für ungiltig erklärt: der eine enthielt nüm—
ich statt eines gleich zwei Namen, der andere
iber die Worte: „Sitzung der patriotischen Fraction“
Heiterkeit.)

Eine Münchener Correspondenz des „Fränk.
dur.“ registrirt das Gerücht, daß bei der bay⸗—
ischen Kammer von Seite der kgl. Regierung
eantragt werden solle, die Civilliste um 400, 000
N. zu erhöhen. Bekanntlich ist dieselbe erst in
iner der letzten Sessionen auf einen höheren Be—
rag als früher festgesetzt worden.

Man glaubt, der Reichstag werde etwa Mitte
dovember einberufen werden.

*Die Kaiserin feierte am 830. September in
Baden-Baden im engsten Familienkreise die
Zollendung ihres 70. Lebensjahres. Zweierlei Um⸗
ände vecleihen diesem festlichen Tage eine besondere
Jedeutung, dadurch, daß er für die hohe Frau
leichsam das Fest der Genesung nach langer und
hwerer Krankheit bildete und daß es ihr außerdem
ergönnt war, kurz vorher dem schönen Doppelfeste
im badischen Hofe beizuwohnen. Das deuische
Zolk nimmt darum diesmal besonders innigen An—
heil an diesem für seine Kaiferin so bedeutungs—
»ollen Tage; möge die Gunst des Himmels es der
wohen Frau gestatien, noch oft die Wiederkehr ihres
zohuristanes im Greife isrer LNiehen 2u1 foiern!

Ausland.

Auf Befehl des Kaisers Ale;
stußlaud werden nicht wen
aiserliche Schlösser in verschiedene
mnds zu wohlthätigen oder Erzieh
jewandelt werden.

Frederikshafen (Nord⸗Jü
das schwedische Kronprinzeupaar
310 Uhr bei schönstem Wetter
dasselbe wurde von einer zahl
nenge begrüßt. Die Stadt ist fe
m Hafen liegen 12 Kriegsschiffe
tellung.
Lokale und pfälzisches
*St. Ingbert, 1. Okt.
ernehmen, wird der kgl. Bezirksan
5chlaginltweit, der morg
inserer Feuerwehr nicht anwohn
inigen Tagen einen dreiwöchentl

getreten hat.

* St. Ingbert, 1.Okt.
uf dem Eisenwerke der HH. Geb—
ver Errichtung einer neuen Stra
hwerer Eisenstücke gearbeitet. Da
ofort nach Fertigstellung im Betrie
rür unsere Stadt ist dies eine
ind willkommene Beobachtung.

— Zweibrücken, 30.6
jestern Statt gehabten Versteiger
51chmidt'schen Brauerein, Zun
ieselbe Herrn Dr. Busch von Wi
Zreis von 210,000 Mt. zugeschla

— Auf der Station Rodal
dangirer Klein von Biebermült
Zzuffer zweier Wagen. Die Verleß
hwer, daß er nach Verlauf einige

— Kaiserssautern, 29
am vor dem hiesigen Amtsgerid
eidigungsklage des Herrn Hohl—
akteur des „Kaisersl. Stadtan
Dhieme, zur Verhandlung. De
u einer Geldstrafe von 10 Mt.
vefängniß verurtheilt, auch dem K
ugesprochen, den verfügenden Th
n dem „Kaisersl. Stadtanzeiger“

— Aus guter Quelle vernimmt
daß Freiherr v. Staaffenber
die Candidatur im Wahlkreis Kais
eimbolanden verzichtet.

— Landau, 289. Sept. V
ommen Nachrichten, welche erkem
nan den Beginn des Herbstes n
chleunigen sucht. Die bisherigen
iber eine so geringe Qualität des
aß uns die sorgfältige Erwägung
erscheint, ob der durch etwaige Fäul
ntstehende Ausfall nicht durch die
usschiehung des Herbstes zu gen
Zualität mehr als aufgewonen were
Vermischtes.

* GBayerische Landes⸗Indust
ind Kunstausstellung in Nürnber
orium des bayer. Gewerbemuseu
baltung ,des gesammten Annonc
atwesens für die nächstez Ja
tattfindende Bayerische Landes⸗-Indu
Jewerbe⸗ Ausstellung der allenthalb
Finsicht solid und leistungsfähig bekal.
pedition von Rud. Mosse in
·Vaen. (683 306 näHicht 2u moreln
        <pb n="608" />
        ressen der Ausstellung, wie die
if's Beste wahren und vertreten

richtsvollzieheramt Fr. Ludw. Theato von Kusel auf
ein weiteres Jahr als Stellvertreter zu bestellen.

Der protestant. Lehrer Aug. Lehmann in Dörnbach
wurde zum Lehrer an der protestant. Schule in Lohnsfeld,
»er Schulverweser Joh. Schneider in Bann zum
Schulverweser an der kathol. Schule zu Edenkoben, der
Lehrer Gust. Müth e zu Kirchmohr zum Lehrer an der
confess. gemischten Schule in Quirnheim, der Lehrer Hch.
Bhauüh in Rohrbach zum Lehrer an der protestant.
Schule in Otterbach ernannt. Der protestant. Lehrer Gg.
dch. Mohhr in Alsenborn wurde wegen eigenmächtigen
Zerlassens seiner Dienstesstelle aus dem pfälzischen Schul⸗
dienst entlassen.

Neueste Nachrichten.

München, 30. Sept. (Abgeordneten⸗
kammer.) Das heute vom Zinanzminister
porgelegte Budget für die 16. Finanzperiode
1882 und 1883) weist einen Abgang von
twa 5 Millionen Mark jährlich auf, welchen
er Minister durch eine Erhöhung der directen
Zteuern um 20 Prozent () zu decken vor—⸗
chlägt. Nächste Sitzung morgen.

Die tunesischen Truppen unter
velche bei Testur lagerten, wurden von über—
egenen Schaaren Aufständischer angegriffen.
es fand ein längerer Kampf statt, wobei die
eiderseitigen Verluste sehr unbedeutend waren.
Nan glaubt, daß sich die Truppen bei einem
jeuen Angriff ergeben und dem Aufstand
inschließen werden.

Washington, 29. Sept. Präsident
Arthur ist heute nach New-HYork gereist, um
Frivatangelegenheiten zu ordnen. Eine Aeu⸗
erung des Kabinets vor dem Zusammen⸗
reten des Senates wird nicht erwartet. —
der Prozeß Guiteau wird voraussichtlich in
Washington geführt; der Schwager Guiteaus,
ein Advokat, wird ihn vertheidigen.

er König von Bayern hat
ückten in Elm in der Schweiz
n 500 Francs aus der königl.
eisen lassen

e * U
Grünsta?: Frau Elisabetha
dantrimrr* Es J. a. in Marn⸗
Auguf“ 45 J. a., in
riedrich
Mesna F
t Dr. Ul Im anr in Otterberg wurde
je Landgerichtsarztstelle nach Zweibrücken

4

er in St. Ingbert wurde der nachge⸗
drei Monate bewilligt und genehmigt,
en Amtsverweser K. Auffschneider
ies Urlaubs ie gleicher Eigenschaft bei⸗
lzieher PherWaltßz in Durkheim wurde
siet, den geprüften Bewerber um ein Ge⸗ l

Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetß.

—— ——

s a

—
—IX

—
— —
Adler- Apotheke.
Die vollzogene Verlegung der Apo—
theke aus der Oberstadt an die Ecke
der Kaiser- und Blieskastelerstraße (früher M.
Paul'sche Haus) beehrt sich hiermit anzuzeigen
St. Ingbert, den 2. Oktober 1881
OC. A. Weiganecl,
Apotheker.

(oingetragono Gonossonschaft)
der werden hiermit 2zu der am
len 4 ootober 1881. Abends 8 Vbr.
in der
ve Jul. Grewenig'schen Wirthschaft
J stattfindenden
Feneral-Versammlung
Tages- Ordnung.

3 Geschaftsberichte fũr's erste Halbjahr 1881.

er den pfalzischen Genossenschaftstag 2u Kaiserslautern.

z des Eintrittsgeldes.

iugbert, den J. September 1881.

ntsrath des Vorschuss-Vereins St. Inubert E. G.
AhrhATdt-. I ohuma-Vorsit/ender.

ciot iN vobne
fakturwaaren- und Damen—

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Zugleich Anzeiger für die Bürgermeistereien Sulzbach, Friedrichsthal⸗
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velche, da derselbe IE das gelesenste Blatt im Thale —Dy ist, größtmög⸗
lichste Verbreitung finden.
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net. Bei drei- und mehrmaliger Aufnahme entsprechender Rabatt.
Der Abonnements-Preis auf den „Boten des Sulzbach⸗Thales““
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Der „St. Ingberter nzeiger“ erscheint wöchentlich funfmal: Am odontag, Dienstag, Donnerstaa, amstag und Aobuntag; Amnal wentlich mit Unterh

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt loflet vierteljabrlich 1.A 40 A einschließlich Trägerloda; durch die Post bezogen 1A 60 4, eins

i10 B Zufiellgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerplaluischen umd sol⸗
welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 1.⸗, bei Neclamen 830 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige herechnet.
AM 158. —— 744

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Im Nachgang zu seiner Meldung über die an⸗
zeblich beabsichtigte Erhöhung der Civilliste

vill der Münchener Correspondent des „Fr. Kur.“
ine neue Variante des betreffenden Gerüchtes nicht
nerwähnt lassen, wonach es sich um ein einmaliges
xtraordinarium von nahe an 10 Millionen handeln
»ll. Wie man sagt, ftünde diese Forderung mit
em Schloßbau auf Herren⸗Chiemsee in Zusammen⸗
sang. Diese Nachricht wird wohl ebenso der Be⸗
‚zründung entbehren, wie jene von der Exhöhung
er Civilliste, welche in der „Frkf. Ztg.“ als aus
er Luft gegriffen bezeichnet wird.

Die neue bayerische Abgeordnetenkammer
ihlt 76 neue Mitglieder, die sich auf beide Seiten
er Kammer vertheilen. I

In der ersten Sitzung der pfälzischen Land⸗

As⸗Abgeordneten hat sich der Club neu constituirt
ind wurde der Abgeordnete Oberstlandesgerichtsrath
darl Schmidit einstimmig zum Vorstand und

»enso der Abgeordnete Dr. Deinhard ein—⸗

mmig zum Schriftführer gewählt. Sofort trat

e Club in die Berathung pfälzischer Angelegen⸗

ten ein und zwar in Betreff der Tabalsiteuer⸗

ntrole und dann in Bezug auf den Betrieb der
ainntweinbrennerei. Der Abgeordnete Theyson

d Keritniß von einer Beschwerde vieler Tabalk⸗
anzer, welche gegen die abgeschätzte Blätterzahl

der vom Gefeß vorgeschriebenen Zeit reklamirt
atten, welche aber entgegen der klaren, präcisen
rjassung des Art. 7 des Gesetzes vom 16. Juli 1879
on dem Oberzollamt Ludwigshafen zur Zahlung
emahnt und mit Pfändung bedroht worden seien.
erner wurden von mehreren Abgeordneten aus der
falz über vielfache Klagen berichtet, welche nament⸗
ch im Kleinbetriebe der Brannweinbrennerei durch

8 von der Controlbehoͤrde eingehaltene Verfahren
ch ergeben haben. Der Club hat hierauf eine
ommission ernannt, bestehend aus den Abgeordneten
heyson. Dr. Groß, Dr. Buhl und Herr, welche
hne Verzug über die obigen Beschwerden und
dlagen sich mit dem Herrn Finanzminister ins Be⸗
ehmen zu setzen und dem Club über das Resultat
er Verhandlungen Bericht zu erstatten haben.

Es ist bemerkenswerth, daß auch die liberale
vartei der bayer. Abgeordnetenlammer bei der Wahl
es Praͤsidiums beinahe einstimmig für Freih. v. Ow
Patriot) als 1. Präsidenten eintrat. Sie that dies
m Hinblick auf dessen bisherige tüchtige und un⸗
arteiische Fuhrung des Präsidiums.

In Hamburg erklärte sich die Sozial-Demo⸗
ratie in hellen Haufen für die Bismarck'sche So⸗
ial⸗Politik. (Das Gleiche hat bekanntlich zu Frei⸗
erg in Sachsen neulich bis zu einem gewissen
ßrade der sozialdemokratische Reichstags-Abgeordnete
dayser gethan.)

Die „France“ bringt die Sensationsnachricht, die
Stellung des deutschen Botschafters in Paris,
Fürsten Hohenlohe, sei gefährdet, da derselbe
ch angeblich mit dem Fürsten Bissmarccüber⸗
vorfen habe.

Das neueste Heft der „Rundschan“ enthält einen
irtikel über Gambetta von Colmar Freiherrn

d. Goltz, Major im großen Generalstab. Herr
d. Goltz nennt Gambetta einen der besten Manner

Volkes, einen treuen unermüdlichen Vor⸗
er seiner Sache, einen gewaltigen Führer im

der Parteien, einen begeisterten Patrioten,
auteren Charakter. Es wird ihm bezeugt,
ime kriegerisch organisatorischen Leistungen von

Montag, 3. Oktober 1881.

1870 und 1871 die des Convents weit in den

Schatten gestellt haben, daß er unstreitig unter die

rsten Redner aller Zeiten gerechnet werden müsse; auch
ür die Volkswirthschaft sei ‚Bedeutendes“ von ihm
u erwarten. Was das Kapitel der Revanche be⸗
rifft, so ist Herr v. d. Goltz zur Ueberzeugung
elangt, daß Gambetta nicht der Mann der Revanche
im jeden Preis ist; er würde, so sagt unser Ver⸗
asser, wenn die nationale Richtung zur Waffen⸗
ntscheidung drängt, nicht den Elihu Bureit Frank⸗
eichs spielen, aber auch nicht eine Politik der
lbenteuer treiben, welche von der Revancheidee im
jemeinen Sinn des Wortes unzertrennlich ist.

Ausland.

* Der Umstand, daß die Luxemburgische
dationalbank fallirt hat, hat im ganzen Luxem⸗
zurger Ländchen große Erregung hervorgerufen, da
illein der hleine Handwerkersiand hierbei 8 Millionen
inbüßt. Die luxemburgische Kammer ist daher am
. Oktober zur Berathung einer Vorlage zusammen⸗
jetreten, durch welche die Regierung ermächtigt
derden soll, den Besitzern von Noten der National⸗
ank den 5 prozentigen Betrag vorzustrecken.

Gegen Gambetta ist in Paris ein neuer Skandal
»8gebrochen. Während Rochefort behauptet, Gam⸗
etta habe sein Vermögen auf unsaubere Weise er⸗
vorben, kommt jetzt der reaktionäre „Figarro“ und
rklärt Gambetta für einen schlechten Menschen, der
ꝛine Verwandten darben lasse, während er selbst im
leberfluß schwelge. Zum Beweise seiner Behaup⸗
ung druckt „Figarro“ den Brief einer alten Tante
ambettas, einer in den dürftigsten Verhälmifsen
ebenden Wittwe eines Fischers, ab.

* Der Kronprinz und die Kronprinzessin von
Schweden sind am 29. September auf Schloß
drottningholm bei Stockholm angekommen; während
»er Fahrt von Gothenburg bis nach Schloß Drott⸗
ningholm wurde das neuvermählte Paar von der
zevoölkerung mit den freudigsten Kundgebungen überall
mpfangen. Am 1. Oktober erfolgte der feierliche
finzug der hohen Neuvermählten in Stockhholm.
o e und pfäl⸗ische Nachrichten.

*St. Ingbert, 3. Oklt. Unsere Stadt bot
jestern Nachmittag anläßlich der Hauptprobe
der Fe uerwehr ein sehr belebtes Bild. Das
Petier war günstig; zahlreich hatien sich Fremde
ingefunden und auch die hiefige Einwohnerschaft
var größtentheils auf den Beinen. Von aus⸗
värtigen Feuerwehren hatten sich zur Hauptprobe
ingefunden diejenigen von Heinitz, Blies—⸗
astel, Dudweiler, Sulzbach (Sektion
Altenwald), Malstatt CDeputation), He—
kendalheim, Hassel Mochnichtuniformirh),
ind Eisen werk St. Ingbert in einer Ge—⸗
ammtstärle von ca. 180 Mann. Mit klingendem
Spiel zogen dieselben zum Theil in unsere Stadt
iin, empfangen und begrüßt von Vertretern unserer
iesfigen Feuerwehr. Etwas nach drei Uhr begann
ie Aufstellung der Feuerwehren vor der kathol.
dirche; dann ging es im Zuge zum Schulhause
m Josepsthal, welches sich unsere hiesige Feuerwehr
ils Angriffsobjelt ausersehen hatte. An der Spitze
narschirte die Feuerwehr von Heinitz mit der ge⸗
ammten Bergkapelle von dort, den Schluß bildete
ie hiesige Feuerwehr mit den Spritzen und sonstigen
reuerlöschutensilien. Nachdem die Gäste vor
»em Schulhause Aufstellung genommen hatten,
lies es für unsere Feuerwehr zum Angriff.
Zehr präzis, was auch von auswärtigen Feuer⸗
oehrleuten anerkannt wurde, gingen bei derselben
ie einzelnen Evolutionen von statten und nach

16. Jah

kaum 5 Minuten waren der dreistöckigig

sowie die Nachbarhäuser erstiegen und Spriß. n

Retter begannen zu arbeiten. In anerkennens-

verther Weise waren auch diesmal wieder von den

Irn. Gebr. Becker, Bierbrauer. zwei Fässer mit

Wasser zur Verfügung gestellt worden. Nach kurzer

Arbeit ging der Zug in der vorigen Reihenfolge

vieder zuruͤck zum Spritzenhaus, woselbst unsere

Feuerwehr ihre Feuerlöschgeraͤthe unterbrachte, dann

ete er seinen Weg noch etwas durch die Haupt⸗

raße fort, um bald nachher in die Lokalitäten ves

Lafe Oberhauser einzukehren. Bald waren die

staume desselben dicht besetzt. Auf dem Podium des

großen Saales hatte die reffliche Bergkapelle von

Zeiniß unter Direktion ihres Kapellmeisters, Hrn.

Wittich, Platz genommen. Ihre Leistungen

erdienen alles Lob. Nach einer von der gen.

dapelle vorgetragenen Piece ergriff Herr Posthalter
somnerad im Namen des hiefigen Feuer—
vehrkorps das Wort, um die Gäsie zu begrüßen.
kr betonte zunächst, daß man ihm, als einem der

rei Veteranen der hies. Jeuerwehr, die schon im
Jahre 1883 bei Gründung der freiwilligen Feuer⸗
vehr mitwirkten und seitdem ununterbtochen dem
Feuerwehrverbande angehsren, diesen ehrendollen
Auftrag gegeben habe, dessen er sich nicht besser
ntledigen konne, als dadurch, daß er die Gaͤste
Jerzlich willlommen heiße und ihnen zugleich Dant

age für ihr zahlreiches Erscheinen. Er bat weiler

im freundliche Nachsicht bei Beurtheilung der Leistun⸗
jen unserer jungen Pflichtfenerwehr, die erst seit
durzem an die Stelle der früheren freiwilligen
Feuerwehr getreten sei. Schließlich forderte er auf.
em so gemeinnützigen Institut der Feuerwehr im
VUlgemeinen ein Ifaches Hoch auszubringen. Im
Inschluß hieran Reß ein, einer fremden Feuerwehr
ingehoriger Herr die erwähnten drei Veteranen der
hiesigen Feuerwehr, die H. H. Posthalter Conrad,
dentner Vogelsang und Dreher Schwarz, hoch leben.
Spater sprach der Brandmeister der Heinitzer Feuer⸗
vehr, Hr. Marttscheider Bimmer, uͤn Nomen der
nuswärtigen Feuerwehren der hies. Feuerwehr seinen
Dank für den freundlichen Empfang aus und koaftirte
auf das Wohl derselben. Noch einmal ergriff der
enannte Herr das Wort, indem er der Knapp⸗
chaft ein Zfaches Glück auf !“ ausbrachte Zum
Schlusse sprach Herr Geschaftsmann Schütz von
liestastel. Er erinnerte daran, daß heute Bayern
ind Preußen vereint gewesen seien und daß es bei
der Feuerwehr eingedenk ihrer hohen Pflichten im⸗
ner heißen müsse, wie bei der deutschen Armee im
Jahre 1870: Vorwärts1 Sein Hoch, das mit
Zegeisterung aufgenommen wurde, galt S. M. dem
zreisen deutschen Kaiser und S. M. König Ludwig II
»on Bayern. Im Anschluß hieran intonirte dij
Veustke, Heil Dir im Siegerkranz“ und die An
vesenden stimmten b Vrt ein. Gegen 7 Ut⸗
raten die Feuerweh· deinitz, Dudweiler und
S„ulzbach mit klin den Heimweg an
on unserer hiesug eine Sirech
hegleitet. Spaäter erst Kkere Thei
er Blieskasteler Feuerw un
gahnhofe unsere Feuerwe
»as Geleite. Hiermit schli
ind wünschen nur, daß der
zuten Sache der Feuerwehr nmit
leiben möge.

*St. Ingbert, 83. Olt. Dem Vernehmen
iach wurde von H. K. Regierung als interimistischen
herweser der neucreirten kath. Knabenschulstelle der
„chutdienstexspektant und Seminarabsolvent Her
zeter Schindler von Rohrbach ernannt.
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        messer em dauochen scachten. EDuoer
der Knabe so unglüclich in das Messer, daß
ses durch die Weichtheile des linken Ober⸗
drang und Hauptarterie und Hauptnerven⸗
zurchschnitt. Wohl war ärztliche Hilfe bald
lle, doch ist es sehr zweifelhaft, ob der
mit dem Leben davon kommt. Der Fall
zie Eltern amso schmerzlicher, weil ihr
rx einigen Jahren schon einmal durch einen
om Wagen, mir dem die Pferde durchge⸗
waren, sich sehr schwer verletzt hatte und
h längerem Siechthum wieder hergestellt
(Dasselbe ist bereits seiner Wunde erlegen.)
. Ingbert. Für das Jahr 1881/82
ius der Maximiliansstiftung für lunftgewerb⸗
isbildung nachstehenden Pfälzern ein Reise⸗
im zu je 360 Mark vorliehen: dem Schüler
istgeberbeschule München, Musterzeichner Jac.
h von Speier; den Schülern der Kunstge⸗
zule Nürnberg, Modelleur Phil. Holstein von
xg, Zeichner Eug. Lingenfelder von Eden⸗
Decorationsmaler C. Zinn von Hinzweiler.
Aus Lambrecht wird der ‚Neust. Ztg.“
»en, daß in diesem Jahr von der dortigen
hnstation allein nach Ludwigshafen und
103 Centner Heidelbeeren (einschließlich
be) verschickt wurden, und daß überhaupt in
aldgemeinden jener Gegend mindestens 300
b Centner Heidelbeeren gepflückt wurden.

oot Geietur von Wrivet 1009 Irinucn Sungug in
die zurückeroberte Stadt hielt, nachdem am 28. die
ranzosische Besatzung dieselbe verlassen hatte und
die ersten deutschen Truppen eingerückt waren.
Wenig bekannt dürfte der Umstand sein, daß die
weite Kapitulation auf dem Bahnhofe Königshofen
in einem Eisenbahn-⸗Wagen verhandelt wurde, den
man während der Belagerung wohnlich eingerichtet hatte

F Diem Stuttgart tagende Conferenz von
Vertretern deut. Handels⸗ u. Gewerbekammern nahm
ezüglich des Reichsgesetzes, betr. die Reuregulirung des
Innungswesens, mit 12 gegen 8 Stimmen fol⸗
enden Vermittelungsvorschlag an: „Die Conferenz
rkennt das Gesetz über Abänderung der Gewerbe—
rdnung vom 18. Juli d. J. als den ersten wich⸗
igen Schritt zu einer kräftigen Organisation des
Zewerbestandes auf öffentlich- rechtlicher Grundlage
in und hält es, ungeachtet der mancherlei Klagen
ind Anstände, welche gegen das Gesetz erhoben
porden sind, für eine Pflicht der Gewerbeordnung,
iunmehr unverzüglich mit der Innungsbildung vor⸗
ugehen bezw. die bestehenden Innungen auf der
euen Grundlage einzurichten; insbesondere muß es
ine Aufgabe der Gewerbekammern, sowie der Han⸗
els⸗ und Gewerbekammern sein, in dieser Beziehung
ie Initiative für ihre Bezirke zu ergreifen und bei
en Behörden auf thunlichste Erleichterung in der
»andhabung der Vorschriften über die Innungs⸗
ildung hinzuarbei“n

in der Kammer der Abgeordneten, „Rechte“,
äußerste Rechte“ und „Konservative“ sind
jestern unter dem Namen „Vereinigte Rechte“
um Zwecke gemeinsamer Aktion im Plenum
der Kammer mit einander dadurch in eine

»ändige Verbindung getreten, daß jede Frak⸗
ion eine noch näher zu bestimmende Anzahl
non Mitgliedern in eine Delegation oder
kommissson entsendet, deren Aufgabe es ist,
aüber die einzelnen Gegenstände Vorberathun⸗
gen zu pflegen.

Wien, 1 Oktober. Das „Pester Blatt“
neldet: Es kann kein Zweifel mehr obwalten,
»aß die Zusammenkunft des Kaisers Franz
Fosef mit dem Czaren in Galizien in der
zächsten Zeit stattfinden wird. Der Kaiser
vird vom Baron Haymerle und zwei Erzheri
zögen bekleidet sein. Im Gefolge des Czaren
verden jene Würdenträger erscheinen, die aud
in Danzig anwesend waren.

Tunis, 1. Oktober. Bei El Mahdie
sind 5000 Mann franzosiche Truppen konzen⸗
rrirt. Dieselben erwarten den Befehl zun
VBorrücken. Starke Rekognoszirungen finden
in der Richtung auf Kaironau statt. De
Ministerresident Roustan ist in Goletta ein
zetroffen.

Far die Redaltion verantwortlich: J. X. Demes.

RWermikchtes.
er 30. Sept. ds. J. war für Straßburg ein
nkwürdiger. Es find just 200 Jahre, daß
anzosen unter den Generälen Louvois und
ar am Nachmittage des 30. Septembers 1681

—

Neerbesaͤlle.

Gestorben: in Ludwigshafen Elisabetha Reuß
zeb. Beetz, 57 J. alt; in Dürkheim Heinrich Horn
in Kaiserslautern Philippina Frank geb. Kuhn;
in Ebertsheim Elisabetha Bauer geb. Baum,
56 J. alt.
»Der Unterzeichnete gibt hiemit bekannt, dah
er sich von heute ab mit Mahnschreiben, Be—
wirken von Zahl⸗- und Vollstreckungsbefehlen, Aufer
iau 8 Flägeschriften, Vertretungen vor Gerich
ꝛc. befaßt. 1F
St. Ingbert, den J. Oktober 1881.
K. Keck,
Gerichtsvollziehergehilfe.
7 Aufträge nehme entgehen in meiner Wohnnung bei
Reter Behr. Fubrmann, alte Bahnhofstraße.

Todes⸗Anzeige.
Freunden und Bekannten statt besonderer Anzeige die traurige
dittheilung, daß heute Abend 814 Uhr nach langem schwerem Leiden
aser innigstgeliebter Gatte und Vater

*
herr Héeinrich Horn,
F teagl. Notar,
ersehen mit den Tröftungen unserer heiligen Religion sanft ver⸗
hieden ist. 8
—A 1. Oltober 1881. . 2*
Die 1 ftrauernden Hinterbliebenen.

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Damen und Herten; Lager in Leinen, Tischzeug, Vorhang⸗
toffen, Bettzeugen, abgenähten Bettdecken, Piqué,
Shirtiug, Bett⸗ und Tischdecken, Federn, Flaumen, Roß⸗
saaren 2c.«

Der
„Bote des Suzbach Thales *
Zugleich Anzeiger für die Bürgermeistereien Sulzbach, Friedrichsthal⸗
Bildstock und Dudweiler,
erscheint zweimal wöchentlich, Donnerstag und Sontag, am letzteren Tage m
Unterhaltungsblatt, empfiehlt sich dem inserirenden Publikum zur
Aufnahme von Anzeigen,
welche, da derselbe F das gelesenste1Blatt im Thale A ist, größtmö—
ichste Verbreitung finden. 74
Die 4gespaltene Zeile oder deren Raum wird mit unur 10 Pf. beres
net. Bei drei⸗ und mehrmaliger Aufnahme entsprechender Rabatt.
Der Abonnements⸗Preis auf den Boten des Sulz bach⸗ Thales
beträat viertelf einschließßzlich Zustellaebühr Mk. 1220.
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er lesen und schreiben kann, wird zu
sofortigem Eintritt gesucht. Wo? sagt
ie Exped. des St. Inaberter Anzeiger.

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525 25335 2 S vv 58338 22
2 —
37 3385338338 —— 5888 25 * 18
553*83 2823 582 555358* 68
837 *. 5— 72 —555 — 2. 58 2
J
* * * — 5* — 3 * 77 5 2 2.5
8 3223 *535 5273 53 25 2.2. 322.
3— — 355 5823.332 378
2 —— 8 5* 3 5*8 *8. 5z5323238 53
236* ——— 235 2385*—38 88*
* ———— 23 — ——— — —*
533*88 * * 22 —
25353 »3 *77 —— —A — *
2* — 287 28 2 —
2 * 28* 8233 —
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33 3283 *5 8353553
77 225* 2255322*3
— * 7 5 *
* —B 7— 2. 3 — 237 —
35333 — 23883333637
* 22 ** — —22 —. 57 *
3 —AA 28323
c — 5 *1 — 2 —
— 2 12—832 2535 S· ———
26 * 2 2 b *25233553—
—— * **32 23233s 383533
25 35 2227 588 258333. *
38 —52533
—— 282 325*83 n —— 532 *
—2* 2 —3— ——— 572 7
252*85 5* ** 2. 5. * — 2* 729* 35— 7
232 223 *522* S 5. *8 2 22* 52 272
— — 2 * * 2* * * 2
* 33338 — 2* 3 5* 2 22
—8 23 2 — ———— — — 2 — —2
2 —A 322 * ——e—— ⸗
222* 2525335 —— 3 — —2. 5 2 8
“ 52333355 445 —335335383883
2 * — 83 2 2
*3333 528 538 323355353553
** 27 3573 32 353 23 2353
—233548338735 2355 23 325557
38232* 2 32825338 *82
223 53 —3235 — — —— —
—D— 5ñ5 *5z 528 222 *3732535*
* 7 2* — —A—— J * 2* ?
737 —538
— A85 2 S22 *:8 *22 252222
7. 28 S. 52 55 2822 —.*3
238252 *253 38I83 *33 3
J —— 32538 723
25. 5 2.38 2723 — — 522 2385
— z3—8 *41 34 PJ 255775
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        Sl. Justherter Imzeuge)
Amtliches Organ des koͤnigl. Amtsgerichts St. Ingbert.
ver ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woche mich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Sonnerstag, amstag und TSonntag; mal wa entlich mit Unt

dlatt und Sonntags mit Sseitiger ilustrirter Beilage. Das Blatt koflet vierteljahrlit 1.A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen .A 60 3,

i0 B Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und
welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , bei Reclamen 80 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berecnet.
M 1599. Dienstag, 4. Oktober 1881.

16. Ja

2Bestellungen auf den St.

Ingberter Anzeiger, in Stadt

und Canton St. Ingbert das verbreitetste

Blatt, können fortwährend bei allen kgl. Po st⸗

tellen, Postboten und in der Erpedition

jemacht werden, und erhalten neu hinzu tretende

Abonnenten, die im IV. Quartal bereits erschienenen

dummern, soweit der Vorrath reicht, nachgeliefert.

Abonnementspreis: für Postabonnenten

Mk. 20 Pf. ohne Zustellgebüße

ie Borgwirthschaft und ihre Zekümpfung.

Unter obigem Titel bringt die „Frankfurter

zresse“ nachstehenden beachtenswerthen Artikel:
Schon längst ist es die feststehende Ueberzeugung aller
Finsichtigen, daß die im deutschen Kleinhandel übliche
Borgwirthschaft einer der groͤßten Schäden unseres
ranzen wirthschaftlichen Lebens ist. Ein großer
kheil der Consumenten kauft alle seine Bedürfnisse
auf Buch“, d. h. bezahlt dieselben nicht sogleich,
ondern läßt die Summe aufschreiben, und nach
inem Viertel⸗ oder Halbjahr, oder gar nach einem
Jahre und mehr wird die Rechnung endlich bezahlt.
Welchen Schaden dieses lange Creditnehmen sliftet,
äßt sich der einzelne Borger nicht träumen. Der Klein⸗
jändler oder Handwerker könnte bessere und dennoch
illigere Waare einkaufen, wenn er baar Geld in
er Hand hätte. So aber muß er bei dem Groß—⸗
ändler oder Fabrikanten auf Borg kaufen und
„eshalb schlechtere Waare zu theueren Preisen bei
Demjenigen nehmen, der ihm überhaupt borgen
vill. Das ist aber noch nicht Alles. Die Buch⸗
chulden werden bei Weitem nicht alle bezahlt; die
Schuldner sterben oder fie ziehen fort oder ver⸗
armen und der Verkäufer kommt ganz um sein
Geld; oder der Schuldner hat so viel gekauft (denn
„es geht ja auf Buch“), daß er am Ende des
Jahres nur einen Theil all' der Rechnungen
bezahlen kann. Den Verlust aber muß der Händler
wieder einbringen, und das kann er nicht anders,
als indem er die Waare oder Arbeit theurer be⸗
rechnet. Es kommt aber auch sehr häufig vor, daß
der Händler oder Handwerker so diel an seinen
Buchschuldnern verliert, daß er ruinirt wird und
die bei dem Fabrikanten gemachten Schulden nicht
bezahlen kann, weil seine Abnehmer ihn nicht be—
zahlt haben. Diese Verluste nun muß der Fabri⸗
sant auch wieder auf die Waare schlagen, und so
kommt es, daß die Waare durch den Zinsverlust
und die Capitalverluste in all' den Händen, durch
welche sie geht, vertheuert wird. Und wer bezahlt
diese Vertheuerungen? Der Consument.

Die Vertheuerung der Waare, welche wegfiele,
venn der Baarverkehr an Stelle der Vorg⸗
virthschaft träte, hat man sachverständigerseits auf
nindestens 18 pCt. berechnet, sie kann aber auch
bis zu 80 und 40 pCt. steigen, das heißt: Das—
enige, was der Consument jetzt mit einer Mark
bezahlt, köͤnnte er — wenn man allgemein baar
kaufte — für 50 bis 85 Pf. bekommen, wobei der
Händler und Fabrikant dasselbe verdienten wie jetzt
und obendrein noch ein solides Geschäft in der
Hand hätten. Oder aufs Jahr berechnet: statt der
tausend Mark, die eine Familie das Jahr über für
die durch das Borgen vertheuerten Waaren etwa
ausgiebt, brauchte sie dann nur durchschnittlich 750
bis 800 Mark zu bezahlen.

Und welchen Einfluß hat die Borgwirthschaft
außer der dargelegten Vertheuerung der meisten
Lebensbedürfnisse auf viele Familien? Da wird
so manche unnütze Aus abe gemacht, die man ver⸗
vieden hötte. enun wman nicet ceborgt betärie

Finmal aber müssen die Rechnungen doch bezahlt
verden, und da kommt man so allmählich in Schul⸗
den und in immer größere Schulden, bis der frühere
cleine Wohlstand dahin ist und mit ihem oft auch
die Ehre und der bürgerliche Bestand der ganzen Familie.
Der Erkenntniß der Uebelstände der Borgwirth⸗
schaft, die so klar zu Tage liegen, verschließt sich
vohl Niemand mehr; trotzdem ist zut Bekämfung
derselben bisher nichts Durchgreifendes geschehen.
Es hat sich zwar so ziemlich überall die Sitte ein⸗
jebürgert, Baarzahlungen mit einem besonderen
stabatte zu begünstigen, dem Cassasconto oder Baar⸗
rabatte, der durchschnittlich fünf vom Hundert be—⸗
rägt. Bei kleinen Summen des täglichen Verkehrs
ann jedoch der Baarrabatt gar nicht ausbezahlt
verden. Wenn man etwas für 850 Pf. kauft, kann
er Händler doch den Rabatt welcher 29 Pf. be⸗
rüge, nicht auszahlen. Und selbst wenn die Summe
rrößer ist, 10 Mark etwa, und der Händler den
sabatt von 50 Pf. auszahlte, was nützte das in
rheblicher Weise dem Consumenten? Er würde
iesen kleinen Betrag nicht sonderlich achten und
jei der nächsten Gelegenheit mit ausgeben, also
inen sofort zu Tage tretenden größeren Vortheil
avon nicht haben. Nun giebt man aber sein
neistes Geld in kleinen Beträgen aus, die am
ende des Jahres den größten Theil des ganzen
berbrauchs ausmachen; dafür kann man also bei
er baaren Auszahlung des Rabattes überhaupt
einen solchen bekommen, und mit dem Reste kann
nan nichts anfangen, weil er zu klein ist. Der
gaarrabatt kommt sonach der ungeheuren Anzahl
»et sogenannten kleinen Leute, die ihn am meisten
rauchen könnten, gar nicht zu Gute und hat auch
ür den Mittelstand keinen bedeutenden Nutzen,
veil er einzeln nicht hinreichend verwerthet werden kann.
Ein vor Kurzem ins Leben gerufenes Institut,
zie Rabatt⸗Spar-Anstalt in Berlin, hat es sich zur
Aufgabe gestellt, den soeben dargelegten Uebelständen
ibzuhelfen. Die Grundzüge der Einrichtung dieser
Anstalt wollen wir nachstehend stizziren: Diejenigen
hewerbetreibenden aller Art, welche jeden Baarkauf
abattiren wollen, treten der Anstalt als „Handels⸗
nitglieder“ bei. Kauft nun irgend Jemand etwas
ei dem Handelsmitgliede gegen Baar und sei
s auch nur für 5 Pfennige, so giebt das Handels⸗
nitglied dem Käufer einen Rabattschein für den
etreffenden Betrag, welcher spätestens bis zum 31.
FJanuar des folgenden Jahres bei irgend einer Zahl⸗
telle der Anstalt zur Verwerthung einzureichen ist.
Nit diesem Rabaitschein hat der Käufer den ihm
ukommenden Rabatt erhalten, denn das Handels⸗
nitglied hat für diesen Schein, wenn derselbe z. B.
nuf 5 Pf. lautet, 4 Pf. (5 pCt. von 5 Pf.) an
die Anstalt bezahlt und die Anstalt hat diesen
iertel Pfennig für den Käufer bereits zinstragend
ingelegt. Der Anstalt ist dies deshalb möglich,
veil sie nicht den viertel Pfennig allein, sondern
nit größeren Summen zusammen bekommen hat.
der Consument sammelt die Rabatischeine nach
Maßgabe seiner Einkäufe bei allen Handelsmit⸗
liedern der Anstalt (denn alle von der Anstalt
usgegebenen Scheine haben denselben Werth, gleich⸗
iel von welchem Handelsmitgliede oder in welcher
Ztadt der Consument sie erhäli), bis er Scheine
m Beirage von 100 Mark beisammen hat, d. h.
nit anderen Worten: Der Consument hat während
der Zeit in verschiedenen Beträgen bei sämmtlichen
Zandelsmitgliedern 100 Mark verausgabt und somit
das Anrecht auf den Baar-Rabatt derselben Summe
sich erworben. Diese 100 Mark Rabattscheine nun
Jatkt der Fonsument der ihm z3unächst liegenden

Zahlstelle der Anstalt und erhält sodar F
ostenfrei einen Sparschein im Nenwerthev
ꝛbenfalls 100 Mark. Vieser Sparschein wird v
der Rabattsparanstalt nach Maßgabe ihrer Statu
wmortisirt und innerhalb von höchstens 180 ha.
ährlichen Verloosungen mit 100 Mark baar au
ezahlt. Die Auszahlung erfolgt sofort nach der Vi
oosung an den betreffenden Consumenten oder dess
Rechtsnachfolger. Der Sparschein ist durch Indosj
nent übertragbar. Die Anstalt belehni jeden Sparsche
zis zur vollen Höhe seines inneren Werthes, geg
5pCt. jährlicher Zinsen für die entliehene Summ
dieser sogenannte innere Werth, welcher der B

ehnung oder im Falle einer Liquidation die Au
ahlung zu Grunde gelegt wird, beträgt für ein

Sparschein von 100 Mark, von dem Jahre d
lusgabe an gerechnet, bei Vollendung des dritt
Jahres 4 Mark, bei Vollendung des zehnten Jahr
35,40 Mark und steigt so allmaͤhlich um kleine B
xäge, bis bei Vollendung des neunzigsten Jahr
der Vollbetrag von 100 Mark erreicht ist.

Es wird natürlich die Frage aufgeworfen werde
vie es möglich sei, daß dieselben Sparscheine, fi
velche die Anstalt nur den Baar-Rabatt, 5 Mar
rhalten hat, mit 100 Mark voll ausbezahlt werde
die Anstalt selbst beantwortet diese Frage folge
ermaßen: „Nachdem die Anstalt einen kleinen The
ꝛes Rabattes (der laut Statut ein Fünftel desselbe

nicht übersteigen darf) für Verwaltungskosten u.
v. in Abzug gebracht hat, legt sie den Rest vr
nindestens 4 Mark in sicheren Hypotheken, Papiere
c. an, worüber sie allmonatlich einen behördli
mtestirten Nachweis veröffentlicht, so daß diest
Beld keinerlei Gefahren unterliegt; die Zinsen sir
iur mit 5 pCt p. a. berechnet, zu welchem Zin
atze es gewiß nicht schwer hält, Gelder sicher cn
ulegen, — und so werden durch die ersparte
zinseszinsen aus den ursprünglichen 4 Mark sche
n 83 Jahren über hundert Mark; die Anstalti
iber, um ganz sicher zu gehen, nur zur Auszahlun
des Sparscheines innerhalb von 90 Jahren ve
yflichtet, also im Stande, dieser Verpflichtung jede
eit nachzukommen. Die Auszahlung geschiel
nittelst halbjährlicher öffentlicher Ausloosungen ur
harf wohl früher, aber nicht später als innerha
)es genannten Zeitraums beendet sein.“

Die Statuten der Rabattsparanstalt enthalt
erner noch detaillirie Bestimmungen für den Fal
daß der Sparscheinbesitzer keine Erben hat und nm
Alter lieber den ganzen Werth der Scheine für fi
yerbrauchen will, sowie auch für anderweitige Arli
der Verwerthung des Rabatts. Hinsichtlich dieser ur
inderer Details müssen wir auf die Statuten selb
»erweisen und auf eine vor Kurzem unter der
Titel,Das Wesen und Wirken der Rabatt⸗Spa
Anstalt“erschienene Broschüre, welche den ganze
Mechanismus des Instituts genau auseinandersetz
Auch das Verhältniß der Handesmitglieder zu di
Rabatisparanstalt ist in einer besondern Broschüre spec
eller erörtert. Jederernstliche Versuch zur Lösung ein
zrennenden Frage des täglichen Verkehrs verdier
jewiß die Beachtung der Interessenten, und in un
so höherem Grade, je ausgedehnter der Kreis da
detzteren ist. Die Mißstände der Borgwirthscha
verden aber unzweifelhaft in allen Schichten de
Besellschaft empfunden, denn ein Jeder ist dabe
venn nicht schon als Producent, so doch unbedingt al
Fonsument in Mitleidenschaft gezogen. Die specieller
Prüfung der geschäftlichen Organisation, und namem
ich der finanziellen Grundlagen der von uns i
hren wesentlichen Einrichtungen vorgeführten Anstal
vnnß patürsich den T αν“
        <pb n="614" />
        n

en. In Folge der Anberaumung des
termines der Rekruten des Jahrganges
en 9. November haben wir heuer eine
enwöchige Rekrutenvacanz. d. h. die
inschaften werden um 40 Tage sputer
grundsätzlich angenommenen Termine
zum Dienste bei der Fahne eingezogen;
pätere Einstellung der Rekruten, dann
ngen zur Reserve vor dem 30. Sept.
bedeutenden Anzahl von Dispositions-⸗
hird die effektive Dienstzeit der Mann⸗
ein Beträchtliches abgekürzt und auf
iwei Jahre gemindert. Es geschieht
Rücksicht auf das Militärbudget,
h diese Maßregeln um beiläufig 600, 000
O Mk. erleichtert wird.
Sitzung vom 1. ds. Mis. wählte die
Abgeordneten⸗Kammer durch
in Folge dorhergegangener Verständig⸗
actionen den Vicepräsidenten Dr. Kurz
Staatsschulden-Commissär und Abg.
st. Schmidt (Wahltreis Speyer⸗-Frankenthal) zu
dessen Stellvertreter. — Die Ausschüsse, in denen

Alen die Rechte die Mehrzahl hat, sind in der Art

tonstituirt, daß der Vorsitzende der Rechten, der

Stellvertreter desselben der Linken angehört; die

Stellen des ersten und zweiten Schriftführers

wechseln zwischen der Rechten und Linken.

Trier, 2. Oktober. Ihre k. k. Hoheiten der

sronprinz u. die Frausronprüinzessin'
trafen gestern Abend von Saarbrücken inkognito in
Begleitung des Ministers der öffentlichen Arbeiten,
Maybach, hier ein und nahmen im Trierer Hof
Absteigequartier. Heute früh empfing Se. kak.
Hoheit den Bischof Korum in halbstündiger
Audienz. Für heute Abend wird von der Bürger⸗
ichaft ein Fackelzug vorbereitet.

Die diplomatischen Vertreter Deutschlands, Ruß⸗
ands und Oesterreichs in Bern haben nach Mit⸗
theilung des, Moskauer Telegraphen“ eine Note an
die Schweizer Regierung gerichtet, in welcher sie
den Wunsch aussprechen, die Schweiz möge die
Abhaltung des von den Sozialisten geplanten Welt⸗
longresses in Bern verbieten, da Bern voraussichtlich
als Versammlungsort für die Nihilisten und politi—
ichen Flüchtlinge Rußlands, Deutschlands und
Desterreichs dienen würde.

Das „Deutsche Mont.Blatt“ schreibt: Gegenüber
den einander widersprechenden Gerüchten, welche in
der Presse des In⸗ und Auslandes betreffs einer
neuen Drei⸗Kaiser⸗ Zusammenkunft umher⸗
schwirren, glauben wir in der Lage zu fein, aus
vertrauenswürdigster Quelle mittheilen zu konnen,
daß in der That eine Drei⸗Kaiser-⸗Zusammenkunfi
m Prinzipe bereits fest beschlossen ist. Indeß ist
noch nicht ausgeschlossen, daß aus Rücksicht auf das
rauhere Wetter und die leicht zu Erkaltungen neigende
Natur Kaiser Wilhelms im letzten Momente die
Dispositionen dahin geändert werden, daß der
Herrscher Deutschlands „nur im Geiste“ an der
Zusammenkunft des Czaren und Kaiser Franz Josefs
theilnehme. Der Zeipunkt der Entrebue ist noch
nicht festgestellt, dagegen sind die Dispositionen be—
tretfs des Ortes, welcher an der österreichisch⸗
russischen IJ zu suchen wäre, schon so weit
jetroffen, daß Europa eines Tages durch die Nach-
icht von der vollzogenen Thalsache dieser Zwei⸗
aiser⸗ Begegnung uͤberrascht werden dürfte. Wie
erklärlich, ist man in der Umgebung Kaiser
Alexanders III. sehr besorgt wegen der immerhin
möglichen Zwischenfaͤlle, welche dem Czaren auf
ziner Eisenbahnfahrt zustoßen könnten. Diese Be
sorgnifse gehen aber natürlich nicht so weit, die
Rathgeber des Czaren gegen den dringenden Wunsch
des Kaisers Wilhelm. der diese Enitedue anstrebt.
arbeiten zu lassen
Ausland.

Wien, 1. Ott. Der Konig von Sachsen ist
heute hier eingetroffen und vom Kaiser am Bahn⸗
hofe auf's Herzlichste empfangen worden.

Petersburg, 2. Olt. Der „Regierungsbote“
»eröffentlicht ein Circular des Finanzministers, in
welchem bestimmt wird, daß vom Auslande impor⸗
firte galvano⸗elektrische Batterien, Induktionsappa⸗
rate und isolirte Drähte denselben Regeln unler⸗
wvorfen sein sollen, welche für einzuführende Waffen
gelten.

König Georgius von Griechenland be⸗
weist gegenwärtig seine neuen Provinzen.

Waihington, 30. Sebi. Das Grab Gar—

welches die Ueberreste des verstorbenen Brasidenten
Garfield birgt. — Ein hervorragender Advokat in
Thicago hat es abgelehnt. mit Herrn Scoville zu—
ammen die Vertheidigung Guiteau's zu über—
iehmen.

New⸗NYort, 30. Sept. (Einwanderung.)
Während des Monatis September langten hier
34,855 Einwanderer an, gegen 25,013 im Sep—
ember vorigen Jahres. Die Gesammt ⸗ Ein⸗
vanderung seit Januar beziffert sich auf 344,882
Personen. gegen 252,700 in demselben Zeitraum
son 1880. Unter den im September Angekom—
nenen befinden sich 14,000 Deutsche, 3700 Skan—
zinavier, nahezu 1000 Deuische, 600 Franzosen,
b100 Engländer, 3900 Irländer, 1300 Schotten.
mehr als 600 Russen und 800 Italiener.

Die Dinge im Transvaallande scheinen
sich nicht nach Wunsch der Engländer gestalten zu
vollen. Der Volkraad macht Schwierigkeiten, die
englischen Bedingungen anzunehmen und es ist nicht
uinmöglich, daß dort neue Verwickelungen eintreten.
Die englische Regierung hat deßhalb angeordnet,
aß die Truppen, welche bereits Marschbefehl nach
England oder Indien erhalten hatten, in Transnaal
erkleihen sossen
Losale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert. Für die am 27. Oktober
zächsthin stattfindende Reichstagswahl ist
insere Stadt in 3 Wahlbezirke eingetheilt. Den
ersten Wahlbezirk (Wahllokal: Stadthaus)
dilden das 1. und 4. Stadtviertel. Wahlvorsteher:
herr Bürgermeister Custer ; Stelldertreter des⸗
elben: Hr. Kaufmann Ludwig Grewenig. —

Zum zweiten Wahlbezirk (Wahllokal: Schul⸗

zaus im Josepsthal) gehören das 3.

Ztadtviertel, St. Ingberter Grube (Schnappbach),

»ie Mariannenthaler Glashütte, die Sulzbacher

ßlashütte, Schloß Elsterstein, Seifensiederei, Ober⸗

nühle und Schürer Ziegelhütte. Wahlvorsteher:

). V. Graffion, 15 Adjunkt; Stellvertreter

»esselben: Hr. K. Ph. Siegwardt, Polizei—

Adjunkt in Schnappbhach. — Der dritte Wahl⸗

hezirk (Wahllokal: Schulhaus in der

Unterstadt) umfaßt das zweite Stadtvieriel,

as ganze Eisenwerl, den Stadttheil an der Kaiser⸗

traße unterhalb des Bahndammes und den Sitz⸗
veiler⸗ Hof. Wahlvorsteher: Hr. Peter Greß,

2. Adjunkt; Stellvertreter desselben: Herr Ernst

Tonrad, Posthalter.

*Sit. Ingbert. Dem Rechenschafts—
herichte des hiesige Vorschuß⸗Verein?

e. G.) pro J. Semester 1881 entnehmen wir,

aß der Verein am 30. Juni abhin 490 Mitglieder

ählte, 5 mehr als am Schlusse des Jahres 1880.

Der Gesammt-Umschlag im abgelaufenen Halbjahr

eziffert fich auf 8,845, 612 Mt. 70 Pf. das

:tammantheil⸗Conto beirug am 30. Juni 138852 Mk.
9 Pf:, das Reservefond-Conto 24,280 Mk., das

*partassen · Conto 809,087 Mtk. 06 Pf.. das

cratten⸗ Conto 85,649 Mtk. 77 Pf. das Cassa-
sonto 8,058 Mk. 72 Pf., das Wechsel-⸗Conto
'5, 438 Mk. 36 Pf., das Darlehen-⸗Conto
9, 441 Mk. 68 Pf., das Delcredere⸗Conto
,736 Mk. 25 Pf., das Conto⸗Corrent⸗ Conto
09,005 Mk. 50 Pf., das Banken- und Vereine⸗
Fonto 122,704 Mt. 77 Pf., das Gewinn⸗- und
Jerlust⸗Conto 23,913 Mk. 24 Pf. Den größten
imschlag hatte der Verein im Monat Mai mit
491.137 Mt. 31 Pf. den geringsten im Monai
AIpril mit 367,410 Mt. 05 pf.

*St. Ingbert, 4. Okli. In der gestern
lbend stattgehabten General versammlung des
ßewerbevereins erstattete zunächst der 1. Vor—
and desselben, Herr Tünchermeister J. Woll,
der als Delegirter des hiesigen Vereins dem am
. Sept. Jl. Jahres zu Zweibrücken stattgefundenen
Berbandstage des pfälz. Gewerbevereins-Verbandes
mwohnte, in eingehender Weise Bericht über die
nuf demselben gepflogenen Verhandlungen, besonders
iber folgende Punkte der Tagesordnung jener Ver⸗
amnmlung: 1. Durchführung des Reichsgesetzes über
ie Innungen in den Einzelstaaten; 2. Gleichmäßige
Zehandlung des Lehrlingswesens; 3. Einheitliche
egelung des Submissionswesens; 4. Einf ührung
on Arbeitsbüchern. Hierauf gelangte der Antrag
ines Vereinsmitgliedes, „Wanderversamm lungen“?
etr. zur Berathung. Die Generalversammlung er⸗
ichtete denselben als sehr zweckmäßig und nahm
hn einstimmig an. Es werden also in Zukunft
vöchent lich am Montag Abend derartige Versamm—

.

Derarhung ver Tagesororiuug i gn Mαα
derr Lehrer Günther gewählt. Zu Punkt 4 der
Tagesordnung, Stiftungsfest betreff, wurde be—⸗
schlossen, dasselbe am 16. Oktober nächsthin in
derselben Weise wie im Vorjahre (Nachmittags
Conzert bei Schweitzer, Abends Ball bei Lehnert)
zu feiern und hierzu die Schadewitz'sche Stadtka—
pelle zu engagiren. 22

* Wie wir soeben erfahren, ist unser früherer
langjähriger Mitbürger, Hert Apotheker Fritz Panz⸗
erbieter, im Alter don 50 Jahren zu Lichten—
felz gestorben.

* Nächsten Donnerstag, 6. Okt., Nachmittags 2
Uhr, findet, der kommenden Reichstagswahl halber,
im Fruchthallsaale zu Zweibrücken eine
Sitzung des engeren und weiteren Ausschusses des
freisinnigen Wahlvereins im Wahlbezirk Zweibrücken-
Birmasens statt..

— Rohrbach. Wahlvorsteher bei der Reichs⸗
agswahl: Herr Bürgermeister Urban Jakobe,
Slellvertreter desselben: Herr Adjunkt Jakob
Würtz. Wahllokal: Schulhaus.

— Der Dürkheimer Wurstmarkt bringt
in diesem Jahre, wie der „D. A.“ berichtet, der
Sehenswürdigkeiten gar viele und auch der „Neue“
soll so gut gerathen sein, wie nur selten. Für
Freunde des Jahrmarktlebens registriren wir die
Anwesenheit einer Menagerie, eines historischen
Museums, eines Circus, einer Negerfamilie und
es „größten Wunders der Welt“, des amerilanischen
Flotheaters, in welchem sich 250 dressirter Flöhe
in Costüm produziren werden. Federweißer, Wurst⸗
suppe, Schweineknöchel werden von den verschiedenen
stehenden und fliegenden Wirthschaften angepriesen
in den „Vier Jahreszeiten“ findet an den Fest
tagen Extratafel und Abends Ball statt. An Ver—
gnügen wird's also nicht fehlen, und da der „Neue“
zut gerathen, werden sich voraussichtlich in diesen
Jahre die „schwankenden Gestalten“ in größeren
Zahl mehren, als dies bei den schlechten Weinver—
zältnissen der letzten Jahrc der Fall war.

— Aus Speyer, 1. Oktober wird den
„Pf. Kurier“ geschrieben: Die beiden Collegien
Nammer des Innern und der Finanzen, der kgl
Regierung der Pfalz bezeugten heute in feierlicher
Aufwartung bei Sr. Exc. dem kgl. Staatsrath
Regierungspräsidenten der Pfalz Herrn v. Braun
die Gefühle jener tiefen Verehrung, welche in ihnen
das nun zehnjährige Wirken ihres Chefs hervorge⸗
rufen hat. Herr Regierungsdirektor Gebhard gab
diesen Gefühlen beredten Ausdruck, indem er
darauf hinwies, wie das Wirken des heute vor
jehn Jahren durch Se. Maj. den Konig an die
Spitze der pfälzischen Kreisre gierung berufenen Chefs

eine ununterbrochene Kette von Schöpfungen sei,
die, aus seiner Initi ative hervorgegangen, schon
von der Mitwelt gewürdigt, von den künftigen
Generationen aber bewundernd werden anerkanni
werden. Seine Excellenz dankte tiefbewegt jedem
Finzelnen der Collegialmitglieder, deren treues
Zusammenstehen und deren Unterstüßung seiner
Bemühungen er wohlwollend hervorhobh.

Vermischtes.

FAltona, 2. Okt. (Tumultuarische Ver⸗
ammlung.) Hier hat gestern das „Patrimonium
der Enterbten“ zu blutigen Auftritten geführt
Wie von dort gemeldet wird, fand Abends im
Zaisersaal eine Versammlung zur Besprechung über
das Tabakmonopol in Verbindung mit der Alters⸗
dersorgung für Arseiter statt, welcher gegen tausend
Personen, meist Arbeiter, beiwohnten. Cigarren⸗
nacher Mohr trat für die Regierungspläne ein und
forderte die Versammlung auf, die Regierung zu
interstützen, wurde aber von allen Seiten durch
Rufe: „Wir danken!“ und ähnliche Kundgebungen
unterbrochen. Die sich an den Vortrag schließendt
Debatte nahm einen äußerst stürmischen Verlauf,
und die Abstimmung über die beantragte Resolution
exwies sich als unmöglich. Am Schluß entstand
ein fürchterliches Gedränge und ein kolossaler Tu—
mult, so daß die Polizei mit blanker Waffe ein⸗
)rang und die auf der Straße sich bildenden
Bruppen auflöste. Mehrere Personen wurden ver⸗
wundet und verhaftet. Heute war die Polizei in
doller Thätigkeit, um die Schuldigen zu ermitteln.
Weitere Arretirungen werden erwartet.

7 Gegen den Malzaufschlag.
Wir wir vernehmen, hat der Vorstand und der
Landes⸗Ausschuß des bayerischen Brauerbundes in
einer am 30. Sept. abgehaltenen zahlreich besuchten
        <pb n="615" />
        des Malzaufschiages Wie sie vir e iuuiꝝxie
gierung beantragih zu petitioniren. Es sollen
Zamenlich aus“ den Kreisen des ländlichen
und kleinen Bwuergewerbes bittere Klagen
üͤber den schweren Druck den die erhöhte Malzsteuer
dem Gewerbe auferlegt, laut geworden und darauf
zingewiesen worden sein, daß nur die günstigen
ßreisverhältnisse für Hopfen und Gerste im abge⸗
laufenen Braujahre den Eintritt einer allgemeineren
Krisis für die Brauereien bis jetzt verhindert haben.

4 Von einer seltsamen Sitte berichtet der Kur.
f. N.“ aus Niederbayern. Die dortigen Bauern
pflegen, wenn sie guter Laune sind, die Koͤpfe wie
die Böcke auf einander zu stoßen. Das Stoßen mit
dem Kopfe wird als eine Art Sport betrieben.
Wie man anderwärts die Muskelstärke durch Finger⸗
hackeln und dergl. Kraftübungen erprobt, so wird
in Niederbayern die Festigkeit des Hirnkastens ge⸗
drüft. Besonders merkwürdig sind in dieser Hinsicht
die Leistungen des einen beĩ obenerwähnter Affaire
etheiligten Bauern Namens Kronauer; derselbe
ei im Stande, die stärkste Zimmerthür mit seinem
Schädel durchzustoßen. Bei einem Wirthe stieß
derfelbe das Hofthor durch, und ein Landshuter
Wirth, der sich einst mit Kronauer messen wollte,
erhielt einen derartigen Stoß, daß er wie vom Blitze
zeiroffen nach hinten überstürzte und sein Lebtag
daran denken wird.

(Galante Inserate.) Der Redakteur
eines zu Wiesbaden erscheinenden Blattes ist durch
ein Urleil des dortigen Landgerichts wegen Ver⸗
zehens nach F 184 des Strafgesetzbuches mit einer
Beldbuße von 30 A bestraft worden, weil derselbe
zin Inserat folgenden Inhalts aufgenommen haite:
„Ein alleinstehender Herr (Wittwer) wünscht zum
Zwecke gemeinsamer Ausflüge mit einer gleichfalls
alleinstehenden Dame in Verbindung zu kreten.
Offerten u. s. w.“ Der Minister des Innern hat
die Königl. Regierungen auf diese Entscheidung für
ihnliche Fälle aufmerksam gemacht.

— Post und Justiz wetteifern in Prachtgebäuden.
Die Briefe sind nicht theuerer geworden, aber die
Gerichtssporteln ꝛc. In Dresden kostet der neue
Landgerichtspalast 2,788,000 Mk., in Zwickau
372,0600, in Chemnitz 2,605,000, in Leipzig
2,742,000, in Freiburg 593,000, in Summa fast
10 Millionen.

4 Einem deutschen Touriften ist, wie italienische
Blätter erzählen, in Mailand ein böser Streich
gespielt worden. Er schlenderte dort, den rothen
Bädecker“ in der Hand, langsam durch die Stra⸗
zen. Bei einem Limonadenverkäufer machte er

en ν —
aber nach ihrer Börse greifen wollte, fand sie zu
hrem Schrecken, daß ihr dieselbe fehle. Galant
erbot sich der Fremde, die Kleinigkeit zu bezahlen,
und sie nahm es an. Er wollte die glückliche Ge—
egenheit benutzen und bot ihr seinen Arm an, um
sie nach Hause zu begleiten. Auf dem Wege er⸗
ählte sie ihrem Ritter, daß ihr der Arzt in dolge
ines Kopfleidens verordnet habe, Tabak zu schnupfen.
Sie zog denn auch ein zierliches, silbernes Döschen
aus der Tasche und — bot dem Fremden scher⸗
end eine Prise an. Dieser schnupfte, doch nach
inigen Schritten wurde ihm plötzlich ganz sonder⸗
har zu Muthe und nach einigen Sekunden sank er
bewußtlos zu Boden, „Ach, mein Mann! Ach
nein Mann!“ begann die Dame jetzt zu jammern
„Er ist todt! Ist keine Rettung ?“ Man brachte
den Ohnmächtigen in eine nahe Barbierstube und
die Pseudo-Gattin bat, auf ihren Mann Acht zu
haben, bis sie mit einem Arzt kommen werde.
„Aber so kann ich ihn nicht liegen lassen“, saglte
iie zu dem Barbier, „ich werde einstweilen sein
Beld und seine Uhr zu mir nehmen, sonst kommt
es abhanden.“ Der Barbier fand dies ganz in
der Ordnung und die Dame eilte mit den Effekten
havon. Als der Fremde sich erholte, wurde der
zanze Schwindel offenbar. Die Polizei fahndet nun
nach der schlauen Betrügerin.

F Aus Mexiko wird von einer furchtbaren
Pulver⸗Explosion in Mazatlan berichtet, welche da⸗
—X
einem Regierungsmagazin, in dem mehrere Tonnen
Pulver aufgespeichert waren, eine Cigarre rauchte.
Das Gebäude war im Mittelpunkte oder Geschäfts⸗
diertel der Stadt gelegen. Die Erplosion machte
das Magazin vollständig dem Erdboden gleich und
zerstörte und beschädigte viele Häuser in dessen un—
mittelbarer Nähe. Ein amtlicher Bericht giebt die
Zahl der Getödteten auf 25, die der Vermißten auf
12 und die der Verletzten auf 30 an.

geln mit dem Thee ausgeworfen wird.“*
Sterbefälle.
Gestorben: in Mar dorf Philippina 3
zeb. Dick; in Malstatt der Bahnhe
Jakob Knerr; in Heinitz die Pfarre
Schneider, geb. Nerling; in Impfl
Frl. Kath. Kummler, 27J. a.; in S
Barbara Jester, geb. Seiler, 65 J
Lambrecht Heinrich Koölsch, 69 J
Kandel der frühere Landgerichtsdiener
Rinck, 68 J. a.
Dienstesnachrichten.

Zum Schulverweser in Kirchheimbolanden wi
weser Diehl aus Rutzweiler ernannt.

Die Berwesung der protest. Pfarrei Mittelbo
dem Hausgeistlichen an der Gesangenanstalt Zu
Hermann Roth, übertragen. B

Die interimist. Verwesung der durch die Beförd
dehrers Bla uth zum Lehrer an der protest.
Otterbach erledigten 2. protest. Schulstelle zu Roh
—‘chuldiensterspectanten Fr. Hettes heimer vor
weiler übertragen.
Neueste Nachrichten.

Stockholhm, 3. Oktbr. Das gesterr
Mittag in der Schloßkirche celebrirte Te Deun
gestaltete sich zu einer ebenso erhebenden wi
glänzenden Feier, welcher die Elite der hies
Besellschaft beiwohnte. Der Gottesdienst de
schwedischen Hochkirche trägt ein fast katholi
sches Gepräge. Einer der drei administriren
den Geistlichen erregte Aufsehen durch sein
wunderbare Tenorstimme. Um 4 Uhr fan
eine glänzende Galaausfahrt der hohen Herr
chaften statt: die 12 vierspännigen Equipage
boten einen prächtigen Anblick; das Königs
und das kronprinzliche Paar wurden von de
gewaltigen Volksmassen überall enthujsiastis
begrüßt und mit Blumen überschüttet. Alle
drängte nach dem Thiergarten, so daß in d
Stadt gar kein Wagen zurückblieb. Se
Gustav III. hat Stockholm weder solche Prad
noch solchen Jubel gesehen. Heute Abend i
großer Hofball.

Fur die Nedaktion verantwortlich: F. X. Demez.

Gemeinn uũtziges.
(GGegen Husten und Schnupfen)
Es naht die kalte Jahreszeit und Schnupfen und
Husten stellt sich ein. Ein probates Hausmittel
gegen Husten, Schnupfen und Erkältung des Hal—⸗
es ist ein starker Salbeithee, dem man Honig bis
um Süßwerden und nachher ewas Essig zusetzt
Beim Schnupfen trinke man täglich 5—12mal
einen guten Eßlöffel voll warm, bei Husten und
Erkältung des Halses gurgelt man 20- bis 30mal

Das von Herrn Tünchermeister
Eang bewohnte
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Vormittags 10 Uhr zu
bert in der Wirthschaft
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durch den unterzeichneten,
htlich beauftragten Amts⸗
ns kgl. Notars Franz Sauer,
hend beschriebenen Liegen⸗
1der Steuergemeinde St.
er Abtheilung wegen IFffent⸗
e Meistbietenden zu Eigen⸗
ꝛigert, nämlich:
ser. 3233, 37 a 10 qm.
Pl.»Nr. 3233 3 37 2 10
Acker rechts in Seyen;
Rr. 3499, 67 4 10 qm.
Plan⸗Nr. 34998, 67 a
m. Acker im Betzenthal;
x. 4930, 14 a Wiesen in
tuhbach ;
str. 4916, 11 490 qm.
in den Schiererwiesen;
Nr. 3304, 10 a 20 qm.,
Nr. 3305, 11 a 60 qm.
Plan-⸗Nr. 3506, 112 20
Acker in der dritten Pfuhl⸗
ahnung. *
Kr. 3818, 15 a Acker auf
Schiffelland;
Plan⸗Nr. 3358, 12 a 80 qm. und
Plan⸗Nri 3359, 15 a 70 qm.
Acker in der Apfeltart;
Plan⸗Nr. 392, 4 4 10 qm. Wies
am Wollbach
Plan-Nr. 1284, 25 a 60 qm.
Wies in der Mäusbach;
Plan⸗Nr. 3369, 83 a4 10 qm.
Plan⸗Nr. 33692, 20 4à 80 qm.
Plan⸗Nr. 3370, 11a 60 qm.
Plan⸗Nr. 3371, 10 a 90 qm.
uͤnd Plan⸗Nr. 3372, 12 4 80
qm. ülcker links in den Seyen;
Plan⸗Nr: 4436, 40 a 20 qm.
Wies im Allment und Plan⸗Nr.
48383 98s *7 qm. Weg as Antheil;
Plan-Nr. 4518, 18 4 40 qm.
Acker auf der Spick an der
Obermühle;
Plan⸗Nr. 2522, 9 a 40 qm.
und Plan-Nr. 25222, 9 4 40
qm. Wiese in den Stegwiesen;
Pllan⸗Nr. 4912, 1 a Fläche, Unterzeichnete empfiehlt sich im
Wohnhaus, Stall und Hofraum Stricken von Strümpfen, Socken und
und Plan⸗Rtr. 4016. La 70 om. Beinlängen auf der Maschine. Preise
Pflanzgarten allda, das Ganze zilligfs. Marie Ullemeyer,
gelegen in der Stadt St. Ing- Kohlenstraße 78
bert an der Pfarrgasse; inm Hause der Frau Wwe. Schwarz
—IIILIELIIIXC
Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbetreibender im Bau⸗ und Kunst⸗
rbe beginnt ihren Unterricht für das Winterhalbjahr 1881/82 Donners⸗
den Z. November, in den Räumen der Kreis-Baugewerkschule (Pfäl⸗
3 Gewerber Museum.) Derselbe wird von November bis Ende März in
nit Werkstätten verbundenen Fachabtheilungen ertheilt und zwar: in der
schule für Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dach- und Schieferdecker,
nit und Cemmentarbeiter; in der Modelleurschule für Modelleure, Stuccateure,
ostein· und Marmorbildhauer, Töpfer und dgl.; in der Schule für Holz⸗
iter für Dreher, Bau⸗ und Kunstschreiner, Holz- und Elfenbeinschnitzer;
er Schule für Metallarbeiter für Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler
Metallschläger, Gold- und Silberarbeiter, Eisen- und Gelbgießer; in der
erschule fir Fimmer- und Decorationsmaler, Porzellan⸗ und Glasmaler,
f⸗ und Musterzeichner, Kithographen und dgl. Der Unterricht ist in
it, als zu einer richtigen Geschäftsführung nöthig, theoretischer, sonst aber
igsweise praktischer, um den jungen Gewerbtreibenden jede zur muster⸗
n Ausübung ihres Geschäftes nochwendige Anleitung und handwerksgemäße
gkeit zu verschaffen, so daß sie autzer im Zeichnen und Entwerfen in
Fache auch in der kunst⸗ und stilgerechten Ausführung unterrichtet werden.
Unterricht erhält im Sommer eine Fortseßzung, wenn der Schüler als Lehr⸗
oder Arbeitet in die Lehrwerkstätten des pfälzischen Gewerbemuseums tritt
Die Inscription findet am 31. Oktober ijd. Ihrs. auf dem kal. Recto⸗
von 9212 uUhr Vormittags und 4-6 Uhr Nachmittags statt, wobei
mitlich beglaubigten Schul⸗- und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Das
igeld beträgt 20 Mk. und ist bei der Inscription zu entrichten. Für
Vesuch der Werkstätten ist statutengemäß eine Abnützungsgebühr von 10 Mk.
ihlen. Zur Befreiung von Schulgeld ist die Vorlage eines Dürftigkeits—
isses nöthig. Lehrprogramm und Statuten zu beziehen: Tascher'sche Buch⸗
ung, Kaiserslautern, gegen portofreie Einsendung von 80 Pf.
Kaͤiserslautern, im September 1881.
Kal. Rectorat:
O. Sntu.
Dr:uck und LVerlag von F.

Hof und Plan⸗Nr. 493, 32 10
Im. Garten dabei, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert neben
oborigem Hause; J
Plan⸗Nr. 494, 114 40 qm.
Flache, Wohnhaus mit Stall und
hof, Plan⸗Nr. 495, 22 Garten,
lan⸗Nr. 49612, 50 qm. und
Blan⸗Nr. 497, 2 a Acker dabei,
lles ein Ganzes neben vorigem
hause;
hlan⸗Rru2864, 72 50 qm. und
Plan⸗Nr. 2865, 17 a 70 qm.
ilcker hinter den beiden letzteren
häusern; J
Tigenthümer find:
Kinder erster Ehe der in St.
Ingbert verlebten Apollonia
Becker, aus deren Ehe mit
heinrich Lauer im Leben Mau⸗
rermeister allda, als:

Maria Katharina Lauer, gewerb⸗
lose Ehefrau von Peter Joseph
Fischer, Bergmann;

2. Franz Lauer, Nagelschmied;
d. der Wittwer und die Kinder zweiter
Ehe der Apollonia Becker, als
1. Johann Seel, Nagelschmied, Witt⸗
wer zweiter Ehe der Verlebten;
2. Peter Seel, Nagelschmied;
3. Maria Seel, gewerblose Ehefrau
von Julius Lind, Meztzger, beide
in Saarbrücken; F
4. Johann Seel, Küfer und 5. Ja⸗
kob Seel, Metzgerlehrling, diese
Beiden noch minderjährig, welche
ihren genannten Vater zum ge—
setzlichen Vormund und den eben⸗
—V

Fischer zum Beivormunde
haben.

Die Ehemänner Fischer und Lind
ugleich der ehelichen Ermächtigung und
guͤtergemeinschaft wegen betheiligt.
A

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

ETodes-Anzeige.

Gott dem Allmachtigen hat es gefallen, unsern innigst geliebten

Sohn und Bruder
Carl Thiery

nach nur 2tägigem aber schwerem Leiden in seinem 18. Lebensjahre
jzu sich zu nehmen.
dDie Beerdigung findet Mittwoch, Vormittags un
12210 Uhr, statt. w
Die tieftrauernden Eltern und Geschwister.

—— —

JFodes Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Morgen um s3 Un
nach langem Leiden unsere liebe Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin
Josephine Presser,
geb. Baschab,
in einem Alter von 39 Jahren zu sich abzurufen.
St. Ingbert, den 4. Oktober 1881.
Der tiesbetrübte Gatte Eudwig Presser, Bergmann.
Die Beerdigung findet am Donnerstag Vormittag
um 429 Uhr statt.
*9
“. 8&amp;ST. CIOIINA &amp; döhno
Manufakturwaaren- und, Damen—
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Ecke der Landauerstraße, Zweibrücken,
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erscheint zweimal wöchentlich, Donn erstag und Sontag, am letzteren Tage mu
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welche, da derselbe I. F das gelesenste Blatt im Thale —VWist, größtmog
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beträgt viertelj. ein schließlich Zustell gebühr Mk. 120.
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Dtontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentl
zlatt und Sonntags mit Sseitiger ilustrirter Beilage. Das Blait koslet vierteliaprtie 1.“ 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post dezogen 1 4
0 Z Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4espaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei auzerpfülzi

wielche die Expedition Auskunft ertheilt, 155A, bei Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrücung wird nur dreimalige berechuei
M. 160. 7.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Der' preuß ische Verkehrsminister, Herr May⸗
ach, bereist gegenwärtig die westlichen Provinzen
Zreußens und erwartet man von dem Aufenthalt
es Ministers am Rhein, daß die Vorverhand⸗
ungen über den Erwerb der Rhein⸗-Nahe⸗-Bahn
in Ort und Stelle in ein beschleunigteres Tempo
ommen. Ob sich jedoch der preußische Landtag
vieder mit dieser Angelegenheit befassen wird, ist
hr ungewiß.

*ürst Bismarck hat seiner Unzufriedenheit

den Beschluß des Centralverbandes
rutscher Industrieller, wonach das Projekt
er allgemeinen Invalidenversicherung für undurch—
ührbahr erklärt und statt dessen eine Reform der
rmenpflege mit staatlicher Beihilfe in Vorschlag ge—
racht wird, unverhohlen Ausdruck gegeben. Der
teichskanzler soll überaus mißmuthig darüber sein,
aß er hier von seinen besten Freunden verlassen
vird. Die Anschauungen und Gutachten, welche
»em Kanzler in letzter Zeit über diese Materie zu⸗
egangen sind, sollen auch in ganz sentschiedener
Weise Bedenken gegen das Alterversicherungsgesetz
eltend gemacht haben.

* Die Mittheilung der „Metzer Ztg.“ von der
Ibsicht des Kaisers, der Einweihung der neuen
harnisonsktirche in Metz am 16. October beizu⸗
vohnen, hat schnell die Runde durch die Presse
jemacht, obwohl die Allerhöchste Zusage der An⸗
vesenheit des Kaisers noch nicht vorliegt. Der
dirchenbau wird am 15. October in allen seinen
Theilen vollendet und von diesem Datum ab die
cinweihung stattfinden können, für welche durch
die einschlägigen Behörden Sonntag, der 16. d. M.,
in Vorschlag gebracht ist. Es steht also auch noch
zahin, ob dieser Termin die Kaiserliche Genehmi⸗
Jung erhalten wird, alle übrigen Nachrichten sind
unzutreffend und gehören zur Zeit noch in das
Reich der Wünsche und Vermuthungen. α:
Ausland.
In Chur (Schweiz) wurde am.2. Okt. der
nternationale Sscialistenkongreß durch den Grau⸗
ündener Buchdrucker Conzett eröffnet. — Tags
arauf trat in Bern die Reblausconferenz zusammen,
ꝛröffnet durch den Bundesrath Ruchonnet.
Paris, 4. Oct. Nachrichten aus Tun i 8 vom
2. October bestätigen den Brand des Bahnhofes
on Uled Zergua sowie die Ermordung der Eisen⸗
ahnbeamten. Der Oberst Debord war mit 6
dompagnieen bis Beja gelangt, er wurde aber auf
»em Rückmarsch durch 1000 Insurgenten ange—
riffen. Diese hatten die Entgleisung der Ma—
hine veranlaßt. Debord hielt sich bis zu Abend,
in Zug mit Verstärkungen von Uled Zergua kam
om zu Hülfe. Mittelst dieser gelang es, den
Feind zurückzuwerfen und nach Wedjer Zelbab zu—⸗
ückzukehren. — Nachrichten aus Algier melden,
m der Grenze von Marokko hätten sich zwei Ko—
onnen marokkanischer Truppen gebildet, um den
znsurgenten die Flucht nach Marokko zu verhindern.
In Petersburg ist für nächstes Frühjahr
er Besuch des Schah von Persien angekündigt,
velcher den Kaiser Alexander personlich begrüßen
vill. Eine Ausdehnung seines Besuches an andere
uropäische Höfe soll der Schah nicht beabsichtigen
ind darüber wird man an den Höfen gerade nicht
inzufrieden sein, denn man weiß dort recht gut,
welche — Annehmlichkeiten ein Besuch Nasreddins
nit sich bringt.

Donnerstag, 6. Oktober 1881.

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 6. Oct. Zu der am Diens⸗
ag Abend in der Wirthschaft der Frau Wittwe
Jul. Gewenig stattgefundenen Generalversammlung
es Vorschuß⸗Vereins hatten sich von den 490
Nitgliedern des Vereins nur 22 eingefunden. Der
dorsitz wurde dem Controleur, Herrn J. J. Gre—⸗—
penig, übertragen. Nach der Tagesordnung
rstattete zunächst und zwar in sehr eigehender
Beise der Cassier, Herr J. Beser, den Geschäfts⸗
jericht sür's erste Halbjahr 1881. Da wir über
»en Stand des Vereins, wie er am 80 Juni ab⸗
sin war, schon in vor. Nr. berichtet haben, so ent⸗
nehmen wir dem Berichte des Herr Beer nur nach—
tehenden kurzen Vergleich des Vereinsstandes aus
dem Jahre 1871 und 1880. Darnach zählte 1871
der Verein 130, 1880 dagegen 485 Mitglieder.
871 betrug der Umschlag 2 Mill. M., der Ge—
vinn 2897 M., das Stammaniheil-Conto 25714
M., das Reservefond Conto 3428 M.; 1880 betrug
der Umschlag 7 Mill. M., der Gewinn 13000 M.,
das Stammantheil⸗Conto 160000-M., das Re—
ervefond⸗ Conto (ohne Delcredere-Conto) 24000
M. Zum Schlusse seines Berichtes nahm Herr
zeer auf Grund zweier im hiesigen Verein in
etzter Zeit vorgekommener Fälle Veranlassung, aus⸗
ährlich über Bürgschaftsverhältniß und Beschlag⸗
ahme des Stammantheils zu sprechen. Den Be⸗
icht über den pfälzischen Genossenschaftstag zu
daiserslautern (Punkt 2der Tagesordnung) er⸗
tattete der Director des Vereins, Herr Posthalter
AConrad. Derselbe that dies in sehr an—
prechender und umfassender Weise; besonders be—
»nte er, daß man die Mitglieder des Genossen⸗
chafistages in Kaiserslautern auf das Nobelste
mpfing und daß der Vorschußverein Kaiserslautern
veder Kosten noch Mühe scheute, um denselben den
lufenthalt in der Barbarossastadt so angenehm als
iur möglich zu machen. Zu Punkt 3 der Tages⸗
rdnung, Festsetzung des Eintrittsgeldes, wurde
instimmig beschlossen,! dasselbe auf seiner jetzigen
Hoͤhe (10 Markh) zu belassen. n

SkIngbert. Der hiesigen Aufschlag—
innehmerei wurde die Befugniß zur Abfertigung
»es mit dem Anspruch auf Aufschlagrückvergütung
zusgehenden Branntweins ertheilt.

*St. Ingbert, 6. Okt. Vorgestern wurden
sier die ersten Schneegänse bemerkt. Der gestrige
Abend brachte uns die ersten Schneeflocken vermischt
nit Regen; heute Morgen hatten wir starken Reif
ind abermals einige kleine Schneeflocken. JIu der
Frühe zeigte das Thermometer minus.

* St. Ingbert, 6. Olt. Für den mit dem
15. Okt. nächsthin beginnenden Winterdienst auf
en Eisenbahnen ist die Abbfahrt und Ankunft der
wischen hier und Saarbrükken verkehrenden
Züge auf den Stationen St. Ingbert, Scheidt
ind Saarbrücken wie folgt festgesetzt
5t. Ingbert ch 128 7180 62 100
õ ch eidtt 285 28 627 10
Zaarbrücken an 2190 222 686 1080

—

zaarbrücken ab 6* 1118 1288 429 866
3cheidt „6*e 11277 180 48 918
AD

*St. Ingbert, 6. Okt. (Berichtigung). In
inserm Bericht über die am Sonntag stattgehabte
hauptprobe der hiesiegen Feuerwehr („Anz.“ Nr.
58) hat sich ein boͤser Lapfus eingeschlichen in
hetreff des Namens und Amtscharakters des Hrn.
Brandmeisters der Heinitzer Feuerwehr. Brand⸗
neister der genannten Feuerwehr ist nämlich Hr.

V

Markscheider Vimler. Zugleid

auf aufmerksam gemacht, daß do

auf!“, welches Hr. Markscheider
ammlung bei Oberhauser ausl
Knappschaft“ galt, sondern von ihm und
Feuerwehr den zurücbbleibenden Ka
raden als Abschied zugerufen wurde.

SZBlieskasiel, 4. Okt. Zur Neuaufni
in die hiesige Präparandenschule hatten sich
c„chüler gemeldet; doch konnten 2 Gesuche
rerücksichtigt werden, weil sie zu spät eingela
varen. Von den übrigen 28 wurden ine7
mangelhafter Kenntnisse 8 zurückgewiesen, wäh
die Prüfung 18 für den 1. 1 fuͤr den 2. un
jür den 3. Cours bestanden. — Sonntag, der
ds. Mon. wird, wie ich höre, unsere Feuer
eine Haupt-Probe veranstalten, zu der
auswärtige Feuerwehren eingeladen werden so

— Die diesjährige Versammlung der pfi
schen Gerichtsschreiberamtscandidaten findet S
ag, 9. Oktober, zu Kaiserslautern,
Basthof zum „Schwan“, statt.

— In den Gemeinden Hambach und Maikam
Alsterweiler beginnt die Weinlese am 10. Okte
In Birkweiler ist der Herbstanfang auf den
ARtober (und im Kastanienbusch auf den 12. Okt
estgesetzt; ebenso auf den 10. in Edesheim, Böschin
Kußdorf und den meisten umliegenden Gemeinden
Burrweiler auf den 14. Oktober, in Venni
mif den 6. Oktober.

— Beim Oktoberfest in Münche?
sielten u. A. der Hufbeschlagschmied Wilkens
Zpeyer die große silberne Vereinsdenkmünze
ẽhrendiplom für verdienstliche Leistungen im
veschlag. Die kleine silberne Vereinsdenkmünz
sielten für praktische landwirthschaftliche Leistu
Andreas Schleppi, Müller von Entenmühle (
hurg); Gutsbesitzer und Schreinermeister Mi
Nader von Germersheim; Guätsbesitzer Wil
Wüst von Steinweiler (Germersheim); A
dudwig Schmidt von Webenheim; Gutsb
ghilipp Beresheim von Blieskastel; ferner für
ienstvolle Förderung der Landwirthschaft der L
deinrich Stichter von Germersheim, Pfarrer
zrich Jung von Waldmohr (Homburg),
Jacob Renner von Woltersbach (Homburg):
üchtige Leistungen als landwirthschaftl. Dien
'udwig Kemb (36 Jahr) bei Christian E
andwirth von Sdoacherhof (Kirchheimbolanden

Ster befälle.

Gestorben: in Speier Nikolaus Schwind,ẽ
rath und Domfabriksrath; in Biedesheim
sabetha Voltz, Tochter von Jakob Voltz; in B
zabern Frau MargarethaBergdolt, geb.P
in Saarbrücken Kaufmann Johann
Böhler, 52 J. a.; in Altenwald Zechense
Josef Baum, 76 J. a.
Dienstesnachrichten.

Quieszirt wurde: der Pofstexpeditor F. Gr
Homburg auf die Dauer eines Jahres.

Durch Regierungsentschließung vom 28. Sepibr.
wurde der bisherige Schulverweser Karl Wust zu9
b aach zum ständigen Verweser an der protest. S⸗
Blieskastel ernannt.

Der Förster Fr. Karl Käeßling in Otter st
Forstamis Speyer, wurde auf Ansuchen unter Anerk
u. s. w. quieszirt und auf dessen Stelle der Foörster
Endlvon Wolfsgrube, Forstamts Elmstei
ett. Die Forftwartei Violfsgrube wird aufgelbfst.

J —

Hrn. M. 2. in M. Besten Dank für Ihre fret
ufklärende Mittheilung und ergebenste Bitie um
quldigung des Ixxthus... —

Fäür die Nedaktion verantrgertlich: K. X. Den
        <pb n="618" />
        Angg.

d · ¶ n g.
zer Jung, 26.
n, früher in St.
un ohne bekannten
send, wird hiemit
24— 8
en 21. De⸗
188535.
u/29 Uhr, “
tzung des Schoͤffen⸗
agbert in dessen
cheinen, damit da⸗
handlung über die
Anklage wegen
Erlaubniß am 830.
itten werde.
em Angeklagten er⸗
ntschuldigtem Aus⸗
heilung auf Grund
wehr⸗ Bezirks⸗Com⸗
am 3. Oltober
nach Vorschrift des 8 472 der
5t.⸗P.O. abgegebenen Erklärung
gen werde. —
. Ingbert, 4. Oktober 1881.
Der kgl. Amtsanwalt:
ez. Müller.
Der“ Amisgerichtschreiber
Glattfeld
stelld. Gerichtsschreiber.
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
Montag, den 24. Oktober
fihin, Vormittags 10 Uhr zu
hringen in der Wirthschaft von
cg Wolter, Wirth und Adjunkt,
ac durch den unlerzeichneten, hiezu
htlich beauftragten Amtsverweser
igl. Notars Franz Sauer, in
Ingbert, die nachhin beschriebenen
enschaften in der Steuergemeinde
ringen öffentlich an die Meistbieten⸗
versteigert, nämlich .
Plan⸗Nr. 703, 7 a 50 qm
Acker auf Tafel;
Plan⸗Nr. 213. 7 2 20 qm
Acker in der Distelwiese;
Plan⸗Nr. 8348 10 4 50 qm
Acker im Mönchenbrüh;;
Plan⸗Nr. 787, 13 a 80 qm
Acker im Langenacke;;
Plan⸗Nr. 618, 23 a 90 qm
Acker auf Willer; —
Plan⸗Nr. 370, 15 2 70 qm
Acker am Gräfinthalerweg;
Plan⸗Nr. 2766, 5 a 60 qm
Wiese in den Klingelgärten;
Plan⸗Nr. 2072.8 4 50 qm
Wiese im Grantt
Plan⸗Nr. 60, 7 a Wiese in den
Serrgatten; 4
Plan⸗Nre. 354, 8 a 90 qm
Ader im Gläschen und Plan⸗Nr.
3533, 7 a 20 qm Acker allda;
Plan-⸗Nr. 605. 114 90 qm
Acker im Steinacke;
PlanaNr. 601, 11 4 60 qm
Acker alda;
Plan⸗Nr. 704, 8 a 90 qm
Acker auf der Tafel; 2*74
Plan⸗Nr. 718. 20 4 40 qm
Ader beim Willersbrunnen;
Plan⸗Nr. 701, 13 a 60 qm
Acer auf Tafe;;;
Plan⸗Nr. 6653, 8 a 50 qm
Acker in der Dumpßf.
Eigenthümerinsist:
Margaretha Wolter, ohne
werbe in Ensheim, entmündigte
tiwe des daselbst verlebten Wirthes
eter Lauer, welche ihren Bruder,
annten Georg Wolter zum
rmunde und den Nikelaus Nie⸗
rläuder, Gärtner in Ensheim
n Beivormunde hat. I
Ingbert, den 5. Oltober 1881.
. Auffschneider,
Amtsverweser.

Samstag, den 29. Vrtober
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
Rohrbach in der Wirthschaft von
Johann Abel, Wittwe, werden durch
den unterzeichneten Amtsverweser des
sgi. Rotars Franz Sauer, hiezu ge⸗
achtlich beauftragt, die nachstehend be⸗
chriebenen Liegenschaften in der Steuer⸗
gemeinde Rohrbach, öffentlich an die
Neistbietenden zur Eigenthum ber⸗
teigert, namlich:

Plan⸗Nr. 500 und 5061 a 70
qm Fläche mit Wohnhaus, Hof
und Garten am Hochrech im
Drte Rohrbach; und. ——
Plan⸗Nr. 557,. 12 à 60 qm
Acker am Reichersbruch.

Eigenthümer sind:

Die Wittwe, Kinder und Erben
es in Rohrbach verlebten Bergmannes
dJakob Zimmermann, als:
I. Catharina Brandel, ohne
hewerbe in Rohrbach, Wittwe des
berlebten.—

2. Maria Zimmermann,
edig, großjährig und ohne Gewerbe allda.

s. Sophie, 4. Katharina,
.Peter, 6. Peter Jakob und
. Philippine Zimmermann
iese fünf noch minderjährig, welche
hre genannte Mutter zur gesetzlichen
hormünderin und den Peter Stolz,
zchreiner jn Rohrbach zum Neben⸗
ormunde habenn. IJ

ZSt. Ingbert, den 8. Oktober 1881

FK. Auffschneider,
Amtsverweserr.

Versteigerungs⸗

Bekanntmachung.
Auszug.

Montag, den 7. November

881, Vormittags 10 Uhr, zu Ober⸗

oürzbach in der Wirthschaft von Franuz

Zecker, werden durch Karl Auf—

hneider, Rechtskandidat in St. Ing⸗
ert wohnhaft, Amtsverweser des lgl.
stotars Fran z Sauer, im Amts⸗
itze daselbst, als gerichtlich ernannten

Versteigerungsbeamten, im Zwangswege

jeeggen Peter Becker, Sohn von

heorg, Schmelzarbeiter in Oberwürz⸗
jach, die nachhin bezeichneten Liegen⸗
chaften, in der Steuergemeinde Ober—
vürzbach,“ Amtsgerichts St. Jugbert,
deniamis Blieskastel, öffentlich zu
rigenhum versteigert:
1. Plam⸗Nr. 690, 12 90 qm Fläche,
Wohnhaus mit Stall, Scheuer
und Hofraum, gelegen zu Ober⸗
würzbach im Schindthale;
2. Plan⸗Nr. 687, 3 2 60 qm
Acker daselbb
3. Plan⸗Nr. 706, 2 a Garien
daselbft
Plau⸗Nr. 707, 12 40 qm Acker
daselbst auf'm Rech.

Die Vigenschaften werden einzeln

zur Versteigerung gebracht.

Die nuhere Beschreibung der Ver—

teigerungsgegenstände, sowie die Ver—

teigerungsbedingungen können bei dem

Versteigerungs ⸗ Beamten eingesehen

verden. 7.

St. Ingbert, den 4. Ockober 1881

Der Versteigerungsbeamte
K. Aufschneider,
Amtsverweser.
zwangsversteigerung.
chsten Samstiag, den 8. Ok⸗
zober,Morgens 9 Uhr beginnend,
n der Behausung des Uhrmachers
Adolf Witt in St. Ingbert, werden
zurch den Unterzeichneten nachbezeich⸗
nete Gegenstände zwangsweise gegen
Baarzahlung versteigert nämlich:
8 Regulatoruhren, 3 Pendul⸗
Uhren mit Glasglocken, 2 Wecker,
und 22 Schwarzwälderuhren. 5
Druck und Verlag von F.

Eheke, [Werklisch und ver'
chiedene sonstige Uhrmacherartikel
dann 1 Kochheerd, 1 Küchen⸗
chrank, 1 Tisch, 1 Küchenschaft
1vollständiges Bett mit Beit⸗
lade, J Chiffonier, 1 Waschtisch.
6 Stühle,. 2 Nachttischchen, 1
Spiegel mit Goldrahmen und
Wanduhr, sowie verschiedenes
sonftiges Haus⸗ und Kuchen⸗
geräthe. —
St. Ingbert, den 3. Oltober 1881.
Faßbender
gol. Gerichtsvollzieher.

4Vit —.-..—

Montag, den 17. Oktober
1881, Vormittags 10 Uhr, zu Neu⸗
hausel bei Gastwirih Hussong.
Schlag Hirschberg und Zufällige

Ergebnisse.
93 Kiefern Staͤmme 4. und 5. Cl.
255 Eichen Wagnerstangen,

6 Ster Eichen Misselholz *
4. u. 5. (l.
28353 Nuzßtzprügel 5

31u. 2. Cl. 5
93 Kiefern Nutzprügel 3

1— 1. u. 2. Cl. )
181 2Buchen Scheitholz kF. u. 2. Cl
und Anhruch.7

36, Eichen Scheitholz 2. Cl.

— *5und Anbruch.

—2 8, Kiefern u. Aspen Scheitholz
3833 Buchen u. Eichen Klohßhol;
227 „Pruügel 2. Cl.

40, „. Eichen⸗, Birken

Aspen⸗ und Kiefern⸗Prüge
278, Buchen⸗, Eichen⸗ u. Kieferr
Krappenprügel.

Die Schlagregister liegen bei der
Unterfertigten zur Einsicht und Al
chriftnahme auf.

Neuhäusel, 3. Oktober 1881

Der kgl. Oberförster
Moerschel.

Zwangsversteigerung.
Raͤchsten Montag den 10. Okto⸗
ber, Vormitiags 10 Uhr beginnend,
in der Behausung des Eisenhändlers
Zarl Uhl in Ommersheim, versteigere
ch zwangsweise gegen sofortige Baar⸗
ahlng·
1 Säulenofen, 2 Kochheerde.
mehrere blecher ne Kochhäfen, 42
eiserne Kochhäfen, 9 Kochhäfen
von Eisenblech, 6 Tafel Zink⸗
blech, ca. 30 Mist⸗ und 40 Heu⸗
abein mit Stielen, 45 Sensen
a. 2 CEir. Ketten, 36 Schip⸗
ben, ca. 50 Pfd. Draht. 8
—V
Kaminschieber, 4 Wagenachsen
z eiserne Kessel, mehrere Ctr.
Faßeisen, blechernes Geschirr von
verschiedenen Sorten, Holzstiften.
Ladenbänder und vescierer 28. November 1881 2*
sonstige Eisenwaaren, dann 535332* *
Velllade, 1 Schreibtisch mit Brückenauer Ziehung
Aufsatz, 1 Pult und 4 Stühle. Hauptgewinn 50,090 M.
St. Ingbert, den 4. Oktober 1881. Loose 4 M2 bei: J. Friedrich,
Faßbender Woll, Buchhandlung und Joh. Wi
tgl. Gerichtsvollzieher. rich, Friseur in St. Ingbert.
iin modernen Schriften billigst bei
Visitenkarten wodernen Sqhriften Zund. Womet
l 7
—TELM rl IDVdAlsethllI
i ERNBRERCG I88.
REKaMEmmntmacehung
Wir haben der Annom een-Dxpedition von Rudolf Moss
die Verwaltung des gesamtenmnnn
Ax/oncen- vund Plakatvwesens
für die bayrische Landes-Ausstellung ũbertragen. insbesondere dio alle
nige Annahme von ineraten für die offiziellen Kataloge, für den Fühn
αœεGung, sfũr die intritts-Billets. sowie die Anbringung vo
Aaraten an den hiefur bestimmten Plakatta feln ete.
AMe diesbezũglichen Antfragen bitten wir daher Ledliglieh an dli
—X—— XR
Auürnm berg, im deptember 1882.
her Ddirektor des bayr. Cewerbemuse vme:
* Steginann.
ünter Bezugnahme auf vorstehende Bekxanntmachung dur geb
Kenntniss, dass dis Prospokto. Preislisten ete. tũr die verschiedenen Pu
Nrationsunternehmungen der Ausstellung binnen RKurzem zur Ausgab
gelangen werden. F ** J
fleklanten auf die Plaxattafoln bitte ich ihrs Anmeldungen scho
jatat an mieh gelangen 2u lasgen.
Vürnherg 33 * — — —
Frani furt a. M., m —28 uss:.
Rudolf Mosse,
Annénréen Expedi ti on &amp; Verlags ha ndlun
* ogar im höchften.
Trunksucht, bnn e J Bekanntmachung.
sger * inee err, y— Die Stadt⸗Einnehmerei be
arantie der Ersinder d. ezialiß findet fich von heute ab im Graffion'
.Trunlsucht⸗ nde Th. Ko * —
ger 3 ge pderee schen Hause eine Stiege uber de
richtigkeit von Königlichen Amtsgerichten und Postexpedition.
dchuijen · Aemtern vbeftätigt, gratis· Rach- St. Ingbert, 5. Oktober 1881
hmer beachte man nicht, da solche nur Alt, Stadt⸗Einnehmer.
cwindel treiben.
Rechnungen
in allen Größen, mit blau und
rother Liniatur, werden billigst
angeferligt bei F. X. Demetz.
X. Demet in St. Ingbert.

ò

7 Gel*⸗ —R
Ducaten AM 965G.
20. Frankenstücke18 16- 2
Engl. Sovereigns 20 33 -3
Russ. Imperiales 316 71- 7
Doflars in Gold 421-46
        <pb n="619" />
        —F
z253 222
* 25* 55— E
73553 - 72 2* — —
555* —X 8* — X
3535 25 — * 328 83
———— 85 — 3*
* * —8 ⸗ *
— — —— 2 —
5225 —E 28 —8 238 335275 —— ——
—25 535 3 5 3 5232 5358357
—— — 5 2z83*8 2* ———— 3 58
— 328 255 58 z3285 z3 J
—2 2 — 7 α 3
2252 — 33 —J * z323
2* — 8
—— 7 7 —— —
388 5.8* — 22 55 — ——— 8
5 —238* 55 —E ð 354 * 3222 —A
— s23 — — ed 33273355*
833337 333 32* ————— * J I * 2.
53335 —— — —— 25 8
5 335857 335* —— *87 58838*
——— —X —— — —
3* 5* — 22 77 2 575357 *
* 23S 525* — J—— 74 D
3 —— 2 535 5 ——
— —— J
—— ———
833* 33283 58 8* 290
37 — —— —— ——2*
E S a9 3255 ⸗ —— 27 0 255 cz —
z5838 335 — 525 837 —7
35338 2 —— 2 5 —X 23 *57
3883 3333 * 32 —
—A JI8*
43 83 56 ——— EF — 28388
55 83* —5
— 33885 5553 2* 1338* *5
ð —— ———
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—D —— — 22 2 2 — D
532 53533 32333—337555— *
2 232 533 228 * —35 * — —— 25

— 355 353— 82z33 37 33 333 35 — —

— * 8 * 22 55 2 2 * - — 2* 7 —A 2
222 — —2 — 2 2 5 5 332* O90—2 832 *824336343 5322
533 2 * E5 2 xx —2 * 225 2*573 22 5255235
—8 k—53 52 2 228 — 8 2 —2 —7 — 48 2 — 5253567 32285 — —

2 322 S S 523 ⸗2325885.—.3322 Z 1*

28. 383, 27 53 — —7 8383838 3—1382—37 7
6. 5 53335 255 * — —— 25 —**8235352 5333
5555 582332338 — —53—35 28 353—5 33——5325855 133
s 837 28 z5722332 z 3 35
32323 2* *2 532 * * 22 — — 5 — ⸗ * 2. 2338 8
— ——— 2* —A—— — — 5383 *503 3333853 2552122
3 2 s s8355* 2 33 8357
22978 B82* * — 323 2 —s —35 — 5 —;&amp;x
——*3 8—2*75 ——— ——3828 2 332E*
—A 3 ———— 3535 —32 — ——
2238358 8 18 383 ** 2332555 33835333*

23 — 22823 —27. 2282 — — —— —858— z355388 222

z555 5333 53338 —33823 38867 8333 ——7 **

8 —c zZẽ— — — 3835—355 235 8 384 2 8 —XXEV

5 — — ——— —882 —33 30 3283 555 — —8833 535888

— —5—— 55 * 255 5* 5325327 — — 8231 —325 —

* 57335* ———— ———— —— — 2238
—539 * * 2 2222 —

33838—3833835335 333 635 * *
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        ðSt. Indherter Amzeige
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

t. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich funfmal: Am Montag, Bienstag, Vonnerstag, Samstag und 'onntag; Amal wöchentlich m
ut und Sonntags mit Sseitiger illustrirtrer Beilage. Das Blatt koflet vierteljährlich 1.4 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60
8 Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen

welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15. —, bei Neclamen 80 ⸗. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M IGI. Samstag, 8. Oktober 18813.

16.

Bestellungen auf den St.
Ingberter Anzeiger, in Stadt
CantonSt. Ingbert das verbreitetste
'att, können fortwährend bei allen kgl. Po st⸗
llen, Postboten und in der Epedition
nacht werden, und erhalten neu hinzutretende
onnenten, die im IV. Quartal bereits erschienenen
ummern, soweit der Vorrath reicht, nachgeliefert.
bonnementspreis: für Postabonnenten
Mik. 20 Pf. ohne Zustellgebühr.

igen seine Betten dem Fuhrmann übergab, um
ieselben zur rechten Zeit im Badeorte anzutreffen?
die Schnelligkeit des Dampfwagens und der Com⸗
ort, mit welchem er heutzutage auch den weit⸗
jehendsten Ansprüchen auf Bequemlichkeit und Ele—
janz genügt, machen jetzt das Reisen auch in Be—
zug auf das Fortkommen zum Vergnügen, während
ruͤher jeder Reisende, namentlich der Kranke, mit
rleichtertem Herzen, aber zerrädertem Gebein dem
ctumpelkasten der gelben Postkutsche entstieg. Je
nehr aber der Deutsche seine Ansprüche an die Be—
zjuemlichkeit des Reisens erfüllt sah, desto mehr
vurde auch das Reisen selbst Mode. Tausende,
ie sonst während ihres ganzen Lebens an ihrer
seimischen Schwelle kleben geblieben wären, werden
etzt von dem geflügelten Rade der Lokomotive je—
ien Gegenden der Erde zugeführt, wo die Berge
ich himmelhoch thürmen, wo ihre Häupter mit
länzendem Eis und schimmerndem Schnee gekrönt
ind ihre Leiber mit frischgrünen Matten und
euchtenden Alpenrosen umgürtet sind.

Wenden wir uns mehr der materiellen Wirkung
z»es Eisenbahnwesens zu, so hören wir zunächst
ieben Lobpreisungen der Eisenbahn auch vielfach
dlagen aus Kleinstädten, daß diesen durch die
risenbahn nicht der gehoffte Vortheil, sondern

ielmehr Rückgang der Geschäfte gebracht worden
ei. Gewiß mag die Gelegenheit „schnell nach der
ntfernten Großstadt zu gelangen, nicht. nur um
eswillen fleißig benutzt werden, weil die Neugier
ort reichen Stoff zu ihrer Befriedigung findet,
ondern weil der Kauflustige die Kaufobjekte dort
n reicherer Auswahl und geschmackvollerer Aus⸗
attung findet, als in der Provinzialstadt. Aber
nan sollte in letzterer bedenken, daß die Eisenbahn
hr eine Menge Beamteter zu dauerndem und, wenn
eie Stadt in reizvoller Gegend gelegen ist, viele
Vergnügungsreisende zu vorübergehendem Aufent-
alte zuführt. Dazu kommt dem strebsamen Ge—
verbtreibenden und Großindustriellen der Kleinstadt
voch auch der Vortheil zu gut, daß er in der
Fisenbahn einen Verkehrsweg besitzt, auf welchem
ruschnell, billig und sicher die Produtte seines
Fleißes auf die Handelsplätze zu bringen im Stande
st. Früher waren die strebsamsten Männer der
erschiedensten Gerwerbe nur im Stande, auf klei—
ren Gewerbeausstellungen ihres Ortes hin nnd
vieder von ihrer Kunstfertigkeit und Leistungsfähig—
eit ein Beispiel zu geben, jetzt vermitteln die nur
urch das E'senbahnwesen möglich gewordenen
zroßen Ausstellungen die Erweiterung sowohl des
geistigen Horizontes, als auch der materiellen Ah⸗—
uzgebiete.

Nicht weniger als den provinziellen Gewerbtrei—
henden hört man oft den spekulirenden Kapitalisten
»er Großstadt auf die Eisenbahnen schimpfen, hat
r doch durch österreichische, russische oder rumänische
risenbahnpapiere beträchtliche Einbußen erlitten.
Wen sollte dies nicht schmerzen? Vergessen wir
iber nicht, daß nicht die Eisenbahn, sondern die
insinnige Spekulationswuth derartige Schmerzen
erschuldet hat, und daß bei dem Zurückgehen aus—
ändischer unsolider Eisenbahnaktien die soliden in—
ändischen ihren Kurs besserten. — Auch der Vor—
vurf ist der Eisenbahn gemacht worden, daß sie
zurch rasche und umfängliche Abfuhr eine wesentliche
Steigerung der Nahrungsmittel, wie aller Roh—
rodukte herbeigeführt habe. Dabei sollte jedoch
nuch erwogen werden, daß die Eisenbahn nicht nur
iner großen Menge von Menschen beim Bau ihrer
Zdchienenwege und durch ihren Betrieb ihre Exi—
tenzinittel giebb, sondern daß sie auch für einen

illgemeinen Ausgleich unter den Be—
inzelnen Länder iorgt. Es ist ihr z
s fast nicht mehr möglich ist, daß enn να. αα
Theuerung und Hungersnoth die Länder heimsucht
velche von ihren Armen erreicht werden, so daß
ilso ungünstige Umstände des einen Landes durch
»ie günstigen des anderen paralifiert werden.

Die Eisenbahn erschließt in wirksamster und voll⸗
ommenster Weise ein Land und stellt dessen Stoffe
mnd Kräfte in den Dienst der Menschheit. Die
ber⸗ und unterirdischen Schätze eines Landes,
pie Nahrungs- und Nutzpflanzen, Metalle,
dohlen, Torf, Thon u. s. w. werden nur in dem
Naße zu Quellen nationalen Reichthums, in welchem
Schienenwege vorhanden sind, sie nach Mittelpunkten
es Handels, der Industrie und Kunst zu führen.
der Landmann ist durch die Eisenbahn vielfach
um Handelsmann und Großindustriellen geworden,
enn er bingt Eier. Butter, Gemüse, Obst, Spiri—
us u. s. w. schnell nach den Absatzorten, wo die
rößte Nachfrage ist und daher auch der höchste
Ireis gezahlt wird. Das Gewerbe hat einen
nächtigen Impuls durch das Eisenbahnwesen inso⸗
ern bekommen, als nicht nur fast alle bereits be—
tehenden Gewerbszweige unmittelbar bei Herstellung
jon Eisenbahnbedürfnissen beschäftigt wurden, son—
dern auch ganz neue gewerbliche Thätigkeiten durch
zie Eisenbahn in's Leben gerufen worden sind.

Mehr als irgend ein anderer Faktor hat die
frisenbahn dem uniformierenden Prinzip der Kultur
borschub geleistet, indem sie unaufhaltsam die
zIhysiognomie eines Volkes und sein innerstes
denken und Fühlen durch Vernichtung von Sitten
ind Gebräuchen, Trachten, Religion und Sprache
erändert. Sie führt die heterogenen Volkselemente
ines vielsprachigen Reiches einander näher und
interstützt den vorherrschenden Stamm in seinem
Issimilierungsbestreben. In den civilisierten Län—
ern begünstigt das Eisenbahnwesen das Anwachser
der Stadtbevölkerung auf Kosten des platten Lan—
)»es, indem sie einen Theil der Landbevölkerungç
hrem eigentlichen Berufe entfremdet und aus Pro—
‚uzierenden Handelstreibende macht. Dadurch
vurde einerseits allerdings der früheren bäuerlicher
Zeschränktheit und Verschrobenheit theilweise eir
ende bereitet, zugleich aber auch die Einfachhei
er Sitten und der gesunde, gerade Sinn ver
vischt. p —*

So sehen wir allerorten den Einfluß des Eisen
»ahnwesens auf unser Volk.“ „Mit Dampf“ —
)as ist die Losung auch des deutschen Volkes ge
vorden. Wir meinen zu schieben, und werden
doch geschoben. Die Eisenbahn hat unserer Zei
ind unserm Volke den Stempel ruheloser Bewe
jung und innerer Unrube aufgedrückt

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München, 5. Ott. Das Referat über der
xultusetat ist in der That gestern formell an Dr
dittler übertragen worden. Correferent ist Dr. v
„chauß. Das „Vaterland“ hält die Ueberweisun
es Referats an Dr. Rittler für eine Falle un
zielleicht nicht mit Unrecht.

Die Matthias'sche Corresp. sagt, der Reichstat
verde wahrscheinlich auf den 10. November einbe
ufen werden, und außer dem Voranschlag der
deichsshaushalts für 1882/83 würden ihm Gegen
—I
vn der Reichsregierung schwerlich zugehen.

In verschiedenen Blättern wird jetzt ausposaunt
Ru

G. K. Das deutsche Holk und die Eisenbahnen.
mn keiner der Erscheinungen, zwischen denen sich
is Leben des Menschen abwickelt, zeigt sich der
influß der äußeren Verhältnisse auf das Innere
s Menschen, der materiellen Faktoren auf die in⸗
lektuelle, ja selbst moralische Bildung des Men—
en so evident, als in der Einführung und Aus—
eitung der Eisenbahnen. Die letzten 52 Jahre,
ährend welcher die Eisenbahn von England aus
en Verkehr in allen civilisirten Ländern des Er—
nrundes zu beherrschen anfing, sind auch für
eutschland und das deutsche Volk zu einer Epoche
inz neuer Entwicklungserscheinungen geworden.
her bereits sind wir, die Kinder dieser Zeit und
tes Geistes, so sehr von dem Hauche derselben
irchdrungen, daß es uns schwer fallen dürfte, die Ein—
irkungen des Eisenbahnwesens auf Handel und
jandel, Gewerbe und Verkehr, Hüttenindustrie und
ergbau u. s. w. so ins Einzelne zu verfolgen,
ß der Unterschied zwischen dem Sonst und Jetzt
cch, jeder Richtung hin deutlich in die Augen
änge. Uebrigens würde auch jeder, der diesen
rsuch unternehmen wollte, in die Gefahr gerathen,
der Gegenüberstellung der Lebensweise, der
itten und Gebräuche, der Handelsbeziehungen und
andelsbewegung, der Gewerbe in Stadt und Dorf
un sonst und jetzt in Bezug auf den Einfluß der
isenbahn entweder zu wenig oder zu viel zu be—
upten. Begnügen wir uns daher mit einigen
inweisen darauf, wie in deutlich erkennbarer
zeise das Eisenbahnwesen auf die Physiognomie
id die Seele des deutschen Volkes gewirkt hat.

In Deutschland hatte die Eisenbahn bei ihrem
utstehen keinen so hartnäckigen und erbitterten
'ampf mit Segel und Rnuder zu bestehen, wie in
»m Lande ihrer Geburtsstätte, England, wo sie
n bereits zu hoher Vollkommenheit gediehenes
analsystem und eine ansehnliche und zu zähem
iderstand entschlossene Anzahl von scheelsüchtigen
malaktienbesitzern zu überbieten und zu überwin—
in hatte. Sie hat auch in Deutschland meist nicht
rend und einschränkend, vielfach aber fördernd
if den Flußverkehr eingewirkt, indem sie leichter
das störrisch nach der Tiefe strebende Wasser
wasserscheidenden Höhenzüge überschritt und so
e Verbindung zwischen den Gebieten mächtiger
tröme herstellte, z. B. zwischen der Elbe und der
onau durch die Budweis-Linzer Linie und zwi—
sen der Donau und dem Rhein durch verschiedene
chienenstränge von der oberen Donau nach dem
densee, dem Nekar u. s. w.

Auf den Frachtverkehr durch das Fuhrwerk der
andstraße hat allerdings die Eisenbahn in auf⸗—
lligster Weise drückend gewirkt; denn der Fuhr—
ann in der blauen Kutte, der vormals das halbe
eich durchfuhr, ist jetzt ganz verschwunden oder
ꝛrsorgt Botengeschäfte und einigen Güterverkehr
vischen benachbarten Kleinstädten, welche noch nicht
vn der Eisenbahn berührt werden. Wer wollte
ber die Zeit zurückwünschen, da der Badereisende
Kochen vor seinem Abschiede von seinen Angehö—
        <pb n="622" />
        azlers springen wolle, so würde er
Weihnachten wieder aufgelöst werden.
beinahe, wenn nicht ganz so schlimm,
rfahren des Königs Karl X., der die
Deputirtenkammer auflöste, ehe fie noch
reien war. Eine Auflösung läßt sich
chifertigen, wenn irgend Aussicht vor⸗
aß die Regierung bei den neuen Wahlen
Mehrheit erlange; aber eine sofortige
es Reichstages, nachdem er noch nichts
ails das Budget bewilligt, würde die
für die Regierung gewiß nicht verbessern.
aiffion zur Ausarbeitung eines bürger⸗
huches für das deutsche Reich ist
horsitz des Präsidenten Pape wieder zu⸗
ten. Es handelt sich jetzt nur darum,
würfe in gegenseitige Uebereinstimmung
uind die Endredaktion vorzunehmen.
5. Okt. In einem Artikel: „Fürst
(8 Sozialist“ sagt die „Provinzial⸗
z“: „Nicht sozialdemokratisch, wohl
em Sinne sozialistisch ist das Streben
Um des Staatswohls und im wahren

Sucresse der Arbeiter selbst mußte er der Sozial⸗

demokratie schärfer als irgend ein Staatsmann vor

ihm entgegentreien; er hatte von jeher für die

Bedürfnisse der Aermsten der Bevölkerung einen

offenen Sinn und ein Herz; er will seine an

Ruhm und Ehren reiche Laufbahn nicht vollenden,

ohne sein gewonnenes Ansehen auch für jene Klasse

seiner Mitbürger verwerthet zu haben; das ist der
letzte Ehrgeiz seines Lebens.“ An anderer Stelle
sagt die „Provinzial⸗Correspondenz“. Mit ihrem
hinlänglich bekannten Programm: Schutz für die

Armen und Schwachen, Hebung der nationalen

produktiven Kräfte, namentlich der Industrie und

Landwirthschaft hofft die Regierung alle Fechter⸗

kunststücke der Opposition unschädlich zu machen

und bei den Wählern nicht nur volles Verständniß,
sondern auch euergische Unterstützung zu finden.
Ausland.

Paris, 5. Olt. Der „Temps“ meldet, das

Ministerium habe beschlossen, etwa 10 Tage vor
dem Zusammentritt der Kammern zurückzutreten,
damit bis zum 28. Oktober (Tag des Zusammen⸗
tritts) das neue Ministerium gebildet sein kam.
(Die Herren wollen dem Sturm ausweichen, der
wegen der unglückseligen tunesischen Geschichte sofort
nach dem Zusammentritt der Kammern unfehlbar
osbricht.)
Als die fremden Offiziere, welche den Manövern
des 11. frauzösischen Armeecorps beigewohnt,
fich verabschiedeten, richtete der kommandirende Ge—⸗
neral Zents einige Worte an dieselben, über die
man Folgendes vernimmt: Sich zu den deutschen
Offizieren wendend, bemerkte General Zents, daß
Deutschland eine große Nation sei, gleich ausge⸗
zeichnet durch Kriegsthaten wie auf den Gebieten
des Friedens; er hoffe, daß die sogenannte Erb⸗
feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich
immer mehr verschwinden und einem immer bessern
Einvernehmen zwischen den beiden großen Nachbar⸗
nölkern Platz machen werde; er wünsche dies um
so aufrichtiger, als auch er ein Sohn des Landes
un den Ufern des Rheins sei. (General Zents ist
ein geborener Elsässer. Wenn die Franzosen Ruhe
geben wollten — von uns hätten sie dann nichts
zu fürchten. Aber, aber —). Den schwedischen
Dffizieren gegenüber betonte der General die frühere
Waffenbrüderschaft, wie die häufigen Bündnisse
zwischen Frankreich und Schweden und meinie
scherzend, daß manche seiner Landsleute sogar
Karl XII. für einen Franzosen hielten.

Die Zustände in Irland wollen sich noch
immer nicht bessern. Die Regierung thut zwar
alles Mögliche, die Gemüther zu beschwichtigen,
allein die fortgesetzte Agitation der Landliga ver⸗
eitelt die Bemühungen und so steht das Land
wieder auf altem Fleck; Gewaltthaten sind wieder
an der Tagesordnung und das Ansehen Parnell's
steigt von Tag zu Tag. Es unterliegt keinem
Zweifel, daß die noch immer fortdauernden Aus⸗
weisungen die Hauptursache der Unzufriedenheit
und der Ruhestörungen sind, die wieder sehr zuge⸗
nommen haben.

Alle Nachrichten aus Rußland sind noch
immer wenig erfreulicher Natur und erinnern an
so manche Vorgänge im Lande seines westlichen
Antipoden, daß man auf noch Schlimmeres, als
das schon Erlebte, gefaßt sein muß. Denn wo
der staatliche Boden so systematisch unterwühlt ist,
wo das Gift der Desorganisation bis in die höchsten
Fozialen Kreise und sogar die „Stüke der Thronen“,

„as Militär, angefressen hat, da sind auch solche
cheinbar zufälligen Aufläufe, wie jüngst in Moskau,
eachtenswerth. In Moskau herrschte am 28.
SZept. auf dem Trödlermarkte großes Leben. Dicht⸗
edrängte Menschenmassen standen auch auf dem
SZchienenwege der Pferdebahn, ein Wagen überfuhr
„abei einen Mann. Das Volk wurde wüthend,
imringte den Wagen und es ertönten Rufe: „Schlagt
zu, Rinder! Lange genug haben wir geduldet!“
Fin Theil des Poöbels stürzt auf den Kondukteur
ind Kutscher, Andere leisten dem Ueberfahrenen
hilfe. Kontroleure der Bahn erscheinen, sie werden
ofort angegriffen, springen in den Wagen und
chließen die Thüren. Die schnell anwachsende
Nenge stürmt und demolirt den Wagen. Die
holizeipfeifen ertönen, Polizeibeamte und Hausknechte
rscheinen, sie werden aber von der Menge geprügelt,
ie durch Händler aus den Eßbudenreihen und
xleischerknechte mittlerweile auf mehrere Hundert
ingewachsen ist. Es gelang erst den Krawall zu
interdrücken, nachdem mehr Polizei auf dem Platze
rschienen war. Zwei der Rädelsführer wurden
ʒerhaftet. Besonders hervorzuheben ist, daß die Mos⸗
auer Fleischerknechte (Miasniki), welche sonst immer
ür die gesetzliche Macht ihre Fäuste gebrauchten,

o auch bei dem seinerzeit vielbesprochenen Krawall

zegen die Moskauer Studenten, diesmal gegen die

Sicherheitsorgane Partei nahmen und sie durch⸗

rügelten — etwas für Moskau Unerhörtes! Am

26. Sept. war dieser Krawall, am 27. Sept.

vegann der Riesenbrand des Kaufhofes.

Eolale und pfälziͤsche ARachrichten.
*St. Ingbert, 7. Okt. In Betreff des
„allgemeinen Krankenunterstützungs—
und Sterbekassen-Vereins Si. Ing—
bert“ wird uns mitgetheilt, daß die Statuten
defselben von dem provisorischen Ausschuß in
nehreren Sitzungen eingehend durchberathen und
festgestellt wurden und demnächst einer noch einzu⸗
hberufenden Versammlung von Interessenten zur
endgültigen Beschlußfassung vorgelegt werden sollen.

Nach denselben hat der genannte Verein den schon

oft betonten Zweck, seinen Mitgliedern bei Krank⸗

jeitss und Sterbefällen eine Unterstützung zu ge—
vähren. Mitglied kann jeder unbescholtene ledige oder

erheirathete Bürger werden, der gesund, nicht unter 21

Jahcen und nicht über 60 Jahre alt ist. Ein

Mitglied im Alter von 21 bis 30 Jahren zahlt

zei seinem Eintritt ein Eintrittsgeld von 2 Mark,

m Alter von 30 bis 40 Jahren 3 Mark, von

10 bis 50 J. 4 Mark und von 50 bis 60 J.

»Mark. An monatlichen Beiträgen zahlt ein

Mitglied im Alter von 21 bis 40 J. 80 Pf.,

in solches im Alter von 40 bis 60 J. 40 Ppf.

In außerordentlichen Fällen kann der Verwaltungs⸗
rath von jedem Mitgliede einen außergewöhnlichen
Beitrag erheben, der jedoch 20 Pf. nicht übersteigen
»arf. Bei unverschuldeten Krankheiten erhäit das
Mitglied pro Woche eine Unterstützung von 4 Mark,
die jedoch vom Verwaltungsrath auf 6 Mark er—
jöht werden kann. Beim Tode eines Vereins⸗
nitgliedes zahlt der Verein 40 Mark, beim Tode
er Fra u eines Vereinsmitgliedes 20 Mark, doch

onnen auch diese Summen vom Verwaltungsrath

im je 10 M. erhöht werden. Der Verein unterscheidet
wischen ordentlichen u. außerordenil. Mitgliedern.
Zetztere zahlen die Beiträge um des edlen Zweckes willen,
den der Verein verfolgt, verzichten aber auf jede
Begenleistung aus der Vereinskasse; im übrigen be—
tzen sie im Verein dieselben Rechte wie die ordent⸗
ichen Mitglieder. Geleitet wird der Verein von einem
Berwaltungsrath, der aus 9 Mitgliedern besteht.
— Es ist dies in aller Kürze der Haupt⸗Inhalt
der vom provisorischen Ausschuß festgestellten Sta⸗
uten. Wir bemerken nur noch, daß derselbe seinen
Heschlüssen die Statuten änlicher Vereine, die sich
chon jahrelang bewährt haben, zu Grunde legte,
edoch erst nach sorgfältiger Prüfung und strenger
Zerücksichtigung der hiesigen Verhaltnisse. Immer-
jin aber ist es höchst wünschenswerih, daß die In⸗
eressenten zu der Eingangs erwähnten Versamm⸗
ung sich möglichst zahlreich einfinden, um den
Statuten endgiltig eine Fassung zu geben, die allen
iilligen Wünschen entspricht.

*St. Ingbert, 7Okt. Die hiesige kgl.
dateinschule begann das Schuljahr 1881/82
nit 98 Schülern. Neu aufgenommen wurden in die An⸗
talt 28 Schüler, 17 davon in die 1. Klasse. (Mit Be⸗
sinn des vorigen Schuljahres wurden im Ganzen
21 Schüler inscribirt, zum Schlusse waren es
ioch 101.)

*St. Ingbert, 7. Olt. Einer uns soeben
ugehenden Muüttheilung nach hat der vpor einiger

geit von der Gendarmerie hier arretirte Deser
Max Ochs, 41 Jahre alt, von hier gebü
der wieder zu seinem früheren Regimente,
hayer. 15. Infanterie-Regim. in Neuburg a
XEEV
hefängniß erhängt.

() Zweibrücken, 7. Okt. Die gestrige
ammlung des engeren und weiteren A
schusses des liberalen Wahlvereins Zweib
ken betreffs der Wahl eines Reichstagsabgeordr
ür den Wahlbezirkzweibrüäcken-Pirmas
var ziemlich stark besucht. HLerr Fabrikant Wi
röffnete die Versammlung und zeigte an, daß
angen Mühen es gelungen wäre, Herrn Hü
verlksbesitzer Oscar Krämer von St. J
zert zu gewinnen, ein Mandat für den Reich
inzunehmen. Diese Wahl fand die Zustimn
iller Anwesen, namentilich wurde dieselbe noch
inigen Mandataren der Landbevölkerung beson
ʒefürwortet. Es wurde deßhalb sofort beschlo
ine größere Versammlung bis nächsten Donner
»en 13. Oktober, Nachmittags 2 Uhr,
Fruchthaussaale dahier einzuberufen, und wün
vir, daß dieselbe im Interesse der liber
Sache sehr zahlreich besucht wird. Fa
vurde auf verschiedene Anträge hin beschlo
die Bezeichnung „Fortschrittspartei“ fallen zu l
ind dem Vereine den ihm wirklich zufallenden Ne
‚reichstreue freisinnige Partei“
jeben. Da dies eine Aenderung der Statuten
jorruft, so wird dieser von allen Seiten genehr
Antrag der am Donnerstag den 18. d. M. einz
ufenden größeren Versammlung zur Annahme u⸗
zreitet werden. Zum Schlusse wurde einiges
tarkes Zusammenstehen bei der Wahl empfrf
ind soll besonders darauf hingewirkt werden,
eder freisinnige Wähler sich durch Nichts
jalten lasse, seiner Wahlpflicht Genüge zu lei
zuletzt fanden noch einige Ergänzungen der?
kod oder sonstigen Abgang ausgetretenen
glieder des weiteren Ausschusses statt.

— Die Saarbrücken-St. Johan
dandwerker-und Gewerbe-Ausstells
purde am Dienstag nach genau viermonatl
Ddauer geschlossen. Das in jeder Beziehung
ungene Unternehmen schließt mit einem Ueb
chuß, so daß also auch die Garantiezeichner
emselben hinterher keine Ausstellung zu me
jaben. Es wurden 1069 Abonnements ausgegt
rußerdem besuchten 40. 000 Personen die“
tellung.

— Aus der Pfalz schreibt man der „Fra
urter Presse“: Dieser Tage erschoß sich in K
erslautern gegen Mittag auf öffentli
ßlatze ein Katastergehülfe Namens Heinrich Den

ius St. Wendel. Er hatte vor dem verhäng
ollen Schritte die Photographie seiner Gelie
iuf das Herz gelegt und so gleichzeitig dasselbe
nas Conterfei der Letzteren, einer Putzmacherin,
roffen. „Es ist eine alte Geschichte, doch b
ie ewig neu!“
— Im Münchener Aquarium ist
zeit ein vierzehnjähriger Knabe zu sehen, der
olossale Gewicht von drei Centnern 45 Pfund
Vermischtes.

— Scheidt, 4. Okt. Bei der heute in
Johann stattgehabten Ausstellung und Prämiir
don Rindvieh aus dem Gauverbande Saarbrüt
Zaarlouis⸗Merzig⸗Saarburg erhielt unser Mitbür
»er Bergmann Peter Huy, auf ein Rind
ersten Preis mit 100 Mark. (Unlieb verspätet. D.

F Neunkirchen, 5. Olt. Zufolge Anordn
des Reichskanzlers werden am 31. d. M. sämmt
Bundesregierungen bei den öffentlichen Kassen
tellen lassen, welche Beträge an Finthalerstück
m Reichsgoldmünzen und an Silbermünzen
anden sind. Diese Feststellung hat lediglich
zweck, ein Urteil über das Verhältniß, in welc
»er Umlanf der Reichsgoldmünzen zu demjen
der Silbermünzen steht, und insbesondere dari
u gewinnen, wie sich das Verhältniß der Einthe
tücke zu den Reichsgoldmünzen im Verkehr gesto
at. (Saar⸗ und Blies⸗Zeitung.)

Der Handlungslehrling Oppenheim aus Frankf
der seinem Prinzipal 1200 M. unterschlug und da
nach Amerika dampfte, wurde bei seiner Anki
n Newyork verhaftet und wird zurückgebracht.

F Auch die herzoglich Dessauische Regierr
varnt vor den jetzt zum Durchseihen d
Milch häufig benutzzten Sieben aus Holz
ßoden aus Messingdrahtgewebe. Auch bei
ältiger Reinigung sammelt sich zwischen Holz
Draht milchsaures Kupferoxyd. ein dem Grüns—
        <pb n="623" />
        ahnliches Salz, welches sich der Milch beim Durch⸗
jeihen mittheilt und auf die Gesundheit schädlich
wirkt.

Aus Bonn, 8. Oktober, bringt die „Wormser
Zeitung“ die Nachricht, in einem dortigen Privatgarten
sei die Anwesenheit von Rebläusen constatirt worden.

F (Erplosion.) Die „Bresl. Ztg.“ meldet
unterm 5. d. aus Schweidnitz: Heute früh 7*4
Uhr fand eine bedeutende Gas⸗Explosion in der
Stadt⸗Sparkasse statt. Das Gewölbe wurde zer⸗
stört, das Theater beschädigt, die Fensterscheiben der
gegenüberliegenden Häuser zertrümmert, der Castellan
schwer verletzt. J

fFRotterdam, 4. Oct. Der letzte von
Amsterdam abgegangene Zug der hollaͤndischen
Eisenbahn ist bei der Einfahrt in den Rotterdamer
Bahnhof entgleist. Mehrere Passagie re wurden ge⸗
tödtet oder verwundet.!

F Einen guten Witz über den Kometen
macht der „Correspondent“ in Baltimore, indem
er sagt: „Er hat bewirkt, was vorhin unmöglich
schien, nämlich daß der so auf irdisches Gut
und Wohl versessene Amerikaner wirklich einmal
die Augen gen Himmel wendet.“

F (Diekleinste Dampfmaschine der Welt)
hat ein amerikanischer Uhrmacher Namens Buck ge⸗
baut. Dieselbe hat unter einem Finger hut Platz
und es genügen 3 Tropfen Wasser zur Füllung
des Kessels. Der Kolbenhub beträgt etwa 2 m
und der Durchmesser des Kolbens nur 1 4 mm.
Die Maschine entwickelt ungesaähr eine Fliegenkraft.

F Auf den Eisenbahnen der Ber. Staaten
aufen gegenwärtig 17,982 Locomotiven. — Der
Staat Jowa produzirte im vergangenen Jahre
ür 19,000,000 Dollars Butter und Käse.

Der Gesammwerth der Ausfuhr von Schweine⸗
fleischwaaren und Talg in Amerika während
der ersten 7 Monate des Jahres betrug 82,708,977
Doll., gegen 82,286,048 Doll. in dem entsprechen⸗
den Abschnit des vorigen Jahres.

— Schutzvorrichtung für Kreis—
sägen. Der „Baugewerks⸗Zeitung“ entnehmen
wir, daß eine von Lakeman erfundene und von
der Firma Gnrett u. Söhne zu Leiston in Suffolk
ausgeführte Vorrichtung zur Verhinderung von
törperverletzungen an Kreissägen, sich bereis viel⸗
'ach in der Praxis bewährt hat. Die Schutzvor—
ichtung besteht ganz einfach aus einer gebogenen
Blechkappe, welche den oberen Theil der Säge
hedeckt und der Höhe nach verstellbar ist; durch die⸗
elbe wird verhindert, daß der an der Kreissäge
beschäftige Arbeiter beim Heranschieben des Holzes

an dieselbe dem Sägeblatt zu nahe kommt, indem
das Holz die ganze Höhe bis zu der Blechkappe
einnimmt und die auf demselben etwa ruhende Hand
des Arbeiters unr an die Kappe anstoßen, nicht
aber darunter bis zur Sägescheibe geiangen kann.

DieBienenalsWetterpropheten.
Mehrjährige Beobachtungen haben uns gelehrt, daß,
wenn die Bienen bis spät in die Dunkelheit hinein fort⸗
arbeiten, es am nächsten Tage regnet. Ist bei schöner

WBitterung ihr Flug irrend und unsicher, daß man
zlauben sollte, sie können das Flugloch nicht treffen,
o erfolgt gewöhnlich auch Regen. Laufen sie bei
der Rückkehr vom Felde ängstlich vor dem Flugloch
hin und her, daß man annehmen möchte, die
Völker seien zweifellos, so erfolgt gewöhnlich Nässe.
das frühe Abtreiben der Drohnen kann als sicheres
Zeichen entweder von anhaltender Nässe, oder auch
jon großer Trockenheit angesehen werden. Daß die
Bienen die Witterung, welche die nächsten Tage mit
ich bringen, im Voraus fühlen, wird allgemein
ingenommen, daß sie aber schon im zeitigen Herbste
ein Vorgefühl über die Beschaffenheit des bevor⸗
stehenden Winters haben, das wollen Viele noch
dezweifeln.

Und doch hatte man oft schon Gelegenheit ge—
hsabt, zu bemerken, daß das starke Verkitten der
Fluglöcher als ein sicherer Vorbote eines strengen
Binters betrachtet werden kann. Ebenso hat die
Erfahrung gelehrt, daß, wenn die Bienen frühzeitig
Brut einschlagen, ohne daß fie durch Fütterung
yftere Störung, durch die Wintersonne und milde
Witterung dazu angeregt worden sind, man auf
in günstiges Bienenjahr zählen darf. Sezteen sie
sjingegen nur weni g Brut an, so ist ein Hunger⸗
ahr zu befürchten.

husmann, 63J. a.; in Kaise
garetha Kennel, 21 J. a.;“
orch. Volker, pens. Regierun

Marktbericht
Zweibrücken, 6. Oktober. ( Fruch
tualienmarti.) Weizen 12 M. 73 Pf.
Derfte zweireihige 8 M. 82 Pf., vierr
Spelz 0 M. — Pf., Spelziern —
M. —. Pf. Mijchfruht — M.
78 Pf. Erbsen M. pfov
Kartoffeln 1M. 50 Pf. Heu 4 N.
80 Pf., Weißbrod 1/ Kilogr. 62 P
72 Pf., Gemischibrod 8 Kilogr. 87 Pf
Pf., Rindfleisch J. Qual. 80 pf. II
jeisch 40 ps. Bammelfieisch 60 Nf.
Butier / Kilogr. 1M. 15 Pf.A
Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 5. Oktober. ( Fruchtm
ilieninartt.) Weizen 12 M. 66 Pf.,
Spelzlern — M. — Pf. Spelz 0
bege J M. — Pf., Gerste 4Arei
dafer .23 Ppf., Mischfrucht —
— M. — Pf., Wicken — M. —
— Pf., Kleesamen — M. — Pf.,
— Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf.
Schweinefleisch 530 Pf. Vutter 1 Pfund
Zartoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pf.

1 M. 1

Bemeinn ütziges.

Kartoffeln und Fichtenzapfen sind zum Gerben
des Leders zu gebrauchen. Für die Gartenbe⸗
itzer wird der Kartoffelbau immer wichtiger, weil
rus dem Gebrauch der Kartoffeln immer neue und
rützlichere Vortheile entdeckt werden. Die zum
Herben des Leders von den Gerbern angewendete
Berste ist theuer, erhöht daher den Preis des Le⸗
»ers, und ihr Verbrauch entzieht dem Thierreiche
inen großen Theil von guter Nahrung. Ungleich
ortheilhafter sind daher, anstatt jener Gerste, die
ein zerdrückten rohen, guten und frischen Kartoffeln
jum Gerben der Häute anzuwenden. Sie sind
el wohlfeiler, ergiebiger, gähren sehr gut und
geben ein besseres Leder. Sie werden durch eine
Maschine, besiehend aus zwei eisernen Walzen, die
nurch ihre ganze Länge hervorstehende Zähne haben,
uu einer feinen Masse gedrückt, worauf sie so an⸗
zaltend gähren. Diese Maschine dient auch zum
zerdrücken und Verkleinern von Fichtenzapfen,
opelche ein sehr gutes, aber leider ein ganz ver⸗
achläßigtes Gerbemittel sind, das eben so häufig
ils wohlfeil besteht und gewöhnlich nur zum Ver—
zrennen gebraucht wird. Es wäre für den allge⸗
neinen Nutzen und den der Gerber zu wünschen,
aß erwähnte neue Gerbmittel allgemein angewendet
vürden.

Neueste Nachrichten.
Berlin, 4. Okt. Der Feldmar—
Graf Molkte hat das ihm aus dem Ef
Reichstagswablkreise angebotene Mandat
genommen, wird also in Memel⸗Hedekrug
in Essen für den Reichstag kandidiren.
Paris, 6b. Okt. General Saussier
graphirte heute an den Kriegsminister,
habe die Besetzung der Forts von Tunis
ohlen; die französischen Truppen ständen
Medjezel Bab, um die tunesischen Tru
unter Ali Bey zu unterstützen.
Paris, 6. Okt. Die Gerüchte von
Entlassung Saint⸗Valliers, des französi
Botschafters in Berlin, sind unbegründet
London, 6. Okt. Reuter's Office
hält eine Depesche aus Pretoria vom ge
gen Datum, welche besagt: Die Regi⸗
der Boers hat in Folge der vom Volks
ihr geg benen Anweisungen, an die eng
Regierung eine Depesche abgesandt, worin
Anficht ausgedrückt wird, der Friedensver
verletze die Convention von Sandriver,
jegen verschiedene Bestimmungen protestirt v
deren Abänderung man begehrt.
Flr die Nedaltion verantwortlich: Fx— —

Sterbefälle.

Gestorben: in Landau Heinrich Schroth,
garbier, 88 24 J. a., der letzte daselbst wohnende
Beteran aus den Freiheitskriegen; in Frankenthal
ẽslisabetha Fischer, geb. Horr, 48 J. a.; in
zudwigshafen Christian Vettiner, 28 J.;
nClarenthal Frau Sophia Deutsch, geb. De—
—ILLLLLLLLLI
a2—. NUMCXNVEE 888.
ReKAmIaung.

Wir haben der Annongen-Expedition von RudoIf Monae
Ale Verwaltung des gesamm ten

Annoncen- und Plakatwesens

für die bayrisehe Landes-Ausstellung uübertragen, insbesondere die allei-
nige Annahme von Inseraten für die offiziellen Kataloge, für den Führer
dureh die Ausstellung, fũr die Fintritts-Billets. sowie die Anbringung von
Plakaten an den hiefür bestimmten Plakattafeln ete.

Alle diesbozũglichen Anfragen bitten wir daher Iediglieh an die
gen ann,e Firmn zu riehten.

AMürn berg, im September 1881.

Der Direktor des bayr. Gewerbemuseums.
BStegmnann.

Hubmisston.
Nachverzeichnete Bedürfnisse zum Bau von Futtermauern bb
Mellinschaͤchten jollen im Wege der Submission vergeben werden:
1. Arbeiten.
Erdarbeiten veranschlagt zu 1416,74 Mk.,
Maurerarbeiten, 3475,18, 4—
II. Eieferungen.
1093 ebm Bruchsteine, 16500 Stüd Backsteine, 100 ebm Kalk, 234
Sand und 18,54 chm Platten aus Kohlensandstein.
Vorschriftsmaßig bezeichnete Offerten sind bis Samostag, den 15
Mts. vormittags U Uhr an die Konigl. Grubenbetriebslafse Sul—
Altenwald porlofrei einzureichen, wo dieselben in Gegenwart etwa erschit
Zubmittenten eröffnet werden.
Naͤhere Auskunft ertheili Herr Bauwerkmeister Pitz in Sulzbach.
ntiisci, — ————
Fuür das Selbststudium
der
Anglischen, französischen, italieni-
schen u. spanischen Sprache
ist dis

Aeldode Dr. Bichart 8. Pueentdals

Das Moisterschafts -BSystom
las vorzũglehste Unterrichtsmittel.

Die Voerlagshandlung versendet gegen
Pinsendung von à S30 Pfg. in Briefmarken
franco den ersten Brief. Einleitung und
Lection 1 enthaltend.

Prosnecte gqgrautis.
Ros entha l'sche Verlagshandlg.
in Leipzig.

Ltaliemisech. Spunmnisgech.

Empfehlung.

Unter Berugnahme auf vorstehende Bekanntmachung 2ur gef.
Kenntniss, dass die Prospekte, Preislisten ete. für die verschiedenen Pu-
olikationsunternebmungen der Ausstellung binnen Kurzem zur Ausgabe
gelangen werden.

Reflektanten auf die Plakattafoln bitte ich ihre Anmeldungen schon
etzt an mich gelangen zu lassen.

— i
vranmkfiurt a. M. im deptennber 101.
Rudolf Mosse,
Annoncen-ESXxPedition &amp; VerlagesehandIun.

Unterzeichnete empfiehlt sid
Strickhen von Strümpfen, Socken
Beinlängen auf der Maschine.
billigf. Marie Ullemeye

Kohlenstraße 78

im Hause der Frau Wwe. S

hnicum Aιtανtα νασ
b e 7 Faohsebulo fur

ÑÑ —V

—XXXR
Voruptorriont
        <pb n="624" />
        249

ung.
a dung.
ßeter Jung, 26
ann, früher in St.
nun ohne bekannten
vesend, wird hiemit
den 21. De⸗
1881,
—A—
—A
Ingbert in dessen
erscheinen, damit da⸗
perhandlung über die
ene Anklage wegen
ne Erlaubniß am 30.
hritten werde.
dem Angeklagten er⸗
mentschuldigtem Aus⸗
urtheilung auf Grund
indwehr⸗ Bezirks⸗Com⸗
ken am 3. Oktober
bnach Vorschrift des 8472.der
zt.P.⸗O. abgegebenen Erklärung
gen werde.
t. Ingbert, 4. Oktober 1881.

Der kgl. Amtsanwalt:

gez. Müller.
Der kgl. Amisgerichtsschreiber

stellp. Gerichtsschreiber. —
Zwangsversteigerung.
Samstag, den 8. Oktober
ssthin, Mittags 3 Uhr in ‚der
mung des Bäckers Carl Schm itt
versteigere ich zwangsweise gegen
rzahlung: »85
1 Kleiderschrank, 1 Nacht—
tischchen, 1.Nähtischcheu, 1J
Pfeilerschränkchen, Lurunden
Tisch, 1 Regulatoruhr, 1
Spiegel,, 1 Käüchenschrank,
ca. 10 Ster Holz, 2 Oel-⸗
druckbilder und J Farbenbild.
Ingbert, den 6. Oktober 1881.
F.aßbender
kgl. Gerichtsvollzieher,
Zwangsversteigerung.
süchsten Samstag, den 8. Ok⸗
»er, Morgens 9 Uhr beginnend,
der Behausung des Uhrmachers
lf Witt in St. Ingbert, werden
heden · Unterzeichneten nachbezeich⸗
Gegenstände zwangsweise gegen
rzahlung versteigert nämlich:

8 Regulatoruhren, 3 Pendul—
Uhren mit Glasglocken, 2 Wecker,
und 22 Schwarzwälderuhren, 5
Remontoir- und 7 Cylinderuhren,
19 Uhrgehäuse, 1 Glaskasten,
ca. 60 Uhrketten, Uhrschlüssel,
1 Theke, 1 Werktisch und ver—
schiedene sonstige Uhrmacherartikel,
dann 1 Kochheerd, 1 Küchen—
schrank, 1 Tisch, J1 Küchenschaft.
1 vollständiges Bett mit Bett—
lade, 1Chiffonier, 1Waschtisch,
6. Stühle, 2 Nachttischchen, 1
Spiegel mit Goldrahmen und 1
Wanduhr, sowie verschiedenes
sonstiges Haus⸗ und Küchen—
geräthe.

Ingbert, den 5. Oktober 1881
Faßbender,
tgl. Gerichtsvollzieher.

Frantenunterftutzungs⸗
und Sterbkassen-Verein
St. Inghert.

Behufs Berathung und Feststellung
der Statuten des Vereins werden die
Interessenten eingeladen am Samstag,
den 15. ds. Mts., Abends um 8
Uhr, im Lokale des Wirthes Herrn
Weirich (2. Sioch) zu erscheinen.
St. Ingbert, den 6. Okt. 1881.

Der provis. Ausschuß.
Wohnungsveränderung
Meinen verehrl. Kunden die erge—
hene Anzeige, daß ich jetzt in meinem
dause (rüher Pet. Kampf'schen)
hauptstraße, neben Wirth Pet. Weiß⸗
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Auch habe daselbst 2 schöne große
Zimmer zu vermiethen.
Joh. Lang, Tüncher.

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Nebeneinkommen.

Solidem Leuten in Stadt und
Land. welche schon längere Zeit
an einem Platze wohnen und sich
reinen großen Bekanatenkreis er⸗
worben haben (Agenten von Ver⸗
icherungsgesellschaften u. a), wird
plne Knnital, Risieo
uncd besondere Thütig-
icEit ein Selir Nebenver-
dienst nachgewiesen. Nur Solche
mit quten Referenzen finden Be—
rückfichtigung. Man schreibe mit
Angabe bisheriger Thätigkeit unter
L. R. SO9,/ an die Expedition
des Blattes.

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erscheint in 2 Ausgaben:
2) „Laeino Ausgabe“.
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Umschlag mit einer kleinen colo-
rirten Tafel, enthaltend 8—-5
Stickereimuster, sowie einer Bei-
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1. gegen Magenleiden, Magenschwäche
Magenkrampf, Magenverschleimung, Kolik,
Diarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz,
e, Agegen Husten, Catarrh, Catarrhal—
ieber, Vrustverschleimung ꝛc,. 3. gegen
Bicht, Rheumaltismus, Steifigkeit der Ge—
enke ꝛc; altbewährte tausendfach erprobte
Zausmittel, (die in keiner Familie fehlen
soͤllten) von denen man viele mit ge—⸗
ingen Kosten selbst bereiten kann,
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ückantwort einsenden, kostenfrei mit.

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Itali emis CIi, oder SPaI iSCI wirklich
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24 Arbeitsnummern,
24 colorirte Modenkupfer,
Schnittmusterbogen,
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8. November 1881*
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Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig. 1

Druck und Verlag von F. X. Deme tzin St. Inabert.
Hieru rür unsere Post Abonnenten Illukrirtes Sonntagblatt Nr⸗
        <pb n="625" />
        St. Jugheyter Atzein
*3 *

Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

— . — —— — — — — — ————⏑ — — — — ZW — — òαα:ù
er „St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentli
Aan und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet viertelliahrlich 1.4 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4
0 ⸗ Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr fuͤr die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfaliij

welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1* 3, bei Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückunag wird nur dreimalige berechnet.
M. 162. So) nntag, 9. Oktober 1881. J

—
10

Politische Uebersicht.
Deutsches Neich.

Beranlassung, allgemein die mißbräuchliche An⸗
vendung der Dampfpfeife der Locomotiven sowohl
ei dem Rangiren der Züge auf den innerhalb
der Ortschaften belegenen Bahnhöfen als auch bei
Abfahrt der Züge zu untersagen: es sei strenge
arauf zu halten, daß Belästigungen des Publicums
»urch unnöthiges resp. zu langes oder zu lautes
Bfeifen thunlichst vermieden werden.
Ausland.

Auf dem in diesen Tagen in Chur abgehal⸗
tenen sozialistischen Weltcongreß war
Amerika, Frankreich, Belgien, Deutschland, Groß—
ritannien, Italien, Portugal, Ungarn, Rußland,
dolen, Dänemärk, Holland, Brasilien und die
Schweiz durch Delegirte vertreten.

Das officibse „Journ. de St. Peters⸗
bourg“ schreibt: „Uns an die officiellen Erklär⸗
ingen der Staatsmänner haltend, glauben wir,
aß die Aufrechterhaltung des status quoim
ORrient und des Welifriedens deren wahres alleiniges
zestreben ist, und daß, wenn bezüglich Aegyptens
der anderweit Schwierigkeit entstehen sollten, die⸗
elben durch das Einvernehmen der Mächte, nicht
zurch Abenteuerlichkeit gelösst werden würden von
er ÄUrt, wie sie neulich von den „Times“ gepredigt
purden.“ (Diese hatten einen kuriosen Artikel über
ie Theilung des Orientis gebracht: Aegypten den
Engländern, die Balkan-Halbinsel den Oester⸗
reichern ꝛe)

Petersburg, 5. Olt. In der Nacht auf den
29. September wurden in der Constantinowschen
dilitärschule über 20 Zöglinge verhaf—
et, die nihilistischer Umtriebe verdächtig sind.
Man fand in den Matratzen zahlreiche Proklama⸗
ionen der sozialistischen Partei.

In den Vereinigten Staaten lenklt sich
ie öffentliche Aufmertsamkeit nach Garfields Tode
iuf zwei Hauptfragen: die Bestrafung des
Nörders Guiteau und die Läuterung der
epublikanischen Partei. Der Prozeß
zuiteau's, welchen die große Jury bereits in An—
lagezustand versetzt hat, wird in Washington ver—
jandelt werden. Ein Schwager des Verbrechers,
Advokat in Chicago, hat dessen Vertheidigung über⸗
ommen. Es laͤßt sich voraussehen, daß er auf
geistesstörung seines Clienten plaidiren wird. Die
erbitterung der Menge gegen den Mörder ist so
roß, daß außerordentliche Vorkehrungen getroffen
berden müssen, um Guiteau vor dem Richter Lynch
u schützen. Die Parteiverhältnisse haben sich in⸗
ofern erfreulich gestaltet, als Conklings Einfluß
auernd gebrochen zu sein scheint. Die republi⸗
anische Parteiversammlung des Staates Newyork,
velche am Mittwoch zusammentrat, hat den Senator
Miller zu ihrem Vorsitzenden gewählt, einen ver⸗
oͤhnlichen Mann und entschiedenen Gegner Conklings:
Allerdings ist Senator Miller ein alter Anhänger
Irthurs.

kirchen bereits Recherchen gepflo
wie eine Omnibusverbindung zwischen 1
Städten mit Berührung der Orte Dee
deinitz, Elversberg und Spiesenz
verkstelligen sei. Unsere Stadt könnte sid
»em ziemlich regen Verkehr, der zwischen ihr
»en genannten Orten jetzt schon besteht, nur fi
venn dieser Gedaake sich bald zur Ausfü
zringen ließe. Vielleicht würde sich ein ge
ames geeignetes Vorgehen der Orte N
kirchen, St. Ingbert, Dechen, He
Elversberg und Spiesen herbeiführen
im die Sache einmal etwas mehr in Ill
hringen. Hierzu anzuregen, wolle man als
dieser Zeilen betrachten.

— Den Bau des Arlbergtunnels leiten, w
„Frkf. Ztg.“ sagt, zwei Pfälzer als Untern
vebrüder Lapp aus Irheim bei Zweib
von denen der Eine wissenschaftlich durchgeb
Ingenieur, der andere mehr Praktiker ist.
haben die Ausführung auf eigene Gefahr
bestimmte Vergütung pro Meter übernommer

— Annweiler, 4. Olt. Der Schuh
Windisch wollte gestern Abend beim Nach
sommen die Hängelampe in seinem
ziimmer anzuünden; dieselbe explodirten
ind das brennende Petroleum entzündete sein
die am Boden liegenden Kleider seiner K
Während Windisch nun, um größeres Ungl
verhüten, die brennenden Kleider zusamme
und aus dem Zimmer itrng, verbrannten ihm
ind Kopfhaare, und seine eigenen brennenden
bersetzten ihm weitere Brandwunden, namen
Unterleib, die er jedoch weniger beachtete.
Mitternacht mußte der Arzt gerufen werden,
var menschliche Hülfe nicht mehr möglich, und
der Unglückliche heute Mittag seinen Leiden.
zisch hinterläßt eine Wittwe und vier uner
dinder.

— Die Weinlese beginnt in Landau,*
dach, Albersweiler, Eschbach (Weißer) am 10.
in Leinsweiler, Arzheim und in Eschbach für!
im 11., in Nußdorf am 13. (nicht 10
Gräfenhausen auch am 13.

— Im ‚L. A.“ werden 143 Wehrpflichti—
hem Landgerichtsbezirke Landa u vor die
ammer des k. Landgerichtes geladen, um sich d
vegen Verletzung der Wehrpflicht (Auswander
ẽrlaubniß) zu verantworten.

— In der Nacht vom 45 Oktober brann
Schneidemühle von Schuͤler und Ruby in

peyer ab.

— Einem Ackersmann aus Venningen
beim Mittagessen ein Stück Fleisch in der ẽ
röhre stecken, in Folge dessen Erstickungstod é

-In Bergzabern wurde ein auf
kehendes Wohnhaus mit steller, Scheuer,
Brennhaus, Schweinställen u. s. w. um
hundert Mark versteigert. Ein solcher Pre
wie das „T. f. S.“ bemerkt, in Bergzaberr
nicht dagewesen.

— Außer den bereits in Nr. 160 d. Bl
nannten erhielten in München noch fol
Pfalzer für allgemeine und besondere Leist
iuf dem Gesammtgebiete der praktischen Land
haft ehrende Erwähnung: Christ. Som
Follmersweiler; Gutsbesißer Dan. Kraän
zschbacherhof; Müller Dan. Raab, Riedn
Rüller Wilh. Dietz Ul., Alsenz; Bienen,
dan. Oeder, Bubenheim. Für erfolgreich

erdienstvolle Bestrebungen zur Förderung der?
airthschaft erhielten die kleine silberne Verein

Die Antisemiten Berlins wollen den 18.
Ottober, den Gedenktag der Schlacht bei Leipzig
—V
rinzen, zu einer großartigen Demonstration aus—
ützen. In nicht weniger als 41 Lokalitäten der
auptstadt sollen für diesen Tag Festlichkeiten ver—
instaltet werden, denen der Zweck der Wahlagitation
eutlich an der Stirne geschtieben ist. Wir be—
weifeln, daß die Antisemiten, deren Treiben vom
—XXEV
eichnet wurde, mit dieser Feier bei dem hohen
Jerrn besondere Ehre einlegen werden.

* Der Charakter der gesammten politischen
Eage ist auf allen Linien in der letzten Woche
a lebhafterer geworden. Nicht mehr langsam
nd zögernd ischleppen sich die politischen Fragen
uhin, sondern deutlicher und klarer treten die Lö—
ungsprojektte auf, und man kann sicher darauf
echnen, daß wir uns in nächster Zeit mehreren
pichtigen politischen Fortschritten oder auch einigen
klatanten Krisen gegenüber befinden werden. Es
ilt dies nicht nur von der Lage der allgemeinen
uropeischen. Politik, sondern auch ganz speziell
on derjenigen des deutschen Reiches. Die Wahl⸗
ewegung für die Reichstagswahlen nähert sich ihrem
gipfelpunkte und die Spannung auf das Wahl⸗
esultat wächst von Tag zu Tag. Man legt sich
n den Wähler⸗ und Regierungskreisen allen Ernstes
zie Fragen vor: Wird die conservative Strömung
en oppositionellen und liberalen Elementen eine
ernfte Niederlage beibringen oder wird gar der um⸗
zekehrte Fall eintreten ?! Am Ende sind aber auch
ie zur Mäßigung rathenden Mittelparteien noch
iicht so ganz schwach geworden und das Wahlre⸗
ultat wird. dann große Verschiebungen für den
Keichsstag nicht bringen. Dazwischen ist auch
janz plötzlich das Projekt einer Reichstags⸗
juflosung bald nach seinem Zusammentritt in die
Deffentlichkeit gedrungen, falls die Reichsregierung
u der Einsicht gelange, daß sie mit dem neuen
ßeichstage? zu keiner annehmbaren Durchführung
hrer Projekte kommen könne. Wir sind dieser
Rachricht gegenüber ganz frei von jeder Schwarz⸗
eherei und konstatiren nur, daß in der vorigen
Keichstagssession infolge einer oft unnatürlichen
Wechselwirlung der bunten Parteiabstimmungen
ine Anzahl Gesetzentwürfe unerledigt blieben, ein
Imstand, der bei seinem Auftreten in verschärfterer
Form allerdings dem Reichskanzler Anlaß geben
önnte, unserm Kaiser eine Reichstagsauflösung
mzurathen. Dieselbe könnte ja doch nur zur Klä—
ung unserer politischen Lage beitragen.

Im strengen Gegensatz zu anderweitigen Mit-⸗
qgeilungen hört die „K. Z.“ die Nachricht bestätigen,
aß ein auf das Tabakmonopol bezüglicher
-Intwurf durchaus noch nicht festgestellt sei,
u, daß angesichts des massenhaften Materials,
oelches, abgesehen von den Arbeiten der Enquöte—
kommission, angesammelt ist, sich augenblicklich noch
jar nicht absehen lasse, bis zu welchem Zeitpunkte
)er bezügliche Entwurf vorliegen könnte. Darnach
escheint es als sehr unwahrscheinlich, daß schon in
»er Herbstsession das Tabakmonopol vorgelegt wird.
Zeschlüsse über Wiedereinbringung solcher Vor⸗
agen, welche in der letzten Session abgelehnt
vorden sind, werden von dem Ausfall der Wahlen
bhängig bleiben.

In einer Verfügung vom 27. v. Mts. nimmt
preußisßche Minisier der öffentlichen Arbeiten

Lokale und pfälzische Nachrichten.

H St. Ingbert, 8. Okt. Schon seit langem
estand unter einem großen Theil der hiefigen Burger
er Wunsch nach einer Omnibusverbindung mit
Jersonen⸗ uͤnd Briefbeförderung zwischen hise r und
deunkirchen. Dieser Wunsch regte sich etwas
ebhafter, seitdem wir von hier aus direkte Bahn⸗
erbindung mit Saarbrücken haben, ohne aber in
er Oeffentlichkeit laut zu werden. Wie wir nun
sören, hat man auch preußischer Seits den Mangel
iner regelmäßigen direkten Verbindung zwischen
deunkirchen und unserer Stadt erkannt. Es sollen
gar durch die Postdirektion von Trier in Neun⸗
        <pb n="626" />
        Rich ter, Germersheim; Guts⸗
n, Schwegenheim; Leinenweber
Landstuhl; Lehrer Dietrich,

nernichtung einer Leiche zu bewerkstelligen? Die
Sache ist ungemein einfach. Nachdem man die
deiche mit einer hinreichenden Zahl von Platin⸗
rähten gespickt, werden durch die Drähte elektrische
Ströme geleitet, die sich bekanntlich dabei auf 2000
zrad erhitzen, und nach kurzer Zeit bleibt nur ein
zäufchen ganz reiner Asche übrig. Es lebe die
zclektrizität.

4 Die Mexikaner beabsichtigen auf dem
Platze, wo Kaiser Marximilian erschossen wurde,
in Denkmal zu errichten, um den Sieg des repu—
likanischen Prinzips über „monarchische Tyrannei“
u verherrlichen. Selbst der liberale „New⸗
jork Herald' räth den Mexikanern von der Aus—
uͤhrung dieses Projekts ab und erinnert daran,
aß gegen Maximilian, der ein sehr wohlwollender
rürst gewesen, mehr gesündigt worden sei, als er
elbst gefehlt habe.

3 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 46 Pf., Butter pr
zfd. 1M 16 Pf., Eier 1 Stüd 06 Pf., Kartoffeln pro
»entner 1 M. 70 Pf. Stroh 8 M. 50 Pf., Heu 4 M. 50
f., Kleeheu 5 M. — Née

Tagebl.“ wird aus der Rhein⸗
zaß verschiedene Herren der Fort⸗
eabsichtigen, ein neues größeres
n, was als Gegengewicht gegen⸗
cur.“ dienen soll.

6. Olt. Der erste Kurs des
isiums zählt dieses Jahr keinen
eerhand also aus; anders verhält
manistischen Gymnasium, wo die
»Schüler besucht ist.

(Frankenihaler Tageblatt.)

Neueste Nachrichten.

Mailand, 7. Okt. Die Wiener Abend⸗
Aätter veröffentlichen eine Depesche aus Mai—⸗
land vom 5. Oktober (die his Ala, bei Ro—
eredo in Tyrol, von Mailand aus mit der
Post befördert wurde), welche das Gerücht
yon der Entdeckung eines Sozialisten⸗-Com-—
olottes gegen den König Humbert meldet. Als
Thatsache wird berichtet, daß ein ehemalige;
Offizier von Garibaldi, Namens Rensi
berhaftet wurde. In dessen Wohnung wurden
auch angeblich einige Bomben gefunden. Die
Sozialisten leugnen jede Verbindung mit Rensi.

Metz, 7. Okt. Die Einweihung der
neuen Garnisonkirche ist vorläufig auf den
23. Oktober verschoben. Es heißt, der Kaiser
omme nicht nach Metz.

Paris, 7. Okt. Das „Journal offiziell“
zringt das Tecret für die Einberufung der
dammern auf den 28. Oktober.

———

vermifsetes.

reich-Ungarn ist an 9 ver—⸗

zie Rinderpest ausgebrochen.

e Leichenbestattung. In

Bebiete der Erfindung entschieden

reisen gilt die noch nicht einmal
heblichem Umfange eingeführte sogen. Feuer⸗
tumg bereits für einen überwundenen Stand—⸗
Site dauere zu lange, koste zu viel, erfordere
eitläufige Anlagen und gewähre keine Garantie
daß die Asche des Todien unvbermischt bleibe.
eleltrische Bestattung hingegen beseitige diese
jel gründlich und sei die unserer aufgeklärten
einzig würdige. Wie ist nun die elektrische

— — — — —
Gestorben: in Speier Privatier Friedrich
Bechthufft, 72. J. a.; in Pirmasens Gg.
deibich, Schuhfabrikant, 68 J. a.
Marktberichte.
Kaiserslautern, 4. Oltober. (Fruchtmittelpreis und
giktualienmarktt) Weizen 12 M. 24 Pf. Korn 10 M.
1 pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 9 M. 17 Pf.,
zerfie 9 M. 52 Pf., Hafer ? M. 82 Pf., Erbsen — M.
ppf., Wicken 0 M. — Pf. Linsen 17 M. — Pf. Klee⸗
amen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do.
Zur bevorstehenden Saison empfehle mein gut assortirtes Lager in
ich und Buckskin, Nouveautés in Kleiderstoffen, sowie alle Sorten Wollwaaren
moderne Umhängtücher, Filzröcke, Handschuhe ꝛc.
Frau Karl Schanck.
FTuch⸗NAusstellung in Augsburg.

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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

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Der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlid
Blait und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koslet vierteliahrlis 1.4 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.
10 Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr sür die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfäljisd

welche die Expedilion Auskunft ertheilt, I5 . bei Reclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckuna wird nur dreimalige berechnei.
M 162.. SSSo)nntag, 9. Oktober 1881.

Ppolitische Uebersicht. 7
Deutsches Neich.

Die Antisemiten Berlins wollen den 18.
Dltober, den Gedenktag der Schlacht bei Leipzig
und gleichzeitig den Geburtstag des deutschen Kron⸗
orinzen, zu einer großartigen Demonstration aus⸗
nützen. In nicht weniger als 41 Lokalitäten der
Hauptstadt sollen für diesen Tag Festlichkeiten ver—
instaltet werden, denen der Zweck der Wahlagitation
deutlich an der Stirne geschrieben ist. Wir be—⸗
weifeln, daß die Antisemiten, deren Treiben vom
tronprinzen als eine Schande für Deutschland be⸗
zeichnet wurde, mit dieser Feier bei dem hohen
derrn besondere Ehre einlegen werden. pie

x* Der Charakter der gesammten politischen
Lage ist auf allen Linien in der letzten Woche
ein lebhafterer geworden. Nicht mehr langsam
ind zögernd schleppen- sich die politischen Fragen
zahin, sondern deutlicher und klarer treten die Lö—
ungsprojekte auf, und man kann sicher darauf
echnen, daß wir uns in nächster Zeit mehreren
vichtigen politischen Fortschritten oder auch einigen
klatanten Krisen gegenüber befinden werden. Es
zilt dies nicht nur von der Lage der allgemeinen
uropäischen Politik, sondern auch ganz speziell
yon derjenigen des deutschen Reiches. Die Wahl⸗
zewegung für die Reichstagswahlen nähert sich ihrem
Bipfelpunkte und die Spannung auf das Wahl—⸗
resultat wächst von Tag zu Tag. Man legt sich
in den Wähler- und Regierungskreisen allen Ernstes
die Fragen vor: Wird die conservative Strömung
den oppositionellen und liberalen Elementen eine
ernste Niederlage beibringen oder wird gar der um⸗
jekehrte Fall eintreten ? Am Ende sind aber auch
zie zur Mäßigung rathenden Mittelparteien noch
nicht so ganz schwach geworden und das Wahlre⸗
uliat wird dann große Verschiebungen für den
Keichstag nicht bringen. Dazwischen ist auch
Jjanz plötzlich das Projekt einer Reichstags-
iuflösung bald nach seinem Zusammentritt in die
Deffentlichkeit gedrungen, falls die Reichsregierung
zu der Einsicht gelange, daß sie mit dem neuen
Reichsstage zu keiner annehmbaren Durchführung
hrer Projekte kommen könne. Wir sind dieser
Nachricht gegenüber ganz frei von jeder Schwarz⸗
eherei und konstatiren nur, daß in der vorigen
steichstagssession infolge einer oft unnatürlichen
Wechselwirkung der bunten Parteiabstimmungen
eine Anzahl Gesetzentwürfe unerledigt blieben, ein
Umstand, der bei seinem Auftreten in verschärfterer
Form allerdings dem Reichskanzler Anlaß geben
fönnte, unserm Kaiser eine Reichstagsauflösung
anzurathen. Dieselbe könnte ja doch nur zur Klä⸗
rung unserer politischen Lage beitragen.

Im strengen Gegensatz zu anderweitigen Mit⸗
theilungen hört die „K. Z.“ die Nachricht bestätigen,
daß ein auf das Tabakmonopol bezüglicher
Entwurf durchaus noch nicht festgestellt sei,
ia, daß angesichts des massenhaften Materials,
welches, abgesehen von den Arbeiten der Enquöte⸗
Kommission, angesammelt ist, sich augenblicklich noch
jar nicht absehen lasse, bis zu welchem Zeitpunkte
der bezügliche Entwurf vorliegen könnte. Darnach
erscheint es als sehr unwahrscheinlich, daß schon in
der Herbstsession das Tabakmonopol vorgelegt wird.
Beschlüsse über Wiedereinbringung solcher Vor—⸗
lagen, welche in der letzten Session abgelehnt
vorden sind, werden von dem Ausfall der Wahlen
ibhängig bleiben.

In einer Verfügung vom 27. v. Mis. nimmt
preußißche Minisier der öffentlichen Arbeiten

Veranlassung, allgemein die mißbräuchliche An—
vendung der Dampfpfeife der Locomotiven sowohl
zei dem Rangiren der Züge auf den innerhalb
der Ortschaften belegenen Bahnhöfen als auch bei
Abfahrt der Züge zu untersagen: es sei strenge
darauf zu hallen, daß Belästigungen des Publicums
durch unnothiges resp. zu langes oder zu lautes
Pfeifen thunlichst vermieden werden.
Ausland.

Auf dem in diesen Tagen in Chur abgehal—
tenen sozialistischen Weltcongreß, war
Amerika, Frankreich, Belgien, Deutschland, Groß—
zritannien, Italien, Portugal, Ungarn, Rußland,
Polen, Dänemärk, Holland, Brasilien und die
Schweiz durch Delegirte vertreten. J

Das officibse „Journ. de St. Peters⸗
hourg“ schreibt: „Uns an die officiellen Erklär—
ingen der Staatsmänner haltend, glauben wir,
aß die Aufrechterhaltung desstatus quo im
Drient und des Welifriedens deren wahres alleiniges
zestreben ist, und daß, wenn bezüglich Aegyptens
der anderweit Schwierigkeit entstehen sollten, die⸗
elben durch das Einvernehmen der Mächte, nicht
zurch Abenteuerlichkeit gelözst werden würden von
zer Ärt, wie sie neulich von den „Times“ geprebdigt
vurden.“ (Diese hatten einen kuriosen Artikel über
die Theilung des Orients gebracht: Aegypten den
ẽngläudern, die Balkan-Halbinsel den Oester⸗
reichern ꝛc.)

Petersburg, 5. Olt. In der Nacht auf den
29. September wurden in der Constantinowschen
Militärschule über 20 Zöglinge verhaf—
et, die nihilistischer Umtriebe verdächtig sind.
Man fand in den Matratzen zahlreiche Proklama⸗
ionen der sozialistischen Partei.

In den Vereinigten Staaten lenkt sich
die öffentliche Aufmerksamkeit nach Garfields Tode
nuf zwei Hauptfragen: die Bestrafung des
Noͤrders Guiteau und die Läuterung der
epublikanischen Partei. Der Prozeß
hZuiteau's, welchen die große Jury bereits in An⸗
lagezustand versetzt hat, wird in Washington ver⸗
zandelt werden. Ein Schwager des Verbrechers,
Advokat in Chicago, hat dessen Vertheidigung über⸗
ommen. Es laͤßt sich voraussehen, daß er auf
geistesstörung seines Clienten plaidiren wird. Die
ẽrbitterung der Menge gegen den Mörder ist so
roß, daß außerordentliche Vorkehrungen getroffen
verden müssen, um Guiteau vor dem Richter Lynch
u schützen. Die Parteiverhältnisse haben sich in⸗
ofern erfreulich gestaltet, als Conklings Einfluß
auernd gebrochen zu sein scheint. Die republi⸗
anische Parteiversammlung des Staates Newyork,
velche am Mittwoch zusammentrat, hat den Senator
Miller zu ihrem Vorsitzenden gewählt, einen ver—
öͤhnlichen Mann und entschiedenen Gegner Conklings.
Allerdings ist Senator Miller ein alter Anhänger
IX
ofale und viälzische Nachrichten.

St. Ingbert, 8. Okt. Schon seit langem
zestand unter einem großen Theil der hiefigen Bürger
er Wunsch nach einer Omnibusverbindung mit
Jersonen⸗ und Briefbeförderung zwischen hier und
steunkirchen. Dieser Wunsch regte sich etwas
ebhafter, seitdem wir von hier aus direkte Bahn⸗
erbindung mit Saarbrücken haben, ohne aber in
der Oeffentlichkeit laut zu werden. Wie wir nun
hören, hat man auch preußischer Seits den Mangel
einer regelmäßigen direkten Verbindung zwischen
Neunkirchen und unserer Stadt erkannt. Es sollen
agar durch die Postdirektion von Trier in Neun—

16

kirchen bereits Recherchen gepflog

wie eine Omnibusverbindung —
Städten mit Berührung der Orte Dechen',
deinitz, Elversberg und Spiesen zu be⸗
————
dem ziemlich regen Verkehr, der zwischen ihr und
hen genannten Orten jetzt schon besteht, nur freuen,
venn dieser Gedanke sich bald zur Ausführung
zringen ließe. Vielleicht würde sich ein gemein⸗
sames geeignetes Vorgehen der Orte Neun—
kirchen, St. Ingbert, Dechen, Heinitz,
Elversberg und Spiesen herbeiführen lafsen,
um die Sache einmal etwas mehr in Fluß zu
bringen. Hierzu anzuregen, wolle man als Zweck
dieser Zeilen betrachten.

— Den Bau des Arlbergtunnels leiten, wie die
„Frkf. Ztg.“ sagt, zwei Pfälzer als Unternehmer,
debrüder Lapp aus Irheim bei Zweibrücken,
don denen der Eine: wissenschaftlich durchgebildeter
Ingenieur, der andere mehr Praktiker ist. Sie
haben die Ausführung auf eigene Gefahr gegen
bestimmte Vergütung pro Meter übernommen.

Annweiler, 4. Okt. Der Schuhmacher
Windisch wollte gestern Abend beim Nachhause-
kommen die Hängelampe in seinem Wohn⸗
zimmer anzünden; dieselbe explodirte jedoch,
ind das brennende Petroleum entzündete seine sowie
die am Boden liegenden Kleider seiner Kinder.
Während Windisch nun, um groöͤßeres Unglück zu
derhüten, die brennenden Kleider. zusammenraffte
und aus dem Zimmer trug, verbrannten ihm Bart⸗
ind Kopfhaare, und seine eigenen brennenden Kleider
ersetzten ihm weitere Brandwunden, namentlich am
Unierleib, die er jedoch weniger beachtete. Gegen
Mitternacht mußte der Arzt gerufen werden, doch
war menschliche Hülfe nicht mehr möglich, und erlag
der Unglückliche heute Mittag seinen Leiden. Win⸗
disch hinterläßt eine Wittwe und vier unerzogene
inder.

— Die Weinlese beginnt in Landau, Ransch⸗
hach, Albersweiler, Eschbach (Weißer) am 10. Okt.,
in Leinsweiler, Arzheim und in Eschbach für Rothen
am 11., in Nußdorf am 13. (nicht 10.), in
Hräfenhausen auch am 13.

— Im „L. A.“ werden 143 Wehrpflichtige aus
dem Landgerichtsbezirke Landau vor die Straf⸗
ammer des k. Landgerichtes geladen, um sich daselbst
oegen Verletzung der Wehrpflicht (Auswandern ohne
Erlaubniß) zu verantworten.

— In der Nacht vom 4/5 Oktober brannte die
Schneidemühle von Schüler und Ruby in Hoch—
peyer ab.

— Einem Acersmann aus Venningen blieb
beim Mittagessen ein Stück Fleisch in der Speise—
röhre stecken, in Folge dessen Erstickungstod eintrat.

— In Bergzabern wurde ein auf 5,1 2
tehendes Wohnhaus mit Keller, Scheuer, Stall,
Brennhaus, Schweinställen u. s. w. um Ein—
hundert Mark versteigert. Ein solcher Preis ist,
wie das „T. f. S.“ bemerkt, in Berqzabern noch
nicht dagewesen.

— Außer den beteits in Nr. 160 d. Bl. Ge⸗
tannten erhielten in München noch folgende
Pfälzer für allgemeine und besondere Leistungen
auf dem Gesammigebiete der praktischen Landwirth ⸗
yhaft ehrende Erwähnung: Christ. Sommer,
Zollmersweiler; Gutsbesitzet Dan. Krämer,
kschbacherhof; Müller Dan. Raab, Riedmühle;
Hüller Wilh. Diez III., Alsenz; Bienenzüchter
Ddan. Oeder, Bubenheim. Für erfolgreiche und
erdienstvolle Bestrebungen zur Förderung der Land⸗
virthschaft erhielten die kleine silberne Vereinsdenk⸗
        <pb n="628" />
        .Richter Germersheim; Guts⸗
gen, Schwegenheim; Leinenweber
er, Landstuhl; Lehrer Dietrich,

hernichtung einer Leiche zu bewerkstelligen? Die
Sache ist ungemein einfach. Nachdem man die
deiche mit einer hinreichenden Zahl von Platin⸗
rähten gespickt, werden durch die Drähte elektrische
Ströme geleitet, die sich bekanntlich dabei auf 2000
Zrad erhitzen, und nach kurzer Zeit bleibt nur ein
däufchen ganz reiner Asche übrig. Es lebe die
Flektrizität.

Die Mexikaner beabsichtigen auf dem
Platze, wo Kaiser Maximilian erschossen wurde,
ein Denkmal zu errichten, um den Sieg des xepu⸗
blikanischen Prinzips über „monarchische Tyrannei“
zu verherrlichen. Selbst der liberale „New—-
Hork Herald“ räth den Mexikanern von der Aus—
ührung dieses Projekts ab und erinnert daran,
daß gegen Maximilian, der ein sehr wohlwollender
Fürst gewesen, mehr gesündigt worden fei, als er
selbst gefehlt habe

Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 46 Pf., Butter pri
Pfd. 1M 15 Pf., Eier 1 Stüdk 06 Pf., Kartoffeln pri
zentner 1M. 70 Pf. Stroh 3 M. 50 Pf., Heu 4 M 50
uf., Kleeheu ß M. — Pf.

eil. Tagebl.“ wird aus der Rhein⸗
daß berschiedene Herren der Fort⸗
beabsichtigen, ein neues großeres
den, was als Gegengewicht gegen⸗
.Kur.“ dienen soll.

6.Okt. Der erste Kurs des
nafiums zählt dieses Jahr keinen
derhand also aus; anders verhält
dumanistischen Gymnasium, wo die

35 Schüler besucht ist.
(Frankenihaier Tageblatt.)

Vermischteßcß.
rreich⸗ Ungarn ist an 9 ver⸗

die Rinderpest ausgebrochen.

he Leichenbestattung. In
Gebiete der Erfindung entschieden
kreisen gili die noch nicht einmal
imfsange eingeführte sogen. Feuer⸗
bestattung bereits für einen überwundenen Stand⸗
punkt. Sie dauere zu lange, koste zu viel, erfordere
Ju weilläufige Anlagen und gewähre keine Garantie
dafür, daß die Asche des Todien unvermischt bleibe.
Die elektrische Bestattung hingegen beseitige diese
Mängel gründlich und sei die unserer aufgeklärten
Zeit einzig würdige. Wie ist nun die elektrische

Neueste Nachrichten.

Mailand, 7. Okt. Die Wiener Abend⸗
„lätter veröffentlichen eine Depesche aus Mai—
land vom 5. Oktober (die his Ala, bei Ro—
deredo in Tyrol, von Mailand aus mit der
Post befördert wurde), welche das Gerücht
von der Entdeckung eines Sozialisten-⸗Com⸗
olottes gegen den König Humbert meldet. Als
Thatsache wird berichtet, daß ein ehemaliger
Offizier von Garibaldi, Namens Rensi,
oerhaftet wurde. In dessen Wohnung wurden
auch angeblich einige Bomben gefunden. Die
Sozialisten leugnen jede Verbindung mit Rensi.

Metz, 7. Okt. Die Einweihung der
neuen Garnisonkirche ist vorläufig auf den
23. Oktober verschoben. Es heißt, der Kaiser
omme nicht nach Metz.

Paris, 7.Okt. Das „Journal offiziell“
hringt das Tecret für die Einberufung der
Kammern auf den 28. Oktober.

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Gestorben: in Speier Privatier Friedrich
Bechthufft, 72. J. a.; in Pirmasens Gg.
deilich, Schuhfabrikant, 63 3. a.
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Biktualienmartt.) Weizen 12 M. 24 Pf., Korn 10 M.
I1 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 8 M. 17 Pf.,
hersie 9 M. 52 Pf., Hafer 7 M. 82 Pf. Erbsen — M.
ppf., Wicken 0 M. — Pf., Linsen 17 M. — Pf. Klee⸗
zamen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do
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t , ohne bekannten
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vorgeladen, an —
Mittwoch, den 21. De⸗ Süßer Most
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der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöcheni

ßlatt und Sonniags mit Sseitiger ilustrirter Beilage. Das Blatt koflet vierteliabrlia I 4 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14

0 B Zustellgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälz
welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 A, bei Reclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnei.
M 163.
Politische Uebersicht.
Deutsches Meich.
(Bayerischer Landtag.) Das Referat
iber das Militär-Budget ist Hrn. Dr.
Frankenburger übertragen worden, der schon
eit 4 Budget-Perioden Referent dieses Budgets
har. — Der Finanzausschuß hat folgende
herren zu Referenten ernannt: Etat des k. Staats—
ninisteriums der Justiz Abg. Bonn, Referent,
Ibg. Vaillant, Korreferent. Etat des k.
Sztaatsministeriums des Innern (mit Ausnahme
es Etats für Straßen⸗, Brücken⸗ und Wasserbau)
Abg. Dr. Buhl, Referent, Dr. Daller, Korre⸗
erent. Etat der Straßen⸗, Brücken- und Wasser⸗
auten Abg. Anton Lukas, Referent. Etat des
taatsministeriums des Innern für Kirchen- und
chulangelegenheiten Abg. Dr. Rittler, Referent,
Or. v. Schauß, Korreferent. Etat des k. Staats⸗
ainisteriums der Finanzen Abg. Luthardt,
»eferent, Abg. Crämer, Korreferent. Etat der
taatsausgaben auf Reichszwecke Agg. Dr. Daller.
Hie neue bayerische Abgeordnetenkammer besteht aus:
2 Bürgermeistern, 24 Staatsbeamten, 19 Guts-
esitzern, 16 Pfarrern (1 darunter protest.), 12
)ekonomen, 11 Gewerbetreibenden, 9 Privatiers,

Brauern. 6 Posthaltern, 5 Kaufleuten, 4 Pro⸗
soren, 4 Fabrikanten, 3 Rechtsanwälien, 3 Lehrern,

Bankiers, 1 Rechtsrath, 1 Oberst a. D.. Summa
59 éeinschließlich des verstorbenen Abgeordneten
tarrer Koch).

München. Die Forstgehülfen in Niederbayern,
chwaben, Mittelfranken und der Pfalz haben an
ie Abgeordnetenkammer Petitionen gerichtet um
herbesserung ihrer finanziellen Verhältnisse oder
och um Gehaltsregulirung, und die Förster von
Iberfranken um Erhöhung der Alterszulage von
0 auf 100 Mark; dann Einrechnung der Gehalts⸗
ulage von 240 Mark zum pragmatischen Gehalt
ind Herabsetzung des Dienstprovisoriums von 10
uf 3 Jahre.

Die Rückkehr des FürstenBSissmarcknach Berlin
vird für die nächsten Tage angekündigt. Der Reichs—
anzler, so heißt es, befindet sich wohler als seit
anger Zeit. Welches Interesse Fürst Bismarck speciell
mn den Berliner Vorhängen nimmt, geht u. A.
iuch daraus hervor, daß er sich über die verschiedenen
WBählerversammlungen direkt vom Polizeipräsidium
egelmäßige Berichte einsenden läßt.

Die Reichsregierung geht damitum, ein Statut
ufzustellen, welches für die auf Grund der 8897
j. der Gewerbeordnung (in der Fassung des Ge—
etzes vom 18. Juli 1881) neu zu bildenden In—
uungen als Muster zu dienen geeignet ist und nach
velchem ältere Innungsstatuten umgearbeitet werden.

Wie verlautet, dürften die Ergebnisse der wegen
ers Landbefestigung Kiels und wegen
nderer Fortifikationen in Schleswig—⸗
dolstein vom Feldmarschall Graf Moltke mit
Iffizieren des Generalstabes an Ort und Stelle
orgenommenen Untersuchungen schon in nächster
zeit in der unter dem Vorsitze des Kronprinzen
ehenden Landesvertheidigungs-Kommission zu de—
initiven Entschließungen führen.

Ausland.

Durch die bevorstehende Bildung eines Ministe—
nuums Gambetta wird die Frage wieder in den
Vordergrund gerückt: wie Frankreich sich unter der
Führung Gambetta's zu Deutschland siellen wird.
Wird der Ministerpräsident Gambetta zur Verwirk—
chung der Ideen schreiten, die er als Redner von
herbourg gezeichnet, oder wird er gleich seinen

Montag, 10. Oktober 1881.

Vorgängern genöthigt sein, Fühlung und Verständig⸗
ing mit Deutschland zu suchen? Einen Anhaltspunkt
ur Beantwortung dieser Frage giebt eine Pariser
Nelduug der Pol. Corr., nach welcher in dortigen
holitischen Kreisen eine Entrevue zwischen Gambetta
ind Bismarck als eine vielleicht demnächst aus dem
dahmen der bloßen Möglichkeit heraustretende Even⸗
ualität angesehen und lebhaft erörtert wird. Die
Neldung tritt in ziemlich geschraubter Form auf,
ind die angekündigte „Entrevue“ mag noch in
deiter Ferne liegen. Immerhin ist schon die bloße
ckhatsache, daß ein solches Projekt in den politischen
dreisen der frinzösichen Hauptstadt im Ernst er—⸗
ertert wird, ein beachtenswerthes Symtom.

London, 8. Okt. Auf dem gestrigen Banket
u Leeds hob Gladstone die materiellen und mo—
alischen Fortschritte hervor, welche in den letzten
0 Jahren sich in Irland realisirt haben. Der
Ninisterpräsident denuncirte in energischen Worten
den irischen Deputirten und Agitator Parnell,
oelcher das Evangelium der Plünderung predige
ind dem Vollke nicht erlauben wolle, die Wohl⸗
haten des neuen Agrargesetzes zu genießen. Die
Stunde des schließlichen Konfliktes zwischen Gesetz
ind Gesetzlosigkeit scheine nahe; die Regierung zählt
ür diesen Fall auf die Unterstützung aller Bürger.
— Langanhaltender Beifall folgte dieser Rede und
ein Fackelzug, der 2500 Theilnehmer zählte, be—
leitete den Minister nach seiner Wohnung.

Madrid, 8. Okt. Die Könige von Spanien
ind Vortugal trafen heute an der Grenze beider
Staaten (am Ausfluß des Tajo) zusammen. Sie
zahmen zusammen das Frühstück ein. Am Abend
uhren Sie nach Caceres (südlich vom Tajo in
Spanien). — Aus .Murcia werden große Ueber—⸗
chwemmungen gemeldet. Gegen 200 Gehöfte sind durch
Wasser von allem Verkehr abgeschnitten.

In Rußland (Petersburg) tagt gegenwärtig
eine Kommission, welche zur Einschränkung und
Berhinderung der Trunksucht des Volkes
ingesetzt ist. —F

Lokale und pfälzische Nachrichten.

St. Ingbert. Von 17 Bewerbern
uim das Gerichtsvollzieheramt, die in
iesem Jahre im Landgerichtsbezirk Zweibrücken zur
Zraris und Prüfung zugelassen waren, haben 15
zie am 29. und 30. September und 6. Oktober
n Zweibrücken abgehaltene Prüfung bestanden, und
war die Herren: Andrae in Homburg, Eilbot
ldolf in Zweibrücken, Elig Friedr. Engelbert in
zirmasens, Forster Theodor in Homburg, Gemeinder
ldolf in Pirmasens, Laub Philippin Otterberg, Saal
zeter in Zweibrücken, Scherer Joh. Peter in
5t. Ingbert, Schreiner Anton in Pirmasens, Stu⸗
enrauch Friedrich in Waldmohr, Verschneider in
Zlieskastel, Weber Anton in Landstuhl, Weber
dikolaus in Landstuhl, Wenz Ludwig in Zwei⸗
rücken, Zink Julius in Zweibrücken.

() 9eckendalheim, 8. Okt. In der Nacht
om Donnerstag auf Freitag hatten wir hier ein
roßes Schadenfeuer. Das ganze Anwesen
Wohnhaus, Scheuer und Stall) des Ackerers und
virthes Johann Mohr ist bis auf die nackten
Nauern ausgebrannt. Kurz vor Mitternacht war
as Feuer bemerkt worden, aber erst gegen Morgen
elang es den Anstrengungen der Feuerwehr und der
indern herbeigeeilten Dorfbewohner über das ge—
ährliche Element Herr zn werden. Die Scheuer
ind die Speicher waren voller Frucht und Futter.
dichts war mehr davon zu retten, Alles ist dem
Feuer zum Opfer gefallen, und obwohl Mohr ver—⸗
ichert hat, so erleidet er doch einen ganz bedeu—

tenden Schaden. Wie das Fei
veiß man nicht sicher; Einige
am Kamin, das schadhaft sei, en

— Vom ; 1. Oktober d. J. ao wurde der In⸗
jenieurbezirk Landstuhl aufgelöst und ging die
Bahnmeisterei Landstuhl an den Ingenieurbezirk
daiserslautern, dagegen die Bahnmeistereien Hom—
urg, Glan⸗Münchweiler und Altenglan, sowie der
Steinbruchbetrieb in Rammelsbach an den In⸗
genieurbezirk Zweibrücken l über.

— In Bergzabern und Klingen—
nünster nimmt der Herbst am 17. Oktober sei⸗
ien Anfang; in Dürkheim, Deidesheim
and Ungstein am 12.

— Der Zudrang junger Leute zum Schullehrer—⸗
imte war in der Pfalz in de letzten Jahren
in so bedeutender, daß sich die Regierung veran—
aßt gesehen hat, dem Lehrerpersonal der Präpa—
andenanstalten größere Strenge bei den Aufnahms⸗
zrüfungen anzuempfehlen. Bei den diesjährigen Auf⸗
iahmsprüfungen in die Präparandenschulen (Lehrerbil⸗
ungsanstalten) zu Speyer und Kaiserslautern sind
e 33 Prozent durch's Sieb gefallen. In Speyer
saben von 33 Geprüfien blos 20 und in Kaisers⸗
autern von 46 Geprüften nur 16 unbedingt be—
tanden, 16 wurden daselbst „auf Probe“ bis
Weihnachten behalten und 14 ganz abgewiesen.

— Von dem Ausschuß des pfälzischen Pro⸗
estantenvereins wurden an 15 Studirende der
Theologie Stipendien im Betrage von 1650
Mark verliehen.

— Wie es heißt, wird die pfälzische Gene—
ralsynode am 13. November zusammentreten.

— In der Pfalz sind folgende Sieuerstellen
zur Erhebung der Reichsstempelabgaben und zur
Abstempelung der ausländischen Aktien, Renten und
Schuldverschreibungen zuständig: Kreiskasse der
Ifalz Speyer, k. Filialbank Ludwigshafen, Haupt-
ollamt Kaiserslautern, Nebenzollämter Neustadt,
Wweibrücken.
Vermischtes.

Bei der Ziehung der St. Johanner Aus—
tellungslotterie fiel der erste Hauptgewinn
Saloneinrichtung) auf Nr. 8681; der zweite Haupt⸗
jsewinn (Schlafzimmer-Meublement) auf Nr. 14118;
zer dritte Hauptgewinn (Buffet und eiserner Kassen⸗
chrank) auf Nr. 1817.

F In Friedrichsthal ist die Bildung einer
reiwilligen Feuerwehr in einer Bürgerversammlung
zeschlossen und sind bereits eine große Zahl An—
neldungen erfolgt. (Bote d. Sulzb.⸗Th.)

F Die am 20. September stattgehabte Generalver⸗
ammlung der Rhein-Nahebahn beschloß die Wieder—⸗
iufnahme der Verstaatlichungsverhandlungen; da—
nit entfiel die von der königl. Direktion bean⸗
ragte Beschlußfassung bezüglich der Legung eines
weiten Geleises, welche nicht im Regierungssinne
nusgefallen wäre.

Vor einigen Tagen wurde der Cassier der Ta—
haksmanufaktur in Straßburg, nachdem er von
iner Reise zu seiner Braut zurückgekehrt, bei semer
Ankunft verhaftet. In der von ihm geführten
Fasse sollen 11,300 M. fehlen.

F(Tod durch Fliegenstich.) Vor einigen Tagen
ieß sich ein Arbeite von Repperndorf in
Unterfranken, dem seine Kinder das Mittagessen
nuf das Feld gebracht hatten, zu kurzer Rast auf
inem Heuhaufen nieder und wurde dabei von einer
Fliege in's Genick gestochen, in Folge dessen sofort
dals und Kopf bis zur Unförmlichkeit anschwollen

und auch der Tod alsbald eintrat.

* Wie berichtet wird, ist der „Frkf. Pr.“ zufolqg
        <pb n="630" />
        icuen Bergsturzgefayrt vedroyr.
im Berge hat sich aufgethan.
noch stehen gebliebenen Hütten
den Unglücksort.
ack, ein Deutscher, stand am 3.
aten des City-Polizeigerichts in
rondon uniter der Anklage, in
gravirte Kupferplatte zu haben,
Ngefälschter Noten der Deutschen
werden sollte. Ein Graveur,
sonnor, der als Belastungszeuge
gab zu Protokoll, daß der An—
re Male in seiner Werkstätte be⸗
zu veranlassen, die Noten zu
Bartie die Summe von 1,200,000
. Bei dem Angeklagten wurden
welche das Vorhandensein einer
—D00——
ten“ enthüllten. Die Verhand—
Vervollständigung des Beweis—
Woche vertagt.
omet.) Einer auf der Sternwarte
eingegangenen Meldung zufolge ist
4. ds. ein heller telescopi scher
——— rden. (Schon der fünfte Komet
Jü diesem Jahre! Und doch kein Kometenwein)
, Hemeinnutziges.
n Ein Wink für die Hausfrauen. Es ist eine
weitbekannte Thatsache. daß wanche Hausfrauen die
Gewohnheit haben, sowohl Fleisch als Vegetabilien
— theils um sielänger frisch zu erhalten, theils um
fies pbn anhaftenden Unreinlichteiten gründlich zu

x Pxixuij ilgete— —·

»as Waffer zu legen. Dies ist ein ganz verkehrtes
Herfahren, das sehr dazu beiträgt, die zu verwen—
enden Stoffe, gleichviel, ob vegetabilischen oder
mimalischen Ursprungs, zu verschlechtern. Das
WZasser besitzt nämlich in weit höherem Maße, als
nan gewöhnlich annimmt, die Kraft, diese Stoffe
zuszulaugen und es sind immer die feinsten Be—
zandtheile derselben, welche vom Wasser zuerst aus—
jezogen werden. Je mehr ein Brunnenwasser Salze
nihält — und es giebt? kaum ein solches, das
rei von Salzen wäre — um so größer ist seine
rxinwirkung auf die damit behandelten Stoffe. Der
nehr oder minder große Kalkgehalt, den fast alle
Zzrunnenwässer besißen, trägt überdies auch dazu
ʒei, die Fleisch⸗ und Pflanzenfaser hart zu machen.
Man sollte deshalb Fleisch und Vegetabilien nie
änger im Wasser lassen, als gerade nothwendig ist,
im sie zu reinigen. Manche Hausfrauen wissen
aus Erfahrung, daß Spargel, Salat, Wirsingkohl
u. s. w. an Zartheit und Geschmack verlieren, wenn
ie vor der Zubereitung mehr, als unumgänglich
nothwendig ist, mit Wasser behandelt werden. Die
zuslaugende Kraft des Wassers wird in Bezug auf
die Kochkunst eben noch viel zu wenig beachtet.

-

Ver inte rimist. Verweser Mich. Da y in Altheim wa
zum Schulverweser an der neuer ichteten Schulverwesersteun
ju Bellheim, der Schulverweser Joh. Resichm Dernbad
und der interimist. Verweser P. Her zog in Warten—
berg zu Schulverwesern an der prot. Schule zu Pirmasens
der interimist. Verweser der prot. Lehrerstelle zu Bechhofen
Adam Damian zum Schulverweser an der prot. Schule
zu Walsheim, die geprüfte Schulschwester Elis. Hor—⸗
häaänder, mit dem Ordensnamen Reginalda, zur Lehrerin
an der neuerrichteten fiebenten Schulstelle der kathol. Mäd⸗
henschule zu Speyer ernannt. Der bisherige Schulver—
weser Joh. Schnei derr, in Bann wurde zum Schul.
verweser an der kath. Schule zu Edenkoben ernannt.
terarisches.

Fuünf neue Kalender find uns von der bekannten Eilinger
chen Buchhandlung (Woerl und Comp.) zugegangen.

1) Der Vaterlandskalender, steht bereits
m 20sten Jahrgang. Derselbe bringt einen Frühlingsgruß
in das Vaterland. Die Türken vor Wien nebsi einem
„chlachtenbild. Die Sage vom sitter Rodenstein und
einem wilden Heere. Eine bose That. Der gute alte Herr.
rine Erinnerung aus dem Felde. Altbayerische Culturbilder.
Die Lorelei und vieles Andere, untermischt mit verschiedenen
zübschen Gedichten, zuletzt noch Gemeinnütziges für Haus
ind Feld.

2) Jen Freunden des gesunden Humors sei der Lustige
giiderkalender empfohlen. Er enthält nebst einigen
dumoresten vlele Anekdoten, Witze und lustige Schnurren
mit und ohne Bilder, die dem Trübsinnigen wohl die Grillen
ertreiben können.

3) Der Jahresbote enthält minche gute beherzi⸗
jenswerthe Lehre in Bezug auf das Auswandern, außerdem
iber auch Unterhaltendes und Belehrendes. Der Jahres—
zote ist gleich den obengenannten Kalendern mit hübschen
Bildern geschmückt und wird von Jung und Alt gerne ge⸗
esen werden.

Sterbefälle.

Gestorben: in Spir kelbach der Schneider
Beorg Jakob Kopf, 82 J. a.; in Speyer
Frau Susanne Seyler geb. Haag, 43 J. a.;
n Hinterweidenthal Frau Salomea Matz
geb. Feldner, 86 J. a.

Fur die Redalktion verantwortlich: F. xX. De meßg

—JALLLLIXXII
FAmfstalt zur Ausbildung junger Gewerbetreibender im Bau- und Kunst⸗
gewerbe deginnt ihren Unterricht für das Winterhalbjahr 1881/82 Donners⸗
tag,den 3. November, in den Räumen der Kreis⸗Baugewerkschule (Pfäl⸗
zijches Gtwerbe⸗Museum.) Derselbe wird von November bis Ende März in
mit. Werkstätten verbundenen Fachabtheilungen ertheilt und zwar: in der
Bauschuls:für Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dach⸗ und Schieferdecker,
Mosaik· und Cemmentarbeiter; in der Modelleurschule für Modelleure, Stuccateure,
Sandstein⸗ und Marmorbildhauer, Töpfer und dgl.; in der Schule für Holz⸗
arbeiter für⸗ Dreher, Bau⸗ und Kunstschreiner, Holz⸗ und Elfenbeinschnitzer;
in der Schule für Metallarbeiter für Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler
und Metallschläger, Gold- und Silberarbeiter, Eisen⸗ und Gelbgießer;' in der
Malerfchule für Zimmer- und Decorationsmaler, Porzellan⸗ und Glasmaler,
Stoffancund Musterzeichner, Lithographen und dal. Der Unterricht ist in
spweit!rals zu einer richtigen Geschäftsführung nöthig. theoretischer, sonst aber
vorczugsweife ptaktischer, um den jungen Gewerbtreibenden jede zur muster⸗
hafien Ausübung ihres Geschäftes nothwendige Anleitung und handwerksgemäße
Fertigleit zu verschaffen, so daß sie außer im Zeichnen und Entwerfen in
hrem Fache auch in der kunst⸗ und stilgerechten Ausführung unterrichtet werden.
Der Umerricht erhält im Sommer eine Fortsetzung, wenn der Schüler als Lehr⸗
ung oder Arbeiter in die Lehrwerkstätten des pfälzischen Gewerbemuseums tritt.
7 Die Inscription findet am 31. Oktober Ifd. Ihrs. auf dem kgl. Recto⸗
rate von 9.12 Uhr Vormittags und 4-6 Uhr Nachmittags statt, wobei
die amtlich beglaubigten Schul- und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Das
Schulgeld beträgt 20 Mk. und ist bei der Inscription zu entrichten. Für
den Besuch der Werkstätten ist statutengemäß eine Abnützungsgebühr von 10 Mk.
Jnscct Zur Befreiung von Schulgeld ist die Vorlage eines Dürftigkeits⸗
zFeugnisses nolhig. Lehrprogramm und Statuten zu beziehen: Tascher'sche Buch⸗
handlung, Kaiserslautern, gegen portofreie Einsendung von 80 Pf.
Maiserslautern, im September 1881.
za Kgl. Rectorat:
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für Schullehrer und übrige Gemeir. J 10 Stück zu 15 Pfg. bei
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Herbart Ste insammlung, enthält 80 Arten mit Beschrei-
bung in eleg. Holzkasten. 9 M.

Harmisehi-Stei 183unge, enthält 36 Arten (grosse
Stũcke) mit Beschreib. in eleg. Holzkasten. 12 M.

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zolche 30, 40. 30, 60, 70, 75, 80, 90 Pf., 1 Ak. und 1 Mx. 25 Pf.

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ch mich in der Lage befinde, ein neu erfun⸗
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532 * 2 3332 258 55
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A A 528 5353535833
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—55535355 55 A — *
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35* —— 25557 57 göJ
215 53555553 —— — 385337777
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* 77 * 2335*
2 — * — —3 88 — 22
——— —— *53355*
7 — — — 25 52383
—8 — 38 57 35333 332
— ——— 22 —— — 2 3325325
* 52 —* —— 73 57 —28 —A 8
63 2 7 ——
25 28 * 2. — 22 52 35 563827 55
388 2336 —A —— 3 * 8 5 D z355 38
552* —— — 8 —— ——— *
8 8 * 32 3 33 25332 2 —— 2352 5
— 328 8 23 2 — 2 — 3 — — — 25 2 F
J 2 35638737
—— — 5237 28 — 38237— 5535 —2 5 — —— 2*
553535 —— —— * 5555 5283585 2 8 58
8 ——
228 8 *55 8 * 525 55375 73538 8. 2*
e 23387* 585 7 555 35 226 —
255383 D 35* 58 52 28 2*33235
3* 3238* S2 2 — —SXLX 837 —
—e — *82 2.. — — 25 3* 28*
— —2 — * — 223 ẽ 8 38838535
F * z7 585 2522 83833
35 —— 2557 Eä 55 8 55 * —7 3
83555 5* 5 2 3 23 * —5
s03353 — — — 538 3225328 2 —
— 285 5*
2 * — 7 * 7 2
3553 25 22 3375 Sz52
37523 2 3 5*57
3 7 2223
—— 5* 552 3
Ax — —3 *2
2 455
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522355
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355
2 —
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7

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3* * * —22
— 32 5
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* — 7 — —2ES — 55223. 323* — 537 — — 5 2. *
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28 —325555*7 —5 —7553333 2 5528 * F 25523 — 2
— — 5 * 2— — —3 * —3 * — 8 — — *
55553533358 25.45* 755* 3—333555 3236
7 227375 22 — 2 * 222 —X 5 8 —
52 — 4 — 2 5 ———— * — 22— 2 S *
2 8 —— 22
— 525. 3 23 55—2 58532255 2; 23. 2 —2253 3
1 — 4 * — — X
223237 385337* 7 ——— —— 253 3573,55 z. 2*
5335—78333753 525 52257 333838 55
528 *2 255.5 75 23 755 32 * 2 *5 —25 —27
8 — 3 7 —8 2322 — 22 — * *
3 —— 2 ——s 33 55 — 8 53260 7 5 — * —
3 29. * *2 2 — — 2 235 —*5 — — — 7
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* — 7 2— —27* * 5 —— *3 2. * —* 2. 2
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5 32 S* 2 —— 2 — —
52 —— 3 7* 2 2S 31 X — —E vu 8 2 * —88
2 333 23 2 353 37
z5557 5382727 55555355 — * 2 52222 5 2 —7232
2 5.2 255236 556338 — 537 2 25
2 — — * — F * 223 2 —
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*283 2285 3852 222— 222 533 — *7
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        Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

der „Et. Ingberter Anieiger“ erscheint wöchentiich fünfmal: Am Montag, Dienstag, BVonnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöchentlich

hlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 40 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M

10 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Gormondzeile oder deren Raum beträgt bei Inserafen aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfä
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 , bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 1644. —W

Zum Capitel der „Steuerklagen.“
Vielfach ist es in unseren Volkskreisen zur stehen⸗
»en Gewohnheit gewerden, über hohe Steuern zu
tklagen. Wir wollen-nun dabei nicht untersuchen,
velche Steuern man meint, ob diejenigen an den
Staat oder an die Gemeindekasse, denn die Ge—
aeindeabgaben zeichnen sich bekanntlich an vielen
Irten durch ihre abnorme Höhe vor den Steuern
in den Staat aus; wir haben vielmehr die Absicht,
zie Steuerklagen im Allgemeinen zu behandeln und
war um so mehr, weil die Oppositionsparteien
uus den Klagen über hohe Steuern sogar Capital
n Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen
hlagen wollen, was wir geradezu als unpatriotisch
ezeichnen müssen. Denn die Klagen über hohe
:teuern, welche wohl zu unterscheiden sind von
tlagen über mangelhafte Veranlagung einzelner
zteuern und über das Verhäliniß der Abgaben zu
mander. oder die Steuerbefreiung gewisser Personen
der Steuerobjecte, — mit einem Worte, die all⸗
emeinhin ausgesprochenen Klagen über zu hohe
Steuern find in einem geordneten Staatswesen in
er Regel ungerecht. — Steht ein Feind im Lande,
er, wie Napoleon L., rücksichtslos die Einwohner⸗
chaft zertreten läßt, dann ist jede Steuer zu hoch,
zann ist auch mit der kleinsten Zahlung zu viel
eleistet. Ein anderes Beispiel zu viel gezahlter
Steuern bietet die orientalische Pascha⸗Wirthschaft.
blötzlich und willkürlich eingetriebene Abgaben,
velche der Pascha zur Befriedigung seiner Gelüste
‚der zur Vertheilung an seine Günstlinge benutzt,
zerdienen den Haß, den sie in der Bevölkerung
ener Länder erzeugen. Wo Gesetzlichkeit fehlt und
Bestechlichkeit herrscht, wird jede Auflage mit Miß⸗
rauen und Unwillen aufgenommen.
Anders liegen aber die Dinge in Ländern, wo
ille, auch die geringsten Einnahmen nur und aus⸗
chließlich zum allgemeinen Besten verwendet werden.
zm deutschen. Reich und den deutschen Einzelstaaten
xfolgt die Aufstellung der Budgets mit gewissen⸗
jafter Sorgfalt und Vorsicht. Es walten neben
en verbündeten Regierungen Reichstag und Landes-
ertretungen darüber, daß die Ausgaben den richtig
emessenen wichtigen Bedürfnissen entsprechen. Die
tinziehungen und Zahlungen erfolgen durch pflicht⸗
reue Beamte, deren Unbestechlichkeit und Redlichkeit
exprobt ist. Das gesammte Rechnuugswesen in
Fingang und Verwendung unterliegt der Prüfung
uuf Grund der ausführlichsten Belege durch Rech⸗
uungskammern und durch die gewählten Vertreter
der Bevölkerung. Hier also gibt es keine andern
Steuern, als die verfassungsmäßig vereinbarten.
dier haben Regierung und Bevölkerung in der
Feststellung des Hudgets nur ein gemeinsames In⸗
eresse, dasjenige des allgemeinen Wohles. — In
diesem Sinne sprach sich auch der Fürst Reichs—
anzler am 22. November 1875 aus: „Die parla⸗
nentarische Macht bleibt einer verfassungsmäßigen
Regierung gegenüber durch das Ausgaben-Bewillig-
ungsrecht gesichert.“ — Es sind Leistungen edelster
Art, für welche die Eingänge an Steuern, Zöllen
und Regalien aufgewendet werden. Sie dienen
ur Herstellung des Schutzes und Schirmes nach
lußen für das Vaterland, zur Erhaltung der
Ordnung und Stärkung der Bildung im Inneren
nit einem Worte zum Wohle des Vaterlandes und
der Gesammtheit seiner Einwohner. Es kann sich
also nicht darum handeln, diese Leistungen unbe—
dingt herabzusetzen. Vielmehr entspricht es der
Bildungsstufe, der wirthschaftlichen Lage und dem
Herzenszuge unseres Volkes, daß diese Aufgaben,
welchen das Reich sowohl wie die Bundesftgaten

Dienstag, 11. Oktober 1881.

16

iich stetig widmen, zum Heile der Bevoölkerung nach
kräften ruhig weiter entwickelt werden und es kann
daher nur das Bestreben aller wahrhaft
patriotisch denkenden Deutschen sein,
den Armen und wirthschaftlich Schwa—
hen unserer Nation die Steuerlasten
u erleichtern und um dieses schöne Ziel zu
rreichen, ihrerseits nach Kräften die gesetzlichen
Steuern zu zahlen. Dann würden wohl auch die
wigen „Steuerklagen“, denen ja in vielen Kreisen
»er Bebölkerung und in den meisten Fällen fast
ede Berechtigung fehlt, allmählich verstummen,
der auf ein Maß reduzirt, in dem sie weniger
gjefährlich wiken.

in dustriellen Technik, dere

Jeuizutage eine außerordentlich g

für den Volkswohlstand hat, geht 1
zierungskreisen mit dem Plane am, riun neues
deichsamt zu gründen. In den Geschäftskreis
zieses Amtes sollen hineingezogen werden: Das
hatent⸗, Marken⸗ und Musterschutzwesen, das Eich⸗
vesen, die Fabrikinspectionen, das Dampfkessel⸗
evisions⸗ und das Ausstellungswesen, sowie die
Ertheilung von Baubkonsensen bei besonderen tech⸗
nischen Anlagen. Ferner sollen in das Ressort
jehoͤren die technischen Versuchsanstalten und an⸗
exe technisch⸗wissenschaftliche Bestrebungen. Der
oeben aus Australien zurückgekehrte Geh. Re⸗
gierungsrath Prof. Reuleaur soll als Vorsteher des
neuen Reich samtes ausersehen sein.

Für die Durchführung des Strasvollzugs⸗
Besetzes würden für Preußen allein 80 bis 100
Millionen Mark Kosten entstehen. Dieser Gesichts⸗
junkt hat die Zurücklegung des Gesetzes vor Allem
yeranlaßt und bei der Finanzkrisis, in der sich
Reich und Bundesstaaten befinden, ist kaum ein
Bedanke daran, daß das Strafpvollstreckungsgesetz
demnächst aus seiner Ruhe aufgestört wird.

Ausland.

Paris, 9. Okt. Einer hier aus London ein⸗
etroffenen Meldung zufolge gilt es als wahrschein⸗
ich, daß England und Frankreich je ein Panzer⸗
chiff nach Alexandrien zum Schutze der dort⸗
gen europäischen Colonie absenden werden. Diese
Demonstration werde in Folge Absendung der
urkischen Mission nach Aegypien für geboten er⸗
ichtet.

Paris, 9. Oktober. Die Insurgenten verlafsen
Zairouan und ziehen nach Norden. Auf den
Mauern der heiligen Stadt ist die weiße Fahne
aufgepflanzt, und Abgeordnete sind unterwegs, dem
Bey die Unterwerfung anzubieten und ihm zu er⸗
laren, daß die Franzosen die Stadithore geoͤffnet
finden würden. Diese Wendung wird einer List
Otustapha Khasuadors zugeschrieben, um den Zwedk
der Franzosen, der die Vernichtung der Insurgenten
st, zu vereiteln.

Das österreichische Unterrichts⸗Ministerium
hat den Rekurs der czechischen Stutenden, welche wegen
hrer Betheiligung an der Kuchelbader Deutschen⸗
hetze von der Universität Prag relagirt waren, ab⸗
chlägig beschieden.

* Das Interesse des politischen Lebens
in den Vereinigten Staaten conzenirirt fich
zegenwärtig auf die Reinigung der republikanischen
Regierung von verderblichen Elementen und auf
den Mordprozeß gegen Guiteau. Die Vertheidigung
desselben hat ein Schwager Guiteau's übernommen,
»er den Schwerpunkt der Verhandlungen auf eine
Beiftesstörung Guiteau's legen will.

*In Tunis machen die Franzosen zur Zeit
derzweifelte Anstrengungen, um der aufständischen
Bewegung Herr zu werden. General Logerot hat
ie Forts der Hanptstadt Tunis besetzt und Genetal
Saussier nähert sich der heiligen Siadt Kaihrouan,
im dieselbe zu zerstoͤren, eine Maßregel, die den
zeligiösen Fanatismus der Tunesen nur noch mehr
nitfame⸗n wird

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
(Bayerischer Landtag.) In das Budget
zer Verkehrsanstalten ist endlich auch für die Post⸗
joten eine mäßige Aufbesserung eingesetzt. Es soll
»er Minimalbezug derselben von 720 M. auf 800
M. nach einer bestimmten Zahl von Dienstjahren
rhöht werden.

Der Tag der nächsten Sitzung der Kammer
der Abgeordneten kann noch nicht beftimmt
verden. Material für das Plenum ist nicht vor⸗
janden. Der Bericht des Referenten über den
Militär⸗Etat muß erst das Stadium der Vorbe⸗
athuug im Finanzausschuß durchlaufen. Wird
ziese Procedur im Laufe dieser Woche vorgenommen,
o lann immerhin die nächste Kammersitzung erst
im 18. oder 20. Oklober stattfinden.
München, 7. Oltober. Dem Hoffekretär
Ministerialrath v. Bürkel ist das Comthurkreuz des
Berdienstordens der bayerischen Krone verliehen
ind der Hofbaudirektor d. Dollmann zum Hofober⸗
zaudirektor mit dem Rang und den Compeitenzen
eines Oberbaudirektors im Staatsdienst befördert
vorden. — 90

Aus München wird der „Allg. Ztg.“ ge⸗
neldet, es werde zur Besetzung der bei dem Reichs⸗
gericht in Leipzig durch den Tod des Rathes Cucumus
rledigten Rathsstelle von der bayerischen Regierung
der zur Zeit im Justizministerium verwendete Rath
des obersten Landesgerichts Ernst v. Bomhard in
Vorschlag gebracht werden.

In der verflossenen Woche hatte der russische
Staatskanzler Fürst Gortschakow eine längere
ludienz beim Kaiser Wilhelm in Baden⸗Baden.
Die Aufnahme, welche dem greisen russischen
Staatsmanne zu Theil wurde, war eine überaus
jerzliche, und es ist ihm, angesihis seines sehr
chwachen Zustandes anheimgestellt worden, während
der ganzen Dauer der Audienz im Lehnstuhl sitzend
u verbleiben. Außerdem steht jetzt Fürst Gort⸗
chakow in regem Briefwechsel mit seinem „deutschen
dollegen“', dem Fürsten Bismarck, so daß man
zlauben könnte, man befände sich wieder vor einer
ieuen Aera der engen Kollegialität zwischen den
inst so befreundeten und späterhin so verfeindeten
»eiden Kanzlern. Was den Inhalt dieser ver⸗
üngten Beziehungen des nominellen Leiters der
ussischen Politik mit den höchsten Kreisen Deutsch⸗
ands anbetrifft, so glaubt man, daß sie speziell
die Verhandlungen in Sachen der Auslieferungs⸗
ind Asylrechtsfrage zum Gegenstand haben. Der
üngste, in Chur abgehaltene sozialistische Weltkongreß,
essen Zustandekommen namentlich auf die russische
Regierung verblüffend gewirkt hat, dürfte allerdings
diesen Verhandlungen einen neuen Impuls ge—
gjeben haben.

* Zur bessern Wahrnehmung der Interessen der

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 11. Ott. (Omnibus⸗
erbindung mit Neunkirchen) Der
ZCorrespondenz⸗Artikel in Nr. 162 des „Anz.“
zu diesem Betreffe gibt der „S. u. Bl.⸗Zig.“ in
Reunkirchen Veranlassung zu folgenden Bemerkungen:
„In St. Inabert wird in inkeressierten Kreisen —
        <pb n="634" />
        gberter Anz.“ — von neuem die

onen⸗und Briefpost-Ver—

deunkirchen ventiliert. Man

der Weisen, den man bereits in
—V——

aden zu haben, und zwar soll

„iesen, Elversberg, Heinitz-⸗Dechen

as Terrain aber Pferd und Wagen

also eine Rentabilität nicht ein⸗

uben wir vorläufig noch nicht an

g dieses Gedankens. Vielleicht

zr einmal das Neunkircher Kaiserl.

rbindung mit Spiesen zu einer

agbert zu erweitern.“ —

ert, 11. Okt. Da gegenwärtig

der Randsteine an dem untern

traße, soweit diese noch nicht ge⸗

om Hospitale bis zur Eisenbahn⸗

en wird, ist es vielleicht gut, ei—

ichluß vom 17. Februar ds. Is.

bringen. Nach diesem Beschlusse

der Kaiserstraße — rechts und

n BZpitale bis zur Eisenbahnstraße
verbunden, soweit ihr Eigenthum geht das Trot⸗
toir herzustellen in der Art, daß die Hausbefitzer
das Troittoir entweder pflastern, oder sogenannte

Trottoirplättchen verwenden, die Besitzer don Wiesen

und Gärten dasselbe mit Schlacken oder Lösch aus⸗

füllen müssen. Die Herstellung des Trottoirs hat
mit der Legung der Randsteine zu geschehen. Bei

Säumigen wird dieselbe auf deren Kosten durch die

Gemeinde vorgenommen. Wer diesen vom Stadt⸗

rathe erlassenen, von h. k. Regierung der Pfalz,

Kammer des Innern durch Entschließung vom 8.

März ds. Is. vollziehbar erklärten ortspolizeilichen

Vorschriften zuwiderhandelt, kann an Geld bis zu

60 M. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft

werden.

— Der neulich erwähnte Fall, daß ein Mann
beim Mittagessen an einem Stück Fleisch erstickte,
ereignete fich nicht in Venningen sondern in Vin-⸗
ningen bei Pirmasens.

— Kaiserslautern, 7. Okt. Eine Anzahl

hiesiger Metzger beschwerte sich bei'm Stadtrath
darüber, daß das Verbot erlassen worden sei, das
Blut von geschächteten Thieren aufzufangen und
als Nahrungsmittel (zu Würsten) zu verwenden
und bittet das Verbot wieder aufzuheben. Ein
Gutachten der Schlachthausverwaltung über diese
Angelegenheit wurde eingeholt und dieses kommt
nach längeren Ausführungen dahin, das Ansuchen
der Metzger sei abschläglich zu bescheiden, da mit
dem Auffangen des Blutes schon vielfach Mißbrauch
gemacht worden sei, die mit dem Schächten be⸗
schäftigten Metzger oft nicht die nöthige Reinlichkrit
beobachten, indem sie mit ungewaschenen Händen
den Schlund des Thieres zuhalten, so daß das
Blut aus demselben über ihre unreine Hände ab-
läuft; auch sei der Austritt und Vermengung des
Futterbreies mit dem Blute nicht zu verhindern,
wodurch dieses mit klebrigen Stoffen verbunden
und so, als Nahrungsmittel verwendet, gesundheits⸗
schädlich gemacht wird. Nach einer laängeren
Debatte „Für“ und „Wider“ sprach fich der
Stadtrath heute im Allgemeinen dahin aus, daß
die Mißstände durch eine genaue Ueberwachung
vermieden werden können und Contravenienten nicht
nur protokollirt werden sollen, sondern denselben
auch die Befugniß zu entziehen sei. Ein allge—
meines Verbot sei nicht vorhanden. Die zu 8 137
des Polizeistrafgesetzes erlassene ortspolizeiliche Vor⸗
schrifi habe heute noch Geltung, wonach der Fleisch⸗
beschauer die Abschächtung und das Auffangen des
Blutes zu überwachen hat und nur bei einer
wegen Unreinlichkeit erhobenen Beanstandung die
spezielle“ Befugniß versagt werden kann. Dieser
5147 ist nach Beschluß des Stadtraths auch
fünftig für maßgebend zu erachten.

—In Freinsheim erzielte ein Herr Fr.

L. Beder unter seinen Birnen eine solche in dem
seltenen Gewichte von 620 Gramm, also ca, LV.
Pfund.

— Die „Sp. Z.“ dementirt die Mittheilung,
daß der einzige für den ersten Curs des Realggym⸗
nasiums sich anmeldende Schüler zurückgewiesen
worden sei und der erste Curs nunmehr keinen Schüler
zaͤhle. Der Einzige bildet vielmehr thatsachlich den
den ersten Curs. Glücklicher Schüler, der unter
allen Umständen der Erste in seiner Classe ist!

Frankenthal, 11. Olktober. Dem Ner⸗
nehmen nach wurde der Hofbildhauer Philipp Poacon
in München (Sohn des verstorbenen Drehers Mar⸗
tin Perron von hier) von Sr. Mai. dem Köniq

um Professor an der Akademie der bildenden Künste
rnannt. —
Vermischtes.

* Die Stuttgarter Gewerbe-Ausstel—
wung soll einen Ueberschuß von 250 -8300,000
Mark ergeben. —
7Die Ziehung der Wohlthätigkeits—
lotterie des bayerischen Veteranen-, Krieger⸗
ind. Kampfgenossenbundes erfolgt nicht Dienstag
den 11. ds., sondern Montag den 17. ds. Mts

Wärzburg, 5. Okt. In vergangener Nacht
hat sich auf einer Bank-im Hofgarten zu Koburg
der stud. med.“ Hermann Herbert von hier
nittelst eines Revolverschusses getödtet. Ueber das
Motiv dieser That hat bis jetzt nichts ermittelt
verden können.
FSolingen. Ein junger Mann aus der
Nachbargemeinde Dorp welcher nach einjähriger
dienstzeit s. Z. entlassen worden war, und zwar
uf Reklamalion seiner unterstützungsbedürfligen
lten Mutter hin, ist wieder seinem Truppentheil
ugeführt worden, da er seinen Verpflichtungen der
Nutter gegenüber nicht nachlam. —

F Sigl' bringt in seinem „Vaterland“ folgende
kEmpfehlung: Für Capitalisten, welche ihr
ßeld nicht anzubringen wissen, ist jetzt die schönste
Belegenheit geboten: sie brauchen dasselbe nur in
Actien der Bayerischen Verkehrsbauk“
imzulegen (die den Gemeinden die zum Bau von
Secundärbahnen erforderlichen Gelder beschaffen
vill). — In jüngster Zeit ist ein Projekt erschienen,
vorin die „Baierische Verkehrsbank“ zur Sub—⸗
kription auf ihre Actien im Betrage von 5 00000
Mark auffordert. Dazu bemerkt die „Frkf. Ztg.“:
Die Foͤrderung des Secundärbahuwesens hat stets

insere ganze Sympathie? Wenn aber Jemand an
das Publikum die Aufforderung richtet, ihm für
die Förderung dieses oder irgende eines anderen
öoblichen Zieles Geld auzuvettrauuen, so muß das
Bublikum in erster Linie natürlich fragen, in welch e
hände das Geid gelegt werden soll. Da genügt
z offenbar nicht, daß eine Firma „Bayerisch⸗
Verkehrsbank“ das Geld entgegennimmt. Wer ist
die „Bayer. Verkehrsbank“? Vor einigen Monaten
vußte man daß gewisse Personen die Verwaltung
dieser Firma übernommen haben.“ Seitdem scheint
ꝛin großer Theil derselben sich zurückgezogen zu
haben, und es ist uns nicht bekannt, wer an deren
Stelle getreten ist. Unter solchen Umständen dürfte
in nur einigermaßen nachdenkender Kapitalist sich
chwerlich zur Betheiligung entschließen können.“
F Am 135. Oktober 1811 trat der nunmehr
z5jährige General-Feldmarschal Herwarth von Bit⸗
enfeld als Junker in die Armee: Er wird also
n diesem Jahre das seltene Fest der 70jährigen
Dienstzeit begehen. Der in Bonn lebende Jubüar
erfreut sich einer bewundernswürdigen Frische und
Rüstigkeit.

f (Preußiger Bergbau.) Auf den preu⸗

zischen Bergwerken wurden 1880 an Steinkohlen
efördert 42172044. Tonnen im Werthe vdn
10617066 M., au Braunkohlen 9874888 Tonnen
Werth 30165766 M.), an Asphalt 29000 Tonnen
Werth 290000 M.), an Erdöl 254 Tonnen
51200 M.), an Mineralsalzen 566870 Tonnen
5085149 M.); an Erzen und zwar am Eisenerzen
3679320 Tonnen (18165888 M.), an Kupfererzen
738295 Tonnen (11726485 M.), an Silber-⸗ und
holderzen 3 Tonnen (48111 M.); an Quechsilber
20 Tonnen (699 M.), Kobalt 48 Tonnen (11895 M.),
Nickel 138 Tonnen (14913 M.), Antimon 52
Tonnen (6211 M.), Arsenik 695 Tonnen (41734
M.), Mangan 9758 Tonnen (336094 M.), Schwefel⸗
ies 112288 Tonnen (1163522 M.), an sonstigen
Bitriol⸗ und' Alaunerzen“ 5068344 Tonnen
68579164 M.); im ganzen 57712511 Tonnen
m Werte von 814788895 M. Auf den unter
Ilufsicht der Bergbehörden stehenden Bergwerken und
lufbereitungsanstalten waren 1880 im ganzen
250294 Arbeiter beschäftigt. Von diesen deruͤn⸗
lückten tötlich 660 Mann, wogegen 1879 von
35617 Arbeitern nut 575 ums Leben kamen.
hdiervon kommen auf den Steinkohlenbergbau 503,
zuf den Braunkohlenbergbau 42, auf den Erzberg⸗
»au 97. auf die Mineralgewinnung 8 Arbeiter.
Zeschädigungen, welche eine Arbeitsunfähigkeit von
nindestens 1 Monat zur Folge hatten, erlitten
2428 Mann; von diesen sind nur vorübergehend,
). h. auf die Dauer von 1-6 Monaten, arbeits
infähig geworden 2217 Mann, dagegen 211 dau⸗
ernd im Berufe erwerbsunfähig geworden. Im
Jahre 1879 wurden von 2456 Beschädigten 2282
orübergehend und 143 dauernd erwerbsunfäia.

x Ein Sohn Albions wollte in's Nassauer vanu
hen vermittelst der Limburger Bahn reisen, löst
iich am Fahrthor in Frankfurt ein Billet und
etzte sich einstweilen, auf den Zug wartend, auf
eine Bank, wo er sich in die „Times“ vertiefte
Der Train kam und unser Engländer merkte vor
auter Lesen nichts davon. Fast als sich der Zug
zereits in Bewegung gesetzt hatte, fiel ihm ein, daß
er ihn benutzen wollte, und er lief zum Gelächter der
Passanten mit dem Rufe 8Stop! Stop! (Halt! Halt)
sinterher. Als der Fremde sah, daß man in Deutsch-
and keinen Zug durch 8top! 8top! zum Stehen
zringt, beruhigte er sich, setzte sich wieder auf seine
Bank und las, den nächsten Zug erwartend, in der
„Times“ weiter.“ Ob ser auch diesen verpaßt
wissen wir nicht. .

FNach den Ergebnissen der letzten Volkszühlung
zliedert sich di Bebötkerung des preußichen
Staates in Bezug auf das religiöse Bekenntniß
vie folgt: 17645462 Evangelische, 9205 136
datholiken, 363790 Juden, 12517 Dissidenten
»der Bekenner keiner Religion (), 22006 ohne
Angabe. Auf Berlin entfallen davon 982780
fwangelische, 830616 Katholiken, 53 949 Juden
1163 Disstdenten oder Religionslose, 996 ohne
Ungabe.

FGie feine Hypothek.) Ein Droschken⸗

utscher in Berlin“ fuhr dieser Tage einen Herrn

jon der Zionskirchstraße bis zur langen Straße.
stachdem er seinen Fahrgast dort abgesetzt hatte,
and er auf dem nächsten Droschkenhalteplatze bei
er Revision seines Wagens in einer Ecke der Sitz⸗
dank ein Hypothekendokument über 4500 Mark

»or. Erfreut über seinen Fund und auf einen

nicht unbedeutenden Finderlohn rechnend, eilt der

hrliche Finder nach der langen Straße zurück,

im- dem Fahrgaste das Werthdokument wieder

uzustellen. Glücklich ermittelt er auch den Ver—⸗
ierer als einen in der langen Straße wohnhaften
herrn R... und überreicht ihm das in der

Droschke gefundene Hypothekendokument. „Danke
zIhnen!“ ertönt es trocken von den Lippen des
Verlierers. „Ja — aberl“ stottert der ehrliche

rzinder etwas verlegen, wie ist es denn mit dem

— Finderlohn? — Ich denke — zwei bis drei
Thälerchen — werden Sie doch — herausrücken?

— Wieviel ist denn eigentlich — gesetzlich?“ —
„Ach was gesetzlich!“ autwortete der Besitzer des
Dokuments dem Droschkenlenker, „ich will Ihnen
inen Vorschlag machen, geben Sie mir einen Thaler,
»ann können Sie die „feine“ Hypothek gleich
dehalten!“

F Getrügerische Betteleid) Die Bettele'
imnter falschen Vorspiegelungen, welche den Geber
ur Wohlthätigkeit veranlassen sollten (beispielsweise
zurch Erdichtung eines körperlichen Gebrechens), ist
vegen Betruges zu bestrafen. 5

FJagdglück. Verflossene Woche wurden von
herrn Baron Dr. W. von Erlanger auf der von
erlanger'jchen Jagdd am Taunus 8 feiste Hirsche
eschossen.

F Nach den „Dresdener Nachrichten“ hielt sich
hambetta vor wenigen Tagen in Dresden auf,
im seinen dort deutsche Sprache lernenden Neffen
bzuholen. Gambetta, der sich von Dresden nach
deipzig begeben, hat nur wenig Personen empfangen;
iach einer Pariser Depesche der „Post“ schwebe
iber Gambettas wirklichen Aufenthalt tiefes
Dunkel.

*Ein Schulbüblein. Sohn eines Ta—⸗
akhändlers, das wegen fortgesetzten Unfleißes et⸗
vas auf die Höschen bekommen sollte, sagte:
Liebster Herr Lehrer, wenn Sie mir die Sirafe
chenken, bringe ich Ihnen eine Kiste unserer schön⸗
ten Cigarren mit.“ Etwas ganz Aehnliches, so
chreibt jetzt die in Hildburghausen erscheinende
Dorfzeitung, passierte kürzlich einem im Dienste er—
zrauten Lehrer unseres Landes. „Wenn sie mich
icht schlagen,“ sagte der kleine Bursche, „so bringe
ch Ihnen auch eine „fazzenmäßige“ Wurst mit.“
Bie jedoch im ersteren Falle die in Aussicht ge⸗
tellten Havanas den discipulus nicht vot der
vohlverdienten Strafe zu retlen vermochten, so er⸗
jab sich auch im letzteren Falle, grollend über die
Unzugänglichkeit des Pädagogen, der kleine Dorf⸗
tudiosus endlich in das Unvermeidliche.

f Mülhaußen, 6.Oktober. Das Landgericht
»erurtheilte den hiesigen Weinhändler Verthier-Bas⸗
inar wegen Weinfälschung zu 600 M. Strafe, event.
z0 Tagen Gefängniß. In Verbindung mit Anderen
jatte der Verurtheilte, wie man der „Lothr. Ztg.“
ꝛerichtet, zuerst künstlichen Wein aus dem Badischen
Immen lassen. es aber jedenfalls profitabler gehalten.
        <pb n="635" />
        elbst zur Fabrikation überzugehen. Wie der An—
eklagte selbst zugab, wurde der Wein in Habheim
uf gemeinschaftliche Rechnung aus Rosinen, frischen
Trauben, Wasser und Rohrzucker ohne Alkoholzusatz
abrizirt.

(Ein Prinzals Börsenmakler.) Seit
migen Tagen kann man an der Pariser Boͤrfe
in Mitglied der kaiserlichen Familie als einfachen
stemifier (Privatmakmakler) wirken sehen. Es ist
ies der Prinz Achille Napoleon Murat, ein Enkel
es Königs Joachim Murat und Gatte der Prin⸗
essin Salomo von Mingrelien. Sein Vater,
zrinz Lucian Murat, ist noch am Leben und seine
zchwester, Prinzessin Anna, ist bekanntlich die Frau
es reichbegüterten Herzogs von Mouchg.

Ger Elephant als Feinschmecer)
zor Kurzem hatte sich in Boulogne sur Mer ein
zahrmarkts⸗Cirkus inftallirt. Unter den Künstlern
esselben figurirte als hervorragendstes Mitglied ein
zlephant, welcher mit großer Virtuosität Flaschen
ntkorkte, Thüren öffnete nund Pistolen abschoß.
hoch war er wahrscheinlich disponirt für Rheuma⸗
zmus, denn während die andern Jünger der
unst, die edlen Rosse ꝛc., die Nacht unter einem
eltdache zubrachten, logirte der Elephant in einem
;tall, welcher eigens für ihn bei einem Conditor,
derrn Madre, gemiethet war. In einer Nacht
atte sein Wärter, der bestimmuugsgemäß neben
im sein Lager haben sollte, irgendwo anders zu
hun und schlief außer dem Hause. Unserem Dick⸗
äuter schien die Einsamkeit nicht zu behagen, er
ffnete verschiedene Thüren und gelangte so in den
saden des Conditors, wo er nun seinen Rüssel
nit allen dort aufgestapelten Süßigkeiten Bekannt⸗
chaft machen ließ. Die Fleischpasteten; Butter⸗
ind Fruchtkuchen, Sahnentorten und sonstigen
deckerbissen fanden an ihm keinen Rostverächter;
juch die in Schachteln verpackten Biscuits wußte
reihrer Hüllen zu entkleiden und der gemeinsamen
estimmung aller dieser schoͤnen Sachen zuzuführen.
er legte auch Proben seiner Kunst ab, indem er
ine Flasche Weißwein und ein Flacon Liqueur
ntkorkte und leerte. Dem für nächsten Morgen
ereit gestellten schwarzen Kaffe ließ er ebenfalls
zerechtigkeit widerfahren und öffnete dann die
-„chublade, welche den Stückenzucker enthielt, von
em er auch nicht ein Krümchen übrig ließ. Un—
lücklicherweise verrichtete er sein loͤbliches Werk in
er Dunkelheit, so daß er, trotz seiner Geschicklich—

eit, Teller fallen ließ, gläserne Platten zerbrach
und selbst einen Marmortisch zertrümmerte. Der
Lärm störte Herrn Madre ans seinem Schlafe;
ieser glaubte, daß Diebe seinen Laden heimsuchten
ind wollte ihnen, bis an die Zähne bewaffnet,
vehren. Er traf aber nur den Elephanten, der,
belgelaunt wegen der Unterbrechung seines Fest⸗
hmauses, eine drohende Haltung gegenüber Herrn
Nadre annahm. Es blieb nichts übrig, als den
Rrektor des Circus zu holen, welcher nach vieler
Nühe den kolossalen Feinschmecker veranlaßte, von
een Herrlichkeiten des Conditorladens Abschied zu
ehmen. Die Rechnung, welche der Conditor für
ie Elephantenmahlzeit präsentirte. belief sich auf
200 Francs.

fKopenhagen, 4. Okt. Der Kronprinz
Friedrich von Dänemärk hat von dem Großvater
einer Gemahlin, dem Prinzen Friedrich der Nieder⸗
ande die Summe von 75 Millionen Fres. geerbt.

Aus der Provinz Murcia (Spanien) werden
rhebliche Ueberschwemmungen gemeldet. Gegen
200 Gehöfte sind durch Wasser abgeschnitten.

— Zahlen beweisen und überzeugen nicht nur,
nitunter überwältigen sie. Der Handel der Ver.
Sztaaten mit dem Auslande erreichte im Jahre 1880
»ie enorme Summe von 1,503,593,404 Doll.,
»avon kommen 835,638. 658 Dollars auf den
ẽport und nur 667,054. 046 Dollars auf den
Import, so daß für Amerika eine Bilanz von
168,583. 912 Dollars blieb. Der größte Theil
yon diesem Verkehr fällt auf folgende Länder:

Dollars In Prozent
64, 410. 191 44. 19
488286

* 60

nus Darmstadt, Metallschläger Lichte

ius Lechhausen, Literat Dave aus
ztenograpb Waterstraat aus Luckenwald
Fommis Metzkow und die Scheiderin

ius Berlin. Der Gerichtshof bestel

124 Mitgliedern des zweiten und
Ztrafsenats. Den Vorsiß hat Herr
nann, als Staatsanwalt fungirt der
steichsanwalt Seckendorff, als Verthe

ie Rechtsanwälte Patzki, Erythropel, Le

Fels. Die Anklage geht dahin, daf
Angeklagten in der zweiten Hälfte von!

zu Frankfurt a. M., Darmstadt und U

send sowie in Berlin Vorbereitungen
sewaltsamen Aenderung der Verfassung.
eutschen Reiches und der Bundesstaaten
jenommen, an geheimen Verbindungen 9
jenommen zu haben. Im Besonderen

)»en sie beschuldigt, revolutionäre Schri
namentlich die von Most in London heruuo⸗
jegebene „Freiheit“ in Masse verbreitet der⸗
irtige Schriften auch in die Casernen zu
darmstadt, Mannheim- und der Caserne des
daiser ⸗Alexander⸗Regiments zu Berlin, bin⸗
eingeschmuggelt zu haben.

Wien, 10. Okt.“ Der Minister des Aus⸗
värtigen, Baron von Haymerle, ist
heute Nachmittag 393 Uhr plötzlich in Folge
eines Herzschlages verschieden.

(Haymerle, Hein. Karl, Freiherr von,
isterr. Diplomat geb.e 7. Dez. 1828 zu
Wien, Assistent bei den Negociationen des
Krager Friedens, dann Rath bei der öͤsterr.
Besandtschaft in Konstantinopel, bevollmächtigter
Minister in Athen, im Haag, Botschafter am
tal. Hofe, 2. Bevollmächtigter auf dem Ber—
liner Congresse von 1878. Seit 8. Okto—
ber 1879 Minister des Auswärtigen.)
Madrid, 10. Okt.“ Als Ergebniß der
Zusammenkunft der beiden Könige von Spa—
nien und Portugal zu Caͤceres beze ichnet man
»ie Besprechung einer Zolleinigung. Man
vünscht von beiden Seiten zum Mindesten
ine Herabsetzung von Zöllen, außerdem eine
nnige Verbindnung in internationalen Ange⸗
egenheiten.

Stockholm, 10. Okt. Heute Nacht,
gegen Morgen, brach in den Vorrathsräumen
des konigl. Theaters Feuer aus. Man bofft,
noch die Bühne und den Salon zu retten.
Fs herrscht ein starker Wind.

Broßbritannien .
zrankreih
West Indien . .
deutschland..
Zritish⸗Nord⸗Amerika
Jrasilien.44
—

2
—
Gemeinnütziges.
(Stoffreinigungsmittel.)“ Da der
auhe Winter bereits an die Thüre gepocht und
um Herrichten der Winterkleidung aufgefordert
sat, wollen wir unsern Lesern mit einigen probaten
deinigungsmitteln unter die Augen kommen. Um
zammet von Schmutzflecken zu reinigen, gieße man
twas Terpentingeist auf; ein weißes Tuch und
eibe den Fleck so lange nach dem Striche des
zammets damit,, bis er heraus ist. —
das beste Mittel schmutzige Rockkra gen zu
einigen, ist Schwefeläther, oder auch Salmialgeist.
Nan benetze die damit zu reinigende Stelle und
in reines Läppchen wollenes Tuch und reibe bei⸗
»es gegen einander. Die Reinigung erfolgt voll⸗
ändig und die Flüchtigkeit des Aethers läßt die
Stelle alsbald trocken und geruchlas erscheinen.

Dienstesnachrichten.

Studienlehrer Chally in Rothenburg a. T. ist nach
ßrünstadt, Studienlehrer Laible in Gruünstadt nach
dothenbur, beide auf Ansuchen, versetzt, Lehramtskandidat
dr. Furtner in Bamberg nach Kusel ernanntdie
rotest. Pfarrstelle Colgenstein (Rrankenthal) dem Pfarrer
zederschmidt (Tiefenthal bei Dürkheim) verliehen worden.
der Regierungsrath und bisherige Vorstand des statiftischen
zureaus im Minifierium des Innern Dr. M. Seydel
zurde unter Enthebung von dieser Stelle zum ordentlichen
Irofessot des bayerischen Verfassungs- und Verwaltunqgs⸗
echtes an der Universität München ernannt.
Neueste Nachrichten.
Leipzig, 10. Okt. Heute begam vor
ʒem Reichsgericht der Hochverrathsprozeß gegen
ie Schuhmacher Breuder und Beum, die
—5chneider Kristupeit, Christ und Peschenn
aus Frankfurt a. M.), den —schlosser Jakobi
ind Arbeiter Dillich auns Bessungen, Gärtner
Nahr, Schuhmacher Boll und Bäcker Braun

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.
Herre

Juch· Aussteslsung in Auasburg.

*2
—
4
— 2

y

An unsere ßhundschaft!
Wir haben die Ehre, für die Herbst- und Wintersaison unsere neue Preisliste zu unter⸗
reiten. Muster franko nach allen Gegenden, ebenso verjsenden Waaren in jedem beliebigen
Quantum franko wie bisher.
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und Regenmänteln, Breite 125 Centimenter, pr. Meter Mt. 1-2, Mtk. 2. 23,
Mk. 2. 60, Mt. 3. 50, 4-5 Mt.

ẽnglische Twills, Gladstone, Beaconsfield Englische Moleskin, geeignet zu feinen Herbst⸗
und 3 Breite 130- 40 Centimeter vr. Meter Mt. 412 Mt. 5bu2.
Mtk. 6, 7-9.

S„chwarze Tuche, Burkins, Délustré Satins, Croisé, Livréetuche, Chaisen⸗Tuche pr. Meter
Mk. 4. 50, Mk. 5. —, Mk. 6. —, Mt. 8. —, Mt. 10- 15.
Schwere Landwolltuche für Forstleute, Feuerwehren und Turnvereine, per Meter Ml. 2. 80.

Mk. 3. 50, Mk. 4. 50, Mtk. 5. —, Mt. 6.—, Mt. 7-8.
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Wir hahen der Annoneen-Expedition von Rudo IF Moss⸗
die verwaltung des gesam mten
Annoncen- und Plakatwesens
für die bayrische Landes- Ausstellung übertragen.t insbesondere die allei-
nige Annahme von Inseraten für die offiziellen Kataloge. für den Führer
lurch die Ausstellung,. für die Eintritts-Billets. sowie die Anbringung vorn
plakaten an den hiefür bestimmten Plakatta feln ete.
Alle diesbezũglichen Antfragen bitten wir daher Ieddiglieh au die
genaumnte Kiruin zu riehtenmn.
Nürn herg, im September 1881.
Der Direktor des bayr. Cewerbemuseums
Stegmann. —
Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung 2ur getl
CKenntniss, dass die Prospekte. Preéislisten ete für die verschiedenen Pu-
blikationsunternehmungen der Ausstellung binnen Kurzem zur Ausgabe
gelangen werden.

Ressektanten auf dis Plakattafeln bitie ich ihre Anmeldungen schon
jetzt an mich gelangen zu lassen.

Nürnberg.
——— im September 1881.
Rudolf Mosse,
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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 15 4, bei RMeclamen 304. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 166.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Eine kaiserliche Verordnung vom 7. Oktober be⸗
ruft den Bundesrath auf den 20. Oktober ein.

Legationsrath v. Kussero wetheilte i Bremen
in seiner Wahlrede mit, daß der Gesetzentwurf über
das Tabaksmonopol zuvörderst dem Volks—
wirthschaftsrath zugehen werde.

Leipzig, 11. Ott. Hochverrathsproceß vor dem
Reichsgericht. Die Vernehmung der Angeklagten⸗
Bruppe aus Frankfurt, Darmstadt und Bessungen
ist beendiagt. Die meisten Angeklagten leugnelen
die hochverrätherischen Unternehmungen und gaben
nur die Verbreitung der „Freiheit“ und ähnlicher
Schriften zu. Angeklagter Dillich (Bessungen)
machte umfassende Geständnisse. Sehr gravirend
iür die Beschuldigten ist die Entdeckung der sog.
Kassiber.“

Der Reichskanzler hat die Herstellung einer sta—
istischen Uebersicht über die Ergebnisse der bevor—
tehenden Reichsta gswahlen angeordnet. Be⸗
sonderer Werth wird auf moͤglichst genaue Angabe
der Varteistellung der einzelnen Wahlkandidaten gelegt.

Auslaud.

Wien, 11. Ott. Von allen Seiten trafen
Beileidstelegramme an Baronin Haymerle ein,
o vom deutschen Kaiser, der Königin Viktoria,
den Königen von Dänemark, Griechenland, Ru⸗
nänien und dem Fürsten Milan von Serbien.
Ein sehr warmes Telegramm Bismarcks wurde be—
sonders bemerkt. Kaifer Franz Joseph traf heute
Mittag von den Jagden in Schoͤnbrunn wieder ein
uind machte um 2 Uhr der Wittwe persönlich einen
diertelstündigen Besuch. Um 3 Uhr fand unter
Vorsitz des Kaisers Ministerrath stait, in dem
Zeit und Einzelheiten des Begräbnisses, welches
nuf Kosten der kaiserlichen Schatulle itattfindet.
testgestellt wurden.

*Der am Nachmittag des 10. Oktober plötzlich
erfolgte Tod des österreichischen Ministers des
Aeußern, Baron v. Haymerle, ist ein Ereigniß,
dessen Bedeutung auch über die schwarzgelben Grenz⸗
»fähle hinausreicht. Der Verstorbene, welcher am
3. Oktober 1879 in seine hohe Stellung einge⸗
reten war, hatte die schwere Aufgabe übernommen,
die Politik des Grafen Andrassy in ihren Haupt—
„ielpunkten fortzuführen, welcher Aufgabe er sich
nit vollster Hingabe gewidmet hat. Außerdem
var aber Baron v. Haymerle ein warmer Freund
Deutschlands, und die trotz der antideutschen Politik
des Grafen Taaffe unverminderte Fortdauer des
deutscheösterreichischen Bündnisses ist zum guten Theil
den aufrichtigen Sympathien Baron Haymerle's für
Deutschland zuzuschreiben. Ueber seinen eventuellen
Nachfolger hegt man bis jetzt nur Vermuthungen;
gewiß ist, daß die Wahl eines Ersatzmannes für
Baron v. Haymerle unter den gegenwärtig in
Oesterreich obwaltenden Verhältnissen für die äußere
wie für die innere Politik dieses Reiches von hoher
Bedeutung ist.

*In der am 10. Oktober stattgefundenen Sitzung
des nordamerikanischen Senats wurde
Bayard (Demokrat) zum Senatspräsidenten auf
Zeit gewählt.

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 18. Oklt. Uebermorgen,
am 15. d. Mis., tritt auf den Pfalzischen Eisen⸗
dahnen der Winter-Fahrplan in Kraft. Aus
demselben bringen wir im Inseratentheile dieser
Nummer einen kurzen Auszug, auf den wir hiermit

gerwWeisen

Donnerstag, 13. Oltober 1881..

16.2

*St. Ingbert, 12. Okt. Am Montag
Abend gegen 10 Uhr geriethen mehrere Bursche
nus Friedrichsthal, die vorher in verschiedenen Wirth—
chaften gezecht hatten, auf hiesiger Ortsstraße in
Streit und verübten ruhestörenden Lärm. Polizei—
iener Steinfels, welcher einen der ihm unbe—
unnten Ruhestörer festnehmen und zur Constatirung
eines Namens auf das Polizeibureau verbringen
vollte, wurde von einem anderen unversehens und,
he er von seiner Waffe zur Vertheidigung Gebrauch
nachen konnte, angegriffen und erhielt mit einem
Todtschläger mehrere rasch aufeinanderfolgende Hiebe
nuf den Kopf, daß er zusammenstürzte. Seine Ver—⸗
vundung isi nicht unbedeutend und erfordert ärzt⸗
iche Vehandlung. Der Thäter, Ludwig Edelmann,
22 Jahre alt, Glasmacher von Friedrichsthal, ist
»erhaftet. — In derselben Nacht trieb sich in ver—
vächtiger Weise ein fremdes Individuum in der
Stadt herum. Dasselbe wunde als ausgeschriebener
Dieb erkannt, verhaftet und an die ausschreibende
Behörde nach Landstuhl transportirt.

— In Niederwürzbach brannte am Mon—
tag Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr das allein—
tehende Wohnhaus des Schmelzarbeiters Jakob
Degel nieder.

— In Mußbach ist in Folge starker Nach⸗
frage — namentlich von auswärtigen Käufern —
im Laufe eines Tages der Mostpreis von 16 Mk.
ind 16 Mtk. 50 Pf. auf 17 Mt. die 40 Liter
gestiegen. Für den noch nicht verkauften kleinen
Rest wird sich der Preis voraussichtlich noch gün—
itiger stellen.

—Der Dürkheimer Wurstmarkt hat
wieder bedeutende Opfer gefordert. 5 Fassel, 14
Kühe, 29 Riuder, 5 Stirre, 58 Kälber, 8 Schafe
und 82 Schweine mußten ihr Leben lassen. Was
an Hasen, Häschen, Hahnen, Enten, Gänsen u. s.
w. aus der Welt geschafft worden, ist gar nicht
festzustellen, aber klein dürfte die Zahl ebenfalls
nicht gewesen sein.

— Speyer, 10. Okt. Heute nahm im
Wittelsb acher Hof“ dahier die Anstellungsprüfung
zer Sch uldienst-Exspektanten ihren An—
ang. Als Thema für den deutschen Aufsatz wurde
gegeben: „Wodurch ist Schiller der Lieblingsdichter
unserer Nation geworden“? Zur Bearbeitung des—
elben bewilligte man den Herren Kandidaten eine
dierstündige Frist.

— Großniedesheim, 8. Okt. Gestern
rüh wurde der Ackerer und Gemeinderath Wilh.
Diery III. in seiner Scheuer oben in den Sparren
»rhängt aufgefunden. Als Ursache dieses un—
zlückseligen Schrittes wird angegeben, daß der in
den besten Vermögensverhältnissen stehende Mann
ich darüber kränkte, daß ihm in Frankenthal für
eine Kartoffeln nur 4,70 M. pro Malter geboten
wurden, während er sich in den Kopf gesetzt hatte
5 M. dafür zu bekommen. Es scheint demnach,
daß sein Geist sich in keinem normalen Zustande

befand. (Sp. 3.)

— Folgenden fast unglaublich klingenden Vorfall
herichtet das „Fr. T.“. Auf der Horchheimer
Mühle in der Nähe von Worms wurde einem
sjungen Manne aus Ramstein beim Schleifen einer
Axt von einem durch Riemenwerk in Bewegung
zesetzten Schleifstein der Arm am Ellenbogengelenk
abgerissen. Statt den Verstümmelten nach Worms
zu bringen, wurde derselbe nach dem zwei Stunden
weiter entfernten Frankenthal gebracht, weil im
Wormser Spitale keine Pfälzer auf—
enommen erden!

Vermischtes.

—r. Elversberg. Am verflossenen Sonnia
fand hier eine Kindtaufe statt, die ein blutige
Nachspiel hatte. Die Taufhandlung war vorübe
und die Gesellschaft saß beim Schmause. Zi
diesem war auch ein Schwager des Festgebers ge
jolt worden, obgleich zwischen beiden schon länger
Zeit Differenzen bestehen. Auch diesmal kam e
hald zu einem Disput zwischen den „feindliche'
Brüdern“, der beide Theile schließlich auf di
Straße führte. Hier mißhandelte der Festgebe
einen Schwager mit einem eisernen Wagenstorre:
derart, daß derselbe 3 schwere, 4 bis 5 em. lang
Kopfwunden davontrug, wovon eine, an der linke,
Kopfseite, lebensgefährlich sein soll.
FSaarbrücken, 11. Okt. Wie die „Saarbr
Ztg.“ vernimmt, sind heute im Auftrage der kgl
Regierung zu Trier als Kommissäre die Regierungs
räthe Westermann und Naumann mit den
Auftrage hier eingetroffen, die im Schoße de
Ausstellungskommissionherrschenden Zer
würfnisse zu untersuchen und, dem Antrage de
dissidierenden Majorität gemäß, eine Versöhnun
der streitenden Parteien zu versuchen. Es sinde
zu dem Behufe auf dem königlichen Landrathsamt
hier eine Tagfahrt statt, zu welcher das seitherig
Ausstellungskomite eingeladen wurde, Vielleich
gelingt es, eine Einigung in der leidigen Angelegenhe
zu erzielen.

F Frankfurt, 10. Oktober. Unter den
Namen „Monsieur Massavie, avocat à la com
de Paris“ ist Gambetta am vorigen Freitag
don seiner Schwester und seinem Neffen begleitel,
»on Dresden kommend, hier im „Russischen Hof“
abgestiegen. Derselbe hatte in den Fürstenzimmerr
)es ersien Stockes Wohnung genommen. Er ha—
dieselben bis zur Abreise, welche heute Vormittaç
erfolgte, nicht verlassen. Angeblich soll Gambetto
nur (7) seinen Neffen aus einer Dresdener Er—
ziehungsanstalt abgeholt haben. (Fr. J.)

— Bei der am 10. Okt. stattgehabten Ziehung
der ersten Serie de Frankfurter Aus—
tellungsloose fiel der erste Gewinn
Brillantschmuck, Werth 30,000 M.) auf Nr
292,155; der zweite (Speisezimmer⸗Einrichtung,
Werth 15,000 M.) auf Nr. 276,671; der dritte
Concertflügel, Werth 5000 Mark) auf, Nr.
20,029; der vierte (Koupe, Werth 5000 Mt.)
auf Nr. 59,378 und der fünste (Schmuck, Werth
5000 M.) auf Nr. 220,944. Den Hauptgewinn
haben 3 junge Leute aus Darmftadt, ein Agentur—
gehilfe, ein Mechaniker und ein Maurer, die das
Loos am Sonntag vorher gekauft hatten, gewonnen.)

F Das Deficit der Gewerbe- und Industrie—
Ausstellung zu Halle beträgt 140 000 M. Die
Garantiezeichner werden mit 40 pCt. ihrer Zeich⸗
aungen herangezogen.

F Am 31. ds. Mts. werden sämmtliche Bundes—
regierungen bei den öffentlichen Kassen feststellen
assen, welche Beträge an Thalerstücken, an
Reichsgoldmünzen und Reichssilbermünzen vorhanden
ind. Diese Feststellung hat lediglich den Zweck,
ein Urtheil über das Verhältniß, in welchem der
Umlauf der Reichsgoldmünzen zu demjenigen der
Silbermünzen steht, und insbesondere daruͤber zu
gewinnen, wie sich das Verhältniß der Einthaler—
stücke zu den Reichsgoldmünzen im Verkehr gestal⸗
tet hat.

F Aus Suez wird gemeldet, daß daselbst die
CTholera ausgebrochen ist
        <pb n="638" />
        gesegnete Nachkommenschaft.
n Tagen des September fand in dem
eapack in New Jersey die Reunion einer
ten Familie statt, deren Mitglieder auf
rade klangvollen aber ehrlichen Ramen
der Schmidt“ hören. Vor ca. 186 Jahren
ann, Namens Zacharias Schmidt, aus
gewandert und ließ sich in der Nähe
damals noch in der „Wildniß“ ge—
r und verheirathete sich mit einem eben⸗
wanderten Schwabenmädchen Christine
erx Ehe entsprangen 17 Kinder — 9
d 8 Mädchen —, die alle munter ge—
als sie in die Jahre kamen, sich selhst
en Herd gründeten. Heute leiten 2547
muͤtelbare Abstammung von Zacharias
ne Schmidt her, wem auch viele von
Namen seitdem anglisirten.

Nur die Mäuse halte man, davon ab; wo Ar
Gänge machen, friert es hinein.

Derr, Att. Icach der „Provd.⸗
Corresp.“ ist Herr v. Puttkamer, der Mini—
ster des Innern, zugleich an Stelle v. Stol—
berg's zum Vicepräsidenten des Staatsmini—
steriums ernaunt worden.
Paras, 12.3 Okt. HDer Minister-Resi⸗
dent Roustanrichtete an die Vertreter der
europäischen Mächte zu Tunis gleichlautende
Schreiben, in denen er sagt, die Besetzung
von Tunis sei im Einverständniß vom Bey
⸗exfolgt.um die Hauptstadt sicher zu stellen.
Die Besetzung habe einen rein militärischen,
efensiven Charakter.' Tie, bestehende Verwal
ug sei näch wie vor im Amte. Alle Con—⸗
uln erkannten — nach , Havas“-Meldung
— die Besetzung für nothwendig. ,

London, 12,Okt. Wie die „Morning⸗
Post“ wissen will, hätte während der lebten
»aar Tage zwischen den Cabinetten von Ber—
lin, Wien, Rom und Madrid ein Depeschen—
vechsel stattgefunden über die Frage, ob es
cathsam sei, einen gemeinsamen Flottendienst
ängs der ganzen afrikanischen Küste zum
Schutze der durch den Aufstand der Araber
»edrohten resp. Unterthanen und Juteressen
einzuführen.
WBorsichtsmaßregeln.s Wie telegra—
phisch gemeldet wird, erhielten die Comman—
danten der Garnison von Petersburg genaue
Verhaltungs⸗Befehle für den Fall des Aus—
bruches einer Revolution.

fälle⸗

Gestorben: denburg Frau Luise
Fmilie Cornelue ». Straßer, 51 J. a; in
Abermiesau J. Gg. Pfeiffer, 63 J. a.;
u Speyer Carl Edler“ Hornist im 2. Pionier⸗
zat.; in Frankenthal Babetta Adam,
Tochier von Joseph Adam; in Winnweiler
Frau Wwe. Scherer, 78.J. az in Speyer.
—
Hrünstadt PhilippFuchs, 29 J. a., in
Frankenthal Elisabethan Tochter von F.“
N. Schmitt; in Laudau Joh. Dietz, 71
J. a.; in Burbach (Burbacher Mühle) Mathias.
Zziegler, b6 J. a.

Gemeinnütziges.

Bienstesnachrichtern..

Der bisherige Lehrer an 'der kathol. Schule:zu“ Knopp,
darl Reg'i er, wurde zum Lehrer au der neuerrichteten
.kathol. Schulstelle zu Rülzheim ernannt.

Studienlehrer Kraffit in Zweibrücken wurde auf
Ansuchen in den dauernden Ruhestand unter Anerkennung
einer Dienste versetzt, Studienlehrer Keri peir in Lud⸗
bigshafen auf Ausuchen nach Zweibrücken versetzt, Assistent
8urkhard in Nördlingen zum Studienlehrer an der
dateinschule in Ludwigshasen ernannt; der Lenramtsver⸗
heser für neuere Spraͤchen an der Studienanstalt Speyer
do Lüids wurde zum Studienlehrer daselbst ernannt

reten der Kartoffeln.) In der

sich keine Methode besser bewährt, Kar—
tossein in Mieten über Winter zu conserviren, als
wenn man die Kartoffeln in einer Lage Langstroh,
im besten vorher den Schafen eingelegt, überdeckt,
odann eine Schicht Boden, dann nochmals eine
Schicht Langstroh und wiederum Boden darauf
deckt. Der Boden zwischen den beiden Strohlagern
friert nie, er thaut sogar auf, wenn er, ehe man
dazu kommt, die zweite Schicht Stroh und Boden
aufzudecken, bereits gefroren sein sollte, und bildet
eine völlige Isolirschicht. Auf dem Kamm der
Haufen ist es am besten, keinerlei Wische zu machen,
ondern auch ihn mit Boden fest zuzudeen, nach⸗
dem derselbe, resp. die Strohlager im Herbst mög—
iichst lange unbedeckt geblieben ist. So lange die
—DDD0 Kartoffel,
je liegen vollständig trocken, da durch das Stroh
eine Feuchtigkeit eindringt und durch den entnom—
enen Boden ein Graben um die Haufen entsteht.

Neueste Nachrichten.

Baden-Baden, 12. Okt. Der Kaiser
ist von seinem Unwohlsein wieder hergestellt.
Hestern unternahm er eine Spazierfahrt und
rahm an dem Diner im großherzoglichen
-zchlosse Theil. Heute ist Diner von 28
HPersonen im Mesmer'schen Hause. Der Bot.
chafter Keudell ist aus Berlin hier eingetrof⸗
en. Er dinirt mit dem diploma tischen Corps
beim Kaiser.

Für die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme tz.

Gowerbe Véroin dt. Ingbert.
Rächsten Sonntag, 16. Oltober,
gtiftungs-Fost.
Rachmittaas von 327 Uhr v Wirth Saun eiher (Höfchen)

ism soe ise warn
Fahrplan vom 15. Oktober 1881 an

St. Ingbert-gweibrücken⸗ irmasens-Landau.
556, 713, 1144, 458, 940
612, 722, 1153, 57, 949.
623, 729, 12 —, 514, 956
643, 7309, 12 10, 524, 10 6
653, 1744, 12 15, 5329, 10 11.
3257. 745. 12 16, 530, 1012.
—0. — — — 1020
121, 756, 1227, 5341, 1027

u. v
dasse
Würzbach F
Lautzkirchen ,
Bierbach 31
rinöd
zweibrücken an
4 Nach Saargemünd umsteigen.
ʒ Nach Homburg um steigen.
3zweibrücken ab 572, 758, 1230, 548, 847.
Pirmasens an * — 623, 855,. 145, 7—, 10 15.
ab 528, 8—, 1250, 6 5, —
(Westbahnhof) ab. 744, — 259, 815, —
dandau Hanptoahnhof) an. 751. 941, 3 6, 822, —
Laudau⸗Pirmasens-gwei brücken⸗St. Jugbert.
(Hauptbahnhof) ab 8 4, 19, 351, 86
Landau Geflbahnhofy s1il I S. 338. 811
Pirmasens an 1025, 320, 537, 1915.
F ab 528. 925. 225., 440. 920
Zweibrücken an 640, 1052, 341, 5 48, 10 44.
ab 643, 1112, 1140, 556, 722
Einöd 651, 1120, 1154, — —
Bierbach an 657, 1127, 12 5, 6 7, 7 48.
F ab 658, 1129, 1215, 6 8, 747.
Lautzkirchen , 7 4, 1135, 1230, 614, 8 2.
Würzbach F 714, 1145, 12 48, 624, 820
hassel 721 1162, 12 631. —
St. Ingbert an 729, 12 -, 115, 639. 842.
St. Ingbert-Saarbrücken.
5t. Ingbert ab 732, 12 3, 150, 642, 10 —
Scheidt ab ) Orts⸗ 737, 12 8, 2 4, 647, 1012.
Zaarbrücken an) zeit. 748, 1219, 222, 658, 1030
Saarbrücken⸗St. Ingbert.
Saarbrücken ab 644, 1115, 12 45, 429, 8585.
Scheidt ab 656, 1127, 1 5, 441,9 5.
Phhen St. Ingbert an ß q en H 710, 1141, 126, 455. 936.
A jogar im höchsten ZweibrückenHomburg.
Trunksucht Sdin dehtt Zweibrüden aß . 380.79 1954 1228 4 5, 620, 830.
harane der Erfinderd. Min Sbezieust domburg an 315, 734, 1119, 1253, 328, 430, 654, 8 55.
Trunksucht⸗Leidende Th. Konetzky, —QUVW
J de domburg ab 625, 642, 75, 920, 1130, 110, 447, 7 4. 9 53. 1015.
erichten u 7657 9 2 *
——— dasee — — Zweibru gen augöh. — — 830, 1155, 135. 512, 7 20 937, 1040.
hmer beachte man nicht, da soiche nur m 642, 1147, 721 in Einöd, um 729 in Bierbach nach St
schwindel treiben. — Ingbert-Saarbrücken umsteigen.
Druck und Verlaa von F. X. Demetz in St. Ingbert.

und Abeuds

4434

Die Mitglieder werden hierzu höflichst eingeladen.
XB Hiesige Nichtmitglieder haben, wenn sie nicht besonders eingeladen sind,
weder zur Reunion noch zum Ball Zutritt.

1522 J in modernen Schrift billigst bei
Visitenkarten n wede qhriften id ernet.

Zwangsversteigerung.
Freitag, den 1J. Oktober
18831, Morgens von 9 Uhr, und wenn
nöthig, Samstag, den 15. Oktober
jon 9 Uhr an versteigere ich in
Zchnappbach in der Wohnung der
Wiltwe von Heinrich Hauck:
Tische, Stühle, Bänke,
Schränke, 1 Canapee, Weißzeug
aller Art, Betten (neu), Uhren,
Porzellan, ca. 40 Centner Heu,
Pferdsgeschirr, 1 Hächsel-
schneidmaschine, 1 Wagen (voll⸗
taͤndig), 2 Schweine, sowie
diele sonstige Hauseinrichtungs
BHegenstände zwangsweise gegen
Baarzalung.
St. Ingbert, 11. Oltober 1881.
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.
        <pb n="639" />
        27 55 2 222
5257 2 2 5 52557— — 2 2—
— 2»— 5535 260 —————— 5* 13553 2533555
z85* —— 553*53 553535523357 —E ——
— 2 25 * S 2 —5 2— — — 2 2 2 24 —
5S 8s 5335 — 532755 —
22 5522 * —3333557 3733 2 2532
— ẽ 3 * * — — 2 * * *
23S8 ————5555 2 55555 — EEEE — — 2 2723 22 15 755338 558
5255 — 27533533237333555 5257 — 25
55 553828 —5 2 3( — ——— ——88 * 52525
— 72— 87 5 ——— 2 — 3857 5 5*
22 223232 —*— a — 3 — —2522875 —3223 8 55 552 —AA ⏑ ——— 27 2
*5 75 33872 — —— ———— 55278
⁊ — — ĩ * *
2 —— — 555855257 312——2—3 835 2q5 323 3 *5 53555 * — — 237
— 5 * 8 — —8532 2 3585 32 — ——X&amp; 58 —2 2 * 52
—— —8 —— 3 532 53* 2* 2 — — 585 2z3 222
S52* — 225325 5 3— 853 238 3 — 2 255 55 58 — z555
z — 55 2 8* 7 x — 8—* —A g- * , 286 V —— 523
5585 —— 55 283 ——55 2535* z25327* 398*48 8 —E—
ẽ * 3 ——— — — — * 2 ̃ 2 2
— 333—35585* 255 5531555 — —322 252.23.3—585* ——
FJ 2 5 — 2 — 5255 55555 2 5 3 8 28572
* — *522 —z88— — *8 58352 — — — 52 37 — 2 72 2 *
——— —— — —z5 52—22 —— — 232 25 59 — * 255 — — 2* 3 27 — —
— ⸗ 22 — — 22 ——2 2 —* * 27 232 — 57 — c252 5 5—
33377 z22353:825 33523 5582 —52 ——320
58323735823 8 7 2 — — 2328 2 —— 55* — 822 5 — 225
353387 —— ——— —35 —A — — — —
52335 z3352 25 2520 —222 ꝛ 3 255 —— z —m —25
3335 5 525225 — — — 3—88 35z35 —3385— ——
— * 2 7 * 5
5* —— 55232 22 7 ——3233 — 333 5383383583 *288
2522 8 2 —523 5345 52 —, — 230 2 2222
————— 2 2 32 527 z22 8353 — — — 252
33— *65*8 —A — — *2 3327 23*22
— 8 x — — * — —7 — 2
* —2535*5 52382353 D2 253353587 2 523 25 5 572 —55 525
2* F 322 — * 5 — 8 — —A — * —222 — 2 —
———— *2—25 233 F — — 553 * —E —A —5c ET.
— —z535535758* 2— 535 3325 ——225 — 55325375 2
2* 5 * — 825— * *
3223 25 5 ——— 3 2222 2 5355 * 22 — 5 2 —— 55355
5323 525 —— — —55333323 2 2 — —A 5 255
——— —334* —— — — —— — 22— 23* —5228 3 * * : — 78— 38
5386—35 355 3337 73575 7 23 2522
— —— 353 ——5— —— *523 2 2 53 58 * —
—z5583 35—836 55 —— —552232 —3825
2 5 3—355 25* 536 375
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— — — — —— —*8 52 — * 2* 2 5 58 * *5
— — — —— — 27 — — 3— —3 7 — 2 * 25 *
3 78386 53285, —37—52 535 —5—75 — — ——————
* — —— 52 — — 18 ——— 5*5 —53 — 22 — — 8 2 4* —— 383
* *5 — — 2 2 2 95 255 57 — 2577 355535 —3 — 233
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

— — — —— —— — — Aem»———ü—üÜ—ÜRRREXEEEE——

der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentiich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unlerhab

latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiährlich 1. .&amp; 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 —, einschl

O B Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Gormondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraien aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und so
auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 9, bei Neclamen 80 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.

* 2 * 3 —

M 466. Samstag, 15. Oktober 1881. 16.Jahr
Politische Uebersicht. 1

Deutsches Reich.

uus München, 1I1. Olt., wird dem „Pf.
geschrieben: Ob die Staatsregierung dem der⸗
naligen Landtag über die Erweiterung des Netzes
er Staatsbahnen eine Vorlage. machen wird, dar⸗
bber ist bis jetzt nichts bekannt; die Abgeordneten⸗
imnmer wird aber doch alsbald wieder einen „Eisen⸗
ahn⸗Ausschuß“, wählen müssen, da bereits ver⸗
hiedene Petitionen um Eisenbahnbauten eingelaufen
ud und noch mehrere in Aussicht stehen.

In den Einlauf der bayerischen Ab—⸗
cordnetenkammer gelangte auch die Bitte der
Iberkondukteure und Kondulteure der kgl. Posten
imn Beirechnung der Theuerungszulage zum Funk⸗
onsgehalt und um Erhöhung ihrer Reisediäten
urch Gleichstellung mit dem Funktionsbezug der
Jostpacker; dann eine Bitte der Bureaudienersge⸗
ilfen der Oberpostamter München, Bamberg,
Bürzburg. Regensburg, Augsburg, Nürnberg und
-peier um Einreihung in die Kategorie D. II.

Der neugebildete bayerische Eisenbahn⸗—

ih wird am 24. d. M. in München zusammen⸗
reten. Unter den auf die Tagesordnung gesetzten
egenstäͤnden sind nach der „Frankf. Ztg.“ er⸗
nähnenswerth: Ermäßigung der Getreidefrachten
us Oesterreich Ungarn und aus Bayern nach der
schweiz und dem Rhein und Riehbefoörderungs⸗
arif. Dem Eisenbahnrath werden auch einige der
angsten Beschlüsse der ständigen Tarifkommission
x deuischen Eisenbahnen zur Besprechung mitgetheilt.

Mainz, 11. Okt. Ger Bischofsstuhl.)
ner cirkulirt das Gerücht von der baldigen Be—
ttzung des Bischofstuhles. Als Candidaten werden
er Pfarrer von St. Christohh in Mainz, Graf
zalen, und Dompräbendat Schneider genannt.

Stuttgart, 18. Ott. Der, Minister des
mnnern v. Sick ist heute Mittag an einer Bauch⸗
ellentzundung gestorben.

Die Nachricht, daß eine Zusammenkunft zwischen
em Fürsten Bismarck und Gambetta
ztatt gefunden habe oder auch nur beabsichtigt
ewesen sei, wird in Berliner maßgebenden Kreisen
18 vollständig aus der Luft gegriffen zurückgewiesen
ind belächelt.

Wie von stets gut unterrichteter Seite mitge⸗
jeilt wird, dürfte die Frage des Verhaltens gegen
e internationalen Revolutionäre binnen
urzem zu 'diplomatischen Verhandlungen Anlaß
»ben. Die Anregung hierzu sei von russischer
eite ausgegangen und zwar sei durch ein aus⸗
hrliches Rundschreiben des Ministers v. Giers an
e hervorragendsten Staaten das Ersuchen ge—
chtet worden, dieser Frage in einer gemeinsamen
zesprechung näher zu treten, um auf diese Weise
m Interesse der Sicherheit aller Staaten eine
derständigung der Regierungen herbeizuführen.
Nan glaubt, daß dieser Schritt der russischen Re—
ierung eine Folge der Besprechung ist, welche der
zar bei der Danziger Kaiser-⸗Zusammenkunft mit
em deutschen Reichskanzler gepflogen hat.

In allen Reichsämtern wird seit kurzem anstrengend
earbeitet, um das Material für den Bundesrath
rtig zu stellen. — Der Reichstag soll auf den
1. November, der preußische Landtag auf den 12
anuar einberufen werden.

Vor einiger Zeit verlautete von Verhandlungen
wischen den preußischen und den thüringischen Eisen⸗
ahnen durch die preußische Regierung.
hach den neuesten aus Thüringen kommenden Mit⸗
heilungen sind die bezüglichen Verhandlungen zwischen
zreußen und dem Verwaltunasrath der Thüring—

schen Eisenbahn, wie auch mit den betheiligten
dleinstaaten, so weit gediehen, daß eine General⸗
ersammlung der Aktionäre der Thüringischen Eisen⸗
ahn auf den 29. Oktober nach Erfurt einberufen
st, um über Genehmigung oder Ablehnung des Ver⸗
rags zu beschließen. Was für die Staaten Weimar,
Neiningen und Reuß j. L. von recht unliebsammer Be⸗
eutung ist, besteht in der Nichtübernahme der Gera—
zichicht⸗ Eisenbahn durch Preußen, welch' letzteres
ur den Betrieb für Rechnung der Aktionäre über—
ummt. Damit sind aber die genannten Kleinstaaten
n der schweren Belastung durch die Zinsgarantie
erblieben: daneben steht jedoch der preußischen Re—
ierung „jederzeit“ das Recht zu, die Gera-Eichicht⸗
ahn für 10 Millionen Mark zu erwerben, womit
ie Uebernahme der Schulden verbunden ist. Wann
Ifo die belasteten Kleinstaaten die Zinsgarantie
ür Gera⸗Eichicht los werden, liegt ganz in den
anden der preußischen Regierung, die sich sonach
leit und Umstände je nach ihren Interessen wählen
inn. Dieses Abkommen ist stark hinter den Er—
nartungen zurückgeblieben.

Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, beab⸗
chtigen die deutschen Feuerversicherungs⸗
esellschaften den immer ernster werdenden
zerstaatlichungsgerüchten gegenüber nun endlich aus
hrer bisherigen Reserve herauszutreten, um über
Rittel und Wege zu berathen, die Bestrebungen
n geeigneter Weise zuhintertreiben.

Dem Berliner Hofe ist bereils offiziell angezeigt
vorden, daß die Kroͤnung des Czaren näch—
les Frühjahr in Moskau stattfindet. Wie ver—⸗
autet, wird unser Kaiser durch eine hochgestellte
bersönlichkeit bei der Festlichkeit vertreten sein.

Ausland.

Die „Provinzial⸗Korrespondenz“ bemerkt zu dem
Tode v. Haymerle's: Mit Oesterreich⸗Ungarn
eklagt das deutsche Reich in dem Hingeschiedenen
inen Staatsmann, der es sich besonders hat an⸗
elegen sein lassen, die freundschaftlichen Beziehungen
eider Staaten zu pflegen. Eine Aenderung in
enselben wird das traurige Ereigniß jedoch sicher⸗
ich nicht zur Folge haben, um so weniger, als sie
en beiderseitigen Interessen, sowie dem Frieden
ẽuropa's durchaus entsprechen. 27

Außer Gambektta weilte in den letzten Tagen
joch eine andere hervorragende Persoͤnlichkeit
yrankreichs auf deutschem Boden: Prinz Je⸗
ome Napoleon. Derselbe ist bereits wieder
ach Paris zurückgekehrt, wo man sich bei seiner
breise nach Konstantinopel auf eine längere Ab⸗
vesenheit des Prinzem gefreut hatte.

Es ist eine fatale Sache, ein berühmter Mann
u sein und inkognito zu reisen. Zunaͤchst wurde
derrn. Leon Gambetta die Tante, dann der
deffe und nun gaxauch noch seine Spritzfahrt
zach Dresden und Frankfurt abgestritten, von Ham-
urg, Lübeck, Varzin gar nicht zu sprechen. Fran⸗
osische Blätter behaupten allerdings, Gambetta sei
im Montag „aus Deutschland nach Paris zurück⸗
ekehrt,“ aber er soll seinen Pariser Freunden
noch nicht erschienen, sondern nur für die Intimsten
inter den Intimen zu sprechen sein. Die „Dres⸗
ener Zeitung“ und: der „Dresdener Anzeiger“ be⸗
treiten freilich die Anwesenheit Gambettas in Elb⸗
lorenz überhaupt.: Sie behaupten, es läge wahr⸗
heinlich eine Verwechslung vor. Ein anderer
anzösischer Onkel soll einen andern französischen
deffen abgeholt haben, und zwar bestätigt dies der—
elbe Prof. Hesselle, aus dessen Institut am Sonn⸗
ag die „Dresdener Nachrichten“ Herrn Gambetta
den Pfeudo⸗Neffen abholen ließen. Die „Frankf.

Ztg.“ ferner meint, daß Gambetta in der Mi
stadt war, scheine ihr eine irrthümliche Mein
zu sein. Gegenüber allen diesen Nachrichten ist
nur eins von Wichtigkeit, daß seit Sonntag, wo
die ersten Nachrichten über Gambettas Dresdener
Aufenthalt auftauchten, bis heut weder aus Paris
noch aus Varzin-Berlin ein autorxitatives Dementi
der ganzen Mittheilungen erfolgt ist. Die Kom⸗
hination betreffs einer Zusammenkunft Gambetta—
Bismarck läuft schon seit circa 3 Wochen durch die
»uropäische Presse. Erster journalistischer Verbreiter
yerselben war der Pariser Coxrespondent des Lon⸗
»oner „Standard“.“ Auch dagegen ist noch kein
Dementi erfolgt. Und so macht es in der That
»en Eindruck, als ob — wenn die Entrevue beider
Staatsmänner noch nicht geschah — die beiden
unächst Betheiligten ein Interesse daran
aben, daß die oͤffentliche Meinung in Europa
ich mit dem in die Tagesdiskussion geworfenen
Thema beschäftigt und. sich mit der Idee einer Ver⸗
öhnungs-Entrevue vertraut mache.
London, 12. Okt. Die „Morning-Post“
jatte die Nachricht gebracht, unter den europäischen
Mächten würden Depeschen gewechselt über eine
gemeinsame Flottendemonstration an der Küste von
Afrika zum Schutze der durch den Aufstand der
Araber bedrohten Europäer. Diese Nachricht wird
von gut unterrichteter Seite als grundlose Erfin⸗
dung bezeichnet.
Eondon, 12. Olt. Daß Gambeita den Fürsten
Bismarck besucht habe, wird in hiesigen diplo⸗
natischen Kreisen für sehr wahrscheinlich gehalten,
za Andeutungen über solches Vorhaben schon vor
mehreren Wochen, als Gambetta nach Brüssel reiste,
hierher gelangten. Der Pariser Correspondent der
„Times“ sagt, daß Bismarck bereits im Jahre 1878
eine Zusammenkunft mit Gambetta gewünscht habe.
Eine hohe Auszeichnung ist seitens der deutschen
Regierung dem faktischen, wenn auch nicht nomi⸗
aellen Leiter der russischen Politik zu Theil ge—
vorden. Kaiser Wilhelm hat dem Sigatssekretär,
Wirklichen Geheimen Rath v Giers, den rothen
Adlerorden erster Klasse mit Brillanten verliehen.
die Verleihung geschah kurz vor dem 30. August
russischen Styls, dem Namenstag des Czaren, und
anläßlich der Danziger Entrevue, so daß Herr v.
Biers diese hohe Dekoration schon anlegen konnte,
als er dem Czaren zu seinem Namenstag gratu—⸗
irte. Bei dieser Gelegenheit hat der Kaiser —
o wird uns mitgetheilt — auch seinerseits den
Zerrn v. Giers zu der ihm zu Theil gewordenen
eltenen Auszeichnung beglückwünscht.
NKonstantinopel, 12. Olt. Auf die Nach⸗
richt von der Absendung französischer und engli⸗
cher Panzerschiffe nach Egypten wurden die Dra⸗
jomanen von Frankreich und England gestern ins
alais gerufen, wo der Sultan ihnen mittheilen
ieß, daß diese Demonstration unnütz sei, nachdem
die Ordnung in Egypten hergestellt sei. Er ver⸗
angte von Tissot und Dufferin, sie sollten die Ab—
endung von Panzerschiffen zu verhindern suchen.
Tunis, 18. Okt. Ali Bey wurde am 10.
Okt. Abends von einem starken Haufen Araber bei
den römischen Ruinen von Ain Tunka angeg riffen.
Nach lebhaftem mehrstündigem Kampfe flohen die
Araber unter Zurücklassung der gesammten Beute.
Bon der Cabalerie wurden sie versolgt bis Donga
bei Tebursuk. Auf beiden Seiten empfindliche Verlufie.
Der Nihilist Hartmann hat, aus Furcht vor
der Auslieferung an Rußland, die Ver Staaten
am 6. d. verlassen und die Rückreise nach England
anaetreten.
        <pb n="642" />
        rokale und pfälzische Nachrichten.
St. Ingbert, 14. Olt. Die jüngstver⸗
enen Tage brachten uns in der Pfalz eine solch'
erordentliche Menge von Wahlversammlungen,
es fast nicht moͤglich war, dieselben alle zu
strieren. Am verhältnißmäßig ruhigsten verhielt
bisher die Wahlbewegung im Wahlkreis Zwei—
ichen⸗Pirmasens; erst jetzt scheint etwas
zr Fluß in dieselbe kommen zu sollen. So hat
jern eine größere Versammlung der sreisinnig⸗
ionalen Partei zur Besprechung der Candidatur

Herrn Oskar Krämer im Fruchthallsaale

Zweibrücken ftattgefunden; auch in Pirmasens

dBlieskastel finden in den nächsten Tagen- zu

nselben Zweche Versammlungen statt. Allent-
ben · wird die betreffende Candidatur sehr günstig
fgenommen. In unserer Stadt scheint die Wahl⸗
mpagne diesmal ruhig vorübergehen zu wollen;
un wie aus Kreisen, die ziemlich gut unterrichtet

n können, versichert wird, soll die Candidatur
des H. Oskar Kräͤmer hier von allen Seiten
unterstützt werden.

* Si. Ingbert, 14 Okt. Wir machen wie⸗
derholt darauf aufmerksam, daß morgen (Samstag)
Abend im oberen Lokale des Wirthes Herrn Weirich
eine Versammlung aller Derjenigen stattfinden soll,
die Interesse an der Gründung des „allgemeinen
Krankenunterstützungs-und Sterbekassen—
Vereins St. Ingbert“ nehmen. Die Tages⸗
»rdnung (Berathung und Feststellung der Statuten.
Wahl des Verwaltungsrathes ꝛc.) ist so wichtig,
zaß sie ein möglichst zahlreiches Erscheinen der Be⸗
theiligten wünschenswerth macht.

* St. Ingbert, 14. Okt. Als Neuigkeit für
die Leser unseres Blattes geht uns die Mittheilung
zu, daß das Ziehungsgeschaft der Veteranen—
Lotterie nahezu bis zum Ziehungstage der
Brückenauer Lotterie dauern und somit die
Verausgabung der Veteranen-Ziehungsliste fast
gleichzeitig mit Verausgabung der Brückenauer Ge⸗
winn⸗Ziehungslisten zusammentreffen wird.

— Zweibrücen, 18. Okt. Heute vor
11 Jahren war dem kgl. bayer. 5. Jägerbataillon
und anderen Theilen des II. bayer. Armeekorps
Gelegenheit geboten, sich vor Paris mit den Fran⸗
zosen zu messen, nämlich, im Gefecht von Bagneur,
welches von 8 Uhr Morgens bis etwa 3 Uhr Nach—
mittags dauerte. Von einer kolossalen Uebermacht
zurückgedrängt, räumten das 5. Jägerbat. und eine
Abtheilung der 10. Komp. des 5. Inf.Reg., nach⸗
dem sie von 8 Uhr an Bagneux mühsam behauptet,
etwa um 11 Uhr den Platz und zogen sich in
eine vom 3. Bat. des 14. Regiments besetzte Auf⸗
nahmestellung zu beiden Seiten der Straße nach
Fontenah zurück. Unter Generallieut. Graf v.
Bothmer und Oberstlieut. v. Heckel wurden darauf
um 12123 Uhr von Theilen des 5. Inf.Reg., 5.
uind 10. Jagerbat. 14. Inf.⸗Reg. ꝛc. die Fran⸗
zosen angegriffen und allmählich zurückgedrängt.
Gleichzeiig waren unsere Bayern (Theile des J.,
I1I. und 7. Reg. und 10. Jägerbat.) in Chatillon
lebhaft engagiert. Nachdem General Vinoy, der
dommandant der Pariser Truppen, im Laufe des
stampfes sich überzeugen mußte, daß die Deutschen
auf allen Punkten der Angriffsfront mit starken
sräften gegenüberstanden, ließ er etwa um 3 Uhr
das Gefecht, dessen gehofften Erfolg die bayerische
Tapferkeit vereitelt hatte, abbrechen. Die Bayern
hatten bis dahin ihre vorher eingenommenen
Stellungen sammt und sonders wiedererobert. Die
Besatzung von Bagneux wurde nachher von einem
auf zwei Bataillone verstärkt. Die Stärke der
französiscken Ausfallstruppen betrug ungefähr
25,000 Mann mit 80 Geschützen. Auf bayerischer
Seite dürfte denselben kaum der fünfte Theil gegen⸗
übergestanden sein. Das U. bayer. Korps hatte
za. 400 Todte und Verwundete; ebensogroß war
der Verlust der Franzosen. — Hiesige Kampfge—
nossen des 18. Oktober feiern heute die Erinnerung
an jenen ernsten Tag durch eine Zusammenkunft
im „Deutschen Haus“. Wir gedenken in Trauer
der bei Bagneux und Chatillon für das Vaterland
Gefallenen und wollen den Ueberlebenden hiemit
den gebührenden Zoll patriotischen Dankes darge⸗
bdracht haben, indem wir rufen: Die Sieger von
Bagneur leben hoch! (Zw. Ztig.)

— Für den Bau einer Winterturnhalle bei dem
Bymnasium in Zweibrücken werden im bayer.
Budget 500 M. verlangt.

— Wie die „Saar⸗ u. Bl.⸗Ztg.“ meldet, ist in
usel und dem benachbarten Konken die Lung—
enseuche ausgehbrochen.

— Pirmasens, 12. Okt. Der Leinwand⸗
jändler Leberecht Heinrich von hier, über dessen
Beemögen, während sich Heinrich auf Geschäfts⸗
eisen von hier abwesend befand, das Concursver⸗
ahren eröffnet. worden war, ist heute nach Pirma⸗
ens zurückgekehrt und soll dem Vernehmen nach
zerhaftet sein.

— Dürkheim, 12. Okt. Die Jury der balneo⸗
ologischen Abtheilung der Patent⸗ und Musterschutz⸗
lusstellung zu Frankfurt a. M. hat der löbl. Aktien⸗
Besellschaft für den Betrieb von Bad und Saline
dürkheim die goldene Medaille für ihre zur
Uusstellung gebrachten Produkte ꝛc. ertheilt.

ODülh. Anz.)

— Die „Dem. Korr.“ bemerkt, daß die
VPolkspartei, in Germersheim⸗Bergzabern,
—DO
eine eigenen Kandidaten aͤufstellen werde. (Iff
nuch gar nicht nöthig!)

Speher, 1232. Okt. Trotz des Regens
and heute Morgen 11 Uhr in Gegenwart des k.
stegierungspräsidenten, Excellenz v. Braun, und
‚es Stadtkollegiums bei zahlreicher Betheiligung
eitens der Beamten und Bürger die feierliche Ent⸗
züllung des dem Schöpfer unserer Domanlagen,
rüheren Regierungspräsidenten v. Stengel in
iieser Anlage gesetztzn Denkmals, zu welcher
Feier sich auch mehrere Mitglieder der v. Stengel'
hen Familie eingefunden hatten, durch Hrn.
ürgermeister Haid statt. Das im Renaissance—
tile gehaltene Fußgestell aus schwarzem Marmor
nit Füllungen und Eckverzierungen aus weißem
Narmor zeigt auf der Vorderseite die Widmung
n eingesetzter Schrift nebst dem Stadtwappen in
ergoldetem Bronce. Es ist, wie ich vernehme,
ine Erstlingsfrucht unseres pfälzischen Gewerbe—
Nuseums, indem die Zeichnung dortselbst entworfen
hurde und die Ausführung unter dessen Leitung
inem Kaiserslauterer Meister übertragen war.
die gleich künstlerische Auffassung und Ausführung
egen beredtes Zeugniß ab von der hohen Bedeu—
ung des Gewerbemuseums für die Pfalz. Die
Züste aus reinem carrarischen Marmor verräth
»urch ihren seelenvollen Ausdruck auf den ersten
Blick die Hand des italienischen Meisters. — Das
Hanze ist eine prächtige Zierde unserer Domanlage.

f. Pr.)

— Vom Sekretariat Sr. Königl. Hoheit des
ßrinzen Luitpold von Bahvern hat die
Kedaktion der „Pfälzer Ztg.“ folgendes Schreiben
erhalten:

„Euer Hochwohlgeboren! Seine Königliche Ho—
jeit Prinz Luitpold von Bayhern haben in Nr. 228
der „Pfälzer Ztg.“ vom 30. v. Mis. gelesen, daß
in Arbeiter in der Gegend von Kaiserslautern
wenn ich nicht irre Trippstadt) jüngst verunglückt
st und eine am Tage, an welchem das Unglück
ich exeignete, zur Wöchnerin gewordene Frau
interließ. Höchstdieselben haben mich zu beauf⸗
ragen geruht, als Unterstützung für diese arme
Bittwe den Betrag von Einhundert Mark zu über⸗
enden. Da mir der Name derselben unbekannt
st und ich auch hier die „Pfälzer Zeitung“ nicht
ur Hand habe, um daraus ersehen zu können,
in welche Behörde ich mich behufs dieser Unter⸗
tützung zu wenden hätte, erlaube ich mir die gü—
ige Vermittlung Euerer Hochwohlgeboren in Anspruch
u nehmen, und habe die Ehre, unter Versicherung
oorzüglicher Hochachtung zu sein Euerer Hochwohl⸗
jeboren ganz ergebenster Schels, k. Hofrath.
-chliersee, 10. Oktober 1881.“

— Der staatl. Zinszuschuß für die pfäl zischen
fisenbahnen beträgt nach der Rechnung pro
879: 2,608,434 M. 82 Pf. und nach jener pro
880: 1,747,951 M. 99 Pf., in Summa
351,386 M. 81 Pf., woraus sich ein Durch⸗
hnitt von 2,175,693 M. 40 Pf. ergiebt. Hie⸗
ei ist zu berücksichtigen, daß im Jahre 1882 we—
jen des Wegfalles der Amortisation der in die
ieuen Konvertirungsanlehen übergegangenen Pri—
ritätenschulden für Amortisation ein geringerer Be—
rag zur Verausgabung gelangt, als im Jahre
881. Es werden nämlich für Amortisationszwecke
uszugeben sein im Jahre 1881: 685,286 M.
O Pf. im Jahre 1882 dagegen nur 185,528 M.
»7 Pf., sohin weniger um 495,757 M. 53 Pf.
zringt man diesen Betrag von dem rechnungs⸗
näßigen Gesammtdefizit der Jahre 1879 und
880 mit 4,351,386 M. 81 Pf. in Abzug, so
rrgiebt sich ein Rest von 8,855,629 M. 28 Pf.,
ohin im Durchschnitte von 1,927,814 M. 64 Pf.,
oelcher Betrag mit rund 1,930,000 M. budgetirt ist.

Vermischtes.

—x. Rentrisch. In der Nacht von Moniag
auf Dienstag haben Diebe dem Ladenlokale de
Metzgers und Wirthes Hrn. Joh. Schwarz
dahaer einen; Besuch abgestattet. Der Eintrin
tann für dieselben/ nicht besonders leicht gewesen
sein; denn der Fensterladen war mit eiserner Stang
ind Hängschloß wohlverwahrt. Nachdem derselbt
uufgebrochen war, wurde das Fenster ausgebleiht.
Als Lohn für ihre Mühe eigneten sich die Diebe
den Inhalt der Ladenkafse mit etwa 30 Mk. an,
sowie noch eine Parthie Wurst und Fleisch. Wer
die frechen Diebe sind, weiß man bis jetzt noch nicht.

F Mainz, 9. Okt. Die hiesigen Blätier
rzählen übereinstimmend folgende heitere Episode,
velche sich dieser Tage in dem Sitzungssaal des
randsgerichts, Abtheilung für Zivilsachen, ereignet
zaben soll. In einer Familis auf, dem Lande
var wegen Geldangelegenheiten Streitigkeit ausge—
hrochen und die Hilfe des Gerichts deßhalb in
Anspruch genommen. Nun befand sich unter der
Parteien ein Frauenzimmer, das im Rufe stand
in böses Mundwerk zu haben, und sollte ein bereiß
zejahrter Bauersmann über die Person Auskunf—
zeben. Der Zeuge, ein Mann von altem Schro
ind Korn, wurde von dem Vorsitzenden des Gericht
jefragt, ob denn das Frauenzimmer wirklich su
irg sei. In echter pfälzischer Mundart gab de
Zeuge zur Antwort: „No, Herr Präsendent,
arig is se grad nit; fie is, wie die annern al
—VV
jo aach verheirath!“ Tableau!

F Köln, 10. Okt. Die Wittwe von Abrahan
». Oppenheim hat, zum Andenken an ihren
nerstorbenen Mann, * Millionen Mark zur Stif
ung eines Kinder-Hospitals der Stadt überwiesen
heute wurde durch den Oberbürgermeister Di
Becker der Grundstein zu dem Bau gelegt. — Vo
inigen Tagen wurde hier ein Russe wegen Falsch
nünzerei verhaftet. Er hat in Deutschland russi
hes Geld nachgemacht und ließ dann dasselbe in
einem Vaterlande verbreiten. Am Donmmersta
veilte in dieser Angelegenheit ein rufsischer Staats
inwalt hier.

Im Oberamt Münsingen (Würtemberqg
ebt ein Mann, welcher Wetten eingeht und gewinn
darüber, daß Niemand im Stande sein soll, ihr
in den Kopfhaaren vom Stuhl oder von der Banl
vegzuziehen. Jedenfalls muß dieser schwäbische Rech—
bei seinen Kraftproben Haare lassen und so wir
er dieses Metier wohl nicht lange treiben.

F Die Resultate der letzten Prüfungen sür de
einjährigen Freiwilligendienst in Bayern sin
rnichts weniger als befriedigend, indem von 76
Prüflingen nur 25 oder 35,7 pCt. das Reife
eugniß erhalten konnten. Ansbach hat die höchst
JIrozentzahl (54), München die niedrigste (22,7)
die schlimmen Ergebnisse resultiren daraus, daß die
Brüfungskandidaten keine gründlichen Studien
nachen, sondern in den Dressiranstalten in kurze
Zeit nachholen wollen, was sie in langer Zei
zersäumt haben und sich dann auf gut Glück ver
assen. Werden sie dann auch noch von diesem ir
Stich gelassen, dann kommen die Klagen über all
zuhohe Anford erungen.

F Der Münchener ärztliche Bezirksveren
zeschloß den Antrag Brauser, die Verlängerun
des Studiums der Medicin von 4 auf 5 Jahn
zetr, in der oberbayerischen Aerztekammer duri
eine Delegirten vertreten zu lassenn.

f Bahreuth. Am 23. ds. Mts. wird der aud
in weiteren Kreisen bekannte Stabst rom peter Gött
ing des 6. Chevaulegers⸗Regiments, zur Zeit der
ilteste aktive Unteroffizier der baierischen Armee
ein fünfzigjiähriges Dienstjubiläum feiern. Hen
höͤttling ist trotz seiner hohen Dienstzeit ein rüstige
Nann und tummelt, obwohl von starker Leibesfüll
vacker sein Pferd wie ein Junger. Der genial
Mann ist bei Allen beliebt und geehrt, die ih'
tennen, und deren Zahl ist groß.

F Marseille, 12. Ott. Am 4. d. Mu
'and eine furchtbare Explosion an Bord der ital
nischen Brigantine, Armonia“ statt, welches Schiß—
nit Petroleum befrachtet, am 28. Sept. von Bar
elona hierher abging. Durch die Explosion wurde
der Kapitän und die beiden Steuermänner übt
Bord geschleudert, während 5 Matrosen mit den
Wrack uniergingen. 83 Matrosen gelang es, sid
auf einem Theil des Mastbaumes an der Ober
läche zu halten, wo sie am folgenden Tage auf
gefunden und hierher gebracht wurden.

F(Franzssische Steuern.) Seitens de
        <pb n="643" />
        ranzösischen Finanzministeriums liegt eine offiziöse
genachrichtigung vor, wonach die indirekten Steuern
m Monat September 1881 um 14,824,000
Francs mehr ergeben haben, als im Budgetvor⸗
inschlage vorausgesehen war..

Rom. Der Hr. Bischof von Speyer kam
im 3. d. M. hier an, stieg in der deutschen Na—⸗
nonalstiftung all' Anima ab, wohnte am 4., als
im Namensfeste des Kaisers von Oesterreich, des
Brotektors genannter Stiftung, dem von dem öster⸗
eichischen Bischof von Marburg gehaltenen Ponti⸗
ikalamte bei und wurde am 7. vom Papste in
Brivataudienz empfangen. Der Herr Bischof be—
jübsichtigt, Z Wochen in der ewigen Stadt zu ver⸗
veilen und auch einen Ausflug nach Neapel und
Imgebung zu machen.“
(sohes 4) Alie drei Vconate er Heint
zeim Zahlamte in Southampton ein Veteran der
xitischen Flotte, um seine Pension zu erheben,
zie er sich in den Kriegen zu Anfang dieses Jahr⸗
junderts ehrlich verdiens hat. Es ist dies Stephan
devis, geboren am 24. Juni 1777, somit gegen⸗
wärtiz über 104 Jahre alt. Als junger Bursche
wurde er zum Matrosendienste gepreßt und machte
mehrere Seeschlachten mit; unter Wellington diente
er auch einige Zeit in Spanien und erhielt wegen
jseiner guten Haltung mehrere Auszeichnungen.
Der Greis ist heute noch volllommen rüstig, schreibt
iine feste Hand und beklagt sich nur über seine
Schwerhörigkeit — das einzige Leiden, das ihm das
johe Alter gebracht hat.

Die Sammlung für dire Gattin des ge⸗
nordeten Präsidenten Garfield hat bereits die
Höhe von 335000 Dollars, ungefähr 1400 000
Mark, erreicht.

f Der erste Dampfer der neuen französischen
ßzordeaur-New-Yorker Linie, „Chateau
Ldafitte“, ist in New-York angekommen. Alle Dampfer
dieser Linie sollen nach Bordeaux-Weinen genannt
verden.

Für den Sohn des Turnvaters Jahn, Ar—⸗
nold Siegfried Jahn, der in Baltimore sein
Leben kümmerlich als Taglöhner fristet, ergeht in
eutsch⸗ amerikanischen Zeitungen wieder ein Aufruf
u Sammlungen. Die Gesundheit des 66jährigen
Mannes ist gebrochen, seine Kinder sind zum Theil
noch unmündig, die Familie, die an der äußersten
Stadtgrenze in einer sumpfigen Gegend wohnt,
liegt am Malariafieber schwer krank darnieder.
Das Jubiläum des Schnupfens.
Erstens, weil wir uns ja gerade jetzt am Beginn
der Saison der katarrhalischen Zustände und affi⸗—
tirten Schleimhäute befinden, und zweitens, um ja
nicht zu spät zu kommen und um einem Versäum⸗
nisse vorzubeugen, sei schon jetzt darauf aufmerksam
zemacht, daß wir im nächsten Jahre in der ersreu⸗
ichen Lage sind, das 100jähr. Jubiläum der Saison⸗
rankheit „Schnupfen“ feiern zu köͤnnen. Hier die ge⸗
chichtlichen Daten, auf Grund welcher sich die Sprecher
zei diesem Jubiläum schon jetzt ihre Reden — und
im eine schöne Rede halten, ist ja jeder Anlaß
erwünscht — gehörig einrichten können. Nach
inem sehr strengen Winter kam 1782 ein Früh⸗
ing, der an Veränderlichkeit der Witterung das
Moͤglichste leistete, und mit ihm aus Rußland eine
krankheit, die bis dahin im übrigen zivilisirten
suropa nicht bekannt war und die man daher die
Modekrankheit“ nannte. Dieselbe begann mit
inem Kitzel in der Nase, die Schleimhäute des
Hesichtsvorsprunges beqannen rebellisch zu werden,

REngliseh, FPranzösiseh,
Fur das Selbststudium
der
Anglischen, französischen, italieni-
schen u. spanischen Sprache
ist die

Uhthodt Dr. Richart g. Rocenthab'

Das Moistersohafts -dystom
as vorzũgliehste Untorrichtsmittol.

Die Verlagshandlung versendet gegen
vinsendung von à 50 Pfg. in Briefmarsten
ranco den ersten Brief. Einleitung und
ection 1 enthaltend.

Prosnecte gratis.
Rosenthal'sche Verlagshandlg.
in Leipzig.
Italieniseh. Spunmiccu.

vorauf sich, wie die Chroniken schreiben ‚dummer
opfschmerz“ (heute fagt man dumpfer“ Kopf⸗
hmerz), Ziehen und Mattigkeit in den Beinen ꝛc.
instellte, Zustände, die seil jener Zeit jedem Ge⸗
ildeten bekannt und geläufig sind. Ueber Schweden
ind Dänemark nahm die Epidemie ihren Weg nach
Deutschland, wo sie namentlich in Berlin, Leipzig
end Frankfurt a- M. schrecklich wäthete. In
ezterer Stadt erkrankte fast die ganze Garnison
in der Modekrankheit, welche unter allen Standen
nit gleicher Grausamkeit grassirte, den hohen Adel
nd das Militär ganz wie den Plebs behandelte
ind selbst die Nasen der höchsten Persönlichkeiten
zicht verschonte. So überfiel sie u. A. den Kur—⸗
ürsten von Sachsen, während er in der Kirche von
Dresden weilte, mit solcher Heftigkeit, daß er, um
as Gotteshaus nicht durch vehementes Niesen und
-chneuzen zu entweihen, dasselbe schleunigst sammt
gefolge verlassen mußte. Im Aprii beilaͤufig hielt
die Modekrankheit, wie das „W. Extrbl.“ consta⸗
irt, ihren Einzug in Wien, woselbst ihr ebenfalls
rehr als die Hälfte der sonst so gesunden Nasen
er Bevolkerung zum Opfer fiel. Fast sämmtliche
Nitglieder des Burg- (damals „National“) Thea⸗
ers bekamen den Schnupfen, so daß das Theater
urch volle acht Tage geschlossen bleiben mußte.
In Böhmen hauste die neue Krankheit ebenfalls,
ind zwar unter dem Bauernstande so heftig und
illgemein, daß der Feldbau, weil alle Arbeiten
iingestellt, darunter zu leiden begann. Mit dem
jerannahenden Sommer endlich erlosch die Epide—
nie, auch in Wien. Der „Schnupfen“ aber ist
jei uns ansässig geblieben und überfällt alljährlich
uu gewissen Zeiten — wie z. B. gerade jetzt wie—
der — seine Leute. Jedenfalls verdient sie ihr
Jubiläumsfest, diese „Errungenschast“.

— Pf.l.“ Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod
— Pf. Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochfenfleis
KRindfleisch 40 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleist
Schweinefleisch 50 Pf, Butter 1 Pfund 1 M.
startoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pf.

Kaiserslautern, 11. Okltober. (Fruchtmittelp
giktualienmartt.) Weizen 12 M. 48 Pf., Korn
)32Pf., Spelzkern 111M. — Pf. Speiz 9 M.
Berfte 9O M. 48 Pf. Hafer 7 W. 86 Pf., Erbser
— Pf., Wicen 6 M. 45 Pf. Linsen 16 M. —
jamen — M. — Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82
3Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 485 Pf., VBi
Ufd 1 M. 18 Pf. Eier 1 Stück 07 Pf., Karto
entner O M — Pf., Stroh 3 M. 50 Pf., Heu⸗
yf.. Kleehens M 25 Bf.⸗
Neueste Nachrichten.
Berlin, 13. Okt. Die K
ibernahm das Protektorat der allge
eutschen Ausstellung für Hygiene und
ungswesen und beauftragte den Kronp

nit ihrer Vertretung. — Der „Rei
eiger“ veröffentlicht die Ernennung
amer's zum Vice⸗Präsidenten des Su
ninisteriums.

Karlsruhe, 12. Ott. Die General—
ynode hat heute folgenden von dem Pfarrer
Zpecht gestellten Antrag angenommen: Die
dirchenbehörde möge sich dahin bemühen, daß
zurch die Reichsregierung ein gemeinsamer
Buß und Bettag für das ganze deutsche
Bolk obne Unterschied der Confession einge—
führt werde.

Wien, 13. Okt. Heute Nachmittag
hat das Leichenbegängniß Haymerle's, welchem
der Kaiser persönlich beiwohute, auf Staats—
kosten stattgefunden.

Paris, 12. Okt. Das „Sidele“ glaubt
zu wissen, daß der Präsident der Republik
norgen oder übermorgen GOambetta zu sich
derufen lassen und ihm alle Vollmachten für
»as Programm und die Bildung eines neuen
Cabinets geben werde.

Rom, 10. Okt. (Vermehrung des Effek⸗
ivstandes der Armee.) Nach einem Tele⸗
zramm des „P. L.“ sanctionirte der König
den Vorschlag des Kriegsministers, durch Er—⸗
ichtung von vier neuen Armeekorps den Effek⸗
ivstand der Armee von 300,000 auf
t10,000 Mann zu hringen. Zur Schonung
»es Staatsschatzes sollen, jedoch nur zwei
Armeekorps sofort aectivirt werden, während
ur sogleichen Erzielung der beabsichtigten
)eeresstärke die schon bestehenden Compagnien
von 200 Mann auf 225 Mann gebracht
ind die anderen zwei Corps erst successive
rrichtet werden sollen

ESterbfälle..
Gestorben: in Speyer Frau Charlotte Uhrig
zJeb. Scherübel, 54 J. a.; in Odenbach Müller
Wilhelm Cappel; in Frankenthal Frau
Naria Seyfried geb. Hoffmeister, 89. J. a.; in
Ddörrenbach der kathol. Lehrer Michael Gör⸗
ger, 56 J. a.
Dienstesnachrichennn.
Durch Entschließung des k. Staatsministeriums der Instiz
vom 6. Oktober 188 wurde der geprüfte Rechtskandidat
Friedrich Hexamer aus Wilgartswiesen als Rechts⸗
nwalt am k. Landgericht in Zweibrücken zugelafsen.
Marktberichte. *

Zweibrücken, 18. Oltober. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
aalienmarkt.) Weizen 12 M. 72 Pf., Korn i10 M. 83 Pf.,
berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Ppf.
⸗Pelz 0 M. — Pf., Spelziern — M. — Pf., Dinkel
wt. — pf. Mijchfruhte M. — pf., Zaser 7 M.
6 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken O Ni. — Pf.,
dartoffeln 1 M. 50 Pf. Heu 4 M. 40 Pf., Stroh 8 M.
O Pf., Weißbrod 122 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 3 Kilo.
2 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100 Gr.
Pf, Kindfieisch 1 Quai, 30 Pf. U. Suai. I6 Pf. Kalb-
leisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
zutter !/3 Kilogr. 1 M. 65 Pf., Wein J Liter 80 Pi.
zier J Liter 24 Pf.

Homburg, 12. Oktober. (Fruchtmittelpre un
lienmarlt.) Weizen 12 M. 92 Pf. Korn 10 M. 10 Pf.
?pelzlern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerste
reihige — M. — pf., Grerste Kreihige O M. — Pf.
afere7 M. 62 pf. rischfruht id Me 83 Pf., Erdjen
M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Bohnen 0 M.

Briefkasten der Nedaktion.

Hr. H. V...rt. Ihre Aufldsung des Preisräthsels
ijst ganz richtig; doch finden wir Ihren Namen nicht in
inserem Abonnentenverzeichniß. An der Verloosung können
her nur Abonnenten des „Anzeigers“ theilnehmen. Da
zie zu denselben nicht gehören, so sind Sie leider bei der
Jerloosung ausaeschlossen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme tz

Fũr Familien und Lesecirkel, Bibliotbheken. Hotels, Cafös und Restaurationen.
— m
2
Probe⸗Nummern gratis und franco.
Ibonnements· Preis vierteljãhrlich 6 Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

— —————
        <pb n="644" />
        1 ç5ç
Herbst- und Winter-daison 10812.

Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß sämmtliche Reuheiten zur bevorstehenden Saison
efroffen sind, und mache besonders darauf aufmerksam, daß ich jetzt in meinem neuen Lokale
roßer Auswahl das VReueste und Eleganteste in F DPamen-Winter- uncl
xgι ntel, TSinder-und Hädehen-Häntel für jedes Alter
end auf Lager habe.

Außerdem bringe mein großes Lager in fertigen Herren-
sten Genres in empfehlende Erinnerung. J J
A 8STRAVB, Sulzæbach.
Licitation.
Mountag, den 31. Oktober
jsin, Nachmittags 2 Uhr, zu
Schnappbach, Stadigemeinde St.
Ingbert, bei Gastwirth Carl Sieg⸗
wardt, Adjunkt,“ wird durch den
unterzeichneten Amtsberweser des kgl.
Notars Franz Sauer, hiezu gericht⸗
lich beauftragt, die nachstehend be⸗
schriebene Liegenschaft in der Stener⸗
gemeinde St. Ingbert der Abtheilung
wegen öffentlich an den Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, nämlich:
Plan⸗Nr. 4994132 2 a Fläche,
Wohnhaus und Hofraum, und
Plan⸗Nr. 4994 3 2 a Pflanz⸗
garten dabei, das Ganze gelegen
zu Schnappbach neben Michael
Berberich und Friedrich Hoch.
Eigenthümer sind:
Der Wittwer, die Kinder und Erben
der in Schnappbach verlebten Catharina
genannt Magdalena Sch nepp, als:
IL. Mathias Erz, früher Wirth,
jetzt Feldschütz in Schnappbach, Wittwer
der Verlebten.
2. Magdalena Erz, 3. Re⸗
gine Erz, diese beiden ledig, groß⸗
jährig und ohne Gewerbe allda;
4, Johann Erz, minderjaͤhrig,
welcher seinen genannten Vater zum
gesetzlichen Vormund und den Fried⸗
rich Schnepp, Bäcker in Metz, zum
Beivormunde hat. 554
St. Ingberi, den 13. Oktober 1881.
K. Auffschneider.
Amisverweser. 4
J.87T. CIOLINA&amp; gô
J.-87T. CIOLINA&amp; Söhne
Manufakturwaaren- und. Damen—
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Monatlieh ein Heft in elegantem
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Stickereimuster, sowie einer Bei-
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weder zur Reunion noch zum Ball Zutritt.
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lexikon's⸗ der Musik, 3 Porträts hervorragender Tondichter und deren
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renommirtesten Düsseldorfer und Münchener Künstlern, Feuilleton's? No⸗
vellen 2c. geliefert werden. F
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nehmen Bestellungen an

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Angabe bisherigex. Thätigkeit unter
F. R. SO9,- an die Exvedition
des Blates—

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Preis⸗Räthsel.

Mit heute ist der Termin
verstrichen, an dem wir Lösungen
des Preisräthsels zur Verloosung
zulassen können, da für unser⸗
Post -Abonnenten Sonntagsblatt
Nr. 3 schon dieser Nr. des
„Anzeigers“ beiliegt. Nach heute
eingehende Lösungen können als—
bei der Verloosung nicht mit—⸗
toncurriren. Im Ganzen sind un⸗
7 Lösungen zugegangen, die all⸗
richtig sind. Die Verloosung finde
Sonntag Nachmittag um 3Uhr
in der Expedition des „Anzeigers“
statt, und sind die Herren Inte
cessenten zu derselben freundlich
eingeladen.

I) vdrosse Ausgabets,
Monatlich ein Heft in-elogantem
pege mit einer colorirten Dop- ß
el-Tafel, ent haltend 4-5 Sticke- 9 5 ogar im höchsten
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unterhaltendem Texte und Hané igt ficher mit, auch ohne Vorwissen, unter
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Die Verlagshandlung: PRANZ EBHARDP. Schwindel treiben. —
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20⸗Frankenstücke 16 11-15
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9 — ——9— —*1 —* u
—536 —— 14 34 36 —* — 9
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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Dea et. Inhberter Anzeiger“ erscheint wöchent ich füunfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterh
Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 16.40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 BGO H, einse
40 — Zusteliungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 40espaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 Z, bei Reclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
— X
—' — —
M IG6G. Sonntag, 16. Oltober 1881.
n Aι—αιι „— — ··

16. Jahr

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Muünuchen, 14. Okt. Der Nuntius Rosetti ist
jestern zu Rom gestorben.

Karlsruhe, 14. Okt. Die Kammerwahlen
iud beeundet. Das ganze Resultat ist: 31 Nati—
nalliberale, 25 Klerikale, 4 Demokraten. 3 Gon—
ervalive.

Der würtembergische Reichstagsabge—
rdnete v. Bühler, welcher bekanntlich schon öfter
en Gedanken einer allgemeinen europäischen Ab—
rüsting angeregt und einen dahin zielenden Brief

4. Gambetta gerichtet hatte, erhielt dieser Tage
ine Antwort auf seinen Brief von einer Seite,
»on welcher er sie schwerlich erwartet hatte. Das
mGenf erscheinende Organ der internationalen
rricdens⸗ und Freiheitsliga weist Herrn v. Bühler
ruf ein Mittel hin, durch welches der Frieden zwischen
zrankreich und Deutschland auf Jahre hinaus ge—
ichert werde. Herr v. Bühler sollte, so meint das
zriedensblatt, uur den Muth haben und seinen
Landsleuten vorschlagen, den Provinzen Elsaß—-—
dothringen das Recht zu geben, durch eine freie Ab—
timmung darüber zu entscheiden, ob sie deutsch oder
ranzösisch sein wollen. Wenn die Majporität mit
hrem jetzigen Schicksale zufrieden ist, so wäre ein
sehr großer Schritt zu einer wirklichen Verständigung
nit Frankreich gemacht. Wenn aber die Elsaß—
Lothringer darauf beharren, zu ihrem alten Vater—
ande zurückkehren zu wollen so möge Deutschland
die Verhandlungen in dieser Richtung eröffnen oder
die beiden Völker mögen ihre Zuflucht zu einem
Schiedsgericht nehmen. Herr v. Bühler dürfte
nach diesem Bescheid die Lust vergangen sein, noche
mals an die französische Friedensliebe zu appelliren.

Nach der „Germania“ soll der Neichssstag auf
den 17. November, der preußische
Landtag aus den 12. Jannar einberufen
werden.

* Dem Bundesrathe, welcher bekannilich
am 20. Oktober zusammentritt, wird in seiner
ersten Sitzung die Mittheilung über die Erneuerung
der Ausschüsse, welche dem Kaiser zusteht, zugehen;
sodann erfolgt die Wahl der übrigen Ausschüsse
und des Protokollführers. Nach Erledigung des
Reichshaushaltsetats wird sich der Bundesrath sosort
dem weiteren Material zuwenden, das für die
Frühiahrssession bestimmt ist.

Ausland.

In Paris machen die Bemerkungen, welche
der Pariser „Times“-Correspondent Blowitßz an
die deutsche Reise Gambettas knüdpfte,
gzroßes Aufsehen. Blowitz erzählt nämlich — wie
dem „Berl. Tgbl.“ telegraphirt wird — Fürst
Bismarck habe ihm im Jahre 1878 in Berlin
gesagt: Gambetta sei einer der Menschen, die er
vor seinem Tode sehen möchte; Gambetta sei ein
sehr merkwürdiger Mensch, der alle seine Landsleute
im Kopfeslänge überrage. Da Bismarck sich ein
zweites Mal so äußerte, glaubte Blowitz eine Zu—
ammenkunft zwischen Gambetta und Bismarck an—
legen zu sollen und sprach davon mit dem Fürsten
Hohenlohe und dem Baron Holstein von der deutschen
Botschaft in Paris, die ihm beide Recht gaben.
Doch machte Graf Holstein, der vermuthlich mit
dem Fürsten Bismarck über die Sache gesprochen,
jeine Reserven: es dürfe nämtich bei einer solchen
Enkrevue nie von einem Elsaß-Vothringen betreffen—
den Kompromiß die Rede sein, weder Fürst Bis—
narck noch Kaiser Wilhelm würden dies dulden.
;ein Varis kheilkse Bsospikß au Gamtbetta das mif

was er in Berlin erfahren und er glaubt, die
Entrevue habe jetzt stattgefunden.

Nach der „Wiener Allgem. Ztg.“ wird die
österreichische Kaiserfamilie den November
in Nizza zubringen. Bei dieser Gelegenheit würde
in Bordighera oder in San Remo eine Zusam-—
menkunft mit König Humbert stattfinden.
(Diese Nachricht bedarf sehr der Bestätigung.)

Eine Zusammenkunft der Kaiser von
Oesterreich und Rußland gilt als sicher be—
dorstehend und findet vermuthlich am 18. Olkt.
ttatt. Der Ort ist noch unbestimmt; man schwankt
wischen Granica, Warschau und Krakan. So be—
richtet das „Berl. Tgbl.“

Dublin, 13. Ott. Der Geheime Rath pub—
lizierte eine Proclamation, nach der die Grafschaft
Longford, Kildare, Louth, Meath, Carlow, Werford,
Wicklow unter die Bestimmungen des Zwangsge
etzes gestellt werden. Dies ist jetzt in ganz Irlaud
n Kraft. —

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 15. Okt. Wir brachten
J. Z. die Nachricht, daß sichin Kaiserslautern
anter der Direktion des Hrn. May ein Stadt—
rchester organisirt habe. Das genannte Orchester
jat bereits in Kaiserslautern in mehreren Coucerten
Rroben seiner Leistungssähigkeit abgelegt, die sämmt—
ich auf das Günstigste beurtheilt wurden. Nun
heaͤbsichtigt dasselbe, auch in anderen Städten, wir
jören, auch hier, aufzutreten. Da uns dadurch
bin ganz ausgezeichneter Kunstgenuß in Aussicht
steht, so seien Musikfreunde jetzt schon darauf auf—
merksam gemacht.

— Aus Blieskastel wird dem „Pf. K.“
geschrieben: „Mit dem 1. Ottober lJ. J. ist die
Jies. protestantische Gemeinde in eine nene Epoche
ingetreten, denn mit diesem Tage wurde die bis—
jerige protestantische Privatschule nach langem
Ringen in die Reihe der öffentlichen Schulen auf—
Jgenommen und durch die kgl. Regierung mit einem
dehrer besetzt. Diesen Erfolg haben wir dem
Wohlwollen des dermaligen Stadtrathes zu ver—
danken, indem derselbe in humanster Weise dem
Ansuchen der protestant. Bürger, ihre Schule durch
zie kgi. Regierung als eine öffentliche anerkennen
u lassen, bereitwilligst entsprochen hat. Dieser
dorporation sci deshalb hierfür der Dank der
drotestantischen Gemeinde ausgesprochen. Die pro—
testantische Bevölkerung Blieskastels ist mit dieser
FErrungenschaft für jetzt vollständig zufrieden und
denkt vorläufig nicht daran. neue Ansprüche zu er—
seben.

— Dem Berichte der „Zw. Z.“ über die am
Donnerstag im Fruchthallsaal in Zweibrücken statt—
Jehabte Versammlung des Wahlvereins der
Fortschrittspartei (nationalliberal) entnehmen wir,
saß besagte Versammlung von etwa 80 Personen
desucht war. Der Vorstand des eugeren Aus—
chusses, Herr Fabrikant J. B. Wolff, begrüßte
zie Erschienenen und erstattete Bericht über die von
dem engeren Ausschuß bisher entwickelte Wahl—
hätigkeii. Alsdann erging Hr. Rath Gulden
ich in längerer Ausführung über Punkt 2 und 3
»er Tagesordnung (Kandidatenvorschlag und Aen—
derung des Namens „Wahlverein der Fortschritts—
hartei“ in „Wahlverein der Reichstreu—
sreisinnigen Partei“). Die vom engeren
Ausschuß in Vorschlag gebrachte und am vorigen
Donnerstag vom weiteren Ausschuß angenommene
Kandidatur des Hrn. Oskar Krämer in St.
Jugbert wurde durch Erheben von den Sitzen ein⸗
timmig acceptirt. Much die Umändernng des

Namens Fortschrittspartei in reichstreu⸗freisi
Partei stieß auf keinen Widerspruch und n..4
einmüthig angenommen. (Hr. Krämer hat das
rationalliberale Programm vom 19.
Zeptember d. J. in allen Theilen angenommen und
ich nur in wirthschaftlichen Fragen freie Hand
dorbehalten.)

In der Sitzung der Strafkammer des kgl.
Landgerichts in Zweibrücken vom 18. Oktbr.
jatten sich nach der „3w. Z.“ auch drei Standes-
heamte aus dem Landgerichtsbezirk Zweibrücken
wegen Verfehlens gegen das Reichsgesetz „die Be—
irkundung des Personenstandes und die Eheschließung“
zetr. zu verantworten. In dem einen Falle hatle
der Standesbeamte eine Eheschließung vollzogen,
»hne daß für den noch nicht 20 Jahre alten Bräu—
igam die nach 88 28 und 40 des genannten Ge—
ehes erforderliche Dispens von dem Ehemündig—
eitsalter vorlag. In dem zweiten Falle hatte der
Standesbeamte eine Eheschließung vollzogen, ohne
daß die Bekanntmachung des Aufgebots während
der gesetzlichen Frist von vollen zwei Wochen an
dem Gemeindehause des Wohnsitzes der Braut aus—
sehängt war. In dem dritten Falle war die Ehe—
chließung erfolgt, ohne daß die nach Art. 160
zode civil erforderliche Einwilligung des Familien⸗
rathes betreffs der noch minderjährigen elternlosen
Braut vorlag. Sämmtiliche drei Standesbeamten
wurden wegen der fraglichen Vergehen zu Geld—
strafen von je fünf Mark verurtheilt.

— Am Donmmerstag Abend beging die „Bagneux⸗
Gesellschaft“ zu Zweibrücken im „Deutschen
haus“ daselbst die erste Gedächtnißfeier des Ge⸗
echtes von Bagneux, in welchem besonders das
amalige 5., jeßt 2b. Jägerbataillon sich auszeich⸗
jete. Zu der Feier hatten sich eingefunden die
Spitzen des Militärs, Vertreter der Stadt, mehrere
Offiziere der Garnison, viele Unteroffiziere, sowie
ine große Anzahl patriotischer Einwohner. Das
Unteroffizierslorps des 2. Jägerbatailslons (früher
in Zweibrücken, jetzt in Aschaffenburg in Garnison)
hatte zwei Vertreter gesandt, die H. H. Vieefeld—
webel Schweitzer und Serg. Kling.

— Pirmasens, 14. Okt. Heute sollte eine
Leiche vom Lande auf dem hiesigen Friedhofe be—
erdigt werden. Als der Leichenzug mit dem Geist—
lichen an der Spitze auf dem Friedhofe anlangte,
and sich, daß kein Grab bereitet war, weil man
dergessen hatte, ein solches hei dem Todtengräber
zu bestellen. Zum Glücke war letzterer in der Nähe
uͤnd konnte das Versäumte in Eile nachgeholt
werden. (Pirm. Anz.)

— Dürkheim, 14. Okt. Die Weinlese
ist dahier in vollem Gange, wurde jedoch durch das
seit gestern eingetretene feuchte Wetter nicht un—
vesentlich beeinträchtigt. Die Qualität ist eine sehr
gute, besser als die von 1880 und wurde Most im
Hewicht von über 1000 nach Oechsle geprüft.
leber die Quantität und über die erzielten Preise
äßt sich noch nichts Definitives melden, indem
darüber die Ansichten noch sehr weit auseinander—
Jehen. Das Geschäft an sich ist deshalb auch noch
miner flau. (Dürkh. Anz.)

— Aus Landan wird von verschiedenen Seiten
ibereinstimmend berichtel, daß der quantitative
Herbstertrag ein höherer ist als man erwartet hatte.
In besseren Lagen erwartet man einen balben
Herbst.

— die Weinlese in Kallstadt, Grün—
stadt, Dirmstein und Gerolsheimbeginnt
om 17. d. M. Was die Qualität anbelangt, so
vegeanet man darühber verschiedenen Ansichten, 4
        <pb n="646" />
        und vereinzelt auch ein volles Ergeb—
jenannt, dagegen ist man darin einig,
alität eine sehr gute werden wird. Die
ginnen sich infolge der gauten Aussichten
bessern.

Nösch, geb. Weiß, 53 J. a.; in Neustadt Frau
Friederike Köllisch, geb. Schlindwein, 36 J. a.;
n Neunkirchen Heinrich Waldmann, 58
J. a.; in Elversberg Frau Wilhelmine Boos,
Jeb. Fritz, 27 J. a.

ommten in San Remo oder Bordighera zu—
ammen.

Paris, 14. Okt. Der Ministerpräsident
Ferry reichte seine Demission ein. Das Ca—
inet amtirt provisorisch weiter. — Gestern
Ubend brach im Lonvre Feuer aus, welches
chnell gelöscht wurde.

Vermischtes.

e Nachbarstadt Saarbrücken zieht es
ein eigenes Schlachthaus zu bauen und
St. Johann neu erbaute große Schlacht-
gemeinschaftlich mit diesem zu benutzen.
ektirte Neubau ist vom Bürgermeisteramt
rücken um die Summe von 25 090 M.
eben.

Neueste Nachrichten.

Berlin, 14. Okt. Die Entrevue der
sdaiser von Rußland und Oesterreich findet
inmi 18. d. M. in Granica statt. Mit dem
Fzaren kommen Giers, Albedinsky und Ignatiew,
nit Franz Joseph kommt der russische Botschafter.

Berhin, 14. Okt. Es verlantet Kaiser,
Franz Joseyh und König Humbert von Italien

—ZW—

Briefkasten der Nvemen
Hrn. S. hier. Wir verstehen recht gut; der Mann
reibt damit Reklame. Sie werden also doch nicht im
Ernst glauben, daß wir auf eine solche Provokation mit
der gleichen Münze herausgeben. Wir werden auch ferneri
jin, wie bisher, derartige Unverfrorenheiten mit — Schwei—
jen beantworten.
Fur die Redaction vrrantwortlich: F. x Deme 8
Zur bevorstehenden Saison empfehle mein gut aborlirtes Lager in
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ch und Buckskin, Nouveautés in Kleiderstoffen, sowie alle Sorten Wollwaaren.
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ins einer der besten Lagen des mitt—
eren Haardtgebirges zu 16 Wfg.
»er halben Schoppen.
Ocafc Hcivaẽclie.

Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbtreibender im Bau⸗— und Kunst—
Jewerbe beginnt ihren Unterricht für das Winterhalbjahr 1881,82 Douners⸗
lag, den 3. November, in den Räumen der Kreis-Baugewerkschule (Pfäl⸗
zisches Gewerbe-Museum.) Derselbe wird von November bis Ende März in
5 mit Werkfstätten verbundenen Fachabtheilungen ertheilt und zwar: in der
Bauschule für Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dach- und Schieferdecker,
Mosaik- und Cementarbeiter; in der Modelleurschule für Modelleure, Stuccateure
Zandstein⸗ und Marmorbildhauer, Töpfer und dgl.; in der Schule für Holz—
arbeiter für Dreher, Bau⸗ und Kunstschreiner, Holzs und Elfenbeinschnitzer;
in der Schule für Metallarbeiter für Schlosser, Schmiede, Eiseleure, Speugler
ind Metallschläger Gold⸗ und Silberarbeiter, Eisen und Gelbgießer; in der
Malerschule für Zimmer- und Decorationsmaler, Porzellane und Glasmaler,
Stoff und Musterzeichner, Lithographen und dgl. Der Unterricht ist in
oweit, als zu einer richtigen Geschäftsführung nöthig, theoretischer, sonst aber
zorzugsweise praktischer, um den jungen Gewerbtreibenden jede zur muster—
jafien Ausübung ihres Geschäftes nothwendige Anleitung und handwerksgemäße
Fertigkeit zu verschaffen, so daß sie außer im Zeichnen und Entwerfen in
hrem Fache auch in der kunst- und stilgerechten Ausführung unterrichtet werden.
Der Unterricht erhält im Sommer eine Fortsetzung wenn der Schüler als Lehr—
ing oder Arbeiter in die Lehrwerkstätten des pfälzischen Gewerbemuseums tritt.

Die Inscription findet am 31. Oktober Afd. Ihrs. auf dem kgl. Rekto—
rate von 9512 Uhr Vormittags und 436 Uhr Nachmittags stattt, wobei
die amttich beglaubigten Schul- und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Das
Schulgeld betraͤgt 20 Mk. und ist bei der Inscription zu entrichten. Für
»en Besuch der Werkstätten ist statutengemäß eine Abuützungsgebühr von 10 Mk.
zu zahlen. Zur Befreiung von Schulgeld ist die Vorlage eines Dürftigkeits—
eugnisses nöthig. Lehrprogramm und Statuten zu bezichen: Tascher'sche Buch—
audlung, Kaiserslautern, gegen portofreie Einsendung von 30 Pf.

Kaiserslautern, im September 1881.
Tgl. Rectorat:
O. Sncuttu.
Gewerbe Veérein 8t. Ingbert.
Nächsten Sonntag, 16. Oktober,
o
dtiftungs Fest
Nachmiltaas von 327 Uhr bei Wirtb Schweitzer (Höfchen)

⸗ 3 —X ⸗
Levor ein Kranker
jich zum Gebrauch eines Heilmittels
Feseni versöume er nicht, bei
kichter's Verlags-Anstalt in Leipzig
zu bestellen: „Urtheile aus ärzt—
ichen Kreisen“, denn die in dieser
Broschüre abgedruckten Urtheile sind
das Resultat genauer wissenschaftlicher
Versuche und daher für jeden Lei—
denden von großem Werth. — Ta—
mit möglichst alle Kranken durch das
Schriftchen einen ebenso einfachen wie
iicheren Weg zur Heilung ihrer Leiden
ennen lernen, erfolgt die Zusendung
desselben gratis und franco, so daß
der Besteller weiter keine Kosten hat,
As 5 Pfa. für seine Vostkarte.

—vwrima D
Schweizer und
Limburger Käse
mpfiehltt . Lonn.

Wittwe- Wack in
2 Reinheim läßt am
dienstag, den 13. Oktober
2 Schmiedewerkzeuge
ruf Termin versteigern.
— 2
Sen Most
per Schoppen 35 Nifg.
Rud. Munzinger.
Untrügliches, )
Ne u — wirkendes Neu !
zchutzmittel gegen Ansteckung der schreck—
ichen, Geist und Körper zerstörenden
jseheimen Krankheiten. Fort daher mit
illem Unnatürlichen! Dieses unschätz-
zare Werk ist für 50 Pf. in Brief—
narken nur direkt zu beziehen durch
G. Schmidtsdorsff,
Apotheker J. Kl.
Berlin, Kastanien-Allee Nr. 1

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E. gegen Magenleiden, Magenschwäche
Mahenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
diarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
c, 2gegeu Husten, Catarrh, Catarrhal⸗
ieber, Vrustverschleimung ꝛc,, 8. gegen
hicht, Rheumatismus, Steifigkeit der Ge—
enke ꝛc; altbhewährte tausendfach erprobte
»ausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten, von denen man viele mit ge⸗—
iugen Kosten selbst bereiten kann“
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
nückantwort einsenden, kostenfrei mit.

B. Becker, Seesen-Braunichweig.

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—
—
—

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rsaaren 2e.
ea Fertige Herren-Hemden να
nit oder ohne festgenähten Kragen, gewaschen und gebügelt, von Mk.
1.25 an per Stück bis zu den feinsten, in allen Halsweiten vor—
räthig, empfiehlt

—R
uneel—

—J

*

—
2
—
—2—
—
Die Mitglieder werden hierzu höflichst eingeladen.
VB. Hiesige Nichtmitglieder haben, wenn sie nicht besonders eingeladen sind,
weder zur Reunion noch zum Ball Zutritt.
Der Vorstand.

2
— —

Weismehl Nr. 0.0. per Pfd. 25 Pf., bei Abnahme von 10 Pfd. 24 Pf.
u O. 24 4 u —10 24 23
J.. 22,, , 21,
mpfiehlt die Mehlhandlung von J. Rickel.

*
———
—

—
.2*
*
— 2
—
Lounis Steiner,
IIavanna-IHonig

Zum Verkauf von Caffee an Pri—
zatkundschaft sucht ein Hamburger
ẽngros⸗-Haus tüchtige Agenten oder
Provisionsreisende. Adresse unter
I.B. I162 an Rudolf Mosse, Hamburg.

Druck und Verlag von F.

—2
—
—
—
—
2
2
⸗
* 1

vorm. Jirl.. GGentes,-
Hemden- und Wäschefabrik, Zweibrücken.
Fruchtmarktstraße.
mypfiehlt

Pfd. 35 Pis.
Philipp Klinck.
x. Demetz in St. Inghert.
Hiezu Illuitrirtes Sonntagsblatt Nr. 3.
        <pb n="647" />
        ꝓSi. Austberter Aizeiget
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 53
Der E. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochent ich füufmalz Um Moutag, Dienstag, Dounerstag, Samstag und Eonntag; 2mal wöchentlich mit uner.
glatt und-Sonrtagt mu Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatz fkoftet viexteljährlich 1A6 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1 X 60 Ie ein
d BSZuftellungsgebühr. Die Einrückungsgebüitzr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betraͤgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen um

0 welche ¶die Erredition Auskunft ertheilt, 15.bei Reclamen 30 3. Bei Amaliger Einrucung Wirk nulr die smaltae berechnet. X
M

*

Politische Uebersicht. .
Teutsches Reich. .
Munchen, 15. Olt. Der „Augsburger Allge⸗
aeinen Ztg.“ »zufole ernannte der König an
Stelle Pozl's den Kommerzienrath Herrn Gustav
drämer in St. Ingbert zum lebens—
üänglichen Mitglied der Kammer der
Feihsräthe. (Wiederholt aus einer geftern
ut Ausgabe gelangten Extra-Beilage zum „St.
Ingberter Anzeiger.“

Munchen, 14. Ott. (Das Budget.) Wenn
nan fich das bayerische Budget betrachtet, so darf
nan sich nicht der Täuschung hingeben, daß das
Defizit fich auf die veranschlagte Mehrausgabe von
1,8850, 200 M. beschränke. Auch die Rechnungen
der Jahre 1879 und 1880 schließen mit einem
Defizit ab, welches im Ganzen 19,598, 0604 M. be⸗
rögt. Im Ganzen gibt dies also schon über 24
Millionen und für das Jahr 1881 iteht gleichfalls
ein Deficit in Aussicht. Die bereits mehr veraus-
zabten 19 Millionen sind einstweilen dem sog.
Berlagskapital entnommen, wo sie wieder ersetzt
wverden müssen, um jede Stundung in den Zahlungen
zu dermeiden. Soll hierfür ein Anlehen aufge—
ommen werden, so vermehrt sich die Zinslast. Es
st daher eine ziemlich kritische finanzielle Situation,
vor welche der Landtag gestellt ist und welche mög⸗
ichft wenig drückend für das Land in ein Gleich⸗
zewicht gebracht werden sol. —

Der Direktor der wirthschaftlichen Abtheilung im
eichsamt des Innern, Geh. Rath Bosse, er⸗
larte in seiner Mühlheimer Kandidatenrede: Die
hedenlen gegen das Tabaksmonopol ließen
ich beseitigen, doch würde es dem Reichskanzler
aur willkommen sein, wenn der Reichstag eine
andere Form der Tabaksbesteuerung, z. B. die in
Amerika bestehende Fabrikatsteuer, acceptirie. Am
Echluß seiner Rede fällte er folgendes Verdikt über
die Anhänger der Partei Bismark: In allen den
mn Rede stehenden Fragen müsse dem Reichs—
kanzler sachgemaäßer Widerspruch will⸗

sommen sein; bloße Jasager könnten einem
olchen Manne nur erbärmlich erscheinen.

Die Forschungen über die Reiseroute des
ranzẽ sischen Kammerpräsidenten in Deutschland
auern in der Presse eifrig fort. Herr Gambetta
oll sogar in Stettin und Danzig gewesen sein, an⸗
eblich um die historischen Merkwuͤrdigkeiten beider
Ztädte in Augenschein zu nehmen. Der Haupt—⸗
»unkt der Diskussion über dieses hochinteressante
khema. nämlich der angebliche Besuch Gambetta's
n Varzin,. ist jedoch nach wie vor in ein geheim—
nißbolles Dunkel gehüllt und es muß offenbar noch
manches Beweismaterial herbeigeschafft werden, be⸗
vor der Historiker sich entschließen kann, die Be—
degnung Gambettas mit dem Fürsten Bis—
narck in seine Chronik als festitehende Thatsache
mfzunehmen.
Ausland.

Fin Wiener Brief der „Berl. Pol. Nachr.“
ebt hervor, daß man in den leitenden Kreisen
deutschlands die volle Garantie dafür besitzt, daß
'as mit Treue und Sorgfalt gepflegte Bündniß
n Oesterreich auch von dem Nachfolger Haymerle's
tgehalten werden wird.

Die „Agencia Stefani“ erklärt, die Meldungen
ner Blätter, es seien bestimmte Abmachungen für
die Begegnung des Königs von IRtalien
nit dem Kaiser von Oesterreich getroffen,

pure Konjektur.

betersburg, 14. Olt. Der „Regierungs⸗

meldet aus Gatschina vem 13. Okt.: Ter

MP*

staiser und die Kaiserin nebst dem Thronfolger
und den andern Kindern find heute von Peter hof
nach Gatschina übergesfiedelt.

Washington, 14. Olt. Der Präsident er⸗
nannte Mark Brewmer zum Generalkonsul in
Berlin. — F

otkale und pftälzieche dachrichten.

*St. Ingbert, 17. Okt.. Gestern beging,

wie bekannt, der Gewerbe⸗Verein sein Stift-
ungsfest und zwar Nachmittags durch eine Reunion
und Abends durch Ball. Während der Reunion
ergriff · Hr. Prof. Schlick das Wort zu einer
kurzen Ansprache. Er schilderte in kurzen Sätzen
die Thätigkeit des Gewerbe-Vereins im verflossenen
zJahre, erinnerte sodamm an die für unsere Stadt
—X
iennung des Hrn. Commerzienrathes Gustab
drämer hier zum lebenslänglichen Mitgliede der
dammer der Reichsräthe und schloß darauf mit
ꝛinem dreifachen Hoch auf S. Maj. den Köoönig.
Leider waren Reunion und Ball nur schwach be—
ucht, was wohl nur darin seine Ursache hatte. daß
zleichzeitig der Krieger-Verein tagte und Abends
dei Oberhauser ein von den Schülern und Schüler⸗
nnen des Tanzkurses enrangirter Ball stattfand,
der sehr zahlreich besucht war.

WL St. Ingbert, 17. Okt. Die gestern bei
Wittwe Poller stattgehabte General-Versammlung
es Kriegervereins war zahlreich besucht. In der—
elben wurden 18 neue Mitglieder aufgenommen, an
Stelle eines ausgeschiedenen Ausschußmitgliedes ein
inderes gewählt, die Statuten einer gründlichen Re⸗
zision unterworfen und so den heutigen Verhältnissen
jesser angepaßt. Außerdem wurde ein früherer Be⸗
chluß aufgehoben, wonach neu eintretende Mitglieder
rußer dem Eintrittsgeld noch 1Mk. 50 Pf. zum Fah⸗
ienfond zu zahlen hatten. Es ist also jetzt die Gebühr
eim Eintritt wieder auf 1 Mk. reducirt. Die Mii—⸗
liederzahl des Vereins ist in letzter Zeit in erfreulicher
Beise von 81 auf 118 gestiegen und steher noch meh⸗
ere Aufnahmen in Aussicht.

*St. Ingbert, 16. Okt. Für den Bau
eines Amtsgerichtsgefängnifses dahier
ind in dem uns vorliegenden Justizetat 55,400 Mk.
ingestellt; für den Amtsgerichts⸗ und Gefängniß
imbau in Homburg 46,000 Mk. Im Ganzen
zeigt der Justizetat einen Ausgabenbetrag von
12899,178 Mk.

St. Ingbert, 16. Oct. Ueber die gestern
Abend im oberen Lokale des Herrn Weirich statt⸗
jehabte Versammlung behufs Gründung des all-
zemeinen Krankenunterstützungs- und
Sterbekassenvereins St. Ingbert wird
ins mitgetheilt, daß dieselbe von nahezu der Hälfte
erjenigen Personen besucht swar, welche bereits
zurch Unterschrift ihren Beitritt zu genanntem
Berein in Aussicht gestellt hatten. Nachdem noch
einmal kurz Zweck und Ziel des Vereins klargelegt
var, wurden die vom provisorischen Ausschuß aus⸗
gearbeiteten Statuten verlesen und berathen und
chließlich nach nur wenigen unwesentlichen Aen⸗
»erungen in der vorgelegten Form einstimmig an—
zenommen. Da der Hauptinhalt derselben den
Lesern des „Anz.“ aus Nr. 161 desselben schon
hekannt ist, so wollen wir für heute nicht weiter
arauf zurückkommen. Bei der nun folgenden Wahl
des aus 9 Mitgliedern bestehenden Verwaltungsraths
rhielten die meisten Stimmen die H. H Stadtschreiber
Bayer, Lehrer Kaufmann, Dr. Ehrhardt,
daufmann K. Becker, Wirth L. Weirich, Buch—
ruckereibesitzer Pecheur, Bergmann G. Müller,
zriseur Joh. Weirich und Uhrmacher Kammeret
da Hr. Joh. Weirich zu Gunsten seines Vaters zurück—

trat, so rückte der mit der nächsthöchsten Stimn
gewählte Sattler ung Tapezierer Hr. E. Gre
in den Verwaltungstath ein. Der Verwaltu
wird san den nächsten Tagen seine oen wãh
jodann das Weitere zur Organisatihn des Vereri
anlassen. Hoffentlich hat sich der Verein günstiger
Aufnahme auch in den besser situirten Kreisen des
esge Publikums zu erfreuen“ —52 —A
ebenso stattlich und gesichert da, wie aähnliche Vereine in
indern Städten. —— P
St. Ingbert, 17, Ott. Mit dem dehtlgen
Tage haben für unseren hiesigen Voͤlksschulen vie
Ferien geendigt und es begann heute in denselben der
ctegelmäßige Unterricht für das Wintersemester. Wie
chon früher mitgetheilt, hat, sich mit; diesem· Texmine
die Zahl unserer Schulen um eine kath. Schule ven
nehrt, in welche Knaben und Mädchen auspeiß
ersten Schuljahre eingewiesen wurden. ——8
*St Ingbert, 17. Ou. Im Laufe bige
Woche haben sich, bei Vermeidung von Straten
ammtliche Bewohner unferer Stadt, welch
ein steuerpflichtiges Sinkommenhahtn
zur Fatirung dieses Einkommens auf dem
Bürgermeisteramie einzufinden. —
Heute Rachmittag wurde der Taglohner Adah
Bernhard von Schnappbäch, der piötziich atistet
krank geworden ist, in das hiesige Hospital verbrachn
— Die Pfalzische Eisenbahnen -hatten
in den 9 verflossenen Monaten dieses Jahres gegen⸗
üͤber dem gleichen Zeitraume des Jahres 1880 eine
Weniger-Einnahme von 372,339 Mt. 78 pf.m
— Aus der Pfalz fsind 46 Gesuche umBe
villigung facultativet Staatsbeiträge zu Cultuts
ind Unterrichtsbauten beim kgl. Sine
ingelaufen. Herr dv. Lutz hal das Verzeichniß ni
enem aus den anderen Kreisen an das Kammen
präsidium mit der Bemerkung hinübergegeben doß
er angefichts der gegenwärtigen Finanzlage zu seinem
Bedauern außer Stande fei, diese d dadin
2 Iße
Landtag gegenüber zu —J “
IUr Aue. ιια
Gestorben: in Pirmasens Johanna,
Tochter des tgl. Forstmeisters Hell wighein
Landan Frau Eva Hartmann, geb. Jung;in
Kaiserslautern Frau Wiw. ElisabeJ hwrig
geb. Böhl; ebendaselbsi Frau Karoline Hammel
geb. Hertel, 39 J. a.; ebenda Frau Julie Se—
bastian, geb. Kurz. 57 J. a.; ferner Tüncher
Joh. Werner 32 3.4
Neueste Nachrichten.
Baden-Baden, 150 Oit. Se. Ma—⸗
jestät der Kaiser empfing heute den Statt—⸗
halter Feldmarschall v. Manteuffel aus Straß⸗
burg in Audienz.

London, 15. Okt. Gestern wüthete ein
ürchterlicher Sturm in ganz England. Der—
selbe verursachte enormen Schaden und ein
Menge Schiffbrüche an der Küste. Viele
Personen wurden theils getödtet, theils ver—
letzt, die Telegraphenleitungen größtentheils
zerstört. Der Verkeht mit den Provinzen und
dem Auslande ist theilweise unterbrochen⸗

London, 15. Okt. Die Agitation in
Irland ist im Zunehmen. Versammlungen
der Landliga in Dublin, Limerick und andern
Städten erklärten. sie würden keine Pacht zahlen—
io lange Parnell verhaftet sei. *
dFur die Redaclüon derantwortüch F.x Demeß
        <pb n="648" />
        ingsversteigerung.
nerssstag, den 20. Oktober
korgens 11 Uhr zu Ensheim
Berkstätte des Bildhauers Mich.

in Ensheim dversteigere ich
e bis zur Aufschrift
e Grabsteine zwangsweis
zaarzahlung. I
sügberte 1o. Oltober 1881.
Faßbender, J
kgl. Gerichtsvollzieher.

ec se Anfrage an die Bau⸗
ommission.

Die Randsteine zur Anlage des
Trottoirs an der Kaiserstraße sind doch
neines Wissens 45 Centimeter hoch
»estimmt worden. Jetzt sind dieselben
virklich 30835 Kentimeter hoch und
verden im Boden versteckt. Soll es
—X ——
in der Naͤhe von Herrn Pflug, Behr,
dlein uü. s. w.? 9

Einer, der Interesse daran hat.

MusikVerein.
——— Worlaufige Auzeige
Sonntag, den 80. Ottober,8.Uhr.
Ausitkalische Abendunterhaltung.
FB. Die Proben beginnen Dienstag- 18. Oktober.
Visitenkarten“ moderren

»Niften billigst bei
F·. X. Demetz.
—2X
chnhof⸗ und Vietoraiaaann Srofssnung
Straßßen⸗Ecke.
F * * der J —W 7 J * * v. F
⸗ M —4* N Wi — o ; — 81
Großartige Comptant⸗Einkäufe, welche ich persönlich in den Weber-Distrikten gemacht habe, gestatten mir, folgende höchst renommirte Waaren in den
besten, kostbarsten, reelften und zediegensten Oualitäten für unglaublich niedrige Preise zu offeriien. 43344
Wenn schon bisher durch die enorme Anstrengung dieser Firma selbst die verlodendsten Offerten an Zuverlasfigkeit und Billigkeit überragt wurden,
so hat sich das Etablissement speciell jetzt bei Beginn der Herbste und Wintersaison die Aufgabe gestellt, jedem seiner Kunden die feste Ueberzeugung zu ver—
schaffen, daß gute und dauerhafte Waare

St. Johann
WBaahnhof⸗ und Victoria⸗
e Straßßben⸗secke

OOOO KReiner so bissig gelausi C
Streng feste Preise sind auf jedem Gegenstand verzeichnet
Blusch⸗ und Tuchcapotten, sehr elegant, von 2,25 Mi. an.
Wollcapotten mit Schwan garnirt, von 2,40 Ml. an.
Tapotten in Tuch und Plüsch, gesetzlich geschützt, von 3,75
bis 9,50 Mk.
dalbseidene Tücher für Herren und Damen von 30 Pf. an.
Reinfseidene Halstücher, großes Format von 80 Pf. an.
Reinseidene Foulards für Herren und Damen v. 1Ml. an.
Wäiche, Weißzwaaren.
inderhemden mit und ohne Besatz von 25 Pf. an.
Mädchenhemden mit Besatz von 50. Pf. an.
knabenhemden, befte Qualität, von 75 Pf. an.
damenhemden in Halbleinen von 1,40 Mk. an.
damenhemden mit feiner Stickerei von 1,75 -3,50 Mi.
derrenhemden in Halbleinen in allen Halsweiten von 1.50
Mk. an.
derren⸗Oberhemden in Leinen mit Zfacher Brust, von 2,50
bis 4,50 Mtk. —U—— *
dinder⸗ und Damen⸗Beinkleider mit Feston garnirt von 50
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kaufflleidchen und Stecklissen, fein garnirt, von 2 an. Salongardinen. befie Qual., das Paur von 3 M. an.
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Moiree⸗ und Lustreschürzen fur Damen von 60 Pf. an. keinleinene Damaft ⸗Stuben⸗Handtücher von 25 Pf. an-
dinderschürzen in Leinen⸗Drell. reich garnirt, v. 25 Pf. an. dandtücher von Hausmache rleinen von 835 Pf. an.
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Pf. an. Damasttischtucher, großes Format, von 1,60 M. an.
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xinder⸗ Corsetts mit Trägern von 50 Pf. an. Manilla-⸗, Hanf⸗, Leinen und rothe Tuchtischdecken vor
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Rachtanzüge für Knoaben und Madchen von 50 Pf. an.
Rinderhosen mit Jaden, zusammen nur 65s Pf.
Flanellhojen fur Mädchen von 78s Pf. en.
Warme Damenbeinkleider in Merino von 70 Pf. an.
Flanellbeintleider für Damen von 1 M 785 Pf. an.
Nerino⸗Unterroche für Kinder von 45 Pf. an.
Wersnh Sed lteidhen mit Taillen und Aermel von 70
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Flanell⸗Unterrocke fur Damen von 1 Mk. 75 Pf. an.
Filz- und Tuch⸗Unterröcke für Damen mit Volant von 2
Mk. 25 Pf. bis 12 Mi. —V
Blaue und rothe Tuchröcde min Pliffée und Volant von 3
Mk. 25 Pf. aan. —
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halbs. Herren⸗Unterhosen von 2,25 Mkaun.
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Wollene Herrenhemden, recht lang uud breit, von 1,50
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Foncert- und Promenadentucher von 80 Pf. an-
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Lamatücher in reiner Wolle von 45 Pf. an.
Wollene Damentaillentücher von 9y5 Pf. an.
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Plujchtücher und Mäntel von 8 Mi. bis 8,50 Mt.
Hiantel fur Damen in reiner Wolle von 4,50 bis 12 Mt.
sisgarntücher in allen Farben, recht groß von U,50 bis
4 50 Mf—

— ————
neyxrbst- und Witordalson 18812.
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß sämmtliche Reuheiten zur bevorstehenden Saison
eingetroffen sind, und mache besonders darauf aufmerksam, daß ich jetzt in meinem neuen Lokal—
in großzer Auswahl das Reueste und Eleganteste in I—NιÄ Winter-und
Ii —Antel, Rinder-und Määadehen-Häntel — für jedes Alter
passend auf Lager habe.

Außerdem bringe mein großes Lager in fertigen Herren- und Knaben-Kleidern bis zu der
feinsten Genres in empfehlende Erinnerung.
A. STRAIIBS. Sulibach.
Druͤck und Verlag voon F. X. Demek in St. Inobert.
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        5522332
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25233 5 5 —
5355—553353— — 2 5
3873235 — 2533537
33333876 X 33 73——
2 572330 33 38362537 S 5 — 32
5235* — 25833*5 —5 252 5535338*
5255532355 5727 2 22z23 2 533333
—258 5 2 A * 28 5555 323823* 25532
—553 — — 55z5—335 D⸗ — 235 2 2223232
2 553225 632 —22533233* 35 25 —— —
—A — —2 3* — —— —2 22 * 3 * 3*5855 —
3577 353? 55 5335 2— 33388 2683 — —— 2
5558258 38 53z2257 5 3885525 38* 7435138738 *
8 m —— — — 5 * ⸗ 8 —7 — —8 * 8 *
— — 8 53352 51 3 352538587 3
* 2. 22 * 5 —3 —2 —5— 23522 5235 3 — 7

— —— — — —8 —— 2 2 — 5* 25 2 235—33*3* 2
2 — 228 30 28 — * 5522* 3* 352 55 — 2 —v2 2 *2 *
— — 2520 232557 —— —A 2252 533235 322

— z255337* 8 5* 238 33 —— —— 2 5535575 22 2
— — —— 355 — — *22 5 53* 5 —327— 3 23 — 82532338* —i ·2
33537585 —A— *783* 52 3323 —5383 55s385
— * ——

52 — 2 2255 83 o8 122338 25 ——— —*
5552 32z251 — 227 2538 2333553553 —83225
— 322 * — 2 2552 3 5 222 2226 2 25752— ————
58352 —— 322325 * 25 7 2 —X 5228 2
s1333337 — — 258 52288 38
* ⸗ F * — 3 —3— —2 — * —— *

— 2532332 23785 * 33253577* — — ——
325578 5 2353335 5228904 2555 z5
325358 2 —8 z 532 3333658 682525* 557
53535 35583* 8 55 —* — 5833

* * —F — X D 8
233 53 — — 75833523* ———
22 — — — — —2 —— 3 2 8 2 2 8 5333328
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* 7 0
öni tsgerichts St. Ingbert.
Amtliches Organ des königl. Amtsg
Amtliches Org

35

der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchert ich fünfmal: Am Montag, Zieustag, Dounerstag, Samstag und Souutag; 2mal wöhentlich mit Unterl

Blatt und Sonntags mit Lseitiger illnstrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1I6 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1460 S, eini

10 Z Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 43espaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und
cuf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 A, bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 169.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

* Ueber die Reichstagskandidaturen in
ARayern bringt die neueste Nummer der in
München erscheinenden,, ßGayerischen Wochen—
vost“ (Preis für das Vierteljahr 50 Pf.) einen
ientirenden und beachtenswerthen Artikel, dem wir
achstehend das die Pfalz Betreffende entnehmen:
der erste Wahlkreis Speyer war seither durch
»en nationalliberalen Dr. med. Gro ß zu Lambs-
jeim vertreten, welcher wieder als Kandidat auf—
zestellt ist. Von Seiten der Patrioten wird An—
valt Dr. Horn in Frankenthal bezeichnet, welcher
oer nach einer neueren Mittheilung der „Pfälzer
4tg.“ auf eine Kandidatur verzichtet. Die Kon—
erbativen bezeichnen Irhrn. v. Gienanth als
ren Kandidaten, die Fortschrittspartei den Ger—
ereibesitzer Braunsberg in Frankenthal, von
pelcher Partei es nun schließlich heißt, daß sie eine
andidatur doch nicht aufstellen will, und die So—
alisten Dreesbach in Mannheim. Im zweiten
Wahikreise Landau wird als Kandidat von Seite
er Nationalliberalen Kammerpräsident Petersen
n Mühlhausen bezeichnet; von Seite der Fort—
chrittspartei Landgerichtsdiretter Reiffel von
daiserslautern, der Bayerisch-Patrioten Gutsbesitzer
Dr. Siben in Forst, der Demokraten Grohé in
hambach. Der dritte Wahlkreis Germersheim
var seither durch den nationalliberalen Landrichter

D. Bolza zu Freiburg iBr. vertreten, welcher
auch jetzt wieder als Kandidat aufgestellt ist. Die
Bayerische⸗ Patrioten wollen auch hier einen Kandi—
aten bezeichnen, der aber bis heute nicht nominiri

i. Im vierten Wahlkreis Zweibrücken ist der
eitherige nationalliberale Vertreter Sch midt, Rath
im obersten Gerichtshof, zurückgetreten und wird
daher von den „reichstreuen freisinnigen Wählern“
herr Hüttenwerksbesitzer Oßcar Krämer in St.
In gbert aufgestellt, was unsern Lesern ja bekannt
it. Von Seite der Bayerisch-Patrioten wird Dr.
zäger, Redalteur in Speyer, aufgestellt. Der
ünfte Wahlkreis Homburg war bisher durch den
zationalliberalen Dr. Arm. Buhl in Deidesheim
ertreten, an welcher Vertretung nichts geändert
vird. Nur haben noch die Demokraten einen Kan—
udaten in der Person des Jul. Krafft in Neustadt
uH. aufgestellt. Im seither nationalliberal ver⸗
retenen sechsten Wahlkreis Kaiserslantern wird
iesmal von dieser Seite Gutsbesitzer Jauson auf—
jestellt. Die Fortschrittspartei beharrte anfänglich
m der Aufstellung des Freiherrn v. Stauffen—
»erg, welcher aber ablehnte, letzteres soll auch mit

dem weiteren Kandidaten Seminar-Inspektor Dr.
Andreae, sowie mit dem Direktor Euler der Fall
ein. Die Demokraten bezeichnen als ihren Kan—
idaten den Advokat-Anwalt Herz in Mannheim,
ie Sozialisten Bebel in Leipzig.

Der Zeitpuntt der nächsten Plenarsitzung der
vayerischen Abg.“Kammer kann noch immer
uicht mit Sicherheit bestimmt werden. Am Montag
nelt der Finanzausschuß seine erste Sitzung. Auf
der Tagesordnung stand der Bericht des Abg. Dr.
Frankenburger über den Hauptetat der Militär⸗
»erwaltung pro 188182.

Wie aus München berichtet wird, wird be—
uuglich der Forterhebung des erhöhten
Malzaufschlages der Referent Crämer bean⸗
ragen, daß der erhöhte Satz, wie es auch vor
wei Jahren geschah, nur auf die nächste Finanz—
deriode bewilligt wird. Es entspricht dies der in
den Kreisen der Abagcordneten vorherrschenden

Dienstag, 18. Oltober 1881. 16. Jah

Stimmung, und die Staatsregiernng wird voraus—
ichtlich gegen diese Zeitbeschränkung keinen Wider—
pruch erheben, da sie sicher sein kann, daß nach
veiteren zwei Jahren, wenn die Voraussetzungen
dieselben bleiben, der Beibehaltung des Zuschlags
ein Widerspruch begegnen wird. — Unterdessen
Jjat man sich in den zum Mitrathen und Mitthaten
»erufenen Kreisen von dem Schrecken über die 20
Ct. Steuerzuschlag, welche der Finanzminister in
lussicht stellte, wesentlich erholt, und es will scheinen,
zaß es eine ganz gute Wette wäre, gegen jede
Steuererhöhung zu pariren. Allerdings beweist dies
in großes Vertrauen in den vielfach mit neuen
kräften besetzten Finanzausschuß, der auch nicht aus
däckerling Gold machen kann. Ernsthaft gesprochen
ind unsere Finanzverhältnisse nicht so schlimm, als
nan beim ersten Anblick glauben könnte. Es ist
namentlich anzunehmen, daß unsere directen Steuern,
zei welchen für die nächste Finanzperiode der neue
kFinschätzungsapparat in Thätigkeit tritt, erheblich
nehr tragen werden, als die Budgetvorlage ange—
rommen hat.

Zu dem von der „Frankf. Ztg.“ gemeldeten Be—
chlußd. bayerischen Kriegsministeri ums,
)em ferneren Vorkommen von Soldatenmißhand⸗
ungen auch dadurch vorzubeugen, daß ein öfteres
Befragen der Mannschaft durch die Offiziere ange—
exdnet werde, möchte eine Bemerkung am Platze
ein, schreibt der „Fr. K.“, welche sich in den be—
tannten Satz zusammenfassen läßt: „Wer lang fragt
zeht weit irr“. Hier kann nur Selbstschau und
trenge Aufsicht einigermaßen helfen, und man sollte
zlauben, daß ein Hauptmann, der seine Leute in
inderer Beziehung sonst genau kennt und gewiß von
edem erfährt, ob er z. B. nachlässig im Gewehrputzen
u. dergl. ist, auch von fortgesetzten Mißhandlungen
xfahren müßte. Jeder, der die Caserne kennt, weiß,
daß das Subordinationsgefühl nur selten eine An—
lage gegen Vorgesetzte, auch nicht auf Befragen
des höher Gestellten, aufkommen läßt. Die Antwort
uuf die Frage: „Habt ihr Löhnung und Menage
richtig erhalten?“ ist seit Friedrich's des Großen
Zeit dieselbe gebliebhen: „Beides richtig, Herr Haupt⸗
nann!“ Und je höheren Ranges der Fragende,
desto strammer wird die Antwort gegeben. Eifrige,
treng vorgeschriebene Controle, auch unvermuthetes
Erscheinen in den Soldatenzimmern und bei dem
Menagiren mit genauer Prüfung der Oualität, be—
onders aber der Quantität der Speisen, welche
zur Vertheilung kommen, würde weit besser sein,
als alles Fragen. Namentlich auch auf die Menage
und die einzelnen Fleischportionen dürfte ein strenges
Aungenmerk zu richten sein.

Heute, 18. Oktober, also am Jahrestag der
Schlacht bei Leipzig, wird der Kronprinz des
deutschen Reiches und von Preußen, der
Sieger von Weißenburg und Wörth, 50 Jahre
alt. Alle guten Deutschen werden sich an diesem
Tage begegnen in den herzlichsten Wünschen für
das Wohl des hohen Herrn, welcher der Stolz und
die Hoffnung der deutschen Nation ist.

Es wurde bereits früher darauf hingewiesen, daß
das Project der Alterversorgungsanstalt
für Arbeiter, welches Fürst Bismarck als zweite
Ftappe auf seiner Bahn von wirthschaftlichen Re—
'ormen nach Realisirung des Gesetzentwurfes über
das Unfallversicherungsgesetz bezeichnet hat, vorläufig
noch nicht so weit gediehen ist, um es schon so bald
in Gesetzesform dem Reichstag vorlegen zu können.
Wie wir hören, richten sich die augenblicklichen Ar—
deiten der wirthschaftlichen Abtheilung des Reichs—
imtes des Innern in hervorragender Weise au“

statistische Ermittelungen bezüglich der Tab

steuerung und bezüglich der Tabatfabcikation.
Es sind neuerdings hierauf bezügliche Anfragen an
die Bundesregierungen in Formularform ergangen
und die letzteren um genaue Beantwortung derselben
»xsucht worden, die sich auf die Tabakfabrikation
ind den geschäftlichen Umfang der einzelnen Fa—
zrikstätten, sowie deren Production und Absatz er—
trecken. Aus der Beantwortung dieser Anfragen
vürden sich sodann die Anhaltspunkte für das
Tabatmonopol, für die Höhe der zu zahlenden Ent—
chädigungssummen ⁊c. berechnen lassen, und es
dürfte sich erst hieraus weiter die Form ergeben,
die für das Monopol am geeignetsten erscheinen dürfte.

Ein offiziöser Artikel in den „Grenzboten“ sagt,
der nächste deutsche Reich sStag werde zweifel—
os aufgelöst werden, wenn er die staatssozialistischen,
die Arbeiterversicherung betreffenden Vorschläge ab—
ehne; man solle daher die Kandidaten vor Allem
uuf diese hin prüfen. — Das neueste Hefi der
Preußischen Jahrbücher“ bringt einen Aufsatz mit
dem Titel: „Die Probe auf die Bedeutung der
taiserzusammenkunft in Danzig.“ Diese Probe
erblickt der Verfasser in der einmüthigen Zurück—
veisung, welche die abenteuerlichen Pläne der
„‚Times“ zur Theilung der Türkei, hinter denen er
Hladstone und die englische Regierung vermuthet,
von der Regierungspresse der drei Kaiserreiche er—
cahren hat. Der Aufsatz schließt mit folgenden
Worten: „Englands letzte Hoffnung ist Frankreich,
nicht das Frankreich Grevys und Bartheleniy Saint⸗
dilaires, sondern das Frankreich Gambetta's, der
ingeduldig den Zusammentritt der neuen Kammer
ibwartet, um mit Hülfe der neuen Mehrheit die
Zügel der Regierung in die Hand zu nehmen; und
hambetta steht in der Orientpolitik, wenigstens in⸗
oweit es sich um die Vernichtung der Türkei
jandelt, in vollem Einklange mit Gladstone. Um
o erfreulicher ist es, daß die Probe auf die Trag⸗
veite der Danziger Zusammenkunft gemacht worden
ist, ehe die Karten zu dem gefährlichen Spiele ge—
nischt wurden, bei dem der Friede Europas den
Einsatz bildet.“ So die „Preußischen Jahrbücher“.
Uebrigens sind Gambetta und seine Freunde jetzt
so eifrig bemüht, sich als die friedfertigsten aller
Menschen darzustellen, daß Gambetta es doch
schwerlich gerathen sinden wird, in der nächsten
Zeit dieselben Wege zu wandeln, auf denen Glad⸗
stone das Mißtrauen aller Mächte erregt hat, und
elbst Gladstone hat sich neuerdings über Egypten
sehr bescheiden und friedlich geäußert.

Wie die „Fuld. Ztg.“ ersährt, steht die Ernenn—
ing des Generalvikars Kopp zum Bischof von
Fulda in naher Aussicht und hat nur dadurch
zine Verzögerung erlitten, daß es erst des aus—
drücklichen Befehls des Papstes bedurfte, um Herrn
Kopp zur Uebernahme des bischöflichen Amtes zu
bestimmen.

Es verlautet mit ziemlicher Bestimmtheit, daß
die Vermählung des Fürsten Alexander von
Bulgarien mit der badischen Prinzessin
Marxie, Nichte des regierenden Großherzogs, im
nächsten Sommer stattfinden soll.

Ausland.

Paris, 15. Ott. Die Regierung beschloß,
daß die Gemeinderäthe am 20. Rovember die Be—
vollmächtigten für die Wahlen zur Ernennung eines
Drittels des Senats wählen sollen. Die Wahlen
jelbst wurden auf den 8. Januar 1882 angesetzt.

Der socialistische „Citoyen francais“ weiß nicht
nur, daß Herr Gambetta in Varzin gewesen
ist, sondern auch, daß Fürst Bismaré dem künf—
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        zremierminister Frankreichs als Angebinde
kabtretung Elsaß⸗Lothringens und (da dies
noch nicht genug wäre) auch nohh die An⸗
es Großherzogthums Luxemburg zu Frank⸗
rsprochen hat, und zwar unter folgenden,
tehr billigen Bedingungen: 1) Ersatz der
ur die in Metz, Straßburg u. s. w. ausge⸗
Bauten; 2) Schleifung aller Festungen
othringens; 8) Frankreich leistet Deutsch⸗
ir die künftige Annexion Hollands seinen
d; 4) es schließt mit den drei Kaisern einen
gegen die Radikalen und Sozialisten, weist
zieren aus und erläßt Gesetze gegen den
mord und überhaupt gegen alle polit'ischen
hhen. — Jetzt wissen wir's.

ris, 16. Olt. (Communisten-Spek—
) An dem auf heute Nachmittag einberufenen
jeeting in der Salle Tivoli-Waur-Hall be—
len sich ewwa 8000 Personen. Zum Vor—
n wurde unter lürmenden Hochrufen auf die
uune der Ex⸗-General Eudes ernannt, der mit
cuier so heiseren Stimme ausgestattet ist, daß man
die größte Mühe hatte, seine Worte zu verstehen.
Wider alles Erwarten fand sich schon vor Beginn
der Sitzung Louise Michel ein, von der es geheißen
hatte, daß sie in der Versammlung, welche zu der—
selben Stunde Tony Revillon in Belleville hielt,
sprechen und einen Zug nach dem Elysée in Scene
setzen sollte. Zuerst verlas Eudes eine Reihe von
Zuͤschriften auswärtiger sozialdemokratischer Vereine,
darunter auch eine solche aus Deutschland,
welcher die Äufhebung aller Landesgre nzenunddie
Verbrüderung der Völker verkündete. Dann unter⸗
nahmen mehrere Redner, die aber auf die Zuhörer⸗
schaft nur geringen Eindruck machten. eine wüste
Kritik des jetzigen Regimes, gewürzt mit den üb—
ichen Schmähungen gegen Gambetta, „den Tyran—
—
Saale nicht eher still, als bis Louise Michel in
ihrer leidenschaftlichen Weise das Wort ergriff, ihr
Evangelium von der allgemeinen Umwälzung über
Leichen und Blutlachen hinwegpredigte und den
„Baͤnditen“ Gambetta für vogelfrei, „hors la loi
thors INHumanité“ ertlärte. Je mehr sie sich er—
eiferte, desto wüthender brüllte die fanatisirte Menge
Beifalt. Die Resolutionen liefen im Wesentlichen
auf die Nothwendigkeit, Gambetta und das Mini—
tterium in Anklagezustand zu versetzen, hinaus.
Man schien im Saale zu erwarten, daß Louise
Michel ihre Freunde zu der Promenade nach dem
Elysée auffordern würde; allein der Anblick der
zahlreichen längs der rus de la Donane bis zur
place de la République aufgestellten Stadtsergean⸗
sen mochte den streitbaren Patrioten denn doch
einige Bedenken eingeflößt haben, da sie es vor—

zogen, ganz geräuschlos auseinanderzugehen.

Der russische Kaisser weilt seit dem 18. d.
M.in Gatschina. Petersburg gilt für unsicher.
Koslow entfaltet rastlose Thätigkeit. Die kaiser—
lichen Schlösser, die Bahnhöfe und die ftädtischen
zahlreichen Brücken, deren innere Wölbungen Nachts
erleuchtet sind, werden besonders streng überwacht.
Großes Aufsehen erregt, daß fast alle Generäle zu
gleicher Zeit in Petersburg versammelt sind.

Die rußsische Regierung bemüht sich in jüngster
Zeit immer mehr und mehr, die Verhandlungen
über die Modifikation des Asylrechts und
wegen Auslieferung politischer Verbrecher in ein
rascheres Tempo zu bringen. Die gegenwärtige
Reise des russischen Botschafters bei der französischen
Republikt, Fursten Orlo w, nach Petersburg hängt,
wie man zu wissen glaubt, ausschließlich mit diesem
Gegenstande zusammen. Fürst Orlow wird dem
Petersburger Kabinet die Ansichten der franzoͤsischen
Regierung näher auseinandersetzen und neue In⸗
struͤctionen personlich vom Kaiser Alexander ent—
gegennehmen. Der Fürst bleibt nur einige Tage
in Petersburg und kehrt alsdann direkt nach Paris
zurück. Auf dem Rückweg ist nur noch eine Zu⸗
ammenkunft mit dem Fürsten Bismarck in Au⸗sicht
zenommen. Seit geraumer Zeit schon ist Fürst
Srlow mit dem deutschen Reichskanzler sehr befreundet.
Er gehört sogar, wie man weiß, zu den Intimen
der Familie Bismarck.
London, 17. Ott. In Limerik (Irland)
anden gestern Ruhestörungen statt. Die Menge
zriff wiederholt die Polizei und die Truppen an,
velche von den Waffen Gebrauch machten und die
Ruhestörer zerstreuten. Beiderseits sind viele Ver⸗
vpundungen vorgekommen. 20 Personen wurden
verhaftet. Auchs'in Dublin sind am Samstag

ruhestorende Kundgenungen vorgekommen. Die Polizei
erstreute jedoch die Menge.

Man schreibt dem „Deutschen Mont.⸗Bl.“ aus
rdondon: Die Expedition der „Freiheit“ —
Rost's Organ — die einstweilen von seinen Ver—
retern herausgegeben wird, versendet soeben, auch
inter mannigfachster Emballirung, nach Deutsch—
ind ein Fluͤgblatt, welches von den „Genossen“
nenergischster Weise Wahlenhaltung am 27.
)ttober fordert und sie davor warnt, mit den po—
tischen Gegnern zu paktiren. Zudem gebe es
tzi in Deuischland, — seitdem Most in England
eot — keinen vertra uenswürdigen sozialistischen
zührer. Soviel aber die bis jetzt aus den Wahl—
reisen mit stark sozialistischen Neigungen vorliegen⸗
en Nachrichten erkeunen lassen, wird die Mahnung
der Freiheit: „Wahlenthaltung“, schwerlich Beach—
ung finden.

In Irland wurde nun auch der zweite Haupt⸗
etzer der Landliga, John Dillon, Mitglied des
Zzaͤrlaments, verhaftet und nach dem Gefängniß
eilmainham abgeführt. Ferner verhaftet wurde
)Brien, Redakteur des „Irishman“, der De—
utirte O'Kelly, während der Deputirte Healy
ich der Verhaftung durch die Flucht entzogen hat.

Rom, 15. Okt. Die „Agencia Stefani“ sagt
ber den Handelsvertrag mit Frank—
eich: Die Regierung setzt die Verhandlungen mit
rrankreich fort. Sie hat den Wunsch, den Ab—
hluß durch billige, beiden Theilen annehmbare
zedingungen zu beschleunigen. Die dreimonatliche
zerlängerung des bisherigen Vertrages könne als
zeweis eines günstigen Verlaufes angesehen werden.

Washington, 15. Ott. Der deutsche Ge⸗
undte von Schlözer ist von dem Präsiden-
en Arthur in Audienz empfangen worden und
rückte demselben das Beileid des deutschen Kaisers.
es Kronprinzen und des Fürsten Bismarck anläß-
sch des Todes des Präsidenten Garfield aus. —
die französischen und deutschen Gäste, welche zur
heilnahme an den Festlichkeiten in York—
»w n hier eingetroffen sind, wurden gestern auf
em Kapitole von dem Präsidenten Arthur und
tichtern des obersten Gerichtshofes und bürgerlichen
nd militärischen Notabilitäten empfangen und be—
aben sich darauf zu dem Senat, welcher seine
Sitzung suspendirte. Später fand das zu Ehren
zer Familie Steuben veranstaltete Diner statt. Am
Ibend waren die Häuser der Stadt festlich illuminirt.

Washington, 15. Okt. Guiteau wurde
zestern dem Gerichte vorgeführt unter der Anklage
der Ermordung Garfields. Guiteau bekannte sich
nicht für schulbig. Der Gerichtshof bewilligte auf
Antrag des Vertheidigers eine Vertagung bis zum
7. Nobember.
Lokale und pfälzische Nachrichten.

*æ St. Ingbert. Die Herbst-Kontroll—
ßersammlungen pro 1881 finden für den
R.Kompagnie-Bezirk Blieskastel, Land—
vehrbezirks Zweibrücken, statt zu St. Ingbert
m Oberhauser'schen Saale am Mittwoch, den
.November, Vormittags 9 Uhr, für

mmiliche Kontrollpflichtigen des Bürgermeisteramtes
5t. Ingbert; zu Ensheim im Fries'schen
zaale Donnerstag, den 10. November,
Rormittags 10 Uhr, für sämmtliche Kontroll—
flichtigen der Bürgermeisterämter Aßweiler,
zebelsheim, Ensheim, Niederwürzbach
ind Ommersheim,; zu Blieskastel auf dem
Narktplatze Freitag, den 11. November,
zormittags 9 Uhr, für sämmtliche Kontroll⸗
flichtigen der Bürgermeisterämter Blieskastel,
»erbitzheim, Rohrbach und Walsheim. Die
rontrollpflichtigen haben bei diesen Versammlungen
iieselben Vorschriften zu beobachten, wie schon
rüher, und können wir darum von dem Abdrucke
er letzteren wohl abstehen.

* St. Ingbert, 18. Okt. Dieser Tage ge⸗—
angte an den Vorstand des hiesigen Gewerbevereins
ine Zuschrift des Gewerbevereins Zweibrücken, in
velcher um Aufschluß darüber ersucht war, wie sich
munserer Stadt der Verein gegen Hausbettelei
ewährt habe. Wie wir hören, wird die günstige
ẽrfahrung, die man hier mit diesem Verein gemacht
sat, den Gewerbeverein in Zweibrücken bewegen,
juch in dieser Stadt zur Gründung eines Vereins
jegen Hausbettelei die Initiative zu ergreifen.

— Wie in Kaiserslautern, Zweibrücken u. a.
Irten, soll auch in Landau ein Kinder—
jarten nach Fröbel'schem Shystem ins Leben
jerufen werden. Zur Gründung dieses Institutes
ind bereits Schritte geschehen.

Wic or p. Hig. mitgetheilt wird, har
ie Familie des früheren Regierungspräsidenten der
Pfalz v. Stengel dem Bürgermeisteramte der
Stadt Speyer 300 Mark zur Vertheilung unter
die Armen übergeben.

— Vom Rhein, 14. Oktbr. Am 4. Nov.
nächsthin kommt vor dem Civilsenate des Reichs-
gerichts in Leipzig ein Fall zur Entscheidung, der
ür das pfälzische Bahnpersonal von größter Be—
eutung ist. Es kommt bei dieser Sache die Frage
mplieite zum Austrage, ob die Bahnverwaltung
ꝛine unbeschräntte Disciplinargewalt über ihr
Dienstpersonal besitzt, und ob sie bei jedem Ver—
gehen schon die höchste Strafe der Dienstentlassung
iussprechen kann, oder sich an eine Strafscala zu
jalten hat. Das Landgericht Frankenthal hat in
erster Instanz zu Gunsten des Klägers, eines
wegen ungeziemenden Benehmens gegen Passagiere“
entlassenen Eisenbahnschaffners, und das Oberlandes⸗
zericht Zweibrücken hat zu Ungunsten des Klägers
ntschieden, demselben alle Entschädigung ab⸗ und
die Gerichtskosten zugesprochen. Man sieht dem
Ausgange des Prozesses mit großer Spannung
entgegen. (Pf. Pr.)
Vermischtes.

p Die Anzahl der Gesuche um Bewilligung fa—
ultativer Staatsbeiträge zu Kultus und Unterrichts—
hauten, welche keine Berücksichtigung im ba yer—
njschen Budget finden konnten, beläuft sich auf 75;
davon treffen auf Oberbayern 4, Niederbayern 7,
pfalz 42, Oberpfalz und Regensburg 6, Ober⸗
franken 5,Mittelfranken 8, Unterfranken und
Aschaffenburg 6. Schwaben und Neuburg 2.

F Von der Lahn, 7. Oktober. Eine originelle
Verfügung hat in Neustadt (Amts Rennerod) der
Hgemeinderath erlassen. Derseibe hat nämlich durch
ie Klingel bekannt machen lassen, daß der Name
edes Bewohners von N., welcher bis zum 15.
Iftober seine Kommunal-Umlagen nicht entrichtet
jabe, in den Wirtschaftslokalitäten des Ortes öffentlich
ingeschlagen werde. Außerdem soll den Wirthen bei
Strafe von drei Mark verboten sein, den genannten
Zzündern geistige Getränke zu verabreichen. Mehr
ändlich als sittlich!

—Gie reichsten Leute in Preußen.) Die offizielle
Nachweisung der Einkommensteuer gibt folgende
Auftlärung über die reichsten Leute in Preußen:
In der 67. Stufe, bei einem Einkommen von
2,340,000 bis einschließlich 2, 400,000 M. und
inem jährlichen Steuersatz von 70,200 MA, gibt
s nur eine Person, und zwar den Freiherrn v.
stothschild in Frankfurt a. M., in der 68. Stufe
nit 68,400 A. Steuer ebenfalls eine Person im
stegierungsbezirk Wiesbaden (wie man glaubt, Ban—
suier Erlanger in Frankfurt a. M.) Es folgen
odann im Regierungsbezirk Düsseldorf Krupp mit
59, 400 M. (in der Gründerzeit war Herr Krupp
»em Baron v. Rothschild „über“), eine Person mit
39,600 A6G im Regierungsbezirk Oppeln (v. Thiele⸗
Winkler), eine Person mit 34,200 M in Berlin,
ind zwar der jüngst verstorbene Commercienrath
dZeckmann, je eine Person mit 32, 400 A. Steuer
n Berlin (v. Bleichröder), und im Regierungsbezirk
Ippeln (Graf Henckel von Donnersmarck); je eine
Person mit 30,600 Ac in Berlin Gorssig'sche Er⸗
»en) und Breslau; zwei Personen mit 27,000 Ach
ine Person mit 23,400 AM. im Regierungsbezirk
Münster; eine Person mit 21,600 A in Berlin
ind drei Personen im Regierungsbezirk Köln (Frhr.
o. Oppenheim, Graf Fürstenberg und Haniel) ⁊c.

f In Preußen hat der Minister der öffent⸗
iichen Arbeiten die königl. Eisenbahn-Direktionen
rmächtigt, die Fenster der 3. Wagenklasse mit Vor—⸗
zängen von ungebleichter Leinwand zu versehen.
Diese Verfügung wird ganz gewiß allseitige Befrie—
digung hervorrufen. Mancher wird freilich denken,
diesen Sommer schon wäre diese Verfügung nöthig
—V——
dieselben gekommen sein.

Aus Görlitz (Preußen) wird berichtet, daß
die dortige Gewerbeschule ohne einen einzigen
Schüler das neue Schuljahr eröffnete. Der sonder—
are Zustand ist dadurch veranlaßt, das der Cultus—
ninister die schon seit einem Jahre beantragte Auf⸗
jebung dieser Schule bis jetzt noch nicht genehmigt hat.

F Gelehrte Ochsen.) „Unbegleitetem Vieh
sst dieser Weg verboten“ (COhemin interdit auxr
estiaux non accompagnés) lasen wir auf einer
Warnungstafel bei Dijon. Lafontaine hat sich be—
mügt, die Thiere reden zu lassen; die Gemeinde—
zehörde von Le* hei Dijon setzt voraus, daß sie
zuch lesen können.
        <pb n="653" />
        in furchte!Asvz7 an ne⸗
. Oktober in ganz Unteritalien, Eine
nze Anzahl Personen wurden vom Blitz erschlagen
id selbst der Eisenbahndamm auf der Strecke nach
keggio in Kalabrien wurde durch die Regengüsse
rwaschen, so daß auf zwei bis drei Wochen der
isenbahnverkehr auf den betroffenen Strecken un⸗
alich gemacht ist.

Ein schreckliches Unglück hat sich am 3. Okt.

Barcelona ereignet. Ein ganzer Gebäude—
omplex, zu den Maschinenbauwerkstätten des Hrn.
madeo Pfeiffer gehörig, stürzte in Folge einer
haserplosion zusammen. Man beklagt elf Todte
dier Schwerverwundete. Unter Ersteren be⸗
inden sich die Herren Ernst und Heinrich Pfeiffer
ud Frau Mathilde Pfeiffer.

Gataler Gegenbeweis.) In Paris
reignete sich kürzlich vor dem Zuchtpolizeigerichte
olgende ergötzliche Scene: Ein Mann war ange—
lagt, eine Hoͤse gestohlen zu haben; der Richter
pricht ihn wegen mangelnder Beweise frei. Trotz⸗
em verharrt jener unbeweglich auf der Anklage—
nt. Sein Vertheidiger machte ihn darauf auf⸗
nerksam, daß er frei sei; er blieb aber sißen —
yon ist der Saal' zum größten Theil leer. Un⸗
vallig fragt ihn sein Vertheidiger, weßwegen er
ht gehe. Nun beugte sich der eben Freige-
yrochene zum Ohre desselben und sagte mit leiser
imme: „Bevor die Zeugen sich nicht entfernt
Pben, tanun ich nicht gehen!“ — „Warum denn
scht?“ — „Ich habe die gestohlene Hofe an!“

(Gache einer Ehefrau.) Mr. N. ein
aufmann in der Rue de la Gouette d'Or zu Paris,
uite sich mehrmals der liebenswürdigen Schwäche
huldig gemacht, die Gattin seiner Wahl bei kleinen
treitigkeiten vurchzuprügeln. Die so schmählich
ehandelte ersehnte den Tag der Rache, und siehe
a, die Gelegenheit zu demselben bot sich schneller,
ss die zürtliche Gattin dachte. Am 4. d. kam
ur. N.“ von einer Reise müde und erschöpft nach
Jause, legte sich zu Bette und schlief sofort ein. Die—
n Moment benutzte die Ehefrau, den Schlummern⸗
n fest in das Leintuch einzunähen, und als diese
deibliche Handarbeit auf das Solideste beendet war,
cgriff sie einen Besenstiel und schlug den Hausherrn
rotz seines wütdenden Geschreies auf das Erbar⸗
nungsloseste. Dann verließ sie die eheliche Woh—
ung und begab sich zu ihren Verwandten. Dem
hwer „Getroffenen“ gelang es nach langer An⸗
rengung, das leinene Gefaͤngniß zu zerreißen und
im nächsten Morgen begab er sich zu dem Gericht,
m die Scheidungsklage zu überreichen.

Mit' Leuchtfarbe werdenjetzt die
zriefkasten in den englischen Dörfern ausge—
atet. Weil es nämlich so schwierig ist, diese an
en Häuserwänden befestigten Sammelstellen in der
dunkelheit auf dem Lande herauszufinden, so hat
an die Oeffnungen derselben mit diesem Präparate
reisrund angestrichen. Dieser Versuch hat sich als
urchaus gelungen herausgestellt und verdiente wohl
me allgemeine Nachahmung zu finden.

Gin Tanner.) Die „Sowremmenija Is⸗
vestija“ meldet, daß der Dr Tanner in Jaroslaw
nen Nachahmer gefunden hat, in einem gewissen
)errn Sokolow. Derselbe hat sein Experiment des
jerzigtägigen Fastens eben beendet. Eine besondere
Ibnahme der Kräfte wird von ihm nicht verspürt
nd er fährt fort, seine dienstlichen Pflichten zu er⸗
uillen. Täglich trinkt er 2 Glas frisches, nicht
urch Zucker versüßtes Wasser, weil das süßgemachte
hasser durch seine Folgen ihm unangenehm wurde,
deann es im Munde einen widerlich suͤßen Geschmack
nterließ. Dr. Piroschkow, welcher ihn vor einigen
agen besuchte, erzählte über seinen Zustand Fol⸗
endes: Sololow's Puls ist sehr schwach, die Wal⸗
ungen des Blutes sind sehr unbedeuntend und die
zuisschlage betragen 104 in der Minute. Die
zchläge des Herzens sind gleichfalls sehr schwach.
die Temperatur des Korpers betxagt.· cixca 36.20.

(Gmerikaner in Europo.)-Nach der
Schätzung des Direktors der amerikanischen Wechsel⸗
ant in London hat noch nie die Wanderung der
meritaner nach der alten Welt eine solche Höhe
rreicht. wie in diesem Jahre. Man zählte heuer
um mindesten 100,000 Amerikaner, von denen
der durchschnittlich mit 425000 Pfd. St. nach
ruropa gekommen sein dürfte, was im Ganzen

500 Mill. Dollars ausmacht.

(Amerikanisch.) Das Neueste auf dem
meritanischen Büchermarkte ist eine Ausgabe des
steuen Testaments mit Annoncenseiten durchschossen.

Aus Jerusalem wird gemeldet, der Sultan
Ade den Befehl ertheilt, die noch erhaltenen Ueber—

ʒen Platz vor demselben von dem Schutt und Un—
raut zu reinigen und ihm so sein düsteres Aussehen
u nehmen. Auf diesem Platze steht nuch die
Imer⸗Moschee, die über ein jährliches Eintommen
ou 300,000 Mt. versügt. Diese Summe,, die
zisher größtentheils nach Konstantinopel floß, wird
iun auf die Restaurirungsarbeiten verwandt werden.
Dden Anlaß zu' diesem Befehl jsoll der Besuch des
Zronprinzen Rudolf von Oesterreich in Jerusalem
egeben haben.

Ein neues Schiff ist im Modell von
stobert Freyer in New-NYorkkconstruirt worden.
ẽxs ruht auf drei Kugeln, welche im Wasser schweben.
Die eine Kugel liegt vorn, die beiden andern seitlich
inten unter dem Schiff. Die Kugeln sind rings
nit Schaufeln umgeben, vermöge welcher sie wie
ie Trlebräder eines gewöhnlichen Raddampfers
as Schiff in Bewegung fetzen. Jede einzelne
dugel kann man für sich rükwärts oder vorwärts
ewegen, wodurch es möglich wird, das Schiff auf
em möglichst kleinen Raum oder, wie der Seemann
¶nennt, in „seinem eigenen Wasser“ zu wenden
ind zu drehen. Demnach braucht das Schiff kein
zteuer zu haben. Der Erfinder behauptet, die
zchnelligkeit des Schiffes werde so groß sein, daß
s zwei Tage weniger zur Ueberfahrt nach Europa
xauͤchen werde, als der schnellste der gegenwärtigen
ostdampfer. Eine Gesellschaft zur Erbauung eines
lchen Schiffes soll sich gebildet haben. Dasselbe
oll' 210 Fuß Länge und 130 Fuß Tiefe, die Trieb⸗

igeln je 60 Fuß Durchmesser, die Schaufeln 18
zoll Breite haben. Drei Verdecke mit Salon und
ergleichen sollen angebracht werden. Die hohlen

Triebkugeln erinnern an den Luftballon.

(Ein dreitägiges Massacre.) Die
Zztadt Kairo hat Anfangs der vergangenen Woche
in Blutbad in ihren Straßen gesehen, wie sich ein
olches in den Annalen der Geschichte nicht mehr
orfindet. Das Blut floß förmlich in Strömen, die
zeichen der Ermordeten lagen zu Hunderten aufein⸗
inder geschichtet und von den Wehklagen und dem
zammergefchrei der unglücklichen Opfer wurde die
iuuft erschütiert. Wie in jeder Stadt des Orients,
o trieben sich nämlich bis jetzt auch in den Straßen
kairo's, zumal in den arabischen Quartieren da⸗
clbst, Hunderte von unterstandslosen Hunden herum,
velche den Verkehr dort ungemein erschwerten. Da
iber die Gläubigen diese Thiere beschützten, so
vagte man es nicht, dieselben zu entfernen. Erst
etzt hat sich die Polizei Kairo's zu einer kühnen
That aufgerafft und ließ in den ersten drei Tagen
det vergangenen Woche alle diese herrenlosen Hunde
infangen und tödten.

PéSicher vor Dieben, war die Kasse, in
er Mr. X., der Tierbändiger, seine Abend⸗Einnahme
zufzubewahren pflegte. — Die Vorstellung ist be⸗
ndet, es ist spät, und X. wohnt ziemlich weit von
einer Menagerie entsernt. „Haben Sie eine gute
asse heute Abend?“ fragt ihn ein guter Freund.
—„Ich glaube wohl — 3000 Francs.“ — „Und
ieses Geld nehmen Sie um, diese Zeiw mit sich
rach Hause?“ — „O, bewahre!“ — „Nun wo
assen sie es denn?“ — „Ich verstecke es im —
Tigerkäfig!“

FEinen langen Winter können wir wohl
zekommen, aber nach Ansicht der Bienenväter keinen
»esonders harten. Diese gründen ihre Ansicht auf
ie Beobachtung, daß die Bienen dieses Jahr so
zut wie gar nicht eintragen, wie fie es wohl sonst
hun würden. Die Jäger wieder prophezeihen aus
Inn Blühen des Haidekrautes bis auf Sbpitze
iinen ftrenden Minter. Wer wird Recht behalten?
Gemeinnüutziges.

uUm das Auseinanderfallen von
Fimern, Fässern, Bütten und Kübeln durch Aus⸗
rocknen zu vermeiden, empfehlen wir der Hausfrau
tie bei ihreu- Waichfäüsternaft mitdiejer Maue
ehmlichteit zu kampfen hat, folgendes Mittel:
Man lasse die Fugen der Dauben vor dem An⸗
ijehen der Reifen mit einem Veim bestreichen, den
nan sich durch Zusammenschmelzen von zwei Theilen
vorher im Wasser aufgequelltem) Leim mit einem
Theit starken, mit —3 gekochten Leinöl⸗
iirniß herstellt.

Allem Anscheine nach werden im lommenden
Frühjahr alle Futtergewächse einen hohen
zreis erreichen. Der umsichtige Landwirth wird
Jaher alle Mittel in Anwendung bringen. um Küch⸗
ind Stall für diese Zeit gehörig zu versorgen.
AMuf einen besonders lohnenden Ertrag soll hier um
gmeht aufmerksam gemacht werden. als derjelbe

Gewohnlich werden aue Stengen Strunte —
Storzen) des Weißkrautes, welches zu Sauerkrar
zerwendet wird, eingegraben oder als werthlos i
die Dunggrube geworfen. Diese sollten aber sorg
ältig gesammelt werden, da sie im Frühjahre ein
HPdenge des vorzüglichsten Futters liefern. Em
ofehlenswerth ist, dieselben entweder im freien Land
ceihenweise einzuschlagen und während größerer Kält
mit frischem Slrohdünger zu bedecken, oder im Kelle
in Sand gelegt zu bewahren. Gleich nach dem
Ende des Winters werden diese Strünke wie man
die Pflanzen setzt, auf Aecker oder freie Beete ge—
„flanzt, und schon in der kürzesten Zeit entwickeln sich
ahlreiche Sprossen und Blütter, die von Woche zu
Woche geerntet werden können. In dieser Weise kann
nan die Stengel von allen Krautarten sehr nützlich
erwenden und zwar für eine Zeit, wo grüne Blaͤtter
ehr rar und in jeder Oeconomie höchst will⸗
ommen sind.
Sterbfälle.

Gestorben: in Landan Barbara Ha ßhauer,
19J. a. in Zweibrücken Karolina Schlicher;
Saarbrücken Emil, 6 J. a., Sohn von
Lehrer W. Franz; in Jägersfreude
Emma, Tochter von Georg Beder, Steiger;
in Saarbrücken Charlotte, Tochter von
Peter Anton
Dienstesnach richten.

Der Gerichtsschreiber am Landgerichte Frankenthal
Franz Wagner wurde vom 1. November l. Is. an
sum III. Staatsanwalt bei dem Landgerichte Zwei⸗
drüuchen, an dessen Stelle in Frankenthal der Amtsan⸗
vpalt Bechtel in Ludwigshafen und der Rechtskandidat
darl Schuler in Zweibrüscken vom 1. No-
bember l. J. an zum Amtsanwalt bei dem Anmtsgerichte
Ludwigshafen ernannt.

Der Gerichtsschreiber Frz. Stocke in Ludwigshufen
vurde wegen nachgewiesener Funktionsunfähigkeit auf die
Dauer eines weiteren Jahres in Ruhestand belassen, der
nierimist. Verwejer der kath. Lehrerstelle zu Wiesbach
d. F. Tretter zum Lehrer an dieser Stelle, der bis⸗
serige Lehrer in Eulenbis, H. Schmitt, zum Lehrer
zer Unteren prot. Sonle in Meilerbach ernannt.

— —
Literarisches.

Aus der Pfalz, 15. Okltober. Es dürfte
icherlich von einer großen Anzahl unserer pfälz
Jüristen mit Freude begrüßt werden, daß in den
nächsten Wochen ein Werkchen zur Ausgabe gelangt.
zessen Erscheinen von allen Interessenten schon früher
ielfach als wünschenswerth bezeichnet wurde:

„Pfälzisches Notariat“, enthaltend sümmt—⸗

üche wichtigen Reichss und bayer. Gesetze, kgl.

Verordnungen, Ministerial-Entschließungen, Re⸗

gierungsverfügungen ⁊c. ⁊tc. systematisch geordnet

don H. Biffar, tgl. Rotar in Winnweiler.

Verlag von Hermann Kayser in Kaisers-

lautern.

Erster Theil: Das Ventose-Gesetz mit den
hurch Reichs⸗ und Landesgesetze gebrachten Aender—
ungen und Zusätzen.
Zweiler Theil: Bestimmungen über Ka—
»italausleihungen der Gemeinden, Kirchen ꝛc., über
Frwerbung und Veräußerung von Grundeigenthum tc.
Drrtter Theil: Das Gesetz vom 11.
Zeptember 1825 mit den sich anschließenden Be—
timmungen des Ausführungsgesetzes zur Reichs⸗
civilprozeß⸗ und Concursordnung ꝛc.
Vrerker Theit: Sübhastatäonsordnung.
Fünfter Theil: Tarbestimmangen für die
Notäre mit Berechnungstabelle.
Sechster Theil: Gebührenwesen.
Siebenter Theil: Erbschaftssteuergesetz etc
Der Preis wird möglichst billigst gestellt werden,
da nur die Druckkosten in Ansatz komnen. Bestell—
uingen wollen in thunlichster Bälde direkt bei der
zermann Kayser'schen Buchdruckerei und
Verlagshandlung in Kaiserslautern eingesendel werden.
Briefkasten der Redaktion.

Preisräthsel beir. Bis zum Friaitag Abend waren
d Lösungen eingelaufen. Dieselben waren sämmlich richtig.
Bei der Verloojung am Sonntag Nachmittag in Gegenwart
iniger der Herrn Interessenten enischied das Loos zu
Zunsten des Herrn Philipp Koch von Schnappbach.
Wir ersuchen genannien Herrn, das gewonnene Album in
inserer Expedition in Empfang nehmen zu wohsen.
edsungen waren außer von Herrn Koch noch eingelaufen
bon Frau P. U—l'jr., den HH. J. KAr, G. S—9
B. KAr sen. I—z, JI. Ken. K. G—An, — üämmtlich
von hier.

Fuür die Redaction verantwortlich: F. XR Demetz
        <pb n="654" />
        ICgl. Krois- Baugewerkschule
—
RKaiserslautoern.

Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbtreibender im Bau— und— Kunst⸗
gewerbe beginnt ihren Unterricht für das Winterhalbjahr 1881,82 Donners—
tag, den 3. November, in den Räumen der Kreis-Baugewerkschule (Pfäl⸗
zisches Gewerbe-Museum.) Derselbe wird von November dis Ende März in
5 mit Werkstätten verbundenen Fachabtheilungen ertheilt und zwar: in der
Bauschule für Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dach- und Schieferdecker,
Mosaitk- und Cementarbeiter; in der Modelleurschule für Modelleure, Stuccateure
Sandstein- und Marmorbildhauer, Töpfer und dgl.; in der Schule für Holz—
arbeiter für Dreher, Bau-— und Kunstschreiner, Holz- und Elfenbeinschnitzer;
in der Schule für Metallarbeiter für Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler
und Metallschläger Golde und Silberarbeiter, Eisen und Gelbgießer; in der
Malersichule für Zimmer⸗ und Decorationsmaler, Porzellan- und Glasmaler,
Stoff, und Musterzeichner, Lithographen und dgl. Der Unterricht ist in
soweit, als zu einer richtigen Geschäftsführung nöthig, theoretischer, sonst aber
vorzugsweise praktischer, um den jungen Gewerbtreibenden jede zur muster—
— V—
Fertigkeit zu verschaffen, so daß sie außer im Zeichnen und Entwerfen in
ihrem Fache auch in der kunst- und stilgerechten Ausführung unterrichtet werden.
Der Unterricht erhält im Sommer eine Fortsetzung wenn der Schüler als Lehr—
ling oder Arbeiter in die Lehrwerkstätten des pfälzischen Gewerbemuseums tritt.

Die Inscription findet am 31. Oktober ifd. Ihrs. auf dem kgl. Rekto⸗
rate don 9—12 Uhr Vormittags und 446 Uhr Nachmittags stattt, wobei

die cumich beglaubigten Schul- und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Tas

Schrlgeld beträgt 20 Mt und ist bei der Inseription zu entrichten. Für

den Besuch der Werkstätten ist statutengemäß eine Abuützungsgebühr von 10 Mk.

zu zahlen. Zur Vefreiung von Schulgeld ist die Vorlage eines Dürftigkeits—

zeugnisses nöthig. Lehrprogramm und Statuten zu heziehen: Tasther'sche Buch—

handlung, Kaiserslautern, gegen portofreie Einsendung von 30 Pf.

Kaiserslautern, im September 1881.

ᷣgl. Rectorat:
O. Sputæ.

— —

— *

Ein möblirtes Zim⸗
urer, am 1. November
eziehdar, hat zu vermiethen
G. Seibel.

a 8. November 180
Brückenauer Ziehn
Hauptgewinun 50,0009
oose à M. 2 bei: J. Friedrid

Woll, Buchhandlung und Joh.

zich, Friseur in St. Ingbert.

2. BPrima
Schweizer und
Limburger Käse
mvfiehlt FP. LCchn.
Havanna-Honig

— — —

*

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Land, welche schon längere Zei
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Tiarhöe, Verstopiung, Schwindel, Kopfichmerz
c, 2gegen Husften, Ctarrh, Catarrhal—
eber,“ Vrustrerschleimung ꝛc., 3. gegen
Zicht, Rheunmagtismus, Steisigkeit der Ge⸗—
enke ⁊c.; altbewährte tausendfach erprobte
ausrittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten,.) von denen man viele mir ge⸗
ingen Koften selbst bereiten fann“
sheile ich Allen, welche eine Freimarle zur
ackantwort einsenden, koftenfrei mit.
B8. Bechker, Seeten—srau»schwmein

Probe⸗Nummern gratis und franco.
un Lanc(0
Abonnements-Preis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.
Rück und Veclag vponngF. X. Tem 25 in St. Ingboert.
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        —8 —2* * 8 ⸗
5 — 9— ⸗ x —J —*— * * F 7
5 ⸗ —* —E⏑———— 4 * d —3— 24
E F * — — — J 688 8 —IB 84 7 8 5 7 3
— F 7 I 8BR — 8 —* —*—86 *— — 5*5 — — —*52 v 3
— — A —142 — J. — — 6
— 8* ———— — 8 z * * * A —— — A— —M*
—B— 6—— —3— 3 5 * — —* 7 —5
3 —5435 —838 —23538 J * — —8 * — F
z —4 J9 — 5 38 —8 z8 8
— * J6——— — 2 * * 328 7 —z2 38 *
— 9 9 2 —— 35 2 4 J —— — 1 9—* —8*
⸗ 23 * * — 2* F 1 * * 31 — * 88 * 3
8 * —— —8 — 19
⸗ 956 8 —1—8
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

der „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wöchent ich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterht

glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 , einsd

i0 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 5, bei außerpfälzischen und
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 Z, bei Neclamen 30 . Bei 4amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 170.

Donnerstag, 20. Oktober 1881.

16 Jahr

⸗ 3 — J * —⸗
Herr Oskar Kraemer, Hüttenwerksbesitzer, in St. Ingbert
Reichstagskandidat der reichstreuen freiüinnigen Vartei des Mahlberzirks Zmeihrücien-Pirma sens.
Politische Uebersicht. e eim I 5 — der zweite Weihnachtstag òblI rt
Deutsches Reich. et ade— it. Aus der Nordpfalz, 10 OmnDie
Bayerischer Landtag.) Laut Bericht des London, 18. Okt. Drei Regimenter erhielten wei jüngstvergangenen Nächte mit ihrem sehr star⸗
Abg. Frankenburger über den Militär⸗Etat bet rägt Marschbefehl nach Irhamd. Der Lordkanzler ord en Froste treiben den Landwirth eiligst zum Ein⸗
»er Gesammtbedarf für das bayerische Heer pro lete an, baß Parnell von der Liste der Friedens⸗ heimsen der noch draußen stehenden landwirthschaft⸗
881/82 46,22744öαα, also 3, 887, 410 M mehr ichter der Grafschaft Wicklow gestrichen werde. ichen Gewächse, namentlich der Runkelrüben Die
ils im Vorjahre. Im Wesenilichen ist dieser Mehr⸗ Beiteren Nachrichten zufolge fanden gestern in Dub— dartoffelernte ist so zu sagen beendet und werden
ufwand durch die Erhöhung der Friedenspräsenz⸗ in, wie an den Tagen züvor, Ruhestörungen statt. die noch rückstandigen ,Vaterlandsvertheidiger“ im
särke und die in Folge hiervon entstandenen Neu— )die Volksmenge warf die Fenster einiger mißliebiger Jaufe dieset Woche in sichern Gewahrsam gebracht.
ormationen veranlaßt. Den wundesten Fleck im eitungsredaknonen ein und zwang die Polizei durch Seit Menschengedenken sind die Kartoffeln nicht so
anzen Etat bildet die Pensionslast. Nach Steinwürfe, fich zurüctzuziehen. Nach Milternacht Leichlich ausgefallen, wie dies Jahr. Doppelt so
er auf Bayern treffenden Reichsquote verschlingen ourde Militär aufgeboten. diel ernteten die Leute, als sie nur zu hoffen glaub—
ie Militär⸗Invaliden⸗Pensionen nicht weniger als Das Centralbureau der irischen Landliga ten, und diese in Exemplaren von staunenswerther
1961,003 A. In Wirklichkeit aber reicht diese st von Dublin nach Liverpool verlegt (um den für Bröße. Einen prächtigen Anblick gewähren die mit
olossale Summe noch bei Weitem nicht aus. Der rland erlassenen Ausnahmegesethen auszuweichend. darioffeln belavenen Wagen; sauber und appetitlich
ctats Entwurf fordert für den genannten Zweck der Deyulirte Arthut OiConnor hat die Leunng, äehl die Karloffel aus und frohe Gesichter zeigen
3,602,093 Ac, also über eine halbe Million mehr, der Liga übernommen. insere Bauern. Aber trotz des reichen Kartoffelsegens
ils nach der vom Reiche bestimmten Quote treffen Berichte aus Tunis geben das Gesammteffektiv Jibt es dennoch hie und da Mißvergnügte und man
oürde. der in Tunesien stehenden französischen Truppen auf ieht's deutlich, daß der Bauernstand auch solche
Die nächste Plenarsitzung der bayerischen 36,965 Mann an. Zeute unter sich hat, denen es weder unser Herr⸗
Abgeordnetenkammer wird am 24. Ott. In Tunis haben die Franzosen einen bemer⸗gott, noch die Menschen recht machen können. Kluch
bgehalten werden. enswerthen Erfolg errungen. General Sabattier in Sathyrikern fehlt's nicht, die im Hinblid auf das
Anter den reformatorischen Plänen durde durch eine deträchtüche Insurgentenschaar an- n Tuseficht gestellte Tabaksmonopol bereits das alte
es Reichskanzlers auf voliswirthschaftlichem zegriffen, schlug dieselbe aber nach sechsstündigem „Westricher Grummbeerelied“ wieder hervorholen und
zebiete tritt neuerdings das Tabaksmonopol wieder dampfe. 800 itodte Araber wurden auf dem ingen:
haärfer hervor und es ist bekannt, daß die Aus— S—chlachtfelde gefunden. Auch Ali Bey trug einen „Und werd' kee Duwak meh' gebaut,
tbeitung einer hierauf bezüglichen Vorlage, welche ieunen Erfolg davon und machte 200 Gefangene. So raache mer unser Grummbeerekraut.“
em Feichstage uoch in seimer näch ten drütjchre . us Tune ireteneeete 3g see a ee uuee enf den
zession zugehen dürfte, im Werke ist. Interessant Bey zieht sich mit den Trümmern seiner Truppen das Grummbeerelied nicht durchaus seine Anwen⸗
nd in dieser Beziehung die Auszuge, welche die nf Faghuan zurück, um die Wasserleitung zun dung finden kann; denn
fficidse Nordd. Allg. Ztg.“ aus dem Proiokolle chützen. Der Marsch der Truppen auf Kahiruan „Wenn draus der Weinwachs schiebes geht,
ber die Sitzung des preußischen Staatsministerxiums st schwierige weiles an Transporimitieln fehit, Hann mer was heemzefahre,“
om 24. Januar 1879 bringt, in der die Tabals- a die aus Frankreich herübergeschafften Maulthiere daßt nicht recht für ünser nordpfälzisches Thal, das
nonopolfrage eingehend behandelt wurde. Aus lichts werth sind. An Krankenpfl egern fehlt es mit seinen mit Rebstöcken befetzten Bergabhängen
jesen Verhandlungen erhellt, daß das preußische icht minder Die aus Frankreich herubergeschickten dieses Jahr dem Winzer einmal wieder einen ziem—
taatsministerinm das Monopol fur diejenige ind junge Soldalen, die keine zureichende Aus-. ch reichen Weinsegen bringt. In vielen Lagen gibt
dteuerform hält, welche aus dem Tabak die größten ildung für den Dienst haben. Meit' den , Er- »' einen vollständigen Ertrag; in den meisten Lagen
ertrage liefere und am gerechtesten wirke, doch ver⸗ olgen“ Ali Bey's scheint es nicht weit her ge— einen mehr denn mittelmäßigen. Die Trauben sind
ennt die Regierung auch die Schwierigkeiten nicht, vesen zu sein). alle vollstandig reff und kann man ohne Bedenken
velche sich der Durchführung dieses Projectes ent⸗ u jedem Stocke sich niederlassen und wohlschmeckende
egenstellen und unter denen die Entschädigungs- Früchte zum Essen abnehmen. Es gibt also einen
cage für die Tabaksfabrikanten eines der schwie⸗ zuten Wein. Etliche glauben, es gäbe nur einen
igsten Bedenken bildet. Ob nun diese Hinder— Wein, der dem von 1875 gleichkäme; aber die nicht
isse so gut wie unüberwindlich sind, wie die prin⸗ ehr Aengstlichen glauben an eine bessere Qualität.
wpiellen Gegner des Tabaksmonopols behaupten, Unsere Bauern haben also für dieses Jahr „Grumm⸗
oollen wir für jetzt ununtersucht lassen, jedenfalls eere undt Wein“ und damit Vieles vor denen in
ind aber auch die grundsätzlichen Vorzüge des inderen Gegenden voraus; nur das Streusel“
Nonopols vor allen andern Besteuerungsformen des nerursacht ihnen viele Sorgen, trotzdem manche Ge—
sabaks anzuerkennen und es ist darum zu erwarten, meinde hierorts 1400 und 1600 Tagwerk Wald hat.
aß nach dieser Richtung eine Verständigung zwischen — K. Der Herbst beginnt in den Weinbergen der
deichsregierung und Reichstag erzielt werde. Gemeinde Rockenhaufen am 24. d. M.; die⸗
Ausland. jenigen Weinbergbesitzer, in deren Weinbergen Fäul⸗
Wien, 18. Okt. Es gilt in unterrichteten — wird, dürfen schon vom 19. d. M. ab
——583 swi eeeiresen ier hochst — Aus dem Zelterthal. In den Gemar—⸗
, ja fast für sicher, daß der direkt
In Monza heute oder morgen hierher zurückkehrende ungen Ze. Hart heim und Niefernheim beginnt die
otschafter Itolens Robilant, eine Anfrage Lonig Traubenlese Freitag den 21. ds. Die Qualität des
»umberts überbringen wird, ob sein Besuch Mostes verspeicht eine sehr gute zu werden, auch
em Kaiser Franz Joseph genehm sei. In die Quantität ist sehr befriedigend.
rwartung, daß Robilant weitere Erklärungen über
taliens friedliche Politik sowie über dessen Ge⸗
eigtheit, sich der von Deutschland und Oesterreich
efolgten politischen Richtung anzuschließen, ab—
eben werde, wird hier eine freundliche bejahende
lutwort auf die Anfrage erfolgen. Somit erscheint
Zusammenkunft in die nächste Zeit gerückt.
Kan erwartet hier, daß die oben angedeutete Po—

* St. Ingbert. Ausgeschrieben zur
Besetzung ist eine Först erstelle in den Wald—
uingen der H. H. Gebrüder Krämer hier. Firxer
ßehalt 860 M. freie Wohnung, 10 Ster Be—
oldungsholz und circa 4 Morgen Dienstland. Be—
verber um die Stelle, welche bei tadellosem Lebens⸗
vandel das 32. Lebensjahr noch nicht überschritten
saben, durch Zeugnisse der einschlägigen kgl. Forft⸗
»ehörde den Nachweis liefern können, daß sie in
illen Waldarbeiten im Hochwaldbetriebe bewandert
ind und selbstständig die Frevelregister führen können,
aben ihre Gesuche binnen 14 Tagen (vom 14.
Itt. an) auf der Krämer'schen Oberförsterei dahier
inzureichen.

* In einer am Sonntag in Pirmasens
tattgehabten Wählerversammlung wurde Hr. Hütten⸗
oerksbesitze O. Krämer von hier einstimmig
ils Reichstagskandidat bestimmt.

— Otterberg. Durch Entschließung des
)ohen Regierungspräsidiums der Pfalz vom 9. Okt.
ourde im Einderständniß mit dem kgl. Consistorium
uf Antrag des hiesigen Presbyteriums demselben
ür die Anschaffung einer neuen, den monumentalen
ßerhältnissen der hiesigen Kirche entsprechenden
Irgel eine Kirchencollekte in den protestantischen
dirchen der Pfalz bewilligt und als Tag der Er—

Vermischtes.

. Das Ministerium des Innern hat mittelsi
Entschließung vom 3. ds. Mis. angeordnet, daß.
ver in die Hufbeschlaglehranstalten in
München oder Würzburg aufgenommen werden
vill, durch entsprechende Zeugnisse nachzuweisen hat,
daß er 1) einen guten Leumund besitzt, 2) im

1.
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        verde eine Lehr- und Geseuenzeit dvon

zwei Jahren zurückgelegt und 3) während

t mit dem Hufbeschlag sich wirklich be—

sat. Der Vorstand der Lehrschmiede behält

die Befugniß, Schmiede, welche dem Un—

ach den während desselben gemachten Wahr⸗

in nicht zu folgen vermögen, aus der An—

entferneu.

3 Kiel wird gemeldet: „Die Sturmfluth

en Tage an der schleswig—-holsteinischen

» war die furchtbarste seit 1855. Die Ei—

sind mehrfach gebrochen, die Seedeiche schwer

zt. Von Tondern bis Dithmarsen sind

trecken überschwemmt. In den Kooegen ist

eh ertrunken. Von den Halligen fehlen die
sten; man befürchtet Schlimmes.“

Bemeinnüͤtziges.

htige Erfindung. Wie viel Unglück hat

das Petroleum in der Welt angerichtet?

man alle einzelnen Fälle wüßte und zusam—

ilte, würde es ein Buch von vielen Bänden geben.

etzt — ist die Erplosionsgefahr plötzlich durch

atentirte Erfindung des Eisenbahnbeamten

Deutsch zu St. Johann an der Saar vollständig

xjeiligg. Vle Gisilonnng ist wirtlich eine Wohl-
hat für die Menschheit! Die Vorzüge des mit dem
sdamen „Diamantöl“ getauften Erfindungsgegen—
tandes sind folgende: Das Licht brennt heller und
parsamer (nach der stattgehabten Prüfung 10 Pf.
dxo Liter Ersparniß); Rauch und Schmutz kommen
rnicht mehr vor; die Explosionsgefahr ist vollständig
beseitigt! Die Vorzüge des Diamantöles sind durch
echnische und chemische Prüfungen anerkannt. Hr.
Deutsch beabsichtigt, demnächst Agenten zu engagiren,
und sind desfallsige Anfragen ꝛc. an ihn persönlich
uu richten.

„cAuserarunung und Berichtigun
Wir sind in »der angenehmen Lage, gegenüben
der im Inseratentheil der Nr. 168 des Anzeigers
enthaltenen leisen Anfrage an die Bau—
ommission mittheilen zu können, daß die
handlungsweise der Baukommission in der ange—⸗
tegten Sache eine vollständig korrekte war und
Zweifel daran nur auf ungenügender Information
»eruhen koͤnnen. Wohl war zuerst die Höhe der
Randsteine auf 45 Centimeter bestimmt. Da aber
diese Höhe bei Randsteinen eine ganz abnorme ist,
Aieselben auch an dem Orte, für welchen die Steine
bestimmt find, absolut nicht erforderlich ist, so wurde
ein neuer Vertrag abgeschlossen, nach dem Rand—
teine von folgenden Dimensionen geliefert werden
nüssen: Länge 60 Centim., Höhe 36 Centim.
Dicke 18 Centim. Nach diesem Vertrage reduzierte
ich der Preis pro laufenden Meter (mit Lieferung
und Setzen) auf drei Mark 10 Pf. Diese Be—
dingungen werden genau innegehalten und kommen
Anregelmäßigkeiten, wie der „Eine, der Intereffe
aran hat“, anzunehmen scheint, nicht vor.
me yn verantwortlich: F. X. Demetz.
Stadtrathssitzung
am Freitag den 21. dss. Mis
Nachmittags um 3 Uhr.
Tagesordnunz:
Herstellung eines Friedhofes für
Schnappbach.
Errichtung einer Badeanstalt.
Wahl eines Mitgliedes in den
Steuer⸗Ausschuß.
4. Häusersteuerrevision.
St. Ingbert, 19. Oktober 1881
Das Bürgermeisteramt:
Guster.
Zu verkaufen
bWohnhäuser,
2 große schöne Pflanzgärten,
7 bis 8 Bauplätze,
Alles in der Stadt St. Ingber!t
gelegen. Näheres bei Geschäftsmann
Fitz in St. Ingbert.

Sterb lle.

Gestorben: in Kauserslautern Frau Elisa⸗
zetha Goerg, geb. Auffschnaiter, 81 J. a., in
datzweilerGemeindediener D. Rheinheimer,
79 J. a., in Enkenbach Christina, 25 J. a.,
T. v. Joh. Kronenberger, k. Poststallhalter.
in Dierbach Heinrich Adam, 69 J. a., in
Frankweiler Frau Marg. Mergenthaler,
geb. Anlag, 42 J. a. und Frau Philipp. Anlag,
jeb. Renninger, 68 J. a. (letztere starb plötzlich
n Folge Schreckens bei der Nachricht vom Tode
hrer Tochter).

Todos Anzeige.
Freunden und Békbannten theilen wir mit. dass unser jüngstes
Kindchen
Frieda Margaretha dohliok
nach läüngeren Leiden heute Morgen um 9 Ubr santt entschlafen ist.
Um stille Theilnahme bittet
8t. Ingbhert, den 19. Oktober 1881.
Dee trauermdeé Poumilie.
XB. Die Beerdigung findet Freitag um 3 Uhr statt.

8wangsversteigerung.
Samstag, den 22. Oktober
1881, Morgens 10 Uhr, in der
Wirthsbehansung des Herrn Fritz
Friedrich dahier versteigere ich
zwangsweise gegen Baarzahlung: Die
Kartoffeln von ca. 25 ar Acker in
den Dudweiler Rödern gelegen,
im Banne St. Ingbert, dem Jakob
Lefebre, Schmelzarbeiter von hier,
gehörig.
St. Ingbert, 19. Oktober 1881.
F
Gewerbliche Fortbildungsschuse
St. Inghert.
Das Wintersemester beginnt Freitag, den 21. Oktober e. und
wird die Unterrichtszeit festgesetzt auf:
Montag Abend von 7—9 Uhr;
Mittwoch 3
Freitag „„„und
Sonntag Morgen von 28—-2410 Uhr.
Die Eltern und Lehrherren der Fortbildungsschüler werden ersucht, ihre
Söhne resp Lehrlinge regelmäßig und pünktlich zur Schule zu schicken.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
— —
DVILLVV
2.
BRe ACUng.

Wir hahen der Annonmeen⸗Expedition von Rudolf Hosse
die verwaltung des gesa mnaten

Annoncen- und Plakatwesens
für die bayrische Landes-Ausstellung übertragen, insbesondere die allei-
nige Annaume von Inseraten für die offiziellen Kataloge. für den Führer
durch die Ausstellung., für die BLintritts-Billets. sowie die Anbringung von
Plakaten an den hiefür bestimmten Plakattafeln ete.

Alle dieshezüglichon Anfragen bitten wir daher Lecddäglieh an die
genaunte Firmn zu rächten.

Viirunherg, im September 1881. 22—

Der Direktor des bayr. Cewerbemuseums.
Steginannm.

Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung zur gläll.
Kenntniss, dass die Prospokte. Preislisten ete. für die verschiedenen Pu-
blikationsunternebmungen der Ausstellung binnen Rurzem zur Ausgabe
gelangen werden. —

Refsektanten auf die Plakattafeln bitte ich ihre Anmel dungen schon
jetzt an mich gelangen zu lassen.

Jüruhez
Frnnicu. , m ——
Rudolf Mosse,
Annoncen-Expeæν VrIAaAgnM
S80 — *

FJaßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.

»Ein möblirtes Zim⸗
mer, am 1. November
eziehbar, hat zu vermiethen
G. Seibel.
Billig
— Prachtwerk.—
Mit nach der Natur gemalten Abbildungen.
Statt Mk. 12, — für nur Mk. 3. —

Wir besitzen mehrere Exemblare nachstehenden Werkes, welche wir fu
rur à Mk. 3. — abgeben:
Großes illustrirtes
XLLI
Ausführliche Beschreibung aller
Pflanzen und Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen. ihre Wirkung und Anwendung, ihren Anbau, ibr⸗
Einsammlung und Aufbewahrung.
Nebst Anleitung
zur Bereitung aller möglichen Arzneien, Kräutersäfte, Syrupe, Conserven, Lat—
wergen, Essenzen, Wasser, Pulver, Oele Salben, Pflaster, Pillen, Pomaden
sowie vieler Geheim⸗ und, Hausmittel.
Nach den neuesten Quellen bearbeitet.
— Mit colorirtu Abbildungen —
1879. 80. 700 Seiten. Ganz nu!!
In der Schweiz:
Sthtitlin's Sortiments-Buchhandlung in Si. Gallen.
In Deutschland:
H. Dorn's Antiquar in Neu-Ulm (Bayern).
Bei Einsendung des Betrages Franko⸗-Zusendung.
8 s im hö
Trunksucht, uen
rigt sicher mit, auch ohne Vorwissen, unter
Barantie der Ersinder d. M.u. Spezialist
f. Trunksucht⸗Leidende Th. Konetzky,
Berlin, Bernauerstr. 84. Atteste, deren
KRichtigleit von Königlichen Amtsgerichten und
Zchulzen⸗Aemtern bestätigt, gratis. Nach⸗
ihmer beachte man nicht, da solche nur
Schwindel treiben.

*

Bevor ein Kranker
sich zum Gebrauch eines Heilmittels
entschließt, versäume er nicht, bei
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DOODODCOCODOCOODCO)ODCOCC.

Unserem heutigen Blaite
iegt ein Aufruf bei, welcher zur
Betheiligung an der Verloosung zu
Hunsten der durch Brand heimge—
suchten Stadt Brücken au einladet,
nuf den wir noch besonders aufmerk—

—
— — —“

— ⸗
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        2
225 2 ·228 *
23 * 2* — 5 222
555 3575 7c — 2— 5 2 33— —55
2* 325— 24 — — —— 558—5 —35*
—— — 2 27 * —8 2 —*2 — —2 —
5758 —7 55 383383432 583 555558 — 2 111
— —555 3373 23345 —5533557 — 222
— — —— 58 283535355 ———— —8 —553 5575575587* 2.2 53 257
55s53 5272235255 53 X 52852 —2255352235 55225553 5 555 —25
53* 535555—3835 ——53 S2. 53 5 5 5 *853 725277— — —535
F 5353z53353 8 —25 —5— 8 522226 250 —732 5 55
558 5237 235 *5333355* 353 5—55827 ———3 — 38585 225
—58 6538255 — — 8683378 ——A 283 68.8*
2 383 — — 2 8 —2. — 2 — — 23 555.25 27* —? * 2—2 — —
258 * ———2 7 —E — 2525 555 —— 525 28 —
s2 235 2 — — 53z2 2* — c25 ——c7 * 525
7 * 22 2 —8 ẽ — 3 25 S 2 * —
—— —52382 — — * * —— —A *522 5* 3*2
7 2 * — — 52 2 — 328285 — * ——
3 55— — 5—53 —33353 52* 2337—25327553 32535— —5—5 235*
* —8 2 50 275 2 5 2 22 335 —25——32355— — 2 2*
2 — 75325 n Z2 — —— 55 22337* 567* 821 355
5 — *58 —5——2555 2555* —AX J 2 5255*
22322 —35 * ——590 285* „5825——5 — 7 5527 52555 22 2 — —
5353 —3358 — —— — s *5 * 5—55552— —— 2
1*87 353——55 3 333337* 122
— 7 2 52 27* — 5 5 ——
52* 33— — 55555*
255 S2 —— 225—7 25352 2 2 — —z3 5 32—— 22
8 5 52522 — 3 — 8 322 ——— — —23330 —7—* 2
A —— 58 52225 — — *2 12—8255
2 58 85335 — 3 23525
2 72* 52 * —2 * 23 — * EMS
352 8225 8572 2* 5538538 .5*222 525857 5—
22 5—22335 — * ——52 32 — ——— — 2
— — * — z283355 —22 2 225 ——— 355*
2 — — 3 —5 — 2255 —E — 2 Ez * * 2 —**
5752 8355 5— 2 53853 — — 22 5223
— 32— —242 —A — 2.2 5 — — 7 7—22 2* —— A22 2 ** —— ——
25 — —A —8 2 272 — —— 9 7 — 2k7S ——I — —
328 775 *5*528 2—5. 642 —— 2 5*25 A A
* * * 555 2 55 —— ——— — — 5 —A —.2 5. 2 — 7* 2—— ——
155—87 NE2S 22 2 2 —. 2 8 535—5222* 3 J —
J552 —37——3833855 —55 —32375 — —
5553553 55387 — 2—2 —— —5825 * — ——
330 —— — —5—8527 235 PD7 —E 3* J 53 —
3.2 5 2 2* — 2 5 25 — — —857 2 * —5 2 —7 — — —
— 3538 3 * 55— — 25*
— — 5366 32228 — 3 5 —8—5 72* 3 7
—⸗ 3z2—3.52* —5 35——55 555 3
EVSS . 8523
138223
— —
—

5255 —

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— * 15 5 F 2. 32
—A — . 6 5555833235 — ———
* —*— ——— —2 —5* — —A —e— —— 5287
2— 227 F — 3— 7 * —2
— —— —— 23 5833
— —— 22 —A 7 — — 2822 — 227— * — — —* 2 —
2232 2 58— . 52 —25552 52. 525 — — 33 — — — — 3
⸗ 23 * *2* * 9 22 52* — 2 22 322— 22 ——
2 —2 032 35 75 23 2—535553 2. 2 5. 5 —235 —22 —7
* 5*5—75233538 — z685 — —2—— —— 528— ——
—— — —3 2 38** 233 — 2. — — 2 * 8 3 — — 227 — *
—A— — 2 — * — 7* * —A 25 2. 53 2 — 32232 —* — · 5
57233 4 — 282 .53 5 2— 322 — —* — 2* 2.7
— —22—— 2 72 ———— — 25 —R 522 —522 25
5s57**5s2.5 33583— —282— —AA —— ——— 2352383575 —8
* —— — 5325 75 2 5. 5 — 255 25352 ÿ 522 5
2 — — —8 32 5222.. 2 *52 —A— * — S* — 2
2.— *5 *2 — — ** 8722 — Z — 8 — S8 —— —
S 5—⏑⏑— — 72 — 2.5 2,5* 32222. 24 2, *5 2. 2 2
— 233 —22. 3 525. 553 22252 — 22
55 ——55 — ———— 57
22 *2. 323622227 ——— — — —A—— * *
2* — 52 53 8 22 *85 * 52*32 57. —— 32 23 73 S 3
25385 —3— —— 55 5 —35—5353 32
*8335— 3 383 —553 —375— 5*—855 55
* — 727 2 25 —8 * —3 —— *
2232 — 5235 63 55 2. . 3 — — *
2 — —* — 2 2 —5 J2 — —2 . — —
—A—— — 8 3. 285 6 —.8— —2 2 — **352
—A— ——— ẽ 52. *5 2. 2518* — ——— *
5*387. ———— 25 — 2 85
322 7 2 ——A 2 — — 2— 22 2 — 75 2 2 2
— — 3 —— — 2 * — — 7 75 *52. 5æ 2. 5æ A — 7 *
52355— 555*53— —0 —5 —26 — 2 255 2
— 53298 —5— ——„ — 5288—2535 —5— 2 55855 75
*227225 — —2. 5—607 5377 —6 — 2: 3
2. — — —7 7 7 * M2 X 7 2 24 * 2 — *
— 5 * 2 — 2 — — — 53 — * 7 * 222 — S
*5555 2. 258 —7 22 —5555605 2 — —525 527
225 52 5 — — — 22— —* 23. * * ——
53. 3 35 05 2 2723 2 252. 23 — —— — —— 2
— 7* 22 27 ⸗: *5 *2 227 — 2*25558 3 60 5 222322727 *
—A — 27575 — 22 8 —73 * 2* 2. —ẽ3 3 E—— 887 x“
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        ðSt. IJugberter Amzeiger
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

der ‚Et. Ingberter Anzeiger“ erscheini wöchenltich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhe

ßlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 146 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einsd

0 BZustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 A, bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 171.

Samstag, 22. Ottober 1881.

16. Jahrg.
Herr Oskar Kraemer, Hüttenwerksbesitzer in St. Ingbert,
Reichstagskandidat der reichstreuen freisinnigen Partei des Wahlbezirks Zweibrücken-Pirmasens.
* Zaftpflicht und Unfallversichernug.

Die Frage der Arbeiterversicherung wird bekanntlich
chon seit längerer Zeit vielfach in der Presse und
on Fachleuten besprochen, und hat auch schon der
teichsstag sich mit dieser Angelegenheit, wenn auch
loch ohne positives Resultat, beschäftigt. Inmitten
»er Erörterungen, welche durch die Nachrichten über
zie sozialpolitischen Pläne des Reichskanzlers her⸗
„orgerufen worden find, verdient die Aufmerksam⸗
eit besonders auf die Arbeit eines Nationalöko—
omen, Professors Held, gelenkt zu werden.

Was nach Professor Held bis jetzt einer durch⸗
zreifenden Reform des bestehenden Hajtpflichtgesetzes
jindernd in den Weg trat, ist zum Theil der
Mangel an einer zuverlässigen Unfallsstatistik, welche
dlage in den Berichten der Fabrikinspektoren immer
oiederkehrt. Es wird in einer Anzahl von Fällen
iffermäßig nachgewiesen, daß die zur Kenntniß der
Zehörden und Inspektoren gekommenen Unfälle
nuch nicht annähernd der Wirklichkeit entsprechen
önnen, daß somit die Anzeige-Verpflichtung ein
ebot der dringendsten Nothwendigkeit sei, und es
t darum anzuerkennen, daß die preußische Re—
zierung in dem im vorigen Jahre veröffentlichten
Hesetzenwurf betreffend die Anzeige der in Fa—
xrxiken und ähnlichen Betrieben vorkommenden Un—⸗
alle, einen Schritt nach Vorwärts in dieser Be—
ehung gethan hat.

Was nun aber die ausreichende und wirksame
zursorge für alle Diejenigen, welche im engeren
Sinne als Invaliden der Arbeit zu betrachten, d. h.
m Industriebetriebe verunglückt sind, anbelangt, so
eistet das Haftpflichtgesetz von 1871 eben noch
mmer nicht, was Noth thut, wie aus der Vor—
chrift des Gesetzes, daß der Unternehmer nur für
„en durch das eigene Verschulden seiner Bevoll⸗
nächtigten entstandenen Schaden haftet, hervorgeht.
Brofessor Held nimmt nun in seiner Arbeit an,
zaß in Folge dessen drei Riertel aller verunglücken⸗
»en Fabrikarbeiter keine Entschädigung bekommen,
ind führt darum aus, daß in diesen Fällen schon
inser sittliches Gefühl verlange, daß die Industrie
ils solche, deren Einrichtung im Einzelnen oder
Hanzen an den Unglücksfällen schuld ist, für die
Sache auffomme. Vom rechtlichen Standpunkte
wuus betrachtet, geht diese Forderung allerdings zu
veit, da man doch nicht in allen Fällen den Ar—
„eitgeber für die durch grobe Fahrlässigkeit seitens
zes Arbeiters entstandenen Schäden und Unglücks-
älle verantwortlich machen kann, aber vom allge—
nein menschlichen Standpunkte aus ist der jener
zrorderung zu Grunde liegende Gedanke nicht ganz
u verachten, und verdiente deshalb maßgebenden
Orts eine nähere Prüfung. Weiter kommt dann
Brofessor Held in seiner Arbeit auf die aus dem
daftpflichtgesetze zwischen Arbeitgebern und Arbeit—
ehmern entstehenden Prozesse zu sprechen und
ommt dabei zu dem Schlusse, daß in den Prozessen
ver verunglückte Arbeiter seine Rechte oft sehr schlecht
vahrnehmen kann, denn die Frage, ob der Verun—
zlückte ganz schuldlos an seinem Unglück war, läßt
ich oft gar nicht positiv bejahen oder verneinen.
da nun die Frage der Unfallversicherung vielfach
ait derjenigen der Haftpflicht identisch ist, so gilt
⸗Mhier offenbar, durch das vom Reichskanzler ge⸗
zante Unfallbersicherungsgesetz die Mängel der
aftpflicht zu beseitigen und zwar sowohl im In⸗

eresse der Arbeiter, als auch der Arbeitgeber und
»er Gemeinden, die ja bekanntlich auch oft die
Unterstützung verunglückter Arbeiter übernehmen
nüssen, wenn nach dem Haftyflichtgesetz der Arbeit-
seber nicht zur Zahlung einer Entschädigung an
en verunglückten Arbeiter herangezogen werden
onnte. Die Unfallversicherung für Arbeiter ist da—
jer außerordentlich wichtig für alle Betheiligten und
uch für den Staat und die Gesellschaft und wollen
oir hoffen, daß diese in Fluß gebrachte Frage in
ommender Reichstagssession ihre gedeihliche Lösung
inde.
3. W. P. RVom bayerischen Landtag.

Alle Anzeichen sprechen dafür, daß wir diesmal
iner gewitterreichen Parlaments-Saison entgegen—
ehen, welche die ungemein üppig aufgeschossene
Zaat des Finanzbudgets und seiner zifferschweren
lehren bedenklich bedräut. Zwar hat Finanzmini—
ter v. Riedl, — nebenbei bemerkt, der troß seines
eiklen Ressorts beliebteste Minister und so zu sagen
ersona grata der Kammer — in seinem jüngsten
iplomatisch feinen Finanzexposé in Voraussicht der
dinge, die da kommen werden, versichert: was die
egierung verlangt, fordert sie einzig im Inter—
sse des Landes, rum einerseits un abweis-
iche rechtliche Verpflichtungen (Militär⸗ und Ma—
rikular⸗Ausgaben) zu erfüllen, anderseits um den
Zedürfnissen der Verwaltung, sowie der Erhaltung
ind Pflege der für Staat und Volk nothwen digen
finrichtungen Rechnung zu tragen. Allein — es
as't der See und will sein Opfer haben.

Von dem Plane einer allgemeinen Steuer—
verweigerung ist man seitens der Oppositions⸗
jartei von vornherein wieder abgestanden, weniger
ius Besorgniß vor einer eventuellen Reichs-Exeku⸗
ion, als aus Gründen der Loyalität und Legali—
ät; auch die Idee einer allgemeinen Mandatsnie—
erlegung wurde wieder fallen gelassen, und zwar
ibgesehen von der sehr fraglichen Verfassungsmäßig⸗
eit eines solchen folgenschweren Schrittes aus
zweckmäßigkeitsrüchsichten.

Dagegen hat die von der Berliner „Germania“
n Vorschlag gebrachte Aushungerung des
etzigen Systems durch möglichst weitgehende
bstriche an den Regierungspostulaten, namentlich
eim Kultusbudget, seitens der Kammermajorität
ngetheilten Beifall gefunden. Hierin werden die
Extremen“, „Patrioten“ und „Konservativen“ Hand
n Hand gehen und so vereint das Jahrhundert,
ardon: den Kultusminister Dr. v Lutz, in, die
z„chranken fordern.

Dieser seit dem Regierungsantritt des Königs
is zum heutigen Tage im ungeminderten Strahl
llerhöchster Huld und Gnade verharrende Staats—
iann ist gleichvohl — im Gegensatze zu seinem
rinanzkollegen — der bestgehaßte Minister und
ann sich in dieser Beziehung mit dem erhabenen
zorbild des deutschen Kanzlers trösten, dem be—
unntlich das gleiche Loos beschieden. Er ist das
'pfer, welches sich der „rasende See“ auserkoren,
ind wie in gewissen nordischen Kreisen der Ruf
rschallt: „Fort mit Bismarck“, so lautet hier die
echtsseitige Parole: „Fort mit Lutz, fort mit dem
eutzianismus!“

Um nun dies zu ermöglichen, soll an dem von
hum vertretenen Kultusbudget so viel gestrichen und
eschnitten werden, daß der auf's Aeußerste gebrachte

Minister endlich ausruft: „Jetzt mag ich nimmer!“
Ddas heißt man Aushungerung des Systems.
Ob dieser herbeigesente kritische Moment eintre—
en wird, ist freilich eine andere Frage, an dem
jzuten Willen der Rechten wird es wahrlich nicht
ehlen.

Ueber die Einigkeit und Solidarität der rechts⸗
eitigen Kammermehrheit ist in den jüngsten Tagen
diel herumgestritten worden, zumal seit ein Ange—
jöriger der extremen Fraktion zum Referenten für
den Kultusetat ernannt worden ist. Ging man ja
voch so weit, zu behaupten, die Fraktion der Rech—
en habe sich ohne allen Vorbehalt dem Kultusrefe—
enten Dr. Rittler zur Verfügung gestellt, so zu
agen als rein mechanische Abstimmungs maschine.

Dieser Behauptung wird jedoch in der von einem
influßreichen Kammermitglied inspirirten „Donau⸗
ztg.“ bestimmt entgegengetreten. Hiernach verfügt
dr. Rittler blos über ein prinzipielles Zugeständniß,
ahin gehend, daß der eine oder andere Posten im
zudget aus politischen Erwägungen gestrichen
verden kann. Dieses Prinzip wurde in der Frak—⸗
ion ohne Widerspruch proklamirt, eine Abstimmung
nittelst Namensaufruf hat aber nicht stattgefunden.

Wenn sich die Sache in Wirklichkeit so verhält,
zann dürfte der Mahr'sche Viktoria-Marsch denn
zoch etwas zu früh an die Oeffentlichkeit getreten
ein, oder om Ende gar — an den Minister zu
dressiren sein.

Unter den zunächst vor das Steuerplenum gelan⸗—
jenden Gegenständen wird wohl der Militäretat
zie erste Stelle einnehmen, über welchen vorerst der
Finanz-Ausschuß sich schlüssig zu machen hat.

Das ewige Rebhuhn im Landtags-Menu bildet
zekanntlich die Frage vom 7. Schuljahr,
eren unverdrossener und lungenkräftiger Anwalt,
derr Baron von Hafenbrädl, auch diesmal wieder
— wenngleich ohne jede Aussicht auf ein positives
Resultat — den so oft schon eingebrachten Autrag
Jegen das 7. Schuljahr produziren wird.

Außerdem steht aber noch ein ganz besonders
vichtiges Berathungsthema in Sicht, nämlich die
Biedereinführung der Lotterie in
Zayern. Der Vertreter dieses interessanten Pro—
ektes ist der allzeit plänereiche Kammerodysseus Dr.
Schels, welcher bereits in der verwichenen Budget⸗
jeriode zur Vorbeugung des unvermeidlichen Defi—
its den diesbezüglichen Antrag einbrachte, aber mit
)emselben an allerhand sozialmoralischen Bedenken
der damals noch nicht so finanziell bedrängten Kam—
ner scheiterte. Damals freilich hat dieselbe dem
lassischen non odet“ ein bajuwarisches: „und
s riecht doch!“ entgegengestellt trotz dem sonst
mmer als Muster und Vorbild vor Augen gestell⸗
en preußischen Finanzgebahren und seiner unent⸗
»ehrlichen Staatslotterie.

Heute ist die Lage eine prekärere geworden und
verden vielleicht die sittlichen Motive nicht so schwer
n die Wagschale fallen. Das Lotteriewesen ist
inmal nicht aus der Welt zu schaffen. Beweis da⸗
ür die endlose Reihe von Lotterien für wohlthätige
Zwecke ꝛc., durch deren Gestattung der Staat die⸗
elbe Gewinnsucht fördert, welche er durch Aufhe⸗
»ung der, Klassenlotterien bekämpfen wollte, ein
estens gemeinter Versuch, der ohne seinen Zweck
u erreichen, nur auswärtigen Unternehmungen ähn—
icher Art zu statten kommt.
        <pb n="660" />
        Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
ayerischer Landtag.) Kriegsminister
Ainger übersandte dem Präsidenten des
ednetenhauses die Anslage zum Gesetzentwurf,
»nd den Kredit für die außerordent-—
n Heeresbedürfnisse in Form einer
rung von 2,706,000 Mark zur Verbesserung
estung Ingolstadt. Der Kriegsminister em⸗
die Beschaffung durch Anleihe. — Herr Abg.
enburger beantragt in seinem Referat über
dilitär-Etat 1881-82 die Bewilligung
reisten vom Ministerium aufgestellten Posi—
„behält sich bei einigen Postulaten weitere
ge vor und fordert bei mehreren nähere Er—
ungen. Bei 12 Positionen werden Abstriche
ufammen 246,119 M. (davon 147, 160 bei
Postulat für Naturalien, statt 6,927,160 nur
5,000 M.), beantragt, bezüglich deren weiterer
endung besonderer Antrag vorbehalten wird.
Gehalts-Erhöhungen der Auditeure (für die

Xunditeure um 300 M., für, die Korps-Audi⸗

teure um je 150 M. und für die Divisions- und

Garnisonsauditeure um je 300 M.) und der Ve—

terinäre (für die Korps-Stabs-Veterinäre um 900

M., die Stabs-Veterinäre um 240 M., für die

Veterinäre J. Kl. 375 M. und die II. Kl. 108

M.) stimmt Referent zu und bemerkt hinsichtlich

der letzteren: „In der Hand des Veterinärwesens

befindet sich ein so werthvolles Material, daß der

Aufwand auf dasselbe unter der Bedingung geeig—

neter Vorbildung als eine Ersparniß sich darstellt.“

Für Germersheim wird eine Gouverneursstelle

nicht als nothwendig erachtet.

Muünchen, 19. Ott. Se. kgl. Hoh. Herzog
Karl Theodor hat für die „Rudosph Virchow—
Stiftung“ einen namhaften Beitrag gezeichnet.
Herzog Karl Theodor ist bekanntlich Mediziner).

Darmstadt, 19. Ott. Der Großherzog hat
den Landtag heute Vormittag 11 Uhr mit einer
Thronrede eröffnet, in welcher Vorlagen wegen eines
Expropriationsgesetzes sowie über die Bildung von Pro⸗
vinzialfonds zum Zweck der Erleichterung des Neu—
baues von Kreisstraßen, über die Einkommen—
steuer und über eine Kapital- und Rentensteuer an—⸗
gekündigt werden. Eine Vorlage wegen der Se—
kundärbahnen soll erfolgen, wenn die Ergebnisse
der gegenwärtig stattfindenden Prüfung vorliegen.
Das Staatshaushaltsbudget bis zum 31. März
1885 liegt zur Berathung bereit. Die ordentlichen
Ausgaben würden durch die laufenden Einnahmen
gedeckt. (Somit kein Defizit!) Weitere Ausgaben
stünden aber besonders wegen des Baues von Se—
kundärbahnen in Aussicht und würde deren Deckung
nur ducch Benutzung des Staatskredits (also durch
Anlehen) möglich sein.

Stuttgart, 19. Okt. Der Präsident der
Kammer der Abgeordneten, v. Hölder, ist zum
Staatsminister des Innern ernannt und
sofort im Auftrage des Königs durch den Minister⸗
präsidenten v. Mittnacht vereidigt worden. Der
Departementschef der Justiz, v. Faber, ist zum
Justizminister ernannt worden.

Wie die „Prov. Korr.“ meldet, ist der Kaiser
zwar von dem leichten Unwohlsein, welches ihn be⸗
fallen hat, nahezu wieder hergestellt, jedoch ist noch
eine Heiserkeit zurückgeblieben, so daß bei der Un—
gunst der Witterung noch einige Vorsicht geboten
ist. Ueber die Abreise von Baden-Baden haben
daher feste Entschließungen noch nicht getrofifen
werden können.

Berlin, 19. Oktt. Dem Bundesrath wird in
nächster Zeit jedenfalls eine Vorlage über das
Tabaksmonopol nicht zugehen. dagegen wird es als
ganz außer Frage stehend behandelt, daß dassclbe
in der Frühjahrssession des Reichstages zur Ver—
bandlung kommen wird.

Berlin, 19. Okt. (Bismarck und
Bambetta.) Ein Berliner Correspondent der
czechischen „Politik“ gibt an, den Fürsten Bismarck
in Varzin über Gambetta's angeblichen Besuch be⸗
fragt zu haben. „Ich will nicht verschwören“,
soll der Reichskanzler lachend erwidert haben, „daß
er im Geiste bei mir war, sonst ist aber nichts
bassirt“.

Den „B. P. N. zufolge ergibt der Gesammt-—
reichs-Haushaltsetat pro 1882,83 mit ziem⸗
licher Gewißheit eine Steigerung der Matrikular⸗
beiträge von 10—–11 Millionen Mark gegen das
lanfende Etatsjabr

ldebver die Hierherkunft des Fürsten Bismarck
jehen wieder die verschiedensten Gerüchte um.
Man bezeichnet die ersten Tage des November als
»en Termin für seine Anwesenheit in Berlin.
Mit den Reisen des Fürsten Bismarck ist es ja,
vie bekannt. eine eigene Sache, and es ist stets ge⸗
vagt, sie vorher bestimmen zu wollen; Thatsache ist,
naß eine Zeit lang diese Hierherkunft als sehr nahe
evorstehend angesehen wurde und sogar die Vor—
agen, welche für den Bundesrath bestimmt sind,
jier behalten wurden, weil man glaubte, der Fürst
vürde die Erledigung schon in Berlin bornehmen können.

Der Jahresbericht von Schulze-Delitzsch über

hden Stand des Genyossenschaftswesens ist eben er⸗
chienen und bestätigt das stetige Aufsteigen dieses
ocialen Baues. Die bekannten Genossenschaften
»etrugen Ende 1879 rund 3200, Ende 1881 etwa
30 mehr, darunter 1895 Vorschußvereine oder
Volksbanken. 1114 Rechnungsabschlüsse sind seit
»em bei der Anwaltschaft eingegangen. Für sämmt—
iche Genossenschaften wird danach die Mitglied—
chaft auf eine Million bis elfmalhunderttausend
döpfe veranschlagt, was so viel wie vier bis fünf
Millionen überhaupt interessirter Deutscher besagen
vill; die gemachten Geschäfte auf mehr als zwei
Milliarden Mark, das eigene Capital in Geschäfts-
intheilen der Mitglieder und Vereinsreserven auf
80—- 190 Millionen, die ihnen anvertrauten fremden
Fapitalien auf 400 Millionen. Bedenkt man, aus
vie kleinen Posten durchschnittlich diese mächtigen
Summen sich zusammensetzen, wie nahe nicht wenige
bereinsgenossen dem Abgrunde der Hülfsbedürftigkeit
vohnen und welch ein Halt dann die Genossen⸗
chafts⸗Angehörigkeit für sie ist, so gewinnen die
mgeführten Zahlen ein ganz ergreifendes Leben.
UInter den fast zweitausend Vorschußvereinen sind
1880 zwei Concurse, dreizehn Liquidationen vor—
ekommen.

Die Verhinderung des Verkaufs verfälschter
»der verdorbener Nahrungsmittel bildet den Gegen—
tand unausgesetzter Fürsorge der Behörden; nichts⸗
estoweniger läßt der Erfolg der angewandten Maß—
egeln zu wünschen übrig. Statistische Erhebungen
jaben herausgestellt, daß die Zahl der Bestrafungs⸗
älle noch im Zunehmen begriffen ist. Man hat
»eßhalb, und zwar mit bereits wahrnehmbarem
Erfolge, damit begonnen, die Namen der straf⸗
älligen Händler öffentlich bekannt zu machen, und
offt, auf diese Weise den Uebelständen Einhalt zu
hun. Inzwischen lassen die Ausführungsbestimmungen
um Nahrungsmittelgesetz, welche eine Vorbedingung
einer wirksamen Handhabung bilden. noch immer
nuf sich warten.
Ausland.

Dublin, 19. Okt. Die Agrarliga beschloß
»ei dem letzten Meeting ein Mamifest, welches die
Püchter auffordert, bis zur Freilassung der Führer
er Liga keinerlei Pachtgeld zu zahlen.

Dublin, 19. Okt. Eine gestern Abend ver—
ffentlichte Proklamation fordert alle loyalen fried⸗
ichen Bürger auf, bis auf Weiteres nach Sonnen⸗
intergang zu Hause zu bleiben; wenn sie ausgehen
vürden, geschehe dieses auf eigene Gefahr.

Dublin, 19. Okt. Gestern Abend fanden neue
kuhestörungen statt. Der Pöbel zertrümmerte La⸗
ernen und Schaufenster, beraubte die Läden.
der Schaden wird auf 2000 Pf. Sterling veran⸗
chlagt. Die Polizei zerstreute schließlich die Ruhestörer.
das Schloß Hawarden wurde unter dauernden
Zchutz der Polizei gestellt. Die Land-Liga richtete
rin Manifest, unterzeichnet von Parnell, Dabitt,
Brennan, Dillon, Serton, Egan, an das Volk der
Iren. In diesem heißt es, die Krisis sei dem Lande
aufgedräugt. Die Landbill sei noch nicht erprobt;
die einzige Macht, die im Stande gewesen, aus
ziesem Gejsetze solide Vortheile für die irischen
Pachter zu erwirken, sei daniedergedrückt. Die Re⸗
zierung sei zum Terrorismus geschritten, um die
Landbill den Pächtern aufzudrängen. In Folge
der Einsperrung der Führer, von Haupt und Beamten
der Liga, sei die Liga gezwungen, ihre Absicht, die
Landacte zu erproben, aufzugeben. Sie“ ertheile
nun den Pächtern den Rath, keinen Pacht zu
ahlen, bis die Regierung den Terrorismus aufgibt
inddie constitutionellenRechte desVolkes wieder herstellt.

London, 20. Ott. Die letzten Berichte aus
Irland bestätigen eine Wiederherstellung der Ruhe.

HYorktown, 20. Okt. Bei der hundertjährigen
frinnerungsfeier des Sieges bei VYorktown (Er⸗
»berung der Stadt durch Washington am 18.
Okt. 1781) hielt der Präsident Arthur eine Rede,
n der es heißt: Vor hundert Jahren ward der

kampf für unsere Unabhängigkeit beendet, va
Prinzip der Volkssouveränetät festgestellt. Das Ge—
ühl der Rache, welches aus dem Kampf bei den
Hegnern entspringen mochte, ist seit langer Zeit
derschwunden. Es ist deßhalb unmöglich, heute
noch über unsern besiegten Feind zu triumphiren;
iber angemessen ist es, uns des Patriotismus, der
Treue unserer Vorfahren zu erinnern, unsere Söhne
n unsere Erbschaft einzusetzen, in die Liebe zu der
zurch Gesetz geschützten Freiheit. Ich bewillkommne
»ie Abgesandten von Deutschland und Frankreich
ind erinnere an die Freundschaft beider Nationen,
veiche die Wandlung der Jahrhunderte überlebte.
ich hoffe, diese Freundschaft werde auch ferner an⸗
auern; ich wünsche, das Land möge nach Innen
ind nach Außen den steten Frieden genießen. (Beifall.)
kale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 21. Okt. Gestern wurden
»on Herrn Bauamtmann Giese die zum Abschluß
gebrachten baulichen Arbeiten und Veränderungen in
den Amtsgerichts-VLokalitäten besichtigt und gutgeheißen.

— Am 17. Okt. verunglückte das 6 Monate
alte Kind des Tagners Heinrich Feth von Ram-
sttein durch Erstickung. Die Mutter des Kindes,
»eine arme Frau, deren Mann in Preußen arbeitet
ind der Familie wenig Unterstützung bietet, ging
n die Baumwollenzeugfabrik Oberschernau, um ihr
iltestes Kind dort in Arbeit zu bringen. Vor dem
Fortgehen hat die Frau ihren 3 noch im Bette
iegenden Kindern das Feuer geschürt und fiel da—
»ei vermuthlich Feuer in den Torf, der anfing zu
zlimmen und das Wohnzimmer mit Rauch an—
üllte, so daß das kleinste Kind erstickte und die
heiden andern noch in bedenklichem Zustande dar—
niederliegen.

Kaiserslautern, 19. Oktober. Unser
andsmann in Amerika, Herr Hilgard, der in
üngster Zeit verschiedene Anstalten der Pfalz mit
iamhaften Schenkungen bedacht hat, hat auch dem
fälzischen Gewerbemuseum eine Schenkung von
5, 000 Mk. gemacht. Wie wir aus München er—⸗
ahren, hat diese Stiftung die königliche Genehmig—
ing erhalten. (Pf. Post.)

— tt. Von der Alsenz, 20. Okt. Im Laufe
zieser Woche wird so ziemlich das Obstver—
aufgeschäft beendigt werden. Für Wein—
iirnen wurden bis über 3 M., für Holzäpfel bis
iber 2 M. und für gebrochene Aepfel 4,50 M.
nezahlt. Das meiste Obst ging nach Württemberg
ind wurde eine recht schöne Summe Geldes auch
dieses Jahr in unser Thal gebracht. Die meisten
Landwirthe und Grundbesitzer thun auch etwas für
die Obstbaumzucht. Zwar könnte mehr geschehen,
iber trotzdem ein greifbarer Nutzen sich hierorts
ꝛemerkber macht, giebt es dennoch Solche, die lieber
»as Maul aufsperren, um auf solche Weise die ge—
zratenen Tauben zu fangen. — Im Kartoffel—
)andel herrscht tiefe Stille. Kein Angebot und
eine Nachfrage. — Wie vielleicht bekannt sein
»ürfte, wurden in hiesiger Gegend Weine bisher
ioch nach der alten Ohm, 160 Liter, verkauft
die Weinbergbesitzer in Rockenhausen haben ver—⸗
sangenen Sonntag nun beschlossen, in Zukunft
Beine und gekelterten Most nur per Hektoliter (100
diter) zu verkaufen, dagegen ungekelterten Most
nach Logel (4 40 Liter) abzugeben. Wahrschein⸗
ich werden die Nachbargemeinden hieran ein Bei—
piel nehmen, um so mehr, da an der untern Alsenz
ind in der angrenzenden Nahegegend dasselbe Ver—
'ahren besteht.

— Edenkoben, 19. Okt. Das Ergebniß des
ziesjährigen Herbstes läßt sich jetzt übersehen, da
die Lese der meisten Weinberge beendet ist. Die
rühere Behauptung, daß der Wein in Qualität
ind Quantität durchschnittlich befriedigend ist, darf
nuch jetzt aufrecht erhalten werden und ist im Wein—
auf ziemlich reger Verkehr. Der Preis ist natürlich
e nach der Lage der Weinberge variirend. Aus
dem Letten wurde heute Wein mit 290 Mark per
Fuder bezahlt.

— Nach den Statuten füc das pfälzisch⸗
Dienstbotenstift werden aus den Zinsen des
kapitalstockes zur Belohnung braver Dienstboten der
Ifalz alljährlich in der ersten Woche des Monats
zanuar Preise vergeben. Auf einen Aufmunte—
ungspreis haben jene Dienstboten Anspruch,
oelche sich durch mindestens 5jährige, bei ein und
zerselben Herrschaft geleistete treue und eifrige
dienste bei stets tadelloser Aufführung ausgezeichnet
aben und, Kost und Lohn beziehend, mit der Herr⸗
chaft im Familienverbande leben. Die Dienstjahre
yerden vom vollendeten 16. Jahre des männlichen
        <pb n="661" />
        4. des weiblichen Dienstboten gerechnet.
gFeidbelohn ungen und bei Verheirathung
Jussteuerpräm ien können Dienstboten erhalten,
pelche nach mindestens 10jähriger Dienstzeit bei
derselben Herrschaft eine besondere Auszeichnung
urdienen; Präbenden endlich solche Dienstboten,
velche bei langer treuer Dienstzeit nach Erfüllung
—* Voraussetzungen, für 2 Aufmunterungspreise
ailligen Anspruch auf ein ruhiges und vor Mangel
peschütztes Alter haben, oder im Dienste verunglücken.
Vewerbungsgesuche, welche im Laufe des Monats
November bei dem Bezirksamte des Dienstortes ein⸗
ureichen und von diesem längstens bis 1. Dezbr.
ei Bermeidung des Ausschlusses mit gutachtlichem
zerichte der kgl. Regierung vorzulegen sind, haben
menthalten: a) Vor- und Zunamen, dann Alter
es sich bewerbenden Dienstboten; p) Namen, Stand
ind Wohnort der Dienstherrschaft; c) Eigenschaft,
im welcher der Dienstbote verwendet ist; d) Angabe
es Diensteintrittes mit der vom Bürgermeisteramte
es Dienstortes zu bestätigenden Schilderung der
munterbrochenen trenen, mit stets tadelloser Auf—
ührung vom Dienstanfange bis zum Tage der
zejuchstellung bethätigten Dienstleistung, welche
zcilderung durch ein Zeugniß der Dienstherrschaft
u geschehen hat; e) Erwähnung etwaiger besonderer
ait persönlicher Gefahr verbundener Dienstleistungen,

B. Rettung der Dienstherrschaft oder ihrer An—
ehörigen aus Feuersgefahr, treue Pflege und
Hartung bei ansteckenden oder langwierigen Krank—
eicten ꝛc. — Dienstboten, welche eine mehr als
Währige Dienstzeit nachweisen und nicht schon in
en Vorjahren eine Geldbelohnung erhalten, oder
zen Verzicht auf dieselben erklärt hatten, können
ꝛen Anspruch hierauf erneuern oder ihren Verzicht
rklären, welcher gleich den belohnten Ansprüchen
r allgemeinen Veröffentlichung gelangen wird.
nsprüche auf Präbenden sind in besonderen
esuchen zu begründen, wobei jedoch bemerkt wird,
iß nach dem gegenwärtigen Stand der Bewerbungen
ud der Mittel nur solche Gesuche zur Prüfung
elangen werden, denen eine 40j ährige Dienstzeit
ei derselben Herrschaft als Unterstützung dient.
Vermischtes.

* Die Ziehung der bayerischen Vetera—
enlotterie hat am 17. ds. in München
gonnen. Höhere Gewinne fielen auf: Nr. 65,083,
91,246, 106,933, 253,780, 295,408, 107. 107
ind 194,771 mit je 50 Mark, Nr. 170,122,
1566,287 und 52,535 mit je 100 Mark Nr.
31,129, 127,861 227,024 und 531,088 mit 200
stark und Nr. 268,358 mit dem zweiten Haupt⸗—
zewinn von 10,000 Mark. Die Ziehung wird
6—17 Tage dauern.

fIn Lindau possirte der merkwürdige Fall,
daß der 60jührige Leichenversorger auf dem Kirch—
hofe, während des Begräbnisses eines kleinen Kindes,
zas er selbst noch zu Grabe getragen, plötzlich zu
Boden fiel und bald darauf im nahen Leichenhause,
vohin er sofort gebracht wurde, verschied. Ein
Aötzlicher Schlaganfall hatte den sonst so rüstigen
NRann am Orte des Todes am offenen Grabe
zahingerafft.

Mainz, 19. Okt. Der Rangirer P. von
Ner Hessischen Ludwigsbahn gerieth gestern Nach—
mittag beim Rangiren unter die Locomotive, wodurch
et auf das Jämmerlichste zugerichtet wurde und
ofort starb.

f Schildburgiade. Das „Sonneberger
Tagebl.“ verbürgt folgendes, dis vor kurzem am
Thuͤringer Walde im Dorfe N. passiert sein soll.
dort wanderte ein Schieferdecker ein, um Arbeit
u suchen. Er machte der Gemeindebehörde die
ferte, die Turmspitze, welche nicht gerade stehe,
usbessern zu wollen. Das geschah, die Gemeinde
ahlte den Akkordlohn von 36 Mark und die
Thurmspitze war wieder gerade. Der Schieferdecker
fellte hierauf der Gemeindebehörde vor, daß die
Thurmspitze neu ergänzt werden müsse, weil das
)olz verfault sei. Dirauf wallte man nun nicht
ingehen, da die Ausgabe eine größere war. Man
eschloß aber, die Thuͤrmspitze abnehmen zu lassen,
um sich von der Richtigkeit der Angabe des Schiefer⸗
Aeders erst zu überzeugen. Dieser sägte gemuͤthlich
die Thurmspitze ab und legte-sie vor. Das Er—
gebniß der Prüfung war, daß die Thurmspitze noch
lange, lange Jahre gehalten hätte, aber — sie ist
einmal abgesägt, wie soll sie wieder befestigt
werden? Tableau?

Eine kostbare Tapete ließ fich ein Loos—
nandler in Berlin aus über 14,000 Nietenloosen der
achsischen Lotterie herstellen. Dieselbe kevräsenfirt

und einen Werth von 66,000 Mark. Als Pendant

»azu wird dem „Berl. Tagbl.“' geschrieben: Ein
Zerliner Holzhändler vermißte am 6. d. M. Abends
ein Loos, das in der vierten Classe mit 1000 M
jezogen war und entdeckte es endlich an der Wand,
zjuf die es sein vierjähriger Junge im Spiel auf—
jeklebt hatte. Es war unmöglich, das Loos ab—
ulösen, vielmehr mußte es mit dem Putz heraus⸗
gestemmt werden und ist so dem Kollekteur als
Werthpacket eingesandt worden.

Ein Gotthardt-Monument. Es liegt
m Plane, zur Erinnerung an die Riesenarbeit,
velche den Gotthardt durchbohrte und die Alpen
berschiente, ein Denkmal zu setzen. Unler den
erschiedenen Entwürfen, die bereits vorliegen, wird
iner als besonders schön bezeichnet. Das Denkmal
pürde demnach aus einem Unterbau von verschiede⸗
ien, harmonisch durchbrochenen Blöcken von Gott⸗
Jardtgranit bestehen. Auf diesem Unterbau erhebt
ich eine dreiseitige Pypramide mit den Wappen der
rei Vertragsstaaten, dem Brustbild des Tunnel—
Internehmers Favre und der ganzen Figur eines
Ninenarbeiters. Alles in halberhabener Arbeit.
Welcher der verschiedenen Entwürfe erwählt werden
vird, ist zweifelhaft; fest steht nur, daß das Denk⸗
mal errichtet werden wird.

— Die französischen Blätter enthalten interessante
Details über den Fortschritt der Eisenbahnbauten
in Frankreich. Danach hat sich das Eisen—⸗
zahnnetz um 603 englische Meilen im Jahre 1880
ergrößert und hat nunmehr eine Länge von

4737 Meilen. Wenn die Bahnen, die bereits
im Bau begriffen, vollendet sind, wird die Länge
der französischen Bahnen sich auf 16,800 Meilen
elaufen. Dieser Moment wird jedoch erst im
dahre 1884 eintreten, vorausgesetzt, daß der Frieden
rhalten bleibt, den Frantreich vor Allem erhalten
u sehen wünscht, weil er ihm die größten Vortheile
zringt, selbst unter dem militärischen Gesichtspunkte.
denn die Eisenbahnen, sowie sie in Frankreich an—
jelegt sind, dienen vorzugsweise militärischen Zwecken,
d daß nach Vollendung des Freycinet'schen Bau—⸗
ystems die Armee in wenigen Tagen an der
Frenze konzentriert werden kann.

— Furchtbare Menschenopfer hat der jüngste
„turm an der britischen Küste gefordert. Während
der Orkan am heftigsten wüthete, scheiterte der auf
»er Fahrt nach Genua befindliche Liverpooler
dampfer Cyprian unweit Nevin und von seiner
30 bis 40 Köpfe starken Mannschaft retteten nur
3 ihr Leben. An der Küste von Northumberland
sing das Schiff Jane und Hannah aus Middels—
»orongh mit einer Ladung von 600 Tonnen
soheisen unter. Die Mannschaft fand ein Wellen⸗
zrab. Aus Berwick meldet man den Untergang
son 50 Fischerbooten und ihrer aus etwa 200
Zersonen bestehenden Mannschaft. In Eyemouth
rtranken zum mindesten 70 oder 80 Fischer. An
er schottischen Küste haben eb enfalls mehrere von
Berlust an Menschenleben begleitete Schiffbrüche
tattgefunden. Viele Schiffe werden vermißt und
ind ohne Zweifel mit Mann uund Maus unter—
egangen.

7(Schnelligkeit des Reisens). Wie seit
ünf zig Jahren die Schnelligkeit des Reisens ge—
tiegen ist, zeigt folgende Zusammenstellung: 1830
varen 70 Tage nöthig, um von England das Cap
er guten Hoffnung, 120 um Sidney zu erreichen.
kine Reise von Eugland nach Newyork erforderte
0 Tage, nach Jamaita 42 Tage, nach Rio 56 und
jach Valparaiso 110 Tage. Heute rechnet die Post
on London nur folgende Reisezeit nach diesen Plätzen:
jach Capstadt 21 Tage, Bombay 18 Tage, Sidney
13 Tage, Newyork 10 Tage, Jamaikta 18 Tage,
stio 21 Tage und Valparaiso 39 Tage. Die durch—
chnittliche Zunahme an Schnelligkeit beträgt mehr
ils das Dreifache. Es gibt in der Gegenwart kaum
rgend einen wichtigen Ort auf der Erde, der nicht
n zwei Monaten von London aus erreicht werden
önnte; eine Reise zu unseren Antipoden erfordert
benfalls nur sechs Wochen.

F (EEineigenthümlicher Unfall.) Unweit
Manchester ereignete sich dieser Tage ein eigenthüm—⸗
icher Unfall. Ein Polizist hatte einen Revolver
uum Geschenk bekommen, den er auf den Kaminsims
egte. Während seiner Abwesenheit nahm sein acht⸗
ähriger Sohn, nicht wissend, daß die Waffe geladen
var, den Revolver in die Hand und steckte ihn im
S„cherz in den Mund; der Revolver ging dabei
os und streckte den Knaben leblos zu Boden; als
run der Vater nach Hause kam und das Dienst—
nädchen ihm erklärte. auf welche Weise der Unfall

sich zugetragen und dabei den Revolver ebenfall-
den Mund steckte, ging derselbe abermals los
ödtete das Mädchen ebenfalls.

* Zuverlässige Wächter. Ein inte
santer Prozeß kommt demnächst, wie die
Petb. Wede? berichten, im St. Petersburger M
ärbezirksgericht zur Verhandlung. Eine Pa
Arrestanten wurde nämlich unter Tonvoi durch
Archangel'sche Gouvernement transportiert. ?
inem der Rastpunkte — betrank sich der gan
Sonvoi derart, daß er unfähig war, die ihm«
vertrauten Arrestanten weiter zu geleiten. Letzt
jatten ein Erbarmen, legten die Schwerbetrunker
n den Wagen, nahmen deren Waffen an sich u
zeleiteten sie, mit ihren Waffen in der Hand hin
dem Wagen einherschreitend. Die Sache wur
iber noch ärger; denn die Convoisoldaten gerieth
in Streit und begannen sogar eine Schlägerei. 8
hlieb den Arrestanten uun nichts Anderes übri
ils den ganzen Convoi zu binden. In solche
Zustande wurde der Convoi von Arrestanten a
den Bestimmungsort der letzteren gebracht u. abgeliefer

In Philadelphia ist ein deutsche
fechnischer Verein in's Leben getreten.

FGuiteau, welcher Blödsinn simulirt, hat
den Wunsch geäußert, sich zu verheirathen. Die
Janze amerikanische Nation wird sich ein Vergnügen
daraus machen, Brautführer zu fsein, bei seiner
Hhochzeit — mit des Seilers Toch ter.

F(Sinnreiche Reklame). Ein Damen—
onfektionsgeschäft in Philadelphia macht neuerdings
»adurch Reklame, daß es einen mit der feinsten
Damenrobe bekleideten vollbärtigen und bebrillten
Nann umherschickt, der natürlich großes Aufsehen
erregt und alle Welt auf jene Handlung aufmerksam
nacht, deren Firma auf seine Mantille gestickt ist.

F In St. Louis soll im nächsten Jahr ein
dongreß stattfinden, in dem sich die Klubs der
Dicksten und Dünnsten ein Rendezvous geben. Der
»ickste und der dünnste Mann der Union sollen je
eine Prämie von 1000 Dollars echalten. Man
laubt, daß dieser „Kongreß“ zahlreich besucht wird.

Sterbfsälle.

Gestorben: in Bergzabern Kaufmann Michael
Jung, in Rheinzabern Rosa, 18 M. a., T.
. Bierbrauer Jakob Schott, in Waltenheim
deinrich Finkel, 28 J. a.; in Ixheim Karl
5s5schenbaum, Baumeister, 722 J. a.; in Landau
Frau Elisabetha Opflinger, 43 J. a.; in Dürk—
eim Maria Hildenbrand, 19 J. a.; inLands—
seim Heinrich Neich, 60 J. a.; in Lebach der
napyschaftsarzt Dr. Friedrich Sander.

Marktberichte.

Zweibrücken, 20. Oktober. (Fruchtmitielpreis und Bit .
iualienmartt.) Weizen 12 M. 80 Pf., Korn 10 M. 45 Pi.,
Serste zweireihige O M. 58 Pf., vierreihige 8 M. 75 vVi.
Spelz 0 M. — Pij., Spelztern — W. — Pf., Tinkel
M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 97 Pf., Haser 7 M
71 Pf., Erbjsen —M. pfr. Wichen od i.e
artoffeln 1M. 50 Pf. Heu 4 M 60 pf.. Stroh 3 M.
30 Pj., Weißbrod 1!/3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 3 wilo.
13 Pf. Gemischtbrod 3 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 9) Gr.
5 Pf., Rindfleisch 1A Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 f. Kalb⸗
leisch 49 Pf, Hanimelfleisch 69 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
Butter */3 Kilogt. I M. 5 Pf. Wein 1 Viter 80 Vi.
vier J Liter 24 Pf.

Homburg, 19. Oktober. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
alienmartt.) Weizen 12 M. 85 Pf. Korn 10 M. 4 Pf.
Spelzlern — M. — Pf, Spetz O M. — Ppf., Gerste
dreihige — M. — Pf., Gecste 4reihige O M. — Pf.,
dafer 7 M. 88 Pf., Mischfrucht 10 M. 64 Pf., Erbjen
—M. — Pf., Widen M— pf, Bohaen O M
— Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korndrod 6 Pfund
— PfiGemijchtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf. Kalbfleisch 20 Pf., Hammelneisch — Pi.
-Zchweinefleisch 50 Pf., Butter J Pfund 1 M. — ÿf.
Kartoßelin per Ztr. 1 M. 30 Pij.

Neueste Nachrichtfen.

Elberfeld, 19 Okt. Die General⸗
oersammlung der Bergisch-Märkischen Eisen
hahn behufs Beschlußfassung über die Ver—
taatlichung ist auf den 24. November Vor—
mittags 10 Uhr anberaumt.

Wien, 19. Okt. (Als Ort der Zusam⸗
nenkunft) des Königs von Italien mit dem
daiser Franz Joseph wird heute mit großer
Bestimmtbeit Wien genannt. Die Reise König
dumberts nach Berlin gilt hier nach der
„K. Z.“ für sehr wahrscheinlich.

Tripolis, 19. Okt. 2000 Mann
rürkischer Truppen sind von Tripolis nach
sreta gesandt.

Für die Redaction verantwortlich: F. RX. Demet.
        <pb n="662" />
        Heérbst- und Winteor-Saison 18812.
Ich beehre mich ergehenstanzuzeigen, daß sämmtliche NReuheiten zur bevorstehenden Sais
ingetroffen sind, und mache besonders darauf aufmerksam, daß ich jetzt in meinem neuen Lokoe
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

Dder „SEt. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich füufmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unlerhal

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blait kostet vierteljährlich 1A6 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 , einsch

10 B Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und 5
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 135 Z, bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 172.

Sonntag, 23. Oktober 1881. 16. Jahrg.
R—
Herr Oskar Kraemer, Hüttenwerksbesitzer in St. Ingbert,
Reichsstagskandidat des Wahlbezirks Zweibrüchen-Pirmalens.
Politische Uebersicht. —
Deutsches Reich.
* In Nr. 169 des „Anz.“ brachten wir ein
tzerzeichniß der pfälzischen Reichstagskandidaten
jon den verschiedenen Parteien. Demselben haben
wir nachzufügen, daß von der Centrumspartei
aufgestellt ist: für den Wahlkreis Speyer-Franken⸗
hal: Dr. Eugen Jäger, Redakteur in Speyer;
iür Bergzabern-⸗Germersheim: Georg Freiherr zu
Frankenstein, Guätsbesitzer in Ullstadt (Mittel⸗
ranken), Reichsrath der Krone Bahern ꝛ⁊c.; für
daiserslautern⸗-Kirchheimbolandeu: Joseph Dahl,
Domkapitular in Speyer; für Homburg-⸗Kusel:
David Graf, k. Oberamtsrichter in Rockenhausen.
dr. Dr. Eugen Jäg er ist bekanntlich auch im Wahl⸗
bezirk Zweibrücken-Pirmasens Candidat, also doppelt
aufgestellt. Ebenso kandidirt der Centrums-Can⸗
didat für Neustadt-Landau, Dr. Julius Siben,
Butsbesitzer in Forst, auch im Badischen. — Als
deutsch-konservativer Candidat für den
Wahlkreis Kaiserslautern⸗Kirchheimbolanden ist Karl
Freiherr von Gienanth in Hochstein proklamirt.
Andere konservative Candidaten für die Pfalz sind
noch nicht bekannt.

Die nächste Plenarsitzung der bayer. Abge⸗
ordnetenkammer fsindet nächsten Dienstag siatt.

Das neueste Gesetze und Verordnungsblatt bringt
me mit dem 1. Nov. 1881 in Wirksamkeit tretende
gl. Verordnung über die Pension der Mann—
chaft des Gendarmeriekorps, durch
welche die über diesen Gegenstand bestandene Ver—⸗
»rdnung vom 27. Juni 1869 aufgehoben wird.
Nach dem seitherigen Regulativ erhielt ein ganz
invalider Gendarm nach 25jähriger Dienstzeit eine
Pension von manatlich 32 M. 40 Pf., während
er nach dem neuen Regulativ eine Pension von
36 M. und eine Pensionszulage von 10 M. 80 Pf.
erhält. Nach einer Dienstzeit von 33 Jahren be⸗
iieht der zum Ganzinvaliden gewordene Gendarm
nach den bisherigen Normen 82 M. 40 Pf. Pen⸗
ion und 10 M. 80 Pf. Zulage, künftig dagegen
36 M. Pension und 22 M. 50 Pf. Zulage. Nach
einer Dienstzeit von 40 Jahren endlich hatte er
zisher eine Pension von 32 M. 40 Pf. und eine
Zulage von 18 M. anzusprechen, während ihm
nach dem neuen Regulativ eine Pension von 36
M. und eine Pensionszulage von 33 M. gebührt.
Diese Steigerung der Pensionsbezüge bei höherem
Dienstalter wird vielleicht bewirken, daß die durch
dienstliche Erfahrung und Ausbildung erprobten
Mannschafien für den Gendarmeriedienst möalichst
ange erhalten bleiben.

Breslau, 20. Olt. Fürstbischof Förster
st heute Nachmittag 4 Uhr auf Schloß Johannis-
derg (Oesterreichisch-Schlesien) gestorben.

Ausland.

*Es muß doch Verschiedenes faul sein im Staate
Rußlaud, von dem man in anderen Ländern
eine Ahnung hat. Die Enthebung des Präsidenten
des russischen Minister-Comitee's, des Grafen
Walujeff, von seinem Posten, beweist, wenn
sie auch in denkbar mildester Form erfolgte, daß
die gegen den Grafen Walujeff erhobenen Anklagen
der Veruntreunng nicht ohne Grund waren und
daß somit selbst die höchsten russischen Beamten—
keeise von der allgemeinen ECorrupiion erariffen sind

Dem Grafen Walujeff sind zwar verschiedene an⸗
dere Aemter belassen worden, doch wahrscheinlich
aur pro forma, um ihn nicht mit einem Male in
der Petersburger Gesellschaft zu desavouiren.

London, 20. Okt. Erzbischoff Croke in
Tashel veröffentlicht ein Schreiben, wodurch er die
Aufforderung der Landliga, keine Pacht zu zahlen
— das No⸗Rent-Manifest, wie es kurz genannt
vird — verurtheilt. Er sagte u. A.: „Ich habe
tets sowohl in öffentlichen als Privatäußerungen,
owohl innerhalb als außerhalb Irlands, vor Laien
ind Priestern, Hoch und Niedrig erklärt, daß ich
zach einem gerechten Pachtzins, nach sicherem Fuß⸗
assen unserer Ackerbevölkerung auf ihrem Grund
ind Boden, nach gesunder Nahrung und passender
dleidung und Wohnung strebte und nach Nichts
nehr, und daß völlige Pachtverweigerung bei mir
einen Beifall finden werde. Das war die gesunde
irsprüngliche staatsmännische, hinreichend elastische,
jerechte Politik der Landliga, und ich glaube, daß
zie jetzt so heftig dem Lande empfohlene neue Politik
zrundsätzlich zu verdammen ist und zu Nichts als
Nuflösung und Niederlage führt.“ Dieser Brief ist
ein harter Schlag für Parnell und Genossen.

In Dublin haben trotz der Hetzerei der Land⸗
iga bereits 340 Pächter die Feststellung ihres
dachtzinses bei dem Landgerichtshof be antragt. —
die letzten Berichte aus Irland melden eine Wieder⸗
vrstossung der Rube
—L

*St. Ingbert. (Dauer der Schul⸗
»flicht.) Durcheine unter dem 30. September
»s. Is. ergangene Entscheidung des Ministeriums
ür Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten wurde fest⸗
jesetzt, daß die Schulpflicht im Ganzen 10 Jahre
»auere, daß also bei 8jährigem oder 7 jährigem
Werktagsschulbesuch von 2 resp. von 21)3 Jahren
genüge. In Folge dieser Entscheidung werden nun
ofort alle jene Sonntagsschüler und Sonntags⸗
chülerinnen, welche einen zehnjährigen Gesammt⸗
qulbesuch hinter sich haben und bei denen hinsicht⸗
ich ihrer Schulkenninisse für ihre Entlassung kein
dinderniß besteht, aus der Sonntags⸗ und Fort⸗
zildungsschule entlassen.

*St. Ingbert, 22. Ott. Heute Morgen
vurde, wie uns mitgetheilt wird, in dem benachbarten
sohrbach auf einem Holzplatze die Leiche eines
aeugeborenen Kindes gefunden. Natürlich nimmt
nan an, daß ein Verbrechen vorliegt, doch konnten
vir Näheres bis jetzt noch nicht erfahren.

— Vom unteren Gebirg wird der ,Pf.
Pr.“ berichtet: Noch ist die Weinlese bei uns
erst zum Theile beendet, da nicht, wie am oberen
Hebirge, gleichzeitig, sondern erst von der arbei⸗—
enden Classe und von denen gelesen wird, welche
zleich verkaufen wollen. Die Nachfrage war sehr
tark und ist so ziemlich fast alles in festen Händen.
Wer keltert und einkellert, will speculiren. Da der
Breis des 1880er sich zwischen 205830 M. und
der des offenbar bessern Sler blos zwischen 144522
M. bewegt, wird vorerst zurückgehalten. In
Mußbach wurde von 14217 M. per Logel
30 Liter, das Fuder 1200 Liter) verkauft. In
Zdonigsbach wurde bei ganz festen Preisen nur
zu 18 M. die Logel Weißer und zu 40 M. der
dothe verkauft. Ein solcher gleichmäßige Preis
uij sonst nirgends ühlich der erste Nerkauf bestimmé

den Preis, wornach sich Alle richten. In Konigs⸗
dach ist Alles verkauft, was vom Stocke weg zu
derkaufen war. Von der Kelter weg wurde Most
in Konigsbach zu 595 M. per 1000 Liter ver⸗
kauft und ist ziemlich viel Geld unter die kleinen
ind mittleren Weinbauern gekommen. In Wachen⸗
heim wurden 16—18 M., in Deidesheim 20 -22
MN. per Logel Most bezahlt. Noch drei oder vier
olcher Jahre, sagen die Winzer, und wir sind ge⸗
jeilte Leute.

— Von der mittleren Haardt wird
demselben Blatte geschrieben: Der Herbst ist bei
ins allgemein beendet und das Ergebniß durchweg
suantitativ und qualitativ besser als man erwartet
)atte. Verlauft ist bereits sehr viel; anfangs,
da die Wirthe immer etwas „Neuen“ brauchen,
varen die Preise höher. Dieselben sind auf 3200 - 250
M. zurückgegangen. In Weyher wurde gestern
u 300 M. verkauft. In Edenkoben wird der
Schoppen guter „Federweißer“ schon zu 26 Pfg.
erzapft. Die Bierbrauer werden unter der Herrschaft
)»es „Neuen“ sehr zu leiden haben, denn dieser
ibertrifft den 8SOer, der um 38 Proc. höher im
Preise war. Ein solcher Wein zu 20 Pfg. (O Kr.)
her Schoppen ist schon lange nicht mehr dagewesen.

— In Speyer wurde am 19. d. unter sehr
tarker Theilnahme von Lehrern und Geistlichen aus
illen Theilen der Pfalz das Denkmal eingeweiht,
velches dem verstorbenen Seminarmusillehrer und
Domorganisten Dr. Joh. Bapt. Benz dessen ehe⸗
nalige Schüler aus dankbarer Verehrung errichtet
jaben.

— In Ludwigs hafen erschoß sich am Don⸗
nerstag ein Arbeiter; er soll Heinrich Wormser
jeißen und aus Godramstein sein. Unglückliche
Liebe ist das Motiv der That, wie aus einem bei
hm vorgefundenen Brief zu ersehen war.

Vermi! Htes.

F Frankfurt, 20. Oklt. Wie vorgestern in
der Gläubiger⸗Versammlung der Patent⸗Ausstellung
durch ein Komite-Mitglied verlautet, beirägt das
Defizit nicht 460,000 Mt. sondern 700,000 Mk.!

fRegensburg, 18. Okt. Die von Koͤnig
dudwig J. zum Gedähtniß an die Völkerschlacht
zei Leipzig gestiftete Armenausspeisung fand heute
dahier im Bergmüller'schen Saal statt. Es wurden
221 Arme gespeist. Vor Beginn der Ausspeisung
zielt Bürgerme ister v. Stobäus, welcher mit dem
Regierungspräsidenten im Saal erschienen war,
ber die Bedeutung und den Zweck der Stiftung
eine Ansprache.

7 Kiel, 18. Okt. Bei der Sturmfluth am
Samstag sind bei der Insel Sylt sechs Schiffe
gestrandet und vierzehn Personen erttunken.

F Der „Reichs⸗Anzeiger“ schreibt: „An den in
dem Garten des Kunst- und Handelsgärtners Dreesen
zu Bonn befindlichen Reben ist das Vorhandensein
der Reblaus entdeckt worden. Es sind die geeigneten
Naßregeln eingeleitet, um einer Verbreitung der
ran kheit vorzubeugen.“

fFCEin trauriges Zeichen moralischer
Verworfenheith). Bei dem gegenwärtigen Hoch⸗
berrathsproceß in Leipzig follte der Kaufmann Preuß,
in Unter suchung wegen Unterschlagung, als Zeuge
bernommen werden. Er hatte brieflich erklärt,
daß er ein so großer Verbrecher sei, daß er nicht
vieder aus dem Nuchthaus beraustkommen wolle
        <pb n="664" />
        Sterbfälle.
Gestorben: in Lauterecken der klg. Rentbeamt
Adolf Hochreuther, 46 J. a.;in Edenkoben
Frau Karoline Somm er, geb. Medicus, 81 J. a.
n Kaiserslautern Elise, 143. a. Tochter
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atharina Wah rheit. geb Jung 80 J. a.
Aiterarisches.
— (AMr. 2000 der Illustrirten Zeitung)
Pir erlauben uns, unsere Leser auf die in nächster Woche
m doppelten Umfang erscheinende und mit besonders werth⸗
Ip — a ee Junfe 3
estnummer der Leipziger Illustr. Zeitung
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aufmerksam zu machen. Dieselbe wird u. a. folgende Ab⸗
hildungen enthalten:
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Originalzeichnung von Emil Döopler.
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Gemälde von G. E. Hicks.
eeeeee Gemälde von Eduard Grützner.
der Socialiften⸗Hochverrathsprozesi vor dem
Fe chegericht zu Leipzig. Originalzeichnung von
eibler.
Ernuft Pofsfart als Manfred in Lord Byron's
gleichnamiger Tragödie. Originalzeichnung von
Eduard Grützner.
zero uud Leander. Gemälde von Ferdinand Keller.
Tignon. Gemälde von Georg Hom.
zhweinchen. Gemälde von Ludwig Knaus.
Iffen Akademie. Gemälde von Paul Meyerheim.
Spanierin mit Fächer. Gemälde von Wilh. Sohn.
ampf eines Germanen mit einem Löwen im
römischen Circus. Bronce-Gruppe von Mar Klein.
die Thiere des Meerleuchtens. Nach eigenen Stu⸗
dien gezeichnet von Dr. Karl Chun.
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Maxr Flashar.
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vor dem Erscheinen aufzugeben, da ein späterer Neudrud
nicht möglich sein wird. Alle Buchhandlnngen nehmen Be—
tellungen entgegen.

Neueste Nachrichten.

Karlsruhe, 21. Okt. Der Geheimrath
Bluntschli, im Begriff, nach dem Schluß der
Synode zur Andienz in das Schloß zu gehen,
ward auf dem Schloßplatz vom Schlage ge—
troffen. Er starb alsbald.

Posen, 21. Okt. Der commandirende
General des fünften Armeecorps, v. Pape,
ist mit Führnng des drittem Armeecorps be—
auftragt, und der bisherige Commandeur der
'iebenten Division (Magdeburg), General—
Lieutenant v. Stiehle, ist zum kommandirenden
Beneral des fünften Armeekorps ernannt.

London, 21 Okt. Die Regierung ha
gegen die irische Landliga eine Proklamation
zrlassen, worin sie ihren festen Entschluß aus
pricht, alle Mittel zu gebrauchen, um die
Unterthanen der Königin in Irland in der
freien Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte zu
chützen. Eine Proklamation des Vicekönigs er—
klärt den Belagerungszustand in den Bezirken
von Londonderry und Dragheda. Alle Morgen—
blätter billigen das Vorgehen der Regierung
gegen die Landliga; man bereitet Meetinge
dor zur Unterstützung der Regierung.

Fur die Redartion Xvoyrtich; F. X. Demet.

Sonntag und Montag, den 23. u

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Scheidter Kirchwoih.
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nur à Mk. 3. — abgeben:

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Pflanzen und Kräuter
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wergen. Essenzen, Wasser, Pulver, Oele Salben, Pflaster, Pillen, Pomaden
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Nach den neuesten Quellen bearbeitet.
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In Deutschland:
H. Dorn's Antiquar in Neu-Ulm (Bayern).
Bei Einsendung des Betrages Franko-Zusendund.

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7—
A

Bevor ein Kranker
sich zum Gebrauch eines Heilmittels
entschließt, versöume er nicht, bei
Richter's Verlags-Anstalt in Leipzig
zu bestellen: „Urtheile aus ärzt⸗
lichen Kreisen“, denn die in dieser
Broschüre abgedruckten Urtheile sind
das Resultat genauer wissenschaftlicher
Versuche und daher fur jeden Lei—
denden von großem Werth. — Ta⸗
mit möglichst alle Kranken durch das
Schriftchen einen ebenso einfachen wie
sicheren Weg zur Heilung ihrer Leiden
lennen lernen, erfolgt die Zusendung
desselben gratis und franco, so daß
der Besteller weiter keine Kosten hat
als 5 Pfg. für seine Vostkarte.

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Abonnements⸗Preis vierteljährlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhand'ungen und Postanstalten.
Erpedition doer Illustrirten Zeitung in Leipzig.
—— — —— — — — — — —

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—XXEXIEIXXV

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        St. Iugherter Amzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — —— — — — — — — — —— —— — —— — ————— —— — — — — — —
er Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗
latt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich 16 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1MA 60 3, einschließlich
dA Zustellungsgebüuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraen aus der Pfalz 10 B, bei außerpfalzischen und solchen,

J auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , bei Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
———

Sonntag, 23. Oktober 1881. 16. Jahrg.
Herr Oskar Kraemer, Hüttenwerksbesitzer in St. Ingber.
Reichstagskandidat des Wahlbezirks Zweibrücken-Virmalens.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

In NMr. 169 des „Anz.“ brachten wir ein
zerzeichniß der pfälzischen Reichstagskandidaten
on den verschiedenen Parteien. Demselben haben
ir nachzufügen, daß von der Centrumspartei
ufgestellt ist: für den Wahlkreis Speyer-Franken⸗
al: Dr. Eugen Jäger, Redakteur in Speyer;
r Bergzabern⸗Germersheim: Georg Freiherr zu
rankenstein, Gutsbesitzer in Ullstadt (Mittel-
anten), Reichsrath der Krone Bayern ꝛc.; für
aiserslautern-Kirchheimbolandeu: Joseph Dahl,
omkapitular in Speyer; für Homburg-Kusel:
avid Graf, k. Oberamtsrichter in Rockenhausen.
r. Dr. Eugen Jäg er ist bekannilich auch im Wahl⸗
tzirk Zweibrücken-Pirmasens Candidat, also doppelt
ufgestellt. Ebenso kandidirt der Centrums-Can⸗
idat für Neustadt-Landau, Dr. Julius Siben,
utsbesitzer in Forst, auch im Badischen. — Als
eutsch-konservativer Candidat für den
Pahlkreis Kaiserslautern-Kirchheimbolanden ist Karl
greiherr von Gienanth in Hochstein proklamirt.
indere konservative Candidäten für die Pfalz sind
och nicht bekannt.

die nächste Plenarsitzung der bayer. Abge⸗—
rdnetenkam mer findet nächsten Dienstag statt.

Ddas neueste Gesetze und Verordnungsblatt bringt

mit dem 1. Novb. 1881 in Wirksamkeit tretende
1 Verordnung über die Pension der Mann—
haft des Gendarmeriekorps, durch
oelche die über diesen Gegenstand bestandene Ver⸗
tdnung vom 27. Juni 1869 aufgehoben wird.
dach dem seitherigen Regulativ erhielt ein ganz
walider Gendarm nach 25jähriger Dienstzeit eine
zension von manatlich 32 M. 40 Pf., während
cnach dem neuen Regulativ eine Pension von
6 M. und eine Pensionszulage von 10 M. 50 Pf.
rhält. Nach einer Dienstzeit von 83 Jahren be—
jeht der zum Ganzinvaliden gewordene Gendarm
nach den bisherigen Normen 32 M. 40 Pf. Pen⸗
ion und 10 M. 80 Pf. Zulage, künftig dagegen
6 M. Pension und 22 M. 50 Pf. Zulage. Nach
mer Dienstzeit von 40 Jahren endlich hatte er
isher eine Pension von 32 M. 40 Pf. und eine
zulage von 18 M. anzusprechen, während ihm
zach dem neuen Regulativ eine Pension von 36
s. und eine Pensionszulage von 33 M. gebührt.
diese Steigerung der Pensionsbezüge bei höherem
dienstalter wird vielleicht bewirken, daß die durch
ienstliche Erfahrung und Ausbildung erprobten
Mannschaften für den Gendarmeriedienst möglichst
mnge erhalten bleiben.

Breslau, 20. Olt. Fürstbischof Förster
wheute Nachmittag 4 Uhr auf Schloß Johannis-
derg (Oesterreichisch-Schlesien) gestorben.

Ausland.

⸗»Es muß doch Verschiedenes faul sein im Staate
stußlanud, von dem man in anderen Ländern
eine Ahnung hat. Die Enthebung des Präsidenten
ꝛes russischen Minister-Comitee's, des Grafen
Valujeff, von seinem Posten, beweist, wenn
ie auch in denkbar mildester Form erfolgte, daß
ie gegen den Grafen Walujeff erhobenen Anklagen
er Veruntreuung nicht ohne Grund waren und
at somit selbst die höchsten russischen Beamten⸗—
erse von der allgemeinen Corruption ergriffen sind.

Dem Grafen Walujeff sind zwar verschiedene an—
dere Aemter belassen worden, doch wahrscheinlich
zur pro forma, um ihn nicht mit einem Male in
„er Petersburger Gesellschaft zu desavouiren.

London, 20. Okt. Erzbischoff Croke in
zashel veröffentlicht ein Schreiben, wodurch er die
ufforderung der Landliga, keine Pacht zu zahlen
— das No-Rent⸗Manifest, wie es kurz genannt
vird — verurtheilt. Er sagte u. A.: „Ich habe
jets sowohl in öffentlichen als Privatäußerungen,
»wohl innerhalb als außerhalb Irlands, vor Laien
nd Priestern, Hoch und Niedrig erklärt, daß ich
ach einem gerechten Pachtzins, nach sicherem Fuß⸗
assen unserer Ackerbebölkerung auf ihrem Grund
nd Boden, nach gesunder Nahrung und passender
kleidung und Wohnung strebte und nach Nichts
nehr, und daß völlige Pachtverweigerung bei mir
einen Beifall finden werde. Das war die gesunde
rsprüngliche staatsmännische, hinreichend elastische,
erechte Politik der Landliga, und ich glaube, daß
ie jetzt so heftig dem Lande empfohlene neue Politik
rundjfätziich zu verdammen ist und zu Nichts als
luflöfung und Niederlage führt.“ Dieser Brief ist
in harter Schlag für Parnell und Genossen.

In Dublin haben trotz der Hetzerei der Land⸗
iga bereits 340 Pächter die Feststellung ihres
dachtzinses bei dem Landgerichtshof be antragt. —
die letzten Berichte. aus Irland melden eine Wieder⸗
jerstellung der Ruhe.
Lo-le und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert. Dauer der Schul⸗
»flicht.) Durch eine unter dem 30. September
3. Is. ergangene Entscheidung des Ministeriums
ür Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten wurde fest—
esetzt, daß die Schulpflicht im Ganzen 10 Jahre
auere, daß also bei djährigem oder 72 jährigem
Berktagsschulbesuch von 2 resp. von 212 Jahren
enüge. In Folge dieser Entscheidung werden nun
fort alle jene Sonntagsschüler und Sonntags-⸗
hülerinnen, welche einen zehnjährigen Gesammt⸗
hulbesuch hinter sich haben und bei denen hinsicht⸗
ch ihrer Schulkenntnisse für ihre Entlassung kein
inderniß besteht, aus der Sonntags⸗ und Fort⸗
ildungsschule entlassen.

x St. Ingbert, 22. Okt. Heute Morgen
ourde, wie uns mitgetheilt wird, in dem benachbarten
tohrbach auf einem Holzplatze die Leiche eines
reugeborenen Kindes gefunden. Natürlich nimmt
nan an, daß ein Verbrechen vorliegt, doch konnten
vir Näheres bis jetzt noch nicht erfahren.

— Vom unteren Gebirg wird der „Pf.
ßr.“ berichtet: Noch ist die Weinlese bei uns
rst zum Theile beendet, da nicht, wie am oberen
zebirge, gleichzeitig, sondern erst von derarbei—
enden Classe und von denen gelesen wird, welche
sleich verklaufen wollen. Die Nachfrage war sehr
jark und ist so ziemlich fast alles in festen Händen.
Per keltert und einkellert, will speculiren. Da der
Zreis des 1880er sich zwischen 20530 M. und
er des offenbar bessern 8SIer blos zwischen 14 -22
M. bewegt, wird vorerst zurückgehalten. In
NRußbach wurde von 14517 M. per Logel
30 Liter, das Fuder 1200 Liter) verkauft. In
dönigsbach wurde bei ganz festen Preisen nur
u 18 M. die Logel Weißer und zu 40 M. der
dothe verkauft. Ein solcher gleichmäßige Preis
tesonst nirgends üblich, der erste Verkauf bestimmt

den Preis, wornach sich Alle richten. In Konigs⸗
bach ist Alles verkauft, was vom Stocke weg zu
veriaufen war. Von der Kelter weg wurde Most
in Königsbach zu 595 M. per 1000 Liter ver⸗
kauft und ist ziemlich viel Geld unter die kleinen
und mittleren Weinbauern gekommen. In Wachen⸗
heim wurden 164ÿ18 M., in Deidesheim 20 -22
M. per Logel Most bezahlt. Noch drei oder vier
solcher Jahre, sagen die Winzer, und wir sind ge⸗
heilte Leute.

Vonder mittleren Haardt wird
demselben Blatte geschrieben: Der Herbst ist bei
uns allgemein beendet und das Ergebniß durchweg
quantitativ und qualitativ besser als man erwartet
hatte. Verkauft ist bereits sehr viel; anfangs,
ha die Wirthe immer etwas „Neuen“ brauchen,
waren die Preise höͤher. Dieselben sind auf 300 — 250
M. zurückgegangen. In Weyher wurde gestern
ju 300 M. verkauft. In Edenkoben wird der
Schoppen guter „Federweißer“ schon zu 26 Pfg.
erzapft. Die Bierbrauer werden unter der Herrschaft
des „Neuen“ sehr zu leiden haben, denn dieser
ibernifft den 80er, der um 38 Proc. höher im
ßreise war. Ein solcher Wein zu 26 Pfg. (9 Kr.)
her Schoppen ist schon lange nicht mehr dagewesen.

In Speyer wurde am 19. d. unter sehr
tarker Theilnahme von Lehrern und Geistlichen aus
Allen Theilen der Pfalz das Denkmal eingeweiht,
velches dem verstorbenen Seminarmusiklehrer und
Domorganisten Dr. Joh. Bapt. Benz dessen ehe⸗
malige Schüler aus dankbarer Verehrung errichtet
haben.

— In Ludwigshafen erschoß sich am Don⸗
nerssstag ein Arbeiter; er soll Heinrich Wormfer
heißen und aus Godramstein sein. Unglückliche
diebe ist das Motiv der That, wie aus einem bei
ihm vorgefundenen Brief zu ersehen war.

Vermischtes.

4 Frankfurt« 20. Okt. Wie vorgestern in
der Gläubiger⸗Versammlung der Patent⸗Ausstellung
durch ein Komite-Mitglied verlautet, beträgt das
Defizit nicht 460,000 Mk. sondern 700,000 Mtk.!

F'Regensburg, 18. Okt. Die von Koͤnig
Ludwig J. zum Gedähtniß an die Voölkerschlacht
bei Leipzig gestiftete Armenausspeisung fand heute
dahier im Bergmüller'schen Saal statt. Es wurden
221 Arme gespeist. Vor Beginn der Ausspeisung
hielt Bürgerme ister v. Stobaus, welcher mit dem
stegierungspräsidenten im Saal erschienen war,
äber die Bedeutung und den Zweck der Stiftung
eine Ansprache.

4Kiel, 18. Olt. Bei? der Sturmfluth am
Samstag sind bei der Insel Sylt sechs Schiffe
zestrandet und vierzehn Personen ertrunken.

4 Der „Reichs-Anzeiger“ schreibt; „An den in
dem Garten des Kunst- und Handelzgärtners Dreesen
zu Bonn befindlichen Reben ist das Vorhandensein
der Reblaus entdeckt worden. Es sind die geeigneten
Maßregeln eingeleitet, um einer Vexrbreitung der
Kran kheit vorzubeugen.“

(Ein trauriges Zerichen moralischer
Verworfenheit). Bei dem gegenwärtigen Hoch—
verrathsproceß in Leipzig sollte der Kaufmann Preuß,
n Unter suchung wegen Unterschlagung, als Zeuge
—E
zaß er ein so großer Verbrecher sei, daß er nich!
vieder aus dem Zuchthaus herauskommen wolle
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        Wenn er in Leipzig verhört werde vor dem Reichsge⸗
icht, werde er einen Meineid schwören. Der Präsident
nachte nun den Zeugen, welcher befragt werden sollte,
ruf die Bedeutung des Meineides aufmerksam. Der
Zeuge erwiederte, er kenne die Bedeutung des Eides.
Zrasident: „Sie wollen also etwas Unwahres aus⸗
sagen.“ Zeuge Preuß:, Ja.“ Präsident: „Und Sie
wollen das beschwören?“ Zeuge Preuß: „Ja, das
will ich. Ich will nicht wieder aus dem Zuchthause
herauskommen.“ Natürlich wurde allseitig auf die
Vernehmung dieses Zeugen verzichtet.

f GEisenbahn⸗Unfall-Satistik.) Im
Monat August kamen auf deutschen Eisenbahnen an
Unfällen vor: 6 Entgleisungen und 2 Zusammen⸗
töße auf freier Bahn, 13 Entgleisungen und 19
Zusammenstöße in Stationen und 137 sonstige
Unfälle. Es verunglückten dabei 145 Personen und
wurden 48 Fahrzeuge erheblich und 79 unerheblich
beschädigt. Von den Reisenden wurde 1 getödtet,
tverletzt, von Bahnbeamten und Arbeitern im
Dienst beim eigentlichen Eisenbahnbetrieb 13 getödtet
ind 57 verletzt und bei Nebenbeschäftigungen 3
zetödtet und 25 verletzt, von Post⸗, Steuer⸗ u. s. w.
Beamten 3 getödtet und 4 verletzt, von fremden
Personen 12 getödtet und 10 verletzt und bei Selbst⸗
mordvbersuchen 12 getödtet und 1 verletzt.

FGElephantenfreundschafh). Der Direktor
des Jardin d'Acclimatisation in Paris hat vor
einigen Wochen den Wärter des großen Elephanten
entlassen. Das Riesenthier machte seinem poetischen
Namen — es heißt Romeo — alle Ehre? Es hat
seit dem Fortgang des Wärters keine Nahrung mehr
zenommen und ist nun geitorben.

Sterbfälle.

Gestorben: in Lauterecken der klg. Rentbeamte
Adolf Hochreuther, 46 J. a.;in Edenkoben
Frau Karoline Somm er, geb. Medicus, 81 J. a.;
n Kaiserslautern Elise, 14J. a., Tochter
d. Wiw. Bolz; in Kirchheimbolanden
datharina Waherheit, geb. Jung, 80 J. a.

Siterarisches.
— (Mr. 2000 der Illustrirten Zeitung.)
Bir erlauben uns, unsere Leser auf die in nächster Woche
m doppelten Umfang erscheinende und mit besonders werth⸗
I een s lustr. Zei
Festnummer der Leipziger Illustr. Zeitung“
ufmerksam zu machen. Dieselbe wird u. a. folgende Ab⸗
ildungen enthalten:
Allegorischer umschlag und Vignettenzeichnung.
Originalzeichnung von Emil Döopler.
Balerie schöner Frauenköpfe: Zigeunermädchen.
Gemälde von G. E. Hicks.
Jagogegelshaft Gemälde von Eduard Grützner.
der Sorialiften⸗Hochverrathsprozeß vor dem
gericht zu Leipzig. Originalzeichnung von
. eibler.
Erust Possart als Manfred in Lord Byron's
eenier Tragödie. Originalzeichnung von
duard Grüßzner.
hero und Leander. Gemälde von Ferdinand Keller.
Rignon. Gemälde von Georg Hom.
Schipeinchen. Gemälde von Ludwig Knaus.
AIffen-Akademie. Gemälde von Paul Meyerheim.
Spanierin mit Fächer. Gemälde von Wilh. Sohn.
Aampf eines Germanen mit einem Löwen im
römischen Circus. Bronce-Gruppe von Max Klein.
Die Thiere des Meerleuchtens. Nach eigenen Stu⸗
dien gezeichnet von Dr. Karl Chun.
Illustrirte Schuadahüpfln. Originalzeichnung von
Max Flashar.
Illustr. Polytechu. Mittheilungen.
Bestellungen auf diese Nummer (Preis 16) sind noch

vor dem Erscheinen aufzugeben, da ein späterer Neudru
aicht möglich sein wird. Alle Buchhandlnngen nehmen v.
jtellungen entgegen

Neueste Nachrichten.

Karlsruhe, 21. Okt. Der Geheimratf
Bluntschli, im Begriff, nach dem Schluß de
Synode zur Audienz in das Schloß zu gehen
ward auf dem Schloßplatz vom Schlage ge
troffen. Er starb alsbald.

Posen, 21. Okt. Der commandirend
General des fünften Armeecorps, v. Pape
ist mit Führung des drittem Armeecorps be
auftragt, und der bisherige Commandeur de
iebenten Division (Magdeburg), Genera
Lieutenant v. Stiehle, ist zum kommandirender
General des fünften Armeekorps ernannt.

London, 21 Okt. Die Regierung ha—
gegen die irische Landliga eine Proklamation
erlassen, worin sie ihren festen Entschluß aus
pricht, alle Mittel zu gebrauchen, um die
Unterthanen der Königin in Irland in der
reien Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte zu
ichützen. Eine Proklamation des Vicekönigs er
lärt den Belagerungszustand in den Bezirker
von Londonderry und Dragheda. Alle Morgen
blätter billigen das Vorgehen der Regierung
gegen die Landliga; man bereitet Meetinge
vor zur Unterstützung der Regierung.

Dir die Redaclion verenwortich· 5. KRAI

»untag und Rontag, e
24. ds. Mts.

6 — —
Scheidter Kirchweih
Tanzuusik mit gutem Orchester; — Küche um
deller wohl versehen mit Speisen und G⸗
Rnken in bester Qudlitat ꝓe

Wirth Regãũtæ,

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erhalten den Vorzug.

St. Ingbert, den 21. Oltober 1881.
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jöfl, mir die Aufnahmen an Werk⸗
agen gefl. vorher aumelden zu
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—3 * * —————
— 2
V *
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
Der „Et. Jugberter Auzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Mountag, Diendtag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mil wöhentlich mit Unterhaltungs—

blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1TA 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1 A 6O H, einschließlich

10 BZustellungshebühr. Die Einrückungsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Insera‘en aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen,
cuf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A, bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 173.

Montag, 24. Oktober 1883. —16 Jahrg.
— — —
Herr Oskar Kraemer, Hüttenwerksbesitzer in St. Ingbert,
Reichstagskandidat des Wahlbezirks Zweihrüchen-Nirmasens.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Nach viertägiger
Zzerathung des Finanzausschusses der Abgeordneten⸗
ammer wurde der Militäretat im Wesentlichen
nach dem Vorschlag der Regierung angenommen.
Der Gesammtabstrich von rund 221,000 M. wurde
ꝛer Position für Naturalverpflegung zugeschlagen.

Muünchen, 21. Ott. (Das Malzauf—
chlags⸗-Gesetz.) Heute kam der Antrag des
seferenten über das Malzaufschlagsgesetz, des Ab⸗
zeordneten Cramer zur Vertheilung. Der Antrag
autet also: „Die in Art. 2, Abs. J, des Gesetzes
»om 31. Oktober 1879, den Malzaufschlag be—⸗
reffend, festgesetzte Erhöhung des Aerarialmalzauf⸗
chlages von 4 auf 6 A. vom Hektoliter des zur
Bierbereitung bestimmten Malzes wird auf die
dauer der XVI. Finanzperiode. d. h. auf die Jahre
1882 und 1883, verlängert.“ Die Regierungs⸗
„orlage hatte keine Zeitbeschränkung enthalten, und
ierin liegt der Unterschied.

Muünchen, 22. Ott. Beide Fraktionen der
echten haben in der Abgeordnetenkammer einen
Antrag eingebracht, welcher die Beseitigung der
Zimultanschulen bezielt.

Karlsruhe, 22. Oktober. Die Todtenfeier
1untschli's fand am Nachmittag um 5 Uhr
tatt. Der Großherzog wohnte ihr bei. Prälat
Ddoll hielt die Trauerrede, in der er das gesegnete
Virken des Verstorbenen feierte. Außer den beiden
köhnen des Verstorbenen waren noch anwesend
freiherr von Ungern-Sternberg, die Minister, viele
Abgeordnete, hohe Staatsbeamte und Geistliche.
die Leiche wird heute Nacht nach Heidelberg ge⸗—
racht. Morgen findet die Beerdigung statt.

*Der in vergangener Woche erfolgte Wieder⸗
usammentritt des Bundesrathes bedeutet, daß
zie lange Ruhepause in unserm parlamentarischen
eben vorüber ist und daß der politischen Ebbe des
Zommers nunmehr die Hochfluthen der politischen
zewegung folgen, wie sie sich andererseits auch
urch die Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen
mschon lange ankündigten. Was nun die zunächst
egende Frage nach den Aufgaben des Bundesraths
nbelangt, so läßt sich dieselbe jetzt nur annähernd
eantworten. Vor Allem wird den Bundesrath na—
irlich die Erledigung des Reichshaushaltsetats be—
häftigen; doch hiermit ist jedenfalls das Arbeits-
rogramm für diese Bundesrathssession noch nicht
rschöpft, denn gutem Vernehmen nach liegen dem
zundesrath bereis eine Reihe anderer Entwuͤrfe zur
erledigung vor, unter denen das leidige Trunksucht-
csetz, sowie eine Vorlage betreffend die Unterstützung
ꝛer deutschen Handelsmarine durch direkte Dampf—
hiffsubbentionen genannt werden. Dagegen wird
ch der Bundesrath mit dem Tabaksmonopol und
er Unfallversicherungs⸗Vorlage schwerlich vor Beginn
s nächsten Jahres beschäftigen.

Der Kaiser ist von seinem letzten Unwohl⸗
in, welches ihn in Folge der ungewöhnlich rauhen
Vitterung der jüngsten Tage befallen hatte, wieder
oöllig hergestellt, so daß der Monarch bereits wieder
nie gewohnten täglichen Spazierfahrten aufnehmen

onnte. Ueber den Zeitpunkt der Abreise des Kai—
ers von Baden-Baden lauten die Angaben noch
nmer widersprechend, vermuthlich wird dieselbe je—
n im Laufe dieser Woche erfolgen.

In dem allseitiges Interesse erregenden Hoch⸗
verraths-Prozesse vor dem Reichsgerichte (im
„Anz.“ bereits erwähnt) ist am Freitag der Ur—
heilsspruch gefällt worden. Verurtheilt wurden
vegen Vornahme vorbereitender Handlungen zum
ochverrath: Braun zu 2 Jahren 7 Monaten,
reuder und Dave zu je 2 Jahren 6 Monaten,
akobi zu 2 Jahren 3 Monaten, Kristupeit und
zeschmann zu je 2Jahren, Lichtenstaiger zu 1 Jahr
;Monaten und Boll und Dillich zu je 1 Jahr
zuchthaus. Metzkow wurde wegen Aufforderung
on Personen des Soldatenstandes zum Ungehorsam
u 2 Jahren Gefängniß und Mahr zu einer Ge—
ängnißstrafe von 3 Monaten, wegen Verbreitung
erbotener Druckschriften verurtheilt. Die übrigen
Angeklagten, Baum, Christ, Waterstraat und die
degel wurden freigesprochen.

Ausland.

* Die Ninisterkrisis in Frankreich ist auch
n der vergangenen Woche ihrer Lösung um keinen
S„chritt näher gerückt und die hier vorliegenden
S„chwierigkeiten werden wohl erst nach dem in die—
er Woche erfolgenden Zusammentritte der französi—
chen Kammern sich heben lassen. Inzwischen neh—
nen die ultraradikalen Elemente der französischen
dauptstadt eine immer drohendere Haltung gegen
die Regierung an, und da die Möglichkeit eines
ozialistischen Putsches am Eröffnungstage der Kam—
nern nicht ausgeschlossen ist, so gedenkt die Regie—
ung geeignete militärische Vorsichtsmaßregeln zu
reffen. — General Saussier, Oberbefehlshaber der
ranzösischen Expedition gegen Kairouan, hat eine
Broklamation an alle Araber erlassen, in welcher er
rklärt, Religion, Eigenthum und Person aller fried—
ichen Einwohner respektiren, dagegen die Theilneh—
ner an Unordnungen u. s. w. strengstens bestrafen
zu wollen.

Die „Frankf. Prefse“ meldet aus Wien: König
Rumbert von Italien wird am 26. d. Mts.
»on Monza abreisen und kommt über Ponteba—
hillach Bruck am 27., Morgens 812 Uhr in Wien
in. Der König wird an allen Stationen festlich
mpfangen werden. Der Aufenthalt in Wien wird
rei Tage dauern, dann folgt die Rückreise nach
ztalien. Hier sind unter Betheiligung der Erzher—
öge große Festlichkeiten beabsichtigt, darunter ein
valadiner und ein Hofkonzert. Die Mitreise der
——

x* In Rußland dauert die Wühlarbeit der
sihilisten fort. Wie an die Kosaken in den Nie—
erungen der Wolga, des Don und des Ural, so
st auch an die Kleinrussen in der Ukraine eine Auf—
orderung des nihilistischen Geheim-Comite's er—
angen, die Czarenherrschaft abzuschütteln. Es ist
ndessen nicht zu erwarten, daß diese revolutionäre
lufforderung sowohl bei den czarentreuen Kosaken
ils auch bei den konserodativen Kleinrussen irgend
velchen Erfolg haben werde.
Lokale und pfälzische Nachrichten.

St. Ingbert. In der Notiz „Dauer der
5chulpflicht“ betr. in vor. Nr. blieb durch ein
hersehen bei der Correktur ein sinnentstellender Fehler
tehen. Es soll nämlich in der siebenten Zeile jener
Kotiz zwischen die beiden Worte Werktags-
chulbessuch und von eingeschaltet werden: ein
Ronntagsschulbesuch, und jsoll der betref—

fende Satz also sagen, daß bei 8jährigem oder 72—
ährigem Werktagsschulbesuch ein Sonntagsschulbesuch
»on 2 resp von 212 Jahren genüge. Wir bitten
unsere Leser, dies nachträglich berichtigen zu wollen.

*St. Ingbert, 24. Ott. Der in vor. Nr.
gebrachten Mittheilung über den Fund der Leiche
eines neugebornen Kindes in Rohr bach ist nachzu⸗
ragen, daß die gestern stattgefundene Untersuchung
die Lebensfähigkeit des Kindes, eines Knäbchens, bei
der Geburt ergab, wie auch, daß dasselbe seinen
Tod durch Erfrieren fand. Von der Mutter hat
nan bis jetzt noch keine Spur, doch wurde am
S„amstag Abend in Rohrbach eine freide Frauens⸗
jerson bemerkt, welche, den Rock über den Kopf ge⸗
chlagen, etwas im Arme trug und auf Befragen
erklärte, sie käme von Saarbrücken. In derselben
odermuthet man die Gesuchte.

*St. Ingbert, 24. Okt. Heute frühe wurde
in Grube Heinitz ein Bergmann von Spiesen durch her⸗
ibfallende Kohlenstücke erschlagen. Derseibe ist Familien⸗
vater und hinterläßt 4 unmündige kleine Kinder,
deren Mutter blödsinnig ist.

MBlieskastel, 28. Oltbr. Zu der heute
tattgehabten Hauptübung unserer Feuer-—
vehr hatten sich auf ergangene Einladung von
auswärts in ziemlicher Stärke eingefunden die
Freuerwehren von St. Ingbert unp Eisen-—
verkt, Ensheim, Heckendalheim, Nieder-
vürzbach, Webenheim und Mimbach. Auch
derr Bezirksamtmann Dr. Schlagintweit
»eehrte uns mit seinem Besuche. Mit sichtlichem
Interesse inspicirte er und ließ sich von den einzel—⸗
nen Commandanten der verschiedenen Corps Rap⸗
vport erstatten. Die Uebung der hiesigen Feuerwehr
zing gut von Statten und wucrde allseitig sehr
zünstig beurtheilt, was in Anbetracht des kurzen
Zestehens derselben besonders betont zu werden ver—⸗
dient. Nach der Probe fand durch die Hauptstraßen
ein Zug statt, der nach dem Demuth'schen Saale
auf dem Schloßberge führte. Dord⸗ spielte in treff⸗
licher Weise die Ensheimer usik, welche überhaupt
als Festmusik engagirt war. Mit ihren Produktionen
vechselten Ausprachen und Toaste ab, von denen her⸗
vorzuheben sind: die Begrüßung der Gäste seitens
des 2. Commandanten der hiesigen Feuerwehr, Herrn
Lang, eine längere Rede des Feuerwehrmanns
Levy von hier mit Toast auf das Commando un⸗
erer Feuerwehr, die ermunternde und aneifernde Rede
des Herrn königl. Bezirsamtmanns mit
Toast auf die Corps feines Bezirks, der Toast auf den
derrn königl. Bezirksamtmann, ausgebracht in wohl⸗
gelungener Rede durch Herrn Geschäftsmann und
reuerwehradjutanten Schütz don hier. Zum eschlusse

prach Herr Kaufmann Fischer von St. Ingbert im
Namen der fremden Gäste den Dauf für die Einladung
ind den Empfang an die hiesige Feuerwehr aus und
chloß mit einem Hoch auf dieselbe. Herr Bezirksamt⸗
nann Dr. Schlagintweit wurde hierauf im Zuge nach
dem Bahnhofe begleitet; theils per Bahn und theils
zu Wagen zogen dann auch die einzelnen Corps
vieder nach Haufe. Auffallender Weise glänzte auch
jier, wie neulich in St. Ingbert, die Zweibrücker
Feuerwehr wieder durch ihre Abwesenheit, was so⸗
vohl vom Herrn koöͤnigl. Bezirksamtmann wie von
allen anwesenden Corps sehr mißfällig bemerkt wurde.

— Aus dem Blies gau wird der „Pf. Pr.“
geschrieben: In dem unteren Bliesthale. welches
        <pb n="668" />
        cch durch sein mildes Klima auszeichnet, werden
noch einige Hundert Morgen oder wie die dortigen
Bewohner sagen AckerKebengepflanzt, welche
für die Orte Reinheim, Habkirchen und Bliesmengen⸗
Bolchen immerhin von einiger Bedeutung sind.
In besseren Jahrgängen wächst daselbst ein ganz
bortrefflicher Rothwein, welchen ein früher in der
Pfalz renommirter Gastgeber in Blieskastel seinen
Gaͤsten für Bordeaux⸗Wein die Flasche zu J Thlr.
auftischen konnte. Obgleich die Reben in den
beiden letzten Jahren durch die Kälte bedeutend
gelitten haben, so wird in diesem Jahre doch wieder
ein ansehnlicher Ertrag gewonnen. Die Trauben
sind sehr gesund und gut und wird ein ganz guter
Wein erzielt werden. Am Montag 17. Oktober
hat der allgemeine Herbst begonnen und wurden in
Reinheim der Hektoliter Rothwein zu 30 Mt. ver—
kauft, während in Habkirchen und Bliesmengen—
Bolchen die blauen Trauben und die Riesling das
Pfuud zu 10 bis 13 Pf. zum Einkeltern verkauft
werden. — In Bliesmengen-Bolchen werden jedoch
die meisten Trauben als Tafeltrauben verkauft und
wurden seit 3 Wochen schon wöchenilich dreimal in
den Reben Trauben geschnitten und nach Saarbrücken
und Umgegend getragen, wo sie für das Pfund
20—2537 Pf. willig Abnehmer finden. Nach
glaubwürdiger Angabe hat ein einziger Bewohner
don Bliesbolchen für mehr als 600. Mt. Trauben
bderkauft und wurden in Bliesmengen-Bolchen im
Ganzen für 10- 12000 Mk. Tafeltrauben verkauft.
— Der pfälzische Landrath hat bei seinen
letzten Versammlungen wiederholt den Wunsch aus—
gesprochen, daß der Staatszuschuß für das pfälzische
Landgestüt entsprechend erhöht werde. Der Staats⸗
zuschuß für diese Kreisanstalt betrug in den Jahren
1835/56 bis 1871 jährlich 17143 Mk. und seit
jener Zeit 34288 Mk. Die Staatsregierung ver—
kennt die Berechtigung des Wunsches nach erhöhter
Staatsunterstützung für die pfälzische Pferdezucht
keineswegs; sie glaubt jedoch, diesem Wunsche wäre
am zweckmäßigsten in der Weise zu entsprechen,
daß eine Position für Verabfolgung von Prämien
an pfälzische Remontenzuchtvereine in das Budget
eingestellt wird. Im rechtsrheinischen Bayern werden
Praͤmien aus Mitteln des Landgeftüts bestritten,
während das Landgestüt der Pfalz hiefür nicht ge—
nügend dotirt ist (Pf. Ztg.)
Vermischtes.
Ii: St. Johann, 24. Okt. Gestern Nacht
kurz nach 12 Uhr wurden die Bewohner unserer
Sladt durch Feuerlärm aus dem Schlafe geschreckt

In der Malzdörre der Brauerei G. Bruch war
Feuer ausgebrochen, welches mit solcher Schnelligkeit
im sich griff, daß die rasch auf der Brandstätte
erschienene Feulerwehr alle Mühe aufbieten mußte,
im ein weileres Umsichzreifen des Feuers zu ver—
züten und die Rachbargebäude vor den Flammen zu
chützen. Dank der Umsicht und dem energischen
xingreifen unserer Feuerwehr wurde man endlich
—
edoch nichts werden. — Gestern Abend erschoß
ich in seiner Wohnung der Gendarmerie-Wachtmeister
q. Was den allseits geachteten und betiebten Mana
zu dieser That trieb, ist nicht betannt. Wie man
Jört, sollte derselbe in nüchster Zeit nach Saarburg
jersetzt werden. Der Verlebte war 13 Jahre hier
tationirt.

Frankfurt, 19. Okt. Heute früh 5 Uhr
traf mittelst Schnellzuges der Main-Weser-Bahn
der langerwartete Alhert Sachs hier ein, selbstredend
unter sicherer Begleitnng. Am Bahnhof wurde er
bon der Schutzmannschaft in Empfang genommen
und mit dem Omnibus auf die Konstablerwache ge—
bracht. Sachs sah sehr angegriffen aus. Es fiel
hm schwer, aus dem Wagen zu steigen; überhaupt
stonnte er fich nur mit Hilfe eines Stockes fortbe—
vegen.

Frankfurt. (Für Lotteriefreunde.) Eine
zroße Anzahl junger Lente that sich zusammen und
schaffte sich gemeinschaftlich hundert Stüchk Loose
—DD Anzahl
Zoose müssen unbedingt ein paar Gäule heraussprigen,
achten die Meisten, und so Mancher von ihnen er⸗
aubte sich hie und da eine besondere Ausgabe. Der
zine kauite sich z. B. einen Anzug, der Andere
ieß sich nobel seine Rechnung im Voraus schicken, und
der Tritte erzählte mit geheimnißvollem Lächeln, er
verde nächste Woche höchst wahrscheinlich nach Berlin
nit dem Extrazug reisen. Nun fand endlich die
Ziehung statt und am Morgen versammelten sich
uͤle Theilnehmer an der Collekte, um die eingeschlagenen
Hewinne zu vernehmen. Man suchte und suchte,
ind siehe da, die letzte Nummer der Liste brachte
us Preis ein — Schirmgestell im Werthe von 5
Mark. So theuer dürfte lange kein Schirmgestell
zekommen sein, denn es kostete den Gewinnern baare
300 Mark!

Bangkok. Eine indische Zeitung berichtet,
daß einer der „ehrwürdigsten Hof- und Leib-Elefanten
des Königs“, — so lautet der offizielle Titel, —
vüthend geworden sei und fünf seiner Bedienten
zerstampit habe. Trotzdem durfte der Koloß, welcher

als heilig galt, nicht getödtet werden. Ran umg—
ihn deßhalb mit einem vom Oberpriester geweidte—
Bambusring. Natürlich durchbrach das wüthend
Thier die schwache Wehr sofort. Endlich gelan,
s, dasselbe in einen ummauerten Hof zu treiben
wo es bald verendete. Da Krantheit und Tol
dieses seltsamen Heiligen einem Wärter zugeschrieber
vurden, und man den Schuldigen nicht entdecker
tonnte, befahl der Herrscher aller Herrscher vo
Siam, alle Leibdiener des „Heiligen“ hinzurichten
Das Urtheil wurde augenblicklich an 30 solch⸗
Unglücklichen vollzogen.

FErtenntnifse des Reichsgerichts
Derjenige, welcher gemeinschaftlich mit seinem Nach
har eine Scheidemauer zwischen den beiden
zeitigen Grundstücken errichtet hat, kann seinen Au
spruch auf Erstattung des Kostenantheils, welche
er aus dem Vertrage gegen den Nachbar erworbe
hat, nicht ohne weiteres gegen den die Benutzun
der Mauer fortsetzenden Rechtsnachfolger des letztere
geltend machen. Code civil Art. 655, 661-66
(II. Zivilsenat, 1I1. Februar. 1881)

Ein netter Anfang. Manche Kaufleu
qalten noch an dem alten Vorurtheile fest, die erst
hareinnahme bei Eröffnung eines neuen Geschäfte
sorgsam als „Heckpfennig“ aufzubewahren.
woute kürzlich ein junger Kaufmann sein Geschär
mit der Anlage des Glücksgeldes beginnen, mach,
dabei aber keine schönen Erfahrungen. „Erwari
ungsvoll,“ — so erzählt er, — „stand ich m
meinen Leuten hinter dem Verkaufspult, der erste
Kundschaft gewärtig. Die Thür ging auf, es wo
der — Steuereinnehmer. Die nächste Person, d
den Laden betrat, war ein Commis-voyageur
Diesem folgten mehrere Bettler, endlich, nach mehr
fachen Enttäuschungen, erscheinen fünf Damen, un
in Wiertelmeter Band zu kaufen, durchmustern do
ganze aufgeworfene Lager und scheiden mit der
Versprechen, vorerst noch die Mama zu Ratb
iehen zu wollen.“

Zterbsfälle.

Gestorben: in Dürkheim Georg, 5 J.
Sohn von Friedrich Zimmermann; in Sulz —R
Grubenschmiedemeister Ludwig Adam Schneider
61 J. al,; in Malstatt Frau Lehrer Soph
Schneider, geb. Diener, 36 J. a.; in Neup
kirchen Wil hehim, 27 J. a., Sohn von Christio
Durst; in Göllheim Frau Johanna Strau
29 J. a.: ebenda Www. Anna Elisabetha Barbie
geb. An gst, 74 J. a.

—Für die Redaction verantworifia· e——
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——— 5527 2323 — 255—5 827 *23
J —2 2— 3222 —72. *5 * ——
— — — 5 83 2 727
— 2 J—52.5338 525 2753 6 2 3
—
5. ** 252 .57 22 2 2557 27
28 2* 532 5552 2.2* 8*
* 27 — — ** —
5*2 — —*822 ** „2223 32* —A
8 33 32378 ESF 522 — 25 —
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* 57 ? 2
7 2*23 57 — 527 — 7
27* S— 6 72 22 22 5— * J
— 3* —7 — 2. 375 J — * 23 *
J — — 2 —— 2562 —2 * — — —
555355525 95 85* 2. * —8
—— — — —27 22 — —83 *
— — 655. 57
7 * ——— *2323557 —— *
2255 253 —558 —323— —
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— —A — 8 247 *2 5
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⸗ — “2 7 5. 5 2 5 — 3—
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25 2 —233— * 258 —2. 2 5* 8
5—58———7 * *5. 7 —2223 8 3 22
—2.53 27 AA 23 2 2 * 2
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—* — — * — 5753* 5* —— 2
87 2 —2 28 55822 *2
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7 — —226 2. —— 5 z —
—33 23 2 75 52z. 3555
37 232 53— 7 * 2 ———
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22 558— 25 37* 7 2
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522 5555 5852 8 — 2 ——Ace
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        Dl. Iugbhertet Aauzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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Der „ent. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöͤchenltich fünfmal: Am Montag, Dienotag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2ml wörhentlich mit Unterhaltungs—

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 40 283 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 —, einschließlich

40 B. Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Insera?en aus der Pfalz 10 H, bei außerpiälzijchen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 10 A, bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
MX 174.

Dienstag, 25. Oktober 1881.

16 Jahrg.
Herr Oskar Kraemer, Hüttenwerksbesitzer in St. Jugbert.
Reichstagskandidat des Wahlbezirks Zweibrücken-Pirmasens.

* 3u den Reichslags⸗Wahlen. 1

Unter den leidenschaftlichsten Parteikämpfen, wie
e wohl kaum in irgend einer frühern deutschen
Pahlbewegung stattfanden (wir nehmen davon spe⸗
iell unsern Wahlkreis aus), kommt der Tag heran,
in dem die entscheidenden Würfel in der Wahl—⸗
cchlacht fallen werden. Wahlprogramme und Wahl⸗
leden wirbelten in den meisten Wahlkreisen so zahl⸗
reich und bunt durcheinander, daß es wohl vielen
Wählern, die keinen scharf ausgeprägten politischen
Tharakter besitzen, recht wankelmüthig über die Art
hter Stimmenabgabe geworden ist, und zwar dies
im so mehr, weil man in Folge der zersplitterten
Parteiverhältnisse oft in einem und demselben Wahl⸗
reise drei, ja vier Candidaten aufgestelli hat, wo⸗
zurch natürtich Schwankungen ganz besonderer Art
ich in der Gesinnung vieler Wähler bemerklich
machen; denn zu den politischen Beweggründen
rreten bei einer großen Auswahl von Reichstags—
andidaten dann oft auch noch andere Momente.

Angesichts der großen Wahlschlacht wollen wir
adessen nicht zuvorderst das „Ja“ und „Nein“,
das „Für“ und „Wider“ aus den Parteiprogram⸗
nen, den Wahlreden und Aufrufen, den Gründen,
bersönlicher Sympathie und Antisympathie schöpfen
ondern wir wollen unsere Leser an die hohe Auf—
jabe des Reichstages erinnern, der da berufen ist,
hand in Hand mit der Reichsregierung diejenigen
Besetze zu geben und zu reformiren, welche bestimmt
ind, das Wohl des Reiches und seiner Bewohner
u fördern. Eine große Anzahl dieser gesetzgeberischen
Aufgaben wurde seit Begründung des Reiches aus—
geführt; daß sie alle tadellos wären, wer würde
dies zu behaupten wagen? Aber daß durch sie viel
Bute gestiftet oder doch die Vorbedingungen zu
einer neuen besseten Ordnung im Reiche geschaffen
wurde, wird gewiß jeder Deutsche, der nicht vom
vüsten Parteikampfe gebleudet worden ist, ganz
»der doch theilweise zugeben müssen. Darach müs⸗
jen wir nach unserer besten Ueberzeugung auch jedem
Wähler den dringenden Rath ertheilen, keinem Can⸗
didaten der prinzipiellen Oppositionsparteien am Wahl⸗
age seine Stimme zu geben, sondern immer nur
einen solchen Mann zu wählen, der bei Verfolgung
maßvoller Reformen bereit ist, der Reichsregierung
m ihren Bestrebungen eine verläßliche Stütze zu
bdieten. Wir verfechten damit keineswegs die Stel⸗
ung bedingungsloser Jasager. Prüfung aller Ge⸗
etzesvorlagen nach bestem Ermessen der Reichstags-
Abgeordneten, muß stets stattfinden, aber wenn dies
in woh wollender Weise geschieht, selbst dann noch,
venn die Abgeordneten glauben, diese oder jene
Lorlage vollständig ablehnen zu müssen, so wird
das Resultat der langwierigen Reichstags-Verhand⸗
ungen doch stets ein viel befriedigenderes sein, als
wenn es nach dem Willen der Oppositionsparteien
geht, die in der Regel nur Alles ablehnen, Alles
tadeln, Alles benörgeln, aber noch nicht den klein—
sten Beweis erbracht haben, daß unter ihrem Re⸗
gimente Alles besser ginge.

Eine Anzahl hochwichtiger Fragen, die wirth—
schaftlich,, finanzielle und soziale Schäden und
Nothstände betreffen, sind auch durch den neuen
Reichstag ihrer allmähligen gedeihlichen Lösung ent—
gegenzuführen. Darum aber ist es nöthig, daß Män—
ner in den Reichstag kommen, die diesen Fragen
nahe stehen, mit ihnen vertraut sind und schon

vraktische Erfahrungen in derselben gemacht haben
Daher irage jeder Wähler sein Bestes hierzu bei und
versäume vor allen Dingen nicht, am
Wahltage nach dieser Hinsicht seine vornehmste poli⸗
rische Ehrenpflicht zu erfüllen.

Volitische Uebersicht.
Deutsches Reich.
(Bauerischer Landtag.) Der Abg. Lerzer
jat zwei Anträge gestellt und zwar auf Verlegung
zer alljährlichen Hauptübungen der bahyerischen
Truppen bis nach Beendigung der Ernte, dann auf
Abminderung der Militärlast und Umwandlung der
reijährigen Präsenzzeit in eine zweijährige. —
Weitere Anträge wurden eingebracht von dem Abg.
Dr. Max Theodor Mayer und Genossen auf Auf⸗
sebung des Reichsgesetzes vom 6. Februar 1875
iber die Beurkundung des Personenstandes und die

Eheschließung ꝛt.

Berlin, 283. Ottibr. Dem Magistrate ist ein
dantschreiben des Kronprinzen zugegaugen, in wel⸗
hem es heißt: „Wenn ein Rückblick auf die Ver—
Jangenheit Mir die Genngthuung gewährt, Zeuge
Jer großen Ereignisse gewesen zu sein, welche unser
Haterland geeint und erstarkt, so erfüllt er Mich
nicht minder mit der festen Zuversicht, daß das
zeutsche Volk auch die Prüfung in Ehren bestehen
wird, ob es das Gewonnene zu nützen, das Errun⸗
gene vor Bedrohung und Gefahr zu sichern vermag.“

Wie verlautet, ist der Entwurf eines revidirten Ge—
nofssenschaftss gesetzes im Reichsjustizamt wäh⸗
tend dieses Sommers so weit gefördert, daß derselbe in
er Frühjahrssession des Reichstages vorgelegt werden
vird. In diesem Entwurf haben namentlich, wie
»s heißt, die Vorschläge Berücksichtigung gefunden,
velche in dem Antrage des Frhrn. v. Mirbach ent⸗
jalten sind, so daß neben den bestehenden Genossen⸗
chaften in Zukunft auch solche Genossenschaften ge⸗
ildet werden können, die auf der Basis der be—
chränkten Haftbarkeit beruhen.

Aus Anlaß der zwanzigjährigen Wiederkehr des
strönungstages ist in Baden-Baden eine große An⸗
ahl von Huldigungs-Telegrammen eingegangen, in
wvelchen namentlich die Theilnehmer an Festversamm⸗
ungen, die an jenem Tage in Berlin stattfanden,
Glückwünsche darbrachten. Der Kaiser ist von die⸗
sen Beweisen treuer Anhänglichkeit angenehm berührt
und erfreut worden.

Ausland.

Wien 22. Okt. Angesichts der bevorstehenden
Unkunft des Königs Humbert erregt das Ein—
reffen des vormaligen Königs von Neapel,
des Grafen Trani und des vormaligen Herzogs
von Parma Aufsehen. (Graf Trani ist ein Stief⸗
bruder des gewesenen Königs von Neapel, der Her⸗
jog von Parma ein Vetter des Letzteren aus der
parmesanischen Linie Bourbon.

Paris, 22. Ott. Der Deputirte Lefaure
chätzt im „Téléͤgraphe“ die in Tunesien an Krank⸗
Jeit gestorbenen französischen Soldaten auf 8-900
zie der Erkrankten auf 12215000 bei einem
Effektivbestand von 35000 Mann. 85 Procen!
der Todesfälle kamen auf Tyrhus. Im Hospital
»on Goletta seien von 117 Todten 115 am Typhus
Jestorben. In Tunis halte Jedermann, sogar alle
Henerale, die Erpedition nach Keruan für einen
zroßen Fehler. Es sei dieselbe höchstens als Ver—

such zur Rettung des Kabinets ertlärlich. In Ke⸗
ruan wehe bereits die weiße Flagge auf den Wällen
und werde nicht der geringste Widerstand gegen den
Einmarsch der Franzosen stattfinden; damit sei aber
nichts gewonnen; denn Angesichts des stets wüthen⸗
den Typhusfiebers fei Tunesien unmöglich zu halten.
Das hiesige Kriegsministerium habe nach Tunis
telegraphirt, daß man Lefaure fortan alle amtlichen
Informationen abschneide.

Paris, 24. Okt. Aus Tunis wird vom
Gestrigen gemeldet: Oberst Laroque schlug am
Zamsiag bei Massaonadi einen dritten Angriff der
Insurgenten unter Ali ben Amar zurück und brachte
demselben große Verluste bei. Genergl Aubigny
defand sich am 22. Ottober in Tebursuk und hatte
fich mit Laroque in Verbindung gesetzt. Die Co—
lonne des Generals Saussier war am 21. d. in
El Utarda angekommen; derielbe läßt daselbst die
Brigade Philibert zum Schutze der Verbindungen
zurück.

Nach den Unterredungen, welche der franzö⸗
sische Präsident in sppe. Gambetta, in der
letzten Zeit mit verschiedenen politischen Persoönlich-
teiten hatte. wird sein Ministerprogramm
zolgendes sein: 1) Revision der Verfafsung in Be—
treff des Senates; 2) Reform des Richterstandes;
3) Wehrpflicht für Alle ohne Ausnahme und Ver⸗
»ünstigung; 4) Einziehung aller Güster aus todter
dand, weiche die nicht ermächtigten Ordensgesell⸗
schaften unrechtmäßiger Weise besitzen; 5) Erweiter⸗
ung der Gemeinderechte; 6) Verringerung solcher
Steuern, welche die unbemittelten Klassen am
meisten drücken. Von der Abschaffung des Cultus⸗
budgets. der Aufhebung des Konkordats und den
übrigen radikalen Forderungen will Gambetta vor⸗
derhand absehen.

Man schreibt der deutschen, Petersburger Zeitung“:
Daß Gambetta in Varzin war, ist nicht nur
Vermuthung, sondern Thatsache. So lange jedoch
Gambetta den Inkognito⸗Charakter seiner Reise nicht
ablegt und selbst nicht darüber offen spricht, daß er
den Fürsten Bismarckin Varzin besucht hat,
—IDDDD
Seite nicht das Wort ergreifen, um den Streit
über die Frage, ob er in Varzin war oder nicht,
zu schlichten.“ Wir lassen diese Angaben, so bemerkt
die „Köln. Ztg“, dahingestellt und bemerken als
Thatsache nur, daß hier in diplomatischen
reisen als ausgemacht gilt, daß das Verhältniß
Frankreichs zu Deutschland als ein durchaus günstiges
dezeichnet wird. Und damit stimmt, daß der fran—
zöfische Botschaiter Graf Saint-Vallier, der nach
jängerer Abwesenheit von Berlin heute wieder hier
eingetroffen ist, sich geäußert hat, auch unter einem
Ministerium Gambetta die guten Beziehun gen zwischen
Frankreich und Deutschland aufrechthalten zu können.

London, 24. Okt Gestern Nachmittag fand
im Hyde Park ein von der National⸗Landliga Groß—
hritanniens veranstaltetes großes Meeting statt,
velchem circa 50,000 Perso en beiwohnten. Drei
Parlaments-Deputirte hielten Reden. Die einstim—
nig angenommenen Resolutionen sprachen sich gegen
das Vorgehen der Regierung von Irland aus. Das
Meeting verlief in vollkommenster Ordnung.

Der Ankunft des Königs von Italien
am Berhiner Hoflager wird in der ersten Novem—
berwoche entgegengesehen. Voraussichtlich ist bis
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        erfolgt, andernfalls würde sich der König von Ita—⸗
lien zum Kaiser nach Baden-Baden begeben,
dann aber doch wohl nach Berlin kommen, da er
den Wunsch hegt, das ihm bekanntlich innig be—
freundete Kronprinzenpaar zu begrüßen. Sicher
find indeß die Zeitbestimmungen noch nicht.
New⸗NYort, 21. Okt. Der Mississippi fährt
fort zu steigen und die Fluthen greifen um sich.
Die Straßen von Quinchy stehen theilweise unter
Wasser und der Eisenbahnverkehr stockt. Ungeneure
Strecken von Weizenfeldern sind überschwemmt und
hdie Einwohner flüchten auf die steilen Ufer.
Nachrichten aus Tunis melden, daß die Truppen
Ali Bey's zum Theil sich weigerten, nach Zaghuan
zu marschiren und erst durch die Drohung, die
Meuterer zu erschießen, zum Gehorsam bewogen
wurden. Zahlreiche Insurgenten sollen sich längs
der Bahnstrecke zwischen Ouedzergua und Bordtjoum
zusa mmengerottet haben.
Lolale und pfalziche Nachrichten.

* St. Ingbert, 25. Okt. Nach einer Ver⸗
ordnung des kgl. b. Cultusministeriums ist am
nächsten Donnerstag, als dem Tage der Wahlen
zum deutschen Reichstage, der Unterricht an sämmt⸗
lichen Lehranstalten des Landes auszusetzen. damit
das Lehrerpersonal in der Ausübung seines Wahl⸗
rechts nicht behindert wird.

*St. Ingbert, 25. Okt. Gestern Abend
gegen 10 Uhr wurde unsere Feuerwehr alar—
mirt; es brannte bei Zimmermann Christian
Schmidt in der Haselerstraße (sogen. Ullmeng).
Der Dachstuhl des in Brand gerathenen Hauses.
sowie die auf dem Speicher lagernden Futtervor⸗
räthe wurden vom Feuer zerstört. Dasselbe wurde
erst vollständig und rasch gelöscht, nachdem die Fuhre
der Hrn. Gebr. Becker mit einem Faß Wasser an⸗
kam. Schmidt, der versichert hat, soll schon m'it
seiner Familie zu Bette gewesen sein, als der Brand
bemerkt wurde. Wie dieser entstand, ist noch nicht
auf geklärt.

— (Auf welche Weise soll man seine
Wahlpflhlicht erfüllen?) Man soll sich mög⸗
lichst am Tage vor der Wahl schon mit einem
Stimmzettel versehen. Es ist nicht immer sicher,
ob am andern Tage rechtzeitig einer zu beschaffen
ist. Man soll sich der Sicherheit halber einen ge—
druckten Zettel verschaffen. Muß man nothgedrun—
gen sich einen schreiben, so nehme man weißes Pa—
pier und schreibe recht deutlich, genau und vollstän—
dig Namen, Stand und Wohnort des Candidaten
darauf. Weiter darf nichts auf dem Zettel stehen.
Der Name muß bis auf jeden Buchstaben richtig
sein, denn sonst wird der Zettel für ungiltig erklärt.
Ebenso, wenn der Zettel nicht von weißem Papier
ist oder ein äußeres Kennzeichen hat.

— Zweibrücen, 22. Okt. Die Eröffnung
der vierten im Geschäftsjahre 1881 bei dem Land⸗
gericht Zweibrücken abzuhaltende Schwurge⸗
richtssession wurde auf ontag, 4. December
d. J., festgesetzt, der Oberlandesgerichtsrath Schmidt
zum Vorsitzenden und Landgerichtsdirektor Herfeldt
zu dessen Stellvertreter bestimmt.

— Zweibrücken, 24. Okt. Die H. H. Ge⸗
neralmajor Frhr. v. Gumppenberg und Oberst
Lindha mer sind zu Jnspektionszwecken hier ein⸗
getroffen.

— Die Kirchenkollekte am Erntedankfeste für den
Thurmbau an der protestant. Kirche in Tripp—
stadt hat ausweislich der Decanatsanzeigen 1667
Mark 49 Pf. ertragen.

— In Speyer wurden am 283. d. dieselben
sozialdemokratischen Wahlaufrufe sammt Dreesbach⸗
schen Wahlzetteln verbreitet, wie in Ludwigshafen.

— Die Annahme von erplosiven Gegenständen
zur Beförderung in fahrplanmäßigen Zügen im
Bereiche der pfälzischen Eisenbahnen ist auf den
ersten Montag und darauf folgenden Dienstag und
Mittwoch jeden Monats beschränkt. Fällt auf einen
dieser Tage ein Feiertag, so erfolgt die Annahme

auch noch am folgenden Donnerstag. Die Beför—⸗
derung solcher Gegenstände hat mit den für diese
Transvorte festgeseßkten Züeen itatt zu finden.
Vermischtes.

Würzburg, 21. Okt. Das Schwurgericht
derurtheilte heute den Bauern Ad. Braumn von
Dettelbach zum Tod Derselbe hat im August
ds. Is. seine Frau durch Beilhiebe auf den Kopf
erschlagen; er ist überhaupt ein roher, herzloser
Mensch, hielt z. B. einmal seine eigene Mutter ein
Jahr lang an einer Kette gebunden und behandelte

*7 α

tets schlecht. Der Mann ist 73 Jahre alt.

.Mainz, 24. Oktbr. Eozialistische Flug—
schriften.) Bei einer gestern Mittag in einer hie⸗
figen Buchdruckerei stattgehabten Haussuchung wurde
eine große Anzahl Flugschriften sozialistischen In⸗
haltes, für die Wahlagitation in unserm Wahlkreise
herechnet, mit Beschlag belegt.

F Im gesanimten deutschen Reiche findet die
Viehzählung diesmal am Freitag, den 9. De—
zember statt. Zu zählen, also in die Listen auf—
zunehmen sind: alle Pferde, einschließlich der Foh—
len und der im Privatbesitze von Offizieren befind⸗
lichen Pferde: alles Rindvieh (Ochsen, Bullen
Kühe, Jungvieh und Kälber, jedoch mit Ausschluß
der noch nicht 14 Tage alten Kälber), ferner zum
ersten Male in diesem Jahre alle Esel, Maulthiert
und Maulesel. Nicht mitzuzählen sind alle Thiere
welche dem Reiche, den Einzelstaaten oder zu den
randesherrlichen Gestüten gehören, alles in Schlacht⸗
oiehhöfen oder in öffentlichen Schlachthäusern auf—
gestellte Schlachwieh.

*(Im Schnee.) In Tyrol hat der Schnee,
mit welchem der Monat Oktober inaugurirt wuͤrde,
diele Viehpächter mit ihren Heerden auf den Almen
äberrascht. Diese wurden eingeschneit und der
Abtrieb wurde sehr gefahrvoll. So wird aus Lienz
zemeldet, daß in den hohen Thurner⸗Wiesen dem
Niggler⸗Bauer von Thurn 12 Stück Rindvieh „ab⸗
geschossen“ find, wodon 7 Stück auf der Stelle
sodt blieben. Die übrigen find mehr oder weniger
chwer verletzt. In der Stevia⸗Alpe in Wolken⸗
tein ist ein Theil der dortigen 300 Stück zählenden
Schafheerde unter eine Lawine gekommen; doch ist
der Schaden kein erheblicher, da in Folge rasch auf⸗
jebotener Hilfe die meisten Thiere gerettet wurden
ind nur wenige zu Grunde gingen. Aus Bozen
neldet man dagegen, daß die Sonne auf blaue
Trauben und rosige Aepfel und Birnen, auf eine

Welt voll süßen Duftes niederscheine.

Die bei der Bundeskasse zu Bern einge—
angten Liebesgaben für Elm haben die Höhe von
100,000 Fres. überschritten.

F In Tuxin wurde der Deputirte Graf Ceresa
in contumaciam zu 15 Jahren Zwangsarbeit ver—
irtheilt. Ceresa war Mitglied des linken Centrums,
sehörte der Gruppe Depretis an und bekleidete zu
jleicher Zeit die Stellung eines Provinzialxaths in
Turin. Die Unterschlagung von 30,000 Lire,
welche zum Bau einer Provinzialstraße bei dem
Brovinzialschatzamt niedergelegt waren, führte zur
zntdeckung des Verbrechers, der, wie sich nun er—⸗
zab, bereits eine ganze Reihe von Fälschungen und
Unterschlagungen begangen hatte. Ceresa hat fich
durch die Flucht der Verhaftung entzogen.

Grohender Bergsturz.) Sembraucher
m Kanton Wallis drohl Bergsturzgefahr! Der
Staatsrath von Wallis berief den eidgenössischen
Oberingenieur Herrn Salis, sowie Herrn Professor
Heim von Zürich nach dem bedrohten Ort, um die
Mittel zu berathen, der Gefahr möglichst vorzubeugen.

Die neueste Pariser Haarkracht.) Eine
neue Mode — oder wenn man will eine recht alte,
da sie aus der Zeit des Direktoriums datirt — iss
in Paris, wie uns von dort geschrieben wird, sei
durzem wieder durch einige Damen der aristokrati⸗
chen Gesellschaft adoptirt worden. Es ist dies die
Haartracht à la Ninon, à la Jullien oder auch, wie
man sie der berühmten französischen Romanschrift⸗
ttellerin zu Ehreu genannt hat — à la George
Zand. Diese Coiffüre besteht ganz einfach aus
lurzgeschnittenen, gelockten Haaren. Dieser Mode⸗

wechsel dürfte, das ist das Interessanteste dabei
nuf die recht energische Initiative einer österreichi⸗
chen Prinzessin, der Erzherzogin Ludwig-Viktor,
urückzuführen fein. Man erzählt sich darüber
Folgendes: Die Erzherzogin, jung. feurig und bei
illedem von einer bürgerlichen Einfachheit, haßte die
trenge Etikette und den blendenden Prunk des
dofes. Ihr Gemahl dagegen wäünschte sie stets,
elbst bei festlichen Veranftaltungen untergeordneter
Art, mit den Insignien ihres Ranges geschmückt zu
ehen und wäre es nach ihm gegangen, so würde
das kleine erzherzogliche Kronchen tagiäglich auf dem
Haupte der Prinzessin geglänzt haben. Eines Abende
vies die Erzherzogin ein derartiges Vegehren ihres
Bemahls energisch zurück und griff mit den Worten;
„Jetzt wirst Du mich wohl nicht mehr bitten, mich
nit Diamanten zu beladen,“ zu einer auf ihrem
Toilettentisch liegenden Scheere. Der stark verdutzte
Herzog aber sah gleich darauf das schoͤne braune
daar seiner jungen Gattin auf den Teppich flattern
Der Unwillen des erzherzoglichen Ehemannes liu—

y aurtt vr, uls er jah, daß seinrti
mahlin die kurzgeschnittene Frisur ganz reizend
Besicht stand und daß ihr die Natur das schör
Diadem verliehen, das Diadem der Anmuthe
—VV— —
man fieht, etwas phanstastische Geschichtchen, welch
durch die Boudoirs der eleganten und vornehm
Damenwelt in Paris die Rnude macht und d
man gleichsam der wieder neu auftauchenden Mo
als Prolog vorausschickt. Wenn man dieser Coiffü
zinen nationalmodernen Namen hätte geben wolle
so könnte man sie auch à la Rose Bonheur nennen
denn diese berühmte französische Thiermalerin ho
sich schon seit langer Zeit diese Haartracht, die ihre
Gesichte einen männlichen Charakter verleiht, ang
eignet.

F Der Billardkünstler Goffard we—
in Berlin und setzt mit seinem Spiel die Berlin
Billardspieler in Erstaunen. Er karambolirt de
auf eine Champagnerflasche gelegten Billardball ohn
Berührung der Flasche, er jagt eine größere Anzat
von Bällen — auf Quart — mit großer Schnelb
igkeit herum, ohne daß dieselben auf ihrer Bahn sich
untereinander oder eine der an den Ecken aufgestellten
Flaschen oder den in der Mitte stehenden Teller be—
rühren, bis sie zuletzt sich in einer Ecke auf einen
tleinen Raume zusammenfinden, der schon vorhei
hurch einen Kreidestrich bezeichnet worden ist. Er
arombolirt den Ball, den ein Zuschauer im offenen
Hute hält, er stößt seinen Spielball durch die Beine
eines auf das Billard gestellten Stuhles und de—
darauf sitzenden Herrn so auf die gegenüber be—
findliche Bande, daß derselbe aufspringt und zurüt
über Stuhl und Herrn fort in einen Hut fliegt, in
welchem er die anderen beiden Bälle korambolirt.
F London, 22. Okt. Nach einer Depesche
yon Lloyd's aus Aden vom 21. Okt. brach dem
Dampfer ‚Konig der Niederlande“ auf der Fahrt,
don Batavia nach Amsterdam am 4. Ottober de
Schraubenschaft. Das Schiff kenterte unter 5
üdlicher Breite 640 östlicher Länge. 38 Personer
wurden gerettet. Ueber sechs Boote mit 175 Per
sonen fehlt bis jetzt jede Nachricht.

F Gussische Zustände.) Von der rußs—
sischen Grenze wird geschrieben: Ein Ereigniß, wie
es eben nur in Rußland vorkommen kann, hält
seit zwei Wochen die Gemüther hier in Bewegung.
Der russische Militärarzt Petrowsi in Wladislawon
Neustadt) hat seit circa 7 Jahren durch die raffi⸗
airtesten Fälschungen von Urkunden den größten
Theil der militärpflichtigen jungen Leute in Wla—
dislawow und Umgegend militärfrei gemacht und
äch hiefür natürlich sehr gut bezahlen lassen. Diese
sauberen Geschäfte sind durch einen Spezialkommissar,
welchen die russische Regierung in Folge einer
Denunziation nach Wladislawow entsandte, aufge⸗
deckt worden. Petrowsi, welcher früher sehr arn
var und sich jetzt durch seine Manipulationen in
Besitz eines sehr großen Vermögens befindet, iß
rechtzeitig nach der Schweiz gestüchtet, nachdem e
noch zuvor seinen umfangreichen Besitz an „gut
Freunde“ versilbert hatte. Die von Petrowsi mili⸗
tärfrei gemachten Personen, mehrere Tausend an
der Zahl, sind aus Furcht vor Strafe aus Ruß—
land geflüchtet.

F In Charkow (äüdrußland) wurde dieser
Tage eine Frau, Namens Ssansharow, die eir
Alter von 137 Jahren erreicht hatte, zu Grabe ge—
tragen. Trotz ihres auffallend hohen Alters hatte
—
und ihr Gedächtniß sich zu erhalten gewußt. Ge
boren war die hochbetagte Greisin im Anfang de
Regierung der Kaiserin Elisabeth Petrowna
Die Verstorbene erinnerte sich noch gut der Vernich
iung des Heerhaufens der Saporoger durch Potemkin
hes Falles von Polen, des Jahres 1812 und anderer
Freignisse. Ebenso hatte sie noch im Gedächtniß, wi
man auf der Moskauer Straße in Charkow Häuse—
für einige Dutzend von Assignationen ankaufte und
die jugendlichen Bräute nur in langen, von Wollen
band eingefaßten Hemden gingen.

Im Jahr 1876 wurde ein die Einfahrt in
den New-Yorker Hafen versperrender Felser
mittelst 52,000 Pfund Pulver gesprengt und di
Geschichte gewann dadurch einen besonderen Reiz
daß eine junge Dame durch das einfache Drücker
nuf einen Knopf, wodurch der elektrische Funke z
den Pulverkammern Einlaß erhielt, die fürchterlich
Erplosionen bewirkte Diese ganze respektabl
Zeistung wird aber durch die in Bälde erfolgend!
Sprengung des sogenannten Flood Rock, eine⸗
Felsens, welcher die Sicherheit der Schifffahrt noc
mehr bedroht, in Schatten gestellt. In dem?
        <pb n="673" />
        prengenoen ungeheueren Block wurden von oben,
o er bei Ebbe etwas über das Wasser ragt, erst
xchächte getrieben, die bis 28 Fuß unter dem
NReeresspiegel reichen, und von diesen Schächten
Jach allen Richtungen Längs- und Quergänge ge—
hrengt. Die Länge dieser Günge beträgt bereits
3588 Fuß. Die Pfeiler werden, sobald das
herk der Unterminirung vollendet ist, behufs
Interbringung von nicht weniger als 100,000
Ffund Nitroglycerin selbst untergtraben und die
Ninengünge elektrisch verbunden, so daß die ganze
jelsenmasse mit einemmal in die Luft fliegt.

(Amerikanische Findigkeit) Die
ange erwartete Ausgabe der revidierten Bibel ist
zürzlich in London erschienen und hat, wie bei
zet riesigen Summe, welche auf diese Arbeit ver⸗
vendet wurde, nicht anders zu erwarten war, in
janz England einen ungeheuren Erfolg erzielt. Auch

Nord⸗Amerika erwartete mit Ungeduld die neue
Bibel, und die dortigen Verleger hatten alle An⸗

1. falten getroffen, um in kürzester Frist den massen—
e haften Bestellungen ihrer Mitbürger entsprechen zu
ich sznnen. Einem großen New-HYorker Hause gelang
enes, durch ein originelles Mittel alle seine Ridalen
vee u überflügeln. Einige Wochen vor dem für die
em Jusgabe der Bibel in England bestimmten Zeit⸗
yer punkte kauften nämlich die Chefs des gedachten
ẽNew⸗Yorker Hauses das ganze für den Satz, den

Druck und die Illustration der Bibel nöthige Ma—
terial. Ferner engagierten sie eine hinreichende
Unzahl geschickter Setzer und Drucker, die, um jeden
Verdacht zu vermeiden, auf verschiedenen Schiffen

ichnach England geschickt wurden. Dort wurde ein
jeiner Geschwindigkeit wegen bekannter Dampfer ge⸗
miethet, und ‚auf demselben das bereits in England
ingetroffene Material aufgestellt. Eine Stunde
gach Ausgabe der Bibel in London lichtete der

Dampfer, an dessen Bord sämtliche amerikanische
Arbeitsleute bereits placiert waren, die Anker. So—
jotrt wurden die Maschinen in Tätigkeit gesetzt, die
nprobisierte Druckerei arbeitete Tag und Nacht,

ind als der Steamer in New-Yorkt einlief, war
as ganze Werk gesetzt, gedruckt und clichirt.
kinige Stunden später standen mehrere hundert⸗
ausend Exemplare der neuen Bibel zum Verkauf
rereit.

Ga so!) In einer Restauration verlangt ein
err eine Tasse affee. Eine Kellnerin bringt das
ewünschte. Der Herr empfindet plötzlich ein an⸗
xes Gelüste und fragt: „Oder könnten Sie mir
ohl auch statt dieses eine Tasse Chokolade geben?“
Gewiß, mein Herr.“ Die Kellnerin nimmt den
affee fort und bringt die Chotolade, die der Herr
uun trinkt. Nachdem er ausgetrunken, steht er auf
und will gehen. Die Kellnerin erreicht ihn noch
innerhalb der Restauration. „Sie entschuldigen,
nein Herr, Sie haben eine Tasse Chokolade zu be—
ahlen.“ „Wie? ich habe Ihnen die Tasse Kaffee
afür gegeben.“ „Daun haben Sie den Kaffee zu
ezahlen.“ „Wie? den hab' ich ja gar nicht ge⸗
tunten.“ Die Kellnerin sagt beschämt: „Ja so“
und zieht sich hinter das Buffet zurück.

FGe slaäanger je lieber. Die Frauen lassen
iich gern mit Blumen vergleichen und nicht mit
inrecht; ihre Lippen erinnern an Rosenknospen,
ste Augen oft an Veilchen, ihre Wangen an Lilien.
re Schleppen aber sind — Jelänoorielieber

die Iruchtbarkeit des Zahres 1881.

die Natur gefällt sich oft darin, ihre Treibkraft
verschwenderischer Art zu äußern. Beweis
für sind die in diesem an Naturselten—
eiten so reichen Jahr hier und dort aufgetretenen
tscheinungen. So war bis vor Kurzem in dem
arten des Gutsbesitzers Hick in Feilitzsch
Oberfranken) ein Birndaum noch mit Knospen der
eito nα νιιααα* An GKäenjijroan

dei Augsburg stand jüngft noch ein Apfelbaum

»oll neuen Blüthen; an einem Zwetschgenbaume,
dem Posamentier Winlein in Karlstadt gehörig

and man vor einigen Tagen einen Zweig mit

zlüthen bedeckt; Herr C. Fröhlich in Frein s⸗
deim überbrachte der Redaktion des „Dürtkh. Anz.“
ine Rebe, an welcher nicht weniger als zehn gut
ntwickelte Trauben zweiter Crescenz befindlich waren;
ieselbe Wahrnehmung machte Oekonom Liebert in
Bruchmühlbach (Pfalz.) Im Garten des katho⸗

ischen Geistlichen zu Schillingsfürst sind
einige Johannisbeersträucher zum zweitenmale in
ziesem Jahre mit reifen und saftigen Fruchttrauben
ehangen.

Und das Alles foͤrdert der jeßzige Herbst trotz
rühen Schneefalles. Blühende Erdbeersträußchen
ind nicht mehr selten; einen Hollunderstrauch, der
ieben vollständig ausgereiften schwarzen Beeren
serrliche weiße Doldenblüthen treibt, kann man im
dloster Heilsbronn, und im Garten des
S„chulhauses zu Neufahren Miederbayern) zwei
Dahlien⸗Stöcke, welche bei schönstem Blüthenflor
ine Höhe von 2,95 Meter messen, sehen!

Was aber die Natur sonst an Gaben schenkte,
avon zeugt die allerorten gute Ernte. Wir haben
peziell noch einige Mittheilungen dieser Art ge⸗
ammelt und wollen sie hier zusammenfassen. So
vurden in diesem Jahre von der Eisenbahnstation
n Lambrecht allein nach Ludwigshafen und
Speyer 102 Ctr. Heidelbeeren verschickt. In Roß⸗
»ach bei Kleinwallstadt (Unterfranken) trug ein
Apfelbaum'31 Ctr.

Sehr häufig kommen unter den Früchten besonders
zroße Exemplare vor. Herr F. L. Becker in
Freinsheim erzielte unter seinen Birnen eine
olche in dem seltenen Gewicht von 620 Gramm,
also circa Ih Pfd. Drehermeister Becker in Grünn—
tadt besitzt eine Melone im Gewicht von 36 Pfd.
Zanz erstaunlich viel große Kartoffel kamen vor.
Auf einem seichten, steinigen Acker bei Simmling
st eine Kartoffel gewachsen, welche 625 Gramm
viegt; in Oebling eine solche von 700 Gramm
Hewicht; auf dem Acker des Glasers Fleifchmann
n Geiselhöring eine von 770 Gramm und
nuf dem Felde des Seilermeisters Regensburger in
Straubing (sämmtliche Orte in Niederbayern)
rei Kartoffeln erste über 700, zweite 800 und die
ritte 830 Gramm schwer. In einem Acker des
rehrers Junker in Trippstadt wurde eine
dartoffel im Gewicht von La Pfd. und in jenem
»es. Oekonomen J. Schneider ebendaselbst eine
olche von 2 Pfd., im Pfarrgarten zu Erlenbach
vei Marktheidenfeld (Unterfranken) wurde ein
kartoffelstock ausgehoben, an welchem 3 Kartoffel
varen, von denen die größte netto 1000 Gramm
2 Pid.) die zweite 750 Gramm (122 Pfd.) und
die dritte 330 Gramm wog. Die größten Kar—
soffeln kamen aber aus einem Garten zu Alburg
bei Straubing) mit 1125 Gramm (2/ Pfd.)
ind aus dem Acker des Gastwirths und Oekonomen
deß in Röomershofen bei Hakfurt mit 1250
Bramm (24 Pfd.).

Seltene Exemplare von Rettigen wurden heuer
zu Tage gefordert; so baute eine Frau in Blaich
Oberfranken) einen Rettig, der 4 Pfund wog;
n Legau (Schwaben) baute Oekonom Sonntag
)xei Stück, wovon einer 7 Pfund, jeder andere
318 wog; ebendaselbst der Käsereibesitzer J. J.
Deitsch einen Rettig mit 1400 Gramm und einen
olchen mit 1259 Gramm. Den größten Rettig

mag wohl Kürschnermeister Dambeck in Kauf⸗
beuren gezogen haben, der 722 Pfund wiegt
und einen Umfang von 63 Centimeter hat und
obendrein ganz gesund ist.

In Pforzen (Schwaben) hat Schneidermeister
Uhl eine seg. Oberkohlrabi in dem respektablen
Gewichte non 2800 Gramm und Bäckermeister

Familien und FAcci-⸗ Niblio

Case⸗ und Restauralionen.
—

tñö

*

Probe⸗ Nummern grati⸗s Ind franco.
Abonnements ⸗Preis vierteljãhrlich s Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition dor Illustrirten Zeitung in Leipzia.

Dippold in Stübig einen solchen gebaut, der
26 Etm. Hohe und 57 Etm. im Umfang, 7 Pfd.
Gewicht und ein gesundes Aussehen hat.

Prächtige gelbe Rüben, die ohne Kraut 80 CEtm.,
nit Kraut 1,20 CEtm. hoch sind, baute Wwe. Heusser
in Otterberg. Auf einem Felde des Schmiede—
meisters Fliert in Weiden wurde eine Dorsche
Jebaut, welche 18*5 Pfund altes Gewicht wog.
Löwenwirth Leuster in Arnstein (uUnterfranken)
baute eine Runkelrübe, die das kollossale Gewicht
von 17 Pfd. und einen Umfang von nahezun]
Meter aufzuweisen hat.

Ganz abnorme Exemplare kamen heuer unter
den Kürbissen vor. Frau Wittwe Lambert in
dirchheimbolanden zog einen Kürbis, der
ein Gewicht von 34 Pfund hat. In einem Garten
zu Großostheim bei Aschaffenburg wurde ein
jolcher in Größe von 38 Pfuͤnd gezogen. Lehrer
Weinrich in Detwang (Mittelfranken) zog einen
olchen von 49 Pfd mit einem Umfang von 134
Ftm. Privatier J. Hirth Marktbürgbern—
)eim Mittelfranken) einen solchen von 46 Pfd.
nit 141 Etm. Umfang und 36 CEtm. Höhe und
inen von 61 Pfd. 154 Etm. Umfang und 45
Itm. Höhe, weich' letzterer ein Seitenstück hat in
dem Exemplar, das der kgl. Gerichtsvollzieher
Probst zu Wiesentheid zog und der auch 61
Bfund wog. (B. W.eP.)
Sserbfalle.

Gestorben: in Kirchheimbolanden Frau
Charlotte Helene Fellner, 58J. a.; in Wa ch e n⸗
eim Heinrich Appher, stellvertretender Gerichts⸗
schreibet von Bergzabern; in Speyer die Gattin
»es Oberstlieutenants Körbling, Kommandeur
)es 2. Pionier-Bat. Aug ust e, geb. Hausmaun.

Dienstesnachrichten.

Die kathol. Pfarrei vaumersheim wurde dem Pfarrer
Mich. Schieffer in Leimersheim, die tkathol. Pfarrei
Schweighofen dem Pfarrer Andr. Ssch mitt von Bayer⸗
jeld und die kathol. Pfarrei Häfen dem Verweser derselben,
Briefter Friedrich S charfenderger; sendlich die
xrotestant. Pfarrstelle zu Thaleischweiler dem Pfarrumts⸗
Fandidaten und vormaligen farrverweser in Ss Ingbert,
x. Fr. O. Märrz aus Lamdrecht verliehen. Der
weite Staatsanwalt am Landgericht vandau, H. Antz,
vurde zum Oberamtsrichter in Zweirrücken befördert. —
Der Kreiskafse-Controleur F. Bayer in Speyer wurde
um Kreiskasier in Ansbach und der Kreiskasse⸗Zahlmeister
MN. Weller in Würzburg zum Kontroleur An Speyer
nunnt. — Der Oberinspektor der vormaligen Bayerijschen
Oftbahnen, J. Jager, wurde vom i. Nobemberl. Is.
in in den pragmatischen Staatsdienst übernommen und zum
dath bei der Generaldirektion der kbnial. Verkehrsanstalten,

J ernann
Neneste Nachrichten.

Berlhin, 24. Okt. Die, Prov. Corr.“
cchreibt in einem Artikel „An die Liberalen
im Lande“: Die Regierung muß für den
Augenbli? vielleicht auf die Unterstützung der
iberalen Fractionen im Parlament verzichten 3
sie verzichtet aber nicht auf die Un erstützung
der wahrhaft Liheralen im Lande, welche sich
die Freiheit des Geistes hewahrten. Alle
diese Freisinnigen im Lande fordert die Re—
zierung auf, ihren Freimuth, ihr unbefangenes
Urtheil bei den Wablen dadurch zu bethätigen,
zaß sie nur eifrige, warme, entschiedene Anbänger
der Reformpolitik wählen, mögen auch die Can⸗
didaten in diesem oder jenem Punkt ihren
Wünschen nicht durchaus entsprechen. Klein⸗
iche Rücksichten, alte Freundschaften, persönliche
Bedenken sind bei Seite zu lassen ; nur so
ann sich die echte Freisinnigkeit und wahre
riebe zum Volke bewähren.

oction verantwortlich: F. X. Deme z5

—

Nebeneinkommen.

So Iicdem Leuten in Stadt und
Land. welche jchon längere Zeit
an einem Platze wohnen und sich
rinen große Bekanatenkreis er—
vorben haben (Agenten von Ver⸗
iicherungsgesellschaften u. a.), wird
ohne Kapital, Risico
umnal hesondere Thätig-
igit ein 2)νν—Aνe Nebenver-
dienst nachgewiesen. Nur Solche
mit guten Referenzen finden Be—
ücksichtigung. Man schreibe mit
Ungabe bisberiger Thätigkeit unter
. R. SuS., an die Erpedittan
des RMlattes

43

78
        <pb n="674" />
        Hexbsl-und Winlersaison 18
Großartige Comptant-Einkäufe welche ich persönlich in den Weber⸗Distritien gemacht habe, gestatten mir, folgende höchst renommirte Waaren in de
besten, kostbarsten, reelsten und gediegensten Oualitäten für unglaublich niedrige Preise zu offeriren.
xvenn schon bisher durch die enorme Anstrengung dieser Firma selbst die verlockendsten Offerten an Zuverlässigkeit und Billigkeit überrazt wurder
so hat sich das Etablissement speciell jeßzt bei Beginn der Herbste und Wintersaison die Aufgabe gestellt, jedem seiner Kunden die feste Ueberzeugung zu ve—
schaffen, daß gute und dauerhafte Waare

O Reiner so bissig gekaust !! OOOO
Streng fesie Vreise sind auf jedem Gegenstand verzeichnet!!! —

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Pluschtücher mit Glocken und Zranzen von 1,40 Mt. an.
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Manter sar Damen in reiner Wolle dvon 4,50 bis 12 Mk.
iFisgarntucher in allen Farben, recht groß von 1506. bis
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Maädchenhemden mit Besatz von 50 Pf. an.
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Damenhemden mit feiner Stickerei von 1,75—-8,50 Mi.
herrenhemden in Halbleinen in allen Hal sweiten von 1,50
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— gesunde 4X
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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Der „Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 40 2 einschueßlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1 Ac 60 H, einschließlid

40 HZustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 B, bei NReclamen 30 44. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.

t I7TD). .. . .

Für die Monate November und
Dezember werden Bestellungen
„St. Ingberter Anzeiger,“
ohne Uebertreibung daz verbreitetste Blatt
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anstalten und Postboten, sowie in der Exped. ent⸗
gegengenommen. Unterhaltungsblätter
uͤnd illustr. Sonntagsblätter werden nach—
geliefert, so weit der Vorrath reicht.

1u

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Muünchen, 25. Olt. GGammer der Ab—
eordnelten.) Präsident Frhr. v. Ow macht der
Zammer die Mittheilung, daß sich das Präsidium
aunterm 1. d. Mts. bei dem k. Oberst-Ceremonien⸗
meister behufs Aufwartung bei Sr. Maj. dem
Könige gemeldet habe; daraufhin habe der mit den
Geschäften des Oberst-Ceremonienmeisters betraute
Oberstkämmerer Frhr. v. Perglas unterm 11. d. M.
folgendes an ihn gerichtete Allerhöchste Signat dem
Kammerpräsidium uͤbermacht: „Ich will das Direk⸗
dorium der Kammer der Abgeordneten nicht hierher
hemühen und beauftrage Sie, für die beabsichtigte
Aufwartung Meinen huldvollsten Dank zum Aus—
druck zu bringen. Schloß Berg, den 9. Oktober
1881. Ludwig.“

München, 285. Olt. Die Kammer wählte
jeute Frhrn. v. Ow zum Präsidenten mit 128
A
hräsidenten. Nächste Sitzung Samstag. Tages—
rdnung: Militäretat.

Muͤnchen, 25. Oktbr. In den Einlauf der
Kammer der Abgeordneten gelangten folgende Pe—
titionen: von den Kassedienern bei den 8 Kreis-
kassen des Königreichs um Zuschlag der Theuerungs-
zulage zum Funktionsgehalt; von dem Gesammt⸗
Presbyterium der protestantischen Pfarrei Winnweiler,
tönigl. Bezirkdamt Kaiserslautern, um Errichtung
eines ständigen protestantischen Pfarrvikaramtes in
Winnweiler.

Muͤnchen, 25. Okt. Die Fraktion der, Rech—
sen“ gedenkt noch weitere Anträge an die Kammer
zu bringen; dieselbe hat zur Vorbereitung von An⸗
rägen auf Abänderung des Verehclichungs⸗, Hei⸗
mathse und Armengesetzes eine besondere Commis—⸗
sion gewählt, die aus den Abgeordneten Dr. Pfah—
ler, Reindl, Triller, Dr. Frank, Keßler, Lerzer,
Weiß, Biehl und Deuringer besteht.

Ein Münchener Correspondent des „Pf. K.“
dementirt die Nachricht, daß Abg. Schels die Ab—⸗
sicht habe, den (von der vorigen Abgeordnetenkam⸗
mer bekanntlich abgelehnten) Antrag auf Einführung
einer Klassen⸗Lotterie in Bayhern bei dem jetzigen
Landtag wieder einzubringen.

Muünchen, 25. Oktt. (Das Malzauf—
chlags-Gesetz.) Der Finanzausschuß hat in
einer gestrigen Sitzung, in welcher Abg. Crämer
aber das Malzaufschlagsgesetz referirte, mit Zustim⸗
mung des Finanzministers v. Riedel eine Vertagung
auf 3 Wochen beschlossen, um noch weitere Erhebun⸗
gen zu pflegen, aus welchen sich konstatiren lassen
soll, ob nicht für die Kleinbrauer eine Erleichterung
eintreten könne, während die Großbrauer mehr als
disher in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.
Finen allzu großen Aufschub erleidet die Sache
nicht, da das Gesetz noch im Laufe dieses Jahres
dublizirt werden muß und vorher die Reichsraths⸗
ammer auch noch darüber berathen muß.

Donnerstag, 27. Oktober 1881.

* Der Bundesrath trat am Montag zu einer
Plenarsitzung zusammen, in welcher jedoch nur Vor—
lagen von mehr untergeordneter Bedeutung zur Be—
rathung gelangten.

Berlin, 25. Okt. Kaiser Wilhelm ist heute
Morgen kurz nach 9 Uhr in bestem Wohlsein hier
ein getroffen.

der deutsche Botschafter in Paris, Fürst
Hohenlohe, hat sich zum Reichskanzler nach
Varzin begeben.

Berlin, 25. Oktober. Der „Reichsanzeiger“
publizirt eine Anordnung des Staatsministeriums,
durch welche der kleine Belagerungszu—
tand über Altona, Wandsbeck, Lauenburg mit
Zubehör auf ein Jahr verlängert und auf Stadit
und Amt Harburg ausgedehnt wird. Die Anord—
nung tritt am 29. Oktober in Kraft.

Hagen, 26. Okt. Gestern sprach Herr Reu⸗
eaux vor einer zahlreichen Versammlung über die
australische Ausstellung und die deutsche Exportindu—⸗
rrie. Als Mittel zur Entwicklung der Ausfuhr nach
Australien erkannte; er zunächst eine Dampferlinie,
zie der Staat unterstützte, ähnlich wie sie in Eng⸗
and und Italien bestehe; dann die Umwandlung
—V
ichtung eines überseeischen Bankinstituts und der
engere Anschluß der Hansestädte an Deutschland,
amit die gemeinsamen Interessen besser gewahri
vürden. Sein Programm für Hebung der natio—
nalen Industrie sei auch im Wesentlichen das Pro—
gramm des Reichskanzlers. 37

Ausland.
Auch Gambetta hat jetzt (nach einer Pariser
Meldung des Berl. Tagebl.) sein Attentat. Auf
teinem Landsitze zu Ville d'Avray wurde ein Mann
ergriffen, welcher angeblich Gambetia ermorden
voͤllte. Der Attentäter heißt Florian, scheint gei⸗
tesgestört zu sein und wird von den Aerzten beob⸗
ichtet. Er will die Bourgeoisie vernichten und hält
Hambetta für das Haupt derselben. Florian ist
Weber, aus Rheims gebürtig, hat sonst ein intelli⸗
gentes Aussehen, ist aber unwissend. Das Lesen
revolutionärer Zeitschriftein verwirrte ihm den Kopf.

Paris, 25. Okt. Aus Tunis wird von ge
dern gemeldet: Das Corps Saussier hat das De—
zlé von Tum Karuba glücklich überschritten. In
Folge der Siege Laroques haben sich die Schaaren
‚on Ali ben Ämar südwärts zurückgezogen. Von
edem Stamm wurden Geiseln zur Sicherung der
Eisenbahn genommen.

Havre, 26. Okt. Bei dem Banket, welches
jestern Abend zu Ehren Gambetta's stattfand, nahm
herselbe das Wort, hielt aber keine politische Rede,
ondern besprach nur locale Angelegenheiien; Gam—
hzetta erwähnte hierbei, daß er nach Deutschland ge⸗
reist sei, um sich über die Verkehrs-Entwicklung in
den Häfen von Hamburg, Lübeck und Stettin zu
unterrichten. Die Entwicklung der commerciellen,
maritimen und industriellen Interessen sei eine das
dandeswohl fördernde Aufgabe der Republik.

Rußzland geht den europäischen Staaten mit dem
zuten Beispiel einer Reduktion des Armeeetats voran.
Bie verlautet, soll das Kriegsministerium in Hin⸗
sicht auf die geplanten Kürzungen des Reichsbudgets
es schon jetzt für möglich erachtet haben, bedeutende
Posten vom Ausgabeetat seines Ressorts zu streichen.
Im besagten Ministerium hofft man schon heute,
dem Lande die Summe von 60 Millionen ersparen
zu können. Competente Personen behaupten, daß
nan nach dieser Richtung hin bei der genannten
Zumme nicht stehen zu bleiben gedenke. Falls diese

16. Jahrg.
— r
Gerüchte sich bewahrheiten, so wird sich diese Er—
sparniß in den Ausgaben, ohne Verringerung der
Schlagfertigkeit der Armeer, zweifelsohne wohlthätic
fühlbar machen.

* Die Installirung der griechischen Behör—
den in den an Grichenland abgetretenen frü—
heren türkischen Gebietstheilen ist nunmehr beendigt,
ind zwar hat sich dieselbe überall in der größten
Ordnung vollzogen.
aAle und pearczische Nachrichten.

* St. Ingbert, 26 Oktober. Als Berg
amtskafsier dahier ist Herr Josehh Huber
derzeit Salinenhauptkassaofficiant in Weiherhammer
ernannt.

—r. Ommersheim, 26. Okt. Heute Mittag
kam ein fremder Handwerksbursche in ein Hau⸗
dahier und bat um ein Almosen. Eine Frau, die
allein im Zimmer war, verabreichte ihm etwas zun
Essen. Während sie ihm noch ein Stück Brod ab⸗
schnitt, bemerkte der Fremde, ihm sei nicht gan,
wohl, er könne nichts essen. Nachdem derselbe sic
schon eine Zeitlang enifernt hatte, machte die Frau
die unangenehme Entdeckung, daß ein vorher im
Zimmer auf einer Commode, in deren Nähe de
Fremde gestanden war, gelegenes Portemonnait
mit circa 4 Mark fehle. Wahrscheinlich hat das
selbe mit dem Bruder „Stromer“ die Weiterreis
angetreten und war von ihm in dem Augenblid
anectirt worden, als ihm die Frau das Brod ab
schnitt.

— (Stiftung.) Se. M. der König hat de
bon dem Rentier H. Hilgard in New⸗York mit einen
Kapitale von 15,000 M. begründeten Stipendium
stiftung für das Gymnasium in Zweibrücken unte
Vorbehalt des staatlichen Schutz- und Aufsichtsrecht?
die landesherrliche Bestätigung ertheilt.

— Se. Maj. der König haben genehmigt, da
pom 1. November d. Is. an das Hauptzol!
amt Kaiserslautern nach Landau ver
legt, in Kaiserslautern aber ein Nebenzollamt in
Innern errichtet werde.

— Dem Gymnasium zu Neust ad twurde die Bi
rechtigung zum Ausstellen von Maturitätszeugnisse
für den Einjährigen Freiwilligendienst ertheilt.

— Dürkheim, 26. Okt. Nächsten Sonnta
findet dahier im Stadthaussaale die General⸗Ver
sammlung der „Pollichia“ statt. Vorträge fin
u. A. angemeldet von Prof. Nipeiller über di
Reblausfrage in Deutschland und von Dr. Brehn
über unsere Zugvögel. Außerdem stehen auf de
Tagesordnung Vereinsangelegenheiten und natu'
wissenschaftliche Mittheilungen. (D. A.)

— Dürkheim. Der kgl. Studienlehrer Di
Mehlis wurde von der naturhistorischen Gesel
schaft zu Nürnberg zum Ehrenmitglied ernannt.

— In einer Wählerversammlung in der Pfal
soll es kürzlich sehr stürmisch hergegangen sein. Ei
Redner wollte sich dagegen verwahren, daß ma
seiner Partei den Vorwurf mache, sie wolle d
„Fackel der Zwietracht“ unter das Volk werfer
Im heiligen Eifer „verhaspelte“ sich aber d
Redner und protestirte dagegen, daß man seir
Partei verdächtige, „die Zwackel der Viehtrach'
unter das Volk werfen zu wollen.

Vermischtes.

F(Das Diamantsöl.) Wir haben unser
Lesern bereits Mittheilung über das Diamanto
eine Erfindung des Weichenstellers Herrn Jako
Deutsch zu Schleifmühle bei St. Johann, gemach
Dieses Oel wird (30 Gramm auf 1 Kilo) gewöhr
lichem Petroleum zugesetzt und verleiht demselb⸗
        <pb n="676" />
        Jmertwurdige Eigenschaften: eine um z20 pur.
ingere Brennzeit, helleres Licht und, was wohl
sJie Hauptsache ist, gänzliche Gefahrlosigkeit. Herr
Direktor Bormann in Neunkirchen bescheinigt, daß
beim Gebrauch obiger Mischung eine wesentliche
Dochtersparniß stattfinde, daß die Flamme erheblich
weißer und nur nach oben brennt, daß der Docht
jnnerhalb des Brenners nicht ankohlt, anscheinend
Lalso eine Explosionsgefahr gänzlich ausgeschlossen sei.
7 Eingewichkiger Gewinn der Lotterie
der Patent-⸗Ausstellung zu Frankfurt fiel einem
jungen Commis zu. Er gewonn nämlich einen
eisernen Cassaschrank im Werthe von 400 M. Doch
bereitete ihm dieser herzlich wenig Freude, da sich
kein Käufer dafür finden wollte. Der glückliche Ge—
winner hat sich daher entschlossen, das feuer⸗ und
diebessichere Moͤbel bis zur dereinstigen Besserung
seiner pecuniären Verhältnisse aufzubewahren und
benutzt es einstweilen als — Kleiderschrantk.

Koöln, 26. Oct. Heute wurde unter ent⸗
sprechender Feierlichkeit das Schaper'sche Denkmal
für Moltke durch den Vorsitzenden des Comitès,
Sanitätsrath Lentz, an die Stadt übergeben. Der
Oberbürgermeister Becker übernahm dasselbe im Namen
der Stadt.

F In Köln weilt gegenwärtig die Schwester
des Sultans von Zanzibar, Prinzessin Salme,
welche sich vor 14 Jahren mit einem deutschen
Kaufmanne verehelichte. Der Sultan betrachtete
diese Heirath als Grund, das Vermögen seiner
Schwester einzuziehen, so daß diese sich jetzt durch
Unterricht im Arabischen ihren Unterhalt erwerben
muß. Einem Sohne der inzwischen verwittweten
Prinzessin, einem intelligenten Knaben, hat Kaiser
Wilhelm eine Freistelle im Bensberger Kadettenhause
gegeben, damit derselbe zum Offizier herangebildei
werde.

F(Merkwürdiger Selbstmord.) Aus
Tetschen bei Görkau wird geschrieben: Der bei dem
Hammerwerksbesitzer Schmatz in der Lehre befind⸗
liche achtzehnjährige Ed. Brettfeld nahm fich Mitt⸗
woch Fruh auf eigene Art das Leben. Er legte
den Kopf auf den Ambos und ließ den 150 Kilo
schweren Eisenhammer darauf fallen, so daß ihm
der Kopf vollständig zerquetscht wurde. Das Motiv
zur That war unglückliche Liebe.

DHemeinnutzigeso

(Das Versetzen der Obstbäume.) Es ist zur
Genüge bekannt, daß das Verpflanzen von Obst⸗
bämen im Herbste viel sicherer ist, als im Früh
jahr. Der junge Baum hat über Winter mehr Feucht⸗
'gleit, wurzelt also rascher, und sein Fortkommen
ei eintretender Tro kene im Frühjahr und Sommer

st gesicherter als bei dem Verpflanzen im Frühling
stur ist es unbedingt nöthig, die jungen Bäumcher
nit kräftigen Pfählen sogleich nach dem Pflanzen
zu versehen und, so bald der Boden sich gehörig
gesetzt hat, jedenfalls aber vor Eintritt des Frostes
an den Pfahl anzuheften und mit Stroh zu um—
binden bis zur Höhe der Krone.

ZBterbabe.

Gestorben: in Speier die Gattin von Jakob
Wingerter, Magdalena, geb. Gagel, 42 J. a.,
ebendaselbst Anna, 30 J. a., Tochter des k. Ge—
richtsvollziehers Christophh Becker, in Enken—
dach Jakob Burgdörffer, in Billigheim
August Schmitt, kath. Lehrer, in Neustadt
Philipp Ernst Kipp, 62 J. a. in Kaisers—
lautern Sophia Barb. Detzner, LUs J. a.
in Frankenthal Eduard Heines, 33 J. a.;
bendaselbst Frau Elisabeth Witt, 51 J. a.

Zur die Redaction verantworilic X. X. Deme—

Blumentohl nach Hause tragen zu wollen. Als W
zußerte, dies sei ihm zu viel, erbot fich Herr Gr.
dem W. 20 Pf. geben zu wollen, wenn er ihm
seinen Blumenkohl nach Hause trage. Unter Lachen
wurde zugefagt. Als Gr. aufbrechen wollte, wurde
er an die Abmachung, die er, wie es schien, schon
dergessen hatte, erinnert. W. nahm den Blumen—⸗
kohl und trat dam nmit Gr. im Gespräche den Weqg
nach dessen Wohnung an, woselbst auch der Letztere
ieiner Verpflichtung zu zahlen nachkam. Dies das
„Geschichtchen“, das der „St. Ingb. Ztg.“ Veran—
lassung gab, fich durch einen pikant sein sollenden,
gehässigen Artikel bemerlbar zu machen. Wäre
übrigens das „Geschichtchen“ auch ernst gemeint ge⸗
wesen, die 20 Pf. wurden dann ehrlich erworben.
was fich der Colporteur der Geschichte merken mag.
Vielleicht beschäftigt sich derselbe in Zukunft etwas
mehr mit seinen „Geschäften“, wenn er hat, und läßt
Andere ungeschoren.
— JZAZßZ
2dlung katarrhalischer Erk ran⸗
kungen der Luftwege.

Den Forschungen der neueren Zeit verdanken wir eine
Behandlungsweise der Katarrhe der Luftwege, welche von
der bdisher gebräuchlichen den Vorzug eines ungleich rascheren
Erfolges aufzuweisen hat. Es gelang, den so läftigen
Schnupfen in wenigen Stunden zu bekämpfen und hefligt
ꝛcute Lungenkatarrhe in kürzester Frist zu beseitigen oder
doch in die mildeste Form überzuführen.

Apotheker W. Voß in Frankfurt a. M. brachte das
Rittel, die W. Voß's Katarrhpillen, vergangenen Herdß
in den Handel und wie aus der von Dr. med. Witt lin—
zer verfaßten und in fast allen Apotheken gratis erhältlichen
Broschüren ersichtlich ift, wurde das neue Heilmittel vor
einer großen Anzahl praktischer Aerzte geprüft und bei
akuten und chronischen Rachen⸗ Lungen⸗, ie
bei Schnupfen, Hufton und Heiserkeit als das rascheste und
icherfte Mittel anerkaunt Die ausgezeichnete Wirksamkeil
dieses Präparates hat zu mannigfachen Versuchen Anlaf—
gegeben und man hat in ärztlichen Kreisen für gut befun⸗
den, dafsselbe noch zu vervollkommnen und so ein wahres
Volksmittel zu bafen

Apotheker Voß hat diese Verbesserungen bei den vor
jetzt ab von ihm dargestellten Katarrhpillen benutzt, so daß
das neue Präparat für alle katarrhalischen Erkrankungen
der Luftwege als das beste, was man bei denselben anwen⸗
den kann, empfohlen zu werden verdient.

Es wird ganz desonders darauf aufmerksam gemacht,
daß die ächten W. Voß Katarrhpillen in Schachieln mi
einem ziegelrothen Streifen, auf welchem der Namenszug
Dr. med. Wittlinger und des Apotheker W Voß steht,
verschlossen sein müssen und ächt in fast jeder Apoiheke a
Schachtel M. 1.—, welche in alien leichten Fällen gen ügt
erhältlich find.

Eingesandt.) In Nr. 66 der „St. Ingberter
Zeitung“ vom 25. Okt. findet sich unter, Pfälzisches“
rin Redaktionsartikel: St. Ingbert, 24. Okt. „Wer
den Pfennig nicht ehrt,“ u. s. w, in welchem eine
scherzhafte Thatsache in so entstellter und unquali—
ficirbarer Weise an die Oeffentlichkeit gezerrt wird
daß es den Anschein gewinnen kann, als ob ab⸗
ichtlich damit Personen in den Augen ihrer Mit—
bürger lächerlich gemacht und herabgesetzt werden
ollen. Der einfache Sachverhalt ist folgender: Am
Samstag Nachmittag sitzen verschiedene Personen
darunter auch Hr. Gr. u. W., im Caffé Oberhauser
zeim Caffee; da tritt ein Lischdorfer Händler herein
und offerirt eine Partie Blumenkohl für 50 Pf.,
welche von W. auch dafür bezahlt wurden. Hert
Br. außert darauf, hin den Wunsch, ebenfalls für
50 Pf. Blumenkohl kaufen zu wollen, was er denn
auch that. Im Laufe des Gesprächs wurde dann
don einem anderen Herrn W. der Vorschlag gemacht,
ihm für 20 Pf. und dann für 15 Pf. den gekquften
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258 5 725 —*5855 — —228235 * ⸗ 2
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335z—363 5885* 58733—255 328535 A —— 7 8 — 282
35563 —25 —55— 8335 88 2235 3532328 5
225c* 23 9 8 2 252 —
— 8x728* ——c325 23332 *2 ——— * 2 — 23
2 * 2 — —— 22 —— 32 2 2
553856 s 2 — 24538385 * 23 55
— * — — 5 *2 w22
55 58 5—55555* —2 358 *. 2 325 25 *»52
5258—5 55 —— WM 52—5— 55 2* 53852 2 2
— 553 285 22353 95 * — * 2 25
253 2 28 —z52—33755* * c— 227 —5 2 68
253585 35 383333533557 5; 5328 s2f 23788 532355
5537258 7 23337327 8 2332 758 ———
55 s3*8 83534857 53555S8888 3 358 6 355
28-—7 * 22 —A———— * 33 —23 — — *5* S S2 28
—3— —* 2 32 2 82 582 — —8 —A————
3 32 758323851747 —32
284 2 · 23258 —— 2 * 232E35 — —2 * 252 3 —— —5 52**
532228 EE 58 ——— 3* 38 — — 5 23 3228
— * — 88 — — ——— 5 325 * c—2 2 2 —A ——
* 8 52 2 * * 3 2 8 c2 3 —E 7 22 7
*78 53 Ss 5233 ——558228725 5325 538—83—35 8885 ————
—— — 323335223335438 A ——
* 2 — e — — — . * —
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—— —— 2323 35337 35
5385 35* 3255233 53*
* 5 * 2 —A — —
*2585 3 *5*77822
3523375 2
22285

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— 7. 2. 53275 5 —A
843837 3 3
—2 *55. æ345 — —— 38
823 235532388638558 232253 3535*
J — 52 — *2575 —A —— 2 52** ⸗55 2
JF I 35 — ——
—33 535 3 ** —M 27 ⁊ 2—
5* 38—35 8355 — A
34 — * x * * —
4—— —2555523553 232 320 —5255. 5 535332
8* — e 7 7 * 2
2 — * —— —— —— 53 a *828 —
3 —72 — —XX 2 — 52* — — —
*8 25 2 6 225* 5235327 —253 3. * uöc
—252 55 *35528 53 *2 52852 *3 2—
—— — 257 *55 25.537 . —A 25 57* S. 3— 2 612 *
*2 233 235 — 2 X43 * ——— RA
—8 *2 —— — — 17 27 5 2 3222 2 *
2233 22222 2 — 28— * 3
* 27 3233 2 * 2 7 1 —5— 27 8 7*
—.2.3 253335 27 2 225 — 252* 2, 533
55 —A —— — 8 * — 8 3 *2223 5
* * 2* — 23 53 255
22 *2387 2.5 8 n 7 *SE 2233
2255 —— —
2527 7 2. 2585 2
2225 — — —. 2 —3525 —E 77c
5323 52 5533 —— — *.
*25. 7—8 53232 87 . 58
— — 2 2 28* 22 ———— 23
232 31 —— 25 7*
— E —— 2 —A —— — — —
5. 57553 —3 —225 — 260
5527 * 2 —2 — 2 30
*2 22528— 232 8*
—— *5 553335 58
— 3 u 257 —
— 3 8 322 —5727
5 — 2 5
2 55 *52 52238
* — S—7 — *2
252535 * 32355 253. *
572 v —25 —
A 5528—5
5 22 2752 2 757—
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        ðSlt. Jugherter Anzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
——— — — ααα — — XοO)ÄXÑααSÄãααâαα XO)ÔÄÛàα) XÔXXXàRαOααääÂò.äααäαXααXXαXXäXαÄα
der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöcherltich füufmal: Am Montag, Dienstag, Vonnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗
hlatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 146 40 ¶ einschließlich Trägerloha; durch die Post bezogen 14 60 , einschließlich
O B Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,

auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 B, bei Reclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechntt.

—16 Jahrg.
J/

M 176.
Fuüur die Monate November und
Dezember werden Bestellungen

zegehrt nach keiner Rache an Italien für die an
iesen Staai verlorene Lombardei und Venedig, und
Italien, welches in den Jahren 1859, 1866 und
1870 mit fremder Hülfe die Lombardei, Venedig
ind Rom gewann, kann mit seinem derzeitigen
rLänderbesitz recht gut zufrieden sein und hat wenig—
tens keine zwingende Ursache, seine Grenze noch
veiter nach Oesterreich auszudehnen. Auch heben
vir an dieser Stelle noch besonders hervor, daß
ie Schreiereien der . Italia irredenta“ nach Triest
ind Welschtirol von den maßgebenden Kreisen Ita⸗
tiens nicht gebilligt werden.

—AD
Annäherung Italiens an Oesterreich und Deutschland
tatt, und dieses glückliche Resultat haben die be—
heiligten Staaten jedenfalls in erster Linie dem
ꝛeutschen Reichskanzler zu verdanken, welcher mit
ewunderungswerther Geschiclichkeit einen gewaltigen
zriedensbund Deutschlands, Oesterreichs, Rußlands
ind Italiens hergestellt hat.

Stadt hat sich zusammengethan, um die Verdienste,
velche sich der Geh. Regierungsrath Reuleaur als
Reichskommissar für die Ausstellungen in Phila—
elphia. Sidney und Melbourne um die deutsche
Induͤstrie erworben hat, durch Ueberreichung einer
Idresse zu ehren. Außerdem soll zu Ehren des
henannien am 5. November ein Festmahl im Kai⸗
erhof stattfinden. — Aus einer neulich in dem
jal bamtlichen ,Militär⸗Wochenblatt“ gemachten An⸗
zeutung will man schließen, daß der Entwurf eines
Wehrsteuergesetzes nur zurückgelegt, aber keineswegs
uufgegeben ist und auch der Ausfall der Wahlen
—ED—

Das Urtheil des Reichsgerichs in dem bekannten,
auch im „Anz.“ mitgetheilten, Hochverraths⸗
prozesse verurtheilt in der schärfsten Weise die im
dagife der Verhandlungen zu Tage getretene Poli⸗—
eispionage. Das Reichsgericht sprach sich bei Be⸗
ariheilung der Glaubwürdigkeit zweier Polizeispione
ahin aus: „Wenn dem Reichsgericht ein Mensch als
Zeuge vorgeführt wird, der von der Polizei gedungen
ind bei dem das Aequivalent seiner Dienste von
emjenigen abhängt, was er ausspioniren werde,
o steht das Reichsgericht vor einer vollendeten That⸗
ache. Aber es hat das Recht und die Pflicht, die
Blaubwürdigkeit dieser Menschen zu prüfen. und
s hat sich betreffs der Vorgeführten dahin aus—
prechen müssen, daß es ihnen gar keinen Glauben
chenke, daß sie für den Gerichtshof ohne alle Be⸗
eutung sind. „Ob ein solches Thun“ (die Spi—
mage und Spionsbestellung) „aus ethischen Gründen
äch rechtfertigen läßt. das gehört vor das Gebiet
der Moral.“

uuf den
„St. Ingberter Anzeiger,“

ne Uebertreibung das verbreitetste Blatt
n' Stadt und Canton St. Ingbert, bei allen Post⸗
instalten und Postboten, sowie in der Exped. ent⸗
egengenommen. Unterhaltungsblätter
id ATlustr. Sonntagsblätter werden nach—
geliefert, so weit der Vorrath reicht.
Italiens Aunähernng an Oehterreich und
Deutschland.

Begenwärtig erhält in der oͤsterreichischen Haupt⸗
tadt Wien ein neues Friedensverhältniß seine
Sanktion; denn am Donnerstag kam, wie schon
sorher bestimmt, der König Humbert von Jtalien
rach Wien, um mit dem Kaiser Franz Josef
ie längst geplante Zusammenkunft zu haben. Daß
iese Monarchenbegegnung nicht nur ein Akt der
Hourtoisie, sondern ein Ereigniß von größter poli—
ischer Bedeutung ist, darüber kann nicht der ge⸗
angste Zweifel bestehen, denn vor der Zusammen⸗
sunft des Konigs Humbert mit dem Kaiser Franz
Joseph fanden mehrere Monate hindurch Verhand—
lumgen zwischen den Cabineten von Wien, Berlin
und Rom statt und zum Gefolge des italienischen
önigs zählen auch sein Premierminister Depretis
ind sein Minister des Auswärtigen Mancini.

Die Klarlegung der Ursachen der Wiener Mo—
archenzusammenkunft bedarf keiner tiefsinnigen Er⸗
rterungen, dieselbe bedeutet ohne Zweifel, daß der
alte Antagonismus zwischen Italien und Oester⸗
reich als ein überwundener Standpunkt betrachtet
werden soll und Italien seinen Anschluß an den
Friedensbund Oesterreichs und Deutschlands voll-
sieht. Es ist ziemlich leicht begreiflich, daß die
alienischen Staatsmänner und König Humbert
zu der Einsicht kommen mußten, daß ein solider
Friede und eine diesem Zweck förderliche Annäherung
Italiens an die Friedenspolitit der Kaisermächte
das größte Heil sei, welches für lange Zeit hinaus
dem italienischen Königreiche widerfahren konnte.
Bewissermaßen einsam und verlafsen war die Stell⸗
ing Italiens inmitten der europaischen Großmächte
zeworden, denn die Beziehungen der alten Bundes—
Jenossenschaft Italiens mit Frankreich lockerten sich
eit 1870 auch mehr und mehr und seit dem
eroberungssüchtigen Vorgehen Frankreichs in Tunis,
worauf Italien selbst berechtigte Ansprüche zu haben
Jaubte, sind die italienische und französische Na—
kon sogar in eine unverkennbare Gegnerschaft gerathen,
eine Gegnerschaft, welche durch die Wuthausbrüche
wischen den Franzosen und Italienern in Mar⸗
eille während des ietzten Sommers neue Nahrung
rhielt und ohne allen Zweifel die Italiener den
Franzosen entfremdet hat. Wenn nun aber Italien
insehen mußte, daß es bei Frankreich keine Stütze
mehr finden konnte, so sahen die italienischen Dip⸗
somaten sich offenbar genoöͤthigt, sich Bündniß suchend
mn eine andere Italien am nächsten stehende Groß—
macht zu wenden. Dies wird nun offenbar Deutsch⸗
and gewesen sein, da aber zwischen dem deutschen
skeiche und dem öͤsterreichischen Kaiserstaate ein
enges Freundschaftsverhältniß besteht, so konnte
deutschland einen Anschluß Italiens nicht annehmen,
wenn Italien nicht auch gleichzeitig gesinnt war,
ich mit Oesterreich vollständig zu versöhnen. Eine
Auüssohnung zwischen Oesterreich und Italien konnte
aber unmöalich sehr schwer sein. denn Oesterreich

Politische Uebersicht.
Deutjches Reich.

In Munchen trat dieser Tage der durch kgl.
Verordnung vom 16. März d. J. ins Leben geru—
ene Eisenbahnrath (für das rechtsrheinische
tzayern) zum ersten Male zusammen. Derselbe
vurde von dem Minister Frhrn. v. Crailsheim mit
iner Ansprache eröffnet, in welcher er hervorhob,
saß das Bedürfniß, mit den Männern der Land⸗
virthschaft, der Industrie und des Handels in be—⸗
ändiger Fühlung zu bleiben, für die Eisenbahn⸗
erwaltung lebhafier sei, als für irgend einen Zweig
er Staatsverwaltung, daß namentlich die Lösung
es vielfach auftauchenden Widerstreites zwischen
den financiellen Interessen der Eisenbahnen und
hrer wirthschaftlichen Aufgabe die sachverständige
ntitwirkung einer Vertretung obiger Interessen⸗
zruppe erheische, daß die Verantwortlichkeit der
risenbahnverwaltung hierdurch nicht geschmälert sei,
zaß aber die Aufgabe derselben wesentlich erleichtert
ind eine gerechte Beurtheilung ihrer Haltung ge⸗
Irdert werde. (Fr. Ztg.)

Muüͤnchen, 26. Okt. Wie wir vernehmen, wurde
»em Staatsminister des kgl. Hauses und des Aeußern,
Frhrn. v. Crailsheim, der preuß. Kronen⸗Orden 1.
Tlasse verliehen. (A. Ztg.)

Berlin, 26. Okt. Cin erfreuliches Zeichen für
das Wohlbefinden des Kaisers ist dessen nun—
nehr gefaßter Beschluß, sich an der Jagd in
Mecklenburg zu betheiligen. Der Kaiser reist
norgen Nachmittag nach Ludwigslust ab und kehrt
von dort am Sonntag hierher zurück.

Berlin, 26. Okt. Der „Germania“ zufolge
jat das Breslauer Domkapitel heute den Weihbischof
Fleich zum Kapitelsverweser gewählt.

Durch den Besuch, welchen der König von Italien
em Kaiser von Oesterreich abstatten wird, ist das
Thema der Fürstenreisen wieder zur Erörterung ge⸗
angt. „Der Vollständigkeit halber“ registrirt die
Nat.«Ztg.“ ein angeblich in hiesigen Hofkreisen
irculirendes Gerücht, dem zufolge der König von
-panien, der sich thatsäͤchlich zu einer Reise nach
Zaris und London rüstet, auch dem hiesigen Hofe
soch vor Ablauf dieses Jahres einen Besuch ab—
tatlen würde. In Berlin war Koͤnig Alfons übri—
gens schon einmal, als er vor etwa 7 Jahren in⸗
ognito mit mehreren Reisebegleitern von Wien aus
—
— —
EFine Anzahl von angesehenen Männern unserer

Ausland.

Wien, 26. Okt. Der Voranschlag des Bud⸗
jets des gemeinsamen Kriegsministeriums für 1882
hHeträgt 105,742,868 fl. Die den im Vorjahre be—⸗
visligten 104,136,3 15 fl. gegenüber sich ergebende
Mehrforderung von circa Issro Millionen Gulden
st zum größten Theil veranlaßt durch die Preis—
teigerung, durch die Präliminirung der Beritten⸗
nachung der Hauptleute und durch die Fortsetzung
der Befestigungsbauten.

Paris, 25. Okt. Baron James Rodthschild's
Zohn, Baron Nathanagel Rothschild, ist
jeute früh in seinem Hotel in der Avenue Fried⸗
and plötzlich gestorben.

In Mußland scheint man es jetzt auch mit
der neuen Sozialpolitik des Fürsten Bismarck ver⸗
uchen ju wollen. Der Entwurf einer Arbeiter⸗
Anfallversicherung ist ausgearbeitet und auch bereits
den zustaͤndigen Petersburger Behörden unlerbreitet
worden. Auch andere Gesetze zu Gunsten der Ar⸗
hdeiter werden vorbereitet.

Madrid, 283. Okt. (Ankauf von Gibral—⸗
dar.) Die hiesigen Zeitungen äußern sich über
inen (schon aus London kurz signalisirten und dort
nicht ernst aufgenommenen) Plan für eine National⸗
Zubscription, welche bezweckt, England Gibraltar
ibzukaufen. Einige Madrider Bankiers sollen sich
»xboten haben, 5 Millionen Franks für diesen Zweck
u zeichnen. Wenn England sich weigern sollte,
ʒen Vorschlag in Betracht zu ziehen, soll das Er—
räaniß zu Befestigungszwecken benutzt werden.
Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 28. Okt. Wir haben bereits
gestern Abend durch Extra⸗Blatt das Resultat der
Reichstagswahl in unserer Stadt veröffentlicht. Das⸗
selbe zeigt, daß Herr Hüttenwerksbesitzer Oskar
ZRrämer hier der Mann des allgemeinen Ver—
        <pb n="680" />
        223 ihre Stimmen abgegeben, also etwä 68
Prozent. Von den absegebenen Stimmen erhielt
derr Oskar Krämer, der Candidat der reichßtreu—
freisinnigen Partei, 1077, Herr Redakteur Dr.
Eugen Jäger in Speyer, der Candidat der Cen⸗
trumspartei, 1485. Im J. Wahlbezirk (Wahl⸗
okal Stadthaus) stimmten von 640 Wahlberechtigten
451 ab, von diesen gaben 387 Herrn Krämet und
64 Herrn Jäger ihre Stimmen. Im U. Wahl-
bezirk (Wahllokal Schulhaus im Josephsthal)
stimmten von 539 Wahlberechtigten 316 ab, 279
für Kramer und 37 für Jäger. Im III. Wahl-
be zirk (Wahllokal Schulhaus in der Unterstadt)
gaben von 609 Wahlberechtigten 456 ihre Stimmen
ab, 411 für Krämer und 44 für Jäger. — Ver—
gleichen wir die gestrige Wahl mit früheren Wahlen,
so müssen wir besonders hervorheben, daß hier so
ruhig und geräuschlos wie dieselbe in letzter Zeit
noch keine verlief; aber auch die Uebereinstim mung
der Parteien mit Bezug auf die Wahl des künstigen
Reichstagsabgeordneten, wie sie fich gestern zrigte,
war eine im letzten Dezennium hier noch nicht da⸗
gewesene Erscheinung. Dagegen war die Betheilig⸗
ung eine geringere wie bei den 4 letzten Reichslags⸗
wahlen; denn 1874 ftimmten ab 1212 (898 Beder,
344 Schmidt), 1877: 1300 (902 Becker, 398
Schmidt), 1878 bei der ersten Wahl: 1479
(1073 Jäger, 426 Schmidt), 1878 bei der Stisch⸗
wahl 1631 (1146 Jäger, 488 Schmidt).
*St. Ingbert, 28. Okt. Dem Vernehmen
nach konnte der Ausschuß des Distriits⸗
rathes für den Kanton St. Ingbert in seiner
Sitzung am Mittwoch die erfreuliche Thatsache bon⸗
statiren, daß das Budget aus den letzten 8 Jahren
einen Ue berschuß von 5300 Accnachweist, welcher
fich durch Ersparnisse an der Straßenunterlhhal⸗
tung ergab. Eine bei den allseitig drohenden De⸗
fizits in den Staats- und Gemeinde⸗Budgets gewiß
sehr angenehme Wahrnehmung, die hoffen läßt, daß
die Distriktsumlagen reduzirt werden können, oder
aber die Inangriffnahme eines nothwendigen neuen
Straßenbaues gestattet, ohne den Distrikt damit be—
sonders zu belasten. Eine weitere Ersparniß non
etwa 1200 bis 1400 M pro Jahr kann für die
Folge dadurch gemacht werden, daß das Straßen⸗
material auf Vorschlag und Empfehlung des Herrn
königl. Bezirksamtmanns Dr. Schlagintweit direkt
und nicht mehr aus zweiter Hand bezogen wird.
Da damit aber dem Herrn Bauschaffner Hausser,
sowie den Straßenwärtern eine neue größere Arbeit
erwächst, so werden aus der dadurch erzielten Er⸗
sparniß dem ersteren 450 AM für einen Gehilfen
bewilligt und ferner beschlossen, Straßenwärtern für
treue und gewissenhafte Pflichterfüllung am Jahres⸗
schlusse eine Remuneration zu ertheilen. Auf alle
Fälle kommt aber auch der Distriktskasse noch ein
hübscher Betrag zu Gute.
*Beim Herannahen der Weihnachtszeit erlauben
wir uns, das Publikum auf die von Sr. Exc.
Herrn Regierungspräsidenten v. Braun vor einigen
Jahren in's Leben gerufene Pfälzische Aus⸗
steuer-⸗Anstalt aufmerksam zu machen. Diese
Anstalt hat sich zum Zweck gesetzt, die Verheirathung
und Gründung einer selbstständigen Existenz für
Mädchen und junge Männer dadurch zu begünsti⸗
gen, daß sie den Theilnehmern auf dem Wege einer
alljährlich zu veranstaltenden Verloosung für den
Fall der Verheirathung ein kleines Kapital von
mindestens 8300 M zur Verfügung stellt. Dies
soll in folgender Weise erreicht werden: Jedes
Mitglied zahlt jährlich einen Beitrag von 8c6
Aus sämmtlichen Beiträgen werden nach Abzug der
unbedeutenden Verwaltungskosten Gewinne von je
300 M gebildet, so daß auf je 100 Theilnehmer
durchschnittlich ein Gewinn von 300 AMA trifft. Um
jedoch den Zwech, welchen die Anstalt sich gesetzt
hat, auch wirklich zu erreichen, zahlt sie diese Ge⸗
winne nicht sofort aus, sondern deponirt sie bei
iner öffentlichen Sparkasse mit Zins und Zinses⸗
zinsen, bis die Person, welche den Gewinn gemacht
hat, fich verheirathet oder das 40. Jahr erreicht
hat. Es können also alle Unverheiratheten, welche
noch nicht 40 Jahre alt sind, an der Anstalt theil⸗
nehmen. Die Verloosung der Gewinne findet an
Weihnachten statt. Näheres über den Zweck der
Anstalt ist zu erfahren bei Herrn kgl. Steuer⸗
Einnehmer Aker dahier, bei dem auch, wie
aus einer Anzeige in diesem Blatte zu ersehen.
Anmeldungen zu machen sind.
— Zweibrücken. In der öffentlichen Sitzung
des kgl. Landgerichtes dahier vom 25. Oktober
wurden für die nächste Schwurgerichtssession nach—

Bollinger, Oekonom von Hengsberg; 2) Georeç
Seb. Hammel, Gutsbesitzer don Kleinkarlbach; 8
Zigm. Fried. Ritter, Gerber von Hochspeher; 4)
Joh. Imhof, Oekonom und Bürgermeister von Will⸗
teinerhof, Gemeinde Trippstadt; 5) Jac. Ruby III.,
Ackerer in Neukirchen; 6) Fried. Klein, Rentner in
Pinden; 7) Rich. Sieben, Rentner in Bergzabern:
) Georg Schrank, Mühlenbesitzer in Germersheim
)) Wilh. Ritterspach, Bürgermeister in Kirchheim⸗
olanden; 10) Ph. Theobald, Notar in Wolfftein;
1) Jacob Simbgen, Oekonom in Moorlautern;
2) Ludw. Grohe, Kaufmann in Speyher; 18)
Stephan Minges, Gutsbefitzer in Flemlingen; 14)
Ferd. Klein, Ackerer in Dudenhofen; 15) Andr.
doob IV., Ackerer in Fußgönnheim; 16) phil.
heinr. Koch IV. Oekonom und Bürgermeister in
deiligenstein; 17) Karl Eisenbiegler, Bürgermeister
in Geinsheim; 18) Georg Fahr, Gerber in Pir—
nasens; 19) Franz Bilabel, Gutsbesitzer in Hain—
eld; 20) Franz Sommerock, Maurermeister und
Adjunct in Kaiserslautern; 21) Theod. Schaaf,
Weinhändler in Winzingen; 22) Ign. Keßler, Guts
bdesitzer in Schifferstadt; 23) Friedr. Guth LDI.,
Ackerer in Offenbach; 24) Jac. Auerbacher, Con⸗
ditor in Landau; 25) Peter Bernhard, Gutsbefitzer
in Rüffingen; 26) Ph. Jacob Müller, Bürgermeifier
n Steinwenden; 27) Jacob Weber, Privatmann
nuf Neudorferhof, Gemeinde Lettweiler; 28) Heinr.
Rumpf, Posthalter in Altenglan; 29) Jac. Schwein,
Dekonom und Bürgermeister in Neupfotz; 80)
Friedr. Stentz VII., Gutsbesitzer in Impflingen.

— Zweibrücken, 27. Okt. Das kgl. Be⸗
zirksamt hat gestern eine dreimonatliche Hunde—
perre verfügt für Zweibrücken, Niederauerbach,
Ernstweiler, Bubenhausen, Irheim und die Annexe
dieser Gemeinden, nahdem hier, in Tschifflik und
auf dem Offweiler Hofe mehrere Hunde von einem
tothbraunen Jagdhunde gebissen worden sind, welchet
von dem Herrn Bezirksthierarzt als in hohem
Grade wuthverdächtig bezeichnet wurde. (Zw. 3)

—. Der übelberüchtigte Metzgergeselle Glaser
wuus Edesheim wollte seiner auf dem Wies-
auterhof wohnenden ehemaligen Geliebten, welche
hm den Abschied gegeben haite, Besuch abstatten.
der Bruder des Mädchens forderte ihn auf, das
daus zu verlassen. Glaser drang mit der Art auf
den Hausherrn ein, worauf der Letztere zu einem
nit Rollern geladenen Gewehr griff und den Gegner
in den Kopf schoß. Die Verwundung ist. nach
dem VNirm Anz.“. gefährlich
Wahlberichte.

X. GWahlresultate aus dem Wahlkreis Zwei—
brückenPirmasens.) Hassei: 100 Krämer,
5Jäger; Rohrbach: 57 Krämer, 97 Jäger;
R.⸗Würzbach: 36 Krämer, 124 Jäger; Zwei
rücken: 1085 Krämer, 74 Jäger; Pirma⸗
n8: 848 Krämer, 147 Jäger; weben heim:
171 Kramer; Mimbach: 107 Krämer; Schwar⸗
enacker: 33 Krämer; Einöd: 106 Krämer;
Bierbach: 12 Krämer, 39 Jager; Wörsch—
veiler: 36 Krämer; Ommersheim: 31
krämer, 44 Jäger.

—m, (Wahlresultate aus dem Wahlkreis Hom⸗
hurg⸗Kusel. Gries: Von 125 Stimmbverech⸗
tigten stimmten hier 34 ab und zwar für: Dt.
Buhl (natl.) 10, Graf (ultr.) 11. Krafft
demokr.) 13; Schönenberg: Stimmberechtigt
24. abgegebene Stimmen 48 und zwar für: Dt.
Buhl 11. Graf 14, Krafft 12, Richter
fortschr.) 6; Sand: Stimmberechtigt 63, abgege⸗
ene Stimmen 40 und zwar fur: ör. Bubl1lo.
Braf 29, Krafft J1.

—B Wahlresultate aus dem Wahlkreis Kaiser s⸗
autern⸗Kirchheimbolanden.) Otterberg:
Bon 450 Stimmberechtigten stimmten 127 ab und
war für: Janson (nall.) 35, Dahl (ultr.) 13,
Dr. Herz (demokr.) 76, v. Gienanth (cons.) 3.

— G Wahlresultate aus dem Wahlkreis Neu⸗
tadtzLandau.) In Elmstein stimmten 71
ab, und zwar für Petersen (natl.) 56, Reif⸗
fel (fortschr) I, Grohé (demokr.) 1, Siben
ultr.) 13; Esthal: 148 Stimmberechtigt ab⸗

zegebene Stimmen 79 und zwar für Pesersen
22. Reiffel 9, Grohe 4, Siben 40,
Dreesbach (soc.1; Frankeneck: 94 Stimm—
herechtigte; abgegebene Stimmen 533, und zwar für
Letersen 12, Reiffel 21, Grohè 15,
Siben, Dreesbach 2; Neidenfels: Ab—
jegebene Stimmen 53; Petersen 8, Reiffel
18, Groheè 13, Siben 12, Dreesbach 7;
Lambrecht: 609 Stimmberechtigt, abgegebene

D e n , Keisse.
Grohé 22, Siben 34, Medicus (cons.)
Dreesbach 52; Lindenberg: 108 Stimp—
herechtigt, abgegebene Stimmen 48; Peterse
b, Reiffel 18, Grohé 4, Siben R
Beidenthal: Stimmberechtigt 219, abgegeben
St. 148, ungültig 4 St; Petersen é6
Reiffel 42, Siben 37.
* Scheidt. Von 164 Stimmberechtigh
übten hier 73 ihr Wahlrecht aus und fielen 6
Stimmen auf Pfähler (natl.) und 80
A Rentrif
zaben von 134 Stimmberechtigten 111 ihre Sti
men ab, und zwar für Pfähler 3 und Scho
slemer⸗Alsft 108.

Vermijschtes.
fSaarbrücken, 27. Okt. Laut Bekannm—
machung der königlichen Bergwerksdirektion werde
die Preise verschiedener Kohlensorté—
auf den hiesigen Gruben vom 1. November ab in

kisenbahn⸗ und Kanaldebit erhöht und zwar u

20 bis 80 Pfg. per Tonne (von 1000 kKlg.

Wie wir hören, soll die Nachfrage nach Kohlen d

Leistungsfähigkeit mancher Gruben übersteigen, zu

nal die letztere durch Waggonmangel beeinträcht

wird. (Saarbr. Ztg).
.Offenburg, Baden. (Weinfälschung

In der Sitzung der Strafkammer vom 17. d. 9

vurden A. Hieber und L. Schnurrmann, Wein

jändler in Gengenbach, wegen mehrfachen Betruge

eim Weinhandel und wegen Vergehens gegen 8 i

3. 1 des Reichsgesetzes über den Verkehr mit Nah

rungsmitteln zu 850 bezw. 800 M. Geldstrafe ver

artheilt. Sie waren überführt, nicht nur gering
verthige Weine, die sie als „gallisirte“ verkauften

ondern auch Weine im Preise von 40 — 709

das Hektoliter mit Tresterwein oder mit Zuckerwasse

ind Sprit versetzt und in 12 einzelnen Fälle

olchen verfälschten Wein als Naturwein verkauft z

jaben. Der Gerichtshof nahm einen Betrug aut

in jenen Fällen an, in welchen der von den Ar—
zeklagten gelieferte Wein auf den Rechnungen al—

„Façonwein“ bezeichnet war.

fFStuttgart, 24. Okt. (W. T. B.) D
Nachrichten über das Befinden Berthold Auerbach
lauten günstiger; der Kranke ist noch schwach, ab⸗
fieberfrei.

.Geisestipendien. — Aerztlich
Prüfung.) Se. Maj. der König haben für dar
Jahr 1881 an 13 Aerzte zum Zwecke ihrer weitere,
draktischen Ausbildung Reisestipendien innerhalb de
budgetmäßig ausgesetzten Etatsposition verliehen und
war in Beträgen von 700 bis 900 Mark. —
Als Mitg lieder der Kommission für die im Jahr
1882 abzuhaltende Prüfung für den ärztlichen
S„taatsdienst, zu welcher sich 35 Aerzte, darunten
icht Militärärzte gemeldet haben, wurden vom
Staatsministerium des Innern der Geheime Rat
Dr. v. Pettenkofer für öffentliche Gesundheitspflege
Obermedizinalrath Dr. v. Gudden für Psychiatrie
Kreismedizinalrath Dr. C. Martius in Ansbac
ür Medizinalpolizei, und Medizinalrath Prof. Dr
Alois Martin, k. Landgerichtsarzt für München]
für gerichtliche Medizin bestimmt. Vorstand de
Prüfungskommission ist der Referent im kgl. Staats
ministerium des Innern Obermedizinalrath De
Kerschensteiner.

xF Eine originelle Agitation gegen das Tabaks
monopol hat eine auswärtige Papierfabrik ir
Scene gesetzt, deren Specialität die Fabrikatior
don Cigarrendütchen ist. Wird der Tabakhande
monopolisirt, so wird der Staat selbstverständlid

auch die Anfertigung der Düten übernehmen, calcu⸗
lirte der findige Fabrikant und laßt deßhalb au
seine Düten die Aufforderung drucken, nuͤr einer
solchen Candidaten zu wählen, der Gegner der
Tabakmonopols ist. Viele Frankf. Cigarrenhändler
jaben große Posten derartiger Düten beftelli.

Die Nachricht von dem Tode des Ge—
aeral Uhrich war nicht begründetz; doch if
der greise Militär vor einigen Tagen in Renne
jchwer erkrankt.

fFEine neue Art sich zu duellieren
Der Redakteur einer italienischen Zeitung bekomm
folgenden Brief: „Mein Herr! STinem Schurken
wie Sie sind, schickt man keine Sekundanten, —
ich ohrfeige Sie hiermit. Und ich hatte auch keint
andere Absicht. Sie sind also von mir auf beide
Backen geschlagen. Bedanken Sie sich, daß ich nich
statt dessen meinen Stock angewendet habe.“ Der
Redakteur antwortet: „Unvergleichlicher Gegner
Ihrem Wunsche gemäß danke ich ihnen verbindlichst.
        <pb n="681" />
        ugt g νι. ιαν αα-

oen. Schriftlich geohrfeigt, schieße ich Ihnen

debolverkugeln durch den Kopf und tödte Sie

niftlich. Betrachten Sie sich als einen todten
aun, wenn Sie bei der letzten Zeile dieses Billets

d. Ich grüße Ihren Leichnam.“ Ware es nicht
schenswerth, wenn alle Duelle auf ähnliche
zeise abgemacht würden?

(GSchweizer Miliz.) Bei dem letzten
ruppenzusammenzug frug ein Hauptmann einen
monier aus dem Kanton Appenzell in der The⸗
jestunde, aus welchen Bestandtheilen das Pulver
sammengesetzt sei. — Keine Antwort. — Nun
zeier, aus welchen Bestandtheilen besteht das Pulber,
verlange eine bestimmte Antwort.“ — Tiefes
hweigen. — „Wenn Ihr nicht auf der Stelle
wortet, so bekommt Ihr Arrest.“ — „Herr
auptmä, das mag sie jo nöt verträge asä z'thohnd,
ann ich das scho nöd wäß; mir zwee mached
mmä doch kä's.“ (Das lohnt sich nicht der Mühe,
se zu werden, wenn ich das schon nicht weiß; wir
wei zusammen fabriziren doch keines.)

Nach Ankona kam ein Augenarzt, der gern
nen Tressenrock hahen wollte, aber ohne Gel d daran
wenden. Er ließ sich von einem wohlhabenden Schnei⸗
er das Maß nehmen. Waͤhrend dessen sah er dem
chneider oft und aufmerksam ins Geficht und
gte dann: „Lieber Meister, ich bemerke in einem
srer Augen einen Fleck, der Sie bald um beide
ingen wird.“ Der leichtgläubige Schneider er⸗
grack und bat den Doktor, ihn in Kur zu nehmen,
elches er denn auch that. Als das Kleid fertig
ar, betrug des Doktors Rechnung noch fünf Thaler
iehr als die des Schneiders.

C(ntsetzzhicher Mord.) In Baroalota
i Veszprim Ungarnm) haben drei Räuber eine
aelitische Familie, sieben Personen, darunter einen
jährigen Greis und einen anderthalbjährigen Säug⸗
ng, dazu zwei christliche Dienstmägde in ihrer
sohnung mitten im Flecken abends 9 Uhr ermordet
nd das vorhandene Geld geraubt, Schmuck und
herthpapiere zurückgelassen. Fünf Opfer sind todt,
ier tödtlich verwundet.

Groß-Feuer in New-York. Am 11.
Rtober Abends fand in der Vierten Avenue ein
roßes Feuer statt, wodurch einige geräumige
tallungen und Morrells großes Aufbewahrungs⸗
agazin zerstört wurden. 100 Pferde kamen in
en Flammen um. Das Magazin enthielt eine
dasse werthvoller Möbel und Gemälde, und der
erlust des Gebäudes nebst dessen Inhalt wird auf
000,000 Dollars geschätzt. Den durch die Ver⸗
ichtung der Stallungen und Remisen verursachten
haden veranschlagt man auf 500,000 Dollars.

Diamantene Hochzeit.) In Sandhurst,
ittoria, (Australien), feierte vor Kurzem ein Ehe—
nar Namens Lewis seine diamantene Hochzeit. Der
dann ist 98, die Frau 80 Jahre alt und Beide
ffreuen fich der besten Gesundheit. Mr. Lewis
ar bereits 75 Jahre alt, als er von England nach
ustralien auswanderte. Seine Familie besteht aus
Kindern, von denen nur noch neun am Leben
d, während er an Enkeln 38 und an Urenkeln
3 zählt. Da der Vater von Mr. Lewis ein Alter
n 107 Jahren erreichte und dessen Mutter in
rem 100. Lebensjahre starb, ist jede Wahrschein⸗
hkeit dafür vorhanden, daß der ehrwürdige alte
err noch eine weitere Generation seiner Abkömm⸗
uge erleben wird.

*Gorsicht bei der Kinderpflegeh
ne Unsitte, den Wickelkinder: zur Beruhigung den
zaugpfropfen der Milchflasche oder sonstiges Zeug
mden Mund zu stopfen, hat sich, wie Berliner
lätter mittheilen, einmal in recht empfindlicher
deise gerächt und einem sonst ganz pflichtgetreuen
ienstmädchen eine Anklage wegen fahrlässiger
ödtung zugezogen. Die am Freitag vor der
tsten Strafkammer zu Berlin stehende Angeklagte
var die unberehelichte Amalie Auguste Heidemann,
elche bei dem Maurer Pfarr in Dienst stand und
ww sechs Monate alte Kind daselbst zu versorgen
atte. So trug sie eines Tages das in Tücher
wickelte Kind auf der Straße umher und als ihr
flegebefohlener unruhig wurde, griff sie zu dem
ekannten, aber durchaus verwerflichen Beruhigungs-
ittel, demselben den an dem einen Ende ver—⸗
ossenen Gummipfropfen in den Mund zu stecken.
die Aermste ahnie nicht, von welchen schweren
olgen diese Manipulation, die sie so oft von er—
hrenen Frauen gesehen, begleitet sein sollte. Dem
inde gerieth beim Saugen der Pfropfen in die
uftrohre und es starb auf den Armen des Mäd—⸗
sens den Erstickenstod. Der Gerichtshof konnte

42 u A e ιn—
ewinnen, daß dem Mädchen eine strafbare Fahr—
assigkeit zur Last zu legen sei, er erkannte vielmehr
uf Freisprechung.
Agswort zur Frage der
Diphtheritis.

Ein schmerzlicher Fall, der vor wenigen Tagen
vieder einen der talentvollen jüngeren Aerzte an
er Berliner Krankenanstalt im Friedrichshain be—
roffen und den hoffnungsvollen Jünger der Wissen⸗
haft in der Ausübung seines schweren Berufes an
inem Diphtheritiskranken hingerafft hat, veranlaßt
is — an der Hand einer ärztlichen Autorität —
echt ernst und eindringlich vor dieser bösen Krank⸗
neit zu warnen, die recht oft im Entstehen besiegt
ind beseitigt werden kann, wenn zeitig die rechte
lufmerksamkeit zur Stelle ist.

Diphtheritis befällt vorzugsweise Kinder. In
hrem Verlauf entsteht bald eine rothe, bald eine
zeiße Anschwellung des weichen Gaumens und der
»en Kehlkopfeingang umgebenden Theile und davon
ibhängende Schlingbeschwerden, Husten und Heiser⸗
eit. Diese Anschwellung bildet sich entweder zurück
ind geht in Genesung über, oder sie bedingt durch
Zerlegung des Kehltopfeingangs Erstickungsgefahr
der andere schwere Nervenerscheinungen. Den Er⸗
tickungstod hat man neuerdings durch Luftröhren⸗
hynitt mit Glück zu bewältigen gesucht. Je weniger
vir die Entstehung der boͤsen Krankheit hindern
onnen, um so mehr besitzen wir doch zweckmäßige
Mittel, der Weiterverbreitung einen Damm ent⸗
gegenzusetzen.

Das erste ist, die gesunden Kinder von den er⸗
rankten streng abzusondern. Vorsichtige Eltern geben
ie gesunden Kinder möglichst aus dem Hause.
durchaus verwerflich ist es, wenn Eltern oder An⸗
ehörige die Erkrankten küssen. Jeder Kuß eines
)iphtheritiskranken bedingt eine Lebensgefahr. Man
ollte das dem sorgloseren, ungebildeteren Theil der
zevölkerung täglich wiederholen. Der Ansteckungs-
toff theilt sich dem Speichel und der ausgeathmeten
ruft mit und verunreinigt zunächst die Luft des
krankenzimmers. Es ist daher dringend erforder⸗
ich — soweit es irgend geht — durch Thüren und
fenster dauernd frische Luft in das Krankenzimmer
instromen zu lassen.

Ferner ist es geboten, sobald der Kranke genesen
der gestorben ist, gründlich zu desinfiziren. Ein
jenesenes Kind wird mit Seifenwasser gewaschen
ind gebadet, tüchtig abgerieben, erhält reine Wäsche
ind Kleidung und tritt erst in dieser Form wieder
n den Verkehr mit den anderen Familienmitgliedern.
das Bettstroh eines Diphtheritiskranken ist zu ver⸗
rennen; die Leib⸗ und Bettwäsche eines Kranken
st 12 Stunden in verdünnte Seifenlauge einzu⸗
veichen und zu waschen. Im Zimmer werden,
achdem der Patient es verlassen, Schwefelfäden
bgebrannt und dasselbe tüchtig mit Schwefeldampf
ngefüllt. Das Wichtigste ist die Aufmerksamkeit
er Angehörigen auf die ersten Stadien des Ent⸗
tehens der Diphtheritis. Es ist geradezu frivol,
iber sogenannte kleine Halsleiden, Heiserkeit ꝛc. mit
em einfachen Achselzudden „ein Bischen Erkältung“
ur Tagesordnung uͤberzugehen. Wie viel Unheil
ind Jammer wäre schon erspart geblieben, wenn
nan gleich bei den ersten verdächtigen Erscheinungen
rztliche Hülfe gerufen hätte. Wenn die weißen
Flecken erst auf dem Gaumen sind, dann ist es in
ielen Fällen zu spät!

Wir bitten unsere Leser, unser wohlgemeintes
Varnungswort, das speciell den Müttern zugerufen
berden sollte, allen Kreisen mitzutheilen, für deren
Wohlbefinden sie Interesse haben. Es ist ein recht
rnsies, und die edlen Frauen, die ihr winterliches
Werk opferfreudiger Milde und Humanität bereits
vieder in die Huͤtten der Armuth, des Kummers
ind der Entbehrung tragen und oft die wahren
Bfleger der verlassenen Kinder sind, sollien überall
—00
enug wiederholt werden können!
Sterbfalle.
Gestorben: in Rohrbach bei Landau Michael
5chaurer, 22 J. a.; in Langwieden Frau
Wwe. Margaretha Wagner geb. Gerhaid, 68 J.
.; in Grünstadt die Gatttin von Chr. Loh⸗
nann, Jakobina geb. Scheffel, 46 J. a.; in
Zeibrücken Friedrich Faber, 52 J. a., Mon⸗
eur in der Dingler'schen Maschinenfabrik; in Saar-
zrücken Heinrich Reuther; in Ober-Hom⸗
rurg Cothringen) Frau Catharina Beilstein
seb. Cöster, 52 J. a.

Ver Lehrer phu. Oeroree in Brucken wurde zum
dehrer an der protest. Schule zu Steinbach, der katholische
ehrer P. L. Engel in Hagenbach zum Lehrer an der
onfejsi mell gemischien Schule zu Schwegenheim, zu Ver—⸗
vesern an der protest. Schule zu Zweibrucken die Schul⸗
erweser Jac. Juug in Kusel und L. Muller in
Rierberg, der interimist. Schulverwesfer Jac. Merz in
Zchellweiler zum Verweser an der unteren protest. Schule
u Dannenfels ernannt.
6cte.

Zweibrücken, 27. Oktober. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
ualienmartt.) Weizen 12 M. 59 Pf. Korn 10 M. 35 Pf.
Zerste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Pf.
Spelz 0 M. — Pf., Spelziern — M. — Pf., Dinkel
— wit. — Pf., Mijschfrucht 10 M. 29 Pf., Hafer 7 M.
79 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken O M. — Pf.,
Kartoffeiln 1 M. 50 Pf. Heu 4 Me60 Pf., Stroh 3 M.
30 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 8 Kilo.
8 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Wed 90 Gr.
3 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
leisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
Butier?/ Kilogr. 1 M. 10 Pf., Wein l Liter 80 Pf.
zier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 26. Okltober (Fruchtmittelrrer und Viktu⸗
lienmartt.) Weizen 12 M. 66 Pf. Korn 190 M. 1Pf.,
Spelzkern ⸗ M. — Pf. Spelz 6 M. 70 Pf., Gerste
reihige — M. — Pf., B.cste 4reihige — M. — Pi.
dafer 7 M. 37 Pf., Mischfrucht 10 M. 27 Pf., Erbsen
— M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Bohnen 0 M.
— Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund
— Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf,
tindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammeldeisch — Pf.
Schweinefleisch 30 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Pf.
kartoffeln per Ztr. 1M. 50 Pf.

— —

yteueste Nachrichten.

Bre2lau, 26. Okt. An der heutigen
Festtafel in der alten Börse nahmen 150
aktive und inaktive Offiziere Theil. Se—.k.
. Hoheit der Kronprinz brachte den Toast
uuf Se. Majestät den Kaiser als obersten
driegsherrn aus. Auf eine Ansprache des
Obersten von Meerscheidt⸗Hüllessem, Comman⸗
eurs des 11. Infanterie ⸗Regiments, erwi⸗
derte der Kronprinz: „An dem heutigen Tage
ebührt es sich wohl, an das Andenken Der⸗
enigen zu erinnern, die nicht mehr unter
uns weilen. Bei dem Regimentsapell habe
ich bereits heute Vormittag an den erhabenen
Augenblick zurückgedacht, wo ich das Regi—⸗
nent übernahm, habe ich den Lebenden he—⸗
eits meinen Dank abgestattet. Laßt uns
jeute auch derer gedenken, welche nicht mehr
m Regimente dienen, aber viele Jahre dem⸗
elben ihre Kräfte geopfert haben. Es sind
nzwischen bedeutungsvolle Zeiten verflossen,
velche scheinbar flüchtig vorübergegangen sind:
ꝛs waren Zeiten, die Niemand ahnen konnte.
Dem Regiment war es beschieden, vom Norden
dis zum Süden Frankreichs vorzudringen.
Ich erinnere nur an den 17. August 1870,
vo ich mit dem Kaiser über das Schlacht⸗
'eld ritt, überall, wo wir hinblicktten, sahen
vir Elfer liegen. Das Regiment hat mit⸗
jefochten in den größten Kaämpfen, welche
entscheidend waren, und hat sonach mit zur
Frwerbung der Krone des Kaiserreichs bei⸗
zetragen. Ich sage nicht zu viel, wenn ich
hveute das 11. Regiment das Meinige nenne.
— Als ich es übernahm, war es mir nicht
»ergönnt, dies zu sagen, — doch heute er⸗
enne ich mein Regiment wieder und kann
nit Stolz behaupten, daß es mein Regiment
st. Das 2. Schlesische Grenadierregiment
Nr. 11, es lebe hoch! — Dieser Toast Sr.
.sk. Hobeit rief stürmische Begeisterung hervor.
der Kronprinz verließ um 510, Uhr den Saal,
im nach Heinrichsau zu fahren. Die früheren
Offiziere überreichten dem Regiment heute nur
ine Adresse, da das Bild Sr. Majestät des
daisers noch nicht fertig gestellt ist.
»GBerichtigung,.) In der gestrigen Nr. des
„Anzeiger“ hat sich bei dem Artikel „Einge⸗
andt“ auf der 2. Seite in der 83.Spalte, Zeile 11
und 14 von oben, ein Fehler eingeschlichen und
soll es heißen statt „Geschichtchen“: „Ge—
schäftchen.“

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
        <pb n="682" />
        0 * * 2 2 2
BVereits in 8 Fagen! Brückenauer Ziehung! Hauptgewinn 50,000 20
Loose A bei J. Friedrich, F. Woll, Buchhandlung und J. Weiriqh, Frieseur in St. Ingbert.
F f I vdessen daselbst verlebten Ehefrau Ka 2 27
Be anntmachung. tharina genannt, Magdalena Schneppe⸗ ** erren 8 Hem e
Der Stadtrath von St. Ingbert bestandenen Gütergemeinichaft gehörigen * ⸗
hat in seiner Sitzung vom 21. d. M. Mobiliargegenstände der Adtheilung *
olgende Beschlüsse gefaßt: wegen öͤfsentlich an die Meistbietenden
Die Herstellung eines Friedhofes dersteigert, als *
für die Schnappbach wird vorerft 2 Betten, 2 Kleiderschränke, J 5
noch nicht vorgenommen. Commode, J Küchenschrank, J1 Herd, 5
Die Errichtung einer Badeanstal— 2 Tische, 6 Stühle, Getüch und *
wurde nicht begutachtet. Küchengeräthschaften.
Als Mitglied in den Einkommen St. Ingbert, 20. Oktober 1881
und Kapitalrenten⸗-Steuer-Aus— K. Auffschneider,
schuß wurde Bürgermeister Custer Amtsberweser. *
zewaͤhlt. — —
Bezüglich der Häusersteuerrevision
sollen noch Erhebungen gemacht Musik-Voroin.
werden.
Dem Dachdecker Joseph Danzer
hier wurden in Anerkennung
seiner Leistungen bei Bränden die
Summe von 12 Mk. bewilligt.
Bezüglich der Herstellung eines
Schlachthauses soll der Platz aus⸗
gesucht und später in Vorschlag
gebracht werden,
5t. Ingbert, 28. Oktober 1881
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

gj

nach Maß oder Musterhemd, unter Garantie für richtigen Sizz
schwerem Crettone mit leinenen Einsätzen, von Mk. «
an pr. Stück, saubere, solide Arbeit, große Auswahl von Einsätzen.
— —Aunfertigung von Damen⸗ und Kinderwäsche. —
Lieferung vollsftändiger Ausstattungen.
Reichhaltige Auswahl von Kragen und Maunschetten
Damen und Herren; Lager in Leinen, Tischzeug, Vorhan,
ftossen, Bettzeugen, abgenähten Bettdecken, Piqu—
Shirting, Bette und Tischdecken, Federn, Flaumen, Ror
haaren ꝛc.
Fertige Herren-Hemden —
mit oder ohne festgenähten Kragen, gewaschen und gebügelt, von
1. 25 au per Stück bis zu den feinsten, in allen Halsweiten
räthig, empfiehlt

vorm. Il. Gentes,
Wäschefabrik, Zweibrücker
Fruchtmarktstraße.

bin i

„Sehr dankbar h
Zusendung der kleinen Schrift: RXR
fheile aus ärztlichen Kreisen?,
denn ich ersehe daraus, daß es viel⸗
fach selbͤst für Schwerkranke noch
dislfe gibi, wenn nur die richtigen
MNittel zur Hand find.“ — So und
zhnlich lautende Briefe laufen faf
taͤglich ein und sollte daher jeder
Leidende diese kleine Broschüre bei
Kichter's Verlags⸗Anftalt in Leipzig
bestellen, umsomehr als die Zusendung
derselben kostenlos erfolgt.

2 * *
Licitation.

Mittwoch, den 16. November

nächsthin, Vormittags 10 Uhr zu

Ensheim in der Wirthschaft von
Nikolaus Eich. werden durch den
unterzeichneten, hiezu gerichtlich beauf⸗
tragten Amtsverweser des kgl. Notars
Franz Sauer in St. Ingbert, die
nachhin beschriebenen Liegenschaften in
der Steuergemeinde Ensheim, der Ab⸗
theilung wegen öffentlich an den Meist⸗
bietenden versteigert, nämlich:

1. Plan⸗Nr. 586, 2 a Wiese im

Thälchen;

2. Plan⸗-Nr. 598, 2 a 40 qm
Wies im Etzel;
Plan-Nr. 678, 9 a 50 qm
Acker auf'm Thälchesberg;
Plan-⸗Nr. 4891, 12 a 60 qm
Acker allda;

. Plan⸗Nr. 3005, 17 a 70 qwm
Acker oben am Marktweg;

5. Plan⸗Nr. 4031, 5 a 40 qm
Acker auf Krämel;

Plan⸗Nr. 4672, 13 2 60 qm
Acker im Hackenfeld;

3. Plan⸗Nr. 4797, 12 a 60 qꝗm
Acker in den Possen;
Eigenthümer sind:

1. Die Kinder und Erben der in
Ensheim verlebten Eheleute Nikolaus
Foos im Leben Dosenmacher und
Maria Kihm, als:

1. Andreas Foos, Dosenmacher

2. August Foos, Schlosser;

3. Theresie Foos, ledig und ohne
Gewerbe;

4. Nikolaus Foos, Schreiner, zur
Zeit in Pirmasens.

5. Maria, 6. Adolph und 7. Jo—⸗
hann Foos, diese drei noch minder—
jährig, welche den Peter Foos,
Dosenmacher, zum Vormunde und den
Johann Bubel, Hufschmied in
Ensheim, zum Beivormunde haben.
St. Ingbert, 29 Oktober 1881

K. Auffschneider,
Amtsverweser,
Mobilienversteigerung.

Montag, den 31. Oktober
nächsthin, Vormittags 9 Uhr im Sterbe⸗
hause zu Schnappbach, werden
zurch den unterzeichneten, hiezu gericht⸗
ich beauftragten Amtsverweser des kgl.
sotars Franz Sauer in St. Ingbert,
ie nachhin besch iebenen, zu der
wischen Mathias Erz, früher Wirth,
tzt Feldschütz in Schnappbach und

Aufruf.

Die von der Rebens⸗ und Pensions⸗Versicherungs-Gesellschaf
„Janus“ in Hamburg unterm 29. Januar 1872 ausgestellte Polit
Nr. 34078 über Rh. flin. 5000. —, lautend auf das Leben des Herrn Lud
wig Bechthold in St. Ingbert, ist angeblich verloren und werden All
welche Ansprüche an dieselbe zu haben vermeinen, aufgefordert, solche sofo
und spätestens bis zum 24. Dezember d. J. bei der unterzeichneten D
rektion bei Vermeidung der Präclusion geltend zu machen.

Hamburg, den 24. September 1881.
Die Direktion
der Lebens⸗ und Penfions⸗Versicherungs⸗Gesellschaft, Janus
Ernst Schmidt. Ebeéling.

— —

29 Untrügliches,
Neu —* ind Ne u !
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achen, Geift und Körper zerstörenden
zeheimen Krankheiten. Fort daher mit
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Magenkrampf, Magenverschleimung, Kolif
Diarhbe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerj
c., 2. gegen Huften, Catarrh, Catarrhal—
ieber, Brustverschleimung ꝛc., 3. gegen
Hicht, Rheumatismus, Steifigkeit der Ge
enke ꝛc.; altbewährte tausendfach erprobti
dausmittel, (die in keiner Familie fehler
ollten.) von denen man viele mit ge⸗—
eingen Kosten selbst bereiten kann
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
Rückanwort einsenden, kostenfrei mit.
B. Becker, Seejsen⸗Braunschweig.

En Ssen, ranzösieh,
hũr das Selbststudium
der
PEnglischen, franzosischen, italieni-
schen u. spanischen Sprache
ist die

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las vorzũgliehste Unterrichtsmittel.

Die Verlagshaodlung versendet gegen
Linsendung von 50 Pfg. in Briefmarken
ranco den ersten Rrief. Einleitung und
luection J enthaltend.

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„Amerika“.
Diese neue Zeitschrift bringt wahrheitsgetreue Mittheilungen (mit Illustrationen
aus dem geistigen, gesellschaftlichen und geschaftlichen Leben
in den Vereinigten Staaten.
Dieselbe erscheint am J., 10. und 20. jeden Monats. — Abonnement ganzjährn
8 M., halbjährig 4 M. incl. Franco-Zusendung per Post. Herausgegeben vor
Otto Maaß in Wien, l., Wallfischgasse 10.
Probenummern werden gratis und franco an Jedermann versende
der seine Adresse per Postkarte deutlich geschrieben einschickt.
Abonnements-Beträge erbitte ich direct per Postanweisung da dies D
icherste und billigste Weg ist. Otto Maaß, Wien.
in modernen Schriften billigst bei
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Druck und Verlag von F. X. D emet in St. Ingbert.
Hiezu für unsere Post-Abonnenten Illustrirtes Sonntagsblatt Nr. 2
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        t. Jugherter Amzeiger
zeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert.
— ————— — — — — — SMÆsæE — ———. — — ⏑ —Z 2 223—. 6c2d2— “—————Q—Q—— — MBWMD—ee—Oo —

St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sounntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗

und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich ! 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A BGO A, einschließlid

I4 Zustellungsgebührr. Die Einrückungsgebühr fuür die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 5, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 18 —., bei Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrücdung wird nur dreimalige berechnet.
177.

Wahlresultat

gz dem Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens.
Jäger Krämer

1085

47

85

106

91

26

07

nk

weibrücken

Fontwig

dellfeld

rinod⸗Ingweiler

irnstweiler⸗ Bubenhausen 11

zrheim 19

Nimbach

Nittelbach

diederauerbach

IRberauerbach

dieschweiler

Wattweiler

Althornbach

zliesdalheim —

timschweiler — 87

zierbach 39 12

Zlieskastel 166 105
1878 sielen auf Jäger 176, auf

-zchmidt 153 Stimmen.)

zersheim 100

erbitzheim 36

deinheim 113

ubenheim 51

eẽnsheinm 35

hassel

5t. Ingbert 145

zallweiler⸗Wecklingen 33

Biedershausen 16 27

Wörschweiler — 33

Bebenheim — 171

Breitfurt — 78

stiederwürzbach 124 36

zirmasens 147 848
(1878 betrug die Zahl der liberalen

S-timmen in Pirmasens 1615, der ultr.

25. Die Liberalen haben also gegen

amals einen Verlhust von 771St.)

Fröschen 25 2*
khaleischweiler 20

zurgalben 7
Steinalben 5

Waldfischbach 33

„hopp 8

sodalben 247
Vallhalben

dietrichingen 5
Immersheim 44 21
)erschberg 6 10⸗
ztambach 31 2⸗
dohrbach 97 *

Schmitishausen — 47
XV 48
Zusammen bis jetzt

n Wahlkreis Zweibrü⸗

ten⸗Pirmasens 1899 5564
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
Nunchen, 28. Okt. In den Einlauf der
amer der Abgeordneten gelangten wieder eine
zahl von Petuionen von Brauern und Gast⸗
hen um Reduzirung des Malzaufschlages von
uf 4 Mark.
berlin, 27. Ott. Der Kaiser ist heute Nach⸗
ag nach Ludwigslust mit großem Gefolge zur
d gereist.
„Brl. Tgbl.“ schreibt: Auch an den amt⸗
Stellen, welche bisher jede Kenntniß

Sonntag, 30. Oktober 1881.

16. Jahrg.

der Bismarck⸗ Gambetta⸗Entrevue leug⸗
ieten und darum noch daran zweifelten, wird jetzt
inverhüllt erklart, daß ein Zu sam mentreffen
dergenannten Staatsmänner nach vo—
rausgegangener bestimmter Verab—
redung stattgefunden habe.

Ausland.

* Wien, 27. Olt. Die österreichische
Delegation wurde heute Mittag durch den
Reichs⸗Kriegsminister erdffnet. Ritter von Schmerling
vurde zum Prasidenten gewählt, Graf Hohenwart
um Vizepräsidenten. Schmerling hielt eine An—
prache, in der er die friedliche Situation
reudig begrüßte. Dem Baron von Haymerle wid⸗
nete er einen ehrenden Nachruf. Der Besuch des
dönigs von Italien sei eine Garantie
»es ferneren Friedens. Für die Verwaltung
Bosniens biete der damit betraute Staatsmann die
zeste Gewähr einer guten Durchführung. Gegen
ie nihilistischen Verschwörungen in
kußland und anderen Staaten würde wohl Jeder
en Regierungen beistehen; nur müsse auch hier von
en Regierungen Maß gehalten werden.

Wien, 28. Okt. Das italienische Königspaar
t gestern Abend um 722 Uhr in dem prächtig
zecorirten Südbahnhof eingetroffen. Die Herrschaften
vurden vom Kaiser in der Uniform eines Marschalls,
nit dem Orden der Anunciata geschmückt, dem Kron⸗
rinzen Rudolf, den Erzherzogen Karl Ludwig,
PBilhelm Albrecht, Johann Salbator, und Eugen,
sem Commandanten des Landes Phillippowitsch,
dem Divisionär Jovanowitsch, dem Brigadier Metz,
em Statthalier Possinger und dem Bürgermeister
dewald, sowie dem Personal der italienischen Bot⸗
chaft, mit Gräfin Robilant, empfangen. Beide
Ronarchen umarmten und küßten einander wieder⸗
jolt. Der Kaiser reichte der Königin die Hand und
üßte sie; der König begrüßte den Kronprinzen und
ie Erzherzoge aufs Herzlichste. Der Konig stellte
odann die unalienischen Minister Depretis und Man⸗
ini und die General-Adjutanten dem Kaiser vor,
chritt sodann zur Rechiten des Kaisers an der
ẽhren⸗ Compagnie vorbei. Bei der Abfahrt fuhren
daiser und Konigin im ersten Wagen, Konig und
dronprinz im zweiten; sie wurden von der Bevöl⸗
erung, die in dichtem Gedränge bis zur Hofburg
tand, enthusiastisch begrüßt. In der Hofbnrg wurden
zie Herrschaften von der Kaiserin, der Kronprin-
essin, der Prinzessin Gisela, der Erzherzogin Marie

ufs Wärmste begrüßt. Nach der gegenseitigen Vor—
sellung des Gefoiges zogen sich die Herrschaften in
ie inn ren Gemächer zurück, um dort das Souper
inzunehmen.

Paris, 28. Okt. Die Franzosen besetzten am
26. Okt. ohne Widerstand die Stadt Kairnan.
der Feind floh südwärts.

* Während das englische Cabinet bezüglich
er Wirkung der gegen die irische Landliga ergrif⸗

enen strengen Maßregeln noch keineswegs im Klaren
st, haben sich die Dinge in Südafrika überraschend
unstig für die englische Regierung gestaltet. Der
Zolkrand der Boers hat die mit England abge⸗
hlossene Convention ratificirt, wobei der Antrag,
er Volksraad vertraue auf die Zusicherung Englands,
zaß es die Convention modisiciren werde, sobald
ich dieselbe als unausführbar erweisen sollte, ein⸗
timmig angenommen wurde. Für das englische
zabinei ist dieser Ausgang des Conflictes mit den
goers jedenfalls als ein höchst erfreulicher zu bezeichnen.
a ein neuer Kampf mit den Boers gerade nicht
mwahrscheinlich war.

* Der verhältnißmäßig lange Aufenthalt, den das
italienische Königspaar in Wien zu nehmen
gedenkt — die Abreise desselben soll erst am Montag
rüh erfolgen — sowie das außerordentlich große
olitische Gefolge König Humberts beweisen wohl
im besten die große politische Bedeutung der ita⸗
lienischen Königsreise. Auch ist es auffällig, das
die depossedirten italienischen Fürsten, König Franz
von Sicilien und der Herzog von Parma, ebenfalls
in Wien eingetroffen sind, es soll sich dem Vernehmen
aach zwischen diesen Fürsten und der Krone Italien
im eine Auseinandersetzung in Betreff einiger
Zchlösser, Sammlungen von Kunstschätzen u. s. w.
handein, bei denen das Anrecht des Privatbesitzer
disher noch nicht in genügender Weise festgestellt
werden konnte.
Legle und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 29. Ott. Heute Morgen
präsentirte sich die Landschaft im weißen Winter⸗
leide. Wohl ist dasselbe noch dünn und faden⸗
cheinig, aber es hat den Anschein, als ob der
Winter sich diesmal nicht zu einem vorübergehenden
Besuche eingefunden habe.

* St. Ingbert, 29. Olt. Wie die Saarbr.
Ztg.“ vom 28. d. M. mittheilt, haben fich nach
den bis gestern Mittag derselben zugegangenen
Wahlergebnissen im Wahlkreise Saarbrücken
373 Stimmen für den Kandidaten der reichstreuen
Zartei, Herrn Geh. Bergrath Pfähler, und 3192
Stimmen für den ultramontianen Kandidaten Frei⸗
hjerrn von Schoörlemer-Alst ergeben.

ꝙ0 Aus dem Bliesgau. Es dürfte für
nanchen Leser von Interesse sein, etwas über hollän⸗
dischen Schwindel zu erfahren. Vor einigen Wochen
exrschienen in den meisten deutschen Zeitungen An⸗
aoncen, nach welchen die Firma Wyprecht u. Cie.
n Rotterdam gegen ungewöhnlich billige Preise
daffee, Tdee und Butter liefere in Folge vortheil⸗
jafter Einkaufe in Batavia ꝛc. Da die Offerte zu
zerlockend war, so wurde auch bestellt mit der
Weisung, die Beträge per Postnachnahme zu erheben.
Das Geschäft machte jedoch daraufhin begreiflich,
daß dem nicht stattgegeben werden könne, man möge
nur getrost vorher die Beträge einsenden. Dies
Jeschah auch; allein bis zur Stunde warten die
Heprellten auf ihre Sendung. Anfragen in Rotter⸗
dam gingen retour mit der Bemerkung des Poft-
mmies, Adressat sei nach England, jedoch ohne An⸗
jabe der Adresse, verzogen. Wie ich vernehme. sind
zuch aus unserer Gegend Einige zu ihrem Schaden
nuf den Leim gegangen. Gemerkung der
Pedaktion: Auch im „Anzeiger“ war, wie in
»erschiedenen andern pfälz. Blaättern und den meisten
eutschen Zeitungen, s. J. die von unserm Herrn
Forrespondenten erwähnte Annonce der Firma
Wyprecht u. Cie. erschienen. Wir brauchen wohl
aicht zu versichern, daß wir den Schwindel derselben
nicht ahnten, denn sonst hätten wir gewiß durch
Abdruck der Annonce nicht zur Verbreitung der betrüge⸗
ischen Offert. beigetragen.) Uebrigens wird die Schwin⸗
vel⸗Firma Wyprecht u. Cie. durch ihren Verzug nach
kngland der Gerechtigkeit nicht entgehen, denn wie
vir im „Berl. Tgbl.“ lesen, wendet jetzt auch die
gerliner Kriminalpolizei derselben ihre Auf⸗

nerksamkeit zu, indem fie die Geschädigten auffor⸗
dert, sich bei ihr zu melden, um dann bei der eng⸗

ischen Behörde die Bestrafung der Betrüger zu
eantragen. Bereits sind aus allen Theilen Deutso⸗
ands von Privalpersonen und Jeitungs⸗Expeditionen,
velche der Gaunergesellschaft zum Opfer gefallen
ind, bezügliche Anzeigen in so großer Menge in
        <pb n="684" />
        Berlin eingegangen, daß die Verfolgung der Vande
m Auslande voraussichtlich von Erfolg sein wird.

— Bergzabern, 26. Okt. Eine merkwür—
ige Stellung unter den pfälzischen Lokalblättern
rahm während der Wahlagitation das hiesige Wochen⸗
zlatt ein; dasselbe brachte an der Spitze die Namen
der liberälen und ultramontanen Kandidaten und
ging in seiner Unparteilichkeit sogar so,weit, daß
Wahlzettel beider Kandidaten seiner vor gestrigen
Nummer beilegte. Bei näherer Betrachtung zeigte
ich aber, daß die auf Herrn Bolza lantenden Zettel
einen Wohnort enthielten, folglich sämmtlich un—
zültig waren. Die Entdeckung dieses Fehlers wurde
ztüdlicherweise noch so rechtzeitig gemacht, daß dir
unparteiischen“ Wahlzettel des Wochenblattes die
noglicherweise beabsichtigte Wirkung wohl verfehlen
dürften. (Pirmas. Anz.)

ZJermitchtes.

(Gode in Folge übermäßigen
—ãAVV
Wirthschaft rank am Freitag ein junger Mann sür
A. Schnaps. Die Folgen blieben nicht aus,
Blut trat aus Mund und Nase; bald darauf war
er nicht mehr am Leben.

In Worrstadt (Rheinhessen) gerieth ein
dreijühriges Kind in die Dreschmaschine und wurde
jon derselben zermalmt.

Homburg v. d. H., 22. Olt. Der Müller
Bfeifet von Anspach hat auf der Jagd den 17jäh—
igen Sohn einer armen Wittwe auf dem Anstande
erschossen. Pfeifer, welcher von dem Pächter J. von
Frankfurt a. M. zur Jagd eingeladen war, hatte
ʒen jungen Mann in der Dämmerung für ein
Wild () angesehen.

4 Rach einer Mittheilung von dem Vorstande
er deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Licitation.

Dienstag, den 15. November
zachsthin, Nachmittags 4 Uhr zu St.
Fugbert in der Wirthschaft von
Zeorg Stief, werden durch den unter⸗

eeichneten, hierzu gerichtlich beauftrag⸗
en Amtsverweser des igl. Notars
Franz Sauer, die unachbezeichneten
diegenschaften in der Steuergemeinde
St. Ingbert der Abtheilung wegen
ffentlich an die Meistbietenden zu
Figenthum versteigert, nämlich:
.Plan⸗Nr. 3570, 4 42 40 qm Acker
auf'm Gerstbusch;
2. Plan⸗Nr. 89642 1 4 Garten in
den Großgärten;
3 Plan⸗Nr. 355814, 347 qm Acker

auf Gerstbusch;

Plan⸗Nr. 389632, 7 a 80 qm.

Acker links in den Kastlerrödern

und Plan⸗Nr 3895, 20 a 40 ꝗm

dcker allda, Plan⸗Rr. 3895 ,

20 a 40 qm Acker allda und

Plan⸗Nr. 3896, 7 a 80 qm Acker

allda;

Plan⸗Nr. 4101, 12 a 30 qm Acker

auf Hobels;

Plan⸗Nr. 3760, 5 a 80 qm und

Plan⸗Nr. 3761 7 à 20 qm Acker

und Wiese in den Pfuhlwiesen;

Plan⸗Nr. 375493, 11 4 20 qm,

Plan-Nr. 3755, 9 a 90 qm, Plan⸗

Nr. 3756, 3 a 10 qm, Plan⸗Nr.

3757, 54 80 qm und Plan⸗Nr.

3758, 6 a 50 qm Wiese allda;

Plan⸗Nr. 4037, 17 a Acker hinter

Hobels;

). Plan⸗Nr. 4095/3, 13 a Acker
auf Hobels.

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der in St.
Ingbert verlebten Eheleute Nikolaus
Stief, im Leben Bergmann, und
klisabeth Jung, als:

1. Georg Stief, Bergmann;

2. Vatentin Stief, Bergmann in!
Locust Gap, Staat Pennsylvanien
in Nordamerika;

3. Nikolaus Stief, Vlechschmied;

Elisabetha Stief, gewerblose

Ehefrau von Joseph Bussch, Berg⸗

mann und dieser selbst der ehelichen

Ermächtigung und Gütergemein⸗

haft wegen;

u Bremen sind während des orkanartigen Stur⸗ Arbeitgeber der Mäuse hat ein Haus gemieth,
nes am 15. Oktober fast sämmtlichc Rettungsboote velchem zehntausend Mäusetretmühlen, ferne
»er Nordseestationen in Thätigkeit gewesen und im erforderlichen Aufseher und auch einige Zusth
hanzen 38 Personen durch die Reitungsboote der Platz finden. Es würde sich bei diesem *
deutschen Gesellschaft an diesem Tage gerettet worden. ꝛine Bilanz von ca. 2500 Pfd. Sierl. herausst
In Koln wurde dieser Tage ein Butterhänd⸗ Fin nicht übler Gewinn, über welchen die Ve
er von mehreren Hausfrauen gelyncht, denen der⸗ zjegen. Thierquälerei gewiß Zeter schreien wer
elbe eine Mischung von Butter zu einem anstän⸗ ybgleich die Droschkenpferde und die zu dem „Me
igen Preise verkauft hatte. Die Betrogenen, welche tücke der Schöpfung“ gehörenden Briefträger
war zum schönen Geschlecht zählen, auf das Bei— nicht viel besser haben, als die Mäuse in
vort schwach“ und „zart“ jedoch keinen Anspruch Spinuerei zu Kirkeldey. (Ob's wahr ist? D
nachen, wohnen zusammen in demselben Hause. F In Indien wurden im abgelaufenen
zier kräftige Frauenfäuste erfaßten ihn und zwei 21,990 Personen durch wilde Thiere oder Schla
icht sehr sanfte Hände salbten ihm Haupthaar und getödtet, gegen 19,273 in 1876. Die größte
intlitz mil der zurückgestellten, entseßlich riechenden zahl von Todesfällen fand in Bengalen statt
zutter. Dann wurde die Thür aufgerissen und das 10,064 Personen giftigen Schlangen zum o
zäuerlein sammt seiner frischen Butter und feiner jelen und 359 durch Tiger zerrissen wurden.
zJommade auf die Straße geschoben. Eine ansehn— — A
iche Menschenmenge umgab bald den Gelynchten, Gestorben: in Kalfr irutern die Ge
vet sich unter dem Hohngelächter der Jugend ber deskgl. Hauptzollam??erwaliers Jakob Hunglin
nühie, mit Taschentuch und Kittel sein edles Haupt ijlnna geb. Siffert, 17 J. a; ebenda Wilhelm Gro—
von dem Butterüberzug zu befreien. A Lokomotibführer der pfälze Eisenbahnen, in Zah—
Gndustxielle Mäuse.) In dem Städt- m Elsaß Karl Ritter, Rechtsänwalt, 339

hen Kirkeldey in England werden seit kurzer Zeit — —
Näuse zum Baumwollengarnspinnen verwendet. Die kathol * hriaten Pfarro
i Prasshine ist hach aine Ark Treimühle in Ver e et en gun rwir
vegung gebracht und so gebaut, daß eine Maus Landgerichtsrath v. Jan in Frankenthal wurde.
äglich hundert bis hundertundzwanzig Fäden spinnen Ansuchen nach Kaiserslautern versetzt und der zeit
ann. Um dies auszuführen, muß das kleine Thier Dideetenpearedd on * en Frankenthal
ehn bis elf englische Meilen machen. Sein Futter ah in Srantenthal reactutt—
zesteht in Hafermehl und kostet jährlich sechs Penny, Unseren auswärtigen Corresponden
agegen verdient das Thierchen die Summe von für die gefäll. Zusendung der B
jeben Schilling jährlich. Zieht man von dieser zesultate unsern verbindlhichsten Dank.
zumme die sechs Penny für Kost und einen Redaktion und Erpediti—
chilling für Maschinenreparatur, so bleibt ein des „St. Ingberter Anzer
weitogewinn von über 5 Schilling per Stück. Der ur die Redaction verantworslich: K. X. Dem?

Große Auswahs bester Nualität in

deutscher —
Strickwolle, Halbwolle
und Vigonia
zu den billigsten Preisen empfiehlt
Jacob Diehl, Färber.

53. Karl Sta ej, Bergmann;

3. Johann Stief, Bergmann;

7. Philipp Stief, Bergmann;

3 Peter Stief, emancipirter Min⸗
derjähriger, welcher den Peter
Jung VIII., Bergmann, zum Cu—
rator hat.

Alle, wo nicht anders angegeben, in
5t. Ingbert wohnhaft.
St. Ingbert, 29. Okt. 1881.
K. Auffschneider,
AUmtsverweser.

Lurnverei
St. Ingbert.

Mittwoch, den 2. Novemb

Turuübung.

Gewerbe-Vere.
St. Ingbert.

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im Hotel Lau

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in allen Größen, mit blau und
rother Liniatur, werden billigst
maefertiagt be F. X. Demetz.
Güterversteigerung.
Dienstag/ den 15. November
ächsthin, Nachmittags um 1 Uhr
u Rentrisch in der Wirthschaft von
herrn Jakob Qui rin lassen die Wiit⸗
ve, Kinder und Erben des in Rentrisch
zerlebten Peter Werner die nachhin
ꝛeschriebenen? Liegenschaften öffentlich
in den Meistbietenden auf Zahlungs⸗
ermin zu „VS versteigern:
.Plan-Nr. 2582, 34 Dezimalen
Wies unter der Saarbrücker Straße,
neben Georg Jene;
Plan-Nr. 26228, 34 Dez. Acker
im Müuühlenthal, neben Johann
—X00—
blan⸗Nt. 2620, 83 Dez. Acker
da, neben Jakob Werner und
jebr. Kraemer;
Zlan⸗Nr. 2640, 51 Dez. Acker im
Lautzenthälchen neben Wwe. Glatt⸗
eld und Adolf Quirin;
ßlan⸗NRrt. 3042, 1 Tagwerk 28
Dez. Acher im Mühlenthal, in 3
Barzellen neben Peter Wetzler und
Beorg Wagner;
Plan⸗Ni. 1383, 1 Tagwerk 28
Ddez. Acker in der Mäusbach, in 3
Barzellen, neben Wwe. Seltzer und
sKikolaus Müller jun;
Plan⸗Nr. 26205, 10 Dez. Acker
im Mühlenthal, zu Bauplätzen ge—
eignet, neben Jakob Werner und
Wwe. Berrang.

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Hiezu Illustrirtes Sonntagsblatt Nr. 5.
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        *Jugbherter Ameiger.
Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— sααOαëï— — —

der t· Jugberter Auzeiger? erscheint wöchenltich funfmalr Amrontcg, ienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗

zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI M 60 H, einschließlich

d. A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 , bei Neclamen 308. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.

Wab lresultat
aus dem Wahlkreis Zweibrücken⸗Pirmasens.
Jädger Krämer
Uebertrag aus de
vor; Nr.
Hornbach
Alschbach
Niederhausen
Mauschbach
Medelsheim
dautzkirchen I
Niedergailbach
Walsheim
Bliesmengen
deckendalheim
DOberhausen
Battweiler
enopp⸗e Labach
Winterbach
Peppenkum
Utweiler
Blickweile
Weselberg
Ruppertsweiler
Münchweiler a. Rodalb
hohmühlbach
Heltersberg
Schmalenberg
hauenstein J
Donsieders 3
Eppenbrunn
Frlenbrunn
Fehrbach
Bersbach
dengsberg
Höheischweiler
demberg
dudwigswinkel
Rumbach
Geiselberg
Bobenthal
Erlenbach
Niederschlettenbach
Bruchweiler
Nünschweiler
Schweir
Trulben
VBinningen
Winzberg 18
Winzeln 56
Clausen 5
Hermersberg 39
Döheindd — 136
horbach 36 —
deimen 45
Merzalben 102
Dahn n 109
Busenberg 56
Fischbach⸗Petersbächel 7
dinterweidenthal ?
Hirschthal * 22
Nothweiler, —2* 21
Schindthardt 31 8
Schönau 86 6
Zusammen 4276 7238
Obwohl das Resuliat aus einigen Wahlbezirken
woch fehlt, so kann doch die Wahl des Herrn Oskar
drämer entschieden als gesichert betrachtet werden.
— In zwei pfälzischen Wahlkreisen wird es zur
Stichwahl kommen; in KaiserslauterneKirch—
deim bplanden zwischen Janson (libr.) und

Montag, 1 Oktor

Herz (Demokr.), und in Landau-NReustadt
wischen Petersen (Libr.) und Reiffel (Fortschr.).
Nach bis jetzt vorliegenden Berichten ist definitiv
gewäͤhlt in Homburg⸗Kusel Dr. A. Buhl
—
Fermersheim-Bergzabern Moritz Bol za
———
in Frankenthal-Speyer Dr. Gro ß (Libr.)
gegen Dr. Eugen Jäger (Centr.) und Dreese
b ach (Sozialdem). ten

(Wahlkreis Ottweiler⸗St. Wendel⸗
Meisenheim.) Definitives Gesammtresultat der
deichstagswahl: Taglichsbeck UEib.) 8338,
Iroj. Hertling (Centr.) 8769 und Vircho w
forischr.) 4104. Wahlkreis Saarbrü den:
esammiresultat: Pfähler (lib.) 7750 St., von
—chorlemer-Alst (Centr.) 4102 St. J

(Wahlnachrichten) München J. Schlör
liberal) 4558 Stiminen, Ruppert (ultram.) 5866.
Bebel soc. 1981. Stichwahl zwischen Ruppert
ind Schlör nöthig. — In Muͤnchen I Pfarrer
Wefstermayer (ultram.) mit großer Majorität gewählt.
In Bamberg ist Frhr. v. Horneck (ultram.) in
Reumarkt (Oberpfalz) Triller (ultram. gewählt. In
Berlin find gewählt: Löwe, Virchow, v. Saucken,
Fugen Richtet (alle Fortschr.); im vierten Wahl⸗
reis ist Stichwahl zwischen Traeger (Fortschr.) und
gebel (joc.) im sechsten Stichwahl zwischen Klotz
Fortschr.) und Hasenclever (soc.) nöthig. In Bres-
au, Dresden, Magdeburg, Leipzig, Chemnitz, Nürn⸗
herg, Frankfurt a. M. Hannover, Mannheim, Kassel,
Erfurt, Braunschweig, Stuttgartꝰ und Karlsruhe
verden auch Stichwahlen erforderlich. Koln, Aachen,
Trier, Essen, Kempten, Crefeld, Münster wählten
clerikal. In Danzig und Stettin siegten die Se⸗
eessionisten, in Königsberg und Lübeck die Fort⸗
schrittler, in Bremen, Worms, Walded, Heidelberg
ind Pforzheim die Nationalliberalen, in Straßburg
der Protestler Kabls.

Berlin, 29. Oltt. Bisher bekannte
Wahlen 326, davon Conservative 28, Frei⸗Con⸗
ervative 14, Centrum 78, Nationalliberale 28,
Secessionisten 28, Fortschrittler 830. Volkspartei 6,
Polen 11, Protestpartei und Partikularisten 17
Stichwahlen 89.

J

»dalitische Uebersicht.
Deutsches Reich.

en. Se Maj. der Koͤnig hat den Ge⸗
neralfeldmärschall Grafen v. Moltke zu dessen 81.
Geburtsfest beglückw ünscht..—

Muͤnchen, 29. Ott. Der Bischof von Speyer,
Herr v. Ehrler, ist hier angelommen und im Hotel
Zell evue abgestiegen.

(Als Bevollmaͤchtigte zum Bundesrathe) in
der Session 1881 bis 1882 sind für das König⸗
reich Bayern ernannt: Dr. v. Lutz, Staatsminister
)es Innern für Kirchene und Schulangelegenheiten
ind Vorsitzender im Ministerialrathe; Dr. v. Fäustle,
Staatsminister der Justiz; v. Riedel, Staatsminister
er Finanzen; Frhr. v. Crailsheim, Staatsminister
»es königlichen Hauses und des Aeußeren; Graf v.
zerchenfeid⸗Köfering, außerordentlicher Gesandter
ind bevollmächtigter Minifter; v. Xylander, Oberft.
Stellvertreter: v. Hocheder, Generaldirektor der Ver—
ehrsanstalten; Kastner, Ministerialrath; Frhr. v.
Kaesfeld, Ministerialrath; Herrman, Oberregierungs⸗
rath; Schmidtkonz, Oberregierungsrath.

Wie die ,Tribüne“ erfährt, soll die Wehr⸗
stteuervorlage nicht wieder an den Reichstag
selangen, da, wie es heißt, die Militärverwaltung

16. Jahrg.

sich gegen das Projekt forwährend ablehnend ver⸗
hält.

In Berlin haben die Socialdemokraten dies⸗
mal nur 30,000 Stimmen zusammengebracht,
im Sommer 1878 aber 55,000. —

In Deutschland hat die vergangene Woche
endlich den vorläufigen Abschluß der seit Monaten
ille Schichten der Bevölkerung aufwühlenden Wahl⸗
hewegung durch die am Donnerstag vorgenommenen
Reichstagswahlen gebracht. Wir sagen: Vorläufig,
denn eine ganz ungewöhnliche große Anzahl von
Stichwahlen ist noch vorzunehmen, wie es bei der
noch nie dagewesenen Zersplitterung der Parteien
uuch nicht anders zu erwarten war. Indessen find
die vorliegenden Wahlresultate noch lückenhaft und
es werden immerhin einige Tage vergehen, ehe das
Ergebniß aus allen Wahlkreisen gezogen ist und
ur allgemeinen Kenniniß gelangt. Jedoch laßt
ich schon nach den bis jetzt vorliegenden Wahler⸗
jebnissen nicht läugnen, daß der Zug der Bevölke⸗
ung, besonders in den größeren norddeutschen
Städten, nach links geht, denn in Berlin, Ham⸗
»urg, Königsberg, Magdeburg, Breslau, Lübeck,
Iltona u. s. w. siegten theils die Candidaten der
Fortschrittspartei, theils kommen fie mit nation⸗
ralliberalen oder sozialdemokratischen Candidaten
sur Stichwahl. Aber ein vollkommener Schluß
auf die Physiognomie des neuen Reichstages läßi
sich, wie gesagt, zur Zeit noch nicht ziehen, und
es werden daher erst die Ergebnisse der zahlreichen
Stichwahlen abgewartet werden müssen.

Ausland.

Wien, 29. Okt. Bei dem heutigen Gala⸗Diner
wastete der Kaiser auf den König und die Konigin
sowie das königl. Haus. König Humbert tranlk
auf Kaiser Franz Joseph, die Kaiserin und das
taiserliche Haus. Er sei tief gerührt von dem freund⸗
ichen Empfange und erfreut über die Festigkeit der
Tordialität und der Freundschaftsbande zwischen
Desterreich und Italien.

Paris, 28. Ott. Der Senat und die neu—
gewählte Abgeordnetenkammer sind heute zusammen⸗
zetreten. In leßterer wurde Gambetta mit 317
hon 364 abgegebenen Stimmen zum Präfidenten
zewählt. (Die Zahl der Abgeordneten ist im ganzen
554, wenn alle da sind.) Die äußerste Linke machte
argen Skandal, da Louis Blanc noch vor der Wahl
einen Antrag stellen wollte, der Alterspräsident das
aber nicht zugab.—
Vermischtes.

F Eitzung der Strafkammer des königl. Land⸗
gerichts zu Saarbrüken vom 28. Oktober.) Hein⸗
rich Andres, ein 21jähriger Sandformer von Mal⸗
statt, und der Dienstknecht Johann Müller
ruus St. Ingbert, welche dieses Frühjahr in
Dudweiler eine Zeitlang beschäftigt und dort bei
»em Wirthe David in Logis waren, begingen un—
jerechtigt von da aus gemeinschaftlich, mit Doppel⸗
jewehren versehen, gewerbsmäßig während der
Schonzeit verschiedene fremde Jagdbezirke auf dem
Dudweiler, St. Johanner und St. Ingberter
Banne und erlegten daselbst verschiedene aus den
Waldungen übergetretene Rehe, welche sie an St.
Johanner Wildhändler verkauften. Beide konnten
das ihnen zur Last gelegte Vergehen den erbrachten
Beweisen gegenüber ebensowenig leugnen, als daß
Müller seinem Kostgeber David dessen Doppel-
flinte gestohlen. Andres wurde demnach mit 4
und Müller mit 58 Monaten Gefängniß bestraft
und beide Jagdgewehre für eingezogen erklärt.

4 Zu dem neunfachen Raubmord in Baroa—
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        u, Ubrrroen wir in At. 146 berichteten, wird
zemeldet: Der Haupischuldige der grauenvollen
Mordthat ist in den Händen der Justiz: es ist ein
25jähriger Mann namens Hoster. In Siofok ver⸗
jaftet, wurde er im Spitale mit dem aus dem
Massacre überlebenden Dienstmädchen Marie Nemes
onfrontiert, die in ihm sofort den Hauptmörder
rkannte. Seinen Komplizien hat er in Weißen⸗
hurg erschossen, um im alleinigen Besitze des ge—
aubten Geldes zu bleiben. *

München, 28. Oklt. Bei det heute Moigens
jortgesetzten Ziehung wurde der Haupttreffer der
Veteranen⸗Lotterie mit 80,000 Mark gezogen und
fiel auf Nr. 91,640. n

— —

Gestorben: in P irmasens Louis Weber,
Dreher, 69 J. a. in Duttweiler bei Neustadi
die Gattin von Joh. Breß, Barbara geb. Groß—
hans, 58 J. a.j in Kaiserslautern Adam
Kifsel, Steinhauer, 54 J. a.; ebendaselbst Frau
Zlisabetha Hammel⸗, gek. Roth. 32 8. a.; in
Maikammer Ferdinand Heilweck, 88 J. a.;
in Ludwigshafen der Dachziegelfabrikani
darl Ludowici, 54 J. a.; ebenda der lath. Lehrer
Likolaus Thirolf, 39 Ja.. 67963
Zweißeacken, 41. Oktbr. Definitives

.

Wahlergebniß für Zweibrücken⸗-Pirmase
qrämer 7610, Jäger 5605 Stimmen.
r die ioen verane3Dme
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Unter dem Titel „Bayerische Wochenpost“ ist die erk

ummer eines neuen Wochenblattes in Munchen erschiene

das vorwiegend als Sonntagslektüre für die weiten K

des Burger⸗ und Bauernstandes bestimmt ist. Die Bayerist

Wochenpost“ entspricht bei sehr aeringem Preise (850 Pfen

—AV Vielseitigke

ihres Inhaltes in origineller Faffung ihrem Titel. W
on nen diese lbe bestens empfehlen

Des Aller Heiligen ⸗Tages wege

morgige Auzeiger am Mitiwoch aue

wir
gegeben

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5 38 755 — 3328 33.3
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2 * 2 2* — S 2 5* — ⁊ 8 383 — 8 *8 —8
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35555555 32 9 * 532 — 5 —858 322 —52532 253 —2322
— 52525 7527 — 52223* —*—*5 55525
2633232855 537* 26 585 52—8* s327*3 — 25352—5 32 23
—* 2 2553— — 22* * 3.2 * 353—3 2 52232 7 „z356
— 5*87 555 5228 — —3227 5 5552 78535835535* 2325 22 253
— 587 —20 32 — * C 25 358 “292 3 —258.
5235—355 275 — 5583333 —558252255 ———
35 5 53358 5 5 5 52358 * — ————— 2* xz3 35 52** 228535
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—* 22325 5 —5.55 5 — 32335 — — — — 8 5
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—— —— —— — 23387 8 52325352 — —
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—— ——33 37 42 33333 57
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2 * 3 — 2 —7 52122 — * *
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        ðlt. Iuebheyrter Amzeiger
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der ‚Et. Jugberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Bcontag, Bieustag, BDonzZerstag, Samstag und Sonnutag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltungs⸗

blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kofiet vierteljährlich 1A 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen JM. 60 H, einschließlich

10 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 , bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
X 179.—

Mittwoch, 2. November 1881. 16. Jahrg.
Fur die Monate November und
Dezember werden Bestellungen
uuf den

„St. Ingberter Anzeiger,“
„Zzne Uebertreibung das verbreitetste Blatt
n Stadt und Canton St. Ingbert, bei allen Post⸗
mstalten und Postboten, sowie in der Exped. ent⸗
egengenommen. Unterhaltungsblätter
ind illustr. Sonntagsblätter werden nach⸗
neliefert, so weit der Vorrath reicht.

*

wäre es falsch, aus der Abnahme der
iozialdemykratischen Stimmen an manchen Orten
chließen zu wollen, die sozialdemokratische
hartei gehöre, Dank dem Sozialistengesetz, zu
den berwündenen Standtpunkten““ Eine po⸗
itische Partei, welche trotz der äußerlich zerrissenen
Irganisation, trotz Ausweisungen, trotz Verbotes
don Versammlungen noch in solch geschlossenen
Reihen mit ehernem Tritt auf dem Plaͤn erscheint,
daß sie an einzelnen Wahlorten über zehn⸗ und
nehr Tausende von Stimmen verfügt: eine solche
Partei ist noch lange, nicht todt; die macht man
zuuch nicht mit billigen großsprecherischen Worten
odt. Das mögen sich die maßgebenden Faktoren
Regierungen und Volksvertretungen, wohl erwägen
und daher Einrichtungen treffen, welche die unzu⸗
riedenen in zufriedene Bürger umzuwandeln im
Stande sind. Die Sozialdemokratie wird dann ihr
usgiebigstes Rekrutirungsfeld verschwinden sehen.
In den Reichslanden erlangte die Protestpartei
die Mehrheit; die wohlwollende Versoöhnungspartei
des Statthalters, Freiherrn v. Manteuffel, ist also
in Elsaß⸗Lothringen leider auf sehr steinigen Boden
gefallen.

Noch ein anderes Moment, außer der Verschie⸗
hung der Parteiverhältnisse von rechts nach links,
»erdient als besonders bemerkenswerth aus der
etzten Wahlkampagne herausgegriffen zu werden.
Es ist die an vielen Orten konstatirte Wahl⸗
müdigkeit, die zu denken gibt und eine Ver—⸗
laͤngerung der Legislaturperioden nicht ganz unge—
rechtfertigt erscheinen läßt. Der Ursachen dieser
Wahlmüdigkeit mögen verschiedene sein; theilweise
onnen sie in perfönlichen Motiven liegen, theilweise
moͤgen sie quf Rechnung der Unzufriedenheit mit
den inneren Verhältnissen zu setzen sein; gewiß ist
aber auch, daß die häufig wiederklehrenden Wahlen
zjar Mauchem ichließlich das Wählen verleiden.

Deshalb weist auch der bayerische Pensions⸗Kataster
pro 1881/82 220 Lieutenants mit 412 bis 1885
M. Pension aus, während die preußische Armee nur
507 Lieutenants mit 228 his 1620 M. Pension
zahlt. Pensionirte Hauptleute hat Bayern 341 mit
1212 bis 4374 M. Pension. Preußen 799 mit
288 bis 3420 M. Pension.

Eine Hauptentlastung gewährt in Preußen die
Unsteslungsberechtigung im Civildienste; so sind 100
preußische Postämter ausschließlich für die Armee
zur Versorgung pensionirter Offiziere bestimmt.

(B. W.sP.)

Muünchen, 31. Oktt. Die Abgeordneten—
kammer nahm nach längerer Debatte den Mili—
täretat einstimmig an. In der nächsten Sitzung,
am Freitag, werden die Anträge von Luthard be—
treffs der Simultanschule und der Civilehe berathen.

Erfurt, 29. Okt. Die Generalversammlung
der Thüring'schen Eisenbahn genehmigte den Ueber—
gang derselben auf den preußischen Staat mit, 4999
gegen 323 Stimmen.

Im Köonigreich Sachsen, dessen Bevölkerung
wie Regierung dem Tabakmonopol bekanntermaßen
gegnerisch gegenübersteht (Sachsen hat auch im
Bundesrath sich gegen das Monopol ausgesprochen)
haben sich bei dem jetzigen Wahlfeldzug alle conser⸗
pativen Candidaten verpflichten müssen, gegen eine
Monopolvorlage zu stimmen.

Die „Germania“ schreibt, daß das Breslauer
Domkapitel sich der Hoffnung hingiebt, in gewohnter
kanonischer Form die Bischofswahl vollziehen zu
können. Einstweilen erwartet man sehnsüchtig die
ministerielle Mittheilung, durch welche dem erwaͤhlten
Kapitelsvikar, Herrn Weihbischof Gleich, der Ein⸗
tritt in seine amtliche Thätigkeit ermöglicht wird.
Eine Folge hierbvon wäre die Aufhebung des Sperr-
gesetzes für die Breslauer Diözese.

Hinsichtlich der Berufung des Reichstags
vünscht, wie man der Nat.⸗Zig. mittheilt, die
preußische Regierung einen möglichst frühen Termin
nach der endgültigen Feststellung der Wahlresultate,
deun es kommt derselben darauf an, den Reichs⸗
zetat moͤglichst vor Ablauf des Jahres festgestellt zu
sehen, um danach die Aufstellung des preußischen
Etats abzuschließen.

Es stellt sich jetzt doch heraus, daß der Mili⸗
retat des Reiches pro 188283 ein nicht un⸗
erhebliches Plus verlangt und infolge dessen die
Matrikularbeiträge werden erhöht werden müssen.

*Wahlbetrachtungen.

Ddie große Wahlschlacht für den Reichstag ist
eschlagen. Der Politiker derlangt dringend nach
en Resultaten der Entscheidung; aber die klaren

WBahlergebnisse für alle Parteien werden erst nach
inigen Tagen, ja wegen der zahlreichen Stichwahlen
nehrfach erst in einigen Wochen sich genau fest⸗
jellen lassen. Indessen läßt fich auch jetzt schon das
bahlresultat in seiner Hauptsache charakierisiren.
Nan muß zugeben, daß unbedingt durch die letzten
teichstagswahlen sich im deutschen Volke eine gewisse
illgemeine Schwenkung nach links und nach der
„eite der Opposition vollzogen hat, denn schwere
zinbußen haben diegemäßigten Parteien, die Frej⸗
onservativen und Nationallideralen erlitten, einigen
Stimmenverlust werden auch die Deutschkonservatiben
wfzuweifen haben und gewonnen haben vornehm⸗
ich die Fortschritispartei, die liberalen Sezessionisten
ind die Demokraten, einige Stimmen auch die
entrumspartei. Bei bieser Verschiebung der Par⸗
eiverhältnisse macht man fast immer die Beobach⸗
ang, daß die Schwenkung stufenweise von rechis
uch links stattfand. Die Freilonservativen ver⸗
bren an die Nationalliberalen und Sezessionisten
ind die Nationalliberalen verloren vornehmlich an
die Sezessionisten und die Fortschrittspartei mehrere
hrer bisherigen Wahlkreise, spezieli haben in Würtiem⸗
berg die Nationalliberalen und Conservativen in
inigen Wahlkreisen den Demokraten weichen müssen.
leber die Wahlresultate in den großen deuischen
dtädten haben wir in voriger Nr. schon turz
oetichtet. Bemerlen wollen wir nur noch, daß, wo
in denselben zur Stichwahl lommt, diesen in
en meisten Fällen zwischen den Liberalen resp.
er Fortschrittspartei und den Sozialdemokraten
attfindet. Nur in wenigen Fällen stehen sich Liberale
ind Couservative oder Centrumsangehoöͤrige gegenüber.
bon den bisherigen Parteiführern werden ziemlich alle
nieder im Reichstage erscheinen, nur ist es zweifel⸗
saft. ob zwei Führer der Conservativen, die Herren
d. Kardorff und. b. Varnbühler, Reichstagsmandate
thalten werden, denn in ihren alten Wahlkreisen
durden die Herren v. Kardorff und v. Varnbüler
icht wieder gewählht.

Sehr eigenihümlich ist die Stellung der sozial-
emokratischen Partei während der jüngsten Reichs-
gswahlen. Einen definitiven Wahlsieg haben die
ᷣzialdemokraten beim ersten Wahlgange in keinem
tzigen Wahlkreise erlangen koönnen, wohl werden
der die Sozialdemokraten in nicht weniger als 27
Aehltkreisen zur Stichwahl kommen, wodurch jeden⸗
als erwiesen ist, daß die Sozialdemokraten mehr
ortheile durch die Zersplitierung der übrigen Par⸗
Jen als durch die Kraft der sozialdemokratischen
Keen errungen haben. Es steht sonach auch fest,
uß nicht ein einziger Sozialdemokrat in den Reichs—
g kommen würde, wenn in den betreffenden
ahlkreisen die Gegner der Sozialdemokratie
uter sich ein wenig einig sein woͤten. Indeß

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Die Militärpensionslaft in Bayern.

Ueber dieses Schmerzenskind des Finanzbudgeis

und speziell des Militäretats äußert sich der kürz⸗
lich erschienene Finanzausschußbericht u. A. wie folgt:
„Das Gesammterforderniß ist pro 1881/82 auf
3.602,093 M. veranschlagt und gegenüber dem
Vorjahre um 40,823 M. vermehrt, weil der Zu⸗
zang an Pensionisten im Vorjahre abermals größer
war, als der Abgang. — Der Gesammtaufwand
auf Invalidenpensionen für Bayern berechnet sich
auf 7,929, 121 Maxkt..
Die Pensionsfrage, nicht nur insoweit sie das
Heer betrifft, sondern auch in Bezug auf die Staats-
deamten ist eine sehr wichtige. Die Pensionen für
Kriegs⸗Inbaliden können nach einem so großen und
siegreichen Kriege weniger auffällig erscheinen, als
die Folgen der Pensionirung zur Friedenszeit.

Das J. bayerische Armeekorps hatte im Kriege
1870/71 nächst dem III. preußischen und dem Garde⸗
Lorps die meisten Verluste erlitsen (33 Procent an
Todten, Verwundeten und Vermißten..

Der bayerische Pensions-Etat pro 1881,82 be⸗
rägt im Verhältniß zum Etat des übrigen Reichs⸗
heeres mehr: 701,903 M.; hievon treffen an
Pensionen und Pensionszulagen vom Feldwebel ab⸗
värts 243,316 M., und verbleibt ein Mehrauf—
wand für Offiziere und Beamte von 454,614 M.

In den Jahren 1848, 49, 859 und 66 wurden
über 1700 Unteroffiziere zu Lieutenants befördert,
die in einem Alter bis zu 50 Jahren standen.

Ausland.
Wien, 31. Okt. Heute Morgen 9 Uhr reisten
der König und die Königin von Italien vom Süd—⸗
bahnhofe ab. Der Kaiser und sämmtliche Erz—
herzoge waren bei dem Abschied anwesend. Der
staiser reichte der Königin den Arm, führte sie
zum Waggon und küßte ihr zum Abschied die Hand.
Der König von Italien, welcher bereiis die Umform
seines vom Kaiser ihm geschenkten Regimentes irug,
bot der Erzherzogin Rainer den Arm und ließ sich
von ihr zum Waggon geleiten. Beide Monarchen
umarmten und küßten einander und waren sichtlich
ehr bewegt.

Ueber das Resultat de Wiener Entrevue
äßt sich im Augenblick noch kein abschließendes
Artheil fällen. Ein Wiener Correspondent der
„Tribüne“ war in der Lage, Einiges darüber aus
einer Unterredung mitzutheilen, die er mit dem
talienischen Minister des Aeußern, Mancini, gehabt
zat. Der italienische Staatsmann äußerte sich sehr
hefriedigt über die Ergebnisse der Entrevue und
tellte hierbei namentlich zwei Punkte fest, die
        <pb n="698" />
        auch wir wiederholt betont haben. Was das Ber⸗
häliniß Deutschlands zu dieser Entrevue betrifft,
—
bornherein mit dem Schritte des Königs Humbert
einderstanden gewesen sei, und daß die Anntherung
Italiens an Oesterreich selbstverständlich auch Deutsche⸗
land gelte. Dann aber hob Maneini hervor, daß
diese Annäherung ihre Spitze nicht dgegen Frank-
reich richte, daß sie nicht den Zweck werfolge, Bun⸗
desgenossen zu einer Revanche gegen Frankreich zu
werben. Mit diesem⸗ lebe Italien vielmehr nach
wie vor im besten Einvernehmen, wie / der nahe be⸗
vorstehende Abschluß des Handelsvertrages beweise.
Die Thalsache, daß die Verhandlungen über diesen
Vertrag durch die Entrevue nicht beeinträchtigt,
vielmehr trotz aller entgegenstehenden Hindernisse
dem glücklichen Abschlusse zugeführt worden sind

ist in der That ein erfreuliches Zeichen dafür, daß
man beiderseitig in guten Beziehungen bleiben will
und namentlich auch in Paris über den friedlichen
Charakter der Entrevue beruhigt ist.

Paris, 31. Olt, General Forgemol ist in
seairuan angekommen; er wurde auf dem Wege da⸗
hin durch häufige Angriffe auf seine Flanken beun⸗
ruhigt. Das Feuer der Infanterie und Artillerie
fügte dem Feinde große Verluste bei.

Paris. Eine demnächst bevorstehende Prüfung
von Gambettas Bellewiller Wahl erregte in Kam⸗
merkreisen mehr Interesse, als alles ÄAndere. Es
find gegen die Giltigkeit dieser Wahl mehrere Pro⸗
jestationen eingelaufen. Gambetta wird seine Wahl
seibst zu vertheidigen haben, wobei ihn Brisson auf
dem Präasidentenstuhl vertreten wird. üsb —7—

London, 81. Okt. Am Freitag entstand in
Graphill (Grafschaft Mayo in Irland) anläßlich
der Einforderung der Armensteuer ein Konflict
zwischen der Polizei und der Bevölkerung. Die
Henge bewarf die Polizei mit Steinen und machte
die letztere schließlich von der Schußwaffe Gebrauch.
Eine Anzahl Personen, meistens Frauen, wurden
verwundett..

Alexander 1I1. will nun auch ein „Czar⸗
Befreier“ werden. Laut Mittheilungen von com⸗
petenter Seite hat das Petersburger Ministerium
des Innern wichtige Maßregeln rüchsichtlich der
Freizügigkeite der Bauern becschlossen.
Wenn der russische Bauer bis dato auch von der
Gewalt der Guisbesitzer befreit war, so blieb er
de facto doch noch an den Grund und Boden durch
ein ganzes System von gegenseitigen Verbindlich⸗
keiten, Statuten, Erlassen ꝛc. gebunden, bei deren
Bestimmung det Gesetzgeber augenscheinlicher Weise
den Zwech verfolgte, der Freizügigkeit im Lande
entgegenzuwirken. In der nächsten Zukunft hin⸗
gegen soll fich eine Reform vollziehen, kraft deren
der Bauer aus dem Stande eines Leibeigenen in
Wahrheit in denjenigen eines freien Mannes hin⸗
übertritt.

v
1

4
Lokale und pfälzische Nachrichten.
St. Ingbert, 815 Otl. Der J. Vorstand
des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Zweibrücken,
Herr Gutsbesitzet Freudenberg, gibt belannt,
daß das landw. Bezirks⸗Comitee beabsichtige, aähn⸗
lich wie in früheren Jahren für das Winterhalb⸗
—
halten zu lassen. Der Unterricht ist gratis. Junge
Schmiede, welche dicse ihrem Berufe so foͤrderliche
Gelegenheit zur Ausbildung benützen wollen, haben
sich vis zum 13, November bei dem genannten Mar⸗
stand zu meslden .

* In voriger Nr haben wir bereits das defini⸗
tive Wahlergebniß für Zweibrücken⸗ Pirmasens mit⸗
getheilt und koönnen wir darum eine Weiterfühtung
der Zusammenstellung von Wahlresultaten aus den
einzeinen Orten des Wahlkreises unterlafsen. Be—
merkt sei noch daß in vor. Nr. bei Weselberg irr⸗
thümlich 70 Stimmen für Hrn. Krämer angesetzt
waren. Nachtragen wollen wir, daß in —— e x⸗
würzbach 31 St. für Jäger und 37 St. für
Kraͤmer abgegeben wurden; in Erfweiler—⸗
Ehlingen 54 für Jäger, 8 für Krämer; in
Aßweller 65 für Jäger; in Biesingen
ebenfalls 66 für Jäger; in Bebelsheim 51
für Jäger, Z für Krämer; in Altheim 97
für Jäger; in Habkirchen 102 für Jäger, 2
für Kraͤner; in Wittersheim, 42 für Jäger,
in Neualtheim 37 für Jäger; in Wolfers⸗
heim 47 für Krämer; in Böckweiler 14 für
Jäger, 80 für Krämer. — Im Ganzen wurden
diesmal im Wahlkreis Zweibrücken⸗Pirmasens ab—
gegeben 13,276 St.: 7610 für Hrn. O. Krämer,
5605 für Hrn. Dr. Eugen Jäger, 30 zersplittert, 32

angiurig. Die absolute Majorität betrug 6620
Im Jaͤhre 1878 bei der ersten Wahl waren im
Ganzen 17,248 »St⸗ abgegeben- worden: 8347
für Schmidi, 8031 für, Jaͤger. 8586 für Böcking,
die übrigen zersplittert. Beit der Stichwahl des⸗
selben Jahres wurden abgegeben für Schmidt
19042 Stimmen,, für Jäger 9430, sonach im
GFanzen 19,472. Es haben also heuer 6227 Wahler
weniger abgestimmt, wie bei der Stichwahl vor 8
Jahren.

* Die Stichwahl in Kaiserslautern⸗Kirchheimboe,
sanden (zwischen Janson · und Herz) ist auf Sam⸗
stag, 12. November, anberaumt.

FIn letzter Zeit macht besonders viel das Tae
zatsmonopolvon fich reden, die Einen erhoffen
»on ihm gefüllte Staatskajfen und Steuerreduzirung;
die Anderen sehen in ihm nur eine neue drückende
Steuer ohne die erhoffien Vortheile. Einen Ver⸗
uch zux Einführung desselben hatte nach der „Pf.
Ztg.“ Bayern schon einmal -gemacht, und kann
zasselbe darum in dieser Sache somit aus „Erfahrung“
ꝛeden. Im Jahre 1811 schuf man nämlich eine
Regie nach franzöfischem Muster und überwies die
Fontrole der Tabaktultur, der Fabrikation und des
Verlehrs mit Tabak und Tabaksfabrikaten den Auf-
chlags⸗ Polizei⸗ und Zollorganen. Das erste Jahr
rbrachte 447, 000 Gulden, das Erträgniß minderte
ich aber von Jahr zu Jahr ab, so daß im Etats-
'ahr 1818 — 18 nicht einmal mehr die Hälfte des
rsien Jahresergebnisses zur Vereinnahmung gelangen
onnte und die Verwaltung wegen Unzulänglichkeit
der Rente aufgeloöst werden mußte.

— Kusel, 29. Oktober. Durch ein Umschrei⸗
hen des klg. Bezirkamtes vom 28. d. wird den
Bürgermeisieraͤmtern zut Kentniß gebracht, daß die
dungenseuge zu Kusel erloschen ist. EKus. Ztg.)

— Landau, 30. Ott. In der Nacht vom
zamstag auf Sonntag' wurde in den Laden der
Firma , Isaak Schwarz“ am Paradeplatz einge⸗
rochen und Waaren im Werthe von circa 300 M.
jestohlen. Die Thäter haben einen Stein, in dem
er eiserne Kloben, an welchem der Fensterladen
zängt, herausgebrochen, das Fenster eingedrückt und
ind dann in den Laden eingestieen.
— In Rodenbdach gerieih am 27. Okt. der
Znecht des Herrn Ad, Seewaldt, ein Familienvater
‚on 4 Kindern, mit dem Kopfe unter einen mit
Dortoffein. beladenen Wagen und war sofort eine
deiche.
rankenthal, 30. Okt. In einer hiesi⸗
gen Restanration fand sich gestern Abend eine Ge⸗
eslschafi von 7 Herrn zum Abendessen zusammen,
die das respektabele Alter von zusammen 552 Jahren
— also, durchschnittlich 79 Jahre — zählten. Der
Alteste der alien Knaben war 84, der jüngste 76
Jahre alt. Wollte man daraus einen Schluß auf
die Güte des Frankenthaler Wassers ziehen, würde
man wahrscheinlich fehl gehen, so bemerkt das „Frkenth.
Tabl.“, dem wir diese Notiz entnehmen.
26* mischtes.

4 Der neuesten. Nr. der „Saarbt. Ztg.“ ent⸗
iehmen wir: „In Sachen der Schwindelfirma
Wijprecht, uie Co. in Rotker dam sendet
uns heute einer unserer Herren Abonnenten in Esch
j. d. Alzette einen Bescheid des deutschen Consuls
n Rotlerdam, an welchen er sich gewandt hatte,
im die Entlarvung des Betrügers, dem auch er zum
Opfer gefallen war, zu veranlassen. Der Brief
raͤgt die gedruckte Firma des Consulats und das
cCouvert war mit dessen Siegel verschlofsen. Das
Schreiben lautet: Auf Ihr Gesuch vom 12. d. M.
rwidere ich hiermit ergebenst, daß Sie bei der
irma Bernhard Wijxprecht u. Co. es mit einem
schwindler zu thun gehabt haben.“ Der Mensch,
velcher diese Firma ungefähr zwei Monate lang
Uhrie,; und dessen eigentlichen Namen und Herkunft
nan hoch nicht erfahren hat, war hier gänzlich un⸗
zekannt. Er hatte hier kein Domizil, blos in dem
mgegebenen Lokale ein Zimmer gemiethet, in dem
er sich nur Uber Tag aufhielt. Waarenlager be⸗
tand nicht, Bücher wurden nicht geführt. Am 21.
Sept. d. J. ist er wieder von hier verschwunden,
zhne Hinterlassung auch nur des Geringsten an
materiellem Werthe und irgend einer Spur, wohin
er fich begeben; man vermuthet blos nach London.
Fine Menge Privatleute in Deutschland, die so un⸗
yorsichtig waren, sich durch seine Zeitungsannoncen
derleiien zu lassen, sind gleich Ihnen betrogen wor⸗
den. Hier ist dagegen nichts anzufangen und Ver—
solgungen würden nur unnütze hohe Kosten ver—
arsachen. — Nie ist eine Betruͤgerbande frecher und
caffinierter aufgetreten, denn man höre und staune

er Descheid oes Raiserlichen Gonjulis —
aurscht. Die Handschrift des Bescheides ist du
selbe, wie in den Schreiben der Firma Wijprech
in die von ihr geprellten Opfer! Jedermann kanr
sich davon auf unserem Bureau überzeugen. Fip
die Unechtheit des Schreibens spricht auch der ganz
Styl und außerdem der Umstand, daß der deutsch
Konsul “gewiß einen Luxemburger zur Wahrung
feiner Imeressetrran die luxemburgische resp. nieder
iändische Behörde gewiesen hätte. Die Betrüge
jaben die amtlichen: Kopfbogen drucken lassen, ein
jalsches Siegel angefertigt und dann die Schreiber
an ihre Opfer gesandt, um solche auf falsche Fähr
zu leiten. Statt nach London verzogen zu sein
varen die Betrüger am 14. Oktober noch in Holland
hoffentlich nimmi die deutsche Vertretung in Haa
unmehr die Sache in die Hand und veranlaßt di
niederländische Behörde zu nachdrücklichster Verfob

gung der Betrüger.

FIn Hardenburg branntie dam Sonntat
Mittag die Cordier'sche Papierfabrik zum groößte
Theile nieder. Das Feuer brach in dem Lumpen
—EV
türzte dann noch ein Theil des Gebäudes zusam
nen und zerstörte die sog. Hollander (Lumpenkocher)
die übrigen Maschinen blieben erhalten. — Wi
ein Correspondent der „Pf. Pr.“ erfahren haben
will, hätten die Demokraten für die Wahlagitation
'n der Pfalz nicht weniger als 15.000 Mar
derausgabt.

Göfliche Kondukteure.) Ein Kon
zukteur auf der Linie nach Frankfurt ruft: „Villett
»orweisen“. Ein Passagier aus Sachsen sagt: „E
herr Jeeses! Das ist ja in Breißen g'rade, al
denn die Wache ins G'wehr gerufen werd. Be
ins d'rheeme in Sachsen sagt mer: Ei, bitte, me
utestes Herrchen, mechten Se nich so freindlich seir
und mir Ihr Billet uf'n Ogenblick zeigen k Bloo
uf'n kleenen Ogenblick, ich geb's Sie's gleich wieder.

(Warnung vor einem „Spezialarzt.“
Der Ortsgesundheitsrath Karlsruhe macht untern
10. v. M. Folgendes betannt: In hiesigen Zer
ungen erscheint in regelmäßigen Wiederholunge
das nachstehende Inserat: „Spezialarzt Dr. med
Mayer, Berlin, Leipzigerstraße 91, heilt auch brie
lich alle geheimen Unlerleibs- Frauen- und Hauf—
rankheiten, selbst in den hartnackigsten Fällen stet
nit dem besien Erfolg.“ Obiger Dr med. wurd
bon hier aus unter Schilderung eines Krankheits
zustandes um Hilfe angegangen und schickte zufolg
hessen nacheinander zwei schriftliche, jeweils nu
inige wenige Worte enthaltende Rathschläge m
heilweise gedrucktem Text, sowie ein Flaschche
rirschlorbeerwasser und ein Schächtelchen Aloepillen
im Werthe von zusammen 1 M. 30 Pf. D
Bergütung fuͤr diese gegen den geschilderten Kranb
veitszustand unwirksamen Arzneien, sowie fuür di
stathschläge, deren Ertheilung einschließlich de
Durchlesung des Krankenberichts im Ganzen höch
dens zehn Minuten Zeit erfordern konnte, betrn
25 Pi.“ Dem Patienten war eine mechanisch
Selbstbehandlung seines Leidens anempfohlen wor
den, welche im Falle der Ausführung hätte lebens
zefaäͤhrlich werden können. Wir warnen daher vo
zer Berathung des Dr. med. Mayer, sowie übe
haupt jener gewissenlosen Aerzte, welche durch Ze
jungen sich anbielen, Krankheiten auf briefliche'
Wege, d. h. also ohne Untersuchung des kranfe
Körpers, zu heilen. z

Was hat Kaiser Wilhel m auf der Stur
jarter Ausfiellung gewonnen? Wie der „Merkun
jört — ein Exempliar von Wilhelm Müller's ilb
rierter Geschichte des Krieqes von 1870“ (Verl
hallberger).

7 Gihitar-Revohte.) Aus Regen—
burg, 25. Okt. wird dem „Mänchener FFrobl.
eschrieben: „Leßten Sonntag jetzte es in der hi
daserne eine kleine Revolte ab. In einem voe
Zoldaten der 8. Kompagnie des hier garnisonierende
LL. Inf.⸗Regts. von der Tann bewohnten Zimm'
am es Nachts zu Lärmen und Unfug, so daß d
ourhabende Unteroffizier Ruhe gebot und das Au—
öschen der Lichter befahl. Allein die meist ang
runkenen Soldaten kamen dem Befehle nicht glei
nach und zwei derselben verstiegen sich sogar zu de
Uusrufe: ,Was hab'n wir auf die Unteroffize
aufzupassen.“ Sie rifsen die Gewehre von d
Wand, um damit zuzuschlagen und hätte der Unir
ssiier sich nicht durdg nen Seitensprung gerettn
wäre vielleicht nicht mehr unter den Lebende
In dem kurzen Geräufe, das nun entstand, wurde
wei Soldaten (wie es heißt, gerade die Räden
ührer), schwer verwundet und in's Militarspit
        <pb n="699" />
        ust ouchstãblich zerschiagen, doch halt man
afür, daß der Soldat am Leben bleibe. Es ist
engste Untersuchung eingeleitet . 260

pegensburg, 80. Ott. (Eine Nihilistin.)
zine noch der Aufklaͤrung harrende Geschichte bildet
ur Zeit den Gesprächsstoff in allen Kreisen, an
acher thatsächlich wahr ist, daß vor einigen Ta⸗
jen eine den besseren Ständen angehborige Frau
degen Betheiligung an sozialdemokratischen Um⸗
ieben verhaftet wurde, nachdem vorher bei ihr
ine strenge Haussuchung gehalten worden war.
zine aus Amerika an sie gelangte Kiste, welche auf
Grenze geöffnet wurde, soll angeblich zur Ent⸗
aung dieser Verschwörerin geführt haben und die
zdiste zahlreiche sozialdemokratische und nihilistische
lugblatter ja·man will sogar von Spreng⸗
eschossen wissen — enthalten haben, welche theils
verbreiten, theils an ihre Bestimmungsorte wei⸗
er zu befördern die Frau angewiesen war. Was
in der Sache wahr ist, was ins Reich der Fabel
jehört, muß abgewartet werden. I

FBremen, 31. Olt. Der von Odessa hier⸗
er bestimmte Dampfer „Kalliope“ ist einem Lloyds⸗
elegramme zufolge jüdlich dom Cap Finisterre
mtergegangen. Die ganze Maunschaft mit Aus⸗
ahme eines Einzigen fand dabei ihren Tod. —

In Leipzig haben von dem Rechte, ihr
heweibliches Vermögen bei einem ausbrechenden
onturs des Ehemannes zu sichern, weit über 2200
rhefrauen Gebrauch gemacht.

GWahlkuriosa.) „Nun, wen hast Du
enn gewählt?“ wurde ein biederer Milchmann in
zetlin von einem seiner Freunde gefragt. „Dat
veeß ick nich!“ war die Antwort. Na, Du wirft
och wissen, wen Du gewählt hast! Hast Du denn
iberhaupt gewählt? — Jo, 'wählt hebb ick, aberst
ven, dat tann'ick doch nich wissen!“ — „Nanu?
wie hast Du's denn gemacht?“ fragte der
zrstere weiter. — „No“ sagte der Milchmann „se
Jebbn mir'n Zedel in de Hand gewen 'und hebben
eggt, den soll ick man abgewen, und dat hebb ick
of dhan!“ — „Na, hast Du denn garnicht erst
achgesehen, was für ein Name darauf stand?“ —
Nee, dat derp ick doch nich — et is doch „ge⸗
eime Wahl!“ Wenn ick weeß, wer drup steht, denn
«et doch keene „geheime Wahl“ mehr!“

UeberdasHäudler-Unwe ssen, welches
uuf den Märkten immer unverschämter auftritt und
ie Marktpreise auf eine durchaus ungerechtfertigte
»oöhe hinaufschraubt, werden die Klagen immer lauter.
der Gewinn, den dieser Markt-Zwischenhandel ab—
wirft ist geradezu exorbitant, denn er beträgt bei
einzelnen Artikeln 100 und mehr Procente. Alle
Maͤrkte hatten ursprünglich den Zweck, die Produ⸗
enten mit den Consumenten in unmittelbare Ge⸗
chäftsverbindung zu bringen. Heutzutage sollte dieser
itsprüngliche Zweck wenigstens noch bei den Wochen⸗
naͤrkten vorherrschen und sollte dem Zwischenhandel
intersagt sein, vor einer gewissen Stunde die von
»em Bauer zu Markt gebrachte Waare aufzukaufen.
Fine derartige beschränkende Bestimmung, welcher
eider der 864 der Gewerbeordung im Weg steht,
väre der Cardinalpunkt jeder Marktordnung und
es ist zu hoffen, daß man endlich nach den von
Alen Seiten einlaufenden Klagen auf gesetzgeberischem
Wege Abhilfe schafft. Durch den Zwischenhandel
vird nicht allein der Käufer geschädigt, sondern
ruch der Bauer schadet sich dadurch schließlich, und
war am meisten, da er — ist es auch in diesem
Falle nur aus Trägheit und Bequemlichke't — ohne
den unnothigen Zwischenhandel nicht fertig zu werden
Jaubt.

Das Problem einer absolut explosionssicheren
Betroleumlampe beschäftigt noch immer viele Kopfe,
rotzdem man bereits durch die mannichfachsten Kon⸗
ruftionen das Ziel zu erreichen gesucht hat.
Thatsächlich herbeigeführt werden die Explosionen
durch die nicht zu umgehende Verbindung des
Zrenners mit dem Reservoir, welche in dem kleinen
doche am Boden des Brenners besteht, durch welches
der Rüdfluß des überschüssigen Oeles aus dem
dochte erfolgt. Ein Lampenfabrikant ist nun auf
zie einfache Idee gekommen, dieses Loch durch einen
leinen Einsatz zu verschließen, welcher Rücklauf⸗
Ventil genannt wird. Dieser „hydrauliche Sicher⸗
Jeitsverschluß“ läßt sich an jeder Lampe anbringen
ind kostet incl. Befestigung nur 50 Pf.

— Die große Ott'sche Erbschaft in Wien ist
nun durch Gerichtsbeschluß vom 25. Oktober vom
Landgericht in Wien einer Gruppe von sechzig
mütterlichen Seitenberwandten aus dem Großher⸗

jerausgesteut, daß der verstorbene mehrfache Atilu
nar Martin Ott in Grünsfeld-Zimmern im Groß⸗
jerzogthum Baden im Jahre 1799 geboren wurde.
die Erbansprüche aus Augsburg, München und
elen anderen Orten wurden abgewiesen.
Paris hat mehr Arme, als irgend eine
ndere Stadt der Welt. Im gegenwärtigen Jahre
imfaßt sein Armenunterstütungs⸗Register 334 812
dummern. 200000 von diesen empfingen Unter—⸗
tützungen in ihrer Wohnung, die übrigen 150 000
bucden gänzlich auf Stadtkosten unterhalten. 1789
etrug die Zahl der erwerbslosen Pariser 19 PCt.
der Gesammtbevölkerung, gegenwärtig aber schon
Aba 17 pCt. Die von der Stadt gewährte Jahres⸗
ate beläuft sich pro Person auf 114 Fr., für die
rzamilie anf 625 Fr. Paris unterhält 28000
Zaisen und Findlinge, gewährt 15 000 Müttern,
arm,“ ihre Kinder zu ernähren, die nöthigen
stahrungsmittel und hat 50 000 arme Familien
nuf ihren Listen.

Die Extravaganz der Franzosen hat wieder

ininal allen andern Nationen den Rang abgelaufen,
ndem sie nun anuch die Bibel in denSchmutz des
ohen Witzes zieht. Es erscheint jetzt nämlich in
horis ein Alustrirtes Witzblatt, La Bible amusanto?
n wöchentlichen Nummern. Ein englischer Corre⸗
hondent sagt davon, daß dies das abscheulichste
ding sei, welches die Literatur je hervorgebracht,
ind daß seine Illustrationen selbst einen Freidenker
ꝛrröthen machen würden. Der Autor spricht darin
on , Papa Bon Dieu“ und' der Zeichner giebt
zer heiligsten Person der heiligen Schrift eine Thon⸗
»feife in den Mund. Die illustrierte komische Bibel
ür große und kleine Kinder findet jedoch beim
——

pEin Haus aus Filz hat ein Hutmacher
n Belgien gebaut. Es wurden hierzu 23,000
ilte, eine und ausgetriebene Filzhüte“ verwendet.
das originelle Haus hat einen mit Standern ver⸗
ehenen Holzboden und wiegt nur 72 Centner. Es
jat Raum für einen Innggesellenhaushalt. · Es
oll ein Asyl werden für reiche „Filze', die aus
Zeiz nicht geheirathet, in Besorgniß, eine Frau und
dinder ernähren zu müssen.

PEin gestörter Frauenmarkt. Bekannt-
ich haben die Franzosen die heilige tunesische Stadt
Zairuan, deren Betreten Christen und Juden unter
todesstrafe verboten war, ohne Schwertstreich besetzt.
die Heiligkeit Kairuans datirt seit 1268, in wel⸗
sem Jahre genanntes Verbot erflossen ist. Früher
ab es in Kairuan, das Jahrhunderte hindurch die
desidenzstadt des nordafrikanischen Khalifats war,

ogar eine zahlreiche Judengemeinde, welche als die
—DD galt. In der
euesten Zeit war diese heilige Stadt zugleich auch
»er Haupisitz des tunesischen Mädchenhandels und
anden fich daselbst sogar eigene Bazare vor, in
enen nur Odalisken und Sklavinnen verkauft
vurden. Der Vater des jetzigen Bey ließ sich auch
on den Besitzern dieser Bazare die üblichen Steuern
tatt in lingender Münze in schönen Mädchen aus-
ahlen. Auch pflegte er immer selbst nach Kairuan
uu tommen, um sich diesen lebendigen Zins auszu⸗
juchen und nach Tunis heimzuführen. Die Fran⸗
osen werden nun diesem Mädchenhandel voraus⸗
ichtlich für immer ein Ende machen.

Wie man in der Türkei avancirt. Der auf

)rei Jahre in den türkischen Staatsdienst überge⸗

tetene preußische Regierungsrath Wettendorf macht

yort schnelle Carriere und ist vor nicht langer Zeit
um Boala, nach dem Vezier die hochste Würde in
ver türkischen Zivilhierarchie und den Titel „Excellenz“

n sich schließend, befördert worden. Die Beförderung
thöchst interessant. Es war einige Tage vor dem
etzien Bairam, als der Sultan, der den Herrn von
Wettendorf in sein Herz geschlossen zu haben scheint,
estimmte, daß dieser an dem offiziellen Bairamzuge
n Uniform Theil nehmen möchte. Zu diesem Ende
ollte er zum , Sani⸗Sünf⸗Ewavel,“ der dem Grade
ines Baalas unmittelbar nachstehenden Würde, be—
ordert werden. Der Palastschneider erhielt Ordre,
ie betreffende Uniform sofort anzufertigen; da. ihm
iber das liebe Geld nicht gleichzeitig dafür über⸗
jeben wurde, wurde die Anfertigung ohne Umstände
erweigert. Wie nun gaus diesem Dilemma heraus⸗
ommen? Denn das Geld war, wie immer, knapp,
die Bedürfnisse für den Bairam dagegen groß. Ein
ßalastbeamter rettete Ehre und Geld durch die gute
stachricht, daß noch eine ziemlich saubere, gegenwürtig
jerrenlose Baala⸗Uniform in den Magazinen vor—
zanden sei. die Herrn Wettendorf ungefähr pafssen

itit ν —22*
unser Geld für wichtigere Dinge!

Amerilanische Rekla me Eine große New⸗
VYorker Annoncen⸗Firma machte dem Exr⸗Gouverneur
hon Marhyland Bowle, dem Besitzer des berühmten
Rennpferdes Crickmore, ein Anerbieten von
1000 Pfd. Sterling, unter der Bedingung, daß
er den Ramen seines Pferdes in einen von dieser
Firma gewählten umtaufen würde. Er wies je⸗
doch die Offerte zurück, da er wohl nicht mit Un⸗
recht annahm, daß der Name der eines großeren
Beschäftes sein würde, für welches auf diese Weise
Reklame gemacht werden sollte.

Gie Sperlinge in Australien.) Vor einer
Reihe von Jahren importirte man in Australien die
Sperlinge aus Eucopa und hätschelte sie derartig,
daß sogar polizeiliche Anordnungen sie schützten.
Die Sperlinge akklimatisirten sich vortrefflich, mehrten
sich aber so massenhaft, daß sie bald zur allgemei⸗
nen Landplage wurden. Dadurch gingen sie nicht
nur des offentlichen Schutzes verlustig, sondern die
lauten Klagen der Fariner und Gärtnet haben es
auch dahin gebracht, daß die Sperlinge jetzt in Süd⸗
Anstralien und auf Neu-Seeland auf Staatskosten
moöglichst wieder ausgerottei werden sollen. Ein ahn⸗
liches Bewandtniß hat es in Australien auch mit
den importirten Kaninchen.

Gemeinnuůtziges.
Ranzig gewordeue Butter wohlschmeckend zu
nachen. Die Butter, welche durch ranzigen Ge⸗
hmad ungenießbar geworden ist, wird in kochen⸗
dem Wasser aufgelöst und bis zum Ertalten
ortgestellt. Alle schlechteren in jeder Butter mehr
oder weniger enthaltenen Theile, als Kasestoff, Wasser,
Moltke, trennen sich auf diese Weise von dem Fett⸗
gehalt, welcher nach dem Erkalten von dem Wasser
——— Diese wird nun
nit einem gebrühten und dann in kaltem Wasser
jekühlten Holzloöffel tüchtig durchgearbeitet, darauf
lle wässerigen Theile entfernt und frisches mit etwas
Tatron picarbonicum vermischtes Wasser darauf
Jegossen. Auf J Liter Wasser rechnet man 1 Gramm
atron, womit nun die Butter abermals gehörig
ewaschen und geknetet, das Wasser dann entfernt
nd neues darüber gegossen wird, worin etwas guter
zffig gethan ist, soviel nur, um dem Wasser einen
zuerlichen Geschmack zu geben, wodurch der zurück⸗
leibende Natrongeschmack neutralisirt wird. Schließ⸗
ich knetet man die Butter mit etwas Milch noch⸗
nals durch, entfernt diese, salzt die Butter und
zreßt moglichst jede Feuchtigken durch Kneten mit
ʒem Holzloffel heraus. Soll diese Butter längere
Zeit aufgehoben werden, so— unterläßt· man das
Waschen mit Milch und sorgt nur, daß so wenig
uls itgend möglich, wässerige Theile darin bleiben.
diese sind es hauptsächlich, welche den Geschmack
der Butter verderben und sie unhaltbar machen.
r.r.

Eterbfälle.

Gestorben: in Jweibrücken Christian Kein au—
ber, 73 J. a; in Speyer Frau Blondine
Meyer, geb. Loeb; in Wachenheim Konrad
S„chwinn l. 82 J. a.; in Saarbrücken
lugust Schaffberg, Lehrer; in Kindenheim
Fräulein Katharina Spieß, 32 J. a.; ebenda
‚hilipp Bicert, 31 J. a.; in Grünstadt
Wam Koster, 67 J. a.; in Impflingen
Frau Margaretha Keppel geb. Blättner, 55 J.
a.; in Hainfeld Frau Anna Maria Mathes
—äVVV Gg.
Zernhard', Bürgermeister und Gutsbesitzer.
76 J.a..
——— —— —

Der geprufte Notariaispraktikant Emil Her ri ann wurde
nuf sein Ansuchen vom 1. December l. J. an der ihm über⸗
ragenen Amtsve rwesung enthoben und dem Notar Becker
u Mutterstadt auf sein Ansuchen gestattet, von dem bezeich⸗
ieten Zeitpunlte an den gepruften Notariatspraktikanten
Icar Stett aus Edenkoden fur die Dauer eines Jahres
ils Amtsverweser auszuslellen.

Der Lehrer an der kathol. Schule zu Otterbach Joseph
Meiller wurde zum Lebrer an der kathol. Schule zu
Dittelbexbach, der Schulverweser Jac. Vogelgesang in
Neuburg zum Verweser der zweiten vrotestant. Schulverweser⸗
stelle in Oppau ernannt.

— — —— — —— — —
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demet
        <pb n="700" />
        Die Reichstagswahl vom 27.Oktober d. J. lieferte im IV. pfälz⸗
ischen Wahlkreise JZweibrücken folgendes Ergebniß
Abgegeben wurden Stimmen.. ..18,27686
Hiervon ungiltieagag... 38—
Gilltig 13,244. *
Von den giltigen Stimmen erhielten Oskar Krämer —WM6
düttenwerksbesitzer in St. Ingbert.. . 77610 Stimmen.
Dr. Eugen Jäger, Redakteur in Speyer. .8B,605 F
Es zersplitterten auf 12 verschiedene Persönlichkeitien. 80 R
Somit ist Hüttenwerksbesitzer Oskar Krämer von St. Ingbert mit
zbsoluter Stimmenmehrheit als Reichstags-Abgeordneter für den IV. pfälzischen
Wahlkreis gewählt, was nach 8 28 des Wahlreglements hiedurch bekannt
jemacht wird.
Zweibrücken, 81. Okltober 1881. 3 2*
Der Wahlkommissär:
D. SOHhIAGint weit.,
kgl. Bezirkaamtmann. 19
— — ——* —— 7—
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Art absolut unparteiisch oegenüber. Trotzdem bringen diefelben sowohl
auf politischem wie socialem Gebiete, ihrem Titel entsprechend, stets die neuesten
Rachrichten, und find namentlich auch in Bezug auf Kunft, Wifsenschaft, Haundel
Induftrie ⁊c. xc. auf das Beste iunterrichtet. Die Neuesten Nachrichten“ bringen
üͤber dies in ihrer Beilage den vollständigen E ourszettel aller an der
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MX 180.
Politische Uebersicht.
Deutjsches Reich.
Die in München J erforderliche Stichwahl
st auf 7. November anberaumt; außerdem aber
jaben in Bayern noch sechs Stichwahlen (in
dandau⸗Neustadt, Kaiserslautern, Hof, Kulmbach,
sürnberg und Würzburg) stattzufinden. Bis jetzt
ind in Bayern gewählt: 31 klerikale und 10
mtiklerilale Abgeordnete. (Gberbayern, Nieder⸗
ayern und die Oberpfalz schicken 18 ultramontane
Abgeordnete; dazu kommt nach die Stichwahl in
huünchen; Unterfranken 4 ultramontane und einen
iberalen, dazu die Stichwahl in Würzburg;
-cchwaben entsendet 6 ultramontane Oberfranken
inen liberalen (Feustel) und zwei ultramontane
v:. Gagern und Irhr. von Horneckh), dazu zwei
Stichwahlen (in Hof zwischen Schauß und Papel⸗
ier, in Forchheim zwischen Fürst Hohenlohe und
Landgerichtsrath Herz); Mittelfranken zwei natio⸗
nalliberale (Grieninger und Dr. Schreiner), zwei
Secessionisten (Stauffenberg und Jegel), einen ul⸗
ramontanen (Schmidt), dazu die Stichwahl in
sürnberg.

Nach zehnwöchentlicher Uebung wurden in
Bbayern am 30. Oktober die Ersatzreser⸗
ist en der Infanterie und der Fußartillerie (zu⸗
ammen 4629 Mann) wieder entlassen; die mit der
kinübung derselben betrauten Offiziere sprechen sich
uußerordentlich befriedigt mit der Führung, dem
Fleiße der Mannschaft und den in so kurzer Zeit
erzielten Resultaten aus.. 23 5

Der Kaiser ist wohlbehalten von Ludwigsluft
nach Berlin zurückgekehrt und wird zunächst dort
verbleiben. Die Jagden im Lezzlingerforst sollen
mm 18. und 19. November stattsinden. I

Im neuen Reichstage wird die Enischeidung
nehr als bisher, mehr als jemals beim Centrum
iegen. Mit den gemäßigt Liberalen konnte fich
die Regierung vielfach noch verständigen, die Ver⸗
chiebung nach links im liberalen Lager hat die
Tonsequenz, daß eine aus den Conserdativen und
den gemäßigten Elementen des Liberalismus be⸗
stehende Majorität, die im vorigen Reichsstag mit⸗
unter noch zusammen zu bringen war, jetzt unmög⸗
iich geworden ist. Das Ceutrum wird noch mehr
ils in der verflossenen Legislaturperiode zur Bil⸗
zung der Majorität herangezogen werden. Die Re⸗
zierung bietet denn auch dem Centrum bereits einen
hakt an. Der Berliner Officiosus, der sich von
Zeit zu Zeit in der Wiener, Pol. Corr.“ vernehmen
äßt, schreibt unterm 1. d. M.: „Die Majorität ist
ꝛei dem Centrum und bei den Conservativen, wenn
diese Gruppen sich vereinigen können. Die conser⸗
vativ·nationalliberale Majorität ift nicht mehr mög⸗
ich, weil erstlich die Nationalliberalen zu schwach
jeworden sind und weil zweitens Herr v. Bennigsen
)en Zielen des Kanzlers definitiv abgesagt hat.
das Centrum ist in der Vorhand und hat eine
zroße Gelegenheit, die Klugheit seiner politischen
deitung zu zeigen. Wenn die Herren glauben
ollten, als Sieger und Herren der Situation dem
steichskanzler ihre Bedingungen diktiren zu können,
verden sie Gelegenheit zum Lernen erhalten. Ver—
tehen sie, die Gunst der Umstände mit Mäßigung

ju benutzen, Erreichbares von Unerreichbarem zu
interscheiden, sogar Unwillkommenes zu fördern, um
Werthvolleres zu erlangen, so mögen sie die Rolle
arhalten, welche zwölf Jahre lang die national⸗
Aberale Partei inne gehabt hat, und mögen diese

Donnerstag, 3. November 1888.

16. Jahrg.

Rolle vielleicht mit weittragenden historischen Wirk—
ungen zum Nutzen des Vaterlandes und zum Heil
hrer Kirche in einem Moment durchführen, dessen
ritische Bedeutung für Rom wohl nur wenige
Fentrumsmitglieder bis jetzt ahnen. Die Gelegen⸗
seit ist seltener Art und das Versäumniß der rich—⸗
tigen Benutzung wäre von weittragendster Be⸗
deutung.

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*Si. Ingbert, 8. Nopr. EErnennung.
Herr Nechtspraktilant K. Auffschneider, z. Z.
Amtsderweser des k. Notars Herrn Sauer dahier,
wurde zum ek. Notar in Dahn ernannt.

F Zweibrücken, 1. Nov. Die für den heutigen
Tag in Ausficht genommene Aufstellung des Denk⸗
nals für den verstorbenen Herrn Regierungsrath
Damm ist leider in Folge verschiedener Umstände
inmoͤglich geworden. Insbesondere war der Marmor
ür die Büste nicht entjprechend, so daß derselbe
vieder nach Carrara zurückgesendet werden mußte.
doffen wir — und der Name des Künstlers Menges
Kaiserslautern) bürgt dafür — daß den Winter
iber das Denkmal fertiggestellt werde, so daß es
m nächsten Frühjahre aufgestellt werden kann, eine
neue Zierde des hiefigen Friedhofes, würdig des
Andenkens des so sehr verehrten Verblichenen.

(Zweibr. Ztg.)

— Das k. Amisgericht Waldmohr hat über das
Vermoͤgen des Louis Harth, früher Uhrmacher,
ett Direktor der Baumaterialiengesellschaft Glan—⸗
nünchweiler, in Glanmünchweiler wohnhaft, den
donkurs eröffnet, und zum Konkursverwalier den
Beschaftsmann O. Walter in Waldmohr ernannt.

—, Die Stichwahl für den Wahlkreis Landau—
Neust adt soll dem Vernehmen nach am Freitag,
den 11. ds., stattfinden.

—Ramberg, 1. Rob. Dieser Tage trug
ich hier ein interefsantes Geschichten zu. Ein
-chreiner wollte einem Handelsmanne von Böch—⸗
ngen seine Kuh verhandeln; fie wurden aber nicht
inig.“ Da jagte der Handelsmann auf einmal:
Meine Kuh wiegt schwerer, wie die Deine“.
Füur jedes Pfund, das Deine mehr wiegt, zahle
ch 5 M.“, erwiederte der Schreiner. Die Wette
var fertig, fie schlugen ein. Gestern nun wurden
ʒeide Kühe zu Landau auf der Stadtwaage ge⸗
vogen. Der Schreiner wollte seine Kuh vor der
Abwiegung mit Kleien und Brod füttern, aber sie
raß nicht. Unser Händler wußte seine Kuh besser
zu füttern, so daß sie kugelrund war. Es wurde
ewogen. Das Resultat war, daß die Kuh des
Letzteren 20 Pfund mehr wog; mit betrübtem
Herzen mußte unser Schreiner ihm 100 M. zahlen,
woran ihm auch kein Pfennig nachgelassen wurde.

56

— Auf den 18. November ist bekanntlich die
rdentliche Generalsynode des Consiftorialbezirks
Speyer einberufen. Zum kgl. Commissär für
ieselbe wurde, wie die „Allg. Ztg.“ meldet, der
Reichssrath Ferd. v. Bödina ernanni.

Ausland.

Wien, 1. November. Durch Handschreiben des
daisers an den Minister⸗Präsidenten Grafen Taaffe
wird die Einberufung des Reichsrathes auf
den 14. Nobember angeordnet.

Der Konig Humbert von Italien hat vor
einer Abreise von Wien bestimmt, daß dem
bürgermeister von Wien 8000 Francs zur Ver⸗
heilung für die Armen Wiens eingehändigt werden.
Der erste Secretär der itanienischen Botschaft, Herr
halvagna, hat dem Bürgermeister Ritter dv. Newald
diesen Betrag übergeben.

*Am Sonntag haben in der Schweiz die
Wahlen zum Nationalrat hestattgefunden
und sind dieselben, soweit sich erkennen läßt, ent⸗
schieden zu Gunsten der freisinnigen Partei ausge⸗
allen:. Von den bis jetzt bekannten Wahlen fielen
78 auf die demokratischefreisinnige Partei, 80 auf
zie Ultramontan-Conservativen und 19 auf die
onservative Centrumspartei. Da die demobkratisch⸗
reisinnige Partei einen beträchtlichen Zuwachs er⸗
jalten hat, so wird also das liberale Element im
Nationalrathe dominiren.

Nom, 1. Nov. Der König und die Königin
ind heute Morgen im besten Wohlsein ist Monza
eingetroffen. Auf der Reise dorthin wurden die⸗
elben überall, besonders in Mailand, begeistert be⸗
zrüßt. Der Minister des Innern, Mancini, ver⸗
blieb in Mailand, während Ministerpräsident De—
zretis die Reise nach Stradella fortsetzte.

* In Rußland macht sich die nihilistische
Agitation in neuerer Zeit wieder recht bemerklich.
das Geheim⸗Comitee der Nihilisten verbreitet massen⸗
jaft Flugschriften revolutionären Inhalts, von welchen
inige auch an die Offiziere der Armee gerichtet
ind; die Petersburger Polizei soll eine angestreng⸗
ere Thätigkeit als je entfalten und es wird auch
hehauptet, daß abwechselnd die Regimenter der
Betersburger Garnison in den Casernen consigniri
tünden, um einem eventuellen Aufstandsversuch der
Rihilisten sofort mit Waffengewalt zu begegnen.

Im auswärtigen Dienst Rußlauds sollen
zegenwärtig bedeutende Veränderungen geplant
verden. So verlautet der „Now. Wr.“ zufolge,
aß die russischen Missionen in Dresden, Weimar,
XDDO
vie auch die Stellung eines russischen Minister⸗
kesidenten in Frankfurt am Main aufgehoben
verden sollen. W

Tunis, 81. Okt. Die Aufständischen in der
Begend von Kef, Zaghuan und Kairuan sind fast
zanz zersprengt. Ein Theil hält noch die Berge
don Samada besetzt.

Waßhington, 1. Nob. Gestern erschien ein
ffenbar geistesgestörter Mensch mit einem sieben⸗
aͤufigen Revolver vor dem Weißen Hause und ver⸗
angte Einlaß; derselbe wurde nach heftiger Gegen⸗
vehr festgenommen. — Den Vertretern der Familie
»es Freiherrn von Steuben wurde bei ihrer An⸗
sunft in Chicago ein sehr freundlicher Empfang be⸗
reitet. — Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten
jat sich im Monat Oktober um 15 Millionen Dollar
erringert.

Vermischtes.

Her Polizeiinspektor Wirz zu St. Johann
hat an auswärtige Polizeiverwaltungen und Zei⸗
ungen folgende Warnung vor einem Schwindler
rgehen lassen: „In den letzten Tagen hat sich in
—AX junger Mann
von etwa 30 Jahren großer proportionierter Statur,
ingenehmen Aeußern, feinem Benehmen, welcher
Joseph Dumoulin heißen, aus Zulpich und Corte—
pondent der „Köln. Ztg.“ sein will, aufgehalten,
n den besten Gasthäusern und Hotels fein gelebt,
ind ist überall verschwunden, ohne zu bezahlen.
dier im Hotel Guepratte hat er auf diese Weise
26 M. 50 Pf. Schulden gemacht. Er pflegt sich
iberall als Bekannter höherer Beamter auszugeben,
veiß die saämmtlichen Redakteure anzugeben,
will am 22. ds. M. bei der Einweihung der Gar—⸗
nisonkirche in Metz als Berichterstatter gewesen sein,
und auf der Rückreise nach Koln zu demselben

— —
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        zwecke die einzelnen Städte zu besuchen. Der
Nensch, welcher mit einem braunen modernen
leberzieher und schwarzem Filzhute, wie überhaupt
sehr gut gekleidet, sonst aber ohne Gepäck ist, wird
der Aufmerksamkeit empfohlen, da er möglicher⸗
weise auch an andere Orte kömmt, damit derselbe
entlarvt und ihm die Schwindelei gelegtwird.
Von hier ist derselbe unter dem Vorgeben nach
Friedrichsthal zu seinem angeblichen Freunde,
Bergwerksdirektor Breuer zu reisen, um denselben
zu besuchen, verschwunden.“

Mainz, 29. Okt. Der Banquier Nathan
von Darmstadt ist von dort flüchtig gegangen, weil
derselbe es in seiner wilden Spekulation so weit
zebracht hat. daß er eine Reihe seiner Kunden um
ihr ganzes Vermögen betrog. Die Staatsanwalt-
schaft hat darauf hin eine Verfolgung des Nathan
verfügt, worauf sich der Banquier dieser Maßregel
durch die Flucht entzog. Der Telegraph war in—
dessen rascher als der flüchtige Betrüger, denn nach
einer gestern Abend auf dem hiesigen Polizeiamt
eingelaufenen Depesche ist Nathan im Laufe des
Nachmitiags in Koln verhaftet worden. (Der
Verhaftete, der nach dem „eRh. K.“ ganz à la
Gebrüder Sachs gearbeitet hat, ift am Sonntag in
Darmstadt eingeliefert worden.)

4 Graudenz, 1. Nov. Heute früh fand
zwischen Czerwinsk und Warlubien ein Zusammen⸗
stoß des von Dirschau kommenden Personenzuges
mit dem von Bromberg kommenden Güterzug statt.
Dem Lokomotivführer wurden die Beine zerschmettert,

un Schaffner getodtet und mehrere Personen ver
wundet. Die Strecke ist gespert
Wahlkuriosa, Damit ihre Wahlplakat
nicht abgerissen werden, haben die Karlsruher So—
ialisten diesmal gar keine angeklebt, sondern mittelst
„chablonen auf die weißen Wäande vieler Häuser
n Theerschrift: „Wählt Dreesbach“ geschrieben.
Ddie Hausbesitzer haben nun das Vergnügen, diese
Stellen überstreichen zu lassen. In Mannheim
vurden einem als Stimmzettelbertheiler gemietheten
dienstmann ganze; Packete mit Zetteln underer
barteien in die Rocktaschen geschoben, die er ge—
nüthlich vertheilte. Er soll dafür von seiner Partei
inige Denkzettel erhalten haben. In einem Dorfe
ʒei Karlsruhe vertheilte die Frau, Pastorin von
»aus zu Haus conservative Zettel, wahrend der
)err Pastor in Predigten-auf der Kanzel und im
Virthshaus für seinen Candidaten Propaganda
nachte. 67 n

ur Abhultung ves Gustav⸗Adolf⸗Festes das Kir.
lein der Evangelischen ausgeschmückt werden konnte.

4Bern, 29. Okt. Vorgestern Abend 104
Uhr ist im nördlichen Theil des Kantons Zürich
ein ziemlich starkes Erdbeben verspürt worden.
fLondon, 29. Ott. Die Vorarbeiten zum
Tunnel unter der Mersey zwischen Liverpool und
Birkenhead haben heute begonnen.

Die Ver. Staaten⸗Münzanstalt in Phila—
delphia wird goldene Erinnerungsmünzen schlagen.
Auf der einen Seite der Medaillen wird das Bild-
niß Garfield's und auf der anderen Seite das
vildniß Lincolnis sein.
er fälle.

Gestorben: in Landau Emilie Lahm,
394 J. a. in Steinweiler Jakob Geh—
zauer, 57 J. a. in Großbockenheim Ad—
unkt u. Gutsbesitzer Karl Wilhelm Lauer⸗
nann, 58J. 4.in Wald mohr, der Lehrer
Adam Stoll, 25 J. a., in Bergzabern der
Metzger Johann Weiß, 51 J. a.

ααιαν
Dienstesnachrichten.

Der Bewerber um das Gerichtsschreiberamt Neumayer
zon Frankenthal wurde zum Gerichtsschreiber am Landge-
ihyt München II ernannt, der Notar Krie ger in Winn⸗
veiler auf Ansuchen nach Otterberg versedßt.

Zum Posiamisgehilfen in Zweibrücken wurde ernannt der
jeprüfte Postaspirant Heinr. Schreinerx.

Für die Redaction verantwornlich· F. xX. Demez.

en Gemeinde
Zandhausen bei Heidelberg wurde seiner Zeit die
ilte evangelische Kirche an die israelitische Gemeinde
erkauft, welche eine Synagoge daraus machte.
Dda nun gegenwärtig die neue evangelische Kirche
aselbst einer Reparatur bedarf, so hat die israe⸗
itische Gemeinde mit Genehmigung des Rabbiners
»ie Synagoge bereitwilligst den Evangelischen zur
Abhaltung ihrer Gottesdienste überlassen. — In
zillingen hat der ganz katholische Gemeinderath
er dortigen evangelischen Diasporagemeinde einen
Zeitrag aus der Gemeindekasse bewilligt, damit
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hofraum und Gorten und allen für die bayrische Landes-Ausstellung ũbertragen. insbesondere die allei-
vnstigen Zubehorden neben Jo⸗ nige, Annahme von Inseraten für die offiziellen Kataloge, für den Führer
hann Brausen. lurch die Ausstellung, für die Lintritts-Billets. sowie die Anbringung von
A blakaten an den niotür bestimmten Plakattafeln ete.
n. Auffschneider, Alle diesbezüglichen Anfragen bitten wir daher Jecdiglieh an di⸗
Amtsverweser. genanunte Färmana zu riehten.
—.. — — Niirnherg., im September 1881. — I
Güterversteigerung. der Direktor des bayr. Cewerbemuseums
Dienstag, den 15. November Stegιο, J
nächsthin, Nachmittags um 1 Uhr Untor Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung 2ur glfal
zu Renutrisch in der Wirthschaft von Cenntniss, dass dis Prospekte. Preislisten ete. für die verschiedenen Pu
Herrn Jalob Quirin lassen die Witt⸗ blikationsunternenmungen der Ausstellung binnen Kurzem zur Ausgab-
we, Kinder und Erben des in Rentrisch gelangen werden. —
berlebten Peter Werner die nachhin Reflektanten auf die Plakattafeln bitto ich inre Anmeldungen scho—
beschriebenen Liegenschaften öffentlich jetzt an mich gelangen zu lassen.
an den Meistbietenden auf Zahlungs⸗ vürnhberg. —
iermin zu Eigenthum versteigern: —— —— im September 1881.
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22 2 22 *227 2 5 4 — — 28— — * 22 — *7272 —
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        vxAAr Ingherter Anzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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Der Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—

zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1.4 60 , einschließlich

40 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfaälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 8, bei Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
A 181.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
Gayrischer Landtag.) Der Abg. Wal—
er wird als Referent für den Finanzausschuß hin—
ichtlich des Gesetzentwurfes einen Kredit für Ka—
ernenbauten betreffend beantragen, daß die zum
dasernbauten betreffend beantragen, daß die zum
steubaue bezw. zur Vervollständig von Garnisons-
auten geforderten 2,177,100 M. nicht genehmigt
verden sollen, dagegen beantragt er die Genehmi—
ung dafür, daß die Ersparnisse an dem im Ge—
etze vom 28. Februar 1880 bewilligten Vorschuß⸗
cedite für außerordentliche Bedürfnisse des Heeres
Erweiterung der Schieß⸗ und Exezierplätze) ver⸗
vendet werden. Ebenso beantragt Referent die
zewilligung des Kredites für Verlegung des
auptlaboratoriums und der Geschützgießerei nach
ngolstadt 800,000 M. Der Korreferent Dr.
„rankenburger ist bezüglich seiner Anträge noch
ucht ganz schlüssig und will die definitiven An—
räge des Referenten abwarten. 3

München, 2. Nov. Die Kammer der Reichs⸗
uthe wird in nächster Zeit wieder mit Petitionen
im Aufhebung des siebenten Schuljahres über—
chwemmt werden; bereits sind Formulare ausge⸗
jeben und werden überall Unterschriften zusammen⸗
jetrommelt. In der Abgeordnetenkammer hat be⸗
lanntlich Frhr. v. Hafenbrädel einen Antrag auf
Aufhebung des fiebenten Schuljahres gestellt, und
ya die „Rechte“ die Mehrheit hat, wird er auch
mngenommen werden: Die Reichsrathskammer, die
denselben Antrag in der letzten Landtagssitzung ab⸗
zelehnt hat, soll nun durch die Petitionen and rn
Zinnes gemacht werden.

München, 2. Nod. Nach hieher gelangter
MNittheilung hat S. Maj. der deutsche Kaiser die
kErnennung des bisherigen Rathes bei dem k. bayer.
obersten Landesgerichte, von Bomhard, zum Reichsge⸗
iichtsrathe bereits vollzogen.

München, 2. Nov. Se. Maj. der Koönig hat
den kgl. Kammerer Karl Grafen v. Drechsel auf
deufstetten zum lebenslänglichen Reichsrath ernannt.

München. Das „Münchener Fremdenblatt“
chreibt: Der Abgeordnete Graf Preysing (Rechte)
zat dem Kriegsminister eine Denkschrift überreicht,
die an das Gesammtministerium gerichtet ist und
die thunlichste Beschränkung des „den Producenten
vie Consumenten schädigenden Zwischen⸗
Jandels behandelt und besonders darauf gerichtet
st, das Ministerium wolle geeignete Schritie thun,
illen kzl. Anstalten, besonders bei Verproviantirung
det Armee, durch Errichtung von Getreidebörsen
Belegenheit zu geben, direct ihre Einkäufe bei'm
Producenten zu ermöglichen und nur in Ausnahme⸗
ällen die Einkäufe bei Unterhändlern zu gestatten.

Karlsruhe, 2. Nov. Rach der „Karlsruher
zeitung“ soll der Landtag auf den 15. Nov. be⸗
rufen werden. Wenn der Reichstag auch in diesem
Monat zusammentrete, würde die Kammer nur die
ringendsten Geschäfte erledigen und im Jannar
ihermals zusammentreten.

Berlin, 2. Nov. Die „Prov.⸗Corresp.“ sagt
iber das Ergebniß der Wahlen: Im Ganzen ist
es hinter der Erwartung der Regierung zurückge-
blieben. Wie die partlamentarischen Verhältnisse
demnächst sich gestalten, hängt bei den einzelnen
Fragen von der Stellung der Parteien unter ein⸗
inder und zur Regierung ab. Die Regierung ist
jach wie vor von der Heilsamkeit ihrer Bestrebungen

Samstag, 5. November 1881.

überzeugt. Sie wird trotz der größeren Schwie⸗
rigkeiten auf deren Verwirklichung bedacht sein.
Je zerfahrener die Parteien bei den positiven
—„chöpfungen sein werden, desto mehr wird man
erkennen, daß die wirkliche Förderung des Volks⸗
vohles nur im festen Anschluß an die Regierung
moͤglich ist.

Berlin, 2. Nov. Am Hofe ist man nicht ohne
Besorgniß über die Erkränkung der Königin
von Sachsen. MDDieselbe leidet an Fieber. Der
kaiser empfängt, wie wir hören, täglich direkte Nach—
icht über den Verlauf der Krankheit. — Die Stich—
vahlen zum Reichstag sollen bis zum 14. d. M.
rledigt sein. Unter solchen Umständen bleibt es
nöglich, daß der Reichssstag bereits zum 17. Novem⸗
zer berufen wird; ein Beschluß ist noch nicht gefaßt.
Alle Betrachtungen über eine mehr oder minder nahe
Auflösung des neuen Reichstags find ohne jeden
dnhalt. — Als feststehend darf angesehen werden,
daß die Antisemiten, namentlich in Berlin und
ZBreslau, insgeheim und, soweit es geht, auch offen
für den Sieg der Sozialdemokraten gegen die
andidaten der Liberalen bei den Reichstagswahlen
agitiren. Die Wahl der letzteren in Breslau soll
denn auch mehr als fraglich sein.

Die Zusammensetzung des künftigen Reichs⸗
tages. Die „Nat.⸗Zig.“ hat unter Berüchsichti⸗
zung der wahrscheinlichen Resultate der Stichwahlen
die Zusammensetzung des künftigen Reichstages,
der in Klammern die Stärke der betreffenden Partei
m vorigen Reichstage beigegeben ist, wie folgt be—
rechnet: Conservative 56 (früher 58), Freikonser⸗
dative 29 (48), Centrum 100, dazu 10 Welfen,
macht 110 (früher 105), Nationalliberale 47 (64),
Secessionisten 41 (22), Fortschritispartei 59 (28),
andere Liberale 7 (9), Volkspartei 7 (4), Sozial⸗
»emotraten 8 (10), Polen 17 (14), Elsaß⸗Loth⸗
cinger Protestler 14, 1 Däne. Hiernach würde
die Bildung einer Mehrheit aus den beiden eon⸗
servativen Fraktionen und den Nationalliberalen
unmöglich sein — übrigens eine feststehende That—
ache. Aber es würde auch eine klerikal⸗conser⸗
vative Mehrheit unmöglich sein und die Entschei—
dung in den Händen der Polen, Welfen, Sozial⸗
demokraten, Protestler ꝛc. liegen.

Aus einer Uebersicht der Etatsstärke des deut⸗
schen Heeres für das Etatsjahr 1882/83, welche
dem Bundesrathe zugegangen ist, erhellt, daß das
deer zählt: an Offizieren 181834, davon kommen
uf Preußen 14,008, Sachsen 1137, Württemberg
773, Bayern 2216; an Unteroffizieren 51581
davon kommen auf Preußen 39591, Sachsen 3283
Württemberg 2341, Bayern 6366; an Mann⸗
chaften inkl. der Unteroffiziere überhaupt 427,274,
davon auf Preußen 330,629, Sachsen 27,606,
Württemberg 18,815, Bayern 50,224. Die Ge—⸗
ammtzahl der Militärärzte beträgt 1698, der
Zahlmeister 782, der Roßärzte 618, der Büchsen⸗
macher 656, der Sattler 93, der Diensipferde
81.2629
Auslarnd.

Obgleich Wiener Blaͤtter mit gaoßer Bestimmt⸗
geit über die bevorstehende Ernennung des Grafen
Andrassy zum österreichischen Minister des Aeußern
zerichten, so gehen den B. P. N. doch direkte
Meldungen aus Wien zu, welche die Richtigkeit
zieser Nachrichten in Zweifel ziehen und hinzufügen,
daß kein Anzeichen fuͤr eine überhaupt unmittelbar
bevorstehende kaiserliche Entschließung oder dafür,
daß eine solche bereits gefaßt, vorliege.

In Holland macht sich nach Berichten aus
Amsterdam eine sonderbare Beängstigung geltend:

16. Jahrg.

die Bismarckfurcht tritt wieder grell hervor und die
holländischen Patrioten sehen schon wieder das Ge⸗
penst einer deutschen Annexion. Amsterdamer Ge—
chäftsleute sollen an ihre deutschen Freunde die
ingstliche Frage gerichtet haben, ob die deutsche
Reichsregierung in der That beabsichtige, die Fahr⸗
harmachung des unteren Rheines für größere See⸗
chiffe durchzuführen und auf die Niederlande eine
Zression auszuüben dahin, daß dieselben zu diesem
Zwecke auch ihrerseits auf ihrem eigenen Gebiete
nitwirken mögen. Man könne in Deutschland, so
jeißt es weiter, doch nicht verlangen, daß Holland
reiwillig einen tiefen Schnitt in's eigene Fleisch
hue, und man habe doch auf der anderen Seite
Brund zu der Befürchtung, daß Fürst Bismarchk
ene Rheincorrektionsplane nur begünstige, um eine
Handhabe gegen die nmiederländischen Nachbarn zu
zewinnen und allerlei dunkele, in ihrer Unklarheit
aur um so furchtbarere Absichten auszuführen. (1!)

Paris, 1.Nop. Gambetta feierte gestern
seinen 44. Geburtstag und begann das Lebensjahr,
welches aller Warscheinlichkeit nach einen wichtigen
Abschnitt in seinem Leben bilden wird. Darüber
daß er die Bildung des Cabinets übernehmen wird,
daß die Leitung der Regierung nur die Vorstufe
zu der höchsten Wärde in der Republik für ihn
bilden wird, ist man hier einig.

Die Schäden in der französischen
Armee. In einem Artikel über die Schäden
in der französischen Armee wird der „Köln. Ztg.“
jeschrieben: Man wird sich erinnern, daß im Jahre
871 gewissenlose Lieferanten der Bourbaki'schen
Truppen Stiefeln mit Pappsohlen lieferten. Kaum
hesser sind die Tornister, welche vor einiger Zeit
zur Vertheilung gelangt find und nach wenigen
Tagen zerrissen waren. Wer hat Kesgeliefert und
ver hat die Wahl der Lieferanten getroffen?
Farre's seltsame Vorliebe sür die Intendanz ist
vekannt und die Anmaßung dieser in der Truppe
ehr unbeliebten Herren wird nur durch ihre Un⸗
ähigkeit übertroffen. Ueber die schlechte Verpfle⸗
jung der Mannschaften in Afrika und über die
entsetzlichen Zustände in den spärlich verstreuten,
ingesunden Lazarethen und Amdulanzen noch zu
prechen, hieße die Geduld des Lesers mißbrau⸗
hen. Es fehlt eben an Allem, an Lebensmitteln,
an Betten und noch mehr an Bettzeug, ferner an
Aerzten und Krankenträgern, Kleidungsstücken und
Schuhwerk, an Transportmitteln, Maulthieren, an
risenbahnen, an regelmäßiger Post⸗ und Telegra⸗
ohenverbindung u. s. w. Selbst in Frankreich
errscht in dieser Beziehung große Verwirrung;
o mußten z. B. die Reservisten in Melun in den
WBirthshausern essen, weil die Beköstigung in der
daserne ungenügend war. Es fehlte während der
Manöver an Pferden für die Trains der Infan—
erie, so daß man an den Patriotismus der Pferde
jesitzenden Soldaten appellirte und sie aufforderte,
gegen eine geringe Entschädigung und Befreiung
dom Dienst ihre Pferde vor die Wagen zu spannen
und letztere zu führen. Diese und ähnliche Vor—
kommnisse können offenbar die Achtung gegen die
oberste Heeresleitung und die allerdings an alle
)em ziemlich unschuldigen Führer und Unterführer
nicht erhöhen. Dazu kommt ein schamloses Pro—
ektionswesen, welches sich allenthalben geltend macht.
Die Kinder der Reichen, der Deputirten, der Gam—
vettisten werden bei der Beförderung in jeder Weise
bevorzugt, zu welcher Praxis die Bestimmung, daß
ein Theil der Offiziere nach dem Dienstalter, der
andere nach der Wahl aufrückt, eine bequeme Hand⸗
habe bietet. Die ältesten Offiziere werden nur zu
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        yft übergangen. Aus der Liste der Wahlvorschläge

Jeht nur zu oft u. a. hervor, daß 80 Oberstlieute-

aants unfähig zur Beförderung zum Obersten sind,

394 Bataillonschefs, 1692 apitäns von 1700

—DDD

Geradezu unbegreiflich ist die Sitte, daß die Offi—

siere bei den hohen Vorgesetzten Visite machen, um

äch eine gute Karriere zu erbetteln, genau so wie
die Kandidaten der Akademie. Diese Stellenjägerei,
welche trotz der Verbote noch immer im Schwunge
ist, muß in hohem Grade entsittlichend wirken und
die Zurückgesetzten, guter Empfehlung Entbehrenden,
auf's Aeußerste erbittern. Politische Reden, wie
deren eine z. B. noch kürzlich der Oberst Matthieu
in Lille als kleiner Revanche-Gambetta hielt und
wie sie jetzt sehr an der Tagesordnung sind,
können ebenfalls nur einen zersetzenden Einfluß
üben und die Armee ins Parteigetriebe hinein⸗
ziehen. —

Die französische Minifterkrisis wird nunmehr,
da, unbekümmert um alles Toben und Protestiren
der extremen Gruppen, eine starke Majorität in der
ammer sich für Gambetta ausgesprochen, nächster
Tage schon in Fluß gerathen und aller Voraus—
ticht nach rasch verlaufen.

Der „St. Petersburger Ztg.“ zufolge wird die
Krönung des ruffischen Kaiserpaares im Mai
nächsten Jahres stattfinden, und werden die Vorbe⸗
reitungen dazu in Moskau schon in großem Maß-
stabe getroffen. — Die kaiserliche Familie ist ganz
merwartet von Peterhof nach Gatschina überge⸗
fiedelt, um den seit dem März-Attentat von jedem
Geräusch nervös erregten jungen Großfürsten- Thron⸗
folger von dem aufregenden Treiben der Residenz
fernzuhalten.

Petersburg, 31. Olt. Gerhaftun gen.)
Am Samstag ereignete sich hier nach einer Meld—
ung der „Dailh News“ folgender Vorfall: „Gegen
3 Ühr Morgens verhaftete die Polizei zwei junge
Franzosen in einem Hotel. Die Franzosen leisteten
derzweifelten Widerstand und feuerten mehrere
Schüsse ab, von denen einer einen Polizeiagenten
sserwwundete. Die zwei Fremden wurden schließlich
uberwältigt, und bei einer Nochsuchung in dem von
ihnen bewohnten Zimmer Warden Schriftstücke
compromittirender Natur vorgessaden. Am näm⸗
üchen Abend wurde ein dritter Franzose in dem⸗
selben Hotel verhaftet. Diese Herren waren nur
wenige Tage in der russischen Hauptstadt gewesen,
ind es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß
iie bezwedten, einer revolutionären Versammlung
zeizuwohnen. Der franzöfische Botschafter in St.
Peiersburg hat die Angelegenheit seiner Regierung
zetichtet und erwartet Instruktionen.

London, 2, Nob. Bei den gestrigen Muni⸗
zipalwahlen in allen Städten Englands siegten im
aAlllgemeinen die Tories über die Whigs, besonders
in Städten, wo eine starke irische Bevölkerung ist.
Die Iren stimmten für die Konservativen oder ent-
hielten fich der Wahl.

London, 3. Novb. Der, Times“ zufolge sollen
die Berhandlungen bezuglich des Handelsvertrages
zwischen England und Frankreich nicht unterbrochen,
sondern nur bis Ende dieser Woche vertagt werden.

Mit der Forisetzung der griechisch⸗tũrkischen
Gebietsübergabe, beziehungsweise mit der Uebergabe
der dritten Sektion dieses Gebietes, nämlich jenes
von Volo, wird im Laufe der nächiten Woche be—
qgonnen werden.

Waßhington, 2. Nopb. Aus San Francisco
wird gemeldei: Der hiesige Hafen ist gegenwärtig
derartig mit Schiffen überfüllt, daß die Dockvor⸗
richtungen fich als unzureichend erwiesen haben und
nehrere Schiffe genothigt waren, ihre Ladungen in
henachborten Häfen zu löschen.

Lootale und pfälaische Nachrichten.
*St. Ingbert, 4. Nov. Aus Anlaß der
Zapitalrentenfassionen wollen wir zur
Aufklärung bemerken, daß gegenwärtig hinsichtlich
der Regelung der Steuersätze eine wesent liche
Abweichung von den früheren Normen besteht,
dem an Stelle der Klassenskala nunmehr
prozentuale Steuersätze getreten find, welche in
olgende fünf Abstufungen zerfallen, nämlich:

d bis 100 Jahresrente 1Va do einfache Steuer;
100, 400, ——A
400, 700, 2 ,
700 , 1000, ne 3 80,
mehr als 1000, 31! 0

— Zweibrücken, 3. Nov. Nachdem der
wuthbverdächtige Jagdhund, dessen man

leider immer noch nicht habhaft geworden, auch in
Montbijou und Dietrichingen Hunde gebissen, hat
das kgl. Bezirksamt sich veraulaßt gesehen, die
zmonatliche Hundesperre auf Mausch—
bach, Dietrichingen und Hornbach aus—
udehnen. (GZw. Ztg.)

— Winzeun 1. Nov. Heute brannte das in
iesem Jahre neuerbaute Haus des Ackerers Jakob
Zunz bis auf die Mauern nieder. Wie man hört
var das Haus noch nicht in die Brandkasse auf—
jenommen, auch' eine Umschreibung der Mobiliar—
jersicherung vom alten auf das neue Haus hat noch
uicht stattgefunden. Eine ernste Mahnung, eine
'o wichtige Angelegenheit doch immer rechtzeitig zu
cegeln! (P. A.)

— Seminar Turnlehrer Reuther in Kaiser s⸗
hautern hat eine Maschine erfunden, welche ge⸗
tattet, innerhalb weniger (3 bis 4) Minuten den
geräthfreien Raum einer Turnhalle staubfrei zu
einigen. Diese Maschine wurde dieser Tage in
VWorms einer Prüfung in der Turnhalle bei dem
Bolksschulhause unterzogen. Die Leistung wurde
uls gut befunden. Die Maschine nimmt Sand ꝛc.
aund alle Siaubtheile gründlich auf und zwar gründ⸗
icher, als dies durch Kehren geschieht; die Maschine
st leicht zu handhaben. Dieselbe wird in allen
reien Räumen, welche einer schnellen Reinigung
)edürfen, recht gute Dienste leisten.

— Neustadt, 2. Nov. Gestern fand dahier
ie feierliche Einweihung der neuen Kleinkinderbewahr⸗
instalt statt. Das neue Gebäude wurde von Herrn
gankier Hetzel der Stadt zum Geschenke gemacht;
erselbe hatte zuerst den Grund und Boden ange⸗
auft und dann der Stadt 50,000 Mark zur Er⸗
ichtung des Baues überwiesen.

— Bom mittleren Gebirg wird dem
Pf. K.“ unterm 1. November geschrieben: Nachdem
zer Herbst nun eingethan und ein Urtheil über den
ieuen Wein möglich ist, läßt sich annehmen, daß
erselbe unter die Klasse sehr guter Mittelweine ge⸗
echnet werden kann und etwa die Qualität des
»8Sers haben wird. Leider hat der ganze Strich
on Neustadt bis Dürkheim nur einen Drittels⸗,
heilweise sogar nur einen Viertelsherbst zu ver⸗
eichnen. Daß aber trotzdem die Guͤterpreise nicht
urückgegangen find, zeigte sich bei einer Versteiger⸗
ing, die vor einigen Tagen zu Mußbach abgehalten
vurde, wobei sämmtliche ausgebotenen Weinberge
ohe Preise erlangten, u. a. 10 Decimalen um
50 M. und 26 Decimalen um 2600 M. zuge⸗
chlagen wurden. Letzteres beträgt für den Morgen
»on 100 Ruthen oder 25 Aren 7000 M. Man
vürde jedoch sehr irren, wenn man aus diesen hohen
Preisen einen Schluß auf allgemeinen Wohlstand
iehen wollte. Solche Preise können, wie auch
inderwärts, nur Diejenigen zahlen, welche im Stande
ind, Jahre lang auf einen guten Herbst zu warten.
die Uebrigen — und zu ihnen gehört der größtt
Theil des Mittelstandes — leiden schwer unter dem
Druck der gegenwörtigen Verhältnisse.

— Die diesjährige Hauptversammlung des
Pfälzischen Sängerbundes“ wird am
Sonntag, den 13. November ds. Is. in der Bau⸗
r'schen Wirthschaft zu Haardt mit folgender
Tagesordnung abgehalten: 1) Entgegennahme des
dahresberichtes. 2) Bescheidung der Rechnungen.
3) Festsetzung des Voranschlages. 4) Neuwahl des
lusschusses. 5) Neuwahl des musikalischen Komi⸗
e's. Nach dem letzten Jahresbericht umfaßte der
Pfälzische Sängerbund'“ 163 Vereine mit 4617
Zängern, heute zählt derselbe: A. Ordentliche Mit—
zlieder: 37 Vereine mit 919 altiven und B. Außer⸗
rdentliche Mitglieder: 121 Vereine mit 3400 ak—
iven, im Ganzen somit 158 Vereine mit 4316
SZängern. Das Inventar erhielt einen Zuwachs
yon 29 Chören, 20 für Männer und 9 für ge—
nischten Chor. Die Bundesrechnung für 1880,81
rweist eine Einnahme von 849 M. 89 Pf. und
ine Ausgabe von 800 M. 82 Pf. mithin Kassen⸗
orrath 49 M. 7 Pf. Das Gesammtvermögen ohne
zerlagswerke beträgt nun 7825 M. 834 Pf. Die
zerlagsrechnung vom 1. Okt. 1880 bis 30. Sep⸗
ember 1881 hatte Einnahmen 966 M. 3 Pf.,
AUusgaben 852 M. 66 Pf., bleibt Kassebestand 112
M. 37 Pf.; hierzu die Depositen mit 6835 M.
30 Pf., ergibt ein Baarvermögen von 6949
M. 27 Pf. Der Voranschlag der Einnahmen und
Ausgaben für 1881/82 ist 639 M. 7 Pf.

Vermischtes.
Die Saar- und Moselwerke haben seit
dem 1. November die Preise für Walzeisen um

x M. und far Sctager um 3 M. per 2
abermals erhöht, was in einem Zeitraum von
Monaten M. 10 Aufschlag per Tonne ausmach,
Diese Vorgänge beweisen, daß sich die Eisen,
industrie wieder zu heben beginnt.

Im Wahlkreis Ottweiler⸗St. Wendel⸗Meisen
heim ist die Stich wahl zwischen Professor Frhr
von Herthing (Centr.) und Bergrath Täglichs
beck Cibr.) auf Donnerstag, 10. November, fen
gesetzt.

FeFrankfurt a: M., 1. Nov. Wie hiesig
Blätter melden, fand heute in der Broenner'sche
Chemikalien⸗Fabrik eine Explosion statt, bei welche
mehrere Arbeiter getödtet wurden. 1

7F Frankfurt, 2. Rov. Ein Kabeltelegramm
der „Frankfurter Jeitung“ meldet aus New⸗-Yor
das Falliment der New-HYorker Bank mit 9 Mil
Passiva. Ueber 2 Millionen sind defraudirt.

F Dem ,Frankfurier Journal“ wird aus Berlix—
gemeldet: Redakteur Fränkel vom Berline
Zörsencourier wurde am 2. d. M. wegen Beleidi
zjung des Fürsten Bismarck, Minister Maybadh
Blankenburg und Kores zu 18 Monaten Gefäng
aiß verurtheilt und sofort inhaftirt.

F Frankfurt a. M. Ein interessantes Schrei
hen kommt dem „General⸗Anzeiger“ von der Firme
Bebrüder Stollwerk in Cöln unterm 28. Oktobe
zu, in welchem es heißt: „Man mag dem dortige
Ausstellungs-Vorstande Alles vorwerfen; aber da
derselbe etwas versäumt habe, den Aussteller finanzie!
seranzuholen, kann ihm nicht nachgesagt werden
Die Kosten unserer Betheiligung haben sich auf di
Höhe von 35,345 Mt. belaufen. Nachträglic
verden noch ca. 1000 Mk. für Schutz gegen di
Zzonnenstrahlen, Auswechselung von Balken, Ver—
chnitt von Dielen für die Riemendurchlässe, Sand
mifschüttung ꝛc. verlangt. Das Verhältniß de
Spesen für Betriebskraft, Dampf und Wasser stell
ich zu Düsseldorf wie 5 zu 1; da der Besuch un
die Fabrikation nicht den dritten Theil von Düssel
dorf betrug, so ist das Verhältniß wie 15 zu
Für uns war es die kostspieligste der 11 Ausstel
lungen, an welchen wir uns betheiligten.“

F Das „Frankfurter Journal“ hat m
der Nummer vom 31. Oktober aufgehört zu er
scheinen. Das Blatt ist mit dem 1. November
den Verlag der „Frkf. Pr.“ übergegangen.

4 Das koͤniglich preußische Statistische Am
erklärt die jungst auch von uns gebrachte Mitthei
ung, daß am 9. Dezember ds. J. eine Viehzäh
ung im Deutschen Reiche stattfinden solle, für irt
hümlich. Weder im kaiserlichen statistischen Amtt
noch m tonigug preußischen statistischen Burear
ist von der Anordnung einer solchen Zäühlung aus
aur das Geringste bekannt, und sind daselbst auf
keinerlei Vorbereitungen hiefür getroffen.

(Zur Warnung) Am 28. Okt. wurde in
Nürnberg ein Sergeant des 14. Infanterie-Regiment
begraben, der an Blutvergiftung gestorben. Derselb
hjat sich, wie wir dem „N. A.“ entnehmen. voꝛl
wenigen Tagen mit einer jedenfalls rostigen Fede
ein im Gesicht befindliches Bläschen ausgestoche
und hierdurch sich seinen Tod geholt.

(Ein Auswanderungsproject.) Den
Vernehmen nach hat ein Auswanderungs-Comisser
aus Süddeutschland, Namens Busses, das westlich
Manitoba besucht und soll angeblich von seinen
daselbst gemachten Erfahrungen dermaßen befriedit
worden sein, daß er die Aufmerksamkeit von Aus
wanderern aus Württemberg nach ienen Gegende
lenken will.

F(Der Sängerkrieg in Stuttgart.
Ist der Kindersegen auch ein Segen? Wohin d
Frörterung dieser volkswirthschaftlichen Fragenc
ühren kann, beweist folgender Vorgang, den di
„Württemb. Landesztg“ erzählt. Saßen da in einer
leganten Café der Residenz zwei feine Herren, de
ine war ein Sänger, der aber augenblicklich de
ꝛampenlicht meidet, der andere „der Mann ein
zerühmten Frau“, der Gemahl einer Sängeri
velche nunmehr Stuttgart den Rücken gewendet hau
Diese Herren unterhielten sich äußerst lebhaft, aber
nicht war es die Kunst, die sie beschäftigte, nir
iber die Undankbarkeit des Publikums, über d
Ungerechtigkeit der verschiedenen Theaterdirectione
klagten sie — sie sprachen über einen für die Voll
wirthschaft außerordentlich wichtigen Gegenstand
sie erörterten die Frage, ob für das Wohl eine
Landes wie eines Einzelnen der Kindersegen in d
Familie vortheilhaft sei oder das in Frankrei
uübliche Zweikindersystem. Beide Gatten standen
mit ihren Ansichten schroff gegenüber, jeder glaub
aus Erfahrung sprechen zu konnen. Der akademit
        <pb n="707" />
        Hur.ruug nahi vaid einen pccsonsichen Trãrãlter a.
ind als von Seite des Sängerin⸗Gemahls eine für
die Gattin des mit einer großeren Anzahl Kinder
beglückten Sängers wenig schmeichelhafte Bemerkung
siel, gab der Saänger eine schlagende Antwort,
pelche sofort von seinem Gegner erwidert wurde
ind dann griffen sie nicht zu den „spitzigen Scheeren,“
jondern zu den kugeltreibenden Queue's und walkten
peidlich sich durch. Als nun die rüstigen Arme
rlahmten, traten die Zungen auf's neue in ihr
stecht. Die beiden Gegner überhäuften sich mit
lusdrücken, welche Heine in seinem Turnier zwischen
sabbinern und Franciskanern mit der Wendung
andeutet : „Jedes Wort das war ein — —“.
die Erdrterungen des volkswirthschaftlichen Pro⸗
lems werden nun wohl in einer nicht uninter—
ssanten Gerichtsverhandlung ein Nachspiel erhalten.
Jür den einen der Herren aber hat sich der Kinder⸗
egen nicht zum Segen gestaltet.

Richard Wagner ist am Mittwoch Vor⸗
mittag 8 Uhr in einem Salonwagen mit Gemahlin
in München eingetroffen und am Bahnhofe von
dem Hofcapellmeister Levi empfangen worden. Nach
einem in einem Separatgemache des Centralbahn⸗
hofes eingenommenen Frühstücke setzte Rich. Wagner
n 9u/ Uhr die Reise direkt nach Verona fort und
trifft Freitag in Neapel ein.

FAus dem Thüringer Wald wird berichtet, daß
vort seit Sonntag der Schnee schon fußhoch liegt.
Den dortigen Landwirthen wird daraus starker
Schaden erwachsen, indem fich noch viele Kartoffeln
im Felde befinden.

FGeichsstempelsteuer.) Um über die
vielfachen Zweifel bei der Handhabung des Reichs⸗
jempelsteuergesetzes vom 1. Juli d. J. sich zu ver⸗
jändigen, treten auf Anregung des bleibenden Aus⸗
chusses des deutschen Handelstages Delegirte der
rößeren Handels- und Börsenplätze im Laufe des
sovember in Berlin zusammen.

Die Zunahme der Vevölkerung be—
rag in den letzten Jahren für Deutschland 1.09
„vom Hundert, Oesterreich 9.74, Ungarn 0. IL, die
Schweiz 0O.685, Dänemark 1.05, Norwegen 0,60,
Frankreich O.29. Ungarn und Frankreich zeigen
bon den genannteu Staaten die langsamste Ver—
mehrung.

unsere Lesetinnen werden es dankbar aner⸗
ennen, wenn wir sie auf die Erfindung eines neuen
Artikels aufmerksam machen, der in den Haushalt-
ingen in gar nicht zu langer Zeit fast unentbehrlich
sein dürfte. Es ist ein Kaffeefilter, der den
leider noch überall eingeführten Kaffeesack hoffentlich
recht bald vertreiben wird, da die sich an letzteren
nüpfenden Unzuträglichkeiten dringender Abhülfe
ʒedürfen. Schon von vielen Seiten ist versucht
vorden, den aus alten Zeiten stammenden Kaffee⸗
ack durch etwas anderes zu ersetzen, man hat aller⸗
zand Apparate konstruirt, welche aber immer wieder
zeseitigt werden mußten, da sie den an sie gestellten
Auforderungen nicht genügten. Während des Ge—
brauches verstopften sich entweder diese neueren Ma⸗
chinen oder sie verhinderten doch nicht vollständig
ein theilweises Durchgehen des Kaffeesatzes und man
vird bei den bis jetzt bestehenden Einrichtungen
aum im Stande sein, einen absolut klaren Kaffee
borsetzen zu können. Allen diesen Uebelständen wird
durch Fischer' s patentirten Kaffeefilter ab—
geholfen, derselbe ist einfach konstruirt und entspricht
Jen an ihn gestellten Anforderungen in jeder Weise.
Der Apparat ermöglicht den Durchguß des Kaffees
ohne jcdwede Stochung und der damit hergestellte
Kaffee ist absolut klar und ohne den geringsten
Beigeschmak. Als ein weiterer Vortheil ift beson⸗
ders hervorzuheben, daß bei der leichten, schnellen
iber gründlichen Reinigung des eigentlichen Filters
ein Begreifen nicht nöthig ist und es bei Bereitung
namenilich des Morgenkaffees gegenstandslos bleibt,
b die Hände entweder aus übeler Gewohnheit oder
ius Versehen eine Reinigung erfahren haben oder
nicht. Wir können diese neue Erfindung nur mit
Freuden begrüßen, dieselbe wird sich durch ihre
draktische Verwerthung überall rasch Bahn brechen
ind in jeder Haushaltung, sowie anderen größeren

xtablissements und Restaurationen bald angeschafft
werden. Die Firma Weibezahl und Schneider in

Dresden (bekannt durch die überall so schnell beliebt

ewordenen Kuntze's Schnellbrater) hat die alleinige

Fabrikation dieser Kaffeefilter übernommen und wird

iberall Niederlagen der verschiedenen Größen zu

Fabrikpreisen errichten.

GErben zu 20 Mitlionen Dollar
gesucht.) In Amerika starb vor einiger Zeit ein
Mann. Namens Schiffer. der sein ganzes Vermögen

VcIöu-— —
ermachte, welcher aber ebenfalls bereits gestorben
st. Auf Ausschreiben des Krakauer Stadtgerichts hat
ich bis jetzt nur Fran Julie Pollak, geb. Schiffer,
us Brodh gemeldet. Vielleicht existiren auch in
Deutschland erbberechtigte Personen, die den Namen
Schiffer tragen.

'Criftiger Grund) Herr v. X., der
hübsches Vermögen sein nennt, ist immer mit tadel⸗
loser Eleganz gekleidet — bis auf den Hut, der
jo abgegriffen und schäbig aussieht. wie nur mög.
ich. Aüe seine Bekannten ziehen ihn häufig wegen
jeiner herabgekommenen Kopfbedecung auf. Gestern
)erließ ihn die lächelnde Geduld, mit der er ihre
steckereien bisher ertragen: „Ihr moquirt Euch
iber meinen Hut und glaubt, ich verlängere seine
Fristenz aus purem Geiz so über Gebühr!“ rief er.
Num denn: nein! Vor einem halben Jahre sagte
neine Frau zu mir: So lange Du Dir leinen neuen
zut anschaffst, gehe ich nicht mit Dir aus. ..
Versteht Ihr nune“ — Sie verstanden ihn.

4 Ein fanatischer Velocipedist befindet sich
inter den neugewählten Mitgliedern der französi—
cchen Kammer; Hes ist der Dr. Frery aus Belfort.
xr verschmäht die Eisenbahn und hat die Reise
on seiner Heimath nach Paris auf dem Bichkle
urückgelegt. Ebenso existiren für ihn auch nicht
ie Droschken. Er erschien bei der ersten Sitz⸗
ing im Hofe des Palais Bourbon auf seinem
VBelociped.

ZurAbkühlung der Krankenzimmer
chlägt ein franzosischer Arzt ein Verfahren vor,
»essen Einführung sich allgemein empfehlen dürfte.
zrläßt närnlich die weit geöffneten Fenster mit
deinwandvorhängen verhängen, die in Wasser ein⸗
jetaucht find. Das Wasser verzehrt nun in seinem
lebergange aus dem flüsfigen in den luftförmigen
Zustand Wärme, was ein Sinken der Temperatur
im vier bis fünf Grad zu bewirken vermag, während
zleichzeitig die im Zimmer verbreitete Feuchtigkeit
zas Äthmen erleichtert. Auf diese Weise kann man
selbst im heißesten Sommer dem Krankenzimmer
jast dieselbe erfrischende Temperatur geben, die nach
»inem Gewitter herrscht.

4 Wie lange dauert ein fran zösischer Mi⸗
nister? Ueber diese Frage stellt der bekannte Publi-
ist J. J. Weiß im „Figaro“ statistische Erheb⸗
ingen an. In den 35 Jahren von 1845 - 1879
aben nicht weniger als 82 Minifter den öffentlichen
Interricht regiert. Das gibt per Minister ein Jahr,
in Monat und vier Tage. Von den 22 Ministern
varen aber vier besonders dauerhast, sie brachten
s zusammen auf 22 Jahre; es bleibt daher für
ie“28 andern Exzellenzen eine gar kurze Herrlichkeit:
ünf Veonate und siebzehn Tage. Die Minister
es Innern seit dem 4. September 1870 bis zum
15. November 1881, an welchem Tage Ferry und
eine Kollegen zu ihren Vätern versammelt sein
ürsten, sind 24 gewesen, macht per Kopf fünf
Monate und achtzehn Tage Regierung. Kein Wunder,
haß die seßhaften Direktoren der Ministerien den
eweiligen Minister, den eine politische Sturzwelle
n's Amt geschleudert hat, nicht anders nennen. als
den „locataire!“

Die Entwicklung des Eisenbahn—
retzes Europas. In der statistischen Monats⸗
chrift der statistischen Central ⸗Commission Oester⸗
reichs gibt Bratassevic folgende Darstellung der Ent—
wicilung des Eisenbahnnetzes Europas: Es betrug
die Länge der Eisenbahnen in Kilometern am Schlusse
der Jahre 1845 18653 1875 1879
Deuisches Reich .2143 13,900 27,995 33,387
Zroßbritannien. 4082 21,886 26,819 28,300
Frantreich . . 870 13,577 21,596 26,775
Kußland . .. 144 3,926 18,592 33,299
Deflerreich Ungarn 1058 6,397 16,766 18,800
Jtalien . 128 4367 7,708 8,418
S„panien.. — 95761 5,838 5,199
z„chweden. .. — 1302 3,540 5,723
Belgien . . 57 2,250 3,499 3,740
Schweiz. 321 2,055 2,582
Niederlande 125 2365 1,900 1,967
Türkei .. — 1587 1,469
Dänemark. 266 1,563
Rumänien 1,233 1,241
Portugal .. O36 1,152
Norwegen . 557 1,059
Briechenland .. — 3— 18
In ganz Europa 9163 75,815 141,948 185,183

Der größte Zuwachs der jährlich eröffneten
Fisenbahnlinien fällt in Europa auf die XX
1871 und 1873. dann folagte in Folge der allge—

—
Jahren des verflossenen Decenniums ein neuer Auf⸗
schwung Platz griff. —

pVern S. Novb. Heute Morgen 9 Uhr 50
Minuten ist der erste directe Zug durch den Gott⸗
hardtunnel von Airolo in Goschenen angelangt.
Die Fahrt dauerte 50 Minuten. 100 Personen
nahmen daran theil.

F Ein heftiger Cyclone tobte am Dienstag in
Neapel, wobei Verluste an Menschenleben, Ver—
wüstungen in der Stadt und viel Unglück auf dem
Meere zu beklagen sind.

FDie junge Dame, welcher neulich zu Rockport
in New⸗HYork als der Schönsten der Schönen
des genannien Staates ein Preis von 200 Doll.
zuerkannt wurde, ist verrückt geworden, und zwar
—
schiedener Haarfärbemittel. —

F Auch Gustav v. Moser, der beliebte
deutsche Schwänkedichter, will Amerika jetzt einen Bet
such abstatten. Die „New⸗ Yorker Staatszeitung“
neidet nämlich: „Zu den Spezialitäten der bevor⸗
tehenden Saifon des Thalia-Theaters in New-York
vird ein Moser⸗Cyclus gehoͤren, wozu die — Ankunft
des berühmten Schwankdichters selbst Veranlafsung
ziebt. Gustad v. Moser will nämlich noch vor Ab⸗
iauf dieses Jahres in New⸗-NYork eintreffen und hat
sich ausbedungen, die Inscenirung aller seiner Stücke,
welche waͤhrend seines hiesigen Aufenthalts im Thalia⸗
Theater gegeben werden, selbst zu leiten.“
Gemeinnütziges.

(Gegen Mitesser) empfehlen sich warme Seifen⸗
däder, Waschen der Stellen mit Seifenwasser und
Trockenreiben mit Flanell. Auch ist es gerathen,
die Stellen mit einer Salbe einzureiben. die aus
1Eßlöffel voll Honig, 2 Eßloffel voll Bierhöfe und
ebensobiel Weizenmehl besteht und sie nach 5 bis
10 Minuten wieder mit Seifenwasser abzuwaschen.

(Gegen die rauhe Haut der Hände.) 1 Loth
frische ungesalzene Butter und h Loth gutes Mohn—
zol läßt man an einem warmen Orte untereinander
ließen nnd reibt sich damit täglich die Hände, ehe
man zu Bette gebt
terbonle.
Gestorben: in Fankenweiler Philipp Laugel,
33 J. a.; in Neunkirchen Friedrich, 23.
alter Sohn von Karl Maus; in Standenbühl
Frau Elisabetha Krämer, geb. Graf, 77 J. a;
Landau Karl Mayer, GEymnasiast, 18 J.
a.; in In genheim Frau Katharina Armen⸗

dinaer deb. Kaiser. 29 J. a.

F

Nar?thetHte.

Zweibrucken, 8. November. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
uuanenmarti.) Weizen 12 M. 61 Bf.. Korn 10 M. 16 Pf.
Berfte zweireihige G M. — Pf., vierreihige 7 M. 78 Pf.
Spelz 8 M. 77 Pf., Spelztern — M. . XxPf., Dinkel
M. — Pf., Mijchfrucht 10 M. 30 Pf., Hafer 7 M
87 Pf. Erbsen — M. — Pf. Widen 7 M. 50 Pf.,
Kartofsein 1 M. 50 Pf. Heu 4 M. 60 Pj., Stroh 8 M.
80 Pj., Weißbrod 1!/3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 8 Kilo.
73 Pij, Gemischibrod 3 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 90 Gr.
—X
fleisch 40 Pf., Hamielfleisch 60 Bf., Schweinefleisch 56 Pf.
Butter / Kilogt. 1M. 15 Pf., Wein l Liter 80 Pf.
Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 2. November. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
liennnartt.) Weizen 12 M. 59 Pf. Korn 10 M. 10 Pf.
Spelzlern - M. — Pf. Spelz O M. — Pf. Gerste
dreihige — M. — Ps. Secste kreihige — M. — Pf.
Hafer“7 M. 68 Pf. Mischfrucht 10 M. 49 Pf., Erbjen
A M. — Pf., Widen — M. — Pf., Bohnen 0 M
— pf., Kleesamen — M. —. Pli Kornbrod 6 Pfund
— Pj. Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pff, Ochsenfleisch — Pf,
Rindfieisch 40 Pf. Kalbfleisch 40 Pf. Hammelsleisch — Pf.
Schweinefieisch 530 Pf. Butter J Pfund 1 M. 1Pf.
artoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pf. *

Kaiserslautern, 31. Oltober. (Fruchtmittelpreis und
Bittualienmarkt.) Weizen 12 M. 50 Pf. Korn 10 M.
f.Speiziern IIM. 10 vs., Speij 8 W. 84 v.
Geiste 9 M. 31 Pf., Hafer 8 M. 02 pf. Erbsen — M.
— ppf., Wichken O M. — Pf., Linsen — M. — Pjf., Klee—
samen — M. —, vf., Schwarzbrod 6 Pfund — Pf., do.
3 Pfd. — Pf., Gemijschtbrods Pfund — Pf. Vutter pro
Bfdeo M. — Ppf., Eier 1 Stück — Pf., Kartoffeln pro
Zentner O M — Pf.,Stroh O M. — Pf, Heu pro CEtr

Roan — Bßf., Kleebeu dO M. — Pi
Sur »Nedaction verantwortlich: F. X. Deme tz.

Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dar⸗
gestellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen
W. Voff'schen Katarrhpillen, welche den so lästigen Schnupfen
n wenigen Stunden beseitigen und heftige Lungen-Rachen-
ind Kehlkopftatarrhe binnen kürzester Frist in die mildeste
Form uderfuhren, sind (a Dose Mt. 1) in fast jeder Apotheke
su haben. Doselbst wird auch eine kleine Broschüre über
Fieses neue Heilverfahren von Dr. med Wittlinger unent-
reltlich abgegeben
        <pb n="708" />
        Volztransport.
Aus den Waldungen der H.H.
Gebr. Krämer wird pro 1881,82 der
Transport von ca. 1900 Cubikmtr.
Stammholz an die Halden des bayer.
Bergamtes und die Holzplätze des
Eisenwerkes auf dem Submisfionswege
an den Wenigstnehmenden vergeben.
Die diesbezüglichen Eingaben wollen
bis zum 12. Novbr. bei dem Unter⸗
zeichneten deponirt werden, bei welchem
auch die näheren Bedingungen zu er⸗
fahren sind.
Küßwetter,
Oberförster.
(affe Oberhauser.
Von Sonntag an:

⸗⸗ 92
AMünchener Bier
per Schoppen 20 Pf.
Kailsexslauterer Bier
ber Schoppen statt 13 Pf. 12 Pf.
Der Kaffee wird für die Folge an
Sonntagen im J. Sstocke serviert.

Berer ein Krenker
sich zum Gebrauch eines Heilmittels
enischließt, versöume er nicht, bei
Richier's Verlags⸗Anstalt in Leipzig
zu bestellen: „Urtheile aus ärzt⸗
lichen Kreisen“, denn die in dieser
Broschüre abgedruckten Urtheile sind
das Resultat genauer wissenschaftlicher
Versuche und daher für jeden Lei⸗
denden von großem Werth. — Da—⸗
mit möglichst alle Kranken durch das
Schriftchen einen ebenso einfachen wie
icheren Weg zur Heilung ihrer Leiden
tennen lernen, erfolgt die Zusendung
desselben gratis und franco, so daß
der Besteller weiter keine Kosten hat,
als 5 Pjg. fuür seine Postkarte.

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1. gegen Magenleiden, NMagenjchwäche
Magenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
Diarhde, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
ꝛc., 2. gegen Husten, Catarrh, Catarrhal
fieber, VBrustverschleimung ꝛxc,., 8. gegen
Bicht, Rheumatismus, Steifigkeit der Ge—
lenke ⁊c.; altbewährte tausendfach erprobte
dausmitiel, (die in keiner Familie fehlen
ollten,) von denen man viele mit get
ringen Kosten selbst bereiten kann“
heile ich Allen, welche eine Freimarke zu
Ruückantwort einsenden, kosteufrei mit.

B. Becker, Seesen⸗Braunichweig.

Vertandige Rettung von

Trunksucht.

Das mir zur Aufgabe gestellte Ziel, den
pielseitigen marktschreierischen, nur auf Täu⸗
chung begruündeten Anpreisungen von Mitteln
ur Rettung von Trunksucht endlich zu be—
jegnen, ist insofern vollständig erreicht, alt
ch mich in der Lage befinde, ein neu erfun⸗
enes, von höchsten medizinischen Celebritäten
merkanntes, vollftändig untrügliches, radi⸗
ales, wie auch unschädliches Heilmittel in'?
deben gerufen zu haben, was zur Beseitigung
dieses furchtbaren Lasters ausreichend, und
die Bekummerniß der, oft hierdurch in Mit⸗
ieidenschaft gezogenen Familienbande gänzlich
zu heben, maßgeblich ist.

Anfragen werden sofort franco und gratit
zugesandt durch
GE. Scumiditsdorsff,
Apotheker J. Kl.
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        St. Jugherter Amziger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wodchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaliungs⸗

Glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 40 einschließlich Tragerlohn; durch die —X einschließlich

40 —A Zustellungsgebuühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt 15 —4, bei Neclamen 30 3. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 182.

Sonntaa, 6. November 1881.

—16. Jahrg.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Berlin, 3. Nov. Eine mysteridse Geschichte
äßt sich die, „Volkszeitung“ aus Potsdam
nesden: „In der Nacht vom 27. zum 28. erschie⸗
Jen bei einem der Posten am neuen Palais zwei
Männer und verlangten den Kronprinzen zu sprechen
mit der Motivirung, sie seien Reichstagswähler und
hätten dem Kronprinzen wichtige Mittheilungen zu
machen. Der Posten wies die Leute zurück, diese
degehrten aber immer stürmischer Einlaß, es kam
u einem Wortwechsel, und sollen die beiden Männer
zʒen Posten thätlich angegriffen und mit Steinen
Jeworfen haben, so daß dieser drei Schüsse auf die⸗
elben abgab. So lauten die Angaben des be⸗
reffenden Postens, der auch einen Schrei bei dem
inen Schuß, den er ahgegeben, gehört haben will.
Fine am nächsten Morgen vorgenoinmene Absuchung
»es Gebüsches, in dem die beiden Männer verschwun⸗
„en sein sollen, ergab nichts für die Annahme, daß
Jemand getroffen sei. Thatsache ist, daß der Kron⸗
zrinz in der Nacht gar nicht auf dem Neuen Pa⸗
ais anwesend gewejen ist, sondern erst am folgen⸗
den Tage dorthin zurückkehrte. Thatsache ist ferner,
daß am Freitag die Postenkette rings um das Neue
halais herum bedeutend verstärkt wurde. Wie weit
ie Erzählung des Soldaten richtig ist, wissen wir
nicht, jedoch das Gerücht durchschwirrt ins Unend—
iche vergrößert unsere Stadt seit einigen Tagen.
Jedenfalis um den hiesigen Einwohnern zu beweisen,
zaß trotz aller Oppositionswahlen in der zweiten
Refidenz sür seine Sicherheit keine Besorgniß ist,
machte der Kronprinz, ohne daß die Polizei in der
NRaͤhe war, gestern Nachmittag einen Spaziergang
durch Potsdam bis zur Bahn. Die Equipage folgte
m gemessener Entfernung, und war der Kronprinz,
iberall freudig begrüßt, nur von seinem Adiutanten
egleitet.“

Die Auswanderung über Hamburg erreichte
mit dem Ende Oktober die bedeutende Zahl von
109,964 Personen, eine Summe, wie sie bisher
noch nicht constatirt wurde. Im vorigen Jahre,
welches ohnehin schon als ein sehr erhebliches Aus⸗
wanderungsjahr zu betrachten war, betrug die Zahl
der Emigranten bis Ende Oktober nur 60,392.
Wenn sich unter den Ausgewanderten auch eine
erhebliche Zahl russicher Angehöriger befindet, fo
st doch das deutsche Element vorherrschend, namentlich
—— Antheil
m der Auswanderung. Sonniag Morgen verließ der
Hamburger Packetfahrtdampfer Bohemia“ den Hafen
it 1423 Auswanderern. Es ist dies die größte
Zahl, welche jemals mit einem Schiffe aus einem
Feulschen Hafen nach Amerika expedirt worden ist

Tunis, 3. Nov. Es geht das Gerücht, die
Araber seien auf Kairuan zuruͤckgekehrt, hätten die
Franzosen angegriffen und ein sehr ernstes Gefecht
jelieferi. Die Verluste der Araber sollen sehr groß
in. Aus Ghardemau wird gemeldet, daß der
zortige Scheik erschossen wurde, weil er seinen
Stamm aufgereizt habe, die französische Recognos⸗
irung anzugreisen. Das gesammte französische
xxpeditionsgeschwader ging heute mit Ausnahme
Fec Reine Blanche von Goletta nach Toulon in
See. Das Fest des Beiram beginnt; die Moha⸗
nedaner scheinen aber auf die sonst in dieser Zeit
iblichen Lustbarkeiten Rerzicht leisten zu wollen.

New⸗HYort, 2. Nov Der United Irishman“
O' Donovan Rossa's Zeitung) behauptet, einen eng—
ischen Correspondenten zu haben, welcher berichtet,
zaß ein Besuch der Staatswerfte von Kempham ihn
u der Ansicht verleitete, daß dieser Ort ein gutes
Feld für die Operationen der irischen Anarchisten
Lin würde. Die Kriegsschiffe, Achilles“ und „Nort—⸗
jumberland“ eigneten sich besonders für einen An⸗
zriff mit Dynamit. Die Zerstörung des Arsenals
würde gleichbedeutend mit den Jahreseinkünften
der irischen Steuern sein.

durch den pensionirien Hypothekenbewahrer Herrn
Syffert ein Obstbauverein ins Leben gerufen.
Der Gründer und Vorstand des Vereis starb jedoch
Jald und ihm folgte als Leiter des Vereins Herr
dehrer Roth. Was selbstloses, gemeinnütziges Thun
md Streben zu leisten vermögen, kann man in
mnserer Vereins ⸗Oðstbaumschule erblicken. Von
hiesiger Stadtgemeinde wurde dem Verein ein Grund⸗
fück von 28 Dezimalen Fläche bereitwilligst zur
Anlage einer Baumschule überlassen. Dasselbe war
edoch seiner sumpfigen Bodenbeschaffenheit wegen
zu diesem Zweckee schlecht geeignet. Dies schreckte
ndeß den eifrigen Vereinsvorstand nicht ab. Bald
var durch das Auffahren von anderer Erde und die
Anlage eines Abzugsgrabens das Grundftüd zweck⸗
entsprechend hergerichtet und theilweise mit Wild⸗
ingen und veredelten Bäumchen bepflanzt. Bis jetzt
vurden ca. 250 veredelte Apfel⸗ und Birnbaumchen
n feineren Sorten an die Vereinsmitglieder um
inen ganz mäßigen Preis abgegeben. Im abge⸗
aufenen Frühjahr wurden die zuerst angepflanzten
Wildlinge veredelt, welche alle einen sehr kräftigen
Wuchs zeigen. Die diesjährige Anpflanzung mit
1300 Stuck Wildlingen ist bereits im Gange. Die
bis zum vorigen Jahre erhobenen Beiträge der Mit⸗
zlieder à 1,80 M. kommen jetzt in Wegfall, indem
dei dieser rationellen und äußerst billigen Bewirth⸗
schaftung (der Vorstand arbeitet nämlich selbst fleißig
in der Baumschule) die laufenden Ausgaben durch
die Abgabe von Bäumchen an die Mitglieder zu
rmäßigten Preisen voraussichtlich gedeckt werden
önnen — Welche Regsamkeit in der Anpflanzung
‚on jungen Obstbaumen hier herrscht, mag daraus
erhellen, daß in dem Zeitraume von 5 Jahren
nindestens 1000 Stück veredelte Bäumchen aus den
waumschulen zu Cadolzburg und Metz auf unserer
Hemarkung angepflanzt wurden. Am stärksten sind
ei diesen Anpflanzungen vertreten die Herren Roth,
IA. Willenmeier, Rentner Knaps, Maurermeister
sennewein, Schreinermeister Joh. Bruch, Kaufmann
haudc, Privatmann Nik. Dawo, Ziegler Dawo und
Frau Wittenmeier. Trotz des regen Eifers. mit
velchem in dieser Sache vorgegangen wird, sind
ber auch wieder Manche etwas lässig mit der Ent⸗
fernung erfrorener Baume, welche bequeme Wohn⸗
ung fur die den Baumen schädlichen Insekten bieten.
(Aum. der Red. des „St. J. A.“: Wäre es nicht
endlich an der Zeit, der Obstbaumzucht auch
in unserer Stadt mehr Interesse als bisher zuzu—⸗
wenden? Wir denken, so gut sich die Obstbaum—
zucht anderwärts rentirt, würde sie es hier auch
thun.)

Lokale und pfälzische Nachricht en.

* St. Ingbert. Vorige Woche kam ein
Reisender aus R. mit einem hübschen Leonderger
Zunde in eine hiesige Wirthschaft, in der ein be—⸗
unnter Hundeliebhaber von hier das schöne Thier
Fewund erte. Der Eigenthümer konnte die Treue
ind Anhänglichkeit und sonstigen guten Eigenschaften
des Hundes nicht genug loben und erklärte schließlich, dem
diesigen Herrn, daß er ihm den Hund schenke,
venn er ihm auf Namensruf folge. Unser hiesiger
hzundeliebhaber ließ sich den Namen des Hundes
agen und that mit diesem eine Zeitlang freundlich.
Soͤdann, stolz wie ein Spanier weggehend, rief er
hn beim Namen, worauf der Hund ihm sofort
his zu seiner Wohnung nachlief, ohne seinen Herrn
ind dessen Zurufe zu beachten. Zu Hause ange⸗
ommen wurde das Thier gut bewirthet, was ihm
edenfalls sehr zu gefallen schien; denn es zeigte
inen ganz riesigen Appetit. Unterdessen war der
erblüsste Eigenthümer, der auf einen solchen Aus—
jang gar nicht gefaßt war, nachgefolgt und ver⸗
angte den Hund als sein Eigenthum wieder zu⸗
ück. Unser hiesiger Hundeliebhaber, seiner Sache
icher, bemerkte ihm, daß er ihm an Noblesse nich
zachsiehen wolle; wenn der Hund wieder mit ihm
zehe, so könne er ihn behalten; er moge denselben
zur gef. rufen. Doch alle Zurufe und Schmeiche⸗
eien des alten Herrn waren vergebens; das
treue und anhängliche“ Thier verblieb bei seinem
reuen, der es denn nun als sein rechtmäßig er⸗
porbenes Eigenthum betrachtete und bald darauf
in einen auswärtigen Liebhaber um 90 Ml. ver⸗
aufse. Daß hierbei der „Winkuff“ nicht fehlte,
ꝛersteht sich von selbst Der Reisende von R. aber
jatte bei dieser Geschichte wieder einmal die Wahr⸗
Jeit des Sprichwortes erfahren: „Wer den Scha⸗
Jen hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“
Fr wird wohl auch jetzt davon überzeugt sein, daß
er fürder nicht mehr auf die Treue und Anhäng⸗

lichkeit eines Hundes wetten darf.

Das rauhe Winterwetter der letzten Tage ist
gestern und heute freundlichem Sonuenschein ge⸗
wichen, der fast vergessen läßt, daß wir Allerhei⸗
ligen schon überschritten haben.

Aus Blieskastel, 3. Nov., wird der
Zw. Zlg“ berichtet: Vor fünf Jahren wurde hier

— In Neustadt fand am . d. M. die ordent⸗
liche Generalversammlung des evangelischen Kirchen⸗
gesangvereins für die Pfalz stati. Aus dem Bericht
des Vorsitzenden ging hervor, daß in der Pfalz 62
Irtsvereine bestehen, von denen aber nur 19 bis
jetzt dem pfälzischen Kirchengesangvereins⸗Verbande
»eigetreteu sind. Als Festort für das 1882 statt⸗
indende groͤßere pfälzische Kirchengesangsfest ist
Neustadt ausersehen. Die Wahl des Ausschusses
rur die nächsten 3 Jahre ergab die bisherige Zu⸗
ammensetzung: die Herren Risch, kgl. Konsistorial—
rath; Stuͤrz und Krieger, k. Decane; Hildebrandt,
Seminarlehrer; Lüghel, Organist: Bersche, Doll
Heck. Keßler, Lehrer.

Ausland.

Paris, 3. Novb. Die „France“ läßt sich aus
Zerlin telegraphiren, daß eine Entrevue zwischen
hambetta uünd Bismarckh in Berlin bevorstehe.
Diese Nachricht soll aus dem Kanzleramte stammen.

Paris, 3. Nob. Der französisch-italienische
Dandelsvertag ist heute Rachmittag unterzeichnet
Bvorden. Der Vertrag mit Portugal und der mit
Holland werden in der Kürze perfelt.

* Die Wiederaufnahme der diplomatischen Be⸗
iehungen zwischen der englischen Regierung
ib dem Vatikan, die seit 1870 abgebrochen wa—
ten, wird von englischen Blattern angekündigt.
Den Anlaß hierzu soll das Verhalten der Geist⸗
lichkeit in Irland, die Vermehrung der apostolischen
Bicare in Indien, und Aehmliches mehr, ge—
geben haben

Der Stadtrath in Spehet hat beschlossen,
bei der kgl. Regierung die nach dem allgemeinen
bedeutenden Rüdgange der Miethpreise — eine Folge
hermäßigen Bauens — schon längst angezeigte
Revbvifion der Häusersteuer anzureqgen.
        <pb n="710" />
        Bermischtes.

F Nach der Saarbr. Ztg. hat die Ausstel—
hbungskommission beschlossen, daß jedem Aus—
stellet der St. Johann-Saarbrücker Handwerker⸗
und Gewerbe-Ausstellung ein Erinnerungs-
diplom verliehen werden solle. Die graphischen Ge⸗
schäfte Saarbrückens⸗St. Johanns sind kürzlich zum
Wettbewerb und zur Einreichung von Entwürfen
für die fraglichen Diplome aufgefordert worden.

fF Durch eine gräßliche Blutthat

wurde am Allerheiligenfeste früh 7 Uhr die Mün—
chener Vorstadt Giesing in die höchste Aufregung
versetzt. Der dortselbst wohnhafie, in den 30er
Jahren stehende Schuhmacher Herrmann lebte schon
längere Zeit mit seiner Frau in Unfrieden, infolge
dessen die Frau oft von ihrem Manne mißhandeit
wurde. Sie klagte dies brieflich ihrem in Stutt⸗
gart lebenden Bruder, der von dort nach München
fuhr, um die oben angegebene Stunde in der Herr⸗
mann'schen Wohnung erschien und seinen noch im
tiefen Schlafe liegenden Schwager durch 9 Messer⸗
stiche tötete. Ein im gleichen Bette schlafendes
djähriges Soͤhnchen des Herrmann trug auch schwere
Verletzungen davon. Der Mörder wurde fosort
verhaftet.

F Der Haupitreffer der Veteranenlotterie
mit 80, 0006 ist einem Landwirth in Glött bei
Dillingen zugefallen, der bisher in dürftigen Ver—
hältnissen war.

- Die Exkaiserin Eugenie ist vom Festlande
wieder in England eingetroffen.

Sterbäle.
Gestorben: in Neuhofen Jakob Fischer J.,
72 J. a.; in Landau Frau Dr. Henrietie Gür-
leth, 53 J. a.
Dienstes nachrichten.
Die prot. Pfarrflelle zu Speierdorf wurde dem Pfarrer
Ir. Daniel Wilking in Lettweiler übertragen und dem

Bfarrer Ph. Rotth in Schlersfeld die Entlasung aus dem
Dienste der prot. Kirche der Pfalz zur Uebernahme der
prot. Pfarrstelle Friedrichsthal im Großherzogthum Baden
bewilligt. — Dem prot. Pfarrer Vo guin Glan⸗Münch⸗
veiler wurde der derzeitige Pfarrverweser F. A. Wal her
in Altenglan und dem Kirchenrathe und 1 Dekan Wel sch
in Odernheim der Pfarramtskandidat J. Me sser aus
Weisenheim a. B. als Privatvikar beigegeben mit Wirlung
nom 1. November an.

Die prot. Pfarrei Essingen wurde dem Pfarrer
Burger in Duürkh'e'im derliehen.

Die Hilfslehrerstelle an der Lehrerbildungsanstalt Speyer
wurde dem Schulverweser Schm Unde y5 in Zweibrücken
übertragen. * — 5*

jedesnmaligen Thronfolger des Kaisers erstredt
nicht ohne Einverständniß des Kronprinze
anch nicht einmal privatim, noch wenige
amtlich vertreten konnte. Die Ausführun
des Planes scheitert nicht an der Versagun
der Zustimmung seitens des Kronprinzen
sondern an den Schwierigkeiten, die richtiy
Form der Abgrenzung für die beabfichtigi,
Einrichtungen zu finden, um sie der hohe
Stellung des Reichs-Thronerben in ihe
Machtvollkommenheit entsprechend würdig 3
zestalten, ohne zu tief in die bestehenden Ver
assungsverhältnisse einzugreifen. Der Reich
kanzler habe keinen Schritt in dieser Sach
ohne Einverständniß des Kronprinzen gethan
Noch dreister seien die wahrheitswidrigen In
inuationen über die Stellung des Reichs
anzlers zu der Vermählung des künftiger
Thronfolgers. Fürst Bismarck war außer⸗
halb der Nächstbetheiligten der Erste, welcher
die Eltern des Prinzen Wilhelm über die be—
absichtigte Vermaͤhlung desselben unterrichteten
um für die bez. Verhandlungen seine Diensu
auf politischen und juristischem Gebiete ir
Anspruch zu nehmen. Der Reichskanzler hab⸗
diesem Vertrauen zur vollsten Zufriedenhei
des Kronprinzen entsprochen und auch, obschon
leidend, den Verlobungsfeierlichkeiten in Pe—
tersburg sowie dem Empfange der Braut im
biesigen Schlosse beigewohnt.
Fuür die Redaction verantwortlich: F. X. Deme 3.

11
a
Neueste Nachrichten.

München, 4. Novp. (Abgeordneten⸗
kammer.) Bei der heutigen Debatte über
den Antrag Luthardt betr. die Aufhebung
der Simultanschulen forderte der Abgeord—
nete Bonn (fürstl. Thurn- und Taris'scher
Regierungsdirektor in Regen ͤburg) Nainens
der gesammten Rechten den Rücktritt des
zesammten Ministeriums Lutz. Minister Lutz
erwiderte, er werde nur gehen, wenn ihn
der des Postens enthebt, der ihn eingesetzt hat.
Berlin, 4. Nov. Gegenüber einem Ar.
tikel der , Volksztg.“, wonach beabsichtigt ge—
wesen sei, den Kronprinzen als Staathalter
in die Reichslande zu senden, um ihn von
dem Hauptsitze der Regierung zu entfernen,
erklärt die, Nordd. Allg. Ztg.“: Es sei selbst
verständlich, daß der Reichskanzler einen Plan
wie die Statthalterschaft des Krouaprinzen in
Elsaß Lothringen, die sich generell auf den

—2* * 2 — —2 ⸗
Nächsten Dienstag Brückenauer Ziehung! Hauptgewinn —A
Loose 2. bei J. Friedrich, F. Woli Bu⸗vondlung und J. Weirich, Frieseur in St. Ingbert.
aus⸗ und Gufer⸗ * 01 Den Bestand von, 4n Engliseh, Pramæöniseh,
g Gewerbe Ver ein Morgen Wald. — Gru— Für das delbststudium
ersteigerung. St In bert J. Classe, Stammholz ——
gFiensoiag, den — — 3 g rgn ut EAnglischen, französischen, italien
1881, Vormittags 10 r in der o se ⸗ schen u. spanischen Sprache
mue at inet AMontag Abend wenhof vbei ditisens. ——
Ingbert, lasen die Eheleute Bern— Generalversammlung Das ffüher Cart UflIol Dr. Richart 8. Boenthab
hard Weyand Schmied und Mar bei Poller Weis ger bebsche Daue Das Meistorsohafts -Systom
garetha Leichner, in St. Ingbert — — — in der Kohlenstraße ist sofort beziel las vorzüũglichste Vntorrichtsmittel.
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l. Plan⸗Nr. 1522 4b u. 614 Ar glaublich billig; Musterkarken ver— dide beieW. Kahn eCie ineondans don 4250 sg. in Brietmarson
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Plan⸗Nu 150813 9 Ar Acker absolnt nicht moglich, auf diese
quf'm großen Flut und Plammr. unglaublich billigen Preise und
1519 21 Ar 90 Qum. Acer ausgezeichnet schöne Waare noch
allda, vierte Ahnung Rabatt bewilligen zu können.
auf mehrere Zahlungstermine, öffent⸗ 7 onahri, Bol 4. Phhjl
lich auf eigen versteigern. elteate i —
Si. Inabert, i. Feenbe 1881 vαν
h. Fitz, an enenda. Gasehinen-Föennirer)
Geschäftsmann. — F Antaamno;
òBRRI————— —— — Arei. ⸗ J u. Octobor.
Mobilienversteigerung. —8
Donnerstag, den 17. Novbr.
1881, Vormittags 10 Uhr zu St.
Ingbert (Große Flur) lassen Ehe—
leute Bernhard Weyand, Schmied
ung Margaretha Leichner, ihre
sämmtlichen Hansmobilien, darunter
namentlich:
„2 Kleiderschränke, 1 Secretär
„1 Küchenschrank, Bettladen,
„Tische, Stühle, Bänke, 15
.Centner Heu, sowie Haus⸗u.
„Küchengeräthe aller Art,
öffentlich auf Credit versteigern.
St. Ingbert, den 1. November 1881
Ph · Fitz,
Geschäftsmann,

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ũbernehmen wir fortwährend Flachs, Hanf und Abwerg zum
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der St. Ingberter Cnzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1MA6 60 4, einschließli d

40 — Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile ober deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 , bei Reclamen 80 . Bei 4mialiger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 183838. Maontag, 7. November 1881. 166. Jahrg
Politische Uebersicht.
Deutiches Reich.

Munchen, 5. Nopr. Die Abgeordneten—

ammer setzte heute die Berathung des Antrages
duthardt, Aufhebung der Simultanschulen betr.,
'ort. Abg. Rittler (extrem) entgegnete auf die
estrige Aeußerung das Ministers v. Lutz, sich be⸗
üglich des westphälischen Friedens auf Döollinger
verufend und gegen die Unterstellung protestirend,
daß er und seine Gesinnungsgenossen Protestanten
ind Katholiken hintereinander hetzen wollten. Rittler
chloß mit den Worten: „Ist Herr v. Lutz gestern
apfer und muthig gewesen, so sei er noch muthiger,
zapferer und erprobe er seine Standhaftigkeit da⸗
durch, daß er demjenigen, der ihn hierhergesetzt hat,
zurch sein Entlassungsgesuch neuerdings Gelegenheit
ziebt, ihm sein Vertrauen zu beweisen. (Bravo
cechts.) Abg. Fischer (Augsburg) spricht gegen
Kittler und Luthardt. Minister v. Feilitzsch erklärt
gjegenüber einer Aeußerung Rittlers: Die Wahlkreis⸗
eintheilung in der Pfalz und in Mittelfranken sei
noch dieselbe wie im Jahre 1848, mit nur einer
winzigen Aenderung. Abg. Kopp erwiderte dem
Abg. Fischer: das Programm der Rechten, das man
AEXÆXRt᷑hEAI
schon im Jahre 1848 der constitutionell⸗monarchische
VBerein hatte. Auf Antrag Pfahlers wird die De⸗
batte geschlossen und. der Antrag Luthardt hierauf
nit 83 gegen 63 Stimmen angenommen. Nöchste
Sitzung am Mitwoch zur Berathung vorschiedener
Etats. —

Karlsruhe, 5. Nov. Der Großherzog ist seit
Mittwoch bedenklich am Fieber erkrankt; er liegt zu
Bette. Es ist noch fraglich, ob er die Kammern
dersönlich eröffnen wird.

Kaffel, 5. Nop. Der gut bediente „Kasseler
Tages⸗Anzeiger“ benennt den Domkapitels-Assessor
Dr. Braun in Fulda als Candidaten für den
Rischofsstuhl von Paderborn.

Berlin, 5. Nob. Der , Reichs-Anzeiger“ publi⸗
airtsBie Einberufung des Reistages zum 17.
Popember.

Wie verlautet, soll an maßgebender Stelle in
Berlin ernstlich der Plan der Einverleibung der
Reichslande Elsaß⸗Lothringens in Preußen ventiliert
werden.

Die „Berliner Politischen Nachrichten“ melden:
bezüglich der AusführungsBestimmungen zum Ge—⸗
etze betreffend sdie Nahrungs⸗ und Genußz⸗
mittel hören wir, daß die die Milch und das
betroleum betreffenden nunmehr im Entwurfe fertig
gestellt sind und in kurzer Zeit dem Bundesrathe zu⸗
iehen werden. *

Der deutsche Gesandte in Washington, Herr
Schlötzer, wird gegen Ende dieses Monats
vieder aus Amerika nach Berlin zurückkehren, da
ille Gegenstäände, welche seine Anwesenheit in
Washington erforderten, nunmehr erledigt sind. Kurz
darauf wird er sich nach Rom begeben, und es
verden dann die Verhandlungen mit dem Vatikan
ortgesetzt werden. Es ist aller Grund vorhanden
in der Annahme, daß ein Ausgleich mit der Curie
u Stande kommen wird, da noch in neuerer Zeit
der Vatikan das Streben hat erkennen lafsen, zu
ꝛiner Verständigung die Hand zu bieten.

Bancroft-Vertrag.) Schon vor mehreren
Wochen hieß es, daß die deutsche Regierung den
ogenannten Bancroft⸗Vertrag mit den Vereinigten
Staaten betreffs der naturalisirten Bürger deutscher
Abkunft abgeändert zu haben wünsche, und daß
Zaron Schlözer die Vorschläge dazu mitbringe.

Näch der „Newyorker Handelszeitung“ handelt es
ich jedoch nur um eine Ausdehnung des mit dem
ehemaligen Norddeutschen Bund geschlossenen Ver⸗
rags auf das Gebiet des deutschen Reiches und um
ꝛine klarere Fassung einzelner Paragraphen, die in
Deutschland anders ausgelegt wurden, als in Ame⸗
rika, damit auf die in letzter Zeit sehr häufig ge⸗
vordenen Reklamationen von deutsch-amerikanischen
Bürgern, die besuchsweise nach dem alten Vater⸗
lande zurückkehrten, schnell und sicher entschieden
werden könne a

Bis zum 15. November sollen die Erhebungen
iber eine Armenstatiftik für das Reich, welche
von den Bundesregierungen auf Ersuchen des Reichs
anzlers veranstaltet worden sind, eingeliefert werden.
Außerdem wird zu Anfang December das siatistische
Naterial erwartet, welches als Grundlage für das
ieun zu bearbeitende Unfallversicherungs—
gesetz dienen soll. Zur Beschaffung des nöthigen
Materials hatte der Reichskanzler auch die Mitwir—
ung der Bundesregierungen in Anspruch genommen
uind dieselben in dem bezüglichen Rundschreiben er⸗
ucht, die Erhebungen nicht über den Monat Novem⸗
her hinaus zu erstrecken. Es sollten die vom 1. Augufit
bis 30. November d. J. in den bestimmt bezeichneten
Betrieben erfolgten Unfälle rubricirt werden. Erklär⸗
icher Weise läßt sich krft nach Eingang? diefes wahr⸗
scheinlich sehr umfangreichen Materials, von einer
virklichen Neubearbeitung der Versicherung der Ar⸗
zeiter gegen Unfälle und weiterhin gegen Krankheit
ind Alter reden. Abgesehen davon, daß die statisti⸗
schen Erhebungen zur Ausarbeitung der socialpoliti⸗
schen Gesetze mitwirken sollen, wird das bearbeitete
Material auch dem Reichstage selbst mit den betref⸗
jenden Gesetzentwürfen vorgelegt werden.

Die Einnahmen des Reichs an Zöllen, Ver—⸗
brauchssteuern und Aversen, sind pro 1882/88 auf
339,098,200 M., um 3,600,000 M. mehr als
pro 1881/82, veranschlagt. Der Reichskaffe ver⸗
bleiben hiervon 130,000,000 M., der Rest wird
nach dem Maßstabe der Matrikularbeiträge an die
Einzelstaaten vertheilt. Die Tabakssteuer ist auf
etwas über 11,000,000, um 645, 000 M. mehr
als im Vorjahre, veranschlagt, dagegen wird bei
der Rübenzuckersteuer, die auf 47, 421,000 M. an⸗
genommen ist, ein Ausfall von 2,130. 000 M. vor⸗
gzesehen; die Einnahmen aus den Zollen sind auf
186,466,000 M., um 1,783. 850 M. weniager als
1881/82, veranschlagt.

Kaum ist der erste Hochverrathsprozeß vor
»em Reichsgerichte zu Ende geführt, so steht schon
ein neuer in Aussicht. Der Schuhmacher Bünger
zu Frankfurt a. M. ist angeklagt, ein hochverräther⸗
sches Unternehmen gegen Kaiser und Reich vorbe⸗
zeitet zu haben, und das Reichsgericht wird am 5.
Dezember Hquptverhandlung darüber abhalten.

Ausland.

Paris, 5. Novb. Albert Grevy, General⸗
jouverneur von Algerien, hat um seine Entlaffung
rachgesucht. Laut einer Meldung aus Tunis ent⸗
nuthigte die Besetzung von Kairuan die Aufständi—
chen. Zahlreiche Insurgenten, unter ihnen die Zlaß,
erbitten die Amnestie, indem sie versprechen, die An⸗
ttifter des Aufstandes auszuliefern.

Frankreich ist sehr eifrig mit Verhandlungen
über Handelsverträge beschäftigt, und seine
Bemühungen verheißen Erfolg. Wenn nicht alle
Rorzeichen tänschen, wird die französische Republik
in nicht zu ferner Zeit ein System von Handels⸗
verträgen haben, welches sie mit England, Holland,
Belgien. der Schweiz. Italien und Portugal ver⸗

bindet. Kein anderer Staat Europas enffaliet in
diesem Augenblicke einen solchen Eifer in handels⸗
politischen Verhandlungen als Frankreich, das nun
zum dritten Male in einem kurzen Zeitraum die
jandelspolitische Initiative in Europa ergreift.
(Auslieferungsverträge.) Der KLon—
doner „Standard“ veröffentlicht die folgende
Rachricht aus Paris: „Ich erfahre, daß, in Folge
der Nichtzustimmung von England und Frankreich
zu der vorgeschlagenen Erweiterung der bestehenden
Auslieferungsverträge, keine Wahrscheinlichkeit zur
krreichung einer weiteren internationalen Ueberein⸗
timmung über diesen Gegenstand denkbar ist. Durch
den Mangel der Mitwirkung dieser beiden Länder
wird überhaupt kein praktischer Plan der Ausführung
nöglich sein. Frankreich ist, wie es scheint, weniger
ibgeneigt als England, auf weitere Unterhandlungen
einzugehen, würde jedoch ganz bestimmt Garantien
berlangen, daß politische Flüchtlinge vor einem regel⸗
mäßig constituirten Tribunal abgeurtheilt werden
sollen, ehe es sich durch einen Verirag binden läßt,
dieselben an ihre betreffenden Landesregierungen ab⸗
zuliefern. Es ist jedoch sehr zweifelhaft ob die
cussische Regierung eine solche Garantie zu geben
willens ist.
London, 5. Nov. Beim irischen Landtribnnal
sind nunmehr bereits 16000 Gesuche eingereicht
worden. J
Konftantinopel, 5. Nob. Alle europäischen
Commissare sind heute nach Volo gereist, um Volo
am 14. Novbember an Griechenland zu übergeben.

Lorale und vfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 7. Nor. Das gestern Abend
tattgehabte Conzert des Musikvereins war ziemlich
zut besucht.“ Das Programm war ein sehr reich⸗
jaltiges und kann man sagen, daß die sämmtlichen
Piecen recht wirkungsvoll zum Vortrag gebracht
vurden. Ganz besondern Beifall erntete der jugend⸗
iche Violinvirtuose Herr Neuhe isel von Alten⸗
vald, ein Schüler des Stern'schen Conservatoriums
zu Berlin, der auf Einladung des Musikvereins—
dirigenten Herrn Schadewitz in zuvorkommendster
Weise seine Miwirkung zugesagt hatte. Seine
üchtige Schulung zeigte sich besonders in dem
Fantasio“ aus Troubadur und in der zum
Schlusse vorgetragenen „Rhapsodie“ von Pollak⸗
Daniels. Als Beweis von der Anerkennung,
welche sein Spiel fand, kann der allgemein ausge⸗
prochene Wunsch gelten, daß er uns bald wieder
durch sein Auftreten in einem Conzerte erfreuen
möge. Wir können unsern kurzen Bericht nicht
chließen, ohne ihm, sowie den andern auswärtigen
derren für ihre freundliche Mitwirkung öffentüͤch
unsern Dank auszusprechen.

St. Ingbert, 7. Nov. Gestern hat sich
dahier ein protestantischer Kirchenchor gebildet. Der⸗
elbe hat sich die Pflege des kirchlichen Gesanges
ur Aufgabe gesetzt und ist beabsichtigt, auch weib⸗
iche Krafte zur Mitwirkung heranzuziehen. Hoffent⸗
lich findet das Unternehmen bei der Bevölkerung
die erhoffte freundliche Beachtung und kann schon
bald mit den Proben begonnen werden.

*St. Ingbert, 7. Novb. In der Nacht von
zestern auf heute wurden auf der Meß von einem
dort stehenden 1spännigen Wagen Leitern, Dielen,
städer ꝛc. überhaupt Alles, was nicht niet⸗ und
nagelfest war, weggenommen und in die angrenzenden
Harten der Herren J. J. Grewenig und P. Weiß-
gerber gestürzt. Ebenfalls in der berflossenen Nacht
wurde in der Hauptstraße der Frau Wittiwe V.
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        ein Fenster eingeworfen. (Vie Nachtvogel, die in
dieser Weise ihrem Uebermuthe die Zügel schießen
ließen, konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden.)
*Die Nichtbeachtung des 9. Gebotes brachte
die 21Ijährige, ledige Dienstmagd Marie Apfel
von hier dieser Tage vor die Strafkammer des
Landgerichts zu Mannheim. Dieselbe war beschuldigt,
am 25. Dez. v. Is. dem Chorsünger Adler in
Mannheim, bei dem' ste in Dienst war; aus der
Hosentasche2 Einhundert Markscheine entwendet zu
haben: Auf Vorhalt ihres Dienstherrn laugnete die
Angeklagte hartnäckig, ging aber alsbald flüchtig und
wurde erst vor kurzem verhaftet. Da sie des Dieb⸗
stahls vollkommen uͤberwiesen war, auch ein Geständ⸗
niß ablegte, so diktirte ihr das Gericht eine Ge⸗
fängnißstrafe von 5 Monaten.
* Aus einer im „Pf. K.“ erschienenen Wahl⸗
statistik der Pfalz, für die Wahljahre 1877, 1878
und 1881 ersehen wir, daß in der Pfalz die
Nationalliberalen, bei der diesjährigen
Reichstagswahl gegenüber der i. J. 1878 verloren
18,767 Stimmen, die Klexikalen, 11,129 St.,
die Conferdakiven s8ios, St die Fort⸗
schrittler gewannen 4079 St.ndie De mm o⸗
lraten 7446 St. die Soß laldemsokraten
1077 St. Die drei ersten Parteien, Conservative
lerikale und gemäßigt Liberale, haben also ent⸗
weder direkt oder durch Wahlenthaltung bedeutend
verloren, während die exfremen, politisch radikalen
und entschieden oppositionellen Parteien auf Koster
der früheren; theilweise bedeutend gewonnen haben
Dieser Naturprozeß wird vorausfichtlich zu Gunsten
der Oppositionsstellung seinen weiteren Lauf nehmen
— Ein Kolonialwaarenhändier von Reustad!
gewann in der Frankfurtex, Patenge Ausstellungs⸗
dotterie den 18. Gewinn, welcher den —
bedingungen zufolge einen Werth von, 300 Mk
haben solite; er frug dei der Lotlerikeominission gn
in was er bestehe, und erhielt die ——
ein Jardinier mit zwei Vasen im Ankaufs⸗
werthe pon⸗350 Mtiz Als der glückliche Gewinner
um den Geldbetrag schien entgegnete man ihm
daß Dies nicht angehe, und daß er höchstens
100. Mb.adafür bekäme. .

— Durch das bleben des rühmlichst bekanniten
Lehrers Nikolaus Thirolf in Ludwigshafen ist
dessen Ersatzmann, Lehrer Börtzler in Kaisers—
autern in den Ausschuß des pfälzischen Kreis
ehrervereins eingetreten.

den ⁊aisen von Paris 125,000 Francs ver—
macht. Außerdem hatte er seinem Arzte testamen
tarisch 75,000 Fr. verschrieben, für den Fall, daß
ex noch drei Jahre am Leben bliebe, und 50,000
Fr., wenn er noch zwei Jahre? lebe. Da er aber
schon acht Tage nachher starb, so erhaält der
Arzt nichts. J

. Fo Die erste euxopäische Stadt, welche elektrische
Beleuchtung durchführt und mit der Gasbeleuchtung
vollstandig bricht, ist das englische Städtchen
Bodalming, welches die Wasserkraft eines vor⸗
heieilenden Fge zur Erzeügung der Elektrizität
benutzen will. Auch die größere Stadt Chesterfield
in England trägt sich mit demselben Plane. Ferner
hat Berlin zwei Abgeordnete nach Paris abgesandt,
speziell um dort Studien über edie etwaige Ein⸗
führung der elektrischen Beleuchtung zu machen.

— — — ——

FSaarbrücken, 5 Nov. In heutiger Sitz⸗
ung der Strafkammer wurde der; Redakteur des
Aillg Anzeigers“ zu Si. Johann wegen öffentlicher
erleumderischer Beleidigung eines hiesigen Bankiers
und früheren Stadwerordneten zu 14 Tagen Ge⸗
fängniß und zu den Kosten verurtheilt, sowie dem
Beleidigten“ die Befugniß zugespochen, den Tenor
des Urtheils zu veröfsentlichen. Ein der Mithülfe
ingeklagter Kaufmann von hier wurde dagegen frei⸗
zesprochen. (Saarbr. Ztg. —R

F Das nach Bremen gehörige deutsche Kauf⸗
jahrteischiff „Hugo“ berbrannte auf offener See.
die Mannschaft rettete sich jn die Boote. Eins
derselben mit dem Steuermann und fünf Matrosen
wurde von einer englischen Barke aufgenommen.
Der Kapitain und sechszehn Mann fehlen noch.
4. GerhängnißvolleKenommage,) Die
so oft bei, jungen Leuten hervortretende Sucht zu
enommiren, hat in Gera kürzlich einem Schüler
»er Handelsschule das Leben gekostet. Nachdem er
chon früher Queckfilberoryd u. Phosphor von Streich⸗
hoͤlzchen verschluckt, ohne Schmerzen oder Beschwerden
ju verspüren, wollte er nun auch zeigen, daß seiner
jähen undkraftigen; Körperconstitution selbst der
Henuß von Arsenit nichts schade. Trotz aller War⸗
nungen nahm er eine Dosis, die aber, wie die Dorf⸗
zeitung mittheilt, zu stark ausgefallen war, so daß
die Anzeichen der Vergiftung bhald eintraten und er
re ärztlicher Hülfe bald darauf an Herzlähmunç
starß. —
EiwmliebenswürdigesGeschöpfmuß
die Wittwe Johann Bittner aus Bucha sein, welche
dieser Tage vom Glatzer Schwurgericht des wieder⸗
holten Gattenmordes fuͤr schuldig befunden und vom
Gerichtshofe zur Todesstrafe verurtheilt wurde.
Ihren ersten Mann vergiftete sie nach 15wöchiger,
den zweiten nach 16wöchiger Ehe.

I4Ein reicher Unternehmer. Namens Dodd, hat

ιιν.

Gestorben: in Landau Fräulein Elisabetha Eich en⸗
laub, 27 J. a.; in Zweibrücken die Frau
des Lehrers Snei der Liͤng, geb. Heintz, 42 J. a.
ebenda Frau Margaretha Dinges, geb.Feller,
28 J. a.; in Framkent habe Frau Magdaleno
Schmint, geb Mantel, “39 J. a.; in Dürk—
heim Franz Fritsch' 62J. a.
MNeueste Nachrichten.
München, 6. Nov. Der Vorstand dee
konigl. Cabinets, Ziegler, war in der, Sigz—
ung der Abgeordnetenkammer, in welcher über
die Simultanschule verhandelt wurde, und
stattete nach den Reden von Luthardt und
Rittler Bericht an den König ab,. Es geh
das Gerücht, „Minister v. Lutß habe sein—
Entlaffung eingereichttt
—Augsburg, 6. Nov. Der 5Allgemei—
nen, Zeitung? zufolge, ist der bisherige In
ternuntius in Brasilien Angelo di Pietro
zum Nuntius in München designirt.

TT Igr die Redaction verantwortlich: .. Demetz

Zwangsversteigerung
Mittwoch, den 9. November
aächfthin Morgens“ 10 Uhr in der
Wirihschaft des Herrn Peter Heußer
hier versteigere ich zwangsweise gegen
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staffeeröͤstpfanne, 1 Schraubstock,
53 Pfund Schuhgarn, 3 Kisten
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        ↄ*1. Iugberter Arzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗
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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1b B, bei Neclamen 80 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
W 184.

e

Die Lage in Elsaß-Lothringen.
Wenn es schon das allgemeine politische Interesse

cheischt, daß wir den Zuständen in den wiederge—
vonnenen Reichslanden Elsaß⸗Lothringen öfters unsere
lufmerksamkeit und Theilnahme schenken, so nöthigt
ns neuerdings doch ganz besonders der Ausfall
ꝛer Reichstagswahlen in Elsaß-⸗Lothringen dazu,
inmal energisch danach zu fragen, welche Fort⸗
chritte das Deutschthum in den neuen Reichslanden
emacht hat. — Nun, wir verhehlen uns die bittere
chatsache nicht, daß durch die jüngsten Reichstags-
wahlen in Elsaß-Lothringen ein gewifser Rückgang
der loyalen Gesinnung und des Deutschthums in⸗
nerhalb der elsaß⸗lothringischen Bevölkerung constatirt
vorden ist, denn während im vorigen Reichstage
ünf Autonomisten saßen, die eine Versoͤhnung der
hegensätze zwischen Altdeutschland und ElsaßeLo—
hringen anstrebten, sind diesmal in den neuen Reichs—
anden nur Anhänger der Protestpartei für den
deichstag gewählt worden, also Männer, die den
rankfurter Frieden, kraft welchen Deutschland El⸗
aß⸗ Lothringen vertragsmäßig von Frankreich erhalten
at, nicht anerkennen und eine möglichst baldige
Viedervereinigung Elsaß-⸗Lothringens mit Frankreich
vünschen. — Wir wollen nun allerdings in Folge
yer Siege der Protestpartei durchaus nicht sagen,
daß das Deutschthum in der elsaß⸗lothringischen Be—
oolkerung jeden bedeutenden Anhang und Einfluß
erloren habe, dies ist trotz des betrübenden Aus—
alls der Reichstagswahlen in Elsaß-Lothringen glück⸗
icher Weise nicht der Fall, die lohale Autonomisten⸗
zartei hat immer noch bedeutende Anhänger und
ie Landbevölkerung in den neuen Reichslanden, zu⸗
nal im Elsaß, verleugnet weder ihre uralten deutschen
tigenschaften, noch ihre Sympathien für Deutsch-
and. Zweierlei ist indessen bei dem Ausfall der
Keichsstagswahlen in Elsaß-⸗Lothringen im höchsten
Maße betrübend: Der nutzlose Aufwand von so viel
hroßmuth und wohlwollendem Entgegenkommen der
Reichsregierung, vertreten durch den mannhaften und
ꝛdelmüthigen Statthalter Freiherrn v. Manteuffel,
gegenüber den Französlingen in Elsaß-Lothringen,
und die neue Nahrung, welche durch den deutsch⸗
feindiichen Ausfall der Reichstagswahlen die Fran⸗
osen bezüglich der Wiedererwerbung Elsaß⸗Lothringens
rthalten haben. Zum Glück ist ja allerdings die
dage Deutschlands und Europas derartig, daß es
Wahnsinn von den Franzosen wäre, wenn sie etwa
n den nächsten Jahren unter Hinweis auf die fran⸗
osenfreundlichen Wahlen in Elsaß⸗Lothringen offene
Unsprüche auf diese Provinzen zur Geltung bringen
wollten, aber der Revanche sind doch durch diese
Wahlen ganz bedeutende Hoffnungen gegeben worden
und es wird nun hohe Zeit, daß den Französlingen
in den neuen Reichslanden an Stelle der bisherigen
Sammethand“ auch die „eiserne Hand“ Deutsch⸗
ands gezeigt wird, womit es Elsaß⸗Lothringen fest⸗
hält und nimmermehr loslassen wird, denn alle Ge—
duld, alles Wohlwollen, alle Liebenswürdigkeit, die
Deutschland in der Person und Politik des Statt⸗
halters Freiherrn d. Manteuffel der protestlerischen
Bedolkerung Elsaß⸗Lothringens erwies, ist auf stei⸗
aigen Boden gefallen und das strenge Regiment, wie
einst der verdienstvolle v. Möller über die neuen
Keichslande ausübte, wird wohl noch für ein volles
dahczehnt das beste Bindemittel zwischen Deutsch-
land und ElsaßVLothringen sein, bis in den wieder—
Jewonnenen Reichslanden eine neue Generation her—
angewachsen ist, die Deutschland gegenüber wohl⸗
vollender und gerechter denkt.

Dienstag, 8. November 1881.
—16. Jahrg.
Politische Uebersicht.

Deutsches Reich.
(Reichstagswahle⸗Ergebnißz für
Bayern.) Waͤhrend noch bei der Wahl im
Jahre 1877 in Bayhern zusammen 730,218 giltige
Stimmen abgegeben wurden, wurden im Jahre
878 nur noch 671,810 und diesmal gar nur

184,288 giltige Stimmen abgegeben.

Auf Oberbayern kommen hiervon 88,517
1877: 130,192; 1878: 124,018), auf Nie⸗
»erbayern 837,701 (1877: 71519; 1878:
33,367), Pfalz 74,321 (1877: 98,837; 1878:
4 593), Oberpfalz 31,627 (1877: 64,629;
878: 34,895), Oberfranken 44,841 (1877:
0,697; 1878: 61,434), Mittelfranken
5, 130 (1877: 92,691: 1878: 91495),
Unterfranken 60,102 (1877: 986,112;
878: 82,052) und Schwaben 72,049
1877: 105,686; 1878: 99,466) Stimmen.

Aus diesen Zahlen geht hervor, daß aller Orten
Vahlmüdigkeit eingetreten ist. Zumal ist diese im
dreise Niederbayern zu konstatiren, wo diesmal den
lerikalen Kandidaten keine Liberalen gegenüberge—
fellt wurden. So kam es, daß vorn den ca.
30 7883 wahlberechtigten Wählern nur 87,701
ziltige Stimmen abgegeben wurden. Den 6 dor⸗
igen Wahlkreisen geht der von Deggendorf voran,
n welchem von 19,931 Wahlberechtigten nur
3997 (1877 noch 9968, 1878: 8121)) giltige
ztimmen abgegeben wurden. Diesem Kreise folgt
Aberpfalz wo durchgängig “8 Stimmen we⸗
niger als 1878, gegen 1877 um ðhs weniger ab—
jegeben wurden.

Berlin, 6. Nop. Wie bereits miitgetheilt,
var Gambetta in Paris vom Prinzen von Wales
um Dejeuner geladen worden. Die Zusammen-
unft dauerte, wie der Pariser, Times,⸗Correspondent
erichtet, über zwei Stunden. Was an der Unter⸗
edung hauptsächlich von Interesse ist, war die von
em Prinzen an Gambetta gerichtete directe Frage,
b er den Fürsten Bismarckhgesehen und ge⸗
prochen habe? welche Gambetta, in Lachen aus—
rechend, bestimmt verneinte, hinzufügend, daß dies
as dritte Mal gewesen sei, daß er Dentschland
neognito bereist habe. Gegen einen seiner Freunde
nachie Gambetia noch die Bemerkung: „Ich hätte
ꝛem Prinzen von Wales auch noch sagen können,
aß ich den Küsten Hollands entlang bis nach der
ussischen Grenze gereist bin, daß ich mit Bequem⸗
ichkeii mir die detachirten Forts und die Fortifi—
alionen an der russischen Grenze angesehen und
näher untersucht habe.“

Der Pariser Correspondent der „Times“ sendet
iesem Blatte einen langen Privatbrief, von
—XV
iner Stellung befindet, welche verbürgt, daß der⸗
elbe gut unterrichtet sein kann und wodurch bestä⸗
igt wird, was Gambetta dem Prinzen von Wales
zefagt hat. In diesem Briefe heißt es: „Was
hambettas Besuch betrifft, so habe ich es aus dem
Nunde des Fürsten Bismarck selbst, daß er den
ranzösischen Siaaismann nicht gesehen hat und daß
ieses allein von Gambetta abhing, indem der Reichs-
anzler vollständig bereit war, ihm einen guten Em⸗
Ffang zu geben, um so mehr, da er auch keinen
grund hatte, einer Unterredung mit dem künftigen
ranzösischen Premier⸗Minister aus dem Wege zu
jehen. Ich glaube selbst, daß der Fürst in seinem
innern über dessen Nicht-Erscheinen erstaunt gewesen
ein muß, weil Gambettas Reise ihn ganz in die
Nähe von Varzin brachte“

Berlin, 7. Nov. Die auf weitere Rück⸗
värtsrebision der Gewerbeordnung gerichteten Wünsche
verden sich nach einer Correspondenz der „Magdeb.
Ztg.“ vorläufig nicht erfüllen. Wenigstens dürften
zZersuche in dieser Richtung bei einer Reihe von
Bundesstaaten, welche das Princip der Gewerbe—
creiheit nicht preiszugeben gewillt sind, auf erheb⸗
liiche Schwierigkeiten stoßen. Kdan wird sich deß⸗
halb mit den beabsichtigten Vorschlägen, bezüglich
des Hausirhandels, des Gewerbebetriebs der Gesinde⸗
dermiether, der Rechtsconsulenten u. s. w. zufrieden
zeben müssen.

Auf eine Eingabe des Allgemeinen Jagdschutz—
Vereins haben die Minister der Landwirthschaft und
des Innern erwiedert, daß der Erlaß einer allge⸗
neinen Jagdordnung nicht aufgegeben sei, inzwischen
iber von der Abänderung einzelner provinzialgesetz
icher Bestimmungen auf dem Gebiete des Jagd⸗
wesens abgesehen werden müsse.

Fürst Bismarck wird am 11. d. M. in Ber⸗
lin erwartet; man berichtet, daß der Reichs⸗
anzler den Reichstag persönlich eröffnen wolle.
Bleichzeitig mit dem Fürsten wird Graf Szechenyi,
der österreichische Botschafter, wieder in Berlin ein—
treffen.

Von den im ganzen Reich definitiv gewählten
Reichstagsabgeordneten hatten bereits 184
Mitglieder dem letzten Reichstag angehört; außer—
dem sind 105 neue Mitqlieder gewählt.
Ausland.
NRom, 6. Nov. Von guter Seite verlautet,
—DD
vor Jahresschluß unserem Konig seinen Gegenbe—
ruch abstatten, Zum Besuchsort dürfte jedenfalls
Turin gewählt werden; doch ist es auch
möglich, daß die Begegnung an der Riviera
tattfindet.

Am russischen Hofe werden zu dem am9.
d. Mugroße Vorbereitungen getroffen, um diesen
fünfzehnjährigen Hochzeitstag des jetzigen Czaren
estlich zu begehen. Es heißt, daß zur Beiwohnung
dieser Feier der Erbgroßherzog Friedrich Wilhelm
don Baden als Repräsentant des deutschen Kaiser⸗
hauses in Vetersburg eintreffen werde.
Lokale und pfälzische Nachrichten.
M St. Ingbert, 8. Novd. Die gestern Abend
stattgehabte Generalpersammlung des Gewerbe⸗
Vereins beschloß zunächst über die Aufnahme
mehrerer neuer Mitglieder. Alsdann nahm dieselbe
die von dem I. Vorstande und dem Schriftführer
auf Grund der bisherigen Statuten, sowie der des
Bewerbevereins Kaiserslautern entworfenen neuen
Statuten mit einigen kleinen Abänderungen an.
die definitive Verathung derselben findet in der
nächsten Generalversammlung statt. Zu Punkt 8
»er Tagesordnung „Häusersteuerrevision“ betr. wurde
eschlossen, einen Anschluß der Stad, St. Ingbert
in das Vorgehen der Stadt Speyer behufs Revi⸗—
ion der Häusersteuer-Einschätzung zu veranlassen.
Zunächst soll nun in Speyer angefragt werden, in
velcher Weise entweder die Stadtverwaltung oder
zie Hausbesitzer fortan in fraglicher Angelegenheit
vorzugehen gedenken. In der nächsten General—
dersammlung wird hierüber Bericht erstattet und
Boeschluß gefaßt. Hinsichtlich des vierten Punktes
der Tagesordnung: „Anregung zur Erbauung einer
Straße nach Dudweiler“ einigte man sich dahin,
dorerst in den Montagskränzchen das Projekt fleißig
zu besprechen.
        <pb n="716" />
        * St. Ingbert, 8. Nov. Zliebchen ade,
scheiden thut weh!“ so ertönt es heute in Deutsch⸗
land aus Tausenden von Lippen — männlichen
und weiblichen — und viele, viele Thränen fließen,
ind viele, viele Schwüre ewiger Treue und Liebe
verden gewechselt, um ... nicht gehalten zu werden.
Der heutige Tag ist nämlich der Tag der Ein⸗
stellung der diesjährigen Rekruten in das Heer.

— Die „Zw. Ztg., schreibt: Für die Beamten
und Bediensteten der Pfälzischen Eisenbahnen tritt
pom 1. Januar 1882 an ein neues Uniform-
Reglement in Kraft. Es werden dadurch viele Be—
mie, welche noch ältere Uniformsstücke besitzen,
empfindlich geschädigt, obgleich die Direktion bekannt
giebt, daß auf speziellen Wunsch die neuen Uni—
formstücke durch sie fertiggestellt bezogen werden
können gegen monatliches Ratenzahlen, resp. Gehalts⸗
abzüge. Diese Zahlungen sind jedoch so zu leisten,
daß am Ende des betr. Kalenderjahres die Mon—
turschuld gedeckt sein muß.

— Landau, 7. Novd. Heute früh erschoß sich
im Kriegsspital Sergeant Wiedemann von der 3.
Kompagnie des 18. Infanterie-Regiments. Ueber
den Grund zu der traurigen That verlautet nichts
Bestimmtes. (Eilb.)

— Dürkheim, 7. Nov. Gestern fand dahier
im Saale der „Vier Jahreszeiten“ die zahlreich be—
suchte Generalversammlung des pfälzischen Müller⸗
derbandes statt. In derselben sprach der Vorsitzende
—D—
der Wyngaert, über seine Erfahrungen auf der
Londoner Weltausstellung und in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika.

— Neustadt, 4. Nob. Ein hiesiger Metzger
annoncirt, daß es bei ihm fortwährend gutes Kuh—
leisch, das Pfund zu 20 Pf., gebe! (gIkr. Tgbl.)

— Im Verlage der Vereinsdruckerei in Speyer
wird vom 1. Dezember an ein tägliches
katholisches Blatt unter dem Titel der „Rheinbote“
erscheinen. Die Probenummer wird am 10. Nov.
herausgegeben. Redakteur des „Rheinboten“ ist
herr Gg. Schwaab, Geschäftsführer der Vereins—
oruckerei.

J;‚
Vermischtes.

F Nr. 261 der „Saarbr. Ztg.“ vom 8. d. M.
entnehmen wir das Nachstehende: „In Sachen
der Rotterdamer Schwindlerfirma Wijprecht u. Cie.
hatten wir die Nummer 255 dieser Zeitung nebst
wei Schriftstücken an das Kaiserlich deutsche Kon⸗
zuulat zu Rotterdam gesandt; wir erhalten von
demselben heute folgende Zuschrift:

„Konsulat des Deutschen Reiches.

Rotterdam, den 4. November 1881.

„Der Redaktion der „Saarbrücker Zeitung“ wird
auf die Mittheilungen vom 31. v. Mts. eewidert,
daß das angezogene Konsulatsschreiben ächt ist.
Folglich Ihr Zeitungsartikel eine unrichtige Dar⸗
ttellung liefert.

Was die entdeckte Handschriftsgleichheit angeht,
so möge zur Aufklärung dienen: daß ein junger
Mann, welcher auf meinem Büreau bis 4 Uhr
Nachmittags Beschäftigung findet, nach anderwei—
tiger Verwendung seiner Abendstnnden sich umsah,
mittels Zeitungsannonce mit dem damals noch nicht
als Schwindler bekannt gewordenen Wijprecht in
Berührung kam und für diesen gegen geringen
dohn einige Schreibereien, hauptsächlich in Adressie⸗
rung von Enveloppen bestehend, besorgt.

Es wäre ihrerseits wohl angemessen gewesen,
aicht so voreilig zu verfahren, sondern sich erst
gut zu erkundigen.

Der Kaiserlich Deutsche Konsul.
J. W. Bunge.“

Wir möchten dem Herrn Konsul hiezu nur be⸗
nerken, daß wir gar nicht voreilig verfahren sind.
Zwei Schriftstücke lagen uns vor: Eine Brief—
adresse der Betrügerfirma Wijprecht u. Co. an
eines ihrer Opfer und ein Bescheid des kaiserlichen
Konsulats an eben dieses Opfer. Die Handschrift
beider Schriftstücke ist identisch, wie ja auch heute
der Herr Konsul selbst zugibt. Was lag da näher,
als anzunehmen, der oder die Betrüger hätten auch
den Konsulatsbescheid gefälscht! Es wäre in
Deutschland gewiß Niemand im Traum eingefallen,
in dem Briesschreiber der Firma Wijprecht einen
Bediensteten des deutschen Konsuls in Rotterdam
zu vermuthen. Wir weisen daher den Vorwurf der
Voreiligkeit ganz entschieden zurück, und der Herr
Konsul hätte gewiß mehr im Interesse der von ihm
vertretenen Deutschen gehandelt, wenn er sich zu
einer Mittheilung über die von ihm veranlaßten

Schritte behufs Verfolgung der Schwindler herab⸗
jelassen hätte, statt uns für unsere Mittheilung
einen Tadel zu ertheilen. Wir werden übrigens
die Angelegenheit nunmehr zur Kenntniß des Kai—
erlichen auswärtigen Amtes bringen.

(Der die Schwindel⸗Firma Wijprecht n. Co. be⸗
reffende Artikel in Nr. 255 der „Saarbr. Ztg.“,
auf welchen das obige Schreiben des deutschen
LFonsuls in Rotterdam sich bezieht, war s. Z3. auch
n den Anzeige r übergegangen).

—. Als ein seltenes Jagdglück wird dem
Saarl. Jo ur.“ aus Dillingen berichtet, daß
in dortiger Jäger, ber bereits vor 14 Tagen an
inem Tage zwei schwache Sauen erlegte, am
etzten Sonntag vermittelst einer Doublette zwei
zroße Sauen, die beide im Feuer blieben, er—
eutet hat.

Monsheim, 5. Nob. Auf den gestrigen
Treibjagden in Wachenheim a. d. Pfrimm wurde
inem Schützen, Herrn Fr. Obenauer aus Kriegs⸗
jeim, ein Auge ausgeschossen. Die Verletzung ist
ꝛine sehr geführliche. Der Jäger, der den unglück—
ichen Schuß abgegeben, ist von Monsheim.

F Ein erschütterndes Familiendrama ereig⸗
nete sich der „D. Rz.“ zufolge am Allerseelentage
iuf dem Friedhofe zu Neuwied. Eine dortige
Dame, Frau v. Z., hatte sich mit ihrem Gatten
und ihrer Tochter zu dem Grabe der verstorbenen
eisten Frau ihres Mannes begeben. Plötzlich
vurden von hinten zwei Schüsse auf sie abgefeuert,
»on denen einer sie in den Rücken, der andere in
»ie Seite traf, so daß die Dame, lebensgefährlich
nerwundet, auf einer Bahre nach Hause gebracht
verden mußte. Die Person, welche die Schüsse
nit einem Revolver abgegeben hatte, war die Stief⸗
ochter der Getroffenen, die Tochter aus ihres Gatten
rster Ehe. Die Attentäterin, Frl. v. Z., wurde so⸗
ort verhaftet. Dieselbe lebte seit Jahren von ihrer
Familie getrennt, war ziemlich herabgekommen und

»euten manche Einzelheiten ihres, Privatlebens auf
inen derart zerrütteten Gemüthszustand hin, daß
die grauenerregende That als das Resultat einer
augenblicklichen oder vielleicht schon längere Zeit
‚orhandenen Geistesstörung erscheinen dürfte. Die
iefste Theilnahme richtet sich allgemein auf den
chwer geprüften Vater der unglücklichen Verbrecherin,
velcher bei dem Schauspiel zugegen sein mußte, wie
eine leibliche Tochter am Grabe ihrer Mutter die
nörderische Hand gegen ihre Stiefmutter erhob.

München, 5. Nov. Gestern erschoß sich

n seiner Wohnung der Premierlieutenant K. Feller,
la suite des I. Feld-Art.-Reg und Adjutant
»ei der 1. Feld-Art. -Brigade. Ein Zettel mit
den Worten: „Ich bin nicht ehrlos“ wurde bei
hm vorgefunden, man vermuthet die Ausführung
ziines amerikanischen Duells.
f Wird bei einem Eisenbahn- oder Fabrik⸗Un—
'all, durch welchen die Haftpflicht des Eisenbahn—
der Fabrik-Unternehmers aus dem Reichshaft⸗
flichtgesetz begründet wird, ein Sohn getödtet,
oelcher seine alten Eltern unterstützt hatte, so tritt
ach einem Erkenntniß des Reichsgerichts vom 16.
zeptember 1881 der haftbare Eisenbahn⸗ oder
rabrik-Unternehmer an die Stelle des getödteten
zohnes in Bezug auf die künftige Unterstützung
der bedürftigen Eltern des letzteren. Er hat diesen
»as zu leisten, was der Getödtete gesetzlich zu leisten
yerpflichtet war und auch wirklich geleistet hatte.
leberstiegen jedoch die Leistungen des Sohnes gegen
eine Eltern das gesetzliche Maß seiner kindlichen
Interhaltungspflicht, so wird dadurch die Unter—
altungspflicht des haftbaren Unternehmers nicht
rhöht, vielmehr bleibt diese auf das gesetzliche Maß,
lso entsprechend die thatsächlichen Lebens⸗ und
7tandesverhältnissen der Eltern und des Getödteten,
eschränkt. Diese von dem Getödteten übernommene
llimentationspflicht des Unternehmers wird dadurch
nicht berührt, daß die zu Unterstützenden noch
indere Alimentation der Eltern verpflichtete Kinder
jaben, wenn diese Kinder haben, wenn diese that—
ächlich bis zum Tode des Getöodteten nichts zur
Unterstützung der Eltern heigetragen haben, resp.
erst später alimentationsfähig geworden sind.
(GWahres Wort.) Wann wird am meisten
jelogen? Vor einer Wahl, während eines Krieges
ind nach einer Jagd!

GDie Gesammtbevölkerung der
Erde beträgt gegenwärtig 1,455,000, 0060 Men⸗
chen. Die jährliche Zunahme belauft sich auf etwa
16 Millionen Seelen und die Gesammtziffer hat
ich seit dem Untergang des römischen Reiches etiwa
um die Hälfte vermehrt. Wären sämmtliche be—

wohnbare Lander der Erde so dicht mit menschlich
Niederlafsungen besetzt, wie England und Belgie
Indien und China, so würden etwa 10 Milliard
Menschen auf der Erde Platz gefunden haben, ei
Zahl, welche das Menschengeschlecht vielleicht no
dielen Jahrhunderten erreicht haben wird.

— Wer kann ausrechnen, wieviel Salz das Meqn
d. h.salle Meere zusammen genommen) ungefäb—
enthält? Dazu müßte man wissen: 1) wie großd
Flächeninhalt des Meeres ist: 2) wieviel seir
durchschnittliche Tiefe betrügt und 3) welchen Ge
halt an Salz das Meerwasser besitzt. Der Flächen
nhalt des Meeres beträgt annähernd 370 Million
Quadrat-Kilometer oder 370 Billionen Quadra
neter. Die durchschnittliche Tiefe sei gering g
chätzt 100 Meter und wird der durchschnittlid
Zalzgehalt des Meerwassers auf 23 Prozent an
jenommen, so ist die Rechnung: 370 Billione
⸗Meter 100 Meter 0,025 Prozent
325 Billionen Kubikmeter Salz. Da nun 1 Ki—
hzikmeter 3213 Kubikfuß enthält, so machen d
325 Billionen Kubikmeter annähernd 30,00
Billionen Kubikfuß aus, die, den Kubikfuß zu 1 Ct
angenommen, ebensoviele Centner Salz ausmachte
Diese 30,000 Billionen sehen so aus:

30,000, 000, 000, 000, 000.

Um dieses Quantum von einem Orte zum andere
J. B. von Hildburghausen nach Meiningen,
transportiren, dazu wären 150 Billionen Eise
hahnwaggons von 200 CEtr. erforderlich. Da
run aber in der ganzen Welt nur etwa 192 Mil
Waggous gibt, so müßten dieselben 100 Millioue
Fahrten machen. Rechnet man auf einen Tag
eine Fahrt, so würde ein solcher Transport 27.40
Zahre in Anspruch nehmen.
F Die Wiener sind ganz toll! Sarah Beri
jardt, die bekannte französische Schauspielerir
zastirt eben dort, und man reist sich um die Bille
u den Vorstellungen. Logen und Parquet-Plät
varen gleich am ersten Tag für alle zehn Vorsteh
ingen, in denen sie auftritt, verkauft; die ande
ren Billete gingen am zweiten Tag auch reißen
ab, und waren dann gleich jenen, auch nur no
»on den Aufkäufern gegen bedeutendes Aufgeld z.
»ekommen. Ein Parquetsitz kostete bei diesen Blut—
saugern 10 fl. õ. W. am Werktag, am Sonnta⸗
höher. Sarah Bernhardt ist natürlich hoch erfreu
iber das gute Geschäft, das sie macht, und wir
so gefällig sein, im Januar den Wienern nochmal
Gelegenheit zu geben, ihr Geld an sie los zu wer
den. — Auch in Wien klagt man viel über di
sichlechten Zeiten.
F Zürich, 1. Nov. Aufsehen erregt ein w
Bankgeschäft Walker im Centralhof letzte Nach
»erübter Einbruch. Es wurden 75,000 Fr. ent
vendet, die Bücher und andere Werthschriften ver
zrannt. Der Einbruch geschah auf die raffinirtest
Art, wie die nur wenig beschädigten Thüren und
Schlösser beweisen. — Summe der bei'm Glarne
rischen Hilfskomite und bei'm Bundesrath für Elr
zisher eingegangenen Liebessteuern: 420,000 Fr

F Claude, einer der Chefs der geheimen
Polizei unter Napoleon III., hat einen Theil seine
Erlebnisse veröffentlicht. Man sieht tief hinein
vie's gemacht wurde, um Kaiser zu werden un'
zu bleiben in Frankreich. Napoleon war ein Po
lizeis Genie und Meister der Organisation, er traut
Niemand als seinem Siern und machte jeden Po—
sizisten zum Spion des andern. Die Polizei über
wvachte alles in Staat und Kirche, in den Kasernen
uind Kapellen, Kneipen und Ballsälen und überal
vo drei beisammen waren. Die geheime Polize
tostete viele Millionen; Frauen, sogar Prinzessinner
ind Fürstinnen, spielten in ihr eine große Rolle⸗
und dienten abwechselnd zugleich dem Kaiser un
einen Feinden. Die Denuntianten und Provoka
eure holten sich im geheimen Kabinet den klingender
Lohn ihrer Thaten und quittirten sehr eigenthuͤmlich
Sie hauchten auf die Fensterscheibe in der Thür
des schwarzen Kabinets und schrieben dann mi
dem Finger die jeweilige Ziffer und den Namen
Der Kassirer des Kaisers zahlte auf diese Anweisun—
jin, und wenn der Empfänger erhalten hatte, ver—
vischte er wieder mit dem Aermel die seltsame Quit
ung. Die Schilderung der furchtbaren Korruption
n jener Zeit ist so widerlich, daß man sie kaun
esen mag. Auch ein oberflächlicher Blick genüc
u der Einsicht, daß eine Regierung, die sich nu
auf die Verderbtheit der Gesellschaft stützte, unmöglid
von Dauer sein konnte, auch wenn das Jahr 1870
nicht gewesen wäre.
        <pb n="717" />
        Ueber einen großes Aufsehen erregenden Prozeß
ird der „N. Fr. Pr.“ aus Palermo geschrieben:
jm März 1881 faßten mehrer⸗ geldbedürftige, den
oheren Ständen angehörige Studenten der Medizin,
ner ihnen Zerini, der schließliche Denunciant, den
heußlichen Plan, nach hiesiger Brigantenart den
vhn eines reichen Grundbesitzers, ihren eigenen
mmilitonen, der mit einem Collegen Namens
dercadante in den Lazarethen beschäftigt war, zu
questriren, von dem Vater 125,000 Francs zu
rpressen und schließlich, gegen allen Banditenbrauch,
n jungen Mann nicht freizugeben, sondern ihn
erwürgen, den Leichnam zu zerschneiden und die
ücke in den Abort zu werfen. Die letzte Scheuß
chkeit sollte geschehen, weil sie die Entdeckung ihres
Ferbrechens fürchten mußten, da der Sequestrirte
rotz aller Eide, die man ihm abgenommen hätte,
vohl nicht geschwiegen haben würde, und anderer⸗
iss der ganze Plan in Palermo ausgeführt werden
olle, wo keine Berge und Schluchten zuͤr Ver—
ergung der Verbrecher sich vorfinden, wie im
nnern der Insel. Mercadante, der „intime Freund“
nd Studiengenosse, übernahm es, das Opfer unter
orspiegelung einer auszuführenden chirurgischen
)peration in das zu diesem Zwecke gemiethete
Jeus zu locken. Pizzo, das Opfer, wurde durch
inen von dem verbrecherischen Plane benachrich—
gien Vater in Kenntniß gesetzt, und durch diesen
e Polizei. Damit die Polizei Alle in flagranti
dappen könne, hatte Pizzo, auf die Pünktlichkeit
er Carabinieri rechnend. den Muth, am Arme
Rercadantes in die Räuberhöhle zu gehen und den
orbereitungen zu seiner Ermordung anzuwohnen.
die ganze Bande wurde, dank den getroffenen Vor—
ehrungen, glücklich abgefangen. Was den Stu⸗
senten Mattina, der vermögend ist und einen ge—
idneten Lebenswandel führt, veranlaßt hat, an
jesem scheußlichen Verbrechen theilzunehmen, ob
jelleicht Pribatrache ihn dazu bewog, wird die sich
den abspielende Verhandlung lehren, welche noch
nehr Licht in die Einzelheiten bringen dürfte.
F(Amerikanisches.) Marvin, der vielbe—
eibte, der schwindelhafte Gatte dreizehn lebender
rauen, ist soeben zu zehn Jahren Zuchthaus ver⸗
Aßeilt worden. davon 5 Jahre für das Dutzend

ingesetzlicher Heiraten und 5 Jahre für eine dei
gelegenheit der letzten Eheschließung begangene Wech⸗
elfälschung. — Die Räuber, welche in Texas einen
isenbahnzug plünderten, wurden jeder zu siebzig
zahren Zuchthaus verurtheilt. Der Prozeß hatte
ber noch ein höchst interessantes Nachspiel. Die
zerfolger und glücklichen Häscher der Räuber waren
ier Personen, namens Huddlestone, Belvines. Moore
ind Dollahode. Als diese nun bei den Räubern
000 Doll. gefunden hatten, machte der Erstgenante
einen Kameraden den Vorschlag, das Geld unter
ich zu teilen. Belvines erhob zwar einige Einwen⸗
ungen, gab sich aber dann zufrieden, und wirklich
hurde das Geld unter die vier Hüscher geteilt.
im nun die Räuber, welche die Teilung gesehen
atten, zum Schweigen zu bewegen, legten die vier
äscher einen feierlichen Eid ab, daß sie den Familien
er Räuber je 100 Doll. jährlich bezahlen und
edes erdenkliche Mittel anwenden werden, um die
däuber aus dem Zuchthause zu befreien. Daß man
iese nicht gleich freiließ, hatte nur darin seinen
zrund, daß die ehrlichen Häscher vorerst die für
eren Ergreifung von der Stadt ausgesetzte Belohnung
on 1000 Doll. einheimsen wollten. Wirklich er—
ijelten sie dieselbe und erschienen auch kaltblütig
ei der Gerichtsverhandlung. Da trat nun auf
inmal Belvines, der schon auf dem Wege Reue
ezeigt hatte, zum Direktor der bestohlenen Eisen—
ahn und erzählte ihm den ganzen Vorfall. An—
angs leugneten die drei anderen beharrlich und
eschworen sogar, daß sie nicht wissen, wo sich das
zeld befinde. Später kam aber Moore und erklärte,
r könne das Geld herbeischaffen. Man darf darauf
espannt sein, wie sich diese andere Sache entwickeln
Gird.

SAAla*rbfaue.

Gestorben: in Dirmstein Wittwe David
Simon; in Kirchheimbolanden Peter
Arnold Polizeidiener. 56 J. a.; in Zwei—
zrücken Theobald Schäfer, 53 J. a., von Bieders-
jausen. F —

Dienstesnahricemn.

Der geprufte Pofstadspirant Bally in Sveyer wur de
zum Posiamtsgehilfen in Erlangen befordert.

Der geprufie Forstschutzlehrling Joh, Mumn ch m —
zu Floßburg wurde zum Forstgehilfen beim Revier Eusser⸗
hal der Lehrer Kari Derrumm in Stauf zum Lehrer an
er protest. Schule in Kreimbach exnannt F

Neueste Nachrichten.

München, 8. Novbr. Wie wir aus
bester Quelle versichern können, ist das in
der Stadt zirkulirende Gerücht von dem an⸗
zeblichen Rücktritte des Ministers Dr. v. Lutz
‚ollständig erfunden und lediglich ein für den
etzten Augenblick des Wahltages vorbereitetes
egnerisches Wahlmanöver. Die Stellung des
derrn Dr. v. Lutz ist durch den Verlauf
der jüugsten Kammerdebatten lediglich befestigt
vorden. (Südd. Pr. u. Münchener Nachr.)

Rom, 7. Novbr. Der Jahrestag der
Schlacht bei Mentana wurde zu Mailand
ind Mentana durch patriotische Umzüge ge—
eiert. Sie verliefen ohne irgend eine Un—
»rdnung. Nur entzog die Behörde zu Mai⸗
and zwei Rednern, die öffentlich sprechen
vollten, das Wort; desgleichen die Polizei
‚zu Mentana einem Redner. Um das Mo—
uument auf dem Schlachtfeld waren etwa
400 Personen versammelt.

New-PYork, 6. Novbr. Die hiesige
dandelskammer veranstaltete gestern Abend zu
khren der deutschen und französischen Dele—
zirten zur Jubelieier der Einnahme von
horktown ein Banquet.
xir die Rebedion vrano x. Dem e r

9

B
in
—
hr

Gemeinnütziges.

Ein Frostbaltsam, der sich bei der österreichischen
dordpolexpedition sehr gut bewährt haben soll, be⸗
eht aus 4 Theilen Jodtinktur, 80 Theilen Schwefel⸗
ther und 100 Theilen Collodium. Man läßt ihn
atürlich in der Apotheke bereiten. Für die Hälfte des
bigen Quantums nach Grammen oder 67 Gramm
edarf es also 2 Gramm Jodtinktur, 15 Gramm
-„chwefeläther und 59 Gramm Gollodium.
wangsversteigerunge—
Mittwoch, den 9. November
ächsthin Morgens 10 Uhr in der
zirihschaft des Herrn Peter Heußer
jer versteigere ich zwangsweise gegen
aarzahlung:
8 Päcke Drahtstiften, 10
Wagenachsen, 60 Kochhäfen, 3
Wassereimer, 1 Dezimalwage
nit Gewichten, 4eiserne Kessel,
3 Kochheerde, 8 Oefen, 78
Feilen, 5 Päcke Holzschrauben,
Faß Pech, 1 Pack Leim,1
daffeeröstpfanne, 1 Schraubstock,
zPhfund Schuhgarn, 3 Kisten
holzstiften, 3 Dutzend Schippen,
irca 530 Pfund Draht, 5
dohlenkästen, 15 Meter Ofen⸗
rohr, 1 Partie Dachlatten,
inen großen Vorrath Reif—
ind Bandeisesß* eine Vartie

Glaspapier, Thür- und Fenster—
heschläge blechenes Geschirr ꝛtc. ⁊tc.
a. 80 Ctr. Heu und 96 Garben
Weizen.
St.Jugbert, 6. Nov. 1891.
Faßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.

Actionäre und Interessenten des
Borgisch Markischen
Bergw. Véréins
Rlaemeinen BörsenZeitung

Widerruf.“

Die auf Anstehen der Wittwe, Kinder
ind Erben des in Rentrisch ver⸗
ebten Peter Werner in Rr. 177
. 180 'des Anzeigers auf Dienstag,
en 15. November nächsthin, Nach⸗
nittags um 1 Uhr zu Rentrisch
nder Wirthschaft von Herrn Jakob
Ruirin zur Versteigerunng ausge—
hriebenen Liegenschaften, 7 Item auf
zt. Ingberter Bann gelegen, werden
in diesem Tage nicht versteigert, die
dersteigerung anderen Liegenschaften
edoch findet an dem angegeben Tag
ind Sfunde dort staft

für
Privat⸗Capitalisten und Rentiers
aufmerksam gemacht.

Die „Allgemeine Börsen-Zeitung“ enthält neg ihres enorm billigen
Preises von pr. Quartal M. 2 einen vollständigen Courszettel, correcleste
Verloosungsliste, viele sonstige Beilagen, und außerdem

gratis
die neueste Ausgabe des circa 70 Seiten umfassen den Cou—
Com mentarꝰs,
welcher für Besitzer von Werthpapieren von größter Wichtigkeit ist, da aus
siesem alle auf die bezüglichen Papiere Einfluß habenden Verhältnisse ersichtlich find,
ind u. A. die Angabe des Haupt-Geschäftszweiges der betreffenden Actien-Gesell-
chaften, das Domicil, Actien-⸗ uad Reservecapital, Hypotheken u. Prioritätenbelastung,
sowie sonstige Schulden, Unter⸗-Bilanz und Activen, Gründungs- und Geschäftsjahr,
Dividenden und Coursftand, Tag und Bestimmung bezüglich der General-Versamm⸗
ung, Namen der Directoren und Aufsichtsrathsmitglieder, Länge und Frequena der
Bahnen ⁊c. ⁊c. enthält.
Die Redaction ertheilt unentgeltlich J
Rath und Auskunft
in zuverlässigster und offener Weise, so daß jede Parteilichkeit oder Un⸗
wahrheit abjoiut unmöglich ist. Die Redaktion ubernimmt ferner die
des Effecten⸗Besitzes ihrer Abonnenten, um diese von jedem Ereigniß, welches hierauf
Einfluß haben koͤnnte, sofort event. pr. Telegramm zu bengcrichtigen, sowie die—
selben auch auf günstige Momente zum Ankauf von Effecten aufmerksam zu
machen. Die Allgemeine Börsen⸗-Zeitung hat während ihres achtiährigen Be⸗
stehens genügende Veweise gegeben, daß dieselbe nur das
Juteresse des kleinen Kapitals
oertritt und zeugen die Leitartikel ꝛc. davon, daß dieselbe
— unabhängißg—
ist, was gerade bei einer Börsen⸗Zeitung von größter Wichtiakeit, aber nur selten
er Fall ist.

Abonnements werden von allen Postanstalten entgegengenommen und
Neue Abonnenten erhalten die bis Ende d. Qu. ersch. Nummern gratis.
Obige Nummer wird als Probe⸗Rummer — gratis 7
jandt durch die Expedition

Berlin SW. Friedriobstr. 214.

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ewe tce
ν
CONOPERT,;
HweibeSonntae Abend)
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ontag von 327 Uhr u
Tanzkruünzchen;
Rur?gꝑer-⸗BRall.
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

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der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—

vlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat koftet vierteljährlich 1A6 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 12 60 , einschließlich

10 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H5, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 15 . bei Meclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
MW 185.

Donnerftag, 10. November 1881.

1686. Jahrg
— 1
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Der Fabrikrath

er kathol. Kirche und der Gemeinderath in Münch⸗
wveiler (Bezirksamt Pirmasens) haben sich an die

Abg.-Kammer gewendet mit der Bitte um Bewilli—
gung der Mittel zur Wiedererrichtung der Pfarrei
Münchweiler. — Die Forstgehilfen und die Wald⸗
uufseher der Pfalz haben an die Abg.Kammer ein
Hesuch gerichtet um Aufbesserung ihrer Bezüge.

Das bayerische Justizministerium hat um⸗
assende amtliche Erhebungen eingeleitet, um die
Wirkung der Reichsgesetze über Gerichtskosten
ind Gebühren zu ermitteln und für eine etwaige
veitere durchgreifende Revision jener Gesetze die er⸗
orderlichen Grundlagen zu gewinnen.

Nachdem jetzt di Simultanschule durch die

„Simultanfraktion“ der Rechten, nach Herrn
3. Hörmanns glücklichem Ausdruck, ihren Treff be⸗
ommen, ist die Zivilehe an der Reihe, darauf
das Konkubinat u. s. w. Wenn ersterer Gegen⸗
tand nicht schon auf die nächste Tagesordnung ge—
zracht ist, so beruht dies nicht auf einem Rückzug
»der Versäumung der Herren Antragsteller, sondern
der Grund ist eine Verletzung, welche der Justiz⸗
minister v. Fäustle durch einen Sturz auf der Jagd
iich zugezogen. Für die betreffende Verhandlung
ist, wenn der Minister bis dahin wieder aktions⸗
ähig ist, der nächste Freitag in Aussicht genommen.

Munchen, 9. Nor. (Reichsrathskammer.)
In der zur Berathung des Militäretats auf kom⸗
menden Samstag anzuberaumenden Sitzung der
ammer der Reichsräthe werden drei neue Mit—⸗
glieder derselben, die Herren Reichsräthe Graf v.
Stauffenberg, Graf v. Drechsel und Kommerzien⸗
rath Krämer in üblicher Form eingeführt und
jeeidigt werden.

In Darmstadt hat der Abg. Metz den Antrag

jestellt, daß die erfte Kammer des hessischen Land⸗
tages aufgehoben werde, weil zwei Kammern für
ein so kleines Land überflüssig, ungeeianet und zu
ostspielig seien.
Ein Berliner Korrespondent der „Frankf. Pr.“
zält die Nachricht von Stöckers Sturz aufrecht,
demerkt aber, daß zwar nicht eine förmliche Absetz⸗
ung beabsichtigt, sondern daß ihm von zuständiger
Seite der Rath ertheilt worden sei, seinen Abschied
reiwillig zu nehmen.

Berlin, 8. Nov. Die Sozialdemokratie macht
die denkbar moͤglichsten Anstrengungen, um bei den
Stichwahlen im vierjzen und sechsten Wahlkreis ihre
Landidaten durchzubringen. Das sozialistische
Wahlkomitee hat dem Polizeipräsidium das Manu—
kript eines Wahlflugblattes überreicht mit der An⸗
frage, ob der Verbreitung gesetzlich etwas im Wege
tünde. Dem Vernehmen nach hat das Polizei⸗
dräsidium jede Erklärung hierüber abgelehnt und
ich die weiteren Eutschließungen vorbehalten. Für
jeute Abend waren unter der Firma „antifort⸗
chrittliche Wahlversammlungen“ zwei Versamm⸗
uungen, die eine im vierten, die andere im sechsten
Wahlkreise beabsichtigt gewesen, deren Tagesordnung
lautet: „Die Stellung der Fortschrittspartei zur
Arbeiterfrage.“ Referent im vierten Wahlkreise
ollte sein — Herr August Bebel, im sechsten —
herr Wilhelm Hasenclever. Wie wir hören, ist
die Abhaltung beider Versammlungen aitf Grund
des 89 des Sozialistengesetzes verboten worden.
In Betreff des neuen Reichstags wird offi⸗—
giös geschrieben, es handele sich um drei Möglich—
leiten entweder sofo ige Aufloͤsung. oder die Er—

cheinung einer unbeweglichen Maschine, deren Räder
ämmilich gegen einander arbeiten, oder endlich
eitweises Zusammengehen von ihrer Gesammt⸗
endenz nach unverträglichen Fraktionen unter Führ⸗
ung der Regierung. Die Regierung habe zwar
ziesem Reichstag gegenüber keinen bequemen Stand,
iber die Sicherheit, daß ihre Fuhrung angenommen
verden müsse, wenn der Reichstag sich nicht auf
auter negative Elemente beschränken und dadurch
seine baldige Auflösung nothwendig machen wolle.
Die „Kreuzzeitung“ nimmt sich die Mühe, die
Nachricht von der Aunexion Elsaß⸗-Loth⸗
ringens durch Preußen zu dementiren.
(Stichwahlen zum Reichsstag.) In
Breslau wurden gewählt Hasenclever und Kräker,
2 Sozialdemokraten gegen 2 Forischrittler; in
Breiz wurde gewählt der Sozialdemokrat Blos
egen Merz (conserb.); in Mannheim Kopfer
Demokr.); in Frankfurt a. M. Sonnemann
Demokr.) gegen Döll (Sozialdem.); in Mainz
Liebknecht (Sozialdem.) gegen Philipps (Fortschr.);
in Alzei-Bingen Bamberger ESezessionist);
in München J Ruppert (Centr.) gegen Schlör
(libr.); in Nurnberg Grillenberger (Sozialdem.)
Jegen Günther (Fortschr.) Verschiedene andere
Stichwahlen fielen zu Gunsten der liberalen Kan⸗
didaten aus.
Erfurt, 9. Nod. Gesammtresultat: Stengel
Fortschritt) hat mit 9579 Stimmen gesiegt; Mi⸗
nister Lucius erhielt 4084 Stimmen. Dort⸗
nund, 9. Nov. Bei der gestrigen Stichwahl
vurde Lenzmann (gFortschritt) mit über 2000
Stimmen Majorität gegen Berger gewählt. Len⸗
nep. Schlüter (Fortschritt) mit großer Majorität
gewählt. Solingen. Vorläufiges Resultat:
Schorlemer⸗Alst 6043. Rittinghausen (Soz.⸗Dem.)
9014 Stimmen.

Paris, 8. Nowp. In der Deputirtenkammer
warf Cléͤmenceau dem Cabinette vor, er habe die
Erpedition nach Tunis unternommen, um Privat⸗
AIntecnehmungen, wie die Eisenbahn von Bona nach
Buelma⸗Enfida, zu unterstützen, nicht wegen der
ranzoͤsischen Interessen. Das Cabinet führte den
drieg, indem es dem Parlament die Wahrheit vor⸗
nthielt, die Constitution und die Souveränität des
Volkes verletzte; deshalb sei eine Untersuchung noth⸗
wendig. Ferry wird morgen antworten.

General Sherman, der Höchstkommandirende der
Bereinigten Staaten⸗Armee, empfiehlt, wie aus
Washington depeschirt wird, in seinem allge—
neinen Jahresberichk aus Gründen des militärischen
dienstes eine Vermehrung des Heeres.
Selbstverständlich handelt es sich bier nicht um eine
Lbergrößerung der Armee behufs eines defensiven
'der gar offensiven Krieges. Das stehende Heer
der Vereinigten Staaten, das vor dem Secessions⸗
rieg 12,000 Mann betrug und jetzt schwerlich
nehr als die doppelte Zahl betragen wird, dient
ediglich zum Schutze der Grenzen gegen die In⸗
zianer. Die zu bewachenden Grenzen sind aller⸗
ings außerordentlich weit ausgedehnt, und es wird
chon lange Klage darüber geführt, daß die Truppen⸗
mzahl für den äußerst exponirten Dienst nicht aus⸗
ceicht; daher die häufigen Raubanfälle der Indianer
ind wiederholten Angriffe derselben auf kleine Mi—
ifürpiauets

Ausland.

Lokale und pfälzische Nachrichten.
*St. Ingbert, 9 Nov. Im Verlaufe dieser
Woche wurden in verschiedeneun Theilen unserer

Stadt die Geflügelsiälle nächtlicher Weile revidiert
und da eine gemästete Gans, dort eine fette Ente
oder ein zartes Hähnchen mitgehen geheißen. Einen
der nächtlich revidierenden Geflügelliebhaber hat
uinsere Polizei bereits entdeckt und wird nun für
enselben der appetitliche Gänsebraten einen etwas
hittern Nachgeschmack erhalten.

*St. Ingbert, 9. Nov. Wie schon früher
'm „Anz.“ erwähnt, waren von verschiedenen dabei
nteressirten Gemeinden und Personen Anstrengungen
ur Errichtung einer Haltestelle bei Schaf—
brück an der Bahn von hier nach St. Johann
gemacht worden, wie es scheint nicht erfolglos; denn
m Sommer hieß es, daß bis Mitte Oktober die
daltestelle errichtet werden sollte. Jetzt solleu aber
nach einer Correspondenz von Bischmisheim in der
„Saarbr. Ztg“ dem Projekte nachtheilige Einflüsse
jeltend gemacht worden fein und die Errichtung der
dalteftelle wieder in Frage stellen.

— Freinsheim, 8. Nod. Herr Richard
Huck dahier erntete eine Stoppel-Rübe in dem ge—
wiß seltenen Gewichte von 3000 Gramm, gleich
J Pfund.

Speyer, 7. Nov. In letzter Nacht schlitzten
5 Untersuchungsgefangene aus dem hiesigen Amts—
gerichtsz Gefängniß aus. Sie brachen die Mauer ihrer
im 2. Stockwerke gelegenen Zelle durch, ließen sich an
zusammengeknüpften Leintüchern auf die Straße
herab und sollen ihren Weg in's Badische genom—
men haben. (Sp. 3.

(Zwei derselben wurden von der Gensdarmerie
in der Gegend von Frankenthal aufgegriffen und
unter Schloß und Riegel gebracht.)
Vermischtes.

FSaarbrücken, 8. Nov. Die dessidirende,
später vom Innungsausschuß exkludirte Moajorität
der früheren Ausstellungskommission wird durch
hren Anwalt, Herrn Boltz, nunmehr bei Gericht
die Klage auf Rechnungslegung über das Aus—
stellungsunternehmen einreichen.

Bubenhände haben am Donnersiag, den 8.
d. M. zweimal den Versuch gemacht, die zwischen
Diedenhofen und Trier verkehrenden Eisen⸗
bahnzüge zum Entgleisen zu bringen. Das erste
Mal hatte man eine hölzerne Bahnschwelle quer
über das Geleise gelegt, die heranfahrende Loko—
motive zerschnitt glücklicher Weise das Hindernis
und fuhr unbeschädigt weiter. Bereits der darauf
olgende Zug fand fast an der nämlichen Stelle
einen großen Stein auf die Schienen gewälzt vor,
und auch diesmal wieder beseitigte die Lokomotive
das Hemmnis. Den eingeleiteten Recherchen wird
es hoffentlich gelingen, den oder die Frevler zu er—
mitteln.

Der Soldat Michael Löber des 17. Inf.⸗Reg.
wurde vom Militarbezirksgericht Würzburg we—
Jen Beleidigung des Königs von Bayern und des
Kriegsministers v. Maillinger zu 10 Mouaten Ge—
fängniß verurtheilt.

fF Berlin, 7. Nov. In hiefigen finanziellen
Zreisen erzählt man sich von ganz erheblichen Ver⸗
usten, welche großen Bankhäusern neuerdings zuge⸗
ügt worden seien. Man spricht davon, daß das
daus Rothschild Verluste von uͤber 100 Millionen
zu verzeichnen habe, und auch Berliner Firmen
verden genannt, welche in Mitleidenschaft gezogen
worden seien, und bei denen sich die Verluste nach
Millionen beziffern. Man spricht sogar davon,
daß der plötzliche Tod eines Mitgliedes des Hauses
notthid in Paris nicht natürlischer Au sein
soll (7
        <pb n="720" />
        fParis, 6. Nov. Auf der Jagd, die vor
zwei Tagen vom Präsidenten der Republik im
Walde von Rambouillet abgehalten wurde, ereig⸗
nete sich ein traurigir Vorfall. Ein Gast, der De⸗
putirie Dreyfuß, schoß einem andern. Herrn Mos—
quite, eine Kugel in den Leib. Näheres ist bis
jetzt nicht betannt. Man scheint die Sache geheim
halten zu wollen.

4 Madrid, 8. Nov. In der Kohlengrube zu
Balmes faud eine Explosion statt. 15 Personen
ind todt, 5 schwer verwundte.. —
In Rochester im Staate Newyork fand
fürzlich ein Duel! statt, wie es noch nie dage⸗
vesen sein dürfte. Zwei politische Gegner duellirten
ich nämlich mittelst Luftballons über dem Ontario—
See. Jeder Duellant hatte in seiner Gondel ein
großes Gewehr und suchte damit in den Ballon des
indern ein Loch zu schießen. Lange schwebten beide
Ballons in großer Entfernung von einander in der
duft herum, bis endlich der herrschende Westwind
ie zufjammentrieb. Sofort feuerte ein Duellant
nehrere Schüfse ab, worauf der getroffene Ballon
zu sinken begann. Glücklicherweise fiel er unweit
hes Ufers in den See, so daß der Insasse der
Bondel gerettet werden konnte. Von dem zweiten
Zallon hat man bis heute keine Nachricht erhalten.

Die Amerikaner haben soeben eine An⸗
wendung der Eleklricität herausgeklügelt, die mög—
licherweise einem argen Schwindel Thür und Thor
zffnet. Im Jahre 18483 sank nämlich an der tiefsten
Stelle des Erie-⸗Sees ein mit Kupferbarren im Werthe

‚on 60,000 Dollars beladenes Fahrzeug. Neuer⸗
dings fuhr nun ein mit elektrischen Apparaten ver⸗
ehenes Schiff zufällig über die unbekannt gebliebene
Sielle und siehe da, die Apparate zeigten ein auf⸗
Allende Unruhe. Es wurden nunmehr Taucher hinab⸗

gelassen, die einige Barren heraufbrachten, und man
Joffi, die ganze Ladung zu bergen. Die Geschichte
zildet einen ganz plausiblen Anlaß zur „Gründung“
von Actiengesellschaften behuss Hebung der vielen
spanischen, holländischen u. s. w. Goldfchiffe, die
roch immer Gimpel anlocken

Landau und Gehilfe Angelo Degen von Landau' nug
Blieskastel; Portier Jak. Rehhm vou Siebeldingen al
Obmann nach Landau zur Verwendung im Guterdiens
Portier Joh. Bölkel von Hagenbach nach Siebeldinger
ind Vorlier Geora Acker von Tschißlick nach Hagenbach
Neueste Nachrichten.
Frankfurt, . Nop. Das „Frankf
Journal meldet: Berlin, 8. Nov. Abends
Das Organ der Freikonservativen, die, Post“
ündigt die Hieherkunft des Reichskanzlers
Fürsten Bismarck behufs Einreichung seiner
Demission an.

Berhin, 9. Nov. Die „Nordd. Allg
Ztg.“ erklärt die Behauptung der Frankf
Ztg.“, daß der Zollanschluß der Unter-Elbe
mit forcirter Beschleunigung effektuirt werde
um jeder Anregung bezüglich der Frage we
gen Vorlegung des Hamburger Zollanschluß
Vertrages vorzubeugen, für unrichtig. Der
Zollanschluß der Unter Elbe stehe nicht ir
Herbindung mit der Frage des Zollanschluß—
Vertrages mit Hamburg, welcher, soviel be—
kannt, dem Reichstage seiner Zeit vorgeleg
werden wird.

New-PYork, 9. Nov. Die Wahlen sin'
ruhig verlaufen. Im Staate New-Pork be
anspruchen die Demokraten eine Majorit
von 15,000 Stimmen, die Republikaner in
Massachusetts eine solche von 25.9000 St.

Gemeinnutziges.

Ein Kitt, der sich befonders dazu eignet Messing⸗
heile an Lampentheilen zu befestigen, läßt sich her⸗
tellen, indem man 3 Theile Harz mit 1Theile
austischer Soda und 5 Theile Wasser kocht. Dieser
Nasse wird dann in der Hälfte ihres Gewichtes ge⸗
zrannter Gips zugesetzt. Dieser Kitt wird in einer
salben bis dreiviertel Stunde hart, besitzt große
Tlebkraft und wird weder von Petroleum noch von
der Hitze angegriffen
Sterbfälle.

Bestorben: in Kirchheim a. Eck Michael Hein⸗
ich Koob, 66 J.; in Albersweiler Hein—
ich Henichen, 860 J. alt; in Speyer Joh.
zauline Langjahr, geb. Neugott; in Fran⸗
enthal Kaihchen, 8 Jahre alte Tochter von
deinrich Herzog; zu Malstatt der emeritierte
ßfarrer Wilh, Heinrich Zillessen, Ritter des
othen Adlerordens, 84 J. a.; in Siebeldingen
sikolaus Deisel, 68 J. a.; in Geinsheim
garbara, 16 J. a. T. v. Anton Abril.

ienftesnachrichten.

Versetzt wurden Verwaltungsasffiftent Franz Waldeck
son Landau als selbstständiger Einnehmereigehilfe nach
ginterweidenthal, Expeditionsgehilfe Wilh. Sta dle r von
interweidenthal als Gehilfe im Einnehmerei⸗ und Gepäck⸗
rpeditionsdienst nach Landau, Gehilfe Friedr. Willen⸗
cber von Blieskastel als Verwaltunasassistent nach

Fuür die Redaction verantwortlich: F. X. Demet.
Die Ziehung unserer Geldlotterie findet erst am 28. Nop. statt. R ,raiesun—
Auszug.“ Bekanntmachung.
* Wegen der jetzt noch stattfindenden
Sonenrd vosd Si Kornsagt wird die Taubensperre
Am Samstag, den 26. Novem⸗ ———
—V — re gnd r Das e e jsariat
* ssaale des hiefigen kgl. Amts—
nen eine igen ig —Ecerlein.
Gläubigerversammlung Holztransport.
tatt, welche über Anuerkennnng oder Rs den Waldungen der H.H
Anfechtung von Arresten und Cessionen zebr. Krämer wird pro 1881182 de
beschließen soll ransport von ca. 1900 Cubikmtr
St. Ingbert, 8. November 1881. -tammholz an die Halden des bayer.
Kgl. Amtsgericht zergamtes und die Holzplätze des
gez. FJahn. isenwerkes aus dem Submissionsweg
Zur Beglaubigung in den Wenigstnehmenden vergeben.
Die Gerichtsschreiberei des k. Amts- die diesbezüglichen Eingaben wollen
gerichts St. Ingbert. bis zum 12. Novbr. bei dem Unter⸗
Verne inas⸗ eichneten deponirt werden, bei welchem
82 uuch die näheren Bedingungen zu er—
ersteigerungs ahren sind. Küßwetter,
Bekanntmachung. ——c
—— dtel Laur.
ontag, den 19. Dezember 1881, I t ) 1
Nachmittags 3 Uhr zu St. In abert — J
n der Wirihschaft von Philipp Em rich
vird durch den kgl. Notar Sauer in
St. Ingbert, beziehungsweise dessen
Amtsverweser, als gerichtlich ernannten
Versteigerungsbeamten,
gegen Jalob Lefobre, Puddler in
St. Ingbert wohnhaft, Schuldner im
Zwangswege, die nachbeschriebene Lie⸗
genschaft in der Steuergemeinde St.
Ingbert, Amisgerichts St. Ingbert,
RKentamts Blieskastel, öffentlich zu
xigenthum versteigert:
Plan⸗Nr. 135149, 2 a 30 qm Fläche
Wohnhaus mit Hofranm und Gärt—
hen, gelegen in der Stadt Si.
Ingberi auf dem großen Flur, am
wergmannsweg neben der Latein⸗
schule und Peter Kraus.
Die Liegenschaft kommt als ein Ganzes
ur Versteigerung.
Die nähere Beschreibung des Ver—
teigerungsgegenstandes, sowie die Ver⸗
trigerungsbedingungen können bei dem
Bersteigerungsbeamten eingesehen werden
St. Ingbert, 10. November 1881.
Der Versteigerungsbeamte
K. Auffsichneider,
Amtsverweser.

VBisitenkarten in modernen Schriften billigst bei
Ruck und Verlag von F. X. Deme⸗ek in Si Fnabert J *.*.
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        528 5385 39 7
—
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23 557 83 233532 7535 28. . S22
235 3 3 *2R355 25 2 7* 28 8
— — 3 * 2.42 53 D ** 2 5* — 22 —
50 252* 3 2 — D 3 * 222 RA 41
58 * 22 2 6 3 22 — 2 —E— —A — 8 8 5
* 83 25 22 8 358 *52 — 8E.52 —— 2 22 5* 88
8 —— 286 3 * 5278—7 518282 2 2* 3 8 R
28 5 55335 — 77— 52* 2525..33 — 5 7
33 3* 553333 3 z35 57 53. 5555 „ 3253 35 * 28
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33 — —— — 3 —382533* —558337 —— *
332223 58333* z35355 384 3538 8
33 553633 3* S855 73538535 3253
3 5832235 255 —222 55 23 *5 2 2 —48 —232528 538 235 2*
5— 2382 — * — — 7 8 —8 2 2525 — — 2
* 2 8 80 2 *5*555353 * — 53357 — —A — * —
—53228 8 —8— 2333 555 53 —A
7 3* — 2* * —8
53 2525 233 2 33.. 15 3238333 32 5525 25232325 7 55
53 33555538 5238335* 38 —3886* — — —5 5 —5 5352 25384 83*
* 7
835 33327 337 A s3 e23 —7333—35
5 3—533—5 — 55 53328 3235535335 A335* 22
57»5—72 55383 785 52328* 2*23 * 52252 232 5385 —A
— 83 585 3335551835* z 38* 27 5572383833 3553
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—32553535553* 25 228 578.333 —A 2835
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5 5 E 523ES— 3 82 ** 55 —85 *5 52 D 235 3 2 22
— 35335555 27 —55833337 —— 6 2 33875, 535
—— 78 — 2 — 2 3 8—
332 — 55*— 8235535 A 2 81 S8 22
2 5 3 — —53857 25 * 5* — d *ñU z35883 2
2 256 535 22 2247 5—2.255* 232 5 en 83 —— —
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5353 538 * ü — 573838—
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558 3638 ——— * 28 —— —— 33223
5 2 —D — 7 2* *2 * 2
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* 8 24 * — 2 2* E * 8 22 * 2
255 — 5 5—3 —25342 5 ——532 5 230 55..7585
*— ——⏑ — 4333 — 3338* *8 —582 3332355
5—53 35— —— 333325 3E583——5 325 53*53
—3888 5—1580* —c —— — ———— 23 —*c
—22 23383—25 —82 —E — 853 2 28352
5385—35—233328 »8323 5— ——— 852 5322— 222 35525
358 2 —— 523 5 525 — 257— 532 —* 25 —5c 522
2535—358283 — —
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25—257 555 —2575 5555255 252325 — 353 — 7.
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352835— 38 3 232 8
*— 2* — 28 ) 328 — —— 22 . — — 22 727
32 S538 * 3 —225 ——8 62 553322 5 75 2—3 —757
35 55 *3383 2 55355——565 525558 37555 8 3
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33—5—5—2337 —— —— ——5 353 —355 383385 5832335
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2538* 2 3 8237 *583335 — ————
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2533 5573—5535 65533——35 52 3 872
7353533553537533 3 53— — 833 5253357
——— —— —— ——— 35 —— —, 2325 —— — 2 — 8 2 — S25 — 5 8
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— 535353537 —A —— 334 — 2555 * F — — 520
2 357332375 2325335 — A 2522337 226 2 522 2
533255538883 2532 25 752 *—25 5* 288* 3* — 5228
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235358335 8 223* *8 2525 *25 — 5
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13 4 2535 33 2 38213238 524 835* 753
2 2 2 — 55
— 5z7553 225.. 82 8 255—82 2*9 22552
32322 7835532 — 2*532
25332 2* ——225 528 7 * 352 2 3
230 — * 272 — 7 22
3 33333 238383 5333 25
75755 565* —— 253
—23 2 252 223 22 —A— 555 8
— 22 — „ — — RAS 3
—57 22527 3 2 ——
—132 8. 2 58 5388 — — —A 7
7—33335 32 3288
7 2323332 2528375 8 237*8
* 888328 5*552327 — 82.3 335
3. 5 3238 ——— 53333
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* * — 2 5* *
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— 788
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* 2888. 3 8s—3368 3 58
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1233 223 3 32332 *»232c35 22 3 I2 52909
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250 2 255535 57 37 23355
73 S 2 2 5555223 * 2. *555— 327 72 2f835
28 923 3 5 3337 —E— — —S —— 27c x5* 335
3353388 3333339255 35 2887
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552 —2222 8355 ⸗5cE7 523538232557* 5 8
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35273* 222 5253 2535.33 522 285 —75373853
535 — 5538 53733 2533
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— 55—358 —53 333 583 52*83 3— 23* 8
— — *25 523. 5 555823 3225755523 52
2232353 232 2. 55 —* 8372 2357 — 3287 22. ——
528327 23235 —33 3 35 2 72 x.2 — — 32523273
23353— 54 25 — 23 37 * —*3325 S 53.2 * 2X27*
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252 57 — 73 82X5 2*2 —A— 8
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322543 25333
23575 2235
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        vl. Iugherter Amzriger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—

ßlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich TAG 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1.4 60 H, einschließlich

10 B Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 135 , bei Reclamen 80 4. Bei 4maliager Einrückung wird nur dreimalige derechnet.
Ac 186.
Politische Uebersicht.
Deutsisches Reich.
München, 9. Nov. Die Gerüchte, daß For—⸗
crrungen für die Civilliste des Königs an die
rammer grelangen würden, werden offiziös als
endenziös verbreitete Unwahrheiten bezeichnet.

Aus München, 9. Novp., schreibt ein Corre⸗
vondent des „Berl. Tagebl.“: „Es verlautet, daß
ie Kammerauflösung unmittelbar bevorstehe. In
Abgeordnetenkreisen halte man diese noch nicht für
iretkt bevorstehend, wohl aber glaubt man, daß
ie bald erfolgen werde. In gut informirten Kreisen
zilt die Ansicht. daß das Ministerium Lutz nur
ester aus dem Ansturm hervorging, und daß ein
ußerliches Zeichen der königlichen Gunst dies be—
tätigen würde. Charakteristisch ist es, daß der
Ministerrath Ziegler, Kabinetsrath des Königs, den
berhandlungen über die Simultanschulen beiwohnte,
im König Ludwig einen direkten Bericht erstatten
u können.“ Wir glauben, daß der liberale Wahl⸗
ieg im Reiche für diesen Ausgang der Angelegen—
jeit sehr schwer ins Gewicht fällt. Alle freisinnigen
Lestrebungen, welche gegenüber der anscheinend bis⸗
jer im Volke steckenden Reaktionslust beinahe ent⸗
nuthigt waren, erstarken wiederum. Die liberalen

Elemente des bayerischen Kabinets haben aufs Neue
Vertrauen in den Erfolg ihrer Sache gewonnen,
veil sie sehen, daß es mit dem „konservatiden
hauch“ im deutschen Volke eitel Wind war.

In der letzten Sitzung der bayer Abgeord⸗
tetenkammer (am 9. Nop.) wurden die Etats
»es kgl. Hofbräuhauses, des Weingutes in Unter⸗
ranken, der Hoffischerei auf dem Chiemsee festge⸗
etzt. Nächste Sitzung Dienstag, 15. Rovember.
Tagesordnung: Antrag des Abgeordneten Dr. M.
Th. Mayer auf „Aufhebung der Civilehe“ und
Antrag des Abgeordneten Luthardt auf .Bestrafung
es Konkubinats.“

Bismarck will zurücktreten! Mit Be—
agnahme auf die gestern erwähnte Mittheilung der
Berliner „Post“, Bismarck habe geäußert „er sei
müde, das Stichblatt für alle Bosheit, Nieder—⸗
rächtigkeit, Verleumdung und neidische Verdächtig-
ing zu sein“ bemerkt die „Köln. Ztg.“ sehr richtig:
„Was „Dank“ und „Undank“ der Nation angeht,

so liegt der wahre Sachverhalt so glänzend vor
Augen, daß nur der völlig Blinde denselben ver⸗
kennen kann. Das allein ist richtig, daß ein Staats—
mann, ein Reichskanzler, sein Amt nicht führen
sann, wie ein Feldherr; daß er etwa von ihm
für nöthig erkannte, großartige sociale Reformen
nicht einfuͤhren kann mittelst einfachen Commandos,
sondern auf dem langsamen Wege gewinnender
Rede und Begründung. Langsamer ist der letztere
Weg, und zu den unumgänglichen Eigenschasten
ines großen Staatsmannes gehört deßhalb neben
nem brennenden Eifer auch eine große Gabe zäher
Geduld. Und wenn es richtig ist, daß die Aussicht
duf endlichen Erfolg solche unermüdliche thätige
Geduld kräftig zu fördern vermag, — dann sind,
unserer Meinung nach, die Umstaͤnde des Ausfalls
der Wahlen noch immer solche, daß Fürst Bismarck
gutes Vertrauen auf eine endliche ersprießliche Ent⸗
vidlung wohl festhalten darf.“ Ferner wird der
Koln. Ztg.“ aus Berlin telegraphirt, daß dort
—OO——
Gewisse Anzeichen scheinen aber dafür zu sprechen,
daß ein Entlassungsgesuch Bismarck's eine neue
Erweiterung seiner Machtbefuanisse zur Folge
haben wird!

Samstag, 12. November 1881.

s6 Jahrg.

In Abgeordnetenkreisen beschäftigt man sich be—
ceits mit der Präsidentenwahl im Reichs⸗
tage. Hr. v. Forckenbeck hat darauf bezügliche
Anfragen entschieden ablehnend beantwortet. Man
denkt an Hänel, neben Frhrn. v. Frankenstein und
Ackermann.

Berlin, 9. Nod. Die „Prov. Corr.“ bringt
einen Artikel über den neuen Reichstag und die
virthschaftlichen Reformpläne. In diesem hebt sie
jervor, die vereinigten liberalen Parteien würden
zei Weitem keine Mehrheit bilden. Die Liberalen
»edürften für eine sichere Mehrheit des Centrums.
der Artikel schließt: Ob ein positives Schaffen
chon jetzt möglich, oder Stillstand eintreten müsse,
jängt von dem Centrum ab. Die Regierung wird
zdurch diese Entscheidung in dem Urtheil über das,
vas sie im Interesse des Volkes erstreben soll, nicht
zeeinflußt. Vielleicht aber wird sie warten müssen,
zis die Nation mehr Verständniß für die Reform⸗
zolitik zeigt und die politischen Interessen nicht
nehr die Wahlen beherrschen. Jedenfalls wird die
stegierung an den Plänen festhalten und sie mit
Denen, die ihr folgen wollen, seiner Zeit durchzu—⸗
ühren suchen.

In Berlin wurde der in vor. Nr. erwähnte
Artikel der „Post“, die Demission des Fürsten
Bismarck betreffend, allgemein als durchaus
uthentisch angesehen. Die „Provinzialkorrespon⸗
enz reproduzirte denselben ohne jede Bemerkung.
zn dortigen Kreisen scheint der Artikel große Ueber⸗
aschung hervorgerufen zu haben.

Wie der „Krztg.“ mitgetheilt wird, enthalte der
kFtat des Reichsamtes des Innern neuerdings die
Forderung von 85,000 Mark für einen deutschen
Volkswirthschafts rath nebst näherer Begrün—
ung.

Berlin, 9. Nov. Wie man hört, sollen für
das Jahr 1882,83 an Matrikularbeiträgen 12
Ddislionen Mark mehr als bisher für den Reichs⸗
Jaushalt gefordert werden. Zu gleicher Zeit werden
2,600,000 Mark verlangt zum Bau eines Palastes
n Straßburg, in welchem der Kaiser und die
daiserin residiren können, wenn sie dahin kommen.
in den Motiven zu dieser Forderung heißt es:
Durch Errichtung eines solchen Gebäudes würde
der Bevölkerung des Reichslandes ein deutliches und
hauerndes Zeichen der unwiderruflichen Zusammen⸗
Jehörigkeit Elsaß-Lothringens mit Deutschland vor
Augen gestellt werden.“ Der ausersehene Bauplatz
lieat an der westlichen Seite des Kaiserplatzes

Lokale und pfälzische Nachrichten.
*St. Ingbert, 11. Nob. Die Postcours—
karte für den Oberpostamtsbezirk Speyer mit
Anschlüssen der benachbarten Reichspostbezirke für
den Winterdienst 188182 ist dieser Tage erschienen
und durch sämmtliche Postanstalten der Pfalz zu
hdeziehen. Die Wichtigkeit derselben für das corre⸗
pondirende Publikum springt so in die Augen, daß
sie sich von selbst zur Anschaffung für jedes Comp—
toir und Bureau empfiehlt.

*St. Ingbert, 11. Novb. Herr Photograph
Dilig dahier erlaubte sich vor einiger Zeit, seine
hotographische Aufnahme zur Erinnerung an den
Besuch Seiner Koniglichen Hoheit des Prinzen
Ldudwig von Bayern in unserer Stadt Seiner
Excellenz dem Herrn Staatsrath und k. Regierungs-
räsidenten v. Braun ehrerbietigst in Vorlage zu
zringen. Dieser Tage ging nun demselben von
dem Präsidialsekretariat im Auftrage Sr. Exc. des
herrn k. Regierungspräsidenten ein Schreiben zu,
worin er nach der Mittheilung, daß Se. Exc. durch
die Uebersendung des betreffenden Bildes sehr erfreut
varen und für die Aufmerksamkeit bestens danken
assen, um Angabe des Kostenpreises ersucht wird,
da Se. Erxc. das Bild zu behalten gewillt seien.

* St. Ingbert, 11. Nov. Der am 17.
Okt. als geisteskrank in das hiesige Spital ge—
ommene Adam Bernhard, Tagelöhner in Schnapp⸗
hach, wurde heute in die Heilanstalt nach Klingen—
münster verbracht.

— St. Ingbert. Ueber den Gebrauch von
Schankgefäßen gibt das k. b. Staatsministerium
des Innern folgenden Erlaß bekannt: „Es haben
sich Zweifel darüber ergeben, ob Schankgefäße,
welche den Vorschriften des Reichsgesetzes vom 20.
Juli l. Is. entsprechen, im öffentlichen Verkehre
jetzt schon zugetassen seien, oder ob die Vorschriften
der Verordnung vom 17. April 1880, die Eichung
der Schankgefäße in Gast- und Schankwirthschaften
detr., bis zum 1. Januar 1884 als den für die
kinführung des Reichsgesetzes festgesetzten Termin
zusschließend in Anwendung zu kommen haben.
Rachdem indeß der Termin für das Inkrafitreten
)es Reichsgesetzes nach der Natur der Sache wie
iach der Begründung des Entwurfes nur deßhalb
inausgerückt worden ist, um den Betheiligten Ge—
egenheit zu bieten, bei Neuanschaffungen auf die
illmähliche Ersetzung ihrer bisherigen Vorräthe durch
Schankgefäße Bedacht zu nehmen, welche den neueren
Porschriften Genüge leisten und hiedurch letztere
noch vor dem Beginne des Jahres 1884 in den
Verkehr einzubürgern, sind bis zu dem bemerkten
Zeitpunkte Schankgefaße im öffenilichen Verkehr un—
beanstandet zu lassen, welche den Vorschriften des
neuen Reichsgefetzes oder der Verordnung vom 17.
April 1880 entsprechen.

— Aus Landau, 7. Nov., schreibt man der
„Pf. Pr.“: Der Sergeant, welcher sich am Mon⸗
lag Morgen erschoß, hatte Geld im Betrage von
350 M. aus der Kasse der 3. Kompagmi ent⸗

wendet. Er diente bereits im 4. Jahre und soll
der Sohn vermogender Eltern gewesen sein.

— Bergzabern, 8. Nov. Für die hiesige
Stadt sowie für die Orte Pleisweiler, Gleishorbach,
Gleiszellen, Niederhorbach, Kapellen, Birkenhördi
und Dörrenbach ist bis zum 3. Februar 1882 die
Hundesperre angeordnet worden, da ein Hund,
welcher in Zweibrücken von einem wuthverdächtigen
Hunde gebissen wurde, hierher gehracht worden
war. —

— Grünstadt, 8. Nov. Vor einigen Tagen
wurde in Ebertsheim einem Wirthe wäbhrend der

Ausland.
Paris, 10. Nop. Das „Journal oöfficiell“
publizirt heute noch nicht die Demission des Kabinets.
der Ministerrath tritt heute unter dem Vorsitze
Gréͤphs zusammen.

London, 9. Nob. (Weibliche Landliga.)
Bei dem gestrigen Meeting der weiblichen Landliga
n Dublin wurde die Parole ausgegeben, „sich nie
mmeinen Engländer zu verheirathen und keinem
Bolizeidiener etwas zu trinken zu geben.“

Konstantinopol, 10. Nob. Die Pforte
ichloß einen Vertrag wegen Lieferung von 100
Mitrailleusen, die gegen Torpedos brauchbar sind,
owie von 50 Feld⸗Mitrailleusen nach dem System
des Schweden Nordenfeldt.

Algier, 9. Nopv. Von der Kolonne des Gene⸗
rals Delebeque hat man seit dem 3. Nov, keine
Nachricht. Dieselbe sollte am 5. Isch verlassen und
och Moahar marschiren
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        stacht der Hafer gestohlen und an dessen Haus die
Drohung geschrieben, daß es innerhalb 14 Tagen
bei ihm brennen werde (F. T.)
.Aus Kaiserslautern, 7. November,
schreibt man der „Pfälzer Zeitung“: „Die Cen—
ruͤmspartei hat beschlossen, mit ihrer ganzen Macht
nn den Wahlkampf zu gehen und ihre Stimmen
dem Candidaten der demokratischen Partei Dr. Herz
in Mannheim zu geben. Derselbe hat nicht nur
mündlich in öffentlichen Versammlungen, sondern
auch schriftlich auf besondere Anfrage das Wort
Jegeben, daß er für die Aufhebung der gegen die
datholiken gerichteten Ausnahmegesetze eintreten
wird; derselbe gehört ferner einer Partei an, mit
der wir einig sind in dem Bestreben, daß keine
neuen Steuern bewilligt werden, ohne gleichzeitige
Entlastung des Volks von andern Steuern, daß
insbesondere das Tabaksmonopol zu bekämpfen sei
ꝛc. Wir haben demgemäß ein volles Recht, für
die demokratische Partei in den Wahlkampf zu
gehen. Wir haben aber nicht blos das Recht, dies
zu thun, sondern es ist nach unserem Dafürhalten
für alle Katholiken, denen die Religion und das
Wohl und der Friede des Vaterlandes am Herzen
liegt, eine gebieterische Pflicht, durch die Wahl des
Dr. Herz den Nationalliberalismus
zu bekämpfen.

— Die Klage des Bierbrauer Sick aus Speier
gegen den Redakteur der „Pf. Vlkz.“, Gotttand in
Zaiserslautern kommt dem Kais. Stadtanz. zufolge,
am 22. ds. Mts. in Berufungsinstanz vor dem k.
Landgerichte Kaiserblautern zur Verhandlung.

— Wie wir hören, wird der pfälzische
Landrath am 1. Dezember zusammentreten.
— pPfälzischer Feuerwehr-Veer—
band. Entsprechend dem beträchtlichen Wachs—
thume des Verbandes hat ich in letzter Zeit auch
die Zahl der bei dem Ausschusse einlaufenden Un—
zerstützungsgesuche fortdauernd erhöht. So lagen
demselben bei der am 7. November l. J. zu Neu—
stadi abgehaltenen Sitzung nicht weniger als 29
Gesuche unbemittelter Feuerwehren um unentgeld⸗
liche Ueberweisung von Mannschafts-Ausrüstungs-
stücken aus dem Requisitenlager zur Bescheidung
dor. Da diese Gesuche mit wenigen Ausnahmen
begründet befunden wurden, so erreichte der Werth
des bewilligten Materiales den Betrag von M.
2530. Acht theilweise schwer verletzten Feuerwehr⸗
leuten wurden Unterstützungen überwiesen im Be⸗
srage von 5 bis 350 Mark, zusammen von M.
775. Einen erfreulichen Fortgang nimmt die Bil—⸗
dung der Feuerwehr-Bezirks-Verbände und die
Finfügung derselben in den Kreisverband. Wäh—
tend der letzten Wochen wurden Unterhandlungen
Jepflogen in Betreff ‚des Verhältnisses des einen
imilichen Charakter tragenden Bezirksverbandes
irchheimbolanden zum pfälzischen Feuerwehrbande;
in Folge eines Beschlusses des Ausschusses führten
dieselben nun zur Annahme einer Vereinbarung,
welche zweifellos für beide Theile sich vortheil—
haft erweisen und der deßhalb die Genehmigung
des kgl. Bezirksamtes und der Hauptversammlung
des Verbandes wohl nicht vorenthalten werden
wird. Der günstige Abschluß dieser Angelegenheit
dürfte vielleicht in Bälde zu einer gleichen Verein⸗
barung mit dem Bezirksverbande Kusel Veranlassung
geben, so daß zu erwarten steht, daß noch vor
dem Schlusse dieses Jahres die Constituirung von
11 Bezirksverbänden mit im Wesentlichen gleichen
Feuerldsch⸗Ordnungen innerhalb des Kreisverbandes
durchgeführt sein wird.

— Vom 1. Januar nächsten Jahres haben die
Beamten und Bediensteten der Pfäl zen Bahnen
vährend ihrer öffentlichen Dienstverrichiungen in
vorgeschriebener Uniform zu erscheinen, und zwar
sind hiezu in erster Linie die Beamten verpflichtet,
welche mit dem Publikum in direkten Verkehr zu
treten haben: Die Berwaltungsbeamten, Einnehmer,
Telegraphisten, das Zugbegleitungspersonal ꝛ⁊c.;
der mit der Abfertigung der Personenzüge betraute
Verwaltungsbeamte trügt bei Ausübung seines
Dienstes an Stelle der blauen Mütze eine ponceau⸗
rothe Dienftmütze. Das Tuch des Uniformrockes
ist von dunkelblauem Tuche mit Stehkragen von
schwarzem Sammt und der entsprechenden Stickerei
von Silber; die Hose ist von schwarzem Tuche
der hellem, jedoch einfarbigem Stoffe. Ferner
haben die Gepäckträger während ihrer Dienstverrich-
ungen an ihrer Muͤtze die Aufschrift „Gepäckträ⸗
jer“ zu iragen. In' Gala tragen die Bezirksin⸗
jenieure, Maschinenmeister, Betriebskontroleure,

Werkmeister und Bahnhofverwalter 1. Klasse einen
Degen mit verfilbertem Gefaß, Degengehänge von
Silberfaden, sowie weiße Handschuhe. (Pf. Pr)
Vermischtes.

Vor dem Schöffengericht in Saarbrücken
vird sich am 17. d. M. eine Hexengeschichte ab—
pielen: Ein in Mabstatt-Burbach wohnen—
zes Ehepar hat kürzlich der Haußzeigenthümerin,
iner alten gelähmten Frau Schuld gegeben, sein
dind. verhert zu haben und deshalb allerhand
Nittel angewandt, um den Bann der Hexe von
em armen Wurm abzuwenden. Unter anderm
oburde auch das bekannte Hexenbannmittel mit
em hinter der Stubenthüre stehenden Besen an—
ewandt. Die alte Frau wurde dazu in die Woh—
iung des abergläubischen Ehepaares gelockt und
ort beschimpft und verhöhnt. Vor dem Hause
atte sich natürlich auch ein Haufen bornierter
Nenschen eingefunden; welcher an dem Unfug
heilnahm. Die angebliche Here. und deren Ehe⸗
jann haben nun gegen das Eingangs erwähnte
hepaar Klage wegen Beleidigung und Vermögens-
eschädigung erhoben (letzteres weil sämmtliche
dausleute auszogen). Die Verhandlung dürfte ein
ateressantes Streiflicht auf den in unserer Gegend
roch herrschenden Aberglauben werfen.

(Saarbr. Ztg.)

4 Eschweiler, 4. Nov. Heute Abend 7 Uhr
zassirte auf Eschweiler-Pu,umpchen ein schreckliches
Inglück. Der größte Kessel mit drei Oefen explo⸗
irie. Zehn zum Theil schwer Verwundete wurden
ach dem Hospital befördert; etma zwanzig leicht
gerwundete begaben sich nach ihren Wohnungen.
Ib einzelne Todte unter den Trüumern begraben
iegen, läßt fich nicht sagen, eben so wenig über die
Arsache des Unglücks.

F Ein eigenthümlicher Unfall traf dieser Tage
inen Wirth in der Nähe von Markdorf in Baden.
Vahrscheinlich aus Versehen schlug man den Spund
ines mit neuem Wein gefüllten Fasses zu. Einige
Tage darauf sieht ein Nachbar in der aus dem Keller
es Wirkhs kommenden Rinne puren Neuen fließen.
5ẽr macht darauf aufmerksam und beim Nachsehen
—R
äure ihre Fesseln dadurch gesprengt, daß sie den
goden des Fasses eingedrüft hatte. Der ganze In⸗
alt desselben, etwa 1000 Liter, war ausgelaufen.

F Zahlreiche Ehescheidungen in Frank—
urt a. M. geben ein recht betrübendes Zeichen
er dortigen heillosen Familienzustände. In der
erflossenen Woche wurden dort 6 Ehen geschieden.
deines der Paare hatte 2 Jahre mit einander ge⸗
ebt. In dieser Woche sind wieder 6 Klagen auf
rhescheidung zu verhandeln.

7 (Gewinn.) In München hat die bayerische
dandelsbank bei der am 2. November stattgefun⸗
enen Ziehung der österreichischen 1860er Loose den
öchsten Treffer im Betrage von 300, 000 fl. gemacht.

In Augsburg hat sich am 7. der Zahl⸗
neister bei der kgl. Kreiskasse, Karl Planer,
uurch einen Pistolenschuß entleibt. Der Verlebte,
Familienvater von fünf Kindern, war erst zum
dontroleur befördert worden und sollte demnächst
nach seinem neuen Bestimmungsort Landshut ab⸗
jehen. Ueber die Ursache zu dem unseligen Schritte
st bis jetzt Nichts bekannt.

4 Auf der Stuttgarter Ausstellung fand sich
eine Küche mit folgenden Küchenmoral predigenden
Insshriften geziert:

„Ein guter Koch ist ein guter Arzt.“
„Wenn Grethe viel am Fenster ist,
Sie ihren Braten leicht vergißt.“
„Mit der Gabel ist's eine Ehr',

Mit dem Löffel kriegt man mehr.“
„Wie nützlich gute Küche sei,

Beweist uns Esau's Linsenbrei·“·.

Berlin, 8. Novb. Ueber die gestern von
ins erwähnten Gerüchte, nach nelchen große deutsche
zankhäuser ganz erhebliche Verluste erlitten haben
ollen, hören wir, daß dieselben mit den schwindel⸗
aften Spekulationen des in neuerer Zeit viel ge⸗
annten französischen Finanzmannes Bontoux zu⸗
ammenhängen.

F Die allerinteressanteste Reichstagswahl hat
vohl in dem Städtchen Schönsee stattgefunden.
gon 8306 Wahlberechtigten gaben 3 (sage drei)
hre Stimme ab.

— Die Reihe der verblüffenden chirurgischen Ope⸗
ationen ist noch lange nicht zu Ende. Nach der
dehnung der Nerven, nach der Resection des Magens,
er Ausschneidung der Harnblase kommt nun die —
estirpation der Lungen. In einer vor—

ausigen Nitgeilung, welihe ver Assestelnn uln
lich chirurgischen Clinicum zu Berlin, Dr. Th. Glue
in der „Berliner klinischen Wochenschrift“ mach
empfiehlt er, gestützt auf erfolgreiche Thierversuche
zas operative Einschreiten gegen chirurgische Affec-
ionen der Lunge auch beim Menschen. Di—
Wiener ärztlichen Capacitäten haben sich über diesen
neuesten Fortschritt noch nicht ausgesprochen und
die „Wiener medicin. Blätter“ registriren vorläufig
erst die Berliner Mittheilungen. Dr. Gluck hat die
Operation zuerst au Thieren geübt und zwar an
sechs Hunden und an vier Kaninchen. Ueber
weitere Versuche folgen erst noch die Berichte.
4 Auch eine deutsche Einigkeit.) Für
die seuchenartige Krankheit, welche seit dem Früh
jahr unter den Pferden in Deutschland und Frank
eich aufgetreten ist, hatte man bisher die ver
chiedenartigsten Bezeicknungen gebraucht, wie In—
luenza, nervenzöses Katarrhalfieber, nervöse Brust
euche, rheumatisches Nervenfieber, Faulfieberseuche
iervöse Seuche der Pferde, Typhus der Pferde u. s. w.
Brofessor Dieckerhoff, Vorsteher der Klinik der
Thierarzneischule zu Berlin hat nun den Vorschlag
gemacht, die Seuche „Staupe der Pferde“ zu nennen.
F Eine Vergiftung. An einem der jüngsten
Tage wird bei einem gesuchten Arzte der inneren
Stadt heftig geschellt. Ein Kammermädchen in
mprovisirter Toilette stürzt herein, der Herr Doktor
oslle rasch X-Gasse, Haus⸗Nr. Y, komnien; eine
unge Dame habe sich aus Liebesgram vergiftet
der Doctor fliegt dahin; er findet eine reizende,
londe Dame auf dem Sopha. Sie hat sich that⸗
ächlich vergiftet, aber nur sehr wenig, kaum der
DNühe werth. Der Arzt hat in wenigen Minuten
Jas Uebel vollständig besiegt. Tags darauf erscheint
zei dem Arzte ein distinguirter Herr. „Sie haben
Zerr Doktor, durch Ihre Bemühung Madame 3
Jas Leben gerettet; ich komme, Ihnen zu danken.
Nit diesen Worten legt der Herr eine beträchtlich—
zanknote auf den Tisch und, indem er sich an—
hickt, sich zu entfernen, spricht er: „Die arm
zrau! Man hatte ihr gesagt, daß ich mich ver
eirathen wollte; sie war, wie sie mir eben erzählte
arüber so verzweifelt, daß sie sterben wollte.
des anderen Tages erscheint bei dem Arzte ei;
weiter Herr; er sagt ganz dasselbe, wie der erste
ind legt gleichfalls ein Honorar auf den Tisch.
der Doktor sagt nichts, um seine Klientin nicht zu
ompromittiren, hält sich aber für verpflichtetet, der
dame einen Besuch zu machen und ihr zu melden
zaß er für eine und dieselbe Kur zweimal honorirt
vurde. „Ach, Sie sind's. lieber Doctor!“ ruft die
dame, als sie des Arztes ansichtig wird, „meir
Ketter, setzen Sie sich!“ Der Doktor fängt an
eine Geschichte zu erzählen, doch kaum war er so
veit, zu berichten, daß zwei Herren bei ihm ge—
vesen, wird er von der Dame unterbrochen: „Zwei
los!“ ruft sie; „gehen Sie rasch nach Hause,
jeber Doktor, es duͤrfte noch ein Dritter kommen
ind das wird noch nicht der Letzte gewesen sein!“
Ueber Erkältung und Erkältungsfurqh
sielt Herr Sanitätsrath Niemeyer zu Berlin einen
Vortrag, in welchem er nach dem „Berl. Tageblatt“
»twa folgendes ausführte: Viele Menschen kennen
iür alle möglichen Erkrankungen keine andere Ur—
ache, als „Erkältung“ — „Erkältung und kein
Ende!“ — Daß man sich in unserem wetterwen⸗
dischen Klima erkälten kann und auch recht oft er—
fältet, wird ja bereitwilligst zugegeben, nicht aber,
daß Erkältung etwas Gefährliches sei. Daß man
ich nicht immer erkälten müsse, lehrt das Beispiel
der halbnackten Feuerländer und der ganz ausge—
chniiten“ gehenden Seesoldaten. Viel gefährlicher
ils die Erkältung ist die Erkältungsfurcht und
das vor ihr sogenannte Inachtnehmen, das nich!
aur nicht vor Erkältung schützt, sondern auch an
dere schwere Gesundheitsstörungen verschuldet, z. B
das Vothalten eines Tuches vor Mund u. Nase draußen
das Tragen des Mundrespirators, das „Banda—
zieren“ des Halses u. s. w. Beim Einpferchen ir
estgeschlossene, geheizte Räume (Coupees, Pferde
hahnwagen) handelt man statt der frischen, freier
duft, die von Dubois-Reymond „Anthropotoxin“
getaufte Giftluft ein. Durch Vorlesung eine
Schilderung des deutschen Gasthoflebens in den
Hesprächen des Erasmus, die vor 300 Jahren er—
chienen, zeigt Redner, daß das „Schmoren“ n
Jeißer Luft von jeher deutsche Nationallibhabere
var, doch habe man damals wenigstens noch keiner
Tabakrauch, Fensterglas, eiserne Oefen und Kohlen—
'euerung gekannt. Das „Laster“, zu welchem di
xrkältungsfurcht erzieht, ist die Verweichlichunß
velches jgesund“ nur das heißt, welches auf di
        <pb n="725" />
        uoe predigt statt dessen die „Tugend“ der Abhär—
ag welche hauptsächlich durch Wasser⸗ und Luft⸗
Lamdlichkeit geübt wird. Doch soll man auf nun
umal anders Gewöhnte nicht sofort fanatisch mit
zaltwasser und offenem Fenster losstürmen, sondern
durch milde Praxis nach und nach zur Abhär⸗
ing erziehen, wozu der; Besuch der Winter⸗
gwimmbasins die beste Gelegenheit bietet. Die

Raturarzte“ sind von Uebertreibungen nicht frei⸗
—XR und nicht die Bauern Schroth und
eßnitz haben die Wasserkur erfunden, sondern
hon huͤndert Jahre vor ihnen der schottische Arzt
sames Currie. Die hygienische Heilkunde donnert
gt im Imperativ- sondern bescheidet sich beim
wicativ⸗Ton, sie kennt mit R. Virchow, dessen
zuhilaumsfeier Redner mit Begeisterung besprach,
r eine Autorität: die Gründe, und überläßt im
hrigen Jeden der Freiheit „nach seiner Facon“
sund oder krant zu werden.

(Gum Welfuntergange.) Von einem
geschäftsmann in Altona wird den „Alt. Nachr.“
ugetheilt. daß einer in diesen Tagen an ihn von
nan tleinen Handwerker in Mitteldeutschland ein⸗
egangenen Bestellung auf Novemberlieferung die
lausel beigefügt und vollkommen ernst gemeint
dar: „Falls aber der der beabsichtigte Untergang
Welt bis dahin stattgefunden, halte ich mich
n diese Bestellung nicht gebunden.“

pPIn einem Weinkellet in Schaffhausen,
her eine große Menge gährenden Weinmostes ent—
gielt, wurden lezzter Tage 5 Männer durch die
usströmende Kohlenfäure betäubt und zu Boden
gestrekt. Vier der Besinnungslosen konnten ge⸗
itet werden, während der fünfte den Erstickungs⸗
sod erlitt.

pEineseltene Operation. Vorige Woche
and in Wien eine nicht uninteressante Operation
att. Prof. Mauthner vollführte die Entfernung
des grauen Staares aus dem Innern des Auges
hei einem im hnndertund zweiten Lebensjahre
tehenden Greise. Die Operation verlief normal,
die Heilung der Wunde erfolgte anstandslos, und
nach Ablauf von zehn Tagen konnte der Operirte
mit voslkommen schwarzer Pupille in seine Heimath
urückreisen. Wie es scheint, hat sich ein ähnlicher
Fall ersi einmal ereignet. Um die Mitte des vor⸗
gen Jahrhunderts entfernte Daviel (gestorben 1762)
im Paris den grauen Staar bei einem mehr als
hundert Jahre alten Individuum gleichfalls mit
zlücklichem Erfolge.

(Unfall in Kreuzbergs Menagerie.)
Aus Laibach, 7. d., wird berichtet: Heute Nach⸗
mittag um 5 Uhr, als sich Kreuzberg vor einem
zahlreichen Publikum mit seinen Löwen producirte,
erfaßte ein großer Löwe Kreuzberg mit der Tatze
am Halse und biß ihn in den rechten Arm. Nur
keiner Geistesgegenwart hat es Herr Kreuzberg zu
zanken, daß ihn die wilden Thiere, als sie Blut
sahen, nicht zerrissen. Herr Kreuzberg wand sich
von der Bestie los und verließ mit einem raschen
Sprunge den Käfig. Kreusbera ist sehr schwer
»erwundet.

4 (Entdeckter Brillantendiebstahl.) Der
Fürstin Metternich waren während ihrer Fahrt auf
der Oberitalienischen Eisenbahn Brillanten gestohlen
worden. Jetzt ist der Dieb entdeckt. Sofort nach
der Anzeige des Diebstahls sandte die Mailänder
Ppolizei einen ihrer Beamten auf die Strecke Pon⸗
ebbas Mestre zur Nachforschung. Schwere Ver—
dachtsgründe fielen auf das Zugpersonal, von dem
wei Personen arretirt wurden. In einem strengen
herhöre bekannte einer derselben, daß er den Reise⸗
ack geöffnet und den Diebstahl vollbracht habe. Die
geraubten Diamanten waren zum Theil in eine Hals—
sette im Werthe von 23,000 Lire, die anderen in
Ohrringe im Werthe von 17,000 Lire eingefügt.

6Gerstörung durch eine Wasserhose.)
der Direktor des Seminars der fremden Missionen
iu Paris hat von dem apostolischen Vicar des
vestlichn Tonkin, Mgr. Puginier, folgende

Depesche erhalten: „Hong⸗Kong, 8. Nop. Eine
urchtbare Wasserhose hat soeben das westliche Tonkin
eimgesucht. 200 Kirchen, 34 Pfarr- und Schul⸗

—D
Schutthaufen verwandelt. 6000 Christen sind
ruinirt und hülflos. Die Verluste sind ungeheuer
ind das Elend haarsträubend. Wir bitten um
ichleunige Hülfe.“

pLondon, 8. Nov. Ein von Point de Galle
in Ceylon angelangtes Telegramm meldet die Landung
eines der vermißten Boote des untergegangenen
holländischen Dampfschiffes, Koninqg der Nederlanden“

nit 27 Personen, worunter eine Frau. Von den
jeben Booten, in welchen die Passagiere und die
zchiffsmannschaft, im ganzen 218 Personen zählend,
»en Wellen anvertraut wurden, sind bis jetzt drei
rufgefunden worden. 129 der Passagiere fehlen
noch. *87

Mormonen in Sicht. Vierundzwanzig
Mormonen⸗Missionäre sind am vergangen Dienst ag
mit dem Dampfer „Abyssinia“, von der Guion⸗
rdinie, von New-York nach Europa abgesegelt, um
sier an allen Ecken und Enden für die Lehren der
Salzsee⸗Heiligen Proselyhten zu machen.

'Aus St. Louis Gereinigte Staaten) wird
n der „Westl. Post“ berichtet, daß zum Zwecke der
srrichtung eines Dentmals für Friedrich
decher an seinem Geburtstage eine deutsche Massen⸗
jersammlung in der dortigen Turnhalle stattfand.
Sympathie-Zuschriften von Karl Schurz, General
Franz Siegel, Karl Blind und Anderen kamen zur
Verlefung, desgleichen eine Depesche aus Mannheim.
Die Amerikaner sind und bleiben eigene
Zäuze. Jetzt wird der Distriltsanwalt zu Washington
örmlich überlaufen mil Gesuchen von Personen,
velche den Präsidenten darum bitten, den Präsiden⸗
enmörder Guiteau hängen zu dürfen, sobald derselbe
derurtheilt sein wird.

4 Einem Photographen in San Franzisco, Ramens
Munybridge, sind Aufnahmen in NAoo Secunde
gelungen. Während der Clown im Circus den
disensprung aufführt, wird er nicht weniger als
echs Mal photographirt. Die Clichoös werden dann
niltels elektrischen Lichts der Reihe nach auf einen
Schirm reflectiri, so daß der Zuschauer den Sprung
der Clowns, das Galloppiren der Pferde, selbsi
den Flug des Vogels auf dem Schirme wahrnimmt

pEin seltsames Testament. In einer
roßen kalifornischen Stadt starb kürzlich ein rei—
her, kinderloser Rentner, welcher ein seltsames
Testament hinterließ. Er setzte nämlich seinen
ungen Neffen, einen ohnehin vermögenden Gentle—
nann und Liebling des Salons, unter der Be⸗
dingung zum Universal⸗Erben seines ungeheueren
Vermögens ein, daß er in der elegantesten Toilette,
so daß jedermann ihn sofort zu erkennen vermöchte,
ünf Wocheu lang an einer fashionabeln Straßen⸗
cke als — Stiefelputzer fungiere. Dabei müsse
r von 6 Uhr Morgens bis Abends 8 Uhr auf dem
Hosten sein. Ob der verwöhnte Neffe diesen harten
Zedingungen sich bequemen wird, bleibt abzuwarten.
Wenn nicht, — so wird der ganze Nachlaß zum
zau und zur Einrichtung eines „Museums“ ver—
vendet, in welchem „berühmte Cylinderhüte aus
Fxuropa und Amerika“ Aufstellung finden sollen.

Heirathsannonce. In einer Zeitung zu
zt. Louis fand sich kürzlich nachfolgende Heiraths-—
mnonce: „Schöne Worte fehlen mir — dafür
verde ich die That reden lassen! Ich soll alt sein.
Man sagt es, aber ich glaube, daß ich noch jung
in. Jung ist mein Herz und jung sind meine
Dollars, die, 14,000 an der Zahl, noch unberührt
»om rauhen Hauch der Welt im Kasten liegen.
deirathen! Ha! zu heirathen! Ich ließ mir sagen,
eirathen sei ein Himmel, der Himmel! Wahrhaftig!

zch liebe die kleinen weißen Hände und die großen

hiwarzen Augen. Wo ist nun eine Dame mit
londem Lockenköpfchen? Ich schreibe abgerissen, dunkel,
ehr dunkel — ich liebe! Zum ersten Mal liebe ich.

Wo ist sie, die mich wiederliebt? Wo ist fie um
Bottes willen, wo ist sie? Ich muß sie finden, ich
nuß, muß! Die hochachtbaren Ladies, welche mir
deim Suchen helfen wollen, werden gebeten“ ꝛ⁊c

Gemeinnüũtiees.
Verfahren, Stoffe wasserdicht zu machen.
Dieses Verfahren, das sich hauptsächlich für Stoffe
ignet, die zur Anfertigung von Säcken für Mehl
ind andere Lebensmittel dienen, besteht in der An⸗
vendung eines Bades aus Wasser, essigsaurer Thon⸗
rde und isländischem Moos; letzteres wird zuerst
mit Wasser gekocht und dann die essigsaure Erde
ugegeben. Die Stoffe läßt man zwei bis drei
Stunden im Bade liegen, woranf sie aetrocknet
werden.
Sterbiälle.

Gestorben in: Ingenheim Kantor Jakob
S5tern, 74 J. a.; in Breunigweiler
Johannes Hemmer, 57 J. a.; in Oberhauser
Frau Elis. Krebs geb. Albrecht, 57 J. a.;
in Großbockenheim Peter Arnold

— —

Schuldienstexspektant C. A. Dienes von Pleisweiler
wurde zum interim. Schulverweser der oberen kath. Knaben⸗
schule zu Lambsheim, Georg -o mmer von Oberhofen
sum interim. Verweser in Mundenheim ernannt, J Meckes
s Stein nach Alileiningen. Risedel von Speyer nach
Oggersheim, C. Diehl von Eppstein nach Deidesheim,
F.'ppfeifeer von Höhfröschen nach Pirmasens, Reeb
von Rockenhausen nach Knopp⸗Labach, F. Scch a fesr aus
Neustadt nach Hauenstein, H. Eberhardit von St. Ing⸗
bert nach Heddendaihein, J. CTronauser von Speyer
nach Dunzweiler, Baith. Day von Trulden nach Münch—
deiler bei Pirmasens, Heint. Aberi ß von Offenbach nach
Zatenbuhl, J. Buch heitt von Hohfröschen nich Mörz⸗
Jeiun, Lorenz Mul Uer von Hettenleidelheim nach Boben⸗
heim, W. Rosenzweig von Heßheim nach Roßbach,
Joh. KQeller von Weilerbach nach Otterbach.

Dem im Staaisministerium der Justiz verwendeten Rath
des oberften Landesgerichts E. v. Bomhard wurde die
vegen seiner Ernennung zum Reichsgerichtsrath nachgesuchte
classung unter huldvoilsier Anerkennung seiner mit mufter⸗
hafter Hingebung geleisteteten ausgezeichneten Dienste bewilligt.

Der Lehrer Jac. Keßlher in Eschringen wurde zum
Zehrer an der kdathol. Schule zu Neuhäusel, der Lehrer an
ber protestant. Schule zu Schmalenberg Jul. Reinhar dt
sum Lehrer an der protestant. Schule zu Homourg, der
Schullehrer Karl Mühlberger in Eindd zum Lehrer
an der voderen confessio ell e uischten Schale in Dörnbach
ernannt und Lehrer Egobert O sster mann zu Lanis—
hein auf ein Jahr in Ruhestand versetzt.

Neueste Nachrichten.

Karlsruhe, 10. Nopv. Die Krank—⸗
heit des Großherzogs nimmt mehr und mehr
den Charakter eines typhösen Fiebers an.
Es zeigten sich aber im Verlauf einige gün—
sttige Umstände. Der Erbgroßherzog ist gestern
Nachmittag aus Stockholm hier eingetroffen.
Die Kaiserin besucht täglich mehrere Mal die
großherzogliche Familie.

London, 10 Nov. Die , Times“ be—⸗—
prechen die eventuelle Demission des Fürsten
Bismarck: Der Nachtheil einer solchen Größe,
vie die des Kanzlers, liegt darin, daß die
Nothwendigkeit einer solchen Position, wie die
eine, sich nicht durch den freien Willen auf—⸗
yeben läßt. Diese Position macht ihn nicht
allein zum ersten Manne Deutschlands, son—
dern zu dem Einzigen, in den ganz Deutsch-
land Vertrauen setzen kann. Während der
zanze Continent sich bewaffnet, ist es eine der
vichtigsteu Aufgaben für Deutschland, seine
Bündnisse zu vefestigen. Fürst Bismarck
allein besitzt die Klugheit, Geschicklichkeit und
Wachsamkett, sowie die Macht, Oesterreich
und Italien an der Seite Deutschlands zu
fesseln, Rußland in Ruhe zu halten und aus
jedem Irrthum Frankreichs Nutzen zu ziehen.
Marktberichte.
Homburg, 9. November. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
alienmarkt.) Weizen 12 M. 50 Pf. Korn 19 M. 8 pf.
Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pjf. Gerste
zreihige — M. — Pf., S.cste 4reihige — M. — pi.
dafer 7 M. 41 Pppff., Mischfrucht 10 M. 40 Pf., Erbien
— M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Bohnen 0 M
— Pf., Kleesamen — M. — pf., Kornbrod 6 Pfund
— Pfj. Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Bif,
Kindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammielneisch — Pf.
Schweinefleisch 530 Pf.,, Butter 1 Reund 1IM.1 uVuj.
seartoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pj.

Kaiserslautern, 8. November. (Fruchtmitielpreis und
Viktualienmarkt. Weizen — M. — pPf., orn — M.
dpPf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M. — pPj.,
Berste O M. — Pf., Hafer O M. 00 Ppf., Erbsen — M.
— Pif., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗
sjamen — M. — f. Schwarzbrod 6 Pfund — Pf. do.
3 Pfd. — Pf., Gemischtbrod ß Pfund — Pf., Vuiter pro
Bide1 M. — Pf. Eier 1 Stück 07 Pf., Kartoffeln pro
Zentner 1 M 40 Pf., Stroh 3 M. 50 Pf, Heu vro Etr
4 M. 80 Pf., Kleeheu ß M. 50 Pf.

Für die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme tz.

— ——

Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dar⸗
gestellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen
B. Voss'schen Katarrhpillen, welche din so lästigen Schnupfen
n wenzgen Stunden beseitigen und heftige Lungen-Rachen⸗
ind n binnen kürzester Frist in die mildeste
Form überführen, sind (ä Dose Mk. 1) in fast jeder Apotheke
sju haben. D e selbst wird auch eine kleine Broschüre über
dieses neue Heilverfahren von Dr. med. Wittlinger unent—
geltlich abgegeben
        <pb n="726" />
        4aeigerungs⸗
Bekanntmachung.
Auszung.
Freitag, den 23. Dezember 1881,

Nachmittags 8 Uhr, zu Rohrbach

n der Wirthschaft von Jakob Glaser,

werden durch den kgl. Notar Franz

Sauer, in St. Ingbert, beziehungs⸗

veise dessen Amtsverweser, im Zwangs⸗
vege, gegen Andreas Wahrheit,
Bergwmann und dessen gewerblose Ehe—
frau Margaretha Schrehl, beide in
Rohrbach wohnhaft,
die nachbeschriebenen Liegenschaften
n der Steuergemeinde Rohrbach, Amts⸗
gericht St. Ingbert, Rentamt Blies⸗
/astel, öffentlich zu Eigenthum versteigert:
Plan⸗Nr. 140743 1 2 Flache
nit Wohnhaus, Hof und Gärt⸗
hen im Orte Rohrbach an der
daiserstraße neben Heinrich und
Peter Klam.
Plan⸗Nr. 1406098, 12 10 qm
Wiese im alten Thal neben vor⸗
igem Wohnhause;
Plan⸗Nr. 828, 15 a 20 qm
Acker in der Dreispitz;
Plan⸗-Nr. 2090, 21 a 10 qm
Acker in der großen Ahnung am
Spieser Flur;
Die Liegenschaften kommen einzeln
ur Versteigerung.
Die nähere Beschreibung der Verstei⸗
gerungsgegenstände sowie die Versteiger⸗
ungsbedingungen können bei dem Ver—
teigerungsbeamten eingesehen werden.
St. Ingbert, 10. November 1881.
K. Auffsichneider,
Amtsverweser.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 21. November
zächsthin, Nachmittags 2 Uhr, zu St.
Ingbert, in der Wirthschaft von
Johann Schmelzer, Schreiner, wird
urch den Amtsverweser des kgl Notars
——A
leuten Johaun Schmitt VI. Berg⸗
nann und Margaretha Wellner,
eide in St. Ingbert wohnhaft, gehörige
Liegenschaft in der Steuergemeinde Si.
Ingbert, wegen Nichtbezahlung des Er⸗
verbspreises, im Wege der vertrags⸗
näßigen Wiederversteigerung öffentlich
an den Meistbietenden zu Eigenthum
dersteigert, nämlich:

l. Plan⸗Nr. 4962, 496b, u. 497,

3 a 75 qm Flache, mit einem

zu St. Ingbert in der Gasse und

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töckigen Wohnhause mit Stall

Hofraum und Garten und allen

onstigen Zubehörden neben Jo—⸗

hann Brausen.
St. Ingbert, 3. November 1881.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

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Zusendung der kleinen Schrift: „Ur⸗
theile aus ärztlichen Kreisen?,
senn ich ersehe daraus, daß es viel⸗
ach selbst für Schwerkranke noch
dilfe gibt, wenn nur die richtigen
Nittel zur Hand sind.“ — So und
ihnlich lautende Briefe laufen fast
äglich ein und sollte daher jeder
deidende diese kleine Broschüre bei
Kichter's Verlags⸗Anftalt in Leipzig
zestellen, umjomehr als die Zusendung
verselben EAstenlos eriplat.

zagtmann's
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— gegen Magenleiden, Magenschwache
Nagenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
diarhde, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
c 2. gegen Husten, Catarrh, Catarthal-
ieber, Vrustverschleimung ꝛc. 3. gegen
hicht, Rheumalismus, Steifigkeit der Be—
enle ꝛc. altbewährte tausendfach erprobte
ausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten) von denen man viele mit ge⸗
ingen Kosten selbst bereiten kann⸗
heile ich Allen, welche eine Freimarte zur
dantwort einsenden, kostenfrei mit.

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ber ‚St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Moutag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—
Jatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiährlich 1 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 60 H, einschließlich
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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 8, bei Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
Sonntag, 13. November 1881. N 1686. Jahrg.

Politische Ueberfsicht.
De”utqsches Reich.

München, 10. Nov. Der Umstand, daß nicht
veniger als 18 Mitglieder unserer Abgeordneten⸗
ammer“ zugleich Mitglied des Reichstages sind,
wird, da letzterer schon auf den 17. d. M. einbe⸗
cufen ist, voraussichtlich sehr störend auf den Gang
det Verhandlungen unseres Landtages einwirken.
Der größere Theil der betreffenden Abgeordneten
wird sich indessen zunächst nur zur Theilnahme an
der Präsidentenwahl nach Berlin begeben und dann
wieder hierher zurückkehren. Wenn aber der weitere
Verlauf des Reichstages die Theilnahme aller seiner
Mitglieder aus Bayern erforderlich machen sollte,
dann müßte wohl eine, wenn auch nur kurze Unter⸗
—X
intreten .. *

München. Der Abg. Frhr. v. Hafenbrädl
jat mit mehreren Genossen einen den Bau und die
Anterhaltung der öffentlichen Staatsstraßen betref⸗
enden Antrag eingebracht.

Müunchen, 10. Noo. Am Tage der Reichs⸗
agswahl kam es im Orte Tettenwang (Oberbayern)
zu einem bedeutenden Excesse, der traurige Folgen
zach sich zog. Nach Beendigung des Wahlakles
varen im dortigen Wirthshause mehrere Wähler
ersammelt, die, ziemlich betrunken, in Streit ge⸗
iethen. Einer derselben wurde hinausgeworfen,
am zaber alsbald mit einem Gewehr bewaffnet vor
das Wirthshaus und feuerte durch das Fenster ei—
gen scharfen Schuß in die Wirthsstube, der fünf
Personen, darunter zwei lebensgefährlich, verwundete.
— In Stadtamhof wurde außer dem Faktor Lö⸗
venberg, ehemaligen Redakteur eines sozialdemokra—
lischen Blattes in München, auch ein Schriftsetzer
in Regensburg verhaftet. Beide Verhaftungen
bringt man mit der Thatsache der Saisirung einer
stiste sozialdemokratischer Schriften bei einem Frauen⸗
immer in Regensburg in Zusammenhang.—

Zum ersten Male seit dem Bestehen der Reichs⸗
agswahlen sendet Bayern einen Sozialdemo⸗—
raten in den Reichsstag. Im Reichstagswahl⸗
kreis Nürnberg ist bekanntlich der Sozialdemo—
krat Grillenberger mit 12,344 Stimmen
jegen die auf den fortschrittlichen Dr. Siegmund
Bünther gefallenen 11,212 Stimmen gewählt wor⸗
den. Schon einmal, 1877, war Herr Grillenberger
zegen Herrn Dr. Frankenburger in Stichwahl; mit
hülfe der Nationalliberalen siegte letzterer. Am 30.
Juli 1878 wurde Dr. Günther als liberaler Kom—
romißkandidat mit 18,486 Stimmen gegen die
10,162 Stimmen Grillenberger's gewählt. Am 27.
Olt. d. J. hatte Grillenberger 9069, Dr. Günther
3464 Stimmen. Beide Ziffern haben also beinahe
Jeichmäßig, die jetzt siegreiche um 2675, die in
Minderheit gebliebene um 2748St. zugenommen. Ge⸗
orne Bayern sind im Reichstage als Sozialdemokraten
schon mehrere gewesen: der verstorbene Rheinpfälzer
Beib, Herr Most ans Augsburg, Herr Auer aus
Niederbahern, Herr Wiemer aus Nuͤrnberg. Zum
erster Male aber entsendet ein bayerischer Wahlkreis
einen Sozialdemokraten in das an der Leipziger⸗
traße Nr. 4 zu Berlin belegene Parlamentshaus.

Berlin, 10. Nov. Es gilt jetzt als bestimmt,
daß bis zur Wahl des Präsidiums als Alters-
dräsident im Reichstage der Abgeordnete für Memel⸗
Heydekrug, Graf Moltke, fungieren wird.

Es wird bestätigt, daß der Reichskanzler
zu einem ehemaligen konservativen Abgeordneten ge⸗
iußert hat, daß zur Herstellung einer konservativ⸗
lerikalen Mehrheit eventuell der Generalfeldmarschall

on Elsaß⸗Lothringen, Frhr. v. Manteuffel nur 4
jein Nachfolger sein könne.

Die große politische Bedeutung der Errichtung
ines kaiserlichen Residenzgebäudes in der Haupt⸗
tadt der wiedererrungenen Westmark des Reiches
iegt auf der Hand - und leider haben auch die
Waählen in den Reichslanden gezeigt, .daß aller
Anlaß dazu da ist, mindestens die änßexen Sym—
»ole der unwiderruflichen Zusammengehörigkeif
Elsaß⸗Lothringens mit Deutschland zu verstärken
Wie wir hören, ist dem Etat des Reichsschatzamtes
»eine Denkschrift beigefügt, welche diese Etatsposition
ingehend motivirt. Die Gesammtbaukosten des
Palastes find auf 2,660,000 Mark veranschlagt.
Man wird übriges nicht fehl gehen, die Gerüchte
yetreffs der beabsichtigten Einverleibung Elsaß⸗
dothringens in Preußen auf den in Aussicht ge⸗
sommenen; Bau des Straßburger Kaiserpalastes
urückzuführen. Die Verhandlungen mit der Stadt
Straßburg über das Bauterain haben offenbar zu
den weitergehenden übrigens ganz uabegründeten
Gerüchten Veranlassung gegeben.

Ausland.

Petersburg, 7. Nov. Der Polizei ist es
n den letzten Tagen gelungen — so wird der
Schl. Zig.“ geschrieben — einen außerordentlich
vichtigen Fang zu machen. Auf indirektem Wege
atte sie erfahren, daß sich zur Zeit einer der
daupt⸗ Agenten der nihilistischen Partei, welcher sich
llexandrowitsch nennt, vielleicht auch wirklich so
eißt, hier aufhalte und daß derselbe im Besitz einer
zroßen, zu Parteizwecken bestimmten Summe Gel—
des sei. Nachdem, wie man sagt, mehrere, jenen
stamen führende Persönlichkeiten irrtümlich festge—
iommen worden, gelang es endlich, des richtigen
llexandrowitsch auf dem Newski⸗Prospelt in den
ebhaftesten Tagesstunden habhaft zu werden. Der
Henannte hatte, um jeder Verfolgung zu entgehen,
die Offiziers-Interimsuniform eines der hiesigen
Harderegimenter angelegt. In seiner Wohnung
and man Dynamit in beträchtlicher Menge und,
vie man von zuverlässiger Seite bestimmt versichert
— doch mag etwas Uebertreibung dabei im Spiel
ein — die Summe von 800, 000 Rubel in russi⸗
chen Staatspapieren. Durch diese Arretirung soll
nan außer anderen Ermittelungen auch in Erfah—
ung gebracht haben, daß die Moskau⸗Petersburger
zahn an einer Stelle, die bisher jedoch nicht be⸗
annt, unterminirt ist.
Lokale und pfälzische Nachrichten.
— Kusel, 11. Nov. Marktbesucher brachten
sjeute die Kunde hierher von einem grausigen Fa—
niliendrama, das sich in Eßweiler heute früh 4 Uhr
ibgespielt haben soll. Einer der vermögendsten
Männer des Ortes soll seiner Frau einen Schlag
nit dem Beile versetzt und dann sich selbst erschossen
saben, als er die betäubt daliegende Gattin für
odt hielt. Wir geben die Nachricht, wie sie uns
rzählt wird, wünschend, sie möge sich nicht be—
tätigen. Kuseler Zig.)

— Aus Pirmasens schreibt man der „Pf. Z.“:
In dem benachbarten Lemberg wurde der Schuster
Leies mit einem Prügel derart mißhandelt, daß
an dem Aufkommen desselben gezweifelt wird.

— Speyer. die Pfarrwittwen der
Pfalz haben vor einiger Zeit folgendes Gesuch
in das kgl. Konsistorium gerichtet: „Die ehrerbietigst
interzeichneten Pfarrwittwen wagen es, an hoch—
vürdiges Konsistorium die ganz ergebenste Bitte zu
ichten, hochdasselbe wolle der demnächst zusammen⸗

tretenden Generalsynode eine Vorlage himnpichtlich
Aufbesserung der Pensionen für sie und eventuell
ür ihre unverforgten Kinder unterbreiten. Wir
erkennen es dankbar an, daß hohe Kirchenstelle je
ind je darauf bedacht war, die Hinterlassenen der
ofälzischen Geistlichen nach Maßgabe der vorhan⸗
denen Mittel aufzubessern, und daß eine hohe Ge⸗
neralsynode auf die freundlichen Absichten derselben
ingegangen ist. Allein die Vermögensverhältnisse
zer meisten Pfarrwittwen sind derari, daß es den⸗
elben unter den nach allen Seiten so gesteigerten
Ansprüchen, welche auch an sie in unsern Tagen
gemacht werden, äußerst schwer wird, sich und die
yhrigen mit Ehren durchzubringen. Deshalb er⸗
cheint es sicherlich nicht ungerechtfertigt, wenn die
ergebenst Unterzeichneten die Bitie an hohe Kirchen⸗
telle bringen, dieselbe wolle im Einvernehmen mit
her Generalsyhnode die Pensionsbezüge für die Pfarr⸗
Relikten der Pfalz, so weit die Mittel der Pfarr⸗
wittwenkasse es gestatien, erhöhen. In der Hoff⸗
aung auf Erhörung ihrer Bitte zeichnen ꝛ⁊c. ꝛc.“

— Frankenthal, 8. Nov. In den jüngsten
Tagen wurde hier mehrfach falsches Geld ausgegeben,
besonders Fünfzig⸗Pfennigstücke, Ein⸗ und Zwei⸗
Markftücke. Nach den Verbreitern wird gefahndet.

Gun 3

— Pas deutschkonservative Zentral—
komitee der Pfalz richtet an die Parteige—
rossen folgende Aufforderung: „Wir ersuchen unsere
Parteigenossen, bei der bevorstehenden Stichwahl
zwischen Janson und Herz über die mancherlei
ränkungen, die uns von Seiten der Liberalen
viderfahren sind, wegzusehen und die höheren In⸗
teressen des Vaterlandes im Auge zu behalten. Da
zilt es denn um jeden Preis zu verhüten, daß ein
weiterer Republikaner in den Reichstag gewählt
wird, ein Todfeind des Reichskanzlers, ein Mann,
der es auf Abschaffung der für den Bauersmann
nothwendigen und nützlichen Getreide⸗ und Vieh⸗
zölle und auf Schwächung der deutschen Wehrkraft
abgesehen hat. Es scheint uns in dieser Hinsicht
ein Grundbesitzer wie Janson viel geeigneter zur
Vertretung der Interessen unseres Bauernstandes,
als ein jüdischer Advokat aus Mannheim. Wir
ersuchen deshalb alle unsere Parteigenossen, am
Samstag ihre Stimmen für Guftsbesitzer Jan son
in Harrheim abgeben zu wollen. Ebenso wird
es fich empfehlen, daß die Konservativen in dem
Wahlkreise Neustadt⸗ Landau zur Verhütung der
Wahl eines Forischrittlers ihre Stimmen dem Se⸗
natspräsidenten Peterseen in Colmar zuwenden.“

Vermischtes.

Trier, 10. Nov. Gestern Vormittag 8
Uhr wurde im Posthofe von einem hiesigen Regie—
rungs⸗ Hauptkassendiener ein Portefeuille von
ichwarzem Leder mit Wechseln, wie die „Saar⸗ u.
M.⸗»Z.“ hört, in der Höhe von 19,000 Mark
perloren. Wie vermuthet, wurde dasselbe von einem
Mädchen gefunden.

fF München, 8. Nov. Das Schöffengericht
in Fürth hat unter Annahme von Fahrlässigkeit
einen dortigen Weinhändler, der Wein verkaufte,
welcher „gegypst“ war, zu einer Geldstrafe von 30
Mark und in die Kosten verurtheilt.

FIn Wuürzburg wettete ein Bursche mit
einem andern, daß er in 10 Minuten mit einem
Eßlöffel 10 Schoppen (7) Wein aus einer Schüssel
zu sich nehme. Der so nach Wein Hungernde be⸗
gann seine Arbeit, führte dieselbe zum Erstaunen
aller anwesenden Gäste in 6 Minuten zu Ende,
gewann somit die Weite und war nebenbei so ge⸗
sund wie zuvor.
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        FF Das am 5. d. in Klagenfurt beobachtete
Erdbeben scheint nicht unbedeutend gewesen zu
sein und ist in einer großen Zahl von Orten in
Oberkärnthen stark verspürt worden. So zunächst
in Gmünd, wo dasselbe unter der Bevölkerung,
die bestürzt aus den Wohnhäusern ins Freie flüch⸗
tete, große Aufregung verursachte. Es grat in
Gmuünd um 10 Uhr 5 Minuten Vormittags ein,
bewirkte Risse und Sprünge in den Gebäuden,
und soll sogar deutlich vernehmbare Schwankungen
des Stadtthurmes verursacht haben. Donnerartiges
Getdse begleitete die Erscheinung, welche 4 bis 5
Sekunden dauerte und sich in vier heftigen Erd⸗
ttößen äußerte, von denen der erste der gewaltigste
war. Die Richtung war von Süd nach Nord. Die
pendeluhren in den Häusern blieben stehen, die
Finder in den Schulen fingen vor Schrecken zu —

chreien an, die Hausthiere verriethen große Angst,
iie Gläser schlugen in den Zimmern aneinander,
Zretter und Ziegel fielen von den Dächern herab.
zn Sachsenburg zählte man 9 Uhr 30 Mi—⸗
auten, alß das Erdbeben begann. Man beob—⸗
ichtete nur einen Erdstoß, eine Sekunde dauernd
ind ohne nachfolgende Schwingnngen, aber so heftig
ühlbar, daß die ganze Bevölkerung in gewaltigen
-„chrecken gerieth, da in den Häusern Gefäße um—
ielen und alle Zimmereinrichtungsstücke heftig zu
vanken begannen.

FParis 9. Nos. In Fianzkreisen gilt der
selbstmord Baron James Rothschilds als unzwei⸗
elhafte Thatsache, er besaß riesige Quantitäten der
Jaleurs⸗Bontourx⸗Union-Generale und spekulirte auf
Zaisse. Das ungeheure Steigen der Boutoux brachte
Kotihschild Verluste, welche von 80 auf 150 Mill.

geschätzt werden. Einige behaupten, er habe sich
»en Hals abgeschnitten, Andere sagen er habe sich
erschossen.
„tarktberichte.

Zweibrücken, 10. Rovbr. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
ualienmarkt.) Weizen 12 M. 54 Pf., Korn 10 M. 11 pf.
Berste zweireihige O M. — Pf,., vierreihige O M. — Pf.,
Spelz 9 M. —pPf., Spelziern — M. — Pf., Dinkei
— M. — pf., Mischfrucht 10 M. 32 Pf., Hafer 7 M.
33 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken 7 M. 37 Pf.,
dartoffeln 1.M. 50 Pf. Heu 4 M. 60 Pf. Stroh 8 M.
30 Pf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 8 Kilo.
71 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 90 Gr.
3 Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. Ii. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
leisch 40 Pf, Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.
Butter /3 Ktilogr. 1 M. 15 Pf., Wein J Liter 80 Pf.
Bier 1 Liter 24 Pf.
Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme tz.
Kgl. Amtsgericht, »2Kleiderschränke, 1 Secretär,
St. Ingberit. .4 Küchenschrank, Bettladen,
Die Reihenfolge, in welcher die — Sn Banke, 15
herren Hauptschoffen an den einzelnen „bentner Heu, sowie Haus⸗ u.
ordentlichen Sitzungen des hiesigen „Küchengeräthe aller Art,
Schöffengerichts während des ffentlich auf Credit versteigern.
Jahres 1882 theilzunehmen haben, 1t. Ingbert, den 1. November 1881
wird durch Ausloosung in der oͤffent⸗ Ph. Fitz,
Ir Sitzung des kgl. —F Geschäftsmann,
Samstag, den 3. Dezember 7 —
swzon — *2**— ouhnennn Kirchweih· Dienstag
St. Ingbert, den 11. November I9 M k
— kgl. Amtsrichter ar momule Usðl
Haus-⸗ und Güter—
Versteigerung.
Dienstag, den 15. November
1881, Vormittags 10 Uhr in der
Wirihschaft von J. Maier in St.
Ingbert, lassen die Eheleute Bern⸗
jard Weyand Schmied und Mar—⸗
zaretha Leichner, in St. Ingbert,
nachbeschriebene Immobilien, als:
1. Plan⸗Nr. 1522 a b u. c 14 Ar
10 Oum. Fläche, Wohnhaus mit
Stall, Hofraum und Pflanzgarten,
nuf'm großen Flur.
Plan-Nr. 189723 20 Ar 10
Qum. Acker in der langen Ahnung
im Rischbach.
Plan⸗Nr. 150312 9 Ar Acker
auf'm großen Flur und Plan-Nr.
1519 21 Ar 90 Oum. Acker
allda, vierte Ahnung
auf mehrere Zahlungstermine, öffent⸗
lich auf eigen versteigern.
St. Ingbert, den 1. November 1881
vh. Fin
Geschäftsmann.
Mobilienverseigerung.
Donnerstag, den 17. Novöͤr.
1881, Vormittags 10 Uhr zu St.
Ingbert (Große Flur) lassen Ehe—
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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
I87.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München, 10. Nov. Der Umstand, daß nicht
„erniger als 18 Mitglieder unserer Abgeordneten⸗
ammer zugleich Mitglied des Reichstages sind,
vird, da letzterer schon auf den 17. d. M. einbe⸗
rufen ist, voraussichtlich sehr störend auf den Gang
»er Verhandlungen unseres Landtages einwirken.
der größere Theil der betreffenden Abgeordneten
vird sich indessen zunächst nur zur Theilnahme an
der Präsidentenwahl nach Berlin begeben und dann
wieder hierher zurückkehren. Wenn aber der weitere
derlauf des Reichstages die Theilnahme aller seiner
Mitglieder aus Bayern erforderlich machen sollte,
zann müßte wohl eine, wenn auch nur kurze Unter⸗
rechung der Sitzungen unserer Abgeordnetenkammer
ntreten.

München. Der Abg. Frhr. v. Hafenbrädl
at mit mehreren Genossen einen den Bau und die
interhaltung der öffentlichen Staatsstraßen betref⸗
aden Antrag eingebracht.

München, 10. Norp. Am Tage der Reichs⸗
igswahl kam es im Orte Tettenwang (Oberbahern)
a einem bedeutenden Excesse, der traurige Folgen
zach sich zog. Nach Beendigung des Wahlakites
varen im dortigen Wirthshause mehrere Wähler
rersammelt, die, ziemlich betrunken, in Streit ge—
iethen. Einer derselben wurde hinausgeworfen,
am aber alsbald mit einem Gewehr bewaffnet vor
as Wirthshaus und feuerte durch das Fenster ei—
en scharfen Schuß in die Wirthsstube, der fünf
hersonen, darunter zwei lebensgefährlich, verwundete.

In Stadtamhof wurde außer dem Faktor Lö—
venberg, ehemdligen Redakteur eines sozialdemokra⸗
schen Blattes in München, auch ein Schriftsetzer
n Regensburg verhaftet. Beide Verhaftungen
wingt man mit der Thatsache der Saifirung einer
diste sozialdemokratischer Schriften bei einem Frauen⸗
mmer in Regensburg in Zusammenhang.

Zum ersten Male seit dem Bestehen der Reichs—
agswahlen sendet Ba heren einen Sozialdemo—
raten, in den Reichstag. Im Reichstagswahl⸗
lreis Nürnberg ist bekannilich der Sozialdemo⸗
cat Grillenberger mit 12,344 Stimmen
jegen die auf den fortschrittlichen Dr. Siegmund

ßünther gefallenen 11,212 Stimmen gewähli wor—
den. Schon einmal, 1877, war Herr Grillenberger
egen Herrn Dr. Frankenburger in Stichwahl; mit
hülfe der Nationalliberalen siegte letzterer. Am 380.
zuli 1878 wurde Dr. Günther als liberaler Kom—
tomißkandidat mit 18,486 Stimmen gegen die
9.162 Stimmen Grillenberger's gewählt. Am 27.
At. d. J. hatte Grillenberger“ 9669, Dr. Gunther
464 Stimmen. Beide Fiffern haben also hesuiche
leichmäßig, die jetzt siegreiche um 2675, et an
Ninderhein gebliebene iun 2748St. zugenommoße Ge⸗
orne Bayern sind im Reichstage als Sozialdemokraten
hon mehrere gewesen: der verstorbene Rheinpfoget
Jeib, Herr Moͤst aus Augsburg, Herr Auer aus
Riederbayern, Herr Wiemer aus Nuͤrnberg. Zum
ister Male aber entsendet ein baherischer Wahikreis
inen Sozialdemokraten in das an der Leipziger—
raße Nr. 4 zu Berlin belegene Parlamentshaus.

Berlin, 10. Nob. Es gilt jegt als bestimm,
uß bis zur Wahl des Präsidiums als Alters

räsident im Reichstage der Abgeordnete für Memel⸗
deydekrug, Graf Moltke, fuͤngieren wird.

Es wird bestätigt, daß der Reichskanzler
aeinem ehemaligen konserbativen Abgeordneten ge⸗
ußert hat, daß zut Herstellung einer konservativ⸗
lerikalen Mehrheit ebenluell der Generalfeldinarschall

Sonntag, 13. November 1881.

16. Jahrg.

von Elsaß⸗Lothringen, Frhr.b. Manteuffel nur 4
ein Nachfolger sein könne.

Die große politische Bedeutung der Errichtung
ines kaiserlichen Residenzgebäudes in der Haupt⸗
tadt der wiedererrungenen Westmark des Reiches
iegt auf der Hand und leider haben auch die
Wahlen in den Reichslanden gezeigt, daß aller
Anlaß dazu da ist, mindestens die äußeren Sym⸗
vole der unwiderruflichen Zusammengehörigkeit
Elsaß⸗Lothringens mit Deutschland zu verstärken.
Wie wir hören, ist dem Etat des Reichsschatzamtes
eine Denkschrift beigefügt, welche diese Etatsposition
ingehend motivirt. Die Gesammtbaukosten des
Palastes sind auf 2,660,000 Mark veranschlagt.
Man wird übriges nicht fehl gehen, die Gerüchte
jetreffs der beabsichtigten Einverleibung Elsaß⸗
ꝛdothringens in Preußen auf den in Aussicht ge⸗
iommenen Bau des Straßburger Kaiserpalastes
urückzuführen. Die Verhandlungen mit der Stadt
Straßburg über das Bauterain haben offenbar zu
»en weitergehenden übrigens ganz uabegründeten
Gerüchten Veranlassung gegeben.

Ausland.

Petersburg, 7. Nov. Der Polizei ist es
nn den letzten Tagen gelungen — so wird der
Schl. Ztg.“ geschrieben — einen außerordentlich
vichtigen Fang zu machen. Auf indirektem Wege
jatte sie erfahren, daß sich zur Zeit einer der
)aupt⸗Agenten der nihilistischen Partei, welcher sich
Alexandrowitsch nennt, vielleicht auch wirklich so
jeißt, hier aufhalte und daß derselbe im Besitz einer
zroßen, zu Parteizwecken bestimmten Summe Gel⸗
es sei. Nachdem, wie man sagt, mehrere, jenen
amen führende Persönlichkeiten irrtümlich festge—
sommen worden, gelang es endlich, des richtigen
Ilexandrowitsch auf dem Newski-Prospekt in den
ebhaftesten Tagesstunden habhaft zu werden. Der
ßenannte hatte, um jeder Verfolgung zu entgehen,
ie Offiziers-Interimsuniform eines der hiesigen
harderegimenter angelegt. In seiner Wohnung
'and man Dynamit in beträchtlicher Menge und,
vie man von zuverlässiger Seite bestimmt versichert
— doch mag ewas Uebertreibung dabei im Spiel
ein — die Summe von 800, 000 Rubel in russi⸗
chen Staatspapieren. Durch diese Arretirung soll
nan außer anderen Ermittelungen auch in Erfah—
ung gebracht haben, daß die Moskau⸗Petersburger
Bahn an einer Stelle, die bisher jedoch nicht be⸗
annt. unterminirt ist.

tretenden Generalsynode eine Vorlage hinpichtlich
Aufbesserung der Pensionen für sie und eventuell
ür ihre unversorgten Kinder unterbreiten. Wir
rkennen es dankbar an, daß hohe Kirchenstelle je
ind je darauf bedacht war, die Hinterlassenen der
fälzischen Geistlichen nach Maßgabe der vorhan⸗
)enen Mittel aufzubessern, und daß eine hohe Ge⸗
ieralsynode auf die freundlichen Abfichten derselben
ingegangen ist. Allein die Vermögensverhältnisse
»er meisten Pfarrwittwen find derart, daß es den⸗
elben unter den nach allen Seiten so gesteigerten
Ansprüchen, welche auch an fie in unsern Tagen
jemacht werden, äußerst schwer wird, sich und die
Ihrigen mit Ehren durchzubringen. Deshalb er⸗
heint es sicherlich nicht ungerechtfertigt, wenn die
ergebenst Unterzeichneten die Bitie an hohe Kirchen⸗
telle bringen, dieselbe wolle im Einvernehmen mit
der Generalsynode die Pensionsbezüge für die Pfarr⸗
stelikten der Pfalz, so weit die Mittel der Pfarr⸗
vittwenkasse es gestatten, erhöͤhen. In der Hoff⸗
nung auf Erhörung ihrer Bitte zeichnen ⁊c. ꝛc.“

— Frankenthal, 8. Nov. In den jüngsten
Tagen wurde hier mehrfach falsches Geld ausgegeben,
besonders Fünfzig⸗Pfennigstücke, Ein⸗ und Zwei⸗
Markstücke. Nach den Verbreitern wird gefahndet.

Grlth. 3.)

— Das deutschkonservative Zenfral⸗
komitee der Pfalz richtet an die Parteige⸗
aossen folgende Aufforderung: „Wir ersuchen unsere
Parteigenossen, bei der bevorstehenden Stichwahl
wischen Janson und Herz über die mancherlei
dränkungen, die uns von Seiten der Libetalen
viderfahren sind, wegzusehen und die höheren In⸗
etessen des Vaterlandes im Auge zu behalten. Da
zilt es denn um jeden Preis zu verhilten, daß ein
veiterer Republikaner in den Reichstag gewählt
vird, ein Todfeind des Reichskanzlers, ein Mann,
)er es auf Abschaffung der für den Baueismann
nothwendigen und nützlichen Getreide⸗ und Vieh⸗
zoͤlle und auf Schwächung der deutschen Wehrkraft
ibgesehen hat. Es scheint uns in dieser Hinficht
zin Grundbesitzer wie Janson viel geeigneter zur
Bertretung der Interessen unseres Bauernstandes,
ils ein jüdischer Advolat aus Mannheim. Wir
rsuchen deshalb alle unsere Parteigenossen, am
Samstag ihre Stimmen für Guisbesitzer Jan son
in Harxheim abgeben zu wollen. Ebenso wird
es sich empfehlen, daß die Konservativen in dem
Wahlkreise Neustadt Landau zur Verhütung der
Wahl eines Fortschrittlers ihre Stimmen' dem Se⸗
natspräsidenten Peter sen in Col mar zuwenden.“

Vermischtes.

F Trier, 10. Nov. Gestern Vormittag 8
Ahr wurde im Posthofe von einem hiesigen Regie⸗
ungs-Haupikassendiener ein Portefeuille don
schwarzem Leder mit Wechseln, wie die „Saar⸗u.
M.«Z.“ hört, in der Höhe von 19,000 Mark
derloren. Wie vermuthet, wurde dasselbe von einem
Mädchen gefunden.

München, 8. Nov. Das Schbffengericht
in Fürth hat unter Annahme von Fahrläfsigkeit
einen dortigen Weinhändler, der Wein verkaufte,
velcher „gegypst“ war, zu einer Geldstrafe von 30
Mark und in die Kosten verurtheilt.

In Würzburg wettete ein Bursche mit
zinem andern, daß er in 10 Minuten mit einem
Eßlöffel 10 Schoppen (7) Wein aus einer Schüssel
zu sich nehme. Der so nach Wein Hungernde be—
gann seine Arbeit, führte dieselbe zum Erstaunen
aller anwesenden Gäste in 6 Minuten zu Ende,
jewann somit die Wette und war nebenbei so ge—
und wie zuvor.

Lokale und pfälzische Nachrichten.

— Kusel, 11. Nob. Marktbesucher brachten
jeute die Kunde hierher von einem grausigen Fa⸗
niliendr aas sich in Eßweiler heute früh 4 Uhr
ibgespi n soll. Einer der vermögendsten
Mänr Ittes soll seiner Frau einen Schlag
nit des ersetzt und dann sich selbst erschossen
jaben, die betäubt daliegende Gattin für
odt hiell cgeben die Nachricht, wie sie uns
erzählt »ünschend, sie möge sich nicht be—
tätigen. r Ziag.)

— A asen: en der „Pf. Z.“:
In dem . Arten de der Schuster
Leies mit einem Prüg mißhandelt, daß
an dem Aufkomnien desselbe gezweifelt wird.

———— * arrwittwen der
Pfalz haben vor einiger Zeit folgendes Gesuch
in das kgl. Konsistorium gerisgtet: „Die ehrerbieiigst
interzeichneten Pfarrwittwetz, wagen es, an hoch⸗
vürdiges Konsistorium die dunz ergebenste Bitie zu
ichten, hochdasselbe wolle der demnächst zusammen⸗
        <pb n="730" />
        4 Das am 5. d. in Klagenfurt beobachtete
Frödbeben scheint nicht unbedeutend gewesen zu
sein und ist in einer großen Zahl von Orten in
Oberkärnthen stark verspuͤrt worden. So zunächst
in Gmünd, wo dasselbe unter der Bevölkerung,
die bestürzt aus den Wohnhäusern ins Freie flüch—
sete, große Aufregung verursachte. Es trat in
Gmünd um 10 Uhr 85 Minuten Vormittags ein,
bewirkte Risse und Sprünge in den Gebäuden,
und soll sogar deutlich vernehmbare Schwankungen
des Stadtthurmes verursacht haben. Donnerartiges
Getöse begleitete die Erscheinung, welche 4 bis 5
Sekunden dauerte und sich in vier heftigen Erd⸗
stößen äußerte, von denen der erste der gewaltigste
war.“ Die Richtung war von Süd nach Nord. Die
Pendeluhren in den Häusern blieben stehen, die
sinder in den Schulen fingen vor Schrecken zu

yreien an, die Hausthiere verriethen große Angst,
ie Gläser schlugen in den Zimmern aneinander,
zretter und Ziegel fielen von den Dächern herab.
yjn Sachsenburg zählte man 9 Uhr 30 Mi—
iuten, als das Erdbeben begann. Man beob⸗
ichtete nur einen Erdstoß, eine Sekunde dauernd
ind ohne nachfolgende Schwingnngen, aber so heftig
hlbar, daß die ganze Bevölkerung in gewaltigen
5chrecken gerieth, da in den Häusern Gefäße um—
jelen und alle Zimmereinrichtungsstücke heftig zu
»anken begannen .

F Paris, 9. Nov. In Fianzkreisen gilt der
zelbstmord Baron James Rothschilds als unzwei⸗
elhafte Thatsache, er besaß riesige Quantitäten der
zaleurs-Bontoux⸗Union-Generale und spekulirte auf
Zaisse. Das ungeheure Steigen der Boutoux brachte
stothschild Verluste, welche von 80 auf 150 Mill.

geschätzt werden. Einige behaupten, er habe sich
jen Hals abgeschnitten, Andere sagen er habe sich
erschossen.
Marktberichte.
Zweibrücken, 10. Rovbr. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
ualienmarkt.) Weizen 12 M. 54 Pf., Korn 10 M. 11 Pj.
zerste zweireihige O M. — Pf., vierreihige d M. — Pf.,
5pelz 9) M. Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinkel
— Mt. — Pf., Mischfrucht 10 M. 32 Pf., Hafer 7 M.
33 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken 7 M. 837 Pf.,
dartoffeln 1 M. 50 Pf. Heu 4 M. 60 Pff. Stroh 83 M.
30 Pf., Weißbrod 11/3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 8 Kilo
1 Pf., Gemischtbrod 3 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 90 Gr.
3 Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
leisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
Butter !/3 Kilogr. 1.M. 15 Pf., Wein 1 Liter 80 Pf.

zier J1 Liter 24 Pf.
Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Demetz.
mts ger i ch t „2 Kleiderschränke, 1 Secretär,
næhrere. „ Käüchenschrant, Bettladen,
Die Rehha — „Tische, Stühle, Bänke, 15
ie Reihenfolge; in welcher die Cein
Herren Hauptschöffen an den einzelnen en ner Heu, sowie Haus- u.
entlien Sigungen des hiefigen Küchengeräthe aller Art,
Schöffengerichts während des ffentlich auf Credit versteigern.
Jahres 1882 theilzunehmen haben, „t. Ingbert, den 1. November 1881
wird durch Ausloosung in der öffent⸗ Ph. Fitz,
lichen Sitzung des kgl. — vom Geschäftsmann,
Samstag, den 3. Dezember 7
sgul, Birorgens 9 Uhr vestimmt. Kirchweih⸗ Dienstag
St. Ingbert, den 11. November 1881. IJ M k
— — Zahnc — vii Peter Sqhweitzer (Höfchen.)
haus, und Güter· Deuer Wein
Versteigerung. 7 8
Dienstag, den 15. November ei ver VIpenn Pis.
1881, Vormittags 10 Uhr in der BMunziuger.
Wirthschaft von J. Maier in St.
Ingbert, lassen die Eheleute Bern⸗
Jard Weyand Schmied und Mar—
jaretha' Leichner, in St. Ingbert,
iachbeschriebene Immobilien, al
1Plan⸗Nr. 1522 a p u. c 14 Ar
10 Oum. Fläche, Wohnhaus mit
Stall, Hofraum und Pflanzgarten,
auf'm großen Flur.
plan-Nr 18972 20 Ar 10
OQum. Acker in der langen Ahnung
im Rischbach.
Plan⸗Nr. 150313.9 Ar Acker
auf'm großen Flur und Plan⸗Nr.
1519 21 Ar 90 QOum. Acker
allda, vierie Ahnung
auf mehrere Zahlungstermine, öffent⸗
lich auf eigen versteigenmr.
Si. Ingbert, den 1. November 1881
Geschättamann.
Mobilienversteigerung.
Donnerstag, den 17. Novpbr.
1881, Vormittags 10 Uhr zu St.
Ingbert (Große Flur) lassen Ehe⸗
eute Bernhard Weyand, Schmied
ung Margaretha Leichner, ihre
ämmtlichen Hausmobilien, darunter
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M 188. Montag, 14. November 1881.

16. Jahrg.

* Zur Reichskagserösfunng.

Am 17. November wird der deutsche Reichstag
u einer neuen Legislaturperiode eröffnet werden.
ẽs geschieht dies unter ganz außergewöhnlichen Um⸗
tänden, denn der neugewählte Reichstag bietet nicht
m Geringsten eine compakte Regierungsmehrheit dar
uind die Behandlung der Gesetzesvorlagen durch den
Reichsstag kann leicht auf eine fortwäͤhrende Stim⸗
nenzersplitterung stoßen, die den regelmäßigen Gang
der parlamentarischen Geschäfte illusorisch macht.
Schwer, sehr schwer ist es, angesichts dieses Zu⸗
tandes politisch und sachlich ein richtiges Urtheil
über die Zukunft des neuen Reichstages abzugeben,
wie denn auch die eminente Schwierigkeit der Lage
durch den Rücktrittsversuch, den Fürst Bismark un⸗
ternehmen will oder doch unternehmen wollte, ge—
tennzeichnet worden ist. Wahrscheinlich wird aber
Fürst Bismard dennoch auf seinem ganz besonders
chwierig gewordenen Posten ausharren und scheinen
zinsichtlich der Stellung des Reichskanzlers nach den
Aeußerungen officiöser Organe die Dinge so zu
liegen, daß Fürst Bismarck nach dem Gesetze der
zarlamentarischen Mehrheit eine Verständigung mit
der Centrumspartei versuchen wird, stellt aber diese
Partei Bedingungen, welche der Reichskanzler nicht
exfüllen zu koͤnnen glaubt, so wird er wieder mit
denjenigen Parteien und Volkskreisen Fühlung zu
zewinnen suchen, welche ein Zusammengehen der
Regierung mit der ultramontanen Centrumspartei
gefaͤhrlich für Kaiser und Reich erachten. Also
Maßigung der Centrumspartei und Verständigung
mit derselben oder — Wiederannäherung an die
Liberalen oder ceauch — Reichstagsauflösung, das
ind die Schritt, unter denen diese neueste Phasse
inserer inneren Politik sich bewegen muß.

Fast als nebensächlich muß es in Hinblick auf
nese großen Entscheidungen erscheinen, jetzt schon
das Material zu sichten, mit welchem sich der Reichs⸗
ag in der bevorstehenden Session beschäftigen soll.
Das Budget muß natürlich unter allen Umständen
ur Berathung kommen und wird in demselben eine
neue einmalige Ausgabe von 40 Millionen, als
Beitrag des Reichs zu den Kosten der Einverleibung
hamburgs in das deutsche Zollgebiet fungiren. Auch
ürften einige im vorigeu Reichstag abgelehnte Ge—
etzenwürfe, wie z. B. das Gesetz betreffend die
kFinschraänkung der Trunksucht und dasjenige der
Unfallversicherung, wieder vorgelegt werden. Ob
ine Berathung der Gesetzentwürfe betreffend Ein⸗
ührung des Tabak-Monopols und der Arbeiterver⸗
icherung in der bevorstehenden Reichstagssession
tattfinden wird, ist jedenfalls sehr zweifelhaft ge⸗
worden, doch werden wahrscheinlich Vorlagen ein⸗
zebracht werden, wonach Commissionen des Reichs⸗
ages durch entsprechende Statistiken die Berathung
ener Vorlagen vorbereiten sollen.

Was die finanzielle Lage des Reiches anbetrifft,
o ist für das Eiatsjahr 188288 thatsächlich ein
Deficit von 12 Millionen vorhanden, dasselbe ist
a allerdings nur sehr unbedeutend zu nennen und
entstand vorwiegend durch die schwankenden Ein—
nahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern, von denen
man hofft, daß sie sich in dem nächsten Jahre um
12—215 Millionen erhöhen werden. Das Deficit
bon 12 Millionen wird durch eine entsprechende Er⸗
öhung der Matricularbeiträge ausgeglichen werden.

Was den feierlichen Akt der Reichstagseröffnung
mbetrifft, so wird wahrscheinlich der Kaiser in Person
ie Eroͤffnung vollziehen, wenn der erlauchte Greis
urch Rücksichten auf seine Gesundheit nicht daran
erhindert wird.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Muͤnchen, 11. Nov. Die nächste Sitznag der
dammer der Abgeordneten findet statt am
Dinstag, den 15. November, Morgens halb 10
Ahr. Tagesordnung: 1) Antrag Dr. Mayher, Civil⸗
he, 2) Antrag Luthardt, Concubinat betreffend.
Htontag Nachmittag 4 Uhr Fraktionssitzung der
iberalen Partei.

—XD
der Reichsräthe, Es werden zuerst die neuen
Mitglieder Graf Stauffenberg. Graf Drechsel und
Zrämer (Pfalz) vereidigt; dann wird der Militär⸗
ktat nach den Beschlüssen der Abgeordnetenkammer
einstimmig angenommen, serner der Antrag Lut⸗
jardt (Simultanschulen) dem dritten Ausschuß über⸗
viesen.

Karlsruhe, 12. Nob. Im Laufe des Tages
kehrten bei dem Großherzog die Schwächezu⸗
tande wieder jedoch nur in kurzen Anfällen. Das
Fieber war mäßig, die Temperatur bis 28,5. Das
gewußtsein frei; trotz zeitweiligen ruhigen
Schlafes ein Gefühl von Erschöpfung.

VBaden⸗Baden, 13. Novb. Der Großherzog
hat die Nacht günstiger zugebracht, ein längerer,
aamentlich gegen Morgen erquickender Schlaf hat
äch eingestellt. Die Temperatur hat sich nicht über
38,7 gehoben. Der Puls ist kräftiger bei mäßiger
Frequenz, das Bewußtsein klar. Am Morgen hat
vohlthuender Schweiß sich eingestellt. Das Ge—
ammibefinden ist befriedigend. Der deutsche Kron⸗
prinz und das schwedische Kronprinzenpaar ist in
der Nacht hier eingetroffen.

Stuttgart, 11. Nov. Ein heute an den
Reichsskanzler abgesendetes Telegramm lautet: Die
Bersammlung beider reichstreuen Parteien
»ahier, welche in der Stichwahl unterlagen, bringt
Ew. Durchlaucht den Zoll aufrichtiger Verehrung
und Dankbarkeit dar und bittet im Kampfe um die
hoͤchsten Güter der Nation auszuharren.

XR
Albert Träger (Fortschritt) mit 19,030 gegen
Zebel, der 18,979 Stimmer erhielt, gewählt. Im
. Berliner Bezirk wurde Klotz mit 17,976
Stimmen gewählt; Hasenclever erhielt 17,374
Stimmen.

Berlin, 12. Nor. Der Kaiser ist nach gut
derbrachter Nacht wieder vollkommen wohl. Er
nahm heute Morgen eine Reihe von Vorträgen ent⸗
zegen und arbeitete bis zum Mittag mit dem Chef
des Militär⸗Cabinets.

Ausland.

London, 12. Nov. Die ganze englische Presse
zringt die sympathischsten Artikel für das in Aus—
icht stehende Kabinet Gambetta, wobei die
zroßen Vorzüge des Letzteren ungemein hervorgehoben
verden und gleichzeitig auch die Hoffnung ausgedrückt
vird, daß unter Gambetta ein besseres Resultat der
Berhandlungen wegen des französischen Handelsver⸗
trages zu erwarten sei

4
einer neuen Dunggrube einen irdenen Topf vol

Beld — 117 größere und kleinere Silber⸗ und
4. Goldmünzen von der Größe eines Zwanzigmark⸗
tückes. Alle diese Münzen sind noch sehr gut er⸗
jalten und rühren meistens aus der Zeit des 15.
ind 16. Jahrhunderts her. Von besonderem In⸗
erefse dürfte eine der Goldmünzen sein, da dieselbe
nicht, wie gewöhnlich, rund, sondern viereckig ist.

— Aus der Pfalz, 12. November. In
Breitenbach kam ein 7jähriges Mädchen in
zas Getriebe einer Dreschmaschine und wurde ihm
der rechte Arm an drei Stellen gebrochen. außer⸗
dem noch ein Fuß verletzt. Es wäre doch den Er—
vachfenen dringend zu rathen, Kinder aus der ge⸗
ährlichen Nähe einer Maschine zu entfernen.

— Dahn, 8. Nov. Gestern Abend wurde
Joh. Pfeifer, früherer Dienstknecht von Peter
Müller aus Bruchweiler, durch den Stations⸗
tommandanten Hrn. Schleicher von Dahn verhaf⸗
et, in das hiesige Gefängniß verbracht und heute
aach Zweibrücken transportirt. Derselbe ist drin⸗
jend verdächtig, bei der Jagd, welche im vorigen
Jahre am 18. Januar zu Bruchweiler stattfand,
einen Dienstherrn Peter Müller erschossen
u haben. Der Sachverhalt wird folgendermaßen
jeschilder: Am Sonntag den 18. Januar 1880
var Peter Müller von der Bruchweiler⸗Mühle nebst
einem Dienstknecht Joh. Pfeifer und drei anderen
Personen auf der Jagd. Zum Schluß derselben
vurde noch nach einem Iltis gegraben, welchen
Müller schon vorher aufgespürt hatte. Als sie nun
beim Ausgraben beschäftigt waren, sprang der Iltis
olötzlich aus seiner Höhle hervor, der Pfeifer wollte
auf denselben schießen, traf aber unglücklicher Weise
seinen Dienstherrn, und zwar lebensgefährlich.
Müller lebte noch drei Tage. Wie man sich er⸗
jählt, wollte es Müller nicht haben, daß hiervon
Anzeige erstattet werden sollte; so blieb der Vorfall
bis dato verschwiegen. Man war bisher der Mein⸗
ung, das Gewehr sei umgefallen und habe dem
Muͤller das Leben geraubt.

— Dürkheim, 11. Nov. Der bürgermeister⸗
amtlich ermittelte Martini⸗Mittelpreis stellt sich für
die Logel (40 Liter) Trebermost auf 16 Mark
90 pf. D. Anz.)

— Wachenheim, 10. Nov. Von einem da—
sier am Hause gezogenen Rebstocke wurden Trauben
n dem seltenen Gewichte von 1200 — 1480 Gramm
zjeerntet. Dieselben kamen als Naturseltenheiten
nach der neuen Welt.
Vermischtes.

F Würzburg, 9. Rov. In Gauksnigshofen
wvurde gestern früh ein Reisender, der im Wirths-
Jaus übernachtete, ermordet gefunden. Ueber die
näheren Umftände ist noch nichts bekannt geworden,
doch vermuthet man den Mitreisenden als Thäter.
Die Persoönlichkeit des Ermordeten ist ebenfalls
nicht festgestellt.

F Ans Wiesbaden, wird der „Fr. Pr.“ ge⸗
geschrieben: Gestern hatte der Heldentenor am hies.
duiglichen Theater, Herr José Ledérer, welcher
jeiner Zeit den Attentäter Kullmann ergriff und
don demselben in die Hand gebissen wurde, aber—
mals Gelegenheit, das Entweichen eines Missethäters
u vereiteln. Als nämlich der zu 9 Monaten Ge—
angniß verurtheilte Lohnschreiber Stolze ins Amis-
gerichtsgefüngniß abgeliefert werden sollte, warf er
den eskortirenden Beamten eine Hand voll Pfeffer
in die Augen und entsprang. Herr Ledérer, der
zufällig vorüber kam, begriff die Situation sofort
und überwältigte den sich heftig wehrenden Flücht⸗

äñä

Laele und pfãlzische Rachrichten. 5
*St. Ingbert. Bei der Reichstagsstichwahl
im Wahlkreis Landau⸗Neustadt hat Petersen
mit 904 Stimmenmehrheit gesiegt, im Wahlkreis

Kaiserslautern-Kirchheimbolanden
zrhielt Janson 9270, Herz 7427, sieben Orte
stehen noch aus, Janson's Sieg ist also gesichert.

m. Aus dem Kanton Waldmohr. Am
dergangenen Freitag fand der Ackerer Michael
Steinmann von Ober miesau beim Anlegen
        <pb n="732" />
        ang mit leichter Muhe, worauf derselbe von dem

inzwischen herbeigekommenen Polizisten in Empfang

genommen wurde. Letzterer ist zur Zeit in ärzt—
licher Behandlung.

F Bei Alsfeld hat am Dienstag, wie man
dem „G. A.“ mittheilt, ein Mann seiner Frau,
Mutter von sechs unerzogenen Kindern, den Hals
abgeschnitten. Der Mörder ging nach vollbrachter
That in den nahen Wald und erhängte fich dort.
Die Staatsanwaltschaft hat sich nun an Ort und
Stelle der graufigen That begeben.

fF Hamburg, 12. Nov. Am Brücken-Breiten⸗
gang 71 fand hente eine Gasexplosion statt, welche
den Einsturz eines Hauses verursachte und viele
Nebenhäuser stark beschädigte. Von den Bewohnern
und den im Laden anwesenden Käufern find bis
jeßt drei als todt, sechs als schwer verletzt gefunden.
Die Feuerwehr ist mit Wegräumung der Trümmer
beschaftigt.

f In einer gerichtlichen Verhandlung in Straß⸗
burg spielte ein spekulativer Bilderhändler eine
Rolle, welche sein bildschönes Ladenmädchen als
„Elsaß in Trauer“ photographiren ließ und damit

glänzende Geschäfte machte. Leider verdarb der
humoristische Staatsanwalt die ganze Wirkung;
denn er wies in der'öffentlichen Verhandlung nach,
daß der Geliebte dieser „Elsaß in Trauer“ ein —
preußischer Soldqt sei. Alle Zuhörer, sogar die
Franzosenfreunde, brachen in schallendes Gelächter
aus.

F Aus Innsbruck wird der „Deutschen Ztg.“
folgende Mittheilung gemacht: „Auf der dermalo⸗
logischen Klinik im hiesigen Spital befindet fich
augenblicklich ein Bauernbursche aus dem Dorfchen
Arzl, der fich seit mehr als zehn Jahren jeder
Reinigung mit Wasser und Seife enthalten hat.
Infolge dessen haben fich auf der Haut desselben,
im Gesicht, auf der behaarten Kopfhaut, an der
Brust, theilweise auch am Bauch und sRtücken sowie
an den Streckseiten der oberen und den Beugeseiten

der untern Extremitäten schwammige Auswüchse
gebildet. Diejenigen im Geficht waren mit einer
grauschwarzen starren Kruste aus Staub und Schmutz
überzogen. Gibt der Bursche auch einerseits zu
daß er anfangs aus Mangel an Reinlichkeitsgefuͤhl
und Trägheit jede Reinigung vermied, so behauptet
er andererseits, daß ihm spaͤter jeder Versuch einer
Reinigung heftige Schmerzen verursuchte und daß
er die Waschungen deshalb vollkommen eingestelli
habe. Der Grund, daß er sich endlich zum Gang
auf die Klinik entschloß, dürfte wohl darin liegen,

zuß er in seiner Gemeinde wegen seines abschreckenden
Aussehens von allen gemieden wurde. Professor

Dr. Lang hat den sellenen Patienten im Naiur

vissenschaftlichen Verein vorgestellt. »

FGie Ju welen der Fürstin Metternich.)

Wir haben gemeldet, daß in Pontebba zwei Eisen⸗
bahnbedienstete, welche im Verdacht ftanden, die
Juwelen der Fürstin Melanie Metiernich gesfiohlen
zu haben, gefänglich eingezogen wurden. Die Ver—
yafteten, Oberkondukteur Andrea und Kondukteur
Angelo, haben nun eingestanden, die gestohlenen
Juwelen, die einen Werth von ca. 40,000 Lire
zatten, an den Juwelier Carlo M. in Udine um den
Spotthpreis von 950 Lire verkauft zu haben. Der
Juwelier wurde sogleich in Haft genommen.

F Herr Britton, ein Wirth in Batignolles,
bemerkte vor einigen Tagen, daß seine Gäste bei
der ernsthaften Lectüre des Speisezettels eine un⸗
vassende Heiterkeit zeigten. Er befragte die Kellner,
und einer derselben entdeckte, daß Jemand zu der
Xubrik „Hasenbraten“ allüberall das Wort „Miau“
hinzugefügt hatte. Nach einigem Nachdenken ent⸗
ann sich der Wirth, daß ein Mediciner sich eifrig
in allen Tischen zu schaffen gemacht habe, und der—
lagte den Mann bei'm Polizeigericht auf Ehren⸗
veleidigung. Der Angeklagte theilte seine Ver—
Heidigung in zwei Haͤlften. Vorerst betheuerte
er, das Wort nicht geschrieben zu haben, dann aber
sagte er, „Miau“ sei keine Ehrenbeleidigung. Der
Richter sprach den Angeklagten frei, und der er⸗
bosste Wirth rief demselben zu: „Wenn sie noch
inmal wagen, mein Local zu betreten, so lasse ich
Sie mit Hunden hinausjagen!“ Der Student re—
licirte mit einem sonoren Miau“.

In der Scott⸗Gießerei der Reading⸗Iron⸗Comp.
uu Reading in Pennsylvanien wurde am 24.
Oktober mit der Herstellung einer Riesenkanone
ieuester Construktion begonnen. Das Rohr dieses
Beschützes wird nämlich außer der eigentlichen
Pulverkammer am Bodenstück noch vier weitere,
wischen dem Bodenstück und der Mündung ange—
zrachte Pulverkammern enthalten, von denen jede
mit 28 Pfund feinkörnigem Schießpulver, dagegen
die eigentliche Pulberkammer mit nur 18 Pfund

Zrobkörnigem (prismatischem) Pulver geladen werden
—D—
Princip besteht darin, daß man dem wesentlichen,
bei einer gewöhnlichen Entladung bedingten Kraft⸗
derluste des Geschosses im Rohre abhelfen und die
Schnelligkeit und Kraft des Projektiles durch die
aufeinanderfolgenden Entladungen der länagas des

Kohres angebrachten Pulverkammern um ein Be—
deutendes erhöhen will. Das Geschütz soll nach
seiner Fertigstellung 25 Fuß lang sein, ein Kalibet
pon 6 Zoll und einen Laderaum von 26 Zoll
Durchmesser haben und bei einer Gesammtpulver-
ladung von 1830 Pfd. Kugeln im Gewichte von
150 Pfund schießen. Die Erfinder (Lyman und
daskell) behaupten, nach ihrem Prinzip die doppelte
raft der bisherigen Kanonen gleichen Kalibers zu
erzielen, das Geschoß auf eine Distanz von minde⸗
stens 10 englischen Meilen werfen und Eisenplatten
von zwei Fuß Stärke durchbohren zu koönnen. Zu
dem Gusse des Rohres, der in 6 Minuten (7) voll⸗
ꝛndet war, wurden 63,000 Pfd. des besten Holz⸗
ohleneisens verwendet, das in zwei Flammöfen
lüssig gemacht worden war.

Gie unglückliche Handschrift) GCine
ung verheirathete Dame rühmte kürzlich gegen eine
undere, wie hübsch ihr Mann schreibe. „O, Sie
ollten nur 'mal kommen und sich seine Liebesbriefe
ansehen.“ — „Ja, ich weiß“, lautete die kalte
Antwort, „ich habe ein ganzes Bündel davon zu
dause in meinem Schreibtisch.“ ————

Sterbfäle.

Gestorben: in Speyer J. G. Porth, 27 J.
a.; in Lautersheim Polizeidiener Jak. Kranz;
in Deidesheim Jakob Kenger, 53 J. a.;
m Grünstadt Joh. Jak. Krieger, 77 J. a.;
in Eß weiler Wilhelmine, geb. Faul, 35 J. a.

Dienstesna ricen.

Die prot. Pfarrstelle Mußbach wurde dem Kandi—⸗
daten Matheus in Klingenmunster verliehen. Die Prä⸗
entation des Kandidaten Me deicus aus Lambrecht⸗Gre⸗
enhaufen auf die Pfarrstelle Gleisenau (Franken) wurde
destätigt.

Dem Gerichtsvollzieher Ph. Gotthoud in Ludwigs⸗
zafen wurde genehmigt, daß der geprufte Bewerber um ein
Berichtsvollzieheramt Johannes Matter n von Iggel⸗
heim auf die Dauer eines Jahres als Stellvertreter be⸗
tellt wurde.

Ernannt: zum Postassistenten der geprüfte Praktikant
J. Piskl in Ludwigshafen. Versetzt: der Postasfistent
Chr. Stettner von Ludwigshafen nach Munchen

Caplan Kirsch in Trulben erhielt Anweisung als
Caplan in Rülzheim, Caplan Weigel in Rülzheim
als Kaplan in Trulben.

Zum Gerichtschreiber am Landgericht Kempten wurde
der stellvertrejende Gerichtschreiber Zweisck bei'm Amisgericht
Pirmasens ernannt, der Gerichtsoollzieher Clau ß in Hom⸗
burg auf Ansuchen nach Edenkoben versetzt, und an dessen
Stelle der geprüfte Bewerber Herzog in Kaiserslautern
ernannt.

Der geprüfte Forstschutzlehrling Andr. Haag zu Alten⸗
—I
Jagersburg, Forstamts Zweibrücen, ernaunt.

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
Apeten neueste Muster, un⸗
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Pfälzisches Dienstbotenstift. senden auf Wunsch franco und
Diejenigen Dienstboten, welche eine umsonst; aber nicht an Tapezierer
djahrige Dienstzeit bei einer Herrschaft nicht an Tapetenhändler, nicht
53 e qu 58 an Wiederverkäufer, sondern
i nspruch machen wollen, haben IEXXGFAMVûAäAEMNMI-
ihre Gesuche bis längstens 20. ds. — — d une
absolnt nicht möglich, auf diese
Mits. hierorts einzureichen. unglaublich billigen Preise und
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Das Bürgermeisteramt Rabatt bewilligen zu können.
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—W 5 55 335885 * 2
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— 52388 333 5 3232 2 —3323 5222
22 755 —35535 5335 —A 555553 2577 24
382 22 z585553355 575233 252 — —— zZ8388835538
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2 5353—355653 X* —7555 2288 8535 — 2 5855 5 23 3 3*
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——— 5 5 —— **233238 — S 5 —5 — — 83353*
53538235 553 5555 Az 2z2 — 7233555 8 2 5 20 33
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3 ——— 55 833 2558 588 2* * — 5 — 323—
52 538 83358* 553355 —352 — *5 —A 2 E2—85 —522 *
—— — 58383603 z253825* — —8 — 3— 84 2 — 5* 24 —z35
—* 2*2* * —8 2 8 2535 — 5 * 28 — 53 5 25
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—22 7 2— — 2⸗ — * 2 —

— —— — 58 * 2* 225 52 52 5 25 — —

25 — 25 S2 — —8 —* 2* — O 33 — —2. 3

53855332322 s35538323 732 55*88 *255863538 25*8 —383833
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* — 2 28* 8 5 8 ——— * 25 5z22 — 72288 — —— 288
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—R 5325 35335 5 555735333535 — — —2533 22* 533—35

* 3 55 255355* —— —— 5—52c ANn2 5523353553375 23
25 3 *3 2 S 5 38 — 352 — 2 — 25 EIS25 2 — —223
3282 —8 2 33 —— — 2— — — 2 2 * 28 3 —3* 2
*5383385555 2 ü 333537 — 2 — 2 2 8

52. —A — 3 — 3 ———— —— * 25 O *

DB2 5533 538 *—53* 35 — 323 32 — —8 — —E 2 —
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2 —————— 255 2* 8 — E.
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252335532333553 28333
22 32 22383823 ———
2359 — 223235 — 5223 532
2 * 2 55* —E 23 —28 32 —5 5* *
JJ — *5572 52
*3 2*28 28552 222 — ——
7 2— 5283 20328 252*5
23 3 *—3367 23 57583
2 5— 5353 3 5. 53333 257655 E*
— 22 8 85382
53 38 ——2
*2 —5332 22 3535228 s52
5s 35—607 *522** 2
— 2833 585335225 ———22 2332408
2 532 28 2 252
5—222* 58 ——— ———
*6G *38B25 2. * 2277*
8293 2. 235 —2 7 —— 533536
32353290583338 55255 58356
3 — — 22
135 S225. S — 2 325
25 —52 352.868 5 7 23—
— 33555 5,55208 5 233255 F
*7 — —— 52837
* 5738333*82 * 2 8—23 —
53S5 25 —55336
8 — 285353 —3.55 53.
——5 — 535 53
—* — 3 2 sw —— 335 37 23 25.
2 5 55 5 1533 —2— 3 — 65583 —

*
2.*
*
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————— v
2 9 87 j — * —
* 2 —W —2
28 JI25*7 25
72 4 5575 — —
— — 2 o2 —28
— 7 2 2 3 2*
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23 723* —2 —
232 o —* ẽ
35 * * * 2
2 8* 2525 *2322
58 35 2 — 22
283335 1725
2—227 73 2*
*52533565. *5 2
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        »*t. Iunherter Awzzeiger
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—

latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1. 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 B, einschließlich

B Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 H, bei Reclamen 80 B. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 189. Dienstag, 15. November 1881. —16. Jahrg.

—
itis „Varzin, 11. November 1881. Ich danke Ihnen
Politische Uebersicht. — ihe für die Aufmerksamkeit, welche sie mir
Deutjsches Reich. zurch die Uebersendung Ihrer elegant ausgestatteten
Karlsruhe, 14. Nov. Der Großherzog hat Agenda erwiesen haben und benutze diesen Anlaß
u der Nacht viel und ruhig geschlafen; beim Er— sern, um meiner Freude über Ihre opferbereite
bachen war er sehr erquickt. Die Temperatur war ind muthige Theilnahme am Kampfe gegen die
»8, der Puls 78, der allgemeine Zustand wie gestern Fortschrittspartei Ausdruck zu geben. Das glän—
„efriedigend. Der deutsche Kronprinz reist heute ende Beispiel, welcher Sie durch Eintreten in die
MNittag um 1! Uhr nach Potsdam ab, wo er Wahlbewegung gegeben haben, wird, wie ich hoffe,
norgen früh eintreffen wird. pelebend auf solche Gesinnungsgenossen wirken, de—
In Freiburg i. Br. genehmigte die Stadt- en Zurückhaltung von persönlicher und sachlicher
Frordnetenversammlung, daß die Freiburg-Breisacher Mi:wirkung eine der Ursachen des gegnerischen
xisenbahn um 1,987,100 Mt. an den badischen Sieges bildet. v Bismarck.
staat verkauft werde. Der Bürgerausschuß in Von einer Zusammenkunft des öster⸗
Zreisach, welche Stadt Miteigentümerin der Bahn reichischen und des russischen Kaisers ist
tt, hatte schon vorher zugestimmt. »s wieder stille geworden; die Wahrscheinlichkeit
Darmstadt, 14. Non. Der deutsche einer solchen bleibt natürlich nicht ausgeschlossen.
dronprinz) wird heute Nachmittag 5 Uhr von kFine interessante Nachricht kemmt aus Rußland,
zaden-Baden hier eintreffen. Derselbe beabsichtigt, vonach die Petersburger Regierung aus Ersparungs-
us Besuch der großherzoglichen Familie im Neuen ind Zweckmäßigkeitsrücksichten gedenkt, ihre kost—
Zalais bis Abends 9 Uhr zu bleiben und zu ge— pieligen und zwecklosen Gesandsschaftsposten an den
annter Stunde die Reise nach Potsdam fortzusetzen. nittelstaatlichen Höfen einzuziehen; letzteren wird
zeder Empfang ist verbeten worden. »adurch die beste Gelegenheit gegeben, auch ihrer—
Kreuznach. In der Stichwahl erhielt v. eits dieselben Rücksichten walten zu lassen.
reitschke (nat.-lib.) 9855, v. Schorlemer Die Stichwahlen sind der Mehrzahl nach zu
Lentr.) 7812 Stimmen. ende; nur eine verhältnißmäßig geringe Zahl zieht
Berlin, 14. Nov. Der Kaiser hat gestern ich noch in diese Woche hinein. Der Gesammt—
cachmittag mit dem Reichskanzler conferirt. harakter der Stichwahlen läßt sich dahin zusammen⸗
Berlin, 13. Nov. Nachdem das letzte Unwohlsein, assen, daß sie das Resultat der Hauptwahlen noch
»on dem Seine Majestät der Kaiser befallen twas verschärft zum Ausdruck gebracht haben. Die
vorden, sich erfreulicherweise schnell wieder gehoben erschiedenen liberalen Richtungen haben in ziemlich
jat, scheint es jetzt festzustehen, daß der Reichstag leichem Verhältniß noch eine ansehnliche Verstärkung
zurch den Kaiser in Person eröffnet werden wird. mpfangen, einen starken Zuwachs ferner die So—
die vom Reichskanzler concipirte Thronrede, deren ialdemokraten. Auch das Centrum hat eine Reihe
Entwurf Staatsminister Bötticher von Varzin mit⸗ ieuer Sitze gewonnen, dagegen haben die Konser⸗
zrachte, soll auch einen Passus über den Ausfall vativen nur ganz vereinzelt noch ein Mandat er—
der Wahlen enthalten. Man glaubt, daß aus ge— bert; die Wahl Stöckers in Minden erregt dabei
chäftlichen Rücksichten (zumal weil das Resultat in ganz besonderes Interesse. Die deutsche Reichs⸗
zer letzten Nachwahlen erst am 18. amtlich verkündet nartei ist nahezu vernichtet. Nach den Stichwahlen
vird) die Präsidentenwahl im Reichstage st das Vorhandensein einer klerikal-konservativen
erst am Montag, den 21., stattfinden dürfte. Im Nojorität nicht problematischer als vorher und da—
Zureau des Reichstages sind bereits, wie verschiedene ait ist der feste Punkt, der in den bisherigen
Zlätter mittheilen, die ersten Beschwerden wegen 5pekulationen auf den künftigen Gang der Reichs-
Wahlbeeinflussungen, eingelaufen, welche rolitik am bestimmtesten hervorgetreten war, nahe
namentlich in Preußen noch nie zuvor so zahlreich aran, unter den Händen zu zerrinnen, zumal wenn
vie bei den jetzigen Wahlen festzustellen waren. nan, wie es doch geboten ist, die Annexe des Cen⸗
Am Samstag Abend ist der Reichskanzler rums von der positiven Mitarbeit ausscheidet.
dürst Bismarck in Begleitung seiner Gemahlin und zmmer mehr zerschellt jeder Versuch, mit diesem
»es Grafen Herbert in Berlin eingetroffen. steichsstag eine andere Politik, als die der Be—
Die Andeutung, daß Fürst Bismarck sich mit chränkung auf die nächstliegenden Gegenstände, der
»em Gedanken beschäftige, einem Nachfohger Platz enthaltung von allen tiefer eingreifenden, gesetz⸗
uu machen, ist nirgend mit so großem Ernst auf⸗ jeberischen Arbeiten zu führen, an den harten Zahlen.
jefaßt worden, als in Wien und namentlich !in
»emjenigen Theile der dortigen Presse, der mit der
Regierung engere Beziehungen hat. Von dort her
vird dem deutschen Volke ans Herz gelegt, einge⸗—
sender zu erwägen, welche Folgen ein Rücktritt Bis⸗
narc's haben müsse. Man möge die Sache ein⸗
nal von dem Gesichtspunkt der auswärtigen Politik
ruffassen; Oesterreich habe für das deutsche Bünd⸗
niß keine so starke Garantie wie die Person des
Fürsten Bismarck, und werde sich beunruhigt fühlen,
venn die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten
»er Parteipolitik anheimfalle. Grade jetzt, wo die
danzlerkrise auftauche, gestalteten sich die Zustäude
n Europa bedrohlich; Gambetta werde Minister,
ind es sei die Rede davon, Ignatieff zurüczuberufen.
der Rücktritt des Fürsten Bismarck sei ein Ereigniß,
)as ganz Europa auf das Schwerste beunruhigen
aüsse.
Folgendes Schreiben des Reichskanzlers
ut Herr Rudolf Hertzog in Berlin erhalten:

ohne Wasser sein werden. Der Rückmarsch nach
Algier wird durch die Oase Tozen und die Ankunft
»er Colonne in Tebessa gegen den 4. Dec. erfolgen.
Die Aufständigen entfernten ihre Familien und
Zeerden aus Gaffa. Die Colonne des Generals
Logerot wird am 4. Dec. in Gabes eintreffen und
»er Küste entlang, welche nach Susa führt, weiter
marschiren. Die Stämme fahren fort sich zu unter⸗
werfen.

Paris, 13. Nop. Die äußerste Linke
jat beschlossen, sogleich nach dem Zustandekommen
des neuen Kabinets in der Kammer den Antrag
ꝛinzubringen, es sollten die beiden Häuser des Par⸗
aments behufs Revision der Verfassung zu einem
dongresse auf den 25. Januar einherufen werden.
Man bemerke das auffallend späte Datum, welches
14 Tage nach der partiellen Erneuerung des Senats
ällt. Beinahe möchte man glauben, daß es der
außersten Linken selbst mit ihrem Antrage nicht allzu
ernst ist.

Paris, 14. Nov. Aus Kreider wird gemeldet:
Fin Telegramm des Generals Delebecque aus
ẽlliadiminun vom 8. November meldet: Der An—
griff über die beiden Abhänge des Berges Benisur
zatie den gehofften Erfolg. Der General stieß
iuf die Araber, die von General Louis ihm ent⸗
zegengetrieben wurden. Die Araber flohen zurück
ind ließen Zelte und Heerden zurück, welche dir
Franzosen erbeuteten. Sliman Uled ben Hassan,
jervorragender Führer des Amur-Stammes, wurde
Jetödtet. General Delebecque bereitet einen Angrifi
jor gegen die bei Col Fonassa concentrirte Schaar.

Bradford, 13. Nov. Die Polizei hat gestern
ine große Zahl Revolver, Patronen und fenische⸗
Schriftstücke beschlagnahmt.

Petersburg, 13. Nov. Der „Regierungsan⸗
eiger“ veröffentlicht einen kaiserlichen Befehl über
die zukünftige Reorganisation der inneren Einrich—
ungen des Reiches. Derselbe erinnert zunächst daran,
»aß die verschiedenen von 1859 — 1880 geschaffenen
steformen ihren Zwe“ nicht erfüllten, welche in der
ystematischen Reorganisation der gesammten inneren
Verwaltung des Reiches bestehen. Es sei dringend
nothwendig, mit der Reorganisation unverzüglich
»orzugehen. Kürzlich seien mehrere Senatoren mir
nusgedehntesten Vollmachten in verschiedene Provinzen
entsandt worden, um eine Untersuchung über die
estehenden Einrichtungen vorzunehmen, die Miß—
zräuche und Bedürfnisse kennen zu lernen. Die
Zahl dieser Institutionen soll vermindert, unnöthige
Formalitäten sollen abgeschafft, die Dezentralisation
o weit als angänglich durchgeführt werden. Zu—
aächst sei nothwendig, ein Band zwischen der Re—
zierungsverwaltung und den Provinzialversamm⸗
ungen zu schaffen, die Rechte, die Pflichten und
die Verantwortlichkeit beider Theile genau festzu⸗
tellen. Diese Nothwendigteit bedinge eine vollstän—
zige Umgestaltung der bestehenden Provinzialver—
baltung mit theilweiser Verbesserung der Zemstvos.
die Entwürfe sollen die Reorganisation der Ver⸗
valtungen der Provinzen und Land- und Stadt ⸗
istrikte der Bauernschaften umfassen. Sodann soll

ine Kommission die Aufschlüsse nund Vorschläge
velche die Berichte der Enquêtesenatoren enthalten.
owie die Entscheidungen zur Regelung der für die
Zauernangelegenheiten eingesetzten Behörden und
Territorialbersammlungen prüfen; auch soll der
dommissionspräsident in Uebereinstimmung mit dem
Minister die Vertreter der Lokalverwaltungen
Zemstvos,) deren Mitwirkung er nutzbringend hält
zu den Berathungen einberufen.

Ausland.

Wien, 13. Nov. Das „Wiener Tagblatt“ pub⸗
icirt eine interessante, vor einigen Tagen stattge—
zabte Unierredung seines Pariser Correspondenten
nit Gambetta. Dieser erzählte, er war einen ganzen
Nonat in Deutschland und besuchte auch Berlin.
Zeine Beobachtungen während der Reise sind von
roßem Intereffe; mit Bismarck traf er nicht zu⸗
ammen. Wenn irgendwelche Umstände eine Be—
segnung einmal erheischen sollten, müßte dieselbe
ffen vor aller Welt stattsinden. Schließlich bemerkte
ßambetta: „Wenn ich die Regierung übernehme,
vird die Welt erst sich überzeugen, daß Niemand
nehr, als ich, den Frieden will; auch Bismarck
veiß das ganz gut.“

Paris, 13. Nov. Nach Berichten aus Tunis
oll die Colonne des General Forgemol am 24. Nov.
n Gaffa ankommen. Der Marsch wird acht Tage—
närsche erfordern, wobei die Truppen zwei Tage
        <pb n="736" />
        Von jenseits des Ozeans kommen inhaltsschwere
Nachrichien aus dem südlichen Amerika.
Der mehrjährige Vernichtungskampf zwischen Chili
and Peru neigt sich einem sehr bedenklichen Ende
zu. Vor Kurzem hat Chili eine außerordentliche
Gesandtschaft nach Peru geschickt mit dem Auftrage,
diesem Lande Frieden aufzuerlegen und eventuell
eine Okkupation des ganzen Gebietes in Aussicht
gestellt. Gegen diesen geplanten Gewaltstreich hat
nun die Regierung von Washington entschieden Ver—
wahrung eingelegt; die vom Gesandten der Ver—
einigten Staaten an die chilenische Regierung in
Lima übergebene Note lautet sehr kategorisch: dem—
nach ist die nordamerikanische Regierung fest ent⸗
schlossen, fich der Vernichtung der peruanischen
Rationalität zu widersetzen.

—
Lokale und pfälzische Nach richten.

*St. Ingbert, 15. Nov. Bei der vor—
gestern in Speyer stattgehabten Verloosung des
pfälzischen Kunstvereins fiel der I1. Gewinn: Fein,
Emilie, Wallenstädter See, Werth 160 Mk, Herrn
kgl. Amtsrichter Zahn dahier zu.

— Aus Maikammer wird dem „pfälzer
Kurier“ mitgetheilt, es sei dort durch einen Fort—
schrittler das Stichwort ausgegeben worden, die
Religion sei in Gefahr, wenn Reiffel nicht
gewählt werde — und so kam auch der letzte Ul⸗
tramontane zur Wahlurne! Ist das nicht hübsch?
Es graut Einem, wenn man daran denkt, was
alles in den letzten Tagen zusammengelogen worden
ist! Die Geschichte mit der „Religion in Gefahr“
ist übrigens nicht Original, sondern von den De—
mokraten copirt, die sich Sonnemann an der Spitze,
neuerlich als Schutz- und Schirmherren der kathol.
sirche geriren. Macht sich recht gut!

— Einem Grünstadter Kaufmann wurde von
der kgl. Postexpedition daselbst ein Brief mit dem
Bemerken zurückgegeben, daß derselbe in Neustadt
a. d. H. bis zur Unkenntlichkeit des Inhalts von
den Mäusen zerfressen worden und deshalb eine
Zustellung an den Adressaten unmöglich sei.

—Speyer, 14. Nov. Am Samstag Mittag
starb dahier an einer Lungenentzündung Dom—
capitular und geistlicher Rath Jakob Vogt (früher
Pfarrer in Ludwigshafen). Seine Leiche wurde
gestern Nachmittag nach seinem Geburtsorte Königs-
hzach gebracht. Herr Voat war ein allgemein hoch—
geachteter Mann. (Sp. Zt.)

— Speyer, 13. Nov. Der heute hier eröff⸗
neten Generalsynode der protestantisch-unirten
—V
folgende Vorlagen gemacht:: 1) wegen Erhebung
einer ständigen einprocentigen Umlage bei den pro—
testantischen Cultusgemeinden behufs der Aufbesser⸗
ung der Pfarrbesoldungen, 2) wegen Anwendung
einer veränderten Form bei Führung der Kirchen—
bücher, 3) wegen Regulirung der Gebühren für das
niedere Kirchenpersonal, 4) wegen redactioneller
Aendernng und Berichtigung der mit allerhöchster
Genehmigung eingeführten Religionsbücher bei Ver—
anstaltung einer neuen Auflage, 5) wegen Erhöhung
und resp. Neuregulirung der Bezüge der Pfarrwitt⸗

wen, dann der einfachen und doppelt verwaisten
Pfarr-Relicten, 6) wegen Erhöhung der Position für
außerordentliche Unterstützung der Pfarrwittwen in
Nothfällen, 7) wegen Gewährung eines jährlichen
Beitrages aus der Pfarrwittwenkasse zur Verabreich⸗
ung von Gymnasialstipendien an Theologie studirende
Pfarrerssöhne, 8) wegen Gewährung einer Entschä⸗
digung an Geistliche für Baarauslagen bei der ob—
ligatorischen Versehung erledigter Pfarrstellen, 9)
wegen Erhöhung der den Geistlichen bei der noth—
wendigen Haltung von Vicaren gewährten Briträge.
Pf. K.)

— Am vergangenen Sonntag soll sich in Dir m⸗
—A
durtigen Kegelbahn ein ganz eigenthümlicher Kampf
abgewickelt haben, der wegen seines tragikomi⸗
schen Ausgangs seines gleichen nicht so
leicht finden dürfte. Zwei Spieler geriethen mit
einander in Disput, ein Wort gab das andere und
ehe man es sich versah, waren die Streitenden ein⸗
ander in die Haare gefahren. Das Resultat des
Kampfes war, daß der eine sein halbes Ohr unter
den Zähnen des Gegners lassen mußte, während
der andere den theilweisen Verlust seines schönen
Bartes zu beklagen hat. Die Kämpfer, welche von
dem „Neuen“ ganz eingenommen waren, sollen erst
am andern Morgen mit Staunen gesehen haben,
mie ihnen mitgespielt worden

Vermischtes.

München, 7. Nov. Das Königliche Amts—
gericht München J hat jüngst eine sehr wichtige Ent—
cheidung getroffen. Bekanntlich ist es im höchsten
Frade streitig, ob zwischen Oesterreich und Bayern
hegenseitigkeit bezüglich der Vollstreckung von Ur—
heilen besteht. Der österreichische Oberste Gerichts—
sof hat zwar in neuerer Zeit angenommen, daß
Begenseitigkeit bestehe; aber die Gerichte haben sich
»is jetzt noch nicht gefügt, und hervorragende Ju—
risten bestreiten die Richtigkeit dieses Urtheils, wie
denn auch in den bekanntea Couponsprozessen noch
ein bayerisches Urtheil in Oesterreich vollstreckt
vurde. Auch das hiesige Landgericht hat bis jetz
onsequent dahin entschieden, daß die Vollstreckung
ʒsterreichischer Urtheile in Bayern nicht erfolgen
oͤnne, weil Gegenseitigkeit nicht bestehe. Vorgestern
jat nun die erste Kammer des Königlichen Land⸗
gerichtes J die entgegengesetzte Behauptung ausge—
prochen und dahin entschieden, daß österreichische
Artheile in Bayern zu vollstrecken seien und die
Begenseitigkeit verbürgt erscheine.

F In Großrenuth bei Nürnberg hatte ein
dortiger Gastwirth in früheren Jahren sozialdemo—
kratisch gewählt und agitirt. Bei der Wahl am
27. v. Mis. geschah dies nicht mehr. Am Tage
iach der Wahl kamen demselben nun in seine
Wohnung, den Hof, den Weg u. s. w. geworfen,
aicht weniger als sechs Brandbriefe zu, welche ihn,
den Verräther, mit Ansteckung von Haus und Hof
z»edrohten; sein Söhnchen wurde unterwegs von
inem Manne angepackt und mißhandelt, mit gleich—
eitiger Beschimpfuug seines Vaters und der An⸗—
rage, ob jener doch die Briefe erhalten. In der
That brannte, jedenfalls angesteckt, alsbald die
Scheune des Wirthes ab. Seitdem hat der Bür⸗
germeister ebenfalls Brandbriefe erhalten.

FRegensburg, 14. Nov. Der Schneider
Moritz, welcher wegen Fälschung der hiesigen Land—
tagswahl angeklagt war, wurde zu drei Monaten
Zefängniß und den Kosten verurtheilt, und ihm
xẽhrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. Die Motive
»es Erkenntnisses sprechen aus, daß der Angeklagte
orsätzlich und absichtlich im Interesse seiner (der
patriotischen“) Partei ein unrichtiges Wahlergeb⸗
niß herbeigeführt habe, wodurch in vorliegendem
Fall auch die Aenderung der Person des Gewählten
Direktor Bonn) sich ergebe.

F Am 20. d. M. findet in Regensburg eine
Versammlung sämmtlicher Gerichtsvollzieher
Zayerns statt, um ihr derzeit bestehenes geringes
diensteinkoumen zu besprechen und bessere
Finkünfte zu erbitten, bezw. anzubahnen.

Bei einer Tanzmusik in Kirchenthumbach
Bayern) wurde von dem Bürgerssohn Kelber
»on Thumbach aus Eifersucht dem Banerssohn
Eckert ein Stilet derart in den Unterleib gestoßen,
daß der Verletzte unter großen' Schmerzen sein Leben
iufgeben mußte. Nach der That zeigte der rohe
Mensch das blutige Messer mit den Worten: „Ich
hzab' Einen getupft!“

F Nach einstimmigem Beschlusse sämmtlicher Aus—
chußmitglieder des bayerischen Turnerbundes soll
das 6. bayerische Kreisturnfest, verbun—
»en mit dem 13. bayerischen Kreisturntage, im
Jahre 1882 in Bamberg abgehalten werden.

FGie landwirthschaftlichen Spe—
ial-Vereine in Bayern.) Darüber ent—
ehmen wir der „Bayer. Wochenp.“. Im Jahre
872 bestanden in Bayern u. A. 42 Bienenzucht⸗,
4 Garienbau-, 8 Obst- und Weinbau⸗, 7 Fischerei⸗
ind 2 Hopfenbau-Vereine. Zu diesen Vereinen
ind später solche für Geflügelzucht gekommen und
jaben sie inzwischen, und zwar vorzugsweise im
Zereiche der Fischerei, der Bienen- und Geflügelzucht,
»urch das besonders werthvolle Zustandeko mmen
yon . reisvereinen nicht nur an Ausdehnung ge⸗
vonnen, sondern auch für diese speziellen Fächer
jehr erhebliche Fortschritte erzielt.

In Folge dessen hat es das kgl. Staatsmini—
terium des Innern, Abtheilung für Landwirthschaft,
Bewerbe und Handel, als wünschenswerth und für
die Zwecke dieser Spezialvereine als förderlich er⸗
achtet, über den Bestand und die Mitgliederzahl
der verschiedenen landwirthschaftlichen Spezialvereine
Frhebungen zu veranlassen.

Das Ergebniß dieser Erhebungen ist, wie wir
dem neuesten Heft der Zeitschrift des landwirth—
chaftlichen Vereins entnehmen, ein sehr erfreuliches,
ndem zur Zeit in Bayern 231 landwirthschaftliche
S„pezialvereine mit über 23. 000 Mitaliedern bestehen

Zahl der Zahl der
Bienenzucht⸗Vereine .. Mitglieder 5048
Fisch reie Vereine ... 2906
Geflügelzucht-Vereine 4759
Obst⸗ u. Gartenbau⸗ 7576
Weinbau⸗Vereine. 1053
Hopfenbau⸗Vereine. 1427
Pferdezucht⸗Vereine.. v F— 1476

Gesammisumme nglieder Bodg

F Die Stichwahl in Ottweiler-St. Wenden
Meisenheim hatte folgendes Resultat: Herr
Bergrath Täglichsbeck (libr. erhielt 11916
ind Herr Professor von Hertling (Centr.) 1045)]
Stimmen.

Frankfurt. Eheliche Zwistigkeiten.
Zwei hier wohnende Schuhmachers-Eheleute leber
fast täglich im Streite und zieht dabei regelmäßig
der Mann den Kürzeren. Bor etwa 14 Tagen
wurde er von seiner Frau mit einem Besenstiele
so verarbeitet, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch
nehmen mußte. Die Wunden sind kaum geheilt
ind schon hat der Mann wiederum eine recht be—
denkliche Verletzung erlitten. Die Frau machte
vorgestern einem neuen Streite dadurch ein Ende,
daß sie ihrem Manne einen Topf mit siedend heißem
Kaffee an den Kopf warf. Der geplagte Mann
will jetzt gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Buchsweiler (Elsaß), 10. Nobbr. Ein
chrecklihher Unglücksfall ereignete sich heute am
siesigen Bahnhof beim Graben eines Brunnens.
derselbe sollte 24 Meter tief werden, wovon bereit
18 Meter ausgegraben waren, als er plögßlich theil⸗
weise einstürzte und drei Männer mit herahriß.
bdon denen zwei, als man sie herauszog, so schreck
lich zugerichtet waren, daß sie nach wenigen Augen—
hlicken unter den gräßlichsten Schmerzen ihren Geist
aufgaben, während der dritte wunderbarer Weis⸗
nit ganz leichten Contusionen davonkam. (S. W.

(Wieder eine Erbschaft.) Aus Wert
zeim a. M. wird uns berichtet: Seit im Sommer
). J. die Stumpf'sche Erbschaft, in dem nahen
Bamberg, zur Vertheilung gelangte, und dadurch
in dreißig größtentheils ganz arme Leute, in Besitz
»on Vermögen kamen, ist ein wahres Erbschafts—
ieber in uͤnserem Landestheil zum Ausbruch ge—
ommen. Jetzt ist der Wiener Ott'sche Nachlaß au
»er Tagesordnung: die glücklichen Erben wohnen
neistens in den nahen badischen Orten, Wittig—
Jjausen, Zimmern und Grünsfeld, gehören der gering
»emittelten Classe an und kommen jeder hiedurch
u etwa 200,000 Mk. Vermögen. Eine weiter
Lerlassenschaft, deren Erben hier und der Umgebungç
vohnen, bildet zur Zeit hier das Tagesgespräch.
5s handelt sich hier, die berechtigten Erben eines
Fluhrer“ zu ermitteln, der in Lausanne in der
Schweiz gestorben ist und 392 Millionen Fres.
interließ. Bis jetzt haben als berechtigt nur die
iesigen Familien M. und Kr. ihre Ansprüche an—
jemeldet und befinden sich Schweizer Anwälte in
Änterhandlung mit denselben.

zGeichsgerichts-Erkenntnisse.) Nas
inem Erkenntnisse des Reichsgerichts betreffend di—
Auslegung der Position „Schuldverschreibungen!
»es Stempeltarifes zum Gesetze vom 7. März 1882.
begründet es rechtlich keinen Unterschied, ob dit
Bedingungen, unter welchen eine Schuld, namentlick
ein Darlehen, kontrahirt wird, von dem Glaubiger
der dem Schuldner ausgesprochen werden; allein
ntscheidend ist, daß der Schuldner seine Zustimmung
rklart. und jofern es auf Herstellung einer Schuld
erschreibung ankommt, die seine Zustimmung ent⸗
jaltende Urkunde unterschreibt.

Der „deutsche Verein für Armenpflege und
Wohlthätigkeit“, welcher in Berlin tagte, ha
folgende Satzungen angenommen: 81: Zweck de⸗
Vereins ist: Zusammenfassung der zahlreichen Re—
ormbestrebungen, welche auf dem Gebiete der Ar
menpflege und Wohltätigkeit hervortreten, und fort
esete gegenseitige Aufllärung von auf diesem Ge
iete thaͤtigen Personen. Hierzu dient als wesent
iches Mitlel die regelmäßig in jedem Jahre wieder—
kehrende öffentliche Versammlung der Vereinsmit⸗
zlieder. Der Ort der Versammlung wird jedesmal
hesonders festgesetzt. 8 2: Mitglied des Verein⸗
ann jeder werden, der sich für Armenangelegen⸗
Jjeiten interessirt und sich zu einem jährlichen Bei⸗
rage von mindestens 5 Mark verpflichtet. —X
Ebenso können Communen, Communalberbãnde
Armenverwaltungen, milde Stiftungen, Wohlthatig
keitsbereine und Wohlthätigkeitsanstalten aller Ar
Mitglieder werden. Dieselben entrichten einen
Fahresbeilrag von mindestens 10 Mark. Sie sind
Ferechtigt. sich auf den Versammlungen durch einen
        <pb n="737" />
        mehrere ihrer Mitglieder vertreten zu lassen.
führen jedoch nur eine Stimme.
p(Ein Magenspiegel.) Zu den Augen-,
jren⸗ und Kehlkopfspiegeln, welche die ärztliche
st erdacht und in die Praxis eingeführt hat,
sonst unzugängliche Organe des menschlichen
ganismus am Lebenden untersuchen zu können,
neuerdings auch ein Magenspiegel gekommen,
zastrostop“ genannt. Erfinder dieses sinnreichen
parates sind der Privatdozent Dr. Mikulicz in
ein, Assistent des berühmten Professors Billroth,
d der dortige Instrumentenmacher Leiter, welche
gemeinsamer Arbeit die von Dr. Nitze in Dresden
delte „endostopische“ Untersuchungsmethode mittelst
tttriziiät wesentlich modifizierten und für die Er⸗
schurg des Magens erweiterten. Dr. Mikulicz
vor einigen Tagen das neue Instrument in
er Sitzung der Wiener Aerzte-Gesellschaft demon⸗
jert zund giänzende Probea damit abgelegt. Er
Irte das 65 Centimeter lange und 14 Millimeter
le, an seinem untern Ende mit einer sinnreichen
sischen Vorrichtung versehene Rohr bei einer Pa⸗
min mit größter Leichtigkeit in den Magen ein
d ließ dasselbe dort etwa 20 Minuten liegen,
daß die untersuchenden Aerzte den Magen in
en feinen Theilen ganz bequem besehen konnten.
s Instrument steht mit einer elektrischen Batterie
rart in Verbindung, daß der Magen in seinem
mern durch eine glühend gemachte Platindraht-
iinge beleuchtet und das Bild der einzelnen Ver⸗
»eruͤngen an der Magenschleimhaut durch geeignete
jzmen bis in das Auge des Untersuchenden zu—
geworfen wird. Das „Gastroskop“ wird für
»Untersuchen und Erkennen und somit auch für
3 Heilen der Magenkrankheiten unzweifelhaft von
ßer Bedeutung werden.
Gchrecklicher Selbstmord.) Ida
glisch, die Ehefrau eines Agenten, hat in Wien
eine entsetzliche Weise einen Selbstmord began⸗
. Sie tauchte ihre Kleider in Petroleum und
idete dieselben an. In furchtbarem, schwer ver⸗
ten Zustande wurde die unglückliche Frau ins
gemeine Krankenhaus gebracht, woseloͤst sie ihren
Inden in später Nacht' erlag. Man vermuthet,
häusliche Zerwürfnisse das Motiv der entsetz-
jen That bildeten. Da es aber nicht ausge⸗
lossen ist, daß die Frau in einem Anfalle von
zhnsinnn den Selbstmord verübt hat, so wurde
gerichtliche Obduktion der Leiche angeordnet.
a Englisch war 29 Jahr alt und in Wien ge⸗
rtig. Sie lebte getrennt von ihrem Manne.
e Frau hinterläßt drei Kinder.
(Gie Fälschung der Lebensmittel
Paris.) Die Pariser Fachblätter haben an—
angen, Bericht über die Thätigkeit des auf der
lizeipräfecturg eingerichteten Laboratoriums zur
tersuchung der Fälschung von Lebensmitteln zu
aiten, die Fälschungen übersteigen alle Be—
chtungen. So wurden von 12 Milchproben 11
gefälscht, eine als gut befunden, von 9 Proben
afturenzeine gut, 8 schlecht. Auch Bier und
ig liefern viele schlechte Proben; noch schlimmer
hot es mit dem Weine: von 138 Proben waren
re3 gut, der Rest gefälscht. Der „Figaro“
icht zu diesen Erfahrungen folgende Bemerkung:
Ran wird unwillkürlich an die Bemerkung Alfons
irris erinnert: „Wenn ich meinen Krämer vergifte,
um⸗ ich mindestens Wmanasarbeit: wenn mein

ramer mich vergiftet, zahlt er 40 Fr. Geldbuße.“
Das Schlinimste ist, daß diese Fälschungen wissen⸗
chaftlich sind. Es handelt sich nicht mehr um
Bersfetzung der Milch mit Wasser und Kalk, des
Weines mit gefärbiem Wosser; es sind gelehrte
Fhemiker nöthig, um Fuchsin, Strychnin and andere
Sloffe zu finden, die leider nicht bloß den Magen
angreifen, sondern auch das Gehirn, und zum
Waͤhnsinn führen.“ So schlimm ist's bei uns
n Deutschland denn doch nicht.—

7 GEine Manövergeschichte.) Beim Be—
zinn der letzten französischen Herbstmanöver wurde
Her scharfe Befehl ertheilt, daß kein Soldat, wenn
r nicht eine 14tägige Gefängnißstrafe sich zuziehen
volle, Baumfrüchte oder Trauben an den Stöcken
ich aneignen dürfe. Eines Tages aber trifft ein
utenaůt einen Soldaten, der gemüthlich in einem
Weinberge eine Traube nach der anderen verzehrt.
Kennen Sie den Tagesbefehl des Generals nicht?
— „Wohl, Herr Lieutenant!“ — „Also werden
Zie Ihre vierzehn Tage abzusitzen haben!“ —
Ganz wohl, Herr Lieusenant!“ — Sprachs und
uhr fort, Trauben zu essen. Als die Manbver
‚olbei waren und die Reservisten sich bereit machten,
jeimzukehren, wurde unser Soldat vor seinen
eutenant beschieden und ihm angekündigt, daß er
ierzehn Tage im Fort von Pierre⸗Chaͤtel zuzu⸗
xingen habe. — „Aber es war doch mein Wein⸗
nerg. den ich betreten, und meine Trauben, die ich
jegessen!“ — Warum haben Sie mir das nicht
ruͤher gesagt?“ — „Ja, wiffens, Herr Lieutenant!
Wenn meine Kameraden erfahren hätten, daß das
nein Weinberg sei, so hätte jeder die Erlaubniß
Jaben wollen, darin sich nach Herzenslust satt zu
ijssen und ich hätte es ihnen nicht abschlagen dürfen.
Aber dann hätte ich gar nichts mehr geerntet, ich
riege dieses Jahr auch so nicht viel!“ — Der
Zeutenant mußte lachen und bewirkte beim General,
zaß der Soldat von der ihm zugedachten Strafe
reigesprochen wurde.

F GEin Mensch-Bär.) Großes Interesse
rregte vor Kurzem in Providence, Vereinigte
Staaten, ein „Mensch⸗Bär“, der in der dortigen
Stadthalle zur Schau gestellt und von sämmtlichen
tädtischen Beamten, sowie von einer Anzahl von
Aerzten, in Augenschein genommen wurde. Der
Name dieses Wundermannes ist David Myshrall,
ind er ist 23 Jahre alt. Er wurde in Neubraun⸗
chweig geboren; sein Vater ist ein Franzose und
ine Mutter eine Irländerin. Sein Aussehen als
ind war so widerwärtig, daß er so viel als mög—
lich im Hause gehalten wurde; später ward er in
»en Wald gewiesen, wo er sich von Nüssen nährte
ind sich die Gewohnheiten eines wilden Thieres an⸗
ignete. Seinem Gesicht mangelt es nicht ganz
ind gar an Intelligenz, und sein Oberkoörper unter⸗
heidet sich nicht merklich von dem eines mensch⸗
ichen Wesens. Seine Beine und Füße sind indeß
hie die eines Bären gebildet, und er bewegt sich,
vie jenes Thier, auf allen Vieren. Alle seine Be⸗
vegungen sind „bärenhaft“, auch hat er es an sich,
n unangenehmer Weise zu brummen. Im Uebrigen
sst er, allen Berichten zufolge. gelehrig, harmlos
ind Liebhaber von Musik, Geld und Zuckerkant.
xFrukann jede Art von Nahrung zu sich nehmen,
ist mit ungeheurer physischer Stärke begabt und zu
chlechten Späßen aufgelegt, ohne jedoch irgend
xemanden zu beleidigen.

Eine ameritanisch e Beamtentaufbahn qit
dert der ,Milw. Herold“ wie folgt: In New-York
hat ein Gastwirth dieser Tage einen gewissen
„Hassau“ wegen Erschwindelung von 25 Dollars
minstecken lassen, und in dem Verhaftenden erkannte
nan den gewesenen Gouverneur Franklin J. Moses
zon Süd⸗Carolina. Einst ein reicher, einflußvoller
Mann, ist dieser Exgouverneur Franklin Moses in
rurzer Zeit zum polizeibekannten Gauner gesunken,
ʒenn seine Verhaftung in New-York ist nicht die
erste, die er erlebt. In den anderen Fällen wußte
er sich aus der Schlinge zu ziehen. Diesmal aber
itzt er fest um wahrscheinlich einige Monate im
zuͤchthause zuzubringen. Dieser verlumpte Ergou⸗
erneur hat eine merkwürdige Geschichte hinter sich.
Als junger Mann wußte er üsch bald den Weg zu
den höchsten politischen Ehrenstellen seines Staates
u ebnen. Während des Krieges war er ein ein⸗
gefleischter Rebell, nach dem Kriege schlug er sich
juf die Seite der Neger, und gestützt durch diese,
eren Unwissenheit er für seine selbstischen Zwecke
uusbeutete, brachte er es bald zum Sprecher des
mteren Hauses der Legislatur SüdeCarolinas und
ald nachher zum Gouverneur. Die Zeit seines
‚olitischen Glanzes ist voll von der abscheulichsten
Forruption, die je in einem Südstaate nach dem
driege gewuchert hat. Als Sprecher ließ er sich
on den unwissenden Negern in der Legislatur das
secht geben, auf das Schatzamt des Staates Wech⸗
el zu ziehen, und eignete sich durch Mißbrauch dieses
stechtes Riesensummen an. Als Gouverneur stahl
er, nahm Bestechungen an, begnadigte gegen Be⸗
ahlung und corrumpirte die Gerichtshoͤfe. Die
dilfsmittel des Staates wurden durch ihn erschöpft,
er Credit wurde durch trügerische Anleihen unter⸗
zraben, die Volksregierung in eine Comödie verwan—
elt. Die Theilnahme des Exgouverneurs an den
zroßartischen Schwindeleien wurde erwiesen und
Anklage gegen ihn erhoben.“ Natürlich hatte er

ich niemals zum Processe gestellt; aber er sank von

Stufe zu Stufe, bis schließlich der politische Schwindler
is gemeiner Dieb in Polizeigewahrsam gerieth.

— — —
Gemeinnütziges.

Zur Verbesserung des Petroleums gibt es ein
infaches Mittel. Man braucht nur in das Bassin
er Lampen, je nach der Größe, einen Thee⸗ oder
xlöffel voll gewöhnliches Kochsalz zu thun, das
Zetroleum breunt dann klarer und heller. Das
Zalz kann das ganze Jahr über im Bassin bleiben.
gei Einkauf in Kannen oder Fässern kann man
leich eine oder einige Hände voll Salz in diese
Hefäße thun; das Petroleum reinigt sich dadurch
„on selbsi und thut seine Dienste viel besser. Dies
ist um so wichtiger, als Petroleum, je unreiner,
Auch desto explosibler, also gefährlicher ist.

Sterbfälle.

Gestorben: in Dürkheim der kgl. Notar Wil⸗
delm Köster, 77 J. a.; ebenda das 4142 Jahre
alte Sohnchen Philipp von Wilhem Müller;
in Quirnhei'm Barbara Keil, 14 J. a.: in
Ebertsheim Heinrich Heseß II., 42 J. a.; in
Neustadt Katharina Helmer, geb. Weickert; in
Birmasens Karl Müller 69 J. a.
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M 190.
Politische Uebersicht.
Deutjches Reich.

Muüncheun, 15. Nov. (Abgeordnetenkammer.)
r Antrag Mayer (Aufhebung der obli—
rtorischen Zivilehe) wurde heute von der
schlossenen Rechten gegen die Linke angenommen.
er Justizminister von Fäustle schloß seine aus—
hrliche Gegenrede, worin er die dem Antrag
dayer beigegebenen Motive widerlegte und dessen
indurchführbarkeit nachwies, mit der Bemerkung:
Angesichts Dessen bin ich vom Gesammt-Mini⸗
serium zu der Erklärung ermächtigt, daß es nicht
n der Lage ist, die Krone im Sinne des Antrags
Nayer zu berathen.“ (Von Bedeutung erscheint,
daß der Antragsteller Mayer erklärte, der Antrag
eei nicht durch politische Gründe veranlaßt,
ondern nur seiner innersten religiösen Ansicht ent⸗
prungen. Nach dieser Erklärung sollte also mit
em Antrag kein Mißtrauensvotum ausgedrückt
erden.) J

München, 15. Nov. Der erste Präsident der
tammer der Abgeordneten Frhr. v. Ow und einige
mdere Mitglieder der Kammer, die zugleich Mit—
lieder des Reichstages find, werden sich vorerst
icht nhch Berlin begeben, wohin mehrere andere
lbgeordnete bereits diesen Abend abreisten. Eine
interbrechung der Sitzungen unserer Abgeordneten⸗
ammer,. insoweit Berathungsmaterial “für solche
orhanden ist, was sich in den nächsten Tagen er⸗
den wird, dürfte nicht eintreten. F

München. Der Finanzausschuß der
ibgeordnetenkammer hat bezüglich des Malzauf⸗
hlages mit Majorität beschlossen, daß das bezüg⸗
cche Gesetz zunächst nur für die drei ersten Monate
ꝛes kommenden Jahres in Kraft zu treten habe.
dieser nach Antrag des Abg. Ruppert gefaßte Be—
chluß soll damit motivirt werden, daß das Budget
ur die nächste Finanzperiode noch · nicht festgestellt
ei und daß erst, wenn dieß der Fall ist, sich ermessen
asse, ob der erhöhte Malzaufschlag für die ganze
Finanz periode erforderlich sen wird. In Wirklich—
eit aber hat die Majorität des Ausschusses, diesen
beschluß doch nur gefaßt, um ihrem Mißtrauen
jegen das Ministerium einen Ausdruck zu geben,
enn daß auch nach Feststellung des Budgets dasselbe
hne den erhöhten Malzaufschlag nicht balancirt
verden kann, ohne die directen Steuern um
veitere 20 Procent zu erhöhen, das steht schon
—X

Muünchen. (egen den Hausirhandel). In
nächsten Tagen wird eine Verordnung des k.
ztaatsminifteriums des Innern zur Abhilfeder
dlagen über eie Ueberhandnahme und die Ausschrei⸗
ingen des Hausirhandels publizirt werden.

München, 16. Nov. In der Abgeordneten⸗
amer sagte auf den Antrag Luthardt betreffend
e Bestrafung des Concubinats Minister Feilitzsch
hhilfe im Wege der Reichs- oder Landesaesetz-
ehung zu⸗

Mil Samstag waren die Stichwahlen in Bayern
rendigt. Es liegt nun folgendes Gesammtergeb⸗
niß vor: das Zentrum verfügt über 32 Sitze,
»s hat gegen 1878 gewonnen 2 Sitze (Kronach
und Kempien), verloren 1, nämlich Würzburg;
donservative und Freikonservative erhalten aus
Zayern keinen Zuwachs, die Letzteren haben gegen
die Wahl von 1878 8 Sitze verloren (Kronach,
forchheim und Schweinfurt), die Fortschrittspartei
jat Nürnberg eingebüßt, dafür aber gesiegt in zwei
Wahlkreisen, (Forchheim und Hof), neu ist je ein
Vertreter der Volkspartei (Würzhurg) und der

Donnerstag, 17. November 1881.

16 Jahrg.
— —

Sozialdemokraten (Nürnberg); die Sezessionisten
jaben 3 Wahlkreise in Mittelfranken, die National-
iberalen und die ihrer Parteistellung nach nicht
nit Sicherheit in das jetzt bestehende Fraktions⸗
chema einzufügenden Liberalen verfügen über 9
Mandate (6 pfälzische, 1 mittel⸗, 1 ober⸗, 1 un⸗
erfränkisches gegen 13 zu Beginn der letzten Le—
zislaturperiode. Es zeigt sich also, wenn auch
iicht mit der gleichen Scharfe, doch auch in Bayern
asselbe Bild, wie in Norddeutschland: ein Zu—
ückgehen der Mittelparteien — „Nationale Gruppe
Löwe“, „Liberale Gruppe“ und „Freikonservativen“
— zu Gunsten der weiter links stehenden Parteien
ind zu sehr geringem Theil des Zentrums.

Baden⸗-Baden, 16. Nov. Der Großherzog
jat die Nacht in ruhigem Schlaf verbracht. Die
Temperatur war Abends 38.79 C., heute Morgen
37.50, der Puls zählte 76 Schläge. Der Schweiß
st stärker als gestern, der Patient indessen weni—
ger ermüdet. “3

Berlin, 15. Nov. Cardinal Hohenlohe ist hier
ingetroffen.

Berlin, 16. Novb. Nicht der Kaiser, auch
nicht der Kronprinz eröffnet den Reichstag, sondern
Fürst Bismarck oder Herr Bötticher.

Berlin, 16. Nov. Der Kronprinz machte
Jestern dem Fürsten Bismarsk einen längeren Besuch.
* Die Unterredung, welche der Kaiser am
Zonntag mit dem Reichskanzler Fürst Bismarck
jatte, hat, wie aus der Umgebung des Kanzlers
ersichert wird, die volle Uebereinstimmung des
Monarchen mit dem Fürsten Bismarck bezüglich
er einzuschlagenden inneren Politik ergeben. Hier⸗
nit sind auch alle Gerüchte über die eventuelle
Demission des Kanzlers als abgethan zu betrachten
und das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit
vird und kann es nur mit aufrichtiger Freude be—
zrüßen, daß Fürst Bismarck auf seinem Posten
leibt, denn die Erkenntniß bricht sich immer mehr
gahn, daß er jetzt mehr wie je der Mann der
Zituation ist, dessen starke Hand die Nation nicht
entbehren kann. Darüber, welche Stellung der
—X
jehmon und auf welche Parteien er sich zu stützen
jedenkt, sind die Meinungen noch sehr getheilt,
»denfalls wird aber Fürst Bismarck dem durch
ie letzten Wahlen so bedeutend veränderten Ver—⸗
zältnisse der Parteien im Reichstage Rechnung
ragen müssen und hat es hierbei den Anschein,
as ob in dieser Beziehung das Centrum von aus⸗
ichlaggebendem Einflusse sein werde.

* In verschiedenen Bundesstaaten finden
zegenwärtig Erhebungen über die Höhe der Ge—
ichtskosten statt und zwar zur Beurtheilung der
zielfach geäußerten Wünsche auf Herabsetzung der
Berichtskosten. Wenn nun auch noch lange nicht
alle Rückäußerungen der Bundesstaaten vorliegen,
o läßt sich wie die „Köln. Ztig.“ schreibt, doch
etzt schon erkennen, daß die vorliegenden Ergebnisse
aicht dazu führen werden, eine Herabsetzung der
Gerichtskosten zu veranlassen.

Ausland.

Spuller als Unterstaatssekretär, Waldeck-Russeau
zInneres, Bert Unterricht, Champenon Krieg, Allain
Targé Finanzen, Raynal Oeffentliche Arbeiten,
Cochery Posten, Rouvier Handel, Colonien und
dandelsmarine, Cazot Justiz, Goujeard Kriegs-
narine, Devös Landwirthschaft, Proust Künste und
Bewerbe.

Wie der „P. C.“ aus London geschrieben
vird, rufen die Zustände in Irland bei der
Regierung lebhafte Besorgnisse hervor. Morde und
indere Agrarverbrechen, die seit der Verhaftung der
Zäupter der Landliga in der Abnahme begriffen
varen, häufen sich wieder in erschreckender Weise.
Sind ja im letzten Monate 490 solcher Fälle zu
derzeichnen gewesen. Die neuen Agrarkommissäre
aahmen bei der Fixirung der Pachtzinse Reduktio—
aen von 25 bis 50 Prozent vor; die Paächter
zeben sich jedoch hiemit noch immer nicht zufrieden
und die Grundeigenthümer beanspruchen ihrerseits
wieder Entschädigungen für die Verminderung ihrer
Revenuen. Im Ganzen waren bis jetzt 10.000
Agrarprozesse angemeldet.

* Die aufrührerische Bewegung in Irland
ist wieder im Abnehmen begriffen, nachdem die
englische Regierung die nöthige Energie entwickelt
hat. Doch ziehen die Agenten des revolutionären
Comitee's, das seinen Sitz augenscheinlich in
Rew⸗VYork hat, noch immer im Lande umher, die
Bevölkerung zum bewaffneten Widerstande auffor⸗
dernd. —
Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. In gbert, 17. Nop. Am Dienstag
Morgen hat unser Reichs tagsabgeordneter Herr
Hüttenwerksbesitzer Oskar Kraemer seine Reise
nach Berlin angetreten.

* St. Ingbert, 17. Novp. Dem von hier
scheidenden zum kgl. Notär in Dahn ernannten
derrn Carl Auffschneider zu Ehren haben
Freunde und Bekannte auf heute Abend im „Hotel
ur Post“ ein Abschiedsessen veranftaltet,
voran die Betheiligung, wie vorauszusehen war,
ine sehr zahlreiche wird, da Hr. Notär Auffschnei⸗
der eine allseits beliebte Persönlichkeit ist. Am
Zamstag feiert die Gesellschaft Harmonie,
zeren langjähriges Mitglied Herr Auffschneider ist,
)»emselben zu Ehren ein Abschieds-Bankett. —
Mögen die besten Glückwünsche in seinen neuen
Amtsantritt denselben begleiten.

M St. Ingbert, 14. Nov. Der Großstern⸗
Correspondent in Nr. 76 der „St. J. Ztg.“ ver⸗
dient seitens des Gewerbe-Vereins eine belobende
Anerkennung für die Bemühung, diesen Verein
ezügl. der Häusersteuepfrage eines Bessern
zu belehren, wenn diese Bemühung wirklich der
Sache dienen will und nicht etwa auf ein bloßes
Zesserwissenwollen hinauslauft. Letzteres scheint
illerdings mit einer gewissen Deutlichkeit aus der
Fassung der Correspondenz hervorzugehen. Zuerst
vill der Hr. Corresp. dem „G.⸗V.“ das Geheimniß
nntschleiern, dessen Loösung dieser nur in Speyer
iinden zu können glaube; dann gibt er die Lösung
des „ganzen“ Geheimnisses in einer etwas — un—
laren Weise, so daß man annehmen muß, er war
vohl nicht in der Generalversammlung zugegen und
hjat also auch die Notiz im „St. J. Anz.“ nicht
richtig zu deuten und auszudenken vermocht. Darum
nöge er denn auf diesem Wege erfahren, daß der
G. V. manches vom Corresp. Gesagte, aber auch
noch viel anderes Wichtige über den Gegenstand
gesprochen hat. Nachdem der Verein einer Anregung
der Frage gegenüber zugegeben, daß eine Herab—

Paris, 16. Nobd. General Miribel ist zum
Chef des Generalstabes vom Kriegsminister ernannt.

* In Frankreich hat nach schweren Wehen
das Ministerium Gambetta endlich das Licht der
Welt erblickt. Am Montag hat der Präsident der
Republik, Grevy, die ihm vorgelegte Ministerliste
genehmigt und präsentirt sich das neue französische
Fabinet nuumehr in folgender Gestalt: Gambetta
Wwäsident und Minister des AMAuswärtigen mit
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        eßung der Häusersteuer sür Miether und Vermiether
vortheilhaft sein würde, fragte er sich, ob heute die
gesetzliche Vorbedingung einer Steuerrevision vor⸗
zanden sei, nämlich ein 25prozentiges Fallen der
Miethpreise seit der letzten Einsteuerung. Dies
jerauszufinden ist also wohl die erste Frage. Wird
ie auf Grund sicherer Aufnahmen mit „Ja“ be—
antwortet, so werden die Schritte gethan, die zur
Ausführung nöthig sind — mögen diese Erhebungen
nun von der Stadtverwaltung oder listenweise von
den Hausbesitzern und Vermiethern für sich gepflogen
werden. Das aber weiß der G.«V. aus Erfahrung,
daß einem Gesuch um Unterstützung oder Förderung
einer gemeinnützigen Sache von der hiesigen Stadt—
derwaltung eine geeignete Berücksichtigung nicht ver⸗
'agt wird. Die beste Art der zu pflegenden Er—
hebungen herauszufinden und festzusetzen ist die
allernächste Aufgabe, die der G.eV. sich gestellt hat
ind die er auf seine altgewohnte Weise loͤsen wird.
Wie man es thun kann, ist ihm kein Geheimniß;
aur will er auch wissen, wie man es sonstwo auch
gethan hat, und schon aus diesem Grunde hat er
auswärts anzufragen beschlossen. Es steht dies
Verfahren ganz im Eintlang mit der bisherigen
Praxis des G.«V., welcher eine Sache zuerst recht
erkennen, dann die Ausführung vorbereiten
und endlich — und dies ist die Hauptsache auch
diesmal für St. Ingbert — die Ausführung auch
vollenden will, und daraus folgt, daß der
G.⸗V. auf breiter Grundlage arbeitet und also auch
einen guten Rath als solchen und zur Sache gern
entgegennimmt, daß er hingegen aber auch in der
Lage ist, eine demonstrative Zurechtweisung ablehnen
‚zu sollen. Will nun der Hr. Corresp. die Sache
wirklich fördern, so möge er den so — eigenen
Ton seiner Correspondenz ablegen und dann mit
Rath und That persönlich in die Bahn treten.
Tadeln ist so leicht, anders das Vollbringen. In
der Theorie gingen die Franzosen nach Berlin; in
der Praxis wurden sie hingegangen. — Will der
Hr. Correspondent aber wirklich durch That wie
Rath mitt hun, so kann das dem G.-V. nur will⸗
kommen sein. Dann erobern wir St. Ingberter
vielleicht bald in Wirklichkeit — die Revision und
Erleichterung der Häusersteuer.
— Auf der Chaussee von Wachenheim wurde

im Sonntag Abend der Schreinergeselle Gentsch
ius Sachsen meuchlings durch einen Stich in den
stücken ermordet. Dem „D. A.“ zufolge wurden
ünf Bursche verhaftet.

— In Reustadt wurde am Sonntag der Metzger
Riehm erhängt gefunden. Derselbe hatte sich
uvor noch die Brust mit Blumen geziert und zwei
däringe neben sich aufgehängt.

— Die Pfälzischen Eisenbahnen haben
n den 10 abgelaufenen Monaten dieses Jahres
jegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres eine
Veniger⸗Einnahme von 390 310 M. 88 Ppf.

Vermiscc.

An einem Akazienbaume guf dem Wege zwischen
der Bierhalle und der Eilgutexpedition in St.
dohann wurde heute früh ein fremder Mann
chängt gefunden. Laut bei sich habenden Papieren
owie späterer Rekognoszierung durch einen Be—
annten wurde in dem Todten ein 60jähriger Mann
damens Schönwolf von Neunkirchen erkannt. Zer⸗
üttete Familienverhältnisse und eine abgewiesene
llimentationsklage gegen Verwandte scheinen ihn in
»en Tod getrieben zu haben. (Saabr. Ztg.)

— Gestern geriethen zwei Bergleute, welche in
ingeheitertem Zustande sich befanden, auf dem Wege
ach Ottweiler in Streit, wobei der eine dem
indern mit einem Stock das Auge ausschlug.

(R. Tagebl.)

Neueste Nachrichten.

München, 16. Nov. Die Abgeordnete
kammer nahm nach der bereits gemeldeten g
sage des Ministers Feilitzsch über den d
—X&amp;
von Marquardsen beantragte motivirte Ta
esordnung an.

Berlin, 16. Nov. Nach eingegangen—
allerhöchster Bestimmung vom 14. ds. wi⸗
nun doch der Kaiser den Reichstag morg—
Nachmittag 194 Uhr persönlich eröffnen.

Berlin, 16. Nov. Die „Norddeutse
Allgem. Zeitung“ hört: Der Reichskanzl
reichte bei. dem Kaiser weder mündlich no
chriftlich ein Entlassungsgesuch ein, sonden
erbat nur die Ermächtigung, mit beiden Seit,
»es Parlamentes, mit der voraussichtlich—
atholisch⸗liberalen Reichstags⸗-Majorität di
über zu unterhandeln, ob und unter welche
Bedingungen sie vereint oder getrennt bere
eien, die Leitung der Reichs-Regierung
die Hand zu nehmen. Der Reichskanzle
Jlaube die Entscheidung hierüber herbeiführe
zu müssen, bevor er sich entschließe, das Am
des Reichskanzlers Angesichts einer Majorit
veiter zu führen, deren Opposition wesentli
m Kampf gegen seine Person sich concentrir
Der Kanzler wünsche die Verantwortung fü
ine Minoritäts-Regierung, die möglicherwei
yjon unerwünschten Krisen nicht frei zu halte
ei, nicht zu übernehmen, wenn nicht die ge
ammte Majorität oder eine Fraction derselba
zereit sei, das Staatsschiff in sicheren Bahne
veiter zu führen. Die Entscheidung d⸗
daisers sei nach der Constituirung des Reich
ags zu erwarten.

Sterbfälle.

Gestorben: in Siebeldingen Joh. Philipp
FJahraus, 73 J. a.; in Landau der quiesec.
kgl. Bezirksamtmann Friedr. Karl Gustav Gummi,
30 J. a.; in St. Johann Fräulein Elisa Kung—
er; in Zweibücken Jahann Strauß, 76
J. a.; in Kaiserslautern Frau Elisabetha
kahm, geb. Seise, 34 J. a.; in Wohlfstein
deinrich König V., 69 J. a.; in Gleisweiler
Zierbrauer Jakob Flickinger, 68 J. a.; in
raiserslautern Frau Anna Maria Ehren—
reis geb. Schmitt, 67 J. a.
Atenstesssnachrichten.
Die proteflantische Pfarrstelle Bosenbach wurde dem
Fandidaten Ferissch aus Edeukoben, die katholische Pfarr-
telle Meckenheim dem Pfarrer Brenner in Medelsheim
erliehen. Auf die Forstwartei Stempeiberg wurde der
Forstgehilfe Demuth beim Revier Leimen ernannt.

————

Für die Redaction verantwortlich: F. XR. Demetz.
Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des kgl. Forst⸗
reviers Neuhäusel.
Montag, den 28. November 1881,
Vormittags 10 Uhr zu Neuhäusel

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2.-5. Cl.
33 Fichten Stämme und Abschnitte
2.-5. Cl.
3 Roth⸗ und Weißbuchen 2. Cl.
212 Eichen Wagnerstangen.
49 Ster Kiefern Nutzprügel 1,50 mlg.
300 Ster verschiedene Scheit- und
Prügelhölzer.
Näheres besagen die Affichen.
Neuhäusfel, 16. November 1881.
Der kgl. Oberfoörster
Mzyschel.

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        ðÿVBl. Juhberter Atzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

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Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗

glatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A6 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1 Ac 60 ·, einschließlich

0 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I5 HZ, bei Neclamen 30 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
A 191.
Politische Uebersicht. 4
De”eutjiches Reich.
Bayer. Abgeordnetenkammer. Der in
„er Miitwochssitzung bei Berathung des Luthardt—

chen Antrages betr. die Bestrafung des Concubinats
„on dem Abg. Marquardsen Namens der Linken
ingebrachte und von der Kammer einstimmig an⸗
senommene Antrag auf motivirte Tagesordnung
autete: „In Erwaͤgung, daß die Staatsregierung
ich bereit erklärte, in der Richtung des 8 95 des
Polizeistrafgesetzbduches von 1861 sei im Wege der
Reichs⸗ oder Landesgesetzgebung eine Strafbestim⸗
nung zu erlassen, geht die Kammer über den An⸗
rag Luthardt zur Tagesordnung über.“ Nächste
Sitßzung am Dienstag; Gegenstand: Malzaufschlag.

Muͤnchen, 16. Nov. Der Gewerbebetrieb im
Umherziehen.) Das Staatsministerim des Innern
nat eine Anweisung (32 Paragraphen enthaltend),
um Vollzuge der Bestimmung über den Gewerbe⸗
etrieb im Umherziehen erlassen, die gesetzlichen und
erordnungsmäßigen Vorschriften in Erinnerung ge⸗
racht und die früher ergangen Vollzugsanweisungen
heils erneuert, theils ergänzt und verschärft. Im
Interesse des schutzbedürftigen Kleingewerbestandes
vie im Interesse des Publikums überhaupt und
der gefährdeten öffentlichen Sicherheit, wird den
Distrikts- und Gemeindebehörden zur Pflicht ge—
nacht, diese Anweisungen auf das Gewissenhafteste
zu vollziehen und insbesondere stets im Auge zu
behalten, daß den Muñkanten, Budenbesitzern und
dergleichen, sowie die Ausländer gegenüber die
Bedürfnißfrage strengstens und zwar für jeden Be—
zirk speziell gewürdigt werde, daß ferner Indivi—
duen, die sich über ihre Person nicht genügend aus—
zuweisen vermögen, sowie den Ausländern, welche
das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
inbedingt zurückzuweisen sind, und daß des Weiteren
ulen Inländern gegenüber, welchen der Legitima—
ionsschein nach der gesetzlichen Bestimmung ver—⸗
iagt werden kann, von dieser Befugniß Gebrauch
—VVDD
teitsgründe eine Ausnahme rechtfertigen und daß
endlich Kinder unter 14 Jahren beim Gewerbebe—
trieb im Umherziehen überhaupt nicht mitgeführt
werden dürfen. Behufs regelmäßiger und fortge—
etzter Ueberwachung des Gewerbebetriebs im Um—
jerziehen sind die Vollzugsorgane mit bestimmten
Instruktionen versehen und ist gegen Ausschreitungen,
die bdei diesem Gewerbebetrieb vorkommen, mit
hunlichster Schärfe vorzugehen. Die Kreisregie—
rungen haben sich von dem strikten Vollzuge dieser
Anweisung in verlässiger Weise Ueberzeugung zu
verschaffen und gegen Zuwiderhandelnde in geeiqg⸗
neter Weise einzuschreiten.

Die Ankunft des Cardinals Fürsten Hohen—
lohe in Berlin würde unter allen Umständen
als ein Ereigniß angesehen werden müssen; in den
kerisen dieser bewegten Tage aber kann sie gerade—
u von entscheidender Einwirkung auf die Entschlüsse
des Reichskanzlers abgeleitet sein. Die Vermu—
ihung liegt nahe, daß der greise Cardinal der
Ueberbriuger von Mittheilungen des Papstes an
den Fürsten Bismarck ist. Die Wiederaufnahme
der kirchenpolitischen Verhandlungen, die vor eini—
jen Wochen in der Art signalisirt wurde, daß Hrn.
). Schlözer's sofortige Rückkehr von Washington
in Anssicht gestellt war, würde also damit noch
chneller und energischer erfolgen, als angenommen
verden konnte. Ueber die Dauer der Anwesenheit
des Cardinals Hobenlohe fehlt es übrigens an 3zu—

Samstag, 19. November 1881. 16. Jahrg

verlässigen Mittheilungen. Doch ist nicht anzu—
nehmen, daß er Berlin verlassen sollte, bevor er

Belegenheit gehabt, sich mit hervorragenden Mit⸗
zliegern der Centrumsfraktion in Berbindung
zu setzen.

Zur vollen Würdigung der Erklärung der
„Nordd. Allgem. Ztg.“ ist es nothwendig, sich ein
Bild von der Zusammensetzung des Reichstages
zu machen, und zwar folgendermaßen: Die Rechte
chmilzt auf 77 Mitglieder zusammen, 51 Deutsch⸗
onservotive (zuletzt 58) und 26 Freikonservative
40). Dem Centrum rechnen wir zuerst 110 Ul⸗
ramontane zu incl. 10 Welfen, die aber vielleicht
nicht alle bei der Fraktion hospitiren (zuletzt 104),
dann 18 Polen, (14), 15 Elsässer (15) und 2
Ddänen (1), die wir nicht gut anderswo unter⸗
zringen können. Auf der Linken sitzen vom
iußersten Flügel an: 13 Sozialdemokraten (10)
3 Demokraten (3), 63 Mitglieder der Fortschritts
artei (27), 40 Secessionisten (19), 45 National-
iberale (65) und 7 „Liberale“ ohne bestimmte
zarteistellung von Bockum-Dolffs bis zu Herrn v.
Treitschke, den man aber ebenso wie Herrn Falk
chwerlich noch zur Linken zählen darf. Abgesehen
»on diesen kleinen Absplitterungen nach rechts
vürde die gesammte Linke 176 Mitglieder um—
assen, also nur noch 23 Stimmen an der abso—
uten Mehrheit (199) entbehren die im Falle eines
lerikal⸗konservativen Bündnisses von den Dänen,
Polen und Elsässern leicht genug gestellt werden
önnten. Das klerikal-konservative Bündniß sichert,
vie wir schon wiederholt hervorgehoben haben, noch
eine Mehrheit. Centrum (ohne die Welfen) und
donservative beider Fraktionen verfügen über nur
77 Stimmen, zählen also nur eine Stimme mehr,
ils die Linke. Noch viel schwerer, ja geradezu
inmöglich wird es dem Fürsten Bismark sein, aus
sen beiden konservativen Fraktionen, den „wilden
iberalen“ und den Nationalliberalen eine Mehr—⸗
seit zu bilden. Die vier Gruppen zählen zusammen
tur 129 Mitglieder, es fehlen demnach nicht we—
niiger als 70 Stimmen an der Mehrheit. Auf
ine vierte Combination, die für eine liberale Re—
gsierung ohne große Schwierigkeiten eine Mehrzahl
ergäbe, ein Zusammengehen der goubernementalen
klemente von der rechten mit den Fraktionen der
rinken brauchen wir hier nicht näher Leinzu—
jehen, da sie nach Lage der Dinge ausgeschlossen
erscheint.

Der Gesammthaushalt des deutschen
Reiches für 1881,83 schließt ab in Einnahme
und Ausgabe mit 607,234,771 M., 183,882,871
M. mehr als im Vorjahre. Zur Gleichstellung von
Ausgabe und Einnahme sind in letztere 115,7 12,740
Mark an Matrikularbeiträgen eingestellt worden,
12,028,371 M. mehr als im Vorjahre. Von den
Ausgaben sind 78,093,979 M., 8,857,514 M.
veniger, einmalige, 534,140,792 M., 22,457,885
M. mehr, fortdauernde. In dem Mehr der fort—
dauernden Ausgaben finden sich vorzugsweise die
Herwaltung des Reichsheeres mit 1,612, 158 M.
die Marineverwaltung mit 947,530 M., das Reichs⸗
chatzamt mit 16,856, 230 M. und die Reichsschuld
nit 8, 100,060 M. Zu dem Weniger der ein—
naligen Ausgaben tragen vorzugsweise bei die Post⸗
ind Telegraphenverwaltung mit 6,001,122 M.
zie Verwaltung des Reichsheeres mit 21,278,802,
bie Marineverwaltung mit 2,644,758, die Aus—
jaben infolge des Krieges mit Frankreich 1,679,962
M. Diesen sehr bedeutenden Ersparnissen steht
illerdings ein Mehr von 1,011,963 M. bei der
Fisenbahnverwaltung sowie 12.062 468 als Fehl—

betrag des Haushalts des Etatsjahres 1880/81
und 10,200,000 als Betriebsfond der Reichspost
and Telegraphenverwaltung und der Reichsdruckerei
gegenüber, so daß das Weniger der einmaligen
Ausgaben sich auf 8. 575 514 M. verringert.
Ausland.

In Wien findet die Nachricht italienischer Blätter,
daß der Kaiser Franz Joseph noch im Laufe
des Winters dem König Humbert einen Gegen—
besuch in Turin machen werde, Glauben. (Fr. 3.)

Paris, 16. Nov. „Siècle“ meldet, Gam—
hetta werde in den ersten Tagen ein Circular an
die Vertreter im Ausland versenden, indem er
hnen kund gibt, der Wechsel im Ministerium be—
dinge keine Veränderung in der friedlichen Politik
der französischen Regierung.

Die französischen Botschafter Saint
Vallier in Berlin und General Chanzy in Peters⸗
zurg haben ihre Demission eingereicht, weil sie
inter Gambetta nicht dienen wollen.

Gambetta ist am 15. d. in seiner Eigenschaft
als nunmehriger Ministerpräsident in der
ranzösischen Abgeordnetenkammer erschienen und hat
»as Programm des neuen Ministeriums verlesen.
dassen wir das Phrasenwerk weg, womit es nach
ranzösischer Manier reichlich ausgestattet ist, so
inden wir, daß darin ein „allmähliches, aber festes
Fortschreiten auf der Bahn der Reform“, sowie
Minderung der Militärlast, ohne aber der Ver—
heidigungskraft Frankreichs Einhalt zu thun“, auch
Erleichterung der Lasten der Grundbesitzer, ohne
iber die Staatskasse zu verkürzen“ versprochen wird.
Weiter wird versprochen, „genaue Anwendung des
Foncordats, um die Beziehungen zwischen Staat
ind Kirche zu sichern“, endlich auch daß „mit
Festigkeit die Ordnung im Innern, mit Würde der
Friede nach Außen aufrecht erhalten werden solle.“
Ueber das neue französische Ministerium
vird aus Paris Folgendes geschrieben, was für
)essen Situation nicht sehr zukunftsreich klingt, denn
die Lächerlichkeit zu erhalten ist für jede Regierung
ind ganz besonders in Frankreich ein bedenkliches
Symptom. Als die Namen der Minister Gam—
»etta's bekannt wurden, entstand zuerst allgemeine
Verwunderung und dann brach in allen politischen
Sammelplätzen helles Gelächter aus, daß Gambeita,
auf den man wie auf einen Messias gerechnet und
der vorher verkündet hatte, daß er ein „grand
ministère“ bringen werde, nur mit einer Art von
Beschäftsministerium hevortrat, zu welcher Napoleon
II. nur seine Zuflucht zu nehmen pflegte, wenn
er sich in großer Verlegenheit befand. In der
dZammer riefen diese Namen zugleich einen um so
zeinlicheren Endruck hervor, als für die Bildung
»es Kabinets ihm die Kammer nicht allein durch
wei Abstimmungen außerordentliche Vollmachten
rtheilt, sondern ihm auch noch obendrein Präsident
ßrevy vollständig freie Hand gelassen hatte. Um
zu begreisen, wie sehr enttäuscht die öffentliche
Meinung war, als sie Kenntniß von den Namen
der zukünftigen Minister erhielt, muß man wissen,
)aß die neuen Minister fast alle für die Franzosen,
elbst für die Pariser unbekannte Größen sind. Daß
ieue Ministerium hat große Enttäuschung hervor—
zerufen; selbst gambettistische Blätter wissen über
die Mehrzahl der neuen Minister nichts zu berichten.
Die allgemeine Uebereinstimmung geht dahin, daß
ein rein persönliches Kabinet gebildet worden sei,
ür welches Gambetta in allem persönlich verant
vortlich sei. Einige nennen es kein parlamen⸗
arisches Ministerium. sondern eine Diktatur
        <pb n="744" />
        xondon, 16. Roob. (Aus Irrand) meider
der Telegraph einige agrarische Gewaltthätigkeiten
welche beweisen, daß trotz der strengen Handhabun
der Zwangsgesetze die Wacht der Landliga noch nich
ganz gebrochen ist. Am vorigen Samstag Abend
kurz nach 8 Uhr betraten fünf vermummte und mil
Gewehren bewaffnete Männer das Haus eines Pächters
Namens Thomas Colvin in Dooneen, unweit Gastle⸗
Island, Grafschaft Kerry, und fragten ihn ob er
—D
nöthigten sie ihn, niederznknieen, und fragten ihn,
ob er es vorziehe, erschossen zu werden oder daß ihm
die Ohren abgeschnitten werden. Er erwiderte, er
wolle lieber sterben als verstümmelt werden. Die
Vösewichte feuerten hierauf mehrere Schüsse anf den
Unglücklichen ab und verwundeten ihn in der Hüfte.
Dann begannen sie, ihn mit den Kolben ihrer Ge⸗
wehre zu bearbeiten und hielten erst inne, als die
Mutter Colvins sich auf den Körper ihres Sohnes
warf, um denselben gegen weitere Mißhandlungen
zu schützen. Aus Killavullen, Grafschaft Cork, wird
eine ähnliche Ausschreitung berichtet. — John Tobin,
der Fenier, in dessen Haus in Bradford die Polizei
Revolver, Schießbedarf und hochverrätherische Schrift⸗
stücke beschlagnahmte, hatte gestern vor dem Poli—
zeirichter von Bradford sein erstes Verhör zu be—
stehen. Wie schon erwähnt, ist Tobin ein rühriges
Mitglied einer gewissen Brüderschaft“, welche die
Herstellung einer irischen Republik bezweckt.

Lokale und pfälzische Nachrichten.
* St. Ingbert, 18. Nov. Das gestern
Abend im „Hotel zur Post“ stattgehabte Ab—
schiedsessen zu Ehren des von hier scheiden—
den Herrn Notärs K. Auffschneider war,
wie nicht anders zu erwarten, sehr gut besucht, ein
sicherer Beweis von der allseitigen Beliebtheit, die
sich der betreffende Herr hier zu erfreuen hat. Nach
dem ersten Gange ergriff Hr. Kaufmann Fischer
das Wort, indem er zunächst dem Bedauern Aus—
druck gab, den nun bald Scheidenden, der uns als
Beamte und Mensch gleich werth geworden sei,
verlieren zu müfssen. Doch sei es auf der anderen
Seite angenehm, denselben in seiner Beamtenlauf⸗
bahn weiter aufrücken zu sehen. Auch an seinem
neuen Wirkungsorte werde sich Herr Auffschneider
sicher bald die Liebe und Hochachtung seiner Mit—
bürger erwerben und es werden ihn dahin von
hier aus die besten Glückwünsche begleiten. Herr
Notär Auffschneider dankte später für die ihm ge—
wordene ehrenvolle Anerkennung und betonte dann,
daß auch ihm St. Ingbert während seiner öjäh—⸗
rigen Wirksamkeit in demselben lieb geworden
sei; das Scheiden werde ihm darum nicht so
ieicht und immer werde er mit Liebe der Stadt
St. Ingbert und der daselbst verlebten Tage ge—
denken. — Manches Glas wurde während des
Abends auf das Wohl des Scheidenden geleert und
in ungezwungener froher Unterhaltung, die zum
guten Theil auf Rechnung der vorzüglichen Leist⸗
ungen von Küche und Keller des Herrn Conrad
gesetzt werden muß, verflossen nnr zu schnell die
Stunden.

Zweibrücken, 15. Nob. Sicherem Ver—⸗
nehmen nach hat die Aktienbrauerei Tivoli da⸗
hier ihr Geschäftsjahr 1880/81 in günstiger Weise
abgeschlossen, so daß die nächstens stattfindende
Generalversammlung fich wieder einmal mit dem
leider außer Uebung gerathenen Geschäft des Ge⸗
winnvertheilens wird zu befassen haben. Die gün⸗
stige Wendung verdankt man der neuen Verwal⸗
lung, deren vom Erfolg begünstigte Thätigkeit auch
noch den Vorzug der Billigkeit hat. Das jüngste
Jahresergebniß ist geeignet, die Zweifel an der
Lebensfähigkeit des Unternehmens völlig zu ver—
scheuchen. (Zw. Zig.)

— Zweibrücken, 17. Nov. Das hiesige
Oberlandesgericht hat am 15. d. M. erkannt, daß
der Vollstreckungsbefehl im Mahnverfahren keine
Urtheilshypothet begruͤnde. Diese höchst bestrittene
Frage wäre demnach zum ersten Mal in der Be—
rufungsinstanz entschieden worden; das Urtheil
des Landgerichts zu Frankenthal wurde hierdurch
reformirt. (Zw. Zig.)

— In Siegelbach hat ein Wähler in der
Hitze des Gefechts statt des Stimmzettels einen
Waldfrevelschein in die Urne gelegt, jedenfalls eine
frevelhafte Abstimmung!

— Aus Breitenbach wird berichtet, daß
dort eine Frau verhaftet wurde, welche acht Wochen

auch ihrer Hochzeit ein Kind geboren hat und oas—
selbe aus Furcht vor ihrem Manne in den Abort
varf. J J

— Wie der „D. Anz.“ hört, ist der wegen des
im Sonntag in Wachenheim verübten Mordes bezw.
Todtschlages des Schreinergesellen Gentsch mit in
Antersuchung gezogene Ernst Peter, Maurer aus
Brethen, welcher gleichfalls gestochen wurde, seinen
Wunden in Frankenthal, wohin er verbracht war,
erlegen.

— Zu der gegenwärtig in Speyer stattfin—
denden Prüfung für den Einjährig Freiwilligen⸗
dienst sind 24 Candidaten erschienen. Für den
eutschen Aufsatz waren folgende Themata gegeben:
l. Warum kann der Herbst als das Bild des dem
ende sich zuneigenden menschlichen Lebens gelten?
2. In wiefern sind Kenntnisse Reichthum zu nennen?
3. Mit welchem Rechte sagt Herder: „Lerne
schweigen, o Freund; dem Silber wohl gleichet die
— zur rechten Zeit schweigen ist lauteres

old?“

Vermischtes.

FSaarbrücken, 17. Nov. Der kurzilich
auch im „Anz.“) erwähnte Hexenprozeß
uus Malstatt-Burbasch fand heute vor dem
Schöffengericht hier ein rasches Ende. Bekanntlich
jatte ein Ehepaar aus genannter Stadt behauptet,
ein Säugling sei durch die Ehefrau des Haus—
eigenthümers, bei welchem sie wohnten, behext ge⸗
vorden, das Weib habe es dem armen Wurm „an⸗
zethan“. Ferner hatten die Eheleute bei ihrer
amtlichen Vernehmung deponiert und auch allen
dachbarn erzählt, sie seien im katholischen Pfarr⸗
saus zu St, Johann gewesen und der dortige
Pastor und Kaplan hätten zur Bannung der Hexe
»as Manöver mit dem hinter die Thüre gestellten
Zesen angerathen. Die als Here bezichtigte Frau
var infolge dessen beschimpft worden und sämmt—
iche Hausleute zogen aus dem verrufenen Hause
mus. Frau und Mann haben deßhalb Klage we—
sen Beleidigung und Vermögensbeschädigung er—
joben, über welche verhandelt wurde. Der Be⸗—
lagte sammt seiner Frau räumten die Beleidigung
»ein, halten aber die Behauptung aufrecht, nach den
hm im Pfarrhaus gewordenen Instruktionen be—
hufs Bannung der Hexe gehandelt zu haben. Es
vird indes konstatiert, daß dies eine Unwahr⸗
heit sei, daß sie im Pfarrhause nur wegen einer
Nothtaufe vorgesprochen und daß man sie dort im
Hegentheil vor dem stupiden Aberglauben gewarnt
jabe. Der Vorsitzende, Hr. Amisrichter Zwicke,
konstatierte ausdrücklich, daß das Benehmen der
atholischen Geistlichkeit im konkreten Falle ein
urchaus angemessenes und takt—
»olles war, und stellte betreffs Ermitelung
)esjenigen, welcher das beklagte Ehepaar zu einer
olch lügnerschen Aeußerung veranlaßt habe, eine
veitere Untersuchung in Aussicht. Für heute wurden
die angeklagten abergläubischen Leute für schuldig
im Sinne der Anklage befunden und Mann und
Frau zu je 8 Tagen Gefängniß verurtheilt. Die
Ztaatsanwaltschaft hatte gegen ersteren 14 Tage
Befängniß beantragt, mit Rüchsicht auf die Schwere
»er Beleidigung angesichts der abergläubischen Be—
»ölkerung und in Betracht der dem klägerischen
Ehepaar entstandenen Vermögensentschädigung,
zurch Leerstehen des von allen Miethern verlassenen
dauses, das förmlich in Verruf gekommen ist, und
ür welches sich sobald neue Miether nicht finden

dürften. (Saarbr. Ztg.)
F Frankfurt, 16. Nov. Eine verrätherische
Visitenkarte. Der Reisende eines großen Magde⸗
urger Geschäftshauses der sich wochenlang in Frank⸗
urt und Umgegend aufzuhalten hatte, schickte vor⸗
zestern, hier angelangt, seinem Chef durch Eilboten
zine kurze aber wichtige Mittheilung zu, die er rasch
— wie er glaubte — auf seine Visitenkarte schrieb.
Der Chef war einigermaßen verwundert, daß die
hetreffende Nachricht auf eine Karte geschrieben war,
velche die Adressr einer Dame trug und auf
velcher die Worte standen: „Liebster Theodor, sei
morgen Abend in Deinem Hotel, ich komme um 7
Ahr zu Dir.“ Im Comptvoir erregte diese Karte
nicht geringe Heiterkeit, aber wenige Stunden später
rfuhr von der Sache durch Einen aus dem Geschäft
auch die Frau des Reisenden, die, schon längst an
der Treue ihres Gatten zweifelnd, rasch entschlossen
mit dem nächsten Zuge nach hier abreiste und gestern
spät Abends nach ihrer Ankunft in Frankfurt sich

sDsot in ν tt ο, i Welchem ih
wie sie wußte, wohnte. Ihre Behauptung, daß
die Frau des Reisenden X. sei, begegnete zunäch
einigen Zweifeln bei dem Wirthe, welcher erwiderte
daß seines Wissens Herr X. allerdings beweibt sei,
aber heute Abend, wie immer bei seinem Abstieg

im Hotel, seine Frau mitgebracht habe. Die Frau

wies dem Wirthe nach, daß sie die legitime Gattin

sei; sie wurde daher auf ihr Verlangen in das

Zimmer ihres Gatten geleitet und überraschte dorl

den sauberen Ehemann in Gemeinschaft mit seiner

hiesigen Geliebten. Die Folge war eine Scene
von solcher Heftigkeit, daß die Polizei einschreiten
und Ruhe gebieten mußte. Die betrogene Frau
reiste am andern Morgen wieder ab und wird selbst⸗
verständlich Scheidung beantragen.
4Frankfurt, 17. Nov. Theurer Irrthum.
Gestern Morgen fehlte ein Schöffe, weßhalb er in eine
Geldstrafe von 50 M. genommen wurde, heute stellte sich
einer zu viel ein. Drei Bürger stritten sich um die Ehre,
den curulischen Stuhl einnehmen zu dürfen, und
als der Amtsrichter ihre Namen feststellte, ergab
iich, daß der gestern wegen Versäumniß bestrafte

Schöffe heute erschienen war. Der Irrthum in dem

Datum kam somit dem Manne theuer zu stehen.

Rhein-Nahe-Eisenbahn. Der
Hherwaltungs-Ausschuß wird, wie die Frkf. B.⸗s u.
d.⸗Z.“ mittheilt, in den nächsten Tagen eine
außerordentliche Generalversammlung auf den 22.
Dezember c. einberufen, deren einziger Gegenstand
die Beschlußfassung bildet über die neuerdings von
der Staatsregierung gemachte Offerte betreffend den
llebergang des Rhein⸗Nahe-Unternehmens auf den
Staat.

Eine schöne Sitte. Köln, 31. Nov. Wie
eit 31 Jahren, fand auch gestern die Speisung
»on 72 Greisen, zum Andenken an die vor 31
Jahren erfolgte Erhebung des verstorbenen Erz bi—
chofes Johannes v. Geissel zur Kardinalswürde,
um 1 Uhr Mittags im großen Saale des Hotel
Metz statt. Sämmtliche geladenen 72 Greise—
welche ein Gesammtalter von 5224 Jahren oder
ein Durchschnittsalter von 72 Jahren 673 Monaten
zarstellten, waren erschienen.

F (Ein edler Mann.) Je scheinheiliger
ichtscheue Gesellen über die Gefühlsarmuth unserer
geit winseln, desto mehr muß man jeden einzelnen
zug edler Hochherzigkeit notiren. So ist jüngs
‚as Testament eines Mannes bekannt geworden.
zas eine Reihe von Vermächtnissen enthält, welche
n wahrhaft humaner Weise die Noth der Armen
ind Leidenden bedenken. Der Testirer, Kaufmann
zauer aus Nürnberg, hat sich damit ein unvergeß—
iches Andenken gestiftet. Unter den zahlreichen
ꝛegaten befinden sich 100,000 Mk. zu Schul- und
Wohlthätigkeitszwecken des Marktfleckens Redwitz;
20,000 Mt. zur Bildung eines für Ferien-Kolonien
irmer Nürnberger Kinder; 20,000 Mk. zu einer
Stiftung zum Badbesuche dienstunfähig gewordener
türnberger Volksschullehrer; 1000 Mt. dem bayer—
schen Lehrerwaisenstift; 2000 Mk. dem Rettungs⸗
zaus Veilhof u. s. w.

fStuttgart. Großes Aufsehen macht hier
olgender Vorfall: Ein junger Wein⸗ und Pferde⸗
sändler Namens Baumann hat am Sonntag den
Obersthofmarschall am hellen Tage beohrfeigt. Ver⸗
mlassung zu diesem Attentate gab der Wunsch des
Obersthofmarschalls, daß Baumann, ein Sohn des
Obersthofkoches, sich einen andern Platz zur Aus—⸗
ibung seiner Reitkünste suchen möge, als die könig—
ichen Anlagen. Der junge Baumann fühlte sich
yb dieser Zumuthung tief gekränkt, und sein etwas
tark sozialdemokratisch angehauchtes Gemüth for⸗
herte „gleiches Recht für Alle“ — wogegen der
Ibersthofmarschall kurz und bündig entschied:
Eines schickt sich nicht für Alle!“ Darauf zäumte
Baumann seinen Klepper, ritt in die Anlagen und
lauerte seinem Gegner auf. Als der Obersthof⸗
narschall herankam, drängte Baumann sich an ihn
und — — — die Katastrophe war da.

Der Humor des Telephons treibt oft
seltsame Bluͤthen. Ein Berliner bedeutender Bankier,
der mit dem neuen Apparat noch nicht allzu—
sehr vertraut war, unterhielt sich kürzlich telephonisch
mit einem Geschäftsfreund. Um am Schluß der
rein merkantilen Unterhaltung noch einige Hoflich⸗
teiten hinzuzufügen, ruft der Bankier hinüber!
„Man hat Sie ja schon seit einer Ewigkeit nicht
gesehen. Was machen Sie denn?“ — „Ich war

eine Zeit lang sehr krank,“ lautete die Antwort.
— „So?“ entgegnete der Bankier, „Sie sehen
aber schon wieder recht wohl aus“ ... Man kann
        <pb n="745" />
        ou α ———

e Vermittlung des Telephons mit einem
glichen Gelächter beantwortet wurde.

Gechselstempelmarken.) Wir machen
rauf aufmerksam, daß am 1. Dezember an neue
ichs⸗Wechselstempelmarken zur Einfuührung kommen.
(Scherzfra ger) „Was ist das Freieste am
senschen ?“ — „Auf jeden Fall die Haare; denn
jenn auch der ganze Mensch hinter Schloß und
Hegel im Gefängniß sitzt, so können die Haare doch
ugehen.“

Mit der Zahl „Sieben“ steigt und fällt unser
ben. Im sieben ten Jahre sehen wir beim Kinde
r zweiten Zühne kommen. Mit zweimal sieben
das Kind zur Jungfrau erblüht, wird aus dem
aben der Jüngling. Mit dreimal sieben Jahren
die volle Körpergröße und mit viermal fieben
volle Körperkrast erlangt. Weun fünfmal sieben
sahte verflossen sind, ist Geist und Koörper in der
en Reife. Doch ach! mit sechsmal sieben (42
ghre) beginnt die Unvollkommenheit sich hier und
a zu melden und mit der bösen siebenmal Sieben
ix sie in vollem Maße ein. Achtmal sieben ist
und da sagt wohl Jeder, er fühle, daß er älter
worden sei. Kommt er bis zum neunmal sie⸗
enten Jahre, so gibt er es gewiß zu. Bei der
ächsten Sieben werden die Meisten erfahren, daß
as Wort der Schrift in Erfüllung geht. —

Deutscher Surius. In Basel wurden auf
zJesehl der Staatsanwalischaft in den Lagerhäusern
00, 000 Liter aus Deuischland importirten Kunst⸗
wein konfiszirt und gegen die erreichbaren Schul⸗
digen Strafantrag eingeleitet..
Greis zur Bekämpfung der Diph—
eried Herr und Frau Viktor Saint Paul haben
et Akademie de Medezine zu Paris 25,000 Fres.
ihergeben zur Gründung eines Preises für diejenige
herson, ohne Unterschied der Nationalität und des
Slandes, welche zuerst ein — von der Akademie
ls wirksam und, unfehlbar erprobtes — Mittel
Jegen Diphterie erfindet. Bis zur Entdeckung
besselben soil die Rente des Preises als Aufmunter⸗
ngspreis alle zwei Jahre Denjenigen zuerkannt
verden, welche durch Arbeiten, respektive Unter⸗
uchungen über Diphtherie eine Anerkennung verdienen.

Dublin, 17. Nov. Gestern Abend fand
ine Dynamiterplosion an Bord des Dampfers
„Severn“, von Bristol nach Glasgow unterwegs,
statt. Neun Personen sind getödtet, 43 schwer
—D000
wurde nach Kingstown bugsirt.

In Eungland herrscht gegenwärtig eine
wahre Frühlingswitterung. Die Aepfel- und Birn⸗
zäume setzen allenthalben frische Blätter an. Lev—
tojen fangen an zu blühen und stellenweise gelangen
Erdbeeren zur Reife.

Allzu wörtlich. Im Schatzamt zu Washing⸗
son lief kürzlich von Chicago ein Packet mit
Staatspapieren und zugehörigen Zinsscheinen ein,
aus denen sämmtlich die Nummern fein säuberlich
ausgeschnitten waren. Während sich die Schazbe⸗
amten noch den Kopf zerbrachen, welcher Gauner⸗
oder Schurkenstreich hiermit im Zusammenhange
dehe, traf ein Schreiben von dem Besitzer ein,
—
llärung des Falles lieferte. Der Betreffende, in
Chicago ansässig, hatte eine Reise nach New-NYork
mternommen und von hier aus seiner Frau ge⸗
chrieben, daß sie ihm die Nummern der Papiere
hicken und diese selbst an das Schatzamt in Was—
dington einsenden sollte. Die Frau entledigte sich
lenn auch dieses Auftrages in der gewissenhaftesten
Weise, indem sie die Nummern aus sämmtlichen
Ztaatspapieren und Zinsscheinen ausschnitt, erstere
m ihren Mann und letztere nach Washington
chickte. —

—Amerikanische Cirkusscene. Nach
geendigung der Vorstellung im Circus Coup zu
jartersbville, Ga., brach zwischen dem Personal eine
rügelei aus, welche Polizisten zu dämpfen versuchten.
zei dieser Gelegenheit wurde ein Neger in den Kopf
jeschossen und getödtet, zwei Circusmitglieder wurden
ingeschossen, ein Lowe und ein Bär brachen während
des Trubels aus, der Bär wurde erlegt, der Löwe
aber entkam, was die Umgegend natürlich in höchst
mangenehme Erregung versetzt hat.

Bei Ankunft des letzten Dampfers von Europa
wurde in Riosde Janeiro der unter falschem
NRamen reisende Notar Karl Rudolf aus Züuürich
estgenommen, der von dort mit fremden Beldern
entwichen war. Der Telegraph ist für solche Leute

20,0060 Francs in Gold bei sich.

FPapierriemen für Transmissionen und
Maschinen sollen in Japan in Gebrauch sein und
zanz befriedigende Resultate ergeben haben.

P Der Ashanti⸗Konig ließ 200 junge Mädchen
söodien behufs Vermischung ihres Blutes mit Mörtel
welcher zum Bau des Konigspalastes dienen soll.
Wie lange, so darf man wohl bei dieser Nachricht
rragen, werden die civilisirten Mächte derartige
Hraͤuel zur Kenntniß nehmen, ohne eine ernstliche
Intervention durch Thaten zu decken?

Gemeinnuͤtkiges.
Zur Behandlung der Stahlfedern. Wenn man
ine neue Stahlfeder vor dem Eintauchen in eine
risch zerschnittene. Kartoffel steckt, so lüßt sie sofort
ie Tinte gut gehen. Ist eine Feder mit einer
Zruste von vertrockneter Tinte überzogen, so genügt
es, sie ein⸗ oder zweimal in eine Kartoffel zu stoßen,
im sie wieder rein zu machen. In manchen eng-
lischen Comptoiren befindet sich auf den Schreib⸗
'ischen eine Kartoffel, in die man, wenn man auf⸗
gört zu schreiben, die Federn steckt.

Sterbfsfälle.

Gestorben in Neuburg a. Rh. die Gattin des
gfarrers Höpffner, Margaretha geb. Lehmann,
52 J. a. in Göcklingen Frau —AX
hdafner, geb. Grundhöfer, 52 J. a.; in Ir⸗
heim Joseph Krauß, Kanzleigehilfe, 26 J. a.;
in Ludwigshafen Katharina Bauer, geb.
Lambrecht, 28 J. a.
— —
Neueste Nachrichten.
Berlin, 17. Norb. Der Reichstad
vurde vom Reichskanzler durch eine
aiserliche Botschaft eröffnet. Angekündigt
vurden der Etat, welcher ein erfreuliches Bild
erfolgreicher Wirthschaftspolitik zeige, der Ver⸗
rag mit Hamburg, die Verlängerung der
zegislatur-⸗ und Budgetperioden, die Unfall⸗
ʒersicherung. die Organisation des gewerb⸗
ichen und Krankenwesens, das Tabakmonopol,
die Getränksteuern. Betont wird die strikteste
Festhaltung der bisherigen Wirthschaftspolitik,
ie Steuerreform, wobei die Nothwendigkeit
zaatltcher Fürsorge für die invaliden Arbeiter
jervorgehoben wird. — Die Botschaft spricht
ich über die auswärtige Politik mit völliger
tefriedigung aus; seit den letzten zehn Jahren
ei nicht mit solcher Frieden szuversicht in die
—X Die Be⸗
jegnungen in Gastein und Danzig waren der
Jdusdruck reger persönlicher und politischer
zeziehungen der Souveräne und ihrer Reiche.
die vertrauensvollen Beziehungen bilden eine
mwerlässige Bürgschaft der Fortdauer des
Friedens, worauf die Politik der drei Kaiser⸗
öfe übereinstimmend gerichtet ist. Die Be—
iehungen zu allen anderen Mächten sind
reundschaftlichster Art.

Berlin, 17. Nov. Der Eröffnung des
steichstages im Weißen Saale wohnten etwa
200 Abgeordnete bei. Die Mitglieder des
zundesßraths, von dem Fürsten Bismarck ge⸗
ührt, stellten sich links vor dem verhüllten
Throne auf. Fürst Bismard verkündete, der
daiser sei durch Unwohlsein verhindert, den
deichstag persönlich zu eröffnen, wie es seine
Absicht gewesen. Der Kaiser habe ihn deß⸗
zalb ermächtigt, die kaiserliche Botschaft zu
verkünden. Nach Verlesung der Botschaft er⸗
lärte Fürst Bismarck im Namen der Bun⸗
esregierungen auf Befehl des Kaisers den
Reichstag für eröffnet. Der baverische Ge⸗
andte brachte darauf ein Hoch auf den Kaiser
aus, in das die Anwesenden begeistert ein—
immten. An dem Gottesdienst in der Schloß—

—E 2 7
Wilhelm, Heinrich, Friedrich Karl und mehrere
andere fürstliche Personen Theil genommen.

Berlin, 17. Nov. Reichstag. Graf
Moltke übernimmt den Alters Vorsitz. Er
zeruft provisorische Schriftführer. Bei dem
Namensaufruf sind 242 Mitglieder anwesend,
der Reichstag ist also beschlußfähig. Am
Samstag um 2 Uhr ist Präsidentenwahl.

Berhin, 17. Nopb. Der „Reichs-An⸗
zeiger“ schreibt: Es war bis heute Morgen
die Absicht des Kaisers, den Reichstag per⸗
jönlich zu eröffnen. Auf dringenden Rath
der Aerzte verzichtete er wegen Unwohlseins
auf Die Ausführung seiner Absicht. Er er⸗
mächtigte den Reichskanzler, den Reichstag zu
eröffnen. Der Gottesdienst in der Schloß⸗
kirche fand statt ungeachtet der Verhinderung
des Kaisers.

Berlin, 17. Nov. Die „Provinzial⸗
Corresp.“ erblickt in der kaiserlichen Botschaft
den vollen unzweideutigen Beweis, daß die
bisherige Politik Bismarcks im vollen Ein⸗
venehmen mit dem Kaiser befolgt wurde und
iagt: Wenn der Kaiser für die gesammten Pläne
Bismarcks, auch angesichts der gegenwärtigen
Lage, mit solcher Entschiedenheit eintrete, dann
sei für den Fürsten kein Grund, dem Dienst
des Vaterlandes zu entsagen. Es werde sich
nun darum handeln, ob er in dem neuen
Reichstag eine Mehrheit finden, welche bereit
sei, die weit greifenden schwierigen Aufgaben,
deren Anregung der Kaiser für seine Herrscher—
pflicht hielt, mit dem Kanzler in Angriff zu
aehmen, oder ob dieser — undzugleich wohl
der Kaiser — aus dieses letzte schöne Ideal
seines Lebens verzichten soll.

Marktberichte.

Zweibrücken, 17. Novbr. (Fruchtmittelpreis und Vi⸗
ualienmarkt.) Weizen 12 M. 53 Pf., Korn 10 M. — Pfa
BZerste zweircihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Pj.
Spelz8 M. 86 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinkel
— M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 834 Pf., Hafer 7 M.
78 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wichen 0O M. — Pj.,
artoffeln 1I M. 50 Pf., Heu 4 M. 75 Pf., Stroh 83 M.
30 Pfj., Weißbrod 1/3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 3 Kilo.
71 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 90 Gr.
b Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
fleisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
Butter /3 Kilogr. 1 M. 13 Pf., Wein l Liter 80 Pf.
Bier ! Liter 24 Pf.

Homburg, 16. November. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
ilienmartt.) Weizen 12 M. 54 Pf., Korn 10 M.o pf.
Spelzkern — M. — Ppf., Spelz 8 M. 25 Pf., Gerste
2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige — M. — Pf.
Hdafer 7 M. 57 Pf., Mischfrucht 10 M. 39 Pf., Erbsen
— M. — pf., Wicken — M. — Pf., Bohnen 0O M
— Pi., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund
— Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Nindfieisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelsleisch — Pj.
Schweinefleisch 500 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 6 Pf.
Kartoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pf.

Kaiserslautern, 15. November. (Fruchtmittelpreis und
Bittualienmarktt.) Weizen 12 M. 28 Pf., Korn 10 M.
2 ppf. Spelzkern 12 M. 37 Pf. Spelz 8 M. 70 Pf.,
Gerste 9 M. 10 Pf., Hafer 7 M. 81 Pf. Erbsen — M.
— Pf., Wicken O M. — Pf., Linsen 17 M. — Pi, Klee⸗
jamen — M. — vf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do.
3 Pfd. — Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 46 Pf., Vutter pro
Pfde1 M. 08 Pf., Eier 1 Stück 07 Pf., Kartoffeln pro
Zentner 1 M 40 Pf., Stroh 3 M. 50 Pf., Heu vro Ctr
1M. 50 f. Kleeben 5 M. 50 m*
i Nerotteon vereviwort*. — Hemestzz.

Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dar⸗
gestellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen
W. Vosf'schen Katarrhpillen, welche den so lästigen Schnupfen
in wenigen Stunden beseitigen und heftige Lungen-Rachen⸗
and Kehlkopfkatarrhe binnen kürzester Frist in die mildeste
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u haben. Daselbst wird auch eine kleine Broschüre über
dieses neue Heilverfahren von Dr. med. Wittlinger unent—
neltlich abgegeben.
Der Vetter vom Nhein. Ein neuer Kalender aus
Lahr auf das Jahr 1882. Preis 80 Pf. Labur. Drud
ind Verlag von Chr. Schömperlen.

„Ein alter, lieber Bekannter aus der Kalenderlit eratur
st der „Vetter vom Rhein“, der auch für das Jayr 1882
vieder in volksthümlicher Sprache neben mehreren hübschen
Erzählungen manches Interessante und Belehrende bringt,
was ihn bei Bürger und Landmann beliebt machen wird.“

(Täalicher Anzeiger, Elberfeld.)
        <pb n="746" />
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Wiederversteigerung.
Montag, den 21. November
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr, zu St.
Ingbert, in der Wirthschaft von
Johann Schmelzer, Schreiner, wird
durch den Amtsverweser des kgl Notars
Sauer die nachdeschriebene den Ehe—
euten Johann Schmitt VI. Berg⸗
mann und Margaretha Wellner,
deide in St. Ingbert wohnhaft, gehörige
Liegenschaft in der Steuergemeinde St.
Ingbert, wegen Nichtbezahlung des Er—
verbspreises, im Wege der vertrags—
mäßigen Wiederversteigerung öffentlich
an den Meistbietenden zu Eigenthum
oersteigert, namlich:
l. Plan-Nr. 496a4, 496b, u. 497,
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zu St. Ingbert in der Gasse und
auf der Meß gelegenen zwei—
töckigen Wohnhause mit Stall
dofraum und Garten und allen
onstigen Zubehörden neben Jo—
yann Brausen.
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ielseitigen marktschreierischen, nur auf Täu⸗
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jegnen, ist insofern vollftändig erreicht, als
ch mich in der Lage befinde, ein neu erfun⸗
enes, von höchsten medizinischen Celebritäten
merkanntes, vollstän ig untrügliches, radi⸗
ales, wie auch unschädliches Heilmittel in's
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ieses furchtbaren Lafters ausreichend, und
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eidenschaft gezogenen Familienbande gänzlich
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von der Frau; Bete z2u Gott für den Vvater; Im Biwak; Die
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lungei:?: Versandt der Kartoffeln im Winter; das erste Früh-
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„St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—

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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 B, bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 1092.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München, 17. Nov. Mit Schluß der nächsten
oche endet die verfassungsmäßige zweimonatliche
auer des Landtages und dürste das Rescript zur
jerlängerung der Landtagsdauer schon für die nächste
dammersitzung zu erwarten sein. Daß bis zum
sahresschluß das Budget noch nicht zur Vereinbarung
elangt und demzufolge auch die nächste Finanz-
eriode wieder beginnen wird, ohne daß das Bud⸗
et für dieselbe festgestellt ist, muß schon dermalen
ls bestimmt angenommen werden. — Vom Abg.
Walter als Referenten über den Etat der Forsten
c. wird die Bitte au die Krone beantragt, daß die
ortan in Erledigung kommenden Forstämter und
—VV—
Notivirt ist dieser Antrag mit der bevorstehenden
Irganisation der Forstämter und Reviere.

Aus München schreibt man der „Nordd. Allg.
ztg.“! Gleich nach den Wahlen zum bahyerischen
andtage hat der König den Ministern durch den
dabinetssekretär v. Ziegler eröffnen lassen, daß er
eine Gesinnung nicht ändern werde, und als in

der Sitzung der zweiten Kammer vom 5. ds. Mtis.
der ultramontane Abgeordnete Bonn aus Regens-
burg dem Minister Lutz mit Bezug auf dessen
Aeußerung: „er werde bleiben, bis Der ihn seines
Umtes enthebe, welcher ihn berufen habe“, höhnend
ufforderte, den Versuch zu wagen und seine Ent⸗
assung anzubieten., ist Herr v. Ziegler abermals
eauftragt worden, den Minister des vollen Ver—
rauens Sr. Majestät zu versichern.

Die „W. Allg. Ztg., erkennt an, daß Fürst
zismarck mit Energie in den Kampf für seine
konomischen Pläne eintrete. Sie bezeichnet den
zassus über die auswärtigen Dinge als wohlthuend.
die „Neue Freie Presse“ sagt: Die Thronrede ist
in Meisterstück in Form und Fassung; der feier—
che Ernst darin entspricht vollständig dem großen
zrobleme des Kanzlers. Die Thronrede wird ein
enkwürdiges historisches Aktenstück bleiben.

Dem Reichstage sind bereits am 17. folgende
zorlhagen zugegangen: 1) Entwurf eines Gesetzes
etr. den Beitrag des Reichs zu den Kosten für den
nschluß Hamburgs; 2) das Geset betr. den Reichs—
aushaltsetat pro 1882,83; 3) Entwurf eines Ge⸗
tzes betr. Aufnahme einer Anleihe zur Erhöhung
es Betriebsfonds für Reichsheer, Marine und Eisen⸗
ahnen; 4) allgemeine Rechnung für den Reichs—
aushalt pro 1877,78; 5) Uebersicht der Reichs⸗
susgaben und -Einnahmen für das Jahr 1880,81.

kine Ueberraschung hat man von der Thron⸗
ede erwartet, so schreibt die „Frankf. Pr.“ aber
icht eine solche Fülle von Ueberraschungen. Zu—⸗

ächst kam es unerwartet, daß nicht der Kaiser selbst
een Reichstag eröffnete. Bis gegen zwölf Uhr
sittags noch war es ungewiß, wer die Botschaft
erlesen sollte, es bedurfte des energischen Einspruchs
er Aerzte, um den Kaiser von dem persönlichen
srscheinen vor dem Reichstag zurückzuhalten.
Nittags noch wurden Aenderungen an der Eröff—
ungsrede vorgenommen. — Ueberraschend ist ferner
e in Deutschland vollkommen neue Form der „Bot⸗
haft“ und überraschend der feierliche Ton dieser
nsprache. Die nüchterne, rein geschäftliche Form
chört sonst zu den unerläßlichen Ättributen unserer
shronreden, um so befremdlicher klingt das Pathos
er diesmaligen „Botschaft“. „Vor Gott und
denschen“ will die Regierung Zeugniß ablegen für
re Bestrebungen. Einem all' diesen Plänen gegen—
her oppositionellen Reichstaägntritt sie kühn ent—

Sonntag, 20. November 1881.

16. Jahrg.

jegen mit den Forderungen von Arbeiterversicherung,
Tabaksmonopol, Verlängerung der Legislatur- und
gudgetperiode ꝛc. — es klingt mitunter fast etwas
vie ein „hier stehe ich, ich kann nicht
unders“ durch die Rede. Für den Sturzregen
von Vorlagen versöhnte den Reichstag der Passus
iber die auswärtige Politik. „In keinem der letzten
ehn Jahre“ hat die Regierung „mit dem gleichen
dertrauen auf die Fortdauer des Friedens“ rechnen
onuen wie diesmal, — daß ist doch endlich auch
ꝛine hoch erfreuliche Offenbarung.
Ausland.

Das „Neue Wiener Tagblatt“ sagt: Die Bot—⸗
schaft richtet sich auch an künftige Geschlechter;
zas Vermöchtniß des Kaisers und Kanzlers enthält
inen Glaubensartikel, an dem das deutsche Volk
ür ewige Zeiten festhalten soll. Prinzipien von
o erhabener Stelle vorgetragen müssen zuündend auf
Alle wirken.

Wien, 18. Nop. Das „Fremdenblatt“ sagt
iber die Botschaft des deutschen Kaisers, es sei
nichts darin, was als Concession an eine Partei zu
euten wäre. Es spreche daraus die Ueberzeugung,
zaß die Nation an einem wichtigen Wendepunkt an⸗
jelangt sei. Die Friedensbotschaft werde in Oester⸗
eich freudig begrüßt. Oefsterreich unterstütze seit
dahren Deutschlands Friedensbestrebungen.

* St. Ingbert, 19. Nov. Heute wurde uns
ein lebender munterer Schmetterling (Schwalben⸗
schwanz) vorgezeigt, den Herr Kleidermacher Märker
in seinem Garten vorfand.

— Vier erledigte Straßenwärterstellen
ür die Straßen 1) von Zweibrücken nach der
dirschbacher Mühle; 2) von Zweibrücken nach Käs⸗
sofen; 3) von Seyweiler nach Walsheim; 4) von
hornbach nach Bottenbach. Gehaltsbezüge je 42 M.
monatlich. Bewerbungen bis 1. Dec. beim igl.
Bezirksamte Zweibrücken.

— Quirnbach, 17. Nov. Bei der heute
dahier stattgehabten Verloosung gewannen folgende
doosnummern Pferde: 76, 79, 218, 1309, 1487,
2110, 2503, 2728, 3132, 5345, 9501.

— Nach einer neueren Mittheilung des „Dürkh.
Anz.“ bestätigt sich die in voriger Nummer gemel⸗
dete Nachricht, daß der bei der Stechaffaire in
Wachenheim am letzten Sonntag betheiligte
MNaurer Peter Ernst von Grethen seinen Verletz⸗
ungen erlegen sein soll, nich.

— Wachenheim, 17. Nodp. Der bürger⸗
neisteramtlich erhobene Mittelpreis stellt sich auf
16 M. pro Logel zu 40 Liter.

— Das Organ der pfalzischen Orthodoxen, die
„Pfälz. Post“, erklärt sich „nach den Erfahrungen
der Pfalz“ gegen die Abschaffung der Civilehe.

— Speyer, 17. Nov. Die Prüfung für den
Einjährig-Freiwilligendienst ging heute
zu Ende. Von 27 bei der Prüfungskommission
ingemeldeten Candidaten erschienen 24. Nach Be—
ndigung der schriftlichen Arbeiten wurden blos 11
unge Leute als befähigt erklärt, sich den mündlichen
Fxamen unterziehen zu dürfen. Auch da fielen
iochmals 8 durch. Somit haben nur 8 Candidaten
»en Berechtigungsshhein erhalten. Das Resultat ist
m Allgemeinen als ein ungünstiges zu bezeichnen.
Im so erfreulicher jedoch ist die Thatsache, daß
inter den 8 Bestandenen 5 als Schüler der Ge—⸗
werb⸗ und Handelsschule des Herrn S. Bärmann
in Dürkheim angehörter. D. A.)

Vermischte

F Sulzbach, 17. Nowp. Die Unfsitte, noch
nuf das Trittbrett eines schon in Bewegung be—
indlichen Eisenbahnzuges zu springen, um noch
nit demselben fortzukommen, hat heute auch auf
dem hiesigen Bahnhof ein gräßliches Unglück her⸗
eigeführt. Ein 18jähriges Mädchen aus Friedrichs⸗
hal war in Begleitung ihres Bräutigams auf dem
iesigen Standesamt, um sich anschlagen zu lassen.
die Braut begab sich, nachdem sie noch mehrere
kinkäufe besorgt und sich mit ihrem im hiesigen
Irte wohnenden Vormunde über die bevorstehenden
dochzeitsfeierlichkeiten besprochen, in Eile auf den
zahnhof, um noch mit dem Zuge 2 Uhr 16 Min.
nach ihrem Heimathsorte zu fahren. Obgleich sich
er Zug bei ihrer Ankunft schon in Bewegung ge—
etzt hatte, so sprang das Mädchen troz erfolgter
Warnung aus das Trittbrett eines Salonwagens,
Jlitt jedoch auf dem schlüpfrigen Brette aus, fiel
)erab und mit dem Kopfe auf die Schienen. Der
Zug wurde zwar augenblicklich zum Stehen ge⸗—
»racht, aber schon war es zu spät; das Rad des
solgenden Wagens hatte den Kopf der Unglücklicher
exfaßt und zerquetscht. Der Tod trat sofort ein v

Saarbr. Ztg.) ⸗A

f Ueber einen dichen Jüngling aus der
Oberpfalz, der sich z. Z. im Münchener Aqua⸗
cium sehen läßt, wird der „Abendzeitung“ ge⸗
chrieben: „Dieser Jüngling ist so fett. daß der dickste
Fhinese dagegen zum Regenwurm wird. Der
züngling, welcher sich in rothen Tricots sehen läßt

e und pfär sche Nachrichten.
*St. Ingbert, 19. Nov. Der im Kreis⸗
imtsblatt erschienenen Abrechnung der Brand-—
»ersicherungsanstalt der Pfalz für das
zahr 1880 entnehmen wir folgende Einzelheiten.
zei 67 pfälzischen Orten belaufen fich die Assecura—
ionsanschläge auf je über 1 Million Mark. Da—⸗
on kommen auf das Bezirksamt Neustadt 183,
-peyer 10, Landau 9, Germersheim und Berg⸗
abern je 7, Kirchheimbolanden 5, Frankenthal 4,
zweibrücken gleichfalls 4, (Glieskastel, Horn⸗
ach, St. Ingbert, Zweibrücken), Homburg 3,
domburg, Landstuhl, Mittelberbach), Kaiserslautern
benfalls 3. Mit je einem Orte, nämlich ihrer
Zezirksstadt, sind vertreten Kusel und Pirmasens.
zm Assecuranzanschlage steht am lhöchsten Lud⸗
vigshafen (19,988,410 M.) dann Kaisers⸗
autern (18,713,730 M.) Speyer (15, 164,750 M.)
deustadt (12,658,160 M.), Zweibrücken
10,066,260 M.). Auf das ganze Bezirksamt ge⸗
echnet steht im Assekurationsanschlage am höchsten
as Bezirksamt Speyer (59,744,790 M.), am
riedrigsten das Bezirksamt Kusel (19,262,260 M.).
)as Bezirkbamt Zweibrücken nimmt mit
5,677,710 M. die fünfte Stelle ein. Der Total⸗
zersicherungsbetrag für die Pfalz zählt 409, 153, 900
N. Der Beitrag zu 18 Pf. von 100 M. Ver⸗
icherungskagital beträgt 736,477 M. 02 Pf. Der
zuwachs während 1880 stellt sich im Assecurations-
inschlage auf 7,590,810, im Beitrag auf 13,668
R. 46 Pf. Die Einnahmen betrugen 824,165 M.
37 Pf., die Ausgaben 813,284 M. 81 Pf; es
leibt also ein Einnahmsüberschuß von 10,880 M.
36 Pf. Der Reservefond beträgt 104,470 M.
O Pf. Brandentschädigungen wurden geleistet in
58 Fällen (im Bezirksamt Zweibrücken in 535
üllen). An Brandentschädigungen wurden insge⸗
unmt gezahlt 640,660 M. Davon fielen auf das
zezirksamt Zweibrücken 34,281 M. Das Bezirks⸗
int Homdurg partizipirt an der Brandentschädigung
nit der hösten Summe (103,627 M. Die Ver—
Valtungsausgaben belaufen sich auf 12,735 M.
5Pf
        <pb n="748" />
        wiegt über drei Centner und scheint die Massen
zurch die Leistungsfähigkeit seines Goliathmagens
erworben zu haben; was dieser hoffnungsvolle,
verdende Staatsbürger zu verzehren in Stande ist,
nag man dem Factum entnehmen, daß er nach
Versicherung seiner Frau Mama schon vor Jahren
— er zählt 11 Sommer — eines schönen Tages
in unbeaufsichtigtem Zustande die Mittagskost.von
8 Dienstboten verschlang. Der Segen eines solchen
Appetits wäre der Ruin mancher Familie; glück⸗
icher Weise war der Junge in der Wahl seiner
Eltern vorsichtig und besitzt einen wohlhabenden
Brauer als Vater. Der junge Mann läßt sich auch
aicht sür Geld sehen, sondern bringt das Opfer
seiner Anwesenheit im Aquarium, um der Mitwelt
den Anblick seiner menschlichen Curiosität zu ver⸗
zönnen. Man rühmt ihm übrigens eine große
Intelligenz nach, was in Anbetracht seiner physischen
Beschaffenheitebenfalls eine Abnormität scheinen möchte

Galsche Zweimarkstücke sind wiederum
ahlreich im Umlauf. Die Stücke sind vorzüglich
jearbeitet. Die Falsifikate tragen das Münzzeichen
), die Jahreszahl 1879, sind schlecht gerändert und
uühlen fich fettig an. Auf dem Avers im Kopfe
es Reichsadlers ist ein Sprung, der jedenfalls im
Ztempel ist, ausgeprägt.

GVersicherungsstatistik.) Der Wiener
Rundschau für Geographie und Statistik“ zufolge
ählt Belgien 26 Vesicherungsgesellschaften, Däne—
nark 26, Deutschland 3357 (9, England 249,
Frankreich 226, Griechenland 9, Italien 57, Hol⸗
and 119, Oesterreich 326, Portugal 12, Rumänien
, Rußland 20, die Schweiz 39, Schweden 84,
zpanien 26, die Türkei 3. Man redet viel von
ser in Deutschland herrschenden Selbstsucht und
genußsucht. An sparsamen, vorsichtigen oder opfer⸗
reudigen Leuten ist aber, Gott Lob, auch kein
Mangel.

(Ger beste Zahltag.) In mehreren
lsäßischen Fabrikstädten sieht man den Mittwoch
als den besten Zahltag an. In einem längeren
Aufsatze über die Nothstände in England und Ir—
and theilt das Monatsblatt „Nord und Süd“
olgende Erfahrung mit: In Salford, dem Arbeiter—
ziertel der Fabrikstadt Manchester, steckte die Polizei
'n Jahresfrist 1336 Schwerbetrunkene ein und zwar
nach folgenden Verhältnissen: Am Sonntag 128
im Montag (Blaumontag) 207, am Dienstag 140,
im Mittwoch 87, am Donnerstag 87, am Freitag
125, am Samstag (Zahltag) 562.

Zterblle.
Bestorben in Landstuhl Frl. Marie König;
m Zweibrücken Frau Salomea Krippleben;
in Beckingen das 5 Jahre alte Söhnchen Robert
von Fritz Karcher.

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Bevor ein Kranker
sich zum Gebrauch eines Heilmittels
enischließt, versöume er nicht, bei
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zu beftellen: „Urtheile aus ärzt⸗
lichen Kreisen“, denn die in dieser
Broschüre abgedruckten Urtheile sind
zas Resultat genauer wissenschaftlicher
Versuche und daher für jeden Lei⸗
deuden von großem Werth. — Da⸗
nit moglichst alle Kranken durch das
zchriftchen einen ebenso einfachen wie
icheren Weg zur Heilung ihrer Leiden
ennen lernen, ersolgt die Zusendung
esselben gratis und franco, so daß
zer Bestelier weitcr keine Kosten bat.
Us 5 Pifg. für seine Vosikarte.

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Rend und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
SikAu Illuktrirtes Sonntafasblatt Nr. 7.
        <pb n="749" />
        Sl. Jugberter Ahzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert.
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der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs—

zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1,40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 H, einschließlich

0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gefpaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 13 ⸗, bei Reclamen 80 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 193.

Montag, 21. November 1881.

16 Jahrg.
72P7
Politische Uebersicht. —
Deutjches Reich.

Bayerischer Landtag. Nach dem Bericht
es Abg. Rittler über die Nachweisungen der
Ausgaben für den Etat des k. Kultusmini—
teriums fün1879 betragen die Gesammtaus—
jaben desselben 19,100,8582 M. 48 Pf., um
187,907 M. 57 Pf. weniger, als im Budget
eranschlagt war.

Karlruhe, 19. Non. Die Kammer wählte
jeute einstimmig Lamay (libr.) zum Präsidenten
ind Betziinger (ultr.) mit allen gegen 2 zum
ersten, Friedrich (natl.) mit 29 gegen 26 Stim⸗
nen zum zweiten Vicepräsidenten.

Berlin, 19. Novb. Bei dem Kaiser fand heute
stachmittag ein größeres Diner statt, an welchem
nehrere fuͤrstliche Personen, Mitglieder des Bundes⸗
athes und Generale, dann auch der Cardinal v.
dohenlohe theilnahmen. — Der Kronprinz, welcher
nit seiner Familie heute hierher übersiedelte, empfing
eute am Nachmittag den Cardinal Hohenlohe.

Berlin, i9. Nov. In Reichstagskreisen wird
8 bestätigt, daß Fürst Bismarck den Posten des
gicekanzlers schaffen will. Als solcher wird
er preuß. Minister des Innern, v. Puttkamer.
ezeichnet.

Berlin, 19. Nob. (Reichstag.) Der
Alters⸗Präsident Graf von Moltke theilte mit, daß
ie Abtheilungen gebildet seien. Es erfolgt die
Wahl des ersten Präsidenten. Im ersten Wahl⸗
jange werden 342 Stimmen abgegeben. Von
iesen erhielt Herr von Levetzow (Cons.) 193. von
Stauffenberg (libr.) 148, v. Seydewitz 1 Stimme.
». Levetzow ist somit gewählt. Er nimmt die
Wahl mit Dank an und verspricht, nur von sach⸗
ichen Rücksichten sich leiten und möglichste Unpar—
eilichkeit walten zu lassen. Dem um das Vater⸗
and hochverdienten Alters⸗Präsidenten spricht er den
dank des Hauses aus. (Levetzow ist Landesdirektor
»er Provinz Brandenburg und Riltergutsbesitzer auf
Bossow; Abgeordneter fuͤr Königsberg i. N. Pro—
dinz Brandenburg). Zum ersten Vicepräsidenten
vurde mit 197 Stimmen Frhr. v. Franckenstein
Centrum, Präsident der bayerischen Reichsraths⸗
ammer) gewählt. v. Benda (nat.»lib.) erhielt 186
Stimmen. Bei der Wahl des zweiten Vicepräsi⸗
enten fielen 157 Stimmen auf v. Benda, 148
uuf Hänel (fortschr.). Benda erklärt, er sei nicht
n der Lage, die Wahl anzunehmen. (Brabo links,
ho rechts und im Centrum.) Im zweiten Wahl⸗
ljang erhält Ackermann 158, Hänel 138 Stim⸗
nen. Ackermann ist sohin gewählt und nimmt die
Wahl an. (Ackermann, Hofrath und Finanzpro⸗
urator in Dresden, gehört der konservativen Partei
m und ist nebenbei sachsischer Partikularist.

Der Erfolg der neuen Wrtihschafts⸗
Politik. Hierzu bemerkt die „Frankf. Presse“:
der Ankündigung der kaiserlichen Botschaft, der
deichhaushalts-Etat für das nächste Jahr
eige ein erfreuliches Bild der vorschreitenden finan—
iellen Entwickelung des Reiches und der guten Er—
olge der unter Zustimmung des Reichskanzlers ein⸗
eschlagenen Wirchschaftspolitik, scheinen die Zahlen
zes Reichshaushalis-Etats wenig zu entsprechen.
das ist allerdings richtig, daß die Steigerung der
en einzelnen Bundesstaaten vom Reich zu über—
veisenden Beträge erheblich höher ist, als die Stei—
jerung der Matrikularbeiträge. Die letztere beläuft
ich auf 12,378,371 M., das Mehr der Ueber⸗
veisung auf 16,856,280 M. Der größere Theil
ieseßs Mehr kommt aber auf Rechnung der Ein—

nahme aus dem Börsensteuergesetz vom 1. Juli 1881,
velche auf 12,066,000 M. veranschlagt ist. Auf
ie guten Erfolge der neuen Wirthschaftspolitik
ommen also nur 4,748,000 M., um welchen Be⸗
rag im Jahre 188283 die Herauszahlungen an die
finzelstaaten auf die Einnahmen aus den Zollen
ind der Tabaksteuer zunehmen sollen. Die Heraus⸗
ahlungen waren 188081 auf 40,628,500 M.,
881/82 auf 66,637,000 M. veranschlagt; die
Zteigerung für 188283 um 4.7 Mill. M. beträgt
Iso nur 2300 der diesjährigen. Wie ungünstig
ieses Resultat ist, ergiebt sich erst, wenn in Be—
racht gezogen wird, daß in Folge der im nächsten
zahre eintretenden Erhöhung der Tabaksteuer von
z0 auf 45 Mark pro 100 Kilogramm die Ein—
ahme um 6,451,240 Mark höher veranschlagt ist.
Wird diese von der Wirthschaftspolitik unabhängige
Nehreinnahme in Abzug gebracht, so ergiebt sich,
aß die Zolleinnahmen für 1882/83 im Vergleich
u dem Voranschlag für das laufende Jahr noch
m 1,788, 450 M. geringer sein werden, mit an—
eren Worten, daß die Reichsverwaltung mit einem
tdüchgange der Erträge der neuen Zölle
echnet. Wenn trotzdem die Steigerung der Ueber—
veisungen an die Einzelstaaten um circa 4 Mill.
Nark höher ist als die Steigerung der Matrikular⸗
eiträge, so ist das kein Beweis für „den guten
erfolg der unter Zustimmung des Neichstags ein⸗—
eschlagenen Wirthschastspolitik“, sondern die noth—
dendige Folge der Einführung neuer Steuern.

Turnverein hier ein, empfangen und begrüßt von
dem hiesigen Turnverein. Nachdem sich die Mit—
zlieder des ersterei in den oberen Lokalitäten des
Tafe Oberhauser etwas erfrischt hatten, begaben
ich beide Vereine in die Gartenhalle, welche vom
siesigen Turnvereine als Uebungsplatz benutzt wird,
ind woselbst nun ein gemeinschaftliches Turnen,
»as großen Beifall fand, begann. Unser junger
siesiger Verein bestand dabei die Probe in aner⸗
ennenswerther Weise. Darnach fand im großen
Saale des Oberhauser'schen Cafes ein von Turnern
ind Freunden des Turnwesens zahlreich besuchter
Lommers statt. Später versammelten sich die
Jünger Jahns in den Lokalitäten der Becker'schen
Brauerei in der Unterstadt, von wo aus auch kurz
jyor 10 Uhr Abends der St. Johanner Turnverein
zum Bahnhofe abmarschirte.

— In Dacenheim fand vorige Woche eine
eltene Doppelfeier stait. Die Eheleute Jakob
Sippel begingen an diesem Tage das Fest ihrer
joldenen Hochzeit. Mit der Einsegnung des Jubel—
zaares fand auch die kirchliche Trauung des ältesten
Enkelkindes desselben statt.

— Der Sozialdemokrat Dreesbach erläßt im
Frankenthaler Tageblatt“ folgende Aufforderung:
„Diejenigen Arbeiter der Bad. Anilin⸗ und Soda⸗
abrik, welche in Folge der Reichstagswahl ge—
maßregelt, bezw entlassen wurden, werden hiermit
aufgefordert, sich bei dem Unterzeichneten zu mel⸗
den, da es sich um einen Protest gegen die Wahl
des Herrn Dr. Groß handelt.“
Ausland.

Rom. In dem am 18. ds. abgehaltenen Con⸗
istorium verkündigte der Papft die Ernennung des
heneralbicars Kopp von Hildesheim zum Bischof
on Fulda.

Petersburg, 19. Nov. Das „Journal de
ʒt. Petersbourg“ sagt über die Botschaft des Kaisers
Wilherm: Ddie Leser werden mit aufrichtiger Ge—
rugthuung den Passus aufnehmen, daß man seit
ehn Jahren nicht mit solcher Friedenszuversicht in
zie Zukunft geblickt, wie in diesem Augenblicke.

Dem Bericht der Indianer-Commission zufolge
eben gegenwärtig in den Verein. Staaten
Nordamerikas, ausgenommen Alaska, 261,912 In⸗
ianer, die sämmtlich, mit Ausnahme von 15,416,
nehr oder weniger untier der Aufsicht von Re—
nierungs-Agenten stehen.

— — —
Vermischtes.

In Bonn wurden am Freitag Abend nach
11 Uhr zwei starke Erdstöße verspürt. Auch in
Qöbln wurde um dieselbe Zeit ein heftiger senk—
rechter Erd stoß verspürt. Das Barometer stand auf
770 Mm. der Himmel war sternhell. Die Beb—
ang dauerte zwei Sekunden, dann folgten während
mehrerer Stunden noch einige gelinde Zuckungen.

In Bernburg wurde ein fremder Mann
verhaftet, welcher bei dem bekannten Uhrmacher Fuchs
eine sogenannte Thomasuhr bestellt und abge—
nommen hatte.

F (GGauner⸗Prahlerei.) Die englische
Polizei hat, wie der „Perseveranza“ aus London
gemeldet wird, vor vier Tagen in einem der Be⸗
rüchtigsten Stadttheile, wso sie sich nur in großer
Stärke hinwagt, eine Razzia ausgeführt, bei welcher
71 Induviduen, zum größten Theil in betrunkenem
Zustande, festgenommen wurden. Einer dieser
Flenden sagte bei der Polizeibehörde aus, daß er
und seine Gefährten sich auf die Einladung eines
von ihnen versammelt hätten, weil der seine hun—
dertste Mordthat festlich begehen wollte. Der Be—
treffende, ein gewisser Richard Hoven, ist den Ge—
richten überliefert worden, aber bis jetzt konnte man
über seine Schrld noch nichts entdecken

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 21. Nov. Herr Notariats⸗
andidat Wies don Blieskastel, früher Amtsverweser
n Ludwigshafen, jetzt als Amtsverweser des Herrn
gl. Notar Sauer hier anagestellt. bat heute sein
Umt angetreten.

* St. Ingbert, 21. Nov. Zu dem von der
Besellschaft „Harmonie“ am Samstag Abend im
gereinslokale zu Ehren ihres scheidenden Mitgliedes
Irn. Notar Auffschneider veranstalteten Abschieds-
zankette hatten sich viele Mitglieder des genannten
gereins eingefunden. Den Toast auf den Schei⸗
enden brachte der J. Vorstand der „Harmonie“,
Ir. Thierarzt Weigand, aus. Der Abend verlief
in recht angenehmer und heiterer Weise. Für die
zedürfnisse des Leibes hatte auf das Beste mit
—„chweineknöcheln, Schinken und Sauerkraut und
refflichem Münchener Gerstensaft der Vereinswirth.
or. Heusser, gesorgt.

*St. Ingbert, 21. Nov. Gestern Nach—⸗
nittag herrschte in unserer Stadt ein ziemlich reges
deben. Gegen 2 Uhr zog mit klingendem Spiel
und in stramem Turnerschritt der St. Johanner

———
Sterbfalle.
Gestorben: in Neustadt Jakob Renner, 69
J. a.; in Flemlingen Frau Clara Glas,
geb. Weick, 69 J. a.; in Freimers heim Frau
Zhilippina Müller, geb. Schach, 64 J. a.; in
Deidesheim Wwe. Fanny Hirsch, geb. Freu
denberger, 67 J. a.; in Dürkheim Frau Elis
Landmann; in Schiersfeld Jakob Stein,
61 J. a.; in Wellesweiler das 5 Jahre alte
Söhnchen Ludwig des Wirthes Jakob Dorst.
Fur die Redaction verantworilich . 3. Dnecr
        <pb n="750" />
        St. Johann 2
Bahnhof⸗ und Victoria⸗ r o nung —
Straßen⸗Ecke.
ist⸗ un Jintersaison 8
erbie 2 n 82.
— *
Großartige Comptant-Einkäufe, welche ich persönlich in den Weber-Distrikten gemacht habe, gestatten mir, folgende höchst renommirte Waaren in den
besten, kostbarsten, reelsten und gediegensten Qualitäten für unglaublich niedrige Preise zu offeriren.
Wenn schon bisher durch die enorme Anstrengung dieser Firma selbst die verlockendsten Offerten an Zuverlässigkeit und Billigkeit überragt wurden,
so hat sich das Etablissement speciell jetzt bei Beginn der Herbste und Wintersaison die Aufgabe gestellt, jedem seiner Kunden die feste Ueberzeugung zu ver—
schaffen, daß gute und dauerhafte Waare
OOO Reiner so billig gekaust!! OCDO
S Streng feste Preise sind auf jedem Gegenstand verzeichnt — 9
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2 2 S 555 —5535577 855 5553555 253223 — 8 5
23 — — 523 55—53 —8238557 *23*35835 ——— 8
222 * * 58 253828 —E——— — 35353 ——— 22 — 3337 — 2* 2 2*
525886 *2 33 —
53 8 2— 2 — — — 25 *552 8 F 29 * 7 5*.25327*
2 — * 5—8 5 * —e—77 * —— — 8 * —8 53 3—
2258 —A 3233355 — 23552 5253 3555 5
3535 53535555355 2235537 5532 — —— —53 2 5 535
25 532555 2 —55 82387 — 256 4 2 . 35 2
3525322* — 925 5253325 85 * 2 25 — —8 3—85* *
3 D 5*5 E 23288 —A * — 2* *
58385 25235 2832536535 —— 533335857 383248 *
2* — 23,2 2 2 *5 522325 — 3 —22855 252 —
5335 3383 — 2825 8
— — — ——— 2254358 5553528* —2 33338 J.
525 — * —522 — 353— 6—5 83 855 — z32835
28355 —— 52
⸗ — — ** — * —3 52 —
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253 2 — 5 35 — —— —9 — 23 — 33323 752 22 555 232
— 22 5 * 15 72 23 J7552 *253 —52842 3 2. * 3 —— — 2.3 2*
3 — —— eS2 233 2.,* —S —— 22 23 8* —— 53
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8 8 * —A — * 23. * 5 228 2359 S 138 3 3 * S — 2

*5 82. — 25523245 5. 55 255833 53 *2313—5536 55355332325

— —A——— 5383 52* ———— 525333. 5 3 63628 2552332 *

—M 82.55 — 222 35 —— — — —2* * ——

— 5 8 3 3 — —2 —38 — —255523060

3.3 533 —8 — — —

z525. — 2 88S822* 3. 8323 8 3533 5 5 — 333 — 82
5s2328583 —223 — 2— 3— ——
2. æ— 353 22 ——5— 32.5 29 ÿ 2— „5 —32 32—52 2 2. 55 *2 2S22
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* * — —732— 8 2. 52 * ——A — 2 5522 —— 2 —
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5 — — — — 32 7 5 2 — * 2 ——— 9* * 22—
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—* 88 *82* * —8523 55*3 —— —35 25 282 ——
553* 3z3388 — 52 25255 —— 5283 82* —E
333 5327 — 182 323 5323
355 *2e2 — 8 — — 255 s2* 852 *3 525 *
z8338 8—5 83 7382888 22 35533
—2335* 33352338 233 57 Feeẽ 5335
z 2 —55322535533— — 8 853

* n — —— *
237*— — *25351 27225 52383 568
28 — — 2322.7 — ———
553 537 73* 738 337

7 22547 ꝓ 223. 223322

228

58. 33522 538 2555

24852 — —— —A 232 2.8 58 —

— 2 55.2 3538 ——

** —2 — 2685383 — — 3 2

8—5 — — 28583 333. 223

7 2 33*2533238 2322
28 2— 44 4 2 22 * 2 —

3 2* SSsS52 —A —

* — 232832 2225 *25622

*228 22 224 —3888783823 525235 ——

* * * — J —F —

2 7 5
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— — —3 e 7
— * 5— * 2* —* * 2 8

—— ——— — 7233553757 — 3
252,5 35858— 95 — 23333
5*—3 — 5335855— —328*— 58385—3 58 —* — 235588B60
5 5*32 X 7 360 825 55 * 35 *59052
*55253838 —— —— * 55 35 5326 23553 — 25. 2*25 2
*552 ão 255 *223 525322 885* 22 55—3 —55 385537 S28 *8 53
——7 23 275 5 — 33897 52 68 55 8 25
253333585 5. 3 35823 3322423 2 *72 38. ——— 2.
227 —— 358 237 —332— 3 * 5 — 535755 —X —A
*558253 223 8*553:3 53 32333 522583555555 S 25
—* 2 —* 2* To — 2 8* 33 2 2. *
* 32 * — 3 2 725 55 352 3 * —3 * 33 6
5338 *2252* — 33 3333355838 7 — 52
2 * —H 2 2— — —— 33 S S 2. 35
3 S8s 323253 3338 28*3
* — * 7 —*35* — — * * * 7 — * —* —
288 — * 52. —— — 3*2 ⸗ 2 2. uu —— — 2 S8 — —— *
—A 22 2*8 — — — 587 23. 233 52
x 22 258 5 8555 535*8 25 — 323 32352225
—A * 75 S — —— * 2282 AS —
332 2 2* ** 2 — — 22 — —8 372355 —R5 323 53
2 32 23 2, *5 *5 7 2 — — —— —— — —— 8* 232* —2 8
223 AS E 2 — 5 — ——— — —25 — — — Ac S. 555232
* —53 2 22 * ? 2 *28 * —
5 2383 38 z3335.8 553533388 535753832853 2523135738
xv —2328 35*53865 —E 22372 5* —A — —5343 —
— — — 235252 2288 —335822. 5353 232282
255353 5*3 2 *2335333233 57 P *5233 238*8 5333. 585*3
2 2.* — ——— —5.2 * * 2—53332 2 67 3 * 2 * —*8*
z3 —285 * 32 ** — — — * — — — 7 8 — 232 &amp; 2.2
*8 55257 5— 322 — — — 3 3 2323 552 86 — — 3— 2233 781
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*2355 sm 9 23 232 8 553335*35 c 5 37
A 5* 83 A53 — 5*727
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— 2 * 5687 — — — 55 252 —8
* 22 *— 86 2288 —2 —3 — — 27—
* —— 2275 * 22 —— —* — 1737
5355*255385 8* 3738533 *
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— — — 53 533 3325.
242538 72 227 35 * — QC35 ——
—*&amp; 23725 338 224 23 *3 8
22 32332 38 223 — 3 *
8 8 555— 533 3 —2.7*
3 * F —— 23z253388—
— 2535555535 — 52
5722 3 2 — g4655 S ——— 3
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* 35 —— 2 8 2 — 8 2222 7
——— c. 2 —— — 226* — —
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5 — —— — 7 5 2 2 *
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*533235353 88 338 3 7
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— — 3233 558 —— ——3 —
5352333258 25—3. 5 733
3* 233.55335 5 21358333535 —
222. 553 — 2 53223 5*2 *
22 ——— —53 52 —38 2 —88
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15 3225 27 272 25 222.
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J——— 28235553552 *
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* *5355 5535 523335352333535
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*553 342 — * — I2 33
— 2 2.25 —32355 2353 —253
2*7 SZa —33 223 35575 8 * 2.5
5 * 9 7 5* 5.3 53325253 7 ——X — — * 8. s 6 —
5*2 38 5 2533 9235 558
22 5 2 7357 *55* 357 52587 53835277 58833 2 7
5355 * * 222382*5 —222 ——— 72 55. 32227
252 525 — — z23333* — 8. * 3. 3 2 613 * 33 ———
. 222 22 83 — 77 —88
527 523553 F 3575335388 152 ** 58 83553 28
5553 3857 s —— I vꝓ
535 58277 202 *35 *55335567 *25537* 2 *2 2288
5583 2 — 22 3* 5335355* 53553 * 333538
55 52385 6862 * 25225 *353 28 —A «—
23 2 — 32 4 32 * —8 *
255 — 25s53z357 —G 532355 43758 33
227* 28 x 353535—8 2 252 —233337 28 412
2 25232322 9 — 3 ** 222 38* — —— *5 2
25552277 233 35 25 7* 5235 — 22
—s 377 438 253532 32325 —55853 737
2272 3237233— 28255 257 82 588 27
* 233 5255 *7 —8 3. ⸗2 272 — 2 * 2. 8 533
225 2 5* 55 5 72 —— * 3 25 . * — * — 53 —
2 * —2 357 257 22 —7 —* * 2532333 * 2
* 25* 5 2575 *6 22 * 2* A 38 5*
2* 25 —z3 2. QC3 7* 252 25 5322.5. —
55 — — 22; * ** — —— — 2 2323 — 2
7 5 — 25* — 732— 20 * —5 J 5 787 8 55 20
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22 222 —— ⁊7 2725 24* 2 75.* 25* ð
* z2.27* 2 * * 532 3 ———— 2
— 2 *8 5 2 572 — 22233 8
2 — 252 *87 * 5 2 71*5 27— 38 227 5*5
—— — 26 —2 2* —22 2222.7 * 2 2 * — — 23 —
—— — —— * 5582, * 3*3— — *27 ——— — — 226 57
7S —A * * — * 25 c 553 „ES —z?7 31
2555 55 282528* 722323 83 538 »8357 5
⁊ — —8 2 — 2 2 ——
J 77 555335 25525 2383 A 3 5*
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* 223773 22* —2 56 5 —
1233 * 27 3— 32. —
* 55 — * 36 3— —*8
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— 255 * ** 2 ———
— 55 21442 8 *
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        x»ÿᷣl. Ingherter Atzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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der Et. Ingberter Anjeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs
latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 , einschließlich
d Zustellungsgebüuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betraͤgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,

auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 135 H, bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
1904.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Vayer. Landtag. Im Finanzausschuß fragte
aillant (Pfälzer) an, ob die Regierung geneigt
u, die Rückvergütung fürausgeführtes Bier,
zie die Pfälzer Brauer wünschen, zu erhöhen. Der
inanzminister verneinte diese Frage.

Das Entgegenkommen der bayerischen Staats⸗
gierung in der von der Rechten der Kammer
er Abgeordneten angeregten Frage, die durch Reichs—
esetz bis jetzt garantirte Straflosigkeit des
donkubinars durch Reichss oder Landesgesetz
ubeseitigen und wieder zurückzukehren zu den
a dieser Materie einschlägigen Bestimmungen des
rüheren bayer. Strafgesetzbuches, sowie die Zu—
immung der Linken hierzu hat allenthalben einen
uten Eindruck gemacht, wie aus verschiedenen Preß⸗
cganen zu ersehen ist. An der Ausführung der
usage der Staatsregierung, nach dem Beispiele
nderer Bundesstaaten auf dem Wege landes⸗—
setzlicher Bestimmungen gegen diese auch von
»rx Regierung nicht bestrittene Kalamität vorzu—
ehen, darf nicht gezweifelt werden. Die Wahl
eses Weges ist ganz besonders deßwegen zu be—
rüßen, weil derselbe nicht nur als der kürzere den
dorzug vor dem umständlichen Apparate einer
deichsgesetzgebung verdient, sondern ganz besonders
eßwegen, weil nur hiedurch eine volle Berücksich—
aqung der bayer. Verhältnisse ermöglicht ist.

Berlin, 20. Nop. Wir erhalten Kenntniß,
hreibt die „Tribüne“, von einem neuen Versuche
er Massen-Agitation, welcher von konser—
ativer Seite augenblicklich in das Werk gesetzt wird.
5s werden in einzelnen Kreisen der Monarchie
zxemplare einer an das königliche Staatsmini—
terium zu richtenden Petition verbreitet, in welcher
nicht weniger gefordert wird, als die Aufhebung
er Grund⸗, Gebäude- und Gewerbesteuer und Ab⸗
välzung der Schul- und Armenlasten von den Ge⸗—
neinden auf den Staat. Ueber die Undurchführ—
arkeit dieser Forderungen wird bei den Verbreitern
elbst wohl kein Zweifel auftauchen; der Zweck, der
nit dieser neuen Aufregung der Bevölkerung ver—
unden ist, läßt sich nicht verkennen.

Berlin, 20. Nov. Professor Günther aus
dürnberg ist im hiesigen fünften Wahlkreis nun—⸗
nehr definitiv als Reichstagskandidat der Fort—
chrittspartei aufgestellt.

Berlin, 20. Nov. Wenn sich das Material
ür den Reichstag nicht vermehrt, so hält man es,
vie der „N. Z.“ berichtet wird, für sehr wohl
nöglich, damit bis vor Weihnachten zum Abschluß
u gelangen. Mit der geschäftlichen Behandlung
»es Budgets soll wie in sfrüheren Jahren vorge—
angen werden, so daß die besonders wichtigen
theile an die Budgetkommission gelangen und das
lebrige im Plenum berathen wird. Die Rech—
ungsübersichten werden an die Rechnungskommis—
on gehen. Das Budget wird auch nur in der
illgemeinen Debatte und bezüglich vereinzelter
zunkte, wie des Volkswirthschaftsraths, zu eingeh—
nden Erörterungen führen. Die Vorlage wegen
er Kostenbewilligung des Hamburger Jollan⸗
hlusses wird wahrscheinlich einer Commission
iberwiesen werden.

Das „Berl. Tgbl.“ bemerkt zu dem Ausfall der
steichstags-Präsidentenwahl: „Mag die
dechte sich unbestritten in die Wurde und Bürde

Dienstag, 22. November 1881. —16. Jahrg.
des Präsidiums theilen, die Linke blickt ohne Neid
ind ohne Groll auf diesen Ausgang der Sache.
za, es ist von großem Werthe, daß' die Linke in
ieser Hinsicht gar keine Verpflichtungen übernommen
sat. Ihre Zeit wird kommen, und vielleicht rascher,
ils Mancher es zu denken vermag. Aber die Linke
oll nicht eher in die Präsidialgeschäfte des Reichs—
ages treten, als bis diese ihr unbestritten
vieder zusallen. Vorläufig bleibt sie in dieser aus⸗
hließlich zuwartenden Position viel stärker und
influßreicher, als dadurch, daß sie durch einen
handel ihre eigene Stellung getrübt hätte.“

Es war dies die erste Hinrichtung im geschlossenen
Raum vor Zeugen.

Washington, 20. Non. Das Benehmen
Buiteau's in seinem Prozeß ist unverändert un—
näßig. Bei der Rückführung Guiteau's nach dem
Befängniß schoß heute ein junger Mann zu Pferd
ein Pistol auf Guiteau ab und verwundete ihn
seicht am Handgelenk. Der junge Mann wurde
»erhaftet; man glaubt, er sei verrückt.

Lokale und pfälzische Nachrichten.
Ausland.
* St. Ingbert, 22. Nov. In der gestern an
dieser Stelle gebrachten Notiz ist der Name des
Amtsverwesers des Herrn kgl. Notars Sauer, des
derrn Wiest, irrthümlich Wies angegeben.

* St. Ingbert, 22. Nov. Unser Reichtags⸗
ibgeordneter, Hr. Hüttenwerksbesitzer OskarKrämer,
rat im Reichstag mit dem Abgeordneten für Ott⸗
veiler⸗St. Wendel-Meisenheim, Herrn Bergrath
Täglichsbeck von Heinitz, zund dem früheren preußi⸗
chen Cultusminister Dr. Falk der nationalliberalen
Fraktion bei.

* St. Ingbert, 22. Nov. Unsere Stadt
zerliert in den nächsten Tagen den kgl. Amtsrichter
zußer dem Status, Herrn A. Zahn. Derselbe
ourde auf sein Ansuchen unter Einreihung in den
Status an das Amtsgericht Ludwigshafen, an dem
er schon früher fungirte, versetzt. Mit Bedauern
ieht man den allseits beliebten Herrn von hier
cheiden. Auf die bei dem hiesigen Amisgericht er—⸗
edigte Amtsrichterstelle außer dem Status wurde
der k. Gerichtsschreiber bei dem Amisgericht
Frankenthal, Herr L. Trauth, befördert.

* St. Ingbert, 22. Nov. Die Liste der
Gewinne, welche in der am 17. November 1881
in Quirnbach abgehaltenen Vorloosung von
Pferden und anderen Gegenständen gezogen wurden,
iegt in der Expedition des St. Ingberter Anzeiger
u Jedermanns Einsicht offen.

* Nach dem günstigen Erfolge den man hier, in
homburg, St. Johann-Saarbrücken ꝛc. mit dem
Vereine gegen Hausbettel und Vagabondage erzielt
jat, beabsichtigt man nun auch in Zweibrücken
nuf Anregen des dortigen Gewerbevereins einen
derartigen Verein zu gründen. Zunächst sollen die
his jetzt gepflogenen Erhebungen einer auf heute
Abend einberufenen größeren Versammlung vorge—
egt werden. Dieser bleibt es dann vorbehalten,
ich über die event. Gründung des gedachten Vereins
chlüssig zu machen.

* Ein aus den H. H. Regierungsrath Frhr. von
Harald und Kaufmann Rösinger in Spehyer,
Bürgermeister Stubenrauch in Sondernheim und
sealienlehrer Knapp in Frankenthal bestehendes
rovisorisches Comitee ladet Interefssenten und
Freunde der Fischzucht auf Dienstag, 29. Novbr.
. J. zu einer Versammlung nach Speyer (Wittels—
zacher Hof) ein behufs Gründung eines pfälzischen
dreisfischerei⸗Vereins.

— Die Gemeinde Landau will ein Anlehen
don 100,000 M. aufnehmen, wovon ein⸗ Turn—
halle gebaut und ein Grundstück des Militärsärars
rxworben werden soll; die Sache hangt nur noch
yon der Zustimmung einer demnächst zu berufen—
den Bürgerversammsung ab, an welcher nicht ge—
weifelt wird. — Das vom Ingenieur Ritter aus
Mannheim vorgelegte Projekt zur Canalisirung der
rördlichen Hälfte Landaus Gostenvorauschlag
188.000 M. hat der Stadtrath gutgeheißen.

Wien, 20. Nob. Die „Montagsrevue“ theilt
ait, daß die Ernennung Kalnoky's seit gestern
eststehend ist. Seine Wahl sei als eine entschiedene
rortsetzung der bisherigen auswärtigen Politik,
eren Mittelpunkt der unverbrüchliche Anschluß an
deutschland ist, zu betrachten. — Zuverlässige
NRittheilungen in der „Montagsrevue“ besagen:
zesuche Kaiser Wilhelms im Hotel du Nord zu
zerlin gelten einer Dame, welche die geheime po—
nische Vertrauensperson des russischen Kaisers sei.
dieselbe trifft in regelmäßigen Zwischenräumen in
zZerlin ein, Kaiser Wilhelm bestimmt ein Hotel—
immer als Rendezvousort und nimmt während
er oft zweistündigen Besuche bei der Dame,
velche übrigens eine Gräfin ist, den Thee ein.

Wien, 20. Nop. Graf Kalnoci (bisher
sterreichischer Gesandter in Petersburg) ist zum
Ninister des Auswärtigen (als Nachfolger des ver⸗
sorbenen Barons v. Haymerle) ernannt worden.
der Graf reist nächste Woche nach Petersburg, um
ort sein Abberufungsschreiben zu überreichen.

Die Hetze und Brandreden in den Pariser kom⸗
aunistischen Versammlungen siud in Frankreich
soch nicht ganz ohne Wiederhall geblieben. In
Narseille wurden in der Nacht zum Samstag zahl⸗
eiche Maueranschläge angeheftet, in welchen es
eißt: „Es ist Zeit, den erbitterten Kampf ohne
Vaffenstillstand und ohne Gnade wieder zu be—
innen, weil man nicht mehr gleichgültig bei der
unesischen Gräulichkeit bleiben kann, in welcher
msere Soldaten zum Ruhme und zum Besten Gam—
ettas, des meineidigen Bürgers u. s. w., hinge⸗
nordet werden.“ Der Aufruf schließt mit den
Vorten: „Arbeiter, laßt uns die Mittel anwenden,
oelche die Wissenschaft bietet, deren sich die Nihi—
isten und Fenier zum Vorbilde bedienen. Es ist
—RD
ind Meuchelmördern des Volkes den Tod zu geben.“

London, 19. Nov. Die Agrarmorde nehmen
n Irland zu: gestern wurde ein Gutsverwalter
mweit Ballyhannis erschossen; zwei Andere, da⸗
unter ein Neffe des Lord Digby wurde unweit
Tullamore durch Gewehrschüsse schwer verwundet.
— Die Großmächte discutiren die Frage der
S„chleifing der Donaufestungen. Die russischen
Slavophilen unterstützen die Opposition Bulgariens
segen diese Schleifung. Oesterreich und Deutsch⸗
and urgiren jedoch die sofortige Inangrifinahme
erselben.

Wie man der „Nordd. Allg. Ztg.“ aus St. Pe⸗
ersburg mittheilt, ist der russische Marineoffizier
SZuchanoff, welcher beschuldigt worden war,
»as zu dem Attentate am Katharinenkanal verwen⸗
»ete Dynamit heimlich aus dem Depot der kaiser—
ichen Marine gegeben zu haben, vor Kurzem da—
elbst durch den Strang hinagerichtet worden.
        <pb n="754" />
        Der Landauer „Eilbote“ schreibt: Bon
verschiedenen Seiten werden Fälle von Erstickungs—
lod in Kellern mit gährendem Weine gemeldet.
Bekanntlich entwickeln sich bei der Gährung große
Mengen Kohlensäure-Gas, welches schwerer als die
umosphärische Luft sich in Schichten, die oft hoch
hinaufreichen, über dem Boden der Keller lagern.
Ein sicheres Kennzeichen für das Vorhandensein
solcher Gase ist, wenn das mitgenommene Licht im
—VV
man schleunigst den Keller, und betrete ihn erst
wieder, wenn durch Oeffnen der Kellerluken und
durch Zuführung von frischer Luft etwa durch Hand⸗
windmühlen die Gefahr beseitigt ist.

— In Neustadt a. H. hat sich ein proviso⸗
risches Komite gebildet, um in der Pfalz einen
Tarnevalsverein nach Art der Kölner Vereine in's
Leben zu rufen.

— In Kaiserslautern wird der 16. Novem⸗
her, als der Tag an welchem die Welt untergehen
sollte, aber nicht untergegangen ist, durch ein nach⸗
räglich abzuhaltendes Festessen gefeiert. Dieses
—X
Abends 8 Uhr, bei Thomas im Karbsberg statt.

— Giterarisches). Im Verlage vou Aug.
Gotthold's Buchhandlung in Kaiserslautern
ist unter dem Titel „Unsere eßbaren
Schwämme“ ein Schriftchen von A. Wilde
herausgekommen, welches wir der allgemeinen Be⸗
ahtung recht sehr empfehlen, da die Schwämme
oder Pilze trotz ihres bedeutenden Nahrungswerthes
bei uns noch lange nicht die Beachtung und Ver⸗
wendung gefunden haben, welche sie verdienen.
Die verschiedenen Arten der Schwämme sind in
dem Schriftchen genau beschrieben, dazu noch durch
colorirte Bilder veranschaulicht, so daß man da—
nach die giftigen von den nichtgiftigen leicht unter—
scheiden kann, und zum Schluß ist noch über die
Zubereitung der Schwämme das Nöthige an—
gegeben.

— Aus Otterberg wird der „Pf. Pr.“ be⸗—
richtet, daß der vom dortigen Stadtrath vor einem
Jahr gefaßte Beschluß, es solle die den dortigen
Lehrern gewährte Theuerungszulage jederzeit wegen
Unfleißes, Mißverhaltens oder aus sonstigen Grün⸗—
den vom Stadtrath zurückgezogen werden können
— vom Bezirksamt Kaiserslautern als ungesetzlich
aufgehoben worden ist. — Die Klage der Gemeinde
Otterberg gegen den früheren Bürgermeister Mayer
(Regreß wegen des verlorenen Prozesses mit Dr.
Goldfuß) ist dadurch beigelegt worden, daß Herr
Mayer sich um 400 M. mit dem Anspruch der
Stadt abgefunden hat.

— Der Gewerbeverein Speyer hat beschlossen,
im nächsten Frühjahr eine Ausstellung von Lehrlings⸗
arbeiten zu veranstalten.

Frankenthal, 21. Noo. Wie verlautet,
soll sich dieser Tage ein auf einem hiesigen Bureau
obeschäftigter junger Mann nach Unterschlagung einer
ziemlich bedeutenden Summe aus dem Staube ge—
macht haben; derselbe soll jedoch in Bremen ver⸗
haftet worden sein. (Frkth. 3.)

— Rorxheim, 20. Nov. Ein mit 1800 CEtr.
Kochsalz beladenes zu Thal fahrendces Neckarschiff
ank gestern Morgen im Rhein in der Nähe der
Petersau. Die Mannschaft des Schiffes rettete sich
nit knapper Noth. (Frrkth. 3.)

Vermißchtes.
4 Laut Bestimmung des deutschen Reichspostamtes
können Geschäftskarten, welche mit den Post⸗
karten in Form und Größe übereinstimmen, zur Be⸗
förderung gegen die ermäßigte Tare für Drucksachen
m Weltpostverkehr nur dann zugelassen werden,
wenn dieselben auf der Vorderseite legiglich die
Aufschrift, nicht aber die Ueberschrift „Postkarte“
tragen, auf der Rückseite hingegen blos gedruckte
Mittheilungen enthalten.

Neunkirchen, 20. Nop. Von Herrn Ge—
heimen Kommerzienrath Stumm erhält die „Saar⸗
und Blies-Zeitung“ folgendes Schreiben zur Ver—
oöffentlichung: „Soeben wird mir mitgetheilt, daß
das dortige „Tageblatt“ die Behauptung aufgestellt
—VV
und indirekt unterstützt worden.“ Diese Behauptung
ist eine ebenso dreiste Lüge, wie die von dem radi⸗
kalen Blatte früher kolportirte Rachricht, Herr von
Hertling sei während der Wahlen zum Besuche bei
mir gewesen. Ich habe entsprechend der dem reichs⸗
treuen Wahlkomitee abgegebenen Erklärung sowohl

m ersten wie im zweiten Wahlgange fur Herrn
Täglichsbeck gestimmt, so schwer mir dies auch durch
as Verhalten dieses Herrn und seiner näheren
zreunde im Wahl⸗Comitee gemacht worden ist.“
F(Für die Aufhebung des 7. Schul—⸗
ahres) plaidirt in recht bemerkenswerther Weise
er nachstehende Brief des bayer. Landtagsabgeord⸗
ieten Bernhard Mayer von Schönbrunn an die
zauern der Dachauer Gegend: „Angliegent sende
ch ihnen eine Bittstehlung an die Kammer der
tdeichsräthe. Die Aufhebung des 7ten Schuljahres
etrefent und wann sie damit einverstanden sind so
zestätigen sie dieselbe und laßens von recht viellen

n ihrer Gemeinde unterschreiben und sendens wieder

in mich. Recht herzliche grüße Landtagsabgeort⸗

eter Bernhard Mayer in Schönbrunn.“ (Und da
age noch einmal Jemand, daß das 7te Schuljahr

—X

F Stuttgart, 21. Nop. Am Samstag Abend
atgleiste auf dem hiesigen Rangirbahnhof ein Zug,
vobei zwei Poste und Gepäckwagen zertrümmert
ind ein Postbeamter leicht verletzt wurde. Gestern

Ubend 9 Uhr erfolgte fast an gleicher Stelle der

jusammenstoß von zwei Passagierzügen; fünf Per—

onen wurden schwer verwundet; ein Weichensteller,
yelcher das Unglück verschuldet hat, ist verhaftet.

Der „FIrkf. Pr.“ schreibt man aus Straß⸗

»urg: „Das Knabenseminar zu Zillisheim ist nun⸗
nehr unter die Leitung des ausgezeichneten alt⸗
eutschen Priesters Palm (früher Stadtipfarrer in
zandau i. Pf.) gestellt, was der Anstalt jedenfalls

ehr zum Vortheil gereichen wird. Der Pariser

Monde“ ist freilich sehr unzufrieden damit.“

Eine recht traurige Erfahrung)
jat eine achtbare Mainzer Familie gemacht. Ein
Nitglied derselben lernte vor einiger Zeit auf der
teise einen Herrn kennen, der sich S. nannte, aus
sondon zu sein vorgab und sich als ein so fein—
ebildeter, liebenswürdiger Mann zu geriren wußte,
aß Jener ihn hier in seiner Familie einführte.
zier lernte derselbe die Tochter des Hauses kennen
ind verstand es, binnen Kurzem ihre vollste Zu—
eigung zu gewinnen. Es bildete sich ein sörmliches
tiebesverhältniß zwischen Beiden und endlich trat
er Londoner Gastfreund mit dem Antrag vor den
zater der Dame, ihm dieselbe zur Frau zu geben.
etzterer versäumte nun nicht, nach London zu
hreiben und sich nach Herrn S. zu erkundigen und
a die erhaltene Auskunft sehr günstig für Herrn
5. lautete und die Tochter einverstanden war, so
zurde der Pact abgeschlossen und bestimmt, daß die
dochzeit an einem gewissen Termin in London
attfinden sollte. Gleichzeitig war aber auch zwischen
em Vater und seinem zukünftigen Schwiegersohn
in Abkommen dahin getroffen worden, daß Letzterer
im Tage der Trauung bei einem Londoner Bankier
ine vorläufige Mitgift von 10,000 M. zu erheben
rmächtigt sei, wozu ihm die Legitimation gleich
aitgegeben wurde. Der Bräutigam reiste nun voraus
ind die Braut mit ihren Angehörigen folgte einige
Wochen später nach. In einem bestimmten Hotel
u London sollte S. am Hochzeitstage seine Braut
ibholen. Der Tag kam, Alles war zur Stelle,
iur der Bräutigam nicht; man wartete und war⸗
ete, allein vergeblich. Böse Ahnungen steigen auf,
nan geht auf das Bankhaus, wo die 10,000 M.
eponirt worden, und hier erfährt man, daß Herr
5. bereits in aller Frühe das Geld in Empfang
jsenommen und, wie sich weiter herausstellt, damit
as Weite gesucht hat. Der angegebene Name S.
var ein fälschlich angenommener, und der wirkliche
5., wie der F. Zig. geschrieben wird, eine in der
chat hochangesehene Perfönlichkeit Londons, steht
ußer jeder Beziehung zu dem raffinirten Gauner,
iber dessen Verbleib die Polizei trotz aller An⸗
trengungen bis jetzt nichts zu ermitteln vermochte.

F Eine Allerweltsstadt war jedenfalls bis
um Jahre 1866 Mainz. Bis damals herrschten
ämlich dort folgende Zustände: Hessische Landes⸗
ꝛerrlichkeit, französisches Recht, deutsche Bevolkerung,
ömische Kirche, preußischer Kommandant, öster⸗
eichischer Gouverneur, italienische Besatzung, Thurn⸗
ind Taxische Post, bayerische Telegraphie, badische
ßasanstalt und der beste Gasthof der „Englische
)of.“ Welche Stadt hätte wohl an bunter Man⸗
iifaltigkeit etwas Aehnliches aufzuweisen?

4 Ein Vergiftungsfall, der auch weiteren Kreisen
ur Warnung gereichen dürfte, wird der „Volksztg.“
IIs voslkommen verbürgt mitgetheilt. Zwei junge
damen, die sich seit Kurzem bei einer in Berlin
vohnenden Beamtenfamilie vorübergehend zum Be⸗
uch aufhielten, erkrankten Ende voriger Woche

unter so verdächtigen Symptonen, daß eine Ber
ziftung vermuthet wurde. Der hinzugerufene Arzt
onstatirte, daß die Damen durch den Genuß von
ogenanntem „Wurstgift“ von dem noch ein Theil
in einem vorhandenen Wurstreste vorgefunden
vurde, erkrankt seien. Durch rechtzeitig eingegebenes
Begengift gelang es dem Arzte, noch glücklich seine
zeiden Patientinnen dem sicheren Tode zu ent—
reißen.

fF Ein Analphabet, der Buchhändler

st, gehört gewiß zu den bemerkenswerthen Er—
cheinungen. Ein solcher Mann existirt, wie das
dAl. J. mittheilt, in Berlin, und genießt als Bürger
die höchste Achtung. Derselbe betreibt seit vielen
Jahren ein ambulantes Buchhändlergeschäft von sehr
nedeutender Ausdehnung. Er kann weder lesen noch
chreiben und was am meisten zu verwundern, ist
der Umstand, daß der Herr etwa nicht nur Schau—
rromane oder Kinderfibeln verkauft, sondern daß
er sogar meist wissenschaftliche und die besten belle—
ristischen Werke vertreibt. Die Bestellungen, die
r sich selbst einholt, sind ganz außerordentlich zahl—
eich und das Gedächtniß des Mannes ist erstaun—
ich. Aus den Hieroglyphen, die er in sein Notiz-
huch macht, kann nur er klug werden und außer⸗
dem ist der Umschlag, das Format und die Größe
zer Bücher für ihn der absolut sichere Anhalt, und
noch niemals ist ein Irrthum passirt — gewiß ein
Anicum in der Buchhandlungswelt.

f Ansteckung durch eine Zeitschrift.
Ddie vier Kinder der Wittwe eines Eisenarbeiters
n Berlin erkrankten nach einander an der Diph—
eritis, Während die drei jüngeren Kinder genasen,
egte sich das älteste Kind, ein Mädchen von 10
zahren, um nicht wieder aufzustehen. Einige Tage
yor seinem Tode bat das Kind, ihr ein im Besitze
er Mutter befindliches illustrirtes Journal zu geben,
amit sie in ihrem Betichen darin blättern könne,
ind am Abend, als die Mutter etwas Ruhe hatte,
ijahm sie selbst das Journal vor, um kurze Zeit
arin zu lesen. Schon nächsten Tages aber stellten
ich, wie das Kl. J. mi theilt, bei ihr ebenfalls
iußerst bedenkliche Symptome ein, und der am
indern Morgen erscheinende Arzt erklärte, daß die
Frau ebenfalls von der Diphteritis ergriffen sei,
ind glanbt mit Bestimmtheit annehmen zu können,
aß durch das Umblättern beim Lesen mit dem
ingefeuchteten Finger in diesem Falle der Anstek—
ungsstoff auf die Mutter, welche zwei Tage später
tarb, übertragen wurde.

F Die Poesie des Küssens hat in Berlin
zurch Urtheil des Schöffengerichts einen harten
5toß erlitten und das „küssende Publikum“ wird
n Zukunft sehr subtile Distinktionen machen müssen
es gibt nämlich im juristischen Sinne „legitime,
zerechtigte und illegitime“, unberechtigte Küsse),
venn es sich der prosaischen Bekanntschaft des
5taatsanwalts entschlagen will. Angeklagt ist der
Zürstenbinder Hermann Otto Tausig wegen Ver—
ibung groben Unfugs. Der Angeschuldigte ver—⸗
ieß eines Sonntag Abends im Monat August
d. J. ein Bierlokal in etwas „gehobener“ Stim—
nung. In der Rosenthalerstraße begegnete ihm
in junges Mädchen, welches sich seines Beifalls in
sohem Maße zu erfreuen hatte. Er eilte ihr nach
ind versuchte sich derselben zu attachiren. Allein
der galante Antrag, das Mädchen zu begleiten,
vurde von diesem zurückgewiesen. Nichts desto
veniger wich der Angeklagte nicht von des Mäd—
hens Seite. Die schoͤnen Dinge, von denen er
erselben zu erzählen wußte, beantworte das Mäd⸗
hen mit konsequentem Schweigen. Emport ob
zieser Verschmähung beschloß Tausig, sich an ihr
uu rächen. Als Beide an der Alexanderkaserne in
der Münzstraße angekommen waren, fiel der Ange⸗
lagte über das Mädchen her, umarmte es und
üßte es „barbarisch.“ Der Revierwächter erst
jebot dieser Rache Einhalt, indem er zur Citirung
her Parteien nach der Polizeiwache schritt. Auf Befra⸗
jen des Vorsitzenden, ob er das Mädchen geküßt habe,
intwortete der Angeklagte: „Hätte ick etwa'n hauen
oll'n, Herr Jerichtshof? Der Staats-⸗Anwalt hält
zroben Unfug für erwiesen und beantragt eine Geld⸗
trafe von 10 Mark eventuell J1 Tag Haft für eine
ingemessene Sühne. Mit den Worten: „Det Küssen
s also ooch schon verboten!“ verläßt der Angeklagte
den Saal.

FJagdmalheur. In der Wetterau kam
etzte Woche einem enragirten Nimrode ein feister
Zursch vors Korn; er drückte ab, verwundete jedoch
zas Thier nur leicht, fachte dadurch aber die Wuth
desselben so an, daß es sich gegen seinen Angreifer
        <pb n="755" />
        uvete uno hn mit dem Geweih aufzujpießen
suchte. Der erschrockene Jäger ließ das Gewehr
Allen und sprang laut um Hilfe rufend, hinter
nen Baum, waährend der Hirsch das Gewehr
naquirte. Einige Jagdkollegen eilten auf den
dͤrm hin herbei und der Hirsch nahm Reißaus,
us Geweht des Jägers, welches sich in seinem
Heweih verfangen hatte, noch mehrere Hundert
-chritie weit mit sich fortschleppend. Zum Schaden
ind Mißvergnügen hatte der Nimrod natürlich noch
den Spott zu tragen.

Gie eingebildete Ohrfeige) In
Bien stand der Fiaker-Eigenthümer Joseph Her—
serger vor dem Richter unter der Anklage der
xhtenbeleidigung. Richter: Der Fleischer Franz
Raul behauptet, Sie hätten ihm im Schanklokale
des Gasthauses „zjum Bazar“ eine Ohrfeige ge⸗—
geben, die ihm vierzehn Tage hindurch Schmerzen
crurfacht haben soll. — Angekl.: Das muß sich
der Maul einbildet haben. — Richter: Diese Ein—
hildung wird aber doch nicht vierzehn Tage ange—
dauert haben. (Zum Kellner Joseph Löw): Sie
sind als Zeuge hier erschienen, was wissen Sie uns
anzugeben? — Zeuge: Einen Streit hab' ich
dernommen, darauf paßt unsereins nit mehr auf,
denn bei den Fiakern kommt a Streiterei täglich
hor. — Richter: Aber eine Ohrfeige soll auch
horgekommen sein. — Zeuge: Ja, er hat'n Maul
a Ohrfeig'n geben, daß n'Maul der Hut runter
yflogn is. — Richter (zum Angeklagten). Was
agen Sie nun? — Angekl.: Ja, wissen's, die
Gschicht is a so, der Maul wird sich halt einbildt
haben, daß ich ihm a Ohrfeig'n geb'n werd. —
dichter: Wie erklären Sie sich aber, daß ihm der
hut vom Kopf weggeflogen ist, hat er sich das
zuch eingebildet? — Angekl.: Ja seg'ns, Herr
Richter, der Maul hat ka Hoar auf'n Kopf, da
hali der Hut net, er wird sich umgedreht hab'n,
wie er sich einbildt hat, daß ich ihm a Ohrfeig'n
geben werd, und da wird der Hut, der kan Halt
zuf'n Kopf vom Maul hat, 'runter g'flogen sein.
Heiterkeit) Zu einem Urtheilsspruche kam es
wücht; der Richter mußte den Besitzer des Gast⸗
jaures „„jum Bazar“ als Zeuge vorladen, um sich
zu spergewissern was an der Sache Einbildung
und was Wahrheit sei.

F Am 14. ds. Mis. ist mit dem Triester
Postzuge der vor mehreren Jahren zu 20jährigem
erker verurtheilte Gattenmörder Tourville, der im
Strafhause in Gradiska untergebracht war, von
einem Strafhausbeamten und zwei Gendarmen
eskortirt, hier angekommen und in das Karlauer
Strafhaus abgeliefert worden.

Erdbeben. Aus Brüssel, 19. Ndv., wird
elegraphirt: Eine starke Erderschütterung wurde
gestern Abend um halb 11 Uhr im größten Theile
Belgiens verspürt.

Paris, 19. Nov. Im Löwen⸗däfig. Gestern
Abend wurde das Publikum der „Folies Bergères“
während der Vorstellung durch eine dramatische
Fpisode in nicht geringe Aufregung versetzt. Seit
einigen Abenden produzirt sich in diesem Theater
rein Löwenbändiger⸗-Paar, Oberst Boone und Miß
Tarlotta, das die Dressur von erwachsenen und
mehreren jungen Löwen zeigt. Diese gefährliche
Vorstellung im Löwenkäfig nahte gestern bereits
hrem Ende, als sich jener Vorfall ereignete. Miß
Farlotta hatte einen Löwen mit der Gerte geschla⸗
Jen, da sprang das gereizte Thier wüthend auf sie
los und riß ihr mit der einen Tatze den Handschuh
hon der rechten Hand, die hiebei zerfleischt wurde.

Trotz dieser Verwundung machte Miß Carlotta keine
Mine, den Käfig zu verlassen, sondern wollte den
cebellischen Wustenkönig züchtigen. Das Publikum
aber rief: „Genug, genug,“ und so verließ denn
hie unerschrockene Löwenbändigerin rückwärts gehend
»en Käfig und machte somit diesem peinlichen
-chauspiel ein Ende
fGie Franzosen sind uns doch noch
‚über.“ Während wir vor einigen Wochen die
n Berlin erfolgie Geburt von Vierlingen als
in höchst seltsames Ereigniß, als ein Nonplusultra,
mzeigten, haben uns die Franzosen, trotz des bei
hnen sonst allgemein geltenden Zweikindersystems
neuerdings gar mit Fünflingen überboten. Wir
entnehmen diese Nachricht einem franzosischen Blatte,
welches mittheilt, daß eine 27 Jahre alte Frau
bei ihrer dritten Entbindung, die vorzeitig erfolgt
war, aber nur kurze Zeit währte, fünf gut entwickelte
Kinder in die Welt gesetzt hat. Die vier ersten
waren Knaben, das letzte ein Mödchen; alle athmeten,

Alebenn n gr Aα
ängsten noch das Mädchen, ungefähr fünf Stunden.
— Die Muiter erholte sich nach dieser Kraftleistung
vollständig und machte ein ganz normales Wochen⸗
zett durch. Daß dieser merkwürdigen Geschichte
eine franzoösische Windbeutelei, keine prahlerische
Aufschneiderei zur Ueberbietung der Berliner Vier⸗
inge zu Grunde liegt, dafür bietet der Umstand
Hhewähr, daß der besagte Fall wissenschaftlich vom
ynäkologischen Standpunkt aus in einem medizini—
Ichen Fachblatt behandelt wird.

Aus Mailand wird der „Disch. Ztg.“ ge⸗
chrieben: „In allen größeren Städten Italiens
aäben sich gewisse Gesellschaften gebildet, deren
Zweck wohl verdient auch im Ausland bekannt zu
verden. Diese Gesellschaften von reichen vorneh—
nen, vaterländisch gesinnten Damen gebildet, ha—
hen die Förderung der heimischen Gewerbe zum
zwecke und stehen unter dem Patronat der Königin
son Italien. Die Mitglieder einer solchen Gesell⸗
haft kleiden sich alle nach einer in Mailand eigens
sierzu gegründeten Modezeitung, sie tragen nur
inheimische Spitzen und Stoffe; jedes ihrer Klei⸗
ungsstücke ist im Lande angefertigt. Die Großen
n das Beispiel gegeben, die Kleinen ahmen es
nach.“ —

Ein großes Unglück hat sich am 12.
stobember in der Schwefelmine von Gessolung auf
der Insel Sicilien ereignet; dasselbe wurde durch
ine Gaserplosion herbeigeführt. Ungefähr hundert
Arbeiter befanden sich beim Eintreten der Katastrophe
n der Mine. ?0 konnten sich retten, 30 blieben
odt. Die ganze Gegend ist in der größten Auf—
egung; es hat sich sofort ein Comitee gebildet, um
zen Familien der Verunglückten Beistand zu leisten.

Dublin, 18. Nov. Die Details über die
xẽ?Aplosion und die Verbrennung des Dampfers
Solway“ (nicht „Severn“, wie es in der Samst.⸗
ser. irrthümlich hieß) sind entsetzlich. Der Dampfer
)efand sich auf der Reise von Belfast nach Swansea
ind hatte außer einem Cargo von Naphtha und
inderen leicht entzündbaren Stoffen auch unglück—
icher Weise 14 Passagiere an Bord; als der Ro—
tabill⸗Lenchtthurm passiert war, explodirte plötzlich
ein Faß Naphtha und in einem Augeublick bildete
das Verdeck nur eine einzige Feuermasse, in welcher
ich 8 Passagiere befanden, welche alsbald zu Asche
verbranuten. Die andern Passagiere wurden schwer
derletzt und sind im Ganzen bis jetzt 18 Personen
zestorben. Fünf Personen welche in ein Boot flüch⸗
eten, werden wohl ebenfalls den Tod gefunden
Jaben, da man bis jetzt nichts von denselben hörte.

pGussischer Durst.) Die statistischen Nach⸗

veise des Ministeriums ergeben, daß im Jahre 1877
n Petersburg verkauft wurden: 2,244,000 Wedro
Schnaps ünd 4,144,000 Wedro Bier. Ein
Vebro — 12,30 Liter.) Vertheilt man dieses
Zuantum auf die Zahl der Einwohner, so kommt
uuf den Einwohner ungefähr 3 Wedro Branntwein
ind 5is3 Wedro Bier. Die schädlichen Folgen

ieses etwas starken Verbrauchs des Branntweins

iußerten sich unter Anderem in dem Umstande, daß

47000 Betrunkene allein von der Polizei auf
her Straße aufgelesen wurden und über 100 Per—⸗

onen an Alkohol⸗Vergiftung erkrankten. In Ueber⸗

instimmung hiermit stehen auch die Todesfälle in

Foige von Alkohol-Vergiftung.

PKonstantinopel, 17. Nov. Die Nach-
cichten über die Ausdehnung der Cholera in der
Sladt Mecca lauten täglich entsetzlicher, indem die—
elbe in der „heiligen Stadt“ allein täglich 500
Opfer verlangt. Die Eigenthümer von Dampfern
verweigern die Aufnahme von Pilgern.

In Amerika nehmen die Diebstähle gewal—
tige Formen an. So hat der Kassirer der Me—
hanics⸗National ⸗Bank zu Neuwark (N.⸗«J.) dieselbe
ach und nach um 2 Millionen Dollars bestohlen.
die Unterschlagungen begannen nach Aussage des
diebes mit dem Jahre 1873. Daß die Entdeckung
etzt erst erfolgte, zeugt nicht gerade von der Umsicht
der Direction. Die Bank sah sich natürlich genöthigt,
hre Thätigkeit zu suspendiren, und weitere Ver—
vicklungen werden die Folge sein.

4 Wie die Chicago „Tribüne“ berichtet, hat der
rockene Sommer des laufenden Jahres einen be—
rächtlichen Ausfall in den Ernteergebnissen verur⸗
achi. Das Aderbau- Departement in Washington
ꝛeziffert das Minderergebniß der Maisernte auf etwa
30 pCt. gegen das Vorjahr.

4 Nach einer Meldung aus Valparaiso vom

ν— 9 α α — 2 *
Zollhäuser; der Schaden beträgt ungefähr eine
Million Dollars.

Gemeinnütziges.

Stehendes Wasser geruchlos zu machen. Das
veste Mittel ist Holzkohlenpulver, das man in das
Wafsser schüttet und in demselben etwas umrührt.
Es setzt sich dann zu Boden, und der Geruch ver⸗
schwindet sofort. Auf den Kubikfuß Wasser be⸗
arf es 10 bis 12 Loth Kohlenpulver. Wichtig für
Drie, wo man schlechte Ziehs oder Schöpfbrunnen
Jat. —
Um sich den Bedarf an Petersilie für die
Winterzeit selbst für einen großen Haushalt zu
ichern, schlägt man folgendes Verfahren ein: Man
nimmt eine Kiste oder ein Faß (z. B. ein Salz⸗
»der ein Mehlfaß) von beliebiger Größe und macht
nit einem zweizoͤlligen Bobrer in einer Entfernung
hon einem Fuß eine Anzahl Löcher in den Seiten
desselben. Dann bringt man auf den Boden des
Befäßes 6 Zoll hoch leichte Erde und steckt zuerst
—E VVVV0
räftige Wurzeln von Petersilienpflanzen mit dem
Fopfe nach außen. Darauf füllt man Erde auf
zis an die zweite Reihe Löcher, steckt in diese eben⸗
alls Wurzeln und fährt mit dem Verfahren in
derselben Weise fort, bis das Gefäß gefüllt ist. Die
Oberfläche der Erde bepflanzt man schließlich nur
noch mit Wurzeln, gießt den Boden, wenn er zu
rocken sein sollte, etwas an und stellt das Gefäß
mn einen hellen und frostfreien Ort, wo man die
Seiten öfters gegen das Licht dreht. Sobald die
Pflanzen grün werden, sieht eine solche Vorrichtung,
die man mehrere Jahre lang benützen kann, gar
aicht übel aus. Die Oberfläche kann man auch
janz oder theilweise mit Schnittlauch bepflanzen.
luf dieselbe Weise kann man im Winter den be⸗
jebten Cichoriensalat treiben.

Dienstesn achrichten.
Der Amisrichter K. Th. Mohr in Ludwigshafen wurde
sjum 2 Staatsanwalt bei dem Landgericht Lan dau befoͤrdert.

Rentbeamter Foltz in Landau wurde nach Lauterecken
ind Rentbeamter Thomsa in Frankenthal nach Landau
versetzt. Rechnungskommissär Stett er in Bayreuth wurde
zum Rentbeamten in Frankenthal befördert.

Die Lehrstelle für den Religionsunterricht der protest.
Schuler der Studienanftalt Speyer mit dem Titel und Rang
ines Gymnasial⸗Professors für die Dauer dieser Funktion
durde dem Pfarrer L. Gümbel in St. Julian auf sein
Anuchen übertragen.

Der Funktionär am Regierungsforstbureau in Ansbach,
Reuscher, wurde zum Oberförster in Otterberg ernannt.

Hauptzollamts⸗Controlleux Mangl in Ludwigshafen
vurde zum Hauptzollamts⸗Controlleur in Pfromten berufen,
Revisfiousbeamter Schmidt in Hof zum Hauptzollamts—
Tontrolleur in Ludwigshafen und Nebenzollamts⸗Kontrolleur
Aignerein Eger zum Zollverwaller in Kaiserslautern
efördert.

Sterbfälle.

Gestorben: in Kaiserslautern quiesc. kgl.
Forstmeister Michael Becker, 83 J. a.; in
d ünchen Frau Maria Loew, geb. Stemmler,
Dberstaatsanwaltswittwe; in Großbockenheim
Frau Katharina Klingel, geb. Kleber 56 J. a.
Virmasens Wilh. Schäfer 65 J. a.
Fur die Redaction verantworilich F. XR. Deme t.

Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dar⸗
gestellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen
W. Voss'schen Katarrhpillen, welche den so lästigen Schnupfen
in wenigen Stunden beseitigen und heftige Lungen- Rachen⸗
ind Kehlkopftatarrhe binnen kürzester Frist in die mildefte
Form überführen, sind (a4 Dose Mk. 1) in fast jeder Apotheke
su haben. Daselbst wird auch eine kleine Broschüre über
dieses neue Heilverfahren von Dr. med. Wittlinger unent-
geltlich abgegeben.

Der Vetter vom Rhein. Ein neuer Kalender aus
Lahr auf das Jahr 1882. Preis 30 Pf. Lahr. Druck
ind Verlag von Chr. Schömperlen.

Ein alter, lieber Bekannter aus der Kalenderliteratur
ist der „‚Vetter vom Rhein“, der auch für das Jahr 188
wieder in volksthümlicher Sprache neben mehreren hübscheit
Erzählungen manches Interessante und Belehrende bringt
was ihn bei Bürger und Landmann beliebt machen wird.“

Täglicher Anzeiger, Elberfeld.)
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        EAnreigeo.

Ich erlaube mir, einem hiesigen, sowie auswärtigen
Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich in hiesiger Stadt neben
Herrn Photograph Ollig eine Niederlage von Grabsteinen er—⸗
richtet habe. Empfehle mich ferner zur Anfertigung von Figuren,
Altären, Bauarbeiten, in jedem gewünschten Style, unter Zu—
sicherung reeller und billiger Preise.

Wegen Bestellungen wende man sich gefälligst an Herrn
Photograhh Ollig oder Herrn Maurermeister Hellenthal,
welche jeden Auftrag besorgen werden.

Achtungsvoll
Friedrich Mohr.
Bildhauerei Zweibrücken-St. Ingbert.

ooeben ist bel Alhan Horn in Berlin S. W, Tempelhotfer belꝶ
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Deutscher Rrieger
Vereins- und Haus-Bibliothek.
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I. Serio. — Heft 1. — Jeden Monat 1 Heft.

inhalt des ersten Heftes:

. Muster-Statut, für rieger-Vereine, empfohlen
von der Königl. Preuss. Regierung. — 2. Der Hausarzt;
die Krankheiten alphabetisch georänet. — 3. Die Mörder
Rai. Erzählung von A. D. - 4 Anleitung zur Dar-
itelIungz lebender Bilder. — 5. Deelamationen
XXE
ron der Frau; Bete zu Gott für den Vater; Im Biwak; Die
varmherzigen Samariter. - 6 Unserm eIde ngreis,
dem Deutsehen Kaiser? — 7. Lα men
liungeun: Versandt der Kartoffeln im Winter; das éerste Früh-
ahrsgemüse; Conservirung von Geschirr und Lederzeug; Milch
ind Kalkwasser; Frosthalsam; Fleckwasser; Schmiere für Schuh-
verk; Friction gegen Schlaflosigkeit; verwerthung der Bier-
halen. - 8. Humorixtisehes für denm Sta i n- umél
Famnibientisehn. — 9. Briefkasten. — 10. 2wei Preis-Auf-
zaben, — 11. Subseribenten-Vérzeichniss. — 12. Anzeigen.

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der „Et. Ingberter Dnzeiger“ er Heint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungs
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10 H Zuftellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Insera:en aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,

auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 13 H, bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
AMA 195. *— Donnerstag, 24. November 1881.

16. Jahrg.
Politische Uebersicht.

Vereinigung 48, Nationalliberale 45, Reichsbartei
27, Volkspartei 7.

Zwischen Conservativen und Centrum
inden, nach der „Fr. Pr.“, Besprechungen statt,
velche den Zweck haden, sich über diejenigen Punkte
in verständigen, in denen ei FZusammengehen
moöglich ist.

Es ist durchaus nicht zu leugnen, daß die im
xtat des deutschen Reiches zum Ausdruck
ommende Finanzlage eine befriedigende ist.
dach der Einführung so außerordentlicher Zoll- und
“„teuererhöhungen, wie die von 1879, könnte es
uch gar nicht anders sein. Den Matrikularbei—
rägen von 116 Millionen Mark steht eine Heraus—
ahlung von 83,400,000 Mark an die Bundes⸗
taaten gegenüber. Bis auf 32 bis 33 Millionen
Nark sind die Matrikularbeiträge also thatsächlich
eseitigt, da erst für den Etat pro 1883 —84 der
osle Ertrag der Tabaksteuer-Erhöhung in Ansatz
ommen wird (die Steigerung tritt bekanntlich stufen⸗
veise ein) uud da die Zollerhöhungen von 1879
leigende Erträge ergeben dürften, sobald wirklich
ine wesentliche Besserung der wirthschaftlichen Ver⸗
zältnisse erfolgt.

Plakate herabreißen ließ, welche die Inschrift trugen
„Es lebe die Republik! Nieder mit der Monardie!
Nieder mit dem österreichischen Obersten, der sie
repräsentirt!“ Verhaftungen wurden vorgenommen,
die eigentlichen Urheber der Demonstration aber
zisher nicht ausfindig gemacht.

Durch einen eigenthümlichen Zwischenfall wurden
im Montag die Verhandlungen der italienischen
Deputirtenkammer momentan unter—
»rochen. Während der Berathung des Budgets
iel nämlich von der Tribüne ein Revolver in den
*itzungssaal vor die Bank der Commission, ohne
ꝛdoch loszugehen. Der Präsident ordnete die so⸗
ortige Verhaftung des Schuldigen an. Nach einer
urzen Pause wurde sodann die Berathung des
Budgets fortgesett.

Nach einer Petersburger Meldung! des
„Tageblatt“ erging seitens des Hofministeriums der
Befehl, daß bis zum 1. Mai sämmtliche Vorbereit⸗
ungen zur Krönung in Moskau beendet sein
müßten.

Deutsches Reich.
München, 22. No. In der Abgeord⸗

Atenkammer verlas heute der Minister des
znnern eine königliche Botschaft, wonach die Land⸗
agssession bis zum 81. November verlängert
vird. Den Gesetzentwurf betr. die Fortdauer des
Nalzaufschlass nahm die Kammer mit 89 gegen
32 Stimmen nach dem Ausschußantrag an, wonach
»ie Forterhebung nur für drei Monate des Jahres
1882 genehmigt wird. Referent Ruppert hob
jegenüber - der vom Finanzminister geäußerten Be—
jenken hervor, daß bei der Stellung der Mehrheit
zeit des Hauses gegenüber dem Ministerium alle
onstigen Gründe in den Hintergrund treten müßten.

Nach einer auf zuverlässigen Informationen be—
uhenden Mittheilung des „Berl. Tagbl.“ findet
wischen Hohenschwangau, dem augenblick⸗
ichen Aufenthalte des Königs von Baiern,
ind den Ministerien in der Residenz Tag für Tag
in sehr lebhafter telegraphischer Verkehr statt. Um
velche Fragen es sich dabei handeln dürfte, läßt
iich aus den Schwierigkeiten, mit denen das bairische
Ministerium unter dem Ansturm der Kammer—
najorität zu kämpfen hat, recht leicht schließen.

Berlin, 22. Nop. Die „Nord. Allgem. Ztg.“
chreibt: Im Hinblick auf die epochemachende Be—
»eutung der kaiserlichen Botschaft, mit welcher
er Reichstag eröffnet wurde, ordnete der Minister
es Innern an, daß dieselbe in Plakatform und in
ämmtlichen Gemeinden des preußischen Staates
zurch Anschlag an den für Bekanntmachung lokaler
Herordnungen bestimmten Oertlichkeiten besonders
ur öffentlichen Kenntniß gebracht werden soll.

Berlin, 22. Nor. Das Unwohlsein des
daisers ist noch nicht beseitigt, es ist eine hef⸗
ige Erkältung mit häufigerem Hustenreiz und,
venn auch unbedenklich, so doch Schonung gebietend.

Berlin, 23. Nov. Der „Reichs-Anzeiger“
chreibt: Das Befinden des Kaisers ist noch nicht
)er Art, daß er das Zimmer verlassen kann. Die
Nachtruhe war durch empfindliche Unterleibs-Be⸗
chwerden gestört. Der Kaiser mußte sich auf die
Erledigung der nothwendigsten Regierungs-Geschäfte
heschränken. Die Letzlinger Hofjagden wurden auf
den 28. November vertagt, weil der Kronprinz
urch Erkrankung der Prinzessin Sophie verhindert.
ieselben am 25. abzuhalten.

Berlin, 22, No. Der Bundesrath be—
chloß heute die Verlängerung des sogen. kleinen
Zelagerungszustandes (Verbot des Waffentragens ꝛc.)
ür Berlin.

Die „Kreuzzeitung“ schreibt: „Ueber die viel—
achen Gerüchte, welche in Bezug auf die Ernen—⸗
iung eines Vicckanzlers, sei es aus dem Be—
eiche der parlamentarischen Größen, seies aus
zureaukratischen Kreisen, umlaufen, glauben wir be—
timmtere Mittheilungen noch abwarten zu müssen.
Zisher sind alle betreffenden Gerüchte wohl nur
er Reflex wechselnder Erwägungen, und wir nehmen
in, daß sich festes erst ergeben wird, sobald der
kReichstag über materielle Vorlagen Beschluß gefaßt
aben wird.“ —9—

Der Seniorenkonvent des deutschen
Reichstags einigte sich am 22. d. über die
iumerische Vertretung der einzelnen Fraktionen in
sen Kommissionen und stellte dabei die Stärke der
zraktionen unter Berücksichtigung der Doppel- und
deuwahlen folgendermaßen fest: Centrum 110,
Fortschritt 60, Deutschkonservative 50, liberale

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 24. Nov. Das kgl. Berg⸗
amt dahier gibt bekannt, daß die Lieferung von
28000 kg. Rüböl für die kgl. Grube St. Ingbert
und 4000 kg. Rüböl für die kgl Grube Mittel⸗
bexbach im Submissionswege vergeben. werden soll.
Offerten sind bis zum Donnerstag, 1. Dez., Nach—
mittags 2 Uhr, bei der ansschreibenden Stelle,
woselbst auch die Lieferungsbedingungen eingesehen
werden können, einzureichen.

* St. Ingbert, 24. Nov. Trotzdem unsere
Polizei auf den Wochenmärkten auf die zum Ver—
taufe gebrachte Waare ein sehr scharfes Auge hat,
wird es doch immer wieder versucht, besonders durch
mindergewichtige Waare, das kaufende Publikum zu
benachtheiligen. Auch gestern machte eine Frau
aus Neuhäusel diesen Versuch mit einigen Pfund
mindergewichtiger Butter. Diese wurde jedoch von
der Polizei confisziert und später zur Vertheilung
an Stadtarme gebracht, wie dies in solchen Fällen
üblich ist. —

*St. Ingbert, 24. Nov. Wie uns mitge—
theilt wird, trifft Anfang nächster Woche die be—
kannte Böhm'sche Menagerie, die gegenwärtig
in Si. Johann weilt, hier ein. Dieselbe ist sehr
reichhaltig und wird sich besonders unsere Jugend
treuen, einmal so seltene Gäste hier zu sehen.

*St. Ingbert, 24. Nopd. Dem „Franken⸗
thaler Tagebl.“ Nr. 275 entnehmen wir, daß der
Täcilien-Verein zu Frankenthal in einer am
etzten Dienstag Abend stattgehabten General-Ver⸗
ammlung beschlossen hat, mit dem Dirigenten des
Jiesigen Musikvereins, Herrn Schad ewitz, wegen
lebernahme der Dirigentenstelle in obengenanntem
Verein in Unterhandlung zu treten. Das Blatt
hemerkt, daß an deren günstigem Abschluß jetzt schon
nicht mehr zu zweifeln ist. Wir könnten in diesem
Falle dem Cäcilien-Verein zu Franlenthal nur gra—
ulieren und würden uns ebenso freuen, wenn Herr
Schadewitz in Frankenthal ein seiner bedeutenden
nusikalischen Befähigung und Leistungsfähigkeit
ntsprechendes Engagement fände.

Bebelsheim, 22. Nov. Heute Nacht
hrach in den Gebäulichkeiten des Mehlhändlers
Zärche hier bei dessen Abwesenheit Feuer aus,
»as so rasch um sich griff, daß in kurzer Zeit zwei
däuser mit Scheuern und Ställen vollständig ab—
Jebrannt waren. Zwei Nachbarhäuser konnten
nur theilweise gerettet werden. Die Feuerwehren
Rreier benachbartrn Gemeinden waren an der Brand⸗

Ausland.

Paris, 22. Nov. Die Mission des Grafen
herbert Bismarck nach, London als Sekretär der
Heutschen Botschaft soll nach einem Londoner Te—
egramm in Paris ernste Gründe haben. „Der
zohn des Kanzlers soll nämlich dem Foreign-
Iffice die freie Verfügung anbieten und im Na—
nen seines Vaters dafür einstehen, daß keine Macht,
velche Interessen im Mittelmeer hat, Schwierig—
eiten erheben werde, die über die erlaubten Gren⸗
en diplomatischer Mittheilungen hinausgingen.
Nit anderen Worten, Deutschland, über die herz—
ichen Beziehungen zwischen Frankreich und Eng—
and ärgerlich, wenn nicht gar beunruhigt, wolle
as finanziell⸗politische Pfand, welches die beiden
zroßen Westmächte in Egypten genommen haben,
n einen Zankapfel verwandeln und wäre deßhalb
uuf die Idee verfallen, das ganze Eigenthum des
dillandes England allein anzubieten. Die
Nission des Grafen Herbert wäre eine geheime
ind von der amtlichen Wirksamkeit des Grafen
Nünster, seines Vorgesetzten, vollkommen unab—
sängig.“ — Man hat es hier offenbar nur mit
iner Hypothese, einem Fühler zu thun.
Nachdem der Besuch Gambettas in Varzin
on verschiedenen Seiten in so energischer Weise
ementirt worden ist, wird eine neue Lesart gleich—
eitig übermittelt, die wir wenigstens unsern Lesern
richt vorenthalten wollen. Danach hätte Gambetta
in der russischen Grenze eine Zusammenkunft mit
inem hervorragenden russischen Staatsmanne gehabt.
don einer Seite wird ganz bestimmt Graf Igna—
ie w genannt. Die Passage so nahe an Varzin
orübet, so schreibt man der „National⸗Zeitung“,
var durch die Zielrichtung der Reise bedingt, auch
ollte sie wohl dazu dienen, deren eigentlichen Zweck
u maskiren. Die Voraussetzung, daß Gawbetta
zei Fürst Bismarck vorsprach, wird durch die Um—
tände an und für sich sehr wenig unterstützt, es
ag aber vielleicht im Interesse des Ersteren, um
der Wirkung in Wien willen sie anzuregen, wie
enn ein derartiges Motiv auf russischer Seite bei
»er Danziger Zusammenkunft neben andern be—
timmend gewesen sein mag.

Rom, 22. Nov. Die römische Polizei unter⸗
rückte gestern eine antimonarchische De—
nonstration, indem sie eine Anzahl rother
        <pb n="758" />
        .e, R.α. α re Thargteit darauf be⸗
schränken, die angrenzenden Gebäude vor dem Feuer
zu schützen. Wie ich vernehme, haben sämmtliche
Betheiligte versichert. Bereits heute Nachmittag be—⸗
sichtigte der Herr Bezirksamtmann die Brandstätte.
eber Entstehung des Feuers ist nichts bekannt.

— Homburg, 23. Nov. Heute Morgen um
3 Uhr ertönte Feuerlärm: es brannte in dem
am Schloßberg gelegenen Hause des Wirthes Se i⸗
bert. Das Mobiliar wurde größtenth eils gerettet;
am Gebäude selbst konnte wenig gethan werden, da
hei der hohen Lage desselben nicht genügend Wasser
hdeigebracht zu werden vermochte. (3w. 3.)

— Als Kuriosität meldet die „d. Z.“, daß der
Nachtwächter von Wolfstein am 22. dos. sein
35jähriges Dienstjubiläum feiert. Freunde des
Jubilars wollen die willkommene Gelegenheit zu
einer kleinen Festlichkeit benützen.

— Eßweiler. Das Kind der Wittwe Drei—
fuß ist am dorigen Freitag seinen Verletzungen
Erlegen; sie selbst lebt noch, obwohl man fsie an—
fänglich unrettbar verloren glaubte, und es soll
sogar Hoffnung bestehen, sie am Leben zu erhalten.

— Kaiserslautern, 22. Nop. Die Ver—⸗
handlung über die Berufung des Redacteurs der
„Pfälz. Vdlksztg.“ Hrn. Gottrand gegen das Urtheil
in der Sache des Hrn. Sick (Speyer) wurde in der
heutigen Sitzung des kgl. Landgerichtes aus den 20
Dec. vertagt. (K. 3.)

— Wie die „Pfälzer Presse“ erfährt, ist Mili—⸗
tärpersonen in Würzburg das Lesen dieses Blattes
untersagt worden. Der Grund sür dieses Verbot
ist der Redaktion nicht bekannt.

»orzüglich bewahren. Die durch den Frost hervor⸗
jerufenen Radreifenbrüche haben den ersten Anlaß
zu diesen Versuchen gegeben.

FF Aus Barmen berichtet die „Westf. Post“:
der hier vor einigen Tagen verstorbene Herr Ludwig
kingel, der schon zu seinen Lebzeiten Beweise seines
oohlthätigen Sinnes an den Tag gelegt hat, soll
ür verschiedene Zwecke großartige Legate ausgesetzt
jaben: Der Unterbarmer Gemeinde 400,000 Mt.
um Bau einer Kirche; dem Verschönerungsverein
00,000 Mt.; der Stadt Lennep als seinem Ge—⸗
urtsorte 100,000, der hiesigen Konzertgesellschaft
10,000 Mk. Weiter sollen fast sämmtliche christ⸗
iche und wohlthätige Vereine unseres Thales mit
iamhaften Summen bedacht sein. Im Ganzen
ollen sich die Vermächtnisse auf 1 Million belaufen.

F Bremen, 21. Nov. Seit 8 Uhr Nach—⸗
nittag steht das Kesselhaus der Raffinerie der
deutschen Petroleumbohr⸗-Gesellschaft in Peine in
xlammen. Wind ist von den übrigen Gebäuden
ib gewendet. (Fr. 3.)
In Gumbinnen erschoß der Obersecundaner
lurschab bei'm Spielen mit einem Revolver seinen
tudirenden Stubengenossen Weinert. Am nüchsten
MNorgen wurde er selbst todt am Flußufer gefunden;
ius Schreck und Augst hatte er sich erschossen!

F Mühlhausen Elsaß), 19. Nov. Gestern
purde hier der Kassier des Vorschußvereins, Matt⸗
nann, der beschuldigt war, mittelst Fälschungen
24,000 Mark aus der ihm anvertrauten Kasse
niwendet zu haben, an seiner Kasse aretirt. Dieser
Vorfall erregt hier, wo Mattmann allgemeine Achtung
jenoß, ungeheueres Aufsehen.

F Ein recht betrübendes Zeichen der Zeit find
gie erschreckend zahlreichen Annoncen der Berliner
Zlätter, in denen Kinder zum Verschenken ausge—
oten werden. Dutzendweise kann man derartige
Ifferten lesen. Das Unerhörteste aber ist wohl
im Sonnabend geleistet worden. Da bietet in
iiner der gelesensten Zeitungen eine Wittwe ihre
pier Kinder mit einem Male aus, und zwar —
vegen Mangel an Raum.

F Das Erdbeben vom 19. Nov. wurde auch
in der Schweiz und im größten Theil Bel—

giens verspürt.

- Vie deutsche Einwanderung in Texae
nimmt an Bedeutung zu. Die Meisten werden
sich im Westen des großen Staates ansiedeln. Auf
dem Bremer Dampfer „Prinz Friedrich Wilhelm“
rafen in Galveston 800 Deutsche ein. Aus Eng.
land sind 390 Emigranten in New⸗Orleans ein—
getroffen, welche auch Texas zu ihrer Heimat machen
vollen, und die Ankunft von 250 Intalienern,
velche auf dem Wege nach Texas sind, erwartet
nan täglich. Die letzteren sind von der New-York-
Texas⸗ und Mex.⸗Eisenbahnkompagnie angeworben.
um am Bahnbau zu arbeiten.

F Um fich einen Begriff von der furchtbaren
berheerung zu machen, welche die Waldbrände in
Michigan angerichtet haben, braucht man nur zu
edenken, daß der Gesammtschaden in fünf Graf—
chaften 2,3336. 413 Dollars beträgt. Es wurden
erstört: 1147 Wohnhäuser, 28 Schulhäuser, 8
dirchen, 12 Hotels, 130 Läden und Offices, 34
MNühlen und 20 Lagerhäuser.

Sterbfälle.

Gestorben: in Kaiserslautern Emil Salz—
nann, 44 J. a.; in Wollmesheim Jakob
duhn, Bäcker, 48. J. a.; in Albersweiler
Ftrau Elisabetha Zwick, geb. Zwick, 63 J. a.;
n Otterstadt Anna, 22 Jahre alte Tochtet
des Lehrers Hoffelder; in Speyer Wilhelm
Wurz; in Neustadt Frau Barbara Bruscken⸗
»urg, geb. Becker, 27. J. a.; in Heiligen—
wvald der Bergschüler Ludwig Resch, 29 J. a.

Vermischtes.

F München, 22. Nov. Se. k. H. Herzog
Karl Theodor von Bayern (bekanntlich Medi—
ziner) hat in der vergangenen Woche in der Bill⸗
roth'schen Klinik zu Wien an einem Manne mit
tußerst glücklichem Erfolge die Zungenkrebsoperation
dollzogen.

F Eisenbahnräder aus Papier.) Die
gl. preußische Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M.
äßt probeweise Eisenbahnwagenräder aus Papier⸗
nasse in Gebrauch nehmen. Dieselben sollen sich

Marktberichte.

Homburg, 23. November. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
ilienmartt.) Weizen 12 M. 49 Pf., Korn 19 M. 5 Pf
S„pelzkern — M. — Pf. Spelz 8 M. 50 Pf., Gerste.
reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige — M. — Pjf.,
dafer'7 M. 30 Pf. Mischfrucht 10 Mes6 Pfl, Erbsen
— M. — Pf., Widen — M. — pf., Bohnen 0 M
— Pf., Kleesamen — M. — pf., Kornbrod 6 Pfund
Pf, Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochjenfleisch — Pf,
Kindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelneisch — Pi,
Schweinefleisch 50 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. as pf.
dartoffeln per Ztr. 1I M. 50 pf.
Fur die Redaction verantwortlich F. XR Dement.

—
Aufruf.

Die von der LRebens⸗ und Penstons⸗Versicherungs-Gesellschaft
„Jan u s“ in Hamburg unterm 29. Januar 1872 ausgestellte Police
Rr. 34078 über Rh. flin. 5000. —, lautend auf das Leben des Herrn Lud⸗
wig Bechthold in St. Ingbert, ist angeblich verloren und werden Alle,
velche Ansprüche an dieselbe zu haben vermeinen, aufgefordert, solche sofort
und spätestens bis zum 24. Dezember d. J. bei der unterzeichneten Di⸗
rektion bei Vermeidung der Präclusion geltend zu machen.

Hamburg, den 24. September 1881.
Die Direktion
der Eebens⸗ und Pensijons⸗Versicherungs⸗Gesellschaft, FJanus.“
Ernst Schmidt. Ppoling
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ist wieder angekommen, per Schoppen
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reimuster, sowie einer Beilage mit dStickereimuster, sowie einer Bei-
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——2——— —52 585365* — 25 — c—23—8———5 ——* 255 — 2z23255255 —52 53
— —3 ——3 55 338 * 3 z255553* 59 535 — 00
⸗ 22 s — 3 2 * —
—325325 23 *48* 6 E—2⏑83 * * — *3—52238 c
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52 35335557* 225 —5 5*85— 755 *528 —3555—3335553 575
8355—5—58 35 5 58 —5— 35323 32220— 3555 — 5
25 22*5 7—5* 4 33 8358582 —7 *5* — —8 2252 *
—5357855 2375 233 272 — —
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5522653 * s355. *3 *257 58 5
2535836 5* — — 35 *47 ——5 —5 8*
5 25 28 * * 7 3 — 2. * * 3 55 * 8
25 — * —3 —A j S
235355 F 557 — ——— — 83
5595538. 73— 385253 p 5 7— —532268 —57—353—*2 52
—z28.— 3832 — 7 728. 2 5I —E 555 553528 2
5*55232 ——— — 5757 555* —A — 15 72cE — 2 ⸗5
3 3 3 54 3837 8538 *754487
8 — — — 92*2 —— — — —* —A— ——
—*.55 2 * — »73 — — — 2* —58 —155*225 * 83
— ——— 22 2 * J 382 — *888 ——z2
5 *5E — —— — —— —— — ——— 0 833—8553 2*8 8* —3 *8 555
* — — —3 8 * 535—— 85552 5
2 —8 3* 52* 58722 — 8 383 * — *
2533838248 38 337853885
* * * —— —— —28 8 226* 5* S — —8 — 8
E 23 5355 —5 —— 3 — g 222 — 232
———— — 388553 2—3 82253 »528227* 55 4 223535 2 —
——
8 —— 25 5 * —*—2 — 52 J—— 515 232 * 2. 55 *
— 88 * 217 22 *382 — — — —5275
7——2— ——225 553335* — ——— 8287—85 2*
z222353 —2* 235382 5 52 2 —*&amp;—— 35232 8 5552 —— 2 ——— 52
223 — 5—2653—— *32 2 * 8 —X c ac * 28 ———
—— — — 62 —————
338* S 873 85 338353
— 2 2 2 8 2 5 *
3555606 5608 —55 — 83— —8 6 — E. 2 46 ——
—
212
— 255 3253
8 *5.78 33 28 35*
de 52. 3 — 2 2.2 *
5s5 52 5528 838 23 5333* 2335555233 7f5 238
5* * 528 528 —* *5 3*53 —5*82 — 5532 * — 2
2 —8 2 3 533 5* 5 2 ——— 25222— 82 —
— 3 2 —— — 5383 2— 2— —2532538528 25332252
—A 52 5—3838 6* »53—5 — — 835 *7 15555
2 2 5 22 — 238 —E E
2 3 255 — — 5353338 —— ———
A8 * * 52* * ——— —A⏑—— 5 523 — —

—2 7 — 5352 528 —A —— 5333—33325 8 *8 238
2 5 SE 8 — —— — 533—25 25 37 — 322
—7— 7* — 2 2 35 58 2 2. 2 2 5
5— 55.2 —à2 55 5 35 — 258 258 8
⸗ 222 3 22 34 —— 2 *

35 8.5553 — 253* — —32322 8 525872
3 — VD ———— 25 —823 5855 S7—5 5425 58—*5552
32 2 ——— — —S— — — — —3— — 25 EISS — — ——
535 2 232—555 S — 252 58— —223 25253 275 2 —5
4 —53 —*555 5755* 8 ——— 23387355 338
— * 25358 —5 5*23 135785833575 2*833855
22 * 25 555 3 —— 573 —— ——— 2.5 53z23505 —AA

—388 5—552 —5 —z—3 35838 2z25* —— 538—58 z55z—2
275 —z35—5—83 2553 —555 3 275232 552 5 23233335
8 325 5 25 —3308 5 —55 i 3 — 8 —«— 222 F —A —
—A — 32 2E2 Son ——— 272 — * 3 ———2— —* —3.—
328 35378 A— 3585 7 * —83858
53 8 — — 255 3228 2 2 2360 2 —* 28. — 8
—358 53855 z85 3388 25355*2552 —
* 7 32 — * —— — 5— 2325—2 222 2553383 5* ——A

s * 2852 — — 2 — 55 532 S5 2 8 — —352 *2*
30 8 — 2 55 —5 —2586&amp; 5 57 —— — ——— 2553
3 *2 532 5 —2 —— — 2 — — * * —— ——— — 2 — 32
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2 2.2 —*8

222 8 5 —22

5857 358 3. 2833523—

—— 8 — — — 22 2 —2

335 3758 535*83 585525855 5583—5—8 7383

8 2 2 22 — — —E— 55 552925 22 2852

38 228 * 8 — —22 2 — — — 227 5 8 88

23 —A 5* 232* ———— —A — — —* * 52 2* *

3 2 53225 23 — — — 2 —2 —33383 —55

3 2 22* * 5353 23832 235 —A — *5 * 5258

3537 35 75 54325*5 —28235355858 52526 53 358

255 355 —— 3228* 5585 5388355 2— *

25 5222 B 82 — — S — —

5583 83*5 . 2875 —828— 2S7 S 72722 528 322
—2 J —*5 2 ⁊ *

—— — 325 — 32* —— 32 5235 523
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22 23* 257 * 2 22 2 7 22 * 5252 2 2
* — 302 — 8 E 8 —A 5 * —Eo — 2*
5255 5 52 5253524 — 2 5—3
52 — 538— * 5538 5 — —355 3535
5283 33357 53 23* —— —
5223 32355 8—2 3522284 —s 8* 4
553 33 58 2535752* 32335558 —ã — — —A

—52 2 * ——— 255 * — —e 23553 53383587 —535555533
255 33—55 2 80 255323 55. 75528 552 5 53586
— 2 — — 5 — * *
75383 33553 553323 — 5 805 — 3538*
2 — 2* — 2223823* 2 5 R * — 5287 — 555 E
338 5227 — 572 —D — 528*
55 85355 — — —A 23 335——5852 555S5255
z55 8 *8— A7E55— 2 2855 7 23z253 —75 55 2 —28* 2285 5 252
2 —2 — — Sag — — —— 3* ——e— zz — 2 — —— 257 5 55
55* 5533258 2233 55335— 52 8— 587— — —253
58 22353538 ——388 —E 2298 2 —— 2 —— —z72
23 2333575— 378732 — — —A —
* 2 — — B8 — 2 * * 8 * 32 8
2523 — ——— —8 27 * * z 385 *
s— — 288—32 77 — 2225 —— 2 — * 5 22 MO — 23382
2 ———— * 2 52* S3388 —— — 2 8
—— 52 — 7 3,27 — 535323233255 — 582 — 5 —* —A
3 — 288*277 S27 —52 5*
—— F — — 5* 5 22 * * —— — * — 33
5— 25 36 8* 83583 z2557 — 578525 3355223 235 832328
— 2 — 2538 TSG65
2 —2 —5 8 —A — 924
J — —— — — ——
— D0
272 2382 2 9 5—228222 —— 1352 7 * *224 —— —22
335533383— »55355 55512 52 3283 8325 55
—27 A ** J 55 — 2 S* —— 52* 25 32
—— ——585 — — 2352 835255 35
2 — * *
3 653232 86 — 577533 —— 42 23 3538 60
9 23222 — — —22 5238 s2 5 * 8 — 2 2
* 5223—87 —3S5 5 * * 5—55 ——33 5*
2* *8252 5 5 — —523207 2 5 3 —
23232* —A 2 — 2*552 525 * 532 2 —— — —
28* * 55 * — — 2584 22 5 5 — ——— —I 53
— —— — 82 — 25 525 55*35 *
* — —UVB 232 : — 2 2 2 ——— 52
5——5 5 33 — —5—5 2 52 3275 5
5352 7533372 57 —XX 2—37—2222 —25355 55558 —
2575558 7553 4333— 7 55 633 33355 —
— 8— 83 2 —13 23227* 2 2 — 2 22222 —5* 2 * — 2 * 28
—6 — 85—2 ⏑ —8 —7* 35 523258538 25
2 27—2 — — ——5 — 22 2 —72 5— —2*2722 —222 23* ——— —— 2
—85535—5—235 5254 325 5233325 — —— 2 „85 * —
323335—3*555 —5383 383 2352 755
88 25857 885 2*852* z55 5 2 2325 2 3
* 2* 2 * * 2 2 D 2 3 —— —E —
55 —— 52 * 2 2 — 5 5— * — —2232 3 E —— — — 233 *
325 53*53532— 5 3 — ——— 3—57 55— 325c55 7
5 252 333— —* 23 3* 232 53* — — * 2 — * —
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2 * — 2* —— — — 2* * 2
2233 5S—55525* 5 22 2 —— *28 * Ez222— 25235 728 5 52
78 3 — ——5 5 558 — —3—853 —5* 55 57835353 *
52 55 — — —83 27m* —A —— — 2 * —— 9
8 5 0 ——
— 6 5233 5*35 —535 5 — —235533 53
—* 2 * — — —— —— * 6 *— — 2 —
5555 —— 225 — 8* 35 — ——— 52822 — — — 3 22.53232533
—— 5 — — 885 ñ — 2* 235 — *** 2 S
— —— 53583*57 E * 2 F — — 7 25 32 — 8 28* 32 —
—2 * —I — . : — * — . — 3 7 D5
335 — 583348 —2S —
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5 23 2 5 32353 ——35582833
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3525 3833 3255 ———— 5338335233
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52 —5 22232 — 23533 522 3227 7 5* ——
272. 2 2.3 * —— 27* 2533 5 — —5355 28c. 5
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        ↄl. Iundherter Amzeiser.
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— — — — — — — — — — — — — — — — —— —
der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerotag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs
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B Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraren aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,

auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 13 H, bei Reclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
A 196.

Samstag, 26. November 1881.
16 Jahrg
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

nochte. Ein Petent verlangt uämlich nichts weni⸗
jer als — die Wohlthat der Wiedereinführung der
ꝛeibeigenschaft.

Berlin, 24. Nop. Zur Tagesordnung der
jeutigen Reichstagssitzung, erste Berathung
des Reichshaushaltsetats, bemerkt die
Zerliner „Post“: „Die beiden konservativen Frak—
ionen befinden sich in doppelt ungünstiger Lage.
Finmal ist es an sich eine schwierige und undank—
»are Aufgabe, die Regierung bei der Vertheidigung
u unterstuͤtzen, andererseits fehlen gerade Diejenigen,
velche sonst bei dergleichen Anlässen das Wort zu
ühren pstegten. Ihre Aussichten für die besdor—
tehende Redeschlacht sind daher nicht besondere.
führte dieselbe zu einer Klärung der zur Zeit noch
echt unklaren Situation, so wäre damit ein wesent⸗
icher Schritt vorwärts gethan, allein ein solcher
ẽrfolg ist mindestens zweifelhaft. Inzwischen liefern
»ie Ultramontanen in Bayern lehrreiche Beispiele
iber den Nutzen der parlamentarischen Regierungs⸗
orm und des unbeschränkten Steuerbewilligungs-
echts vom nationalen und politischen Gesichtspunkte.

Berlin, 24. Nov. Für die heute beginnende
rste Berathung des Haushaltsetats sind drei
dage in Aussicht genommen; die Debatte wird sich
oraussichtlich über das ganze weite Gebiet unserer
nneren Politik erstrecken; die Anwesenheit des
deichskanzlers und sein Eingreifen in die Verhand—
ung wird mit Bestimmtheit erwartet. Man wird
vohl annehmen dürfen, daß auch der gegenwärtige
5tand der kirchenpolitischen Frage nicht unberührt
leibt; der Etat des auswärtigen Amtes dürfte zu
herreinziehung dieser Frage einen geeigneten Anlaß
neten. Bezuͤglich der weiteren geschäftlichen Be—
andlung des Etats werden die auch früher üblichen
Inordnungen getroffen, gewisse herkömmliche Par—⸗
eien in die Budgetkommission verwiesen, der grö—
ere Theil auch in zweiter Lesung im Plenum
erhandelt werden. In vierzehn Tagen kann die
zudgetberathung vollendet werden und, falls nicht
ieue große Vorlagen eingehen, stände nichts im
Wege, die Reichstagssession an Weihnachten zu
hließen bezw. zu vertagen.

In der „Nordd. Allg. Ztg.“ wird darüber Be—
hwerde geführt, daß, trotzdem manche Jahresbe—⸗
ichte der Handelskammer zugeben müssen,
aß ein Aufschwung auf dem Gebiete des Han—
els und Verkehrs stattgefunden hat, sie doch mit
er Behauptung schließen, die geschäftliche Thätig⸗
eit liege darnieder. Die „Norddeutsche“ fügt hinzu:
Diese Berichte sind amtliche Actenstücke; ihre Er—
tattung beruht auf gesetzlicher Vorschrift und ihr
Inhalt beansprucht amtlichen Glauben. Es hat
ins daher nicht überrascht, zu hören, daß die Staats⸗
egierung beabsichtigt, gegen die Verfasser dieser
n sich widerspruchsvollen amtlichen Aktenstücke zu—
zächst mit verantwortlicher Vernehmung vorzugehen,
im danach zu erwägen, ob und welches weitere
eeheen nach Maßgabe der Gesetze angezeiat er⸗
cheint.

Im Reichsamt des Innern werden die Vorarbeiten
ür das Unfallversicherungsgesetz, welches
n umgearbeiteter Form dem Reichstage zugehen
oll, eifrig betrieben. Es ist bekannt, daß das Zu—⸗
tandekommen des Unfallgesetzes in der letzten Reichs-
agssession hauptsächlich an dem Verlangen des
deichskanzlers nach einem Staatszuschuß zu den
Zersicherungsprämien scheiterte. Nach der „Fr. Z.“
ukommenden Mittheilungen beabsichtigt der Reichs—
anzler insofern eine kleine Konzession zu machen,
als er diesen Zuschuß nicht für immer, sondern nur
ntermediär, für eine bestimmte Reihe von Jahren

bewilligt wissen will. Es ist dies ein Vorschlag.
der schon während der letzten Berathung des Unfall⸗
jesetzes im Reichstage sporadisch auftrat, dort aber
o gut wie gar keinen Anklang fand. In den
reisen der Reichsregierung wird für diesen tempo—
ären Staatszuschuß geltend gemacht, daß aus den
dreisen der Industrie auf das Bestimmteste ver—
ichert wird, dieselbe werde die von ihr verlangten
Ipfer für die Versicherung der Arbeiter nicht bringen
önnen. Im Uebrigen verlautet noch, das korpo—⸗
rative Verbände der Arbeitgeber und Arbeiter ge—
chaffen werden sollen, die unter der Oberaufsicht
ind Mitwirkung des Staates zu funktionieren haben
verden.

Berlin, 283. Okt. (Die Wirkungen des So—
ialistengesetzes.) Wenn gestern der Bundesrath die
Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes für
Berlin auf ein Jahr beschlossen hat, so muß es
ls anerkennenswerth erscheinen, daß die Reichsre⸗
ierung noch vor dieser Beschlußfassung dem Reichs—
age eine Denkschrift hat zugehen lassen, in der sie
Kechenschaft gibt, welche zufolge der Bestimmung
nng 28 Absatz 2 des Gesetzes gegen die gemein—
efahrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom
»J. Oktober 1878 im preußischen, sächsischen und ham⸗
uurgischen Gebiete getroffen sind. Den Motiven, welche
ie Regierungen der verschiedenen Staaten hierbei leite⸗
en, wird man im großen Ganzen seine Zustimmung nicht
ersagen können. Daß das Krebsgeschwür der So—
ialdemokratie, welches an dem so gesunden Körper
jes Deutschen Reiches haftet, noch lange nicht be—
eitigt ist, haben außer anderen Anzeichen weniger
iie Resultate der Wahlen, welche durch Fraktions⸗
ombinationen der verschiedentlichsten Färbung zu
hunsten der Sozialdemokraten vielfach anticipirt
burden, als die in den Wahlen sich selbst geltend
nachende, immerhin doch beträchtliche Anzahl der
ozialdemokratischen Stimmen bewiesen. Trotz der
lusnahmegesetze, unter welchen die Sozialdemokraten
eben, und was nicht verkannt werden soll, auch
zersönlich leiden, haben sie bei den diesjährigen
steichstagswahlen eine organisatorische Thätigkeit
okumentirt, welche mit einem für dieselben so
lücklichen Erfolge abschloß, daß augenblicklich mehr
Zlätze denn je von ihnen im Reichstag belegt
verden konnten. Wenn die Regierung demnach
innimmt, daß die sozialdemokratische Bewegung
eineswegs erloschen oder auch nur an der Wurzel
ingegriffen ist, so wird ihr hierin Jedermann Recht
seben müssen und mit Freuden das gemäßigte
denken derselben begrüßen, welches sich in der An⸗
rkennung der Sozialdemokraten in parlamentarische
ind extrem revolutionäre Elemente offenbart. Es
zibt auch einige Sozialdemokraten, welche, wenn über—
jaupt ihre Bestrebungen gut genannt werden können,
esseren Ansichten huldigen als andere, die indeß
die Mehrzahl bilden. Es kann nicht verkannt
verden, daß in der Geschichte aller Völker und
Ztaaten bei Ausbruch einer Bewegung die extre—
nen Parteien stets die gemäßigteren derselben gro—
zen Richtung einfach, um mich des Ausdrucks ei—
ines unserer früheren Cultusminister zu bedienen,
soben „verduften“ machen. Deßhalb ist es nur
ugezeigt, gegen beide Theile mit derselben Strenge
u ver ahren. Niemand hat Anspruch auf den
—ADD
inberechtigt hält, der das geordnete Staatswesen
ils ein dem größten Theile der Staatsbürger
weckwidriges hinzustellrn beliebt. Die deutsche
Staatsverwaltung kann, wenn sie überhaupt nöthig
jat zum Beweise der Nützlichkeit eigener Anord—
zungen sich auf solche des Auslandes zu berufen.

München, 28. No. In der Abgeord-—

renkammer beantwortete heute Minister Frhr.
on Feilitzsch die Interpellation des Abg. Johann
zeiger, Hagelversicherung betreffend, dahin,
aß sich die Regierung mit der Frage lebhaft be—
häftige, aber wegen des noch nicht erfolgten
bbschlusses der Erhebungen dem gegenwärtigen Land⸗
ige noch keine Vorlage in Aussicht stellen könne.
)»er Antrag Hafenbrädl auf Ueberweisung des
nterhaltes der Landstraßen an die Distriktsge—
einden wurde an einen Ausschuß von vierzehn
ditgliedern verwiesen. — In der auf Freitag an—
eraumten nächsten Sitzung wird der Finanzetat
rathen werden.

München. Wie dem , Fränk. Kurier“ gemel⸗

wird, besteht der neueste von den Ultramon⸗
men geplante Schachzug gegen Minister Lutz in
er Absicht der Einbringung eines Antrages auf
uufhebung der „protestantischen“ Unibersi—

t Erlangen.

Müunchen. Im Einlauf drr Abgeord—

renkammer ist u. a. eine Eingabe der prote—
tantischen Pfarrer der Pfalz, welche um Aufbesser—
ing ihres Gehaltes bitten; dann eine Eingabe
ämmtlicher Präparandenlehrer des Königreichs,
belche um bessere Gestaltung ihrer Vensionsverhält⸗
isse bitten.

Muͤnchen, 28. Nov. Unter dem Vorsiztze des
zerichtsvollziehers J. Schneider von München tra
en am 20. November Gerichtsvollzieher des Koͤnig⸗
eichs zu Regensburg zu einer Versammlung zu—
ummen, um eine Reihe von, eine Verbesserung
hrer Lage bezweckenden Anträgen zu berathen.
diese Beschlüsse werden dem Justizministerium zur
veiteren Behandlung unterbereitet werden. Zu—
jleich wurde auf Antrag der Landshuter Gerichts—
ollzieher die Abfassung einer Druckschrift in Ver—
indung mit den übrigen deutschen Gerichtsvoll—
iehern auf Grund neu zu erhebenden statistischen
Naterials an den Reichstag beschlossen.

Wegen der Un päßlichkeist des Kaisers hat
»as Reichstagspräsidium bisher noch nicht empfangen
verden koͤnnen, und es ist der Kr. Ztg. zufolge auch
zoch nicht bestimmt, wann die Audienz stattfinden
vird.

Berlin, 24. Novb. Der Kaiser hatte eine
ute Nacht. Heute Morgen stand er um 84
ur auf.

Berlin, 24. Nov. Direkte Verhandlungen
mischen Preußen und dem Vatikan sollen nach
mer Mittheilung der „Nat.-Ztg.“ aus Rom im
lugenblicke wiederum stattfinden.

Die Abtheilungen des Reichssstags sind mit
ßahlprüfungen bereits beschäftigt. Das
Naterial, welches bisher der Wahlprüfungskom⸗
nission überwiesen wurde, ist noch nicht umfang—
eich. Die bei dem Hause bis heute eingegangenen
ʒroteste und Beschwerden übersteigen kaum ein
Rutzend; wenn die Zahl der bezüglichen Aufträge
a den nächsten vier Tagen, mit welchen die Frist
ur die Anbringung solcher Proteste abläuft, sich
nicht vermehrt, so wird sie erheblich hinter den bis
ahin gehegten Erwartungen zurückbleiben. Auch
ne bisher eingegangenen Petitionen sind weder
ahtreich noch“ wichtig. Dagegen bieten dieselben
ch ein Kuriosum, wie es kauum überboten werden
        <pb n="762" />
        ole SElrenge Jut ic lis Geido juünten, mit welchet
seinerzeit der Hauptagitator unter den englischen
Sozialdemokraten von den Gerichten dieses Landes
für seine aufreizenden und aufrührerischen Schriften
bestraft würde. Leider hatte auch diesen Sozial⸗
demokraten Deutschland hervorgebracht. Die bis⸗
her getroffenen Maßregeln haben wenigstens den
Erfolg gehabt, die Sozialdemokratie, wenn auch
nicht auszurotten, so doch auf den eigenen Herd
zu beschränken. Ist dies konstatirt, so wird man
auch nicht annehmen dürfen, daß die Reichsregie⸗
rung gerade jetzt die Rührigkeit und Ausdehnung
der Sozialdemokratie betent, um zu zeigen, daß
ihre sozialistischen Reformmethoden eingeführt wer—
den müßten, um dem Uebelstande ein Ende zu
machen. Wir werden die letzten sein, welche die
schlimme Lage unserer Arbeiter-Klasse verkennen
und sich verhehlen wollen, daß gerade in den ge—
sellschaftlich niedriger stehenden Kreisen für Refor—
men zwingende Gründe vorhanden sind, wir aber
wollen diese Reformen auf einem anderen Wege
als die Regierung erstreben. Hoffentlich wird die⸗
sen Widerspruch der Meinungen nicht der Arbeiter⸗
stand entgelten mussen dadurch, daß die Reform⸗
Ideen, wenn auch nicht fallen gelassen, so doch
verschoben werden. Die Regierung scheint schon
etwas nachgegeben zu haben, an einem gleichen
Nachgeben auf gemäßigt liberaler Seite, natürlich
nur unter Wahrung der liberalen Grundsätze, wird
es nicht fehlen. (Irkf. Pr.)
Ausland.

Aus Rom fignalisiert ein Telegramm der
Wiener „Presse“ die Entdeckung einer internationalen
tepublicanischen Berschwörung, an der itali⸗
enische und französische Arbeiter betheiligt sein sollen.
Vielleicht hängt damit auch der Revolver zusammen,
welcher während der Sitzung der Deputirtenkammer
am Montag von der Tribüne in den Saal siel.

Zwischen Türkei und Griechenland ist
wieder einmal ein Konflikt ausgebrochen. Krieg
wird's deßhalb wohl nicht geben, aber er hat inso⸗
fern einiges Interesse, als der Streit sich diesmal
wenigstens nicht um Land⸗Annexionen, sondern nur
um — Poffämter handelt.

Tunis, 23. Nov. General Saussier rückte
in Gafza ein. Die Aufständischen unterwarfen sich.

Algier, 23. Nop. General Delebecque
kam am 21. November in Moghar sataine
an, zerstörte das Haus Bu⸗Amenas und vernichtete
seine Palmbäume. Die Truppen, welche in den
vorhergehenden Tagen die Berge durchstreiften, er⸗
beuteten zahlreiche Heerden. Sie verloren dabei 2
Todte und 5 Verwundete. Der Feind ließ 16
Todte auf dem Platz und führte noch eine Anzahl
Todter mit fort. In Südtunis vertreiben die
Truppen die Aufständischen und nehmen ihre Heerden
weg. Fast alle Stämme bieten ihre Unterwerfung an.
Lokale und pfälzische Nachrichten.

St. Ingbert, 25. Nov. Nächsten Sonntag
Abend veranstaltet der Verein „Gemüthlichkeit“
für seine Mitglieder eine mußsikalischtheatralische
Unterhaltung. (Siehe Inseratentheil.)

* St. Ingbert, 25. Nov. In der letzten
Strafkammersitzung des kgl. Landgerichts Franken⸗
thal wurde u. A. auch, wie wir dem „Pf. K.“
entnehmen, gegen Rudolph Strack aus St. Ing⸗
bert, jetzt in Freiburg, früher Inspektor der Lebens⸗
verficherungsgesellschaft „Iduna“ in Potsdam ver⸗
handelt. Derselbe kam im Juli abhin auf einer
Inspektionsreise nach Speyer, vereinnahmte ohne
Vorwissen des dortigen Gesellschaftsagenten vor—
schriftswidrig Geld (122 M.) das er dann, um
das Uebel fertig zu machen, in seinem Nutzen ver⸗
wendete, unterschlug. Und dies trotz der von ihm
bezogenen beträchtlichen Reisespesen und der dem
Gastwirth zum „Rheinischen Hof“ hinterlassenen
großen Zechschuld. Er wurde wegen Unterschla⸗
gung zu 4 Monaten Gefängniß vernrtheilt. We⸗
gen dieser und anderer Unregelmäßigkeiten wurde
er auch von seiner Gesellschaft entlassen.

x* Wie bekannt, tagt gegenwärtig in Speyer
die protestantische Generalsynode der Pfalz. Offen⸗
bar die wichtigste Sitzung der ganzen diesmaligen
Session fand am letzten Mittwoch stant. Es han⸗
delte sich in derselben hauptsächlich um den Antrag
des Konsistoriums auf Erhebung einer stän⸗
digen einprozentigen Umlage bei den
protestantischen Cultusgemeindender
Pfalz zum Zwede der Aufbesserung
der Pfarrbesoldungen durch Gewähr—
ung weiterer Dienstalterzulhagen. Der

Referent, Anwalt Keller, deantragte hierzu Ramens
des Ausschusses: „Es sei die Vorlage abzulehnen,
hem Kirchenregimente aber zur Erwägung anheim—
ugeben, ob der Gegenstand weiter verfolgt, und
nsbesondere, ob nach Vernehmung der neugewählten

Presbyterien und der Diözesansynoden einer außer—

yrdentlichen oder der nächsten ordentlichen General—

ynode etwa eine neue Vorlage gemacht werden soll.“

Er führte aus, die Ablehnung sei nicht definitiv,

»ie gegenwärtige Zeitlage sei jedoch für eine neue

—A

nerschiedene eingehende Erhebungen über die Wirk—

ing der neuen Steuer, auch greife sie zu tief in
insere gegenwärtigen Verhältnisse ein, um eine
chnelle Erledigung räthlich erscheinen zu lassen.

Nach längerer Debatte fand der Ausschußantrag

instimmige Annahme.

t. Blieskastel, 24. Nov. Welche Wirk⸗
ingen die heurigen warmen Novembertage auf die
Insektenwelt ausüben, beweist der Umstand, daß
nir heute von einem Knaben zwei vollständig ent—
vickelte lebende Maikäfer überbracht werden konnten.
Die warmen Tage sind auch für unsere ärmere
BZevölkerung eine wahre Wohlthat, indem sie da⸗
zei das Holz resp. die Kohlen zur Heizung der
Zzimmer erspart. — Die Apotheke von Hrn. Richter
»ahier wurde kürzlich von einem Apotheker aus
der Rheinprovinz käuflich erworben.

— Durch öffentliche Bekanntmachung des k. Be⸗
zirksbbergamtes Zweibrücken wurden Verleih—
ings⸗Urkunden für Bergwerksbetrieb verliehen: 1.
»em Kaufmann K. Weisenburger in Mann—
jeim für 120 Hektar Feld bei Dielkirchen und
Steingruben zur Gewinnung von Bleierzen; 2.
»em Bergwerksdirektor Rudolph Härsche in Kreuz⸗
—XD
ind Imsbach, als auch für die gleiche Grundfläche
zei Imsbach und Börrstadt zur Gewinnung von
upfer⸗ und Kobalterzen.

— Homburg, 23. Nov. Unsere Feuerwehr
ccheint nicht mehr zur Ruhe kommen zu sollen, denn
12 Slunden nach dem in vor. Nr. berichteten Brand
auf dem Schloßberg haben wir schon wieder einen
zu verzeichnen. Heute Mittag brannte Scheuer⸗
und Stallgebäude des Wagners Biehl von hier zu—
sammen und war es ein Glück, daß der Brand
naicht des Nachts ausbrach, da derselbe sonst be—
denkliche Dimensionen angenommen hätte, da daß
Hebäude mitten zwischen andern Wohnhäusern und
dem Spritzenhaus liegt, welche in großer Gefahr
waren. (Pf. Pr.)

— Wilgartswiesen, 22. Nov. Am ver—⸗
gangenen Sonntag wurde hier bei einer Schlägerei
der jüngste Seohn des Zimmermanns Grub ganz
unmenschlich zugerichtet. Derselbe soll mehr als
30 Messerstiche im Kopfe und überdies ca. 10
Stiche in Händen und Rücken haben, so daß an
einem Aufkommen gezweifelt wird.

— In Neustadt hat sich in der Nacht zum
letzten Mittwoch die 19 Jahre alte Dienstmagd
Maria Rohr von Deidesheim aus Furcht vor
Strafe und auch aus Scham erhängt, nachdem
ie überführt worden war, ihre Dienstherrin, Wwe.
Fuchs, längere Zeit hindurch um nicht unbedeutende
Beträge bestohlen zu haben.

— Auch den Stadtrath von Neustadt beschäf⸗
tigt die Frage, ob eine Revision der Hausmieth⸗
teuer angezeigt sei. Am Dienstag wählte er eine
dommission, welche Ermittelungen darüber anstellen
oll, ob ein Rückgang der Mietherträge in den sog.
Musterhäusern eingetreten sei.

— Diedesfeld, 22. Nov. Der hiesige Ein—
vohner Jakob Friedr. Sch alkubeging vorige Woche
mit seiner Gattin Maria Elisabeth geb. Dekinder
seine diamantene Hochzeit (ojährige Ehe).
Der Jubilar zählt 82, die Jubilarin 81 Jahre,
und es sind dem Bunde 3 Kinder, 10 Enkel und
4 Urentel entsprossen.

— Kaiserslautern, 23. Nov. Was der
Zufall doch oft eigenthümliche Rollen spielt! Im
Sommer d. J. wurde auf der Neumühle bei
datzweiler ein sehr bedeutender Diebstahl unter er⸗
chwerenden Umständen verübt. Weder der Dieb
noch die Effekten konnten ermittelt werden. Da
ommt am letzten hiesigen Martinimarkt der bestohlene
Eigenthümer hierher, stellt sich rein zufallig vor eine
Trodlerbude und erblickt seine gestohlenen Hemden.
Anzeige und Konfiskation waren das Werk einiger
Augenblicke. (Pf. Pr.)

— Mit Entschließnng vom 8. November hat
das kgl. Staatsministeriun des Innern dem
Zdirchenbauverein Kaiserslautern er—
zffnen lassen, daß dem Letzteren eine Vrämiencol⸗

iecte in 0 Ziehungen genehmigt werde, wenn oe
für 4 Ziehungen eingereichte Verloosungsplan hier—
nach entsprechend modificirt würde.
Vermischtes.

4Saarbrücken. Am Dienstag wurde vor
dem hiesigen Schwurgerichte der 82 Jahre alte
verheirathete frühere Postverwalter Nikolas Pfeiffe,
von Wallerfangen wegen in den Jahren 1878
dis 1881 im Amte verübten Unterschlagungen zu
.7 Monaten Gefängniß verurtheilt und gleich in
Haft genommen.

Ein Gehängter, der durchgeprügelt wird, das
dürfte noch nicht dagewesen sein! Am Mittwoch
Nacht wurden die Bewohner eines Hauses am
Roßmarkte in Frankfurt am M. durch einen
ürchterlichen Skandal im unteren Stock, den ein
Zaufmann bewohnte, aus dem Schlafe geschreckt
Man hörte Fluchen und Poltern, Klirren zerbrech
»uden Geschirrs, das Krachen umstürzender Möbel
und man wollte eben nach der Polizei schicken, als
»lötzlich alles still wurde. Nach kaum zwei Minu—
ten aber ertönte ein ganz erschreckliches Geschrei,
und nun entschlossen sich die Bewohner, die Oeff—
nung der Thüre zu fordern. Das Geschrei dauerte
indeß noch ein Weilchen und geöffnet wurde gar
nicht, sondern eine weibliche Stimme bat von
Innen die Einlaß Begehrenden, sich zu beruhigen,
norger würde Aufklärung erfolgen. Und sie ließ
zum Gaudium Aller nicht auf sich warten. Der
aufmann war gestern Nacht, wie schon oft, start
angetrunken nach Hause gekommen, hatte mit seiner
Frau Streit angefangen und ihr schließlich das
Mobiliar klein geschlagen. Nachdem er so sein
Müthchen gekühlt hatte, nahm er einen Strick und
zing fich am Kronleuchter auf, gerieth jedoch mit
en Händen zwischen Hals und Strick und erreichte
eßhalb weiter nichts, als daß er hilflos in der
zuft baumelte. Seine Frau faßte jetzt Muth, er—
zriff einen Rohrstock und applicirte ihrem liebens⸗
vpürdigen, in adamitischem Costüme dahängenden
hatten, der ganz erbärmlich dabei schrie, eine gründ⸗
iche Lection auf die Schattenseite des menschlichen
daseins, in welcher angenehmen Beschäftigung sie
ehr unliebsam durch das Sturmläuten der Haus—
»ewohnerschaft gestört wurde. Noch ein Duztend
räftige Hiebe und die Execution war beendet,
vorauf die resolute Frau die Nabarn, wie oben
erwähnt, beruhigte und dann den ganz zahm ge—
vordenen Gatten aus seiner hilflosen Lage befreite.

F In Hamburg hat sich in der Nacht zum
etzten Montag der 30 Jahre alte Parfümerie-⸗ und
Streichholzfabrikant Robert M. Müller nebst seiner
27 Jaͤhre alten Ehefrau und zwei Kindern im
Alter von 3 und 5 Jahren vergiftet,/ nachdem er
durch Wucher finanziell ruinirt worden war.

fpUeber einen Kampf mit einem
Wolfe wird der K. Ztg aus Luremburg ge⸗
chrieben: Vor neun Wochen hörte ein in einer
Wiese bei Itzig (5 Kilometer südlich von hier) be—
chäftigter Mann in dem einige Schritte entfernten
Walde Geräusch, wie von zwei sich balgenden großen
dunden; als er näher trat, sah er zu seinem Er—
launen, daß es zwei Wölfe waren, welche sich be⸗
ämpften. Kaum wurde die eine der Bestien, ein
zroßer männlicher Wols, des Mannes ansichtig, als
je schnaubend auf ihn losstürzte. Der äußerst kräftige
Mann setzte sich zur Wehr und nach etwa viertel
tündigem Ringen ließ der Wolf los und eilte fort.
Am nächsten Tage wurde das Thier in dem Itzi
nahe gelegenen Orte Alzingen erlegt. Der Manu,
dessen Arm in gräßlicher Weise zerfleischt war, er⸗
zielt die sorgfälügste Pflege. Vor einigen Tagen
iber stellten sich Zeichen von Wasserscheu und Toll⸗
vuth ein, und gestern (21. November) ist er nach
entsetzlichen Leiden gestorben. An dem Wolfe soll
teine Spur von Tollwuth gefunden worden sein,
doch scheinen die Thierärzte das wirkliche Ergebniß
trer Untersuchung nicht veröffentlicht zu haben,
weil sie den armen Verwundeten nicht aufregen wollten

4 Wie dem „Berl. Tagebl.“ telegraphirt wird,

beabsichtigt der Schweiger Bundesrath die
jür den Rest von Elm und das ganze Serufthal
drohende Gefahr eines erneuten Bergsturzes durch
ein eigenthymliches Mittel zu beseitigen. Der noch
Jerabdrohende „Risi⸗Kopf“ soll, wie das Frkf. Irl.
rfährt, durch ein Bombardement zum Nieder—⸗
turz gebrachi werden und ein entsendeter höherer
Militaͤroffizier hat die Beschießung vom Doeriberge
aus für möglich und erfolgreich erklart.

p(Ein' Meleor.) Aus Vevey Echweiz)

wird dem „Bund“ geschrieben, daß daselbst am 14.
Robember Wwischen 4 und 5 Uhr Morgens auf
        <pb n="763" />
        Aciuenutet eun Aeltorsftetin oν le

auen und gleich einer Bombe mit donnerähnlichem
usch, welches über den See herüber von den
vohschen Bergen widerhallte, zerplatzt sei. Wäre
Siein auf ein Hausdach gefallen, so würde er
sses zertrümmert haben.
FRussische Legenden. Aus Gatschina
richtet ein Correspondent des „B. Tgbl“ folgende
sterivse Affaire: Vor Kurzem empfing der Kaiser
Gatschina in besonderer Audienz einen Kaufmann
uß Tomst (Sibirien), Namens Chramow, der die
aite Reise hierher unternommen, um dem Czaren
ageblich höchst wichtige, das Kaiserhaus betreffende
theilungen zu machen. In der Audienz erzählte
im der Kaufmann dem Kaiser ungefähr Folgendes:
im Januar 1864 starb zu Tomsk ein alter Mann,
mlange Jahre hindurch bei Chramow gewohnt.
urz vor seinem Tode habe dieser Mann ihn, seinen
ngjährigen Wirth, an sein Sterbelager rufen lassen
nid ihm eröffnet: „Er, der Todtkranke sei Kaiser
sTexander I.“ Gewissensbisse, hervorgerufen
auch seine Mitwissenschaft bei der Entthronung
Kaisers Paul, hätten ihm keine Ruhe gelassen;
rhabe demgemäß sich die Buße auferlegt, frei⸗
illig dem Throne zu entsagen, d. h. in den Augen
e Welt für todt zu geiten und den Rest seines
ebens unerkannt als Büßer in stiller Zurückgezo—
enheit zu verbringen. Zu der sehr schwierigen
usführung dieses Entschlusses habe sich aber erst
zelegenheit geboten, als er 1825 bei seiner An⸗
uinft in Taganrog von einem Soldaten gehört, der
im zum Verwechseln ähnlich, schwer krank im La⸗
reth lag und dort auch starb. Er, der Kaiser
abe diesen Todesfall für sein längst beschlossenes
orhaben benutzt; der Soldat sei statt seiner, als
aiser Alexander J., begraben worden, während er
lbst, der wirkliche Czar, den Purpur abgelegt und
ach einem langen Pilgerzug durch Sibirien sich
hließlich in Tomsk als einfacher Privatmann nieder⸗
elassen habe. — Soweit die mündliche Erzählung
es 1864 zu Tomstk Verstorbenen, dessen Bild,
henso wie ein Bündel Documente, welche er dem
aufmann Chramow eingehändigt, von diesem dem
zaren, bei der Audienz in Gatschina überreicht
„urden. Von dem Bilde nahm man photagra⸗
hische Copien ab und Schreiber dieses, der eine
olche Copie sah, muß zugeben, daß die Züge des
ermeintlichen Kaisers entschieden große Aehnlichkeit
nit denen Alexanders aufweisen. Dennoch kann
arüber kein Zweifel bestehen, daß den Behaup⸗
ingen des in Tomstk Verstorbenen irgend welcher
umbug zu Grund liegen muß.

ann den ganzen Winter über geschlossen zu lassen.
dadurch wird allerdings der Kälte gewehrt, aber
er Bildung von Schimmelpilzen, Vermoderung,
zäulniß u. s. w. Vorschub geleistet. Daß die Kälte
jroßen Schaden im Keller anrichten kann, ist allge⸗
sein bekaunt, aber noch größer können die Nach—
heile sein, welche durch zu langes Schließen des
jellers hervorgebracht werden. Hierhin gehört das
imschlagen der Getränke, das Faulen von Obst
—00
zeschlagen von Fässern, Bütten und sonstigen Uten⸗
slien. Oft werden diese unangenehmen Ueberrasch-
ingen der Bauart des Kellers über einem feuchten
Umergrunde u. s. w. zugeschrieben, während in den
eisten Fällen die in den Kellern herrschende zu
roße feuchte Wärme die Schuld daran trägt.

Ist die Wuürme im Keller zu groß, so bleiben
ie darin aufbewahrten Getranke nicht in der nöthigen
stuhe; die gewöhnliche weinige Gährung verwandelt
ich in die sogenannte Essiggährung, welche das
Zauerwerden von Wein, Bier, Most u. s. w. verur⸗
aicht; damit sind wir aber noch nicht fertig, es
atwickeln sich vielmehr im warmen Keller die
zchimmelpilze in unangenehmster Ueppigkeit und
belhafter Schnelligkeit. Auch die Kartoffelkrank⸗
eit beruht nur, wie unsern Lesern schon öfter aus—
inandergesetzt, auf der Entstehung und Weiterent⸗
vickelung eines Schimmelpilzes, und es kann uns
urchaus nicht wunder nehmen, wenn in den all⸗
ndicht verschlosse nen Kellern die Wärme mehr Schaden
nrichtet als in anderen schlecht verschlossenen die
dälte. Sind die Kelleröffnungen dicht verschlossen,
o hört der so wohlthätige und nothwendige Luft⸗
pechsel so gut wie ganz auf, die Luft wird dumpf
ind feucht und damit im höhsten Grade geeignet,
ille jene unangenehmen Erscheinungen bestens zu
egünstigen; zugleich ist die große Wärme ein Mittel,
im allerhand Ungeziefer zu dauerndem Niederlassen
nden kleinen Schlupfwinkeln, wie Wände und
decke sie bieten, einzuladen und ihre Vermehrung
uu begünstigen. Bei einer Temperatur, die fich
iur wenige Grade über Null bewegt, wird dies
ticht der Fall sein, es werden sich dabei auch die
m Keller aufdewahrten Gegenstände so halten, wie
vir es wünschen, und um dies zu erreichen, möge
der geneigte Leser folgende Winke deherzigen, die
nuf langjähriger Erfahrung beruhen.

1) Der Grundsatz „je kühler, desto besser!“ gilt
zür den Keller ebensowohl im Winter als im Som⸗
mer; die im Keller aufbewahrten Nahrungsmittel
ür Menschen und Thiere werden erst dann geschä⸗
digt, wenn die Temperatur unter Null sinkt.

2) Im Herbst sind die Kelleroffnungen so lange
ils moͤglich offen zu lassen und nicht eher zu schließen,
zezw. zu decken, bis die Temperatur mehrere Grade
unter Null heruntergeht.

Z3) Trifft der Nord- oder Ostwind die Kelleröff⸗

der entgegengesetzten Seite jedoch offen zu lassen.

4) Je tiefer der Keller im Boden liegt, desto
länger kann man warten ehe man die Offnungen schließt.

3) Treten im Winter mildere Tage oder selbst
nur eine Anzahl Stunden täglich mit mäßiger Kälte
auf (— 1 bis 3 Grad), so öffne man die Keller⸗
löcher während dieser Zeit, um die feuchte, dumpfe
Luft durch frische, reine Luft zu ersetzen.

FEo ist's recht.) In Werl ist ein junger
Mann von 25 Jahren als Rekrut einbeordert wor⸗
den, weil er seiner Verpflichtung, seine alte arbeits-
anfähige Mutter zu ernähren, auf Grund deren
er auf dem Wege derReklamation vom Militärdienste
hefreit wurde, nicht nachgekommen war.

Rtrerbfälle.

Gestorben in Kaiserslautern Bäcker Heinrich
Schmenger, 512 J a.; in Enkenbach Dr.
dudwig Müller, 38 J. a.; in Morschheim
—X
neister, 87 J. a.; in Landau Karl Friedrich,
5. von Friedrich Klein, in Albersweiler Ja—
ob Münsel!, in Speier die Gattin des Wirths
Philipp Rühl, Susanna, geb. Kohlweiler, 34
J'a.; in Neustadt Wilhelm Leonhardt; in
kheingönnheim Frau Karolina Müller, geb.
Striebingzt, 31 J. a.; in Lud wigshafen
deinrich Sohn von Franz Baum.

Ansesnachrichten.
Der Notar Hepp in Anweiler wurde auf Ansuchen
nach Dürkheim versert.
⁊rkrer .

Zweibrücken, 24. Rovbr. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗
tuduenmartt.) Weizen 12 M. 49 Pj. Korn 9 M. 98 Pf.,
Hherfie zweireihige d M. 14 Pf., vierreihige 8 M. 10 pf.
Speilz 9 M. — Pif., Spelztern — M.— Pf., Dinke-
VHn. — Pf., Mischfrucht 10 M. 26 Pf. Hafer 7 M⸗
77 Pf., Erbsen — M. — pi. Wicken 0 M. — Pf.,
Zartoffein 1 M. 50 Pf. Heu 4 M. 756 pf., Stroh 8 M.
30 Pij., Weißbrod 1! /3 Kilogr. 62 Pf., Kornbrod 3 Kilo.
71 ppf, Gemischibrod 8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 90 Gr.
3 Pf. Kindfleisch 1J Quat. 50 Pf. I1. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
leisch 40 Pf, Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
Puͤller 1/ Kilogt. 1 M. i3 Pf., Wein J Viter 80 Pf.
tier 1 viter 24 Pf.

Landstuhl, 2ĩ. November. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗
ualienmartt) Weizen — M. — Pf.Korn9 W. 80 Pf.
Spelz — M. — pf. Hafer 7 Mt. 67 Pf., Gerste — M.
—Pf., Wichen — M. — Pli. Erbsen — M. — Pf.,
dinsen — M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf. Kartoffeln
—V 86 Pf., Weis⸗
brod3 Pfd. — Pf., Gem. Brod 3 Pfd. — Pf.. Butter
wid Wi. Chr per Dudend 61 Vi.

xur die Vedaction verantwortlich F. X. Deme t.
ne auf Arund neuer — eng,astlicher Forschungen der-
gestellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen

GW. Voss'jchen Katarrhpillen, welche den so lästigen Schnupfen

n wenigen Stunden beseitigen und heftige Lungen-Rachen⸗

iud Kehlkopftatarrhe binnen kürzester Frist in die mildeste

Form überführen, sind (aà Dose Mt. 1) in fast jeder Apotheke
u haben. Deselbst wird auch eine kle ine Broschüre über
seses neue Heilverfsahren von Dr. med. Wittlinger unent-
eltlich abgegeben.

Gemeirae c
Wie soll man im Winter die Keller behandeln?
Rese Frage scheint an sich so einfach zu beantworten
nd doch wird gerade in dieser Beziehung noch viel
esündigt. Tritt ein plötzlicher Frost ein, so be⸗
Winter-Ueéberzieber

Mineralien-Sammlungen
vom Lehrer Thäürmann im Pragebirge.

FrsHel · Stια— uοg. enthält 15 Arten in eleg. Holz-
kasten 1l. 50 Pf.

PGCRXIG˖SI-SICIBBAMMMIVBGS, opthalt 30 Arton mit Bo-
achreibung in eleg. Holzkasten 8 M. 75 Pt.

Mν ιαιααöν —ννgα,z enthält 30 Arten mit Beschrei-
pung in eleg. Holzkast en. 9 M.

UNarν—ει Iung. enthält 86 Arten (grosses
Ftũcke, mit Beschreib. in elog. Holakasten. 12 M.

ααÄαM, OQX)ORäα αααXαααιιααα.

Pinastisehe Zelchen-Vorlagen von C. Amus 65
Stek. 50 M.

Hicrron Ferden auch einzelne Vorlagen abgegeben, je nach Grösse kosten
zolche 80, 40, 50, 60, 70, 75, 80, 90 Pf., IAMX. und 1 Mk. 25 Pf.

Diese aus Celliulose gepressten Vorlagen orsetzen die theueren und zer-
brechlichen Gypsmodelle und siud von den bedeutendsten Fachlehrern be-
reits zur Vinführung empfohlen.

Rurckaris Smliung der wiehtigäaten europüä-

Nen NutznuIr in ärei Schnitten: Hirnschnitt, Spiegel-
ꝗcnitt. Fladerschnitt. 40 Tafeln mit Text Herausg vom—
Feclmolog. Gewerbe-Muscum in Wien. 20 M.

SEII, WVandbilder für swehule und Haus:
Walde, Hof und Feld, Meer, Stadt und Hafen Oelbildor
90 472 em gross, à Blatt b M..

Das Sehweizerisehe Bilderwerk fũr dan Anschauungs-
unterricht. 10 Tafeln in feinstem Oelfarbendruck à Tafel nur
4 MK.

Ernst Heitimnann in Leipzpig-
Internat. Lehrmittelhandlung.

n Double, Flocon, Eskimo und Diagonal,
chon von 14 Mk. an bis zu den hochfeinsten
Rualitäten.

Da men-Mäntel &amp; Regen-Mäntel,
iber 300 verschiedene Fagons und Ausstattungen
von 12 Mk. an.

Heôrren Anzuge
n reinwollen von 22 Mk. an, sowie große
Auswahl in Joppen, Hosen, Jaquets, Schlaf—
äcken und namentlich
RKinder-Anzügen
mpfiehlt die weithin bekannte Herrenkleider—
abrik von
B. Ackermann. Zweibrücken.
        <pb n="764" />
        Bekanntmachung.
—Auszung.
Donnerstag, den 12. Januar

1881, des Nachmittags 8 Uhr zu

Rohrbach in der Wirthschaft der

Wittwe von Johann Abel,

werden durch August Wiest,

Rechtskandidat in St. Ingbert wohn⸗

haft, Amtsverweser des kgl. Notars

Franz Sauer im Amissizte daselbst,

als gerichtiich ernannten Versteigerungs⸗

heamten, gegen
J. Catharina Neuschwander,
ohne Gewerbe in Rohrbach wohnhaft,

Wittwe des daselbst wohnhaft gewesenen

und verlebten Bergmannes Peter

Pfeiffer, handelnd als solidarische

Mitschuldnerin sowie als Theilhaberin

on der zwischen ihr und ihrem verlebten

Ehemanne bestandenen Gütergemein—

schaft und als Muttervormünderin ihrer

nachgenannten minderjährigen bei ihr
domilicirten Kinder,

II. Die Kinder und Erben des ge⸗

acht verlebten Peter Pfeiffer, als:

a. EChristian Pfeiffer, Berg⸗
mann,

b. Sophie Pfeiffer, gewerblose
Wittwe von Johann Bastian,

ec. Georg Pfeiffer, Bergmann,

d. Johann Pfeiffer, Bergmann,

eWeter Johann Pfeiffer,

Bergmann,
Valentin Pfeiffer, Berg⸗
mann,
Z. Peter Pfeiffer und b. Ca⸗
tharina Pfeiffer, alle in Rohr⸗
bach wohnhaft, die beiden letzteren noch
minderjährig und vertreten wie oben,
— Schuldner — die nachbeschriebenen
Liegenschaften öffentlich im Zwangswege
zu eigen versieigert:
Steuergemeinde Rohrbach:
1. Plan-Nr. 912, 1 ar. 40 qm.
Fläche, Wohnhaus mit Hofraum
und Plan-Nr. 91b, 1 ar Pflanz⸗
garten beisammen gelegen im
Orte Rohrbach auf der Schlapperie,

2. Plan-Nr. 561, 10 ar. 20 qm.
Acker am Reichersbruch.

Die Plan-Nr. 910 und b, werden
als ein Ganzes und Plan⸗Nr. 561
einzeln versteigert.

Die nähere Beschreibung der Ver—
steigerungsgegenstände sowie die Ver—
tteigerungsbedingungen können bei
dem Versteigerungsbeamten eingesehen
werden.

St. Ju gbert, 22. Nov. 1881.

Der Versteigerungsbeamte:

A. Wiest.
Versteigerung.
Am Moutag, den 28. Novem—
ber 1881, sollen in dem Ladenlokal
des Kaufmannes Johann Hack in
Elversberg die zu dessen Konkurs
gehörende Manufactur- “und
Kurzwaaren öffentlich versteigert

werden.
Der Konkursverwalter:
W. Zimmermann.

HBNachshund,
inkes Ohr auigeschlitzt, hat sich ver—
aufen. Wiederbringer erhält eine gute
zelohnung. Vor Ankauf wird gewarnt.
Heinrich Groß, Scheidtermühle.

—XRXä
Sonntag, den 27. November im Jung'schen Saal
Abends 8 Uhr
musikalische &amp; theatralische
Abendunterhaltung.
Das Nähere besagen die Programme.

— Per Vorstanil.
Feinste Delicateß-Kraͤuter⸗Haͤringe
narinirt in einer von mir neu erfundenen picanten, angenehm schmedenden
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per Faß, ca. 10 Pfd. schwer, 4d Portionen enthaltend, nur 4 Mk. 50 Pi
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Ger. Kieler Sprotten
er Kiste ca. 200 Stück enthaltend, nur 3 Mk. 30 Ppf.
nersendet zollfrei gegen Nachnahme 'oder Einsendung des Betrage—“
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N. R. Agenten werden gesucht.

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Visitenkarten chrif F. ge. Demetz.
Unserm heutigen Blatte
J liegt ein Prospelt: Sich—
erste Hülfe gegen Gicht, Rheu—⸗
matismus und deren Folgen
von Adolph Winter, erster und
alleiniger Erfinder der verbesserten
vichtapparate, Stettin, Oberwiek
22, bei, anf die wir besonders zu
achten bitlen.

1agegen Magenleiden, Magenschwäche
Nagenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
diarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
c, 2. gegen Husten, Catarrh, Catarrhal⸗
ieber, Brustverschleimung ?c, 3. gegen
Hhicht, Rheumalismus, Steifigleit der Ge—
enke ꝛc; altbewährte tausendfach erprobte
dausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten) von denen man viele mit ge⸗
eingen Kosten selbst bereiten kann“
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
sückantwort einsenden, kosteufrei mit.

B. Beckrte, Seesen-Braunschwe—

——
Anzoigeo.

Ich erlaube mir, einem hiesigen, sowie auswärtigen
Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich in hiesiger Stadt neben
Herrn Photograph Ollig eine Niederlage von Grabsteinen er—
richtet habe. Empfehle mich ferner zur Anfertigung von Figuren,
Altären, Bauarbeiten, in jedem gewünschten Style, unter Zu—
sicherung reeller und billiger Preise.

Wegen Bestellungen wende man sich gefälligst an Herrn
Photographh Olblig oder Herrn Maurermeister Hellenthal,
welche jeden Auftrag besorgen werden.

Achtungsvoll
Friedrich Mohr.
Bildhauerei Zweibrücken-St. Jugbert.

—
— J—
Brückenauer Loose à Mt. 2.
Ziehung am 28. Nov. 18381.
5200 Gewinne ohne Steuerabzug.
Hauptgewinn: AM. 50,000
hei allen Loosverkaufstellen.
Am x
—E—— ⁊
Ornck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Hiezu für unsere Post-Abonnenten Illustrirtes Sonntagsblatt Nr. V.

Ac
— —————

— —
        <pb n="765" />
        —53536 54* —XV u
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — — ———— — — — AE——O — —XZO— * ο)XâXä àαασÂααRᷣαααXÔαXαXαÛααααιαα.
sar St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Dounerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchenilich mit Unterhaltungs
latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4M 60 , einschließlich
D3 Zustellungsgebuühr. Die Einrückungsgebühr fur die agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 —, bei außerpfulzischen und solchen,

auf welche die Expednion Auskunft ertheilt, 13 3, bei Neclamen 80 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 9..
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Münuchen, 25. Nov. Die zweite Kammer
yute heute bei Berathung des Finanz⸗Etats nach
ugerer Debatte den Dispositionssonds des Finanz⸗
msters mit 78 gegen 59 Stimmen ab. Rittler
slärte, die Rechte würdige die wohlthätigen Zwecke
Fonds, fühle sich jedoch nicht veranlaßt, ein
zliebiges Ministerium zum öffentlichen Almose⸗
er zu machen.

Muünchen, 285. Nob. Vielfach fällt auf, daß
rmit der Leitung der hiesigen Nuntiaturgeschäfte
eauftragte Msgr. Spolverini statt wie gemeldet
inde über Wien, direkt von Rom hier einge—
ffen ist. Man bringt diese Beschleunigung mit
aLage der preußischen Kirchenpolitik in Zu⸗
menhag. Das Provisorium in der hiesigen
uüntiatur wird auf vier Monate berechnet, da der
inftige Nuntius Msgr. di Pietro nicht dor dem
hlauf der genannten Zeit aus Rio de Janeiro
er eintreffen kann.

Berliu, 24. Nov. Aus bester Quelle erfahre
„daß die kaiserliche Botschaft dem Kronprinzen
orgelegen und dessen Billigung gefunden habe,
phei zu bemerken, daß die Botschaft außer der
ntündigung über die Monopolfrage nichts Posi⸗
des enthält. Gute Beurtheiler gewannen beim
zutigen Diner den Eindruck, der Kanzler wolle
atiten, so lange er selbst lebt.

Berlin, 24. Nov. Die „Deutsche Reichsztg.
zu sich schreiben, daß für das Erzbisthum Frei⸗
urg ein Oberhirt in Aussicht genommen sei,
e mit dem deutschen Kaiserhause in verwandt—
haftlichen Beziehungen stehe. Die „Germania“
merkt dazu: Prinz Edmund Radziwill wird
er nicht zum ersten Male als Bischofskandidat
zeichnet; um so mehr ist Vorsicht gegenüber sol⸗
sen Konjekturen geboten.

Elberfeld, 24. Nov. Die General-Versamm⸗
ing der Bergisch-⸗Märkischen Eisenbahn nahm die
derstaatlichung derselben mit 239 330 Stimmen
gen 1843 Stimmen an.
Ausland.

Paris, 24. Nowp. Der „National“ theilt über
me zwischen Gambetta und dem Petersburger Bot⸗
hafter General Chanzy stattgehabte Unterredung
vt, Gambetta habe erklärt, die auswärtige Politik
rankreichs konne sich nicht ändern, Frankreich
güsse zu allen Mächten in guten Verhältnissen
leiden; was aber die innere Politik Frankreichs
etreffe, so sei er der Ansicht, daß der Ausfall der
zten Wahlen eine accentuirtere Action gegen den
erus erheische. General Chanzy halte mit Rück⸗
cht auf diese innere Politik sein Entlassungsgesuch
frecht, weil es ihm nicht leicht sein würde, die
otive für diese Politik dem Auslande klar zu
gachen.
ankele und pfälzische Nachrichten.
I St. Ingbert, 28. Nowb. Die im Gewerbe⸗
tetein angeregie Frage einer Häusersteuerrevision in
esiger Sladt ist für den Verein jetzt soweit auf⸗
tlärt, daß er demnächst über den Weg entscheiden
urf, den er in dieser Hinsicht einschlagen will.
suf seine Anfrage in Speyer wurde ihm namlich
treitwilligst Austunft ertheilt. Ob der Herr Bür—
tmeister der Kreishauptstadt gedacht haben mag,
er Verein hätte sich seinen Weg auch selbst suchen
nnen, das wissen wir nicht. Das aber liegt
schwarz auf Weiß vor uns, daß gen. Herr dem

Sonntag, 27. November 1881.

16. Jahrg.

Verein das wirklich gegeben, um was dieser gebeten
Jat, nämlich Auskunst über eine Thatsache,
iber etwas Geschehenes, und einen authentischen
Bericht über die Art, wie es geschehen ist. Die
Bereinsmitglieder, nicht minder aber überhaupt alle
ziesigen Miether wie Vermiether, mag es
nteressieren, Folgendes zu erfahren: In seiner
Sitzung vom 31. Oktober 1881 hat der Stadtrath
»on Speyer beschlossen, bei der königlichen
stegierung auf die Vornahme einer örtlichen Haus—
teuerrevision Antrag zu stellen. Dieser Antrag
sußt auf dem Gesetz vom 19. Mai 1881 und
vurde beschlossen, nachdem in Vollziehung des 8 31
des Gesetzes vom 15. August 1828 und 19. Mai
1881 die kgl. Regierung der Pfalz mit Ausschreiben
om 6. Juli 1881, Kreisamtsblatt Nr. 42 darauf
rufmerksam gemacht hatte, daß in Gemeinden oder
Irischaften, in welchen die Miethsteuer eingeführit
st, eine Revision derselben, in der XVI. Finanz-
eriode (1882 —83) beginnend, stattfinden sohle,
venn sie von der einschlägigen Finanzkammer, oder
jon der betr. Gemeindeverwaltung, oder von dem
3. Theile der Miethsteuerpflichtigen beantragt wird.
Der Stadtrath molivirt seinen Beschluß durch den
Umstand, daß in Speher zur Zeit der letzten Häuser—
einschätzung die Miethpreise um 25 Procent höher
als die heutigen gestanden haben. (NB. Wir con-
ttatieren hier, daß das Gesetz keinerlei Procentsatz
zur Revision vorbedingt; die Annahme des Gegen⸗
cheils fand in jener Generalversammlung des G.-V.
aber vorläufig und ohne Prüfung Eingang, weil
früher einmal ein Beamter, der in Verwaltungs—
ind Finanzsachen einen anerkannten Ruf hat, sich
dahin geäußert hatte, — welche Aeußerung dann
nn der Sitzung referiert und nicht beanstandet wurde.
Die vorläufige Annnahme mußte fallen, sobald der
Berein einmal das Gesetz zur Hand nahm, welches
hmein jener Sitzung nicht vorlag, aber selbstver⸗
tändlich vor einem definitiven Eingreifen eingesehen
werden mußte.) — Dem Leser wird nach obigem
Referate über das Vorgehen Speyers die Ange—
egenheit insoweit klar gestellt, daß als einzige Vor⸗
edingung der Revision einfach die Willensäußerung
ines der im Amtsblatt Nr. 42 genannten 3 Fak⸗
oren gilt. Daß aber, wenn auch nicht als Vor⸗
»edingung, so doch zur Vorbereitung
—EERDD
vie zu pflegen nöthig werden sollen, das ist uns
merfindlich. Uns dünkt vielmehr, daß der Stadt—
ath von Speyer auch vorher Erhebungen gepflogen
Jjat, und keineswegs ohne deren Vorlage die 25
ßrocent in seinem Beschluß als Motiv aufgeführt
jat. Gerade diesen Punkt möchten wir den Inter—
ssenten besonders empsehlen. Der Gewerbe⸗-Verein
iber wolle die Sache, soweit sie ihn angeht, nur
echt bald zum Abschluß bringen, da wir dem
Jahresende, dem letzten Termin derselben, allaemach
nahe rücken.

* Die pfälzische Generalsynode beschloß
in der Vormittagssißzung am Donnerstag einstimmig,
den Pensionsbezug einer Pfarrwitiwe von 650 M.
nuf 720 M. zu erhöhen. Eine einfache minder—
ahrige Pfarrwaise soll in Zukunft jährlich 144 M.,
ine einzige Doppelweise 600 M. jährlich, zwei solche
244 M., drei 888 M., vier 1032 M. u. s. w. er⸗
Jalten. Ferner wurde die Vorlage des Cosistoriums,
vonach die Unterstützung an Pfarrer zur Haltung
oon Vikaren in besonderen Fällen bis zum Maximal⸗
hetrag von 600 M. erhöht werden können, ein⸗
timmig genehmigt. Einstimmige Annahme fand
iuch eine Vorlage uüͤber redaktionelle Nenderungen
m Tert der in der vereinigten protestantischen Kirche

der Pfalz eingeführten Religionsbücher
biblische Geschichte, Gottbüchlein, Katechismus).
Diese Aenderungen wurden als nothwendig erachtet,
da die verschiedenen Religionsbücher nicht den gleichen
Text haben, auch eine Mehrausgabe für die Ge⸗
neinden nicht erwächst, weil die alten Bücher neben
der verbesserien neuen Auflage aufgebraucht werden
dürfen.

— Ein auf Anregung des Gewerbevereins
Zweibrücken in dieser Stadt am Donnerstag
bend stattgehabte Versammlung dortiger Bürger
prach sich einsiimmig für Gründung eines Vereins
jegen den Hausbettel der Handwerksburschen aus.
56 Personen erklärten sofort ihren Beitritt. Ein
provisorisches Comitee, bestehend aus 5 Herren,
wurde gewählt, welches die Statuten zu entwerfen
ind baid eine konstiiuirende Versammlung einzube⸗
rufen hat.

— Heute, Sonntag, den 26. d. M., findet in
Finöd ein landwirtschaftliches Kränz—
hen stait, bei welchem ein Gegenstand von außer⸗
ordentlicher Wichtigkeit, nämlich „die Be⸗und
ckntwässerung des Bliesthals“ zur Ver⸗
Janlung kommi. Herr Kreiskultur-Ingenieur Mer l
us Speyer nuud Herr Ingenieur Linde mann
zus Duͤrlheim, der Erbauer der Pirmasenser Wasser-
eitung, werden dem Kränzchen beiwohnen und über
Durchführbarkeit und Rentablität des Unternehmens
ingehende Vorträge halten. Höchst wünschenswerth
väre es, wenn die Landwirthe und Wiesenbefitzer
nicht nur aus den zünächst gelegenen Gemeinden,
ondern auch aus größerer Entfernung sich an diesem
Zränzchen recht zahreich betheiligen würden, da ja
möglichste Steigerung der Futterproduktion eine
der wichtigsten Aufgaben der heutigen Landwirthschaft
ist und kein auch nur entfernt Betheiligter eine so
zünstige Gelegenheit zu umfassender Aufkärung über
diese Aufgabe, wie die jetzt in Einöd sich bietende,
unbenützt vorübergehen lassen sollte.

— Kaiserslautern. Ein Dienstknecht bei
Gebrüder Böcking von hier, der die Kasse auf de—
ren Ziegelei von Lichtenbruch geplündert hatte.
wollte seinem Leben dadurch ein Ende machen, daß
er sich zwischen hier und Kindsbach auf den Schie⸗
nenstrang iegte und iich vom Zug überfahren ließ,
vobei er lebensgefährliche Verletzungen davon trug.
Der Unglückliche wurde ins hiesige Spital geb racht.
Derselbe ist gesterben.) (Pf. Zig.)

— Auch die pfälzische Nerzte⸗Kam mer hat
den Brause'schen Antrag, die Verlängerung des
nedizinischen Studiums von 4 auf 5 Jahre betreffend,
einstimmig angenommen, aber mit Hinzufügung
zes Zusaßes. daß nach Zurücklegung des fünfjährigen
Ztudiums alsdann keine zwei⸗ bis dreijährige Frist
bis zur Meldung zum Physikats-Examen mehr einge⸗
halten werden müsse, sondern dieses Eramen schon
ach einjähr iger weiterer Ausbildung abgelegt werden
önine. Als Motiod wird angeführt, wie schwierig
ind mißlich es im Hinblick auf die äußeren Ver—
sältnisse sowohl als die Leistung des Einzelnen sei,
zu einem Examen sich vorzubereiten und vom Orte

einer Thätigkeit sich wegzubegeben, nachdem derselbe
innerhalh drei Jahre in der Praxis bereits thätig
war und sich einen Sitz gegründet hat oder zu gründen
im besten Vegriffe war, woher es dann auch kom⸗
me, daß seit dieser neuen Einrichtuug erst drei Aerzte
aus der Pfalz, und diese nur während ihres ärzt⸗
lichen Dienstes bei'm Heere dem Physikats⸗Examen
ich unterzogen hätten.
Vermischtes.

Saarbrücken, 25. Nov. Gestern wurde
hier ein kürzlich aus Friedrichsthal zugezogener.
        <pb n="766" />
        seit 2 Monaten verheiratheter Bäckermeister ver⸗
haftet und ins Untersuchungsgefängniß überführt,
welcher sich der Bigamie MDoppelehe) schuldig
gemacht haben soll.

F München. Im Jahr 1881 haben an den
drei Landesuniversitäten zusammen 148 Studirende
der Jurisprudenz die theoretische Prüfung für den
Staatsdienst gemacht (außer ihnen waren noch 16
zur Prüfung zugelassen, die sich aber nicht einfanden);
126 dadon haben die Prüfung bestanden.

CGEin bedeutender Schriftsteller.)

In Stoppenberg ist bei dem Bezirksfeldwebel
folgender originelle Brief eingelaufen: Adresse: An
— ———
haus⸗ Land⸗ u. Bauplätze⸗

Versteigerung.

Montag, den 12. Dezember
aächsthin, Nachmittags 2 Uhr, bei
Michael Paul,

läßt Herr Franz Jakob Ehrhardt⸗

Jochunm, die nachbeschriebenen Liegen⸗
schaften in der Steuergemeinde St.
Ingbert, öffentlich auf langjährige
Zahlungstermine versteigern, nämlich
J. Plan⸗Nr. 533, 3 a 80 qm Fläche,
Wohnhaus mit Scheuer, Stallung
Schoppen, Küche, Schweinställen,
Hofraum und Pflanzgarten und
Plan⸗Nr. 534, 6 a 10 qm
Pflanzgarten auf der Meß, das
Banze gelegen in der Stadt St.

Ingbert an der Kaiserstraße neben

dem Meßwege und Wittwe Heinrich

Ehrlich, zu verschiedenen Bau⸗

plätzen.

Plan⸗Nr. 464, 11 4 20 qm

Pflanzgarten in der Pfarrgasse

neben Schneider Jost und Joh.

Jos. Hellenthal;

Plan⸗Nr. 14148, 16 4 20 qm

Acker am Schaafweiher und Plan⸗

Nr. 1414210 3 aà 80 qm Acker

allda, zu Bauplätzen von circe

660 laufenden Metern.

St. Jugbert, 25. Nov. 1881
Der Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer
AM. Wiest.

den fehlt-Wepel Gappel Stoppenperch Key Essene,
soltaten⸗Priev. Inhalt: Ich sage dir ogwolgeboren
An dat eckAm sonntach nich nomm AApeel kommene
an. Fröntschoppligen grus Kanosky weehmann
jar 69. in iile.

Die männliche Bevöolkerung der Vereinig—
ten Staaten von Nordamerika überwiegt die
weibliche fast um 900,000 Seelen. Nach der
Zählung von 1880 beträgt die Gesammtbevölkerung
50,152,866, wovon 25,520,582 männliche und
24,632,284 weibliche Idividuen. In dem Staate
Main halten sich beide Geschlechter fast die Waage;
zier überwiegt das schöne Geschlecht um 777 das

männliche. Eigenthümlich ist es, daß in Utah
dem Lande der Polhgamie, nur 93,240 Frauet
auf 100,000 Männer kommen. In den Minen
taaten des Westens überwiegen die Männer weit
nus die Frauen
Dienstesnachrichten.

Der zeitlich quiescierte Forsimeiste Buhmann in
Zweibrücken wurde auf Ansuchen unter Anerlennung u sg
auernd quiestiert

Der Kreiskasse⸗Offiziant Knapp in Speier wurd
zauernd quiesciert und dessen Stelle dem Funktionär Ehr
icher verliehen.

Für die Redaction verantwortlich F. X. Demetz.

Bekanntmachung.
Mittwoch, den 14. Dezember
1881, des Nachmittags 2 Uhr zu
Schnappbach, in der Wirthschaft
der Wittwe von Wilh. Pfeilstücker,

werden durch den unterzeichneten
Amtsverweser des k. Notars Sauer
in St. Ingbert auf Anstehen der
Erben der zu Schnappbach verlebten
Elenonore Schaum Wittwe von
Friedrich Zeller,

die nachbeschriebenen Liegenschaften
n der Steuergemeinde St. Ingbert
jffentlich zu eigen versteigert:

l. Plan⸗Nr. 4967a2, 1à 25 qm
Fläche mit Wohnhaus und Zu—
behör und Plan⸗-Nr. 4967b, 6 a
10 qm Gartenacker dabei, gelegen
zu Schnapphbach in der Ruhbach.
Plan⸗Nr. 4950, 16 a 70 qw
Wiese allda.

3. Plan-Nr. 4951, 16 a Wiese allda

St. Ingbert, 25. Nov. 1881.
A. Wiest.

stal
HVote! Lur.

Gewerbe⸗ Verein.
Montag, 28. Nov., Abends 8 Uhr,
General-Versammlung.
Tagesordnung:
1. Häusersteuerrevision.
2. Statutenberathung.
Der J. Vorstand.
Gemüthlichkeit.
Sonntag, den 27. November im Jun g'schen Saal
Abends 8 Uhr
musikalische &amp; theatralische
Abendunterhaltung.
Nähere besagen die Programme.
Vorss ndd.
Aufruß.

Die von der Lebens⸗ und Pensions-Versicherungs⸗Gesellschaft
„Janmnus“ in Hamburg unterm 29. Januar 1872 ausgestellte Polic
Rir. 34078 über Rh. flin. 5000. —, lautend auf das Leben des Herrn Lud
wig Bechthold in St. Ingbert, ist angeblich verloren und werden Alle
welche Ansprüche an dieselbe zu haben vermeinen, aufgefordert, solche sofor
und spätestens bis zum 24. Dezember d. J. bei der unterzeichneten Di—
tektion bei Vermeidung der Präclusion geltend zu machen.

Hamburg, den 24. September 1881.
Die Direktion
er Lebens⸗ und Penfions⸗Versicherungs⸗Gejellschaft Janus
FNrnst Sehmidt Ebeling.

Montag,
8. Novbr
Abends
7 Uhr
—A
Morgens 10 Uhr
Quéllfleisch.
Vorzüge des Diamant-Oeles.

Das Licht brennt heller und spar—⸗
amer (pro Liter 10 Pfg. Ersparniß),
kauch und Schmutz kommen nicht
mehr vor und die häufigen Gas-Ex—
olosionen sind durch dieses Ver—
ahren gänzlich beseitigt.

Zu haben bei Joh. Woll, Ladirer.
Reue EI8usr.) Fullung ẽ
hochfeinster Ongdlität

Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
XXXXX
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
Schnappbach in ihrer Wirthschaft,
werden durch den unterzeichneten Amts⸗
berweser des kgl. Notars Franz Sauer
in St. Ingbert, zufolge eines gehörig
homologirten Familienrathsbeschlusses
des kgl. Amisgerichtes St. Ingbert,
die nachhin beschriebenen Liegenschaften
in der Steuergemeinde St. Ingber
offentlich zu Eigenthum versteigert,
nämlich:
Plan⸗Nr. 49952, 3 a 75 qm
Fläche, Wohnhaus mit Hofraum,
(das alte Wohngebäude) und Plan⸗
Nr. 4995b, 1a 2 qm Garten
dabei;
Plan⸗Nr. 4995242, 3 a 34 ꝗm
Fläche, Wohnhaus und Hofraum
(das neue Gebäude), Plan⸗Nr.
4995 2b, 68 qm Garten und
Plan⸗Nr. 4995 18, 20 qm Acker
dabei, das Ganze gelegen zu
Schnappbach auf der Rußhüite.
Eigenthümer sind:

1. Margaretha Tschunky,
Wirthin in Schnappbach wohnhaft,
Wittwe des daselbst verlebten Bäckers und
Wirthes Wilhelm Pfeilstücker

2. Die minderjährigen Kinder dieser
Eheleute als: a. Sophie, b. Wil⸗
helmine, e Wilhem, d. Lonise,
o. Johanna, f. Amalie und g
Georg Pfeilstücker, welche ihre
obengenannte Mutter als Vormünderin,
und den Heinrich Zeitz, Wirth in
Sulzbach zum Nebenbormunde haben.

St. Ingbert, 25. Nod. 1881.

A. Wiest.

ür die bekannte
ibernehmen wir fortwährend Flachs, Hanf und Ahwerg zum
zpinnen und Weben unter Zusicherung bester Bedienung.

Die Pisenhahuifraeht hin und zurii ühernimmt
die Fabriia nnd berechnet für den Schneller von 1228 Meter
nge i2 Prennig Spinnlobu. Die Agenten: in 8t. Ingbert.
J. Fedlrieh, in Homburg, Franz FRarom.

— Moer 3Iprachen kennt, ist reioh zu nonnon. —
—II
zur

practischen und naturgemässen kErlernung
der

—X —I
Geschafts-&amp; Umgangssprache.
Pine neue Methode. in 8 Monaten eine Sprache sprechen,
schreiben und lesen zu lernen.
FBEITIIM IPStunterrichit

28

n *a, a und is Origialflaschen,
sede mit eingebrannter Firma des
zerichtlich anerkannten Erfinders
W. H. Zickenheimer, Mainz.
ꝛager in St. Ingbert bei M. Klug,
Noßlenstraße.

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Englisch — Französisch — Spanisoh complet in je 15
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Probehriefe aller 4 Sprachen à 50 Pf. portofrei.
Leipziq. Rosenthal'scho Verlagshandlunq.

Ein schwarzbraune r serter
Dachshunud,
inkes Ohr aufgeschlitzt, hat sich ver⸗
aufen. Wiederbringer erhält eine gute
aung. Vor Ankauf wird gewarnt.
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ziehung am 28. Nov. 13341.
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Dr. Zwiobk«e, Augenarzt,
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Biezu Allustrirtes Sonntaasblatt Nr. O.
        <pb n="767" />
        St. Indbeyter Amzriger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— u c —Kä— —————————ü —ü—ü—ü—u————ü——üüü—ü—üü—üvüvüüvüvüvüuüuüuůüu———— —— — — —Z — — BuZüDE———————ooooo —⏑—⏑ —⏑ —⏑—⏑—⏑ —“ ⏑—⏑0 ——

Der „St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Moutag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

BZlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 146 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AM 60 H, einschließlich

40 Z Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 , bei Reclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
—V—

Sonntag, 27. November 1886. 168. Jahrg..
Volitische Uebersicht.

Verein das wirklich gegeben, um was dieser gebeten
jat, nämlich Auskunft Über eine Thatsache,
iber etwas Geschehenes, und einen authentischen
Bericht über die Art, wie es geschehen ist. Die
Lereinsmitglieder, nicht minder aber überhaupt alle
ziesigen Miether wie Vermiether, mag es
nteressieren, Folgendes zu erfahren: In seiner
Sitzung vom 31. Oktober 1881 hat der Stadtrath
»on Speyer beschlossen, bei der königlichen
Regierung auf die Vornahme einer örtlichen Haus—
teuerrebision Antrag zu stellen. Dieser Anttag
jußt auf dem Gesetz vom 19. Mai 1881 und
vurde beschlossen, nachdem in Vollziehung des 8 31
ꝛes Gesetzes vom 15. August 1828 und 19. Mai
1881 die kgl. Regierung der Pfalz mit Ausschreiben
vom 6. Juli 1881, Kreisamtsblatt Nr. 42 darauf
ufmerksam gemacht hatte, daß in Gemeinden oder
Irtschaften, in welchen die Miethsteuer eingeführt
st, eine Revision derselben, in der XVI. Finanz⸗
eriode (1882 -83) beginnend, stattfinden sohle,
oenn sie von der einschlägigen Finanzkammer, oder
on der betr. Gemeindeverwaltung, oder von dem
3. Theile der Miethsteuerpflichtigen beantragt wird.
der Stadtrath motivirt seinen Beschluß durch den
Imstand, daß in Speher zur Zeit der letzten Häuser⸗
inschätzung die Miethpreise um 25 Procent höher
ils die heutigen gestanden haben. (NB. Wir con-
tatieren hier, daß das Gesetz keinerlei Procentsatz
ur Revifion vorbedingt; die Annahme des Gegen⸗
heils fand in jener Generalversammlung des G-V.
Wer vorläufig und ohne Prüfung Eingang, weil
rüher einmal ein Beamter, der in Verwaltungs⸗
ind Finanzsachen einen anerkannten Ruf hat, sich
)ahin geäußert hatte, — welche Aeußerung dann
n der Sitzung referiert und nicht beanstandet wurde.
Die vorläufige Annnahme mußte fallen, sobald der
berein einmal das Gesetz zur Hand nahm, welches
hm in jener Sitzung nicht vorlag, aber selbstver⸗
tändlich vor einem definitiven Eingreifen eingesehen
verden mußte.) — Dem Leser wird nach obigem
seferate über das Vorgehen Speyers die Ange—
egenheit insoweit klar gestellt, daß als einzige Vor⸗
zedingung der Revision einfach die Willensäußerung
eines der im Amtsblatt Nr. 42 genannten 3 Fak—
oren gilt. Daß aber, wenn auch nicht als Vor—⸗
»edingung, so doch zur Vorbereitung
nicht dennoch Erhebungen, listenweise oder anders⸗
vie zu pflegen nöthig werden sollen, das ist uns
merfindlich. Uns dünkt vielmehr, daß der Stadt⸗
ath von Speyer auch vorher Erhebungen gepflogen
sat, und keineswegs ohne deren Vorlage die 25
Brocent in seinem Beschluß als Motiv aufgeführt
—V
ssenten besonders empfehlen. Der Gewerbe⸗Verein
iber wolle die Sache, soweit sie ihn angeht, nur
echt bald zum Abschluß bringen, da wir dem
Jahresende, dem letzten Nrmin derselben. allqgemach
nahe rücken.

*Die pfälzische Generalsynode beschloß
n der Vormittagssitzung am Donnerstag einstimmig,
»en Pensionsbezug einer Pfarrwitiwe von 650 M.
duf 720 M. zu erhöhen. Eine einfache minder—⸗
ährige Pfarrwaise soll in Zukunft jährlich 144 M.,
ine einzige Doppelweise 600 M. jährlich, zwei solche
744 M., drei 888 M., vier 1032 M. u. s. w. er⸗
jalten. Ferner wurde die Vorlage des Cosistoriums,
vonach die Unterstützung an Pfarrer zur Haltung
jon Vikaren in besonderen Fällen bis zum Maximal⸗
»etrag von 600 M. erhöht werden können, ein⸗
timmig genehmigt. Einstimmige Annahme fand
auch eine Vorlage über redaktionelle enderungen
m Tert der in der vereinigten vrotestantischen Kirche

1

der Pfalz eingeführten Religionsbücher
biblische Geschichte, Gottbüchlein, Katechismus).
Diese Aenderungen wurden als nothwendig erachtet,
da die verschiedenen Religionsbücher nicht den gleichen
Text haben, auch eine Mehrausgabe für die Ge—
neinden nicht erwächst, weil die alten Bücher neben
der verbesserten neuen Auflage aufgebraucht werden
dürfen.

Ein auf Anregung des Gewerbevereins
Zweibrücken in dieser Stadt am Donnerstag
Abend stattgehabte Versammlung dortiger Bürger
prach sich einstimmig für Gründung eines Vereins
zegen den Hausbettel der Handwerksburschen aus.
56 Personen erklärten sofort ihren Beitritt. Ein
provisorisches Comitee, bestehend aus 5 Herren,
vurde gewählt, welches die Statuten zü entwerfen
und bald eine konstituirende Versammlung einzube⸗
rufen hat.

— Heute, Sonntag, den 26. d. M., findet in
Einöd ein landwirtschaftliches Kränz—
hen statt, bei welchem ein Gegenstand von außer⸗
ordentlicher Wichtigkeit, nämlich „die Be⸗ und
Entwässerung des Bliesthals“ zur Ver⸗
hanlung kommt. Herr Kreiskultur⸗Ingenieur Merl
aus Speyer nud Herr Ingenieur Lindemann
uus Dürkheim, der Erbauer der Pirmasenser Wasser⸗
eitung, werden dem Kränzchen beiwohnen und über
Ddurchführbarkeit und Rentablität des Unternehmens
ingehende Vorträge halten. Höchst wünschenswerth
värc es, wenn die Landwirthe und Wiesenbesiztzer
nicht nur aus den zunächst gelegenen Gemeinden,
ondern auch aus größerer Entfernung sich an diesem
dränzchen recht zahreich betheiligen würden, da ja
nöglichfte Steigerung der Futterproduktion eine
der wichtigsten Aufgaben der heutigen Landwirthschaft
st und kein auch nur entfernt Betheiligter eine so
zünstige Gelegenheit zu umfassender Aufkärung über
ziese Aufgabe, wie die jetzt in Eindd sich bietende,
unbenützt vorübergehen lassen sollte.

-Kaiserslautern. Ein Dienstknecht bei
GBebrüder Böcking von hier, der die Kasse auf de—
ren Ziegelei von Lichtenbruch geplündert hatte,
vollte seinem Leben dadurch ein Ende machen, daß
r sich zwischen hier und Kindsbach auf den Schie—
ijenstrang legte und sjich vom Zug überfahren ließ,
oobei er lebensgefährliche Verletzungen davon trug.
Der Unglückliche wurde ins hiesige Spital geb racht.
Derselbe ist gesterben.) (Pf. Zig.)

— Auch die pfälzische RNerzte-Kammer hat
den Brause'schen Antrag, die Verlängernng des
nedizinischen Studiums von 4 auf 5 Jahre betreffend,
instimmig angenommen, aber mit Hinzufügung
ses Zusatzes, daß nach Zurücklegung des fünfjährigen
ztudiums alsdann keine zwei⸗ bis dreijährige Frist
dis zur Meldung zum Physikats-Examen mehr einge—
jalten werden müsse, sondern dieses Examen schou
iach einjähr iger weiterer Ausbildung abgelegt werden
önne. Als Motiv wird angeführt, wie schwierig
ind mißlich es im Hinblick auf die äußeren Ver—⸗
zältnisse sowohl als die Leistung des Einzelnen sei,
u einem Examen sich vorzubereiten und vom Orte
einer Thätigkeit sich wegzubegeben, nachdem derselbe
innerhalb drei Jahre in der Praxis bereits thätig
var und sich einen Sitz gegründet hat oder zu gründen
m besten Begriffe war, woher es dann auch kom—
ne, daß seit dieser neuen Einrichtuug erst drei Aerzte
aus der Pfalz, und diese nur während ihres ärzt⸗
ichen Dienstes bei'(m Heere dem Physikats-Examen
ich unterzogen hätten.

zermches.

F Saarbrücken, 25. Nov. Gestern wurde

dier ein kürzlich aus Friedrichssthal zugezogener,

Deutsches Neich.

München, 25. Nov. Die zweite Kammer
ehnte heute bei Berathung des Finanz-Etats nach
ängerer Debatte den Dispositionsfonds des Finanz⸗
ministers mit 78 gegen 59 Stimmen ab. Rittler
erklärte, die Rechte würdige die wohlthätigen Zwecke
)es Fonds, fühle sich jedoch nicht veranlaßt, ein
nißliebiges Ministerium zum öäffentlichen Almose—⸗
zier zu machen.

München, 25. Nov. Vielfach fällt auf, daß
»er mit der Leitung der hiesigen Nuntiaturgeschäfte
beauftragte Msgr. Spolverini statt wie gemeldet
vurde über Wien, direkt von Rom hier einge—
roffen ist. Man bringt diese Beschleunigung mit
»er Lage der preußischen Kirchenpolititf in Zu—
ammenhag. Das Provisorium in der hiesigen
Runtiatur wird auf vier Monate berechnet, da der
künftige Nuntius Msgr. di Pietro nicht dor dem
Ablauf der genannten Zeit aus Rio de Janeiro
hier eintreffen kann.

Berlin, 24. Nov. Aus bester Quelle erfahre
ich, daß die kaiserliche Botschaft dem Kronprinzen
horgelegen und dessen Billigung gefunden habe,
wobei zu bemerken, daß die Botschaft außer der
Ankündigung über die Monopolfrage nichts Posi—
tives enthält. Gute Beurtheiler gewannen beim
heutigen Diner den Eindruck, der Kanzler wolle
amtiren, so lange er selbst lebt.

Berlin, 25. Nov. Die „Deutsche Reichsztg.“
läßt sich schreiben, daß für das Erzbisthum Frei⸗
burg ein Oberhirt in Aussicht genommen sei,
der mit dem deutschen Kaiserhause in verwandt⸗
schaftlichen Beziehungen stehe. Die „Germania“
bdemerkt dazu: Prinz Edmund Rad ziwill wird
hier nicht zum ersten Male als Bischofskandidat
bezeichnet; um so mehr ist Vorsicht gegenüber sol⸗
chen Konjekturen geboten.

Elberfeld, 24. Nov. Die General-Versamm⸗
lung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn nahm die
Verstaatlichung derselben mit 239,330 Stimmen
gegen 1843 Stimmen an.
Ausland.

Paris, 24. Noo. Der „National“ theilt über
eine zwischen Gambetta und dem Petersburger Bot⸗
schafter General Chanzy stattgehabte Unterredung
mit, Gambetta habe erklärt, die auswärtige Politik
Fraukreichs könne sich nicht ändern, Frankreich
müsse zu allen Mächten in guten Verhältnissen
bleiben; was aber die innere Politik Frankreichs
hetreffe, so sei er der Ansicht, daß der Ausfall der
letzten Wahlen eine accentuirtere Action gegen den
Clerus erheische. General Chanzy halte mit Rück—
ächt auf diese innere Politik sein Entlassungsgesuch
aufrecht, weil es ihm nicht leicht sein würde, die
Motive für diese Politik dem Auslande klar zu
machen.
Lokale und pfälzische Nachrichten.

M St. Ingbert, 23. Nod. Die im Gewerbe⸗
Verein angeregte Frage einer Häusersteuerrevision in
siesiger Stadt ist für den Verein jetzt soweit auf⸗
jeklärt, daß er demnächst über den Weg entscheiden
darf, den er in dieser Hinsicht einschlagen will.
Auf seine Anfrage in Speyer wurde ihm nämlich
ereitwilligst Auskunft ertheilt. Ob der Herr Bür—⸗
ermeister der Kreishauptstadt gedacht haben mag,
der Verein hätte sich seinen Weg auch selbst suchen
önnen, das wissen wir nicht. Das aber liegt
Schwarz auf Weiß vor uns, daß gen. Herr dem
        <pb n="768" />
        eit 2 Monaten verheiratheter Bäckermeister ver⸗
haftet und ins Untersuchungsgefängniß überführt,
welcher sich der Bigamie Moppelehe) schuldig
gemacht haben soll.
München. Im Jahr 1881 haben an den
drei Landesuniversitäten zusammen 148 Studirende
der Jurisprudenz die theoretische Prüfung für den
Staalsdienst gemacht (außer ihnen waren noch 16
zur Prüfung zugelassen, die sich aber nicht einfanden);
126 davon haben die Prüfung bestanden.
Einbedeutender Schriftsteller.)
In Stoppenberg ist bei dem Bezirksfeldwebel
'olgender originelle Brief eingelaufen: Adresse: An
—
—5 u. Bauplätze- Bekanntmachung.
. Mittwoch, den 14. Dezem ber

m ee, un g b 1881, des Nachmittags 2 Uhr zu
ontag⸗ den 12. Dezember Schnappbach, in der Wirthschaft

e Nagmittags 2 Uhr, bei er Winvde von Wilh Pferistuder,
Mie — werden durch den unterzeichneten

laßt Herr Fran; Jalob Ehrhardt⸗ Amtsverweser — k. —RB
Jochuim, die nachbeschriebenen Liegen- a St. Ingbert auf Anstehen der
chaften in der Stenergemeinde St. Irben der zu Schnappbach verlebten
Jugbert, offentlich auf langiährige Flenonore Schaum Wittwe von
Zahlungstermine versteigern, naͤmlich: Friedrich Feller,

. Plan⸗Nt. 538. 323 80 qm Flache, die nachbeschriebenen Liegenschaften
Vohnhaus mit Scheuer. Stallung, nder Steuergemeinde St JIngbert
Schoppen, Küche, Schweinställen, jjffentlich zu eigen versteigert:
hofraum und Pflanzgarten und Plam gr 409674. 14 25 qm
plan⸗Nr. 534. 6 a190 ꝗn Flaäche mit Wohnhaus und Zu⸗
Pflanzgarten auf der Meß, das hdehoe und Plamgie 49070, 64
Banzʒe gelegen in der Stadt St. 10 qm Gartenacker dabei, gelegen
Ingbert an der Kaiserstraße neben u Schnappbach in der Ruhbach
dem Meßwege und Wittwe Heinrich — *
Ehrlich, zu verschiedenen Bau⸗ wies⸗ ulldae
platzen 3. PlausNr. 41051, 16 a Wiese allda
Plan·Nx. 464. 11 2 20 qm. Siu Ingbert, 86. Nov. —*
flanzgarten in der Pfarrgasse A. Wieii.
neben Se und Joh. Un * ——— —
Jos. Hellenthal; J,

e 14146, 16 a 20 qm dte au—.
Acker am Schaafweiher und Plan⸗
RNr. 1414318 3 4 80 qm Acker
allda, zu Bauplätzen von circo
60 laufenden Metern.
St. Jugbert, 25. Nov. 1881.
Der Amisvberweser des kgl. Notars
Sauer
A. Wiest.

ʒen fehlt⸗Wepel Gappel Stoppenperch Key Essene,
oltaten⸗Priev. Inhalt: Ich sage dir ogwolgeboren
Un dat eckAm sonntach nich nomm AApeel kommene
dan. Fröntschoppligen grus Kanoskh weehmann
ar 69. in iile.

r Die männliche Bevölkerung der Vereinig—
en Staaten von Nordamerika überwiegt die
veibliche fast um 900,000 Seelen. Nach der
Zählung von 1880 beträgt die Gesammtbevölkerung
30, 152,866, wovon 25,520,582 männliche und
24,632,284 weibliche Idividuen. In dem Staate
Nain halten sich beide Geschlechter fast die Waage;
zier überwiegt das schöne Geschlecht um 777 das

mäannliche. Eigenthümlich ist es, daß in Utah,
dem Lande der Polhgamie, nur 93,240 Frauen
auf 100,000 Männer kommen. In den Minen—
staaten des Westens überwiegen die Männer weit⸗
ans die Frauen.
„er tes nach richten.
Der zeitlich quiescierte Forstmeister Buhmann in
Zweibrücken wurde auf Ansuchen unter Anerlennung u s. w.
dauernd quiesciert
Der Kreiskasse-Offiziant Knapp in Speier wurde
dauernd quiesciert und dessen Stelle dem Funktionär Ehr⸗
icher verliehen.
Fur die Redaction verantwortlich F. X. Demetz.
J —
Gewerbe⸗ Verein.
Montag, 28. Nov., Abends 8 Uhr,
General-Versammlung.
Tagesordnung:
1. Häusersteuerrevision.
2. Statutenberathung.
Der Vorstand.
Sonntag, den 27. November im Jun g'schen Saale
Abends 8 Uhr
musikalische &amp; theatralische
Abendunterhaltung. —
Das Nähere besagen die Programme.
er Vorstand.
Aufrußf.

Die von der Lebens⸗ und Penfions⸗-Versicherungs:Gesellschaft
„Janus“ in Hamburg unterm 29. Januar 1872 ausgestellte Police
34078 uͤber Ru flin, 3000. , lautend auf das Leben des Herrn Lud⸗
wig Bechthold in St. Ingbert, ist angeblich verloren und werden Alle,
velche Ansprüche an dieselbe zu haben vermeinen, aufgefordert, solche sofort
uind spätestens bis zum 24. Dezember d. J. bei der unterzeichneten Di⸗
rektion bei Vermeidung der Präclusion geltend zu machen.

Hamburg, den 24. September 1881.
Die Direktion
der Lebens⸗ und Pensions⸗Versicherungs⸗Gesellschaft Janm us.“
Prnst Schmidt. Ebeling.
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
Mittwoch, den 14. Dezember
nächsthin, Nachmittags 8 Uhr zu
Zchnappbach in ihrer Wirthschaft,
werden durch den unterzeichneten Amts⸗
—XV
in Sit. Ingbert, zufolge eines gehörig
homologirten Familienrathsbeschlusses
des kgl. Amtsgerichtes St. Ingbert,
die nachhin beschriebenen Liegenschaften
n der Steuergemeinde St. Ingbert
offentlich zu Eigenthum versteigert,
nämlich:

1 Plan⸗Nr. 49952, 3 a 75 qm

Flaäche, Wohnhaus mit Hofraum,
(das alte Wohngebäude) und Plan⸗
Rr. 4995b, La 2 qm Garten
dabei;

Plan⸗Nr. 49952a, 8 a 34 qm
Flache, Wohnhaus und Hofraum
das neue Gebäude), Plan⸗Nr.
199520, 68 qm Garten und
Plan⸗Nr. 4995* 18, 20 qm Acker
dabei, das Ganze gelegen zit
Zchnappbach auf der Rußhütte.
Eigenthümer sind:

1. Margaretha Tschunky,
Wirthin in Schnappbach wohnhaft,
Wittwe des daselbst verlebten Bäckers und
Wirthes Wilhelm Pfeilstücker;

2. Die minderjährigen Kinder dieser
Eheleute als: 8. Sophie, b. Wil⸗
helmine, e. Wilhem, d. Lonise,
s. Johanna, f. Amalie und g.
Georg Pfeilstücker, Wwelche ihre
obengenannie Mutter als Vormünderin,
und den Heinrich Zeitz, Wirth in
Sulzbach zum Nebenvormunde haben.

Sit. Ingbert, 25. Nov. 1881.

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VIetzelsuppe
Morgens 10 Uhr
Quellfleisch.
Vorzüge des Diamant-Oeles.

Das Licht brennt heller und spar⸗
amer (pro Liter 10 Pfg. Ersparniß),
kauch und Schmutz kommen nicht
nehr vor und die häufigen Gas-Ex⸗
losionen sind durch die ses Ver—
ahren gänzlich beseitigt.

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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 B, bei Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.

ιν
M 1988. Montag, 28. November 1881. —16. Jahrg.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Berlin, 26. Nob. Die „Nordd. Allg. Ztg.“
augt: Mit einem aus Bedauern und Heiterkeit ge⸗
nischten Gefühl ist hier der Versuch des „Paris
Journal“ aufgenommen worden, die politische Welt
zurch die Sensationsnachricht zu überraschen, wo⸗
nach Graf Herbert Bismarck beauftragt sei, der
ritischen Regierung Egypten anzu—
„ieten. Abgesehen von der Unmöglichkeit der
Sache selbst, widerspricht es durchaus den Gewohn⸗
jeiten der deutschen Regierung, im diplomatischen
herkehr andere als ihre offiziell beglaubigten Ver⸗
reter zur Ueberbringung politischer Aufträge zu
»erwenden. Zu unserer Genugthuung erfahren wir,
‚aß auch Lord Granville die Sensationsnachricht
aur als eine erheiternde Episode der Tagesgeschichte
ruffaßte; auch die Journale „Daily News“ und
Daily Telegraph“, welche die Correspondenz des
Paris Journal“ reproducirten, hüteten sich wohl,
uuch nur ein Wort des Commentars daran zu
nüpfen. —

Berlin, 26. Nop. Die Budgetkommis—
on erledigte mehrere kleine Etatsposten. Bei
»em Etat über die Heerverwaltung wurden von dem
bosten von 1,490,600 M. für die Ergänzung der
Handfeuerwaffen auf Antrag von Maltzahn 490,600
M. gestrichen.

Berlin, 26. Nov. Der „Reichs-Anz.“ schreibt:
Der Kaiser brachte die beiden letzten Tage voll⸗
tommen schmerzfrei und die Nächte in ruhigem
Schlafe zu. Der Zustand seiner Kräfte erfordert
edoch noch Schonung. Der Kaiser ist dadurch ge⸗
nöthigt, noch einige Tage das Zimmer zu hüten.

Nach den aus dem Bundesrath an den Reichs-
ag gelangenden Mittheilungen sind in nächster
Zeit (Frühjahrssession) für den Reichstag folgende
Vorlagen zu erwarten, welche augenblicklich sich noch
m der Vorbereitung befinden: Der Entwurf eines
Reichsversicherungsgesetzes, ein Gesetzentwurf über
den Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln,
ein Gesetzentwurf über die Beschränkung der allge—
meinen Wechselfähigkeit, ein Gesetzentwurf über die
Revision des Titel UI der Gewerbeordnung (Ge—
werbebetrieb im Umherziehen, Wanderlager) sowie
der Bestimmungen über den Gewerbebetrieb der
Auktionatoren, Concipienten ꝛc., ein Gesetzentwurf
zur Abänderung der Bestimmungen über den Unter—
tützungswohnsitz und das Armenwesen, sowie ein
Gesetzentwurf über Abänderung der Bestimmungen
über die privatrechtliche Stellung der Erwerbs- und
Wirlhschaftsgenossenschaften.

Der Reichskanzler liebt es bekanntlich, auf
einen parlamentarischen Soiréen sich in zwangs⸗
oser Weise über die schwebenden Tagesfragen der
nneren und äußeren Politik auszulassen. Auch auf
den am Donnerstag beim Fürsten Bismark statt⸗
gefundenen parlamentarischen Diner, zu welchem
u. A. anch das Reichstags⸗Präsidium, die Schrift⸗
führer, Quästoren und Abtheilungs-Vorstände des
Reichstages Einladungen erhalten hatten, verbreitete
ich der Reichskanzler über die gegenwärtige innere
Lage. Aus den Mittheilungen des Reichskanzlers
ist hervorzuheben, daß er nicht im Entserntesten an

eine Auflösuug des Reichstages denke. Derselbe
werde keineswegs alle in der kaiserlichen Botschaft
angekündigten Vorlagen auf einmal zu erledigen
haben. Der Kaiser wisse wohl, daß eine lange
Zeit für die angekündigten Entwürfe erforderlich
sei und auch ein späterer Nachfolger des Kaisers
werde sich diesen Aufagaben nicht entziehen können,

weil sie dem Wohle der Gesellschaft dienten. Der
Kaiser halte fest an dein von ihm in der Botschaft
eingenommenen Standpunkte und halte die Durch⸗
ührung dieser Reformen für nothwendig. Fürsi
Bismarck betonte im Weiteren, daß er seit seinem
Fintritt in die politische Carière stets an dem
Brundsatze festgehalten habe, seiner politischen Ueber—⸗
eugung Geltung zu verschaffen und daß er dies
zuch in Zukunft thun werde. Schließlich bemerkte
der Fürst nochmals, daß es ihm gar nicht einfiele,
den Reichstag aufzulösen, auch wenn derselbe seine
Projekte ablehnen würde; man werde sich aber doch
nach und nach mit den Grundzügen der neuen
Vorlagen befreunden.

Einen in der parlamentarischen Geschichte Deutsch⸗
ands zohne Beispiel dastehenden Verlauf nahm im
Reichstag die erste Lesung des Reichshaus—
haltsetats für 1882/83. Der Regierungs—
ommissar beleuchtete den Etat von vortheilhaftester
Seite, der Führer der Fortschrittspartei, Eugen
Richter, trat den Ansichten des Vorredners entgegen
und nahm Anlaß zu einer herben Kritik der Politil
des Reichskanzlers gegenüber dem Ausfall der
Wahlen trotz aller Wahlbeeinflussungen und An—
griffe auf die Fortschrittspartei. Darauf fand sich
don der Regierungspartei kein Redner bereit, dem
angreifenden Fortschrittsmanne zu antworten; ein
Vertagungsantrag wurde abgelehnt und da kein
sedner sich findet, die Debatte geschlossen. Das
Resultat wäre dasselbe gewesen wie nach einer zwei⸗
oder dreitägigen Debatte, auf welche man allerdingẽ
borbereitet war. Möglich auch, daß mehrere Red—
ner, welche bei dem Fürsten Bismarck zu Gaste ge—
aden waren, deshalb in so vorgeschrittener Stunde
nicht mehr sprechen wollten. Während der ganzen
Rede des Abg. Richter verhielt die klerikal⸗konser⸗
hative Coalition sich ziemlich ruhig und nur ver—⸗
einzelte mißbilligende Zwischenrufe wurden bei den
Tonservativen laut. Möglich, daß von dieser Seite
bei der Spezialberathung des Etats, welche noch
in dieser Woche beginnen soll, nachgeholt wird, was
man bei der ersten Lesung versäumte.

Ausland.

* Für Frankreich hat die vergangene Woche
kein Ereigniß von hervorragender politischer Be—
deutung gebracht. Gambetta versucht, sich auf dem
Sessel des Ministerpräsidenten erst gehörig fest—
zusetzen, ehe er daran denkt, der französischen
Politik zunächst im Innern die lediglich im Inter⸗
»sse der Gambettisten liegende Richtung zu geben.
* Die unfichern Verhältnisse zwischen Chile
und Peru haben durch einen ernsten Zwischenfall
eine neue Illustration erhalten. Die Chilenen haben
den Präsidenten von Peru, Caldoeron, und
dessen Minister des Auswärtigen, Galvez, plötz-
ich verhaftet und nach Chile gebracht. An—
cheinend wollen die Vereinigten Staaten von Nord⸗
Amerika in dieser Angelegenheit interveniren, so daß
»s möglicherweise zu Verwickelungen zwischen Chile
und Mord NMwmöorika kommen kann
Lokale und pfälzische Nachrichten.

DSt. Ingbett, 28. Nov. Die gestrige, im
Jung'schen Saale stattgehabte Abendunterhaltung
der „Gemüthlichkeit“ war außerordentlich
ahlreich besucht. Das Programm zahlte 7 Ge—
angspicen und ein Lustspiel. Die 3 von den
Attiven sehr präcis und rein vorgetragenen Männer—
höre zeugten von guter Schulung. Allgemein
vurde der Fortschritt in den Leistungen der Sänger
nnerhalb des letzten Jahres anerkannt. Von den
Zolovorträgen war das Solo für Altstimme „Die

Thräne“ von dem durchschlagendsten Erfolge. Rei—
cher Beifall fanden übrigens auch das „Duo für
Tenor und Bariton“, das Solo für vBariion
(„Vater Noah“) und das Solo für Tenor. —
Was den theatralischen Theil der Unterhaltung,
das zweiaktige Lustspiel ,Junge Männer und alie
Weiber“ betrifft, so müssen wir gestehen, daß das—
elbe von einer geschulten Theatergesellschaft kaum
zätte besser gespielt werden können. Die Darsteller⸗
nnen und Darsteller erfaßten mit großem Ver—⸗
tändniß die Pointe ihrer Rollen und erledigten sich
hrer schwierigen Aufgabe in ganz ausgezeichnetet
Weise, mehrfach von der Heiterkeit und dem Beifall
der Zuschauer unterbrochen. — Besondere Aner—
ennung sei hier noch dem Dirigenten des Vereins,
herrn Lehrer Schlaudecker, ausgesprochen,
hessen Thätigkeit wir in großem Maße den genuß⸗
reichen Abend zu danken haben.

* St. Inbert, 28. Nopd. Wie wir hören,
oll demnächst in unserer Stadt die Gründung eines
Abstbaumzuchtvereins stattfinden. Wir
zaben hier an Vereinen keinen Mangel; aber gerade
die Gründuag des in Frage stehenden, eminent
praktischen Vereines müssen wir im Hinblick auf
die von Obstbäumen fast gänzlich entblößte Umge⸗
bung unserer Stadt mit großer Freude begrüßen.
In unserer Stadt geschah bisher fuür die Obstbaum—
zucht gar nichts. Jahraus jahrein werden hier
hunderte von Mark ausgegeben, die nach auswäͤrts
wvandern, aber eben so gut in unsern Mauern bleiben
könnten, wenn die Obstbaumzucht nicht zu sehr ver⸗
nachlässigt wäre. Hoffentlich gelingi es dem pro—
ektirten Vereine, in diesem Punkte eine Besserung
jerbeizuführen und das Interesse für die Obstbaum—
zucht zu wecken.

ct. Blieskastel, 27. Nov. Gestern Abend
veranstaltete die rühmlichst bekannte Kapelle „Con—
dordia“, aus Zweibrücken im Hotel Haufk da—
hier ein Concert, das sehr stark besucht war. Der
Verlauf des Concertes kann als ein vollständig ge⸗
ungener bezeichnet werden. Von den zehn Rum—
nern des Programms verdient eine ganz besonders
hervorgehoben zu werden, nämlich ,„Die türkische
Schaarwache“ von Curth. In diesem Tongemälde
vurde das Herannahen, Vorüberziehen und das
allmählige Entfernen der Parade einer türkischen
Schaarwache sehr treffend angedeutet. Indem wir
mit Recht annehmen dürfen, daß gewiß Niemand
—VDD— wünschen wir
zugleich, diese meisterhaft geschulte Kapelle möge uns
noch öfters mit ihren mnsikalischen Vorträgen er⸗
freuen!

— Auch in Neustadt ist die Gründung eines
Vereins gegen den Hausbettel der Handwerksbur—
schen im Werke; der dortige Gewerbeperein hat
die Anregung dazu gegeben.
Vermischtes.

— Scheidt, 27. Nov. Ein 68jähriger Tag⸗
löhner von hier, der in Saarbrücken arbeitete, ging
am Mittwoch Abend von dort nach Hause. Auf
der Schafbrücke hatte er das Unglück, an einen im
Wege stehenden Wagen, den er in der Dunkelheit
nicht sah, anzustoßen. Der Mann, der seider mit
einem Leibesgebrechen (sogen. Leibschaden) behaftet
war, hatte durch den Stoß sein Uebei so verschlim⸗
mert, daß er daran gestern Abend starb.

x Nach der „Saarzeitung“ sind kürzlich von ver—
schiedenen Orten des Wahlkreises OuweilereSt.
Wendel-Meisenheim Proteste gegen die Wahl
des Herrn Bergrath Täglichsbede nach Veclia
abgegangen
        <pb n="770" />
        j Gar V Siill Fradnegurtese
Bäckergeselle hatte eine achttägige Strafe zu ver—
büßen. Er engagirte einen Stromer, zahlte ihm
9 Mark und ließ diesen, der sich als der Verur⸗
theilte dem Gerichte stellte, die achttägige Strafe
absitzen. Der Bäckergeselle freute sich über seinen
Geniestreich ganz unbändig, theilte Bekannten ir
seiner Freude mit, daß man mit Geld Alles machen
könne, wodurch die Sache aber ruchbar wurde.
Heute ist der Bäcker wieder zur Strafverbüßung
eingezogen und wird sich nun auch darüber zu ver⸗
antworten haben, daß er die Behörde getäuscht
hat. —

Die Hinrichtung des Raubmörders
Wettmann ist am Samstag früh in Darm—⸗
stadt vollzogen worden. Am Donnerstag Morgen
um 74 Uhr sollte dieselbe schon stattfinden. Das
Schaffot war deßhalb schon am Abend vorher im
Hof des Arresthauses aufgeschlagen, alle Vorberei—
tungen zu dem grausigen Akt getroffen, als eine
der Hauptpersonen, der aus Sachsen verschriebene
Scharfrichter, fehlte. Er sollte um 10 Uhr Abends
eintreffen kam aber nicht, sondern traf erst Freitag
Morgen um 5 Uhr ein. Welche Aufregung dieser
peinliche Zwischenfall hervorgerufen, liegt auf der
Hand.

Wilde Pferde sind in Australien in jüng⸗
ster Zeit in so großen Mengen aufgetreten, daß
man sich ihrer nur dadurch zu erwehren zu können
glaubt, daß man sie in die Klasse der schädlichen
Thiere registrirt, als welche sie von Jedermann
getödtet werden können. Sie sind für den dortigen
Farmer eine wahre Landplage geworden, verwüsten
Aecker und Anlagen und veranlassen nicht selten
die zahmen Hauspferde zur Flucht, wodurch diese
dann unwiederbrin glich ihren Besitzern verloren sind.
Für europäische Ohren klingt der Ausdruck Pferde⸗
jagd seltsam und wohl barbarisch, der bedrängte
auftralische Kolonift weiß jedoch nur durch An—⸗
wendung von Pulver und Blei sich vor solchen
Feinden zu schütz en.

oupe, cithogrupy uliiu ι ιο
Albisheim Jakob Pfaff, in Ilbesheiwn
heinrich Baum; in Zweibrücken Conrad
HNnoll Oekonom, 76 J. a.; in Blieskaste
Mathilde, Tochter von dem kgl. Oberförster
Martin; in Freinsheim Fräulein Friederika
Reibold; in Neunkirchen Georg Friedrich
Leibenguth, 70 J. a.“

eller sohe Spiel verko
werden alhjährlich um diese Zest angekündigt, um bald
darauf als Glanzpunkt auf Tausenden von Weihnachts-
ischen dise kostbharsten Sachen zu überstrahlen. Aus
Deberzeugung rufen wir einem Jeden 20: Was kanpd
wobl der Gatte der Gattin, der Bräutigam der Braut,
dor Pround dem FPreunde Schöneres und Willkommeneres
achenken? Es vergegenwärtigt glücktich verlobte Stunden
lacht und scherzt durch seine bald heitern — erhebi
Herz und Gemũüth durch seine ernsten Weison, verscheucht
Traurigkelt und Melancholie, ist der beste Gesellschafter,
des LEinsamen treuester Freund; und nun gar für den
Leidenden, den Kranken, den an das Haus ——
- mit einem Worte, ein HeIIersehes SpPieIwerk
darf und sollte in keinem Salon, an keinem Krauken-
bette, überhaupt in keinem guten Hause fehlen.

Für die Herrenmn Wirthe, COConditoren, so-

wio Geschãfto jedor Art, gibt es Leine einfachero und
iichere Anziehungskraft als soleh' cin Werk, uom die
Gäste und Kunden dauernd zu fesseln. Wie uns vor
rislon Seiton bestäütigt wird, haben sich die FEinnahmen
olcher Etablissemente geradezu verdoppelt;
larum jenen Herren Wirthen und Geschäsfts;
n ha hern. die noch niecht im Besitze eines öpiel-
rerkes sind, nicht dringond genug anemptohlen werden
onn, sieh dieser o icher er weisenden
Tuglerast ohne Zögern zu bedienen, um
10 mehr, da auf Wunsch Zahlnngserleichtorungon ge
vührt werdon. Den Herren Geistlichen, welche
aus Rucksicht für ihren Stand, oder der Entfernung
vegen, Concerten etoe. nicht beiwohnen Könnon, bereitet
zolch' ein Kunstwerk den schönsten, dauerndsten Genuss.
Wir bemerken noch, dass die Wahl der einzelnen Stücke
ꝛine fein durehdachte ist; die neuesten, sowie die be-
iebtesten ältern Opern, Operetten. Tänze und Lieder
änden sien in den HelIer'sehen Werken aut
las Schönste vereinigt. Derselbe hat die Ehre, Lieforant
rieler Höfe und Hoheiten zu sein, ist überdies auf den
lusstellungen preisgekrönt, neuerdings in NMelbourne
ler einzigẽ, der speziell für sien allein den ersten Preis
— Diplom nebst silberno Medaille erhielt. Line für
liesen Winter veranstaltete Prãmienvertheilung von 100
Spielwerken im Betrage von Francs 20,000 dürfte zu-
lém besondern Anklang finden, da jeder Käufer, selbst
zchon einer Kleinen Spieldose, dadurch in den Besita
eines grossen Werkes gelangen Kann; auf je 25 Pranes
orhält man einen Prämienachein. Reichhaltige illustrirte
Preislisten nebst Plan werden auf Verlangen franco
zu gesandt.

Wir empfeblen Jecher mannm aueh bei einer kleinen
Spicldose, vich stets direkt an die Fabrik zu wenden,
le vielerorts Worke fur Heller'sehe angepriessen werden
lie es micht sind. Alle ächten Werke und Spieldogen
tragen seinen gedruckten Namen, worauf ↄu achten ist
Die Firma hält nirxenda Niederlagen,

*

Neueste Nachrichten.
Berlhin, 27. Nov. Die Nachricht, der
Papst habe der preußischen Regierung zu er—
ennen gegeben, er wolle seinen Sitz nach Fulda
erlegen, wird, trotz der Dementis, von ver—
chiedensten gut unterrichteten Seiten bestätigt,
mit dem Hinzufügen, Preußen habe abgelehnt.
Es liegt nahe, die verlängerte Anwesenheit
des Cardinal Hohenlohe und seine Conferenzen
mit den leitenden Persönlichkeiien in Berlin
mit diesen Vorgängen in Verbindung zu
bringen. Man glaubt bier. Leo XIII. wolle
mit dem Verlassen Roms Ernst machen und
habe auch Malta als Zufluchtsort ins Auge
gefaßt.

Berlin, 27. Nov. Wie die „Nordd.
Allg. Ztg.“ ueldet, ist zufolge eines Tele—
gramms aus Peking der deutsche Dampfer
Quinta“ aus Flensburg bei der Insel
dainau gestrandet und ausgeplündert worden.
Das Kanonenboot „Wolf“ wurde sofort ab—
gesendet. In Folge von Schritten des deut⸗
schen Gesandien bei der chinesischen Regierung
sagte dieselbe strenge Untersuchung und Er—
ledigung des Falles zu.
Sterbfälle.
— Gestorben in Kaiserslautern Heinrich
Schmenger, Bäcker, in Neustadt Franze

Für die Redaction verantwortlich F. X. Deme tz.

Conventionelle —
Zwangsversteigerung.
Donnerstag, den 15 Dezember

1881, des Nachmittags 2 Uhr zu

St. Ingbert, in der Wirthschaft

von Johann Schmelzer, wird durch

den damit beauftragten Amtsverweser

Wiest des k. Notars Sauer im

Amisfitze zu St. Ingbert,

gegen

die Eheleute Johaun Hitzelberger,
Hausknecht und Louise Müller,
ohne Gewerbe. früher in St. Ingbert
jetzt in Zweibrücken wohnhaft, wegen
Nichtbezahlung des Erwerbspreises im
Convennonellen Zwangswege zu eigen
versteigert:

Steuergemeinde St. Ingbert:
Plan⸗Nr. 28603*3, 87 qm ZJlache
mit Wohnhaus mit Keller, Plan⸗Nr.
2863910, 10 qm Einfahrt und
von Plan⸗Nr. 286314 2 7 qm
Pflanzgarten denjenigen Theil, wel⸗
cher eingezäunt ist und denjenigen,
welcher vor dieser Fläche liegt und
nicht zum gemeinschaftlichen Weg
gehört, alles ein Ganzes bildend
und gelegen zu St. Ingbert auf
der Meß neben Weg.

St. Ingbert, 26. Nov. 1881.

A. Wiest.
Amtsperweser.

Eine frische Sendung
—A
ist wieder angekommen, ber Schophen

zu 20 Pf.

Feinste Delicateß-Kräuter-Häringe
marinirt in einer von mir neu erfundenen picanten, angenehm schmedcenden
Saugçe; allen Haus- und Gastwirthschaften, Restaurationen, Delicatessenhandlungen,
besonders aber allen Feinschmeckern, da dieselben den Magen erfrischen und den
Appetit ungemein anregen, sehr zu empfehlen; per Faß, ca. 10 Pfd. schwer
30 - 100 Stück enthaltend, nur 5 Mtk.

Neue Isländische Fisch-Roulade
marinirt in den feinsten Gewürzen, höchst delicat, picant und Appetit erweckend:
per Faß, ca. 10 Pfd. schwer, 4d Portionen enthaltend, nur 4 Mk. 50 Pf

Marinirte Elb-Aal in Gellees dicke Stücke
per Faß, ca. 10 Pfd. schwer, nur 7 Mk.

Ger. Kieler Bücklinge
per Kiste 45 Stück enthaltend, ca. 10 Pfd. schwer, nur 3 Mk. 50 Pf.
Ger. Kieler Sprotten
per Kiste ca. 200 Stück enthaltend, nur 3 Mk. 50 Pf.
versendet zollfrei gggen Rachnahme oder Einsendung des Betrages
·. F. TI. Rreitriel, IIamhurg.
wMaenten werden gesucht.

Bh. Baulus.
2 gut mõblirte, ineinander gehende
freundliche Zimmer im 2. Stod
hat zu vermiethen
FXRried. Stutzmann.
Eine Wohnung
mit 3 Zimmer, Speicher und Keller
sofort beziehbar, ist zu vermiethen
NRäheres durch Wet⸗Best, Schreiner

Mandeln Pid. 1,20 Mt.

Citronat, 1,60,

Citronen 15, 18 und 20

Pfg. per Stück empfiehlt in bester
Qualitãt Philivv Klinck.

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in bekannter Qualität
empfiehlt Joh. Fries, Bäcker.

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55 5553s535352 2433288
25353 — 53337 538 2.22 —F
58 3 223 —2 523325 s 253 238535
8 8 — 2358—— * *7 5525 5 ẽ —2 533555 —2 222
—— —* 55 — — 2 5* — 72235 22 4—
25— — 82* 355383 —— —* s83288 32532 — 53 3 3853—3355 5 2* v
5523 3232333 33 —558—385 080 33533 3387 A
S— * 2 acꝛ * —8 E — 3 —7
5 8 5355555 278358— 538 355558 . 1558 ——3327 —A —
27* —2326572 35838 —587 52* —— —— 5233553 555
— 3
58* s 535533535 388 52. 33313228 2 3 8638
— 55555833537 3535 „83583 2 3 * —A 5 5858
3 8 2 3 5 37223335 158 3 2 — 22
7* 322 — * — 5 —
32 *832 —— ———
—— 28884 ——5—5 —— — 56
337 53335528 33 37353333834 s 238*
2838 5 53553 235585 5 552324
52 3335* —A — 528 —25—53587 52 5 F 48.57
532 53—2*8 28 6 z385 588* * ——— z2823
— 532 — —A — 3235 m2 5535 —— 2 * 5 5 *23 23 — * 2 *
* 2522 5—23 78* — Bz8* 2227 ——— * ——
22 — 3 —25 — 3 2266* — — 22— * 2* 20
55 3222355 59829 *7128 —— — 553** 53 —— 55283 —
— — *63 * 8 ——52 5535 * —2 —532 F — — — 8 —
—— 8 255 2325555 25 S* 535 5— 57 8
*—55 533553 *55332353 583728338 —258 *
2 8 * —
2838553 5533 3738833 3 ——— 5333838 —33
s833* 58—5—382 s383
3222 — 2 5 —225 * —z—328 2 —*5 2
2 — —8 — — 5 — S — 5 5 5375 *
38 3 3 3352735587 —55555
22 3 B568 —z252 255 2228 —X5 5 25 2 —A — —
„22 2322 ä —2 — 2 — 522 223 — 22.* — —— 583 32z25 5 32* —
22 25335 * —— —A — * 5585 5585585 58 z2358 26 2*83
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9 * — 2 .* 2 * —* —
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* —— 222 * —— 225* * * — —A —— J 8
6 55 235335363 5252*8 3355322*
* —— 9 2 22— 2227 * 252060 —
—V — 55522 *5 2 5
—
—* 3z38 5656 522
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23
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5 —E—— s &amp;
3 538
—— 28 3337*
— 12 832
—— 3 558
55 — 558
J 552
—52 538
V. — 2 ———
s 55 555 23278
A — 13 882*
3 3522 — 238 55353
* — —288 5
35 8 2 —
2 — 58 8 252
— 5
D — —7 ——
3758 53 2 529
23355 553 238
—— — —— 323
52 — — 535 253*3
28 5352328 732
—55 55 35883
3387 25837 35
5553837 3
5* J 2 —35 * 2*
558553 3283553833 83 3*
* * J — 82853 —
* 32* — *8 3333386 —7*
—A —83828 335
78 325 — 58 523235
* 6.52 523 5855
3 * 252553355 ** 5
* * 23238 53552 537
78 — — 2 — 52 —
3 5237* 5335 5787 32335
3 5 13588 25 3535536553
3* 34; 5553 235* — ——
— — — 338* 5*
ESS 22 — 5
2—55—5 5
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325 523 282 38 2 2225 2325 52* *
2— 2383 5—5 83 2535353 5355
252 22 225 —A — — * 2523 — —2
s—* 388—52 5335535533 3323783838217
5 * 55 2 — 3 25 * 32 22828. —2 523
22 22C T 5 5 2327 583 —55.5 5—5 5 55
— 2* . 5 5 553 —— 22723 2* —
2275 5c. 2. 3 7 727—7257
5352 — 3

—C
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* 7
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        <pb n="773" />
        Sl. Inghexter Amzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 146 40 2 einschließlich Trügerlohn; durch die Post bezogen 1.&amp; 60 B, einschließlich

40 Zustellungsgebüuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 8, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auslunft ertheilt, 15 , bei NReclamen 80. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 199. Dienstag, 29. November 1881.

16. Jahrg.

— —
9
. C. Die Wähler und die Parteien.

Weise bei den hundert Stichwahlen! ge—
jehen, die vor wenigen Wochen für den deutschen
Reichstag stattfanden. Die Sozialdemokraten, welche
feinen einzigen positiven Sieg beim ersten
Wahlgange davongetragen hatten, eroberten in den
Stichwahlen mit Hilfe reichstreuer Parteien 14
Abgeordnetensitze und die Polen gewannen ebenfalls
in den Stichwahlen mit Hilfe deutscher Patrioten
4 Mandate. Fürwahr ein betrübendes Bild von
der politischen Reife vieler deutscher Männer!
Wir wissen nun recht wohl, daß das politische Le⸗
hen wie alle anderen Gebiete menschlichen Wirkens
von Verkehrtheiten niemals ganz frei sein wird,
iber rathen möchten wir doch allen Wählern zur
VBerminderung derselben nach besten Kräften beizu—
ragen, so lange kein Wahlmodus eristirt, der jene
Auswüchse unseres politischen Lebens unmöglich
macht. (Wir bringen vorstehenden Artikel, mit
dessen Ausführungen in verschiedenen Punkten wir
durchaus nicht einberstanden sind, zum Abdrucke,
um zu zeigen, welche Folgerungen in einem Theile
der Presse an den Ausfall der letzten Reichstags—
wahlen geknüpft werden. Die Red.)

serslautern ⁊c. 33,500 M. Am Etat der
Landesaustellung von 1882 in Nürnberg 7500 M.
Am Etat für Straßen-, Brücken⸗ und Wasserbauten
400.000 M. Beim Etat des Cultusministeriums
sollen gestrichen werden der Nebengehalts-Bezug des
Ministers, der Dispositionsfonds und die Kosten
für Prüfungen an sämmilichen Untertichtsanstalten
mit 58,828 M. Ferner der Etat für die auf—
zuhebende protestantische Universität
Frlangen mit 78864 M. Am Etat der Kunst-
gewerbeschule in München für einen aufzustellenden
—
Postulat für die Akademie der Wissenschaften, die
aufgehoben werden soll, mit 9414 M. Am Bau⸗Etat
des Cultusministeriums 26,000 M. für den Neu—
hau der Sternwarte, 20,280 M. für eine neue
Tentralheizung im Polytechnikum, 80,000 M. für
Erweiterung der Anatomiegebäude, 60,850 M. für
Reparaturen an der alten Pinako hek, 30,000 M.
für ein neues Gymnasium in Würzburg. Am Etat
der Universität München 6773 M. für Anschaffungen
2c. An dem der Universität in Würzburg 25,000
M. Am Etat des Generalconserdatoriums der
vissenschaftlichen Sammlungen 3293 M. für Func⸗
tions⸗Gehalte und 28,308 M. für sachliche Ausgaben.
Desgleichen am Etat der Kunstakademie 7020 M.
Im Ganzen sollen am Etat des Cultusministeriums
1,381,900 M. abgestrichen werden. Anlangend den
Ftat des Finanzministeriums sollen abgestrichen
werden die Gehaltszulage des Ministers mit 10,800
M. (gerade so viel wie der Gehalt selbst) und
dessen Dispositionsfonds mit 9170 M., dann 18,240
M. für neu zu ernennende Rechnungscommissäre.
Im Etat für Reichszwecke sollen 10,000 M. für
Diäten und Reisekosten des Bundesrathsbevollmäch—
tigten abgestrichen werden, endlich im Pensionsetat
der geforderte Mehraufwand von 717,780 M.
Nach den Ausführungen des Organs der Rechten
wäre diese Gesammtersparung von 4,357,000 M.
gleichbedeutend mit dem Verschwinden des Deficits
des Staatsvoranschlages ohne neue Steuer, ohne
Steuererhöhung und ohne gedecktes oder ungedecktes
Anlehen.

Den statistischen Erhebungen über die Wirkung
des erhöhten Malzaufschlags auf den Bierpreis,
welche die bayerische Regierung ihrem Landtage
vorgelegt hat, glaubt die „Nordd. Allg. Ztg.“
das Material entnehmen zu können, um eines der
am hartnäckigsten eingewurzelten und deßhalb am
chwersten zu verdrängenden Dogmen der Freihänd⸗
ler zu widerlegen: „die Lehre nämlich, „daß Zölle
und indirekte Steuern stets und in vollem Betrag
auf die Konsumenten übergewälzt werden.“ Im
vorliegenden Falle soll der Umstand, daß die Er—⸗
höhung des, Malzaufschlags nicht gleichmäßig eine
nisprechendẽ Erhöhung des Bierpreises nach sich
gezogen hat — eine Erscheinung, deren Ursache
nicht so ohne Weiteres festzustellen ist, das „frei⸗
hJändlerische Dogma“ zu erschüttern geeignet sein.
Was von der Malzsteuer gilt, muß auch für die
Branntweinsteuer gelten, und wenn die „N. A. Ztg.“
wirklich durch die in Bayern gemachten Erfahr⸗
ungen überzeugt worden ist, daß eine Erhöhung
dieser Steuer das nach der Ansicht des Reichs—
kanzlers dem ländlichen Arbeiter unentbehrliche Ge—
tränk nicht vertheuert, so wird sie gewiß nicht
länger zögern, eine Erhöhung der Branntweinsteuer
zu befürworten und die Bedenken des Reichskanzler⸗
gegen eine solche zu beseitigen.

Berlin, 27. Nov. Auch im Monat Oktober
sind auf Veranlassung des kgl. Polizeipräsidium s
die verschiedensten Nahrunas- und Genußmittel aus

Die vielbeklagte und von allen Seiten anerkannte
zerfahrenheit in unseren Parteiverhältnissen bewirkt
8, daß man nicht nur über diese Mißstände jam—
mert, sondern auch nach Mitteln zur Abhilfe der⸗
elben sucht. Die Hauptursache der großen Zer—⸗
plitterung unserer Parteien, wie solche zumal im
Reichstage zum Ausdrucke kommt, liegt nun wohl
noch immer in der Gefolgschaft des alten uneini⸗
jen Deutschlands, aus dessen Zeiten uns Deutschen
noch ziemlich viel Hader und Zwiespalt anzuhaften
scheint. Thatsache ist es ja auch, daß das Partei—
wesen trotz der seit 10 Jahren vollständig veränderten
Lage in Deutschland doch immer noch nicht genügend
mit der großen Errungenschaft des geeinigten Deutsch—
lands rechnet und vielfach noch Gegensätze vertritt,
die als ein überwundener Standpunkt betrachtet
werden sollten. Eine Besserung in den deutschen
Parteiverhältnissen ist daher auch nur allmälig mit
dem Erblühen einer neuen Generation zu erwarten,
die nicht, wie die gegenwärtige in Zwist und Un—
einigkeit groß geworden ist.

Immerhin halten wir es aber der Mühe werth,
ane der Ursachen für die politische Zerfahrenheit
in unserem Reichstage auf einem anderen Gebiete
zu suchen und zwar in dem Wahlmodus, nach
velchem wir unsere Reichstagsabgeordneten wählen.
Fürst Bismarck der oberste Schöpfer der Reichsver⸗
'assung hat selbst in letzter Zeit durch verschiedene
Aussprüche erklärt, daß unser Wahlsystem in man—
chher Beziehung verkehrt und ungerecht sei, indem,
da schon eine einzige Stimme Mehrheit
zum Siege verhilft, ganz große Minder—⸗
heiten der Wähler im Reichstage keine Vertretung
finden. Nach dem Rechtsgefühle sollte aber die
Stimme jedes Wählers im Reichstage vertreten
sein und das kann dann nur dadurch geschehen,
daß man nicht mehr nach Wahlkreisen und Mehr—⸗
Jeiten wählt, sondern einfach zuerst nach den
Parteien wählt und dann jeder Partei nach Maß-
jabe der auf sie entfallenen Stimmen die ihr ge—
zührende Anzahl Abgeordneten zuerkennt, die dann
von den Vertrauensmännern auserwählt werden.
Auf diese Weise würde jeder Wähler im Reichstage
hertreten sein und auch die zum Theil ganz wider⸗
värtigen Parteikämpfe sammt ihren persönlichen
Widerwärtigkeiten, Vertretung einseitiger Lokalin—
eressen und den häßlichen Stichwahlen in den
einzelnen Wahlkreisen wegfallen. Damit wäre aber
edenfalls schon Manches für die Heilung unserer
holitischen Zersahrenheit gethan, denn daß bei un—
erem jetzigen Wahlmodus Lokalinteressen, persönliche
Gehäsfigkeiten u. s. w. nur zu oft eine ver—
hängnißvolle Rolle spielen, ist zu bekannt
um noch besonders erwiesen zu werden. Auch
sind die Stichwahlen über alle Maßen widerwär⸗
liger Natur, hier begehen viele Parteien in den
einzelnen Wahlkeeisen eine Art politische Ab—
rünnigkeit und Selbstmord, indem sie oft nur
zus Neid und Haß gegen einen der Kandidaten
einen Gegner waͤhlen, den sie sonst stets bekämpfen
würden. Für die Stichwahlen allein müßte man
schon einen besonderen Wahlmodus haben, denn
mit denselben wird offenbar ein großer Mißbrauch
schon insofern getrieben, daß einzelne Parteien durch
Aufstellung eines dritten und vierten Kandidaten
absichtlich“ die Stichwahl und damit einen Sieg
durch gegnerische Stimmen für sich herbeiführen
vollen. Wo bleibt denn bei solchen Manövern
eine gerechte Vertretung eines Wahlkreises oder der
Wähler überhaupt? — Mon hat es in trauriger

VPolitische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München, 23. Nov. Wie verlautet, haben
ämmtliche Gerichtsschreiber an den Oberlandesge⸗
richten, Landgerichten und Amtsgerichten des König—
reichs an Se. Majestät den König die Bitte um
VBerleihung des Titels „Sekretär“ gerichtet. (A. V.)

Munchen, 27. Nov. Die mit der Lanze be—⸗
waffneten Mannschaften der Ulanenregimenter haben
fünftig an Stelle des Kavalleriesäbels den Artille—
äbel zu führen.

Munchen. Wie schon wiederholt erwähnt,
vill die Rechte dem Ministerium seine Stellung
zurch Abstriche am Budget nicht blos ungemüthlich,
ondern unhaltbar machen. Da ist es denn nicht
minteressant, zu erfahren, welche Abstriche außer
ven schon beschloössenen beabsichtigt sind. Wir er⸗
ahren das ofsicios aus einer Reihenfolge von Artikeln
velche das „Münch. Fremdenblatt“ unter der Ueber⸗
chrift: „Ein Streichprogramm' bringt. Hier—
aach sollen unbedingt gestrichen werden: alle Summen,
die zur Schaffung neuer pragmatischer Beamtenstellen
bestimmt sind, ferner alle Posten, welche lediglich
im Dienste des liberalen Systems oder zu dessen
Blorie“ verlangt werden. Gewisse Posten müßten
nit Rücksicht auf die mißliche Finanzlage, andere
ediglich dem gegenwärtigen liberalen Ministerium
gestrichen werden. Am Etat der directen Steuern
ollen 400,824 M. Tantiémen, am Etat der Zolle
148,000 M. für Gehalte und Bau⸗Adaptirungen,
im Eisenbahn⸗-Etat 154,000 M. für Beamtenge—
jatte, am Forst-Etat 92,000 M. fuür ebensolche
u. A., am Etat des Stadtraths 46,800 M. für
Beamtengehalte, am Landtags-Etat 190,000 M.
ür den Umbau des Landtagsgebäudes, am Mini—
terium des Aeußern 27,800 M. für Nebenbezüge
des Ministers und Dispositionsfonds gestrichen wer—
den. Am schlimmsten ergeht es dem Justiz⸗Etat:
Die Abstriche sind auf 82,970 M. für Nebenbe—
üge des Ministers, Gehaltsvermehrungen ⁊c. in
Aussicht genommen. Außerdem am selben Etat
noch 57,000 M. für die Gefangenanstalten. Dann
folgt das Ministerium des Innern mit einem Ab—
trich von 71,870 M. an Nebenzügen des Ministers
Dispositionsfonds ꝛc. Am Etat der Gendarmerie
ür Erhöhung der Officiersgehalte 5400 M. Am
Fftat der Gewerbemuseen in Nürnbera und Kai—
        <pb n="774" />
        Rejigen Acctidertee cιu»u9ιαNy. uu
chemischen Untersuchung gebracht worden. Im
Banzen wurden 2265 Proben untersucht und dar⸗
unter 28 beanstandet, also so ziemlich der achte
Theil, was einen sehr hohen Prozentsatz ausmacht.
Weiß⸗ und Schwarzbrod gab zu Bemerkungen kei—
nen Anlaß; dagegen erwiesen sich Mehlproben
als verdorben und mit Milben derart bevölkert,
daß es einen widerlichen Eindruck machte, wenn
man bedachte, daß solches MNehl für Nahrungs⸗
zwecke bestimmt ist. Butter wurde als gut befun—
den, Thee wies Beimischungen fremder Blätter auf;
Gesundheitskaffee und Cichorien⸗- waren in bleihal⸗
tigen Enveloppen verpackt und unreine Fabrikate.
Gewürze erwiesen sich als schlechteste Sorten, die
theils durch Habarien, theils durch Extraktion ent⸗
werthet waren. Besonders schlecht befunden wur⸗
den Muskatblüthen, da sie durch Kurkuma und
Semmelbeimischungen gefälscht waren. Chocoladen
waren mit Mehl vermengt, Selterswasser aus
schlechtem Brunnenwasser, Himbbeersäfte aus Frucht⸗
äther mit Fuchsin gefärbt, hergestellt. Eine Sorte
Rum, welche als „feiner Rum“ verkauft wird, er⸗
wies sich völlig als Kunstprodukt. Noch ist als
beachtenswerthe Thatsache zu verzeichnen, daß es
als unzweifelhaft festgestellt ist, daß ein großer
Theil der Verfälschungen von Detaillisten bewirkt
wird. In Fällen, in welchen Detaillisten angaben,
sie hätten die beanstandete Waare so vom Grossisten
bezogen, ergab die Untersuchung der bei letzteren
entnommenen Proben, daß die Waare gut war.

Der „Reichsanzeiger“ publizirt eine polizei⸗
liche Bekanntmachung, laut welcher auf
Grund weiterer Verlängerung des Belagerungszu⸗
standes für Berlin die ausgewiesenen Sozialisten
für ein ferneres Jahr dahin nicht zurückkehren
dürfen.

Die Zusammensetzung des Reichsstags
nach Berufsständen ist nicht ohne praktisches
Interesse. Wir ersehen daraus, daß auf die Land⸗
wirthschaft 107 Abgeordnete entfallen, während nur
einige 30 Reichstagsmitglieder der Industrie und

dem Handel angehören, gegen 50 der Staats⸗ und
Tommenalverwaltung, gegen 30 dem Richterstand,
einige 29 der Rechtsanwaltschaft, 18 der Wissen⸗
schaft, 22 dem geistlichen Stande, 20 der Schrift⸗
stellerei; die übrigen Mitglieder gehören verschiede⸗
nen, in größeren Rubriken nicht unterzubringenden
Ständen an. Zunächst fällt dabei in die Augen
die unverhältnißmäßig starke Vertretung der Land⸗
wirthschaft, die sich auf über ein Viertel der Ge⸗
sammtzahl beläuft und dem in Beamten⸗ und
Rechtsanwaltsstellungen befindlichen Juristenthum
mindestens gleichkommt. Zu beklagen ist die noch
immer unverhältnißmäßig geringe Zahl von prak⸗
lischen Männern des Handels und der Industrie.
Es ist aber bei den Ansprüchen an Zeit, welche der
Parlamentarismus erhebt, kaum zu hoffen, daß
Männer aus diesen Ständen des praktischen Lebens
jemals in größerer Zahl nach Mandaten streben, so
wichtig und wünschenswerth dies auch gerade im
Reichstag mit seinen vorwiegend wirthschaftlichen
Aufgaben wäre. Eine Erscheinung, die mit jedem
Jahre an Umfang zunimmt und ebenfalls dem
Reichskanzler bereits zu Klagen und zwar einiger⸗
maßen berechtigteren Anlaß gegeben hat, ist die
aberaus große Zahl von Abgeordneten, die in Berlin
ihr ständiges Domizil haben. Der normale und
wünschenswerthe Zustand, daß die Abgeordneten aus
der Mitte der Wahlkreise hervorgehen, verändert
sich immer mehr zu Gunsten des Vorwiegens des
Berlinerthums. Einen ansehnlichen Theil der Schuld
an der Erscheinung, daß immer mehr Wahlkreise
heimische Vertreter nicht mehr finden, sondern sich
aus Berlin versorgen lassen müssen, trägt ohne Zweifel
der Mangel an Diäten, der es vielen sonst geeig⸗
neten und bereitwilligen Männern zur Unmöglichkeit
macht, monatelang in der Reichshauptistadt zu leben.

Der Verein deutscher Studenten in Breslau
hat dem Reichskanzler ein Telegramm zugestellt,
in welchem er erklärt, daß die deutsche Jugend in
Folge der Thronrede dem Kaiser die Versicherung
ihrer innigsten Liebe und unwandelbaren Treue zu
Füßen lege. Der Reichskanzler hat hierauf Fol⸗
gendes erwidert: „Ihr Schreiben vom 18. cr.
zabe ich Ihrem Wunsche gemäß Sr. Majestät dem
Kaiser vorgelegt, und freue mich, Ihnen den Aus—⸗
druck der hohen Befriedigung zu übermitteln, mit
welcher Se. Majestät von dieser Kundgebung der
in der Breslauer Studentenschaft gepflegten Treue
und Vaterlandsliebe Kenntniß genommen haben.
Ich bitte Sie, dies ihren Herren Commilitonen
mitzutheilen. v. Bismarck.

vVAA VAM

Paris, 26. Nov. Der frühere Präfekt Tir⸗
nan ist zum Civilgouverneur von Algier ernannt.

-Der holländisch⸗französische Handelsvertrag wurde
eute unterzeichnet.

Paris, 27. Nob. Wie die „Agence Habvas“
rführt, wird die Regierung im Monat Januar
inen Gesetzentwurf betreffend die Revision der
Berfassung vorlegen und darnach eine Vorlage
etreffend die Reform der Gerichte. Mit
iner Vorlage betreffend den Ankauf von Eisen⸗
ahnen hat sich die Regierung noch nicht beschäftigt.
den Vorarbeiten für einen bezüglichen Gesetzent⸗
ourf würden Unterhandlungen mit den großen
Fisenbabngesellschaften vorangehen.

Es kann als gewiß gelten, daß zum französi⸗
chen Botschafter in Berlin Baron de Cour⸗

el, Direktor der politischen Angelegenheiten im
Ninisterium des Auswärtigen, ernannt wird. Daß
ͤourcel in Berlin freundlich aufgenommen werden
vird, ist nicht zu bezweifeln, da seine gemäßigte,
riedliebende Gesinnung bekannt ist. Courcel hat
ich in den letzten Jahren eingehend mit deutscher
zolitik beschäftigt und beherrscht auch die deutsche
z3prache vollständig.

London, 27. Nov. Der Staatssekretär für
yndien, Marquis of Hartington, hielt gestern in
zlackbourne eine Rede, in welcher er auf die Noth—
oendigkeit hinwies, daß nicht eine Macht, sondern
as gesammte Europa auf die Ausführung

ämmtlicher Bestimmungen des Ber⸗
iner Vertrages dringe. Bezüglich der gegen⸗
värtigen Lage der Dinge in Irland sagte der
sedner, dieselbe habe große Beunruhigung und eine
irge Enttäuschung hervorgerufen. Es werde nöthig
ein, die Frage einer Compensation für die Grund⸗
zesitzer in Erwägung zu ziehen. Die Regierung
verde nicht aufhören, mit Festigkeit, gleichzeitig
iber auch mit unerschöpflicher Geduld vorzugehen.

Das Unwohlsein des deutschen Kaisers
sat in Anbetracht des hohen Alters des greisen
Nonarchen in England die ernsteste Besorgniß
vachgerufen und es darf nicht wunder nehmen,
penn trotz der besser lautenden ärztlichen Nach—
ichten manche Blätter bereits die Tragweite erör⸗
ern, welche ein Thronwechsel in Deutschland für
zie Geschicke Europas haben könnte. Der „Stan⸗
»ard“ widmet dieser Frage einen Leitartikel, an
essen Schlusse wir lesen: „Wir wollen nicht sagen,
»aß der Tod des deutschen Kaisers Europa mit
inem Kriege bedrohen würde, aber er würde gewiß
ie sicherste, einflußreichste und festeste Friedens⸗
ürgfchaft beseitigen.“ Es bedarf nicht der Hinzu—
ügung, daß die neueren günstigeren Nachrichten
iber des Kaisers Befinden allseitig mit wärmster
Freude begrüßt worden sfind.

Peters burg, 26. Nov. Gestern Nachmittag
rschien während einer Sitzung in dem Departe⸗
nent der Reichspolizei ein junger Mann, welcher
en General Tscherewin zu sprechen wünschte und
odann auf denselben einen Revolver⸗Schuß ab⸗
euerte, der die Kleider des Generals durchlöcherte.
Rie Verwundung soll unbedeutend sein. Der Thäter
st verhaftet.

1
Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 29. Nov. Montag, den
12. Dezember wird die jährliche Konferenz
str die Lehrer der katholischen Distrikts—
schulinspektion St. Ingbert hier im
dehrsaale der obern kath. Knabenschule abgehalten.

i. St. Ingbert, 29. Nov. Die gestrige Ge—
ieralversamml ung des Gewerbe⸗Verein s war
rotz der Wichtigkeit der auf der Tagesordnung ste⸗
jenden Fragen sehr schwach besucht. Vor Einritt
n die bekannt gegebene Tagesordnung fand eigen⸗
hümlicher Weise, ganz entgegen der bisherigen Ge⸗
häftsordnung, welche verlangt, daß Ballotagen in
er Tagesordnung anzuzeigen und die Namen der
AIngemeldeten an der Tafel anzuschreiben sind, Ab⸗
timmung über 2 Beitrittsanmeldungen statt. Der
rste der angemeldeten Herren (Hr. M.) wurde ein⸗
timmig aufgenommen; bei dem zweiten (Hrn. P.)
rgab sich Stimmengleichheit und mußte der Vor⸗
tand zu Gunsten desselben entscheiden. (Ein Mit⸗
slied hatte sich der Abstimmung enthalten.) Zum
ersten Punkt der Tagesordnung wurde folgender
Beschluß gefaßt: „Da der hiesige Stadtrath in An⸗
zelegenheit der Häusersteuerrebision bereits vorge⸗
—R
erhebungen in dieser Sache in Angriff genommen
——
chluß der Gemeindevertretung ab. Der zweite

pulun eα Cagesotonung deraf de wen⸗ Lesung
der in der vorhergegangenen Generalversammlung
zereits berathenen und einstimmig angenomme—
ien Statuten. Nach verschiedenen Versuchen des
anwesenden neuaufgenommenen Mitgliedes, die Pa⸗
agraphen der Statuten einzeln noch einmal durch-
zuberathen, wurden endlich dieselben nach den vor⸗
jerigen Beschlüssen mit allen gegen 1 Stimme an⸗
jenommen.

— Zweibrücken, 26. Nov. In der heutigen
BZeneralversammlung der Aktionäre der Aktienbrau—
rei Tivoli hier wurde beschlossen, den nach Ab—
ug der statutenmäßigen Abschreibungen und der Zu—⸗
veisung zum Reservefonds noch verbleibenden Rein⸗
jewinn von M. 36,088.48 Pfg. derart zu ver⸗
venden, daß eine Dividende von 15 M, pro
Aktie vertheilt, dem Delkredere-Konto außer dem
tatutenmäßigen Betrage noch weitere 53000 M. und
benso dem Reservefonds noch 20,000 M. zuge—
viesen wurden. (Zw. Ztg.)

— Einöd, 27. Nov. Das heute hier abge—
Jaltene landwirthschaftliche Kränzchen war sehr
jut besucht, und wurde zu dem zweiten Gegen—
tande der Tagesordnung ein Resultat dahin erzielt,
daß ein Ausschußaus Wiesenbesitzern von
finöd-Ingweiler und Bierbach gebildel
vurde, welcher die ersten Schritte zur Bildung einer
Benossenschaft zu thun hat und sich dann mit Herrn
Ingenieur Lindemann wegen der näheren Be—
singungen, unter welchen derselbe die Be⸗ und
Entwässerung der betreffenden Wiesen übernehmen
vill, ins Vernehmen setzen soll. Herr Lindemann
»erlangt per Morgen 8 Mark, Abzahlung auf 50
Jahre. (Zw. Ztg.)

— Speyer, 26. Nov. Die protestantische
Beneralsynode versammelte sich heute Vormittag 10
lhr zu ihrer letzten Sitzung. Nachdem das Gebet
jon Pfarrer Menzel von Konken gesprochen und das
Frotokoll verlesen war, schritt man zur Wahl des
dändigen Synodal⸗Ausschusses. Derselbe besteht
uus 3 geistlichen und 3 weltlichen Mitgliedern;
uind es wurden als solche gewählt: 1) Dekan
Maurer in Bergzabern, 2) Pfarrer Butters in Zwei—
rücken, 3) Dekan Sturtz in Zweibrücken, 4) Rent—
ier Exter in Neustadt, 5) Regierungsrath Späth
n Speyer, 6) Rector Dreykorn in Landau; Er—
itzmänner: 1) Dekan Leyser in Neustadt, 2) Dekan
HRiffins in Pirmasens, 3) Dekan Gleich in Lauter—
cken, 4) Anwalt Keller in Landau, 5) Kaufmann
zraunsberg iu Frankenthal, 6) Seminarpräfect
Nerz in Kaiserslautern. — Der Dirigent der Sy—
iode begrüßt den neu gewählten Ausschuß und
vünscht dasselbe harmonische Zusammenwirken, wie
either; ebenso spricht Exter dem kgl. Consistorium
einen Dank aus. — Darauf genehmigte die Sy—
iode den Entwurf einer Adresse an Se. Maj. den
Tönig, worauf die Sitzung um 12 Uhr geschlossen
wurde. (Pf. K.)

— Ein der „Frkr. Ztg.“ zur Einsicht überlassenes
Privatschreiben konstatiert das Aufschließeneines
nächtigen Steinkohlenlagers in der
Pfalz. Es wird darin erwähnt, daß schon vor
wei Jahren ein Bohrversuch die mächtigsten Flötze
der nahe gelegenen preußischen Grube „Reden“ in
iner Tiefe von mehr als 200 Metern erreichte.
Daraufhin wurde,“ so fährt das Schreiben fort,
auf der Frankenholzer Höhe, 350 Meter von jenem
ntfernt, ein Schacht von 4 Meter Durchmesser im
richten auf jene Tiefe abgeteuft, und jetzt finden
ich im Schacht selbst diese Flötze, wovon das erste,
inen Meter dick, mittelst einer Dampfmaschine von
20 Pferdekraft in Angriff genommen wird. Es isti
nicht zu zweifeln, daß nach Ablauf einiger Jahre
iese Grube mit ihrer vortrefflichen Kohle die reichste
der Pfalz werden wird. Für Baiern und Baden
st sie von Wichtigkeit, weil Frankenholz für ganz
üddeutschland die nächstgelegene Grube des Saor⸗
ohlengebietes ist.“
— —
Vermischtes.

F Friedrichsthal, 26. Nor, Am Donners⸗
tag Morgen fand man einen früher reichen, aber
n den letzten Jahren ganz und gar verkommenen
Mann von hier in einer Scheune lot. Derselbe ist
noch vor ungefähr 15 Jahren Teilhaber einer Glas⸗
zütte gewesen.

F Mainz, 27. Nov. Die süddeutsche Gruppe
»es Vereins deutscher Eisen- und Stahl⸗Industrielle
vird, wie wir vernehmen, Montag, den 19. Dez.,
Vormittags 11 Uhr eine außerordentliche General⸗
Bersammlung zu Mannheim im Gasthaus zum
ßfälzerhof abhalten. Die Tagesordnung ist wie
olgt, festgesetzt: 1. Ziele und Absichten des Vereins,
        <pb n="775" />
        uveesicherungssragen, 8. die Eisenvayntari

Imn mit besonderer Berücksichtigung der Ein—
rung einer zweiten ermäßigten Stückgutklafse.
her die Punkte 1 und 3 hat der Generalsekretär

hauptvereins, Herr Dr. Rentzsch, Berlin, das
erat übernommen, während für Punkt 2 der

haftsführer der süddeutschen Gruppe als Referent
agiren wird. — Zu dieser Versammlung sind
qhi nur die Mitglieder, sondern auch alle größeren
sen⸗ und Stahl⸗Industriellen des Gruppenbezirks
züddeutschland, Elsaß⸗Lothringen, Hessen-Nassau,
ßzlar und Luxemburg) eingeladen worden und
urste mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der zur
rhandlung gestellten Gegenstände ein reger Be⸗—
ch zu erwarten sein.

Ein zweiter Tanner.) In Diez be—⸗
idet sich im Zuchthause ein Sträfling, der, wie es
jeint, dem Dr. Tanner in seiner Hungerkur nach—
igen will. Es sind bereits 10 Tage her, daß
ee Betreffende keine Nahrung zu sich genommen
iat, allein, um seinen Trot zu offenbaren; nur
Wasser nimmt er zuweilen zu sich. Dabei zeigt
rnicht die geringste Schwäche, sondern arbeitet
jach wie vor das bestimmte Pensum.

Frankfurt 26. Nor. (Eine Heiraths
unonce.) Ein schon etwas bejahrter Herr, der
ch vor Jahren von seiner jugendlich-leichtsinnigen
hehälfte hatte scheiden lassen, fühlte wiederum das
zedürfniß, sich zu beweiben, und er erließ in einem
esigen Blatte eine Heirathsannonce, worin er neben
inem angenehmen Außeren der Zukünftigen auch
ie Perspektive auf ein Vermögen von einigen Hun—
erttausend Mark eröffnete. Berge hoch liefen die
zriefe ein, jede Post brachte neue Effecten mit Pho—
ographien, unter ihnen viele ihm bekannter Damen,
ost das Conterfei seines Dienstmädchens und seiner
aushälterin erhielt er; als ihm aber auch das
orträt seiner geschiedenen Frau zuging, erfaßte
hn ein Grauen vor der unheimlichen, immer mehr
eigenden Fluth der Briefe, und damit sie ihn nicht
imbringe, reiste er vorgestern nach Italien ab.
Strenge Discretion Ehrensache.

In der Kammgarnspinnerei zu Augsburg
reignete sich am Samstag Abends halb 6 Uhr ein
chreckliches Unglück. Der Maschinenführer Ruprecht
Sedlmeir hatte an der Transmission zu thun, als
er plötzlich von derselben erfaßt und in die Höhe
zezogen wurde. Ehe man nur irgend etwas zur
Rettung hätte thun können, waren dem Unglücklichen
dopf und ein Arm weggerissen. Der auf so gräß⸗
iche Weise Umgekommene, der verheirathet war,
edoch keine Kinder hinterläßt, hatte den Feldzug
ron 1870,71 mitgemacht und sich dabei das eiserne
dreuz 2. Klasse verdient.

Gas niedere Justizpersonal.) Das

baye rische Staatsministerium der Justiz hat
ac Darnachachtung bekannt gegeben, daß die im
16 der Justizministerial-Entschließung vom 24.
August 1869 vorgeschriebene allgemeine Qnalifikation
des niederen Justizpersonales nunmehr wieder regel⸗
mäßig alle 2 Jahre, und zwar das nächste Mal
im Jahre 1882, Statt zu finden hat.

Ein Düsseldorfer Gasthofbesitzer fand
unter seinen Papieren ein Braunschweiger Prämien—
loos. Er ging mit demselben zu einem Banquier
und wurde dort zu seinem (Erstaunen dahin ver⸗
tändigt, daß das Loos schon seit geraumer Zeit
mit einer Summe von 30,000 M. gezogen worden
ei. Die Summe war in einer Depositenkasse deponirt.

(Ein Blick in das Adreßbuch des deutschen
teichstags.) Ein Humorist läßt in der „Fr.
Zztg.“ die Namen der neuen Abgeordneten Revue
dassiten. Da die Magenfrage allmählich alle an⸗
deren Fragen in den Hintergrund drängt, ist es
nicht mehr als billig, daß wir uns danach erkun⸗
digen, wie es künftig um das leibliche Wohl unserer
dolksvertreter bestellt sein wird und wir können ein
hefühl tiefer Befriedigung nicht unterdrücken, wenn
wir sehen, daß in dieser Hinsicht der Reichstag
inten Händen anvertraut ist. Ein Ackermann und
in Pflüger sorgen dafür, daß es an den nöthigen
geldfrüchten nicht fehle. Diese werden alsdann von
wei Müllern und einem Möller verarbeitet und ein
Becker“, sowie ein „Täglichsbeck“ widmen sich der
dereitung des Brodes. Daß es an frischem Fleisch
ücht fehle, dafür hat ein Schäfler zu sorgen, dem
vir das Zeugniß ausstellen müssen, daß er „Gut—
leisch“ liefert, für die Küche ist ein Koch vorhan⸗
den, der von einem Köhler das erforderliche Brenn⸗
naterial bezieht. Leider scheint man — vielleicht
im Hinblick auf eine neue Vorlage des Trunksuchts—
jesezes — des Trinkens ganz vergessen zu haben;
rur ein Kesseler und ein Böttcher deuten entfernt

nlogliche Vesrirolga

da wir indeß einen „Brand“ verzeichnet finden,

müssen wir schon annehmen, daß auch die Verehrer

„»on Bacchus und Gambrinus sich zu helfen wissen

Für die meisten andern Bedürfnisse ist gesorgt,

wei „Schmidt“, denen als Werkzeug ein Hammer,

ein Niethammen und ein Dietrich zu Gebote stehen,

versorgen die Reichsboten mit den Erzeugnissen ihres

Bewerbfleißes. Ein Schneider hält die Garderobe

im Stand, ein „Guerber“ sorgt für alle „Fälle“

in Schreiner, ein Pfahler, ein Pfähler und ein
dZolzmann für Meublement und Holzarbeit über—⸗
jaupt. Mit den Wohnungsverhältnissen scheint es
iber sehr bedenklich zu stehen: wir finden nur ein
allem Anscheine nach aus „‚Kalkstein“ erbautes ,Neu⸗
hauß“, in welchem sich obendrein nur ein einziges
„Stübel“ befindet. Für allerlei nothwendige
dleinigkeiten muß bei einem „Krämer“ Rath ge⸗
chafft werden, auch kann, wer nach Schluß der
Zession zu Weib und Kind nicht mit leeren Taschen
jeimkehren will, bei einem „Goldschmidt“ Schmuck⸗
'achen und Geschmeide einkaufen. Damit auch dem
Bergnügen sein Recht werde, stehen ein „Schirr⸗
neisier“ und ein „Fährmann“ zur Disposition, je
iachdem zu Lande oder zu Wasser ausgeflogen
verden soll. Für die Kunstliebhaber ist nicht viel
u holen; ein „Geiger“, dem nicht einmal sein
igenes Instrument zu Gebote steht, der vielmehr
nif ein „Horn“ angewiesen ist und diesem nur
inen „Triler“ zu entlocken vermag, ist Alles. Des
Lebens ernstes Führen“ bedingt indeß auch ernstere
Faktoren: wer seine Seele bedraͤngt fühlt, kann sich
frost bei einem Abt oder einem „Münch“ holen.
Die Verwaltung liegt in den Händen eines „Schulze“,
ür die Rechtspflege besorgt ein Kollegium, bestehend
ius zwei Richtern und einem „Greve“. Ist etwa
»on einem Reichstagsmitgliede ein todeswürdiges
Berbrechen begangen, so tritt, da bei uns die Todes
trafe noch nicht abgeschafft, der „Stöcker“ sein
rauriges Amt an. Civile Sachen werden von den
elben Richtern erledigt, bei Streitigkeiten über
hrundeigenthum wird als Sachverständiger ein
„Landmesser“ hinzugezogen. Auffallend ist der
zürgerliche Charakter des Reichstags; nur ein Kayser
st vorhanden, dessen Hofstaat sich auf einen „Edler“
ind einen „Hoffmann“ beschränkt. Recht schwach
ieht es mit dem Pflanzenreich aus. Wir müssen
ins begnügen mit einer „Blum“, vermuthlich einer
Rose, denn es sitzt ein „Dohrn“ an ihr; auch der

Stengel“ fehlt nicht. Weit zahlreicher ist das
khierreich vertreten. Wir zählen einen „Löwe“
ind einen „Löw“, ein „Wölfel“, einen „Hirsch“,
inen sehr unorthographischen „Behr“ und einen
„Bock“. Ferner einen „Haanen“, ein „Hänel“,
»inen „Sperber“, einen „Falk“, eine „Lerche“ und
ein „Pogge“. Die Geographie kommt ebenfalls
chlecht weg: von Städten ist nur „Fürth“, von
zändern nur „Holstein“ vertreten. Außerdem prä⸗
entirt sich ein „Schott“, ein „Westphal“, ein
Bamberger“ und ein „Hirschberger“. In Betreff
er äußeren und inneren Eigenschaften der Reichs-
agsabgeordneten werden uns auch nur sehr mangel⸗
jafte Data geboten. Einer ist als „Lang“, einer
ils „Groß“ und einer als „Maager“ aufgeführt,
iner wird als „Reich“ bezeichnet. Daß die ge—
ammte Körperschaft nur einen „Barth“ hat, wäre
ioch zu ertragen; höchst fragwürdig erscheint dieser
Schmuck aber, wenn wir bedenken, daß er nur aus
inem „Härle“ besteht. Gleich ärmlich sind die
brigen Körpertheile vertreten, wir treffen nur ein
Herz“ und ein „Feustel“ an. Ferner ist zu nennen
in „Schwarze“ und ein „Schwarz“, sowie ein
Mohr“. Zu großer Befriedigung gereicht es uns,
aß wir über die persönlichen und gesellschaftlichen
kigenschaften der Reichstagsmitglieder das Beste
onstatiren können; nur ein „Klotz“, ein „Schläger“
und ein „Träger“ machen eine unrühmliche Aus—
aahme. Ihre Untugenden werden indeß jedenfalls
zurch die Qualitäten eines „Engels“ reichlich auf⸗
jewogen.

FBreslbau, 27. Nov. Der gestrige Berliner
Tagesexpreßzug, welcher 4 Uhr Nachmittags hier
eintreffen sollte, en tgleiste um 3 Uhr 51 Min.
zeim Passiren der englischen Weiche bei der Station
MNochbern, wobei die Maschine der Tender und
Zostpackwagen umstürzten. Außer einigen Kon—
usionen eines Postsekretärs kamen keine gefährlichen
Verletzungen vor. Der Zug hatte zwei Stunden
Berspätung.

FGEin gefährliches Amt.) Vor einigen
Jahren starb in Budapest ein 72 Jahre alter
S euer⸗Executor, Namens Stein, der über die Er—
seb nisse und Erfahrungen, die er auf seiner Lauf—

,— 49ι hle,
erst jetzt entdeckt wurde. Aus diesem geht hervor,
daß Stein, der längere Zeit auch in der Provinz
seines Amtes waltete, 23mal in Lebensgefahr war
und dreimal verwundet wurde. Sechsmal wurde
nach ihm geschossen, achtmal war er nahe daran,
erschlagen zu werden, fünfmal wollte man ihn
erstechen, endlich wurde er viermal gewürgt.

London, 26. Nov. (Ein deutscher Bank—
notenfälscher, Ein Deutscher, Namens August
Hafenach, stand am 25. ds. vor den Schranken
des Central⸗Criminialgerichtshofes in London unter
der Anklage, Scheine der Deutschen Reichsbank im
Werthe von 5—100 Mark gefälscht zu haben.
dafenach erklärte sich für schuldig und sagte, er
väre durch andere Personen zu dem Verbrechen
derleitet worden. Der Präsident des Gerichtshofes,
Richter Hawkins, bemerkte, diese Erklarung stände
nicht im Einklange mit der Beweisaufnahme, aus
welcher erhelle, daß der Angeklagte ein sehr schlaues
Individuum sei und augenscheinlich einer auf dem
Festlande weitverzweigten Fälscherbande angehöre,
die sich mit der Anfertigung und Verbreitung
falscher Banknoten beschäftige. Unter den Um—
ständen müsse er ihn zu acht Jahren Zuchthaus
verurtheilen.

FIn Nottingham England) wurde am
Sonnabend ein furchtbarer Doppelmord verübt.
Henry Westby, ein kaum 19jähriger Jüngling,
erschoß seinen Vater, nachdem er wenige Stunden
borher dem Laufburschen seines Prinzipals, eines
Advokaten in Nottingham, mit einem Rasirmesser
den Hals abgeschnitten hatte. Westhy wurde bald
nach verübtem Vatermorde verhaftet. Man fand
bei ihm einen nagelneuen sechsläufigen Revolver.
Die Motive, welche Westby zu der gräßlichen That
verleiteten, kennt man nicht. Es verlautet indeß,
daß er durch häufiges Lesen von Sensationsromanen
überspannt geworden ist.

Ein furchtbarer Sturm, begleitet
von heftigen Regengüssen, der besonders an der
irischen Kuͤste große Verheerungen anrichtete, wüthete
in England in der Nacht vom Montag zum Dien⸗
Jag v. W. In Rutherglan unweit Glasgow wehte der
Sturm ein Haus nieder, dessen Insassen entweder
zetödtet oder schwer verletzt wurden. In Dundee
wurde die Caledonian⸗-Eisenbahn so geschädigt, daß
der Verkehr eingestellt werden mußte. Die
Telegraphenverbindung ist in ganz Schottland und
tellenweise auch in Irland unterbrochen. In Dub⸗
'in verunglückten mehrere Personen in Folge des
Finsturzes eines Hauses. Der Dampfbotderkehr
wischen Irland und Holyhead mußte des Unwetters
wvegen eingestellt werden. Unter den Schiffen hat
der Sturm ebenfalls großen Schaden angerichtet.
Aus Glasgow wird gemeldet, daß seit dem Ein—
tturz der Taybrücke kein so heftiger Sturm daselbst
erlebt worden, wie der jetzige. Die Einwohner
konnten sich nur mit großer Gefahr für ihr Leben
nus ihren Häusern wagen. Aus Berwick, Limerick,
Blackpool, Folkestone, Thurso, Dumbarton und an—
deren Orten liegen ebenfalls Berichte über die
Wirkungen des furchtbaren Sturmes vor.
G6lle.

Gestorben: in Enkenbach Frz. Graf J.,
78 J. a., in Grünstadt Elise, T. v. Ludwig
Ruffler, in Rodalben Frl. Kathchen Ma-
theis, 27 3. a. —

ienstesnachrichten.

Der Schullehrer Peter Lang in St. Julian wurde
zum Lehrer an der protestant. Schule in Nerzweiler, der
nterimisi. Verweser an der protestant. Schulverweserstelle zu
Thaleischweiler, Jac. Klein, zum Schulverweser an der
aeuerrichteten protest. Schulverweserstelle zu Heuchelheim, der
interimist. Verweser der kathol. Lehrerstelle zu Hütschenhaufen,
Jak. Zwi ß ler, zum Lehrer ernannt. Der kathol. Schul⸗
lehrer Fr. X. Bregel in Schneckenhausen wurde in den
leibenden Ruhestand versetzt.

Neueste Nachrichten.

Berhin, 28. Nov. Der Kaiser empfing
heute Vormittag den Besuch des Kronprinzen
und des Prinzen Heinrich, nahm mehrere Vor⸗
träge entgegen und ertheilte einige Audienzen;
NRachmittags unternahm der Kaiser eine kurze
Spazierfahrt. Gestern Nachmittag hatte Fürsi
Bismarck dem Kaiser Vortrag gehalten.

Berlin, 28. Nov. Der Kronprinz hatte
heute Mittag von 1 bis 2 Uhr eine Unter—
redung mit dem Reichskanzler; Letzterer begab
sich gleich darauf in den Reichstag.

Fur die Redaction verantwortlich F. X. Deme tz.
        <pb n="776" />
        Zwangsversteigerung.

Samstag, den 3. Dezem ber
aächsthin, Morgens 10 Uhr in der
Wirthschaft von Peter Heusser da—
sier versteigere ich zwangsweise gegen
Baarzahlung:

2 Küchenschränke, 1 Kleider⸗

schrank, 1 Nachttischchen, 1

runden Tisch, ca. 50 CEtr.

Kartoffeln.

St. Ingbert, 29. Nov. 1881.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

De gegen die Familie Sch min
von Schnappbach gemachte

Aussage nehme ich hiermit als un—

vahr zurück.

Schnappbach, 29. Nov. 1881.

Franz Arnu, Glasmacher.
Zgatmann's

Vollständige Rettung von
Trunksfucht.

Das mir zur Aufgabe gestellte Ziel, de
pielseitigen marktschreierischen, nur auf Th
schung begründeten Anpreisungen von Mitl
jur Rettung von Trunksucht endlich zu h
zegnen, ist insofern vollftändig erreicht, h
ch mich in der Lage befinde, ein neu erfn
)enes, von höchsten medizinischen Celebritin
anerkanntes, vollständig untrügliches, rad
kales, wie auch unschädliches Heilmittel in
deben gerufen zu haben, was zur Beseitigin
dieses furchtbaren Lasters ausreichend, m
die Bekümmerniß der, oft hierdurch in Mi
leidenschaft gezogenen Familienbande gänzüs
zu heben, maßgeblich ist.

Anfragen werden sofort franco und graß
ugesandt durch

G. Schmidtsdorf
Apotheker J. Rl.
Berlin, Kastaen⸗Allee Rra

Anzeigo.

Ich erlaube mir, einem hiesigen, sowie auswärtigen
Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich in hiesiger Stadt neben
Herrn Photograph Ollig eine Niederlage von Grabsteinen er⸗
richtet habe. Empfehle mich ferner zur Anfertigung von Figuren,
Altären, Bauarbeiten, in jedem gewünschten Siyle, unter Zu⸗
sicherung reeller und billiger Preise.

Wegen Bestellungen wende man sich gefälligst an Herrn
Photograhh Ollig oder Herrn Maurermeister Hellenthal,
welche jeden Auftrag besorgen werden.

Achtungsvoll
Friedrich Mohr.
Bildhauerei Zweibrücken-St. Ingbert.

zchte EhrinianiaAnchovis
Marke: Thorsen Helgesen.
oprämirt auf der Fischerei-Ausstellung Berlin 1881.
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Mäntel fur Damen in reiner Wolle von 4,50 bis 12 Mk.
Fisgarntücher in allen Forben, recht groß von 1U5 bis
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4
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        <pb n="777" />
        v»ÿl. Ingherter Ahzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — — — — — — — — — — — ——— — — — — — —

der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unter haltungs

gslatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1 MA 4A0 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich

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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , bei Neclamen 80 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 200.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
Aus Müunchen schreibt man dem „FIrk. Kur.“:
gon einer Seite, die Glauben verdient und wohl
nformirt ist, wird mir mitgetheilt, daß es dem
Ansturm der Kammermajorität gegen vas Mini—
erium gelungen ist, eine Aenderung des Kabinets
u bewirken. Wenn ich recht unterrichtet bin, so
berden dem rasenden See zwei Opfer gebracht,
derr v. Lutz und Herr v. Faͤustle. Ersterer soll
————
tzterer durch Staatsrath v. Loe.

Bayerische Abzeordnetenkammer.)
Re Abgeordneten Seitz und Genossen hatten zu
em auf der Tagesordnung der 15. Plenarsitzung
er Abgeordnetenkammer vom 29. November stehen⸗
en Etat der Forst-⸗, Jagd- und Trift ver—
paltung für ein Jahr der 16. Finanzberiode
1882 und 1883) folgende Anträge eingebracht:
) die Kammer wolle beschließen, bei den Ein⸗
ahmen sei statt 760,000 M. die Summe von
300, 000 M. einzusetzen, und zwar wäre diese
zumme dadurch zu erzielen, daß in der 16. Fi⸗
zanzperiode in Rücksicht auf die Nothlage der Land
virihschaft wie auf den Rückgang der Forstrente
us Staatsforsten ein größeres Quantum Streu,
ils von der kgl. Staatsregierung beabsichtigt ist,
bgegeben werde. (Die Kammer hat in der Sitzung
om 29. November diesem Antrag zugestimmt; es
ab darüber, wie jedesmal bei der Berathung des
orstetats, eine lange Debatte, in welcher von
fälzischen Abgeordnelen Bürgermeister Müller von
zaardt und Oberamtsrichter Vaillant das Wort er⸗
riffen. Oberforstrath v. Ganghofer gab die Zu—
cherung, die Regierung werde gewiß alles Mög⸗
che thun, um die Landwirthschaft zu unterstützen;
e sei auch dem Antrag Seitz an sich nicht feind—
ich, ob aber so viel Geld eingehen werde, wie Seitz
mnnehme, daß werde eben davon abhängen, wie
—VD
die Kammer wolle weiter an Se. Maj. den König
gie Bitte stellen, Anordnung dahin treffen zu wollen,
aß Angesichts der schweren Belastung der Staats-
Waldungen durch Forstrechte und in Berücksi htigung
ees stets finkenden Holzwerthes Waldparcellen, welche
ich für den Landbau eignen, zum Verkauf gebracht
ind mit dem Erlös Forstrechte eingelöst werden.

Berlin, 29. Nob. Der Reichstag hat
ne zweite Lesung des Etats nach längerer Be—
athung durch Annahme desselben erledigt. Fürst
gismarck nahm viermal das Wort. Gegenüber der
Fortschrittspartei erhob er die Beschuldigung, daß
as Prinzip derselben nicht monarchisch sei. — Die
Debaite schweifte vom Gegenstande weit ab, so daß
„er Präsident um Rückkehr zu demselben bitten
nußte. Mayer (Demokr., Stuttgart) sprach gegen
ie Freifahrten der Reichstagsabgeordneten.

der deutsche Reichstag berieth am Montag
a erster Lesung den Gesetzentwurf über Ham-
»urgs Einverleibungsin die Zolllinie
es deutschen Reiches. Es soll danach die Reichs⸗
stegierung ermächtigt werden, einen Betrag bis zu
10 Millionen Mark aus Reichsmitteln zuzuschießen,
amit die hierdurch in Hamburg nothwendig wer⸗
senden Baulichkeiten, Einrichtungen ꝛc. hergestellt
verden können. Abg. Hänel (Fortschr.) bezweifelt,
b Hamburgs Anschluß einen jener Summe ent—
prechenden Nutzen gewähre. Abq. v. Minnigerode

Donnerstag, 1. Dezember 1881. 16. Jahrg.

conserv.) empfiehlt den Gesetzentwurf und hofft,
nit dem geplanten Anschluß werde dem Hamburger
engroshandel künftig ein mehr nationaler Charakter
usgeprägt werden. Minister Bitter ist erfreut, daß
»änel nur sachliche Erwägungen, ohne politische
Reimischung, gemacht hat; er erklärt, daß auch mit
zZremen Verhandlungen über dessen Zollanschluß
hweben, die wohl auch bald beendigt sein dürften.
gon einer Vergewaltigung Hamburgs sei da durch—
us keine Rede. Auch Adg. Windthorst (Centr.)
nahnt, man solle politische Rücksichten bei Seite
assen und die Vorlage nur sachlich prüfen. Fürst
zismarck, welcher eingetreten war, als Windt⸗
orst sprach, ergriff nun das Wort; er klagte, daß
hm bei seinem Sieben nach Einheit der Nation
ortwährend Opposition gemacht werde; glücklicker⸗
veise seien die deutschen Bundesregierungen eine
niel stärkere Bürgschaft für die Einheit des Reiches,
ils der Reichstag mit seinen vielen Fraktionen und
»em leidigen Fraktionstreiben; in dem gegenwärtigen
steichstag gebe es ja nicht einmal eine feste Mehr⸗
jeit mit einem bestimmten Programm. Er habe
eine Schuldigkeit gethan, Dank habe er niemals
egehrt, mache sich auch nichts daraus; dem Kaiser
ind dem deutschen Heere gebühre die höchste Aner—
ennung. Man 'könne darüber rechten, ob die
Zumme von 40 Millionen angemessen, ob sie zu
och oder zu niedrig sei; aber darüber könne doch
ein Zweifel sein, daß das deutsche Reich ein großes
Interesse daran habe, endlich auch ein einheitliches
zollgehiet zu bekommen. Abg. Lasker (Secc.) er⸗
biderte mit scharfen Worten: Bismarck's innere
Jolitik finde nicht die Billigung der Mehrheit des
eutschen Volkes; auch die Bestrebungen der Con⸗
rvativen fänden diese Billigung nicht. Lasker
Irdert alle liberalen Parteien auf, sich zu einer
roßen liberalen Partei zu vereinigen. Bismarck
eplizirt in sehr gereizter Weise gegen Lasker und
emerkt wieder, daß bei den Wahlen allein die
Fonservativen gewonnen hätten. Abg. Maltzahn
conserv.) protestirt Namens der Conservativen gegen
zasker's Bemerkung, daß das deutsche Volk sich für
ie Liberalen erklärt habe. Abg. Windthorst be—⸗
weifelt das Zustandekommen einer großen liberalen
dartei von Bennigsen bis Sonnemann.

In dem Etat der Reichs-Marine⸗-⸗Ver⸗
valtung pro 1882/83 werden 228 Revolver⸗
danonen uebst Munition und Zubehör als neue
Inschaffung in Ansatz gebracht. Diese Revolver⸗
danonen sind dazu bestimmt, den Fahrzeugen der
driegsmarine die feindlichen Torpedoboote fern zu
alten. 50 Stück sind schon früher beschafft wor—
en. Für die fehlenden 228 Geschütze sind (ein-
chließlich der Kosten für Einrichtung und Auf—
tellung) je 11,000 M. erforderlich.

HH. M. Paul von hier und J. Schmidt
bon Ensheim, als Stellvertreter derselben die
dH. Wolfg. Kahn von hier und A. Harzy
on Ommersheim.

* St. Ingbert, 1. Dez. Auf nächsten
Sonntag sind die pfälzischen Creditge—
rossenschaften zu einer im Saalbau zu
Neustadt stattfindenden Besprechung der Steuer⸗
frage eingeladen. Es handelt sich zunächst um
Aenderung der Vereinsstatuten in Rüchsicht auf
das neue Gewerbsteuergesetz und um gemeinsame
Maßnahmen in Betreff der Besteuerung.

* St. Ingbert, 1. Dez. S. Maj. der
Zönig hat unterm 25. Nov., entsprechend einer
diesbezüglichen Bitte, genehmigt, daß die Gerichts
chreiber der Lande und Amtsgerichte in Zukunft
—DD
Titel „Obersekretäre“ führen.

(*) St. Ingbert, 1. Dez. In der mor⸗
gigen Stadtrathssitzung wird eine Frage, die in
leßter Zeit hier vielfach die Gemüther erregte und
um Theil in recht anzüglicher Weise debattirt
purde — die Frage der Häuserstenuerrevi—
fion — erledigt werden. Die betressende Com⸗
nission hat ihre Erhebungen in dieser Angelegen⸗
seit beendet, so daß derselbe nur in reiflicher Er⸗
vägung der vorliegenden Verhältnisse und unter
Berücksichtigung des vollen Interesses der Stadt
gefaßt werden wird.

- Vom Schöffengericht Obermoschel wurden
50 Feuerwehrleute von Kalkofen, weil sie einer
dom Bezirksfeuerwehr⸗Kommandanten angesagten
Uebung nicht beigewohnt hatten, zu Geldstrafen von
lubis 3 M. verurtheilt. Der Amtsanwalt hatte
Beldstrafen von 10 bis 20 M. beantragt, das Ge⸗
icht aber die niedrigeren Strafen um deswillen
nusgesprochen, weil die neue Feuerlöschordnung den
deulen dort noch nicht so recht bekannt gewesen sei.

— In Diedesfeld ereignete sich Freitag
Vormittag ein beklagenswerther Unglücksfall. Ein
unger Mann aus Hambach befand sich mit einem
xinwohner von Diedesfeld in dessen Zimmer, als
etzterer ein seit Jahren nicht gebrauchtes Gewehr
ur Hand nahm, um es seinem Besucher zu zeigen.
Durch unachisame Manipulation entlud sich das
noch geladene Gewehr und drang der Schuß dem
gesucher in den Leib. Der Unglückliche ist an⸗
cheinend tödtlich getroffen. Der bedauernswerthe
Besitzer des Gewehres hatte keine Ahnung davon,
daß dasselbe noch geladen war.

— In dem Kalksteinbruch bei Callstadt
wurden am Samstag zwei Familiendäter verschüttet
und derart verletzt, daß an ihrem Aufkommen ge—
zweifelt wird.

— Am Dienstag früh erschoß Michael Bau—
mann von Altrip''die ledige Albertine Weigel
vom Riedhof und feuerte dann auf sich zwei Re—
olverschüsse ab, die ihn in die Seite trafen —
ob lebensgefährlich steht noch dahin. Zu der That
vurde er dadurch veranlaßt, daß sein Vater nicht
zulassen wollte, daß er das Mädchen, mit dem er
schon längere Zeit ein Verhältniß hatte, heirathe.

— Der Einnehmer-Pensionsverein für die
Pfalz hatte im Jahre 1880 eine Einnahme von
39,074 M. 57 Pf. eine Ausgabe von 32,764 M.
33 Pf., demnach Altivrest 6800 M. 94 Pf. Der
Bermögensstand war am 1. Januar 1881 221,003
M. 55 Pf., am 1. Januar 1880 211,688 M.
30 Pf., demnach Mehrung im Jahre 1880 9315
M. 25 Pf.

Ausland.

Die „Pf. Pr.“ schreibt: „In einer aus dem
Zatikan in München eingetroffenen Privatmitheilung
vird die Zeitungsnachricht, daß der Papsft in
gerlin angefragt habe, ob ihm die deutsche Re—
zierung Asyl und Wohnsitz in Fulda einräumen
bürde, von Anfang bis zu Ende als erfunden
zezeichnet.“

Lokale und pfälzische Nachrichten.

* St. Ingbert, 1. Dez. Der Distrikts—
ath des Kantons St. Ingbert war gestern Vor—⸗
nittag zur Wahl zweier Mitglieder in den Ge—
verbsteuer-Ausschuß zu einer kurzen
Sitzung hier versammelt. Gewählt wurden die
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        e ⏑
Während in Deutschland, schreibt
das „Cincinnati Bolksblatt“, die Zeitungen ihren
Lesern einreden, daß der größte Theil der Neuein—
gewanderten in den Ver. Staaten es unmöglich
finde, Beschäftigung zu erhalten, und den öffent⸗
lichen Wohlthätigkeitsanstalten zur Last falle, ver⸗
öffentlicht der Chef des Arbeitsbureaus in Castle⸗
Garden zu New⸗York, daß bei ihm fortwährend
aus allen Theilen der Union zahlreiche Anfragen
nach Arbeitern einlaufen, und zwar nach gelernten
Arbeitern sowohl, wie auch nach solchen, die kein
Geschäft verstehen. Besonders groß ist, wie aus
dem Bericht herv orgeht, gegenwärtig die Nachfrage
nach deutschen Schneidern. Ueber die Höhe
der Löhne, welche den gewöhnlichen Handarbeitern
unter den Neueingewanderten geboten werden,
geben die folgenden Mittheilungen Auskunft: Fünf⸗
zig Arbeiter wurden kürzlich nach einer Sägemühle
in Michigan gesandt mit einem Monatslohn von
20 Dollars bei freier Beköstigung. Zwanzig Farm—
arbeiter erhielten Beschäftigung zu je 18 Dollars
per Monat, nebst Kost und Logis. Zwanzig Ar⸗
beiter wurden von einer Eisenbahn im Staate
New-York verlangt für einen Tagelohn von 1.35
Dollars.

ion griedrich Knoble, in Louisentqangri
Pauline Michler, 42 J. a.
Dienstesnachrichten.
Rechtskandidat Th. Becker von staaiiserslautern wurde
zur Praxis an die kgl. Regierung, Kammer des Innern,
in Speier ernannt.

viderung nicht von prinzipiellen Bedenken ge
leitet, sondern lediglich von Geschäftsinteressen.
Auch die ühbrigen Staaten — ich erinnere
peziell an Bayern — haben spezielle Ver—
retung bei der Curie. Ich halte dies Ver—
hältniß bei den verschiedenen konkurrirenden
Interessen für nüßlicher. Ich werde aber,
falls das allgemeine Interesse für die Curie
mehr in den Vordergrund tritt, auch eine
deut sche Vertretung bei der Curie ins Auge
'assen. Ueber die Verhandlungen mit der
Curie selbst hier Mittheilungen zu machen,
—„XIX

Neueste Nachrichten.

Augsburg, 30. Nov. Die „UAllgem.
Ztg.“ meldet: Die gerüchtweise in den Blät⸗
ern verbreiteten Nachrichten über angeblich
devorstehende Veränderungen im Personalbe⸗
tande des bayerischen Gesammt⸗Ministeriums
»eruhen lediglich auf Combination.

Berlhin, 30. Nov. (Reichstag.) Be—
rathung über den Etat des auswärtigen
Amtes. Auf die Frage von Virchow nach
»em Stande der Verhandlungen mit der Curie
erwidert Fürst Bismarck: Ich halte es für
nůtzlich, diese Frage hier in sehr beschränkten
Hrenzen zu behandeln. Die Angelegenheit
hetrifft bis jezt nur Preußen. Ich bin deß⸗
zalb hereit, dem Landtag darüber Auskunft
zju gehen. Hier kann ich nur sagen: Die
Absicht geht dahin, in den preußischen Etat
einen Posten einzustellen, um einen diploma—
tischen Vertreter bei der Curie zu beglaubi—
zen, einen Posten, der wegen eingetretener
VBerstimmung mit der Curie eingezogen worden
var. Ich werde bei mesiner heutigen Er—

Briefkasten der Redaktion.
Erklärung. Um irriger Annahme vorzu—
deugen, erkläre ich andurch, daß ich nach wie vor
Verleger und Redakteur des „St. Ing—
zerter Anzeiger“ bin und für dessen Inhalt ver⸗
antwortlich eintrete! Die Wahrheit der gegen⸗
heiligen Behauptung in Nr. 87 der „St. Ing⸗
zerter Zeitung“, deren Absicht leicht zu merken ist,
wolle darnach bemessen werden. Weiter auf den
angezogenen Artikel des genannten Blattes einzu—
gehen, überlasse ich dem Hrn. i.Korrespondenten,
wenn er es nicht für überflüssig hält, demselben
mit einer Antwort zu dienen.
F. X. Demetz,
Lithograph und Buchdruchereibesitzer, Redakteur und
Verleger des „St. Ingberter Anzeiger.“
*ur die Redaktion verantwortlich F. X. Deme tz.
7 * j Verbreitetste freisinnige Zeitung der Ptalz. fl . aoli *
5. —AXe— x r EBRO. wõchentlich. Preis 8 M. * ν οα 2 ——
brob. iãtter werden auf Wureeh hbaraandt.
Stadtrathssitzung
am Freitag, den 2. Dezbr. Jl. Is.
Nachmittags um 3 Uhr.
agesordnung:?
Bildung der Gewerbesteuer-⸗ Aus—
—T
Die Acquirirung des Platzes zur
Erbauung des Amisgerichtsge⸗
fängnisses.
Heimathsangelegenheiten.
Wirthschaftsconcession betr.
Die Gemeinderechnung vom Jahre
1880 betr.
b. Häusersteuerrevision.
St. Ingbert, 27. Nob. 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Der Unterzeichnete hai Line.
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tascher c5ne und ordinäre Korbwaaren,
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Kinder—⸗
und
Puppenwagen
und sein Lager in
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A—

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beschwerer, Blumenvasen, Cigarren-
tuis, Tabaksdosen, Arbeitstische,
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rschienen und dureh alle Bnchhandlnngen 2u beziehen;
Deutscher Lrieger
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1. MAuster-Statut, für Rrieger-Vereine, empfohlen
ron der Rönigl. Preuss. Regierung. — 2. Der Hausaræat;
lie Krankheiten alphabetisch georänet. — 3. i aru
Bai. Erzahlung von A. D. - 4 Auleituug zur Dar—
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darmherzigen Samariter. — 6. UOUnser Heldengreis,
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jahrsgemüse; Conservirung von Geschirr und Lederzeug; Milch
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2 2 8 —8 * 2 3 2* 23 8* 22 22— v
258 5227 735 ———— *5 5355553 — 53553358* —V
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—— — — 3 — * z85— —2* 525 225 2534 58.,2 2
—5 573 555 —3385858 —3 68
N—a— — —53 — —
5281282 —3328 —Ax —283232323355 3523383535553 *
525 58—253528 35 3 332655* 33 38558 55
— 5 —* 2 82 — — —— —8 *
S 6—z35 — 2838 z35*58588453 5252—332353 T—3 832
* C 22 — 82 — * —3 — 22 5852 — —— —2
z5358 —3 —35 83553 s 335
— 33 — a — —2 F ——— —I 3.2 2 — * 2 * 2
32285 5 —E 2 5 — X53 — * — 553 527 8 *
2 57 2* *5 3580* — — 520 225 ———28 — —— —E ——— 9 2
25 S 555— 385 »522 558 —* * 2 — 22 8 282558 2*x —A— 2
—— ———— — — —— 5 850 258 J —— 25353 —
3283 5353 8 3 3
28 3538 z38 33288 —— — ——8 32 225 855 3
—Xx— — 2 218 — — — — 2 *
587 88 — 33 58 —A 5z25 82.28 8 —2322 2 —A — 2852 IEDT —
2 — 25 — 242 28* 532 3 —A — — —5523 228* 2 ——
S S5 S33S * 83— 2 — —— — — 252 — —— 57 8
— 33338 ——5 58.55 555 568355 3 —A —— 35
— — — * — 25 * —252 2 252* 22 5 2222 222 —*3
2 —22 ——— * — 2 8
53 ——38 333332 32* sse 38333333333 322—835335587 323557*
5 D —A 2* 28 * — 253 22 33 5227 — *
355 5 ——3835—2 *5 SESS —— * 25* S
—— — 8 —— —53 2* 558 — 55 5.5* 532
88 5832 ———2232 3—⸗ 52 —238 8 2237 —
3 338 3 3 2
22 D * —8R 8 —8 2 — * ** —e * A
—* —8 — 2 2 2 3 — —71 2— S 58 —* 72— S * — cES —
——2—735 — — 55 33233 3 585*
5 —— —57733 —5325*7 53535
— —— 5 5 2 82785 268 82—55 —58 58 —— —z383 213 ——558625—
552z5 3535353833383 3558 3—337 —A
8 2 5— ⏑ 238 —00 — 68686586 2523355* —555 z53 878
——— —— —

222&amp;

1232335 22525828 22—

55322. 558 2383 3*55 .5 —— 8328 2* 2
2 — —33228 ———— 23253— —5—5.— 8232 2 5 — 22 2 —
555357 — 530 28235 3 23 — —35 33233757

———— * 25 —* O * 52 —· 55 — 3 — * * — * 252
—— 53 5 * — —33 2 —7605 *.5* — 8— — ⸗ — 82 52*
8 —X— 5235 3— —5*525 O 232255 — 8 228
S587 7 5* — —7 5—— 2 5* 85 2 —5 358 2* — S * —*E

5 — 2 2 8 —5 52 3 D 53 . — —— 8— * * 32. 282 53 2
—8355 —3583 z33z53803 33 38387—8 28
2 —— 2 2 * 8 z2222 —— 2 — — — —A 2 2 8 3— 45

——— 2 — — * —2 5 — 528

—3 —2 ——85* 555 5 — 5 —553 .— 838875 3z3 —325*
23355 333723 3 — — 3 3338*

— 8 22552 — E—— — —— 53225
* 2— 522 3 —*558 —5 2 2 — *B3 8 — 1 872 23 — ——5 8 2

2 * —22 28

9 87 ——8338—5 3558
Z8 — * — — 2 — — 272 55 — — * 22 — — 2 * 2 S *

—E ** X * — —— — . 2 E * SZ2 *
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— ———— 2 5 * 598 92 — 22232—37—55 2 558S53 2 D —— — 227
27 — —— 2532 2 53283 83528 253.5 2— 5 — — 5 328*
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855 —R 2 — 2556 2 38— — — 55
——— —A — 5—32 8 22538* — —522 : 3 2 2 8—

85 —52 —55 —3— —553 —55335 8S5 — —— 5.
2829 —252 5 — 258 — 222 536 —2 223** 2 *—* 22ES5 3— 335* — —52—
— 32 — 3*— —2 2* 5 3R23 228 S 2 2 52 — ——35 5288
223458 z822 8 32528 SSXE 523 2 — 2* * 5*5835
3 7 28 —2 —8 — 238* 8 — — 522 —A — 2288 2
25* 253525 528 236 6385 5*78238 553535 8 5552 — — —

———— S 2 532533235* 553 2853*88. .3 5———35538*

—2 3 3 52 3658IB3 535 8—88
—— — — — XSB532253—3 25
55 535252 525 — — —3 ——223232 * 5—52225 —5

—— * 228355 222 2 — — 24822 2 82 523 532528 —
SS5 ** ——3 — 5332 355855
— —— — ———— —3833854 2 —5—c557 —0 *

—— — 22 272 * — * —2

—5 —5 32 —46 5536553 —33 — 8383335 55 —AA —26
*22 6— — —3 33 ——⏑ 33
— —— ⸗ S—— sVV 225———

—2 * —A * * v —G
— 42 2222 . 8 ** 2532235232 — 3.2
v u n 222 2323322— 222352323 2832 58 283258 — ——
z5 3 32 67 3328 —333
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        <pb n="781" />
        ↄl. Jugherter Awzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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Fer „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Vtontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unter haltungs

tatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich

0 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraꝛen aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 18 —, bei Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 201. —
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
München, 30. Nob. Die Kammer der Ab⸗
zordneten setzte heute die Berathung des
jorstetats fort. Die Anträge des Ausschusses
urden angenommen. Die durch die Vorarbeiten
ür die Organisation der Forstverwaltung veran⸗
aßte Einberufung zweier weiterer Oberfoörster in
as Ministerialforstbureau wurde nicht beanstandet.
die zum Etat einschlägigen Petitionen wurden den
lusschußanträgen entsprechend angenommen. Abg.
Dr. Körber (ultr.) ergreift die Gelegenheit, den
5tand der Forstbeamten auf das Heftigste anzu—
reifen, und spricht davon, daß gar manche dieser
zeamten durch Immoralität und Irreligiosität öffent⸗
iches Aergerniß erregen. Auch tadelt Redner, daß
m Forstwesen eine zu große Vielschreiberei herrsche,
yas eine Folge der neuen übertriebenen wissen—
haftlichen Bildung zu sein scheine. Die Buch—
taben haben sich vermehrt und die Bäume ver—
nindert. Finanzminister v. Riedel muß den
hrenweethen Stand der Forstbeamten gegen der—
irtige Anklagen in Schutz nehmen und gegen solche
horwürfe entschieden Verwahrung einlegen. Was
»en Vorwurf der Vielschreiberei anlange, so scheine
»er Vorredner von der neueren Ausbildung des
Forstpersonals gar keine Kenntniß zu besitzen. Hie—
ait glaube er den Abg. Körber abgethan zu haben.
Große Heiterkeit. Abg. v. Schlör (lib.) wendete
ch vom Standpunkte der liberalen Abgeordneten
egen die Ausführungen des Abg. Dr. Körber, der
eine Vorwürfe nicht auf Thatsachen, sondern auf
hörensagen begründet habe. Vorwürfe wie Im—
noralität und Irreligiosität einem ganzen Stande
orzuwerfen, dazu habe Dr. Körber kein Recht.
Vohin sollte es führen, wenn man einen ganzen
ztand für die Fehler eines Einzelnen verantwort⸗
ich mache? Vor dem Betreten eines solchen Ge—
ietes solle man sich in Zukunft hüten. Abg.
Raug nimmt die Forstbeamten des Allgäu gegen
ie Vorwürfe des Abg. Dr. Körber in Schutz, während
etzterer erklärt, nicht von dem ganzen Stande ge⸗
prochen zu haben und mißverstanden worden zu
ein. — Die weitere Debatte über diesen Gegen⸗
and ergab nichts Bemerkenswerthes.
München, 30. Nonb. Das siebente
5ch Uljahr.) Aus Rosenheim wird berichtet:
im Aufhebung des 7. Schuljahres wurden aus
zemeinden in den k. Amtsgerichten Berchtesgaden,
aufen, Reichenhall und Traunstein Petitionen an
ie Kammer der Reichsräthe gerichtetet, und sollen
zach dem „Vaterland“ auch in anderen Gegenden
olche Petitionen an die Kammer der Reichsräthe
eabsichtigt sen. Während die Landgemeinden der
enachbarten österreichischen Gebirgsländer Petitionen
ne Kaiser und Reichstag richten, damit ihnen das
.Schuljahr erhalten bleibe, weil unentbehrlich
achelt man unser Landvolk zur Unzufriedenheit
uf und veranlaßt es zu Schritten, die, wenn sie
erfolg hätten, später schwer bereut werden dürften.
Muünchen. Der Kaiser hat dem Staats-Mi—
ister des kgl. Hauses und des Aeußern, Freiherrn
Crailsheim, den königlichen Kronen Orden
rster Klasse verliehen.

Das „Bayer. Vaterland“ ist höchlichst zufrieden
amit, daß der bayerische Landtag bisher so
venig zu Stande gebracht hat. Es macht, um die
lbgeordneten zu erhöhter Thätigkeit anzuspornen,
ofaenden Vorschlag, dem eine gewisse Oriainalität

Samstag, 3. Dezember 1881.

16. Jahrg.

nicht abzusprechen ist: „Man interniere das Par⸗
ament in irgend einer kleinen Stadt oder einem
rößeren Dorfe, möglichst im Winter, lasse die
derrschaften dort gemeinsam ihre Mahlzeiten ein⸗
Jehmen, wobei Jeder die gleiche Ration bekommt,
vecke sie Morgens 6 Uhr zur Arbeit in einem
zroßen Saale, der abgesperrt bleibt, bis sie fertig
ind, und schicke sie Abends 8 Uhr ins Bett. Wer
im Morgen verschläft oder Abends über die Beti—
tunde verkneipt, verliert das Taggeld. Wer einem
club beitritt, verliert das Mandat, wer sich ohne
Frlaubniß des Präsidenten vom Orte entfernt, die
Freikarte.

Berlin, 1. Dez. Die gestrige Reichstagssitz-
ing schien dem Kulturkampf angehören zu
ollen. Beim Eiat des auswärtigen Amtes warf
der Abg. Virchow die Frage auf, wie es sich mit
der Besetzung eines Gesandtschaftspostens beim rö—
nischen Stuhle verhalte. Fürst Bismarck, der
jeute, abweichend von seinen Gewohnheiten, schon
or Beginn der Sitzung erschienen war, verwies
iuf den Eiat des Preußischen Landtages, wo diese
frage demnächst zu erörtern sein werde. Herrn
Vindthoöorst schien die gebotene Gelegenheit aus—
eichend genug, um sich in die Position, die er in
er letzten Zeit eingenommen, immer tiefer einzu⸗
raben; er wendete sich angriffsweise gegen die li—
erale Partei und beschuldigte di eselbe der Intole—
anz. Die hierauf erfolgende Replik des Abg.
girchow gab dem Reichskanzler Anlaß zu der
anz präcisen Erklärung, daß er den Fortschritt für
ine dem Staat schädlichere Partei halte, als das
zentrum. Der Fortschritt bringe das Schiff in's
z„chwanken. das Centrum verursache nur eine ge⸗
oisse Unsicherheit der Steuerung. Er habe den
dampf gegen das Centrum aufgeben müssen, seit
ym die Unterstützung der Liberalen entzogen oder
dieselbe wenigstens an unerfüllbare Bedingungen
jeknüpft worden sei. — Die Herren Reichenssper—
jer und von Kleist-Retzow stellten sich mit großem
lufwand von Pathos als Bundesgenossen dem
deichskanzler zur Seite. Fürst Bismarck nahm
helegenheit festzustellen, er sei zur Einführung der
Fivilehe durch feine damaligen Ministerkollegen (in
erster Linie war wohl Herr Falk gemeint), ge⸗
röthigt worden, daß er sich dieser Nöthigung un—
zern unterworfen, ließ er nicht uudeutlich durch⸗
cheinen. Die Debatte verlief natürlich ohne Re—
ultat. — Bei einer folgenden Etatsposition brachte
er Abg. Dr. Kapp die Vermehrung der Fach—
onsulatie und gewisse Aenderungen in den Dienst—
zerhältnissen der Consularbeamten zur Sprache.

der bisherige französische Botschafter
n Berlin, Graf St. Vallier, hat am Diens⸗
ag dem Reichskanzler seinen Abschiedsbesuch
emacht. Bismard äußerte, wie das „Berl. Tgbl.“
nittheilt, daß er während seiner zwanzigjährigen
rhätigkeit als Ministerpräsident noch niemals mit
mem so großen Vertrauen und einer so großen
zoyalität mit irgend einem Botschafter verhandelt
abe, wie gerade mit dem Grafen de Saint Vallier,
er außerdem sich auch zu jeder Zeit der Gunst des
daisers zu erfreueen gehabt habe. Als das Gespräch
ich auf den Nachfolger des Kaisers wandte, sagte
raf de Saint Vallier, daß er dem Fürsten die
Fffizielle Mittheillung von der Ernennung des Baron
e Courcel zum neuen Botschafter zu machen
abe. Als der Reichskanzler darauf fragte: Sind
Zie mit Ihrem Nachfolger befreundet? und Graf
e Saint Vallier erwiderte: Baron de Courcel ge⸗—
jört zu meinen besten Freunden! gab Fürst Bis—
narck seiner Zufriedenheit damit dadurch Ausdruck.

daß er sagte: „Nun, dann bedarf ich keines Lobes
nehr aus Ihrem Munde. Ihre wenigen Worte
jenügen mir, mich der festen Ueberzeugung hinzu—
jeben, daß Ihr Nachfolger dieselbe politische Rich⸗
ung befolgen wird, wie Sie, und daß er somit in
Berlin gern empfangen wird.“

Die preußische Staatsregierung beabsichtigt
dem Landtage einen Gesetzentwurf über die Hunde⸗
teuer vorzulegen. Die Höhe derjselben soll den
inzelnen Gemeinden zu bestimmen überlassen blei—
hen, doch soll dieselbe zwanzig Mark nicht über—
teigen.

Reuerdings cirkulirt die Nachricht, daß Feldmar⸗
chall Graf Moltke als Chef des großen Gene—
ralstabs jetzt einen Nachfohger im Grafen
Walders'ee erhalten solle. In dieser Form ist
zie Angabe jedoch ungenau. Die Wahrheit ist, daß
uuf Wunsch des greisen Feldmarschalls ihm ein
Adlatus beigegeben wird, welchen er selbst vor⸗
jeschlagen hat. Graf Moltke wird aber nach wie
jor an der Svpitze des Generalstabes in Thätigkeit
oleiben.

Nachdem im Reichstage in den letzten Tagen
tliche der bei der Generaldebatte ungesprochen ge—
liebenen Reden glücklich vom Stapel gelaufen sind,
äßt sich erwarten, daß die Etatsberathungen bis
ur driiten Lesung ziemlich rasch und in rein sach—
icher Weise verlaufen werden, mit einigen Aus—
ahmen vielleicht des Etatstitels für den Volks—
virthschaftsrath. Wie es heißt, wird der Kanzler
ich noch vor Weihnachten wieder nach Friedrichs-
uhe zurückziehen und auf längere vorläufig noch
inbestimmie Zeitdauer dort verweilen. Für die
ächsten Tage ergiebt sich die Vertheilung des
seichstages von selbst, da nach Verweisung der
»amburger Zollanschlußfrage an eine Kommission
„on Hauͤptvorlagen nur der Etat und die Berichte
iber die Handhabung des Sozialistengesetzes vor⸗
janden sind. In den nächsten Tagen wird man
aher ohne Unterbrechung mit der zweiten Bera⸗
hung des Etats fortfahren und wahrscheinlich am
ende der Woche die genannten Berichte über das
Sozialistengesetz zur Besprechung bringen.

Wie man hört, wird der Schluß der Etats-
derathung im Reichstag auf den 20. Dez.
erechnet und soll damit nach Erledigung der Ham—
urgischen Vorlage in Ermangelung anderer Be⸗
athungsgegenstände die erste Session des V. deut⸗
schen Reichstages geschlossen werden.

Wie man aus Regierungskreisen erfährt, wird
der Ankunft des deutschen Gesandten in Washing⸗
on, Herrn von Schlözer, in Berlin noch vor
Weihnachten mit großer Bestimmtheit entgegenge—
ehen. Weiterhin gilt es als eine ausgemachte
Zache, daß Herr v. Schlözer im Januar etwa nach
stom zurückkehrt, um dort die abgebrochenen Ver—
zandlungen wegen eines Ausgleichs fortzusetzen.
Trotzdem erhält sich aber noch die Behauptung,
daß Msgr. Spolverini in München mit besonderen
Nufträgen nach Berlin hin versehen sei.
Ausland.

In Frankreich haben am Sonntag die Wahlen
der Gemeindedelegirten stattgefunden,
velche Wahlen insofern von Wichtigkeit sind, als
iese Delegirten ihrerseits im Januar nächsten Jahres
zie Wahl von 75 neuen Senatoren vorzunehmen
daben. Nach den bis jetzt bekannt gewordenen
stesultaten gehören viele der Gewählten der oppor—⸗
unistischen Partei an, auch sollen viele Maires
Bürgermeister) gewählt sein. Verschiedene Pariser
Zlätter meinen, daß nach diesen Resultaten der
        <pb n="782" />
        Delegirtenwahlen die Republikaner im Senate einen
Zuwachs von einigen 20 Stimmen erhalten dürften.
Soweii sind diese Wahlen nach dem Sinne Gam⸗
betta's ausgefallen und Letzterer kann nun daran⸗
gehen, die von ihm so lange geplante Revision des
Senaies in radikalem Sinne vorzunehmen.
In Frankreich wird der militärischen Aus—
bildung der Schuljugend andauernd große Auf⸗
merksamkeit geschenkt, und auch finanzielle Opfer
werden nicht gescheut. Jede Woche werden aus
den Staatswerkstaͤtten 2000 Gewehre an Gymna⸗
sien und Militärschulen abgegeben, um mit ihnen
die Schülerbataillone auszurüsten und auszubilden.
Paul Bert (der jetzige französische Unterrichtss und
Cultusminister) hat versprochen, fich der militäri—
schen Jugenderziehung eifrigst anzunehmen, und da
auch Gambetta sich für diese Angelegenheit sehr
interessiren soll, so ist wohl nicht zu bezweifeln,
daß sie bald in Fluß kommen wird.
Aus Spanien. Von Zeit zu Zeit taucht das
Verlangen Spaniens, den Schlüssel zur Meerenge
von Gibraltar und die Festung dieses Namens
wieder in seine Gewalt zu bekommen, auf und
dringt bis in die Räume der Cortes. So ist auch
jüngft wieder an die Regierung die Frage gerichtet,
ob sie bereit sei, mit England wegen der Abtretung
Gibraltars in Unterhandlung zu treten. Der Mi—
nister des Auswärtigen, der Marques de Vega Ar⸗
mijo, erwiderte darauf, daß er sich auf die Dis—
cussion dieser Angelegenheit nicht einlassen könne,
daß er aber im besten Interesse des Landes und
der freundschaftlichen Beziehungen zu allen Mächten
handeln werde. Augenblicklich und wohl noch auf
lange Zeit wird die Sehnsucht der Spanier nach
Wiedergewinnung Gibraltars unbefriedigt bleiben.
— Ernster sind die Verwicklungen, welche aus der
Bedrohung Marokkos durch die Franzosen
entstehen iönnen. Der Aufstand im südlichen Oran
wird vorzugsweise von der marokkanischea Ooase
in Figuig geschürt, die vor den Franzosen fliehenden
Araber ziehen sich über die Grenze von Marokko
zurück, um bei nächster Gelegenheit wieder einzu⸗
brechen. Es wiederholen sich hier dieselben Scenen,
wie an der Ostgrenze von Algier, wobei Spanien
in gewisser Hinsicht die Rolle des eifersüchtigen
Italiens übernimmt, denn Spanien kann eine Aus—
dehnung der französischen Macht auf Kosten Marok—
kos noch weniger leiden, als Italien, da es selbst
an der anderen Seite der Straße von Gibraltar
Besitzungen hat. Es scheint, daß Spanien auf die
Unterstütung Englands in dem Falle rechnen dürfte,
daß franzoͤsische Truppen nach Marokko eindringen,
um dort wie in Tunis die Züchtigung der ihnen
unbequemen Stämme zu übernehmen. Lord Lyons
hat in Paris bereits dem vorigen Cabinet darauf
bezügliche Andeutungen gemacht.
Lokale und pfäl⸗eische Nachrichten.
i. St. Ingbert, 2. Dez. In einem wegen
„Raummangel“ fast 2 Spalten langen Artikel
referirt die „St. Ingberter Zeitung“ in ihrer Num⸗
mer vom 1. Dezember über die letzte Generalver⸗
— nimmt
dabei (abgesehen von anderen Anzüglichkeiten, gegen
die wir uns nicht zu wenden haben) Veranlassung,
unseren, im „Anzeiger“ erschienenen kurzen Bericht
etwas einseitig“ zu nennen. Dieser Vorwurf ver⸗
anlaßt uns, wider Willen, der Sache noch einmal
näher zu treten. War unser Bericht vielleicht deß⸗
halb einseitig, Herr Redalteur P., weil wir die
gegen die disherige Geschäftsordnung verstoßende
Wahlhandlung vor Eintritt in die bekannt gegebene
Tagesordnung eine eigenthümliche nannten?
Sie war mehr wie eigenthümlich; wir behaupten
jetzt, daß sie incorrekt war. Für Herrn P.
mag es nicht sehr schmeichelhaft sein, zu erfahren,
daß er nur durch Stimmenentscheid des J. Vorstandes,
ebentuell dadurch, daß sich Herr Lithograph D.,
wie es scheint in übel angebrachter Noblesse, der
Abstimmung enthielt, als Mitglied aufgenommen
wurde. Aber wahr ist es, und unser Bericht kann
deßhalb doch nicht einseitig genannt werden. Wohl
genirte das Wahlresultat Hrn. P. am Abend wenig.
Denn kaum war er mit knapper Noth als Mitglied
aufgenommen, als er auch schon im Saale erschien
und nach kurzer Zeit recht lebhaft in die Debatten
eingriff. Wer hätte das nach einer Wahl, bei der
das Zuͤnglein so verdächtig schwankte, noch gethan?
(Bescheidenheit ist eine schöne Zier, doch kommt
Man weiter ohne ihr.““ Und was soll die Trieb⸗
feder dieser lebhaften Antheilnahme gewesen sein?
Das Interesse an den Bestrebungen des Vereins?

So sagt Herr Redakteur P. Wir wollen es gelten
lassen, bekennen ihm aber, daß ihm dabei, ob ab⸗
sichtlich oder unabsichtlich, lassen wir dahin gestellt,
eine gute Dosis Wichtigmacherei mit unterlief.
Oder waren seine geheimnißvollen Andeutungen
iber seine Beziehungen zu gewissen maßgebenden
dreisen etwas anderes, als Wichtigthuerei, die uns
in den Mann im Volksmund erinnert, der das
gras wachsen sieht und den Fle.. husten hört!
herr Redakteur P. beschäftigt sich gern mit Personen
ind besitzt eine gewisse Fertigkeit, Dem und Jenem
ins anzuhängen, das zeigt uns schon die wie ein
denunziatiönchen aussehende Anspielung im Eingang
es angezogenen Artikels der „St. Ingberter Zeitung.“
doch das geht uns nicht an. Uns ist unange—
jehm, im Vorstehenden etwas mehr von einer Per—
on haben sprechen zu müssen, als uns eigentlich
ieb ist. Herr P. mag aber hieraus ersehen, daß
vir unserm ersten Bericht leicht hätten eine größere
Ausdehnung geben können, ohne den Boden der
Wahrheit zu verlassen. Herr P. muß zugeben,
»aß der von der Versammlung gefaßte Beschluß
ezüglich der Häuserfteuerrevision ganz so lautete,
als wir referirten. Und die verschiedenen miß—
ungenen Versuche des neuaufgenommenen Mit-
zliebes P. die Paragraphen der Statuten einzeln
»urchzurathen, entgegen einem früheren Beschlusse
der Generalbersammlung, gibt der Eingangserwähnte
Artikel der „St. Ingberter Zeitung“ ebenfalls zu.
Wo liegt also da die Einseitigkeit? Drum Herr P.
n Zukunft hübsch langsam mit Behauptungen, die
zu beweisen, Ihnen schwer fallen!

St. Ingbert, 2. Dez. Der unter (*)
St. Ingbert, 1. Dez. in vor. Nr. gebrachte Ariikel,
zie heutige Stadtrathssitzung betr, war durch Ver—⸗
ehen des Setzers so sinnentstellend verstümmelt,
daß wir uns veranlaßt sehen, denselben nachstehend
vörtlich nach dem Manuskripte zum Abdruck zu
zringen:

(*.) St. Ingbert, 1. Dez. In der morgigen
Stadtrathssitzung wird eine Frage, die in letzter
zeit hier vielfach die Gemüther erregte und zum
Theil in recht anzüglicher Weise debattirt wurde
— die Frage der Häusersteuerrevision — er—
edigt werden. Die betreffende Commission hat ihre
Erhebungen in dieser Angelegenheit beendet, so daß
dieselbe für das Plenum des Stadtrathes beschluß⸗
reif ist. Wie auch der Beschluß desselben ausfallen
nag, dessen sind wir gewiß, daß derselbe nur in
reiflicher Erwägung der vorliegenden Verhältnisse
und unter Berücksichtigung des vollen Interesses
der Stadt gefaßt wird.

* St. Ingbert, 2. Dez. Gestern Abend
zegen 10 Uhr saßen im Gastzimmer des Hotel
daur mehrere Reisende, die sich mit Kartenspiel
interhielten mit dem Gastgeber zusammen, als die
Mittelthüre im Hausgange geöffnet wurde. Herr
Lehnert trat heraus in den Hausgang und sah
Jemand der schon nahe der Ausgangsthüre war.
Annehmend, daß es der Hausknecht sei, der noch
inen Gang zu besorgen habe, rief er denselben
heim Namen. Der Angerufene nahm aber sofort
steißaus und verschwand nach der Blieskasteler Straße.
derr Lehnert, dem die Sache verdächtig schien, sah
iach dem Hausknecht, der aber schon im Bette
ag; als dieser den Sachverhalt erfuhr, griff er
nach seinen Kleidern und gewahrte zu seinem
—„chrecken, daß sein Portemonnais mit 28 Mark,
einen Ersparnissen, verschwunden war. — Der Dieb
jat jedenfalls das nicht geschlossen gewesene Ein—
ahrtsihor als Eingang durch den Hof und die
Zinterthür benützt und ist mit den Lokalitäten
ziemlich vertraut, hatte auch wahrscheinlich Kennt⸗
niß von dem im Portemonnais befindlichen Gelde
des Hausknechtes. — Der Polizei wurde sofort An⸗
zeige gemacht, derselben soll es aber bis jetzt noch
nicht gelungen sein, den Dieb zu ermitteln.

* St. Ingbert, 2. Dez. Gestern Abend gegen
3 Uhr wurden die Bewohner der Kohlenstraße durch
einen starken auf der freien Straße gefallenen
Pistolenschuß alarmirt. Der junge Missethäter,
zer aus reinem Uebermuthe den Schuß abgefeuert
jatte, wurde später in schlagender Weise über das
Anpassende seiner Handlung aufgeklärt.

* St. Ingbert, 2. Dez. Ueber den allge⸗
meinen Krankenunterstützungs⸗ und
Sterbekassen-Verein St. Ingbert wird
ins mitgetheilt, daß derselbe jetzt nahe an 90 Mit⸗
zlieder zaͤhlt. Sehr zu wünschen wäre es, daß die—
enigen ordentlichen Mitglieder, die das vorgeschrie—
zene ärtztliche Gesundheitsattest noch nicht beigebracht
jaben, sich solches bald möglichst bei dem Vereins⸗
rzte zu verschaffen suchen. In nächster Zeit sollen

die Statuten in den hiesigen Zeitungen veröffent
licht und darnach Einzeichnungslisten bei der Bürger
chaft in Zirkulation gesetzt werden.

— Kaiserslautern, 27. Nob. In der
Jestrigen Monatsconferenz der hiesigen Volksschul⸗
lehrer kam ein Gegenstand zur Besprechung, der
für sämmtliche Lehrer der Pfalz Interesse haben
zürfte. Auf der Tagesordnung stand nämlich die
Lehrordnung für die Volksschulen der Pfalz.“
Rach eingehender Beleuchtung seitens des Herrn
vokalschulinspektors wurden die Fragen, ob eine
Revision gedachter Lehrordnung und eine Beschnei—
zung der Lehrgegenstände nothwendig erscheint,
insummig bejaht. Um nun zu ermitteln, wo und
n welchem Umfange eine Reduktion vorgenomnmien
verden könnte und sollte, wurden Kommissionen
jebildet, bestehend aus je 3 Lehrern einer jeden
Abtheilung, die auf Grund ihrer gemachten Erfahr⸗
ingen in der nächsten Conferenz darüber referiren
ollen. Wir wir hören, soll sich hohe k. Regierung
Jegenwärtig auch mit diesem Gegenstande beschäf⸗
igen und geneigt sein, Abhilfe zu schaffen. Die
steferate der hiesigen Lehrer dürften vielleicht für
hohe Stelle schätzbares Material abgeben.

— Kaiserslautern, 29. Novb. Der Tag—
ier Heinrich Böckel, der als dem Branntwein-
runke ergeben geschildert wird, gerieth gestern Früh
nit seiner Familie in Streit, wobei er, jedenfalls
in betrunkenem Zustande, zum Messer griff. Sein
Sohn wollte ihn zurückhalten, jedoch bei dem da—
durch entstandenen Handgemenge erhielt der Vater
Böckel einen Messerstich in die linke Brustseite,
welcher Verwundung er gestern Abend noch erlegen
ist. Angenommen wird, daß der Vater sich durch
üngeschick selbst verletzte und den Sohn keine Schuld
rifft. Jedenfalls wird die gerichtliche Untersuchung
Aufklärung in die Sache bringen. (K. St.)

— Von der Odenbach. In einem an der
Ddenbach gelegenen Oertchen wurde in jüngster
Zeit schuldenhalber 5, sage fünfmal versteigert, und
seht doch noch eine Menge Geld verloren. Schuld
'aran ist eine Entscheidung des kgl. Oberlandes—
gerichts Zweibrücken bezüglich der Begründung der
gInscriptionen · auf Grund Vollstreckungsbefehls.
Zläubiger, die auf Grund solcher Schuldtitel zu
ordern haben, wollen jetzt von den Schuldnern ihr
Beld haben und lassen die Güter derselben beschlag—
nahmen, so daß, wenn der betreffende Schuldner
noch einige Gläubiger hat, er sozusagen gerade zu—
ammengerissen wird und eine Menge unnöthiger
dosten entstehen, die, wenn der Vollstreckungsbefehl
eine Inscription begründen würde, gespart werden.
Dieses ist die Rachwirkung des Reichsgesetzes bezüg⸗
lich des Nachverfahrens. (Pf. V.)

Vermischtes.

F Frankfurt, 29. Nov. Der Schuhmacher
Karl Pfeifer von Obermörlen hatte ein gutes Ge—
chäft gemacht, ließ aber seinen Profit statt ihn aus
zie Sparkasse zu tragen, in Bier d'raufgehen. Er
rank sich einen ganz gehörigen Rausch an und blieb
n Folge dessen auf der Straße liegen. Schußleute
anden ihn und brachten ihn, nachdem er ihnen unter
—„chimpfen Widerstand geleistet, aufs Revier. Heute
neinte der Schuster: „Ach, Ihr liewe Herren, ich
hin ja so unschuldig, wie äü neugeboren Kind.“
Bräs.: „Was Sie nicht sagen!“ Angekl.: „Ich war
o schwer beschwabbelt, daß ich ääch rein gar nizx
iett mehr gewußt hob'.“ Präs.: „Sie sollen die
geamten aber doch beleidigt haben.“ Angekl.: „Geh'n
Se fort, deß blide die sich nor ei'. Ich wer'n doch
noch zu meim Vergnige „Lump“ un' „Spitzbub“
cufe derfe.“ Präs.: „Haben Sie keinen Widerstand
zeleistet?“ Angekl.: „Deß war'n mei' Bää, nor
mei Bää, die hawe halt nix von de Schutzleut'
visse wolle un' wollte uff'm Platz bleiwe. Ich haw'n
zie beste Wort' gewe ...“ Schutzmann: „Ja,
„Ihr Lumpen, Ihr Spitzbuben“ haben Sie gerufen
iber damit nicht Ihre Beine, sondern Un s gemeint.“
Angekl.: „Woher wisse Se deß dann so genau?
dosse Se doch die Leut' geh', waß brauche Se ei'm
dann uffzehewe, 's hott Ihne ja käa Deiwel nett
Jehääse, daß Se die Spaßwörter ‚Lump“ un' „Spitz⸗
zub“ uff sich beziehe solle. No, da seh'n Se's,
herr Prasedent, wie unschuldig ich bin, beziehe die
Feut' deß uff sich un' wolle mich ins Loch bringe,
veil mei Bäa Widerstand geleist' hawe!“ Der Ge—
ichtshof ließ sich von der Vertheidigungsrede des
„chusters in feiner Ansicht von der Sache nichl
rre machen und verurtheilte den Braven zu 19
Tagen Gefängniß und 7 Tagen Haft. (xrkf. P.!
        <pb n="783" />
        unschurdig verurtheilt.) Im Jayre
wurde in Münster auf Grund ärztlicher
zachten ein Mann zu 10 Jahren Zuchthaus
Alheilt, weil er sein Kind mit Schweifelsäure
iftet haben sollte. Jetzt, nachdem der Mann

s 814 Jahre der Freiheit beraubt ist, stellt

seraus, daß jene Aerzte sich geirrt. Die vor—
ichen Schwefelsäureflecken im Magen des Kin⸗

waren durch Ameisensäure entstanden welche
wenhaft in den Leichnam gekrochene Ameisen
abgesondert hatten

(Wolfe inLothringen.) Bei Chailly im

treise Metz, in der Nähe des Gehölzes Cham-
mn, haben die Wöolfe ein Pferd auf der Weide
rissen. Bei Fonteny gelang es einem tapferen
jährigen Knaben. mit Hülfe seines Hundes einen
oAf zu erlegen. Alljährlich werden in Lothringen
gefähr fünfzig Wölfe erlegt und — verscharrt.
Nin Stein erzählt, daß die sibirischen Jäger sich
Wolfsbraten prächtig schmecken lassen, selbst
aan sie einen Schlitten voll Lebensmittel zur Ver⸗
Jung haben. Eine neue Lösung zu Simsons
hsel: „Speise ging von dem Fresser.“

EGaarbr. Ztg.)

(Warnung)) Ein Schüler des Technikum

Rittweida hat sich kürzlich eine kleine Verletzung
oer Hand zugezogen, ohne sie weiter zu beachten.
urch das Tragen eines Glacehandschuhes schwoll
—DV
w aͤrztliche Hilfe in Anspruch genommen werden
ußte, die auch eine Blutvergiftung konstatierte.
er junge Mann liegt noch sehr schwer darnieder
ad ist derselbe trotz aller Anstrengungen der ihn
handelnden Aerzte noch nicht außer Lebensgefahr.
ie Handschuhe werden gegenwärtig einer eingehen⸗
en Untersuchung unterworfen.

Ein Schlauberger in München, der unter
m Namen des alten Schäfer Thomas schreibt,
at es glücklich herausbekommen, woher die abnorm
arme Witterung des heurigen Novembers
mmt. In Pennsylvanien jenseits des großen
Jassers und in Neupennsylvanien bei dem lieblichen
tädichen Peine an der Fuhse, wo den Actionären
it ihtem eigenen Oel heimgeleuchtet wird, entzieht
an der alten Mutter Erde zu viel Petroleum und
zmieröl, so daß sich die Weltachse in ihrem Lager
eißläuft. Wenn man also mit dem Oelheraus—
unpen nicht bald aufhört, so zerspringt die Achse
ud zerschmettert die Erde, was jedenfalls ein äußerft
evolutionäres Beginnen wäre und entschieden unter
18 Sozialistengesetz fällt. Der weise Schäfer ruft
Folge dessen in einem dortigen Blatt der ganzen
schütlerten Menschheit zu: „Bezahle Deine Schul⸗
n, geh' in Dich und memento mori.“

(Wichtige Erfindung) Die Lösung
ↄ Problems, den Bahnkorper elektrisch zu beleuchten,
arf nunmehr als gelungen betrachtet werden. Nach
ingjährigen Versüchen haben nämlich die Herren
zedlacek in Leoben und Schuckert in Nürnberg nicht
ur eine elektrische Lampe gebaut, welche, vorn an
er Lokomotive an Stelle der gewöhnlichen Petro—
umlampen angebracht, den fuͤrchterlichen Stößen
r Maschine Widerstand leistet, sondern auch eine
eine, oben auf dem Kessel befestigte Dampfma—
ne ersonnen, welche mittelst eines elektrischen Motors
e Lampe speist. Die Anbringung dieser Dampf⸗
aschine war deßhalb nöthig, weil der Hauptme—
anismus der Lokomotive in der Nähe der Stati⸗
nen langsamer arbeitet, und auf denselben ganz
ill steht. Die Lampe würde somit gerade an den
tellen zu leuchten aufhören, wo man ihrer am
eisten bedarf. Die Sedlacek'sche Lampe beleuchtet
je Strecke vor der Lokomotive auf eine Entfernung
on 1000 Metern, und zwar tageshell. In Ver—⸗
indung mit den jetzigen, rasch wirkenden Bremsen
cmoglicht sie es somit, jeden Zug auch in der Nacht
chtzeitig zum Stillstand zu bringen.
p(Einegefährlische Mitarb eiterin.)
zacher Masoch, der Redakteur der internakionalen
lebue „Auf der Höhe,“ steht im Begriff, sich mit
nem Major Harder, dem Gatten einer Mitarbei⸗
rxin der obengenaunten Revue, zu schlagen und
war, komisch aber wahr, wegen ein, paar Kürzungen,
ze sich die Redaktion in einem Artikel der Frau
arder erlaubt hat.

(Fatal.) Ein eben zum Major ernannter
fizier der Linien⸗Infanterie war jüngst nach der
auptstadt gekommen, um sich hier, wie es üblich
vbei dem Kriegsherrn in seiner neuen Charge
ersönlich zu melden. Trotz der ungünstigen
ditterung zog es der Herr Major vor, statt seine
eue Würde mit einem Paletot zu verhüllen, in
er Stabsoffizier-Uniform auf den Straßen der

cesisdenz zu Ppromeniren. BVei Gelegenheit eiter
olchen Zuͤrschaustellung seines neuen Ranges be⸗
segnete ihm eines Tages auf der andern Straßen⸗
ile ein junger Cavallerie-Offizier, der, in einen
zaletot gehülli, derartig in Gedanken versunken war,
aß er den neuen Oberstwachtmeister gar nicht be⸗
nerkte und auch dessen Gruß daher nicht erwiederte.
rief verletzt über die ihm und seiner Würde wider⸗
ahtene Kränkung eilte der Herr Major über den
jaͤhrdamm, dem nichtsahnenden jungen Cavallerie-⸗
— ———
ufend: „Herr Kamerad, auf ein Wort!“ Der
Angerufene wendet sich, höflich grüßend, zu ihm.
Heer Kamerad, ich habe mir erlaubt, Sie zu
ruͤßen, ohne aber pon Ihnen einen Gegengruß zu
rhalten. Ich bin der Major S. und bitte um
zhren Namen.“ Der junge Cabvallerie-Officier
at, wie ein Berliner Blatt erzählt, höflichst um
zerzeihung, ex habe den Herrn Major wirklich
icht gesehen und bedauere aufrichtig seine schein⸗
are Unhöflichkeit. „Ich bitte aber um ihren
ddamen,“ wiederholte der Major. Mein Name
at wirklich mit der Sache nichts zu thun, Herr
—
neit der junge Offizier, „ich bitte ja wiederholt,
geine Unaufmerksamkeit entschuldigen zu wollen.“
Und doch muß ich dringend darum bitten!“ Der⸗
rtig in die Enge getrieben, sagte endlich der junge
Afftzier: „Ich bin der Oberstlieutenant Prinz
xVCommandeur des .... Regiments.“
-prachs und ließ, verbindlich grüßend, den
»errn Major verblüfft stehen.

GEin kolossaler Rausch.) Von dem
ttitlergut St. bei Berlin führt ein Wagen jeden
Norgen die Milch den betreffenden Milchpächtern
zer Hauptstadt zu. Am Mittwoch srüh erschien der
dutscher bei seinen Abnehmern ohne Milch. Der
zrund, den er dafür angab, war ein höchst erstaun⸗
icher, vielleicht noch nie dagewesener. Seit Dienstag
Jormittag waren numlich sammtliche Kühe des Gutes
es souen über hundert Stück sein — total be⸗
runken. Man hatte nämlich aus Versehen statt
es Wasserhahnes einen daneben befindlichen Spiri⸗
usbottich aufgedreht und circa 150 Liter Spriritus
gdie Tranktonnen laufen lassen. Den Kühen
nundete das Feuerwasser vortrefflich, binnen kurzem
atten sie sich sämmtlich einen gehörigen Rausch ge⸗
nuft und waren so kreuzfidel, daß sich ihnen nie—
nand nahen konnte, um sie zu melken. Den Lärm,
zen über hundert betrunkene Kühe anstifteten, kann
nan sich leicht vorstellen.

Ger Winterkommt) Pelzwaarenhändler
owie die übrigen mit Winterartikeln handelnden
daufleute werden die Mittheilung der Seewarte
nit Freuden begrüßen, daß der Eintritt einer der
ahreszeit entsprechenden Temperatur bedorsteht.
Lie übrigen Holz und Kohlen konsumirenden Men⸗
henkinder dürften an dieser Prophezeihung weniger
Zefallen finden.

4 Ein Lehrer hatte, wie es ja eben nicht selten
„orkommt, 100 Knaben in seiner Klasse. „Ich
hundere mich,“ äußerte Jemand, „wie Sie mit
en 100 Bengeln fertig werden.“ — „O,“ er—
viderte der Lehrer, mit den Bengeln geht es ganz
jut, aber die 200 Alten, die dazu gehoren, machen
nir das Leben sauer.“

FEchweizerische „siamesische“ Zwillinge.) Im
ranton Bern wurde, wie das „Correspondenzblatt
ir Schweizer Aerzte“ mittheilt, im Juni dieses
Fahres ein neues Paar „siamesischer Zwillinge“
eboren. Beide Kinder sind weiblichen Geschlechts
ind durch einen breiten Stiel von ca. 8 Centi⸗
neter Lunge und 25 Centimeter Umfang mit ein⸗
inder verbunden. Es besteht nur ein gemeinschaft⸗
icher Nabel. Die Geburt verlief trotz der er⸗
chwerenden Umstände spontan und rasch. Die
dinder waren gut entwickelt und wogen, 3 Tage
lt, zusammen nicht weniger als sieben Kilo. Leider
onnie die Mutter die Kinder, welche Adele und
Narie heißen, nicht selbst nähren, sie erhielten da—
jer Kuhmilch und blieben in ihrer weiteren Ent⸗
vickelung zurück. Ende Juli litt Adele an erheb⸗
ichen Verdauungsstörungen und sah elender aus,
ils die eines verhältnißmäßigen Wohlbefindens sich
rfteuende Marie, welche nach Angabe der Mutter
ift gut schlief, während ihre von Bauchschmerzen
jeplagte Schwester schrie. Sobald sie einigermaßen
erstarit sein werden, soll ihre von der Mutter ge⸗

zuͤnschte Trennung vollzogen — eine gefährliche
Dperation, der das eine von beiden Geschwistern
eicht zum Opfer fallen könnte, vielleicht auch Beide.

(Rettung französischer Seeleute

durhern predsisches Schip s.Ver „Gauidis
veldet: „Am 26. morgens sind 18 Personen von
der Bemannung des französischen Dampfers „Oncle
Felix“ in Plymouth angekommen. Das Schiff ist
an der englischen Küste gescheitert, die Bemannung
iber durch die heroischen Bemühungen des preußi—
schen Schiffes „Mikado“ gerettet worden.

— Aus England und Frankreich liegen eine ganze
Reihe von Berichten über Unglücksfälle zur See in
Folge des Sturmes am 26. ds. Mts. vor. Drei
zroße Dampfer sind untergegangen, wobei etwa 50
Personen ihr Leben verloren.

— Baron Gustav von Rothschild hat, wie der
„Figaro“ berichtet, zu Chantilly vom Domänen⸗
iscus ein tausend Hectaren großes Grundstück, auf
dem er sich ein Schloß zu bauen gedenkt, um den
Preis von fünf Millionen Francs gekauft.

In London fand vor einigen Tagen die
Trauung des Pächters Joseph Halley mit der Wittwe
kFlisa Wells statt. Beide Brauileute haben dos 75.
Lebensjahr überschritten; sie waren vor mehr als
fünfzig Jahren miteinander verlobt gewesen, als
der Wille der Eltern sie zwang, andere Verbin⸗
»ungen einzugehen. Jetzt, wo Beide verwitwet,
jaben sie den Herzensbund am Altare besiegelt.
das Brautpaar legte zu der Ceremonie Costüme
in, wie man sie vor einem halben Jahrhundert ge,
tragen, als Erinnerung an die Zeit ihrer erste
diebe. v

Sterbfälle.

Gestorben: in Duden hofen der Bürgermeister
Johannes Holdermann, 57 J. a.; in Kai—
erslautern Louise Schuck, 6 J. a.; in
Zweibrücken Friedr. Wilh. Wirth, Tapezierer,
38 J. a.; in Landau Maria Philippina, 184
J. a. Tochter von Jeaan Weitlauff; in Bins—
hof bei Speyer Abraham Horrer, 48 J. a.

Dienstesnach richten.

Versetzt wurde vom 1. Dezember ab der funktionirende
zchaffner Ludwig Hauber von Ludwighafen nach Zwei⸗
zrücken.

Die Lehrerstelle fur neue Sprachen an der Realschule
Nuruberg wurde Reallehrer Stiefel in Landau auf
Ansuchen übertragen, der Lehrer für neue Sprachen an der
stealschule Kaiserslautern Ridt halerr auf ein Jahr in
Kuhefland verjetzt, statt desfsen der Anstalt ein Assiftent bei-⸗
egeben und diese Funktion dem Candidaten Karg von
Wurzburg übertragen.

Die Sielle eines funktion. Zahlmeisters bei der königl.
reiskasse der Pfalz wurde dem kgl. Offiziante n Friedrich
Bilardone verliehen.

Als Aufzugstermin wurde der 16. Dezember nächsthin
bestimmt, dea Pfarrern Feigel in Walsheim, Ma⸗
1h s us in Mußbach und Fertisch in Bosenbach. Zu⸗
eich wurde mit Wirkung vom selbigen Tage ütertragen:
je Verwesung der Pfarrei Altenlirchen dem Privatvicar
D. Müller in Neunkirchen; das Privatvicariat in Neun⸗
irchen dem Candidaten Joh. Stilgenbauer von
dochspeyer; das Stadtvicariat in Ludwigshafen dem stän⸗
igen Vicare J. Knecht in Erfenbach; das ständige Vi—
ariat Erfenbach dem Candidaten Ernst D'Alleur von
sitleiningen dermalen in Albersweiler und das Privat⸗
icariat in Rumbach mit den Befugnissen eines Pfarrver⸗
vesers dem Candidaten Jacob Kreiselmaiser von
stuchheim.

Marktberichte.

Homburg, 80. November. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
licmartt.) Weizen 12 M. 30 Pf. Korn 9 M. 78 Pf.
Spelztern — M. — Pf. Epelz 0 M. Pf., Gerste
reihige — M. — Pl. Gerste 4reihige 8 M. 22 Pf.,
daser7 M. 84 Pf. Mischfrucht 10 M. 21 Pf., Erbsen
n. — Pf., Wichen 6 M. 50 Pf., Bohnen 0M.
— pfi, Kieesamen — M. — pf, Kornbrod 6 Pfund
— pᷣf Gemijchtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
tindfieisch 40 Pf. Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf,
Schweinefleisch d0 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 6 Pf.
dartoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pf.

Landstuhl, 28. November. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗
ualienmartt) Weizen — M. — Pf, Korn 9. M70Pf.
zpelz — M. — pf. Hafer 7 Mk. 78 Pf., Gerste 9 M.
APf. Widen — M. — Pf. Erbien — M. — Pf.
zinsen — M. — Pf., stleesamen — M. — Pf., Kartoffeln
er Ztr. 1M. 40 Pf. Kornbrod 6 Pfd. 80 Pf., Weis⸗
rode3 Pfd. — Pf., Gem. Brod3 Pfo. — Pf. Butter
der Pfd. 1M. Eier per Dutzend 84 Pf.
Fur die Redaltion verantwortlich F. XR. Deme tz.
Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen daen
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Wiese im Allment u. Plan⸗Nr. — *EC.
Ad. 17 470 qm Wiese allda. ** J Ger. Kieler Bücklinge
St. Ingbert, 28. Nov. 1881. per Kiste 45 Stüd enthaltend, ca. 10 Pfd.
Der Amtsberweser des kgl. Notars —— 6 Ki l Pfd. schwer, nur 3 Mk. 50 Pf
Sauer er. Kieler Sprotten
A. Wiest. — —
Bekanntmach ung. — gegen Radhnahme oder Einsendung des Betrages
Die an die Stadt-Einnehmerei ge⸗ 0 . II. IXIX IIAn Perg
schuldeten Gelder sind während des N. B. Agenten werden gesucht.
Monates Dezember zu bezahlen. Nach
Ablauf dieser Frist erfolgt die zwangs—
weise Beitreibung.
St. Ingbert, 30. November —1881.
— Alt, Stadt⸗Einnehmer.
(affs Oberhauser.
Samstag Abend:
Munch'ner Bock.“

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Trunksucht.

Das mir zur Aufgabe gestellte Ziel, den
ielseitigen marktschreierischen, nur auf Täu⸗
chung begründeten Anpreisungen von Mitte ln
ur Rettung von Trunksucht endlich zu be—
egnen, ist insofern vollständig erreicht, als
5 mich in der Lage befinde, ein neu erfun⸗
enes, bon höchsten medizinischen Celebritäten
merkanntes, vollstän'ig untrügliches, radi⸗
ales, wie auch unschädliches Heilmittel in's
deben gerufen zu haben, was zur Beseitigung
zieses furchtbaren Lasters ausreichend, und
zie Bekümmerniß der, oft hierdurch in Mit⸗
eidenschaft gezogenen Familienbande gänzlich
zuu heben, maßgeblich ist.

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von Schnappbach gemachte
Aussage nehme ich hiermit als un⸗—

wahr zurück.

Schnappbach, 29. Nov. 1881.
Franz Arnu, Glasmacher.
Gerr Abend kam der Unterzeich⸗

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Eigenthümer kann dieselbe gegen Be—
zahlung der JInserationsgebühr in Em—
pfang nehmen.
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neben dem Schulhause im Josephsthal.

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1. gegen Magenleiden, Magenschwäche
Magenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
Diarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmer?
c, 2agegen Husten, Catarrh, Catarrhal⸗
ieber, Vrustverschleimung ꝛc,. 8. gegen
Sicht, Rheumalismus, Steifigkeit der Ge—
senke 2c; altbewährte tausendfach erprobte
Zausmitiel, (die in keiner Familie fehlen
oͤllten) von denen man viele mit ge⸗
ringen Kosten selbst bereiten kann“
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
ückantwort einsenden, kostenfrei mit.
B. Veckrte, Seesen⸗-Braunschwe ig.

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der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unter haltungs
latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 60 4, einschließlich
0 ⸗ Zustellungsgeblͤhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und solchen,

auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1Ibß H, bei Reclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 202.

Sonntag, 4. Dezember 881

16. Jahrg.

Politische Uebersicht.

Redner der äußersten Linken u. A. Folgendes: Es
ei niemals die Rede davon gewesen, daß Frankreich
ẽnglands Beispiel nachahmen wolle; die Politik,
belche seine Regierung befolge, sei blos defensiver
Art; wenn etwas zu erreichen sei, so sei es die
Ausdehnung des Ackerbaues und Industrie, denn
rrankreich dürfe niemals die Pflicht, die Größe der
station zu entwickeln, aus dem Auge verlieren.
Eine Petersburger Depesche des „Berl.
Tagebl.“ meldet: Ein vorläufig noch vollkommen
inderbürgtes Gerücht, welches die Stadt durcheilt,
vill von einem auf den Großfürsten Wladimir ver⸗
uchten Attentat wissen, unter dem Hinzufügen,
ie Regierung hätte alle möglichen Vorkehrungen
jetroffen, daß dies Gerücht nicht in die Oeffentlich—
eit dringe. Es scheint fast, als ob das Gerücht
iur eines der vielen Auswüchse der jetzt hier herr—
henden Stimmung und Klatscherei sei.

hnen im verflossenen Jahre gestellten Antrag ent⸗
prochen. Wenn auch die allgemeinen Verhaltnisse
zuf dem Gebiete der Gewerbsthätigkeit, der Indu⸗
rie und des Handels, unterstützt durch ein der
dandwirthschast mit Einfluß des Weinbaues gunstiges
Jahr, sich wesentlich gebessert haben, so dürfte doch
die weitere Verfolgung des einnal angeregten Ge⸗
ankens umsomehr zu empfehlen sein, als das in
Aussicht genommene Institut nicht allein in der
hegenwart, sondern auf eine längere Zukunft hinaus
u wirken bestimmt ist. ... Den auf die Reor⸗
janisation des pfälzischen Brandversiche rungs⸗
vesens bezüglichen Antrag der vorigen Landraths—
ersammlung hai die kgl. Kreisregierung in einge⸗
hende Erwägung gezogen. Auf Grund derselben
ind in Uebereinstimmung mit einem vom königl.
Ztaatsministerium des Innern herabgelangten Gut—
aichten der kgl. Brandversicherungskammer in München
hat sich die Kreisregierung vorerst nicht in der Lage
sesehen, einen der Bitte des Landrathes entsprechen⸗
en Antrag an die höchste Stelle vorzubereiten.

Deutsches Reich.

Bayerischer Landtag. Bei der Berathung
s Forstetats ergriff auch unser Abgeordneter Hr.
yberlandesgerichtsrath Heinrich Hessert von
weibrücken das Wort. Herr Hessert schilderte die
hlimme Lage der Kommunalföorster in der
Ffalz gegenüber den betreffenden Forstbediensteten
m jenseiligen Bayern; er hält Abhülfe in dieser
eziehung für dringend geboten. In einem Staate,
adem seit 60 Jahren Gleichheit vor dem Gesetz
alte, sollten derartige Ungleichheiten nicht vor—⸗
mmen. Schließlich empfahl er diese Angelegen⸗
eit der wohlwollenden Prüfung der Regierung. —
———
ommenden Dienstag anberaumt. Gegenüber
em Geschäftsgang im Reichstag nimmt sich der—
enige unseres baher. Landtages geradezu schnecken⸗
aft aus.

Reichsrath Graf v. Seinsheim als Referent
es Finanzausschusses der Reichsrathskammer über
en Malzaufschlag geht noch etwas weiter als
ie Mehrheit der Abgeordnetenkammer: er will näm⸗
ich statt des in den letzten 2 Jahren auf 6 M.
om Hektoliter erhöhten Malzaufschlags nur eine
frhöhung von 5 M. und zwar vorerst auch nur
ür die ersten drei Monate des Jahres 1882 be—
illigen; ob diese Erhöhung auf 5 M. auch für
ie ganze 16. Finanzperiode gelten soll, daß solle
päter durch das Finanzgesetz festgestellt werden.

München, 2. Dez. Das k. Justizministerium
at Veranlassung genommen, die Vormundschafts-
ehörden darauf hinzuweisen, daß die Frist, inner⸗
aib welcher die vor dem 1. Oktober Ifd. Irs.
usgegebenen ausländischen Werthpapiere zur Ab⸗
empelung gegen Entrichtung einer ermäßigten fixen
Ibgabe vorgelegt werden können, mit dem 29.
dezember Ifd. Irs. endet und hieran anzufügen,
zaß es sich empfehlen wird, die Vormünder und
Vfleger durch entsprechende Ausschreiben in den
ezüglichen amtlichen Schreiben darauf aufmerksam
u machen und sie zur Wahrung der desfallsigen
Interessen ihrer Pfleglinge aufzufordern.

GEifenbahnkonferenzen.) Zur Zeit fin⸗
den in München zwischen den Vertretern der
zrößeren deutschen Bahnen Besprechungen statt.
Wie es heißt, handelt es sich dabei hauptsächlich
im die im nächsten Jahre erfolgende Eröffnung der
zt. Gotthardtbahn.

Berlin, 1. Dez. Der Reichstag hat heute die
ür den Volkswirthschaftsrath geforderte
Zumme, trotz der Befürwortung des Fürsten Bis—
marck, wieder abgelehnt mit 169 gegen 83 Stim⸗
nen. Das halbe Centrum, die Polen und alle
iheralen Gruppen stimmten dagegen.

Berlin. Nach der „Post“ sind auf Grund
jes Sozialistengesetzes ausgewiesen: aus Berlin
164, aus Hamburg, Altona und Umgegend 215,
us Leipzig und Umgegend 69 Personen. Davon
jaben die Erlaubniß zur Rückkehr erhalten: nach
herlin, 19, nach Hamburg 23, nach Leipzig 1
Herson. Von den aus Berlin ausgewiesenen Per⸗
onen sind außerdem 2 verstorben.

Ausland.

Wien, 1. Dez. Cardinal Hohenlohe, welcher
orgestern hier eingetroffen ist, machte gestern dem
Erzherzog Carl Ludwig, dem Erzbischof Ganglbauer
ind dem Nuntius Vanutelli Besuche.

Paris, 1. Dez. Die Deputirtenkammer
zewilligte heute die tunesischen Kredite mit 400
zegen 32 Stimmen Gambetta entgeanete einem

Lokale und pfälzische Nachrichten.

* St. Ingbert, 3. Dezbr. Heute Morgen
uim 9 Uhr hatte in der öffentlichen Sitzung des
igl. Amtsgerichts dahier die Ausloosung der für
e Zeit vom 1. Januar bis 81. Dezember 1882
Jewaͤhlten Hauptschöffen statt, und wurden folgende
Herren der Reihe nach aus der Urne gezogen:

1) Fischer Herrmann, Kaufmann, St. Ingbert.
Karren Heinrich, Ackerer u. Adjunkt, Ensheim.
3) Martin Joh. Baptist, Pulverfabrikant St.

Ingbert

Hellenthal Johann, Müller, St. Ingbert.
R Schreiber Joh. Andreas, Ingenieur,,

6) Würz Jakob, Ackerer u. Adjunkt, Rohrbach

Ehresmann Joh., Gutsverwalter, Eschringen.

8) Hary Andreas, Bäcker, Ommersheim.

9) Glaser Jakob, Wirth, Rohrbbch
0) NRuchheit Ludwiag, Schmied u. Wirth, Hecken⸗

dalheim.
12) Siegwart Ludwig, Wirth, Schnappbach.
2) Fries Heinrich, Gastwirth, Ensheim.
18) Hoffmann Joh. Jos., Wirth, Ommersheim.
14) Friedrich Johann, Kaufmann, St. Ingbert.
15) Greß Peter, Bäcker und Adjunkt,

* St. Ingbert, 83. Dez. Von geschätzter
Seite wird uns mitgetheilt, daß der Stadtrath in
einer gestrigen Sitzung beschloß, die in letzter Zeit
o viel besprochene Hausersteuerrevision zu beantra⸗
jen. In derselben Sitzung wurde Herr Peter
zreß, II. Adjunkt, in den Gewerbesteuer-Aus⸗
chuß gewählt und ferner die Gemeinderechnung
om Jahre 1880 und ein Gesuch des Herrn P.
Schmitt um Verleihung der Wirthschaftsconcession
jenehmigt.

— Speyer, 1. Dez. Heute Mittag wurde
ie diesjaäͤhrige Session des Landraths durch
Ze. Exc. Herrn Regierungspräsidenten v. Braun
nit einer Rede eröffnet, aus welcher wir vorläufig
olgende Stellen mittheilen: „Beklagenswerth isi es,
»aß dem allgemeinen Rufe nach Aufhebung der
*slementar⸗Foribildungsschulen folgend, auch solche
gemeinden den Werth dieser Schulen verkennen,
n welchen letztere sich als leistungsfähig und er—
vrießlich bewaͤhrt haben. Der Aufschwung des
handwerks ist durch den gewerblichen Unterricht
vesentlich bedingt, und ich betrachte es als eine
hesondere Aufgabe der Gewerb-Vereine, in Verbin—
vung mit den Gemeinden den vorhandenen Ge⸗
verbe⸗Fortbildungsschulen nicht nur den Bestand zu
ichern, sondern auch für deren allmähliche Weiter—
niwickelung Sorge zu tragen. ... Durch Aus—
irbeitung eines Statuts für ein pfälzisches Boden—
drediteFRIystitnt hat die Kreisregierung dem von

Pfaälzisches Schwurgericht.

Bei der am Montag, 5. Dez. l. J. beginnenden Schwur⸗
gerichtssesfion des 4. Huartals 1881 kommen nachstehende
Fälle zur Verhandlung: *

H) 'am 5. Dez. Morgens 9 Uhr: Anklage gegen Johann
Deffland, 413. a. Bergmunn in St. Ingbert, wegen
Förperverletzung mil todtlichem Erfolge. Die Unllage ver⸗
ritt J. Stgetsanwalt VPetri, Vertheidiger Rechtspraltikan⸗
Chormann.

2) Am 6. Dez., Morgens 9 Uhr; Knklage gegen Da⸗
niel Schlotthauer, 45 3. a, Tagner von Hültschen⸗
hausen, wegen Meineids. Die Anklage vertritt 2. Staats⸗
nwall Dr. Krell, Vertheidiger Rechtspraktikant Fleischmann.

8) Am 7. Dez., Morgens 9 Uhr: Anklage gegen Mi⸗

chael Orth, 26 J. a., Barbier und Schneider von
Schweigen, wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit. Die
Anklage vertriti 1. s taatsanwalt Petri, Vertbeidiger Rechts⸗
anwali Gebhart.
HM Am J. Dez, Nachmittags 8 Uhr: Anklage gegen 1)
Beorg Magin; 19 3J. a., Sohn von Karl Joseph, 2)
Anton Graber, 19 J. a., Sohn von Joseph, beide Fa⸗
hrikarbeiter von Eppstein, wegen Korperverletzung mit nach⸗
gefolgtem Tode. Die Anklage vertritt 1. Stagtsanwali
Hetri, Vertheidiger 1) Rechtsanwalt Gebhart, 2) Rechtsan⸗
walt Schmidt. F—

5) Am 8. Dez., Morgens 9 Uhr: Anklage gegen Jalob
Leb'eck, 53 J. a., Ackerer in Dietschweiler, wegen Brand⸗
ftiftung. Die Anklage vertritt 3. Staatsanwalt Wagner
Bertheidiger Rechtsprakt ilant Trie. —

6) Am 9. Dez., Morgens 9 Uhr? Anklage gegen Morit
Wasck, 21 J. a., Aderer von Erchingen (Lothringen),
wegen Meineides. Die Anklage vertritt 8. Staatsanwal⸗
W'agnet, Vertheidiger Rechtspraktikant Schud.

7) Am 10. Dez. Morgers 9 Uhr: Anklage gegen Jo⸗
hann Geiß, 18 J. a. Schuster von Pirmasens, wegen
Todtschlagsve rsuchs. Die Anklage vertriit 2. Staatsanwali
Dr. Krell, Vertheidiger Rechts praktikant Gustav Lilier.

8) Am 10. Dez. Nachmittags 3 Uhr: 1) Anklage gegen
Heinrich Lebrecht, 36 J. a., Leinwandhändler aus
Äppach, zuletzt in Pirmasens, wegen betrügerischen und ein⸗
fachen Banquerotts, 2) dessen Ehefrau Ida Sommer,
wegen Beihulfe zum betrügerischen Banquerott. Die An⸗
klage vertritt 2. Staatsanwalt Dr. Krell. Vertheidiger für
beide Rechtsanwalt Schmidt.

9) Am 12. Dez., Morgens 9 Uhr: Anklage gegen l
Johann Georg Hillengaß, 33 J. a., von Auerbach
sin Baden), in Karlsruhe wohnhaft, wegen Meineides, 2)
Beorg Käuffer, 37 J. a., Tuncher von Kandel, wegen
Meineides und Anstiftung hierzu. Die Anklage vertritt 1.
Staatsanwalt Petri, Vertheidiger 1) Rechtspraktikant Chor⸗
mann, 2) Rechtsanwalt Konig.

10) Am 183. Dez., Nachmittags 8 Uhr: Anklage gegen
Ludwig Conrad, 30 J, a., Mufikam von Rehweiler,
vegen Verbrechens wider die Sittlichkeit. Die Anklage ver—
di b Staatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtspraktikant
cchuck.
Vermischtes.
F(GUnheimliche Sendung.) Einem Apo—
eker in Rorhin murde Montaa durch die Posf

——
— MA
        <pb n="786" />
        eine mittelgroße neue Holzkiste, welche mit Draht⸗
ttiften vernagelt war, vom Postboten überbracht.
Da der Name des Absenders dem Apotheker völlig
unbekannt war, so verweigerte dieser anfangs die
Annahme der Kiste. Schließlich öffnete er jedoch
dieselbe und fand zu seinem Entsetzen darin eine
dereits in Verwesung übergegangene Kindsleiche,
in Zeitungspapier eingewickelt. Der Absender ist
hisher nicht ermittelt.

Bezirksrichterswitiwe Louise Ho semann, geb.
Stoll, 71 J. a.; in Zweibrücken Schneider⸗
meister Georg Schmeltzer, 60 J. a.

zöfliche, in Rücksicht auf unsere Leser, nicht geber
vollen, ke in er Antwort. Sind wir doch so schon
herrn Pecheur nicht höflich genug. Uebrigen
cheint derselbe von Hoflichkeit besondere Begrif—
zu haben. Von welcher Art seine Höflichkeit gege
mns ist, bewiesen uns schon mehrfach Anspielunge,
in Briefkasten der „St. Ingberter Zig.“ und sei
zudringliches und tacktloses Ansuchen, das er am
30. Sept. abhin in Betreff einer Annonce der
—A———
war, durch seinen Drucker an uns stellte, in Folg
dessen wir ihm unser Blatt als Tauschexemplar niqh
nehr zusandten.

Briefkasten der Redaktion.

Auf unsere Erklärung in Nr. 200 des „An⸗
jeigers“ sieht sich die Redaktion der „St. Ingberter
Zeitung“ veranlaßt, in Nr. 88 ihres Blattes ihre
frühere Behauptung hinsichtlich der Person des
Redakteurs unseres Blattes zu berichtigen. Die
verschiedenen hämischen Bemerkungen, die Herr
Pecheur gegen unsere Person in diese Berichtigung
nit einfließen läßt, würdigen wir, da wir eine
höfliche Antwort bierauf nicht haben und eine un—

Siterbfaälle.
Gestorben: in Einselthum Jak. Ermarth
J. 65 J. a.; in Deidesheim Guätshesizzer

Simon Hirsch, 70 J. a.; in Landau die

Radaktion verantwortlich F. X. Demetz.
zu Weihnachtsgeschenker
mpfehle ich
—C
VPelzwaaren:
zu äußerst billigen Preisen, als:
l Bisam⸗Muff Mk. 7.
Boa * 7.7
schwarze Hasen⸗Garnitur 10.50
Kongs-⸗- 20.
echtet Affen⸗Muff 13.
feine Iltis-Garnitur 55.
echter Zobel-Muff mit Boa 115.-
Kragen 110.
Hermann Jischer.

——ekauntmachung.
Es wird hiemit zur Kenntniß gebracht, daß der k. Kassier Joseph Huber
am 26. November i. Is. seinen Dienst bei dem k. Bergamte St. Ingbert
angetreten hat.
Ngl. General⸗Bergwerks⸗ und Solhexr adminisnations Commisfion,
en
l. Oberberg⸗ u. Salinen⸗Assessor.

J —M J — —

LKriogoer- Jereineo

vVolzversteigerung

aus Siaatswaldungen des k. Forstreviers
St. Ingbert.

Montag, den 19. Dezbr. 1881,

Vormittags 10 Uhr im Saale des

drn. Oberhauser zu St. Ingbert.

Schlag zuf. Ergebnisse u. Materialrest

97 eichene Wagnerstangen 2. Kl.
97 eichene Rollprügel 2. Kl.
32 Ster buchen Scheitholz 2. Kl.
428, F „anbr.
26 „eichen „ästig.
24, birken „äöstig.
244 , verschiedene Prügel und
Krappenhölzer
St. Ingbert, 30. Novbr. 1881
Graf,
kal. Oberförster.
Caffee und Thee—
Erport⸗Geschäft
von
W. Meinecke, HZamburg
bersendet franeo Zoll und Porto
un ter Nachnahme von 5 Kilo an:
Rohen Caffee, als
hochf. Ceylon, Java, Menado, Perl

.p. Ko. 120 Pf.,
ff. Java, Ceylon, Portyvrico p. Ko.
uüg vs

r Laguayra, Costarico i
*

ff. Jamaica, —XX —
J 105 f.,

ff. Santos p. 2 Ko. 100 Pf.,
reinschm. Rio u. Santos p. Ko.
90 Pf.

Für Caffees, welche ich liefere, leiste
Barantie, daß selbe nicht appretirt
und gefärbt sind.

Chines. Thee, neueste Ernte,
empfehle in reinschm. bis hochf. Qualität
p. s Ko. von A I. 60 -M4. 80.

f. Vanille p. Stange 10 pf.
als Beipackung in beliebigen Ouantitäten.

In Folge guter Caffee⸗Ernte liefere
dieselben noch besser, wie im vor. Jahr.
Bei Abnahme von 50 Ko. an ist der
Preis von sämmtl. Sorten Caffee p.
3 Ko. 6 Vi. billiger.

Gummirte
Packet⸗ Ziegelmarken
in Schwarz⸗, Gold- und Farbendruck,

werden angefertigt kei

des Landwehrbezirks Zweibrücken.

Sonntag, den 1II. Dezember, Nachmittags 2 Uhr findet zu St.
Ingbert im Horft'schen Saaie
* F

dio 2. Bezirksversammlung

statt, wozu alle Vereine des Landwehrbezirks Zweibrücken hiermit eingeladen werden.
Die Bezirks-Obmänner
— Moluk.

—AX——
hochfeinster Oualität
—
70

r dio boekannto
ibernehmen wir fortwährend FIachs, Hauf und Abwerg zum
Spimmen und Webem unter Zusicherung bester Bedienung
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die Fabrik nnd berechnet für den Schneller von 12 Meter
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
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vlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blait kostet viertelijährlich 146 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 A, einschließlick

10 HZustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 , bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 203.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
Muünchen. Der Verwaltungsgerichtshof hat
genden Entscheid publizirt. Der Einspruch einer
zemeinde gegen die Ausstellung des Vereheli—
hungszeugnisses nach Maßgabe des Art.
36, Äbs. 1, Ziffer 83 des Gesetzes über Heimath,
VBerehelichung ꝛc. vom 16. Mai 1868 bezw. vom
23. Februar 1872 ist auch dann zulässig, wenn die
ewährte Armenunterstützung zurückerstattet de

(N. C.

Berlin, 4. Dez. Bei Minister v. Puttkamer
var gestern ein parlamentarisches Diner, welches
Jauptfächlich von Conservativen besucht war; natür⸗
lich war auch Stöcker anwesend; ferner die National-
iberalen Buhl und v. Benda sowie die Minister v.
ameke, Bitter und v. Bötticher und Staatssekretär
Scholz.

Berlin, 8. Dez. Am Sonntag Mittag soll
das Präsidium des Reichstags von dem Kaiser
empfangen werden. Nach der „Kreuzzeitung“ hat
der Vizepräsident Freiherr von Franckenstein von
Ullstadt aus telegraphisch sein Eintreffen zugesichert.

Berlin, 3. Dez. (Reichstag.) Berathung
—XDD
der Budgetkommission tritt für weitere Ermäßigung
der Gerichtskosten ein. Der Staatssekretär
Schelling konstatirt, der Bundesrath halte die Re—
dision des Gerichtskostengesetzes keineswegs mit der
diesjährigen Novelle für abgeschlossen. In dieser
Session werde allerdings eine Vorlage wegen weiterer
Ermäßigung nicht erfolgen. Windthorst tritt für
schleunigste Reorganisation ein. Hartmann spricht
in gleichem Sinne, da die heutige Höhe dem min—
der Bemittelten unmöglich mache, sein Recht zu
jsuchen. Das Rechtsbewußtsein werde im Volk da—
durch geschädigt. Auch Gerwig spricht sich für
schleinige Ermaͤßigung der Gerichtskosten aus, des—
gleichen Schröder (Friedberg) und Payer (Württ.)
Payer wünscht außerdem auch eine neue Militär—
Prozeßordnung. In dieser sei das Bedürfniß der
Umgestaltung am größten. Der Staatssekretär
Schelling ist nicht in der Lage, auf die letztere
Frage einzugehen, denn weder das Justizamt noch
der Bundesrath habe sich mit derselben zu befassen
gehabt. Der Militär-Kommissär des Bundesrathes
fügt dem hinzu: Die neue Militär-Prozeßordnung
ist über das Stadium einer komissarischen Vorbe—
rathung noch nicht hinaus. Eine materielle Dis⸗
kussion sei deshalb nicht am Platze. Sonnemann
regt darauf die Reform der Actien-Gesetzgebung an,
unter Hinweis auf die Vorbilder der englischen
und französischen Gesetze. Der Staatssekretär er—
kennt die Dringlichkeit der Aufgabe an; sie sei
übrigens vom Justizamte nie außer Augen gelassen
worden. Die Vorarbeiten seien schon so weit ge—
diehen, daß eine schleunige Förderung zu erhoffen
sei. Die englischen Vorbilder habe die Regierung
dabei berücksichtigt. An der weiteren Debatte nahm
u. A. auch Oechselhäuser, Theil, der alle Actien-Ge—
rellschaften abgeschafft wissen will. Eysold (Sachsen)
ragt, ob die Arbeiten vom Civil-Gesetzbuch bald
zeendet seien. Der Staatssekretär Schelling ist nicht
in der Lage, Aufschluß geben zu können; indessen
sei das schwierigste Stadium der Vorarbeiten über—
wunden. Lastker vertheidigt die Actien-Gesellschaften
gegen die Angriffe von Perrot und Oechselhäuser.
Ein solches Vorgehen würde eine wesentliche, be—
deutungsvolle Creditform beseitigen und damit eine
wirthschaftlich schwere Schädigung herbeiführen.
Lohren wünscht eine Reform dves Actien⸗-Gesetzes

Montag, 5. Dezember 1881.

16. Jahrg.

insbesondere eine Heranziehung der Actien-Gesell⸗
chaften zu Ausgaben der Gemeinden sowie für eine
soziale Besserstellung der Arbeiter.

Dem Bundesrath ist der Gesetzentwurf, be⸗
treffend die Erhebung einer Berufsstatistik und die
Vornahme der Viehzählung im Jahre 1882 zu⸗
gegangen.

Dem Fürsten Bismarck wurde vom „Verein
eutscher Gastwirthe“ folgendes Telegramm zuge—
endet: „Der Verein der deutschen Gastwirthe, ver⸗
ammelt. im „Hotel de Rome“, sendet dem Schlosser⸗
neister, der es verstanden hat, den Kyffhäuser zu
zffnen, ein herzliches dreifaches Hoch.“ — Darauf
rhielt der Verein folgende Antwort: „Ich danke
vperbindlichst für die Meinung und hoffe, daß das
Schloß nicht wiederum verdreht wird. von Bis⸗
marck.“

her Redakteur der „Pfälz. Lehrerzeitung“ und steht
nun voraussichtlich ein Wechsel in der Redaktion
derselben bevor.
2* Dürkheim, 3. Dez. Gute Aussich—
Ln)) Nach alter Winzer-Regel bedeutet das Blühen
der Nießwurz, auch Christblume genannt, einen
guten Herbst für das kommende Jahr. Gegen⸗
wärtig ist in unseren Curanlagen an der Fontaine
diese Pflanze in herrlichster Blüthe zu schauen
Moͤgen sich die an jene Ansicht geknüpften Hoff—
nungen voll und ganz erfüllen“!. (G. A.)
— In Heuchelheim stürzte vorigen Dienstag
Nachts 10 Uhr die Ehefrau des Ackerers Krämer
als sie am Schweinestall noch etwas zu thun hatte,
in das offenstehende Pfuhlloch und ertrank darin.
— Galgenhumor. In einem vorderpfäl-
ischen Kantonsorie verhaftete dieser Tage ein Poli—
seidiener einen Bettler aus Kusel, der sich mit fol—
genden Worten über seine Verhaftung erstaunte:
Gehen Sie als den hiesigen Lumpen nach und
lassen Sie fremde Leute in Ruhe!“ Vor den Herrn
Amtsrichter geführt und über seine Vorstrafen be—
ragt, erwiderte er: „Was für eine Frage! Ein
Steinhauer, wie ich einer bin, soll noch keine Strafen
jaben?“ Als ihm mit einer Ordnungsstrafe bei
ortgesetztem ungeziemenden Benehmen gedroht wurde,
entgegnete er dem Herrn Amtsrichter: .Thun Sie,
was Sie nicht lassen können!“ Da er den Bettel
nicht zugestand, sondern aus „langer, alter Freund—
schaft“ eine Gabe erhalten haben wollte, wurde er
bis zur schöffengerichtlichen Verhandlung in Nummer
Sicher gebracht. (Pf. Pr.)

Ausland.
Paris, 4. Dez. Gambetta gab gestern
Abend dem diplomatischen Corps das erste Diner,
dem sämmtliche Botschafter und Geschäftsträger bei⸗
vohnten. Der päpstliche Nuntius nahm als Doyen
den Ehrenplatz ein.

In und uͤber Rußland herrscht nach wie
vor die größte Unklarheit. Neben neuen Ver—
chwörungen u. s. w. verlautet wieder von dem Rück⸗
tritt Ignatjew's, der der Hofpartei und nament-
lich dem Einflusse der Zarin nicht widerstehen könne.

—
Lokale und pfälzische Nachrichten.
x St. In gbert, 5. Dez. Gestern feierte unsere
Znappschaft in der herkömmlichen Weise das Fesi
hrer Schutzpatronin, den Barbaratag. Zwischen
und 10 Uhr nahm die gesammte Knappschaft vor der
Wohnung des Hrn.kgl. Bergmeisters Aufstellung,
ann ging es unter den Klängen der Bergkapelle
um Gottesdienste in die beiden Kirchen.

* Heute Abend von 4 bis 7 Uhr ist, wenn die
Mondscheibe nicht durch Wolken verdedt ist, eine
heilweise Mondfinstern iß zu beobachten.

* Von der Strafkammer des kgl. Landgerichts
Zweibrücken wurde in der Sitzung vom 80.
stob. der 22jährige Skribent Friedrich Hohl von
zweibrücken wegen mehrerer Unterschlagungen zum
sachtheile der Firma A. u. B. Schuler, die im
hanzen die Summe von 465 M. 40 Pf. bezifferten,
u einer Gefängnißstrafe von 1 Jahre verurtheilt.
— Der Schmelzarbeiter Jakob L. von hier nud
essen Ehefrau Maria J., die vom Privatförster
F. S. am 7. Juli l. J. beim Holzfrevel betroffen
vurden, hatten sich wegen Widerstandes und Be⸗
eidigung zu verantworten und erhielt Ehemann L.
eine Gesammtgefängnißstrafe von 2 Monaten und
3 Tagen und seine Fran eine solche wegen Be—
reidigung von 8 Tagen. — Die Berufung zweier
Bergleuie von Altenwald gegen eine vom Schöffen-
jericht gegen sie wegen Mißhandlung eines Tagners
u Schnappbach ausgesprochenen Gefängnißstrafe von
2 Monaten wurde abgewiesen unter Verurtheilung
derselben in die Kosten der Berufungsinstanz.

— Auch in Pirmasens soll nun mit der
Gründung eines Vereins gegen Haus—
bettelei vorgegangen werden.

— Wie der „Pf. Volksztg.“ mitgetheilt wird,
joll demnächst in Kaiserslautern eine dritte
große Nähmaschinenfabrik errichtet werden.

— Lehrer Krebs von Weidenthal wurde
zum Rechner des pfälzischen Lehrerwaisenstifts und
Jes Kreissehrervereins gewöblt. Derselbe war bis—

Vermischtes.
Erhöhung der Eisenpreise. Die Saar⸗ und
Moselwerke haben in einer am 1. d. Mis. in
Saarbrücken abgehaltenen Versammlung be—
chlossen, die Preise ihrer Stabeisenfabrikate
»on diesem Tage an um 6 Mark ver Tonne zu
erhöhen.

FTrier, 30. Nov. Gestern Abend ereignete
ich nach der „Tr. Z.“ in einem Hause der Brücken⸗
traße ein beklagenswerther Unglücksfall. Ein
Knabe im Alter von 18 Monaten, Söhnchen des
Tabaksfabrikanten Herrn N., sst die Haustreppe
sinabgestürzt und auf der Stelle todt geblieben,
vährend die Mutter mit einem Kinde von ca. 14
Tagen noch im Wochenbette liegt. — In der Nähe
des Seminars ist heute Morgen eine Frau, welche
mit Waschen am Stadtbach beschäftigt war, in
diesen gefallen und ertrunken.

F. Bis Ende September d. J. bestanden in
Bayern r. d. Rh. 4353 freiwillige Feuer—
wehren: hievon fallen auf Oberbayern 818, Nieder—⸗
bayern 567, Oberpfalz 483, Oberfranken 603,
Mittelfranken 416, Unterfranken 704, Schwaben
312. Während im Jahre 1880: 272 neue frei—
willige Feuerwehren entstanden sind, beträgt deren
Zahl im heurigen Jahre (Ende September) 70.

In Kanth Echlesien) wurde der frühere
langjährige Kassirer des dortigen Vorschußvereins
verhaftet. In der Kasse soll, laut der „Schl. V.—
Ztg.“, ein Deficit von über 100.000 M. bereits
festgestellt sein.

F Paris, 28. Nov. Vor einigen Tagen ist
dem Präsidenten der Republik nachstehende ergötzliche
Beschichte passirt. Herr Grevß fuhr nach dem Hotel
Bristol, um dem Großfürsten Konstantin einen Be—
such abzustatten, als auf der Place de la Conrorde
eine Droschke gegen seinen Landauer stieß, welcher
        <pb n="788" />
        Voifall den Droschkenkutscher zu wenig salonfähigen
Ausdrücken veranlaßte. Als Herr Grevy nun beim
Hotel Bristol abgestiegen war und seinen Wagen
dor dem Gasthofe hatte halten lassen, kam der
Droschkenkutscher, der sich schon vorher über den
Wagen des Präsidenten so abfällig geäußert hatte,
vorbeigefahren und überschüttete seinen Collegen mit
einer Fluth von Schimpfworten. Dieser, nicht mehr
zehindert durch die Anwesenheit seines Herrn, brach
ofort mit seinem Gespann zur Verfolgung der Droschke
auf, und da die präsidentschaftlichen Pferde dem
Droschkengaul an Schnelligkeit überlegen waren, so
wurde die Droschke in der Rue Castiglione eingeholt
und es begann ein homerischer Kampf zwischen
den beiden Rosselenkern, zur Freude der zahlreichen
Zuschauer, deren Vergnügen leider durch Eingreifen
der Polizei gestört wurde, welche beide Kämpfer
nebst ihren Gespannen zum Polizeibureau brachte.
Als nun Grevy wieder das Hotel verließ, war sein
Landauer verschwunden und trotz aller Nachfor—
schungen nicht mehr aufzufinden, so daß der Prä—
ident der Republik sich endlich bequemen mußte,
den Heimweg zu Fuß anzutreten.

F Am 7. Dezember wird vor dem Civiltribunal
zu Marseille ein merkwürdiger Prozeß zur
Verhandlung gelangen. Herr und Madame Rivoire
wurden am 12. Juni 1881 fast gleichzeitig Opfer
zines Unfalles — sie ertranken. Ja fast! Es
jandelt sich nämlich für die Erben derfselben darum.

velcher der beiden Eheleute, wenn auch nur um
Minuten vorher, den Lebensodem erst ausgeblasen,
»enn Madame Rivoire hat in ihrem Testamente
hren Gemal und ebenso Herr Rivoire in dem sei⸗
nigen seine Gemahlin als Universalerben bezeichnet;
eder der beiden Ehehälften aber hat hinter sich
ine Schichte vorläufig noch nicht lachender, sondern
rocessirender Erben, die sich da etwa zwei bis
wrei Millionen Francs, zum größten Gaudium des
Narseiller Büreau, streitig machen werden. Na—
ürlich werden die Männer der Wissenschaft ihre
öchst „sachverständigen“ Urtheile gerichtlich zu de—
oniren in allererster Linie berufen sein. Nur die
8 ertrunkenen Opfer haben da keine Stimme
nehr.

f Als die Herren v. Steuben neulich im
eutschen Klub zu New-York ihren Abschied von
dordamerika feierten, meinte der Oberst, ein Feld⸗
ug sei nicht so nervenangreifend, als solch eine
restreise; länger hätten sie's nicht aushalten können.
Uslle hervorragenden Deutschamerikaner waren zu—⸗
jegen. Es wurde nur Bier getrunken und als
nan die Bilanz machte, stellte sich eiin Manco von
3000 Seideln heraus. Das machte auf den Kopf
serechnet gerade 10 Seidel aus. Da es in dem
ßerichte heißt, daß den Herren v. Steuben das
Bier sehr gut geschmeckt habe, so müssen ihre
serven doch nicht so sehr angegriffen gewesen sein.
zn Baltimore besuchten die Herren v. Steuben eine

der englisch-deutschen Musterschulen, wo sie von
Lehrern und Schülern herzlich bewillkommt wurden.
Die Kinder sangen die Wacht am Rhein. Einer
Sinladung nach Milwautkee konnten die Herren
nicht folgen, weil die Zeit zur Rückreise nach
Europa mahnte.

Sterbfälle.

Gestorben: in Caiserslautern Bierbrau—
reibesitzer Franz Daniel Bender, 66 J. a.; in
haschbach der pens. Lehrer David Karl Nicolai,
76 J. a.; in Eisenberg Frau Charlotte Bie—
zerich, geb. Eller; in Hallgarten Frau Mar—⸗
garetha Grünewald geb. Jost, 31 J. a.; in
Callbach der Oekonom Ludwig Hettes-
heimer, 55 J. a.; in Mutterstadt Frau
douise Lützel, geb. Wetzler, 22 J. a.; in
Aggersheim Apollonia Kramm, geb. Ma—⸗
niin, 70 J. a.

Dienstesnachrichten.
Domkapitular Dohm wurde zum bischöflichen Theo⸗
ogen, Domkapitular Dietrich zum Summus Oustos der
Ihthedrale und Domkapitular Dahll zum Superior des

St. Magdalena⸗Klosters in Speyer ernannt.
Für die Redaltion verantworilich F. X. De me tz.

5
Conventionelle
Zwangsversteigerung.
Donnerstag, den 15. Dezember

1881, des Nachmittags 2 Uhr zu

St. Ingbert, in der Wirthschaft
oon Johann Schmelzer, wird durch

den damit beauftragten Amtsverweser

Wiest des k. Notars Sauer im

Amtssitze zu St. Ingbert,

gegen

die Eheleute Johaun Hitzelberger.

Hausknecht und Louise Müller,

ohne Gewerbe, früher in St. Ingbert,

jetzt in Zweibrücken wohnhaft, wegen

Nichtbezahlung des Erwerbspreises im

onventionellen Zwangswege zu eigen

versteigert:

SteuergemeindeSt. Ingbert:
Plan⸗Nr. 28638, 87 qm Fläche
mit Wohnhaus mit Keller, Plan⸗Nr.
2863210, 10 qm Einfahrt und
don Plan-Nr. 2863214 2 a 7 qm
pflanzgarten denjenigen Theil, wel⸗
her eingezäumt ist und denjenigen,
welcher vor dieser Fläche liegt und
nicht zum gemeinschaftlichen Weg
gehört, alles ein Ganzes bildend
und gelegen zu St. Ingbert auf
der Meß neben Weg.

St. Ingbert, 26. RNov. 1881.

A. Wiest.
Amtsverweser.

Schönes Welschkorn
zilligst bei Joh. Reidiger.
Prima Welschkorn (pfatzer
Kornkleie Eine kleine Wohnung
eingetroffen bei J. Loeb, aus 2 Zimmern bestehend hat zu ver⸗

vis a- vis der prot. Kirche. Jmiethen Joh. Reidiger.

Stadtrathsbeschlüsse.

Der Stadtrath hat in seiner
Sitzung vom 2. ds. Mis. nachstehende
Beschlüsse gefaßt.

1. Es ist Antrag zu stellen, daß
die Hausmiethsteuer-Revision vorge—
nommen werde und ist Herrn Schlick
zu bedeuten, daß dieser Antrag nicht
n Folge der vom Gewerbe ⸗Verein
egebenen Anregung gestellt wurde.
Der Stadtrath hat den Gewerbe⸗Verein
nicht nöthig als Vorsprecher. Zudem
vird bemerkt, daß die Gemeindever⸗
valtung mit der Revision der Haus⸗
niethsteuer seit Juli ds. Is. beschäftigt
st und nach allen Richtungen — beim
sßewerbe-Vereine nicht — Recherche
flegte, um die große Häusersteuer,
venn moͤglich, herunter zu bringen, und
autet die hohe kgl. Regierungsverord⸗
iung, daß die bezüglichen Anträge in
er zweiten Hälfte des Jahres 1881
zu stellen sind.

2. Als fünftes Ausschußmitglied
uum Gewerbesteuer⸗Ausschuß wurde
Adjunkt Greß gewählt.

3. Zur Errichtung einer Wirthschaft
zurch Bäcker Schmitt hat der Stadtrath
eine Zustimmung ertheilt.

4. Die Kaufpreise für den Bauplatz
»es Amisgerichtsgefängnisses werden
ius Gemeindemitteln beschafft, ohne
aß eine Erhöhung der Umlagen statt
u finden hätte.

St. Ingbert, den 5. Dezbr. 1881

Das Bürgermeisteramt

GCuster.

—VV —
Türkischen Cigaretten
preiglaten jpp M. 6 per Tausend au dis zM M. IOO.
Besondere Neuheiten aus reinen, aromreéichen
türkisohen, syrisochen u. arabisohen Tabaken neuestor Ernto
bis 2u don sohweren bessarabisohen Tabaken.
Verpackung hochfein. —
Mustersendungen von M. ß um und hõönhner,
auech für Weihnahtsgeschenko recht pande,
—D portofrei.
Freisconrant gratis und frunco.
Druck und Verlag von *

4

Bekanntmachung.

Das Beifahren und Kleinschlagen des Deckmaterials,
oweit dasselbe aus Granit und Melaphyr besteht, für die Distriktsstraßen in
den Kantonen St. Ingbert und Blieskastel wird auf dem Wege der Minder—
ersteigerung vergeben, und zwar:

Mittwoch, den 14. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, im Stadthause zu
Zt. Ingbert für den Distrikt St. Ingbert,

Freiiag, den 16. Dezember, Nachmittags 2 Uhr im Stadthause zu
Blieskastel für den Distrikt Blieskastel.

Bedingungen und Loos-Verzeichniß können bis dahin bei dem Bauschaffner
Zausser in St. Ingbert, bezw. beim Bürgermeisteramte Blieskastel ein⸗
jesehen werden.

Zweibrücken, den 1. Dezember 1881.

Königl. Bezirksamt,
Dr. Schlagiͤntweit.
Wir bitten dringend
um Hilfe in der Noth! —
um Linderung des durch schrecklichen Brand hervorgerufenen Elendes unserer
Stadt! — Besonders Euch, Ihr wohlhabenden Mitbrüder, rufen
vir an: Oeffnet Eure mildthätige Hand! Der wird es Euch lohnen, nach
Dessen allweisem Rathschlusse wir so schwer heimgesucht wurden, Dessen Güte
—X vor ähnlichem Unglücke bewahre!
Die Ziehung unserer Geld-Lotterie findet
unwiderruflich J
am 28., 29. 30. Dezbr. nüchtshin stabtt.
Ziehungsliste erscheint spätestens 10. Januar. Die Stadtverwaltung Brückenau.
Bruückenauer Loose A2 Mark zu haben bei: J. Friedrich,
F. Woll, Buchhandlung, und Joh. Weirich, Friseur in St. Ingbert
Feinste Delicateß-Kräuter-Häringe
narinirt in einer von mir neu erfundenen picanten, angenehm schmedenden
Zauçe; allen Haus- und Gastwirthschaften, Restaurationen, Delicatessenhandlungen,
esonders aber allen Feinschmeckern, da dieselben den Magen erfrischen und den
Appetit ungemein anregen, sehr zu empfehlen; per Faß, ca. O Pfd. schwer
30 — 100 Stück enthaltend, nur 5 Mk.
Neue Isländische Fisch-Roulade
marinirt in den feinsten Gewürzen, höchst delicat, picant und Appetit erweckend
der Faß, ca. 10 Pfd. schwer, 40 Portionen enthaltend, nur 4 Mk. 50 Pf
Marinirte Elb-Aal in Gellees dicke Stücke
per Faß, ca. 10 Pfd. schwer, nur 7 Mk.
Ger. Kieler Bücklinge
ber Kiste 45 Stück enthaltend, ca. 10 Pfd. schwer, nur 3 Mk. 50 Pf.
Ger. Kieler Sprotten
per Kiste ca. 200 Stück enthaltend, nur 3 Mk. 50 Pf.
yersendet zollfrei gegen NRachnahme oder Einsendung des Betrages.
— -FI. Breitriicla, IIam burg.
43. Agenten werden gesucht. J
nit Jagd-Zeichnungen sind zu haben
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meß in SsInober
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3 255 52 — —— — — 3 — — 8 — O 78 725 — 222 555
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5. — 535 * 55 375 — * * 55 * 5 — 2 3235
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2 232785 2 58* 5535 —52 335353 27 2238 255 22
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355 — 3 —— — 235 ——A 728 8 —23— 2 —
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55 333 —3 283S55 528
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2 —S 8* — 25337375 3 2835—222 5 52 — 3 238 635237
2 31 5355333 333857 s3333335 5 222 SE —z283 57 *
S 2 5 — * — — 55 5 2832 —2 ——— 532 J7 — 1— BBZBZ. ——
533 J 35382 2

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52 7583 32863385 58853 583757 — —
2575 222 — * 3822 5 5*555 ——— — 8 226
3 382328 —— * 235 — ————— — —757
333838 7883 56 535355 555
553523 —* 255* 8 ————— 5S52 *5 8 — — — —z3
A — * — —— — 535 —55555 35 555 25
5 * — 28 — 223— *25 — 3 —5 3352— 28 ——5 255
2533 —2 222 *3 2 ·* — B — — ——— 5 3 — 532 —3—
* 53 3 —2—.55 —— 3 52 2 — —5—8 * —7 — 8 3* —*
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5 — 2 22,8 25387 838 25 29 * 358 3
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22 528 2 32* 253 55252355 25365588 5333523 257 5*88 2
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5z252352 63 2 53 55 533 — — R8 * —8 * 3233 —— 8
22 * 2 —— —2 — —2 2 — 287 — 2 —* — 8 — —
522 33 88 325* 3 —A — —
5 —F —* 328 9
75 458 —— 5
—
— —— 223 2 2
8* 2 2 2 2 2 5 2 5 5 2,225* — * *—
5323235 32 55—5—3 —— ——35 58 57 3
25 532⸗ *EISEIEISF — 535 8 535 S
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        oᷣl. Audbherter Amzeiger
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

der „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unter haltungs

blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blait kostet vierteljährlich 14 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 146 60 H, einschließlich

40 B Zustellungsgebüuhr. Die Einrückungsgebühr fuür die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft eriheilt, 15 A, bei Reclamen 30. Bei Amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 204.

Die Sparkassen in Bayern.

Nach einer Zusammenstellung des k. bayer. sta⸗
tistischen Bureaus, veröffentlicht im neuesten Heft
der Zeitschrift genannten Bureaus, gab es im
Jahre 1870 262 Sparkassen und zwar 124 ge⸗
meindliche und 138 Distrikts-Sparkassen. Von
diesen 262 Sparkassen hatte der Kreis Unterfranken
die meisten (46), die wenigsten Oberpfalz (23).
Diese Zahl 262 ist bis jetzt nur einmal und zwar
im vorhergehenden Jahre (1878) übertroffen wor⸗
den, indem damals 263 derartige Kassen eristirten.
Das höchstentwickelte gemeindliche Sparkassenwesen
hat Mittelfranken, bezüglich der Distrikts-Sparkassen
Unterfranken; am wenigsten ist erstere Gattung
in Niederbayern, die letztere in Mittelfranken ent—
wickelt.

Der Gesammtstand der Sparkassen-Einlagen bei
den gemeindlichen Sparkassen war im Jahre 1879
59,385,087 M. (1869 nur 835,616,734 M.),
bei den Distrikts-Sparkassen 24,111,637 M. (1869
noch 13,433,561 M.), bei den Sparkassen im
Ganzen 83,496,724 M. Auf den Kopf der Be⸗
völkerung des Geschäftsbezirkes der Sparkassen
treffen Gesammt-Einlagen bei den Sparkassen der
emeinden 53,6 M., der Distrikte 11,2 M.

Für die Regierungsbezirke ergibt sich folgender
Stand der Gesammt-Einlagen: Mittelfanken
19, 473, 247 M., Oberbayern 14,906,063 M.,
Schwaben 13,463. 285 M., Oberpfalz 10,849,700
M., Niederbayern 9,711,847 M., Unterfranken
5,881, 146 M. Oberfanken 4,965,300 M. und
Pfalz 4,246,136 M., in Summa 83,496,724 M.

Außerdem existiren noch in Bayern und zwar in
den 7 Kreisen mit Ausnahme der Oberpfalz, wo
Privat⸗Sparkassen nicht bestehen, 72 Privat⸗Spar⸗
kassen (37 in unmittelbaren Städten, 35 in den
übrigen Städten und Gemeinden der Bezirksämter)
mit 13,740 Einlagen und einem Gesammtvermö—
jen (nach Abzug der Schulden) von 1,733,880 M
der Zinsfuß beträgt im Allgemeinen 2250
ibei den gemeindlichen und Distrikts-Sparkassen
durchschnittlich 400).

Von diesen 72 Privat-Sparkassen treffen 25 auf
cchwaben, 15 Oberbayern, 9 Oberfranken, 7
Mittelfranken, 6 Niederbahyern und je 5 Pfalz
und Unterfranken. Von den 5 Kassen der Pfalz
tönnen als hervorragend bezeichnet werden: die
Sparkasse der Arbeiter der Kammgarnspinnerei
Kaiserslautern mit 572 Mitgliedern und 9793 M.
Vermögen, der Sparkassenverein in der Fabrik
dampertsmühle mit 74 Mitgliedern und 25,636 M.
Vermögen und der Vorschußverein mit Sparkasse
usel mit 63 Mitaliedern und 13.527 M. Ver—⸗
moqnen.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
München, 3. Dez. Der Landtagsabgeordnete
Reßler hat an die Kammer den Antrag gestellt,
ie Kammer der Abgeordneten wolle beschließen:
Den König zu bitten, das Gesetz, die Landräthe
etreffend, einer Revision in dem Sinne zu unter—
tellen, daß 1) die Wahlbezirke für die distriktiven
bertreter unter Zugrundelegung der Bezirksamts⸗
prengel gesetzlich festgestellt; 2) das Institut der
zrsatzmänner aufgehoben, und 8) die bis jetzt un—
ntschiedene Frage über die Fortdauer bezw. den
derlust des Landrathsmandats im Falle von im
aufe der Wahlperiode eintretenden Aenderungen

Dienstag, 6. Dezember 1881.

'm Bestande von Distriktsgemeinden gesetzlich ge—
regelt werde.

München. Aus dem Bericht des Abg. Vaill⸗
int über die Rechnungsnachweisungen bezüglich der
Bergwerks-, Hütten- und Salinen-Gefälle im
Jahre 1879 entnehmen wir, daß in diesem Jahr
»er Absatz der Steinkohlen durch das damals noch
inhaltende Darniederliegen der Industrie eine
nerkliche Einbuße erlitt. Auch die Verkaufspreise
zingen zurück, indem die Konkurrenz der Bergwerke
in der Ruhr, welche selbst nach den Reichslanden
»erkaufen, die Saarbrücker Bergdirektion und da—
zurch die pfälzische Grubenverwaltung, resp. die
heneralbergwerks⸗ und Salinenadministration zwang,
hre Preise herabzusetzen. Aehnliche Verhältnisse
hestehen zwischen der Grube Hohenpeißenberg und
Miesbach⸗Penzberg bezw. den böhmischen Kohlen⸗
verken. In dem Voranschlage zum Budget war
ür 1879 eine Reineinnahme aus den Bergwerken
on 286,247 M. vorgesehen, allein in Wirklichkeit
rgab sich nur ein Betrag von 78,469 M. 22 Pf.,
ndem nur St. Ingbert und Mittelberbach eine
ddeineinnahme lieferten, die drei anderen Bergwerke
ber Zubußen aufzuweisen hatten. Diese drei sind
Ddenbach-Roth (Pfalz), Hohenpeißenberg (Ober⸗
sayern) und Amberg (Oberpfalz); ersteres erfor⸗
erte eine Zubuße von 606 M., das zweite eine
zubuße von 27,139 M., das dritte eine Zubuße
on 5027 M. Die ärarischen Hüttenwerke (im
echtsrheinischen Bayern) lieferten zum Theil eine
deineinnahme von 30,745 M.; diese aber wurde
veit überwogen durch die Zubuße von 124,092
M., welche ein anderer Theil erforderte.

Berlin, 4. Dez. Der Kaiser. — Graf
Moltke.) Der Kaiser empfing heute den Reichs⸗
anzler Fürsten Bismarck und später den Muschir
Lli Nizami, welcher den Orden Nischani-Imtiaz
iberbrachte. — Der „B. L. Ztg.“ wird von hier
geschrieben: „Wir müssen eines Gerüchtes Erwähn—
ing thun, das heute schüchtern auftrat und mehr
ingedeutet als besprochen wurde. Es bezieht sich
iuf Eventualitäten für den Fall einer unvermuthet
ängeren Dauer der Unpäßlichkeiten des Kaisers.
Man setzt hinzu, mit diesen Eventualitäten habe
die neuliche Besprechung des Kronprinzen und des
danzlers in Beziehung gestanden. So viel steht
est, daß die Leibärzte des Kaisers für die nächste
Zukunft jede anstrengende Thätigkeit widerrathen
jaben, die auf der anderen Seite von den laufen—
den Regierungsgeschäften nicht zu trennen ist.
Sollte also im Interesse der Gesundheit des Kai—
ers eine Entlastung von Geschäften erforderlich
ein, so würde eine solche durch das Eingreifen des
xronprinzen zu erreichen sein. Man sagt im
Reichstage, es sei eine Pflicht der Liebe zum Kaiser,
hm zu möglichst langer Erhaltung seiner Gesund⸗
Jeit und seines Lebens die äußerste Schonung
einer Kräfte von allen Seiten zu Theil werden
zu lassen, und dieses lasse sich im Grunde doch
uur dadurch erreichen, daß der Kronprinz ihm alle
rufreibenden Geschäfte abnehme. Der Kronprinz
hat dies schon ein volles halbes Jahr und wird
m Interesse des Kaisers eine Wiederholung des
znterimistikums gewünscht, so geschieht dies im Hin—
lick auf die vielen zum Theil rein äußerlichen Be—
orgungen, wie z. B. Unterschriften, für welche die
inmittelbare Thätigkeit des Kaisers bei seinem

jegenwärtigen Zustand, der mit schmerzhaften Er⸗
cheinungen verknüpft ist, kaum in Anspruch zu
iehmen ist. Wir verweilten bei diesem Thema
änger, als wir gewollt hatten, und doch ist es in
Unbetracht der Umstände nicht von der Hand zu

16 Jahrg.
weisen. Nicht daß man im Reichstage glaubt, es
stehe Das, was wir andeuteten, oder dem Aehn⸗
iches in unmittelbarer Aussicht, aber man hält sich
iberzeugt, die Eventualität irgend einer staatsrecht-
lichen Aenderung werde nicht abzuweisen sein. Ein
reben, wie das des Kaisers Wilhelm, reich an
Arbeit, Mühen, Erfolgen, gesegnet nach tausend
Seiten hin, in Ueberfülle stoffreich für den Ge⸗—
chichtsschreiber, das will, wenn er demnächst in
ein 85. Jahr eintritt, gehütet sein von der ganzen
dation, und die Liebe ist es, die grenzenlose Ver—
hrung Aller, die sich in dem Wunsche äußert, noch
ziele Jahre möge der ruhmreichste Regent der Welt
uinter uns weilen, aber es sei ihm vergönnt, noch
ange des Lebens in wohlverdienter Ruhe sich zu
reuen. Wir schließen unsere Andeutungen mit
»em ausdrücklichen Bemerken, daß wir bloßen An—
»eutungen folgen, aber Andeutungen, die von guter
Seite kommen, und zwar von Mitgliedern der kon—
ervativen Partei, die nach ihrer äußeren Stellung
wissen können, was etwa für eine nicht allzuferne
Zukunft geplant werden dürfte.“

Es heißt, Graf Moltke würde nach Schluß des
—X
Italien nehmen.

Berlin, 4. Dez. Der Kaiser, der voll⸗
tkommen wieder hergestellt ist und sich morgen zur
Jagd nach der Göhrde begiebt, empfing heute
Mittag das Reichstagspräsidium bestehend aus den
Herren v. Ledetzow und Ackermann; Frhr. v. Fran⸗
kenstein, der erste Vizepräsident, hatte sein Aus—
bleiben wegen dringender Geschäfte in München
ser ist auch Präsident der bayerischen Reichsraths-—
ammer) entschuldigen lassen.

In der Freitagssitzung des Reichstags nahm
der Reichsstags⸗Abg. für Homburg⸗-Kusel, Herr Dr.
Buhl, wiederholt Gelegenheit, auf die Nothwen⸗
zigkeit eines Gesetzes hinzuweisen, welches die
Weinfabrikation verbietet. Bekanntlich war
»s schon in der letzten Session des vorigen Reichs—
ags nahe daran, daß ein bezügliches Gesetz zu
Stande gebracht worden wäre, was jedoch zunächst
zurch den Schluß des Parlaments vereitelt wurde.
Wenn man erwägt, daß das Hinausschieben eines
olchen Gesetzes unsern reellen Weinbau immer mehr
ichädigt, so dürfte es wohl angezeigt erscheinen,
ziese einer baldigen Lösung dringend bedürftige
jochwichtige Angelegenheit gewissen anderen Zu—
unftsprojekten vorzuziehen und energisch in Angriff
zu nehmen.

In Regierungskreisen ist man durchaus nicht ge—
neigt, die Ablehnung des deutschen Volkswirth⸗
shaftsraths im Reichstage trotz der überwälti—
genden Mehrheit für endgültig zu nehmen; man
jofft auf ein verändertes Votum des Centrums für
zie dritte Lesung. In Centrumskreisen herrscht die
Anficht, daß auch die dritte Abstimmung, wenn auch
jegen eine größere Minderheit, nur ablehnend aus—
allen werde. Die nationalliberale Fraktion hat
ich über ihren Anschluß an die beiden andern
Fraktionen der Linken bei dem Vorgehen mit An—
rägen üher Erweiterung des Haftpflichtgesetzes und
ie Anzeigepflicht bei Unfällen von Fabrikarbeitern
1. s. w. noch nicht fchlüssig gemacht.

Der Vertrag über die Verstaatlichung der
Thüringer Eisenbahn zwischen Preußen,
Sachsen-Weimar und Sachsen Gothasist unter—
reichnet worden.
Ausland.
Der deutsche Botschafter in Paris, Fürst
Hohenlohe, stattete dieser Tage Gambetta
        <pb n="792" />
        einen Besuch ad und hatte eine lange herzuche
Unterredung mit demselben. — Der französische
Minister des Kultus, Paul Bert, ließ vom Pra⸗
sidenten Grevy ein Dekret unterzeichnen, welches den
obligatorischen Religionsunterricht in den Gymna—
sien aufheßt. Von nun an werder die Eltern am
Beginne des Schuljahres erklären können, daß sie
ihre Kinder nicht in der Religion unterrichten lassen
wollen.

Paris, 5. Dez. General Chanzy ist nach
Petersburg abgereist. — Wie der „Siecle“ erfährt,
hat der Minister des Innern Maßregeln getroffen,
um die Rückkehr der in Folge der Decrete vom
30. März 1880 vertriebenen ausländischen Con⸗
greganisten zu verhindern; den französischen, von
diesen Decreten betroffenen Congreganisten würde das
Verbot zugehen, in den Kirchen zu predigen. —
Bei der gestrigen Nachwahl im X. Pariser Arron⸗
dissement wurde Lefevre, Administrator des Journals
„Rappel“, zum Deputirten gewählt. In Lyon steht
der Amnestirte Humbert zur Stichwahl.

Eine Petersburger Depesche der „Wiener
Presse“ bezeichnet den Rücktritt Ignatieff's
als beschlossen und nennt den General Tschere—
win als Nachfolger desselben.

Der russische „Regierungsbote“ theilt mit, daß in
Rußlanud ferner die Verhandlungen aller Pro—
zesse wegen Staatsverbrechen, sowie Prozesse, welche
besonders geeignet erscheinen, die Bevölkerung auf⸗
zuregen, bei verschlossenen Thüren stattfinden sollen.

Lokale und vpfälzische Nachrichten.
b St. Ingbert, 5. Dez. In Nr. 89 der
„St. Ingberter Zeitung“ leert Herr P. das ganze
Füllhorn seines Zorns gegen den i.Correspondenten
aus, weil dieser so frei war, über eine Angelegen⸗
heit zu berichten, wie es jenem nicht gefiel, aber
den Thatsachen entsprach. Seine Erwiderung zeigt
uns, daß wir ihn erkannt haben; in Ermangelung
einer ehrlichen Vertheidigung wirft er, vielleicht
üblen Angewohnheiten folgend, seinem Gegner
Schmähungen in's Gesicht. Dieselben lassen uns
verzweifelt kalt; und Gemeinheiten mit Ihres gleichen
zu dienen, ist nicht unsere Art. Lassen wir die—
selben als das gelten, was sie sind, als Gradmesser
der Gesinnung des Hrn. P. und wenden wir uns
zu dem Diskutirbaren seiner Erwiderung. Was
finden wir da? Abermals den Vorwurf, unser Bericht
sei ein einseitiger gewesen, weil derselbe nur das
brachte, was gegen das neu aufgenommene Mitglied
P. sprechen und alles Andere, das in umgekehrtem
Sinne auszulegen ist, verschweigen soll. Bedenken
Sie doch Herr P., daß überhaupt nichts zu berichten
war, was für Sie sprach. Auch der allergewöhn—
lichste Mann hätte sicher für gut befunden, in einer
Gesellschaft, in die er erst vor einigen Minuten
aufgenommen wurde (wiitse Sie aufgenommen wurden,
wissen Sie ja, Herr P.), zurückhaltender aufzutreten,
als Sie in der mehrfach genannten Generalver⸗
sammlung des Gewerbe-Vereins es gethan haben.
Und nun bilden Sie sich auch noch ein, daß der
Neid eine Rolle gespielt habe, da das neue Mit⸗
glied besser unterrichtet war, als gewisse Herren!
Als was zeigte sich denn Ihr Vesserwissen? Gerade
in der Frage, um die es sich drehte, als ein Nichts⸗
wissen, als eitel Windmacherei. Was bedeuteten
denn Ihre Redensarten wie „Gutem Vernehmen
nach“, „wie ich hörte“, „ich bin zwar nicht beauf—⸗
tragt, zu erklaren“ u. s. w.? Damit wollten Sie
die Meinung erwecken, als wüßten Sie wunders
was, Sie wollten Stimmung für sich machen. Wie
weit Ihnen das gelungen ist, überlassen wir Ihnen,
zu beurtheilen. Wollen Sie künftig aber von sich
reden machen, so geben Sie acht; Sie könnten
leicht mehr ins Gerede kommen, als Ihnen lieb
sein möchte. — Wir machten in unserer Corre—⸗
spondenz dem ersten Vorstande keinen Vorwurf;
Sie brauchen also auch von demselben keinen ab⸗—
zuweisen, auch wenn dieses Ihre Sache wäre.
Wir behaupteten, die ganze Wahlhandlung in jener
Versammlung war incorrekt, weil 1) von ihr nichts
auf der Tagesordnung in der den Mitgliedern zu⸗
gegangenen Einladung gesagt war, weil 2) der
Name des neu aufgenommenen Mitgliedes P. nicht auf
der im Vereinslokale aufgehängten Tafel angeschrieben
war und weil 3) die Aufnahmegesuche nicht dem
Zusschusse vorgelegen waren. (Ihnen, Hr. P., ist
freilich unbekannt, daß über die eingelaufenen Auf—⸗
nahmegesuche der Ausschuß zu beschließen hat, ob
sie zur Ballotage zugelassen werden oder nicht.) —
Zugeben will Hr. P. absolut nichts! „Wir haben

aichts zugegeben!“ Warum nicht gar? Damit es

Ihnen nicht so schwer fällt, wollen wir das Wort

dermeiden. Zu dem 1. Punkt der eigentlichen Ta—

zesordnung wurde doch nur ein Beschluß gefaßt;
den berichteten wir, Sie ebenfalls. Nur daß Ihr

Bericht hier vielseitige war, weil Sie auch

zruchstückweise die einzelnen Ausführungen der

Redner (Ihre eigenen nicht zu vergessen) brachten.

And Ihre verschiedenen Versuche, den 2. Punkt

der eigentlichen Tagesordnung nach Ihrem Sinne

zu erledigen, sind ja bei Ihnen selbst zu lesen.

Zugegeben? Und nun noch ein Wörtchen zu Ihrem

vohlgemeinten Rath am Schlusse Ihrer Philippika;

s ist unser letztes in dieser Auseinandersetzung

Wir sind eben so frei von Verbissenheit, wie Sie

yoller Voreingenommenheit und Unverträglichkeit

ind und werden uns auch für die Zukunft erlauben,
hne erst bei Ihnen anzufragen, dreistem, vorlautem
ind hämischem Wesen, wenn nöthig, mit einem

Treff zu dienen. — Die geehrten Leser dieses

Zlattes aber bitten wir um gütige Entschuldigung,

venn im Laufe der Diskussion von unserer Seite

ein scharfes Wort fiel. Wo man Holz hackt, da
zibt es eben Späne.

*St. Ingbert, 6. Dez. Vom Schwurgericht
n Zweibrücken wurde gestern der Bergmann Johann
Deffland von hier wegen Körperverletzung mit
ödtlichem Erfolge unter Ausschluß mildernder Um—
tände in eine Zuchthausstrafe von 8 Jahren ver—
urtheilt. Die That, welche Deffland vor die Schranken
des Schwurgerichts führte, ist unsern Lesern bekannt
ind brauchen wir nicht weiter darauf zurückzukommen.
Deffland leugnete auch gestern noch, dieselbe begangen
zu haben.

— Die Gemeindeverwaltung zu Webenheim
jat dem kgl. Oberpostamt eine Eingabe zur Er—
richtung einer Posterpedition in der Gemeinde We—
jenheim mit der Bitte unterbreitet, in diesem zu
rrichtenden Postbestellbezirke die Gemeinden und
Irtschaften der Bürgermeisterei Webenheim mit
862 Seelen, die bis jetzt in den drei Bestellbe—
irken Blieskastel, Zweibrücken und Herbitzheim in
innatürlichster und unbequemster Weise zerstreut
iegen, zu vereinigen.

-·Bruchmühlbach, 4. Dez. Gestern wurde
der Ackerer Jakob Blinn von Martinshöhe von
einem Pferde (wie ich höre an die Brust) geschlagen
ind starb heute Morgen in Folge der erhaltenen
berletzungen. (Zw. 3.)

Kaiserslautern, 4. Dez. Die General⸗

»ersammlung der Aktienbrauerei Kaisers—

autern war äußerst zahlreich besucht. Das

ktablissement machte außer einem Delkredere-Konto
dpon 500 Mark im abgelaufenen Geschäftsjahr einen
Reingewinn von 15030 M. 839 Pf. — Der Auf—

ichtsrath schlug der Versammlung vor, 9000 M.
»der 2 pCt. zur Verteilung zu bringen und den
sest von 60830 M. 39 Pf. dem Reservefonds zu⸗
uweisen. Hierauf entspann sich eine lebhafte De—

atte, indem aus der Versammlung der Vorschlag
jemacht wurde, auf diese 2 pCt. für dieses Jahr
nochmals zu verzichten, um das Geschäft immer
nehr auf eigene Füße zu stellen; die Herren An—
ragsteller sind der Ansicht, daß dann nächstes Jahr
im so sicherer eine höhere Dividende zur Vertheilung
zjelangen kann. Bei der hierauf erfolgten Abstim⸗
nung wurde genannter Vorschlag mit großer Majo—
rität angenommen und der ganze Reingewinn
dem Geschäft als Betriebskabpital überlassen.
Kais. 3.)

— Kaiserslautern. Ueber die neue Näh—
naschinenfabrik hört die „Kaisersl. Z.“, daß Werk—
ührer König aus seiner bisherigen Stellung dahier
rusgetreten ist, und es erst seine Absicht war, in
ein gleiches Geschäft in Frankfurt als Theilhaber
inzutreten. Derselbe wird sich jedoch jetzt mit einem
Hherrn von auswärts hier etabliren und unter der
Firma König und Comp. eine neue Nähmaschinen⸗
abrik in's Leben rufen; zu diesem Zweck wurde
hereits der in der Eisenbahnstraße liegende Holzhoj
des Banquiers Kehr mit dem Maschinenhaus an—
gekauft, und werden einige Geldgrößen von hier sich
als stille Theilhaber an dem neuen Unternehmen
betheiligen.

— Als Landraths-Präsident wurde
wieder Herr Dr. Jakob, in Zweibrücken wohn—
haft, und als Sekretär Herr Heydenreich von
Zpeier, beide mit 18 Stimmen vou 19 Abstimmenden,
gewählt.

— GECandrath der Pfalz.) Aus der Rede,
mit welcher Herr Regierungspräsident v. Braun
am Donnerstag den Landrath eröffnete, tragen wir

noch folgende Stellen nach: „Der Person«,.
stand des Landrathes hat dadurch eine Aenderunc
erfahren, daß die Gnade Sr. Majestät des Konig
den Kommerzienrath und Hüttenwerksbesitzer Gustaͤt
Krämer von St. Ingbert zum lebensläng
lichen Reichsrath der Krone Bayern berief. Eir
langjähriges, durch volle Hingabe für die pfälzischer
Kreisinteressen geleitetes Wirken sichert dem gemäß
Art. 9. Abs. 2 des Landrathsgesetzes vom 28. Ma
1852 ausscheidenden Mitglied unsere waärmste Sym
»athie. Der an seine Stelle einberufene Erfatzmann
Kaufmann Ludwig Wies in Bliestastel, fand
sich leider in Folge von Krankheitsverhältnissen ver
anlaßt, um Dispens für die bevorstehende Session
des Landrathes unterm 15. v. M. nachzusuchen.

Die Kreisumlagen, welche im Jahre 1877

146 pCt. betrugen, mußten im Jahre 1873 weger
yerschiedener auße rordentlicher Ausgaben und weger
ieu herantretender Bedürfnisse auf 523 pCt., sonad
um 8ihe pCt., erhöht werden. Im Jahre 1870
fonnte der Umlagen-Prozentsatz nur um ein Minimum
aämlich um 28 pCt., sonach auf 5123 pCt. ver
nindert werden, weil auch in diesem Jahre be
deutende Anforderungen zu befriedigen waren. Da
zgegen ist für 1876 eine erfreuliche Minderung vor
623 pCt. ersichtlich und betrugen die Umlagen fü
dieses Jahr 45 pCt. Während nun in den Jahre
1876 und 1877 noch eine kleine Erhöhung de
Umlagen mit 123 und 254 pCt. erforderlich war
st für die Jahre 1878, 1879, 1880 und 188*
eine stetige Minderung eingetreten
aämlich 1878 um 586 pCt., für 1879 um 284
ↄCt., für 1880 um 2740 pCt., für 1881 un
110 pCt. Der Umlagen-Prozentsatz für 188
mit 37 pCt. ist auch für das Jahr 1882 zur Be—
itreitung der Kreisausgaben erforderlich und aus
reichend. Zwei kleine Nachpostulate dürften hierir
Nichts ändern.

In Bezug auf „Erziehungund Bildung
ist Folgendes zu bemerken: Ungeachtet des nod
fortdauernden Lehrermangels ist es den Bemühungen
der Regierung und Schulbehörden sowie durch di
aufopfernde Hingebung des Lehrerpersonals bei Er
theilung eines mühevollen Abtheilungs-Unterrichte
gelungen, das Volksschulwesen auf einen
zurchaus befriedigenden Stand zu erhalten. Nu
purch die rastlose Thätigkeit und den unermüdlicher
Fifer aller berufenen Organe ist es unter der
chwierigen Verhältnissen, wie sie ein so lange an
dauernder Mangel an Lehrkräften nothwendige
Weise hervorrufen mußte, möglich gewesen, erheblicher
Schädigungen unserer Volksschule ferne zu halten
Wenn nun auch im laufenden Jahr zahlreich
Wünsche von Gemeinden in Bezug auf die Be
etzung erledigter und Errichtung neuer Schulsteller
noch unberücksichtigt bleiben mußten, so besteht dod
gegründete Aussicht, daß schon in Jahresfrist de
empfindliche Lehrermangel im Wesentlichen seir
Ende, hoffentlich für immer, erreichen und di
Regierung in die angenehme Lage versetzt werde
vird, allen berechtigten Anträgen der Gemeinde'
Rechnung zu tragen und — was besonders noth
wendig ist — stabilere Verhältnisse i
Betreff des Lehrerpersonals zu schafier

Vermischtes.
fDer zweite Hauptgewinn der Wohl
hätigkeitslotterie des Vayerischen Veteranen-, Krieger
und Kampfgenossenbundes im Betrage zu 10,00
M. ist dem Söldner Martin Leiß von Neufahren
bei Freising zugefallen.

Mainz, 1. Dezember. Vorige Woche erschok
fich hier der Zahlmeister des in Saarlouis garni
onirenden 30. preußischen Infanterie-Regiments
Das Motib, das ihn zum Selbstmord trieb, ist das
denkbar sonderbarste. Der junge Mann unterhiel'
chon einige Jahre mit der Tochter des Mannes
in dessen Hause er sich erschoß, ein Verhältniß und
oerlobte sich schließlich mit ihr, mit dem Versprechen,
'obald er Zahlmeister geworden sein würde, sie zu
Jeirathen. Heute vor acht Tagen erhielt er endlich
seine Ernennung zum Zahlmeister des obenge—
tannten Regiments, und da er fürchtete, sein Jung—
zesellenthum nun anfgeben zu müssen, jagte er sich
eine Kugel durch den Kopf. (Frkf. J.)

F In eine Landapotheke unserer Gegend
am kürzlich ein kleines Mädchen und verlangte
ür 20 Pfennig „Dapperdummeldich“. Der
perständnisinnige Provisor wußte, was das Kind
vollte und füllte ihm das mitgebrachte Fläschchen
mit — Opodeldock.
        <pb n="793" />
        rNattenkonig. Emen eigenthümlichen Fund
nachte, wie die „Fr. Pr.“ erzählt, neulich in der
Begend von Hagen ein Naturfor'cher, als er, nach
Spätlingen suchend, durch den Wald streifte. An
einem großen Steine hörte er plötzlich ein ängst⸗
iches Piepen und Stöhnen, und als er näher tiat,
eigte sich hinter dem Steine am Felsen eine kleine
Höhle, in der er nur mit Hilfe seines Feuerzeuges
was entdecken konnte. Zu seinem nicht geringen
Staunen sah er hier sechs Ratten mit den Schwänzen
zusammengewachsen, die bei dem Scheine des Lichts
nach allen Seiten fliehen wollten und nun in ra—
sender Geschwindigkeit sich um ihren gemeinschaft—
iichen Mittelpunkt drehten. Nachdem er mit seinem
Siocke einige getödtet, gelang es ihin. der anderen
sabhaft zu werden.
F Große Heiterkeit erregte im deutschen
Reichstage folgende Nachricht der „Tribüne“: Ge—
legentlich der Debatte über den Zollanschluß Ham—
burgs hatte Abg. Windthorst die Bemerkung gemacht,
in Hamburg bekomme man nichts geschenkt und darum
wolle er den Hamburgern auch Nichts schenken. Vor
»inigen Tagen hat nun Herr Windthorst ein Fäß⸗
hen Caviar als Geschenk von einigen ungenannten
Verehrern aus Hamburg erhalten.

F Eine Feldzugsfreundschaft. Im
Feldzuge von 1870 71 hatte sich auch die sechzehn⸗
ährige Tochter des in Schleswig gefallenen Majors
»on Jena der Pflege der Verwundeten in den La—
zarethen gewidmet. Im Lazareth zu Kreuznach
virkte das junge, im Schooße des Reichthums auf—⸗
gewachsene Mädchen mit Aufopferung, und als
vislkommene Unterstützung in ihrem Liebeswerke
erhielt sie von ihrer Mutter noch 50 Thaler monat⸗
lich zugesandt, die sie für ihre Pfleglinge verwandte.
stach Beendigung des Krieges errichtete Fräulein
»on Jena in Halle ein Mädchenstift, als dessen
Oberin sie seitdem fungirt. Unter diesen Pfleglingen
befand sich auch ein braver 24er, Namens L., der
hei Mars la Tour einen Schuß in die Brust er—
halten hatte. Dank der aufopfernden Pflege des
Fräulein von Jena genas er und wurde als In—⸗
zalide in die Heimath entlassen. L., von Profession
Bildhauer, verheirathete sich später und ist heute
Vater von vier Kindern. Doch sein Geschäft geht
etzt schlecht, und der arme Mann kam in arge
Bedrängniß. Er wandte sich schließlich in seiner
Noth an die in Berlin wohnende Mutter seiner
Pflegerin, die in reichlicher Weise für ihn und die
Seinen sorgte. Bald durauf aber erhielt er aus
Hhalle ein Schreiben seiner einstigen Pflegerin, wo—
rin diese ihm die vakante Stelle eines Portiers
nn dem von ihr zeleiteten Stift anbot. L. nahm
das Angebot freudig auf und fungirt seit einigen
Tagen in seiner neuen Stellung, in welcher er mit
seiner Familie vor Sorgen geschützt ist.
Welche wunderlichen Blüthen das
moderne Vereinswesen mitunter treibt, möge aus
der ergötzlichen Thatsache erhellen, daß in Herne
ein „Verein für unglücklich Liebende“ ins
Leben getreten ist und bereits 14 Mitglieder zählt.
Unter diesen befinden sich auch einige Auswärtige,
die mehr oder weniger schwer an den ihnen von
hartherzigen Schönen an den Hals gehängten Kör—
ben tragen. Den Vorsitz führt ein aus mehreren,
ihm von Amors Pfeilen beigebrachten Wunden heftig
hlutender 532jähriger Hagestolz.
F Neue Brillen. Durch die glänzenden Ent⸗
deckungen des berühmten Physiologen Douders auf
dem Gebiete der Augenheilkunde ist die Therapie
der Refractionsanomalien in früher ungeahnter
Weise gefördert worden. Freilich blieben noch immer
zahlreiche Fälle übrig, in welchen durch Krümmungs-
beränderungen der Hornhaut des Auges von dem
gewöhnlichen Typus abweichende Brechungsverhält⸗
nisse geschaffen wurden, die der Wirkung aller bis—
her bekannten Brillen wiederstanden. Mit diesem
Uebel behaftete Leute inußten sich nur geringfügiger
Verbesserung des Sehens wegen langdauernden Be—⸗
handlungen und Operationen unterziehen. Wie wir
einem kürzlich erschienenen Werke von Dr. Benaky
(Du steratocone et dé sa correction par les vorres
coniques par le Dr. Benaki. Paris, Baillière et
fils. 1881.) entnehmrn, ist es neuerdings durch
höchst sinnreiche Versuche dem Professor Baehlmann
in Dorpat gelungen, in vielen Fällen dieser Art
mittelst besonders geschliffener Brillengläser den er—
wähnten Fehler des Auges auszugleichen. Zu den
bisher bekannten sphärischen und cylindrischen Bril—
lengläsern kommen jetzt hyperbolische hinzu. Ueber
die durch diese FComhbination erzielfen hedenftenden

sErfolge bringt das oben genannte Werk eine Reihe
eingehender Beschreibungen. Wenn wir nun be—
denken, daß viele hier in Betracht kommende Pa—
fienten, die seither bis zur Hilflosigkeit augenschwach
waren, dank diesen hyperbolischen Gläsern von Baehl—
mann eiue beträchtliche Sehkraft erhalten, so stehen
wir nicht an, die neue Erfindung mit Professor
Dor in Lyon als „une nouvolle conquête pour
l'oculistique“ zu bezeichnen.

(Der kluge Hutmacher.) In Wien sah
man in dem Schaufenster eines Hutmachers einen
ichwarzen Herrenhut, der nichts außergewöhnliches
hot. Da las man aber in dicker Schrift; „Preis
1000 Gulden!“ Erstaunt tritt die Menge hin, um
sich das Wunder aller Hüte anzuschauen, bis man
hdei näherer Betrachtung ein kleines Postskript be—
nerkte: „Wer gleich bar bezahlt, erhält 996 Guldeu
Rabatt.“

Der de utsche Turnverein in Paris feierte
am Samstag in dem Saale des „großen Orient“
inter lebhafier Theilnahme der vaterländischen Ko—
onie sein achtzehnjähriges Stiftungsfest; denn
vie der hochverdiente Präsident Dr. Eduard Meyer
in seiner schwungvollen Festrede mit gerechter Be⸗
riedigung ausführte, dieser im Jahre 1863 ge—
gründete und rasch emporgeblühte Verein hat auch
die schwere Prüfung, welche die Ereignisse von
1870 über ihn verhängten, glücklich, wenn auch
nicht ohne Mühe, bestanden und kann nun aus
eine ersprießliche und ehrenvolle Wirksamkeit von
18 Jahren zurückblicken. Auf die Festrede folgte
iine Reihe musikalischer und deklamatorischer Vor—
räge, durchaus Leistungen von Mitgliedern des
Pereins, von denen gleichwohl manche in dem an—
pruchsvollsten öffentlichen Konzert mit Ehren hätten
iguriren können. Ein Bankett, zu dem man ersi
n später Nachtstunde gelangte, bildete den Schluß
der schönen Feier. Fürst Hohenlohe war durch das
»iplomatische Diner, welches Herr Gambetta gab,
zu erscheinen verhindert; aber die meisten übrigen
Mitglieder der deutschen Botschaft und der baye—
rische Geschäftsträger nahmen an dem Feste theil.

Aus Calais wird gemeldet, daß während des
etziten Sturmes fast sämmtliche dortigen Fischer—
zarken auf dem Meere überrascht wurden; viele
qJüchteten sich nach Ostende. Von 29 fehlen bis
jetzt alle Nachrichten.

1.800,000 Dollats befinden sich im Unter—
ichatzamt zu New-York, welche zur Einlösung
von bisher nicht präsentirten Postanweisungen be—
reit liegen. Dieser große Betrag hat sich seit 18
Jahren angesammelt und dürfte wohl zum großen
Theil von deutschen Auswanderern oder deren An—
Jehörigen herstammen. New-York ist die Central—
Jerrechnungsstelle des Geldanweisungsdienstes, se
daß jene 1,800,000 Dollar für unerhobene Post—
anweisungen von sämmtlichen Vostämtern des Landes
herstammen
Gemeinnütziges.

Vertilgung von Holzwürmern. Die „Illustr.
Gewerbe-Zeitung“ bringt folgendes einsache Mittel,
die lästigen Holzwürmer aus den Möbeln zu ver—⸗
reiben: Das Insekt vermag den Geruch des Ben⸗
ins nicht zu vertragen, und sobald die Bohrlöcher
nit der Flüssigkeit inprägnirt sind, sterben Insekten,
ꝛdarven und Eier bald. Bei den Möheln und Holz—
chnitzereien wendet man dasselbe Mittel an. Die
Möbel und Holzschnitzereien, welche schon sehr von
den Angriffen der Insekten gelitten haben, werden
n verschließbare Räume gebracht. Wenn in ihnen
»ei der Wärme des Sommers eine Schale mit
Benzin verdampft ist, muß eine neue aufgegossen
ind diese Operation so oft wiederholt werden, bis
nan größere Mengen todter Insekten oder Larven
indet. Um neue Holzarbeiten zu schützen, sollen
dieselben mit einem Ueberzug von Leim versehen
verden. Der Leim ist thierischen Ursprungs und
es steht fest, daß das Thier nur von Vegetabilien
ebt. Um den Leimüberzug wirksamer zu machen,
ann man auf ein Liter der Lösung noch 2 Gramm
Quecksilberchlorid zusetzen
Sterbiälle.
Gestorben: in Münsterappel die Gattin von
Karl Bohley, Philippine geb. Reiß, 38 J. a.;
in Sausenheim Frau Anna Maria Grün, geb.
Michel: in Landau Jobann. 2 J. a. S.n

Mich. Guntyer; in Speier die Diakonissin
Barbara Gläßner; in Duttweiler Wittwe
Amalie Luise Doll, geb. Bergdolt 45 J. a.;
in St. Johann a. d. S. Frau Johanna Kiehl,
geb. Peters.

Dienstesnachrichten.

Es wurden der int. Verweser der prot. Schulverweserjtelle
in Blieskastel, Kaͤrl Wüst, zum Verweser, der int. Ver—
weser der prot. Lehrerftelle in Standenbühl, Georg
Schwartz, der int. Verweser der kath. Lehrerftelle zu
Neualtheim, Johann Wolf, zu Lehrern ernannt.

Neueste Nachrichten.

Berlin, 5, Dec. Bei dem gestrigen Em
pfang des Reichstags-Präsidiums sprach der
saiser sein Bedauern aus, daß er den Reich«
tag nicht habe persönlich eröffnen können. Er
hetonte, daß die Botschaft den vollsten Ausdruck
seiner innersten Ueberzeugung wiedergebe, daß
er nur wünschen könne, die Arbeiten des Reichs
tags möchten in dieser Richtung zum Heile des
Vaterlandes und zum Wohle der Nation ihre
Erledigung finden.

Berlin, 5. Dec. Die Budget-Com—
mission nahm mit allen gegen 3 Stimmen
drei für den Kaiser-Palast zu Straßburg ge—
forderte Posten an

Straßburg, 5. Dee. Der Landesaus—
schuß wurde heute eröffnet. Das frühere Prä—
sidium, Schlumberger, Zorn, v. Bulach
Jaunez, wurde wiedergewählt.

Briefkasten der Redaktion.
Wir dachten in vorletzter Nro. in Sachen Pecheur
zegen uns unser letztes Wort gesprochen zu haben.
Wider unsern Willen sehen wir uns aber veran—
laßt, heute noch einmal auf Herrn Pecheur zurück—
zukommen. Derselbe stellt nämlich in der gestern
erschienenen Nro. 90 der „St. Ingb. Ztg.“ einen
»on uns in Nro. 202 unseres Blattes erwähnten
Vorfall so dar, daß es aussieht, als ob wir ihm
Unrecht gethan hätten. Die Sache verhält sich nach
unseren, sofort nach dem Vorfall gemachten Auf⸗
zeichnungen also: Am Freitag, 30. Sept., früh
8 Uhr erschien der Drucker des Hrn. P. bei uus
mit einem Exemplar des „St. Ingb. Anz.“, in
dem die Annonce der kgl. Kreisbaugewerkschule ent—⸗
halten war, und fragte unter Ausrichtung einer
Empfehlung und im Auftrage des Hrn. P. an,
ob die betr. Annonce nicht vielleicht für die „St.
Ingb Ztg.“ bestimmt gewesen sei. Nachdem ihm
in höfl. und gemessener Weise bedeutet war, daß
hier kein Irrthum vorliege, indem außerdem die
betr. Annonce bisher alljährlich an den „St. Ingb.
Anz.“ gelangt sei, stellte er das Ersuchen (!!), ihn
das Manujskript sehen zu lassen. Als der Abge—
sandte des Herrn P. in dieser Weise, wie wir an—
nehmen mußten, in des Letztern Auftrag, Zweifel
in die Wahrheit unserer Angabe setzte, riß uns der
Beduldsfaden und wir wiesen ihn kategorisch zurecht.
Im Weggehen drohte er noch, Herr P. werde weitere
Untersuchung anstellen lassen. Wir wandten uns
darauf an das Rektorat der kgl. Kreisbaugewerk⸗
chule und erhielten die Bestätigung, daß die betr.
Annonce nicht durch ein Versehen an uns gelangt
sei. Was berechtigte nun Hrn. P. zu der Annahme,
daß dieselbe irrthümlich an uns gegangen sei?
Konnte ihm nicht auch die Vermuthung kommen,
daß hinsichtlich der Adresse der ihm zugegangenen
Postkarte ein Irrthum möglich sei? Hätte übrigens
herr P., als er das Ansuchen an uns stellen ließ,
seinem Drucker Einsicht von dem uns vorgelegenen
Manuskripte nehmen zu lassen, uns selbst Einsicht
von der in seinen Händen befindlichen Postkarte
gewährt, wir hätten ihm (natürlich nur Hrn. P.
selbst) dann recht gerne den Auftrag des kgl. Rek—
torats an uns zur Einsichtnahme vorgelegt. Wo
liegt nun da taktloses Benehmen? Das zu ent—
scheiden überlassen wir dem vorurtheilsfreien Leser,
da wir für die Folge auf weitere Erörterungen
verzichten.

Far die Redaltion verantwortlich F. XR Deme
        <pb n="794" />
        I ÿ 268 Verbreitetste freisinnige Leιι ι_Ñ ιαια lage ü i ägli it
—ED————
pPr obeblũtter verden ut Wunsch übersandt. —

Versteigerungs⸗
Bekanntmachung.
Auszung.
Samstag, den 18. Februar

13832, Nachmittags 3 Uhr zu St.

Ingbert in der Wirthschaft von

Fohann Adam Beck Wittwe, werden

zurch den kgl. Notar Sauer in St.

Ingbert, beziehungsweise dessen Amts⸗

herweser als gerichtlich ernannten Ver—

teigerungsbeamten im Zwangswege
gegen

l. Jatob Schenkelberger. Schmelz⸗

arbeiter und 2. dessen gewerblose Ehe⸗

frau Maria Ripplinger als sammt⸗
derbindlich haftende Solidarschuldner;

3. Adam Schenkelberger, Schmelz⸗

arbeiter als deren Solidarbürgen, alle

drei in St. Ingbert wohnhaft, die
nachbeschriebenen Liegenschaften in der

Steuergemeinde St. Ingbert öffentlich

zu Eigenthum versteigert, nämlich:

J. Besitz der Hauptschuldner Eheleute

Jakob Schenkelberger;

. Plan⸗Nr. 28474. 1 a Fläche,
Wohnhaus mit Stall und Hof—⸗
raum an der Blieskastelerstraße links
auf der Haide.

. PlaneNr. 28421b. 114 70 4m
Pflanzgarten beim vorigen Grund—
tück, beide Plan⸗Nummern ein
Ganzes bildend neben Joseph
Barudio, Bergmann und Johann
Bauer, Schmelzarbeiter.

II. Besitz des Solidarbürgen A dam

S„chenkelberger:

Plan⸗Nr. 285, 12a Fläche, Wohn⸗
jaus mit Hofraum, Stall hinter
dem Hause und Gärtchen an der
Blieskastelerstraße auf der Haide
aeben Johann Quirin, Bergmann
und Johann Bauer, Schmelzar—
heiter. Die Plan⸗Nr. 284 1 a und
28497b werden als Ganzes, Plan⸗
Nr. 285 einzeln versteigert.

Die nähere Beschreibung der Ver—
steigerungsgegenstände, sowie der Ver⸗
steigerungsbedingungen können bei dem
Versteigerungsbeamten eingesehen wer—
den.

St. Ingbert, 5. Dezember 1881.

Der Versteigerungsbeamte
A. Wieit.

N *
Versteigerungs⸗
Bekanntumachung.
Auszug.

Samstag, den 18. Februar
18832, Rachmittags 2 Uhr zu St.
Ingbert in der Wirthschaft von
Peter Schweitzer wird durch den
kgl. Notar Franz Sauer in St.
Ingbert, beziehungsweise dessen Amts⸗
derweser, als gerichtlich ernannten Ver⸗

teigerungsbeamten,

gegen
Johann Joseph Schmelzer, Schmelz⸗
rbeiter in St. Ingbert wohnhaft,
Schuldner, die nachbeschriebene Liegen⸗
chaft, in der Steuergemeinde St.
Juͤgbert, im Zwangswege öffentlich zu
igenthum versteigert, nämlich:

Plan-Nr. 1282, 60 qm Fläche,

Wohnhaus mit Hofraum gelegen

in der Stadt St. Ingbert in der

borderen Hobelsahnung an der
taiserstraße neben Nikolaus Kiehl
und Georg Franz Hager.

Die Liegenschaft wird als Ganzes
Dersteigert.

Die nähere Beschreibung des Ver—
stteigerungsgegenstandes sowie die Ver—
teigerungsbedingungen können bei dem
Versteigerungsbeamten eingesehen wer—
den.

St. Ingbert, 6. Dez. 1881.

Der Versteigerungsbeamte
A. Wiei.

Derland frischer Seesische.

Der Versand hat begonnen und offerire Ihnen daher frische ausge—
veidete Seefische in Kisten von 812 Pfd. Netto per Kiste Mt. 2.60 —3
ranco und zollfrei.

In Körben von 37 Pfd. Netto per Pfd. 16—-22 Pfennig franco
gahnhof Ottensen.

H. Kreimeyer,

Rtensen a. E. A. L. Mohr Nachfolger.
Versandt frischer Seefische und

Consum⸗Artikel⸗Export.

—XVV
velehe Pranzöeiseh, FEnglisch,
ltalieniseh, cderSpaniseli wirklich
ÆAAPrechen lernen wollen.
iaratis und franlo zu beziehen durch

die Rosenthal'seche

Verlagspe iv Leinpzpig.

Gummirte
Packet Siegelmarken
u Schwarz⸗-, Gold- und Farbendruck
werden angefertigt bei
F. J. Demetz.
Pruck und Verlag von F. X.“

2m

in St. Inabert
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        ( — r

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4 2142 —J 6 * — —52

*7 7 F I8— * 2 ——

D 9 n —13535868 —838 * 95 1*

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* 138 31 —228 * * ——
—38 —I B * — . 21

—8 yp — 8
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

Blait und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 60 , einschließlich

0 B Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —H, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 H, bei Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 205.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich. *
München, 6. Dez. Die Abgeordnetenkammer
iberwies den Antrag von Hafenbrädl, die Aufheb⸗—
ing des siebenten Schuljahres betreffend, nach länge—
der Debatte an einen vierzehngliederigen Ausschuß

Abg. Crämer producirte zum Beweis, wie
die angebliche Erregung in das Volk künstlich hin⸗
eingetragen werde, einen vom Abgeordneten Penn
m amtlichen Kammercouverts an die Landbürger—
meister versandten, von der Rechten entworfenen
ithographirten Entwurf einer Petition an die
steichsrathskammer um Annahme des Antrages
dafenbrädel. Der Präsident verspricht strenge

Intersuchung der Sache und Abhilfe.

Abg. Kopp verwahrt die Rechte gegen die
Schlußfolgerungen, welche Crämer aus einer Pri—
zatkorrespondenz Penn's ziehe, für welchen nur
ziesen und allenfalls auch den Abg. v. Hafenbrädl
ie Verantwortung treffe.

München, 5. Dez. Der Finanzausschuß der
ammer der Reichsräthe hielt heute eine dreistün—
dige Sitzung über das Malzaufschlagsgesetz.
Es wurde, entgegen dem Antrag des Referenten
Grafen v. Seinsheim, mit 5 gegen 2 Stimmen
veschlossen, das Gefäll mit sech s Mark pro Hekto—
liter norläufig bis 31. März 1882 zu bewilligen.
Graf v. Seinsheim (Graf v. Seinsheim wollte nur
5 Mark vom Hektoliter zugestehen) legte hierauf
sein Referat nieder, und es wird nunmehr Herr
Reichsrath Graf v. Ortenburg an das Plenum
Bericht erstatten. (Fr. K.)

Berlin, 7. Dez. Die parlamentarische Soiroͤe
ei dem Reichskanzler war gestern von Con—⸗
ervativen und Vertretern der drei liberalen Gruppen
desucht. Das Centrum fehlte in Folge eines
örmlichen Beschlusses der Fraktion, wegen des
Artikels der „Nordd. Allg. Ztg.“ gegen Windthorst
zicht hinzugehen. Der Kanzler äußerte sein Er—
taunen darüber, daß einen klugen Politiker wie
Windthorst ein solcher Artikel in Rage bringen
önnen. Er habe ihn noch gar nicht gelesen. Fürst
Bismarck unterhielt sich viel mit Bennigsen und
Freiherrn v. Hammerstein. Man merkte seine Ver⸗
timmung über das Fehlen des Centrums.

Wie nach der „Voss. Ztg.“ verlautet, wird der
n der vorigen Session unerledigt gebliebene Gesetz-
ntwurf betreffend die Beschränkung der Ge⸗—
werbefreiheit für Tanz-⸗, Turn- und Schwimm—
ehter, Volksanwälte ꝛc. als Theil einer Novelle
ur Gewerbeordnung dem Reichsstage von Neuem
orgelegt werden
Lokale und pfälzische Nachrichten.
— Vom pfälz Schwurgericht wurde am
Dienstag der 43 Jahre alte Tagner Daniel Schlott⸗
hauer von Hütschenhauser wegeu Meineid s zu
einer Zuchthausstrafe von 83 Jahren verurtheilt. Der—
selbe hatte von dem Musiker Klos in Hütschenhausen
m Okt. und Nov. vorigen Jahres 100 M. in
zwei Zahlungen zu je 50 M. als Darlehen erhalten.
Als dieses Darlehen später zurückverlangt wurde,
iagte der Angeklagte endlich aus, von Klos kein
Beld empfangen zu haben. Seine wissentlich falsche
Aussage zog ihm die bereits gemeldete Bestrafung zu.
In der Sitzung des pfälz. Landrathes
vom 5. Dezember wurde der von Herrn Frölich
eingebrachte Antrag, Erbauung einer Eisenbahn
von Zweibrücken über Hornbach nach Bitsch betr.,
dem 5. Ausschuß überwiesen. In derselben Sitzung
referirfe Dekan Hufh üher das Fahitel Deutsche

Donnerstag, 8. Dezember 1881. 16. Jahrg.

Schulen“. Der Gesammtbedarf pro 1882 konnte
dorerst nicht summarisch festgesetzt werden, da der
Zuschuß aus Kreisfonds späterer Beschlußfassung
horbehalten bleibt. Der Betrag des Staatszu⸗
schusses entziffert eine Summe von 795,685 M.
35 Pf. Die Rechnung der Schullehrer-Pensions-
Anstalt wurde mit einer Einnahme von 220,129
M. 40 Pf. und einer Ausgabe von 214,281 M.
9 Pf. genehmigt.

- Die Kreisumlage für die Pfalz ist,
wie schon mitgetheilt, auf 37 pCt. veranschlagt, für
Oberbayern auf 21e pCt., für die Oberpfalz auf
252 pCt., für Mittelfranken auf 31 pCt., für
Oberfranken auf 268110 PCt., für Unterfranken auf
2292 pCt.

seinem „u. s. w.“ eine wesentliche Auslassung. Ich sagte
nämlich (mentaliter solchen Correspondenten gegenüber), daß
mit Einzeichnungslisten ‚unter Umständen der Behörde ge—
dient sein könne“, indem solche das Beurtheilungsmaterial
derselben vermehren würden, und daß, falls die Behörden
offiziell nichts zu thun beschlössen und die Initiative den
Hausbesibern selbst überlassen wollten, — was ja ganz im
Belieben der Behörden steht, daß dann, meinte ich, dem
Verein (trotz aller Spötteleien) das Listenauflegen immerhin
ein Weg sein könnte, den Willen der Hausbesitzer zur Er⸗
mittelung zu bringen.“ Das und noch anderes haͤtte doch
wohl auch berichtet werden müssen, wenn der Bericht ob⸗
jektiv sein soll. — Bald nachher begeht der Referent wieder
eine solche Auslassungssünde, wenn er gleich nach den
Bitten“ des Vorstandes, nichts weiter in der Sache thun
ju sollen, das neue Witglied P. redend vorführt. Als ich
nämlich wahrnahm, doß man meiuen Ausfall gegen den
„Zeitungs“⸗Correspondenten irrthümlich als etwas mehr
denn eine beiläufige Bemerkung aufzufafsen geneigt war,
sagte ich, wesentlich genau, aber beinahe wörtlich Folgendes:
Ich muß daran erinnern, daß ich schon bei Anfang unserer
Debatte meine Befriedigung darüber ausgesprochen, daß
diese complicirte Frage dem G. .V. soweit abgenommen ift
aund habe wegen der Liften weder einen Vorschlag gemacht,
noch einen Antrag zu stellen beabsichtigt, was ich zu be—
nerken bitte; mir persönlich ist es einerlei, ob eine
Revision zu Stande kommt oder nicht; aber wir mußten
doch die Sache allseitig besprechen, eben um sie von der
Tagesordnung setzen und zum folgenden Gegenstand gehen
ju können.“ Bald nachher wurde dann der Beschluß end⸗
zültig formulirt und niedergeschrieben, wie der i. Corrspon⸗
dent des „St. J. Anz.“ ihn wiedergegeben hat, wobei dann
der Vorstand mit fichtlicher Befriedigung über den Schluß
bemerkte, daß es ja nachher allenfalls doch noch Zeit wäre,
weitere Schritte zu thun. — Soweit, Herr Redalteur, die
von mir für meine Person nöthig erachtete Ergänzung Ihres
Bexichtes. Die Ratifikation derselben überlasse ich den an—
wesenden Vereinsmitgliedern. Sie aber fordere ich zu der
Erk. ärung auf, ob Sie diese Ergänzung als fummarisd
richtig anerkennen oder nicht.

Meinen Freunden aber muß ich mittheilen, warum ich
den Weg der Oeffentlichkeit beschritten. Es geschah, wen
ich in Ihrem Berichte schon mit Namen bezeichnet an die
Deffentlichkeit gezerrt worden bin, haupisächüch aber, weil
Sie durch Kürzungen meine Aeußerungen verfälscht haben.
Vor der Oeffentlichkeit scheue ich mich nicht, bin im Gegen⸗
theil der Meinung, daß es einem sich selbsi achtenden Manne
ziemt, so zu handeln, daß er seine Reden und Thaten auch
vor der Welt nicht zu verbergen braucht. Wenn ich so
einerseits für all mein Thun die volle Verantwortlichkeit
ausdrücklich tragen will, so habe ich andererseits auch die
Pflicht zu verlangen, daß man mir nichts Fremdes unter⸗
ichiebe, daß man meine Thaten nicht mißdeute und me ine
Worte nicht verstümmele um das Gegentheil daraus zu
machen. In der That ist Ihr „u. s. w.“ eine Insinuation
es heißt für den Leser etwa: „An dem vorstehenden Satz
hat man schon genug; ich könnte noch viel mehr erzählen.“
Man erinnert sich bei solchen Elisionen unwillkürlich des
Ausspruches jenes berühmten Rechtsgelehrten: Donno-,-
moi deux mots et je vous frai pendre, d. h. Geben Sie
mir zwei Worte und ich bringe Sie an den Galgen.“
Wenn Sie also kunftig kürzen wollen, so thun Sie es, aber
summarisch, sachlich und vor Allem gerecht! An—
ders kann ich es mir. wos mich betrifft. nicht gefallen
lassen.

Nun noch etwas, Herr Redakteur. In Ihrer Samstag⸗
Sonntag⸗Nunimer gehen Sie mit einer solchen Leidenschaft⸗
lichkeit (das Pubilum nennt's anders) gegen den i.Corres-
pondenten vor, daß es meine Feder anwidert, ein Urtheil
iher Ihre Auslassungen zu fällen. Nur Eines: Mit dem
„ĩ., dem Sie noch etwas vorsetzen und dann noch
etwas anhängen wollen“, bezeichnen Sie gar zu
deutlich den Namen Schlick. Damit aber fällt der gange
Inhalt Ihres Schmähartikels auf Sie selbst zurück. Deun
vissen Sie hiermit: Ich stehe mit der Correspon
denz in keinerlei Verbindung; ich habe diefelbe
weder geschrieben noch veranlaßt; ja, ich kenne
bis heüte noch nicht den Verfasser derseiben.

Rach dieser meiner Erklärung überlasse ich Ihnen das
Weitere, ersuche Sie aber, Gegenwärtiges in seiner ganzen
Ausdehnung als Erwiderung auf Ihre eigenen Correspon⸗
denzen im redaktionellen Theile Ihres nächsten Blattes qauf—
zunehmen. Mit geziemender Achtung zeichnet

Schlick.

Vorstehendes hatte ich Sonntag geschrieben, aljo einen
Tag bevor ich erfuhr, in welcher Art jener Bericht der
„Ztg.“ jogar auf unsern Stadtrath eingewirkt hat. Richtig
geahnt ahso: wenn nicht an den Galgen, so doch ins schwarze
Buch! Aber auch dagegen protestire ich hiermit laut vor
meinen Mitbürgern Der Obige.

Vermischtes.

Edler Wettstreit. In Phil adelphia sind
30 Mörder im Gefängniß, von denen mindestens
die Hälfte Aussicht auf den Strang haben. In
New-York sind sie noch nicht zusammengezählt, aber
es sind deren wahrscheinlich mehr. Es ist schon
dafür gesorgt, daß die Stadt der Bruderliebe dem⸗
selben in keiner Hinsicht den Rang ablaufen kann.
Auch in St. Louis ist — leider — mit dem Ar—
iikel überreichlich versehen, nur haben bedauerlicher
Weise viel zu wenige yon den im Stadtgefängnisse
ikenden 33 Mördern Aussicht auf den Strang.
Sterbfälle.

Gestorben: in Mörzheim Jakob Kuhn,
Ackeret 60 J. a.; in Siebeldingen Frau Eli—
sabetha Keßler, geb. Steiner, 74 J. a.; in
Weingartenderkathol. Lehrer Schiffmacher;
in Neunkirchen ChristienWerner, 83 J. a.;
ebenda Wittwe Aprill, geb. Spausen, 85 J. a.;
in Landau Frau Katharina Kiehlmeier, geb.
döffler, in Eußerthal Frl. Anna Sommer,
23 J. a. auf der Eichen bacher Mühle, Gde.
Sembach, Frau Babette Pfeiffer, geb. Eichel—
herger, 36 J. a.; in Frankenthal Mara.
Reisdorf 71 J. a.
Für die Redaktion verantwortlich F. X. Demetz.

* Von Herrn Schlick ging uns heute nachstehen—
der Artikel zu mit dem Ersuchen, denselben zu ver—
zffentlichen, da die Redaktion der „St. Ingb. Ztg.“
die Aufnahme desselben verweigerte:

St. Ingbert, 4. Dez. 1881.

An die Redaktion der „St. Ingberter Zeitung“, hier.

Herr Redakteur! Ihr Bericht über die letzte General⸗
»ersammlung giebt auch mir zur Beschwerde Anlaß. Trotz
her scheinbaren Ausführlichkeit, oder vielmehr wegen dieses
Scheines, sündigt derselbe nämlich auf meine Kosten allzu—
sehr gegen die Richtigkeit, und zwar im Modus der Glosse
und besonders dem der Kürzung. Kürzungen und Glossen
sind ja wohl erlaubt, wenn letztere als solche bezeichnet sind
und nicht als Theil des Berichtes erscheinen, und wenn
rstere summarisch gehalten werden und dabei ein möglichft
etreues Bild des ganzen Geschehnisses wiedergeben. Der
kheil Ihres Berichtes aber, der meinen Antheil an den
Debatten betrifft, ist ein Zerrbild dessen, was ich bei dieser
Zelegenheit wirklich gesprochen habe. — Erstens lassen
Sie mich sagen, „der Stadtrath habe, jedenfalls infolge der
som G.V. gegebenen Anregung, die Sache der Häusersteuer
n die Hand genommen ꝛc.“ Dieses Wort „jedenfalls“
herr Redakteur, habe ich nicht ausgesprochen, weil ich über
Fakta nur bei vollständiger Gewißheit mich derart ausspreche.
ẽEs ist dies Wort eine Glosse des Berichterstatters und hätte
n einem Bericht als solche, nicht aber als mein Wort
»czeichnet werden müssen. — Zweitens schreiben Sie: „Herr
Schl. meint, es könne jeder sagen, der Stadtrath brauche
ins nicht u. s. w.; Redner glaubt, es empfehle sich, in den
Wirthschaften Listen aufzulegen, in die sich diejenigen Haus—
nesitzer, welche eine Häusersteuerrevision wünschen, eintragen
ollien.“ Dieses „es kann jeder sagen,“ namentlich dies
„jeder“ bezog sich auf gewisse Correspondenzen der St.
J. Ztg., welche das Vorgehen des G.«V. ins Lächerliche zu
ehen gesude haben. Fer Rerichterstatter hegeht bier mi
        <pb n="796" />
        Oeffentliche
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren Michael
Eberhard in St. Ingbert wohnhaft,
wird zur Abnahme der Schlußrechnung,
zur Erhebung von Einwendungen
gegen das Schlußverzeichniß und zur
Beschlußfassung der Glänbiger über
die nicht verwerthbaren Vermögensstücke
Termin beim kgl. Amtsgerichte dahier
auf Freitag, 30. Dezbr. 1881,
Morgens 9 Uhr anberaumt, wo⸗
zu alle Betheiligten hiedurch vorgeladen
werden. Das Schlußverzeichniß und
die Schlußrechnung nebst den Belegen
sind auf der Gerichtschreiberei nieder—
gelegt.

St. Ingbert, 6. Dezbr. 1881
Kgl. Amtsgericht
Hrieger,
Gerichtsschreiber.
Licitation.

Samstag, den 31. Dezember
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu
Rohrbach in der Wirtschaft von
Jakob Wagner, werden durch den
unterzeichneten Amtsverweser des kgl
Notars Franz Sauer in St. Ingbert
hiezu gerichtlich beauftragt, die nach—
stehend beschriebenen, zur Gütergemein⸗
schaft, welche zwischen den in Rohr—
bach verlebten Eheleuten Georg Zim⸗
mermann und Margaretha Wei⸗
land bestanden hat, gehörigen Lie⸗
genschaften, der erklärten Urtheilbarkeit
wegen öffentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, nämlich:
Steuergemeinde Rohrbach:
1. Plan-Nr. 15193, 12 40 qm Fläche

mit Wohnhaus, Keller Stall und

Hofraum und Plan-Nr. 151*4,

2 a 30 qm Garten dabei, das

Ganze gelegen im Orte Rohrbach

neben Marx Bastian Wittwe;

2. Plan⸗Nr. 712, 12 a 90 qm Acker
ober'm Stegbruch neben Georg
Michaeli, Schufter und Carl Stolz;

3. Plan⸗Nr. 1569, 20 a 10 qm Acker
am Spieserweg neben Peter Hauk
und Georg Rohe;

. Plan⸗Nr. 1145, 12 a 60 qm Acker
im St. Ingberter Flur neben Urban
Jacob und Peter Michaeli;

3. Plan⸗Nr. 731, 2 2 40 qm Wiese
im Stegbruch und Plan⸗Nr. 122,
70 qm Pflanzgarten allda neben
Johann Joseph Gehring und Peter
Würtz.

Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben der genannt
verlebten Eheleute Georg Zimmer⸗
mann und Margaretha Weiland
beziehungsweise deren Vertreter und
Repräsentanten, als:

j. Kunigunde Zimmermann,
gewerblose Ehefrou von Johann Uhl,
Schmelzarbeiter, beide in St. Ingbert
wohnhaft.

II. Anna Zimmermann, ge—
werblose Ehefrau von Georg Stuppi,
Bergmann, beide in Rohrbach wohn⸗
haft.

UI. Jakob Ochs, minderjähriges
Kind der in St. Ingbert verlebten Ehe⸗
leute Nikolaus Ochs, im Leben Berg⸗
mann, und Maria Zimmermann, Letz⸗
tere eine Tochter der Erblasser Eheleute
Georg Zimmermann, welches den Franz
Jakob Ochs, Fuhrmann in St. Ing—
bert wohnhaft, zum Vormunde und
genannten Johann Uhl zum Beivor—⸗
munde hat.

IV. Margaretha ZFimmermann,
gewerblose Ehefrau von Jakob Stuppi,
hensionirien Bergmann, beide in Rohr—
bach wohnhaft.

V. Jakob und Anna Stuppi,
minderjähr ige Kinder des ebengenannten
Jakob Stuppi, aus dessen ersten Ebe

mit der verlebten Christine Zimmer—
mann, welche ihren genannten Vater
zum gesetzlichen Vormund und den
mehrgenannten Johann Uhl zum Neben⸗
Vormunde haben.

VI. Jakob Best, Bergmann und
Wirth in Si. Ingbert, als Testaments—
erbe seiner verlebten ersten Ehefrau
Barbara Zimmermann, gleichfalls einer
Tochter der Erblasser, wie als Theil—
haber an der zwischen ihm und seiner
»erlebten Ehefrau bestandenen Güter⸗
zemeinschaft. Die Ehemänner Uhl,
Beorg und Jakob Stuppi sind auch
der ehelichen Ermächtigung und Güter⸗
gemeinschaft wegen betheiligt.

St. Ingbert, 8. Dezbr. 1881.

A. Wiest.
Vertragsmäßige

Wiederversteigerung.

Mittwoch, den 28. Dezember
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirthschaft
von Johann Schmelzer, werden
durch den unterzeichneten Amtsverweser
des kgl. Notars Sauer in St. Ing—
hert, die nachbeschriebenen den Ehe—
leuten Georg Nicolaus, Bergmann
und Susanna Schott, beide früher
in St. Ingbert, jetzt in Ormesheim
vohnhaft, gehörigen Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert wegen
sichtbezahlung des Erwerbspreises
yffentlich zu Eigenthum an den Meist⸗
zietenden versteigert, nämlich:

Plan-⸗Nr. 28631424, 1 a 5 qm

Fläche, Wohnhaus mit Keller und

hofraum;

Plan⸗Nr. 28634b, 68 qm früher

Pflanzgarten, jetzt Waschküche, Ab—

ritt und Schweinstall, mit Aus—

chluß der laut Kaufact des kgl

dotars Sauer vom 11. Juli 1877

m Johann Hitzelberger veräußerte

Fläche;

Plan⸗Nr. 286310, 1 4 73 qm

Bflanzgarten und Plan-Nr. 2863 10,

37 qm Einfahrt (5 Antheil) das

Banze gelegen in der Stadt St

Ingbert auf der Meß neben Johann

Ditzelberger und Joh. Jos. Klemmer

St. Ingbert, 7. Dezbr. 1881

Der Amtsverweser des kgl. Notars

Sauer
A. Wiest.
Bekanntmachung.

In dem Konkurs über das Ver—
nögen des Wirthes Michael Eberhard
in St. Ingbert, hat das kgl. Amts⸗
gericht St. Ingbert durch Beschluß
vom 6. Dezember 1881 die Vornahme
der Schlußvertheilung genehmigt und
den Schlußtermin auf

Freitag, den 30. Dezember

1331, Vormittags 9 Uhr
m Sitzungssaale des kgl. Amtsgerichts
Z„t. Ingbert bestimmt.

Nach Vorschrift 'des 8 139 der
donk.“Ordn. für das deutsche Reich,
vird nun hiermit öffentlich bekannt
jemacht, daß der verfügbare Massebe⸗
tand 61 M. 82 4 beträgt und daß
sich die bei der Vertheilung in Frage
tommenden Forderungen auf 9380 M
54 8 belaufen. Ein Verzeichniß dieser
Forderungen liegt auf der Gerichts⸗
chreiberei des kgl. Amtsgerichts St.
Ingbert zur Einsicht der Betheiliaten
offen.

Sit. Ingbert, 7. Dezbr. 1881.
Der Konkursverwalter:
Ph · Fitz,
Geschottsmann.

Prima Welschkorn (pfatzey

„Kornkleie
eingetroffen bei J. LOeb,
vis —a- vis der prot. Kirche.
Druck und Verlag von F. X.

Holzversteigerung.
Dienstag, den 20. Dezember
1881, Mittags 2 Uhr zu Hassel in
der Wirthschaft von Friedrich Zim—
mermann lassen die Herren Heinrich
Villeroy und Barthelemn Stehme
lde Jubécourt zu Wallerfangen
etwa 350 Ster Eichen⸗ Kiefern⸗
und Birken-Brennholz in ihren
Waldungen zwischen Rittershof und
Glashütterhof öffentlich auf Credit
versteigern.
St. Ingbexrt, 7, Dezbr. 1881.
Vo Fitz
Geschäftsmann.
Unterzeichneter empfiehlt zu Weih⸗
nachtsgeschenken:
Regenschirmständer
Feuergeräthständer
Ofenversetzer
Toiletten⸗Eimer
Blumentische
arderobenhalter
2ervirtische
Servirbretter
Küchenwaagen
Gewürzkästchen
Salzfäßchen
Wiener
Caffeemaschinen
Eßlöffel, Messer
K Gabeln
Bettflaschen in
Kupfer, Messing und Zinn
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A——
ich litten
Lampen aller Art
versilb. Huilliers KLeuchter
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Otto Meigand.

zu Weihnachtsgeschenken

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Belzwaaren &amp;
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Bisam⸗Muff Mk. 7.50
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mpfiehlt J. Friedrich
Ia. Kaisermehl
P. Fery,
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Die Unterzeichneten verkaufen vor—
äufig fünf bis sechs Pferde.
St. Ingbert, den 8. Dezbr. 1881
— Pet. KePh. Uhl.
Eine kleine Wohnung
aus 2 Zimmern bestehend hat zu ver
niethen Joh. Reidig er
Eine Wohnung
zu vermiethen

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ich das Geschäft des Herrn Ph. Klinck hier übernommen habe.
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Indem ich ergebenst bitte, das meinem Vorgänger geschenkte
Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen, werde ich durch
wirklich gute und billige Bedienung bestrebt sein, solches zu rechtfertigen.
Mich geneigtem Wohlwollen bestens empfohlen haltend, zeichne
Hochachtungsvoll
Peofer Hery.

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Die Verlagshandlung: FRANZ PBHARDI
demes in St. Ingbert.

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        ⸗ 2522 22 * — 222 * 222 224 2—222 2—⸗— ——— 2 2 2 2
55 555 53835 3555 3 8333 — 53 2352335385735 565
S5 228 ce — 2, 2 2* 8 2 s —7— 2228* — 2* 28 532

—8 * — 2 * — 22 S * 5282 * 57 — * 2
* 2 * — S2 *3 3 — — e2 5 * * —523 2235 —A
*23 8 8— 2. 3 —— 2 2 —— — — 2 5 — —71 — 223 —2 — *

—8 2 525 2 — S22 —— 225 5 52* 27 2 —A 8 36*

— 525 235— 533—— — 52 — 8 25552 ;5 —2. 5—5 ——2—35 32523
553 555 5385 5 85 8 53 3 —58 d3833838 3533*

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— 5083 5—525—* A — 5252 5 ——82.3582 — ——A

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3 2 25 — — * 25 —2 2 — 38 — * S * ——
— 2—53 — — 25 — 28 — 58 — 55326533355333535837 IB2
* 2 — 8 * * 8 —
* 2 252 2.5 2 * S 58 2225 5 —35 — 56522
2 35* 5 2 — * 2 5* . 235 2 —— — 38 —— e 222

2— 25 2322 52—23 —5 555 232 28 *8 55— 338— ——2323— 25
z5 3 5 553 335 5——355 353

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2 —28 5 35 2 5*3 — 238 —835—253*25. —52522
55 —233 3—33 322 5—5 — 3 8383

* — 2 * — * *

5— — — 83 5———33755 5—35355575 — 3 325
52 — — 5 — 22222 ** —A——— 83 ———5s52 ac 5
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2 —— 2 53S5* 52 —A—— 32c —A —2S 2 — 3. — . —5282 232 —533*
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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der „St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samsstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteliahrlich 146 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AMA 60 H, einschließlich

„O H Zuftellungsgebüuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Exvedition Auskunft ertheilt, 13 489, bei Reclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
W 20606.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
München, 7. Dez. (Abgeordnetenkam—
er.) Abg. Sauerbrey richtete an die Regierung
ie Anfrage, ob sie gesonnen sei, dem zegenwärtigen
randtage eine Gesetzesvorlage, die Revision des Ge—
etzes vom 28. Mai 1852 über die Distriktsräthe
etr.,, zu machen? Minister Irhr. v. Feilitzsch er—
idert, daß die Regierung diese Absicht nicht habe,
a sich kein Bedürfniß zu einem legislativen Vor—
ehen herausgestellt habe. Abg. Geiger begründet
einen Antrag auf Revision der Verordnung vom
23. November 1869, die Normaleichungskommission,
ie Verifikatoren, Stempel- und Eichzeichen be—
reffend und betonte hierbei, das die alljährliche
ztempelung der Maaße und Gewichte, weil zu
astig und kostspielig, beseitigt werden jolle. Mi—
iister Frhr. v. Feilitzsch erwidert, daß die Regierung
in der periodischen Verifikation festhalte, daß jedoch
erhebungen im Gange seien, die darauf gerichtet
eien, in wie weit eine Revision angezeigt und na—
tentlich ob eine Erleichterung in Bezug auf den
Lermin möglich sei. Abg. Frhr. v. Soden bean—
ragt, über den Antrag Geiger zur Tagesordnung
berzugehen, nachdem die Regierung ihre Bereit—
illigkeit zu einer Revision des 830 der fraglichen
zerordnung erklärt habe. Nach einer kurzen Be—
nerkung des Ministers Frhrn. v. Feilitzsch und des
bg. J. Müller sprach sich Abg. Dr. Frankenburger
eegen den Antrag Soden aus, der eine Beschränk—
ing des Antrags Geiger sei; der Abg. v. Soden
onne blos einen Grund haben, den Antrag Geiger
4 bekämpfen, daß nämlich Herr v. Soden eine
Schmälerung eines bayerischen Reservatrechtes be—
ürchte; indessen sei doch Niemand im Hause, der
in bayerisches Reservatrecht antasten wolle. Abg.
irhr. v. Soden erklärt, daß der Vorredner mit der
zemerkung bezüglich eines Reservatrechtes Recht
abe. Abg. Daßler betont die Nothwendigkeit der
devision. Der Antrag des Irhrn. v. Soden wird
bgelehnt und der Antrag des Abg. Geiger ange—
ommen. Ein Antrag des Abg. Keßler auf Revi—
on des Landrathsgesetzes wird abgelehnt.

Ddem Vernehmen der „Pf. Ztg.“ nach soll die
ayerische Regierung sich neuerdings sehr
ait dem Tabacksmonopol befreunden, was
yr ganz unbegreiflich scheint. Man muß doch,
chreibt die „Pf. Zig.“, in München — abgesehen
on dem Bundesstaatlichen Bedenken — wissen,
»aß das Monopol besonders die Pfalz sehr schwer
hädigen würde, weil seine unabweisbare Conse—
zuenz die Einschränkung und, wenn es noch mehr
held tragen soll, das allmähliche Verbot des deut—
chen Tabackbaues sein müßte.

Vomek. bayerischen Staatsministerium
er Finanzen erging folgende Entschließung:
Mit dem Ablauf des Monats Dezember 1881 ist
ne durch die Verwaltungs- und Staatsaufwands⸗
fktats für ein Jahr der 15. Finanzperiode 1880
end 1881 den Staatskassen ertheilte Zahlungsbe—
aigniß erloschen. Da bei dem gegenwärtigen
ande der Budgetberathungen in der Kammer der
bgeordneten keine Möglichkeit besteht, bis zum
zchlusse des laufenden Jahres für die Deckung der
taatsbedürfnisse des Jahres 1882 in definitiver
veise Vorsorge zu treffen, so wird im Interesse
nes ungestörten Fortganges im Staatshaushalte
erfügt, daß die in der Finanzmunisterialentschließung
om 17. Dezember 1867 niedergelegten Bestim—

Samstag, 10. Dezember 1881. 16. Jahrg.

nungen über die provisorische Zahlungsermächtigung
zür das Jahr 1868 in gleichmäßiger Weise auch
ür das erste Jahr der 16. Finanzperiode 1882,83
zis zu dem Zeitpunkte in Anwendung zu kommen
saben, mit welchem die definitiven Etats hinaus—
zegeben sein werden.

Berlin, 6. Dec. Reichstag.) Beim Etat
er Reichs-Eisenbahn-Berwaltung hebt
Dr. Lingens hervor, es sei nöthig, in diesem Res—
oxt die Sonntags-Heiligung besser zu pflegen. Büchte-
nann brachte die Preis-Differenz für Schienen—
rieferung deutscher Werke nach dem In- und Aus—
and zur Sprache. Der Etat wird hierauf genehmigt,
benso der Etai für die Bank-Verwaltung.

Es folgen Berichte der Budget-Commission über
nehrere derselben verwiesene Theile des Etats. Bei
em Militär-Bud get werden eine Reihe von
iteln unbeanstandet genehmigt. Für Mannschaften
eantragt die Commission, anstatt der geforderten
2,479,775 M. unr 52,319,520 M. zu bewilligen
ind demgemäß die Zahl der Ersatze Reserven von
8,041 auf 29,700 Mann herabzusetzen. Der
Zzorschlag wird angenommen. Bei Tit. 8 — der
ine aus diesem Beschluß folgende Ersparniß auf—
eist — constatirt Rickert aus dem Schweigen des
kriegs-Ministers bei dem vorigen Titel, daß dieser
ine Verkürzung der Präsenzzeitfür mög—
ich halte. In seinem Bestreben, Ersparnisse zu er⸗
ielen, würde indessen der Reichstag die Schlagfertig—
eit der Armee niemals beeinträchtigen. Der Kriegs-
uiinister Kamecke erwidert: Solches Mißtrauen
egen den Reichstag hege auch die Regierung nicht.
zmm Uebrigen komme sie dessen Wünschen nach Kräften
ntgegen. Der Antrag der Budget-Commission wird
ingenommen.

In rascher Folge werden die folgenden Capitel
iach den Anträgen der Budget-Commission geneh⸗
nigt; ebenso die einmaligen Ausgaben.

Geeichstag.) Berlin. 7. Dec. Der Etat
»er Marineberwaltung wird unverändert
iach den Anträgen der Budgetkommission genehmigt.

Beim Etat der Post⸗und Telegraphenver—
valtung treten Stöcker, Lingens und Rei—
hensperger für vollständige Sonntagsruhe ein.
ttichter erkennt die Rücksichtsnahme für die Sonn—
agsruhe der Postbeamten an, aber der Verkehr dürfe
abei nicht leiden.“ — Postrat Fischer erklärt,
—
S„onntagsruhe gewähre, aber auch die Verkehrs—
zunteressen berücksichtigen müsse.

Bei“ dem Etat des Schahamts spricht Köhl
Volkspartei) gegen die Bewilligung der Mittel für
zrbauung eines Kaiserpalastes in Straßburg.
dafür plädiert Petersen. Die Position wird
nit großer Majorität bewilligt. dagegen stimmten

die Sozialdemokraten, die Elsässer, zwei Fortschritt-
er und 10 Mitglieder des Centrums.

Nächste Sitzung Freitag. — Nach einer vorläufigen
disposition soll der Reichsstag am 17. Dezember
ich vertagen und am 4. Januar wieder zusammen—
reten.

In Reichstagskreisen wurde die auftauchende Nach—
icht, daß der Reichskanzler die Ernennung eines
vicekanzlers betreibe, der die inneren Ange—
egenheiten übernimmt durchaus ernsthaft aufgenom⸗
nen.“ Als designirte Persönlichkeit wird der Mi⸗
nister v. Puttkamer bezeichnet. Man bringt
)iese Nachricht in Verbindung mit der Aundienz,
ie Fürst Bismarck am Sonntag bei dem Kaiser
atte.

Nach der Berliner „National⸗Ztg.“ hat Herr
». Franckenstein (erster Vicepräsident des

Reichstages und erster Präsident der bayerischen
Reichsrathskammer) „seine Freunde in der bayeri—
chen Abgeordnetenkammer vor einem allzu schroffen
Vorgehen gegen das Ministerium Lutz gewarnt,
da durch ein solches die günstige Lage, welche für
das Centrum in Berlin jetzt bestehe, leicht verscherzt
verden könne“.

Berlin, 8. Dez. In einem Artikel über die
Wirkung der letzten Reden des Reichskanz-—
ers sagt die „Provinzial⸗-Correspondenz“, anknüp⸗
end an die Absicht Bismarcks, bei der Pflege des
nonarchischen Prinzips und bei Erfüllung der na—
ionalen Ziele neben den Conservativen sich auch
iuf das Centrum zu stützen: Den Kampf fortzu⸗
etzen, könne nur die Leidenschaft der Parteien for⸗
ern, welche den Kampf mit der Kirche als solchen
vollen und die Regierung auch in den bisherigen
Ztreitigkeiten nur unterstützten, weil sie dieselben
u ganz anderen Zielen mit fortzureißen hofften.
Ddie Trennung von Staat und Kirche, sowie von
Schule und Kirche durchzuführen, sei niemals die
Absicht der Regierung gewesen; als letztes Ziel des
dampfes sei stets der dauernde Friede mit der Kirche
ezeichnet worden. Man stehe jetzt am Beginn der
rsehnten Aera des kirchlichen Friedens. Bismarck
erwarte jetzt, wo die Abwehr nach jener Seite nicht
mehr in gleichem Maße erforderlich sei, daß in dem
etzt entbrennenden Kampfe des Unglaubens gegen
en Glauben überhaupt, evangelisch wie katholisch,
ille ernsten Christen mit der Regierung zusammen—
tänden. Die großen leitenden Gedanken, welche
Fürst Bismarck im Reichstage während der vorigen
Woche als Grundlage seiner Politik aufgestellt,
vürden eine belebende Kraft haben und alle ernsten
Geister vereinigen, zunächst und vorbehaltlich der
zjemeinsamen positiven Schöpfungen, zum Kampfe
zegen die fortschrittlichen kirchenfeindlichen Bestre—
zungen, welche nicht blos für die Kirche, sondern
zuch für die nationale Einheit und das monarchische
Prinzip gleich gefährlich seien.
Ansland.
NRoum, 7. Dec Die offiziöse „Perseveranza“
meldet, daß Kaiser Franz Josehh am 5. Januar
aach Italien kommen werde.

Die „Kölnische Zeitung“ meldet aus Peters-
hurg vom 6. d. M.: Heute wurde hier eine Bande
von 15 Personen aufgehoben, welche mit vollstän—
digen Offiziersuniformen und Georgs-Kreuzen ver—
sehen war und sich jedenfalls an dem übermorgen
tattfindenden Georgsfeste betheiligen wollte. In
Folge dessen sind außerordentliche Vorsichtsmaßregeln
getroffen worden, um einem etwaigen Putsch vor⸗
zubeugen.

— —
Lokale und pfälzische Nachrichten.
* St. Ingbert, 9. Dez. Dem Vernehmen
nach veranstaltet nächsten Sonntag der Gewer be—
Verein für seine Mitglieder im Saale des Hrn.
Schweitzer (Höfchen) eine Abend-Unterhaltung. Da
die Herren Seiter und Schadewitz ihre Mit—
wirkung zugesagt haben, so steht ein sehr genuß—
reicher Abend in Aussicht.

* St. Ingbert, 9. Dez. Wir erinnern daran.
daß kommenden Sonntag, 11. Dez., Nachmittags
—A
zirksversammlung der Kriegervereine
des Landwehrbezirks Zweibrücken hsaatt—
indet
        <pb n="800" />
        St. Ingbert, 9. Dez. Herr G. Schade—
witz dahier wurde in einer am Mittwoch stattge⸗
habien General-Versammlung des Cäcilien-—
VZereins zu Frankenthal einstimmig
— Wie wir
hören, wird Herr Schadewitz schon bald nach Weih⸗
nachten seine neue Stelle antreten. J

*St Ingbert, 9. Dez. Seit Mittwoch Nach⸗
mittag wird die 11jährige Elisabetha Eller,
Tochter des Fuhrmanns Jakob Eller. wohnhaft
auf dem Höfchen dahier, vermißt. Das Mädchen
entfernte suich aus Furcht vor Strafe zu der ange—
gebenen Zeit aus dem Hause und ist bis jetzt jede
Spur von ihr verloren. Die Eltern befinden sich
darüber aus leicht begreiflichen Gründen in großer
Aufregung.

*St. Ingbert, 9. Dez. Dieser Tage wurde
von den Hru. Dachdeckermeistern Gebr. Danzer
hier eine äußerst schwierige und gefährliche Arbeit
vollbracht; es wurde von ihnen das Kreuz auf der
kath. Kirche angestrichen und der Hahn zum Neuvber—
golden herabgenommen. Gegenwärtig wird der
uͤtztere in seinem neuen Glanze mit der Bitte um
ein kleines Trinkgeld in den Häusern vorgezeigt.
Derselbe wird, wenn er seine Reise durch die Pfarr⸗
gemeinde vollendet hat, wieder auf seinen hohen
Posten kommen.

In Zweibrücken wurde beim Vollzuge
der neuen Steuergesetze 2853 Steuer⸗-Erklärungen
abgegeben, nämlich 540 über den Genuß von a—
pitalrenten, 8608 über Gewerbebetrieb und 1450
uͤbher den Bezug von Einkommen aus Tagelohn
oder Besoldung.

— Homburg, 8. Dez. Gestern Abend wurde
der verheirathete Bahnarbeiter Bullacher mit zer⸗
drücktem Arm todt zwischen den Bahngeleisen ge—
funden. Ob sein Arm durch die Puffer zerdrückt,
oder ob der Mann überfahren wurde, konnte nicht
festgestellt werden. (Zw. 3.)

Dem kgl. Forstmeister Renner in Dahn
wurde von St. Majestät dem König der Ludwias—
orden verliehen.

* In der am Sonntag in Neustadt a. d. H.
stattgehabten Versammlung der pfälzischen
Kreditgenossenschaften wurde der Beschluß gefaßt,
die Satzungen mit dem neuen Gewerbesteuergesetz
in Einklang zu bringen.

— (Pfalzisches Schwurgericht. Am
Mittwoch Vormittag wurde gegen Michael Orth,
26 Jahre alt, verheirathet, Barbier und Schneider
in Schweigen, wegen vier Vergehen des öffentlichen
Aergetnißgebens durch Vornahme unzüchtiger Hand⸗
lungen und des Versuchs der Nothzucht verhandelt.
Orih wurde von den Geschworenen im Sinne der
Anklage schuldig befunden und zu einer Zuchthaus-
strafe von zwei Jahren verurtheilt; ferner wurden
demselben die bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von fünf Jahren aberkannt. — am Nach—
mittag desselben Tages Verhandlung gegen 1. Ge⸗
org Magin, 19 J. a., Sohn von Karl Joseph,
und 2. Anton Graber, 19. J. a., Sohn von
Joseph, beide Fabrikarbeiter von Eppstein, we—
gen Körperverletzung mit nachgefolgtem
Tode. Dieselben hatten am Abend des 10. Juli
I. J. den etwas angetrunken aus dem Wirthshause
heimkehrenden verheiratheten Wagner Friedrich Koch
von Eppstein in der Kuhgasse daselbst ohne jede
Veranlassung von Seiten desselben überfallen und
ihn dermaßen mit Prügelhieben mißhandelt, daß
Koch am 29. August darauf in Folge dieser Miß⸗
handlung starb. Die beiden Angeklagten wurden
oͤhne Annahme mildernder Umstände für schuldig
erkannt und zu einer Zuchthausstrafe von ie acht
Jahren verurtheilt.

In der Mittwochs⸗Sitzung des pfälzischen
Landrathes berichtete Hr. Frentzel über die
Distriktsstraßen. Die Unterhaltungskosten belaufen
sich aus 923,670 M.; davon trägt der Kreis
73,000 M. und die Distriktsgemeinden 851,670 M.
Aus Staatsmitteln sind für Herstellung und Unter—
haltung der Distriktsstraßen noch 188,600 M. zur
Verfügung gestellt. Der Zugang von 63,557 m.
zur Lange der Distriktsstraßen ist in Folge von
Reubauten und Uebernahme von Gemeindestraßen
zu verzeichnen.

Herr König stellt den Antrag, man möge bei
Vertheilung der Staatszuschüsse zu den Distrikts⸗
straßen darauf Bedacht nehmen, daß für diejenigen
Disirikte, welche weniger mit Staatsstraßen durch⸗
zogen find, einigermaßen ein Ausgleich stattfinde.
Der Landrath ftimmt dem Antrage bei und ersucht
die k. Staatsregierung, dem Landrath im nächsten
Jahr eine entsprechende Vorlage machen zu wollen.

Herr Or. Buhl stellt das Ersuchen, es moge
»on kgl. Staatsregierung angeordnet werden, daß,
oweit möglich, die Staatsstraßen nach dem jewei—
ligen Einwerfen gewalzt werden, und daß den Di⸗
trikten, welche mit diesem Walzen auf ihren Straßen
zie Versuche machen wollen, die Walzen der Staats-
traßen thuͤnlichst leihweise überlassen werden. Die
distrikte haben natürlich Sorge zu tragen, daß die
Walzen im guten Zustande wieder abgeliefert wer—
den. Uebrigens wurde anerkannt, daß beim Bau
neuer Distriktsstraßen die Staatsstraßenwalzen schon
zisher in entgegenkommender Weise überlassen
vurden. (Pf. K.)

Vermischtes.

* In einer am Mitttwoch stattgehabten Ver⸗
ammlung des historischen Vereins zu Saar—⸗
rücken“hielt Herr Pfarrer Lichnock von Dud⸗
veiler einen mit großem Beifall aufgenommenen
Hortrag über den ‚Rentrischer Stein.“ Die
Saarbr. Ztg.“, der wir diese Notiz entnehmen,
tellt einen ausführlichenen Artikel in Aussicht und
berden wir nach dem Erscheinen desselben jedenfalls
och einmal auf dieses für die meisten unserer
Leser gewiß interessante Thema zurückkommen.

FFrauenberg, 6. Dez. In einem Stein⸗
)ruche in der Nähe von hier wurde, wie die „Saarg.
Ztg,“ meldet, ein Arbeiter von herunterstürzenden
Hrund- und Steinmassen verschüttet und 'sofort
jetötet. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau
nit 5 unversorgten Kindern.

Elberfeld, 8. Dec. Die „Elb. Ztig.“
neldet: Gestern Racht überfuhr der Zug der Ber—
—
Jeim einen Wagen der Pferdebahn. Der Kuischer,
her Conducteur uud ein Passagier der Pferdebahn
ind todt, ein zweiter Passagier schwer verletzt. Die
Bahn war am Morgen wieder frei gelegt.

4 Eine Riesenanzeige finden wir in der
Wiener „Presse“, nämlich einen acht Folioseiten
imfassenden Weihnachts-Katalog der R. Lechner'
chen Hof⸗ und Universitäts-Buchhandlung in Wien.
stach dem niedrigsten Tarifsatze (12 Kr. per Zeile)
erechnet, würde sich der Preis dieses Monstreinse—
ats auf 7520 M. stellen. Wenn nun auch nicht
mzunehmen ist, daß für eine Anzeige in diesem
UImfange der Normalpreis gezahlt wird, so mögen
ich doch die Kosten für Papier, Satz, Druck u. s. w.
mmerhin auf 2000 - 2500 M. netto stellen.

4 25,000 Selbstmörder jährlich. In
Furopa bringen sich in jeder Stunde durchschnittlich 83
Menschen ums Leben; so wandern jährlich 25,000
Freiwillige den dunkeln Pfad in das Reich, aus
vem noch kein Wanderer zurückgekehrt ist. In den
ünf Jahren, 1873 bis 1878, haben nach Oettingen
nehr als 110,000 Menschen sich selbst das Leben
jenommen und ihre Zahl nimmt jährlich zu.

Militärische Begriffsbestimmung.
zn der Instruktiansstunde wird gefragt: Was ist
Honneur“? — Antwort: Das Honneur ist das⸗
enige vor Demjenigen, dem es gebührt.

Fünfzehn Paar schneeweißer Pferde hat das
ussische Hofministerium zur bevorstehenden
drönung des Czaren im Auslande ankaufen lassen.
Die prachtvollen Thiere sind bereits unterweas nach
Noskau.

4 Kapitän Paul Boytons Schwimmtour
vurde Mitte November recht ungemüthlich. Am
18. November zwei Uhr Nachmittags passirte er,
egleitet vom Korrespondenten des Newyork-Herald,
St. Charles Mo. am Missouri. Er hatte noch 30
Meilen bis zur Mündung des Missouri in den
Nississippi zu schwimmen, und wollte seine bloße
kour bei St Lonis beenden. Als Boyton St.
rxharles passirte, war sein Anzug mit Eis bedeckt
ind auch an dem Boote des Korrespondenten hingen
fiszapfen. Am 19. November, Morgens 9 Uhr,
chwamm Boyton in den Mississippi hinein.

— Eine Kommission des Kongresses in Washington
hesuchte eine Papierfabrik. Die Herren hatten
Lormittags eine prachtvolle Pappel am Ufer des
Flusses bewundert. Diese Pappel wurde in ihrer
Gegenwart gefällt, um 3 Uhr Nachmittags war sie
in Papierstoff verwandelt, und um 5 Uhr befand
sich eine Ausgabe der „Neuen Zeitung von New—
HYork“ in den Händen der Komissions-Mitglieder,
velche über deren Besuch Bericht erstattete und auf
das Pappelholzpapier gedruckt war.

(Gweibrücken in Amerika.) Die
Jubelfeier von Yorktown und die Anwesenheit der

dachkommen oes Generals bon Steuben vei
elben veranlaßt einen alten Zweibrücker, im
Wächter am Erie“ Folgendes aus dem Schatze
einer Erinnerungen zu erzählen: „Weil in letzter
Woche die hundertjährige Feier der Kapitulation
zer englischen Armee unter Lord Cornwallis an
Beneral Washington stattfand, so wird es nicht
minteressant sein, zu erfahren, daß auch ein deut—
ches Regiment unter Kommando des Generals
Lafayette die Schlacht bei Yorktown mitgemacht
hat und den Sieg erringen half, der dieses Land
bon der Botmäßigkeit Englands befreite. Dieses
Regiment war das Regiment „Zweybrücken“, in
dafayette's Armee „Regiment Deux Ponts“ ge—
nannt, und wurde auf Bitten der Herzogin von
Zweybrücken Lafayette's Armee beigesellt. Der
Hroßonkel des Unterzeichneten von mütterlicher
Zeite, der Louis Ambos hieß und welcher im Jahre
824 in Zweibrücken starb, diente in diesem Re—
zimente, welches aus lauter Deutschen zusamenge—
setzt war, oft von seinen Zügen und Schlachten,
die er in Amerika mitgemacht, und wie er wieder
mit Lafayette's Armee nach Europa zurückgegangen.
Auch kannte ich noch mehrere andere Männer, die
n diesem Regiment gedient. Ueber dieses Regi—
nent wissen die amerikanischen Geschichtsschreiber
Nichts zu sagen, und doch ist alles Dieses, was ich
Ihnen hier mitgetheilt, Wahrheit, und hätten die
Herren deutsch⸗amerikanischen Geschichtsschreiber sich
chon längst darum bekümmern sollen, aus welchen
Regimentern die Armee Lafayette's bestand, und
zätien dann, weil immer über die Hessen geschimpft
vird, bei der großen Feier in Yorktown sür das
deutsche Regiment Zweybrücken auftreten können.
2. A. Wollenweber, „Alter vom Berge“.“ Der
stedaktion des „Adler“ in Reading theilte Herr
Wollenweber seitdem noch mit, daß er als Knab—
ven stattlichen Obersten des „Regiments Zweh—
zrücken“ (das in Lafayette's Armee unter dew
ranzösischen Namen „Deux Ponts“ bekannt war),
derrn Esebeck, persönlich gekannt und seinem Be—
zräbnisse beigewohnt habe.

Nachdem schon vor einigen Tagen in Mon
treult (englisch Nordamerika) der Versuch gemach
vorden war, das Gerichtsgebäude in die Luft zu
prengen, wurde dort abermals, wie aus London
interm 7. Dez. gemeldet wird, eine Höllenma—
schine aufgefunden.
Gemeinnũtziges.

— Gegen das Faulen der Kartoffeln in
skeller) empfiehlt der „Landwirth“ ungelöschter
dalk. Dieser zieht gierig jede Feuchtigkeit an
ind da die Keller-Räumlichkeiten meist feucht sind
Trockenheit des Aufbewahrungsortes aber vorzugs—
veise als Vorbedingung einer vortheilhaften Auf
»ewahrung der Kartoffeln betrachtet wird, so dürft
zer Einfluß des Kalkes auf die Erhaltung der
tartoffeln wohl einleuchten. Man schütte im Keller
nehrere Häufchen — in kleineren Kellern genügt
chon ein Häufchen — ungelöschten Kalkes auf und
edecke sie, damit sie nicht mit den Knollen in Be—
ührung kommen, mit Stroh⸗- oder Reisigbündeln
Im Frühjahr kann der Kalk sehr zweckmäßig zur
Düngung verwandt werden, indem man ihn au
ie Miststätte ausstreut und diese nachher mit Jauche
egießt; solcher Dünger eignet sich besonders zurt
Verwendung für nassen und kalten Boden.

— (Wanzen) lassen sich sicher und gefahrlo⸗
zurch die Tinktur des abendländischen Lebensbaumes
Thuja occidentalis) vertreiben. Die Tinktur oder
ẽssenz wird dadurch hergestellt, daß man einen
Theil der grünen Blätter mit 10 Theilen Wein—
geist übergießt und einige Tage in der Wärme
iehen läßt. Der Lebensbaum findet sich in vieler
Privatgärten und in jeder Kunstgärtnerei, von de
man die Blätter umsonst oder um eine Kleinigker
erhalten kann. Mit 1 VLot Blätter kann man vi
ausrichten.
Sterbfälle.

Gestorben in Kaiserslautern Frau Peter Hube
Wwe., Katharina geb. Haag, 66 J. a.; in Ober—
arnbach Adam Ul rich, pens. Lehrer; in Weben
sjeim Maria Angne, geb. Hamm 72 J. a.; in
Irheim der pens. Lehrer Theodor Schmidt, 60
J. a.; in Ottweiler der Bautechniker Philipp
Pfordt, 31 J. a.; in Baumholder der Bürger
neistet a. D. Heyl; in St. Wendel Station⸗
yorsteher 1. Cl. und Ritter des Rothen Adleror⸗
dens Fr. Wilh. Hübscher, 54. J. a.
        <pb n="801" />
        Berlin, 8. Dec. Von den Aeltesten
zer hiesigen Kaufmannschaft wurde dem Deut—
chen Handelstag ein Antrag wegen einer
welt⸗Ausstellung zu Berlin im Jahr 1885
der 1886 übergeben. Diese solle anstatt
u Rom, wie von den Italienern im Plan,
u Berlin stattfinden. Eventuell solle eine
jationale deutsche Ausstellung in dieser Zeit
zattfinden, während die römische hinausge⸗
choben würde. Auf eine Correspondenz hie—
rüber an die Commission für eine römische
Anusstellung hat deren Sekretär, Signor Or—
ini, geantwortet: Die Vorarbeiten seien so
veit vorgeschritten, daß ein Rücktritt Ita—
iens von dem Unternehmen nicht möglich.
dagegen sei man bereit, wenn Dentschland
ine nationale Ausstellung ausführen wolle,
ie Welt⸗Ausstellung zu Romum 1—-2
Jahre zu verschieben.

Berlin, 8. Dec. Der „Reichsanzeiger“
eröffentlicht eine Verfügung des preußischen
dandelsministers, des Fürsten von Bismarck,
in die Vorsteber der Kaufmannschaft zu Dan—
ig vom 5. Dezember. In derselben werden
die Behauptungen der Kaufmannschaft, welche
je in dem letzt erschienenen Jahresbericht für
880 über den Einfluß der neuen Zollpoli—
ik veröffentlicht hat, widerlegt. Der Jah—
esbericht beh auptet nämlich: Die amtlichen
Motive machten für die Erhöhung des Mehl-—
Zolles geltend, dem deutschen Müller werde
ein Roh-Material, sei es vom Inland oder
Ausland bezogen, durch den Getreidezoll um
den ganzen Betrag dieses Zolles vertheuert
verden. Dies stehe mit der für den neuen
Jolltarif sonst geltend gemachten Auffassung,
— daß die neuen Eingangs-Zölle von Aus—
and getragen würden — im Widerspruch.
dies sei — sagt der Handelsminister —
hatsächlich unwahr.

Marktberichte.
Zweibrücken, 8 Tezur. (Iruchtmittelpreis und Vil-
ualienmarki.) Weizen 12 M. 31 Pf. Korn 9 M. 76 Pf.,
zerste zweireihige M. 10 Pf., vierreihige 8 M. 51 Pf.
zpelz 8 M. 95 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinkel
i. — Pf Vischfruht 10 M. 17 Pf., Hofer 7 M.
8 pPf., Erbsen — M. — Pf, Widen 9 M. — Ppf.,
rartoffseln J M. 80 Pf. Heu 4 M. 75 Pjf. Stroh 8 M
30 Pf., Weißbrod Li/3 Kilogr. 61 Pf., Kornbrod 3 Rilo.
O Pf., Gemischtbrod 3 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 90 Gr.
; Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf., II. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
leisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.,
zutter ?3 Kilogr. 1 M. 13 Pfi, Wein J viter 30 Pf.
zier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 7. Tezember. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗,
lienmarkt.) Weizen 12 M. 44 Pf. Korn 9 M. 80 pf.
Spelztern — M. — Pf., Spelz 0O M. Pf., Gerste
reihige — M. — Pf. Gerste 4Kreihige O M. — Pf.
dafer7 M. 20 Pf., Mischfrucht 10 M. 20 Pf., Erbjen
M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Bohnen O M.
— Pf., Kleesamen — M. — Pf. Kornbrod 6 Pfund
— pij. Gemischtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
sindfteisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hanumeltreisch — Pj.,
Schweinefleisch 530 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 8 Ni.,
tarroffeln per Ztr. 1 M. 50 Pi.

Landstuhl, 5. Dezember. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗
ualienmarkt) Weizen — M. — Pf., Korn 9. M77 Pf.
Spetz — M. — Pf. Hafer 7 Mt. 69 Pf., Gerste 0 M.
— Pf., Wicken — M. — Pf., Erbien —, M. — Pf.,
dinsen — M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kartoffeln
»er Ztir. 1 M. 40 Pf., Kornbrod 6 Pfd. 74 Pf., Weis⸗
rode3 Pfd. — Pf. Gem. Brod 3 Pfd. — Pf., Butter
»er Pfd. 1M. 10 Pf. Eier per Dutzend 90 Pj.

Kaiserslautern, 6. Dezember. (Fruchtmittelpreis und
Ziktualienmarktt.) Weizen 12 M. 05 Pf., Korn 9 M.
34 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 8 M. 71 pf.,
sderste 9 M. 29 Pf., Hafer 7 M. 73 Pf., Erbsen 16 M.
pf., Wichen O M. — Pf., Linsen 16 M. 50 Pf. Klee⸗
amen — M. ·— vVf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pj., do.
Pfd. — Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 46 Pf., Vutter pro
zfd 1 M. 20 Pf., Eier 1 Stück 07 Pf., Kartoffein pro
zentner 1I M 50 Pf., Stroh 8 M. 50 Pf., Heu pro Etr.
JM. — Bf. Kleeheu 5 M. 20 Vi.

Für die Redaktion verantwortlich F. X. De metz.

der allgemeinen Kranken⸗Unterstützungss und Sterbe—
Kasse St. Ingbert.
81.
Zweck des Vereins.

Die allgemeine Kranken- Unterstützungs⸗ und
Sterbe-Kasse St. Ingbert hat den Zweck, ihren
Nitgliedern bei unverschuldeten Krankheitsfällen
nit Arbeitsunfähigkeit eine Unterstützung und bei
Sterbefällen ein Begräbnißgeld zu gewähren.
82.
Mitgliedschaft.

Jeder in St. Ingbert wohnende unbescholtene
zürger und Arbeiter, verheirathet oder nicht, der
örperlich und geistig gesund, nicht unter 21 und
iicht über 60 Jahre alt ist und keine Strafe er—
itten hat, welche den Verlust der bürgerlichen Ehre
»der die Untersagung der Ausübung der bürger—
ichen Ehrenrechte nach sich zieht, kann Mitglied der
dasse werden. Ausgeschlossen sind jolche Personen,
velche schon Aulagen zu einem Uebel haben, das
ie bald oder wiederholt zur Arbeit unfähig machen
vürde, oder einen baldigen Tod nach sich ziehen
önnte. Ueber das Alter ist eventuell Nachweis zu
ringen.

83.
Anmeldung.

Wer Mitglied der Kasse werden will, hat sich
hei dem Vorsitzenden derselben zur Aufnahme zu
nelden und ein Gesundheitsattest des von der Kasse
bestimmten Arztes beizubringen.

84.

Der Beitrag der Mitglieder beträgt pro Monat
zei den Mitgliedern im Alter von 21 —40 Jahre
30 und darüber 40 Pfennige.

8 5.
Extrabeiträge.

Im Falle der Fond der Kasse geschwächt ist und
ie Nothwendigkeit es erheischt, ist der Verwaltungs⸗
ath berechtigt, bei Sterbefällen einen Beitrag zu
erheben, der den Betrag von 20 Pfennige ver
HPitglied nicht übersteigen soll.

8 6.
Eintrittsgebũhr.

Jedes Mitglied hat zu zahlen ein Eintrittsgeld
ind zwar im Alter von 21 bis 30 Jahre 2 M.,
jon 30 bis 40 Jahre 3 M., von 40 bis 50 Jahre
4.M., von 50 bis 60 Jahre 5 M., das in
Raten entrichtet werden kann, innerhalb 3 Mona⸗
en nach der Anmeldung aber eingezahlt werden
nuß. Das Recht zum Bezug des Kranken⸗ und
Sterbegeldes beginnt sechs Monate nach dem Tag
der Aufnahme.

Ueber allenfalls früher nothwendig werdende Un—
terstützung hat der Verwaltungsrath zu verfügen.
87.

Bezug des Krankengeldes.

Jedes Mitglied, sofern es die statutmäßigen Be—
dingungen erfüllt, erhält im Falle einer unverschul—
deten Erkrankung, welche Arbeitsunfähigkeit zur
Folge hat, eine Unterstützung von 4 M. pro Woche.

Sollte frühere Unterstützung nothwendig sein, so
jat der Verwaltungsrath darüber Beschluß zu fassen
und entsprechende Abhülfe zu treffen.

Die Unterstützung darf jedoch den Betrag von
ß Mark nicht übersteigen.

88.
Mitglieder.

Die Kasse hat außerordentliche und ordentliche
Nitglieder.

Außerordentliche Mitglieder können aufgenommen
verden, wenn diese auf die statutenmäßige Kranken⸗
ind Sterbe⸗Unterstützung verzichten, ohne vorherige
irztliche Untersuchung und haben ein Eintrittsgeld
yon 2 M. zu entrichten und haben nur 30 Pig.
Monatsbeitrag zu leisten.

Diese haben jedem activen Mitgliede gleiche
Rechte mit Ausnahme der Rechte an die Kasse.

89.
Wohnungswechsel.

Mitglieder, welche zur activen Armee eingezogen
verden, haben, während sie sich bei der Fahne be—
inden, keinen Anspruch auf Unterstützung und sind
vährend dieser Zeit von den Beiträgen entbunden.
Von hier fortziehende, nach 6 Monaten wieder
„jierher zurückkehrende Mitglieder treten wieder, mit
em Nachweise ihrer Gesundheit, in ihre vollen
Kechte ein. ohne Fintrittsdeld.

Anmeldung in Erkrankungsfällen,
Dauer der Krankheit.

Wer erkrankt, hat dies sofort dem Vorsitzenden
der. Kasse anzuzeigen und das Krankheitszeugniß
des Vereinsarztes bei zu fügen. Dauert die Krank⸗
heit nur drei Tage, so wird keine Unterstützung
gezahlt, dauert die Krankheit zehn Tage und länger
so werden diese drei Tage mitbezahlt.

Erkrankt ein Mitglied, so hat es für die ersten
14 Tage, in welche die Erkrankung fällt, den Bei—
trag zu zahlen, ist dagegen bis zur nächsten Auf—
lage nach seiner Genesung von dem Beitrage ent—
bunden.
811.
Sterbegeld.

Beim Ableben eines Mitgliedes erhalten die
Hinterbliebenen ein Sterbegeld von 40 M., im
Falle die Frau eines Mitgliedes stirbt, erhält das—
selbe 20 M. ausbezahlt.

Sind Mittel vorhanden, können diese Beträge,
und zwar je um 10 M. erhöht werden.
8 12.

Strafen.

Wer während der Zeit, für welche er sich krank
zemeldet, irgend eine Arbeit verrichtet, wer ohne
ausdrückliche schriftliche Erlaubniß des Arztes aus—
zeht, diese Erlaubniß zur Verrichtung von Arbei—
ten und Bestellungen mißbraucht, oder wer zu an—
deren Stunden, als es der Arzt ihm erlaubt hat,
auͤsgeht, verliert für die Woche, in welcher dies
Jeschieht, das Krankengeld. Keinen Anspruch auf
strankengeld hat, wer durch eigne Schuld, bei
Schlägereien erkrankt.

(Schluß folgt in der Sonntagsnummer.)

Heller'sohs Spielwerke
werden alljährlich um diese Zeit angekündigt, um bald
larauf als Glanzpunkt auf Tausenden von Weihnachts-
ischen die kostharsten Sachen 2u überstrahlen. Aus
Jeherzeugung rufen wir einem Jeden 20: Was kann
vohl der Gutte der Gattin, der Bräutigam der Braut,
ler Freund dem FPreunde Schöneres und Willkommeneres
zchenken? Es vergegenwärtigt glücklich verlebte Stunden,
acht und scherzt durch seine bald heitern — erhebt
Jerz und Geémüth durch seine ernsten Weisen, verscheucht
Praurigkelt und Melancholie, ist der beste Gesellschafter,
les Einsamen treuestar Preund; und nun gar für den
eidenden, den Kranken, den an das Haus Gefesselten!
mit einem Worte, ein HeIIersehes Spielweri
larf und sollte in keinem Salon, an keinem Rrauken-
dette, überhaupt in keinem guten Hause fehlen.

Für die Herren Wärthe, Conditoren, so-
wie Geschäfte jeder Art, gibt es keine einfachere und
sichere Anziehungskraft als solch' ein Werk, um die
dJäste und Kunden dauernd zu fesseln. Wie uns von
rielen Sei:en bestätigt wird, haben sieh die Pinnahmen
zolcher Etablissemente geradezita verdoppelt;
larum jenen Herren Wirthen and Gesenu ts-
lu Hahberia. die noch nicht im Besitze eines Spiel-
verkes sind, nicht dringend genng anempfohlen werden
conn, sien dieser s0 sicher erweiseuden
Zuglrasft ohne Zögern au bedienen, um
30 mehr, da auf Wunsch Zahlnngserleiechterungen ge-
vährt werden. Den Herren Geistliehen, welche
aus Rücksicht für ihren Stand, oder der Entfernung
vogen, Concerten ete. nicht beiwohnen können, bereitet
soleh' eiu Kunstwerk den schönsten, dauerndsten Genuss.
Wir bemerken noch, dass die Wahl der einzelnen Stücke
2ine fein durehdachte ist; die neuesten, sowie die be—
iiebtesten ültern Opern, Operetten. Tänze und Lieder
inden siech in den Hellerschenmn Werken auf
las Schönste vereinigt. Derselbe hat die Ehre, Lieferant
rzieler Höfe und Hoheiten zu sein, ist überdies auf den
Ausssstellungen preisgekrönt, neuerdings in NMelbourne
der einzige, der sperziell für sien allein den ersten Preis
— Diplom nebast silherne Medaisle erhielt. Eine für
liesen Winter veranstaltete Prämienvertheilung von 100
Spielwerken im Betrage von Pranes 20, 000 dürfte zu-
léei besondern Anklang finden, da jeder Käufer, selbst
chon einer kleinen Spieldose, dadurch in den Besit?
ꝛines grossen Werkes gelangen kann; auf je 25 Pranes
»rhält man einen Prämienschein. Reichhaltige illustrirte
Preislisten nebst Plan werden anf Verlangen franco
rugesandt.

Wir empfehlen Jeddermann auch bei einer kleinen
Spicldose, sich stets direkte an die Fabrik zu wenden.
da vielerorts Werke für Heller'sche angepriessen werden,
die es micht sind. Alle ächten Werke und Spieldosen
tragen seinen gedruckten Namen, worauf zu aehten ist
Die Firmia hält nmircenda Niederitaßen.

Die auf Grund neuer wissenschaftlicher Forschungen dar—
zestellten und von vielen Herren Aerzten warm empfohlenen
W. Vosf'schen Katarrhpillen, welche den so lästigen Sunupfen
in wenigen Stunden beseitigen und heftige Liugen .chachen
und Kehlkopftatarrhe binnen kürzester Frist in die mildeste
Form überführen, find (à Dose Mt. ]) in fast jeder Apotheke
zu haben. Dajselbst wird auch eine kleine Vroschüre über
dieses neue Heilverfahren von Dr. med. Wittlinger unent⸗
neltlich abgegeben
        <pb n="802" />
        33 J 77cc — — —A 444- 214
vochentiich. Preis nur M. 2 frei ins Hnus. Vom JI. Junuar an vergrössertes Form-
robeolavveł werden aut v 4
Abschrift.
Deffentliche Zustellung.
Vorladung.
Kißling Adolf, 23 Jahre alt,

Schlosser und Reservist,

Rohr Kaspar, 25 Jahre alt,
Muüllergeselle und Reservist,

Detemple Josef, 25 Jahre alt,
Fommis und Reservist,

Jost August, 28 Jahre alt,
Metzger und Reservist,

Fickert Karl Ferdinand, 25
Jahre alt, Glasmacher nud Reservist,
alle zuletzt in St. Ingbert und nun
ohne bekannten Aufenthaltsort abwesend,
werden hiermit vorgeladen am

Mittwoch, den 15. Februar

18832, Vormittags 929 Uhr,
in der öffentlichen Sitzung des Schöffen—
gerichts zu St. Ingbert, in dessen Sitz⸗
ungssaale zu erscheinen, damit daselbst
über die gegen sie erhobene Anklage
vegen unerlaubter Auswanderung am
19. Juli, beziehungsweise 5. August,
17. August, 14. September und 2.
Oktober 1881 geschritten werde.

Zugleich wird den Angeklagten er⸗
öffnet, daß bei unentschuldigtem Aus—
bleiben ihre Verurtheilung auf Grund

der vom kgl. Landwehrbezirksdcommando
Zweibrücken am 1. Dezember 1881
nach Vorschrift des,5 472 des R. St.
G. B. abgegebenen Erklärung erfolgen
werde.
St. Ingbert, 5. Dezbr. 1881.
Der kgl. Amtsanwalt:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung
Der kgl. Gerichtsschreiber
Krieger.

53 66
„Krankenfreund
Das unter diesem Titel in Richters
berlags⸗Anstalt zu Leipzig erschienene
Schriftchen gibt sowohl Gesunden
ewährte Rathschläge zur Be—
kämpfung der ersten Krankheits⸗Symp⸗
some, als auch Kranken zunverläs⸗
fige Anleitungen zur erfolgreichen
Behandlung ihrer Leiden. Damit
ourch dieses Büchelchen möglichst alle
tranken die ersehnte Heilung
finden, wird dasselbe von obige r Ver⸗
lags⸗Anstalt gratis und franco ver⸗
sandt, es hat also der Besteller weiter
eine Kosten, als 5 Pf. für seine
Posskarte.

lcstielYbrejl
Sonmtag. dem IS-. Herα
—
iMm Prachthcll-Scucale
unter Leitung des Musikdirektors Herrn Alhbert Gehlen.

—90NM'öcMqI.

IOSUA.
Oratorium in 3 Theilen für Soli, Chor und Orchester
von G. FP. Handel.
Die Soli baben freundlichst übernommen:

Soprarm: Prl. Louise Knispol. Concertsungerin aus Darmstadt.
411t: Frl. Hormine Spies, Concertsangerin aus Wiesbaden.
Tenor: Herr A. Meboer, Concertsanger aus Basel.
Bassz Herr OC. Forron, Concertsanger aus Frankenthal.
Drehester: KRaiserslauterer Stadtkapelle und hiesige Dilettanten.

IMITZæ
Honig-Lebkuchen
illigst bi P. Zepp.
Für Pferdeliebhaber!
Die Unterzeichneten verkaufen vor—
äufig fünf bis sechs Pferde.
St. Ingbert, den 8. Dezbr. 1881.
Vet. &amp; Pet. Uhl.
daatmann's

Anfang präcis 4 Uhr, Ende 6 Uhr.
F Pintrittspreise: 1 nummerirter Platæ “ß 83. —
1 nicht nummerirter Platz Ab. 2. —
Textbüchelchen 20
Abgang dor Eisenbahnzüge in der Richtung nach St. Ingbert-
Saarbrüũcken: 722, Homburg-Neunkirchen: 820, Saargemünd 71*, Pir-
masens: 887.,
4ò

Wir bitten dringend

um Hilfe in der Notb! —
im Linderung des durch schrecklichen Brand hervorgerufenen Elendes unserer
S„tadt! — Besonders Euch, Ihr wohlhabenden Mitbrüder, rufen
bir an: Oeffnet Eure mildthätige Hand! Der wird es Euch lohnen, nach
Dessen allweisem Rathschlusse wir so schwer heimgesucht wurden, Dessen Güle

uch dor ähnlichem Unglücke bewahre!

Die Ziehung unserer Geld-Lotterie findet
unwiderruflie *

am 28.. 29.,30. Derbr. nüchtshin sfatt.
ziehungsliste erscheint spätestens 10. Januar. Die Stadtverwaltung Brückenau.
Brückenauer Loose à 2 Mark zu haben bei: J. Friedrich,
F. Woll, Buchhandlung, und Joh. Weirich, Friseur in SI. Inaberi.

i. gegen Magenleiden, Magenschwäche
Magenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
Ddiarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
t., 2. gegen Husten, Catarrh, Catarthal⸗
eber, Brustverschleimung ?c, 3. gegen
hicht, Rheumalismus, Steifigkeit der Ge—
nke ꝛc; altbewährte tausendfach erprobte
»ausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten) von denen man viele mit ge⸗
ingen Kosten selbst bereiten kann“
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
stückantwort einsenden, kostenfrei mit.
B. Becker, Seesen-Braunschwe ig.
Für Weihnachts-Geschenke
mpfehle ich seidene und wollene
Foullards, französ. Jacken
ür Männer und Unterhosen.
B Sepp.

⁊
Dr. Zwiche, Augenarzt,
Saarbrücken, Vorstadtstr. 29. 20
Sprechst. V. 9 —12. N. 2-3.
——6
Weihnachts-Ausstellung.

Für die beginnende Weihnachts-Saison bewilligen wir bei allen
Weihnachts-Annoncen,

die oFFters zur Aufnahme kommen, bedeutenden Rabatt.
Die Exvedition des „St. Ingb. Anzeigers.“
7

Der Unterzeichnete hat mit der Ausstellung aller erdenklichen
KRinuderspielwaäaren

—
.
zegonnen.
Grof
24 ινα.
pen
Mark per Stüuck, ebenso in
uppenköpfen —
in Wachs, Papiermaché, Porzellan, Holz u. s. w.

6 F 0 — 0
Baumverzierungen und SFichter.
Ferner empfehle mein reiches Lager in den neueste Kurzwaaren—

Artikel, als:
Hosenträger, Portemonnaies, Cigarrenspitzen, Manschettenknövfen,
in allen Facon ꝛc.

Das Allerneueste in Parfumerien und Toiletten—
Begenständen hauptsächlich in sort. Schachteln, Atrappen u. s. w.
Cigarren in Kistchen zu 25, 50 u. 100 Stück,
ferner in Albums mit Cigarrenfüllung Dr. Glimmstengel's. Reiseabenteuer“ ec. ꝛtc.

Indem ich zum Besuch meiner Ausstellung höflichst einlade, sichere zugleich
die billigsten Vreise zu. 5— —DD————

* O

uswahl in

7* * * e 28 F r *
Feinste Delicateß-Kräuter-Häringe
zarinirt in einer von mir neu erfundenen picanten, angenehm schmeckenden
Zauçe; allen Haus- und Gastwirthschaften, Restaurationen, Delicatessenhandlungen,
jesonders aber allen Feinschmeckern, da dieselben den Magen erfrischen und den
Appetit ungemein anregen, sehr zu empfehlen; per Faß, ca. O Pfd. schwer

30 - 100 Stück enthaltend, nur 5 Mk.
Neue Isländische Fisch-Roulade
narinirt in den feinsten Gewürzen, höchst delicat, picant und Appetit erweckend;
zer Faß, ca. 10 Pfd. schwer, 40 Portionen enthaltend, nur 4 Mk. 50 Pf
Marinirte Elb-Aal in Gellees dicke Stücke

der Faß, ca. 10 Pfd. schwer, nur 7 Mk.

Ger. Kieler Bücklinge
per Kiste 45 Stück enthaltend, ca. 10 Pfd. schwer, nur 3 Mk. 30 Pf.

Ger. Kieler Sprotten
der Kiste ca. 200 Stück enthaltend, nur 3 Mk. 50 Pf.
nersendet zollfrei gegen Nachnahme oder Einsendung des Betrages.
. G. A. Rroitriicla, EAntturg.

J.B. Agenten werden gesucht.
dein Wohnhaus
in St. Ingbert mit 2 Bauplätzen.
lcker⸗ und Wiesenland ist aus freier
dand zu verkaufen.

Zu haben bei: Herrn Mich. Haas, Jeau Peters, J. Rickel, u. J. Uhl jr. Johann Schmitt, Zechenschmied
in St. Ingbert; Jos. Pauly u. Frau Wittwe Fonnet in Blieskastel. St. Ingberter Grube.
Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert. F—

Hiezu für unsere Post⸗-Abonnenten Illustrirtes Sonnagoblatt Nr. TII.

Unserer heutigen Rummer

liegt ein Prospekt bei, be⸗
reffeno „Königstrank“ von Jakoby,
Berlin 80, Reichenbergerstraße 2, wo—
auf wir hiermit besonders aufmerk⸗
am machen.“
        <pb n="803" />
        — 53
—— 34

*

— /

* * F 7 ß
9* —33
8 —6 —3 5 9 —3 — S g ⸗ J —8
D⏑ ⏑ 806—86 — —5—55
JI J 86 9 * —326 — * —9— —— — —4
amJ 5— —— — —5 J J23
5J7 —7 —6 6—— — —588 ———
——*3 ——536 —9 — — 9 —8 8 —5988 —8 34
147 * * 6 * —*8* * 8 * 47 * 14
—A— —3233 * ——2 * 9 —438— 3 —
— 68 9 —58 6 —9 —898

—

Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 16 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 MA 60 , einschließlich

10 H Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 ⸗, bei Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 207. Sonntag, 11. Dezember 1881.

16. Jahrg

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Berlin, 8. Dezbr. Bei dem gestrigen Frak—
nons-Diner der Nationalliberalen hielt Bennigsen
ine politische Nede. Er sprach sich gegen die
Lereinigung der liberalen Gruppen zu einer großen
iberalen Partei aus, da vielfach Unterschiede zwischen
»en Gruppen beständen; die liberalen Gruppen
ollten vielmehr in der Abwehr der Reaktion ver—
inigt zusammenstehen und bei positiven Aufgaben
zusammenwirken. Gerade im gegenwärtigen Augen—
licke müßten die Nationalliberalen ihre Selbständig—
eit nach rechts und links und gegen die Regierung
nit Entschiedenheit wahren, um im gegebenen Mo—
nente zu neuer Wirksamkeit hervortreten zu können.

Berlin, 9. Dez. Gestern Nachmittag 8 Uhr
rat das Staatsministerium beim Reichskanzler
Fürsten Bismarck zu einer Sitzung zusammen,
oelche nahezu zwei Stunden gedauert hat.

Der Bundesrath ertheilte dem Consular—
»ertrag mit Griechenland und der Vorlage
zetreffend den Zollanschluß der Unterelbe
eine Zustimmung. Ferner hat der Bundesrath
eschlossen, das Vogelschutzgesetz von 1879 mit
inigen kleinen Aenderungen dem Reichstaqge aber-
nals vorzulegen.

Ausland.

Wien, 8. Dezbr. Die römische „Correspon—
ance politique francaise“ dementirt die Gerüchte
yon einer politischen Mission des Cardinal Hohen⸗
ohe zu Wien oder Berlin. Der Cardinal besuchte
eine Verwandten in diesen Städten und machte
en Herrschern beider Reiche die üblichen Besuche
»er Höflichkeit

Loralce und pfälzische Nachrichten.

St. Ingbert, 10. Dez. Wie uns mitge—
heilt wird, hat sich die seit Mittkwoch vermißte
zlisabetha Eller von hier, gestern wieder im
zause ihrer Eltern eingefunden.

—(Pfälzisches Schwurgericht. Am
5. Dezember wurde Jakob Lebeck, 53 J. a.,
ckerer von Dietschweiler, wegen Brandstiftung zu
iner Zuchthausstrafe von 5 Jahren verurtheilt
inter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf
ie gleiche Dauer.

— Bezüglich der Sekundärbahn Obermoschel—
Alsenz macht die „Pf. Z.“ einen Vorschlag, der
inige Beachtung verdient. Sie proponiert als
Zetriebskraft statt des Dampfes die Elektrizität.
Fin Irrthum ist es allerdings, wenn der betr.
rorrespondent annimmt, diese Kraft verursache fast
jar keine Betriebskosten. Im Gegenthile sind die
dosten fürt Erzeugung der elektrischen Kraft recht
„edentend. Da weder Alsenz noch Moschel das
öthige Wasser zur Aufbringung des elektrischen
ztromes haben, so meint die „Pf. Z.“, man solle
ie Kraft entweder von der Dampfmaschine in der
Daubhausmühle oder von einem Wasserrad in
er Nahe, vielleicht bei Odernheim nehmen. Jene
dampfmaschine oder das Wasserrad würden eleltrische
Maschinen treiben, damit die nöthige Elektrizität
czeugen und diese würde mittelst eines Telegraphen—
raͤhtes nach Obermoschel geleitet werden. So ein⸗
ach die Sache klingt, so steht doch zu befürchten,
aß man bei der event. Ausführung noch auf
nanche Schwierigkeiten stoßen wird. Am aller—
oenigsten aber dürfte das in Rede stehende Unter⸗
ehnien ein event. sehr kostshieliges Experiment
ertragen können.

— Speyer, 8. Dez. In der gestrigen 7.
Sitzung des pfälz. Landrathes wurde nach einem

resstündigen Referatdes DecansKrieger die Grün—

zung einer Pensionskasse für die pfälzischen Kreis—
zediensteten und deren Relicten beschlossen und die
»orgelegten Statuten mit einigen Modifikationen
ingenommen. Diese Kasse soll sowohl als Pensi—
unskasse für die Kreisbediensteten, wie als Alimen—
ationskasse für deren Hinterbliebenen ins Leben
reten.

- Haßloch, 7. Dez. Ein hübsches Mädchen
in junges Blut erkor sich ein schon im gesetzten
Alter befindlicher Wirth in der Nachbarschaft zur
Frau. Doch sie war einem Speyerer Bierburschen
ehr gut, lud ihn auf die Kirchweihe zur Unter—
zützung ihres Mannes ein, er erschien, war sehr
leißig, wußte sich das Vertrauen des Wirthes aber
uch dessen Weib und Geld zu erwerben und ver—
chwand mit sämmtlichen am zweiten Kirchweihtage
»ei Nacht und Nebel. Der bitter getäuschte Ehe—
nann, welcher sich nach den Strapazen der Kirch—
oeihe wieder seinem jungen Weibchen widmen wollte,
and das Paradies zerstört. Das Finale der Ge—
chichte wird von der Civilkammer in Frankenthal
einen Abschluß finden. (Sp. 3.)

— Der Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein
»eutscher Ingenieure hat, dem „Kais. Stadtanz.“
ufolge, seinem langjährigen Vorstande, Herrn
direktor Euler in Kaiserslautern, ein prächtiges
lbernes Trinkhorn als Geschenk überreicht. In
den Vorstand wurden für 1882 gewählt als 1
Horsitzender Herr Oberingeneur Chateau, als 2.
horsitzender Herr Architekt Dihm, als 1. Schrift⸗
ührer Herr Ingeneur Crusius, als 2. Schrift⸗
ührer Herr Oberingeneur Müller.

Vermischtes.

St. Johann, 8. Dez. Gestern wurde nach
»er „St. Joh. Zig.“ hier eine Köchin aus St.
zugbert verhaftet, die sich in einem hiesigen Gast—
sause, wo sie bedienstet war, Diebstähle an Wäsche
c. hat zu schulden kommen lassen.

Der Bayerische Verein für Geflügelzucht
jat an den deutschen Reichstag folgende Petition
—
nit allen Mitteln dahin zu streben, für ganz
Deutschland ein Vogelschutzgesetz zu erlangen, mit
hunlichster Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse
owie Eigenthümlichkeiten, und im Einklange hier—
nit internationale Vereinbarungen mit Italien und
zꝛem südlichen Frankreich, Spanien und Griechen—
and zu treffen, welche der dort üblichen Massen—
—0
oirksam Einhalt thun.“

Der Postdampfer „Neckar“ aus Bremen
angte am Mittwoch in New-HYork in stark beschä—
igtem Zustande an. Der Dampfer verlor einen
Hatrosen, sechs Boote, die Kommandobrücke und das
sanze Deckhaus. Der Dampfer hat ein Leck, auch
ie Maschinerie ist beschädigt, und das Haus des
„teuermanns wurde zertrümmert. Der Dampfer
at die entsetzlichsten Stürme überstanden. Die
dassagiere, worunter Jefferson Davis sich befand,
lieben unbeschädigt.

F Wien, 9. Dez. Ein gestern Abend aus—
ebrochenes Feuer im Ringtheater, welches dem
Zernehmen nach durch Spirituslampen auf der
Zühne entstanden ist, richtete ein fürchterliches Un—
lück an. Das Publikum flüchtete in unbeschreib—
icher Verwirrung, Da die Ausgänge nicht ge—
rügten, mußte die Rettung mittelst Sprungtücher
ind Feuerleitern bewerkstelligt werden. Bis jetzt
ind 120 anscheinend Tote oder Ohnmächtige rauch—
jeschwärzt in die nahegelegene Rettungsanstalt über—
ragen worden, die meisten derselben dürften tot sein.

Moraens 11 Uhr: Das Innere des Ringthea—

ters ist vollständig niedergebrannt; bis 2 Uhr heute
früh sind über 250 verkohlte Leichen aufgefunden
vorden. Viele liegen noch unter den Trümmern
hegraben. Der Gesammtverlust an Menschenleben
vird über 200 geschätzt.
Sterbfälle.

Gestorben: in Speyhyer der pens. Hausmeister
Karl Ströhl, 82 J. a; in Saarbrücken
die Wittwe Sophie Kiefer, geb. Lautz 80 J. a.

Dienstesnachrichten.

Dem kal. Notar Guttenberger in Rockenhauseu
wurde gestattet, bis zum 15. Mai 1882 den geprüften
Rechtspraktikanten Joh. Däuwel aus Oberlustadt als
Amtsverweser zu bestellen.
Für die Redaktion verantwortlich F. X. Demetz.
Briefkasten.

An LIc. V. Sie können versichert sein, daß
die Brückenauer Ziehung am 28. Dezember definitiv
zieht, da ja die Stadtverwaltung selbst „unwider—
ruflich“ ausschreibt
Statuten
der allgemeinen Kranken-Unterstützungs⸗ und Sterbe⸗
Kasse St. Ingbert.
(Schluß.)
8 13.
Ausschluß aus der Kasse.

Durch Beschluß des Ausschusses sind aus der
asse als Mitglieder zu streichen:

Wer gerichtlich wegen eines Verbrechens zu einer
Strafe vderurtheilt wird, welche den Verlust der
bürgerlichen Ehrenrechte nach sich zieht, wer Krau⸗
kengelder durch Täuschung des Arztes oder der
Revisionsbeamten erschleicht; wer bei seiner Auf⸗
nahme Umstände verheimlicht hat, welche ihn nicht
zur Aufnahme berechtigten F 2., wer mit seinem
Beitrage drei Monate im Rückstande bleibt und
nach erfolgter Mahnung im vierten Monate nicht
ahlt. Wer drei Monate im Rückstande ist und
während dieser Zeit krank wird, hat keine Unter—
stützung zu beanspruchen.

8 14.
Austritt.

Wer freiwillig austritt, verliert jeden Anspruch
an das Vereinsvermögen; Derselbe kann jederzeit
wieder eintreten, muß aber das statutmäßige Ein—
tritisgeld zahlen und den vorgeschriebenen Gesund—
heitsnachweis liefern.

Wer ausgestoßen wird, hat keinen Anspruch an
das Vereinsvermögen und kann nicht mehr aufge—
nommen werden.
8 15.
Verwaltung.

Der Verein wird von einem Verwaltungsrathe
Jeleitet, der aus 9 Mitgliedern besteht und aus
seiner Mitte den ersten und zweiten Vorstand, den
Zecretär, dessen Stellvertreter und den cautions,
fähigen Kassirer erwählt.

Die Verwaltungsrathsmitglieder werden für ein
Jahr gewählt, sind s wieder wählbar.

—16.
Pflichten des Ausschusses.

Der Verwaltungsrath hat alle Angelegenheiten
der Krankenkasse zr ordnen und zu leiten und das
Interesse derselben nach außen wie innerhalb der
der Kasse zu wahren. Er ist verpflichtet, die Be—
timmungen der Statuten in allen ihren Theilen
uu Handhaben und sein Amt treu und gewissen—
jaft zu verwalten.
        <pb n="804" />
        817.

Bestrafung der Verwaltungsrathsmitglieder.

Sollte ein Mitglied des Ausschusses diesen
Pflichten nicht nachkommen, so kann die General—⸗
dersammlung dasselbe seines Amtes entsetzen und
hei grober Pflichtverletzung den Ausschluß aus dem
Vereine aussprechen.

8 18.
Versammlungen.

Der Verwaltungsrath versammelt sich allmonat⸗
lich. Nöthigenfalls können außerordentliche Sitz-—
ungen durch den Vorsitzenden anberaumt werden.

Auf Antrag von mindestens 4 Mitglieder des
Verwalthungsrathes muß eine Sitzung gehalten
verden.

venn die Beträge vom Vorstande angewiesen sind,
ind hat in jeder Verwaltungsrathssitzung Bericht
zu erstatten. *4
8.V.
Deponirung des Kapitals.

Uebersteigt der Kassenbestand die zur Bestreitung
er Krankengelder nöthige Summe, so wird der
leberschuß bei dem Vorschußvereine St. Ingbert
erzinslich angelegt.

8 21.
Erhebung der Beiträge.

Für den Verein wird eine Person angestellt,
velche allmonatlich die Beiträge bei den Mitglie—
nern hebt und sonstige Vereinsangelegenheiten, die
m Auftrage des Verwaltungsrathes oder eines
ieser Mitglieder geschieht, gegen eine zu verein—
barende Entschädigung zu besorgen hat.

8 22.
Generalversaumlungen.

Jährlich finden zwei Generalversammlungen statt,
uind zwar im Monat Januar und im Monat Juli,
n welchen der Kassirer Rechenschaft über den Stand
der Kasse ablegt.

Zur Ertheilung der Decharge hat die General—
oersammlung 3 Mitglieder zu erwählen.

Die Einladungen zur Generalversammlung müssen
mindestens drei Tage vor derselben mit Angabe
der Tagesordnung durch die Localblätter geschehen.

In den Generalbersammlungen und ebenso be'
Wahlen, entscheidet bei Abstimmungen die einfache
Majorität. Bei Stimmengleichheit entscheidet de
Vorsitzende.

Sollte eine weitere Generalversammlung noth—
vendig werden, dann entscheidet die einfache Ma—
orität der anwesenden Mitglieder und ist jede Zahl
)»er Mitglieder unter vorheriger Bekanntgabe dees
mstandes, daß in der ersten Generalversammlung
in Beschluß nicht gefaßt werden konnte, zur Be—
chlußfassung berechtigt.

8 23.
Auflösung des Vereins.

Die Auflösung des WVereins erfolgt, wenn di—
Mitgliederzahl weniger als 15 zählt und soll dat
porhandene Vermögen der Armenkasse anheim fallen

Berathen zu St. Ingbert am 15. October 1881

Der Verwaltungsrath.

819.

Obliegenheiten der Verwaltungsbeamten.

Der erste Vorstand, oder in seiner Abwesenheit
dessen Stellvertreter, leiten die Versammlungen des
Ausschusses, wie die Generalversammlungen. Der
Secretär besorgt die schriftlichen Arbeiten, der
stassirer führt Buch über Einnahmen und Aus—
zaben. Der Kassirer darf nur Zahlungen leisten,
— 2—
* *
Abschrift. Gewerbe⸗-Verein
Deffentliche Zustellung. St. Ingbert.
— Montag Abend
Kißling Adolf, 28 Jahre alt, Sfener Seiter
Schlosser und Reservist, — —* rEeuet
Rohr Kaspar, 28 Jahre alt, üs6lo
Müllergeselle und hsewist ee,
Detemple Josef, 28 Jahre alt, Zimm waffe eisen,
Fommis und Reservist, Ausstechförmchen,
Jost August, 25 Jahre alt, zmalirtes Kinderkochgeschirr.
Metzger und Reservist, iq.
Fickert Karl Ferdinand, 25 ————————————
Jahre alt, Glasmacher und Reservist, Zu Weihnachtsgeschenken
alle zuletzt in St. Ingbert und nun mpfehle ich
ohne bekannten Aufenthaltsort abwesend,
verden hiermit vorgeladen 7 E9 Veslzwaaren —
Mittwoch, den 15. Februar u äußerst billigen Preisen, als:
13832, Vormittags 29 Uhr, Ieinn Preis RMk7230
in der öffentlichen Sitzung des Schoffen⸗ Boa 775
gerichts zu St. Ingbert, in dessen Size schiwarze Hasen-Garnitur 10.50
ungssaale zu erscheinen, damit daselbst Kongs⸗ , 20. -
über die gegen sie erhobene Anklage chter Affen⸗Muff 13.—
vegen unerlaubter Auswanderung am eine Iltis-Garnitur 55. —
19. Juli, beziehungsweise 35. August, echter Zobel-Muff mit Boa 115.—
17. August, 14. September und 2. Kragen 110.—
DOktober 1881 geschritten werde. Ferüranin isße
Zugleich wird den Angeklagten er— — Bermann Fischer.
öffnet, daß bei unentschuldigtem Aus— Drauben-Brust⸗Honig
bleiben ihre Verurtheilung auf Grund J
der vom kgl. Landwehrbezirkzkcommando
Zweibrücken am 1. Dezember 1881
nach Vorschrift des 8472 des R. St.
G. B. abgegebenen Erklärung erfolgen
werde.
St. Ingbert, 5. Dezbr. 1881.
Der kgl. Amtsanwalt:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung
Der kgl. Gerichtsschreiber
Krieger.
Kinderspielwaaren,
Beschäfts⸗, Gebett, Sthul- und
Bilderbücher,
sämmtl. Schreibmateriaulien,
iberhaupt alle in dieses Fach ein—
cchladenden Artikel zu den äußerst
billigsten Preisen empfiehlt
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Gewerbe-Verein.
Sonntag. 11. Dezember, Abends 8 Uhr,
im dehweitzerschen dSaale:

3
Abond-Untorhaltun
Die Mitglieder sind höflichst eingeladen. 8

Der II. Vorstand.

Mer gpraohen kennt, ist reich zu nennon. —
Das Neisterschafts-System
zur

practischen und naturgemässen Erlernung
der

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Geschüfts-&amp; Umgangssprache.
Pine neue Methode, in 83 Monaten eine Sprache sprechen,
schreiben und lesen zu lernen.
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Haus sucht für den Verkauf von Caffe«
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Sonntaaseblatt NRNr.
        <pb n="805" />
        „D Jugherter Amzeiser.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der „Et. Jugberter Anzeiger“ ẽrscheint wöchenltich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltu nags

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljäͤhrlich 1 6 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 H, einschließlich

40 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 B, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A, bei NReclamen 80 4. Bei 4maliger Einrüdkung wird nur dreimalige berechnet.
M 208.

Montag, 12. Dezember 1881.

16 Jahrg.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

sten Maßregeln ergriffen werden, um die Anarchie
in Irland um jedeu Preis zu beenden.

In der ikalte nischen Deputirtenkammer haben
im Laufe der vergangenen Woche große Debatten
iber die auswärtige Volitik Italiens stattgefunden
ind 'wurde hierbei von allen Rednern namentlich
der hohe Werth der Freundschaft Deutsch—
ands und Oesterreich- Ungarns für Ita—
jen betont.

*— Nach der „Zw. Ztg.“ wurde am Freitag
der pensionirte Bergmann und Holzhauer Rohe
aus dem benachbarten Rohrbach beim Holzfällen
in beiden Beinen so schwer yerletzt, daß an seinem
Aufkommen gezweifelt wird.

— Vom pfälzischen Schwurgericht
purde am Freitag der 21 Jahre alte, des Mein—
ids angeklagte Äckerer Moritz Wack von Er—
Hingen (othringen), nachdem die Verhandlun⸗
gen bis Abends 10 Uhr gewährt hatten, frei⸗—
zesprochen.

Im Amisbezirke Germersheim wird zur Zeit
die Frage der Gründung von Gemeinde-Sparkassen
ebhaft erörtert. Es geschieht dies, wie der „Eilb.“
nittheilt, auf Anregung seitens des Bezirksamtes.
die bereits in Steinweiler und Leimersheim be—
tehenden Sparkassen weisen eine ersprießliche Wirk—
amkeit auf und steht zu erwarten, daß viele Ge—
neinden diesem Beispiele und dem wohlgemeinten
Ansinnen der Bebörde nachkommen werden.

Die bayerische Reichsrathskammer nahm das
Malzaufschlagsgesetz in der Fassung der Ab⸗
geordnetenkammer mit 36 gegen 14 Stimmen an.
Im Laufe der Debatte konstatirte der Finanzminister
das Ministerium gehöre keiner Partei an und
wolle nicht als Parieiministerium gelten.

Berlin, 10. Dezbr. Der deutsche Handel s—
ag hat sich mit 80 gegen 8 Stimmen gegen
as Tabakssmonopol ausgesprochen und mit
38 gegen 8 Stimmen gegen dte Straßburger
Tabaksmanufactur.

Der Handelstag nahm mit allen gegen 2
Stimmen eine Resolution an, daß er in dem Ab⸗
schluß günstiger Handelsverträge und der Ausdeh⸗
nung und Verbesserung der Consularverhältnisse
eine große Förderung des Exporthandels erblicke.

Bertin, 10. Dezbr. Der Handelsminister
Fürst Bismarck hat ein Rescript an die Bezirks⸗
regierungen gerichtet, wonach fortan die Sitzungen
der Handelskammern öffentlich sein müssen, damit
das Publikum genau die Geschäftsthätigkeit und
die Ansichten einzelner Mitglieder controliren könne.
Die Berichte muͤssen fortan bis Ende Juni einge⸗
reicht und dürfen erst 4 Wochen später publicirt
werden, damit eine Rectification noch rechtzeitig er-
folgen kann. — Die Nachricht, daß Fürst Bis—
macd beim Unfallversicherungs-Gesetz auf den Cha⸗
ralter einer Reichsanstalt und auf Staatszuschuß
verzichte, weckt die Hoffnung, daß es gelingen
werde, den Entwurf der liberalen Parteien, der
nächsten Samstag dem Hause zugehen dürfte, an⸗
nehmbar zu gestalten.

Der Reichstag beschaͤftigte sich am Frei⸗
tag mit dem Gesetzeniwurf über Berufsstatistik
und Viehzäblung. Derselbe wurde einer Commis⸗
sion zur Vorberathung uͤberwiesen. — Am Sams⸗
tag beschäftigte sich der Reichstag hauptsächlich
un der Denkschrift über die Anordnungen der
preußischen, sächsischen und hamburgischen Regie⸗
rung gegen die Sozialdemokratie. Seitens der
Sozialisten sprachen die Abgeordneten Hasenclever,
Blos, Frohme und Stolle. Den Standpunkt der
Regierung vertraten der preußische Minister Putt⸗
anmer und der sachsssche Minister Nostiz.

Berlin, 10. Dezbr. Man behauptet, bei dem
Anfallversicherungsgesetz solle der Zuschuß des
Staales und das Versicherungsmonopol von der
Regierung aufgegeben werden. Diese Nachricht ist
nach bester Information unbegründet: an ein Auf⸗
geben des Staatszuschusses denkt man nicht.

Berlin, 10. Dez.. Gerüchte von einem neuen
Rüctrittsgesuch Bismarcks werden in par⸗
amentarischen Kreisen kolportirt.

In Berliner parlamentarischen Kreisen ver⸗
autei, daß der Rücktritt des preußischen Finanz⸗
ministers Bitter bevorstehe, und wird als sein even⸗
ueller Nachfolger der Schatzsekretär Scholz bezeichnet.

Ausland.

London, 10. Dezbr. Das öͤsterreichische
daiserpaar wird am 4. Januar in Turin
eintreffen.

Seit der „Chicago⸗Konvention“ herrscht in Ir⸗
land eine geradezu unerträgliche Anarchie. Die
Mordthaten vermehren sich täglich. Die Journale
sordern unverblümt zu gewaltsamer Losrei ßung
hon England auf. Dadurch wird wieder hier die
grimmigste Erbitterung erzeugt, und es ist nicht un⸗
möglich, daß in den nächsten Tagen die drastisch⸗

Lokale und pfälzische Nachrichten.

xSt. Ingbert, 12. Dez. Die gestern Abend
m Schweihzer'schen Saale stattgehabte Unterhaltung
es Gewerbe⸗-Vereins war leider weniger stark
ꝛesucht, als zu erwarten stand. Nicht ohne Einfluß
nuf den Besuch waren sicher die ungünstige Witter⸗
ing und die am Nachmittag der Unterhaltung vor⸗
ingegangene Versammlung der Kriegervereine. Der
gerlaͤuf der Unterhaltung war ein recht gelungener
nd gemüthlicher. Ganz besonders sprachen das meister⸗
afte Flötenspiel des Herrn Schadewitz und die Ge⸗
angs· und Ocarinavorträge des Herrn Seiter an und
er l. Vorstand des Vereins nahm darum auch Ver⸗
mlassung, dem Ersteren, der, wie bekannt, in Fran⸗
enthal ein neues Engagement gefunden hat, mit dem
danke für feine freundliche Mitwirkung ein Hoch
uszubringen. Zuvor hatte derselbe während einer
Zause in einer kurzen Ansprache ben Nutzen der
hewerbe⸗Vereine überhaupt betont und darauf hin⸗
jewiesen, daß dieselben auch von oben wegen ihres
jemeinnützigen Strebens gern gesehen würden. Er
ud sodann die Mitglieder ein, durch rege Betheili⸗
zjung bei den Versammlungen. besonders bei den
ill Montag stattfindenden Kränzchen die Zwecke und
Ziele des hiesigen Gewerbe-Vereins fördern zu
jelfen.

*St. Ingbert. Weihnachten naht und mit
dem Feste auch die Flut der Postpackete, die eine
Zeit der schwersten Arbeit für unsere Postbeamten
nit sich bringt. Das Reichspostamt richtet daher
ruch in diesem Jahre an das Publikum das Er⸗
uchen, mit den Weihnachtsversendungen bald zu
eginnen, damit die Packetmassen sich nicht in den
eßten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammen⸗
„rängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Befoörde⸗
ung leidet. Die Packete müssen dauerhaft verpackt
verden. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln,
xigarrenkisten ꝛc. sind nicht zu benutzen. Die Auf⸗
chrift der Packete, namentlich der Name des Be⸗
simmungsortes, muß deutlich sein. Kann die Auf⸗
hrift nicht in deutlicher Weise auf das Packet ge⸗
etzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines
Blattes weißen Papieres, welches der ganzen Fläche
zach fest aufgeklebt werden muß. Zur Beschleuni⸗
zung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn
zie Padcete frankirt aufgeliefert werden. Das Porto
für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten
des deutschen Reichs-Postgebiets beträgt bekanntlich
his zum Gewicht von 5 Kilogramm 25 Pf. auf
ẽntsernungen bis 10 Meilen. 50 Pf. auf weitere
Entfernungen.

*Wie uns aus Blieskastel (für die Sams—
'ags zur Ausgabe gelangte Sonntags⸗Nummer lei⸗
der zu spät) mitgetheilt wurde, veranstaltete auf
gestern (Sonntag) Abend im Saale der Frau Wwe.
ZAbnig dort die Musik der Blieskasteler
Feuerwehr unter gefälliger Mitwirkung des
Haäannergesangvereins, des bürgerlichen
Besangvereins und des Musikvereins
ein Concert zum Besten der dortigen Feuer⸗
vehrkasse—

—
Vermischtes.

4 Wie man aus militärischen Kreisen vernimmt,
ürfte die Benennung des bayerischen Infan—
erie-Leib-Regiments als „Garde-Grenadier—
tegiment“ bevorstehen. Der Aushebungsbezirk des
zufanterie⸗Leib⸗Regiments, welcher bis jetzt die öst—
ichen Bezirksamtssprengel von Oberbayern umfaßt,
vürde im Falle dieser Aenderung über das ganze
dönigreich sich erstrecken.

Wien, 10. Dez. Die Gefahr des Zusammen⸗
turzez der Mauern vom Ringtheater ist so
zroß. daß keine Leichen mehr herausgeschafft werden
zürfen, bis die Mauern gesichert sind. — Im Haus
er Abgeordneten giebt Ministerpräsident Taaffe
ine Verkündigung der Statthalterei von Wien über
den Brand des Theaters bekannt. Er versichert,
die Regierung werde zum Schutz des Theater be—
uchenden Publikums das Möglichste thun. Das

aus verwilligt sofort 50,000 Gulden für die

interbliebenen der Verunglückten. Eine von allen

Zarteien unterzeichnete Interpellation an die Regier—
ing verlangt Schutz gegen die Wiederkehr solcher
dalastrophen. — Die Leichen, welche von der ge⸗
ichtlichen Komnission anerkannt, wurden heute be—
rdigt. Die nicht anerkannten werden heute Nacht
ruf dem Central⸗Friedhof beigesetzt und übermorgen
inter Theilnahme des Gemeinderathes gemeinsam
egraben. Die Polizei erforscht mit dem Theater-
zersonal die Ursache des Brandes. Im Kranken⸗
saus befinden sich 235 Leichen.

Aus Paris wird gemeldet: Für die Ver⸗
inglüctten im Ring-Theater zeichnete die Union

énérale 100,000 Franken, der Präsident 10,000
zranken, Madame Bontoux 5000 Franken, der
direktor der „Union“, Mr. Feder, 5000 Franken.
Die genannte Bank eröffnet außerdem eine Sub⸗
kribtion bei ihrer gesammten Clientel.

Sterbfälle.

Gestorben: in Zweibrücken Fräulein Eva
Kircher; in Kaiserslautern Wwe. Anna
Marig Wänk, geb. Ostermayer, 82 J. a.; eblen⸗
da Alexander Aron, 64 J. a.; in Al ster—
weiler Georg Adam Frankmann, 54 J., a.
in Lambsheim der pens. Sergeant Friedrich
Stephan, 30 J. a.; in Frankenthal das
Z ein halb jährige Sö hnchen Emil von Karl
Brimm; in Friesheim Frau Maria Aull,
geb. Sirm ger, 56 J. a.; in Kirchheimbolan—
zen Sarah Kahn, geb. Schönfeld, 59 J. a.
        <pb n="806" />
        Neueste Nachrichten.

Paris in Aufruhr! Präsident Grevy soll
—A
der Situation sein. Paris ist von ihm in Bela⸗
zerungszustand erklärt, sämmtliches Militär darin
teht unter den Waffen. Gallifet wurde als
—
und heute hier zirkulirendes Gerücht. Wie weit
dasselbe begründet ist, bleibt abzuwarten.

London, 11. Dez. Auf der North-London⸗
Eisenbahn hat sich gestern ein schauderhaftes Un—
glücck ereignet. Auf bis jetzt noch unaufgeklärte
Weise entgleiste in dem Tunnel zwischen Juisbury
Park und Highbury ein stark besetzter Personenzug
und fuhr mit voller Geschwindigkeit auf einen von
Brood Street, also der entgegengesetzten Richtung,
tommenden gemischten Zug. Die Wucht des Zu—
sammenstoßes war außerordentlich groß und meh—
rere Wagen beider Züge wurden zertrümmert.
Noch ehe aber Nothsignale gegeben werden konnten,

rauste eun dritter Zug quùher und grub sich
in die Trümmerhaufen ein. Die Scene muß
hauerlich gewesen sein. Der ganze Tunnel war
nit Dampf angefüllt und das Jammern der Ver—
vundeten und Sterbenden herzzerreißend. Es danert
eider auch geraume Zeit, bis Hilfe zur Stelle war.
schließlich langten aber 100 Arbeiter auf der
Inglücksstätte an und bald darauf auch Polizei—
nspector Green mit 40 Mann. Nun machte nian
ich an die traurige Arbeit, die Todten und Ver—
vundeten fortzuschaffen. Bis jetzt sind 9 Leichen
jefuunden worden; außerdem wurden 5 schwer Ver⸗
vundete nach dem deutschen Hospital in Dalston
»erbracht. Die minder schwer Verletzten, 57 der
zahl nach, wurden nach ihren meistentheils nicht
intfernt gelegenen Wohnungen geschafft. Man be—
ürchtet, daß noch viele Todte unter den zer—
rümmerten Wagen liegen. Groß wie die Zahl
der Verunglücktenist, muß es Wunder nehmen,
daß der Zusammenstoß nicht noch weit mehr Opfer
zekostet hat, da alle drei Züge sehr voll waren.
Inzwischen fragt man sich, wie es kam, daß der

dritte Zug überhaupt abgelassen werden konnte,
die Linie mit dem Blocksystem versehen ist.
Für die Redaltion verantwortlich F. X. De mes

Offene Briefschaft.

Nach M. Freilich werden mit den Brückenaue
dotteriegeldern auch die Baukosten dortiger Kirche
zestritten, und könnte man die Lotterie insofer
uuch Brückenauer Kirchen bau-Lotterie nennen

Der Vetter vom Nhein. Ein neuer Kalender aus
Ldahr auf das Jahr 1882. Preis 30 Pf. Lahr. Dru⸗
ind Verlag von Chr. Schömperlen.

„Der auch in diesem Jahre in recht sauberer Ausstattung
ich vortheilhaft präsentirende Kalender dietet in schlich
olksthümlicher Sprache seinem Leserkreise neben mehreren
übschen Erzählungen in ernster heiterer Form als Ge
neinnütziges manches Interessante und Belehrende zur Be—
ichtung und Beherzigung. Seine 80 Illustrationen fin
vohlgelungen. (Württemb. Landes zeitung, Stuttgart

Abschrift.
Deffentliche Zustellung.
Vorladung.

Kißling Adolf, 23 Jahre alt,
Schlosser und Reservist,

Rohr Kaspar, 25 Jahre alt,
Müllergeselle und Reservist,

Detemple Josef, 25 Jahre alt,
Commis und Reservist,

Jost August, 25 Jahre alt,
Metzger und Reservist,

Fickert Karl Ferdinand, 25
Jahre alt, Glasmacher nund Reservist,
alle zuletzt in St. Ingbert und nun
ohne bekannten Aufenthaltsort abwesend,
werden hiermit vorgeladen am

Mitiwoch, den 15. Februar

1882, Vormittags 29 Uhr,
in der öffentlichen Sitzung des Schöffen⸗
gerichts zu St. Ingbert, in dessen Sitz⸗
ungssaale zu erscheinen, damit daselbst
über die gegen sie erhobene Anklage
wegen unerlaubter Auswanderung am
19. Juli, beziehungsweise 5. August,
17. August, 14. September und 2.
Oktober 1881 geschritten werde.

Zugleich wird den Angeklagten er⸗
zffnet, daß bei unentschuldigtem Aus⸗
bleiben ihre Berurtheilung auf Grund
der vom kgl. Landwehrbezirkscommando
Zweibrücken am 1. Dezember 1881
nach Vorschrift des 8Z 472 des R.St.
G. B. abgegebenen Erklärung erfolgen

werde.
Sit. Ingbert, 5. Dezbr. 1881.
Der kgl. Amtsanwalt:
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Zur Beglaubigung
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cessaires, Cigarrenständer, Schwei-
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deschwerer, Rlumenvasen, Cigarren-
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Todes· Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern. geliebten Gatten,
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Joh. Schmelzer.

C

Schreiner,
nach längerm schweren Leiden, im 58. Lebensjahre gestern Morgen
212 Uhr zu sich abzurufen.
St. Ingbert, den 12. Dezember 1881.
Die trauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, 183. Dezember, Mocgens
um 10 Uhr statt.

Todes-Anzeige.
Frreunden und Bekannten die Trauernachricht, daß unser liebes
Söhnchen
Robert
gestern Mittag 11 Uhr im zarten Alter von 4 Monaten sanft ver—
schieden ist.
St. Ingbert, 12. Dezember 1881. J
Die trauernden Eltern:
Peter Paul
* Francisca Paul, geb. Menges.
Die Beerdigung findet morgen, Dienstag, Nachmittag um
AX

Grosse J
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noterzeichnete hat mit der Ausstellung aller erdenklichen
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Gref Buser⸗
Pupphe
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2 MæZ
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23332227 — 83. —A — 2 2*3 3335 7 22 3 2 —— — 2
2 — ** ** —525233332* 8 * *82.3 — 2 * 5 —
—8* —7 — 532* 3 ⁊ — 572 * *2 — 3 5 8
F A 3 * —325387 553855
237 s*t 7 22 226 538* ——— S42 — 5523 3
——523 —— **S E 5289* 2 — 2 S: — 552 * —— — 2 *57 1
7 228 58833 2 2386 55 9885 z2312 * 2
22 325 s53 33 2 — F 77 — 8* —A 52. S 2 2 2326
————— — *3. 38 552238 32552 3
* 257 3 — 2 8 b *ã * ** * 7 —ãA— * — 2 *55 ——
585 2 * * 252 —3— 55 3557— —— 23 55 *
— 553835 7 —A— * 2235 — 2. 335235
S* 22887* 27 — 4 B. — 282 * — 22 * *7
2 ———— 5333 33 —5S* 53535555 2
7 ——— 2 227* S3 — —2 — 555 3528
3228—* 522 273282 3. 8* 2252 52*
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* ⸗5 vco * 6* — —— —8 2 78
2— TG. 8 ——— 2 32 2 *
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* 2 3 *8 — 2238 * *2263 * 7.
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* 22 AA—— 2 2 — * 2 23 2 *323 8
52 7 5228 2 3 53 2
2 5 8 5 232.95— —— — 52352 ————— 2* 3 * 3.2
S—————— J 2—00
2*7 2*38 2 * —— 22* 25* —— —8 3232
232280 * —277 — 8 3 * —2 2 2. —A— 2
22 53 3. 5 * 2** 22 232 5. 3 — 25
8 338 5538531 573 25582*35 ——— 2
8 ET V 8 55 — — 222— 82 2
851532355 *—333353333 53582 228 2553328
— 25 — 522 8 —A — 238
* * * 8 — —A 22— — 2 * * 2 —
* uub — * —8 222 2 J
58 3 * —*
53 53 77 z 5
2. 53232. * * 5 * —7 223522
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*2538682 —— 56* 5— 57 38 Zi 2. 3
— 538535 55333 * 5757 5 —82352 23
5335538 **8 325 2—35358353
3 3338352 22 3
— 25325 2. ⸗ 3* 7270 —
2 v* —*83 8 8* —
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72 —25533
* — 333837
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* 15523 —
37 72 — 358
12538*3 753987* 2 7* 7*
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—2 2 — 2 — — 8 *25* S⁊ — x⁊ 72.7
* 25 * * —2 . 25 F 525 22
22 58 22* 82 — *— 2 * — — —
0* 4222 —AA 323 2 522 — 83 S 3
75 D523 3 * ———— 2*2*2 853 ———
— — —— 2522 2233.333 — 72 — 2523 3. 22 *
2 —— 2* 72 3. 3 8 —22 2. 52
* — — 32 2 — Z2353 T2 383 2 JI225 BZB3 — —F
22 252— — 32 2. 5 2 *3 2
268: — —— 3 6 *3 * 5253255 285355832 3
283 —— —2335 282 2 13 333 253855
2522,523 — — —88 2. 33 255553 523, 57— 89 32
2 5287 * 255 * 23335835* 252 3 55833 88 47
9 — — * 287 S 757 2.72 * — 55 —— 5—
2287 2 8** * — —52 —— 522*3 33—* 2282
———— 883385 75733 —— * * 528 *52 —525 3523
5223 5* — — 253375 2525 723 * 222885 — 7355* 53
—A —A 2643 555335 25. 8 2*55 2522 582
* be .223255 23 — 232 — * *E —— 22.222 S S22
* 27 »5. 525 82 E 72338535532 53838335 558 *7
2 22 3 — — . —3 D52 * 25823 —A 5 —
J 2. 2. 23232 3 5 * s *5222 — 80 722314
5283 2222 —33 3228533 —2* 223532 2 —— 5. 5
3723 3235333233658 523837 358337588 — 22
*253038 25 22533*8 25553533 23528 — 758—
— ————— 5 —88 2773 388
22 —8 — — —* —— — —8 — 22— 1 — F —
2* X * 538* 7 * — 7 * 323 27 ** — 5z5* 2 5.2
9 * ** co —3. 522 2.2
—R 2838323235* — 2. — 22 23
Z2* 25323332358 23235827 3 52 — — 2
— —2 528 — 2 2* 35 * 2235 22 5
J 2565—* 2 127 ——— 7 22 22 3— 3. 6
* 2232 58 7 *557 — 32 .—52323 G 8185
2*8 — 2333323* A 5233 —3 5 2 —253.
*66. 2 —52 —A 2 8 83 7* S 2 52 37 ñ 2* —A
3 52523* 355* 8 2 *25 33 2522 —A— 2
——A 5533533 * 28* 58 33 58553333 532 73
555762 232 2 570 A *2357 32353558
8 * 2227 8 2 — 22 —3 32
—A 222382255 538 3537
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        ðVt. Jndbeyter Anzeiger
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

— — — —— —— — —— —— — — — * P à— . . —— ——⏑ — èA\AYIXZN8DtèWGBPGßD8VUAßæ—AWBüf”fûq— e

Dder „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltun ge

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiährlich 146 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 H, einschließlich

410 B Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , bei Reclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 209.

Dienstag, 13. Dezember 1881.

—16. Jahrg.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München. In den Einlauf der Abgeordneien⸗
tammer gelangte u. A. eine Eingabe der Aufschlag⸗
Finnehmer und Malzaufseher in Unterfranken, Ober⸗
ayern uud der Pfalz (Namens ihrer sämmilichen
Collegen) nm Verbesserung ihrer Lage.

Vom k. bayerischen Staatsministerium
nes Innern und dem Kriegsministerium wurde be⸗—
—VV
zaß als Entlassungsdatum der am J1. April
ind ersten October eingestellten, beurlaubten Mann⸗
chaften der 1. April bezw. 1. Oktober in die Ent—
assungspapiere ꝛc. ⁊c. einzutragen sind.

Dem Reichstage ist die Vorlage wegen Er—
achtung des neuen Parlamentshauses“ mit einem
Plane zugegangen, auf welchem das Terrain für
»as Reichstagsgebäude verzeichnet ist. Die Majori—
ät des Reichstages dürfte dieses Mal die Vorlage
hne Kommissionsberatung annehmen.

Die Sozialdemokraten beantragen: Der
steichstag wolle beschließen, den Kanzler zu ersuchen,
n dieser oder nächster Session einen Gesetzentwurf
orzulegen, der gemäß 85 des Wahlgesetzes vom 31.
Mai 1869 und auf Grund der Volkszählung vom
. Dezember 1880 die Vermehrung der Mitglieder
»es Reichstags feststellt. — Die Bevölkerungsver⸗
aehrung beträgt bekanntlich 4135000 Seelen.

sach neueren Nachrichten wird sich der deutsche

Rteichstag am 20. Dezbr. vertagen und am 4.

zanuar wieder zusammentreten.

Der demoktratische Abg. Payer (Württem⸗
erger) hat, unterstützt von Mitgliedern sämmtlicher
Jarteien, außer der deutschkonservativen, im Reichs⸗
ag einen Antrag eingebracht, der die Erwartung
iusspricht, daß in der nächsten Session des Reichs⸗
ags Vorschläge zu einer durchgreifenden Ermä⸗
zigung der Gerichtskosten gemacht werden.
das Gesetz vom 29. Juni 1881 sah bekanntlich
on einer allgemeinen Revision des gerichtlichen
dostenwesens ab und beschränkte sich auf die soge⸗
jannten Nebenkosten, d. h. die Gebühren der Ge—⸗
ichtsvollzieher und diejenigen Beträge, welche von

»en Gerichten als baare Auslagen, namentlich als
Schreibgebühren eingezogen werden, sowie auf die
ür die Aufnahme eines Vergleichs zu erhebenden
Hebühren. Ein Antrag, wonach die eigentlichen
Herichtskosten in den untersten Werthstufen prozen⸗
ual ermäßigt wurden, mußte damals gegenüber
»er bestimmten Erklärung der Regierung, daß
aran das Gesetz scheitern werde, fallen gelassen
verden. Der Reichstag erblickte aber in dem Ge⸗
etz vom 29. Juni 1881 noch eine Abschlagszah⸗
ung. Der Pahyer'sche Antrag wird ohne Zweifel
nit großer Mehrheit angenommen werden; daß er
ilsbald von Erfolg sein werde, wird man freilich
iach den neulichen Auslassungen des Leiters des
keichsjustizamtes kaum hoffen dürfen.

Nach dem zweiten Verzeichniß der bei dem deut⸗
hen Resichstag eingegangenen Petitionen seien
jervorgehoben: Petitionen gegen die Einführung
»es Tabaksmonopols, um Erlaß eines Gesetzes zur
Zeschränkung der Vivisektion, um Aufhebung der
Straßburger Tabaksmanufaktur als Staatsanstalt,
im Aufhebung des Anwaltzwanges, um Erlaß
inessfi Vogelschutzgesetzez, um Einführung von
Arbeitsbüchern für alle Arbeiter, um Re—
orm des Genossenschaftsgesetzes. Besonders zahl⸗
eich sind die Petitionen um Abänderung des
Litels III. der Gewerbeordnung, den Hausirhandel
zetreffend.

In der diplomatischen Welt sind die längeren
Anterredungen des deutschen Reichskanzlers
nit dem aus Petersburg zurückgekehrten neuen
zsterreichischen Minister des Aeußern
icht unbemerkt geblieben. Wir haben guten Grund,
mzunehmen, daß die nachfolgende Information den
Nittheilungen entspricht, welche über die Konser⸗
ation der beiden Staatsmänner au gewisse aus—
vpärtige Regierungen ergangen sind: „Fürst Bis—
narck und Graf Kalnokhy besprachen in Berlin alle
chwebenden Fragen, konstatirten ihre prinzipielle
lebereinstimmung und gelobten sich gegenseitig ehr⸗
iche Freundschaft und unbedingtes Zusammengehen.
Neue besondere Abmachungen wurden nicht getroffen.“

Der „Karlsruher Zeitung“ zufolge schreitet die
Benesung des Großherzogs von Baden in
rfreulicher Weise fort. Die neuralgischen Be—
chwerden haben sich seit einer Woche nicht mehr
ingestellt. Der Großherzog verbringt den größten
Theil des Tages außerhalb des Krankenzimmers
ind versucht seit drei Tagen zu gehen. Die hierbei
mfangs auftretende Schmerzhaftigkeit und Ermüdung
veichen größerem Kraftgefühl. Da die Ungunsi
der Jahreszeit den unmittelbaren Genuß freier Luft
uiicht zuläßt, haben die Aerzte die Möglichkeit eines
»orübergehenden Aufenthalts im Süden erwogen.

zu schätzen 'wisse, durch die geplante Reform neu
heleben und befestigen. In Betreff Tunesiens
räumte er ein, daß der Vertrag später einer Ab⸗
inderung fähig sein werde; wie schon früher in
der Kammer, so betonte er auch hier, daß es mög⸗
lich sein würde, Tunis zu reorganisiren, ohne ihm
die Unabhängigkeit zu nehmen. Gleichzeitig wies
er aber darauf hin, daß England den Vertrag an⸗
erkannt habe, und fügte die Hoffnung hinzu, daß
'ich auch mit Italien eine Vereinbarung treffen
assen würde. Obwohl die Erklärungen über diesen
Punkt ziemlich vage und von Widersprüchen nicht
rei waren. wurde doch schließlich die Tagesordnung
Zuffet's, die im Sinne der oben erwähnten Oppo—
itionsreden gefaßt war, mit einer Mehrheit yon
170 gegen 95 Stimmen abgelehnt. Nach diefem
»orläufigen Ausgange kann es nicht zweifelhaft
ein, das bei der Fortsetzung der Debatte die Kre⸗
ite selbst mit noch größerer Mehrheit bewilligt
verden. Es war angekündigt worden, daß auch
Jules Simon und seine Dissidentengruppe Gam—
hdetta bei dieser Gelegenheit angreifen würden.
Jules Simon hat sich aber eines Anderen besonnen;
ein Schweigen scheint wesentlich zu dem Erfolge
Gambetta's beigetragen zu haben.

Afrika. An der tunesischen Küste bei Gabes
wurde ein hitziges Gefecht zwischen der Colonne
Logerot und den Aufständischen unter Führung des
Ali⸗ben⸗Khalifa geliefert. Die Aufständischen suchten
die französische Collonne zu überfallen, wurden abe—
geschlagen und hatten starke Verluste.

Ausland.

Die erste parlamentarische Sch lappe des Mi⸗
nisteriums Gambetta bildet das Tagesgespräch
n Frankreich. Gambetta hat es nicht durchsetzen
önnen, daß der tadelnde Vorbehalt, den der Kammer—
wsschuß an die Bewilligung der neugeschaffenen
Ninisterien geknüpft hatte, zurückgenommen wurde.
gewiß war das ein Mißerfolg, der Gambetta um
o empfindlicher treffen mußte, je entschiedener er
ich gegen jenen Vorbehalt ausgesprochen, je ge—
ieterischer er dessen Beseitigung verlangt hatte.
Aber seine Gegner, die natürlich aus dem Vorfall
dapital schlagen, übertreiben dessen Bedeutung doch
u sehr. Sie wollen Gambetta bereits in einer
zwangslage sehen, aus der er sich durch irgend
inen Gewaltstreich zu befreien suchen werde.
Figaro“ macht sich sogar den Spaß, in seiner
VBeise einen Staatsstreich Gambetta's mit allem
zubehör GBartigadenkämpfen und Verhaftungen,
dachtsitzungen und Auflösung der Kammern, Pro—
lamationen an die Armee und ans Volk, Flucht
zrevy's u. s. w.) an die Wand zu malen. That—
ächlich liegt die Angelegenheit so, daß Gambetta
ne Bezug auf einen formellen Nebenpunkt das Feld
äumen mußte, während er in der Sache selbst, in
»er Bewilligung der Kredite für die neuen Mini—
terien, seinen Willen durchsetzte. Inzwischen hat
r auch bereits Gelegenbeit gehabt, die in der
dammer erlittene Scharte im Senat wieder aus—⸗
uwetzen. Dort standen am Samstag die Kredite
ür die tunesische Expedition zur Debatte. Im
samen der Opposition, die sich durch die jüngsten
Borgänge ermuthigt sah, sprachen die Exminister
ius der Aera Mac Mahon, Herzog von Broglie
ind Buffet. Sie nahmen den Senat in seiner
ztzigen Verfassung gegen die Revisionspläne Gam—
„etta's in Schutz, griffen die tunesische Politik des
Ministeriums scharf an, verlangten eine Abänderung
es Protektoratsvertrages und drangen auf die Mit-
virkung des Parlaments, dem namentlich eine ge—
iaue Controle der Ausgaben für die Expedition
zustehen müsse. Gambetta antwortete energisch und
naßvoll. Er verwahrte sich dagegen, als ob er
den Senat untergraben wolle; vielmehr wolle er
iese Körperschaft, deren hohe Bedeutung er wohl

Lokale und pfälzische Nachrichten.

* St. Ingbert, 13. Dez. Ueber die am
Sonntag Nachmittag im Horsi'schen Saale dahier
tatigefundene 2. Bezirksversammlung der
driegervereine des Landwehrbezirk—
Zweibrücken ging uns gestern (für die gestr
Nr. leider zu spät) nachstehender Bericht zu: Ver⸗
reten waren, außer dem hiesigen Kriegervereine,
5 auswärtige Vereine. Von den nicht vertretenen
Vereinen hatten 3 schriftlich ihre Zustimmung zu
illen Beschlüssen erklärt, welche die Versammlung
'assen werde. Nach der Begrüßung der auswärtigen
Vertreter seitens des Vorstandes des hiesigen Krieger⸗
Lereins wurde die Versammlung von dem Bezirks—
»bmann, Herrn Bachmann aus Zweibrücken
mit einem Hochruf auf S. M. König Ludwig II.,
in das die Anwesenden begeistert einstimmten, er⸗
offnet. Eine lebhafte Debatte knüpfte sich an die
Frage der Anschaffung der neuen Vereinsabzeichen.
Schließlich wurden dieselben zur Anschaffung emp—
ohlen. Dankende Anerkennung durch ein drei—
'aches Hoch wurde dem Präsidenten des bayer.
Veteranen⸗Krieger⸗ und Kampfgenossenbundes für
eine Wirksamleit. In Betreff der Errichtung von
Sterbekassen eignete sich die Versammlung einen
Antrag des Vorstandes des hiesigen Kriegerbereins
derrn Kaufmann Fischer, an, der dahin ging,
die Frage zuerst in den eigzelnen Vereinen zu be⸗
rathen, das Ergebniß dieser Berathungen bis 1.
März 1882 dem Bezirksobmann mitzutheilen, um
dann in der II. Bezirksversammlung endgiltig dar⸗
über zu beschließen. Mit einem begeistert aufge⸗
nommenen Zfachen Hoch auf S. M. Kaiser Wilhelm
schloß Herr Bachmann den II. Bezirkstag.

* St. Ingbert, 13. Dez. Gestern Vor—
mittag von 10 bis 2312 Uhr fand unter dem
Vorsitze des Herrn Distrikts-Inspektors Pfarrer
Dengel im Lehrsaale der ob. kath. Knabenschule
eine Konferenz für die kath. Lehrer des Cantions
        <pb n="810" />
        St. Ingbert siatt. In derselben referirte Hr. Lehrer

Peill bon hier über das Thema: „Der Religions⸗

unterrichtet in der Unterklasse der Volkschule“ und

Herr Lehrer Barth von Ommersheim über

Cacilianischer Kirchengesang in der Volksschule.“

Nach der Kouferenz wurde im „Hotel zur Post“

Conrad) ein gemeinschaftliches Mittagessen einge⸗

nommen.

*St. Ingbert, 18. Dez. Heute Vormittag
wurde unter sehr zahlreicher Begleitung das ver—
storbene Stadtrathsmitglied Herr Schreinermeister
Johann Schmelzerr beerdigt. — An Stelle des
Verstorbenen wird, wie wir hören, der nächste Er⸗
jatzmann, Herr Schreinermeister Johann Sch warz
in den Stadtrath eintreten.

St. Ingbert, 183. Dez. Das in vor. Nr.
erwähnte, vorgestern Abend uud gestern in unserer
Stadi zirkulierende Gerücht von einem Aufruhr in
Paris u. s. w. hat sich als eine fette Ente der
pariser Zeitung , Figaro“ erwiesen. (Siehe poli—
tische Uedenficht dieser Nr.)

St. Ingbert. Das Gesetz, betreffend den
VBerkehr mit Nahrungmitteln, Genuß⸗
mitteln und Gebrauchsgegenständen vom 14. Mai
1879 droht in 812 denjenigen mit Strafe, welcher
vorsätzlich Rahrungsmittel, Genußmittel, Bekleidungs⸗
gegenstände, Spielwaaren, Tapeten, Kochgeschirr und
Petroleum derart herstellt, daß der Genuß, bezw.
Gebrauch die menschliche Gesundheit zu schädigen
imstande ist. Ebenso ist derjenige mit Strafe be⸗
droht. wer wissentlich dergleichen Gegenstände ver—
auft, freihält oder sonst in Verkehr setzt. Im 8
14 sind diejenigen mit einer minderen Strafe be⸗
drohi, welche mit Fahrlässigkeit handeln, sei es bei
der Herstellung oder im Verkauf, und in Verkehr
setzen. Wann eine strafbare Fahrlässigkeit vorliegt,
darüber bestanden Zweifel. Das Reichsgericht hat
(Urt. vom 10. Okt. d. J.) sich dahin ausgesprochen:
Die Bestrafung wegen fahrlässigen Verkaufs von
gesundheitsschädlichen Nahrungsmitteln aus 8 14
des Nahrungsmitielgesetzes vom 14 Mai 1879 tritt
nicht schon dann ein, wenn der Verkäufer über die
Beschaffenheit der fraglichen Nahrungsmittel leicht
hätte Erkundigungen einziehen können, vielmehr ist

zur Bestrafung noch weiter erforderlich, daß er
durch das Unterlassen der Erkundigungen die im
—DDD—
welcher er als Verkäufer verpflichtet war, außer
Auge gesetzt hat.“ Man ersieht hieraus, daß dem
Verkäufer nicht durchaus eine Verpflichtung zur
Untersuchung der Waaren rückhsichtlich ihrer Gesund⸗
heitsgefährlichkeit obliegt, bevor er sie zum Verkauf
ftellt/ daß es vielmehr auf die Besonderheit des
Falls ankommt. Eine Fahrlässigkeit wird z. B.
dann vorliegen, wenn der Verkäufer erführt, daß
zJesundheitsgefährliche Waaren einer bestimmten Art,
B. grüne Tapeten, im Verkehr seien, und er es
unterlaͤßt, die auf seinem Lager befindlichen unter⸗
suchen zu lassen. — Die Bestimmung des 8259
St G.B. über die Hehlerei findet nach einem
Urtheil des Reichsgerichts vom 27. September d. J.
ꝛbenso auf den Ankauf von Sachen, die mittels
einer Uebertretung erlangt sind, wie auf den An—
kauf von Sachen, die mittels eines Verbrechens oder
Vergehens erlangt find, Anwendung. Bringt also
semand Sachen, von denen er weiß, oder den Um—
tänden nach annehmen mußte, daß sie durch Betteln
erlangt waren, seines Vortheils wegen an sich, so
ist er we gen Hehlerei zu bestrafen.

— (Pfälzisches Schwurgericht.) Am
10. Dez. Vormittags Verhandlung gegen Johann
Geis, 18 Jahre alt, Schuster in Pirmasens,
wegen Todtschlagversuchs. Der Angeklagte ging
Im' Abend des 11. September mit seiner Geliebten,
der 19jährigen Dienstmagd Katharina Schäffing,
und deren Freundin auf die Kirchweihe nach Fehr—
bach, einem Orte in der Nähe von Pirmasens. In
der Stadler'schen Wirtschaft war Tanzmusik; Geis,
der nicht tanzen wollte, erlaubte seiner Geliebten,
mit anderen Burschen zu tanzen, was diese auch
hat. Nach einigen Tänzen gingen die beiden Mäd⸗
chen und der Angeklagte in die Wirtschaft von Helf⸗
rich, wo sie drei bis dier Tänze verweilten und von
wo sie sich dann wieder in die Stadtler'sche Wirth⸗
schaft zurückbegaben. Die Schäffing tanzte längere
Zeit und mehrere Tänze hintereinander mit dem
Geschäftsmann Schütz don Pirmasens, was dem
Angetlagten nicht gefiel. Als dieselbe mit Schütz
in's Nebenzimmer ging und Wein trank, trat Geis
auf sie zu und forderte sie auf, mit ihm hinaus
zu gehen, da er ihr etwas zu sagen habe. Sie
ging mit ihm bis zur Hausthüre, und da sie nicht
Feiler wollle, zerrte sie Geis die Treppe hinunter,

iber den Hofraum zu einem Nebengebäude, wo er

hr mit einem scharfen, spitzen Instrument, wahr⸗

heinlich einem Messer, mehrere Stiche, darunter
ine lebensgefährliche Wunde in die Brust, beibrachte.

—X ——

sier Wochen wieder für gesund und arbeitsfähig

rklärt werden.

Der Staatsanwalt stellte nun auf, daß Geis sich
zurch diese That (er gesteht dieselbe zu) des Versuchs
es Todtschlags schuldig gemacht habe, und zwar
mter Ausschluß mildernder Umstände.

SDer Verteidiger bestritt, daß ein Versuch der

ködtung vorliege, vielmehr sei es nur eine schwere

körperverletzung, deren Veranlassung, Eifersucht und
zorn, die That gewiß in einem milderen Lichte
rscheinen ließen.

Die Geschworenen sprachen jedoch den Angeklagten
es Todtschlagsversuchs unter Ausschluß von mil⸗
ernden Umständen schuldig und es wurde derselbe
u einer Zuchthausstrafe von 5 Jahren verurtheilt,
ym auch die bürgerlichen Ehrenrechte in gleicher
Dauer aberkannt.

10. Dezember Nachmittags. Der Leinwandhändler
rebrecht Hein rich von Oppach, 36 J. a., zu⸗
etzt in Purmasens, wurde vom Schwurgericht
es einfachen Bankerrotts schuldig befunden und zu
Monaten Gefängniß verurtheilt. Seine der Bei—
ilfe hierzu angeklagte Ehefrau Ida Sommer
vurde freigesprochen.

Der Landrath der Pfalz beschäftigte sich
im Freitag und gestern (Montag) mit dem Ent⸗
vurf des Statuts für eine pfälzische Boden⸗ und
gemeinde⸗Credit⸗Anstalt.

— Am 2. Weihnachtstage ds. Is. wird in den
xot. Kirchen der Pfalz eine Collekte zur Unterstütz⸗
ing der prot. Kirchengemeinde Otterberg behufs
er Anschaffung einer neuen Orgel fuͤr die dortige
dirche erhoben werden.

— (Ein Herxrenprozeß in Gaugreh—
veiler.) In Neustadt hat nach der „N. B.“
er pfälzische Kreisarchivar Schandein einen Vor—
rag gehalten über einen Hexenproceß, der fich 1610
n Gaugrehweiler abspielte. Die Angeklagte hieß
lpollonia und war die Frau eines gewissen Leon⸗
ard Heß; leider sind, wie Herr Schandein be—
ierkt, die Akten nicht ganz vollständig und es habe
ym Mühe gekostet, den leitenden Faden stets her—
uszufinden. Die Frau Apollonia war angeklagt
vorden, eine Kuh verhext zu haben, auch wurden
roch andere Beschuldigungen gegen sie vorgebracht,
innter anderen die, mehrere Kinder durch bösen
zauber krank gemacht zu haben. Die Angeklagte
iugnete zuerst alle diese Beschuldigungen. Der
zortragende schilderte den Gang des Processes mit
ramatischer Lebendigkeit. Ein Rechtskundiger, Dr.
zchön in Speher, wurde über seine Meinung hin—
ichtlich der Schuld der Angeklagten, consultirt; er
ah die Indicien nicht für genügend an und rieht

u ferneren Zeugenbernehmungen, auch meinte er,
nan könne je nach Gutachten die Tortur anwen⸗
en oder die Beklagte des Landes verweisen. Der
Zroceß nahm nun zu Münsterappel seinen ferneren
zßang, eine Bittschrift des Ehemannes der Apollonia
m den Grafen von Rheingrafenstein, die Ange⸗
lagte frei zu lassen, blieb ohne Erfolg. Durch
ine Reihe von Verhören sowie durch die Anwen⸗
ung der Tortur bekannte Apollonia alles, dessen
nan sie beschuldigte, gethan zu haben. Auch ein
inderer Jurist, Dr. Poland in Mainz, gab ein Gut⸗
ichten in dem Proceß ab und empfahl strenge Ein—⸗
jaltung der damals gebräuchlichen rechtlichen For—⸗
nen. Die Geständnisse der Angeklagten enthalten
ine drastische Schilderung von Hexereien und Hexen⸗
änzen, welche sie mitgemacht haben will. Sie ent⸗
pdich auch einmal aus dem Gefängniß aus Angst
yor dem Henker, wurde aber wieder ergriffen. Ein
jach allen Seiten begründetes Endurtheil liegt nicht
or, wahrscheinlich ist dasselbe verloren gegangen.
dur aus einer noch vorhandenen Gerichtsrechnung
rsieht man, daß Apollonia, die Hexe von Gau⸗
rehweiler, geköpft und dann verbrannt wurde.

— In einem Preis-Courant einer Pfälzer Wein⸗
andlung ist denWeinen noch folgende Charakteristik
eigegeben: frisch, gefällig, flüchtig, söffig, körnig,
twwas kräftiger, zart, blumig, lieblich, mild, ruhig,
ünn, pikant, aus Riesling-Trauben, bouquetreich,
ehr fein, mit viel Art, Riesling, nicht schwer,
vornehm. — elegante, reife, mollige Zärte, Bou—⸗
suet, hochfein, Riesling-Bouquet, zarte Süße,
ammetig, hochfein, frisch, reife Zärte, hochedel,
iobele Rasse (18 Jahre Flasche), bochedel, Gewürz⸗
kraminer Traube, feines Aroma und Bouquet,
delste Nadel-Ausbeer, delicate Honig-Süße, nobles

Bouquet und Aroma, Riesling. Mein Liebchen,
vas zwillst du noch mehr?
DRermischtes.

.Berlin. Tie interessanteste Erscheinung unter
den neugewählten sozialdemokratischen Abgeordneten
st der 33jährige sich nur mühsam auf ein Paar
drücken bewegende, im Uebrigen aber sich einer vor—
refflichen Gesundheit erfreuende Herr v. Vollmar.
den von ihm herrührenden biographischen Notizen
ntnehmen wir, daß er in einem Benediktiner-Kloster
ind darauf auf dem Augsburger Gymnasium er—⸗
ogen, aber schon im Jahre 1865, also kaum 15-
ährig, in die bayerische Armee eingetreten ist.
den Feldzug von 1865 hat er als Lieutenant mit⸗
emacht, ist dann aber aus dem heimischen Heeres—
erbande ausgeschieden, um in die päpstliche Armee
nzutreten. 1869 kehrte Herr v. Vollmar nach
Heutschland zurück, um in den Dienst der baherischen
zerkehrsanstalten zu treten. Während des Krieges
870/71, den er als Telegraphenbeamter mitmachte,
ourde er bei Blois schwer an den Beinen verwundet
ind erlitt außerdem durch den Sturz eine Rücken⸗
narksverletzung. Natürlich wurde er dienstunfähig
ind erhielt seinen Abschied mit Pension. Nun gab
r sich philosophischen, national-ökonomischen und
olitischen Studien hin, die ihn, wie er selbst sagt,
ur sozialistischen Weltanschauung geführt haben.
-„chon vom Jahre 1872 ab wurde Vollmar für
ein neues Bekenntniß journalistisch thätig, büßte
iber für verschiedene Preßvergehen, deren er sich
ils Redakteur der später unterdrückten „Dresdener
Lolkszeitung“ schuldig gemacht, mit einem Jahr
vefängniß. Nach seiner Entlassung aus der Haft
zurde er aus Dresden ausgewiesen und ging nach
—XV
u studiren. Jetzt hat ihn die sozialdemokratische
Vählerschaft von Mittweida wenigstens für die Zeit
er Reichstagssession zurückgerufen.

FIm Waldenburger Kreise Echlesien)
st in einigen Gehöften die Rinderpest aufgetreten.
zerschiedene Anzeichen lassen es als wahrscheinlich
rscheinen, daß die Kraukheit nicht eingeschleppt
vurde, sondern sebstständig entstand, ein Fall, der
isher noch nicht da war.

Wien, 10. Dez. Heute Nacht brach im vierten
5tock des Ring-Theaters, in einer Schneider⸗
Vohnung, abermals Feuer aus. Es verbreitete
ich sofort nach dem dritten Stock. Es wurden
eitern herbeigebracht, um theils mit diesen, theils
ber die stehen gebliebenen Stiegen in das Innere
inzudringen. Der Brand wurde dann gelöscht.
n der Front ist das Feuer größtentheils gedämpft.
die Thätigkeit der Dampfspritze, welche die ganze
dacht arbeitete, wurde diesen Morgen eingestellt,
neil durch die in das Mauerwerk eingeschleuderten
Bassermassen sogar die Mauern unterwaschen sind,
ddaß sie dem Einsturz drohen. Der Eintritt ins
'heater ist Jedem, selbst der Feuerwehr, untersagt.
mnen und außen hat daß Gebäude große Risse.
eute wurden die wankenden Mauern gestützt. Im
jarterre wird der Schutt aufgeräumt, soweit es die
ßluth gestattet. Mit Steingeröll und Mauerstücken
ius den oberen Stockwerken stürzen auch halbver⸗
ohlte Leichenstücke herab.

F Wien, 10. Dez. Das Kaiserpaar spendete
0,000 fl. zur Unterstützung der bei dem Brande
»es Ringtheaters Verunglückten resp. in bedrängte
zage gerathenen Bediensteten des Theaters. Die
Nitglieder des kaiserlichen Hauses spendeten gleich—
alls namhaftr Beträge; alle Kreise der Residenz
ind bestrebt, den Hinterbliebenen der bei der
estrigen Katastrophe Verunglückten und dem exi⸗
tenzlos gewordenen Theaterpersonal rasche Hilfe zu
ieten. Im Gemeinderathe drückte der Bürger—
neister in erschütternden Worten sein tiefstes Mit—
efühl aus und beauftragte die Finanzsection,
heunigst Anträge vorzulegen zur Linderung des
zchmerzes und der Noth der betreffenden Familien
zämmtliche Theater erklärten sich bereit, demnächst
Zorstellungen zu Gunsten der Hinterbliebenen der
gerunglückten zu veranstalter. Die Zahl der Ver⸗
aißten übersteigt 600.

F Wien, 11. Dez. (Ringtheater.) Aus glim—
nender Tiefe entsteigt widriger Geruch verbrannten
rleisches. Von geretteten Personen verlauten fort—
esetzt neue haarsträubende Details, welche beweisen,
vie rasend schnell das Feuer um sich griff und wie
in momentanes Zurückbleiben genügte, um die
zurückgedrängten dem Tode zu weihen. Wie die
fliehenden sich auf den Stiegen festkeilten, dafür
eugt die Thatsache, daß viele Leichen buchstäblich
erquetscht gefunden wurden.
        <pb n="811" />
        Hem „Extrablatte“ zufolge beziffert sich die
ahl der Opfer der Katastrophe nach Richtigstellung
r Vermißten auf 580 Personen. Die Publi—⸗
ztion dieser rektifizirten authentischen Liste, welche
isher noch nicht Statt gefunden, soll Abends er—
lgen.

Eine schauderhafte Episode, die sich beim Brande
Wiener Ringtheaters abspielte, wird der „Presse“
atgetheilt. Ein Rauchfangkehrer soll ins Haus
aeine Treppe gekommen sein und seinen Arbeiter
utgenommen haben, um vereint mit diesem Hilfe
leisten. Aber im Momente, als er vorwärts
ing, fühlte er sich von unzähligen Armen gefaßt.
nn Verzweiflung griff er zu seiner Kratze und hieb
ie Hände ab, die ihn gefaßt hatten, floh und
ettete sein eigenes Leben. Sein Gehilfe aher blieb
nden Armen Derjenigen, die er hatte retten
jollen und sollen und kam mit ihnen um's Leben.

An den Rettungsarbeiten im Ringtheater hat
ch auch die auf der Durchreise in Wien befind⸗
—V6
ilow, betheiligt. Sie hat darüber folgende Mit—
eilungen gemacht: Ich fuhr einige Minuten nach
Uhr beim Ringtheater vor. Nachdem ich von
em schrecklichen Ereigniß Kunde erhalten, eilte ich
urch das Hauptportal und über eine Stiege in
as Innere des Theaters. Im ersten Stock kam
h an eine verschlossene Thür, an der ich immer
uͤtteln hörte. Da erschien ein ebenfalls zur Ret—
ing herbeigeeilter Mann und es gelang uns, die
Thür zu ösfnen. Eine Frau, mit einem Kinde auf
em Arme, stürzte heraus. Ich drang nun im
zinstern weiter vor und gelangte auf die erste
zalerie. Eine Frau eilte an mir vorbei und
ürzte zu Boden. Ich hob dieselbe auf und schüt—
este sie, bis sie wieder zur Besinung kam. Als
h ihr sodanu den Weg zur Thür zeigen wollte,
ilte sie mit dem Ausrufe: „Ich muß meinen
Nann und meine Kinder suchen!“ wieder zurück.
cinige Schritte neben mir arbeiteten zwei wackere
Nänner. Es waren Officiere. Sie waren damit
jchäftigt, mehrere übereinander liegende Menschrn

retten. Die Flammen beleuchteten den ganzen
neherraum. Von der dritten und vierten Galerie
„angen Verzweifelte in das Parquet. Ich
ilte in die zweite Galerie. Hier lagen bereits
deichen auf den Stiegen. Ich erfaßte eine
erselben, schleppte sie über die Stiegen und seßt,
ngefähr eine Viertrlstunde das Rettungswerk fort
is plötzlich ein brennendes Stück Holz auf mich
sel und mir an der rechten Schulter eine Brand⸗
unde beibrachte. Ich eilte hinab doch im ersten
dange wurde mir der Ausgang über die Stiegen
amöglich, da mir die Flammen bereits entgegen⸗
hlugen. Ich mußte den Weg durch's Fenster auf
ae Straße nehmen. Ich habe den russisch-türki—
chen Krieg mitgemacht, während desselben jedoch
eine derart aufregende Scene erlebt.

Der „Tribüne“ wird von einem ihrer Corre⸗
jondenten über den Brand des Ringtheaters zu
dien unterm 10. Dez. geschrieben: Fin Bild des
entsetzens bietet heute das zur Ruine niedergebrannte
ingtheater, das vor kaum vierundzwanzig Stunden
as lebensfrohe Wien in seinen herrlichen Räumen
arg. Die vorletzte Vorstellung, eine Matinee zum
jesten der Wittwen und Waisen der Polizeibeam⸗
u, welche um *21 Uhr stattfand, galt dem Zwecke,
chränen Unglüdllicher zu stillen, — sechs Stunden
väter flammten riesige Feuersäulen aus dem Dache
es Theaters zum Himmel auf, die Hülferufe von
underten der Zuschauer, welche nicht mehr in's
reie gelangen konnten, machten der nach tausenden
ihlenden Menge vor dem Theater das Blut er—
arren, und heute schluchzen zahllose Menschen um
ce ihnen auf so grauenvolle Art entrissenen
heuersten, zahllose Wittwen und Weisen weinen
ren Ernährern bittere Thränen nach. Es läßt
i im Augenblicke, wo von Neuem die Flammen
us den Fenstern des oberen Stockwerkes des The—
ters züngeln, noch ebensowenig die Zahl der Opfer,
nie die wirkliche Ursache der Katastrophe bestimmen,
viel steht fest, daß das Theater am Schotten⸗
inge zur Morgue geworden ist, aus der stündlich
eue fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannte und
drückte Leichen an das Tageslicht gefördert werden.
der Brand hatte mit Gedankenschnelligkeit das
mze Gebäude so erfaßt, daß es ein Flammen—
erd geworden war und, dem Vesuve gleichend, aus

inem Krater auf Straßenweite brennende Stoffe
ler Art schleuderte. Ihr Correspondent, welcher
ei Straßen hinter der Unglücksstätte wohnt, glaubte,

Haus stände in Flammen, denn plötzlich ergoß

in den Mittel- und Seitenhöfen ein Regen

11

prühender Funken, glimmender Stoffe und Holz⸗
tücke, so daß die Bewohner an ihre Rettung und
Flucht dachten. Das furchtbarste Bild der ganzen
datastrophe aber entrollte sich gegen zehn Uhr Nachts.
Aus der Stadt, den Vorstädten und Vororten
PWiens waren Menschenschaaren herbeigeströmt, und
estürmten die bereits an der Brandstätte Anwesen⸗
en mit Fragen, ob und wie viele Opfer die Kata—
rophe gekostet habe. Die Antwort, welche amt—
iche Organe zu geben vermochten, lautete so, das
ie Hoffnung die erregten Gemüther belebte, es dürften
iur wenige Meuschenleben zu beklagen serin. Nur

u bald sollte diese Hoffnung die furchtbarste Ent—
äuschung erfahren. Der Ruf: „Plaßz! Platz!“
heuchte die dicht zusammengekeilte Menge ausein⸗
inder, und ein gespenstiger Zug durschritt die Reihen.
gon Sicherheitsmännern getragen und escortirt,
amen Bahre an Bahre, Karren mit verhüllten
zeichengruppen, Sanitätswagen mit Sterbenden und
rodten aus dem Gebäude der Polizeidirection, in
essen weitem Hofe bald nicht mehr Raum genug
var, um die Leichen neben einander zu legen, so
aß sie aufeinander geschichtet werden mußten. Der
rauenvolle Zug bewegte sich zum allgemeinen
frankenhause, in dessen Höfen und Todtensälen die
Ipfer der Katastrophe zur Agnoscirung ausgestellt
hurden. Da gab es kein Halten mehr, Weinend,
hreiend aus Verzweiflung stürzen sich Männer,
Frauen und Kinder auf die Bahren und Sanitäts-
bagen und rissen die Hüllen auf, um zu sehen,
b Einer der Ihrigen sich unter den Leichen und
ttöchelnden befinde Das Bild wird sich Jedem
ief ins Gedächtniß prägen, der Zeuge desselben
var; so gräßlich es aber auch war, es war leider
iur ein Vorbild des Gesammtbildes der Katastrophe
om Schottenring.

4 Es stellt sich heraus, daß an dem Wiener
Theaterbrand die Verwaltung eine große Schuld
rifft: Fünf Wasser⸗Wechsel oberhalb der Bühne
varen nicht geöffnet, der eiserne Vorhang nicht
erabgelassen, die Oel-Lampen auf den Gängen
icht angezündet, Alle Gänge und Rettungs-Pfade
varen unbeleuchtet. Die Bühne war bereits ein
zeuer⸗-Meer, als das Publikum auf der Galerie
lur eine Kenntniß vom Brand erhielt.

(Gas Wiener Ringtheater.) Wie
n Muͤnchener Künstlerkreisen erzählt wird, hat Herr
Irchitekt v. Schmädel vor einiger Zeit in einem
hortrag das so tragisch zu Grunde gegangene Wie—
ier Ringtheater (früher komische Oper) als das
rägnantesten Beispiel eines schlecht und feuersgefähr⸗
ich gebauten Theaters bezeichnet. Sämmtliche
zaͤnge des Baues waren krumm, unter denselben
efanden sich sogar Sackgassen. Nur auf diese
Weise ist die furchtbare Ausdehnung des Undlücks
u erklaären.

Wien, 12. Dez. Verschiedene in der Pro—
inz beheimathete Opfer des Theaterbrandes wur—
en heute mittelst Eisenbahn in ihre resp. Heimath
efördert, Alle in den nächsten Tagen im Schutte
orgefundenen Leichen und menschlichen Ueberreste
ommen sofort in Metallsärge und werden desinfi—
irt. Gestern und heute wurden Ueberreste gefun—
en, welche von sieben Personen herrühren dürften.
das Hülfscomitee des Gemeinderathes hielt heute
eine erste Sitzung, um über augenblickliche Maß—
ahmen zur Linderung der Noth zu berathen; das
somitee wird die Institute und Corporationen,
yelche Subscriptionen veranstalteten, zur Entsen—
ung' von Delegirten in das Hilfs-Comitee der
ztadt Wien einladen. Das Hilfsbureau wird am
dienstag früh eröffnet werden. Bei dem Bürger—
ieisteramte sind rund 134 000 fl. deponirt. Das
zilfs-Comitee der Stadt Wien erläßt einen Auf—
uf, worin dasselbe bekannt gibt, daß am Dienstag
essen Wirksamkeit beginnen wird und in Noth ge⸗—
athene Personen, eventuell deren Vormünder oder
zerwandte, auffordert, sich zu melden. Eine den
orhandenen Mitteln entsprechende schnelle Hilfe
odird ohne Rücksichtnahme auf Zuständigkeit geboten
oerden.

Die Kosten des Lebens unterhaltes
n den Ver. Staaten sind in den letzten zwölf Mo—
aten ganz außerordentlich gewachsen: abgesehen von
Niethen sind die Lebensmittel theils in Folge von
5peculation, theils durch die mangelhaften Ernten
zanz erheblich gestiegen. Nach einer Berechnung
er „Chicag. Tribune“ sind die Preise für Lebens—
aittel allein beim Verkauf im Großen durchschnitt-
ich um 24Procent in die Höhe gegangen, und
war zum Beispiel Schweinefleisch um 7, Schmalz
2, Weizen 40, Mais 68, Mehl 48, Butter 14
fFier 21. Kartoffeln 119, Aepfel 100 Vrocent

—AR
ioch womöglich ein größerer Procentsatz erhoben.
Zolche Preisschwankungen machen sich immer am
neisten bei den Arbeitern fühlbar, wo der größte
Procentsatz der Gesammteinnahme für die nothwen⸗
zigsten Lebensbedürfnisse verwendet werden muß,
ind leider dauern ihre Wirkungen dort auch am
ängsten an.

FLondon, 9. Dezember. Eine heute bei
der Börse eingelaufene Depesche meldet einen ern⸗
ten Unglücksfall in einer Kohlengrube bei Cockerill,
wobei 60 Menschen ums Leben gekommen seien.

Sterbfälle.

Gestorben: in Kaiserslautern Kathchen
T. d. Lokomotivführers C. Müller, in Speyer
yrau Anna Maier, 76 J. a.; in Dierbach
Foh. Heinrich Wilker, 69 J. a.; in Lambrecht
Tuchfabrikant Jakob Kölsch sen. 76 J. a.; in
deunkirchen Frau Apollonia Meßner, geb.
derrmann 65 J. a.; ebenda Wilhelm, 8
F. a. Sohn von Wilhelm Hermanny.

Neueste Nachrichten.
Essen, 12. Dez. Nach der „Essener Zeitung“
andte gestern eine zu Düsseldorf gehaltene General⸗
Bersammlung des Vereins deutscher Eisenhütten⸗
nänner folgendes Telegramm an den Reichskanz-
er: 300 hier versammelte Mitglieder des Vereins
»eutscher Eisenhütten-Männer danken Ew. Durch-—
aucht für die segensreich wirkende Wirthschafts⸗
zolitik, welche eine Wiederkehr besserer Zeiten für
WVerke und Arbeiter herbeigeführt hat.

Wien, 12. Dez. Heute Morgen fand im
„tephans-⸗Dom ein feierliches Requiem für
ie im Ring-Theater verunglückten Personen statt.
der Dom war ganz schwarz drapirt; ein Katafalk,
imgeben von exotischen Pflanzen, stand in einem
Neer von Lichtern. Die Kirche war überfüllt.
inter Vortritt der Geistlichen erschienen der Kron—
zrinz, die Erzherzoge, der gesammte Hofstaat,
ämmtliche Minister, die Mitglieder des Herren⸗
ind des Abgeordnetenhauses, der Gemeinderath, das
Ifficiercorps u. v. a. Der Bischof Angerer cele⸗
rirte die Todtenmesse. Die Mitglieder des Hof⸗
pern⸗Chores sangen Chorgesänge. Vor dem
dome, sowie in den einmündenden Straßen waren
iele tausend Menschen versammelt.

London, 12. Dezbr. Wichtige Docu—
nente und Pläne sind aus dem Ber—
liner Generalstabs-Archiv entwendet
worden.
Fur die Redaltion verantwortlich F. X. De meß

Offene Correspondenz.

Wiederholt nach M. Ich kann nicht begreifen,
vie sie noch im Unklaren sein können: Die Brücken—
unuer Lotterie ist nicht für die Bürger, sondern le⸗
ziglich zu Gunsten öffentlicher Gehäude, wie Kirche,
Pfarrhaus, Schulhaus, Krankenhaus ꝛ⁊c., welche Ge⸗
zäude s. Zt. durch die gräßliche Feuersbrunst zer—⸗
tört wurden.

Nenuutausend Exemplare sind bereits von dem
Autographen⸗Album des Deutschen Reiches „Aus Sturm
ind Roth“ verkauft worden, welches die Verlags-Handlung
des „Deutschen Familienblattes“ (J. H. Schorer) in Berlin
um Besten der Gejellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im
etzten Sommer herausgegeben hat. Der Reinertrag dieses
Verkaufs ergiebt eine ziemlich ansehnliche Summe fuür die
nenschenfreundlichen Zwecke unserer Rettungs-Gesellschaft,
und ihre Mannschaften, die braven Seeleute, welche nicht
achtend Weib und Kind, in den letzten Herbsistürmen so
häufig ihr Leben wieder für die vom Wasser Bedrängten
ruf's Spiel setzen, werden mit Freuden hören, daß die
Nation mit ihrer Sympathie hinter ihnen steht und daß
zuf alle Fälle für die Familien derer gesorgt wird, welche
inst nicht wiederkehren sollten.

Es bleibt aber noch genug zu thun übrig; zur Vermehrung

er Stationen und der Böte ist immer noch viel Geld nöthig.
Darum, wer sich eine doppelte Weihnachtsfreude bereiten
oill, der kaufe dieses interessante Album, welches alle ähn⸗
ichen Werke des Auslandes durch seine Vollständigkeit bei
deitem übertrifft. Ein reich gebundenes Exemplar lostet 7
Rark und ist in allen Buchhandlungen zu haben.
»Eine Kaiser-⸗Ausgabe auf gunz starkem Papier,
n größerem Format und mit zweifarbigem Druck bereitet
ie Verlagshandlung zu Weihnachten vor. Diese Ausgabe
vird nur in 450 Exemplaren gedruckt, wovon jedes einzelne
eine Nummer erhält. Der Preis der Kaiser-⸗Ausgabe in
esonders prächtigem Einband beträgt 25 Mark. Wir
athen mit den Bestellungen hierauf nicht zu zögern.
        <pb n="812" />
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2. Aus Schweizer Bergen.
3. Deutsche Sagen und Märchen.
4. Die Deutschen Reichslande.
5. Goethe und Schiller.
6. 7. Der Rhein.
8. 9. Aus dem Königreich Sachsen.
10. Die deutsche Marine.
11. Das Thierleben der Alpenwelt.
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1. Aus Norddeutschland.
2. Aus dem deutschen Frauenleben.
3. Raubthiere.
4. Bilder aus Südamerika.
5. Die deutschen Befreiungskriege.
6. Der St. Gotthardtunell.
7. Das Jahr 1870 - 71.
8. Vom Illyrischen Küstenlande.
9. Die deutschen Kaiser.
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Harniseh-Steimaamm lung, enthält 36 Arten (grosse
Stũckey mit Beschreib. in eleg. Holꝛkasten. 12 M.
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Stũck 50 M.
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auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 H, bei NReclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreima lige berechnet.
M 210.
Politische Uebersicht.
Deutiches Reich.

Bayerischer Landtag. Die Abgg. Julius
Müller, Sellner und Genossen haben in der Abge—
ordnetenkammer beantragt, die Art. 99 und 162
des bayerischen Gesetzes über das Gebührenwesen
vom 18. August 1879 in der Art abzuändern,
daß z. B. in der Pfalz die nach dem pfälzischen
Civilrecht erforderlichen gerichtlichen Bestätigungen
von Familienrathsbeschlüssen über Absetzung oder
Ausschließung von Vormündern, über Veräußerung
oder Verhypothezirung von Immobilien, über Ab—
chluß von Eheverträgen oder Vergleichen minder—
ähriger oder interdicirter Personen und Theilungen,
bei welchen Minderjährige, Interdicirte oder Ab—
wesende betheiligt sind, nicht mehr unter den Satz
von drei Zehnteln des Reichsgerichtskosten-Gesetzes
fallen, was thatsächlich der Pfalz im Vergleich zu
inderen Kreisen eine Ausnahmssteuer auferlegt.

Das Befinden des Kaifers ist nunmehr
ein derartig befriedigendes, daß derselbe auch der
am 13. Dezember bei Königs-Wusterhausen veran⸗
talteten Hofjagd beiwohnen konnte. Außer den
döniglichen Prinzen waren auch verschiedene fremde
Fürstlichkeien bei der Jagd zugegen, darunter
dönig Albert und Prinz Georg von Sachsen.

Berlin, 13. Dez. Der Reichstag hai
jeute nach Erledigung des Etats die Vorlage betr.
Errichtung eines Reichstagsgebäudes mit großer
Mehrheit angenommen, nachdem er sich vorher für
abgekürzte Behandlung der Sache (durch nur ein⸗
malige Berathung) entschieden hatte. Nach einem
gleichfalls angenommenen Antrag von Gerwig er—
nennt der Reichstag seinen Präsidenten und 7 Mit⸗
glieder zu einer Kommission, welche unter Zuziehung
hon Technikern die Ausführung des Baues zu
iberwachen hat.

Innerhalb der Reich sämter nehmen die
Vorarbeiten für die socialpolitische und gewerbliche
Gesetzgebung ihren ununterbrochenen Fortgang.
Wie verlautet, ist auch ein Entwurf über Errich—
tung von Gewerbekammern nach bayerischem Muster
m Bearbeitung.

Tie Matricularbeiträge pro 18824838
belaufen sich insgesammt auf 103684 369 Mark
(13230 871 Mark mehr als 1881/82). Davon
entfallen auf Bayern 20 149 588 Mark.

Der A. „A. Z.“ wird folgende Mittheilung
zemacht, die wir unter Reserve wiedergeben. Die
Frage der Erwerbung Helgolands für das
deutsche Reich scheint jetzt wieder mehr in den
Vordergrund des Tagesereignisses zu treten. So
hat sich neuerdings, wie schon früher der Contre⸗
admiral a. D. Werner, auch der Viceadmiral a. D.
henk zu Gunsten der Wiedererwerbung jenes bis
1714 den Herzögen von Schleswig-Holstein⸗Gottorp
gehörigen Felseneilandes ausgesprochen, und zwar
nicht blos vom strategischen Standpunkt aus, son⸗
dern auch im Interesse des deutschen Seehandels.
Wie von durchaus zuverlässiger Seite aus London
berichtet wird, hat der deutsche Botschafter Graf
Münster, sich kürzlich gesprächsweise dahin geäußert,
daß ein auf Abtretung Helgolands gerichteter
Wunsch keineswegs auf einen unüberwindlichen
Widerstand Englands stoßen würde. Es gewinnt
also den Anschein, daß die Angelegenheit bereits
Gegenstand diplomatischer Erörterungen gewesen ist.
Ueber das ins Auge gefaßte Aequivalent cursiren
verschiedene Bersionen. Vielleicht wird die nicht
unwichtige Frage noch in der gegenwärtigen Ses—

h

Donnerstag, 15. Dezember 1881.

—16 Jahrg.

ion des Reichstags zur Sprache gebracht werden,
ei dies nun durch eine Interpellation, sei es durch
den Antrag, mit England in Verhandlungen zu
reten.

Die Nachricht von einem Diebstahl wichtiger
Pläne und Dokumente aus dem deutschen General⸗
tabsgebäude zu Berlin, welcher über London ge⸗
neldet wurde, wird von kompetenter Seite dahin
richtig gestellt, daß an der ganzen Nachricht kein
wahres Wort ist.

sprach es diesem noch die Fähigkeit ab, als Zeuge
oder Sachverständiger vernommen zu werden.

13. Dez. Verhandlung gegen Ludwig Conrad
30 Jahre alt, Musikant von Rehweiler, wegen
Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Der Angeklagte
wurde des ihm zur Last gelegten am 21. Oktober
abhin begangenen Verbrechens unter Annahme
mildernder Umstände für schuldig erkannt und zu
einer Gefängnißstrafe von sechs Monaten verurtheilt.
Mit diesem Falle endigte die Schwurgerichtssession
des 1“. Quartals, und wurden die Geschworenen
wieder in ihre Heimath entlassen.

— Dem Landrathe der Pfalz gingen in einer
seiner letzten Sitzungen folgende Anträge zu:
1) von Dr, Buhl. Munzinger, Wolf und Stalter
in Betreff der Abgabe von Waldstreu; 2) von
Decan Krieger, Dr. Zöller, Munzinger, Frentzel,
Frölich und Stalter, den Schulbesuch betreffend;
3) von Dekan Lynker, Decan Huth, Decan Krie—
ger, Auffarth, Dr. Zöller und Mayer in Betreff
des Vagantenthums. Diese Anträge gehen an den
5. Ausschuß zur Berichterstattung.

— Zmeibrücken, 14. Dez. (Zw. 3.) Die
Direktion der Psälz. Bahnen hat auf Ansuchen des
hiesigen Cäcilien-Vereins den auswärtigen Concert⸗
hesuchern für 18. ds. bereitwillig freie Rückfahrt in
allen Wagenklassen gewährt, wena dieselben auf der
Abgangsstation zugleich ein Konzertbillet a 2
lösen, das an der Kasse des Konzertlokals mit Zu—
ichlag von AM. 1. gegen einen nummerirten Platz
umgewechselt werden kann; hierdurch erhält das ein⸗
fache Fahrbillet durch Abstempelung auf der Rück⸗
seite diese Berechtigung.

— Wolfstein. Dieser Tage wurde von dem
Ackerer Jakob Z3. in Oberweilertiefenbach eine Kuh
geschlachtet, in deren Magen man den Trauring
fand, welchen Frau Z. vor ca. 3 Jahren verlor.

— Dürkheim, 14. Dez. (Falsches Geld.)
Bei Einnahme von Einmarkstücken ist größte Vor⸗
sicht zu empfehlen, indem in jüngster Zeit vielfach
Falsificate dahier ir Umlauf gebracht worden sind.

(D. A.)

— Speyer, 13. Dez. Das Kreisbudget für 1882
hat der Landrath folgendermaßen festgestellt:
Summe der Ausgaben 1319 452 M. 36 Pifg
Die Regierung hatte 1324 128 M. 902Pfg. an⸗
Jesetzt. Hiervon solle 889 550 M. 85 Pfg. durch
eine Kreisumlage von 36,8 Prozent der Steuer⸗
principalsumme (also *10 Procent weniger, als
die Regierung angesetzt hatte, gedeckt werden.

— Frankenthal, 11. Dez. Die Ehefrau
des Kesselschmiedes Heint. Sams tag war am
Zamstag ihrem gegenwärtigen Beruf als Amme
naachgegangen; ihre 3 Kinder hatte sie ins Bett
zelegt, im Ofen brannte das Feuer; sie vergaß es
jedoch, Jemand zu beauftragen, gelegentlich nach
den Kindern zu sehen. Wie man nun vernimmt,
ist ein Stück Kohle aus dem sehr gut geheizten
ODfen gefallen, das den hölzernen Kohlenkasten und
odann den Fußboden entzündete. Kaum nach einer
Stunde Abwesenheit kehrte die Mutter zurück, fand
die Wohnung mit Rauch angefüllt und ihre Lieb—
linge todt. Das älteste der Kinder, ein Mädcheu
von 5 Jahren, sell noch den Versuch gemacht haben,
das Fenster zu öffnen, wurde jedoch anf dem Weg
dahin von dem traurigen Schicksal ereilt.

Vermischtes.

Ausland.
London, 14. Dez. Die Zeitungen dementiren
die Unterhandlungen über die Abtretung Helgo⸗
lands.

Tunis, 14. Dez. Ali Ben Khalifa floh
auf das Gebiet von Tripolis. Gafza erhielt
eine stehende Garnison.

——
Lokale und pfälzische Nachrichten.
x* St. Ingbert, 14. Dez. Dieser Tage wurde
eine hiesige Familie in nicht geringen Schrecken
dadurch versetzt, daß das 2jährige Söhnchen der—
elben eine eiserne Schraube von etwa 4 Centimeter
Ldänge hinunterschluckte Glücklicherweise entledigte
ich der Kleine nach nicht allzulanger Zeit auf na—
ürlichem Wege wieder des uunverdaulichen Objektes,
»hne weiteren Schaden an seiner Gesundheit ge—
nommen zu haben.

* St. Ingbert, 15. Dez. Gestern weilte der
kgl. Bezirksdamtmann Herr Dr. Schagintweit
aus Zweibrücken in unserer Stadt, um das Bei—
ahren uud Zerkleinern des Deckmaterials für die
distriktsstraßen des Kantons St. Inabert zu ver—
zeben.

* St. Ingbert, 14. Dez. Heute Vormittag
vurde der neuvergoldete Hahn durch Hrn. Dach⸗
deckermeister Danzer wieder auf die Thurmspitze der
atholischen Kirche gebracht. Natürlich hatte der⸗
selbe bei dieser Arbeit zwischen Himmel und Erde
eine recht zahlreiche Zuschauermenge, die seinem
Vorhaben mit Spannung folgte.

*— Montag, den 16. Januar nächsthin, lassen
auf der Amksstube des kgl. Notars Pasquay in
Zweibrücken die Erben Villeroy den ihnen gehörigen
Rittershof (Gemeinde Hassel) mit sämmt—
ichen Gebäulichkeiten, 202 Hectar Wald, 28 Hectar
Wiesen, 90 Hectar Ackerland Gärten, Weiher und
Weide versteigern. Das Objekt kommt zuerst in
zwei Theilen und dann im Ganzen zum Ansgebote.

— (Pfälzisches Schwurgericht.) Am
12. Dez. Verhandlung gegen 1) Joh. Georg Hil—
lengaß, 33 Jahre alt, von Auerbach, Gaden)
in Karlsruhe wohnhaft, 2) gegen Georg Käufer,
37 Jahre alt. Tüncher von Kandel, ersterer
des Meineids, letzterer des Meineids und der
Anstiftung hierzu angeklagt. Hillengaß, dem
die besten Zeugnisse zur Seite stehen, hatte sich
edenfalls durch den verderblichen Einfluß des Käufer
ur Abgabe des falschen Eides verleiten lassen. Er
zesteht die ihm zur Last gelegte Handlung unum—
vunden zu. Die Geschworenen sprechen ihn schul—
dig des Meineids unter dem mildernden Gesichts—
»unkt des 8 157 des St.Gb., den Angeklagten
Käufer schuldig des Meineids, sowie der Anstif⸗
sung hierzu. Das Gericht verurtheilte den Hillen—
zjaß zu 1 Jahr Gefängniß und zu 3 Jahren Ehren—
bderlust, den Käufer zu 5 Jahren Zuchthaus und
zu einem Eßrenvperluste in aleicher Dauer. ferner

F In Lonisenthal wurden nach der Saarbr.
Ztg. in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch in
ziner Sandarube 2 Knechte vperschüftet
        <pb n="814" />
        F Die Prüfung auf der Hebammenschule in
Erlangen haben am 14. und 15. Nov. 24 Heb⸗
ammen bestanden, darunter 17 aus der Pfalz.

F Seifersdorf. Dem „Rotth. Bote“ wird
nachstehender Vorgang gemeldet: „Mehrere Schul⸗
knaben mißhandelten ein 7jähriges Schulmädchen
auf dem Heimwege von der Schule, und letzteres
flüchtete sich in einen Wald. Einer der Knaben,
12 Jahre alt, verfolgte jedoch das Kind weitet, zog
es in eine Höhlung und ermordete dasselbej, indem
er demselben Stiche in den Kopf beibrachte und
endlich den Hals abschnitt. Am Sonntag Morgen
fanden Kirchengänger das Kind todt in einer
Blutlage liegend. Der Gendarmerie gestand der
Knabe seine Unthat, ohne jedoch im Mindesten
Reue hierüber zu zeigen.“

Wie der Frankf. Handelsz. aus Stuttgart
telegraphirt wird, ist der Getreidehändler Ehrhardt
nach Verübung von Wechselschulden im Betrage
von 140000 M. flüchtig gegangen. Als betheiligt
werden genannt: die dortige Volksbank, die Hand⸗
werkerbank und die Württembergische Bankanstalt.

F (Eine sonderbare Eingabe) hat ein
Berliner Handwerker an den Kaiser gerichtet, die
jetzt auf dem gewöhnlichen Instanzenwege an den
Magistrat zurückgelangt ist. Dieselbe lautet im Aus⸗
zuge: „Hochgeehrter Herr Monargl! Ich muß alle
Vierteljahr so viehl Steuern zahlen, hauptsäglich
vällt mir die Mieths- und Einkommensteuer sehr
schwär. Es ist mir nicht mehr möglich, Ihnen
meinen Verpflichtungen nachzukommen, ich bitte
daher sehr dringend, mir vorläufig die Steuern
zanz zu erlassen, oder sie billiger zu machen. Bei

hren hohen Einkommen kann es ja auf meine paar
ßroschen nicht aukommen.“

Wien, 183. Dez. Noch immer weiß man
nicht genau, wie viele Personen beim Brand des
stingtheaters umgekommen sind: manche von denen,
velche die amtliche Liste als vermißt aufführte,
jaben sich nachträglich gemeldet; dagegen stehen
iber noch manche Personen, von denen man weiß,
daß sie im Theater gewesen sind, nicht in der Liste.
Allgemein wird angenommen, daß die Zahl der
Lerunglückten 800 übersteigt.)

F Kairo, 12. Dez, Die Cholera ist zu Elviels
m Lager der egyptischen Pilger am Rothen Meere
ausgebrochen.

Eine zweite Depesche aus Konstantinopel,
13. d. datirt, meldet: Nach amtlicher Meldung aus
El-Vedj vom 8. d. sind in den letzten 10 Tagen
von 3340 Pilgern 45 gestorben, davon 21 an der
Tholera. Nachrichten aus Mekka vom 26. November
ufolge waren dort in den letzten Tagen 19 Cho—
erafälle vorgekommen, von denen 7 tödtlich verlie—
en; aus Djeddah werden unter dem 28. November
3 Todesfälle an der Cholera gemeldet.

33 J. a; in Schwarzenacker Carl Schoppen
68 J. alt.

Neueste Nachrichten.

Müuüͤnchen, 14. Dez. In der Abgeordneten⸗
ammer erfolgte die Vorlage von Gesetzentwürfen
vetr. die provisorische Steuererhebung, die Vicinal⸗
hahnen und eine Revision der Polizeistrafgesetzgebung
wahrscheinlich Bestrafung des Concubinats). Die
do Bonns wurde mit überwiegender Majorität
assirt.

Berlin, 14. Dez. Der „Reichsanzeiger“ ver⸗
zffentlicht eine Zirkular-⸗Verfügung des Ministers
des Innern an die Provinzialbehörden vom 18.
stovember 1881 betreffend die Sicherung der Theater
vor Feuersgefahr. In dieser werden die Regier—
ungen angewiesen, die zu gleicher Zeit veröffent—
ichten allgemeinen Grundsätze, welche von der
Akademie des Bauwesens aufgestellt wurden, bei
ünftigen Theater⸗Neubauten sowie bei der Revision
der bestehenden Theatergebäude, insbesondere ihr er
nneren Einrichtungen, zu berücksichtigen.

Sterbfälle.
Gestorben: in Landau Joh. Georg, 7 J.
4., S. v. C. Riederer, Garnisonbauaufseher; eben⸗
»a Mich. Ludw. Clauß, Rentner, 68 J. a!; in
Aberhausen, Kanton Landau, Jakob Vossel—
nann, 65 J. a.; in Germersheim Käthchen,
123 J. a., T. des Brückeneinnehmers Grimm;
n Pfort der kath. Lehrer Joh. Baptist Dreier,

Dienstesnachrichten.
Der Pfarrverweser von Meckenheim, Franz Knoll
erhielt Anweifung als Piarrverweser nach Medelsheim.
Augusi Rebenack, Enregistrements. Assistent in
Straßburg, wurde zum Enregistrements-Einnehmer in Mas—
nünster (Elsaß) ernannt.“
Fur die Redaktion verantwortlich F. X. Deme
150 000 Mart Geldgewintt. —XC 8 X cewiun 50,000 Bart.
sind Brückenauer Loose à 2 Mart vorräthig bei;: Joh. Friedrich, Fraut r h. Weirich
—WsBGewinn⸗Kiehung unwiderruflich 28. Dezember nächst

welcher den Franz Jatoo v
rüher Bergmann jetzt Fuhrmann in
St. Ingbert wohnhaft zum Vormunde
und den Johann Uhl, Schmelzarbeiter
daselbst wohnhast, zum Nebenbor⸗
munde hat;

III. Nikolaus Ochs, minder⸗
ähriger Sohn II. Ehe des verlebten
Nikolaus Ochs, welcher seine genannte
Mutter Anna Maria Hornberger
zur ahten Vormünderin und den
Heorg Nohe, Bergmann in Rohrbach
vohnhaft zum Nebenvormunde hat.

St. Ingbert, 10. Dez. 1881.

A. Wieit.
Bekanntmachung.

Am Montag., den 19. ds. Mts
Nachmittags um N Uhr im Stadthause
sier, werden die Lieferung des Petro—
eums zur Straßenbeleuchtung auf der
Schnappbach für das Jahr 1882 und
)er Düngergrund im Stadthause und
den Schulhäusern hier öffeutlich ver—
—XE

St. Ingbert, 14. Dez. 1881.

Das Bürgermeisteramt:

Custer.

Licitation.
Montag, den 9. Januar 1882,
Nachmittags 2 Uhr zu St. Ingbert,
in der Wirthschaft von Johann Josef
Heinrich, werden durch den unter⸗
zeichneten, hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notars Franz
Sauer in St. Ingbert, die nachhin
beschriebenen zur Gütergemeinschaft,
welche zwischen Nikolaus Ochs
im Leben Bergmann in St. Ingbert
und dessen daselbst verlebten ersten
Ehefrau Maria Zimmermann.
bestanden hat, gehörigen Liegenschaften
der erklärten Untheilbarkeit wegen öf⸗
fentlich au die Meistbietenden zu Eigen⸗
thum versteigert, nämlich:
a. Steuergemeinde St. Ingbert:
Plan⸗Nr. 14313, circa 2 a 70
qm Acker auf Etzelchen neben Philipp
Kreischer und Wittwe Geyer;
). Steuergemeinde Rohrbach:
Plan-Nr. 1080 und 1081, 25 a
90 qm Acker längs dem St. Ing⸗
berter Bann, neben Jakob Klein
und Georg Würtz, davon die Hälfte
neben Jakob Klein;
d Eigenthümer sind: D f
ie Wtttwe II. Ehe und die Kinder
und Erben J. und II. Ehe des Ver—⸗ 4 An sa gu n g.
lebten Nikolaus Ochs, als: dür die vielen Beweise aufrichtiger
. Anna Maria Hornberger, heilnahme bei dem Tode und der
ohne Gewerbe in St. Ingdert woͤhn Beerdigung unseres lieben Gatten,
haft, Wittwe I. Ehe don Nikolaus Vater und Großdater
Ochs, eigenen Namens wegen der Johann Schmelzer,
zwischen ihr und ihrem verlebten Ehe⸗ Schreiner,
manne bestandenen Gütergemeinschaft, prechen wir allen Verwandten, Freunden
sowie als Testamentserbin desselben; und Bekannten unsern innigsten Dank
II. Jakob Ochs, minderjähriger aus.
Sohn J. Ehe des verlebten Rikolaus St. Ingbert, 14. Dez. 1881.
Ochs und de r Mariagdimmermann, Die trauernden Hinterbliebenen.
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Saal, zum Benefice des Herrn Musikdir. Schadewetz

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Die Besucher des am 18. ds. stattfindenden Concertes genießen bei
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selben. Tage, wenn zugleich ein Conceribillet à Aß 2. —. dazu genommen
wird, welches in Zweibrücken ey. gegen einen nummerirten Platz mit 1 M
Zuschlug umgewechselt werden kann.

Wir bitten dringend
um Hilfe in der Notßb! —

im Linderung des durch schrecklichen Brand herborgerufenen Elendes unserer
ztadt! — Besonders Euch, Ihr wohlhabenden Mitbrüder, rufen
vir an: Oeffnet Eure mildthätige Hand! Der wird es Euch lohnen, nach
Dessen allweisem Rathschlusse wir so schwer heimgesucht wurden, Dessen Güte
—X

Die Ziehung unserer Geld-Lotterie ndet

2 ⸗ *
widerruf

am 28., 29.. 30. Dezbr. nüchstuin statt.
Ziehungsliste erscheint pätestens 10. Januar. Die Stadtverwaltung Brückenau.

Brückenauer Loose A2 Mark zu haben bei: J. Friedrich,
F. Woll, Buchbandlung, und Joh. Weirich, Friseur in St. Inaberr

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        2
52

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— 5
537 2 —A 2
38 53 125 —2 55355
—A —A
2 — 80 y 7 22 855355535 22
—— 5 2 8 3225 * ——— 22
25 32 3 5 3 S—5553 8 22* —E
38 558 2538 J535155827 5585 353 5— 8583 7*
38 525 52 —— ———— 8 2235 * 523— 555 —52 255
— 72 52 —58 53532535 25228 * 32 5 * 25523
825 —* * 8 —33238225 — ER —— — — 2 533333— 3555
* —— — —— —23235222 — * ZO — 238 —SSBB2 5355383
5—3 228 52 * 235 3558 252 55 — 3383 353555
28 2 8 * 557 5535357 3525 ——— 2 * — 5 8 * 53
— 235 * * 383 —333 O 8 s 23 275 533846* I73E
8 —55 * — 233 585 — 2 535 2 * — ———— 228 *8*
3 5. 8 3 — 53 — — 283 5 —— —
— — 25 555 — — — A85 252233 8 3 2 53525
— *55 8 512 23 52 525333* — 55385 8 22 2
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—I— 255 —F —A . — — 52255 — — 53227 *
83.*8 * 23 *5823255 5 3225726
358 3355. — 5823 28 2 * 553 55 58384
7 * 2 * 8 * —4 ð —
33383 — 55353 5 2 3732 33 I5 823355
2233 2 7S28 53 — 22 — 7* * 5235 22 * — —
23232 255* — c 22 538 * 2— 8
5538 5225 3 5 555 35356 —D 2*** *
* * *. — * * —7 5 — 72 *2 7 5
355— 5. 25 55 555. 27 — E 52380 32 —————
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— —3388 8 53 23538 —
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3 *538 — 57 23 525 * S. 2
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3353588 53 33 858 57 3535333
23338 2 3. 5*62 255.35 3358 3 2*
* —8 —75 — F — 2 2. — *.2 * 2 5 — ⸗
22 3 — — 3 35 3 2 — — 7
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7277 23 — 5 2.2
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S52 —3 5 5* 3 829 528 28
5225 25. — — . 8 — —2. 2 25535.
4 — 2827 * ⁊ 22 155* 552 ——

* 553222258 3 —— 3— —8—22 —E 53583
* — — ——— — — 7222 —EF —J— — 3 * * * * —— — 2 4
* 5232 —52 5 — * 552 — 5 353 52 5
25* 232555358 2*53 525 335253 ——526
— 8 — 227 — 3 4⸗ —8 * —
8 5557 5 555532 63 8— * — 5283.7 »222
2—53— — —3 22v 73 ——3. 5— 605 335355
* * — —* — — * 2 — 52. — * 7 22 32357 —c — —
* 2 2 77 0 — — * 2 2225 ———
—W —— —— * 2 2 *2 —8* 2422* 22.2 2 23 5*
22 —2*2.33 52— 8 —a ** —* 3 D 22. 257 22
55 5——* — —203 2 53.0 —
5 25 7 5226 —— —A — — x9 s—2 — 323 —2— —3 5583 5— 55*
SE2 2—22878 —— — 522 7 2537 —— 3 2 5 233
— 2 — 2583.2.3 8 — ——A— —8 65 57 2 72 2 2 2227 *2
22. 5323375 —2— 225235 — 5 * 252. 22
25585 —73323 —X 207 5*2 —A 25 235 53 53315 53323583
* —5— ——— — 8 5 — 72 —2* 3 7 5 * *—* —A— 2
253333360*38 * 223385 933 28553— 23363*6
3 55 3 88 ——33 3858528
*2* — 3 —— 3 3 — * 2*
523055 153 —56 —E 3 ——3 533353855
s 2.*5333 3 25 3383559 533 —3—335832327
5 ——„ — 28 33——5 — —— ——3 2—3632*

25 * — * 2 2* —— 8 —2 * *

— ——— 5557 * 2 85*3. —5 277 5553 5—58

5222 3. 233 *»2327 58 5338 3.5 —5 222 2223 3 538—

— —— 25 .53.—5 2573 55855 —2853 k2z2272— 5525

33 2 3383— 23 —— 3335

—“ 2— 2 55 7752 2c5 5z353722 —37575— 525 3323

3 232878 J 333833 3———3 5333333

7 * * * 2 7* —2
— * —2 3—. 92 5 2825. 2 — —
2208283 I5 3325385 3 3333608 23
* 52828823 2338 5 5— 22 5* 25 292 25235
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X 5 * — — 2. 3 — 2 —— *2 5 *
—— — 3 — 2*2 8 HAS 2 —22 323 35 2825

* — — 15238 533. * 25 32232
5 —— 83 22338752 —253— 5 —333—2— 53.5*53. 553
2 — —2 J 37 2 3
—222 583 2322 22 z2 5à 7 23— 252 5 752255323

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A
        <pb n="817" />
        ↄl. Ingherter Ahzeiger

23
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert.
— — ——————— ——— —————— — ——— — ——— —— — — — — — —— —— — — — — — —

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1I 46 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich

0 ßZustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraren aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 15 A4, bei Reclamen 30 A. Bei Amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
Samstag, 17. Dezember 1881. 16. Jahrg.

—R
M 211.

Einladung zum Abonnement.

dittler zu erfüllen, insbesondere in die beantragte
Aufhebung zweier Realgymnasien, zweier Industrie—
chulen, einiger Leher-Bildungsanstalten einzu—
villigen und von der Forderung pragmatischer
Lehrer für die unterste Lateinclasse abzustehen. Ob
das nöthig ist, müssen wir dahin gestellt sein lassen.
Wir glauben nicht, daß Herr v. Lutz sich dadurch
non den Ultramontanen die Absolution erkaufen
tann, und wir denken, er weiß das auch recht gut.

Berlin, 15. Dez. Auf die Interpellation von
hertling über die Reform der Fabrikgesetzgebung
agt der Statsminister von Bötticher eine persönliche
Untwort des Reichskanzlers für nächsten Samstag
u. Die Regierung habe keine Bedenken, die An—
rage zu beantworten. Weil aber die Sache in so
iaher Beziehung zu dem socialpolitischen Programm
es Reichskanzlers stehe, hege dieser den Wunsch,
ie Frage persönlich zu beantworten. Indessen heute
ei der Kanzler durch seinen Gesundheitszustand noch
zerhindert.

Dem Reichstage wird noch in dieser Session
ine Vorlage, betreffend den Schutz nüszlicher
Bögel, zugehen. Die Regierung, so schreibt man
»er „M. Ztg.“, wünscht eine baldige Vereinbarung,
im aus Grund derselben der österreichisch-italienischen
Fonvention beizutreten.

Der „Volks-Ztg.“ zufolge wird im Reichsamte
es Innern an einem Gesetzentwurf betreffs Ab—
inderung der Bestimmungen über den Gewerbe⸗
»etrieb im Umherziehen gearbeitet. Es
seißt, daß diese Abänderungen ziemlich weitgehender
datur sind, obwohl das Verlangen der Zünftler,
en ganzen Gewerbebetrieb im Umherziehen prin—
ipiell als anormal und überflüssig aufzufassen
ind ihm nur unter bestimmten Voraussetzungen
noch einen gewissen beschränkten Raum zu gewähren,
eine Berücksichtignng gefunden hat.

Die Delegirten der liberalen Fraktionen des
Reichstags haben sich über die principielle Grund—
age eines mit dem Versicherungszwange versehenen
eformirten Haftpflichtgesetzes verständigt.

Nach einer römischrn Meldung „des Tageblatts“
st ein päpstlicher Kabinetscourier nach
Zerlin abgereist.

Darch Cabinitsordre vom 13. d. M. ist der
ßenerallieutenant v. Berken, Commandant von Ber⸗
in, zum Commandeur der 29. Division und der
Beneralmajor v. Winterfeld, bisher Commandeur
»er 9. Cavalleriebrigade, zum Commandanten von
Berlin ernannt worden.

Nach Mittheilung der ‚Kieler Zeitung“ hat die
englische Regierung die Einfuhr von Vieh
aus Schleswig-Holstein nach England verboten.

Aus Tunis wird gemeldet: General Forgemol,
velcher von Tebessa (Algier) aufgebrochen, hat ganz
Süd⸗Tunis durchschritten. Er ist über Kairnan und
hafza gestern mit dem General Saussier wieder in
Tebessa eingerückt. Ueberall in den vom Marsche
»erührten Gegenden bekundete die Bevölkerung
riedliche Gesinnung, mit Ausnahme des Stammes
»er Hammama. Dieser ist noch im Aufstand; er
vird von fliegenden Collonen, die von jenseits der
Schott kommen, unterstützt. Man glaubt indeß,
iuch diese würden sich bald unterwerfen und zu
hren Wohnsitzen zurückkehren

Aus England beeilt man sich, der Nachricht
yon einer freiwilligen Abtretung Helgolands an
deutschland zu widersprechen. Nun, dann wird
ines späteren Tages die Sache den Gegenstand von
ernsthaftereꝛ Kompensationsverhandlungen bilden
nüssen. Das Wehen einer fremden Fahne zwischen
der schleswig'schen und der ostfriesischen Küste, an
dem Kreuzpunkt der Häfen von Bremen, Hamburg
ind Tönning ist eine aus früher Zeit stammende
etzte Demüthigung für Deutschland und wenn die
fengländer auf ihr Gibraltar an der spanischen
düste verweisen, so sind eben die Deutschen keine
3panier.

Wajshington, 12. Dez. Prozeß Guiteau.)
In heutiger Verhandlung des Prozesses gegen Gui—
eau wurde Dr. Spitzka aus Newyork, eine Auto⸗
rität über Geisteskrankheiten, als Zeuge vernommen.
Er erklärte, daß seinem Ermessen nach der Ange—
lagte irsinnig sei, da er eine Neigung zu täuschenden
zdeen und krankhaften Plänen habe, gepaart mit
iner markanten Schwäche der Beurtheilungskraft.
kr glaube, Guiteau sei von dem Wahne ergriffen,
daß er sich für das Gemeinwohl opferte, als er
iuf Präsident Garfield schoß, und daß seine Hand—
ung nicht das Ergebniß von unsittlicher Verkom⸗
nenheit sei. Guiteau bekräftigte dies mit den Worten,
aß er nicht sittlich verkommen sei. Diese Beschul⸗
igung, meinte er, sei wider ihn nur zu dem Be—
ufe erhoben worden, um ihn zu verderben. Er
ürchte sich nicht, das Schaffot zu betreten, wenn
s der Wille des Allmächtigen sei. Als Guiteau
m weiteren Verlaufe seiner Bemerkungen sich miß—
zilligend über die Presse äußerte, erscholl aus dem
Zuhoͤrerraum der Ruf: „Erschießt ihn!“ Es folgte
ine Scene großer Aufregung, und es dauerte dange,
ehe die Ordnung wieder hergestellt war. Guiteaus
Bebahren in heutiger Verhandlung war durchweg
in schändliches. — Der Gefängnißdirektor hat ein
monymes Schreiben erhalten, worin an ihn die
twas sonderbare Zumuthung gestellt wird, aus dem
Flügel, in welchem sich die Zelle Guiteaus besindet,
ille übrigen Gefangenen zu beseitigen, da beabsichtigt
verde, das Gefängniß mit Dynamit in die Luft zu
prengen, aber kein anderes Leben als. das Guiteaus
zu gefährden.

Mit dem 1. Januar nächfthin beginnt ein neues
Abonnement auf den wöchentlich 5 mal, Sonntags
nit Sseitigem illustrirtem Sonntaas-—
att erscheinenden

.St. Inaberter Anzeiger“
imtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Inabert)
1dem wir höflichst einladen.

Iber Politisscches wird der „Anzeiger“ möglichst
isch und immer objektiv berichten. Besondere
lufmerksamkeit wird lokalen Angelegenheiten und
horgängen in der Umgegend zugewandt bleiben.
zn der Rubrik „Vermischtes“, sowie in dem illu—
rirten Sonntagsblatt und in dem, dem Hauptblatte
weimal wöchentlich beigegebenen Unterhaltungs-
latte findet der Leser eine Fülle von Stoff zur
Unterhaltung und Belehrung.

Im Erscheinen und Preis des Blattes
citt keine Veränderung ein, Es kostet also
der „Anzeiger“ auch ferner, durch die Post be—
ogen, vierteljührlich 1146 20 H, wozu nöoch
10 S Bestellgebühr kommen, durch unsere Träger
»aogen, IAc 40 4.

Inserate finden im „Anzeiger“, der in Stadt
ind Kanton St. Ingbert das gelesenste Blatt ist,
erfolgreiche Verbreitung. Hinsichtlich deren Berech—
aung verweisen wir auf das am Kopf des Blattes
Hesagte. Bei öfterer Wiederholung tritt immer
ntsprechender Rabatt ein.

Pit der Samstags- resp. Sonntagsnummer er—
zalten die Abonnenten als Gratisbeilage das

ADlustrirte Sonntagsblatt“,
as sich durch seinen reichen Inhalt großer Beliebt-
eit erfreut. In der ersten Nummer des neuen
ZQuartals wird dasselbe wieder ein Peis-Räthsel
ringen. —

Neubestellungen auf den „St. Ingberter
Anzeiger“ bitten wir gefälligst bald zu machen,
zier auf der unterzeichneten Expedition oder bei den
Trägern, auswärts bei den Königl. Postanstalten
ind Postboten. Unseren bisherigen hiesigen Abon⸗
ienten, die das Blatt durch die Träger zugestellt
ekommen, wird dasselbe auch im neuen Quartal
ortgeliefert werden, wenn vor Ablauf des Monats
dezember nicht ausdrücklich abbestellt wird.

Ergebenst
Redaktion und Expedition des
St. Inaberter Anzeiger

Politische Uebersicht.

Ausland

Deutsches Reich.

Mürnchen. Es geht das Gerücht, als werde
mn der Vereinbarung eines modus vivendi zwischen
er Mehrheit der Abgeordnetenkammer und dem
Rinister v. Lutz gearbeitet. Daß etwas derartiges
mn Werke ist, darauf deutete jüngst ein Artikel des
Ubg. Bucher (Rechte) in der „Donau-Zeitung“,
oelcher recht eindringlich darlegte, ein Handei
onne nur durch Nachgeben hüben und drüben zu
ztande kommen — was natürlich denen von der
dechten zu Gehör geredet war, damit sie den Bogen
icht zu straff spannen. Andererseits wird dem
Fränk. Kur.“ geschrieben, Herr v. Lutz habe sich
ntschlossen, gewisse Forderungen des mit dem
deferat über das Cultusbudget betrauten Dr

Paris, 14. Dez. Trotz officiöser Dementis
ann als sicher angesehen werden, daß Gambetta
jach den Senatswahlen sein Cabinet modificiren
dird. Der Rücktritt des Finanzministers Allain⸗
Targè und des Handelsministers Rouvier soll für
diesen Zeitpunkt in Aussicht genommen sein. Vor
en Wahlen wird jedoch keine Veränderung ein—
reten. — Die Grundzüge eines Gesetzentwurfs
ider die Verfassungsrevision sowie über Aufgaben
,es Congresses sind im Ministerrathe bereits voll⸗
tändig vereinbart. Präsident Groͤvi hat sich zu—
ämmend erlkärt. Es handelt sich nur noch um
ꝛie Regelung der Detailfragen und um die Redi—
irung des Entwurfs. — In der Deputirtenkammer
at sich die Gruppe der „Unabhängigen,“ der etwo
'O Abgeordnete beigetreten sind, unter dem Namen
Fauche radicale“ constituirt

Lokale und pfälzische Nachrichten.
— Ein herbes Geschick ereilte vor einigen Tagen
zie Familie Bambey in Mauschbach bei Hornbach.
Zambey fällte einen dürren Obstbaum, bei welcher
Arbeit ihm sein 16 Jahre alter Sohn behilflich war.
Als der Baum in's Fallen kam, eilte der Sohn auf
Zuruf seines Vaters zu seinem Verderben von dem
Stamme weg, gerieth gerade unter den fallenden
Baum, und wurde todt vom Platze getragen.

(Pf. Pr.)

⸗
        <pb n="818" />
        Vie pfälzische Boden. nud Gemeinde⸗
kredit⸗Anstalt.

Da es wohl manchen unserer Leser interessiren

dürfte, darüber Näheres zu erfahren, so theilen wir
aus dem Statut, das dem Landrath der Pfalz zur
Verhandlung zugegangen war, die wesentlichen Grund⸗
züge in Nachstehendem mit. Als Zwech der Anstalt
ist unter Anderem aufgeführt: Hebung und För⸗
derung des pfälzischen Realkredits, Erleichter⸗
ung von Anlehen seitens der pfälzischen Ge—
meinden und Stiftungen, soweit dieselben unter
unmittelbarer Aufsicht der Regierung stehen. Diese
Absicht soll erreicht werden durcch Gewährung
von Hypothekar-Darlehen auf pfälzischen
Haus-und Grundbesitz mittelst Ausgabe von ver⸗
zinslichen Pfandbriefen sowie durch Darlehen an
die vorerwaͤhnten juridischen Personen ohne hypo—
thekarische Sicherheit mittelst verzinslicher Gemeinde—
oder Kommunal⸗Obligationen. Die Anftalt ist eine
Institution des Regierungskreises Pfalz als solchem
mit dem Sitze in Speyer, woselbst auch ihr
Gerichtsstand; sie erhält die Rechte der Korpora—
ionen. Sie kann die verpfändeten Immobilien
ebent. erwerben und wieder veräußern. Darlehen
werden gegen Pfandbriefe gegeben; bei Empfang
der ersteren hai der Gläubiger 2 pCt. zum Reserve⸗
fonds zu erlegen. Demnach bekommt derselbe nur
98 pCi., muß jedoch die ganze im Pfandbriefe an⸗
gegebene Summe mit 4*2 pCt. pro Anno verzinsen.
Auͤßerdem ist der Gläubiger gehalten, 1Us pCt. des
Darlehens jährlich zur Tilgung seiner Kapitalschuld
bis zur totalen Deckung derselben zu zahlen. Die
bezüglichen Beiträge fur Amortisation und Zins
sind praenumerando sechsmonatlich abzutragen.
Für saͤmmliche Kreditbewilligungen und die daraus
folgenden etwaigen Rechtsgeschäfte muß erste Hypo—
ihek als Unterlage dienen. Die Anstalt giebt mit
4 pCt. verzinsliche Pfandbriefe au porteur zu 1000,
500 und 100 Mark aus. Seitens der Anstali
können dieselben nur zum Zwecke der Einziehung,
dagegen vom Inhaber überhaupt nicht gekündigt
werden. Der Totalbetrag der auszugebenden Pfand⸗
briefe darf denjenigen der hypothekarischen Forder⸗
ungen des Inflituts nicht übersteigen; hierfür find
die Direktionsmitglieder haftbar. Die Pfandbrief⸗
eigner sind durch den Reservefonds sowie durch
Kreissonds gesichert; der erstere Fonds soll die
Höhe von 10 pCt. der ausgefertigten Pfanbbriefe
nach und nach betragen. Die Feststellung des
Werthes der zu beleihenden Immobilien richtet sich
nach den gesetzlichen Vorschriften. Die hiernach
ermittelten Werihe werden bei Darlehnsbewilligungen
zur Basis genommen, und zwar: Gebäude werden,
vorausgesetzt, daß sie der pfälzischen Brandver⸗
sicherungsanstalt einverleibt sind, nur bis zum Be—
irage der Versicherungssumme. sofern diese die Hälfte
des ermittelten Werthes nicht übersteigt, beliehen.
Grundstücke, welche der Landwirthschaft dienen,
können bis zur Hälfte des Schätzungswerthes be—
liehen werden, sofern deren Werth nicht auf der
besonderen Anpflanzung als Weinberg, Hopfen⸗
garten, Wald und dergl. beruht, in welchem Falle
die Beleihung nur bis zu einem Drittel ihres
Schätzungswerthes zulässig ist. Die Verwaltung
hat das Recht: a) Anträge auf Beleihung ganz
zurückzuweisen, wenn sie dafür hält, daß nach der
besonderen Natur oder Bestimmung des Grundstücks
oder des Gebäudes für die Beleihung eine genü—
gende und dauernde Sicherheit nicht vorhanden ist;
d)noch unter die festgesetzten Maximalbeträge herab—
zugehen, d. h. das Darlehen nur in einem noch ge⸗
ringeren Beirage zu bewilligen, wenn besondere
Umstände zu solcher Vorsicht auffordern. Gegen
Festsetzung der Darlehenssumme oder die Abweisung
des Antrages seitens der Direktion ist Berufung an
die Aufsichtskommission zulässig.

*

Vermischtes.

4Welch mächtigen Aufschwung der Geldpo st⸗
verkehr in Deutschland durch die Einfüh—
zung der bequemen und billigen Postanweisungen
genommen, erhellt aus nachstehenden Ziffern: 1872
detrugen die Einzahlungen auf Posthnweisungen
erst 45184 Mill. Mark, und 1877 1923 Mill.
1878 2033 Mill., 1879 2218 Mill., 1880
249692 Mill. In acht Jahren hat sich sonach der
Betrag, welcher auf diesem Wege ausgetauscht wor—
den, verfünffacht. (Man sollte doch meinen, dies
ware auch ein Beweis von der Besserung der Ge⸗
schäftslage.)

f Ein interessanter Versuch mit
deuchtfarbe wird eben auf der Lahnbahn ge⸗
macht. Es sind nämlich die Decken der Waggons
nit Leuchtfarbe angestrichen worden. Die Leucht⸗
arbe nimmt während des Tages so viel Licht auf,
zaß sie während der Fahrt durch die Tunnel und,
wie man glaubt, auch nach Eintritt der Dunkelheit
den ganzen Abend ein violettes Licht ausstrahlt.
Man hofft dadurch die Beleuchtung der Waggons
zurch Oellampen ersparen zu können Ob dieses
ramentlich auch für die Abendstunden möglich ist,
vird dieser Versuch zeigen.

(Ein Höllengebräu.) Nach dem ‚Mün⸗
hener Fremdenblatt“ wurde jüngft in der Haupt⸗
iadt des Bayerlandes ein Bierbrauer zu 6 Monaten
hefängniß verurtheilt, weil er im Laufe des vorigen
Jahres bis zum August dieses Jahres sehr häufig
Schwefelsäure vor Abzug des Bieres in die
Hebinde in das Gebräu geschüttet hat, angeblich um
s zu „klären“. Ein Knecht giebt an, es sei jedes⸗
mal Rauch davongegangen, wenn der Betreffende
sein Glas in die Bierquantität geschüttet habe, und
durch mehrere Zeugen, welche bei demselben be—
dienstet gewesen, wurde erwiesen, daß der Ange⸗
lagte zu je 5 Hectoliter jedesmal ein volles halbes
Zuart Schwefelsaure gegossen. Wenn das geschieht
im grünen Holz! — — —

FWien 13. Dez. Allgemeines Interesse er⸗
egie die Erzählung eines bejahrten Mannes.
Das ist“, sagte er, nach dem Brandplatze zu⸗
‚ehend, „eine verfluchte Stätte, verpflucht seit
ielen Jahren. Vor 1847 wohnte an dieser Stelle
»er Scharfrichter, und hier war das Hochgericht
uufgeschlagen. In den Schreckenstagen der Revo—
ution aber erschossen sie hier, an diesem Flecken,
»en Freiheitshelden Robert Blum, und vor und
iach ihm wurden gar viele Männer an diesem
Irte aufgeknüpft. Schon damals bildete sich im
Bolke die Sage heraus, daß der Fluch Gottes an
dieser Stelle hafte für alle Zeit.“

F Wien, 14. Dez. Der ganze Raum des
Ringtheaters wurde heute desinfiziert. Im Par—⸗
juet und Bühnenraum brannte es heute wieder;
uuch vergangene Nacht brach in der Friseurstube
des Ringtheaters der Brand von Neuem aus
vurde aber bald gelöscht. Viele Leichenreste wurden
völlig oder teilweise verkohlt heute in den Trümmern
gjefunden. Heute sind wieder 20 —80 Widerrufe
ingeblich Vermißter eingegangen. Die „Presse“
neldet, daß auf kaiserlichen Befehl morgen in der
Schloßkirche von Gödölls ein Requiem für die Ver—
inglückten stattfindet. Der Kaiser, die Kaiserin,
der Hofstatt und das ganze Hofpersonal wohnen
demselben bei. — Bürgermeister Newald ist erkrankt.
— Das italienische Königspar übersandte 8000
Fr. Gold für die Hinterbliebenen der Verunglückten
ses Ringtheater-Brandes. Die italienische Botschaft
ibergab außerdem 4000 Fr. Das Kronprinzen⸗
»aar besuchte vormittags den Centralfriedhof und
errichtete ein kurzes Gebet an dem Massengrabe.

f Jetzt kommt das traurige Nachspiel des Ring—
heater⸗Brandes; die Suche nach den Schuldigen,
das Abwälzen und Zuwälzen der Schuld. Im
zudget-Ausschuß des Abgeordnetenhauses stand
zestern gerade der Etat der Wiener Polizei zur
herathung. Da ging's natürlich los. Abg. Süß
ührte allerhand Dinge an zum Beweis der Kopf⸗
osigkeit der Polizei. Unter Anderem brachte er
Folgendes vor: Der amtirende Polizeibeamte, wel—
her um */47 Uhr in's Ringtheater gehen wollte,
iber umkehrte, um den Brand zu signalisiren.
elegraphirte 5 Minuten vor 7 Uhr an das Stadt⸗
»auamt: „Dachfeuer am Schottenring neben dem
Polizeigebäude“'. Um diese das Stadtbauamt irre⸗
führende Depesche aufzugeben, ließ der Beamte die
Polizei in und vor dem Ringtheater ohne jede
Leitung, was wesentlich schuld war, daß die Po—
lizei über die Vorgänge im Inneren des Theaters
aichts erfuhr. — Es entspann sich nun im Aus—
chuß eine sehr erhitzte Debatte. Der Polizei—
hräsident von Wien, welcher mit dem Minister—
zräsidenten Grafen Taaffe der Sitzung anwohnte,
pälzte kurz angebunden alle Schuld auf das
„tadtbauamt: ein Polizeicommissar habe sich im
tdingtheater Grobheiten gefallen lassen müssen, als
r vierzehn Tage vor dem Brand auf die Be—
bachtung der Sicherheitsmaßregeln drang. Der
Jolizeipräsident beschwerte sich schließlich über die
detzereien gegen die Polizei. Taaffe erklärte, es
olle nichts vertuscht werden; doch habe die Polizei
niach den bisherigen Instructionen nicht für die
Zicherheit des Publikums in den Theatern zu
orgen gehabt. Abg. Süß antwortete hierauf er⸗

regt: „Wer sonst als die Polizei hat für di
Sicherheit der Theater⸗Besucher zu sorgen gehabt
Daß der Minister dies läugnet, ist geradezu er—
chreckend. In vierundzwanzig Stunden würde in
einem anderen Staate derjenige von der Minister-
hank verschwinden, der eine solche Aeußerung vor
hrächte.“ Abg. Dr. Heilsberg aber rief: „Die
Instruction war Schuld? Dann ist ja der Brand
des Ringtheaters das Civil-⸗Königgrätz gewesen.“
Im Laufe der Debatte, die ohne bestimmtes Re—
ultat endete, gab Taaffe wiederholt die Erklärung
ab, daß die Untersuchung nach allen Seiten hin
aufs strengste geführt werden solle. (Nach der
Frankf. Ztg.)

fEine fürchterliche Entdeckung wil
etzthin ein Franzose namens Gras gemacht haben
aämlich die, daß die Gewehrkugeln aus gezogenen
Hinierladungsgewehren sämtlich mit Blausäure ver⸗
ziftet seien, woraus es sich erkläre, warum die
Schußwunden jetzt so schwer heilen. Er behauptet,
in den Verbrennungsgasen des Pulvers stecke diese—
furchtbare Gift; dasselbe setze sich an den Wänden
des Gewehrlaufes fest und teile sich der gegen diese
Wände gewaltsam gepreßten Kugeln mit. Bei den
Vorderladungsgewehren seien Uebelstände daraus
aicht entstanden, weil der Papierpfropfen die Blau⸗
säure aufgenommen habe, so daß das Geschoß selbst
davon frei blieb. — Hat Herr Gras Recht, so
väre damit erwiesen, daß die Kämpfenden nicht so
zanz Unrecht hatten, wenn sie sich während des
französischen Krieges des Gebrauches vergifteter
ugeln gegenseitig beschuldigten.

F Es ist jetzt die Zeit der Unglücksfälle
Gleichzeitiig mit dem Wiener Theaterbrand find
das englische Eisenbahn- und das belgische Gruben⸗
inglück eingetreten und gestern fand bei Besançon
wieder ein Eisenbahnunglück mit dem Ergebniß von
fünf schweren Verletzungen statt. Man findet das
Unglück nach den Maßstäben der jüngsten Woche
nahezu unerheblich. Der Zusammenstoß geschah aus
ener berüchtigten Paris-⸗Lyon-Marseiller Linie, wel⸗
he der Pariser Witz mit wahrhaft „macabrem
tödtlichem) Sarkasmus nach den Anfangsbuch staben
P. L M. „pour la mort“ „für den Todt“ ge
tauft hat.

F Zürich, 12. Dez. Der große Gotthard⸗
Tunnel ist mit Canal und Nischen Ende Nobemer
fertig geworden: der Werth der geleisteten Arheiten
heträgt 56,808,620 Francs. Die Direktion hai
die am 1. Januar bevorstehende Betriebseröffnungç
jür Personen, Gepäck, Thüre und Güter angezeigt
Der Gotthardpaß ist abermals zugeschneit und der
Postverkehr wieder unterbrochen.

F In England erregt lebhaftes Bedauern
zas vermuthliche Schicksal des Parlamentsmitgliedes
derrn Walter Powell. Derselbe ist am Samstag
Rachmittag mit einem eigenen Luftballon aufge—
tiegen und bis jetzt noch nicht zurückgekehrt. Man
dermuthet, daß er ins Meer gefallen sei. In seine
Begleitung befand sich ein Capitän Templer vor
den Schützen und Herr Agg-Gardner, der Sohr
des verstorbenen Parlamentsmitgliedes für
Cheltenham.

Ein Unglück kommt selten allein
Noch hat sich die Aufregung über das entsetzlich
Wiener Brandunglück nicht gelegt und schon lieg
eine neue Meldung über eine ähnliche Katastroph
hor. Nach einer aus Washington eingetroffenen
jelegraphischen Depesche ist eine Pensionsanstal
unweit Pittsburg in der Nacht zum 10. d. M
niedergebrannt. Man fürchtet daß von den 4
Arbeitern, welche sich in den Gebäuden befanden
etwa 20 dabei verunglückt ssnd. Bis jetzt sind 1
deichen auf der Brandstätte aufgefunden worden.

F Eine erstaunliche Leistung eines Hundes er
ählt die „Saargem. Ztg.“ Ein Förster aus den
Birkenfeldschen brachte vor einigen Tagen einen
hühnerhund auf der Bahn zum Verkauf nad
Saargemünd und ließ ihn zu diesem Zwecke be
inem Collegen zurück. Der Hund entlief jedoch
ioch selbigen Tags des Abends gegen 5 Uhr seinen
neuen Herrn und wurde überall vergeblich gesucht
Der Hund war von Saargemünd nach seiner übe
30 Stunden entfernten alten Heimath zurückgelaufe
und kam dort nach 28 Stunden, um 4 Uhr Nach
mittags des anderen Tages, an.

Eine gewöhnliche Taschenuhr pickt 17,160
Mal in einer Stunde, fojglich 411,840 Mal i
einem Tage, 150,424,560 Mal in einem Jahre
Bei sorgfaͤltiger Behandlung geht eine Taschenuh
zuweilen 100 Jahre richtig und in diesem Falli
würde sie 15,042, 456, 000 Male picken. Eine Uh'
ist von hartem Metall gemacht, aber es giebt ein
        <pb n="819" />
        indere merkwürdige Maschiene, die aus weil wei⸗
erem Stoffe besteht und 5000 Mal in einer
Stunde schlägt, 120,000 Mal in einem Tage,
13,830,000 Mal in einem Jahre. Sie dauert
Auch wohl, jedoch nicht oft, hundert Jahre und
Siirde dann 4,383, 000,000 Mal schlagen. Man
sollte denken, diese Maschiene müßte, da sie so weich
st, fich schneller abnutzen als die andere, aber dem
st nicht so. Jedermann hat diese kleine Maschine
bei sich und kann ihren Schlag fühlen, sie ist das
derz.

GMeune transatlantische Dampfer.)
In New⸗PYork erregen zwei Projelte Aufmerksfamkeit,
velche die Bildung von Dampferlinien bezwecken,
nittelst welcher die Fahrt über den Atlantischen
Dcean auf 5 Tage reducirt werden soll. Eins
zieser Projekte schließt die Herstellung hyn Schiffen
janz neuer Konstruktion, ohne Masten und mit
uppelformigen Verdecken, in sich.

In New⸗HYork gibt es 240 Schankwirthe, d.
je einen auf 600 Seelen. Das Astor House
zai per Tag eine Einnahme von circa 700 Dol.
ür Schnapps unter allerlei Namen. „Lager“ wird
vort nicht begehrt.

Verschnappt. Gast: „Herr Wirth, das
Rindfleisch ist rccht mürbe.“ Wirth: „Das glaub'
ch, Sie hätten aber auch sehen müssen, was der
Schimmel bei Lebzeiten für Schläge gekriegt hat.“

jab, der mit Essig getränkt ist, vorausgesetzt, daß
der Husten nicht mit einem anderen Leiden kom—
licicrt sei. Dieses Mittel ist einfach genug, daß
s sich leicht versuchen läßt. Natürlich muß der
Essig von reiner und guter Beschaffenheit sein.

Das Anstreichen an Häusern geschieht am besten
m Winter, da der Anstrich zweimal so lange an⸗
ält, wie der im Sommer geschehene. Bei kaltem
Wetter trocknet die Farbe langsamer, auch wird die
Farbenlage härter und widerstandsfähiger gegen die
rinflüsse der Witterung. Im Sommer dagegen
ieht das in der Farbe enthaltene Oel schnell in
as Holz. Das Holz saugt es auf wie ein Schwamm.
dadurch geht das Bindemittel in der Farbe ver⸗
oren und das Bleiweis klebt trocken an der ange⸗
trichene Fläche, es wirft sich, springt und fällt ab.
rin anderer Vortheil des Anstreichens der Häuser
ur Winterszeit besteht darin, daß keine Fliegen
ich in der Farbe festsetzen.

Ueble Gerüche. Der Dampf von frischgeröstetem
daffee entfernt augenblicklich und vollständig jeden
ibelen Geruch, wenn er auch noch so schlimm ist,
uus einem Gemach oder aus den Hausräumen, z.
8. bei Reinigung der Aborte ꝛc. Man brennt zu
iesem Behufe in der gewöhnlichen Weise eine
Zuantität Kaffeebohnen und trägt sie, wenn die
dämpfe aufsteigen, in den betreffenden Räumen
imher. Man kann auch gemahlenen Kaffee auf
dohlen streuen und damit räuchern; doch wirkt dies
veniger kräftig, als frischgebrannte Bohnen. Um
)en Geruch von Stockfischen oder anderen Eßwaaren
uus Zimmern zu entfernen, genügt dies aber voll⸗
ommen. Dabei sollte manniemals versäumen,
zie Fenster zu öffnen.

Zum Einfangen von Bienenschwärmen wird
teuerdings — die Elektricität empfohlen. Um ein
gienenvolk, welches sich auf einem Baͤume oder einer
Mauer angesetzt hat, oder in einem Stocke befindet,
inzufangen, hat man nur einen elektrischen Strom
jindurchgehen zu lassen, wodurch die Bienen für
einige Zeit halb gelähmt werden.

Ster bfalle.
Gestorben: in Ludwigshafen Marga—
xetha, 74 J. a., Gattin von Joh. Nep. Hayd;
in Kusel Johann Jakeb Fritz, 77 J. a.
in Neunkirchen Nikolaus Sperling sen.
72 J. a. ebenda Karl Woll, 23 3. a.

Zweibrücken, 15 Dezbr. (Fruchtmittelpreis und —
ualienmartt.) Weizen 12 M. 31 Pf., Korn M. 83 gyf ·
Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — pf.
Spelz 9 M. 98 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinte!
. — V. Wischfruct id M. 20 pf., dafer 4 e
62 Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken 9 M. 20 pf.,
Kartoffeln 1 M. 80 Pf. Heu 4 M. 75 Pf., Stroh 3 M
80 Pf. Weißbrod 12/3 Kilogr. 61 Pf., Kornbrod 3 Kilo.
71 Pf., Gemischibrod 8 Kilogr. 85 Pf., paar Weck 90 Gr.
6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalb⸗
leisch 40 Pf., Hanimelfleisch 0O Pf., Schweinefleisch 50 Pf.
Butter !/⸗ irer 1 M. 25 Pf., Wein l Liter 80 pfi.
Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 14. Tezember. (Fruchtmittelpreis und Viktu⸗
ilieninartt.) Weizen 12 M. 41 Pf. Korn 9M 77 pf.
Spelzkern — M. — Pf., Spelz ) M. Pf., Gerjfte
2dreihige — M. — Pf., Berste 4reihige O M. — pf.—
hafer 7 M. 20 Pf., Mischfrucht 10 M. 12 Pf., Erbsen
— M. — Pf., Wicken d M. — Pf., Bohnen 0O M
— Pf., Kleesamen — M. — Pf. Kornbrod 6 Pfund
— Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfeisch — Pf.
Schweinefleisch 50 Pf, Butter 1 Pfund 1 M. 10 pf.
cartoffeln per Ztr. 1 M. 50 Pf.

Kaiserslautern, 183. Dezember. (Fruchtmittelpreis unt
Viktualienmarkt) Weizen 12 M. 18 Pf. storn ꝰ M
17 Pf. Spelzkern 12 M. 10 Pf., Spelz 8 M. 76 Pf.,
Gerste 9 M. 28 Pf. Hafer 7 M. 44 Pf. Erbsen 11 M.
— Pf., Wicken 9 M. 20 Pf. Linsen 17 M. — Pf., Klee—
samen — M. — vpf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do.
3 Pfd. — Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 46 Pf., Bulter pro
Pfde1 M. 25 Pf., Eier 2 Stück o9 Pf., Kartoffeln pro
Zentner 1 Me80 Pf., Stroh 8 M. 25 Pf., Heu pro Ctr
4 M. 50 If., Kleeheu 5 M. 50 Pf.

Gemeinnutziges.
Gegen Keuchhusten. Zu deu vielen Mitteln
gegen bieses hartnäckige Leiden, das so schwer zu
eüen ist, weil es fast jedes Jahr und bei jedem
Individuum anders geariet ist, wird jetzt wieder
in neues veröffentlicht. Dr. Grellet in Vichh
Frankreich) behauptet, daß es ihm nie mißlungen
ei, eine aͤugenblicliche Erleichterung dadurch zu be—
virken. daß er dem Patienten ein Stück Zucker

Für die Redaktion verantwortlich F. X. Demesß

—

n.
Bayerische —X
cügaretten.Fahrb Ituich'

und
Munchener Börsenhalle mit Verlocsungsblatt

erscheint siebenmal wöchentlich, auch an Sonntagen, und X
jeden Samstag eine finanzielle Ertrabeilage: „Der Kapitalist“,
worin das Rath und Austunft suchende Publikum über alle Vorgänge
auf dem Geldmarkt in unpartheiischer Weise informirt wird.

Am 1. Januar 1882 beginnt im Feuilleton der Abdruck der

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Darstellung das Leben und Treiben in der Landeshauptstadt dem
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Mittwoch, den 28. Dezember

aächsthin, Nachmit tags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirthschaft
oon Johann Schmelzer, werden
durch den unterzeichneten Amtsverweser
des kgl. Notars Sauer in St. Ing⸗
bert, die nachbeschriebenen den Ehe—
leuten Georg Nicolaus, Bergmann
und Susanna Schott, beide früher
in St. Ingbert, jetzt in Ormesheim
vohnhaft, gehörigen Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert wegen
Nichtbezahlung des Erwerbspreises
offentlich zu Eigenthum an den Meist—
hietenden versteigert, nämlich:

Plan-Nr. 2863144, 14 5 qm
Fläche, Wohnhaus mit Keller und
dofraum;

Plan⸗Nr. 286314b, 68 qm früher
Pflanzgarten, jetzt Waschküche, Ab—
tritt und Schweinstall, mit Aus—
schluß der laut Kaufact des kgl.
Notars Sauer vom 11. Juli 1877
an Johann Hitzelberger veräußerte

F läche;

Plan-⸗Nr. 286313, 14 73 qm
Pflanzgarten und Plan⸗Nr. 2863 260,
37 qm Einfahrt (* Antheil) das
Ganze gelegen in der Stadt St.
Ingbert auf der Meß neben Johann
Hitzelberger und Joh. Jos. Klemmer.
St. Ingbert, 7. Dezbr. 1881
Der Amtsverweser des kgl. Notars

Sauer
A. Wiesi.
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für freundl. Zusendung der Broschüre
„Kranukenfreund“, aus weicher
ich ersehen, daß auch veraltete
Leiden, wenn die richtigen
Mittt el angewendet werden, noch
eilbar sind. Mit freudigem
Bertrauen auf endliche Genesung von
langjährigem Leiden, bitte um Zu—⸗
endung von ⁊c.“ — Derartige Dan⸗
kesäußerungen laufen sehr jahlreich
ein und sollte daher kein Kranker
»ersäumen, fich die in Richter's Ver⸗
ags-⸗Anstalt, Leipzig, bereits in 800.
Aufl. erschienene Broschüre „Kran⸗
enfreuud““ kommen zu lafsen, um
o mehr, als ihm keine Kosten daraus
exwachsen, da die Zusendung gratis
und franco erfolgt.
_

F Aannige de
M Erscheint
talich mite unter
/ haltungsblättern wöchentl. —
—
PFALDIISOME PRISSE-
MbAuflage über 6000/
NVBrobeblatter werden auf ⸗5
XWaunsch gratis über ·
—2 sandt. —9
20 —
»au's
Am

Agegen Magenleiden, Magenschwäche
Nagenkrampf, Magenverschleimung, Kolik
diarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
e., 2. gegen Husten, Catarrh, Catarrhal—
ieber, Brustverschleimung ꝛe, 8. gegen
ßicht, Rheumalismus, Steifigkeit der Ge—
enke ꝛc; altbewährte tausendfach erprobte
dausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten. von denen man viele mit ge⸗
eingen Kosten selbst bereiten kann“
heile ich Allen, welche eine Freimarke zur
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B. Becker, Seesen-Braunschweig.

Mein Wohnhaus

n St Ingbert mit2 Bauplätzen ˖

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St. Inaberter Grube.

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Sonntag, den 18. Dezember
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Programm:

Vorspiel: lebendes Bild.

II. Meister Wurzel beim Frühstück
Il. Zwei Studenten auf der Ferienreise.
V., Die kleine Erdbeerensucherin.

V. ,„ Raub des Kindes durch die Zwerge.
VI. „„Befreiung durch die Siudenten.
II.„Nachspiel: Lebende Bilder.

Anfang: Mittags 4 Uhr.
Entree: 50 Ppfg.
Der Erlös ist hauptsächlich für den Kirchenbau zu
St. Inabert befti um“
—
—————

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Anzeige.
Sonntag, den 18. Dezember, Abends 8 Uhr
Saal, zum Beneiice des Herrn Musikdir. Schadewitz
C
VCONOPRI
unter gefl. Mitwirkung hiesiger und auswärtiger Kräfte.
Entres:
1Person M L.-.
Familienbillets à 2 Pers. „1.50.
23 522

in Oberhauser's

Wir ditten dringeno
um Hilfe in der Noth! —
im Linderung des durch schrecklichen Brand hervorgerufenen Elendes unserer
Stadt! — Besonders Euch, Ihr wohlhabenden Mitbrüder, rufen
pir an: Oeffnet Eure mildthätige Haiid! Der wird es Euch lohnen, nach
Dessen allweisem Rathschlusse wir so schwer heimgesucht wurden, Dessen Güt—
Fuch dor ahnlichem Unglücke bewahre!
Die Ziehung unserer Geld-Lotterie findet
unwiderruflie
am 28..,29.. 30. Derbr. nũchsthim statt.
Ziehungsliste erscheint spätestens 10. Januar. Die Stadtverwaltung Brückenau.
Bruͤckenauer Loose A2 Mart zu haben bei: J. Friedrich,
F. Woll, Buchhandlung, und Joh. Weirich, Friseur in Südgngbert
WeihnachtsAusstéllung.

—
Gr

Der Unterzeichnete hat mit der Ausstellung aller erdenklichen
Rinderspielwagaren
egonnen.
Große Auswahl in
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Wachs, Papiermaché, Porzellau, Holz u. s. w.
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Dij —Nn in Kistchen zu 25, 30 u. 100 Stück,
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VRP ig tdr Besuch meiner Ausstellung höflichft einlade, sichere zugleich
zie villigsten Preise zu. —

Ao V ν,
Abonnements-Einladung.
Mit dem J. Januar I882 beginnt ein neues Abonnement auf die nunmehr im
echsten Jahrgange allwöchentlich erscheinen de
Pfälzische
— se * 66
„Geflügel-Zeitung“,
Wochenschrift zur Beförderung der Geflügel-, Zier⸗ und Singvögelzucht
und Organ für deutsche Geflügelzüchter-Vereine.
Lentral⸗Organ des bad. Landes-Vereins für Geflügelzucht mit dem Sitze in Karlsruhe, des
Elsäsfischen Vereins für Geflügel- und Bogelzucht mit dem Sitze in Straßburg, des Ober⸗
»adischen Geflügelzuchtverems für den Kreis Lörrach, Vereins⸗Organ der Vereine zu
Alzey, Darmstadt, Dessau, Dülken und Umgegend, Fraänkenthal, Hrimma i / Sachs. Hanau,
Zaiserslautern, Königswinter a,Rh., Lahr iBaden, Mainz, Mannheim, Metz München,
Peunkirchen (Reg.⸗Bez. Trier), Pirmasens, Pforzheim, Plauen i / B.. Soemerda (Provinz
Sachsen), Schweinfurt, Speyer, „Ornis“ in Speyer, Spitzkunnersdorf, Weimar. Winn⸗
weiler, Würzburg und Zweibrüuͤcken.

Ermuntert durch die unserem Blatte gewordene Verbreitung über alle Theile unseres
deutschen Vaterlandes werden wir wie seither, so auch für die Folge unsere Aufgabe: An⸗
tegung zur Zucht und Pflege des Nutzgeflügels sowohl, als auch der Sing⸗ und Ziervögel“
amermüdlich nachkommen, belehrend und anregend wirken, um die Grundsätze einer rationellen
Beflügelzucht immer mehr zum Gemeingut zu machen. Dabei son der Liebhaberei, Pflege
der Zier und Singvögel und dem Schutze der Wilovögel, wie die bis jetzt erschienen Blätter
der Pfälzischen Geflügel-Zeitung den Beweis geben, reichlichst Rechnung getragen, und be—
lehrende Abhandlungen über Aufzucht, Pflege, Lebensweise, Fütterung, sowie über Wart
und Pflege in einzelnen Krankheitsfäͤllen mitgetheilt werden. Dem Wunsche vieler unserer
zeschägten Lejer entsprechend, werden wir auch speziell der Kanarienzucht große Aufnierk-
amkeit zuwenden, sowie ganz besonders für Beschreibung der Hühner⸗ und Tauben⸗
Rassen, sowie des Wassergeflügels, verfehen mit den nat higen Abbildungen
m neuen Jahrgange bemüht sein. Tüchtige und erfahrene Fachmänner haben uns ihre
zütige Mitwirkung zugesichert.

An Neujahr erhält jeder Abonnent einen großen Comptoir⸗Kalender pro
882 mit weißem Zwischenraum zu Notizen, als Neujahrs⸗Beigabe gratis. Außerdem
rhalten unsere geschätzten Abonnenten zur Erleichterung von Kauf und
Tausch bei halbjährigem Abonnement“ 10 ZJeilen Gratis⸗Inserat oder
iesen Raum frei.

Und so laden wir alle Geflügelzüchter und Freunde der gefie derten Welt zum
Ubonnement auf die „Pfälzische Geflügelzeitung“, welche bei wöchentlichem Erscheinen
und bei bedeutend vergrößertem Forwate pro Quartal nur 83 Pfennia,
nalbjährig 1Mark 70 Pfennig lostet, hiemit ein.

Inserate erhalten durch unsere Zeitung eine große Verbreitung über ganz Deutsch⸗
and und hat die Verlags-Erpedition um allen Wuͤmchen unserer geehrten Leser zu ent⸗
prechen, den Preis der Inserate von Neujahr 1882 ab auf nur 10 Pfennig proPetit⸗
eile oder deren Raum festgesetzt.

Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Beftellungen hierauf entgegen.

daisfer*14 n, im Dezember 1881.
Hochechtungsvolist
ttion &amp; Erzpedition der „Vfälz. Geflügelzeitung“.
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingberi—
Hiezu für unsere Post-Abonnenten Illustrirtes Sonntagsblatt Nr. 12.
        <pb n="821" />
        St. Insherter Amzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — — ————— —— — — — — — 7 — — — ⸗ * BAæ———-c— — — — —— —
der .St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs
zlatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blait kostet vierteljährlich 1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 , einschließlich
O — Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraien aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
16. Jahrg.
—V—

Sonntag, 18. Dezember 1881.

TF
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
Bayrischer Landtag. Der der Abgeord-
etenkammer vorgelegte Gesetzentwurf über Be—
trafung des Concubinats enthält nachstehenden
inzigen Artikel: Im vierten Hauptstüce des
golizeistrafgeseßbuches vom 26. Dezember —1871
durd vor Ärtikel 61 folgender neue Art. 502 ein⸗
gestellt: „Personen, welche in fortgesetzter außer⸗
helicher Geschlechtsverbindung in einer Wohnung
uͤsammenleben, werden, insofern sie dadurch öffent⸗
iches Aergerniß erregen, an Geld bis zu 45 M.
der mit Hafi bis zu acht Tagen, im Wieder⸗
solungsfalle an Geld bis zu 150 M. oder mit
zaft bestraft und find durch die Polizeibehörde von

inander zu trennen.

Berlin, 16. Dez. Ergänzend haben wir
achzutragen, daß in der Reichstagssitzung vom
5. 5, M. auch der Antrag Payer, betreffend die
srmäßigung der Gerichtskosten zur
gerathung kam. Mit dem Ziele des Antrags er⸗
lärten sich nach der Begründung durch den Antrag⸗
teller die Redner aller Parteien, die Abgg. Petersen,
girkenmayer, Hartmann, Windthorst einverstanden;
a der ziemlich eingehenden technisch juristischen
Debatte wurden des näheren die Punkte dargelegt,
ei welchen die Ermäßigung der Gerichtskosten ein
nesonderes dringendes Bedürfniß sei. Der Antrag
vurde schließlich einstimmig angenommen. Als⸗
jann schritt das Haus zur Berathung des Antrags
dänel⸗Dirichlet, betreffend die bei den letzten Wah—⸗
en hervorgetretenen Mängel des Wahlverfahrens.
In einer Äbendsitzung wurde die Berathunq fort⸗
gesetzt.

Wie der „Augsb. Abend⸗Zig.“ berichtet wird,
zat Fürst Bismarck dem württembergischen Minister
Mittnacht gegenüber den Wunsch geäußert,
zaß die baycrischen Minister ausharren möchten.

Der bisherige französische Botschafter in
zerlin, Graf Saint⸗Vallier wurde am
5. Dezember Nachmittags vom Kaiser in be⸗
onderer Audienz empfangen, um das Schrei—
en des Präsidenten der französischen Republik zu
iberreichen, durch welches er vom Berliner Hofe
ibberufen wird. Unmittelbar darauf hatte der
Botschafter die Ehre, von ver Kaiserin empfangen
u werden. Um 5 Uhr fand zu Ehren des
Hrafen Saint-Vallier im königlichen Palais ein
crößeres Diner statt.

Mainz, 15. Dez. Stichwahl. Philipps
Fortschritt) erhielt 8623, Bebel (Socialdemokrat)
434 Stimmen: Philipps ist also gewählt.

Lokale und pfälzische Nachrichten.

St. Ingbert, 17. Dezbr. Eingesandt.)
Weihnachten, das Fest der Freude und der Kinder
aht heran! Tausend rege Hände sind beschäftigt,
Zorbereitungen für dasselbe zu treffen. Alles, was
iur des Menschen Herz erfreuen kann, wird gekauft,
im die Lieblingswünsche der Kinder oder sonstiger
jeber Angehsriger zu befriedigen. Leider geschieht
s aber dabei nur zu oft, daß daß das Geld nach
lußen wandert und der einhe imische Geschäfts-
nann beim Einkaufen der Weihnachtsgeschenke
ergessen wird. Das sollte doch nicht so sein; was
nan hier kaufen kann, dafür sollte man das Geld
iicht nach auswärts tragen. Auch unsere Geschäfts-
eule haben sich für den Weihnachtstisch mit vielem
Schönen und Guten vorgeseben, und der Mitbürger,
Her die Gemeindelasten mit tragen hilft, sollte billig
or dem Fremden bevorzugt werden. Bei Baar—⸗
ahlung und größeren Einkäufen kann auch der
iesige Geschäftsmann günstige Bedingungen stellen.
ind dann ist wohl zu bedenken, daß dessen Ga⸗
antie viel eher vor Betrug schützt, als dies beim
Zgezug einer Waare von Auswärts, die gewöhnlich
iuf Treue und Glauben gekauft wird, der Fall ist.
Das ist es, was den geehrten Lesern dieses Blattes
ur gütigen Begchtung bei ihren Weihnachtsein⸗
äufen an's Herz gelegt sei!

—4 Blieskastel, 17. Dez. Von welchem
Vortheile die heurige Navember- und Dezember-
vitterung namentlich für die ärmere Bevölkerung
st, kann man eigentlich nur dann erfahren, wenn
nan sich auf's Feld begiebt und hier das für
diese Jahreszeit verhälinißmäßig regsame Leben
ind Treiben beobachtet. Dort sieht man einige,
ie sich damit beschäftigen, Kartoffeln zu „stoppeln,“
indere graben die als Viehfutter wohlbekannten
ind nicht zu unterschätzenden Quecken aus dem
Zoden, die dem Kleefutter nicht viel nachstehen;
uf den Wiesen erblickt man nicht selten Leute, die
hr Vieh weiden u. s. w. So ist eigentlich, nament⸗
ich wenn wir das zuletzt Erwähute in's Auge fassen,
der weniger bemittelten Bevölkerung eine Sorge
»enigstens theilweise abgenommen, nämlich die Sorge
mm das für den Winter noͤthige Viehfutter. Wohl
onnen die Quecken, sowie auch das noch jetzt ver⸗
vendbare Wiesengras, die ganze Nahrung des
ziehes nicht ausmachen, daß aber dadurch vieles
espart wird, kann nicht inAbrede gestellt werden.
tzerade dieses Jahr muß dieser Punkt ganz beson⸗
ers betont werden, da nämlich das Dürrfutter
ewiß keinen geringen Preis bekommen wird. Wir
bünschen darum im Interesse des erwähnten Theiles
inserer Bevölkerung noch viele solcher warmen Tage,
venn dabei auch die Kürschner u. s. w. keine, so
länzende Geschäfte machen, wie dies in den ver—
jangenen Jahren der Fall war!“

— Der feierliche Schluß des pfälzischen
dandraths erfolgte am Mittwoch mittelst einer
ingeren Ansprache durch den Herrn Reg.-Präsi⸗
enten v. Braun; dieselbe schloß mit folgenden
Vorten: „Nach dieser Darstellung, welche nur in
roßen Zügen Ihre Thätigkeit in den letzten sechs
jahren schildert, haben Sie ein reiches Feld bestellt
ind alle in den gesetzlichen Wirkungskreis des
andrathes fallenden Verwaltungszweige gleichmäßig
zewürdigt. Treu haben Sie Ihre Pflicht erfüllt
ind dabei den Geist der Sparsamkeit walten lassen,
vo immer nur die Rüchsichten auf das allgemeine
PBohl Dies zugelassen haben. Solch' ein Wirken
nuß dankbar anerkannt werden von allen Klassen
er Bevölkerung, von der ganzen Pfalz. Das
u⸗ Einnpernehmnen mit der Kreiarsgierunng die iag

auch nur das Beste der Pfalz will, wurde mehr
ind mehr befestigt. Möge es fort und fort dauern,
zinüber reichen in die neue Wahlperiode und möge
nir in derjelben auch Ihr in Erfahrung bewährter
Rath, Ihre wohlwollende Unterstützung. wofür ich
nicht genug danken kann, gesichert bleiben!“

— Dahn, 13. Dez. Gestern Millag verbrannte
hier ein 42/44 Jahre altez Kind. Die Mutter des
dindes wurde im Juli dieses Jahres im Boben—
haler Wald vom Blitz erschlagen und es war da⸗
her die Aufsicht über die zwei Kinder der Mutter
Jes Mannes übertragen worden. Da der Mann
Scharwatz) aber sehr wenig von sich höͤren läßt,
a sich fasi gar nicht um seine Kinder kümmert, so
ann man sich leicht denken, in was für Verhält⸗
aissen die arma Frau mit den zwei Kindern leben
muß. Gestern Mittag ging die Frau fort, um
Nahrung für sich und die Kleinen herbeizuholen;
vährend dem hat das 46*3 jährige Kind mit dem
Feuer gespielt und dürften dabei die Kleider Feuer
jefangen haben. Zufällig war der Sohn des Ka⸗—
ninfegers Vögele im Ort anwesend, um die Ka⸗
nine zu reinigen, und kam hierbei auch an dieses
haus. Er bemerkte Rauch in der Stube, eilte
chnell hinein, rieß die Fenster auf und fand nun,
das 424 Jahre alte Kind vor dem Ofen liegend,
otal verkohlt. Das andere noch in der Stube an⸗
vesende Lijz Jahre alte Kind siand in der Nähe
des Fensters an einer Bank und wurde von Voͤgele
iofort auf die Straße gesetzt. (A. W.)

— Kaiserslautern, 15. Dezbr. Gestern
Morgen stürzte sich ein Mädchen aus Mackenbach,
vie es scheint in selbstmörderischer Absicht, in den
Ziegelbach an der Geiger'schen Ziegelei, doch wurde
dieselbe noch rechtzeitig aus dem kalten Bade gezo⸗
Jen. Bis jetzt verweigert das Mädchen jede Aus⸗
junft über die Motive, welche sie zu der unseligen
That getrieben. (Pf. Vatg)

Vermischtes.

Hamburg, 12. Dez. Der Kapitäan Berq⸗
nann, ein Berliner, war vor 2 Monaten vom
dandgericht wegen scheußlicher Behandlung eines
Matrosen auf der Fahrt von Amerika nach Ham⸗
zurg zu einem Jahre Gefängnis verurtheilt worden.
Bergniann hatte den Matrosen 493 Monate in
kisen gelegt und ihm unter dem AMequator selbst
zas Wasser verweigert. Das Landgericht lehnte den
Antrag des Verteidigers, den Verurteilten gegen
eine Kaution von 20,000 Mt. auf freien Füßen
zu lassen, entschieden ab. Jetzt hat das Reichsge⸗
'icht, an welches das Erkenntuis zur Revision ge⸗
jangen, die wiederholt beantragte Freilassung des
Zapitäns Bergmann gegen eine Kaution von 15000
Mk. genehmigt, die auch gestern eingezahlt wurde

4 Recht gemüthliche Leute müssen die Mitglieder
einer Kirchengemeinde in dem Neste Boued Brook
m Staate New Jersey sein. Ihr früherer Geist⸗
icher, Pastor George Bowers, welcher im Zucht⸗
sause zu Trenton zwei Jahre wegen Fälschung
ibgesessen hatte, bielt in seiner alten Kirche einen
Bortrag über „Gefängnißleben,“ beklagte sich bitter
iber die Behandlung, weche ihm im Gefängnisse
u Theil geworden ist, und die Gemeinde horte
uͤm andächtio a2u

Ausland.

Paris, 15. Dezember. Im Proceß RNoustan⸗
Kochefort verneinten die Geschworenen die Schuld—
rage bezüglich der von Rochefort und Delpierre
Gerant des Jutransigeant“) gegen Roustan ge—
ichteten Angriff, infolge dessen Rochefort und
Delpierre freigesprochen und Roustan als
Fivilpartei in die Kosten verurtheilt werden mußte.
das Verdict der Geschworenen erregt großes Auf⸗
ehen. (Koustan, der französischer Generalkonsul
u Tunis ist, wurde von Rochefort der Vorwurf
emacht, er habe die tunesische Expedition zu seinem
Rortheii ausgebeutet, indem er sich bestechen ließ.

London, 16. Dez. Bei dem Individuum,
oelches der früher berichteten Entwendung im
Beneralstabsgebaude zu Berlin verdächtig ist, hat
ine Haussuchung stattgefunden. Außer Plänen
jun glich Kupferpfaften gestohsen marden

Sterbefälle.
Gestorben in Neustadt Johannes Kämmerer;
in Neunkirchen Rosamunde Waaner, geb.
Fiebig, 75 J. alt.
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        Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
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Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
Teppiche, als Sopha⸗, Bett-Vorlagen und Teppichläufer,
Tischdecken in Cachemir, Manilla, Gebild, Rips &amp; Gobelin —
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znüpftücher in weiß und farbig, sowie eine Parthie
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spiunen und Weben unter Zusicherung bester Bedienung
Die FRisenbalhnfreneht hin und mril üher ninnmit
die Fabrilc nnd berechnet für den Schneller von 12 Meter
lLängé I12 Pfennig Spinnlobhm. Die Agenten in 8St. Ingbert,
, Mriedricela, in Homburg. Franæ BEaron-·
volzversteigeuung. Gewerbe-VNerein
Dienstag, den 20. Dezember
1881, Mittags 2 Uhr zu Hassel in
der Wirthschaft von Friedrich Zim—
mermann lassen die Herren Heinrich
Villeroy und Barthelemy Sthme
de Jubéeourt zu Wallerfangen
etwa 350 Ster Eichen- Kiefern⸗
und Birken-Brennholz in ihren
Waldungen zwischen Rittershof und
Glashütterhof öffentlich auf Credit
versteigern.
St. Ingbert, 7. Dezbr. 1881.
Vh. Fit
Geschäftsmann.
Zu Weihnachtsgeschenken
mpfiehlt selbstgefertigte
Schulranzen
im Preise von Mk. 1,80 bis Mt. 8,80
Emil Grewenig.

—

Schönstes
—Beihnachts⸗Geschent. —
Was ednnte ich Besseres mir oder Anderen zum Cbhristgeschenk
geben, als ein Loos zu Gunsten der durch Brand so schrecklich
heimgesuchten armen Stadt Brückenau!
Ich spende dadurch nicht allein ein Almosen, sondern hade zu
gleicher Zeit Aussicht auf einen Gewinn von
—&amp;
baar 530,000 Mark,
15,000 Mk., 6000 Mtk., 4000 Bik., 2000 Mt. ꝛc.
um glücklichen Beschluß des alten Jahres!
um fröhlichen Antritt des neuen Jahres!
dewinnZiehung
Far 29. und 30. Dezember nächsthin. Bu
— Poee beie Joh. Weirich Franz Woll

Attr Bonchturte,
Mit dem ersten Januar beginnt ein pene Quartal auf die aroße politische, I8 mal wöchentlich erscheinende Zeitung
* 2 5 *
LOMIE.

yr ö * v
— Vorzüge der Tribüne gegenüber den vielen anderen Tageszeitungen der Reichshaupistadt:
„Die Tribüne“ hat als liberale Zeifung im großen Stil bewiesen, daß sie im Stande ist, alle Ansprüche, nicht nur des Laien, sondern des Fach-Politikers voll zu be⸗
friedigen. Die Verhandlungen des deutschen Reichstages und des preußischen Abgeordneten-Hauses geilngen in den Morgen⸗Nummern in aller Ausführlichkeit zum
Abdrud, während die Leser durch die Abend-Nummer bereits über den Verlauf der Debatten im Wesentlichen brientirt werden
„Die Tribüne“ ist für den Gesschäftsmann eine Zeitung von sehr hoch zu schätzendem Werthe, da sie in ihrem streng unparteiisch gehalt enen, durchaus selbit-
ständig auftretenden. ausführlichem Handelstheil eine Huelle zuverlässiger und reichhaltiger Juformationen über alle Zweige des Vörsene und Handels ⸗Verlehra,
inschließzlich des Wacrenmarlfts, darbietel; die Landwirthschaft findet in regelmäßigen Fachberichten umd Abheandlungen Nnen suchkundigen Berather, Um auch den
Bedürfnissen der Familie Überall zu genügen, enthäll
udie Tribüne⸗ cine iederzeit interessaute Berliner Lokalzeitung; sie verdffentlicht täglich in ihrer Morgen-Ausgabe anziehende Feuilletons, zum Theil ernlter
und belehrender Patur, zum Theil leichten, humoristischen Genres. In ihren regelmaßigen Abend -Ausgaden bringt
„die Tribüne“ fesselnde Aomane und Erzadlnugen. Im neuen Quartale wird zunüchst der bereits begonnene sensationelle Roman:
„André Mintorp von J. Boy⸗Ed zu Ende geführt. Es wird allen neu hinzutretenden Abonnenten der bis zum 81. Dezember er.
erscheinende Theil desselben auf Verlangen gratis und franco nachgeliefert. Diesem Romane wird eine äußerst spannende Erzählung aus
er Feder des bewährten Lieblings-Schriftstellers unseter Leser, Ewald August König, folgen, unter dem Titel:
v
„Im Banne der Dämonen.“ Ein Hauptvorzug „der Tribime“ vor anderen politischen Organen besteht darin, daß diese Zeitung
ruch Montags in ungeschmälertem Umfange erscheint, so daß der Leser k einen Tag die ihm Pim Bedürfniß gewordene Lectüre eutbehren braucht;
»aß er jeden Tag iu der Lage ist, auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens — der Politik, des Handels, der Tagesneuigkeiten oder der Unterhaltunßg
dunde und Anregung zu erhalten.
Bei allen diesen Vorzügen steht
„die Tribüne“ im Preise unverhältnißmäßig niedriger, als audere große Zeitungen. Man abonnirt bei allen Postanstalten des
deutschen Reiches, fowie Oesterreich Ungarns für
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nur 7 Mark vierteljährlich.
tse ate werden mit 40 Rfennig pro Jeile berechnet. Für die außere uitliche Wirksfamkeit derselben giebt das stete Wachsen des Inseratentheiles
IJi r das berediste Zeugniß.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Siean Iufbrirtes Sanntagehlatt Mou.

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der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

Zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1.46 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 -, einschließlich

0 B Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 A, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 , bei Reclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
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16. Jahrg

Politische Uebersicht. Lokale und pfälzische Nachrichten. mauch nur das Beste der Pfalz will, wurde mehr
St. Ingbert, 17. Dezbr. Eingesandt.). nd mehr hefestigt. Moge es fort und fort dauern
—— — Weihnachten 8 Feit der Freude und der Kinder hinüber reichen in die neue Wahlperiode und moge
Bayrischer Landtag. Der der Abgeord⸗ uae ——— mir in derjelben auch Ihr in Erfahrung bewährter
ietenkammer vorgelegte Gesetzentwurf über Be— gorbereitungen für daßselbde zů kreffen. Allez, was Rath, Ihre wohlwollende Unterstützung wofür ich
trafung des Concubinats enthält nachstehenden zur des Menschen Herz erfreuen kann, wird gekauft, nicht genug danken kann, gesichert bleiben!
inzigen Artikel: Im vierten Hauptstücke des im die Lieblingswünsche der Kinder oder snsiget —Dahn, 13. Dez. Gestern Mittag verbrannte
Bolizeistrafgesetzbuches vom 26. Dezember 1871 eber Angehoöͤriger zu defriedigen Leider heschiehl hier ein 414 Jahre altes Kind. Die Mutter des
ourd vor Artikel 51 folgender neue Art. 802 eine Zlaber dabe hur du oft, dah daß das Gen hah Kindes wurde im Juli dieses Jahres im Boben—
jestellt: „Personen, welche in fortgesetzter außer— lußen wandert und der eluhe imissche Geschäfts thaler Wald vom Blitz erschlagen und es war da⸗
helicher Geschlechtsverbindung in einer Wohnung nann beim Einkaufen der Weihnochlageschente her die Aufsicht über die zwei Kinder der Mutter
usammenleben, werden, insofern sie dadurch öffent— ergessen wird. Das sollte doch mast so sein, was )es Mannes übertragen worden. Da der Mann
iches Aergerniß erregen, an Geld bis zu 45 M. nan hier kaufen kann, defür sollte nan das Geͤs Scharwatz) aber sehr wenig von sich hören läßt,
der mit Haft bis zu acht Tagen, im Wieder— nicht nach auswäris tragen Auch unsere Geschafts ja sich fast gar nicht um seine Kinder kümmert, so
‚olungsfalle an Geld bis zu 150 M. oder mit enle haben sich für den Weihnachtstisch mit bielem lann man sich leicht denken, in was für Verhält⸗
haft bestraft und sind durch die Polizeibehörde von Schönen und Guten borgeseben und der Mitburger, nissen die arma Frau mit den zwei Kindern leben
nander zu trennen. er die Gemeindelasten mit tragen hilft, sollte billig mus. Gestern „MNittag ging die Frau fort. um
Berlin, 16. Dez. Exrgänzend haben wir er dem Fremben bebotzuͤgt werdene Vei Vaar. Vahrung für sich und die Kleinen herbeizuholen;
achzutragen, daß in der Reichstagssitzung vom ahlung und großeren Einkaufen kann auch der vährend dem hat das 4 — Kind mit dem
5. d, M. auch der Antrag Payer, betreffend die Jiesige Geschaäfts mann günstige Bedingungen fellen. Feuer gespielt und dürften dabei die Kleider Feuer
zrmäßigung der Gerichtskosten zur ind dann ist wohl zů bedenken, daß dessen Ga— zefangen haben. Zufällig war der Sohn des Ka⸗
Zerathung kam. Mit dem Ziele des Antrags er— antie viel eher bor Vetrug schüht, als dies beim ninfegers Vogele im Ort anwesend, um die Ka⸗
lärten sich nach der Begründung durch den Antrag- HZezug einer Waare von Ausmaris, die gewöhmich nine zu reinigen, und kam hierbei auch an dieses
teller die Redner aller Parteien, die Abgg. Petersen, uf Treue und Glauben gelauft wird der Fou ist Haus. Er bemerkte Rauch in der Stube, eilte
zirkenmayer, Hartmann, Windthorst einberstanden; das ist es, was den geehrten Lefern dieses Biaties chnell hinein, rieß die Fenster auf und fand nun,
ader ziemlich eingehenden technisch juristischen ut gůtigen Beachtung bei ihren Weihnachtsein⸗ das 42/43 Jahre alte Kind vor dem Ofen liegend,
Hebatte wurden des näheren die Punkte dargelegt, — * an's Herz gelegt sei! total verkohlt. Das andere noch in der Stube an⸗
ei welchen die Ermäßigung der Gerichtskosten ein Blicakaste“, 17. Dez. Von welchem wesende L⸗ Jahre alte Kind stand in der Nähe
esonderes dringendes Bedürfniß sei. Der Antrag Vvortheile die heurige Navembere und. Degember des Fensters an einer Bank und wurde von Vogele
ourde schließlich einstimmig angenommen. Als— vitterung namentlich fur die ärmere Bevolkerung sofort auf die Straße gesetzt. (A. W.))
jann schritt das Haus zur Berathung des Antrags st, kann' man eigentlich nur dann erfahren, wend — Kaiserslautern 15. Dezbr. Gestern
dänel⸗Dirichlet, betreffend die bei den letzten Wah— nan sich auf's deld begiebt undhier das fuͤr Morgen stürzt⸗ sich ein Mãdchen aus Macenbach
en hervorgetretenen Mängel des Wahlverfahrens. ese' Jahreszeit verhälnmbßmähig regsame Leben vie es scheint in selbstmörderischer Absicht, in den
zun einer Abendsitzung wurde die Berathung forte ind Treiben beobachtet Dort sieht man anige, Ziegelbach an der Geiger'schen Ziegelei, doch wurde
esetzt. zie sich damit beschäftigen, Kartoffeln zu sioppeln“ dieselbe noch rechtzeitig aus dem kalten Bade gezo⸗
Wie der -Augsb. Abend- Ztg. berichtet wird, ndere graben die als Viehfutter wohlbetcunten hen, Bis jetzt berweigert das Mädchen jede-Rus
ur Fürst Bismarck dem württembergischen Minister ind nicht zu uͤnterschätzenden Queden aus dem lunft über die Motive, welche sie zu der unseligen
. Mittnacht gegenüber den Wunsch geäußert, goden, die dem Kleefuster nicht diel nachstehen; That getrieben. (Pf. Vztg)
ꝛaß die bayerischen Minister ausharren möchten. uuf den Wiesen erblickt man nicht selten Leuͤte, die
Der bisherige franzöofische Botschafter in Hr Vieh weiben w. s. w. So ist eigentlich, nament⸗
ZSerlin, Graf Saint-Vallier, wurde amsch wenn wir das zulehi Erwaͤhute u's Nuge fassen,
5. Dezember Nachmittags vom Kaiser in bee Fer weniger bemittelten Bevölkerung eine Sorge
onderer Audienz empfangen, um das Schreie denigfstens theilweise abgenommen, namlich die Sorge
en des Präsidenten der französischen Republik zu im das für den Winter nöthige Viehfutter. Wohl
iberreichen, durch welches er vom Berliner Hofe önnen die Quecken, sowie auch das noch jetzt ver⸗
bberufen wird. Unmittelbar darauf hatte der vendbare Wiesengras, die ganze Nahrung des
hotschafter die Ehre, von ver Kaiserin empfangen Ziehes nicht ausmachen, daß uber dadurch vieles
u werden. Um s5 Uhr fand zu Ehren des sespart wird, kann nicht in Abrede gestellt werden.
hrafen Saint-Vallier im königlichen Palais ein Herade dieses Jahr muß dieser Punkt ganz beson⸗
aößeres Diner statt. J »ers betont werden, da nämlich das Duͤrrfutter
Mainz, 15. Dez. Stichwahl. Philippps ewiß keinen heringen Preis bekornmen wiede Wi
gortschritt) erhielt 8623. Bebel (Socialdemokrat) dunschen darum im Interesse des erwähnten Theiles
3434 Stimmen: Philivps ist also gewählt. inserer Bevölkerung noch viele solcher warmen Tage,
venn dabei auch die Kürschner u. s. w. keine so
länzende Geschäfte machen, wie dies in den ver—
zangenen Jahren der Fall war!“
— Der feierliche Schluß des pfälzischen
Landraths erfolgte am Mittwoch mittelst einer
üngeren Ansprache durch den Herrn RegPräsi⸗
nenten v. Braun; dieselbe schloß mit folgenden
Worten: „Nach dieser Darstellung, welche nur in
roßen Zügen Ihre Thätigkeit in den letzten sechs
Jahren schildert, haben Sie ein reiches Feid bestellt
ind alle in den gesetzlichen Wirkungskreis des
andrathes fallenden Verwaltungszweige gleichmäßig
jewürdigt. Treu haben Sie Ihre Pflicht erfüllt
ind dabei den Geist der Sparsamkeit walten lassen,
vo immer nur die Rücksichten auf das allgemeine
Vohl Dies zugelassen haben. Solch' ein Wirken
auß dankbar anerkannt werden von allen Klassen
er Bevolkerung, von der ganzen Pfalz. Das
ufo Einhernohmon mit vor OQeironierununn 531

Ausland.

Paris, 15. Dezember. Im Proceß Roustan—
tochefort verneinten die Geschworenen die Schuld—
rage bezüglich der von Rochefort und Delpierre
Gerant des Intransigeant“') gegen Roustan ge—
ichteten Angriff, infolge dessen Rochefort und
delpierre freigesprochen und Roustan als
Fivilpartei in die Kosten verurtheilt werden mußte.
das Verdict der Geschworenen erregt großes Auf—
ehen. (Roustan, der französischer Generalkonsul
n Tunis ist, wurde von Rochefort der Vorwurf
jemacht, er habe die tunesische Expedition zu seinem
Kortheil ausgebeutet, indem er sich bestechen ließ.

Loudon, 16. Dez. Bei dem Individuum,
velches der früher berichteten Entwendung im
Heneralstabsgebäude zu Berlin verdächtig ist, hat
ine Haussuchung stattgefunden. Außer Plänen
ind auch Kupferplatten getohsen nn

Sterbeifälle.

Gestorben in Neustadt Johannes Kämmerer;
in Neunkirchen Rosamunde Wagner, geb.
Fiebig, 75 J. alt.

— ——
        <pb n="824" />
        Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
Gosdwaaren,
als Keiten, Ohrringe, Brochen, Ringe, Hemdknöpfen, Haarketten⸗
beschläg ꝛc.
eSilberwaaren, Alfenid, Britania
in schöner Auswahl.
Christoffel⸗Bestecke
zu Fabrikpreisen.
Unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung zeichnet
Adosf Mok,. Goldarbeiter.

Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
Teppiche, als Sopha⸗, Bett⸗Vorlagen und Teppichläufer,
Tischdecken in Cachemir, Manilla, Gebild, Rips &amp; Gobelin —
wollne Reise⸗ und Bettdecken. A— farbige

Ddamen⸗Chales, Pelerinen und Umschlagtücher,

Herren &amp; DamenRegenschirme

Nin Seide und Zanetla
Herren⸗ K Damen⸗Kragen, Cravatten KsHandschuhe,
alle Sorten seidener Tücher, als Cachentz, Foulards und
knüpftücner in weiß und farbig, sowie eine Parthie
Portefeuillewaaren
Aennaies und Cigarrenetuis unierm Ankaufspreis.
Frau Kaxt Schanck.

J DcMõnstes
Deihnachts-Geschenꝛ. —
Was konnte ich Besseres mir oder Anderen zum Christgeschenk
geben, als ein Loos zu Gunsten der durch Brand so schrecklich
heimgesuchten armen Stadt Brückenau!
Ich spende dadurch nicht allein ein Almosen, sondern hade zu
gleicher Zeit Ausficht auf einen Gewinn von
— ⸗
baar 30,000 Mark,
15,000 Mtk., 6000 Mk., 4000 Mtk., 2000 Mt. ꝛc.
zum glücklichen Beschluß des alten Jahres!
zum fröhlichen Antritt des neuen Jahres!
Gewinn Ziehung
am 2B., 29. und 30. Dezem ber nächsthin. D
Svoge Au 2 Mart bei: Joh. Weirich Franz Woll
uinn Wal 222

*
Anreigo.
Sonntag, den 18. Dezember, Abends 8 Uhr in Oberhauser's
Saal, zum Benefice des Herrn Musikdir. Schadewitz
—
——2p
unter gefl. Mitwirkung hiesiger und auswärtiger Kräfte.
Entee6:
Person IL.-.
Familienbillets à 2 Pers. „1.50.
à32. -.
—

—
DFTILLE
a Adzstellur⸗ 1571

—
dn

oI Worta.J.
J
e
Rund
Vorzuꝑlichs Oualit darantis fur Keinhen
EOMOSERAI-.. HVITGARI
BONBONS-C)COGOLMDX PRBRIK.
Zu haben bei: Herrn Mich. Haas, Jeau Peters, J. Rickel, u. J. Uhl jr.
Eti. Ingabert; Jos. Vauly u. Frau Wittwe Fonnet in Blieslastel.
dur dio bekannte
bernehmen wir forbwährend Flachs, Hanf und Abwerg zum
vpinnen und Weben unter Zusicherung bester Bedienung
hie Tisenbabnfraeht hin uod zü iiher min mt
dis Fabriic und berechnet für den Schneller von 12 Meter
lLaànge I2 Pfenunig Spinnlohn. Die Agenten in St. lIngbert,
J. Friedrich- in lomburg. Franæ Baron-
volzversteigerung. Gewerbe⸗Nerein
Dienstag, den 20. Dezember —*
88 uinae2 uhr Hafsel in St. Ingbert.
der Wirthschaft von Friedrich Zim—
mermann lassen die Herren Heinrich Montag Abend
Billeroy und Barthelemy Stehme ei Schwarz Joh. (am Bahnhof.
de Jubéeourt zu Wallerfangen
etwa 350 Ster Eichen⸗ Kiefern⸗
und Birken-Brennholz in ihren
Waldungen zwischen Rittershof und
Glashütlerhof öffentlich auf Credit
versteigern.
St. Ingbert, 7. Dezbr. 1881.
Ph. Fitz,
Geschafismann.
Zu Weihnachtsgeschenken
mofiehlt selbstgefertigte
Schulranzen
im Preise von Mk. 1,80 bis Mk. 3.80
Emil Grewenig.
A
Mit dem ersten Januar beginnt ein neues Quartal auf die große politische, 18 mal wochentlich erscheinende Zeituug
⸗ 7 ⸗ ⸗ 44
Bie Srihüne
J ⸗ c7 * F *
e *
F Vorzüge der Tribüne gegenüber den vielen anderen Tageszeitungen der Reichshauptstadt:

„Die Tribüne“ hat als liberale Zeifung im großen Stil bewiesen, daß sie im Stande ist, alle Ansprüche, nicht nur des Laien, sondern des Fach⸗Politikers voll zu be⸗
frierigen Die Verhandlungen des deutschen Reichstages und des preußischen Abgeordneten⸗Hauses gelangen in den Morgen⸗Rummern in aller Aus fuhrlichleit zum
Abdruc während die Leser durch die Abend⸗Rummer bereits über den Verlauf der Debatten im Wesentlichen orientirt werden.

.Die Tribüne“ ist jur den Gesschäftsmann eine Zeitung von sehr hoch zu schätzendem Werthe, da sie in ihrem streng unparteiisch gehalt enen, —XXX
nandig auftretenden, aus führlichem Handelstheil eine Huelie zuverlassiger und reichhaltiger Informationen über alle Zweige des Vörsen-⸗ und Handels-⸗Verlehrs,
einsüeßlich des Waarenmarkts, darbietet; die Landwirthschaft findet in regelmäßigen Fachberichten und Abhandlungen einen sachkundigen Berather. Um auch den
Bedürfnissen der Familie überall zu genügen, enthält

die Tribune“ eine jederzeit interessaute Berliner Lokalzeitung; sie veröffentlicht taglich in ihrer Morgen-Ausgabe anziehende Feuilletons, zum Theil ernster
und belehrender Natur, zum Theil leichten, humoriftischen Genres. In ihren regelmäßigen Abend⸗-Ausgaben bringt

„die Tribüne“ fesselnde Romane und Frzählungen. Im neuen Quariale wird zunächst der bereits beaonnene senjationele Roman:

„André Mintorp von J. Boy⸗Ed zu Ende geführt. Es wird allen neu hinzutretenden Abonneuten der bis zum 31. Dezember er.
escheinende Theil desselben auf Verlangen gratis und franco nachgeliefert. Diesem Ronane wird eine äußerst spannende Erzählung aus
an de bewabrten Lieblings⸗ Schrifestelers unseret Leser, EEwald August König, bolsen, unter dem Titel
r
„Im Banne der Dämonen.“ Ein Hauptvorzug „der Tribune“ vor anderen politischen Organen besteht darin, daß diese Zeitung
auch Montags in ungeschmälerlem Umfange erscheint, so daß der Leser k einen Tag die ihm zum Bedurfniß gewordene Lectüre eutbehren braucht;
aß er jeden Tag in der Lage ist, auf dem Gebiete des offentlichen Lebens — der Politik, des Handels, der Tagesnenigkeiten oder der Unterhaltung
dunde und Anregung zu erhalten.
Bei allen Vesen Vorzuügen sieht
„die Tribüne“ 1m Preis e unverhältnißmäßig niedriger, als andere groke Zeitungen. Man abonuirt bei allen Postanstalten des
deutschen Reiches, fowie Oesterreich Ungarus für
nur 7 Mark vierteljährlich
nj t werden mit 40 Pfennig oro Zeile berechnet. Fur die a⸗ iche Wirtsamkeit derselben giebt das stete Wachsen des Inseratentheiles
⁊* erate das beredtste Zeugniß.
Druck und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbert.
F'izaua lutrixtes Saputagshblatt Nr. 12.
        <pb n="825" />
        oↄl. Indberter Amzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— —— — ———— — — — — — ——— ———— — — — — —— ZBSXAM——————oOee——⏑⏑o⏑o—— — — — —

der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wöchenllich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltunge

natt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich

0 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 . bei Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
213.

Montag, 19. Dezember 1881.

16 Jahrg.

strcn⸗
Politische Uebersicht.
Deuisches Reich.

ind würdig des Rufes des deutschen Generalstabes
zessen Chef, Generalfeldmarschall v. Moltke, die
Z»erausgabe desselben persönlich überwachte. Die
lebersetzung in die Hauptsprachen Europas, sowie
er ungetheilte Beifall, welcher dem Werke auch
m Auslande gespendet wurde, können als Beweis
elten, in weichem Maße es eine vornehme, jeden
zarteistandpdunkt vermeidende Haltung mit meister⸗
after Schilderung und reicher Belehrung zu ver—
inden gewußt hat. Die deutsche Armee hat wäh—
end des Krieges 6247 Offiziere und Aerzte, 128,
153 Mann eingebüßt. Hiervon sind 40,081 vor
em Feinde geblieben oder an Wunden und Krank⸗
seiten gestorben, der Rest ist verwundet worden.
die Verluste unserer damaligen Gegner sind
riemals genau bekannt geworden. Das General⸗
tabswerk stellt nur die Zahl derjenigen Fran—
osen fest, welche bis Mitte Februar als Kriegs-
sefangene die Waffen gestreckt. Nach Deutschland
varen bis dahin 11,860 Offiziere, 371,981 Mann
ibgeführt worden, nach der Schweiz sind 2,992
Iffiziere, 88,381 Mann übergetreten, in Paris
ndlich haben 7,456 Offiziere, 241,686 Mann die
Waffen gestreckt. Die Gesammtsumme derjenigen
ranzösischen Soldaten, welche gezwungen wurden,
iie Waffen niederzulegen, beträgt demnach 21,508
Iffiziere, 702,054 Mann. Glänzend war die
kriegsbeute der deutschen Truppen; sie bestand in
07 Adlern und Fahnen, 1,915 Feldgeschützen,
ezw. Mitrailleusen, 5,526 Festungsgeschützen, 855,
00 Handfeuerwaffen. Enorme Zahlen weist fer—
terhin die Nachweisung der Gesammtheeresstärke
vährend des Krieges auf, hiernach betrug dieselbe
14,420 Offiziere 1,451,944 Mann, von denen
33, 101 Offiziere, 1, 118,254 Mann an dem Feld—⸗
zuge wirklich theilgenommen haben.
Ausland.

London, 17. Dez. Wie verlautet, ist die

Anterdrückung der Frauenlandligabeabsichtigt.

nen 11 Monaten von 1881 um 370,793 Mart 48Pf.
weniger, als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres

— In Spehyer sind die Plattern in mehreren
Fällen aufgetreten. Vorsichtsmaßregeln dagegen wurden
ergriffen. —

Vermischtes.

x* Nach der „Saar⸗ u. Bl.⸗Ztg.“ hat der Geh
Commerzienrath Stumm in Neunkirchen in
hekannter Freigebigkeit dem katholischen Pfarrer
»aselbst die Zusage gemacht, für den Neubau einer
tatholischen Kirche in Neunkirchen 830.000 Mark
zu schenken und, wenn nöthig, sofort disponibel zu
tellen. Außerdem hat derselbe sich erboten, die der
irchengemeinde noch fehlenden Baugelder zu 4
Procent zur Verfügung stellen zu wollen.

Gaturseltenheit.) In einer Jagd in
der Nähe von Ringelheim wurde jüngst eine
gehörnte Ricke geschossen.

4 Die älteste Marketenderin, aus der
Zeit der Befreiungskriege, die am 10. November
1790 geborene Wittwe Koberschitz, ist am 7. Dez.
gestorben und am Sonnabend beerdigt worden.
Es lebt jetzt nur noch eine der Marketenderinnen
aus jener Zeit in Berlin.

Geschäftsschwindel.) Zur Zeit blüht
in London eine Schwindelei, die ihrer Neuheit
jalber möglicherweise auch Deutschland heimsuchen
znnte, vor welcher daher bei Zeiten gewarnt wird.
Respektable Privatleute erhalten von einer Londoner
Firma je ein Originalloos ohne jede Bemerkung.
sach ca3 Wochen geht Jedem der Auserwählten
eine gedruckte Verloosungsliste zu, die ihm anzeigt,
daß seine Nummer ein schönes, nach neuestem Ge—
chmack eingerahmtes Oelgemälde, (welches einen
Werth von 160 bis 200 Mark habe) gemacht habe.
Das betreffende Bild stehe gegen Bezahlung des
Loooses, 20 Mark, zur Verfügung. So plump
diese Falle ist, so fallen doch viele Unerfahrene, die
für wenig Geld möglichst viel haben wollen, r'ein.
Der Wertih der Bilder übersteigt nicht 50 Pf. bis
1 Mark und rechnet man für den Rahmen noch
ca. 2 Mark hinzu, so sieht man, daß das Geschäft
ein lohnendes ist.

Aufklärung. Bauer: „Du, was ist denn
das, der elektrische Telegraph?“ — Wirth: „Ganz
einfach, man tupft an einem Ende und am anderen
schreibt es.“ — Bauer: „Ja, wie kommt das ?“
— Wirth: „Wenn man einem Hunde hinten auf
den Schweif tritt, so heult er vorn, nicht war?
Nun denke Dir, der Hund ist so lang, daß er von
einer Stadt zur andern reicht, so hast Du's!“ —
Bauer: „Ja, jetzt versteh ich's.“

4 Ein Dampfer, welcher den Dienst zwischen
Galway und der Insel Arcon versieht, strandete
gestern spät Abends und sank sofort. Passagiere
und Mannschaften (14) sind ertrunken.

(GOoOoo Menschen ertrunken) In
Tallee (China) sind am 8. October in Folge
eines durch einen heftigen Orkan verutsachten Meeres⸗
Austrittes 3000 Menschen ertrunken.

Sterbefälle.

Gestorben: in Kaiserslautern Georg
Lösch, 61 J. a. in Essin gen Distriktsstraßen-
wärier JabobSulzbacher, 73 J a., in Ilbes—
heim Abam Disque, 21 J. a., in Billi g—
heim Valentin Bergdolht, 79 J. a. in Pir—
masens Joh. Gg. Pfeiff; in Homburg Joh.
Hiltner, Kaufmann und 2. Adjunkt, 42 J. a.,
in Ingenheim Jonathan Blum, Gutsbesizzer;
in Sulzbach Frau Elisabetha Manstein, geb.
Fernsner, 38 J. a.

Fur die Redallion ver antwortlich F.X. De me

München, 17. December, Die Abgeord⸗
etenkammer hat heute das Concubinatsge-
etz mit den von den Abgeordneten Luthardt und
Nayer beantragten Abänderungen in erster Lesung
enehmigt. Margqnardsen hatte sich namens der
zinken gegen die Abänderungsanträge ausgesprochen,
er Minister des Innern erklärte das Gesetz in der
ogeänderten Fassung als unannehmbar für die
degierung. Die zweite Lesung wurde vertagt, um
eit zu einer allseitig befriedigenden anderen Fassung

Jewinnen.

Muünchen. In den Einlauf der Abgeordneten⸗
unmer gelangte eine Bittschrift der katholischen
ultusgemeinde Schweigen⸗Rechtenbach,
zezirkdamt Berzabern, um Uebernahme des ganzen
IFfarrgehaltes auf die Staatskasse, oder wenigstens
m Bewilligung eines Staatsbeitrages von 16,200 M.
ur Unterstuͤtzung eines katholischen Pfarrhauses zu
Schweigen.

Berlin, 17. Dez. Reichstag.) Auf Ben—

gsen's Antrag wird der Präsident v. Leve tz ow
ur“ den Rest der Session durch Acclamation ein⸗
mmig wieder erwählt. Darauf wird über den
tat der Zölle und Verbrauchs⸗Steuern berathen.
s entsteht längere Debatte, ob diese Frage nicht
vertagen, bis der Hamburger Zoll⸗Anschluß be—
hlossen sei; denn dieser sei auf den Ertrag der
zoͤlle von größtem Einfluß. Der Etat für Zölle
hird in Folge dessen an die Budget-Commission
rückverwiesen. Dann wird der Etat von der

abaks-Steuer besprochen. Bei dieser Ge⸗
egenheit leitete der Abg. Schneider eine ziemlich
cregte Debatte über das Tabaksmonopol
. Er sprach sich entschieden dagegen aus und
ehauptete, das Wohl und Wehe und die Zufrie⸗
enheit Tausender hängen von der endlichen Be—
itigung des Monopolprojektes ab. Staatssekretär
3cholz findet es nicht in der Ordnung, bei dieser
Helegenheit die vorwürfige Frage zu diskutiren.
Zräsident v. Le vetz ow aber nimmt für das Haus
»as Recht in Anspruch, zu sprechen, worüber es
vill. Als der folgende Redner, Lohren, sich zu
»er Behauptung verstieg, die Freihandels-—
rartei spekulire auf einen Thron—
vechsel, entstand ein großer Lärm, mehrere Abgg.
rängten zur Tribüne vor und verlangten einen
Irdnungsruf. Gegeu das Monopol sprachen noch
zander und Kopfer Gaden) und v. Ow
Würtemberg). Der Letztere erklärte namens der
deichspartei, daß auch diese das Monopol nicht
zerquickt sehen will mit sozialpolitischen Reformen.
Der Sitzung wohnte auch Prinz Wilhelm bei.

Das Generalstabswerk über den Krieg
1870171.) Soeben ist der letzte Band, der 20.,
es von der historischen Abtheilung unseres großen
Heneralstabes redigirten, im Verlage von E. S.
Mittler u. Sohn, Berlin,erschienenen Werkes: „Der
eutsch⸗französische Krieg 1870/71“, ausgegeben
vorden. Hiermit schließt eine vom historischen wie
om militärischen Gesichtspunkte aus hochbedeutsame
Arbeit, die nach Umfung und Reichhaltigkeit des
Stoffes, nach Art der Behandlung, sowie nach
Hründlichkeit und Unparteilichkeit der Darstellung
einen hohen und bleibenden Rang einnehmen wird
unter den literarischen Erzeugnissen aller Volker und
aller Zeiten. Das Lob des Werkes läßt sich wohl
mm bezeichnendsten dahin zusammenfassen, dag es
vürdig ist der großen Eteignisse, die es schildert.

Lokale und pfälzische Nachrichten.

St. Ingbert, 19. Dez. Grstern Abend hatte
der „Musikve rein“ unter gefl. Mitwirkung hiesiger
ind auswärtiger Kräfte seinem Dirigenten Herrn
„chadewitz ein Benefice⸗Concert veranstaltet. Be⸗
onders beifällig wurden u. A. in demselben aufge⸗
iommen die Piecen für Flöte und Ocarina, die
fantasie über ein deutsches Volkslied für Klavier,
ie Baryton Solos, die Vorträge auf der Flöte
ind die Gavotte für Männerchor „Heimliche Liebe.“
deider war der Besuch des Concerts nicht so zahl⸗
reich, als bei dem in Aussicht gestandenen musika⸗
lischen Genusse zu erwarten war.

* Die kgl. Regierung der Pfalz hat aus den ihr
zur Verfügung stehenden Mitteln für das laufende
Jahr zur Förderung des Feuerlösch—
vesens im Regierungsbezirk an bedürftige und
pferwillige Gemeinden zusammen 22,574 Mark
14 Pf. vertheilt. Auf das Bezirkdamt Zwei?
»rücken entfallen hiervon für 19 Gemeinden
3278 M. 57 Ppff. Unter Anderen erhielten Obef
vürzbach zur Anschaffung von Eimern und einkr
Zuttenspritze 200 M., Bliesdalheim für
Steigerausrüstung 120 M., Biesingen zur
Brojektirung einer Wasserleitung 300 M., Hab-
irchen für Steigerausrüstung und Requisiten—
rgänzung 130 M. Herbitzheim desgleichen
50 M. Reinheim zur Tilgung der Spritzen⸗
aufschuld 100 M., Rubenheim zur Errichtung
iner Spritzenremise 200 M.

— Die pfälz. Bahnen vereinnahmten in den verflos⸗
        <pb n="826" />
        sünd Brückenauer Loose à 2 Martk vorräthig bei: Zoh. Friedri ranuz W
—“ Gewinn⸗Ziehung unwiderruflich —sA und Joh. Weiridh.
* ich acht Ar Wwei und sunssig Oudrat: :e., — —
— Veffentli e Plannummer 484892 acht Ar sech?
8 u st e l l u n g. und achtzig Quadratmeter, Plannummer
28 1849 fünfzehn Ar fünfzig Quadrat—
Zahlungsaufforderung mit Ver⸗ meter und Plannummer 4851 fünf—⸗
steigerungsanzeige. zehn Ar fünfzig Quadratmeter Acker
In Sachen und Wiese im Schürerfeld mit darauf
Daniel August, Handelsmann, in tehender Ziegelhütte, nebst den in letz⸗
Spiesen wohnhaft, als Cessionar von eerer befindlichen Vorräthen, schreiten
Jakob Dahlem, Müller zu Breit- assen wird.
—— — F dieser conventionellen Zwangs⸗
egen »ersteigerung mird der Schuldner Loren
Lorenz Nau, Ziegler, früher zu Nau hiermit d um d
Schůürerziegelhůtte wohnhaft gewesen, Rechte zu wahren.
dermahlen ohne bekannten Wohn⸗ und Spiesen, den neunten Dezember acht:
Aufenthaltsort abwesend. zehnhundert ein und achtzig.
Genannter August fordert an den Der Glauͤbiger
gedachten Nau auf den Grund Thei— gezeichnee Daniel August.
lungsgutachtens vom 15. März 1879 Vorstehendes wird dem Schuldner
Licilation vom 12. April 1879 und Lorenz Nau in Gemätzheit Beschlusses
Schlußtheilung vom 80. April 1880. des k. Amtsgerichts Si Ingberi vom
—“ diese drei Ur lunden aufgenommen Heutigen hiermit öffentlich zugestellt.
durch den RNotariatsverweser Auff St. Ingbert. 18 Dez. 1881.
schneider in St. Ingbert für ver · Die Gerichtsschreiberei des k. Amts
fallene Immobilarsteigpreise und berech: zerichts St. Ingbert.
nete Zinsen die Summe von einhundert Krieger,
achtzig Mark sieben und vierzig Pfennig k. Amtsgerichtsschreiber
mit Zinsen vom elften November 1881 —
an — und fordert denselben hiermit
auf, diese Summe sammt Zinsen, so⸗
wie die Kosten des Gegenwärtigen zu
bezahlen, widrigenfalls der Gläubiger
August von der ihm durch die sie—
benten Bedingung der oben erwähnten
Licitationsurkunde eingeräumten Be—
fugniß Gebrauch machen und am Sam
stag den 25. Februar 1882, Nach—
mittags drei Uhr, in dem Wohnhause
des Schuldners- Nau zu Schürer⸗
Ziegelhütte durch deu Amtsverweser des
igl. Notars Sauer zur vertragsmä- — — —
ßigen Wiederversteigerung, der durch —324
den Schuldner zufolge obiger Licitati⸗ Zu vermiethen
onsurkunde erworbenen Immobilien. wei LDogis, durch Geschäftsmann
1. Plannummer 48403 ein Ar Fitz.
sechs und dreißig Quadratmeter Fläce ——. — — —
Wohnhaus mit Keller, Hofraum und Gut eingerichtete Zimmer zum
Garlchen auf der Schürer⸗Ziegelhütte. Logiren empfiehlt

2. Aus Plannummer 4886 unge⸗ Friedr. Jol. Koch.

fähr acht und vierzig Quadratmeter —

Fläche mit daraufstehendem Stall, früher Mehrere anständige junge Leute

Wohnhaus. können Kost und Logis erhalten
4. Plannummer 4847 neunzehn Ar zu mäßigem Preise

acht Quadratmeter, Plannummer 4848 bei Fiedr. Jos. Koch.

* *

Einzige Zeitung, welche ihren Abon—
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nenten ein Illustrirtes Witzblatt
gratis liefert.

Zeitungslesern bietet das täglich zweimal, in einer Morgen- und Abend⸗Ausgabe,
erscheinende ‚Berliner Tageblatt durch die Reichhaltigkeit, Mannigfaltigkeit und
Gediegenheit seines Inhalts die interessanteste und, anregendste Lektüre. In Folge dessen
dermochte es sich einen festen Stamm von ca. 70,000 Abonnenten zu erwerben und
gleichzeitig zu der gelesensten und verbreitetsten Zeitung Deutschlands emporzuschwingen.
Die große Verbreitung des Berliner T,age blatt“ liefert außerdem den besten
Beweis, daß es die Bedürfnisse des zeitungslesenden Publikums im weitesten Maße zu be⸗
friedigen weiß. Die besonderen Vorzüge des B. T. bestehen vornehmlich in Folgendem:
Durch täglich zweimaliges Erscheinen ist das „B. T.“ in der Lage, alle Rachrichten stets
iS Stunden früher als jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung zu bringen. Das
. T. veobachtet eine gänzlich unabhängige freisinnige, politische Haltung und unterhält
Spezial⸗Korrespondenten an allen wichtigen ie daher rascheste und zuverlässige Nach⸗
richten; bei bedeutenden Ereignissen umfafsende pezial⸗Telegramme. Es ist eine That⸗
IX Theil der deutschen, auch auswärtigen Presse als
borzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. Es bringt ferner: ausführliche Parlaments⸗
berichte. Graphische Wetterkarte nach telegraphischen Mittheilungen der deutschen Seewarte.
Umfaossende Handelszeitung und Courszettel der Berliner Börse. Vollständige Ziehungslisten
der Preußischen und Sächsischen Lotterie, sowie der wichtigsten Loospapiere. Reichhaltige und
wohlgefichtete Tages ˖ Neuigkeiten aus der Reichsshauptstadt und den Provinzen. Theater,
Kunft und Wissenschaft werden im Feuilleton des B. T.“ in ausgedehntem Maße gepflegt,
außerdem erscheinen in demselben dtomane und Novellen unserer ersten Autoren. Das
Roman⸗Feuilleion des nächsten Quartals bringt einen höchst fesselnden Roman, das
neueste Werk des berühmten Erzählers Luvin Schücking: „Alte Ketten · Das „B. T.“
wird durch stete Vervolllommnung und Erweiterung seines Inhalts bemüht bleiben, sich nicht
allein auf dem erreichten Höhe puukte zu erhalten, sondern auch immer weitere Kreise an sich
zu fesseln. Die Abonnenten des „Berliner Tageblatt“ empfangen außerdem drei werth⸗
bolle Separa tbeiblatter, das illustrirte Witzblatt »D T, das illustr. belletristische Sonn⸗
lagsblati. Deutsche Lesehalle“ und die alle 14 Tage erscheinende landwirthschaftliche
Fachzeitschrift: „Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenban und Hauswirth⸗
schaft“ bei dem enorm billigen Abonnementspreise von nur 5 Mark 25 Pf. fur das viertel⸗
jahr. Man beliebe das Abonnement bei dem nächstgelegenen Poslamt schleunigst anzumelden,
damit die Zusendung des Blattes vom 1. Januar ab punltlich erfolge.
Gelesenste und verbreitetste Zeitung

Deutschlands.
Druck und Verlag von F..

Weihnachts-Ausstellung.
Der Unterzeighnete hat mit der Ausstellung aller erdenklichen
Kinderspielwanaren

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UPPOMn 2. —
Mark per Stuͤck, ebenso in
uppenköpfen —
in Wachs, Papiermaché, Porzellan, Holz u. s. w.

Baumverzierungen und SFichter.

Ferner empfehle mein reiches Lager in den neuesten Furzwaaren
Artikel, als:

Hosenträger, Portemonnaies, Cigarrenspitzen, Manschettenknöpfen
in allen Jucon⸗- ꝛc.

Das Allerneueste in Parfumerien und Toiletter
Gegenstünden hauptsächlich in sort. Schachteln, Atrappen u. s. w.
Ciĩgar rn in Kisichen zu 25, 80 u. 100 Stüch
ferner in Albums mit Cigarrenfüllung „Dr. Glimmstengel's Reiseabenteue r“ etc. ꝛc
Indem ich zum Besuch meiner Ausstellung höflichst anlade, sichere zugleich
die billigtten Preise zu. JO VCrĩc.

Wir bitten dringend
um Hife in der Noth! —
am Linderung des durch schrecklichen Brand hervorgerufenen Elendes unserer
Stadt! — Besonders Euch, Ihr wohlhabenden Mitbrüder, rufer
wir an: Oeffnet Eure mildthätige Hand! Der wird es Euch lohnen, nach
Dessen allweisem Rathschlusse wir so schwer heimgesucht wurden, Dessen Gür—
xuch dor ähnlichem Unglücke bewahre!
Die Ziehung unserer Geld-Lotterie findet
„vnwiderruflich J

am 28. 29..30. Debr. nuchsthin statt.
Ziehungsliste erscheint spätestens 10. Januar. Die Stadtverwaltung Brückenau

Brückenauer Loose A2 Mark zu haben bei: J. Friedrich
F. Woll, Buchhandlung, und Joh. Weirich, Friseur in Si. Ingber

Züdd ch
SZüddeutsche Presse
und ünchener NRachrich ten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller,
wird vom Jahreswechsel ab in verbessertem Druck wöchentlich siebenmal aus⸗
gegeben werden.

Das genannte Blatt hat sich während der Kämpfe der jungsten Monate
ils das führende Organ der bayerischen, als eine der angesehensten der ge⸗
ammten deutschen Nationalpartei dewährt; es steht in gut bayerischer Ge⸗
innung fest zu dem jetzt so vielfach verlassenen und bekämvften Banner der
aationalliberalen Partei.

In den Angelegenheiten der Stadt München vertritt die „Süddeutjche
Presse“ den Standpunkt des Ausgleiches und der Versöhnung der Parte ien
behufs gemeinsamer Arbeit an dem Wohle der Stadt München. — Der
lokale und provinzielle Theil der „Suüdd. Vr.“ ist der reichhaltigste irgend
eines bayertschen Blattes.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Bereiche des Theaters und der
Rusik werden in dem Blatte von allgemein anerkannter Feder besprochen.
Sportsberichte, wie namentlich die Nachrichten aus bayerischen Garnifsonen,
haben die „Süddeutsche Presse“ in den militärischen Kreisen weit verbreitel
und helfen derselben dort stets neue Freunde zuführen.

Die „Süddeutsche Presse“ bringt den offiziellen Kourszettel der
Münchener Vörse unverkürzt zum Abdrucke. Ihr Handelstheil gibt dem
Leser einen fichern Ueberblick Uber alle Bewegungen des Eifekien- und Pro—
duktenhandels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirksamkeit der uns
anvertrauten Inserate in den kauffähigsten Schichten des Publikums. Wucher⸗
inserate oder solche bedenklichen Charakters sind unbedingt ausgeschlossen, so
daß das Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in die
Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20 Pf. pro Zeile
berechnet.

Die all gemein beliebte belletristische und wissenschaftliche Beilage

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„Bayerische Literaturblätter
enthält außer Erzählungen und Skizzen kritische Bilder aus der bayerischen
wie der deut schen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte Dezember ab der altbayerische

Voltzromas
Die Knappenlissf vom Rauschenkerg“
berühmten einheimischen Erzähle Maximilian Schmidt.
eintretende Abonnenten erhalten denselben gratis nachgeliefert. A
Abonnementspreis beträgt pro Quartal 8 Mark.
Inchen, im Dezember 1881.
die Expeditien.
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233823 857 53 7 7 353
22— * 52252 522. 7 8 52* 7. — —8 2 —
53*33 5357553833 2353 3 53
5 5 32 557 53373 33353 35553 55835.23 535
2535337 — 33
3*323 ⸗—523 5352 2 85835 55 23795 —— —53
* *2 —2 7 — 2. 52 3 2 27 2353 * — ——— — 3.,32. * —
2* —8 2 3 ——— * 2 2. 5— 352 * 8 —
222. * 2. 23 328 —13 53 8—333332 84 22355
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32532 333 — 555338232337 53533535333 *
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        »l. Iusbertet auzeigel
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — — — — — — — — — — — —

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochenltich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donunerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaliun g

glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 16 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 , einschließlid

10 — Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 B, bei Reclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
—16. Jahrg.
M 214. Dienstag, 20. Dezember 1881.
Einladung zum Abonnement.“
Mit dem 1. Januar nächsthin beginnt ein neues
Abonnement auf den wöchentlich 5 mal, Sonntags
nit Sseitigem illustrirtem Sonntags-
latt erscheinenden

St. Ingberter Anzeiger“
amtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert)
u dem wir höflichst einladen.

Uber Politissches wird der „Anzeiger“ möglichst
asch und immer objektiv berichten. Besondere
Auüfmerksamkeit wird lokalen Angelegenheiten und
Vorgängen in der Umgegend zugewandt bleiben.
In der Rubrik „Vermischtes“, sowie in dem illu⸗
srirten Sonntagsblatt und in dem, dem Hauptblatte
weimal woöchentlich beigegebenen Unterhaltungs⸗
latte findet der Leser eine Fülle von Stoff zur
Unterhaltung und Belehrung.

Im Erscheinen und Preis des Blattes
ritt keine Veränderung ein. Es kostet also
—DD
sogen, vierteljährlich 1.46 20 B, wozu noch
I0 Bestellgebühr kommen, durch unsere Träger
»ezogen, IAC 40 4.

Inserate finden im „Anzeiger“, der in Stadt
uind Kanton St. Ingbert das gelesenste Blatt ist,
rfolgreiche Verbreitung. Hinsichtlich deren Berech⸗
nung verweisen wir auf das am Kopf des Blattes
Hesagte. Bei öfterer Wiederholung tritt immer
ntsprechender Rabatt ein.

Mit der Samstags⸗ resp. Sonntagsnummer er—
zalten die Abonnenten als Gratisbeilage das

„Illustrirte Sonntagsblatt“,

zas sich durch seinen reichen Inhalt großer Beliebt⸗
jeit erfreut. In der ersten Nummer des neuen
Zuartals wird dasselbe wieder ein Preis⸗Räth sel
ringen. —

Neubestellungen auf den „St. Ingberter
Anzeiger“ bitten wir gefälligst bald zu machen,
sier auf der unterzeichneten Expedition oder bei den
Trägern, auswärts bei den Königl. Postanstalten
ind Poftboten. Unseren bisherigen hiesigen Abon⸗
tenten, die das Blatt durch die Träger zugestellt
ekommen wird dasselbe auch im neuen Quartal
ortgeliefert werden, wenn vor Ablauf des Monats
Dezember nicht ausdrücklich abbestellt wird.

Ergebenst
sedaktion und Expedition des
St. Ingberter Anzeiger.
»Ein schwerer wirthschaftlicher Fehler der
Gegenwart.
In der Zeit, in welcher wir leben, sind die
Stützen des wirtschaftlichen Fortschritts außer in
en Tugenden Fleiß und Sparsamkeit vornehmlich
n der rationellen Ausbeutung hervorragender neu⸗
r technischer und industrieller Errungenschaften zu
uchen; denn hier blühen die colossalen Erfolge,
vie der Aufschwung beweist, den das wirthschaft—
iche Leben aller Länder in den letzten vierzig Jah⸗
en genommen und hier sind auch noch immer
veitere Erfolge zu erwarten; denn in keiner Zeit
ind soviel Erfindungen und Entdeckunge gemacht
vorden, wie in der Gegenwart und dieser einmal
zeweckte Erfindungsgeist des Menschen wird nicht
asten, solange Menschen den Erdball bewohnen.
Iber was sehen wir in Deutschland seit ungefähr

ünf oder sechs Jahren ?! — Eine Art Erlahmung
ʒes wirthschaftlichen Unternehmungsgeistes, wenig⸗
tens im Verhältniß zu den bedeutenden technischen
ind industriellen Fortschritten, ist eingetreten und
in größere Unternehmungen wagen sich die
neisten Capitalisten gar nicht heran, aus Furcht,
hr Geld zu verlieren.
Wir woͤllen nun allerdings zugeben, daß in der
hründer⸗ und Schwindelperiode vor zehn Jahren
in furchtbarer Mißbrauch mit dem Einzelcapital
getrieben worden ist und in Folge unserer in dieser
stichtung mangelhaften Gesetzgebung getrieben wer⸗
en konnte, aber ist es nun deshalb nöthig, alle
apitalistischen Vereinigungen, jede Berufsgenossen⸗
haft, jede Aktienunternehmung von vornherein als
edenklich zu erklären, wo doch die Capitalvereini⸗
ungen dieser Art vielfach in der Natur der heuti⸗
jen wirthschaftlichen Lage begründet sind und auch
ufig damit die glänzendsten Resultate damit er⸗
jelt wurden? Große Capitalien braucht man oft
u einem Unternehmen, ein Einzelner kann oder
dill das Capital nicht hergeben, der Staat ist auch
neistentheils nicht zu der Unternehmung herbeizu⸗
iehen, soll nun ein herrlicher Plan deßhalb jahre⸗
ang brach liegen? Wäre es da nach sorgfältiger
echnischer Prüfung und klarer Festsetzung der dabei
n Flage kommenden Rechtsverhältnisse nicht dring⸗
nd zum Wohle der Capitalisten, der Industriellen,
er Landwirthe, der Kaufleute und der Arbeiter zu
bünschen, wenn nun auch wirklich eine neue glück⸗
iche Idee, ein Fortschritt auf wirthschaftlichem Ge⸗
ziete zur Aufführung käme und kleine Capitalien
ich zu diesem Zwecke vereinigten? Hängen doch
ille Menschen von einander ab und geths dem
rzinen wohl, so muß er auch dem Andern etwas
u verdienen geben und schließlich stützen sich Alle: die
zapitalisten, die Industriellen, die Landwirthe, die
daufleute und die Arbeiter. Aber der Unternehm⸗
ingsgeist ist heutzutage gewissermaßen flügellahm
jeworden, die Capitalisten kranken noch immer an
jer Furcht vor Schwindel und bedenken nicht, daß
s doch wesentlich in ihrer Hand liegt, dem Schwin⸗
zel einen gesetzlichen Damm entgegenzusetzen, wenn
nan nur die nöthige Vorsicht dabei beobachten will.
Was in den Jahren 1870 -1878 gesündigt wurde
zurch eine ganze Unmasse von Gründungen und
neuen Unternehmungen, das sündigt man jetzt im
hegentheile, man wagt sich selbst an solide Unter⸗
— Zweifel
ine Hauptursache unserer unbefridigenden wirth⸗
chaftlichen Justände. Möchten darum alle Capita⸗
isten und Unternehmungslustigen hierüber nachdenken,
um dann den Bann des allgemeinen Mißtrauens
ind der wirthschaftlichen Schwarzseherei brechen zu
helfen.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München, 18. Dez. Die in der letzten Sitzung
der Kammer der Reichsräthe gegen den Finanz⸗
ninister v. Riedel gerichtete Rede des Reichsraths
zrafen v. Hol ustein hat, wie uns aus Kammer⸗
reisen versichert wird, das entschiedene Mißfallen
es Königs erregt, und es soll Graf v. Holnstein
siervon auch bereits in Kenntniß gesetzt worden
ein. (Pf. K.)

Berlin, 1i8. Dez. Die Volkspartei des Reichs—
sags hatte einen Antrag auf Einführung von Di⸗
ren fuür die Reichstagsmitglieder vorbereitet und
ein Theil des Centrums hatte seine Unterstützung

zugesagt, aber später diese Zusage wieder zurückge⸗
ommen. Die Volkspartei, welche nur noch die
Ramen der Polen und Elsässer auf ihrem Antrao
zehabt hätte, beschloß darauf, die Sache fallen zu
assen.

Da der Reichskanzler durch seinen Gesund⸗
heitszustand auch am Samstag abgehalten war, in
Keichstag zu erscheinen, so hatte er den Staats
ecreiär d. Böttiger beauftragt, für ihn die Inter
dellation des Abg. v. Hertling über die Fürsorg
jür die Fabrikarbeiter zu beantworten. Aber Abg
d. Hertling sagte, er wolle lieber warten bis de
seichskanzler seiner Zusage gemäß die Interpella
on selbst beantworten könne. Dies wird also ers
nach den Weihnachtsferien geschehen.

Dder Bundesrath halt die Eingabe wegen
Verzollung der Fleischpräserven ab
gelehnt.

Fur den deutschen Reichstag beganne
in Samstag die Weihnachtsferien; die erste Sitzun
nach den Ferien ist auf den 9. Januar 1882 o
beraumt.

Seitens des Centrums sind, wie es heiß
aoch weitere Anträge zu erwarten. Zunächst win
derr Windthorst beantragen, die aufgehobene
Artikel 15, 16 und 18 der preußischen Verfassur
n die Reichsverfassung aufzunehmen. (Dieselbe
auten: Art. 15.Die evangelische und römisc
atholische Kirche, sowie jede andere Religion.
gesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegen
Feiten selbstständig und bleibt im Besitz und Geni
her für ihre Cultus-, Unterrichtss und Wohlthäti
eitszwecke bestimmten Anstalten und Fonds.
Art. 16. Der Verkehr der Gesellschaften mit ihr
Oberen ist ungehindert. Die Betannmachu
irchlicher Anordnungen ist nur denjenigen Beschrä
ungen unterworfen, welchen alle übrigen Veröffen
ichungen unterliegen. — Art. 18. Das 6
gennungs⸗, Vorschlags-, Wahl- und Bestätigun«
cecht bei Besetzung klirchlicher Stellen ist, soweit
dem Staate zusteht und nicht auf dem Patror
oder besonderen Rechtstiteln beruht, aufgehob
Auf die Anstellung von Geistlichen beim Mili!
and an öffentlichen Anstalten findet diese Besti
nung keine Anwendung.

Die Commission fur die Berufsstatis
chaltete auf den Anirag von Franz den 8
»in. Danach sollen die Fragebogen nur den P
onens und Familienstand, Religion, Berufen
xẽrwerbsthätigkeit enthalten; über Vermögene—
ẽrwerbs⸗ Verhältnisse foll nichts ausgeforscht wert
die Commissfion setzt die Strafe für wahrhe
widrige Angaben auf dreißig Mark; die Haftst!
wurde abgelehnt.

In welcher Weise die Reichsflotte die deuts
handelsinteressen auswärts vertritt, erhellt aus
uthentisch festgestellten Thatsache, daß, während 1
ich nur fünf Schiffe auf auswärtigen Statio
efanden, gegenwärtig deren zwölf (Schiffe
Fahrzeuge) theis statioairt, theils unterwegs si
ind zwar im Mittelmeere, in den ostafiatischen
vässern, an der Westküste Südamerikas, im
ichen Stillen Meere (Australien), im westlie
Stillen Ocean (Westindien). Ebenso wie
Schntze des Handes dienen die Schiffe auch
Unterdrückung der Seeräuberei.

Der Kaiser hat den Enregistrements-Insp
Mah zu Mühlhausen zum kaiserlichen Regieru
rath in der Verwaltung der Zölle und indir
Steuern in Elsaß⸗Lothringen ernannt.

Im Großherzogthum Baden sind, wie in
uͤbrigen Bundesstaaten, auf Veranlassung der R⸗
        <pb n="830" />
        regierung amtliche Erhebungen über die Kosten der
öffentlichen Ar menpflege veranstaltet worden.
Es hat sich danach herausgestellt, daß dieselben sich
auf etwa 6 Millionen Mark jährlich belaufen.
Ausland.
In Paris macht der Prozeß Roustan—
Rochefort noch viel von sich reden. Seltsamer
Weise ist die Nachricht der Freisprechung Rocheforts
dem Ministerpräsidenten Gambetta während seines
Diners beim Fürsten Hohenlohe überbracht worden.
Der Eindruck auf die eingeladenen französischen
Minister war ein überwältigender. Gambetta allein
gelang es, sein ruhiges Blut zu bewahren und
etwas, das wie „Unsinn politischer Preßprozesse“
klang, in den Bart zu murmeln. Herr Waldeck
Rousseau, der junge Minister des Innern, war ganz
aus dem Häuschen und wollte anfangen über den
Fall zu sprechen, was ihm aber ein strenger Blick
Gamðeettas verwies. Herr Unterstaatssekretär Spuller,
der es sich auch nie hätte träumen lassen, auf einer
kaiserlich deutschen Boischaft zu diniren, hatte anfangs
gänzlich das Kounzept verloren und bewegte sich wie
ein Verzweifelter. Der bekannte Freidenker Paul

Bert, Minister des Kultus, bewahrte ziemlich gut

seine Fassung und sagte zum Grafen Beust: C'est
une maléchance, que nous n'avons pas moritée.

Der gleichfalls eingeladene Schweizergesandte Dr.

Kern behauptete, die Freisprechung vorausgesehen

und darauf gewettet zu haben, während Baron

Beyens meinte, daß trotz unbeschränkter Preßfreiheit
so etwas in Belgien ganz unmöglich sei. Die Auf—⸗
regung über diese Freisprechung dauert noch unge—
schwächt fort und Niemand ist wohl fähig, die
Folgen derselben jetzt schon zu bestimmen. Man
möge überzeugt sein, daß diese Folgen auf den
Nationalgeist unberechenbar find. — Uebrigens
macht die Thatsache des Galadiners auf der Bot⸗
schaft, einem Gambetta von einem Hohenlohe ge⸗
geben, einen ziemlich deprimirenden Eindruck auf
die deutsche Kolonie zu Paris — wenigstens auf
den besseren Theil derselben.

In den französischen Kasernen wurde eine

Ordre des Kriegsministers, General Campenon,
perlesen, nach welcher die von seinem Vorgänger,

Beneral Farre, versuchsweise gehandhabte vier-
igmonatliche Dienstzeit, da dieses System
ich nicht bewährt hätte, abgeschafft und zu
»en Vorschriften des Heeresgesetzes zurückgegriffen
vird.

Petersbueg, 18. Dez. Es verlautet, daß
ie Durchsicht fast aller Akten der politischen
LFrozesse, welche auf administrativem Wege vom
Departement der Reichspolizei abhängig gemacht
vorden war, durch die politische Abtheilung des
Justizministeriums gegenwärtig erledigt sei. Es
jandelte sich in Summa um 1500 Fälle. Die
dälfte der Anklagen wurde zurückgewiesen. Circa
Prozent der betreffenden Anklagen sind auf ab—⸗
ichtliche Verläumdung zurückzuführen. Das Justiz⸗
rinisterium besteht jetzt auf der Bestrafung der
zerläumder.

Dem „Deutschen Mont. Bl.“ wird aus Peters—
zurg, 17. Dez. telegraphirt: Hier kursirt das Ge⸗
licht daß vor mehreren Tagen in Gatschina,
em Aufenthaltsorte der Czaren-Familie, ein Minen⸗

ttentat unternommen worden sei.
Dublin, 19. Dez. Am Samstag Abend fand

je Polizei in zwei Häusern hier eine große Anzahl
on Waffen und Munition auf, darunter mehrere
— Patronen und viele Revolver; 4 Personen
uurden verhaftet. Auch Schriftstücke, welche
sele Personen in England und Irland kompro—⸗
ittiren, sollen aufgefunden worden sein. Nachts
surde die Polizeikaserne in Coboh. (Grafschaft
death) in Brand gesteckt und zerstört. Die
olizeiagenten entkamen mit Mühe.
Konstantinopel, 13. Dez. (reundschaft
it Deutschland. Aus Anlaß der wohlwollenden
sufnahme, welche die Mitglieder der außerordent⸗
chen türkischen Botschaft zur Ueberbringung des
erdienstordens an Kaiser Wilhelmm in Berlin
funden haben, lud der Großherr, wie der „K. 3.“
in hier geschrieben wird, am vorigen Sonntage
e Mitglieder der deutschen Botschaft zur Tafel,
—* bei dieser Gelegenheit dem deutschen Ge—
häftsträger v. Hirschfeld seine besondere Befrie—
zung aus und fügte hinzu, daß er diese Ver—
der freundschaftlichen Beziehungen zu
eutschland als eine Bürgschaft des Friedens und
z3 das Ende der Leiden und Mißstände betrachte,
ter denen die Türkei bisher geseufzt habe

Lokale und pfälzische Nachrichten.

*St. Ingbert, 20 Dez. Die Weihnachts-
eiertage bringen auch in die Vereinsthätigkeit ein
cegeres Leben. So veranstaltet der „Mu sik ver⸗
ein“ für seine Mitglieder am 2. Festtage eine
heatralisch⸗musikalische Abendunterhaltung, in der
unter Anderem die zweiaktige komische Operette:

„Nur Musikalisch“ von Kunze zur Auffüh—

rung kommt. Soloparthien und Choöͤre sind bereits

einstudiert und in dieser Woche werden nun noch
die Bühnenproben stattfinden, so daß der Auffüh⸗
rung der Operette voraussichtiich am genannten

Tage nichts im Wege steht. — Nuch in der Ge—

nüthlichkeit“ trifft man, wie ausgesagt wird,

leißig Vorbereitungen zu einer Unterhaltung in
illernächster Zeit. — Bisherigem Gebrauche folgend,
vird dem Vernehmen nach auch der „Krieger—⸗
perein“ heuer wieder eine Weihnachtsfeier mit
Christbaum und Bescheerung resp. Verlosung von
Geschenken unter seinen Miigliedern begehen
(Siehe Inserat.)

*St. Ingbert, 20. Dez. In dem benach⸗
harten Spiesen verstarb am verflossenen Sonn⸗
ag nach kurzem Krankenlager der katholische Lehrer
ßottesleben. Genau 14 Tage vorher war
eine Frau, nachdem sie ebenfalls nur wenige Taqe
rank gelegen war, gestorben.

* St. In gbert, 20. Dez. Schon vor einiger
Zeit brachten wir die Mittheilung, daß die bekanute
Böhme'sche Menagerie (Gisher in St. Jo—
jann) unsere Stadt besuchen werde. Unsere Mit⸗
heilung wird heute oder morgen ihre Bestätigung
rfahren, da um diese Zeit, wie wir erfahren, die
jenannte Menagerie hier eintreffen soll. Dieselbe
vird den freien Platz im Mühlened beziehen und
»ürfte nach Umständen immerhin einige Wochen
hier verweilen.

— Zweibrücken, 19. Dezbr. (Zw. Ztg.)
Das gestrige Konzert uusres Cacilienvereins
erzielte den schönsten Doppelerfolg: der Fruchthall⸗
jaal war gedrückt voll von Zuhörern, zu denen
insre verschiedenen Nachbarstädte (Homburg, Blies⸗
astel, Pirmasens, Saargemünd 2c.) ein nicht unbe⸗
)eutendes Kontingent gestellt hatten, und die Auf⸗
ührung des herrlichen Händl'schen Oratoriums
„Josua“ gestaltete sich in allen seinen Theilen
rür die Mitwirkenden und den Leiter des Ganzen
zu einem wahren künstlerischen Triumphzug.

— Kaiserslautern; 17. Dez. Dem Ge—
werbeverein ist vom Herrn Regierungspräsidenten
d. Braum zur theilweisen Bestreitung des von
der ersten Ausstellung von Lehrlingsarbeiten im
Mai 1880 herrührenden Defizits (300 M.) ein
Betrag von 150 M. bewilligt worden.
Vermi schtes.

F Der Landrath von Niederbayern hat die Auf—⸗
jebung der 5. und 6. Kurse in den Realschulen
n Straubing und Landshut mit 13 gegen 10
Stimmen angenommen.

Aus dem Amte Nahstätten schreibt man
dem „Rhein. Kur.“: In einem Dorfe hiesigen Am⸗
tes wurde einem nicht mehr gewählten Bürger⸗
meister ein Ständchen unter Absingung des Liedes
Rummer 345 im evangelischen Gesangbuche „Groß
vird des Sünders Elend sein“ gebracht. Auf An⸗
rag des Beleidigten ist die Untersuchung über die—
ien Vorfall eingeleitet.

F.Gor dem Einzelrichter.) Am Freitag
v. W. wurden dem Einzelrichter am Molkenmarki
in Berlin nicht weniger als 110 männliche und
20 weibliche Gefangene vorgeführt, die wegen Bettelns,
Arbeitsscheu, Unfug u. dgl. arretirt worden waren.
Unter den Aufgegriffenen befand sich ein Bettler,

der seelenvergnügt mit seinen Mitgefangenen kon—
»ersirte und nach dem Richtertisch hinüberlächelte.
stichter: Arbeiter Karbe. — Angekl.: Hier
raucht er. — Richter: Betragen Sie sich hier
rdentlich, sonst werden Sie sofort abgeführt. —
Lugekl.: Ja wohl, mein Herr. — Richter:
Sie sind 48 Jahr alt, in Schildberg gebbren. —
Ungekl.: 4854, ick bin een Märzkater. —
Umtsanwalt: Der Angeklagte hat gebettelt,
ch beantrage, da er vier Mal vorbestraft, 14 Tage
Befängniß. — Richter: Angeklagter, Haben Sie
noch etwas anzuführen? — Angek!. (sinnt
nach). — Richter: Antworten Sie, wenn ich
rage. Haben Sie gegen den Antrig des Amts⸗
inwalts etwas einzuwenden? — An gekl.: Wenn komm
ch denn da eigentlich wieder raus? ARNi chter: Am
23. Dezember. — Angekl.: Dann legen Sie

man lieber noch ein paar Tage zu. — Richter:

Warum? — Angekl.: Ich will mir die Feiertage

nicht ärgern. — Richter: Wer soll Sie denn

irgern? — Angekl.: Wenn ick am 23. aus den
dahn komme, da habe ick doch keene Arbeet, also
nuß ick fechten und dann habe ick meinen Aerger
nit die Blaumänner (Schutzleute). — Richter:

Ilso deshalb. Ihrem Wunsche kann nicht ent⸗

prochen werden, es wird auf 14 Tage Haft er⸗

annt. — Angekl. Det paßt mir nicht; ick will
zei die Schöffen. — Der gesetzkundige Angeklagte
jat damit seinen Zweck erreicht. Er wird in Unter
uchungshaft genommen und hat Aussicht, erst Mitte
zanuar k. J. vor dem Schöffengericht zu erscheinen.

FZur Nachachtung. Der Staatssekretär
es Reichs⸗Postamts hat unterm 13. ds. Mis. eine

Berfügung erlassen, welche davon ausgeht, daß nach

eueren Wahrnehmungen einzelne Beamie in amt.

ichen Berichten und Bescheiden ihren Namen so
chreiben, daß die Unterschrift ihnen selbst zwar als
lusdruck desselben gelten mag, für andere indessen
inverständlich bleibt. Unter Bezugnahme auf die
zurch Verfügung vom 15. Juni 1878 ergangene

Mahnung, sich einer deutlichen Namensunterschrift

zu befleißigen, werden die Beamien eindringlich auf⸗

jefordert, ihren Namen stets so zu schreiben, daß er
auf den ersten Blick geläufig gelesen werden kann.

FParis, 18. Dez. Eine offizielle Depesche
nis Oran konstatirt 160 Opfer, welche bei der
leberschwemmung von Perregaux aufgefunden wurden.
In Folge eines Dammbruches fand nämlich bei
dieser Stadt eine bedeutende Ueberschwemmung statt;
die wie sich nachträglich zeigt, von viel schädlicherer
Wirkung war, als es anfangs scheint.)

F Ein großartiges Verkaufsgeschäft) hat
soeben der Prinz Roland Bonaparte, der Gemahl
der jüngsten Tochter der Madame Blanc abgeschlossen;
erselbe hat, dem „Figaro“ zufolge, seinen Antheil
in dem Etablissement von Monaco, welches in der
Zpielbank seinen Glanz⸗ und Mittelpunkt hat, für
23 Millionen Francs an eine englische Kapitalisten—
Jesellschaft verkauft.

F (Gabaksmonopolin Frankreich.) Der
Moniteur des Intèrôts mateériels gibt nach offi⸗
ziellen Publikationen die Rein-Erträgnisse des Ta—
baksmonopols in Frankreich wie folgt an: 1815
32 Millionen, 1820 42 Millionen, 1830 46
Millionen, 1840 70 Millionen, 1850 80 Millionen,
1860 143 Millionen, 1869 197 Millionen, 1880
284 Millionen Francs.

(üßwasser im Atlantischen Ocean.) Eine un⸗
jeheure, starke Süßwasserquelle im Atlantischen
Dzean, deren Sprudeln im Meere deutlich wahr—
iehmbar ist, macht neuerdings viel von sich reden.
Seeleute und Fischer haben dieser merkwürdigen
Erscheinug schon vor mehreren Jahren erwähnt, aber
hren Berichten wurde kein Glauben beigemessen,
»is Commodor Hitschcok von der Marine der Ver—
inigten Staaten durch eine dem Sieden des Wassers

nn einem Kessel nicht unähnliche Bewegung des
Meeres aufmerksam gemacht, jene Stelle näher
intersuchte und das Vorhandensein einer mächtigen
-Süßwasserquelle feststellte. Dieselbe befindet fich
sast 4 Meilen südlich von St. Augustina (Ostküste
»on Florida) aus der Höhe von Matanzas Inlet,
ind nur 34 Meilen von der Küste. Das mächtig
vallende Wasser nimmt einen Raum von 0,2 Hekt.
in. Das Loth zeigt unmittelbar neben der unge—
jeuren Quelle nur sechs Faden Tiefe, während die
Quelle selbst für „unergründlich“ gehalten wird.

7 GDas dankbare Vaterland.) Ein
Fall, wie er vor Kurzem im Kongreß von Mexico
uur Verhandlung gelangte, dürfte einzig in seiner
Art dastehen. Frau Agustina Ramirez verlor am
3. April 1859 ihren Mann, welcher als Soldat
»em Heere angehörte, beim Angriffe der Stadt
Mazatlan. Später fochten ihre zwölf Söhne unter

)en Fahnen der Republik in dem Kriege gegen die
Franzosen, und alle zwölf fielen in verschiedenen
Schlachten und Treffen. Der Congreß von Mexico
jat nun für diese unglückliche Frau eine lebens⸗
ängliche Pension von 150 Pesos monatlich — et⸗
wa 370 fl. ö. W. — decretirt.
Gemeinnuütziges.
Rauchfleisch. Ueber die zweckmäßigste Art, Fleisch
zu räuchern, so daß sich dasselbe lange Zeit hält,
jiebt die „Allgemeine Schlächter⸗FZeitung“ folgende
eachtenswerthe Vorschriften: Um ein recht wohl⸗
chmeckendes Rauchfleisch herzustellen, wird das zu
äuchernde Fleisch dem frisch geschlachteten Thiere
        <pb n="831" />
        ꝛe
9

varm entnommen, sogleich in einem zuvor bereiteten
zemenge von einem Theile gepulverten Salpeter
ind 32 Theilen Kochsolz gehörig herumgewälzt,
ann überall mit so viel Roggenkleie bestreut, als
zaran hängen bleiben will und entweder unmittel⸗
sar oder in eine einfache Lage von Druckpapier
ingewickelt in den Rauch gehängt. Die Kleie
säll die brenzlichen Bestandtheile des Rauches ab
ind verhütet zugleich das allzu starke Austrocknen
»es Fleiches durch die Wärme. Das auf diese
Weise dargestellte Rauchfleisch besitzt eine dem stark
eräucherten Lachs ähnliche Farbe, es schmedt bei
veitem angenehmer als das in gewöhnlicher Weise
hereitete und konservirt sich auch lange Zeit. Nach
inderen Erfahrungen muß man, um gutes und
ang aufbewahrbares Rauchfleifch zu erhalten, schon
zeim Einsalzen des Fleisches darauf bedacht nehmen,
daß das Salz mit ziemlich viel Pfeffer gemengt
ind das Fleisch nicht zu früh aus der Salzlake
jerausgenommen werde; es muß wenigstens vierzehn
Tage bis 3 Wochen darin liegen bleiben undöfters
mit der abgelaufenen Fleischsauce begossen werden.
Sobald es dann in die Räucherkammer gebracht
wird, muß man trachten, daß durch genügenden
stauch das Räuchern nicht zu lange dauere, darf
jedoch das Fleisch erst dann wegbringen, wenn es,
was sich durch ein steifes Anfühlen zu erkennen giebt,
zut durchgeräuchert ist. Nun wickelt man die einzelnen
Fleischstücke in Papier ein und bringt sie in eine
Kiste, so daß man unten eine Schichte reine Bu—
henasche, sodann Fleisch, dann obenauf abermals
Asche bringt. Vor dem Gebrauch läßt man das
nuf diese Art verpackte Fleisch mit einer Bürste
reinigen. — Endlich wird von anderer Seite noch
olgende Behandlungsweise der Fleischwaren⸗Räuche⸗
ung empfohlen. Darnach muß das Rindfleisch
zorher gut abgetrocknet, an den Stellen wo es
urchgehauen ist, verklebt, dann in einfache, grobe
ꝛeinwand genäht werden. Der Rauch darf nur
gjelinde sein. Zungen hängt man nur 8 Tage in
den Rauch; sehr schmackhaft werden sie, wenn sie,

in Rinderdärme gesteckt, in den Rauch gehängt
verden. Man salze die Zunge mit halb Salpeter
ind halb Kochsalz; dann stoße man in einem
Mörser folgende gedörrte Kräuter recht fein, als
kosmarin, Majoran, Basilikum und Thymian, reibe
zie Zunge recht stark damit ein und lasse sie im
Z„alze 10 Tage lang liegen. Nach Verlauf dieser
Zeit steke man die Zunge sammt den Kräutern in
veite Rinderdärme, binde sie zu und lasse sie gut
rauchern. Schinken wälze man vor dem Aufhängen
n den Rauch, sobald sie aus der Lake Geize) ge—
iommen sind, gut in Weizenkleie herum. Sobald
-„peck und Schinken gelb geräuchert sind, werden
ie aus dem Rauch genommen und in einer kühlen
uftigen und trockenen Kammer aufgehängt. Eben⸗
o werden die geräucherten Würste in der ersten
zZeit aufbewahrt, Spannferkel werden in Papier
jewickelt in den Rauch gehängt.

Konservirung von Aepfeln, Birnen ꝛc. Nach
iner Mittheilung des „Garten“ lassen sich Aepfel
girnen u. dgl. Obstfrüchte ein Jahr lang und da⸗
über vortrefflich erhalten, wenn man sie in Malz⸗
aub verpackt und in gewöhnlichen Mehlfässern an
inem trockenen Orte aufbewahrt. In Salicysäure⸗
dapier verpackt behält Obst lange Zeit seinen
rischen Geruch und Geschmack und pflegen die
Imerikaner ihr zum Export bestimmtes Tafelobst
»eßhalb auch in Salicylsäure-Papier zu wickeln.
Nan erhält dasselbe, wenn man Papier mit einer
lkoholischen Lösung von Salicylsäure tränkt und
ann trocknet.

Das beste Mittel zur Zahnreinigung, schon
eit vielen Jahren erprobt und empfohlen, ist nach
der medizinischen Zeitschrift folgendes: Man füge
u 200 Gramm absolutem Alkohol 2 bis 3 Gramm
eine Karbolsäure, und tröpfele soviel Pfefferminzöl
sinein, bis der Karbolsäuregeschmack überdeckt ist.
Diesen Spiritus gießt man auf die trockene, aus
jarten Borsten gefertigte Zahnbürste, und spült
nach dem Gebrauch mindestens drei Mal den Mund
ind die Zwischenräume der Zähne sorgfältig mit

nicht zu kaltem Wasser. Die Anwendung ist früh
nach dem Aufstehen, Mittags nach der Mahlzeit
und Abends vor dem Schlafengehen vorzunehmen.
So benutzt, wird dieses Zahnmittel besser als jedes
andere den Mund reinigen, jeden übelen Geruch be—
seitigen, die Zähne und das Zahnfleisch kräftigen
und dem Zahnschmerz vorbeugen.
Sterbefälle.
Gestorben: in IFxheim D. Wollenweber
Ackerer, 57 J. a.

Dienstesnachrichten.
Dem kgl. Gerichtsvollzieher Kipp in Landaa wurde ge⸗
iehmigt, jeinen seitherigen SteUvertreter, den geprüften Ge
richtsvollzieheramtsbewerber Heinrich Will he Im aus Groß⸗
»ockenheim, z. Z. in Landau, auf weitere 6 Monate als
Stellvertreter beizubehalten.

Versetzt wurde in gleicher Diensteseigenschaft der Zoll⸗
isistent K. Grebenau in Rheinzabern aus organisato⸗
schen Rücksichten nach Füßen. Berufen wurden als Auf⸗
chlageinnehmer der Malzaufseher J. Kraus bei der Auf⸗
chlageinnehmerei Rheinzabern, als Steueraufseher der Hafen⸗
uufseher W. Scheer in Ludwigshafen nach Rheinzabern,
der Steueraufseher A. Farmbauser in Schmittshausen,
Aufschlageinnehmereibezirks Zweibrücken, als Aufschlag⸗
innehmer nach Ebermannstadt, sämmtliche auf Ansuchen;
als Steueraufseher die gepruften Aufschlagdienstaspiranten
Peter Schnabl in Malching nach Schmitishausen und
Stationsführer A. Hofmann in Klingen runn nach Lauter⸗
echen. (Diese Stelle ist neu geschaffen.)

Der Schuldienstexspektant Hermann Hamm aus Dell—
feld, Bezirksamt Zweibrücken, ist auf die durch Versetzung
des Schulverwesers Gramling nach Neustadt erledigte Schul—
verwesjerstelle in Pirmasens mit Wickung vom 11. Tezor
herufen worden.

Für die Redaktion verantwortlich F. X. Demetz.

m
Zur Renachtunsg
Mit dem ersten Januar beginnt ein neues Quartal auf die große politische, I8 mal wochenfith erscheinende Zeitung
0 ⸗ v 4
je Tribün
7
vr
e — Vorzüge der Tribüne gegenüber den vielen anderen Tageszeitungen der Reichshauptstadt:

„Die Tribüne“ hat als liberale Zeitung im großen Stil bewiesen, daß sie im Stande ist, alle Ansprüche, nicht nur des Laien, sondern des Fach-Politikers voll zu be—
friedigen. Die Verhandlungen des deutschen Reichstages und des preußischen Abgeordneten⸗Hauses gelangen in den Morgen-Nummern in aller Ausführlichkeit zum
Abdruch während die Leser durch die Abend-Nummer bereits über den Verlauf der Debatten im Wesentlichen orientirt werden.

„Die Tribüne“ ist für den Geschäftsmann eine Zeitung von sehr hoch zu schätzendem Werthe, da sie in ihrem streng unparteiisch gehaltenen, durchaus selbst⸗
ländig auftreienden, ausführlichem Handelstheil eine uelle zuverlässiger und reichhaltiger Informationen über alle Zweige des Börsen- und Handels-Verkehrs,
einjschüeßlich des Waarenmarkts, darbietet; die Landwirthschaft findei in regelmäßigen Fachberichten und Abhandlungen einen sachkundigen Berather. Um auch den
Bedürfnissen der Familie überall zu genügen, enthält

„die Tribuͤne“ ine jederzeit iuteressaute Berliner Lokalzeitung; sie veröffentlicht täglich in ihrer Morgen⸗Ausgabe anziehende Fenilletons, zum Theil ernster
und belehrender Natur, zum Theil leichten, humoristischen Genres In ihren regelmäßigen Abend⸗Ausgaben bringt

„die Tribüue“ fesselnde Romane und Erzahlungen. Im neuen Quartale wird zunächst der bereits begonnene sensationelle Roman:

André Mintor von J. Boy⸗Ed zu Ende geführt. Es wird allen neu hinzutretenden Abonnenten der bis zum 831. Dezember er.
33 * dere3
erscheinende Theil desselben auf Verlangen gratis und franco nachgeliefert. Diesem Romane wird eine äußerst spannende Erzählung aus
der Feder des bewährten Lieblings-Schriftstellers unserer Leser, Ewald August König, folgen, unter dem Titel:

9 4 F—

m Banne der Dämonen. Ein Hauptvorzug „der Tribüne“ vor anderen politischen Organen besteht darin, daß diese Zeitung
auch Mountags in ungeschmälertem Umfange erscheint, so daß der Leser keinen Tag die ihm zum Bedurfniß gewordene Lectüre entbehreun braucht
aß er jeden Tag in der Lage ist, auf dem Gebiete des bifentlichen Lebens — der Politik, des Handels, der Tagesneuigkeiten oder der Unterhaltunß
dunde und Anregung zu erhalten.

Bei allen diesen Vorzügen steht 9—

„die Tribüne“ 1Mm Preis e unverhältnißmäßig niedriger, als andere große Zeitungen. Man abonuirt bei allen Mostanstalten des«

deutschen Reiches, jowie Oesterreich Ungarns für

nur 7 Mark vierteljährlich
Inserate werden mit 40 Vfennig pro Leile berechnet. Für die außerordentliche Wirksamkeit derselben giebt das stete Wachsen des Inferatentheilet
das beredtste Zeuaniß

M

s
— ——
Kuhnnige dem
— — 5
—8 Erscheint 4
täglich, mit 2 Unter⸗ *
Shaltungdblattern wöchentl —
/Prois nur ꝰ u. trei ins Haus
»PFALTISOME PpRFSSE-

Fid Vopt I Alh,
velehe Französisech, Engliseh,
Ii alieniseh, odder SpAniSCIi wirklich
ues prechen lernen wollen.
Gratis und sramuko zu beziehen dureh
die Rosentha l'sche
J Verloaga s n Leipzig.
—
* 2
Jagd-Einladungskarten
nit Jagd-⸗Zeichnungen sind zu haben
hei J. J. Demet

Mann's
n

Wuflass über 6000/8
2NXBrobveblätter werden auf ⸗,8
—8 Wunsch gratis über⸗
—8 sandt. —
x 8
3 Aer
Caꝛ ver groͤße

Rechnungen
in allen Größen', mit blau und
rother Liniatur, werden billigi
angefertigt bei F. X. Demetz
        <pb n="832" />
        —A — —
—“
Am ersten Weihnachtstage, Abends 8 Uhr wird bei Kamerad Horst
die diesjährige
Christbaumvperloosung ——
abgehalten, wozu die Mitglieder mit Familie hiermit eingeladen werden. Frei—
willige Gaben werden dankbar. angenommen.

— ONiax
— Veihnachts-Geschent. —
Was konnte ich Besseres mir oder Anderen zum Christgeschenk
geben, als ein Loos zu Gunsten der durch Brand so schrecklich
heimgesuchten armen Stadt Brückenau?!?:!
Ich spende dadurch nicht allein ein Almosen, sondern habde zu
gleicher Zeit, Aussicht auf einen Gewinn von
—X
baar 50,000 Mark,
15,000 Mtk., 6000 Mtk., 4000 Mt., 2000 Mt. ꝛc.
zum glücklichen Beschluß des alten Jahres!
zum fröhlichen Antritt des neuen Jahres!
Gewinn. Ziehung
am 283., 29. und 30. Dezember nächsthin.
Loose zu 2, Mart bei: Joh. Weirich Franz Woll
und Joh. Friedrich.

Der Ausschuß.
—2
Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
Teppiche, als Sopha⸗-, Bett-Vorlagen und Teppichläufer,
Tischdecken in Cachemir, Manilla, Gebild, Rips &amp; Gobelin —
AFwollne Reise⸗ und Bettdecken. I — farbige
Damen⸗CEhales, Pelerinen und Umschlagtücher,
Herren &amp;K Damen⸗Regenschirme
in Seide und Zanella
Herren⸗&amp; Damen-Kraägen, Cravatten K Handschuhe,
alle Sorten seidener Tücher, als Cathentz, Fonlards und
knüpftũcher in weiß mñd farbig, sowie eine Parthie
»Portefeuillewaaren 7
als ortemonnaies und Cigarrenectuis unterm Ankaufspreis.
Frau Karl Schanck.

achte Christtania⸗Anchovis
Marke: Thorsen Helgesen.
prämirt auf der Fischerei-Ausstellung Berlin —1881.

U Dunker circa 400 Fische Mk. 3,50

i 200757 3386

1. Dose 2 Pfd. 2—

u28 11 1,20
franco und zollfrei. In halben Tonnen für Händler und Wiederverkäufe—
hedeutend billiger.
g —
Ottensen a. E.

H. Kreimeyer,
A. L. Mohr Nachfolger.
Vertreter —— f. Deutschland.
Mittwoch nach Weihnachten
Brũückenauor Ziehung
definitiv unwiderruflich —
— Die Stadtverwaltung: Metz, Bürgermeister. J
—— — — — — — — — — — — 53

Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
— Goldwaaren, 4
als Ketten, Ohrringe, Brochen, Ringe, Hemdknöpfen, Haarketten⸗
beschläg ꝛc.

FSiilberwaaren, Alfenid, Britania 7

in schöner Auswahl. V

n Christoffel-Bestecke

—
vS

ju Fabrikpreisen.
Unter Zusicherung prompier und billiger Bedienung zeichnet
Adoelf Mettz, Goldarbeiter.

Bayerische Landeszeitung
und
Münchener Börsenhalle mit Verloosungsblatt
erscheint sieben mal wöchentlich, auch an Sonntagen, und bringt
er uul woch V—
jeden Samstag eine finanzielle Ertrabeilage: „Der Kapitalist“,
7 283 J worin das Rath und Auskunft suchende Publikum über alle Vorgänge
„bo nrements Einladung. auf dem Geldmarkt in unpartheiischer Weise informirt wird.
Mit dem J. Januar 1882 beginnt ein neues Abonnement auf die nunmehr im Am 1. Januar 1882 beginnt im Feuilleton der Abdruck der
sechsten Jahrgange allwöchentlich erscheinende —
Vfalzische „Residenzgeschichten“,
G ef J ü 9 e 3 e? itu n g“ eines Münchener Originalromans, in welchem der Verfasser, einer
0 32 der beliebtesten bayerischen Autoren, in scharfen Zügen und fesselnder
Wochenschrift zur Beförderung der Geflügel⸗, Zier⸗ und Singvögelzucht Darstellung das Leben und Treiben in der Landeshauptstadt dem
und Organ für deutsche Geflügelzüchter-Vereine. Leser vor Augen führt.
Central · Organ des bad. Landes-Vereins für Geflügelzucht mit dem Sitze in Karlsruhe, det —5 Man abonnirt beim nächsten Postamt um uur 3 Mt.
Eljassischen ge w e u Veehe deee —— Hoe viertelsahrlich, einschließlich Postgebüht. Nur bei sofortiger Bestellung
is ü verein ruden Krei— X ⸗ zu * 3 * —
oten — 3 — ungen drhuena ane igre degen kann für Lieferung sämmtlicher Nummern garantirt werden. A
g Königswinter a, Rh., Vahr i, Baden, ainz, Mannheim, Metz, Munchen — —
—— Trier), inne fetbeim, Tne 8. Ferne — — 77000C0c0
jsen)) Schweinfurt, Speyer, „Ornis“ in Speyer, pitzkunnersdorf, Weimar, Winn- 4
Sachsen) ein weiler, Würzburg und Zweibrücken. F Fr eunden einer geistig anregenden u.
E tert durch die unserem Blatte gewordene Verbreitung über alle Theile unseres F
deutschen — werden wit * 3— so e do where e unterhaltenden Lektüre
t und es igels sowohl, als auch der Sing- und Ziervögel “
B eeh wirken, um die Grundsäße tiner rationedlen lann mit vollem Recht das „Deutsch e M ontags⸗ Blatt empfohlen werden.
Gefluͤgelzucht inmer mehr zum Gemeingut zu machen.Dabei joll der Liebhaberei, Pflege Diese durch und durch originelle literarisch-politische Wochenschrift, welche die
der Zier. und e e e e Vunrhecheme de epen Dien hervorragendsten deuischen Schriftstellet zu ihren Mitarbeilern zählt, ent⸗
d e ene uͤber Kufzucht. Pflege, Lnbensweise Futterung, sowie üͤber War hält eine Fuͤlle geistvoll 353 ebe de ein treues Setebdde
und Pflege, in einzelnen Krantheitsfälien mitgetheilt werden. Dem Wunsche vieler unserer politischen, literarischen und ünstlerischen trebungen unserer Tage darste en.
geschahten Leser entsprechend, werden wir auch speziel der, Kangrienzucht grotze Aufmerk. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erscheinung in Wissenschaft, Politik.
amkeit zunondeeeee Sesrnder Huhwer Iud eanden Kunst und Leben findet im „Deutschen Montags-Blatt“ unparteische
e ie
üti itwirk— ugesichert. F
autige D —— 8 jeder Andsere gog We eeeeee Feuilletons und Humoresken sorgen für die Unterhaltung der Leser.
1882 mit weißem Zwischenraum zu Rotizen, als Neujatzrs-Beigabe WAuberde Diese literarisch-politische Zeitschrift ersten Rauges, welche am zeitungs⸗
een ee saeen Abponnenten z — IX N n n e die A8 — una
e deahrigenr Abonnnenent Id Ieilen Grafide Inserat oder —* anregenden Wochenschrift mit denen einer wohlinformiten, reich mit
i s * r i· * * J *
desen ⸗ in iaden ‚wirAlle Geflügelzuchter und Freunde der gefiederten Welt zum Nachrichten aus erster Ouelle ausgestatteten Jeitung, und so entfpricht
Abonnement auf die „Pfatzijche Geslügelzeitumg· welche hei wochentlichem Erscheinen as Dentsche Montags Blate⸗ in seiner Doppel-Natur einem ent⸗
—X —B——— Iet Sunartel aue ge Vreweis schie denen Bedürfniß des gebildeten Lesepublikums, wofür die
dulbychrie erhalten durch unsere Zeuung eine große Verbreitung über ganz Deutsch- große Verhreitung den besten Beweis liefert.
land und hat die Verlags-Erpedition um allen Wunjchen unserer geehrten Leser zu ent⸗ Alle Reichspostanstalten und Buchhandlungen nehmen Abon—
sprechen, den pene der von Neujahr 1882 ab auf nur 10 Pfenunig pro Petit- nemenis zum Preise von 2 Mark 50 Pf. pro Quartal azeen 33
zeile oder deren Raum festgesetzn Begegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Mr. 180
ꝑ d Buchhandlungen nehmen Bestellungen hierauf entgegen. gegnu 9 enn g
8 3— and, enen 1881. der Post-Zeitungs- Preisliste pro 1882. Probe-Nummern versendet
—VV Jrcatis und FrAnmoo die Erpedition des „Deutschen Montags⸗
Kedaction &amp; Expeditien der „Pfältz. Geflügelzeilung“. Blatt“, Berlin 8sW.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="833" />
        Bt. Jugherter Ameiger
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

— ——— ——— — — — — — — — * —X—e—ee—— — — — — — — — —

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltun ge

Blatt und Sonniags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljäͤhrlich 14 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AMA 60 A, einschließlich

40 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 A, bei außerpfälzischen und solchen
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I5 A, bei Reclamen 80 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 215.
Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
(Bayerischer Landtag.) In den Einlauf
»er Kammer der Abgeordneten gelangten nach—
tehende Petitionen: von den Gemeindeschreibern
der Pfalz um gesetzliche Regelung ihrer Dienst-
und Besoldungsverhälinisse und um Gewährung
ziner Entschädigung aus der Staatskasse für die
im Staatsinteresse auszuführenden Arbeiten; von
den Gemeindebürgern von Freinsheim, Wachenheim,
Birkenweiler und 47 weiteren Orten der Pfalz,
die Streuwerkabgabe aus den Staats⸗ und Ge—
meindewaldungen an die weinbautreibende Bevöl⸗

lerung der Vorderpfalz betreffend.

München, 20. Dez. Die Abgeordneten⸗
ammer beschäftigte sich in ihrer heutigen Sitzung
zuerst mit dem Gesetzentwurf über die provisorische
Steuererhebung für 1882, bei welcher Gelegenheit
der Abg. Kopp namens der beiden Fraktionen,
der Rechten und der äußersten Rechten, die Er—
klärung abgab, „daß sie diesem Gesetzentwurf zwar
zustimmen, aber damit weder zu dem Ministerium,
noch zu den herrschenden Regierungsgrundsätzen ein
Vertrauen aussprechen (Gelächter links), sondern
anter ausdrücklicher Wahrung ihres oppositionellen
Standpunktes lediglich eine Störung des Staats⸗
Jaushaltes verhüten wollen.“ (Die Conservativen
Euthardt und Genossen) hatten sich dieser Erklärung
nicht angeschlossen.) Der Gesetzentwurf wurde dann
don 144 anwesenden Abgeordneten einstimmig an—
zenommen.

München, 20. Dez. Der König hat dem
preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten,
Staatsminister v. Ma yb ach, das Großkreuz des
Verdienstordens der bayerischen Krone verliehen.

Berlin, 20. Dez. Der Unterstaatssekretär im
Auswärtigen Amt, Busch, welcher sich Ende No⸗
vember mit Urlaub nach Italien begeben hat, wurde
wie die „Post“ erfährt, angewiesen, sich in Rom
aufzuhalten, um die früher von Schlözer geführten
Unterhandlungen mit Jacobini fortzusetzen.
Schlözer werde übrigens schon in einigen Wochen
wieder erwartet.

Berlin, 20. Dez. Der „Reichsanzeiger“
meldet: Der General⸗Vicar Kopp ist durch päpst⸗
liches Breve vom 15. November zum Bischof von
Fulda ernannt, am 12. Dezember von Sr. Maj.
dem König anerkannt worden. Am 18. Dezember
wurde von dem Oberpräsidenten von Hessen⸗-Nassau
dem General⸗Vicar Kopp die Urkunde der Aner—⸗
ennung mitgetheilt.

Berlin, 20. Dez. Zur Unterstützung der von
dem Ringtheaterbrand Betroffenen bewilligte der
daiser Wilhelm 15000 Mark.

Nach der „Frankf. Pr.“ wird dem prenßischen
Landtage eine Vorlage, betreffend die dis kre—
ionären Vollmachten bezüäüglich der Mai—
Gesetze und überhaupt kirchenpolitischen Eventuali⸗
käten gegenüber, zugehen. Alles Weitere hänge von
dem Gang der Verhandlungen mit Rom ab, charak-
terisire sich also als Politik von Fall zu Fall, von
Fonzession gegen Conzession.
Ausland.

Wien, 21. Dez. Das Herrenhaus nahm ohne
Debatte die Vorlage über den Veredelungs—
erkehr mit Deutschland an.

London, 20. Dez. Die englische Regierung
extheilte der vereinigten deutschen Telegraphengesell⸗
chaft die Erlaubniß, behufs Errichtung eines di—
tekten deutsch- amerikanischen Teleagrabhen—

Donnerstag, 22. Dezember 1881.

bhetriebes ein von Emden ausgehendes submarines
Zabel nach Valentia in Irland zu legen und dort
Einrichtungen für eine Verbindung mit dem trans⸗
atlantischen Kabel zu treffen.

Dublin, 20. Dez. Ein Erlaß des Vizekönigs
erklärt die Frauenlandliga für gesetzwidrig
und verfügt die Unterdrückung derselben.

Lokale und vpfälzische Nachrichten.

* St. Ingbert, 22. Dez. Der orkanartige
Sturm, der seit Sonntag über die Erde fegte und
n fast ganz Deutschland Schornsteine, Dächer,
Fensterläden und Bäume derb mitnahm, hat endlich
zusgetobt und heute einem angenehmen milden
Frostwetter Platz gemacht, das Hoffnung auf „grüne“
Weihnachten zuläßt.

x* Von Neuem ist die Weihnachtszeit heran⸗
jenaht unb die Nähe des schönsten Festes der
Thristenheit macht sich nicht nur im Alltagsleben,
ondern auch in der Politik bemerkbar. Denn auch
m politischen Leben treten naturgemäß Momente
»er Ruhe ein, in denen die hochgehenden Wogen
ich glätten und wo auch der Politiker „wieder
Mensch wird' und welche Zeit böte wohl eine ge—
ignetere Gelegenheit zu einer solchen Ruhepause
»ar als das Weihnachtsfest mit seinem Lichter⸗
chimmer, mit seinen Freuden? So sehen wir
ꝛenn überall, wie die Politik feiert, überall haben
ich die Parlamente vertagt und auch der deutsche
steichstag ist in die Ferien gegangen, am vorigen
Sonnabend war er das letzte Mal vor Weihnachten
»ersammelt und wird erst am 9. Januar nächsten
Jahres wieder zusammentreten. Desgleichen hat
ich der Bundesrath vertagt und wird seine Sitz⸗
ingen nach ungefähr zwei Wochen wieder aufnehmen.

— Die diesjährige Generalversammlung der
fälz. Apotheker-Gremiums wird Mittwoch, den 28.
9. M., Vormittags 10 Uhr, in dem Sitzungssaale
der k. Regierung in Speier stattfinden.

— Kaiserslautern, 20. Dez. Die Re—
daktion der „Pfälz. Lehrerzeitung“ wird ficherem
Bernehmen der „Kais. Ztg.“ nach Herr- Lehrer
BRöärkler daäahier übernehmen.
Vermißchtes.
4 Wie der „Reichsanzeiger“ mittheilt, ist die
Frist, welche der pfäl zische Ludwigsbahn—
vesellschaft für die Herstellung der durch lan⸗
desherrliche Urkunde vom 13. März 1874 konzessio-
urten Eisenbahn von Wellesweiler nach
der Grube König durch Allerhöchsten Erlaß vom
2. März 1878 bewilligt worden ist, bis zum 1.
Januar 1887 verlängert worden. Diese Bahn soll
jekanntlich zur Entlastung der Strecke Neunkirchen⸗
Bexbach dienen. Vorläufig scheint die Sache noch
nicht sehr dringend zu sein, bemerkt die S.- u. Bl.⸗
Ztg., der wir diese Notiz entnehmen.

4In Bayern bleibt auch im Jahre 1882 die
Anfnahme von Eleven für den niederen Staats—
orstdienst bis auf Weiteres eingestellt.

Wiäen, 20 Dez. Heute Nachmittag fand in
dem Verzehrungssteueramt auf dem Nordbahnhof
eine Gaserplosion statt. Der Amtsvorsteher wurde
getödtet und drei Personen schwer verletzt. Die
Thüren und Fenster des betreffenden Locals wurden
jerausgenommen und zertrümmert.

London, 20. Dez. Eine Explosion
chlagender Wetter fand in der Kohlengrube Abram

16. Jahrg

J

bei Bolton (Grafschaft Lancaster) statt. Man be
fürchtet, daß 180 Personen getödtet sind. (Späte
ce Berichte melden von 40 Todten.)
fPetersburg, 20. Dez. Der jetzt hier
weilende General⸗-Gouverneur Ost-Sibiriens, Anut—
schin, überbrachte die Nachricht, daß das 1877 ver—
oren gegangene Dampfschiff Jeannette von der
Nordamerikanischen Polar⸗Expedition jetzt aufge—
'unden und der Mannschaft Hilfe geleistet worden sei.
F London, 20 Dezember. Die deutsche Brigg
„Sagitt“ von Hamburg nach Meriko, strandei—
an der Küste von Susser. Kapitän Behrend und
sechs Matrosen ertranken, blos einer wurde gerette!

——
Sterbefälle.

Gestorben: in Grünstadi Frau Jakobin—
Isaak, geb. Strauß, 92 J. a.; in Göcklinger
Joh. Claudius Brauner, Metzger und Wirth.
18 J. a.: in Oberhust adt Frau Maria Ebo
Schmiitt, geb. Heiliger, 76 J. a.; in Kaiser s
hautern Johann Schuhmach er, Schuhmacher
74 J. a.; in Neustadt Emma, 422 J. a., T.
o. Hrch. Cron; in Kirchheimbolandern
ßeorg Christ sen., 73 J. a., in Grünstade
Irl. Lisette Setzer, 42J. a.; in Frankenthal
Salomon Lurch, 70 J. a.; in St. Johann
a. S. Frl. Henriette Riehm, 22 J, a—; ir
deunkirchen Nikolaus, 15 Monate a. S. vor
Nikolaus Kasler; in Dürkheim Goitfrie
Balter, 33 J. a.; in Speyer Heinrich Zechne
18 J. a.; in Zweibrücken Buchhändler Christiar
derbart, 73 J. a.; in Epp stein Frau Mar
zaretha Wolf, geb. Adam, 53 J. a.; in Frie
enheim Christian Queva, 80 J. a.:in Mutter
ta dt Straßenwärter Johannes Boffo, 73 J. a.
in St. Jo hann a. S. Frau Phillivppine Hupper
reb. Schmedt.

Dienstesnachrichten.
Der Lehrer an der conf. gemischten Schule zu Wolffteir
Friedrich Wünst, wurde zum Lehrer an der 2. protefian⸗
Schule zu Robrbach ernannt.
Fur die Redaftion nerα Aä*7Demeß.
Soeben erschien in dem „Volxsblatt-Verlag in Stras;
burg à. E. Dr. Chr. G. Hottinger, Die Weli i
RiIdern“ (Orbis pictus). Mit uber 1800 Abbildunge
und erläuterndem Texte. Gymnasialdirector DPr Uce
vagen in Nürnberg urtheilt über das Went vie folgt

Unter der grossen Anrahl der jahrlich escheinene,
Zücher, wolche der Jugend zur Unterhaltung und Beleh
ung dienen sollen, nimmt der kurclich vo; . 6
Jottinger in Strassburg herauagegebene Orbis pictu
„Die Welt in Bildern“) cine seht benchtenerie vSteü
in. Der Gedanke, auf 160 Seiten (in Quart) eine Reib
ron naheau 1300 Bildern zusammenzustellen, welehe nac
destimmten Kategorien geéeordnet dis wiehtigsten Fe
eheinungen alterer nnd neuerer Zeit aus der Mator u—
lem Menschenleben der Jugènd zur Anschauung bringęe
»der wenigstens eino Hinweisung geben, vien vaher 4
rüber 2u informir en, ist an sich verdieustüch ma zeit
zemãss, gewinnt aber im vorliegenden Paue einen v
10 höheren Werth durch die Söorgfalt und den vVleis
nit welhem die Auswahl und Herstellung der Abb
lungen ausgeführt worden iet. Eltern, welche es vo
ehen, dis Fantasie ihrer Kinder statt mit Faib tur
ind anderen Possen, wie sie häufig der Markt da
»ietet, mit gesunden und nũtezlich anregenden Anscha
ingen zu beschäftigen, darf diege Bilderbuch, das auc
Mädehen unbedenklichin die Hanä gegeben werden kan-
ingelegentlichst ompfohlen werden.

Pas Buch dürfte sien besonders zu Weihnaehte
eSschenmlen eignen. Der Preix des Bche

Verhaltniss zu dem, was es bietet, ein sehr müssig
u nennen. Durch alle Bnehhandlungen, sowie adc
lirect vom , Volxsblatt-Verlag in Strassburg i. E, i
s gegen Einsendung von4 Mas30 pf 2z u beziehen (dur-
etatere der drängenden Zeit wegen wohl am raschesten
din Exemplarkann in der Exp. à. Bh eingesehen werd⸗
        <pb n="834" />
        Versteigerungs.
Bekanntmachung.
Ausgzug.

Donnerstag, den 9. Februar
1882, des Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirthschaft
der Wittwe Poller,

wird durch den kgl. Notar Franz
Sauer in St. Ingbert, beziehungs⸗
weise dessen Amtsverweser, als Ver⸗
steigerungsbeamten,

gegen

. Peter Ripplinger, Schuh⸗
nacher, früher in St. Ingbert wohn⸗
Jaft, jetzt ohne bekannten Wohn⸗- und
lufenihaltsort in Amerika abwesend
herireten durch Peter Nickes, Schmelz⸗
arbeiter in St. Ingbert wohnhaft,
als Generalbevollmächtigten.

II. Die minderjährigen Kinder des
zJenannten Peter Ripplinger, er⸗
zeugt mit seiner verlebten Ehefrau
Flisabetha Nickes, als: a. Ka⸗
tharina, b. Peter, c. Johanna
und d. Heinrich Ripplinger,
welche den Philipp Ripplinger,
Bergmann, zu St. Ingbert als Vor—
mund und den obgenannten Peter
Nickes zum Nebenvormund haben,
diese Kinder als Erben ihrer genannt
derlebten Mutter. Schuldner,

die nachbeschriebene Liegenschaft öf⸗
fentlich im Zwangswege zu eigen ver⸗
tteigert, nämlich:

Steuergemeinde und Amtsgerichts,
A Blieskastel:

plan⸗dir. 698, 2 a 20 qm Fläche
nit Wohnhaus, mit Hofraum und
Harten, gelegen zu St. Ingbert in
der Schaafgasse neben Johann Busch
Wittwe und Nikolaus Leonhard.
Die Liegenschaft wird als ein
zanzes versteigert und können die
zähere Beschreibung des Versteigerungs—
gegenstandes sowie die Versteigerungs⸗
»edingungen bei dem Verst eigerungs⸗
eamten eingesehen werden.
St. Ingbert, 14. Dez. 1881.
Der Versteige rungsbeamte
A. Wiest.

—ILLL
mpfiehlt der Unterzeichnete sein reich⸗
jaltiges Lager in Taschen⸗ und
Federmesser, Scheeren, Tafel⸗
Zranchier⸗, Dessertmesser und
Babelu, Britania⸗Löffel ꝛc. ꝛtc.
zu herabgesetzten, billigen Preisen.
Jat. Zeitlinger, Messerschmied.
zu Weihnachtsgeschenken
mofiehlt selbstgefertigte
Schulranzen
m Preise von Mk. 1,80 bis Mk. 3,80
Gul eingerichtete Zimmer zum
Logiren empfiehlt
Friedr. Jos. Koch.
Verein.
Am zweiten Weihnachtstage Abends 8 Uhr findet in Ober—
hauser's Saal
theatralische Abendunterhaltung
statt, wozu die Mitalieder hiermit eingeladen werden. ur Aufführung kommt
Nur musikalisch.
Komische Operette in 2 Abtheilungen von K. Xun tze.
Textbücher à 15 — sind am Eingange des Saales zu haben.
Der Auss chuss.

Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle
—Goldwaaren,—
als Ketten, Ohrringe, Brochen, Ringe, Hemdknöpfen, Haarketten⸗
beschläg ꝛc.
—* Silberwaaren, Alfenid, Britania
n schöner Auswahl.
2— Christoffel-Bestecke ——
zu Fabrikpreisen.
unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung zeichnet
Adolf Mettz, Goldarbeiter.

Schönstes
— Weißhnachts-Geschenꝛ. —
Was könnte ich Besseres mir oder Anderen zum Christgeschen
geben, als ein Loos zu Gunsten der durch Brand so schrecklich
heimgesuchten armen Stadt Brückenau!
Ich spende dadurch nicht allein ein Almosen, sondern habe zu
gleicher Zeit Aussicht auf einen Gewinn von
baar 30,000 Mark,
15,000 Mk., 6000 Mtk., 40009 Mtk., 2000 Mk. r2e.
zum glücklichen Beschluß des alten Jahres!
zum fröhlichen Antritt des neuen Jahres!
dewinn-Ziehung
E am 28., 29. und 30. Dezem ber nächsthin. S
aobie zu 2Mark bei: Joh. Weirich Frauz Woll
Ind Joh. Friedrich.

rud und Vertag von

710

Bor· Anzeige.

Den geehrten Bewohnern von St. Ingber—
und Umgebung die ergebene Mittheilung, dat
ich mit meiner

grossen Menagerieè
gier eingetroffen bin und dieselbe zur geneigten
Ansicht aufstellen werde. Da die Menagerie außer
Flephanten, 4 großen Löwen, Konigstiger, Leoparden, Grisli⸗, Lippen⸗
Basch⸗Eis⸗ und Rüsselbären, geflectten und gestreiften Hyänen, sibirischen und
inderen Wolfen, Pelicanen, Riesen⸗ und Abgottschlangen, Krokodilen und Ali-
jatoren, 30 Arten von Affen und Papageien, auch einen bis jetzt noch in
e iner Menagerie gezeigten
Ausgewachsenen Hamadryas
oder Nubischen Waldmenschen enthält, so glaube ich allen Anforderungen zu
ntsprechen, welche an eine belehrende Ausstellung von Thieren fremder Welt—
heile gestellt werden kann.

VDie Productionen mit den Raubthieren werden von der Thierbändigerin
zrl. Böhme ausgeführt und finden täglich Nachmittagss um 4 Uhr und
Abends um 8 Uhr statt.

Eintrittspreis: J. Rang 1Mk., II. Rang 60 Pfg. Gallerie 30 Pfg
dinder unter 12 Jahren die Hälfte. Persönliche Abonnements, gültig für der
. Rang auf die Dauer des Aufenthalts: Erwachsene 8 Mk., Kinder 2 Mk.
XB. Die Eröffnung der Menagerie SB odhachtungsvoll
indet morgen, Freitag, 23. ds.

Muͤtdgs um 4 Uhr' siati. W. Böhme, Menageriebesitzer.

Von W. Blaac.
Einer der packendsten und gehaltvollsten socialen Romane der neueren
Literatur beginnt mit Neujahr im
Illustrirte Wochenschrift ersten Ranges.
In 2 Jahren über 50,000 Abonnenten erreicht.
Ferner von Wilhelm Jensen:
Ein Traum
Illustrirt von Woldemar Friedrich.
Prämie für 13823
Bildermappen des Deutschen Samilienblatts.
Preis vierteljährlich nur Mk. 1,60 oder in jährlich 14 Heften zu
15 Pf.
Probe⸗Rummern sind durch alle eadhengen sowie auch direkt von der
Berlagshandlung J. H. F h orer Berlin, W. Lützowstraße 6, gratis
AWan abonnirt in allen eeen und Postämtern. AR

J—
—3

Mittwoch nach Weihnachten
Brũückenauer Ziehung
definitiv unwiderruflichh —
Diie Stadtverwaltung: Metz, Bürgermeister
—(P(—(οα.
Die
Bayerische Landeszeitung
und
Münchener ßörsenhalle mit Verlocsungsblatt
erscheint sebeninal wöchentlich, auch an Sonntagen, und bringt
jeden Samstag eine finanzielle Ertrabeilage: „Der Kapitalist“,
worin das Rath und Auskunft suchende Publikum über alle Vorgänge
auf dem Geldmarkt in unpartheiischer Weise informirt wird.

Am 1. Januar 1888 beginnt im Feuilleton der Abdruck der

„Residenzgeschichten“,
eines Münchener Originalromans, in welchem der Verfasser, einer
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kann für Lieferung sämmtlicher Nummern garantirt werden. Dg

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Jagd- Einladungskarten
nn Jagd⸗Zeichnungen
curetz in St. Jugoert.
        <pb n="835" />
        7

4

8
—

— * — — * »2⸗ * —— — * 232 — 22
83555555S3585 —»538585 73355 388758 —
s3353553553533 775 8 854 338355387
3 3 86 0 3 3 23388
— — 5 2 22 53 3355335 25 *3 —
S —8 533258 2— — 5 2 — — 2 * ——
3s52328353338 —535 5528 33583837 — —3333 —58 3833
5* 2 — — 2 8 — 2*
—583 —6 3355853 s23 55
2 *235 — S5 — 2 — —— * 3355* 2 53
—2 — 2 — — * 8
4z—35 33 5 2 337 328 — —25 3533568S33
2 532 2 22 5S*08 * —A — 7 22 5. 55 32 * 58
3335 *32838 —5.52 288 333 5 3353 ——— —2526—25238
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2 2355 2 2 282 —* 2 — —— 2 *28 — 2* — —
533 —A 33 223 *53 832 *5 6 54 — *7S533
57— — 2 2 2 — 2 2. 6 - —
F —— 22 7 23 237 *5* — 5305 6
* * ** 323 25 —A— —— 2 ** 3 G 23259 52206
7 52326 * 52323 2*— — 22 2 233 5*
533 285328 *28*
22 525 23252 * .2 — . —A————
1335 7535 — 3
22 —83 A 3 —7* —8 * 22383 — * —
255 27 2* 233 353 2 7 23 835
—— 2 * — 22 2 8.2 —— — * *872
233833 2335832 5
285558 53 255 5335 —8 J
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* 2 552685 22 222 4 ——
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2 3 2332838 5 — 535333 255 58*22
22233 —32 27 — 33553 228235*3 —— —5525
2 2553325838333 —23 * 2E. 23 z208 82. —3225
2* — 3 52 — 5 Z æ82 3. 2 522 82 —
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A—— ——355 22 * —
23 553552353355* 25*
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— — 58 53 0386. 23 738c523
2223 575 55773 5 2*2 8* 2. 82* 3*52 57533
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32223 3 5* 2. *—
— 3 2252 2 2 *222
— —2 7* 22225—
5552 53 8*85 —5
2535 32260 25585
22 2.* —12 2 2—
— —3 — —3 2532
— 2332 — —— * —— ——
— — —8 2 2 — —
5 3— —38535
22*—3360 5 5 —3535 222
5325 25 552755 —
—3*33355—235355 38385
* 25 52 52. 38 223253. 23
333 25 —3——
—— ——— —— XS. *52
8— 52 32* —
33 3335
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        „l. Justhertet Anzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
e — — — —— ——— — — — — ASSS—S —— — — —,— — — — — —— —

der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal woöchentlich mit Unterhaltun g8

latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A 40 — einjchließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 H, einschließlich

O ⸗Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraien aus der Pfalz 10 —., bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 10 B, bei Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
M 216.
Einladung zum Abonnement.“
Mit dem 1J. Januar nächsthin beginnt ein neues
Abonnement auf den wöchentlich 5 mal, Sonntags
nit Sseitigem illustrirtem Sonntags-
latt erscheinenden

„St. Ingberter Anzeiger“
amtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert)
u dem wir höflichst einladen.

Uber Politissches wird der „Anzeiger“ möglichst
asch und immer objektiv berichten. Besondere
Aufmerksamkeit wird lokalen Angelegenheiten und
Vorgängen in der Umgegend zugewandt bleiben.
zn der Rubrik „Vermischtes“, sowie in dem illu—
frirten Sonntagsblatt und in dem, dem Hauptblatte
weimal wöchentlich beigegebenen Unterhaltungs⸗
latte findet der Leser eine Fülle von Stoff zur
Anterhaltung und Belehrung.

Im Erscheinen und Preis des Blattes
ritt keine Veränderung ein. Es kostet also
»er „Anzeiger“ auch ferner, durch die Post be—
ogen, vierteljährlich 14 20 8, wozu noch
10 H Bestellgebühr kommen, durch unsere Träger
ezogen, IM. 40 8.

Inserate finden im „Anzeiger“, der in Stadt
uid Kanton Si. Ingbert das gelesenste Blatt ist,
rfolgreiche Verbreitung. Hinsichtlich deren Berech—
tung verweisen wir auf das am Kopf des Blattes
Sesagte. Bei öfterer Wiederholung tritt immer
ntsprechender Rabatt ein.

Mit der Samstags- resp. Sonntagsnummer er-
jalten die Abonnenten als Gratisbeilage das

—— Sonntagsblatt“,
as sich durch seinen reichen Inhalt großer Beliebt⸗
eit erfreut. In der ersten Nummer des neuen
Quartals wird dasselbe wieder ein Preis-Räthsel
ringen. —

Reubestellungen auf den „St. Ingberter
unzeiger“ bitten wir gefälligst bald zu machen,
ner auf der unterzeichneten Expedition oder bei den
crägern, auswärts bei den Königl. Postanstalten
md Postboten. Unseren bisherigen hiesigen Abon⸗
enten, die das Blatt durch die Träger zugestellt
ekommen wird dasselbe auch im neuen Quartal
ortgeliefert werden, wenn vor Ablauf des Monats
Ddezember nicht ausdrücklich abbestellt wird.

Ergebenst
Redaktion und Expedition des
St. Inglerter Anzeiger.
Politische Uebersicht.
SDeutßsches Reich.
München, 21. Dez. (GGeeresergänzungs—
nannschaften.) Die in den letzten Tagen
iuch in die Presse gegangene Mittheilung über die
u Tage getretene allgemeine Besserung der
eeresergänzungsmannschaften (Rekruten) in sitt⸗
icher, geistiger und körperlicher Beziehung wird uns
von mehreren Seiten, auch aus ärztlichen Kreisen,
estätigt und glaubt man zu der Annahme berech—
igt zu sein, daß das von der rechten Kammer—⸗
Zeite so arg bekaäͤmpfte siebente Schuljahr und der
nelerorts eingeführte obligatorische Turnunterricht
u diesen erfreulichen Erfahrungen den Haupttheil
eigetragen haben. Wir sehen hier also einen
raktischen Erfolg, der mehr wiegen dürfte als alle
heoretischen und akademischen Deduktionen. Die
nungen Burschen kommen geistig regsamer und auf⸗
geweckter, körberlich mehr entwickelt aus der Schule

Samsatg, 24. Dezember 1881.

16. Jahrg.

ind werden dann weniger durch die allzufrühen
ind allzuschweren Anstrengungen verkrüppelt. Die
Inerkennung und Belohnung, wir möchten sagen,
er Zins fuͤr den Aufwand eines weiteren — des
jebenten — Schuljahres zeigt sich auch empfindlich
urch die öftere kürzere Beurlaubung an Feiertagen
ind zur Erntezeit, hauptsächlich aber in dem Ge—
uusse eines halbjährigen und noch längeren Dispofi—
ionsurlaubes nach dem zweiten Dienstjahre. Auch
ie militärgerichtlichen Verhandlungen zeugen durch
hren numerischen Rückgang, sowie durch die leich—
ere Klassifikation der Reate für obige Anschauungen;
zaß einige liederliche grundverdorbene Subjekte ihren
gorgesetziten viel zu schaffen machen, ändert im All⸗
emeinen an der Sache nichts. (S. Pr.)

Muünchen, 21. Dez. Vom Kriegsministerium
ourde bestimmt, daß einer größeren Anzahl von
Nannschaften über die kommenden Feiertage (Weih—
iachten und Neujahr), je nach den dienstlichen
Lerhaälinifsen 10 40 Mann per Kompagnie, Es⸗
adron und Batterie, ein zehntägiger Urlaub ge—
bährt werden soll. Dieser hat mit 24. Dez. zu
eginnen und dauert bis 2. Januar nächsten
Jahres.

Mürnchen, 22. Dez. Der Antrag Mayer,
Aufhebung der Civile he betreffend, ist von der
dammer der Reichstäthe heute mit 31 gegen 17
Ztimmen abgelehnt worden.

Fur die bayer. Reichsrathskammer war
iuf gestern (Donnerstag) eine Sitzung anberaumt.
luf der Tagesordnung derselben standen u. A.:
zchlußberathung über den Entwurf eines Gesetzes,
ie provisorische Steuererhebung für das Jahr 1882
etreffend. Mündlicher Vortrag des III. Aus-
chusses über den Beschluß der Kammer der Abge⸗
xdneten vom 15. November 1881 zu dem Antrag
»es Abgeordneten Dr. Max Theodor Mayer und
henossen, betreffend das Reitgsgesetz vom 6. Febr.
1875 über die Beurkundung des Personenstandes
ind die Eheschließung. Berathung und Beschluß⸗
assung. Vortrag des U. Ausschusses über das
zudgei der XVI. Finanzperiode, 1882 und 1888
ind zwar über die in der Abgeordnetenkammer
urchberathenen Einnahmeetats und über den Aus—
jabeetat des Finanzministeriums.

Berlin, 21. Dez. Bezüglich des Gesetzentwurfs
vegen Abänderung der Reichsverfas—
umn g, d. h. Einführung zweijähriger Etatsperioden,
erlautet jetzt nach der „Weser⸗Ztg.“ mit Bestimmt⸗
jeit, daß der Bundesrath schon vor einiger Zeit
eine Zustimmung zu der Wiedervotlegung desselben
in den Reichstag ertheilt habe, mit der Modifika⸗
ion, daß die Bestimmang der Verfassung, betreffend
ie jährliche Berufung auch des Reichstages, auf⸗
echt erhalten bleibe. Weshalb der Gesetzentwurf
nioch nicht jan den Reichstag gelangt ist, ist das
hyeheimniß des Reichskanzlers.

Berlin, 21. Dez. Die „K. Z.“ hört mit Be—
immtheit, daß aus den Aeußerungen des Staats⸗
kretärs des Schatzamtes in den letzten Sitzungen
es Reichstages nicht zu folgern ist, es werde dem—
rächst zu einer Wiedervorlegung des Brausteuer—
sesetzes kommen; alle Steuerprojekte seien für
iese Session des Reichstages zurückgestellt und es
heine, daß der Reichskanzler an diese Frage nicht
her herantreten möchte, als bis er gleichzeitig einer—
its das Tabaksmonopol, andererseits die Steuer—
eformen für Preußen auf die Tagesordnung zu
tellen vermag.

Ueber die Unterredungen, welche in den letzten
Tagen zwischen dem Kaiser und dem Kron—
»rinzen einerseitsz und dem Fürsten Bismarck

indererseits gepflogen worden sind, hört man von
zeachtenswerther Seite die Vermuthung aussprechen,
daß es sich um die Wiederbesetzung des Bres⸗
lauer Bischofsstuhles gehandelt habe.

Ueber den letzten parlamentarischen
Abend beim Fuͤrsten Bismarck ist auch im
Sächsischen Volksfreund' ein Bericht eines Augen⸗
eugen erschienen, der zum ersten Mal in seinem
deben mit dem Kanzler in Berührung und Ge—
präch gekommen ist und seinen Bericht schließt:
Dieser Tag soll und wird für mich unvergeßlich
ein.“ Man erfährt daraus, daß der Kanzler den
zrößeren Theil des Abends an einem von Conser⸗
zativen beider Fraktionen besetzten Tische und zwar
wischen dem sächsischen Abgeordneten Hart mann
— jedenfalls Verfasser des Berichtes — und dem
Freiherrn v. O w sitzend, verbracht hat. In dem
zericht heißt es nun: „Nicht ohne Bitterkeit kon⸗
tatirte der Reichskanzler, wie wenig Entgegen⸗
ommen bezüglich seiner Reformpläne auf sozialem
Zebiete er im eigenen Vaterlande gefunden habe
ind wie das Ausland darin doch anders denke,
nsofern beispielsweise Gambetta sich bereits die be⸗
üglichen Entwürfe zur Einsicht erbeten habe! „So
ommt uns moͤglicherweise Gambetta vor und es
zestätigt sich von Neuem, daß der Deutsche das
kinheimische nicht achtet. Das ist unser alter Fehler,
)er sich schon in der volksthümlichen Redensart
ffenbart: Das ist nicht weit her.“ — Die Aeußer⸗
ingen des Kanzlers über das Tabaksmonopel giebt
»er sächsische Abgeordnete in folgender Form:
Weiter kam der Reichskanzler auf das Tabaks⸗
Nonopol zu sprechen. Er weiß wohl, wie heftig
ind allgemein das Widerstreben gegen das Monopol
st. Andererseits hält er die Einführung desselben
ür nothwendig und für eine bloße Frage der Zeit.
er meinte: „Möglich, daß eine konservative Regierung
arüber zu Falle kommt, ihre fortschrittliche Nach—
olgerin aber wird es einführen und staunen über die
durzsichtigkeit ihrer Vorgängerin, welche sich diese
jerrliche Einnahmequelle entgehen ließ.“ Einer seiner
sachbarn warf ein Wort von der Schwierigkeit des
leberganges ein. Er erwiderte darauf, zur Einführ⸗
ing koͤnne man nach und nach vorschreiten, während
eines Zeitraums von vielleicht zwanzig Jahren;
erst nehme das Reich nur den Rohtabak in Mono—
yol und lasse die Fabrikation frei. Dann würden
zie Fabriken allmälig vom Reich angekauft, noch
esser von ben Einzelstaaten; „so haben sie alle
eide etwas“ (nämlich das Reich einerseits und die
finzelstaaten andererseits). so würde man nach und
rach zum Ziel gelangen, ohne Verletzung der
Interessenten und ohne Schadenersatz; übrigens
verde die Abneigung gegen das Tabaksmonopol
ich bald legen und von den betheiligten Kreisen
»as Verlangen nach Einführung desselben ausge—
prochen werden. Diesen Erfolg werde das Tabaks⸗
leuergesetz von 1879 herbeiführen, dasselbe sei
arauf zugeschnitten, allerdings nicht auf seine Ver—
mlassung; das Gesetz so zu machen, sei eine ge—
eimräthliche Idee gewesen, er selbst sei seiner
anzen Natur nach mehr für den Angriff in der
Front, allerdings dauere es zuweilen damit länger.
he er sein Ziel erreiche.“

Berlin, 21. Dez. Nachdem der franzoöͤsische
Botschafter St. Vallier im vorigen Jahre den
öchsten preußischen Orden, den schwarzen Adler,
om Kaiser erhalten hat, hat der Kaiser heute seine
MNarmorbüste dem Botschafter in wiederholter An—
rkennung seiner Verdienste mit einem schmeichel⸗
jaften Schreiben durch den Staatssekretär Hatzfeld
berreichen lassen
        <pb n="838" />
        Wie es heißt. würde das einzig praktische Re—
sultat der gegenwärtig hier in Berlin weilenden
türlischen Spezial-Mission in der Aquisi—
ition einiger neuer deutscher Beamten be⸗
tehen, welche in den türkischen Staats-
dienst treten werden.

Fulda, 22. Dez. Empfang und Consecration
des neuen Bischofs, Generalvicars Dr. Georg
Kopp, findet hier am Dienstag, den 27. Dezember
statt. Es sind außer. anderen hohen Personlich⸗
keiten und Würdenträger bereits 5 oder 6 Bischöfe
angemeldet, welche den Feierlichkeiten beiwohnen
werden. Gestern Abend begann man bei dem ab⸗
scheulichsten Wetter mit der Dekoration der Straßen
durch Guirlanden und Einrammen vonTannen
und Fichtenbäumen; es hat den Anschein, als follte
in dekorativer Beziehung möglichst Großartiges ge⸗
leistet werden, denn Jedermann, selbst die Nicht⸗
katholicken, betheiligen sich am Fest.
Ausland.

Newyork, 20. Dez. (Waffen für Ir⸗
üand.) Einer aus Boston hier eingegangenen
Depesche zufolge ist die Aufmerksamkeit der dortigen
Zollbehörde auf die Thatsache gelenkt worden, daß
am 15. 1771 Kisten mit Gewehren an Bord des
Dampfers „Jowa“ nach Liverpool verschifft wurden.
Der Inhalt der Kisten war als Eisenwaaren
deklarirt.

Lokale und pfälzißsche Nachrichten.
*æ St. Ingbert, 23. Dez. Heute begannen
in der kgl. Lateinschule die Weihnachtsferien. Die—
selben dauern bis 2. Januar nächsthin, an welchem
Tage der Unterricht wieder beginnt.

* St. In gbert, 23. Dez. Wie in den Vor—⸗
jahren, so wurden auch heuer zu Weihnachten durch
den Wohlthätigkeitssinn der Frau Heinrich
——
zrößere Anzahl hiesiger bedürftiger Armen, Er—⸗
wachsene und Kinder, neu eingekleidet.

* St. Ingbert, 23. Dez. Wie uns mitge⸗
theilt wird, wurde gestern der Uhrmacher Louis
harth, früher hier und in letzter Zeit in Glan⸗
Münchweiler wohnhaft, wegen falschen Bankerotts
verhaftei.

* St. Ingbert, 23. Dez. Um der in Folge
des neuen Gewerbesteuergesetzes drohenden
Besteuerung auszuweichen, haben die Volksbank
Bergzabern und der Vorschußverein
Zweibrücken eine Aenderung ihrer Statuten
borgenommen und sich in denselben als Kreditge—
nossenschaften bezeichnet, die ihre Thätigkeit nur
auf den Kreis ihrer Mitglieder ausdehnen, also ei⸗
nem Nichtmitgliede keinen Kredit gewähren und
auch die Erzielung eines gewerblichen Gewinnes
nicht anstreben. Welche Stellung der hiesige
Vorschußverein zu dieser Frage einnehmen
wird, darüber hat sich derselbe bis jetzt noch nicht
schlüssig gemacht.

*(Für die Postboten.) Zur Weihnachts⸗
seit, in der man ehrlich und mit Mühe geleistete
Dienste so gerne belohnt und zu der sich Alles
rüstet, Gaben zu spenden und solche zu empfangen,
erscheint es uns als eine einfache Pflicht, die
Postboten der Aufmerksamkeit des Publikums zu

empfehlen. Vergeßt also dieselben nicht!

— Aus dem Bliesgau, 21, Dez. wird der
„Zw. Z.“ geschrieben: Die Auswanderung dauert
hier ununterbrochen fort. So ist gestern wieder
in Ommersheim eine Familie von fünf Köpfen,
und vor 14 Tagen sind zwei junge Leute von da
nach Amerika abgereist. Bis nächstes Frühiahr
wollen noch viele auswandern.

— B. Ommersheim, 22. Dez. Gestern
stürzte sich hier ein Irrsinniger aus dem 2ten Stock⸗
werke auf die Straße, so daß derselbe noch am
Abend, wahrscheinlich in Folge innerer Verletzungen,
starb. Derselbe sollte vor einigen Tagen in die
Anstalt Klingenmünster aufgenommen werden, wurde
aber zurückgewiesen, weil die Aufnahme von der
kgl. Regierung noch nicht bestätigt war.

— Homburg, 20. Dez. Am vergangenen
Freitag sollte in Erbach der Ackerer D. infolge
vorhergegangener Zwangsversteigerung aus seiner
Wohnung ausgewiesen werden. Während der Ge—
richtsvollzieher die gesetzlichen protokollarischen For⸗
neln niederschrieb, rieth D. seiner Frau, sich doch

in's Bett zu legen, wenn es ihr nicht gut wäre,
sie kräckse schon den ganzen Tag herum“. Dieser
Rath. welcher von der Ehehälfte ve rstanden wurde

am auch sogleich zur Ausführung, und es mußte

n der That der Gerichtsvollzieher seine Voll—
treckungshandlung so lange einstellen, bis der her⸗
heigerufene Arzt constatirte, daß die Frau gar nicht
rank sei, und sie hierauf aus dem Bette gebrach!
vurde. (Pf. V.)

— Vollmersweiler, 21. Dez. Beim
Aufziehen der neuen Glocke auf den hiesigen Kirch—
hum ereignete sich heute der Unglücksfall, daß
»inem der Arbeiter ein Hebel entfiel und ein unten
tehendes Kind dermaßen auf den Kopf traf, daß
dasselbe sofort besinnungslos zu Boden stürzte.
Die Verletzungen sind so schwere, daß man an
dem Aufkommen des Kindes zweifelt.

— Annweiler. Dem Handelsmann Lud⸗
vig waren 122-M. abhanden-gekommen, davon
100 M. in einer Banknote. Letztere fand er dieser

Tage in seinem Hühnerstall.

— Auch in Kirchheimbolanden hat 'ssich
in Verein gebildet zur Unterstützung bedürftiger
vürdiger Handwerksburschen und zur Abweisung
irbeitsscheuer Vaganten.

— Aus Grünstadt schreibl man dem „F.
T.“: Man wird sich wohl des unglücklichen Vor⸗
alles erinnern, der sich vor kürzerer Zeit auf der
zagd bei Monsheim abspielte und wobei dem Hrn.
Abernauer von Kriegsheim, der in demselben Mo—
nente, als Hr. Weber von Monsheim einen Hasen
rlegte seinen Standtpunkt hinter einem Baum ver⸗
assen h ben soll, ein Schrot ins Auge fuhr, in
Folge dessen dasselbe zu Verlust ging. Zwischen
Irn. Obernauer und Hrn. Weber kam nun ein
vergleich in der Weise zu Stande, daß letzterer
em ersteren für das verlorene Auge eine Entschä⸗
digung von 4000 M. und außerdem die nicht un—
zeträchtlichen, bisher erlaufenen Curkosten bezahlt.
FEin theures Jagdvergnügen.

— Otterberg, 19 Dez. Heute feierten hier
m engeren Familienkreise der frühere Bürgermeister
ind jetzige Privatier Hr. Jakab Glück und dessen
gattin Magdalena, geb. Glück, das Fest ihrer gol⸗
jenen Hochzeit. Die Jubilare erfreuen sich der
zesten Gesundheit; der Jubilar zählt 84, die Ju⸗
ilarin 73 Jahre. Glück auf! (Kais. Zig.)

— Speier, 19. Dez. In der heutigen General⸗
ersammlung des Retschervereins wurde der Rechen⸗
chaftsbericht für 1880 vorgelegt. Die Einnahmen
etrugen 34989 M. 3 Pf. und das Gesammt⸗
ermögen des Vereins- 221607 M. 96 Pf.
roͤßere Gaben wurden dem Vereine von Herrn
dilgard in New-York, sowie von der Familie
VBolff in Kirchheim und Landau zugewendet.

— Frankenthal, 22, Dez. Von der Hef⸗
igkeit des gestrigen orkanartigen Sturmes in hiesiger
ßegend legt der Vorfall Zeugniß ab, daß auf der
Wormser Straße in der Nähe der Ziegelhütte die
Thaise eines Arztes sammt Pferd von dem Winde
ergriffen, umgeworfen und mehrmals überschlagen
in eine ausgegrabene Lehmgrube geschleudert worden
—
ind der Kutscher, noch das Pferd eine Verletzung
rlitten haben. (Frankenth. Tagebl.)
Vermischtes. J J
F Das bahyerische Finanzministerinm macht die
Besitzer ausländischer Werthpapiere darauf aufmerk—
am, daß die Frist, innerhalb welcher diese Werth⸗
apiere zu einem ermäßigten Satze (von 50 Pf.
ür Aktien, 10 Pf. für Obligaͤtionen ohne Rücksicht
iuf den Nennwerth) abgestempelt werden, am 59.
dezember J. Irs. zu Ende geht. Nach diesem
Tage unterliegen auch die ausländischen Werthpa—
iere, welche nicht schon vorher abgestempelt wurden,
—A——
»Ppro Mille und für Obligationen 2 pro Mille
eträgt es ist also beispielsweise zu entrichten: für
ine österr. Eisenbahnaktie zu 2000 M. bis zum
9. Dzbr. Ufd. Irs. nur 30 Pf., nach diesem Tage
10 M; für eine österr. Staatsobligation zu 2000
M. bis zu dem genannten Tage 10 Pf., nach dem⸗
elben 4 M. Wer sich daher vor Schaden wahren
vill, der möge die obige Frist nicht unbenutzt vo⸗
rübergehen lassen.

FMannheim, 20. Dez. Auf der hiesigen
Post sind jetzt auch zur Bewältigung des riesigen
Weihnachtsverkehrs aushilfsweise Soldaten beschäftigt.

„Woher kommt der Geldmangel?“ fragt ein
dorrespondent vom Lande die „Mainzer Zeilung.“
„Ich weiß nicht, ob es in der Stadt auch so geht,
bei uns auf dem Lande ist die allgemeine Kloge

aͤber schlecht eingehende Gelder. Ter Kaufmann

chickt seinen Lehrling hinaus mit Rechnungen ve

z⸗ bis 600 Mk.; am Abend kommt dieser hei—

mit 50 Mk. Der Handwerker stellt seinen Kunde

stota zu: man nimmt sie ruhig in Empfang, madq—
iber keine Miene zu zahlen, findet es unartig, wen
der Schmied, der Wagner, der doch selbst zahle—
muß, auf sein Geld drängt. So geht es der

Doktor und Apotheker und fast jedem. Und do

jaben wir keine schlechte Ernte gehabt, doch

für Obst Geld gelöst worden, für Wein recht vie

die Früchte haben keinen niedrigen Preis, an G

egenheit zum Verkaufen fehlts auch nicht. Um

doch diese Klage; woher kommt das ?“

F Neustadt a. d. Donau. Ein eigenthüm
liches Malheur passirte vor einigen Tagen einer
Bauer, der sich mit einer ansehnlichen Getreidefu
nach der hiesigen Schranne begeben hatte. Bei
Verkauf seines Getreides erhielt er auch eine
dundertmarkschein. Er hatte nun während de
Tages zu tief ins Glas geschaut. Bei der Hein
ahrt bekam er Appetit. Er erinnerte sich in d
Früh Käse gekauft zu haben, den er zu sich in
Tasche steckte. Derselbe war bald verzehrt.
Hause angekommen, fand er den Hundertmarksche
nicht mehr vor. Der Sachverhalt wurde ihm bal
klar. Er hatte Käs und Note in eine Tasche g
teckt und auf dem Heimwege beide verspeist. M
dem Ausruf: „Drum war der Käs so mentis
zach“ soll er ganz nüchtern und ihm bald ziemli
schlecht geworden sein. Ein Berichterstatter de
„Ing. Ztg.“, welcher wir diese Notiz entnehmen
zehauptet, dieselbe sei Wahrheit, nicht Dichtung.

F Die deulsche Auswandererziffer für das Jak

882 wird voraussichtlich hinter derjenigen des jet
zu Ende gehenden Jahres nicht zurütkstehen, obwol
man sich der Hoffnung hingegeben hatte, daß na
den drei Jahren gesteigerter Auswanderung nu
ein Rückschlag eintreten würde. Auf Grund vor
iegender Mittheilungen über abgeschlossene Aus
wanderungs Contracte hat der „Norddeutsche Lloyd
in Bremen sich veranlaßt gesehen, schon jetzt bi
kannt zu geben, daß vom 1. Märzek. J. an wöch
entlich drei Passagierdampfer nach New-York exp
dirt werden sollen — Sonntag, Mittwoch un
Freitag — während im Jahr 1881 nur zwei un
m Jahr 1880 nur ein Dampfer von dort an
ibging. Von Hamburg wird die in diesem Jahr
xrobeweise eingeführte neue Morris'sche Linie eben
'alls ihre Fahrten fortsetzen und die Bolten'sch
dinie läßt mindestens zwei Dampfer in der Woch
aufen. Wie die „Tribüne“ hört, hat das Aus
vanderungsfieber jetzt auch die besser situirten bä
rlichen Besitzer der Mark Brandenburg ergriffen
In der Neumark rüsten sich zahlreiche Bauernft
milien, die Heimath zu verlassen. Demgegenüb—
muß darauf hingewiesen werden, daß schon ir
letzten Sommer von gut unterrichteten amerikanische
und deutsch⸗amerikanischen Zeitungen warnend de
rauf hingewiesen wurde, der amerikanische Arbeit⸗
markt sei überfüllt und Beschäftigung nur schwe
zu finden. Ein Mahnwort zur Vorsicht für d
welche in eine ungewisse Zukunft, ohne Anhalt⸗
punkt, hineingehen wollen, dürfte gerade jetzt or
Platze sein.

f Die Theater in Wien sind dermalen schlech
besucht, natürlich — Publicus fürchtet für sei
kostbares Leben und meidet darum die Theate!
Das Theaterlaufen mag für Leute, die viel Gel
und den ganzen Tag nichts zu thun haben, ei
„Bedürfniß“ sein, wer aber den ganzen Tag a
hbeiten muß, für den ist das Theater kein Bedür'
niß. Da nun die Wiener Theaterdirectoren
täglich nur noch eine Einnahme von 150 bis 80
L., dabei unsinnig hohe Gagen an singende, pien
ende, springende und agirende Theater-Fräulein un
Männlein zu zahlen haben, so haben ihrer etlich
efchlossen, von Regierung und Magistrat entwedt
ine Staats⸗ oder eine Stadt-Subvention „auf d
Dauer einiger Monate“ zu verlangen! — Die R
zierung, die von diesem so überaus bescheidene
Wunsche der Wiener Theaterdirektoren noch keir
denntniß hatte, hat ihrerseits angeordnet, daß ei
paar Theater, die 2800 und 1000 Personen fasse
önnen, künftig nur noch 1270 und 600 Persone
iinlassen dürfen. „Die Directoren sind dadur
nahezu ruinirt,“ jammert die Presse. Als ob de
VBolk nur für gewinnsüchtige Theaterdirektoren d
wäre! Ein gutes werden solche Maßregeln und d
Enthaltsamkeit des Publicums jedenfalls haben
daß die unverschämt hohen Gagen in Wien, d
aft einen Ministergehalt um das Zwei⸗ und Dre
cache übertreffen, niedriger und den Leistungen ar
gemessener werden. Und wenn etliche Theater
        <pb n="839" />
        Wien ganz geschlossen werden, so — geht die Welt
auch nicht zu Grunde.

F Die durch die Ringtheater⸗Katastrophe Ver⸗
veisten. Der jüngste Sprosse des Kaiserhauses,
xrzherzogin Marie Valerie, hat sich von ihren kai⸗
erlichen Eltern als Weihnachtsgeschenk erbeten, ein
zurch den Ringtheaterbrand verweistes Kind erziehen
sassen zu dürfen. Die Kaiserin willfahrte diesem
hochherzigen Wunsche und hat das Hilfscommitoð
hHeauftragt, ein Waisenmädchen anszuwählen, das
demnächst der Erzherzogin vorgestellt werden wird.
Als verweist in Folge der Ringtheater-Katastrophe
sind bis jetzt 80 Kinder angemeldet, und zwar
50 jüdische, 25 katholische, 2 griechisch⸗unirte und
3 confessionslose.

Paris, 20. Dez. Gestern Abend gegen 12
Uhr brach im Vaudevilletheater nach der Aufführung,
bon „Odette“ Feuser aus, zum Glück 15 Minuten
nach Schluß der Aufführung, so daß das Publikum
hereits draußen war. Da noch Pompiers zugegen
waren, wurde das Feuer schnell gelbscht. Es war
in der riesigen Leinwanddecke entstanden, welche
zur Verhinderung des Staubes über das ganze Or⸗
hester gebreitet wird, wenn das Theater ausgefegt
werden soll.

Paris, 18. Dez. Die Regirung hat, nach⸗
dem sie sich darüber mil der deutschen Botschaft be—
nommen, die Vorstellungen des Lohengrin,“
welche im Théatre des Nations durch eine deutsche
Gesellschaft gegeben werden sollten, verboten.

ꝓ Radikales Mittel gegen Trunksucht. Dr.
Jurie, der ehemalige Arzt des Versorgungshauses
in Wien berichtete in der letzten Sitzung des Dok—
oren⸗ Kollegiums über ein probates Verfahren, wel⸗
hes er zur Heilung der Trunksucht an zwei Pfründ⸗
nern erfolgreich anwendete. Er ließ nämlich die
Betreffenden in das Korrektionsspital überführen,
wvo sie vierzehn Tage bleiben mußten und strenge
dewaͤcht wurden. Während dieser Zeit bekamen die

wei Pfründner, welche wiederholt von der Polizei
egen Trunksucht bestraft waren, keine Speise und
ein Getränk, die nicht mit einer Quantität fusel⸗
jaltigen Branntweins versetzt waren. Das Wasser,
Fer Wein, die Milch. die Suppe, das Fleisch, ja
elbst die Medikamente und das Bettzeug derselben
vurden mit Branntwein imprägnirt. Am ersten
Tage lachten die Patienten über diese Kur, aßen
ind tranken Alles gern, am zweiten Tage wurde
hnen ber Branntweingeruch zu viel, am dritten
kage ekelten sie bereils die Speisen und baten
lehentlichst, man möge sie vor jedem Branntwein—
geschmack verschonen. Doch mußten sie unter den
jrößten Enibehrungen 14 Tage hindurch diese Kur
zurchmachen. Seither nahm keiner derselben auch
nur einen Tropfen Brannwein mehr.

(Zum Troste für Raucher) hat Dr.
Heyburn, ein englischer Gelehrter, folgende von
hjm angestellte Versuche veröffentlicht: Das Nicotin
übt auf die Zähne eine entschieden wohltätige Wir⸗
sung. Die Alcalescenz des Rauchens neutralisirt
die in der Mundhöhle abfällig sich befindende Säure;
ie antiseptischen Eigenschaften des Nicotins verhin⸗
dern die Fäulniß in den caridsen Höhlen. Die
Färbung der Zähne bei den Rauchern hängt haupt-
äͤchlich von der Kohle ab, mit welcher der Tabaks—
⸗auch egeschwängert ist. Gerade in Folge ihrer
äulnißwidrigen Eigenschaften wird diese Kohle den
Zähnen äußerst günstig und um so mehr, als sie
ich gerade an den Stellen niederschlägt, in welchen
die Caries sich leichter bildet und die sich der rei⸗
hdenden Wirkung der Bürste entziehen. Der Rauch
ixirt sich innerhalb der kleinsten Vertiefungen und
in den Spalten der Zahnkrone. Die Reinigung
ann ihn wohl aus der Schmelzoberfläche entfernen,
iber das Dentin bleibt damit imprägnirt und
läßt darin eine unauslöschliche Spur zurück. Der
Täbak kann, sei es als Narcoticum, sei es durch
»ine unmittelbare Einwirkung auf den ergriffenen

Nerf, die Zahnschmerzen lindern; eben dieser spec
fischen Eigenschaft mag das seltene Vorkommen vi
Zahnweh bei den Taba kkauenden Matrosen zug
schrieben werden.

Sterbefaälle.

Gesftorben: in Speyer Heinrich Zechne
Buch-⸗ und Schreibmaterialhändler, 48 J. a.;
Ktaiserslautern Frl. Katchen Dehaut, e
J. a; in Laudau Heinrich, 14J. a. é
d. Jakob Völcker, Tüncher; in Neustadt al⸗—
pfarrerswitiwe Luise Kilian, geb. Schat
38 J. a.; in Frankenthal Frau Margare‘
Cloßmann, geb. Vollmer, 57 J. a.;
Neunkirchen Obersteiger Ernst Kniest, Rit
des Rothen Adlerordens 4 Kl., 68 J. a.

Zweibrücken, 22. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und
uglienmartt.) Weizen 12 M. 20 Pf., Korn 9 M. 88 4
Hersie zweireihige O. M. — Pf. vierreihige 8 M. 57 9
Spelz 9 M. 08 Pf., Spelzkern — M. — VBi.Din
ph wschtruut vd. M. od pf., dafer 7h
zi Pf. Erbsen — De. — PfWigden d Be. — p.
artoffeln 1 M. 80 Pf., Heu 4 M. 75 Pjf. Stroh 39
30 Pf., Weißbrod U!/ Kilogr. 60 Pf., Kornbrod 8 Kil
70 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 85 Pf., paar Wed 906
6 Pf, Kindfleisch J. Qual. 50 Pf. IIL. Qual. 46 Pf. ao
eisch 40. Pf., Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 P
Vuner i/2 Kilogr. 1 M. 20 Pf., Wein 1 Liter 80 9
Bier J Liter 24 Pf.
Fur die Redaltion verantwortlich F. X. Demeß.

Die auf Grund neuer wiffenschaftlicher Forschungen de
gestellten und von vielen Herren Äerzten warm empfohlen
W. Voss'schen Katarrhpillen, welche den so lästigen Schnup
in wenigen Stunden beseitigen und heftige Lungen-chRad
und Kehlkopfkatarrhe binnen kürzester Frist in die milde
Form überführen, sind (aà Dose Mk. 1) in fast jeder Apott
zu haben. Daselbst wird auch eine kleine Broschüre ñ
dieses neue Heilverfahren von Dr. med. Wittlinger up
geltlich abgegeben.

ZReachtung?
Mit dem ersten Januar begiunt ein neues Quartal auf die große politische, I8 mal wöchentlich erscheinende Zeitung

— ⸗ ⸗ 44

ITZTribün⸗

** *
Vorzüge der Tribüne gegenber den vielen anderen Tageszeitungen der Reichshauptstadt:

„Die Tribüne“ hat als liberale Zeitung im großen Stil bewiesen, daß fie im Stande ist, alle Ansprüche, nicht nur des Laien, sondern des Fach⸗Politikers voll zu be⸗
friedigen. Die Verhandlungen des deutschen Reichstageg und des preußischen Abgeordneten⸗Hauses gelangen in den Morgen⸗Nummern in aller Aus führlichkeit zum
Abdruc wahrend die Leser durch die Abend-Nummer bereits über den Verlauf der Debatten im Wesentlichen orientirt werden.

„Die Tribüne“ ist für den Geschäftsmann eine Zeitung von sehr hoch zu schätzendem Werthe, da sie in ihrem streng unparteiisch gehaltenen, durchaus selbft
flaändig auftretenden, ausführ lichem Handelstyeil eine Ouelle zuverläfsiger und reichhaltiger Informationen über alle Zweige des Börsen, und Handels-Verlehrs
cinscheßlich des Waarenmarkts, darbietet; die Landwirthschaft findet in regelmäßigen Fachberichten und Abhandlungen einen sachkundigen Berather. Um auch der
Bedurfnissen der Familie überall zu genügen, enthält

„die Tribuüne“ eine jederzeit interessaute Berliner Lokalzeitung; fie veröffentlicht täglich in ihrer Morgen⸗Ausgabe anziehende Feuilletons, zum Theil ernste
und belehrender Vatur, zum Theil leichten, humoristischen Genres In ihren regelmäßigen Abend ⸗Ausgaben bringt

„die Tribüne“ fesselnde Aomane Fezaßsuhen Im neuen Quartale wird zunächst der bereits begonnene sensationelle Roman:

„André Mintorp von J. Boy⸗Ed zu Ende gefuhrt. Es wird allen nen hinzutretenden Abonneuten der bis zum 81. Dezember er.
rscheinende Theil desselben auf Verlangen gratis und franco nachgeliefert. Diesem Romane wird eine äußerst spannende Erzählung au
der Feder des bewährten Lieblings-Schriftstellers unserer Leser, Ewald August König, fol gen, unter dem Titel:
*
⸗/ *8 2
„Im Banne der Dämonen. Ein Hauptvorzug „der Tribüne“ vor anderen politischen Organen besteht darin, daß diese Zeitun⸗
auch Montags in ungeschmälerlem Umfange erscheint, so daß der Leser keinen Tag die ihm zum Bedurfniß gewordene Lectüre entbehren brauch
daß er jeden Tag in der Lage ist, auf dem Gebieie des öffentlien Lebens — der Politik, des Handels, der Tages neuigkeiten oder der Unterhaltun⸗
stunde und Anregung zu erhalten.
Bei allen diesen Vorzügen sieht 9
die Tribüne“ 1m Preise unverhältnißmäßig niedriger, als andere große Zeitungen. Man abonnirt bei allen Mostanstalten de—
deutschen NReiches, (owie Oesterreich Ungarns für .
nur 7 Mark vierteljährlich.
s t werden mit 40 Pfennig vpro Zeile berechnet. Für die ausßerordentliche Wirksamkeit derielben gaiebt das stete Wachsen des AInseratentheis⸗
yn erd e das beredtste Zeugniß

—

J.

AMonnements- gunaduna- J
auf die

Berliner Gerichte-Zeitung.

. Quartal 1332. 30. Jahrgang.

tungsblatt für den Leser zu sein. In volksthümlicher und pikanter—
stellungsweise berichtet das Blatt über alle interessanten Krimin
uind Eivilprozefse des In- und Auslandes, namentlich der Berliner
richtshöfe, uͤber die Entscheidungen des Reichsgerichts, des Kamp
gerichts ꝛc. Die Redakiion, — welche in Verbindung, mit den bed
lendsten Juristen Berlins steht, — ertheilt in dem Briefkasten
Zeitung allen Abonennten kostenfrei eingehendsten Rath in schwierigen R—
fragen sowie durch spezielle Börsenreferenten genaueste Auskunft über Wert
biere ꝛc. Daneben bringt die Zeitung den Lesern eine Fülle von Unter!
tung durch eine umfassende Chronik der Berliner Tages-Err
nifse, vermischte RNachrichten von nah undfern unparteiifche Krit
liber Beruner Kunst⸗ und Theater⸗Novitäten sowie ein von den nam
testen Autoren unterstütztes reichhaltiges Feuilleton. Eine Rund
aus der Feder eines der hervorragensten Publizisten der Gegenwar
leuchtet in anerkannt meisterhafter Weise die politischen und soei—
Fragen des Tages. Den der Berliner Gerichts-Zeitung neu hinzutrete⸗
Ard nnente n wird die höchst interessante Novelle Befreit
F. Arnefeld, soweit dieselbe im Dezember zum Abdruck gelangt, voll'
sostenfrei nachgeliefert

Man abonnirt bei allen Post-Aemtern
Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz
ꝛc. für 2 Mark 50 Pf. für das Viertel⸗
jahr, in Berlin bei allen Zeitungs⸗
Spediteuren für 2 Mark 40 Pf. viertel⸗
ährlich, für 80 Pf. monatlich ein—
schließlich des Bringerlohns

Die Berliner Gerichtszeitung, in Berlin
wie im ganzen übrigen Deutschland
vorzugsweis in den gut situirten Kreisen
der Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute
ec. verbreitet, ist bei ihrer sehr großen
Auflage für Inserate, deren Preis mit
35 Pf. für die 4gespaltene Zeile sehr
niedrig gestellt ist, von ganz bedeuten—
der Wirksamkeit.

Die Berliner Gerichts-JZeitung verbindet mit ihrem Hauptzwed,
in populärer Weise Rechts⸗ und Gesetzeskenntniß zu verbreiten, — die
für jedermann unerläßlich ist zur Verhütung von Schaden an Ehre und Ver—⸗
nögen. — die Aufgabe, im vollsten Sinne des Wortes ein Unterhals⸗
        <pb n="840" />
        Orrsleigerungo⸗
2

Bekanntmachung.

Auszun.
Mittwoch, den 8. Februar 1882,
des Nachmittags 2 Uhr zu Ober—⸗
würzbach, in der Wirthschaft von

Franz Beder, Adjunkt,

wird durch den kgl. Notar Franz

Sauer, im Amissitze zu St. Ingbert,

beziehungsweise dessen Amtsverweser

als gerichtlich ernannten Versteiger⸗
ungsbeamten,
gegen

Johann Miedel, Schmelzarbeiter

und dessen gewerblose Ehefrau Mar⸗—

garetha Schmitt, beisammen in

Oberwürzbach wohnhaft, Solidar⸗

schuldner,

die nachbeschriebene Liegenschaft der
Steuergemeinde Oberwürzbach, Amts⸗
gerichts St. Ingbert, Rentamts Blies⸗
kastel, öffentlich im Zwangswege zu
eigen versteigert, nämlich:

Plan⸗Nr. 891, eine Are sieben⸗
zig Quadratmeter Fläche, Wohnhaus,
Stall und Hofraum und Gärtchen
im Orte Oberwürzbach am Weiher⸗
damm neben Nikolaus Hauck und
dem Gemeindeweg.

Die Liegenschaft kommt als ein

Ganzes zur Versteigerung.

Die nähere Beschreibung des Verstei⸗
jerungsgegenstandes, sowie die Verstei—
jerungsbedingungen können bei dem Ver⸗
teigerungsbeamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 15. Dez. 1881.

Der Amtsverweser des kgl. Notars

Sauer
A. Wiest..
Bekanntmachung
einer
Zwangsversteigerung.
Auszug.

Montag, den 13. Februar 1882.,
es Nachmittags 2 Uhr zu Rohrbach,
mder Wirthschaft von Jacob Wagner,

werden durch den k. Notar Franz
zauer in St. Ingbert, bezw. dessen
lmisverweser als gerichtlich ernannten
zersteigerungsbeamten, gegen die Wittwe
dinder und Erben des zu Rohrbach
erlebten Bergmannes Friedrich
zebhardt, als:

J. Dessen Wittwe Margaretha
Dahlem, ohne Gewerbe in Rohrbach
johnhaft, handelnd in eigenem Namen
18 Solidarschuldnerin, sowie als Vor⸗
zünderin ihrer mit dem Verlebten er⸗
eugten noch minderjährigen Kinder:

Elisabetha Gebhardt J. und

Elisabetha Gebhardt II.

11. Die volljährigen Kinder, als 1.
zohann Gebhardt, Bergmann,
Wilhelmine Gebhardt, ge⸗
erblose Ehefrau von Adam Glatting,
ergmann und Letzteren selbst der
jelichen Ermächtigung und Güterge—
einschaft wegen; 3. Jakob Geb⸗
ardt, Bergmann und 4. Georg
zebhardt, Bergmann zu Spiesen
Rheinpreußen wohnhaft, alle wo
icht anders angegeben in Rohrbach
ohnhaft; — die Kinder als Erben
—VVDDDD
wangswege zu eigen versteigert:
Steuergemeinde Rohrbach, Amtsge—
hts St. Ingbert, Rentamts Blieskastel:

. Plan⸗-Nr. 72, 12 40 qm Fläche
mit Wohnhaus, Stall und Hof⸗
raum, gelegen im Orte Rohrbach
im Pfuhlgarten, neben Georg
Holweck;

2. 50 a 90 qm Ackerland, in 4
Parzellen.

Die Gegenstände werden einzeln zur

rsteigerung gebracht. Die nähere

aschreibung ‚der Versteigerungsgegen⸗

uiide, sowile die Versteigerungsbe—

ingungen können bei dem Versteiger⸗

ingsbeamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 16. Dez. 1881.

Der Versteigerungsbeamte
A. Wiest.
Bekanntmachung

einer

Zwangsversteigerung.

Auszug.

Freitag, den 17. Februar 1882,
»es Nachmittags 2 Uhr zu St.
Jugbert, in der Wirthschaft von
Richael Paul,

werden durch den k. Notar Franz
S„auer in St. Ingbert, bezw. dessen
Umtsverweser, als gerichtlich ernannten
Versteigerungsbeamten,

gegen

Catharina Peters, gewerblose
Bittwe von Karl Gros, im Leben
Zierbrauer in St. Ingbert wohnhaft,
n ihrer Eigenschaft als Solidarbürgin
hres Sohnes Karl Gros,

die nachbeschriebenen Liegenschaften
der Steuergemeinde St. Ingbert, öf⸗
entlich im Zwangswege zu eigen ver⸗
teigert, nämlich:

1. Plan⸗Nr. 46192; — 23 a 90
Im Acker und Wies am Wohm⸗
dacherweg.

2. Plan⸗Nr. 46196;, — 26 4 90
qm Acker und Wies allda;

3. Plan⸗Rr 462021; — 31 a4 40
zm Acker und Wies unterm
Bohmbacherweiher;

—
qm Wiese allda..

Die Gegenstände werden einzeln zur

Lersteigerung gebracht.

Die nähere Beschreibung der Ver—
teigerungsgegenstände sowie die Ver⸗
teigerungsbedingungen können bei dem
Versteigerungsbeamten eingesehenwerden.

St. Ingbert, 16. Dez. 1881.
Der Versteigerungsbeamte

A. Wiest.

gusßnnige S
8 0

—* Erscheint 4.

* täglich, mit interU
Xhaltung*tianern wochentt
&amp;F/Preis nut 2 M. frei ins Haus *

10pfALTIISOIS —
— —
* Auflago über 5000/&amp;
2NXBroveblätter werden auf ⸗
85 Wunsch gratis iber⸗·L&amp;
X —* *
&amp; —* T *

vaatmann's
A

agegen Magenleiden, Ma genschwäche
Magenkrampf, Magenverschleimung, Kouit
Diarhöe, Verstopfung, Schwindel, Kopfschmerz
c. 2. gegen Husten, Catarrh, Catarrhal⸗
jeher, Bruftverschleimung ꝛc.8. gegen
Bicht, Rheumalismus, Steifigkeit der He
enke ꝛc; altbewährte tausendfach erprobte
dausmittel, (die in keiner Familie fehlen
ollten.) von denen man viele mit ge⸗
ringen Kosten selbst bereiten kann⸗
theile ich Allen, welche eine Freimarke zur
Ruckantwort einsenden, kostenfrei mii.
B. Becker, Seesen⸗Braunschwe ig.

Rechnungen
in allen Größen, mit blau und
rother Liniatur, werden billigst
ingefertiqt bei F. X. Demek.
bigareltenFabrit Ieligl
Türkischen Cigaretten

I Preigagtn jon M. 6 ler 7Talcen au bis 7u M. IOO.
Besondero Neuheiten aus reinen, aromreichen

türkischen, syrisohen u. araischen Tabaken neuester Ernte
bis 2u den sobweren bessarabischen Tabaken.
Verpackung hochfein.
MAustersendungen von M. ß un und honer

aueh für Weikhnaehtsgeschenke recht passend.

bei Baarsendung oder gegen Nachnahme portofrei.

Preéiscourcant gratis und frunco.
Wir bitten dringend
0 0 ö⏑—
ũñ 2
— um Hife in der Noth! —
im Linderung des durch schrecklichen Brand hervorgerufenen Elendes unserer
Stadt! — Besonders Euch, Ihr wohlhabenden Mitbrüder, rufen
vir an: Oeffnet Eure mildthätige Hand! Der wird es Euch lohnen, nach
dessen allweisem Rathschlusse wir so schwer heimgesucht wurden. Dessen Güte
xuch dor ähnlichem Unglücke bewahre!
* * HE *
Die Ziehung unserer Geld-Lotterie findet
0 —3—
unwiderrufli⸗s J
— ç — 0
am 28. 29. 30. Dezbr. nũuchsthin satt.
Ziehungsliste erscheint spätestens 10. Januar. Die Stadtverwaltung Brückenau.
Brückenauer Loose aA2 Mark zu haben bei: J. Friedrich,
F. Woll, Buct pdiung, und Joh. Weirich, Friseur in SiInaberi.

inzi i lche ni A
Einzige Zeitung, welche ihren Abon—
nenten ein Illuüstrirtes Witzblatt

J
gratis liefert.

Zeitungslesern bietet das täglich zweimal, in einer Morgen⸗ und Abend⸗ Ausgabe
erscheinende ‚Berliner Tageblaͤnt“' durch die Reichhaltigkeit, Mannigfaltigkeit und
Bediegenheit seines Inhalts die interessanteste und enregendste Lekiure. In Folge dessen
»ermochte es sich einen feften Stamm von ca. 70, 000 Abonnenten zu erwerben und
leichzeitig zu der gelesensten und verbreitetsten Zeitung Deutschlands emporzuschwingen.
die große Verbreitung des Berliner Tagebla'tt lifert außerdem den beften
Beweis, daß es die Bedürfnisse des zeitungslesenden Publikums im weitesten Maße zu be⸗
riedigen weiß. Die besonderen Vorzüge des B. T.“ bestehen vornehmlich in Folgendem:
Jurch täglich zweimaliges Erscheinen ist das R. T.“ in der Lage, alle Nachrichten stets
2 St unden früher als jede nur einmal käglich erscheinende Zeitung zu bringen. Das
3. T. beobachtet eine gänzlich unabhängige freisinnige, politische Haltung und unterhält
Spezial ⸗Korrespondenten an auen wichtigen Platen daher rascheste und zuverlässige Nach⸗
richten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial⸗Telegramme.Es ist eine Thai⸗
ache, daßß das ‚B. T.“ einem großen Theil der deutschen, auch auswartigen Presse als
vorzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. Es bringt ferner ausführliche Parlaments⸗
verichte. Graphische Wetterkarte nach telegraphischen Mittheilungen der deutschen Seewarte.
Imfossen de Handelszeitung und Courszettei der Verliner Vörse. Bollftändige Ziehungslisten
rd Preußischen und Sächsischen Lotterie, sonke der wichtigsten Loosspapiere. Reichhaltige und
vohlgesichtete Tages Neuigkeiten aus der Keichshaupistadt und den Provinzen. Theater,
tunst und Wissenschaft werden im Feuilleton des B. T.⸗ in ausgedehntem Maße gepflegt,

anßerdem erscheinen in demselben Romane und Novellen unserer ersten Autoren. Das
Roman⸗Feuilleion des nächsten Quartals bringt einen höchst fesselnden Roman, das
neueste Werk des berühnten Erzählers Luvin Schücking: „Alte Ketten“. Das E. R.“
vird durch stete Vervolllommnung und Erweiterung seines Inhalts bemüht bleiben, sich nicht
Alein auf dem erreichten Höhepuukte zu erhalten, sondern auch immer weitere Kreise an sich
zu fesseln. Die Abonnenten des „Berliner Tageblatt“ empfangen außerdem drei werth⸗
volle Separatbeiblätter, das illustrirte Witzblatt VTAICCe, das illusir. belletristische Sonn⸗
tagsblatt: Deutsche Lesehalle“ und die alie 14 Tage erscheinende landwirthschaftliche
Fachzeitschrift: „Mittheilungen Uber Landwirthschaft, Gartenban und Hauswirth⸗
schaft“ bei dem enorm billigen Abonnementspreise von nur 8 Mark 25 Pf. fur das diertel⸗
ahr. Man beliebe das Abonnement bei dem nächsigelegenen Poslamt schleunigst anzumelden,
»amit die Zusendung des Blattes vom 1. Januar ab punktlich erfolge.

* *
9
Gelesenste und verbreitetste Zeitung
Deutschlands.

Bekanntmachung.
Am Dienstag, den 27. d. Mits.,
Nachmittags um 2 Uhr im Bürger⸗
neistereilocale hier wird das Gemeindebe⸗
cechtigungsholz pro 1881/82 versteigert.
Dasselbe befindet sich am Schaf—⸗
'opf, Sengscheiderhohl und
Nühlenthal.
St. Ingbert, 19. Dez. 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Guster.

Nach Hilfe suchend.
zurchfliegt mancher Kranke die Zei—
tungen, sich fragend, welcher der
dielen Heilmittel-Annoncen kann man
dertrauen? Diese oder jene Anzeige
myponirt durch ihre Größe; er wählt
und in den meiften Fullen gerade
vas — Unrichtige! Wer solche Ent⸗
äuschungen vermeiden und sein Geld
nicht unnütz ausgeben will, dem rathen
vir, sich von Richters Verlags⸗Anstalt
n Leipzig die Broschüre „Kranken⸗
reund“ kommen zu lassen, denn in
iesem Schriftchen werden die bewänr⸗
iesten Heilmittel ausführlich und sach⸗
jemäß besprochen, so daß jeder Kranke
in aller Ruhe prüfen und das Beste
uür sich auswählen kann. Die obige,
ereits in 540. Auflage erschienene
Broschüre wird gratis und franco
versandt, es entstehen also dem Be⸗
leller weiter keine Kosten, als 5 Vf
ür seine Vostkarte.

De. Zwieche, Augenarzt,
Saarbrücken, Vorstadistr. 29. 3006
Sprechst. V.9—12. N. 2—-3.
— — — — — — —
ruck und Verlag von F. X. Dement in St. Ingbert.
Ziezu für unsere Post⸗Abonnenten Illustrirtes Sonntagsblatt Nr. 13.
        <pb n="841" />
        5— — 10
* —XRXV—
— 834 —19 33
—— —38 88 —8
. 9** —9 *
g T. —38 n —8
— — 184 —— 34 3— 2*
* — V 58 X. 5 21
* 5 —1354 * —BBE —8 —38 8 —38
— 2 6 2 * 3 * —*68 *. n —* —
—324 —3 —34 3
—8— 7 — 5956 — — — —8 —* * 38 “3 ——8
5 658 —998 —8 RAM 5. * 38 —8 e
8 —— * —35 73. 8 8* —* * 9 „HB
v — J7 — 33889 —5 J —4
o * —8 * —26 9 — * 8 * —
— —A— 89868 * — 35838 * * * 4
S 5 ——— 8B— — 8 — * J
— F * 3— — — 2 5. ę
——* — * 4 —325 —3
*8* — —— * A —8 ——
— 9 —8 8 J
—J * 8 —
S
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — — — — — — — — — — — — — ——— — — —

Der „St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wöchenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Dounerstag, Samstag uud Sonnutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs

hlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljäͤhrlich 16 40 B einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 , einichließlich

.0 ⸗ Zustellungsgebiihr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 B, bei NReclamen 80 3. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 217.
*Weihnachten!
Wie ein Geschenk aus Himmelshöhen tritt in⸗
aulen der Sorgen und Mühen des menschlichen
debens alljährlich auf eine kurze Spanne Zeit die
röhliche, selige Weihnachtszeit ein und bringt Lust
inð Freude in Palast und Hütte. Dabei ist auch
zerade unser Weihnachtsfest mit so viel altgerma⸗
rischem Glanze und Zauber umgeben, wie kein
inderes Fest, welches auf deutscher Erde gefeiert
vird, denn altdeutsche Sage, vertreten durch die
ralte Sitte des Tannenbaums vermischt sich zu
Weihnachten mit der Feier der christlichen Heils⸗
votschaft und daher hat wohl auch gerade das
Weihnachtsfest in Deutschland einen poetischen
Hlanz und Schimmer, wie man ihn in anderen
hristlichen Ländern vielfach nicht findet. Auch die
eutsche Sitte, am Weihnachtsfeste seine Lieben mit
geschenken zu erfreuen, wie es in Italien, Spanien
Frankreich und England nicht der Fall ist, charak—
erisirt unsere Weihnachten nicht, nur als einen er—⸗
sabenen Gedenktag, sondern auch als ein Fest des
derzens und der Liebe, die in der Familie ihre
üuterste Stätte hat. Und mit der echten Fami⸗
senliebe, die für die Angehörigen Opfer bringen
aßt, ist auch die christliche Nächstenliebe, deren
serzerquickende Botschaft in dem Weihnachtsfeste
iirchlich gefeiert wird, sehr nahe verwandt, sie ist
Jewissermaßen die Vervollkommnung, die Krone
Fer ersteren, deshalb sollen wir auch allenthalben
zafür Sorge tragen, daß nicht nur am Weihnachts-
age ein Schimmer des Glücks in die Hütten der
Acmen und Elenden fällt, sondern alle Die⸗
enigen, die mit Gaben des Geistes und Herzens
der mit irdischen Gütern gesegnet sind, soslen sich
uch daran erinnern, daß das Weihnachtsfest, das
rhabene Symbol der christlichen Nächstenliebe, auch
ie weitere dauernde Bedeutung für das ganze
nenschliche Leben besitzt. Dies sollte man gerade
in unserer Zeit, wo der Hang nach Oberflächlich⸗
it und das Trachten nach Reichthum und irdischen
hütern so sehr ausgebildet ist, beherzigen und in
dem Weihnachtsfeste mit seiner Verherrlichung der
hristlichen Nächstenliebe ein flammendes Wahr—
eichen dafür erblicken, daß es noch etwas Höheres
ziebt als irdische Güter und irdischen Genuß.
dust und Freude kann deshalb überall Aller Her—
en jauchzend erfüllen, überall frohe, fröhliche Weih—
nachtsstimmung herrschen, im Palaste des Reichen,
vie in der Hütte des Armen; aber auch jenen
sohen idealen Gewinn fürs Leben, der erst den
vahren Frieden, das höchste Glück in sich birgt,
nöge Jeder vom Weihnacht-fest mit dahin nehmen.
Polilische Uebersicht.
Deutsches Reich.

Muünchen, 22. Dez. Die Abgeordneten⸗
dammer hat heute den Antrag des Abg. Dr. Groß,
ꝛen Zuschuß an das pfälzische Landgestüt von
34 286 M. auf 40000 M. zu erhöhen, abge⸗
lehnt; ebenso wurde der für das Gewerbemuseum
n Kaiserslautern beantragte höhere Zuschuß von
7500 M. abgelehnt und nur 5000 M. dafür be⸗
villigt.

Muünchen, 22. Dez. In der heutigen
Sitzung der Abgeordnetenkammer iheilte der Prä—
ident Frhr. v. Ow mit, daß der Abg. Ignaz
Lampert, Professor a. D., mit Schreiben d. d. Wurz⸗
„urg, den 21. d. M. sein Mandat niedergelegt habe.

München, 22. Dez. Die Kammer ver—
aqte sich nach Annahme des Etats des Mini—⸗
ume des Junern bis zum 8. Januar 1882.

Sonntag, 25. Dezember 1881. 16. Jahrg.

Berlin, 22. Dez. Dem „Tagebl.“ wirde
nitgetheilt, daß in dem diesseitigen diphoma—
ischen Corps mehrfache Veränderungen bevor⸗
tehen; insbesondere wird die Ernennung des
derrn von Radowitz, bisherigen Gesandten in
then, zum deutschen Botschafter in Konstantinopel
uu doch demnächst erwartet. Es müßte dann der
57etnennung des Herrn von Radowitz zum Bot⸗
hafter bei der, Pforte unzweifelhaft wohl die de⸗
mide Anstellung des Grasen Hatzfeld als Staats⸗
cretär des Aeußern vorausgehen.

Ausland.

tenant Oehlwaug, Kommandeur des in Saar
hrücken gurnifonirenden Dragonerregiments, zwischen
dauenstein und Hinterweidenthal in Folge eines
Zhutsturzes gestorben. Der Verewigte soll in
sohem Grade herzleidend und, auf dem Wege nach
rannes (Südfrankreich) gewesen sein, um in dem
vortigen milden Klima zur Wiederherstellung
einer Gesundheit den Winter zuzubringen.

Wie der „Kais. Stadtanz.“ mitteilt enkwickel⸗
ich die Nähmaschinenindustrie in Kaiserslautern
hon Tag zu Tag zu höherer Blüte. Herr Pfaff,
er erst'in diesem Jahre seine Fabrik bedeutend
»ergrößert hatte, mußte zwei weitere an sein Eta—
hlissement austoßende Hänuser zur weiteren Ausdeh
aung des Geschäftes ankaufen. Tag und Nach
vird gearbeitet, um die zahlreichen Aufträge aus
ühren zu können. Arbeiter, welche sonst 3 bis?
M. täglich verdienen, stellen sich dadurch bei zwe
Ztunden verlängerter Arbeitszeit auf 6 —57 M
oro Tag.

— F aiserslautern. Von den 39 Schul
dienst⸗ Exspectanten, welche sich der im Oktober statt
gefundenen Auͤstellungsprüsfung unterzogen haben
rhielt 1 die Gesammtnote J. 9 wurden mit II
28 mit II. und 2 mit IV. censirt. Das Gesamm
ergebniß ist gegen frühere Jahre günstig. Eßstl. 3.

Lambrecht, 18. Dez. Gestern, Samsio

den 17. ds. Mts., des Nachts gegen 10 Uhr, bro⸗
ijin dem Wohnhaus des Fabrikarbeiters Friedri
Fuß zu Neidensls Feuer aus, welches in Folge d⸗
Jeftigen Windes sich so schnell verbreitete, daß
ehr kurzer Zeit das ganze Haus in Flammen stan
Daß die ganz nahe an der Brandstätte gelege:
Wollfilzfabrik der Herren Marx und Louis ni
zuch ein Raub der Flammen wurde, ist hauptsät
ich dem energischen Eingreifen der Feuerwehred
Hemeinde Frankeneck, welche mit 3 Spritzen
chienen war, zu verdanken; denn durch den heftig
Zirm war die Gefahr zu nahe, daß Funken do
jin fliegen würden, wenn man nicht hauptsüchl
ein Augenmerk auf die dieser Fabrik gegenüf
iegende Seite gewendet hätte.

— Speyer. Se. Erxc. Staatsrath und 9
zierungspräsident der Pfalz Herr v. Braun
dus den Zinserträgnissen des seiner Dispositi
interstellten Fonds für Gemeindezwecee nachstehend
gemeinden Ünterstützungen bewilligt: 1) der

Feinde Oiterbach für Herstellung und Reparo

on Gemeindewegen 150 Mt.; 2) Hallgarten

gflasterarbeiten 150 Mk.z3 u. 4 Reichsthal und Ra
irchen zur Ausführung eines Straßenbaues

30 Mi — 300 Mt 5) Goͤnnheim für

dleinkinderschule 150 Mk.; 6) Grethen für

leichen Zweck und zur Sicherstellung resp. Fass

Gemeindebrunnens 100 Mt.; 7) Seebach

Ibstpflanzung auf Gemeindeeigenthum 50 J

) Hilst für den Schulhausbau 150 Mk; 9)

O) Simten und Horbach zur Tilgung der Se

ausbau⸗Schuld je 100 Mk. — 200 Mt.; 11)

Hgemeinde Biesingen für Herstellung einer Wa

eitung 150 Mtk.; 12) Rubenheim zur Tile

‚on Gemeindeschulden 100 Mk; 13) Bann für

—A endlich 14) Kirrberg

den gleichen Zweck den Nest mit 60 Mtk.; Gesar

etrag 1660 Mt.

Im „L. A.“ erhebt sich eine Stinme fiü
Vornahme einer Revision der Häusersteuer in L
»au, weil in Folge der vielen Neubanten
Miethpreise und damit der Werth der Gebäud⸗
unken find.

— Rhodt, 20. Dez. Bisher wurde in un
hemeinde noch Schulgeld erhoben, dasselbeen
u schon im vorigen Jahre um die Hälftenb

Wien, 23. Dez. Kaiser Franz Joseph kaufte
iuf seine Kosten den Bauplatz des Ringtheaters,
im dort ein Schulgebäude und eine Sühnekapelle
u errichten.

Paris, 22. Dez. Nachdem der Ausbruch der
tinderpest in mehreren deutschen, Oesterreich be⸗
aachbarten Ortschaften constatirt ist, ist die Einfuhr
ind Durchfuhr von Vieh, Fellen und frischen
Fleischabfällen aus Deutschland, Oesterreich, Luxem⸗
zurg und Niederland verboten.

Petersburg, 12. Dez. Laut der deutschen
Pelersburger Zeitung“ kursirt in diplomatischen
ind Regierungskreisen das Gerücht, das Verdältniß
sußlands zu China sei wiederum ein gespanntes
Jeworden.

—wœç—————
Lokale und pfälzische Nachrichten.
*St. Ingbert, 24. Dez. Auf mehrseitiges
tZerlangen wird am zweiten Weihnachtstage Nach—
nittags *24 Uhr die Kindervorstellung im
5„Ich westernhaufse wiederholt. Der Ertrag ist
etanntlich für den Kirchenbau bestimmt. (Wir
alten es für unsere Pflicht, hierauf besonders
ufmerksam zu machen, trotzdem uns die betr. An⸗—
jonce nicht zuging.)

— b. Blieskastel, 23. Dez. Neulich wurde
ahier von irgend einer Seite die Frage über die
Abschaffung des hier bestehenden Oktrois
ingeregt. Zu diesem Behuse wurde nun auf
estern eine allgemeine Bürgerversammlung anbe—
dumt, die zum Resultat hatte, daß 29 gegen, 131
ur die Beibehaltung des Oktrois stimmten. Wir
herden also diese Einrichtung auch für die Zukunft be⸗
alten. — Vorgestern hatte ein Bürger von hier
as Unglück, infolge eines Falles sich einen empfind—
ichen Rippenbruch zuzuziehen. — Am gleichen Abend
vollle am Bahnhof Laugkircheu einem audern, der
en geistigen Getränken etwas gut zugesprochen hatte,
as Schicksal so ungünstig, daß derselbe beim Ueber⸗

ang über den neben dem Bahnhof sich befindenden
Steg in das Wasser fiel. Von dem uunfreiwilligen
alien Bade vollständig durchnäßt, wurde er in die
zahe gelegene Wirthschaft von W. gebracht und dort
migekleidet. Erwähnter Vorfall diene übrigens
edermann zur Warnung, bei der Dunkelheit, wie
bir sie gegenwärtig zur Abendzeit haben, nicht den
zfad, sondern die Ehaussee zu benutzen, um von
rautztirchen nach Blieslastel zu gehen.

b. Blieskastel, 24. Dez. Nächsten Diens⸗
ag Abend veranstaltet der hiefige Männer—
sesangverein zu Ehren seines langjährigen und
ehr beliebten Mitgliedes, Herrn Apotheter Richter
ahier, im Hotel Hauk eine Abschiedsfeier, der wir
auf diesem Wege den günstigsten Verlauf wünschen.

— Zweibrücken, 23. Dez. (Iw. Z3tg.)
In einem Coupè 1. Klasse des um 12 Uhr 30
d chfahreuden Zuges ist gestern Hr. Oberstlien—
        <pb n="842" />
        gesetzt, und durch Beschluß des Gemeinderathes, bei
Aufstellung des Budgets für immer aufgehoben
(Ggw.)
Der Schuldenstand der Stadi⸗ und
Landgemeinden nach den Rechn ungsabschlüssen pro
1880 beläuft sich in der Pfalz auf 6,993 O086 M.
53 Pf. Ende des Jahres 1879 betrug der Schul—⸗
denstand 6,730.967 M. 30 Pf.
Vermischtes.

f Trier, 21. Dez. Ein in der vorgestrigen
Nacht an verschiedenen Orten unserer Gegend et—
was vor Mitternacht verspürtes Erdbeben ist auch
hier von glaubwürdigen Personen wahrgenommen
worden. (Ir. Z3.)

F Aus Alzei berichtet die „A. 3*: Als eine
Seltenheit dürfte wohl gemeldet merden, daß dieser
Tage auf einer Nachbarstation ein ganz neuer Han⸗
delsartikel: ein Waggon Kartoffelstroh verladen
wurde. Der Centner wurde mit 1 M. bezahlt.

. Zur Eröffnung des Bahnbetriebes durch den

Gotthardtunnel wird der erste Bahnzug von
Göschenen am 26. Dez., Abends 5 Uhr, nach
Airolo abgelassen. Mehrere Mitglieder des Bun—
desraths und das ganze technische Personal werden
an dieser ersten Fahrt Theil nehmen. — Es ist
vorläufig nur ein Provisorium, insofern als die
Zufahrtslinien auf beiden Seiten des Tunnels erst
in einigen Monaten dem Verkehr übergeben werden

„können. Der Zeitgewinn im Vergleich zu dem

bisherigen Wege wird jetzt nur etwa 492 bis 5

Stunden betragen. Erst im nächsten Sommer,

wenn die directe Schienenverbindung von Luzern

bis Mailand hergestellt ist, wird man zu einer Er—
sparniß von mindestens 26 Stunden gelangen,
und die Scheidewand zwischen Deutschland, ger

—„chweiz und Italien nach der Seite des Gott⸗
sards zu wird erst dann vollständig gefallen sein.
doch ist es schon jetzt ein nicht zu unterschätzender
Vortheil, daß der Schlittenverkehr während des
Binters über den Gotthard mit seinen Hinter⸗
nissen und Gefahren vermieden werden.

F Verlin, 23. Dez. Die erste Strafkammer des
Landgerichts verurtheilte den verantwortlichen Redac—
seur des „Berliner Tageblatts“, Herrn Arthur
Levyssohn, wegen Beleidigung des Pastor Stöcker
n einem Artikel des „Berliner Tageblatts“ vom
28. August zu 500 Mark Geldbuse, eventuell fünf⸗
ig Tagen Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte
00 Mk. beantragt.

F Fürst Bismarck ist — was gewiß manchen
deser interessiren wird — Einer der Hauptliefe⸗
anten des vorzüglichen Holzpflasters, das jetzt in
rondon immer mehr en vogue fommt und selbst
vie Asphaltirung verdrängt. Die Pflasterblöcke
verden in Friedrichsruhe mit eigens dazu kon—
truirten Kreissägen aus Buchenstämmen geschnitten
ind zur Verwendung fertig nach England gesandt.
das Verhältniß der Haltbarkeit drr verschiedenen
hoͤlzer scheint noch nicht festzustehen, aber das in
FSement gelegte Holzpflaster schlägt alle anderen
Proben und die Omnibus- und Cab-Kutscher —
nn diesem Falle die geeigneten Autoritäten —
ziehen es allem anderen vor.

F Eine ergötzliche Episode, die gleich⸗
vohl einen traurigen Ausgang hätte nehmen können,
pielte sich vor einigen Tagen auf dem Regensburger
zahnhofe ab. Ein Bauer mit einem anscheinend
hweren Sack auf dem Rücken, erkundigte sich da—
elbst nach der Abgangszeit des Zuges nach Laaber,
ind als er erfuhr, daß er noch reichlich eine Stunde
zeit habe. legte er in dem Durchgang zur Gepäck—

expedition seinen Sack auf den Boden, sich selbst
daneben und schlief ein. Bald darauf erschien eine
der dienstthuenden Packer, nahm den Sack auf und
warf ihn etwas unsanft auf die Waage im Gepäck—
»ürean! — ein markdurchdringender Schmerzens-
schrei ertynie aus dem Sack, dem, als man ihn
zffnete, — der etwa achtjährige Knabe des von dem
gellenden Aufschrei seines Söhnchens erwachten Bauern
entstieg. Es stellte sich heraus, daß der Mann
einen Sohn anf diese Welt frei bis Laaber durch
schmuggeln wollte, indem er den Sack mit dem
armen Buben während der Fahrt unter die Bank
jeschoben hätte, wie man es mit Gepäckstücken zu
hun pflegt.

Auf dem Fußbo den des Bahnhofes zu Was-
hington ist zur Kennzeichnung der Stelle, wo
Heneral Garfield von dem Geschosse Guiteaus ködt⸗
ich verwundet fiel, ein silberner Stern angebracht
vorden. Eine schlichte Tafel, welche in der Mauer
uüͤber der Stelle angebracht ist, zeigt einen Adler
mit Lorbeerzweigen und Pfeilen in denKrallen und
»arunter die Inschrift: „James Abram Garfield
Präsident der Vereinigten Staaten, ers. ossen am
2. Juli 1881 *
Sterbefälle.

Gestorben: in Hundheim Frau Karolinq
Grihl, geb. Kalkbrenner, 62 J. a.; in Dürk—
he im Frau Luise Ewald, geb. Körber, 65 J. a.
in Ludwigshafen Michgel Stern, 66 J. a.
benda Karl Sommer, 26 J. a.; in Ars a. d
Mosel Hüttenwerkshesitzer Heinrich Karcher.

Dieustesnachrichten.

Das 8. Kanonikat am Domcapitel Speyer wurde dem
Domvikar Schwarz in Speyer übertragen.
ur die Redaltion verantwortlich F.F. Demeg.

———

—
Bekanntmachung.

Durch Beschluß des kgl. Amtsgerichts St. lin vom 20. dss. Mis.
wurde zur Veröffentlichung der amtlichen Bekanntmachungen des genannten Gerichtes
für die Zeit vom 1. Januar 1882 mit 31. Dezember 1882 der dahier er—
scheinende
„St. Ingberter Anzeiger“
bestimmmt.

St. Inabert, den 24. Dezember 1881.
Der königl. Oberamtsricht er:
Köonig.

ü
2
4 9
„Amerika“. —75 —
Diese mit Beginn des neuen Jahres in den 2. Jahrgang tretend
hringt wahrheitsgetreue Mittheilungen (mit JIllustrationen,
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Dieselbe erscheint am 1., 10. und 20. jeden Monats. — Abonnement:; ganzjährig fl. 4
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Herausgegeben von Otto Maaßiin Wien,;sJ. Wallfischgasse 10.
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ver Correivondenzkarte deutlich geschrieben dem genannten Herausgebel yrgang.
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Neujahrsbriefe 1
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zitten wir recht bald aufzugeben. damit dieselben rechtzeitig geliefet“ werden
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eöffnet von früh 9 bis Abends 9 Uhr.

Vorstellung und Fütterung: Nachmittagẽ

und Abends 8 Uhr.
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Hochachtungsvoll W. Böhme.
Gesunde Pferde zum Schlachten werden gekauft.

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— * —⏑⏑—
——— nur 2 M. frei ins Haus 2
⸗ J
Apfaͤlzicent patsgte
W utiugo ü her — *
eEron elgeter werde Berliner Ge
—E des Kammer
Rindung, mit den beden
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Siezu Illustrirtes Sonntageblatt Nr. 13.
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        St. Ingberter Amzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
der SEt. Insberter Anieiger“ ericheint dcheriich funfmal: Am Montag, Siensotag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit BRXI

Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 40 Beinschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1AM B60 , einschließlich

10 — Zustellungsgebühr. Die Einruckungsgebühr fur die agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Insera:en aus der Pfalz 10 bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheill, 15 , bei Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
AM 218.

Dinstag, 27. Dezember 1881.

1 6 Jahrg.

1285 auf den
—WV — Bestellungen —
berter Inzeiger“ wollen gefaͤnigst noch vor Ablauf
dieses Fonals gemacht werden, damit in der Zu⸗
sendung des Blattes von Neujahr ab keine Unter⸗
—XD Nummer des
neuen Jahrganges erhalten die verehrl. Abonnenten
vie alljährlich einen
— — Wandkalender pro 1882 —
ils Gralisbeilage.

Berlin, 24. Dez. Der Handelsvertrag
wischen Deut schland und Italien vom 31.
Dez. 1865 und die Schiffiahrths-Convention vom
14 Oktober 1868 werden zufolge Uebereinkommens
wischen beiden Regierungen, wodurch die Wirkung
der 1875 —EXV Kündigung
nochmals um fünf Monate hinausgeschoben isi, bis
z1Mai 1882 in Kraft ˖bleiben.

Berlin. Eine Zusammenstellung der Summen,
welche im Falle der Genehmigung der projektirten
neuen Eisenbahn-Ver staatlichungen für
die einzulösenden Aktien der betreffenden Gesell⸗
chaften in preußischen Consols auszugeben wären,
exrgiebt rund 500 Millionen Mark.

Die sozialdem otratische Fraktion
des Reichstages hielt unter Theilnahme Bebels
n Dresden eine Konferenz ab, in welcher man
ich über die zukünftige Taktik den Regierungsvor⸗
agen und namenilich den staatssozialistischen Plä—
en des Reichskanzlers gegenüber verständigte und
die Haltung präzisirte welche die sozialisti sche Frak⸗
ion zu den übrigen Parteien im Reichstage einzu⸗
ehmen habt. Es verlautet, wie ver Volkszeitung
jeschrieben wird, daß hinsichtlich des Staaissocialis⸗
nus beschlossen wurde, denselben unbedingt von der

dand zu weisen, so lange er von dem Fürsten
Hismarck inaugurirt wurde und das Regierungssy⸗
tem desselben zu stützen bestimmt sei.

Wie die Franzosen mit dem El saß umsprangen,
uls es in Frantreich einverleibt wurde, daran hat
üngst ein Correspondent der „Köln. Ztg.“ erinnert,
pelcher zwei Verfügungen aus der Zeit Ludwigs
xIV. mittheilte, durch welche den Einwohnern be⸗
ohlen wurde, sich nach französischer Art zu kleiden
ind sofort alle Verhandlungen vor —XX
Kotaren ec. in französischer Sprache zu pflegen,
uuch alle Eingaben nur in französischer Sprache zu
nachen — bei 800 Livres Geldbuße. Als Elsaß
vieder deutsch wurde, hat man es aufs rücksichts⸗
ollste behandelt. Und der Danlk dafür?!

Ausland.

Warschau, 26. Dez. In Folge falschen
Allatmes wurden in der Kreuzkirche gestern 60
ßersonen besch ädigt, einige darunter wurden
getödtet.

Petersburg, 24. Dezember. Der „Regie⸗
ungsbote“ macht bekannt, daß am 19. Dezember
Norgens in der Rentei von Sebastopol ein
Diebstahl mittelst eines Minenganges ausgeführt
vorden ist. In der Renteikasse fehlten 47,000 Ru⸗
hel. In Folge sofort angestellter energischer Nach⸗
orschungen im Innern des Reiches sowohl. wie
n Konfantinopel wurden in Armaensk drei Per⸗
onen mit 27000 Rubeln des gestohlenen Geldes
erh ftet.

Petersburg, 26. Dez. Der „Regierungs⸗
ote meldet: Laut Allerhöchstem Befehl sollen 23
n letzter Zeit verhaftete po litische Verbrecher,
velche die Regierung für Leiter oder maßgebende
Hlieber der Terroristenpartei hält, zusammen in
iner besonderen Senatssitzung mit Hinzuziehung
der Ständevertreter gerichtet werden.

Rom, 28. Dez. Der Papst empfing gestern
die Cardinäle, welche erschienen waren, um in her⸗
ömmlicher Weise durch den Cardinaldecan ihre
glückwünsche anläßlich des Weihnachts⸗ und Neu⸗
ahrsfestes darzubringen. Unter den 23 anwesenden
Fardinälen befand sich auch Prinz Hohenlohe,
welcher gestern von seiner Reise hierher zurückge⸗
tehrt ist.

Rom, 25. Dez. Eine Berliner Privatdepesche
des Corriere della Sera“ meldet: Fürst Bis—

mard habe geäußzert, es sei der entschiedene Wille
Zr. Maj. des Kaisers, im europäischen Interesse die
Unabhängigkeit des Papstes zu sichern,
nachdem sich Italien dazu außer Stande erwiesen.
Ddie Verhandlungen daruber seien eingeleitet.

¶D. Mont.⸗Bl.)

——2
Lokale und pfälzische Nachrichten.

x* St. Ingbert, 27. Dez. (Weihnachts⸗
ferien in dertkgl. Lateinschule.) Be—⸗
richtigend wird uns mitgetheilt daß der Unterricht
n der kgl. Lateinschule am 3. Januar nächsthin
und nicht am 2., wie es in Nr. 216 des .Anz.“
irrthümlich hieß) beginnt.

Die am gestrigen Abend siattgehabte t h e a⸗
ralische Unterhaltung des Musikver⸗
»ins, in welcher die komische Operene: „Nur
nusikalisch!“ zur Aufführnung gelangte. hatte sich
ines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen. Die
Operetie gesiel auf das Allerbeste. und der exabte
hortrag der Lieder, wie das fließende Zusammen⸗
piel uüͤberhaupt ließen erkennen. daß die Mitwir⸗
inden min bielem Fleiße sich ihrer schwierigen
Aufgabe unter? ogen hatten. Dem Beisalle, der
hnen schon gestern Abend wurde, lassen wir daruwn
hier öffentlich unsere Anerkennung folgen.

Si. Jugbert, 27. Dez. Wie den Leserr
zieses Blatles schon bekanut, hatte der Krieger
erein am ersten Weihnachtstage für seine Mit
zlieder im Horst'schen Saale eine Christ baum—
Zerloofung veranstaltet. Dieselbe war außer
xxdentlich zahlreich besucht und verlief in der schön
en, echt tameradschaftlichsten Weise. In eine
urzen Ansprache exinnexte der 1. Vorstand, Her
Jaufmann Fischer, an die Bedeutung des Tage?
»er mit seinen Gaben Freude für Alle bringe
Ulsdann wurde mit der Verloosung begonnen, de
ine Versteigerung verschiedener Geschenke und de
inzelnen Zweige des Tannenbaumes folgten. Do
ich im Verlaufe derselben manches heitere Inter
mezzo ereignete, versteht sich von felbst. In de
Pausen wurden von Mitgliedern, des „Musikve
eins“, der „Gemüthlichkeit“ und des „Gewerb
»ereins“ verschiedene Lieder vorgetragen, die si
des allgemeinen Beifalls zu erfreuen hatten un
diel zum angenehmen Verlauf des Abends b⸗
rugen.

*St. Ingbert, 27. Dez. Auf gestern Nad
nittag 5 Uhr hatte Herr Musikdireltor Schade
vitz eine Anzahl hiesiger Familien zu einem klein⸗
donzerte eingeladen, das er mit seinen Musi.
schülern im Oberhauser'schen Saale um diese Zeit
Jub. Das Programm zählte 10 Nummern, theils
Tlavier⸗, theils Violinpiecen. Die Schüler und
Zchülerinnen bekundeten in ihren Vorträgen eine
recht gute Schulung, und wenn es wahr ist, daß
—DDD0D——— Güte
des von ihnen genossenen Unterrichts gelten können,
o zeigte sich hier, daß Herr Schadewitz als Musik⸗
ehrer das Seine gethan hatte, daß die Eltern ihr
Hertrauen in vollem Maße gerechtfertigt sahen und
nin den erzielten Resultaten jehr zufrieden sein
dürfen.

* St. Ingbert, 27. Dez. Weihnachten ist
»orüber, wohl zur größten Freude der Postbeamten,
die sich nach der Fluth der Weihnachtssendungen
un wieder als Mensch fühlen dürfen. In unserer
Ztadt verliefen die Feiertage ziemlich ruhig; nur
her letzte derselben brachte uns etwas zahlreicheren
Besuch aus der Umgegend. Den sprichwörtlich
gewordenen Schnee zum Christbaume brochte uns

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.
Bayerischer Landtag.) Die Tagesord⸗
ung für die 25. Plenarsitzung der Kammer der
horort- en, Dienstag, den 3. Januar 1882,

9u Uhr beginnend, lautet: 1) Be—⸗

d Beschlußfassung über den Bericht des

Ausschufses zu den Nechnungsnach⸗

üher die Ausgaben auf den Etat der

csammlung und des Landtagsarchives für

erste Jahr der XV. Finanzperiode. 2) Münd⸗

aicher Bericht des Finanz Ausschusses zum Etat der

Landtagsversammlung und des Landtagsarchives für

ein Jahr der XVI. Finanzperiode, 1882 und 1883.

z) Berathung und Beschlußfassung über den Bericht

des Fin⸗; Ausschusses zu den Rechnungs⸗Nach⸗

Aber die Ausgaben auf den Etat des k.

steriums des Koöniglichen Hauses und

fuür das erste Jahr der XV. Finanz-

9. 4) Mündlicher Bericht des Finanz⸗

s zum Etat des k. Staatsministeriums des

oniglichen Hauses und des Aeußern für ein Jahr
der XVi. Finanzperiode, 1882 und 1883.

Munchen. Im Einlaus der Abgeorde
refentammer befindet sich u. a. eine Vor-
tellung des Profefsors Holzner an der landwirth⸗
chaftlichen Centralschule in Weihenstephan, welcher
diltet, durch einen Anhang zu dem Gesetz vom 6.
April 1850 über die Verjährungsfristen das allzu
auge Aorgen der Brauer an die Schenkwirthe
ibzuschneiden.

Muͤncheu. (Malzaufschlag). Zum
Bollzuge des Gesetes vom 15. 1l. M. über den
MNoalzanfe“ »urde zufolge allerhöchster Verord—

M verfügt: Auf die Dauer
Februar und März 1882

yon Bier mit 8 M.
Uebergangsabgabe

mmten geschrotenen

er erhoben, sodann

* Hnang für das in Ge—
dinden oder „Flaschen ausgeführte Bier a)2 M.
30 Pfg. vin Hektoliter braunen Bieres und b)
M20 pPitg. vom Hektoliter weißen Bieres ge⸗
ei“. Nach einer weiteren Bekanntmachung des
F. Rnzministeriums wird die in 8 1 Absaß 1Ziffer
3 r.Anweisung, betreffend die Rückvergütung des
Malzaufschlages für eus-ethrtes Bier bestimmte
Malzaufschlacke y auf die Dauer
der Monate — und März 1882
gele stet.

Auͤß München, 20. Dez. erhält die, Donau⸗
Zeitung“ folgende Mittheilung: „Es bestätigt sich,
daß der Papst in der Audienz, welche er dem
Bischofe von Speyer unlängst gewährte, mit rela⸗
tiver Befriedigung sich über die kirchlichen Zu—
tände Bayerns geäußert hat. In ähnlicher
Weise haben sich übrigens schon der frühere und
nuch der jetzige Vertreter des VPapstes in München
ausgesprochen.“

SR» —
        <pb n="844" />
        Weihnachten freilich nicht, dafür aber maßiges
Frostweiter, bei dem immerhin einstweilen als Trost
gelten kann, daß die alte Wetterregel: „Weihnachten
im Klee, Ostern im Schnee“ — diesmal eine
Ausnahme zulasse.“

Winter, 1588 und 1582 waren die Baume im
Februar grün, 1538 standen im Dezember und
zjanuar die Gärten in vollem Blüthenschmuck, 1241
lühten die Bäume im März und im Mai gab es
zeife Kirschen, 1289 gab es gar keinen Winter
und zu Weihnachten schon Veilchen, 1172 waren
im Winter die Bäume neu belaubt. Wie da die
Ernten darauf ausfielen, erfahren wir leider nicht.

FIn Augsburg hat sich jüngst anläßlich
der dortigen Landrathsversammlung folgendes er⸗
zoͤtzliche Geschichtchen ereignet. Nachdem am Diens⸗
ag Abend in einem dortigen Hotel ein Abschieds⸗
est ftattgefunden hatte, suchten die daselbst wohnen⸗
den Herren ihre Lagerstätte auf, um andern Mor⸗
gens frühzeitig der Heimath zuzueilen. Die Aus—
ührung dieser letzteren Absicht mußte jedoch auf
einige Stunden hinausgeschoben werden, weil den
randräthen die — Stiefel gestohlen wurden. Der
hzausknecht hatte noch in der Frühe dieselben zum
deinigen abgeholt und muß der Diebstahl also

pater erfolgt sen. Von jedem Paar fehlte eir
Stiefel, so daß die Herren nur auf einem Fuß⸗
beschuht waren. Durch Zuhilfenahme der Schuh—⸗
nagazine war die Verlegenheit bald gehoben, bis
auf einen Landrath aus dem Algäu, der auf einem
olchen großen Fuß lebt, daß in Augsburg kein
passender Stiefel gefunden werden konnte. Di—
rechen Diebe sind verhaftet.

Bermischtes.

7 Erfahrene Waldhüter wollen aus dem Stande
der gegenwärtigen Waldpflanzen darauf schließen,
daß wir den so milden Winter auch ferner⸗
hin behalten werden. Das wäre für manche Ge—
schäfte schlimm, für die Armen gut und gar vor⸗
theilhaft für manches Wachsthum, so besonders für
die Weinrebe, die voriges Jahr sehr viel gelitten.
Nach Aufzeichnungen waren 1834 und 1846 ge⸗
linde und milde Winter, 1807 gab es fast keinen
Winter, 1792 blühten im Febrnar sämmiliche
Bäume; schon im Januar war das Einheizen der
Zimmer nicht mehr erforderlich, 1659 gab es keinen
Zchnee und keinen Frost, 1617, 1609, 1607 keinen

eEfaãlle.

Gestorben: in Enkenbach die Gattin von
Friedrich Rieß, Karolina geb. Krämer, 47 J. a.;
in Bolanden Maurermeister Johann Kronen—⸗
berger, 51 J. a.; in Ebertsheim Gg. Th.
Heeß, 62 J. a; in Speher Frau Rosina
Bechtel, geb. Rebmann, 79 J. a., in Fran—
enthal Johann Friedrich, 4J. a. Sohn
des Gendarmerie-Wachtmeisters Weiß.

gr vee x —

Oeffentliche Zustellung. —
Vorladung.

Die Reservisten J. Holweck Va⸗
lentin, genannt Ludwig, 29 Jahre
alt, Bergmann von Rohrbach,2
Barth Ehristiau, 28 Jahre alt,
Schlosser von Heckendalheim,
beide zur Zeit ohne bekannten Aufent-
haltsort abwesend, werden hiemit vor⸗
deladen, am Mittwoch, den
15. Februar 1382, Vormit⸗
tags 259 Uhr, in der öffentlichen
Sitzung des Schöffengerichts zu St.
Ingbert in dessen Sitzungssaale zu
erscheinen, damit daselbst zur Haupt⸗
verhandlung über die gegen sie erhobene
Anklage wegen Auswandern ohne Er—⸗
laubniß im Herbste dieses Jahres, ge⸗
schritten werde.

Zugleich wird den Angeklagten er⸗
öffnet, daß bei unentschuldigten Aus—
bleiben ihre Verurtheilung auf Grund
der vom kgl. Landwehr-Bezirks-Com⸗

Freunden einer geistig anreg enden

unterhaltenden Lektüre

kann mit vollem Recht das „DeutscheMontags-Blatt“ empfohlen werden
Diese durch und durch vriginelle literarisch-politische Wochenschrift, welche die
hervorragendsten deuischen Schriftsteller zu ihren Mitarbeitern zählt, ent—
zält eine Fuͤlle geistvoll geschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der
politischen, literarischen und künstlerischen Strebungen unserer Tage darstellen
Jede neu auftauchende Frage, jede neue Ersche inung in Wissenschaft, Politik
unst und Leben findet im „Deutschen Montags-Blatt“ unparteiisch
und erschöpfende Behandlung, während die gesellschaftlichen Zustände der Gegen
wart in elegan ester Form interessante Beleuchtung erfahren. Belletristische
Feuilletons und Humoresken sorgen für die Unterhaltung der Leser.

Diese literarisch-politische Zeitschrift ersfen Rauges, welche am zeit ungs⸗
losen Tage, dem Montag, erscheini, verbindet die Vorzüge einer unierhaltenden
ind anregenden Wochen schrift mit denen einer wohlinformiten, reich mit
Nachrichten ans erster Ouelle ausgestatteten Jeitung, und so entspricht
das „Deutsche Montags Blatt“ in seiner Doppel-Natur einem ent⸗
schiedenen Bedürfniß des gebildeten Lesepublikums, wofür die
zroße Verbreitung den besten Beweis liefert.

Alle Reichspostanstalten und Buchhandlungen nehmen Abon⸗
nements zum Preise von 2 Mark 50 Pf. pro Quarial entgegen. Zur
Begegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Mr. 1304
der Post- Zeitungs-Preisliste pro 1882. Probe-Mummern versendet
gratis und Framcoo die Erpedition des „Deutschen Montags⸗
Blatt“, Berlin 8W.

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Die Arbeitsstube.

mando Zweibrücken vom 20. Vezemder
1881 nach Vorschrift des 8 472 der
R. St. P. O. abgebenen Erklärung
»rfolgen werde.
St. Ingbert, 24. Dez. 1881.
Der kgl. Amtsanwalt:
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tungsblatt für den Leser zu sein. In volksthümlicher und pikanter Dar
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ung durch eine umfassende Chronik der Berliner Tages-GErreig⸗
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testen Autoren unterstütztes reichhaltiges Feuilleton. Eine Rundschau
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leuchtet in anerkannt meisterhafter Weise die politischen und socialen
Fragen des Tages. Den der Berliner Gerichts-Peiture neu hinzutretenden
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2375 58 — z2828 55535 53525 53 23 5— U—
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58 5828 —8 2 5 535336 5 * 27 —A *
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28—7 58 553 —532—* 525325 3335 2 35 2— 5*—
8 — — — 2 — ———— —8 53268 MN 3. — 2
3 5— 22 —WM 55 —8 8252 822 J 3 J 5
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——— 38—— —223 * — ——— — 3 2 32. 5 —
82 . 5* — — —— 25 ——
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A 55 57355 55 ——538532837 —z 8
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5 7“ 38 5,583—825 55—8535 883
5—3355 — 857723 523257 SS „“ 5375 —
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338375 — 3575 5*53 58 z2523564 2583332 — 28332 235 *
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* — . * 8* — —— * 2 —
z83533 2783337 35 5238 —5 —* 5z5358* 5* ———— 5232* 6* 5358
—*2 2 . ) 385— — 5 —⸗e — 28 D2 —
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8275—38535 — 535538 25. 33885
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z5* 32355 55535 5725835 358 3 535— —855
2 3 2 2 55 — 2. *
—A0 — — —352335553—868 —8757337
* Z8 * 5 232 *
5 2553335 858* z352853538 258 25 332333
25553 533853 — 35538——22 —
* —72 — —5553 — .2,2 7 8 5
332—3 33353 232538335 —
2287 2253 27 25757 2 — — 0 23.7
25343365 2 2 255*23—27 25 53—8 23. 25 5.
252727 528 22 2552— 253333 3—352 —x
— — 7222 * — 3 — 8 2 2 — — — — —— —*
— 5 255 * 2558555 2 *3 53 * — v
2. 5,88* 5 3 353 —585233*85 533328
87 — * 22.2 — ꝛ *
Fe 27*7 5532—6838583 3 538
— 7 — * S3 7
* * —357 525258 275 7
2* 22783 2388 2 2
— 23. 78 2 — —G
— *22* 2 222 ————— — 2
* 27* 528538—833 258513 73
* 7* 555 735 553 5385 — *2
S · —— 3 * —
53,5 5 5325238 *5 2.4 7236
8S23.3. 223 26322 22 3. x6
⁊ *3. * 2538525 53
⸗. 285582 555.533 e· *
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5223 52 5553553 7757
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523— 83353 55 352 ———
22 C. S 557 2 728 — 2 *
52853 8526 —2525—52 3—
——2 —2 — F 2223 *
—— 22.2 —5— — —— —— —

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22* —A — — 2 S 222
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15 332323383 — —2 3 722682 l
*»57772772872 — 3233 2 323822237

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        <pb n="847" />
        »t. Indherfer Adzeiger.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.

*
3

— — — — — — —— — — — — — — — ———— — — —

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unierhaltun gb

tzlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 4, einjchließlich

40 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebuhr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und jolchen,
auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 ⸗, bei Neclamen 30 B. Bei 4Amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.
Donnerstag, 29. Dezember 1881.

16 Jahrg.

*4 auf den

Bestellungen ag
erter Anzeiger“ wollen gefaigst noch vor Ablauf
zieses Monais gemacht werden, damit in der Zu⸗
endung des Biattes von Neujahr ab keine Unter-⸗
zrechung eintritt. Mit der ersten Nummer des
euen Jahrganges erhalten die verehrl. Abonnenten
odie alljährlich einen . 33 *
Wandkalender pro 1882 —
As Gratisbeilagege.

ohne Zuthun des Herrn Bischofs weiterhin zu
rößerer Oeffentlichkeit gelangt sind.

Berlin, 27. Dez. Der „Reichsanz.“ meldet:
Dder Konig verlieh dem Minister des Innern von
Puntkamer das Kreuz mit dem Comthurstern des
Hausordens von Hohenzollern.

Gegenüber den Times“ die ihre Mittheilungen
zetrefss des Diebstahls wichtiger Papiere aus
emn Berliner Großen Generalstab aufrecht hält,
viederholt die Kreuzzeitung“ ihr Dementi; im
Hhroßen Generalstab sei nichts von einem Diebstahl
ekannt, man könne sich nicht einmal die Entstehung
ʒes Gerüchts erklären. Wer hat nun recht?

In Paderborn ist das Domcapitel jetzt auch
ur Wahl eines Bischofs zusammengetreten.

Fulda, 27. Dez. Die Consecration des neuen
zischofs wurde soeben vollzogen; als Consecrator
ungirte der Bischof von Hildesheim, Affistenten
daren die Bischöfe von Trier und Würzburg.
Rie Bisthümer Freiburg, Limburg, Mainz und
aderborn waren durch Domherren vertreten, der
)berprasident und Regierungspräsident waren an—⸗
desend. 169 Geistliche wohnten der Handlung bei.
zischof Kopp hielt eine kurze. herzliche Ansprache
in die Versammelten, die warme Fürsorge des
daisers für die Kirche besonders betonend. (Fr. J.)

Ausland.

Daß Frankreich wirklich ein reiches Land ist,
vird dadurch bewiesen, daß es im laufend⸗n Jahre
inen Finnahmeüberschuß von 200 Millionen
ranck aufweist, während sich in anderen Staaten
defizite über Defizite häufen.

— Die Dircion der Plälz. Eisenbahne'n
nacht darauf aufmerksam, daß nach der neuen
Fassung der allgemeinen Zusatzbestimmungen zu
IB8 des Betriebs⸗Reglements Kartoffeln nicht
nehr zu den Guütern gehören, für welche im gan⸗
en Jahre bezwo. während der Wintermonate die
Fracht stets bei der Aufgabe entrichtet werden muß.

Nach einem vom k. Staatsministerium der
zinanzen aufgestellten Verzeichnisse darf bei nach⸗
jehenden k. Forstrevieren von den Staatsforst⸗
ienstadspiranten die besondere Vorbereitungspraxis
estanden werden: in der Pfalz: Kriegsfeld, F.A.
Winnweiler. Schaidt, F.A. Speyer und Tripp⸗
tadt, F.A. Kaiserslautern.

*gIn der letzten Sitzung der Strafkammer des
gl. Landgerichts zu Zweibrüsden wurden u. A.
rei Personen von hier, von denen die eine eine
geitdecke, die beiden anderen je einen Teppich aus⸗
vielen ließen, ohne die obrigkeitliche Erlaubniß
sierzu zu haben, zu Geldstrafen verurtheilt und
war ersiere zu 3 Mark, die beiden letzteren zu ie
5 Mark.

Di 26. Dez. Gestern Abend hielt die 29 Mann
tarke Feuerwehr in Eschringen —, wie schon
eit 8 Jahren üblich — ihre Christbaum-—
Zerlodsung, die in der schönsten Ordnung
nerlief. Unter den aktiven und passiven Mitglie⸗
ern, sowie deren zahlreich anwesenden Familien⸗
ingehörigen herrschte die gemüthlichste Stimmung
Wahrend der Verloofung wurde für die erkrankt
Familie eines armen altiven Mitgliedes eine Samm
Aung veranstaltet, welche 4,90 Mark eintrug und
m ihrem Bestimmungsorte gewiß auch einen frohe
Weihnachtsabend bereitete.

Der Stadtrath von Kaiserslautern ho
eschlossen, einen Antrag auf Revision der Häufsen
deuer nicht zu stellen.

—In Alfenborn geriethen zwei Familien
ater, wie die „K. Z.“ meldet, wegen einem Vier
elchen Schnaps aneinander. Der Streit setzte sic
iuf der Straße fort, bis einer dem andern do
Messer in die Brust stieß. Der Gestochene, Vate
‚on'7 Kindern, soll tödtlich getroffen sein, lel
ber bis heute noch. — In Enkenbach ertrar
ach demselben Blatie dem Müller Beutler ve
er unteren Eselsmühle in den v. Gienanth'sche
Weihern sein altester Knabe im Alter von 1
dahren. Der Vater war in der Zeit in Sembo
n der Kirche.

— Landau. Der Selbstmord des Unterof
iers Simon von Lambrecht — wie es heißt, weg
ines ihm zuerkannten 8tägigen Arrestes — ha
vie man der „N. B. L.⸗Z.“ schreibt, die Zahl d
Selbstmorde, welche bei den zwei hier liegende
Zataillonen des 18. Infanterieregiments seit sein
ẽrrichtung (1. April d. J.) vorgekommen find, a
gebracht. Das in Zweibrücken liegende Bataill
esselben Regiments hat nach derselben Quelle
em gleichen Zeitraum 2 Selbstmorde zu verzeichne

— Speyer. Die Entschädigung, welche F
akteur Gottrand in Kaiserslautern an Bie
zrauer Sick laut Vergleich zu zahlen hat, wird a
300 Mk. angegeben. EEine Folge des bekannt
Glicerin⸗Artikels in der „Pf. Vzt.“)

— Speyer. Dem Reitscher⸗-Verein ist vond
Prinzessin Marianne der Niederlande ein Beir
‚»on 3000 Mark zur Erbauung der Reischer⸗Kir
ibermittelt worden.

— Speyer, 24. Dez. In vergangener No
ind wieder drei im hiesigen Amtsgerichtsgefäng
nhaftirte Individuen entwichen. Es ist dies
erhältnißmäßig kurzer Zeit schon der dritte F

* Das Jahr neigt sich zur Wende und wie im
urgetlichen Leben der Mensch an der Schwelle
ines neuen Jahres noch einen Blid zurück⸗
oirft auf das vergangene Jahr und das Facit der
ür ihn wichtigsten Ereignisse desselben zieht, so
endet auch der Politiker noch einen prüfenden Blich
urück auf die politische Vergangenheit
zes alten Jahres. Leider fällt diese Prufung, so—
veit sie sich auf unsere inneren Verhältnisse bezieht,
serade nicht allzu erfreulich aus. Die Zeit so
eidenschaftlicher Parteilämpfe, wie sie das junge
Feuische Reich seit seinem Bestehen noch nicht erlebt
atte, liegt iaum hinter uns und noch bricht diese
darteiverbitterung, wie sie sich in der ganzen Pe⸗
jode der letzten Reichstagswahlen oft kundgab,
mmer wieder durch. Es ist erklärlich, daß unter
siesen widerwärtigen Verhältnissen ein gewisser
ꝛessimistischer Zug in unser ganzes politisches Leben
ekommen ist und daß hierunter auch die Arbeiten
jes Reichstages leiden müssen; hoffen wir darum
von dem neuen Jahre, daß es uns endlich den
Abschluß dieser politischen Kämpfe oder wenigstens
ine mildere Form derselben bringen möge und
siermit die Ausgleichung tiefer Gegensätze, die ja
zas Ziel ist, welches in dem politischen Ringen den
dampfenden auch im heißesten Ringen vor—⸗
chweben sos

Lokale und pfälzische Nachrichten

* St. Ingbert, 29. Dez. Zum Zwecke der
Aufrechthaltung der oöffentlichen Ru he und
Ardnung in der Neujahrsnacht und um
em die Sicherheit der Personen bedrohenden Un⸗
uge des Schießens in derselben entgegen zu
reten, bringt die kgl. Kreisregierung den 81 der
Illerhöchsten Verordnung vom 21. Januar 1872
a Etinnerung, wonach die Führung verschiedener
Vaffen (Dolchen, Stilletten, Terzerolen, Sachpistolen,
devojvern, Abschraubgewehren 2c.) allen unselbst⸗
andigen Personen untersagt ist. Zugleich giebt
je beiannt, daß gegen alle Zuwidechandlungen —
seben der Beschlagnahme der verbotenen Waffen —
uf Grund des Ärtikels 39 des Polizeistrafgesetz⸗
zuches die Strafeinschreitung erfolgt. Nach 8 360
zifser 11 des Reichsstrafgesetzbuches wird ferner
nil Geldstrafe bis zu 50 Thalern oder mit Haft
estraft, wer ungebührlicher Weise ruhestörenden
därm erregt, oder wer groben Unfug verübt.

Dec Vollständigkeit halber tragen wir nach,
daß auch das „Casino“ für seine Mitglieder in
inem Vereinslokale (Grewenig'scher Saal) am Abend
es zweiten Weihnachtstages eine Christ baum⸗
‚erkoosung veranstaltet hatte, die, wie uns er⸗
ahlt wird, sehr zahlreich besucht war und in sehr
ingenehmer und gemüthücher Weise verlief.

Der Reinertrag der zum Besten des kath.
dirchenbauvereines gegebenen Kindervorstellungen
m Schwesterhause beträgt, wie wir erfahren, etwa
70 Mark.

Der pfälzische Landrath hat die An⸗
ahl der zur Untersuchung der Zuchttauglichkeit der
grivatbeschälhengste und zur Ausstellung
er Körscheine pro 1882 zu bildenden Köraus⸗
hüsse auf 7 festgesetzt und nachstehende Orte als
rörorte bestimmt: Alsenz, Altenglan, Bergzabern,
dandel, Landau, Pirmasens und Speher. Die
»ortermine werden später bekannt gegeben.

Politische Uebersicht.
Deutsches Reich.

München, 27. Dez. Se. Majestät der
donig wohnie in der Christnacht einer stillen
Messe in der Schloßkapelle zu Hohenschwangau an.
Das Neujahrsfest wird Se. Majestät voraussichtlich
nuf dem Linderhof verbringen.

Muͤnchen, 27. Dez. Das Bayer. Vaterl.“
nthält folgende Mittheilung: „Die Meldung der
Blätter, der „„jüngst in Rom gewesene““ hoch⸗
vurdigste Herr Bischof von Speyer sei der Ueber⸗
ringer von „„Anweisungen des Papstes für den
ayerischen Episcopat, sich friedlich zu verhalten““,
der derselbe sei vom Papsft beauftragt worden,
zewisse Aeußerungen des Papstes über den Minister
. Lutz als eine „„päpstliche Kundgebung officiell
ʒem dayerischen Episcopat mitzutheilen““, ist in
zieser Form nicht richtig. Ist es auch richtig,
zaß der Papst in einer dem Herrn Bischof von
Speyher im October d. J. gewährten Audienz sich
nicht ungünstig über Se. Erc. den Herrn Minister
o. Lutz und relativ befriedigt über die kirchlichen
Verhäitnisse in Bayern überhaupt ausgesprochen
sat, so ist weder von Seite des Papstes eine
Weisung, dem bayerischen Episcopat davon eine
filielle Mittheilung zu machen, erfolgt, noch von
Seite des Herrn Bischofs eine derartige Mitthei—
ung an den Episcopat (oder an Herrn v. Lutz)
rgendwie gemacht worden. Dagegen soll nicht be—⸗
fritlen werden, daß der Herr Bischof auf der
kückreise von Rom allerdings einem höheren Geist⸗
ichen gegenüber von bezüglichen Aeußerungen des
Bapstes gelegentlich gesprochen hat. durch den sie
        <pb n="848" />
        »aß Gefangene gier aus ihrer Jelle enttommen sind,
ind durch den heutigen Fald soll das Dutend
Entsprungener bereits uͤberschritten sein. (Pf. 3)

Ais Warschau, 26. Dez., wird dem
„F. J.“ über den schon erwähnten Vorfall Fol—
gzendes gemeldet: Gestern verübten zwei Leute in
)er Kreuzkirche Diebstähle: bei der Verhaftung der⸗
elben schrie einer Feuer. Die Kirche war von
Nenschen gefüllt. Alles drängte sich nach den Aus-
üngen; 26 Personen blieben todi, 60 wurden
chwer und sehr viele leicht verwundet.

fWien, 24. Dez. Nach dem nunmehr rec⸗
ifizirten Verzeichnisse der Vermißten sind 449 Per—
onen bei dem Brande des Ringtheaters verunglückt,
vährend es bezüglich weiterer 12 Personen? noch
weifelhaft geblieben ist.

FParis, 27. Dez. Die Eisenbahnunfälle
iehmen wieder in beunruhigender Weise zu. Der
Jestern nach 12 Uhr von Calais nach Paris ab⸗
zegangene Personenzug stieß um 9 Uhr Abends
iuf einen entgleisten Güterzug. Zwei Pafsagiere
vurden schwer verwundet. —

f London, 24 Dec. Heute Morgen find
eiin Güter⸗ und ein Erpreß-Zug bei Sloug auf
der Great⸗Western-⸗Bahn zusammengestoßen. Viele
Personen sind verwundet.

Battin von Johann Hasemann, Katharina geo
Weigel, 73 J. a; ebendas. Frau Katharino
Roth, geb.Mech, 55 J. a. (die Frau starb in
Folge eines Sturzes, den sie beim Verlassen eines
häckerhauses in dessen offenstehenden Keller gethan,
vobei sie sich am Kopfe schwer verletzt hatte); in
dandaun die Gattin des Buchhändlers und
Zedalteurs Eduard Jost, Auguste geb. Georges,
34 J. a.; in Kirchheimbolanden Frau
datharina Beckmann', geb. Ackermann, 64 J.
a.; Ebendas. Frz. Ad. Lennig, 27 J. a.;
in Zweibrücken Frau Dorothea Philippine
Stephan, geb. Haas, 77 J. a.; ebenda
——VV — Ingweiler
Magdalena, 19 J. a., Tochter von Peter Kum⸗
bach; in Höheinsöd Frau Katharina Höh,
Jeb. Höh, 30 J. a.; in Lambsheim Frau
Zathar. Dörr, geb. Stoor, 59 J. a. ; in
Bil dstock Frau Julie Sarrh, geb. Lütkemann,
39 J. a.; in Altenkessel bei Luisenthal Frau
Margaretha Schleiden,;, geb. Maurer, 25 J. a.;
in Freinsheim Ludwig Harm J., 60 J. a.;
n Grünstadt Anna Manß, 19 J. a.

Vermischtes.
rGfalzische Studentenin München.)
Die schon seit Jahren in München bestehende Stu—
dentenverbindung „Transrhenania,“ die vorzüglich
unsere jugendlichen Landsleute in sich vereinigt,
zählt, wie die „Pf. Pr.“ vernimmt, bis jetzt in
piesem Semester 26 Aktive. Hierdurch ist dieselbe
unter den 18 Münchener Couleuren die zweitstärkste
geworden.
Ein splendides Weihnachtsgeschenk
bon 250,000 Mark ist von Hamburg aus an einen
Jöheren Beamten in Bücke burg geschickt worden,
um an fünf ohne eigene Schuld zu Krüppeln ge⸗
wordene Mädchen dieser Stadt vertheilt zu werden
Der edle Spender hat, der „M. Z.“ zufolge, seinen
Namen nicht genannt, und 'soll sich auch, wie man
hört, Nachforschungen nach der Person desselben
derbeten haben.
Bremerhaven, 24. Dez. Der Dampfer
des Nordd. Lloyd „Brausschweig“ ist im neuen
dafen gesunken.
ODeffentliche Zustellung. Danksa gung. !
Vorladung. Für die Ueberreichung des Reiner⸗
Die Reservisten J. Holweck Va⸗ rags des Kindertheaters im katholischen
lentin, genannt Ludwig, 29 Jahre Schwesternhause an unseren Kirchen⸗
ilt, Bergmann von — 2. aauverein spreche ich hiermit öffentlich
Barth Christian, 28 Jahre alt, den Dantk des Vereins aus.
Schlosser von Heckendalheim, St. Ingbert, 27. Dez. 1881.
jeide zur Zeit ohne bekannten Aufent- der Präsident des Kirchenbauvereins:
Jaltsort abwesend, werden hiemit vor⸗ V. Graffion.
zeladen, am Mittwoch, den
i5. Februar 1832, Vormit⸗
tags 29 Uhr, in der öffentlichen
Sitzung des Schöffengerichts zu St.
Ingbert in dessen Sitzungssaale zu
erscheinen, damit daselbst zur Haupt⸗
oerhandlung über die gegen sie erhobene
Anklage wegen Auswandern ohne Er⸗
aubniß im Herbste dieses Jahres, ge⸗
chritten werde.
Zugleich wird den Angeklagten er⸗
jffnet, daß bei unentschuldigten Aus⸗
zleiben ihre Verurtheilung auf Grund
der vom kgl. Landwehr⸗Bezirks-Com⸗
mando Zweibrücken vom 23. Dezember
1881 nach Vorschrift des 8 472 der
st. St. P. O. abgebenen Erklärung
rfolgen werde.
St. Ingbert, 24. Dez. 1881.
Der kgl. Amtsanwalt:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung
Krieger
kgl. Amtsgerichtsschreiber.
—⸗
Stadtrathssitzung
Freitag, den 80. ds. Mis.
Abends um 5 Uhr.
Tagesordnung:
Aufstellung des Voranschlages der
Bemeinde St. Ingbert pro 1882.
Die Wahl eines Feldgeschworenen.
Bürgeraufnahme.
Herstellung eines Friedhofes für
Schnappbach.
St. Ingbert, 29. Dez. 1881.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
xrische Schellfische und
Cabliau
fen Donnerstag ein.
M. Fern.

, .
Gestoröenemn Kaiserslautern die Gat—

Fur die Rebanon —XRüXE 5.
—

De Musik⸗Verein St. Ingbert beabsichtigt, wieder einen Dirigenten

anzustellen. Bewerber wollen sich bis nächsten hn ta g beim J. Präsidenten,

derrn Oberamtsrichter Koönig dahier melden, woselbst das Nähere zu er—
ahren ist.
Der Ausschuss.

— — —
Samstag Abend 6 Uhr
Wurstsuppe
nit Sauerkraut, sowie guten
Viez und neuen Wein ber
Pu. Paulus.

——ñ — — —

V. Röbhme?s
große Aenagerie
»ffnet von früh 9 bis Abends 9 Uhr.
Vorstellung und Fütterung: Nachmittags
ind Abends 8 Uhr.
Besonders zu bemerken: Elephanten, 4 Löwen
ud Tiger, 30 Affen und Papageien, 15 Bären,
Wölfe und Hyanen,
n nubischer Waldmensch,
Brillantschlange ꝛc. ꝛc.
Hochachtungsvoll W. Böhme.
Gesunde Pferde zum Schlachten werden gekauft.

Von W. Blad
Einer der packendsten und gehaltvollsten socialen Romane der neueren
Literatur beginnt mit Neujahr im
2 Illustrirte Wochenschrift ersten Ranges.
In 2 Jahren über 50,000 Abonnenien erreicht.
Ferner von Wilhelm Jensen:
Ein Traum
JIllustrirt von Woldemar Friedrich.
Praͤmie für 1882:
Bildermappen des Jeutschen Jamilienblatts.
Preis vierteljährlich nur Mk. 1,60 oder in jährlich 14 Heften zu
15 Pf. 5
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Verlagshandlung J. OH. Sch orer de rlin, W., Lutzowstraße 6, gratis
eziehen.
— Man abonnirt in allen Vee ngen und Postämtern. Ac

Musiß

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Montag, den 2. Januar 1882, Abends 8 Uhr bei Oberhauser
General-Versammlung.
Tuues Ordnumg- .. — — —
—— 8 Jagd-Einladungskarton
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PDer Ausschuss.
drud und Verlag von . X Deme ——

J. J. Demetz
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3605.35. 2 532 *5 5232 — 832 D 283 J538322 2 * — —
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3 ⸗ 3 2 32 2 *2 5. * 2 57 — 33 55 ⁊ * 2
25* 8 — —3 5272 552 25* 535 33 5387 —
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8 22 —28cIS 2. 2* * 2283.8 *2 — — 3 2. 2 * 2
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8 —53 — 25383.2— 8*8 — 2 22* 5 — 22 —— —
82822 — 2* —X— 5 55— 8 — 83 57 uĩ *3 32 *
338375 — —s25 7973 72258353855355 * 233 273 — 53
—33S 253552,535 3232* 558* 35.28 322 72 8238 5
26—529 22 — 3 5332—. 3 . 23. — — *3.3 3
—J 3538532385 O35 32 3335 33825 7— S * 72 535. 28* 55 23
—3 335333388 33 5—3 —233 538 —353
5 * —A 5232. .3 5* x753 —23 5538 833 23 8
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—* — 8 2. 2. vc 2 S.*
5* 2* * * 23*8 252 ⸗. —
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383353*æ33 758533 832333 333358385*588588
—53383—333 —5—2373 *2823353 — 538 335335
78 * * * 22 — 2. —— * 2* 33 —5538 25
— * 3 —2* — —A 22323558* 3 2. ————— 33
833 83 533838 ——53532388 — 5*83 255833332 8
*3 —A *528 53523*383232 5583 8 23 I
*383 3 3235 — 5338 86*8 573 333388 323 — 383322
s538 8835380 3333333—5238 35 3385*5*
27 —2 — * * 3
ss333 5 *28837 23 32322383 — 35552833382
* 77— F 2 322 2 5 2 —
s3855385 58535 25 5. 5332.73 — — —A
3 823 3 285 53383 —— 8 22522
— 5.35* —⸗ * 2 — 2 — * * 8
Fagge 6* 33338355 8 78 —33
8* .* * * 2 53* 235 52— 2
——— 33 38
3 23 5* Q8 *83 * 3326 238 3237 —
— * — — 32 3 * — — * * 2 — —Ac 32.12
553222 3 82 * 255:c 52,. *x 357 * —— 3. 527—5* 3
— 37 5.3 — 53353 5 *3338 5333337
238 *2835 258 —2 553333—33332 5*5858 3383388
* S 2 *5 * 8 2 *
0238 23 55 *22 55*33 23 8353337 5 28 323 34 253—52385
223 * s 3232 58338 32333 35532323308 32533 3335353*
2*2 — 5 * 257* 2 5553 2225 727538 328—23323
53233353 * 3238 83 283 3 8 5338833
5—553533— 237 *3323 32858 555 ?288 252283
2123 2 — 2 * 5—* 2* — 7 2. c2 552
— 22235 5 — —* 2. 52 * 2 23 —A 5222 53 *
— — 5 7 —E 5272 327 23 3238 *2 25 25 2*5 32
5 233 52 —75523 2288 53833332555 ———28 232. 55
24223 55 * 323883 7333 32323 228 25323
53223 * — —— —* 25 3z30 32 22 — 572
3533535 Z833238 53338 5355 5533 538352 838388
— — 3 3. 282 55253338387 —— 723 9
2235523 8 — 3 2* 32573 772 57 2 8 —— *
*7358 ——2 2 —9

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*2328383383 22—. * 5273533 7
33.* 25353585 3333 5332353523537
* —232 * 22
2 332353 28 3335 65223553588
2 92 — —A — 22— * — 3235827 * — *87 ———22
538 2 — 25235* 2532. 2 3* * 52358
328 22. 7 8* —— — — S33 60
28337.6 8 5232285 28322 833238 2235—53853*
22. —— 285 282337 5235 5. 583828 *
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5 2. — — —M— 53 — Qu⸗ 2* * —
—A 83 —3 158s388 56823
7.8 528355 53284 5332335
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——— A 5*53 33 337
8 25 7 5.2 2 * —F
28* s e
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332233 523232325 — 8 — 78
35283 —3——8 z23325 z 3
22 —* 2 *
85859 532 — 2833 5327 385355
—8593533 333253 3, 552
1*33 3 328 32833 523332333 2323 53573
J * 3* X 2352 33353387 22353 2
— —XEAI 5283333 x32 23—
222828 32*888 38* 233353238388
5522 — 3 —833 3
— 8 *7 353. 523 X 223 5
E 33333483833
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* —53533535 ——
53.5*3 25552—29
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315 5 *2 2 2552 227 * 8 5
*8 —2 45372* — —3.5 2288 52 0 33
—— —*8X — * 32232 5 — 8 2 7
z* 74 J
15— 72 5 33 5323355 72
DD———— 352323 33 25835335
38 3—8 5* 833353
— — 7 2. —2 —5 8 — 2**2
2 A— 5 2 * * 753 3252 5. 2R
3525* 3. 3 2 33823 583352*
55333383 8 *8 33
235.5 3582355 253 —— 33
2 *2 2 u2 5* 2222—2 x52 — —A
2397* *5* 2 23 23335855
25 68. 2352522 88333 238525
**222 —A 28 5—338258335 — ——
22 2 22. 7 2 —255 83 5335
————— —23 — —
387 35 3328 3238 2588*
—— 353.33 J8 55. 2
—X
8558 282834 2 836
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3265. —8 55 2 * 523 533322223
2 22 5 33 8 3 * *8 * 23
F T7ꝛ5 8 53 5 5583.*
— 8 ——— 2 52— 22 *
m88 82* 3.35 3 5603
* 255 — 33 3528 8 3
* 54 37 3 2523*8 *
— *— 3 55 25— c 2
6..cs 483 33833883 503
2. * 123 *— *27 3. 52 532 52 — 2
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        ðSt. Ingherter Anzeiget.
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert.
— — — F — — — — — — — —“

der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochenltich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltun gs

zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 146 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 4, einschließlich

10 H Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondeile oͤder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen,
auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 B, bei Reclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet.
M 220.

Samstag,“ 31. Dezember 1881.

14168. Jahrg.

* Rückblick auf das Jahr 1881.
Das Jahr geht zu Ende; noch eine kurze Weile,
ind dasselbe gehört der Vergangenheit an. Werfen
vir zum Abschiede noch einen Blick auf dasselbe
uurück, so müssen wir dem Scheidenden das Eine
um Ruhme nachsagen: Es war im allgemeinen
ein-Unglücksjahr für die Menschheit, es war ein
rriedensjahr, und der Weltfriede bewahrte sich nicht
zur in den verflossenen zwölf Mongten, sondern es
ntstanden in denselben sogar. neue bedeutsame
Friedensbürgschaften, die sich die maßgebenden Mo⸗
jarchen und Regierungen gaben. Auch in jeder
inderen Beziehung wurde im Jahre 1881 unsece
erde und die Menschheit vor schweren Nöthen und
—EV herrschte in keinem
ande eine verheerende Hungersnoth oder Epidemie,
ioch vernichteten in ausgedehntem Maße Natur⸗
ewalten die Menschenwerke sammt dem Gottessegen.
Wenn wir sonach auch eine Anzahl hervorragender
zichtseiten als Geschenke im verflossenen Jahre kon⸗
tatiren müssen, so werden wir doch unmöglich be⸗
aupten können, daß derjenige Theil der Mensch⸗
seit, welcher rüstig und rastlos vorwaärts strebt und
ioch Vieles in der Welt und der menschlichen Ge⸗
ellschaft gebessert sehen will, mit großer Befriedi⸗
sung auf das Jahr 1881 blicken wird. Denn
roße und vielfach ersehnte Reformen vollzogen sich
n diesem Jahre weder bei der Menschheit, noch bei
inzelnen Nationen. Die Dinge nahmen eben im
Allgemeinen ihren gewöhnlichen Lauf, da mit ein
venig mehr Befriedigung, dort unter mancherlei
gefürchtungen. Wer all' die Ursachen für diesen
Zustand der Völker erforschen wollie, könnte ein
gickes Buch darüber schreiben; einige Hauptargu⸗
nente für die geringen Leistungen an positiven Fort⸗
chritten im politischen, wirthschaftlichen und socialen
reben während des letzten Jahres wollen wir aber
joch an dieser Stelle anführen. Diese Hemmnisse
zesianden wohl darin, daß immer ein Theil der
gölker und Menschen mit dem bestehenden Zustande
dunzufrieden war, daß er vor lauter Haß und
dampf zu keinem ergiebigen Fortschritte kam, und
»aß der andere Theil entweder die Dinge gehen
ieß, wie sie eben gingen, oder doch nicht energisch
jenug auftrat, um in dem Kampfe und Hasse der
harteien auch die versöhnlichen Momente zur Gelt⸗
ing zu bringen und für das allgemeine Wohl etwas
u schaffen.

Es gibt daher eine Schattenseite der letzten Zeit⸗
panne, die wir Jahr nennen, recht viel zu denken:
Wir nehmen viele Gegensätze und viel schroffen
Antagonismus politischer, wirthschaftlicher und so⸗
jaler“ Natur aus dem alten Jahre mit in das
ieue Jahr. Im eignen Vaterlande ist eß
nn dieser Beziehung fast am schlimmsten bestellt;
zenn gelinde gesagt, im de ut schen Reiche wie
in unserem engeren Vaterlande Bayern ist der
Parteizwist vielfach zum mindesten unerträglich ge⸗
horden. Aehnlich sieht es auch in dem uns zu⸗
aächst stehenden Lande, in Oesterreich, aus
ind ist dort die Lage noch in sofern verwickelter,
veil mit den Parteifragen auch die Nationalitäten-
rage in einer unglückseligen Weise verwickelt ist.
Finen ganz schweren Gegensatz birgt auch das
Bolksleben des russischen Reiches in sich.
In diesem Lande ringen die alte und die neue
Zeit noch immer nach einem Berständniß und zwar
Ft unter Aufwand der schmähligsten Mittel, bei
velchen selbst der Kaisermord nicht ausgeschlossen
lies und bei denen sich immer mehr der tiefe Ab—
zrund zeigt, mit welchem der entfachte politische
dnansinus das Staatswesen bedroht. In Eng—

Land drängt die irische Frage geradezu zum blut⸗
gen Conflict und der in Irland so schauderhaft
nͤftretende Gegensatz zwischen Arm und reich harrt
nöglicherweise auf einen schrecklichen Ausgleich.
Verhältnißmäßig milder treten merkwürdiger Weise
uur Zeit die Gegensätze in den romanischen
ind drienktalischen Staaten auf, in Frank⸗
— —— s. w. Doch
st in diesen Ländern nach alter Erfahrung Alles
It einem sehr jähen Wechsel unterworfen. An
nehr oder minder schweren Parteidifferenzen kran⸗
en auch die amerikanischenStaaten: Nord—
rmersta an der politischen Corruption und re—
ublikanischen Ehrlichkeit, Südamerika meisten⸗
heils desgleichen oder wie Chile und Peru an
en Folgen eines Krieges bis aufs Messer. So
ummt jedes Volk seine schweren Sorgen aus dem
llen in das neue Jahr hinüber und wollen wir
ur wünschen, daß ernste Bestrebungen und duld⸗
ame Einsicht überall künftige Fortschritte zum Besse⸗
en erzeugen mögen.

Volitische Uebersicht.

Deutsches Reich.

Muͤnchen, 28. Dez. Se. K. Hoh. Prinz
rto hat dem bayerischen Veteranen⸗, Krieger⸗ und
dampfgenossenbunde zu Unterstützungszwecken ein
geschenk von 500 M. angewiesen.

PMuünchen. Um bei Ersatze, Reserves und
onstigen Formationen die nöthige Anzahl an Unter⸗
— — Beförderung von
Unteroffizieren des Beurlaubtenstandes
erordnet, daß von den in den Beurlaubtenstand
die Reserve) übertretenden Mannschaften des activen
dienststandes eine nach dem Bedarf im Mobilmach⸗
ngsfall zu bemessende Anzahl als Unteroffizier⸗Ad⸗
piranten auszubilden und als solche zu entlassen
und daß nach erneuter Darlegung ihrer Quali⸗
scation bei Gelegenheit der Uebungen und sonsti⸗
en Einberufungen deren Ernennung zum Unterof⸗
izier, sowie deren Beförderung zum Vicefeldwebe!
zw. Wachtmeister zu erfolgen habe. EIr. K.)

Berlin, 28 Dez. Schon am 9. Januar, das heißt
zleich bei Wiederbeginn der Reichstagsarbeiten, wird
)en drei liberalen Fractionen der von ihren Dele—
zirten fertig gestellte Entwurf eines Unfallversicher⸗
ingsgesetzes zur Prüfung zugehen.

Ausland.

Zu Verbesserung der frauzõsischen Handels⸗
väfen will die französische Regierung bedeutende
Zummen aufwenden. Zunächst sind für Havre
350.,000 Fres. angewiesen.

lehrreich sein dürfte, so sollten Eltern denselben die
Freude um 10 Pfg. nicht versagen.

— beklagte Schuldner wird Folgen—
des von Interesse sein: Wenn Jemand bei Gericht
vegen einer Forderung eingeklagt ist und die For⸗
zerung ist richtig, so erscheint es als sehr zweck⸗
naßig. der Vorladung Folge zu leisten, im Termin
zu erscheinen und dort die Forderung anzuerkennen.
In diesem Falle beträgt die Gerichtssportel nur
uo, qlso z. B. statt 20 Mark nur 6 Martk.
Wenn 'aber der Schuldner im Termin ausbleibt,
so beträgt die Urtheilssportel das Ganze. Es lohnt
ich also wohl, im Termin zu erscheinen und damit
die weiteren *110 an Sporteln zu ersparen.

— Zür Zweibrücken wurde die städtische
Bleichstellungs⸗ Umlage pro 1882 auf 65 o/0 festge⸗
setzt; dieselbe betrug im lauf. Rechnungsahre 7300.

Die Mittheilung in Nr. 216 d. Bl., daß
ein in Ommersheim am 21. Dez. verun—
zlüchter Irrsinniger Tags vorher in die Irrenanstalt
lingenmnuͤnster übergeführt werden sollte, aber zu—⸗
rückgewiefen worden sei, weil die Bestätigung seiner
Iufnahme von der k. Regierung noch nicht. einge—
roffen, wird von Speyer aus dementirt. Bezüg⸗

iche Aufnahmsverhandlungen wären bis jetzt gar
nicht in den Einlauf der k. Regierung gelangt,
veßhalb auch eine Bestätigung der Aufnahme von
Seile dieser Stelle nicht habe erfolgen können.
Nach Mittheilung der Generalagentur A. u.
B. Schuler in Zweibrücken findet die Ziehung der
gzrückenauer Lotterie, da die Vorberei—
sungen hierzã erst am 29. Dez. beendet sein werden
und damit die Ziehung durch den Neujahrstaç
keine Unterbrechung erleidet, am 2. Januar statt.
Die Ziehungsliste erscheint am 10. Januar.
DBermitchtes.

Das Neunkircher Eisenwerk Gebr
Stumm) schreibt zur Vergebung die Lieferung fol
jender Materialien aus: 2900 ebm Bruchsteine
750 000 Stück hartgebrannte Backsteine (225 *
110 55 mm), 330 ebm Kalk, 1000 ebn
Mauersand. Schriftliche Angebote sind bis zun
15. Januar 1882 auf dem Bureau des Eisen
verkes einzureichen. Die Anlieferung hat nac
Bedarf vom 1. April bis 1. Juli 1882 zu ei
folgen.

F Nach der „Fr. Pr.“ soll KRönig Ludwi
hon Bayern vorgestern zur zweiten Vorstellung de
Oper „Herodiade“ in — eingetroffen sein.

fAus der Ersel wird der „Aach. Ztg.
unterm 24. d. geschrieben: Ein solch reichlicher, pöl
licher Schnee fall, wie ihn der letzte Mittwo
in seinem Gefolge hatte, ist uns seit Menscheng
denken nicht beschert worden. Am verschwenden
schsten wurde die Strecke Montjoie-Büttgenbad

Nalmedy bedacht. Hier lag der Schnee an einig
Ztellen meterhoch, erreichte sogar in der Nähe Bül
jenbachs die Isolatoren der Telegraphenstange
ßon einer regelmäßigen Kommunikation ist natü
ich keine Rede mehr. Verschiedene Postwag
teckten und stecken noch immer im Schnee; Pas'
ziere und Postillone retteten sich auf den Postpferd
his zu den nächstgelegenen Dörfern; die Effeki
u. s. w. konnte man erst am folgenden Tage

Sicherheit bringen. Der Postdienst wird, so
es eben angeht, von berittenen Postillonen besor

F Bern, 28. Dec., In Lütschenthal, Berr

Oberland, fand heute ein Bergsturz statt. Deta

tehlen noch.

Zürich, 28. Dez. Die Fahrt der Bund
xathsmitglieder durch den GotthardTunnel na
den besten Verlauf. In der Mitte des Tunn

——
Loe⸗are und pfälzische Nachrichten

xSt. Ingbert, 30. Dez. Wie man uns
nittheilt, veranstaltet die „Gemüthlichkeit“
ur ihre Mitglieder auf kommenden Sonntag Abend
ine musikalisch-theatralische Unter⸗
altung, in der u. A. das Lustspiel „Die
Doppelprobe“ aufgeführt werden wird. Nach dem
rereits eniworfenen Programm soll ein sehr gemüth⸗
icher Abend in Aussicht stehen, zu dem auch be⸗
zbsichtigt ist, den Tanzlustigen nach der Unter⸗
haltung Gelegenheit zum Tanze zu geben.

»St. Jagbert, 80. Dez. Wir erfahren,
aß Herr Menageriebesitzer Böhme für die hiesigen
golksschulen heute und, morgen den Besuch seiner
Nenagerie gegen den billigen Eintrittspreis von
9 psgqg. pro Kind gestattet hat. Da die fremd⸗
indische Thierwelt in der Menagerie in größerer
Inzahl und in sehr hübschen Exemplaren vertreten
st. der Besuch derselben für Kinder demnach äußerst
        <pb n="852" />
        wurde ein kurzer Aufenthalt gemacht. Die ganze
Fahrt dauerte 30 Minuten; es. waren keinerlei
Wärme⸗ oder Rauchbeschwerdeg wahrnehmbar.
Der Beirieb kann zu Neujahr auftandslos eröffnet
wverden. —“M. 3)
rDie höchste SEifenbahnbrüdeinber
Welt, so meidet die , Bradford Era“, wird dem—
aächst von der Erie⸗Eifenbahn⸗Co. zwischen Brad⸗
ord und Alton in der Oelregion Hennshlvaniens
gebaut werden. Sie wird eins Schlucht von 305
Fuß Höhe, in der Länge von 2250 Fuß über—
Pannen;““Das Material der Brücke wird Eisen
sein, dessen man 2000 Wagenladungen oder

i4 000 000 Pfund brauchen wird. Die Kosten
verden auf eine halbe Million Dollars berechnet.
die höchsten Brücken in Amerika find bis jetzt die
hängebrücke von Niagara Falls, 245 Fuß über
»em Wasser; die Cincinnatier Hängebrücke, 185
Fuß hoch; die Louisviller Brücke, 60 Fuß hoch;
ie hohe Harlem-Brücke, 116 Fuß hoch; die Por⸗
agebrücke auf der Eriebahn, 260 Fuß hoch. Die
Vollendung der obigen neuen und höchsten Brücke
vird der Eriebahn eine bedeutende Verkürzung ihrer
Berbindung von New-PYork mit Pittsburg gewähren.

Bweibrucken, 29. Dezbr. (Fruchtmittelpreis⸗ und 2
tualienmartt.) Weizen 12 M. 22 f. Korn 9M. 77 Pjf
Berste zweireihige O M. — pPf. vierreihige O M. — pf.
Spelz 9 M. 18 Pf., Spelzlern — M. Pf., Dinke
— M. — Pf. Mischfrucht 10 M. 51 Pf., Hafer 7 M
19 Pf., Grbsen — M. — Pf., Widen d R. Pf.
Zartoffeln 2 M. 80 Pf. Heu 4 M. 18 p̃f. Stroh 8 M
30 Pf., Weißbrod 1/ Kilogr. 60 Pf., Kornbrod 8 Kilo
0 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 83 Pf. paar Weck 90 Gr
b Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 pf., IUl Qual. a46 Pf. Kalb
leisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch 56 Pf.
Butter ./2 Kilogr. 1 M. 825 Pf., Wein 1 Vviter 80 pPf.
Bier J Liter 24 Pf.

ur die kedaltion veramwocinch F. . Vemen—

Deffentliche Zustellung.
Vorladung.
Die Ersatz-Reservisten J. Cl. 1)

Johann Schweitzer, 27 Jahre

alt, Schuster von St. Ingberkt,

2) Lorenz Seelbach, 27 Jahre

alt, Glasmacher von Schnappbach,

3) Albert Friedrich Acker⸗

mann, Glasmacher von Schnapp—

bach, alle zur Zeit ohne bekannten

Aufenthaltsort abwesend, werden hie—⸗

mit vorgeladen am Mittwoch, den

15. Februar 1882, Vormit—⸗

tags 39 Uhr in der öffentlichen

Sitzung des Schoöffengerichts zu St.

Ingbert in dessen Sitzungssaale zu

erscheinen, damit daselbst zur Haupt⸗

derhandlung über die gegen sie erhobene

Anklage wegen Auswanderns am 2.

Mai beziehungsweise 21. Oktober und

24. August 1881, ohne der Militär—⸗

»ehörde vorher Anzeige gemacht zu

haben, geschritten werde.

Zugleich wird den Angeklagten er⸗
zffnet, daß bei unentschuldigtem Aus—
zleiben ihre Verurtheilung auf Grund
der vom kgl. Landwehr-Bezirks-Com⸗
mando Zweibrücken am 23. Dezember
1881, nach Vorschrift des 8 472 der
R. St. P. O. abgegebenen Erklärung
erfolgen werde.

St. Ingbert, 27. Dez. 1881.

Der kgl. Amtsanwalt
gez. Müller.
Zur Beglaubigung
Krieger,
k. Gerichtsschreiber.
Deffentliche Zustellung
Vorladung.

Die Reservisten 1J. Holweck Va⸗
entin, genannt Ludwig, 29 Jahre
ilt, Bergmann von Rohrbach, 2.
Barth GEhristian, 28 Jahre alt..

Schlosser von Heckendalheim,
eide zur Zeit ohne bekannten AÄufent⸗
jaltsort abwesend, werden hiemit bor⸗
jeladen, am Mittwoch, den
i5. Februar 1832, Bormii⸗
ags 249 Uhr, in der öffentlichen
Sißung des Schöffengerichts zu St.
Ingbert in dessen Sitzungssaale zu
rscheinen, damit daseloͤst zur Haupt⸗
erhandlung über die gegen fie erhobene
Anklage wegen Auswandern ohne Er—
aubniß im Herbste dieses Jahres, ge⸗
chritten werde.

Zugleich wird den Angeklagten er⸗
Ifnet, daß bei unentschuidigten Aus—
bleiben ihre Verurtheilung auf Grund
der vom kgl. Landwehr⸗Bezirks-Com-
nando Zweibrücken vom 23. Dezember
1881 nach Vorschrift des 8 472 der
k. St. P. O. abgebenen Erklärung
rfolgen werde.

St. Ingbert, 24. Dez. 1881.

Der kgl. Amtsanwali:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung
Krieger
kal. Amtsagerichtsschreiber.

Musik-
* Verein.
Montag, den 2. Januar 1882, Abends 83 Uhr bei Oberhause
General-Versammlung.
Tauges Ordnungq-
J. Rechnungsablage
2. Neuwahl.
3. Budget pro 1882.
IBer Auss chuss.

V. Röhme's
große Menagerie
rffnet von früh 9 bis Abends 9 Uhr.
Vorstellung und Fütterung: Nachmittage
ind Abends 8 Uhr.
Besonders zu bemerken: Elephanten, 4 Löwern
id Tiger. 30 Affen und Papageien, 15 Bären,
Wölfe und Hyänen,
nubischer Waldmensch,
Brillantschlange ꝛc. ꝛc.
Hochachtungsvoll W. Böhme.
GBesunde Pferde zum Schlachten werden gekauft.

4

bin i
Sehr dankbar du
usendung der in iqher Verlags⸗An⸗
'alt, Leipzig, erschienenen Broschüure:
„Der Krankenfreund⸗⸗, dem ich
ersehe daraus, daß es vielfach selbst fur
Schwerkranke noch Hilfe gibt, wenn nur
die richti gen Miftel zur Hand sind.“
— So und ähnlich lautende Briefe laufen
läglich ein und sollte daher jeder Leidende
dieses Schriftchen ohne Verzug bestellen,
um so mehr als die Zusendung derselben

von obiger Verlags⸗Anstalt koͤsteniods
erfolgt.

„Amerika“.
Diese mit Beginn des neuen Jahres in den 2. Jahrgang tretende Zeitschrift
bringt wahrheitsgetreue Mittheilungen (mit Illustrakionen) dus dem
geistigen, gesellschaftlichen und geschaͤftlichen Leben in den Vereinigten Staaten
und ist bestimmt für Alle, welche an dem mächtig emporblühenden Staats-
wesen jenseits des Oceans Interesse nehmen. Besonders geeignet für Clubs,
Lesezirkel, Gast- und Caféhauser, wie auch für jedes Privathaus.

Dieselbe erscheint am 1.. 10. und 20. jeden Monais. — Abonnement: ganzjährig fl. ⸗
— 8 Mk., halbjährig fsl. 2 — 4Mk, incl. Franko⸗Zusendung per Post.
berausgegeben von Oto Maaßz in Wuen, I., Walifischgasse 10
Probenum mern werdengratis und franco an Jedermann versendet, der seine Adre
ver Correspondenakarte deutlich geschrieben dem genannten Herausgeber einichich

„Schlittichuben
Otto Weigand.
Klosterbittor.

* —8 Erscheint 8
Xtiäãglich mit Uunter
8 haltungsblattern wöchentl. —
äñαS nur 2M. frei ins Haus *
PfALIISGAE PRESSE-
27* — 2c —
—F
ð ⸗Broveblätter werden auf F
7 XBBunsqh gratis über⸗ &amp;
—2 sandi. 8
S ——
Con vergroßt

Pingels Klosterbitter ist das beste Haus—
mittel und die Blume der edelsten Kräuter, Gewürze
und Essenzen. Ein Liqueurgläschen dieses äußerst lieb⸗
lich schmeckenden Magenliqueur belebt den Körper und
zibt ihm eine angenehme Wärme. Von hervorragenden
Aerzten und Fach männern ist der Kloste rbitter glänzend
hegutachtet und enthalte ich mich dekhalb jeder weiteren
Anpreisunq.
Dr. Zwiche, Augenarzt,
Saarbrücken, Vorftadtstr. 29. „oe
Sprechst. V. 9—12. 3. 223.

Verpadung billigst. Bei 83 Flaschen freie Verpackung;
. bei Entnahme von 104 oder 10 ganzen Flaschen eine Flasch
„75 Pfg.grati«s.
922002 27 —
55 Zum Ausschank in allen feineren Hotels, Restaurationen und Conditoreein — 7
O. Lingel im Göttimgen, Einzige Fabrik des ächten Flosterbitter.
Vingels ächter Klosterbitter ist in obigen Flaschengroößen zu haben bei Herrn J. Friedrich in St. Ingbert

Preis * Flasche * Mark
/2

Das illustrirte Sonn

tagsblatt Nr. 1 (I.

Quartal 1882) Jommt am Montag

an unsere Postabonnenten zum Ver?
sandt
Druck und Verlag von F. X. Oeme ßz in St. Inaber
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        2
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n
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s4883 53333
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8588 i278 35359533 233 58
8 s 553525558 835 2 ã 3z25—8
558532833555 5555355 2525255 8 4*8858 ——387
53z3323 —— — 587 —— * 553 * 8 2868
2 5—88 —55 8 5 60 * 2 3 * * 53555 838
2232533535 555—58 * o8 22 5322855 22 — 328 253 38323
5325 ——3 b3 — * 53222 5 — 2 2 — * 235 E 2 3
75 23— Os 55525 5 5853 28 ——— * 8
48 72 35 355555 —2 58— 5 — 2,37323— 255 — : 26832
3 3 —— 2533238* —A 583333537* 22 —25523
12 — 5 2 WM D * — * * —3 — 8 * —
1222* D 22 — —22 — 32—32* 3225 ——
— 3323 2 5.3 5224 5 — 32* — F 5 32 S
288 2588 8 58 3255 55 —83 —A————— S 2* 52553 J28 *3935
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8* 23 c —2 c8242 3 22—2 — —
—— * — * —— 3 — — — 8 288 * *
2 — — 2 — — 2 2 2 2
— 2 — 553555 25 532 F 233358 223 55 2R
25383883 2558 — —— 2* — — z—2 — —227
—2 —— — 2 —383 535 5 * 3
32832 — 2*358 28 288 3533533838838 2725 5253
2 — 22355 S — 22 3838383 — XS — 32 5 .2* OS *
877 ——————— 5 2553 28 228 5755 z533 — 8
23582 23 * 23532838553 — WO —A 2 S — 22 * 2 5 3
* 5 — 2 52 222 52 —A * 2
——— 525 557 — 33 —2 5 5222 * —2538 25 —258
22 2 * 58585 s—— 3285 2258 52 5225 — —5—8 E
832835383 52 7532853 —558 *7 —5 236 3755
v —— 3B35 — — 8752 2 25335 ẽ 32 — ———
2323 3 2 58. *c552 3 228338 32 5z58 25323535 * 5
*3 — —— — ——— 2335 — 258 ——— 8 — 22 5
23 — 522328 * * * — *—28 82 8** EMS 752 *558
732 ————— — 2 — 3 38S* x 522 — 323 — —2 55 *7
—55— — — ——— — z.5 — 33 8 —5
5385 53 — 5 — 328 —— 525 ——— 255 —885 —— —25538*
— — 535163 5.5— 528 5838 —5758s 5—5535 —2 —
—38275*57* —8E— —2385 —A —— * 553335 8 583333
— 238375 ——2 536
28 2588 2 ————— 2 — 2338 25 558 c
— —J 2 7 —E——— 3 2 — —— ES —
—2* S88830 5555 — ——
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253 23552 598
53 5 3 3255338 2835 22
53 258732335333 883
5 525 253 *25585
—* 32 8 22.2 2 ** 322 J—8
* Tvo⸗ 233 33532 —3 —
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3 353582857 — 5 3535 223835
— ——— 353335 5 —S 2532
558 * 22353555 *223538 55 5
5— 558 —z353322334 555357 —A — —
J 23 24 52335 53 2*352 5587 — 72833332
* 22 —— — F 2235 —5 322 2 — *
8 ——— ü5 5222 — *4 — — 552 22 2 25
* —J——— —533—3 557 5535 — 8 755533* —2358538
* — 2 — DS * 322* * * * 1 5 8 —— *—
8 28 2 35 285 * 255 558 5.558 8,2
ALIXA *28 5 3223 z2834 — 4 55c 25357 A——— 5
3 —— * s 325855383338 ——— —— —e 3 * 2555*
2 5221232 53* 35855 2.32 XG —2»—557* S 58 —— 3
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25 52 22 8 22 —2 — —A—
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5 *5 55*2325 523 325* S 253 gäE * — *5 —
8 —2 —53255355 3 52 —*5
* 5335352 3 —25 3. —A 588 — 8 532* —A 7272 ——
25 238 — — 2 5zSS 9 25535327 32 —— 3
— —A * S —585 55533* 25 5— 38 — —*— * — 3 2 5 * 2*2
————— 528 2353533323 — 232 8 6832383533837 —258 8
——— * 8 2 —283 *5 513855
8 —5 5733 —A ——— —335323255 *2525 — — *
32 58 — 5 —R 5 ** —25558 * —9 — ——— 28
—83858 — —8 3223287 AAT 7 —0 358 88 22 —— —
532 — 33 —2 —5 3232 72 —— —— —8 5225 —sz33522 N5 53 3
588 28383587 222 —z2858 2 5z2 2— 83337 * 535**
2 * — 55 —8 2 2 2 —— 3 z258*83 2 83 5 5
—525 ——— 55 —225 ——— 2828 — 8 * 353 223—4 2.8 z5
*22 22 — 2 —— 32225 538 8 22 ——5—855 5535
A — —— — 75533575 525 5355555 —————
558 3c5383383 — 2 *2 —2——5— 5* 233 35 —8 53232
———— 5z3522 * 54 — — 35 * — 232232 —— ð 2335533233
2 ⸗ — —5— — 5 Sc*8* 2 52
525523 — —58 2838688
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— —55327* —55 5855
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3 — 5— ———
*55 2* mB — — 5 7
*2—52 — 288 — — 2* — * 8285 6 — 38 —
—7238— 8 —R —— ⸗»S32 52— 2 5 8 — —z— 2 532352
258522 s —c8 322 22—2 532225 22 32* 2 — — —22 * 555
——— —»75. 5 25 —— e — 925323 *—535 — —— 25232 5 583 *523 —
2 c5— * 852 —A —332522 838 2532 3 52 25 3 325 ——
2 23 20 —O 5 8 22 22 — — — — 2 8 595 ——3 * 2
* 2 — —3 8 2 2* — — 522 * 2 — ——— 2 283* S * 8
s553 32 8 33 3 6—8
— * 2 —E * v * 5 22 82323 5 — * —E
33 33 —58838 35355 3585 335
— — —— —8 32 *8* —⸗ —— * — 28* 3 522 *2 2 53522 * —285
5535——— 53—— —— — ——* 33525 — —2 —4 55
—— 2 2238 25 —928 3J 5. 553 28 ——
— — — 8* 2 — 555
22352525 O — — ——— —38— —3—2 —A 58 5822 —
d 342 5F8 S ——— 23 85* — 55 — 5255 ——— —
—— 535325—322 25* —5 **8383 58227 52 — 35
32328 2553523555 * — — n2 * 2* * 55* SÆ 2 — 23
c* — 52*5 22 —5 2—258 ——
25 —E — 5 ——z35355 4 —*—820 38 3235 ——52 —55 —8855 28523
553 — E2— 335 53 S 82 E5 5825 25322
3553 3 — *6 3 — 5355*
558* — X —— 8. * —A 2* — S * 2 * 5—2— *
32338 —33 7—32 —335 — 3— 2 5 253 332— —— —33 5375*
—35* 53 —8— —55 *8 758 — — z3E3z—538 ——
226 — —*7563258 75*558 * 5 2202 —A 8 238—88 3335335535
* *— — — 2* 2* — * * 2·2 o 8
— 526435 9 —— — C 22 2 —z? 5A2 D — — — — *
— 333* 2356
35 — — 22 — 28 2 2 —A — 2 — 9 —⸗ —8 3 255 ——
227 5* ——— 2 — 8— BEI2 2 — 2 55552 —— 255** —;*
* 58 2—2 28 E 52 z2 55—23 22 —2
33 33 ß —— 3285 83
8 2 22 — — *— 5. —88 —— 2 * * — 33 .7 —8 *
338535773535575* 3 838 33 —————
— —
c — — 23*83 5323 *225 568552 6 —53 —8 — 5 3 25 — 522
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7

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*
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        az merkwürdige Eigenschaften: eine um 20 p&amp;t.

angere Brennzeit, helleres Licht und, was wohl
szie Hauptsache ist, gaänzliche Gefahrlosigkeit. Herr
Direktor Bormann in Neunkirchen bescheinigt, daß
beim Gebrauch obiger Mischung eine wesentliche
Dochtersparniß stattfinde, daß die Flamme erheblich
weißer und nur nach oben brennt, daß der Docht
nnerhalb des Brenners nicht ankohlt, anscheinend
also eine Explosionsgefahr gänzlich ausgeschlossen sei.

F Ein gewichtiger Gewinn der Lotterie
der Patent-⸗Ausstellung zu Frankfurt fiel einem
jungen Commis zu. Er gewann nämlich einen
eisernen Cassaschrank im Werthe von 400 M. Doch
bereitete ihm dieser herzlich wenig Freude, da sich
kein Käufer dafür finden wollte. Der glückliche Ge⸗
winner hat sich daher entschlossen, das feuer⸗ und
diebessichere Möbel bis zur dereinstigen Besserung
seiner pecuniären Verhältnisse aufzubewahren und
benutzt es einstweilen als — Kleiderschrank.

Köln, 26. Oct. Heute wurde unter ent⸗
sprechender Feierlichkeit das Schaper'sche Denkmal
für Moltke durch den Vorsitzenden des Comitès,
Sanitätsrath Lentz, an die Stadt übergeben. Der
Oberbürgermeister Becker übernahm dasselbe im Namen
der Stadt.

In Köln weilt gegenwärtig die Schwester
des Sultans von Zanzibar, Prinzessin Salme,
welche sich vor 14 Jahren mit einem deutschen
Kaufmanne verehelichte. Der Sultan betrachtete
diese Heirath als Grund, das Vermögen seiner
Schwester einzuziehen, so daß diese sich jetzt durch
Unterricht im Arabischen ihren Unterhalt erwerben
muß. Einem Sohne der inzwischen verwittweten
Prinzessin, einem intelligenten Knaben, hat Kaiser
Wilhelm eine Freistelle im Bensberger Kadettenhause
gegeben, damit derselbe zum Offizier herangebildet
werde.

F (Merkwürdiger Selbstmord.) Aus
Tetschen bei Görkau wird geschrieben: Der bei dem
Hammerwerksbesitzer Schmatz in der Lehre befind⸗
liche achtzehnjährige Ed. Brettfeld nahm sich Mitt⸗
woch Fruh auf eigene Art das Leben. Er legte
den Kopf auf den Ambos und ließ den 150 Kilo
scchweren Eisenhammer darauf fallen, so daß ihm
der Kopf vollständig zerquetscht wurde. Das Motiv
zur That war unglückliche Liebe.

Demeinnutziges.

(Das Versetzen der Obstbäume.) Es ist zur
Benüge bekannt, daß das Verpflanzen von Obst⸗
zämen im Herbhste viel sicherer ist, als im Früh—
ahr. Der junge Baum hat über Winter mehr Feucht⸗
gkeit, wurzelt also rascher, und sein Forikommen
hei eintretender Tro kene im Frühjahr und Sommer
ist gesicherter als bei dem Verpflanzen im Frühling.
Nur ist es unbedingt nöthig, die jungen Bäumchen
nit kräftigen Pfählen sogleich nach dem Pflanzen
zu versehen und, so bald der Boden sich gehörig
zesetzt hat, jedenfalls aber vor Eintritt des Frostes
in den Pfahl anzuheften und mit Stroh zu um—
zinden bis zur Höhe der Krone.

terb AIlle.

Gestorben: in Speier die Gattin von Jakob
PBingerter, Magdalena, geb. Gagel, 42 J. a.,
bendaselbsft An na, 30 J. a., Tochter des k. Ge⸗
ichtsvoslziehers Christophh Becker, in Enken—⸗
»ach Jakob Burg dörffer, in Billigheim
August Schmitt, kath. Lehrer, in Neustadt
Philipp Ernst Kipp, 62 J. a. in Kaisers—
autern Sophia Barb. Detzner, 12 J. a.
n Frankenthal Eduard Heines, 33 J. a.;

»bendaselbst Frau Elisabeth Witt, 51 J. a.

Fur die Redaction vero mimareie F. X. Deme tz.

(Eingesaudt.) In Nr. 66 der „St. Ingberter
Zeitung“ vom 25. Okt. findet sich unter „Pfälzisches“
»in Redaktionsartikel: St. Ingbert, 24. Okt. Wer
»en Pfennig nicht ehrt,“ u. s. w. in welchem eine
cherzhafte Thatsache in so entstellter und unquali—
icirbarer Weise an die Oeffentlichkeit gezerrt wird
daß es den Anschein gewinnen kann, als ob ab⸗
ichtlich damit Personen in den Augen ihrer Mit⸗
ürger lächerlich gemacht und herabgesetzt werden
ollen. Der einfache Sachverhalt ist foigender: Am
Z„amstag Nachmittag sitzen verschiedene Personen,
arunter auch Hr. Gr. u. W., im Caffé Oberhauser
eim Caffee; da tritt ein Lischdorfer Händler herein
ind offerirt eine Partie Blumenkohl für 50 Pf.,
velche von W. auch dafür bezahlt wurden. Hert
gr. außert darauf hin den Wunsch, ebenfalls für
30 Pf. Blumenktohl kaufen zu wollen, was er denn
nuch that. Im Laufe des Gesprächs wurde dann
yon einem anderen Herrn W. der Vorschlag gemacht,
ihm für 20 Pf. und dann für 15 Pf. den gekauften

gen zu wollen. Als W.
sel, erbot fich Herr Gr.,
wollen, wenn er ihm
nise trage. Unter Lachen
aufbrechen wollte, wurde
er, wie es schien, schon
W. nahm den Blumen⸗
r. im Gespräche den Weg
woselbst auch der Letztere
len nachkam. Dies das
St. Ingb. Ztg.“ Veran⸗
in pikant sein sollenden,
ar zu machen. Wäre
*auch ernst gemeint ge⸗
dann ehrlich erworben,
x Geschichte merken mag.
rselbe in Zukunft etwas
wenn er hat, und läßt

8

atarrhalischer Erk ran⸗
Luftwege.

ren Zeit verdanken wir eine
eder Luftwege, welche von
orzug eines ungleich rascheren
is gelang, den so läftigen
a zu bekämpfen und heftige
der Frist zu beseitigen oder
zuführen.

tankfurt a. M. brachte das
hpillen, vergangenen Herdst
r von Dr. med. Witt lin⸗
Apotheken gratis erhältlichen
de das neue Heilmittel von
r Aerzte geprüft und bei
Lungen⸗, Kehlkopfkatarrhen,
erkeit als das rascheste und
ausgezeichnete Wirksamkeit
mmigfachen Versuchen Anlaß
chen Kreisen für gut befun⸗
ommnen und so ein wahres

78*

—
OQDCARD
Volksmittel zu sen

Apotheker Voß hat diese Verbesserungen bei den von
jetzt ab von ihm dargeftellten Katarrhpillen benutzt, so daß
das neue Präparat für alle katarrhalischen Erkrankungen
oer Luftwege als das beste, was man bei denselben anwen⸗
den kann, empfohlen zu werden verdient.

Es wird ganz desonders darauf aufmerksam gemacht,
daß die ächten W. Voß Katarrhpillen in Schachieln mil
einem ziegelrothen Streifen, auf welchem der Namenszug
Dr. med. Wittlinger und des Apotheker W Voß steht,
erschlossen sein müssen und ächt in fast jeder Apotheke ã
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