St. Jugherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmalr Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und onntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs tzlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1.A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen I/M 75 4, einschließlich 0 ⸗Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 98. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 19. Mai. Der gestrige national⸗ aberale Parteitag in Berlin war aus allen Gegenden Deutschlands zahlreich besucht. Zum ersten Vor⸗ ithenden wurde Staatsminister a. D. Hobrecht, uum zweiten Landgerichtsdirektor Klefer aus darlsruhe und zum dritten Oberstaats-Anwalt . Wolff aus Stuttgart gewählt. Als Haupt⸗ edner traten Herr Landesdirektor v. Bennigsen ind Oberburgermeister Dr. Miquel auf. Eine von Herrn v. Benda verlesene Erklärung wurde ꝛinstimmig angenommen, wonach die nationalliberale bartei festhält an den Grundsätzen des Programms vom 29. Mai 1881 und mit lebhafter Befriedig⸗ ing die auf dem Boden jenes Programms stehende deidelberger Kundgebung vom 33. Maärz 1884 ꝛegrüßt, in welcher sie den erfreulichen Beweis für das in der Partei mit neuer Kraft erwachte politische Leden, sowie für die Entschiedenheit er⸗ oͤlidt, mit welcher die Parteigenossen in die Be— vegung für die bevorstehenden Reichstagswahlen ainzutreten entschlossen find. Ferner präzisirt die brllärung die Stellung der Partei zu den sozial⸗ politischen Gesetzesvorlagen. Die Versammlung chloß mit einem begeisterten Hoch auf Se. Maj. ꝛen deutschen Kaiser. Zur Vermählung des Großherzogs ron Hessen. Aus Darmstadt wird vdem „Fr. sourn.“ von bestunterrichteter Seite geschrieben: sit aufrichtiger Freude wird die dolle Gewißheit zegtüßt, daß der Großherzog nachdem er üdber die um größten Theil im fernen Ausland spielende dergangenheit der betreffenden Dame zuverlässige lufklarung erhalten hat, den entschiedenen Entschluß undgegeben hat, die Auflösung der Ehe herbeizu⸗ ühten, deren Eingehung nur unter dem Einfluß ner gröbsten Täuschungen möglich gewesen ist. dem hier wohlbekannten Urheber dieser Täusch- angen wäre eine „Luftveränderung“ sehr zu em⸗ ofehlen, da die Erbitterung gegen ihn einen be⸗ xnllichen Grad erreicht hat, Zum Niederwald⸗Attentat. In Roß⸗ ꝛach a. S. ist, wie der „Magd. Zig.“ mitgetheilt dird, der Sattlergeselle Rupsch unter dem Verdachte verhaftet worden, an dem sogenannten Niederwaid⸗ Anentate betheiligt zu sein. Rupsch soll nun ein xzügliches umfassendes Geständniß abgelegt haben, velches im Wesentlichen das geplanie Verbrechen o hinstellt, wie es in der Sozialistengesetz ⸗Kommis⸗ ion mitgetheilt worden ist. Das Recht auf Lirbeit. Der seitens der onaldemokratischen Partei im Reichstage einge⸗ nachte Antrag auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes zdurch welchen das in der Reichstagssitzung vom . Maic. von dem Herrn Reichskanzier protiamirie echt auf Arbeit zur Verwirklichung gelangt“ reht selbswerständlich don der Voraussetzung aus ah das Recht auf Arbeit in dem Sinne ver— Tui werde, wie es die Sozialdemokraten wollen. Ar dieselben über ihren Antrag denken, das en am besten aus ihrem in den Tagen von bis 26 Mai 1875 in Gotha vereinbarten — in welchem es heißt: „Die Arbeit ist Vuene alles Reichthums und aller Cultur, und —æ utzbringende Arbeit nur durch die caft möͤglich istso gehört der Gesellschaft, — Gliedern, das gesammte Arbeits- n bei allgemeiner Arbeitspflicht, nach gleichem iedem nach seinen nernunftagemäßen Bedürf— Dienstag, 20. Mai 1884. 19. Jahrg. nissen. Die Befreiung der Arbeit muß das Werk der Arbeiterklasse sein, der gegenüber alle anderen slassen nur eine reaktionäre Masse sind. Von diesen Grundsätzen ausgehend, erstrebt die sozialist Iche Arbeiterpartei Deutschlands mit allen gesetz⸗ ichen Mitteln den freien Staat und die sozialist⸗ sche Gesellschaft, die Zerbrechung des ehernen Rohngesetzes durch Abschaffung des Systems der dohnarbeit, die Aufhebung der Ausbeutung in jeder Bestalt, die Beseitigung aller sozialen und politischen Ungleichheit.“ Gegenüber dieser sozialdemokratischen Anschauung und Forderung sagt ein Aruel der „N. A. Z.“ über das „Recht und Arbeit“ ganz richtig: „Weit entfernt, daß die realen Verhãltnisse »er Sozialreform, welche ihr Augenmerk auf die Ardeitlosigkeit als eine Quelle des Elends oder des Lerbrechens richtet, den Einwand der Unmoͤglichkeit Jegenüberstellen, fordern sie vielmehr zu einer Fodifizirung auf, deren Schwierigkeit sich natürlich Liemand verhehlen kann, da dieselbe nicht blos auf invorhergesehene Calamitäten, sondern auch auf nndividuelle Nothstände Rücksicht nehmen müßte. Es war daher nicht zu verwundern, daß man sich von Seiten der Sozialdemokraten von dieser schwie rigen Aufgabe schleunigst lossagte; denn ihre Abficht ist es nicht, die Lage der wirthschaftlich Schwachen zu erleichtern und dadurch die Harmonie unter den verschiedenen Klassen der Bevolkerung nach Kräften zu fördern, sondern im Gegentheil, ie mit ihrer nach Kräften geschürten Unzufriedenheit dei dem Gedanken festzuhalten: daß den Arbeuern aur geholfen werden könne, wenn sie den Staat elbst in ihre Hände bekommen.“ (F. J.) Ausland. Petersburg, 18. Mai. Der Kaiser hat den Prinzen Wilhelm von Preußen zum Chef des 35. Wyborgschen Infanterieregiments ernanm Letz⸗ seres hat fortan den Namen Sr. K. Hohheit zu führen. In Wirballen war zum Empfange des Prinzen Wilhelm als Chrenwache eine Estadron des Kurländischen Leibdragonerregiments mit dem Trompetercorps und der Standarte aufgestellt ge⸗ vesen. — Lokale und pfälzische Nachrichten. WL St. Ingbert, 19. Mai. Die auf gestern Nachmittag 8 Uhr im Grewenig'schen Saale anbe⸗ aumte ordentliche Generalversammluͤng des Kirchen · auvereins war ziemlich gut besucht, trotz des chönen Maienwetlers, welches bieie Leute in's xreie lodte. Nach der Eröffnung der Versammlung purch den J. Präsidenten, Herrn Graffion, nahm Herr Pfarrer Dengel das Wort und schil⸗ erte in einem längeren Vortrage den —XRX Stand der Kirchenbaufrage, indem er klar und aßlich darlegte, wie durch die auf Grund technischer Untersuchung ergangenen Entscheidung hoher Igl. Regierung der Plaßfrage endgiltig ein Ende ge⸗ macht worden, indem der —A der Oberstadt, auf dem Hobels, als der einzigste passendste Bauplatz der neuen Kirche bestimmt worden, welcher auf hoher schoͤner Lage den Bau nach allen Seiten hin als ein würdiges Gottes⸗ haus darstelle. Redner forderte die Anwesenden, vie überhaupt alle Mitglieder des Vereins zu un⸗ ausgesetzter Opferwilligkeit auf, da nur durch ver⸗ eintes Wirken ein großes Ganzes erzielt werden sönne. Auf den Bauplan eingehend, bemerkte Herr Dengel, daß die Kgl. Regierung das ersie Bag⸗ rogramm wegen seiner lostspieligen Ausführung —XR Folae des⸗n Herr Architekl Schöberl dasselbe abgeändert und auf eine Ge⸗ ammtsumme von Mk. 240,000 einschließlich der inneren Einrichtung reducirt habe, ohne die Großen⸗ imensionen viel zu beeinträchtigen. Der Fabrilk⸗ cath in Uebereinstimmung mit dem Vereinspräsidium hjabe auch die Abänderung genehmigt und den Plan sofort wieder an das kgl. Bezirlsamt zur weiteren Erledigung befördert. Dadurch sei die Genehmig⸗ und von 2 Prämienlotterien in Bälde gefichext ind sei dann zu hoffen, daß mit dem Baue, desson Rothwendigkeit von hoher Stelle anerkannt und durch das unausgesetzte Streben der Kirchenhau⸗ vereinsmitglieder nach dem gesetzten Ziele bewiesen jei, bald begonnen werden koͤnne. 6 Anschließend an diesen, mit großem —*— e nufgenommenen Vortrag stellte das Auss utzi Ilied, Herr Fischer, den Antrag, der d des Kirchenbauvereins möge an das Bürggexhie amt das Ersuchen stellen, die Besitzer po gr und Wiesen längs der Staatsstraße r preußischen Grenze bei Rentrisch bis — un * grenze bei Rohrbach veranlassen zu watc quf zihr kigenthumsrecht auf die zu fällenden aß qu Bunsten des Kirchenbauvereins zu yßxz *5 e dies in der Nachbargemeinde Ro Abe 3 geschehen sei und wodurch das Vej — zn um eme erhebliche Summe vergrößert ipefen 3 ohne den einzelnen Interessente ISfl zñ̃. Der Antrag wurde einstimmig guscehe 9 dFer Prasident, Herr Graffion mit her Nu ührtugdf⸗ rxaut. Herr Haupttassirer d —8 ig dee nerkte, daß der Stadirath der r getreten sei, wodurch die — Idee bedeutend erleichtert werde, die⸗ Migrauf, hagf nommene Prüfung der eghe hab zu einer Erinnerung Anlaß. wurht pigs 4 Zung als außerst präzi an — n c. Grewenig, sowie de 5 5 ißk der Versammlung —— —J * itzan ausgesprochen. Das —— nhelgis im verflossenen eee mntca 9 zugenommen, beläuff — — * 00. Zum Schluß wahnte Ven Ie 7 Mitglieder nochmal Hin unß —59— unn jur Erlangung —— pachse auf as Gedeiden des Veraͤng An Heif —J in das alle Anweschden 55 nf ute — „St. Ing ta — nitiag hat die Dae Ogtnidmie in e Ditglieder in del, en 5 — —78 w te n eem olt Abend ein sm, F 7 ——— ——— —3 —A —32 — R Agh — — 5— 75 den theatralischen Khetl heltt —F ——— ————— 1Akt mn eymeiergiiat uon 23710 43——68 , 10 nasß . a o eete üft Icd Mongtee san ee i —26 —A ————— — 5*— —S⏑⏑ ————— 356 * Sd. 1. byec *5* , ie uqg urde gin, Hachwerigbutsche vg aet. 9 Lingristsrin, giaie Hadenlage hier ha ————— acht. int “ 1 — —V—— —A — ———— Schmidt'sche Park sowle hie zuͤr Partbraubrei bo rörigen Nelser qam Himmelshera ünd ben